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[SK 449] Ponys, Braune & Rappen

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Canyon, 8 Jan. 2017.

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Welche Stute soll gewinnen?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 6 Apr. 2017
  1. Lady Diva from the Sky

    5,0%
  2. Scylla

    25,0%
  3. Shari

    5,0%
  4. Scarlet in Birth

    5,0%
  5. Brött

    15,0%
  6. Miniature America's Narnia

    5,0%
  7. Hollybrook's Tiny Girl

    0 Stimme(n)
    0,0%
  8. Beverly

    10,0%
  9. Rosewell

    5,0%
  10. Riven In A Dream

    25,0%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    [SK 449] Ponys, Braune & Rappen
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    Regeln:
    - Es dürfen nur Stuten teilnehmen, welche maximal 1,48m sind, oder Braune oder Rappen sind! (Keine Hengste, Wallache oder Fohlen)
    - Jeder darf nur mit einer Stute teilnehmen.
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com etc.!
    - 5 Joellen an mich (Canyon) mit dem Grund: SK 449
    - Teilnehmerzahl ist auf höchstens 10 Pferde begrenzt
    - Teilnahmeschluss bleibt vorerst offen und wird mind. 1 Tag vorher angekündigt
    - Ist die SK mehr als 2 Monate offen, erfolgt die Abstimmung auch ohne, dass 10 Stuten teilgenommen haben

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten/ Führen am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerstuten werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil[
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheits Wettbewerb Schleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschau-Schleife
    2 Punkte je Reiterspiel-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Zubehörbild
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Zubehörbild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:
    Username
    Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes

    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 März 2017
  2. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Occulta
    Lady Diva from the Sky


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    Steckbrief
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    Vom: -

    Aus der: -


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    Rufname: Lady, Diva, Sky
    Geburtstag: 07.03.
    Alter: 7 Jahre
    Stockmaß: 0,88 m
    Rasse: Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Chestnut
    (ee,Ff,A+A)
    Abzeichen: Schnippe
    Gesundheit: Sehr gut


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    verschmust, temperamentvoll, brav im Umgang


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    Lady Diva from the Sky ist sehr verschmust und lieb, besonders mit Kindern kommt sie super klar. Allerdings sollte Lady gefordert werden, da es ihr sonst schnell langweilig wird. Außerdem kann sie manchmal sehr temperamentvoll sein.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


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    Gekört: nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: nicht leihbar!


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    Spring Klasse: S
    Dressur Klasse: L
    Fahren Klasse: S***

    Eignung: Halter Shows, Fahren (Country Pleasure)


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    1. Platz 181. Fahrturnier
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    2. Platz 265. Fahrturnier
    2. Platz 258. Fahrturnier
    2. Platz 7. Synchronfahren
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    3. Platz 263. Fahrturnier
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    Lady's Spind

    TA-Bericht
    Klinik Cardinal - Gesundheitsvorsorge England und Kalifornien

    Nachdem Scott sich den Mutterstuten gewidmet hatte, fiel Hunter spontan ein, dass es noch eine Stute gab die untersucht werden müsste. “Ich habe mir letztens eine richtig gute Zuchtstute von einer Alicia Grey gekauft. Könntest du mir den Gefallen tun und sie checken, ob sie auch gesund ist ?”, Scott nickte und ließ sich von Hunter zum Zuchtstall der Drum Horses führen. “Hier steht die Gute”, er deutete auf eine stämmige Silver Dapple farbige Stute, welche sich genüsslich Heuhalme aus dem Heunetz zog. “Sie heißt Lady Lyneth Bowen. Habe sie noch nicht zu den anderen gestellt, sollte sie sich irgendwas angeschleppt haben”, - “Okay dann lass uns mal beginnen”, Scott bat Hunter die Stute aus der Box zu führen, um ihre Gänge zu bewerten. Der Tierarzt konnte keine Anzeichen von Lahmheit erkennen und näherte sich dem großen Tier. Nun begann er die Stute von oben bis unten ab zu tasten. Dabei ließ er seine Hand über ihren Widerrist, die Kruppe und hinunter an die Beine gleiten. Er beugte jedes einzelne Bein um zu testen ob die Stute im Bein und Hufbereich Schmerzen haben könnte. Doch Scott konnte nichts finden. Also beschloss er sich die Nüstern, Augen und Ohren anzusehen. Zuerst jedoch steckte er seinen Finger seitlich in das Maul der Stute, um sich die Zähne genauer anzusehen. “Ich kürze ihr die die Zähne, dann musst du das erst im nächsten Jahr machen” Scott kramte ein Maulgatter aus seiner Behandlungstasche und legte dieses in das Maul der Stute. Hunter hielt Lady Lyneth am Halfter fest, damit Scott mit der Maschine die Scharfen Stellen und Haken an den Backenzähnen wegschleifen konnte. Gleichzeitig kürzte er auch die Schneidezähne. Zu guter letzt, führte Scott mit einer Handraspel den Feinschliff durch. Nachdem dies geschehen war, konnte er das die Maulsperre entnehmen und Nüstern, Augen sowie Ohren ansehen. Scott konnte nichts auffälliges entdecken, woraufhin er die Temperatur und den Herzschlag des Pferdes maß. “Sieht alles normal aus! Dann können wir ja mit der Impfung und der Wurmkur beginnen”

    Lady Lyneth döste auf der Stelle ein, während Scott die Impfstoffe “Tollwut, Tetanus, Influenza” und “EHV-1 + EHV-4” abfüllte. Er drückte die überschüssige Luft aus der Spritze und legte sie am Hals der Drum Horse Stute an. Ein kleiner Piekser und die Stute war geimpft. “So, in zwei Wochen solltest du deine Stute noch mal impfen lassen, damit sie immunisiert ist. Die dritte Wiederholung findet in 6 Monaten nach der zweiten statt, danach brauchst du je nach Impfung nur noch einmal im Jahr bzw. Alle zwei Jahre impfen”. Zum Schluss verabreichte Scott der Kaltblutstute oral eine Wurmkur. “Damit sollte deine Stute erstmal in Top Form bleiben. Ich glaube das war alles”, er lächelte Hunter an und packte seine Utensilien ein. “Gibt es sonst noch Pferde die kontrolliert werden müssten ?”

    Hunter dachte nach und schnippste augenblicklich mit den Fingern. “Ja, da gäbe es noch eine Stute. Sie ist ein Vollblut und müsste auch durchgecheckt werden. Komm mir einfach nach”, Scott folgte ihm Wortlos und bestaunte das große Gestüt. “Wirklich schick habt ihr es hier”, Hunter lächelte begeistert. “Freut mich sehr zu hören. War nicht gerade billig das ganze so zu renovieren”. Als sie bei der Stute angekommen waren, führte Hunter Moulan dem Tierarzt vor. Im flüssigen Gang trabte die Stute durch die Stallgasse. Scott konnte keine Lahmheiten erkennen, so dass er die Stute von nahem betrachten konnte. Beim abtasten am Körper und den Beinen sah alles normal aus. Erst bei den Augen fiel ihm auf, dass die Stute etwas tränte. “Das tränen muss aber nichts bedeuten. Es könnte sein, dass sie im Zug stand. Notfalls gebe ihr etwas Augentropfen”. Hunter nickte und wartete ab, was der Tierarzt als nächstes sagte. “Ich kürze auch ihr die Zähne, du musst mir nur noch einmal helfen”, Scott wiederholte die Prozedur von eben und schliff die Vorderzähne und Haken der Backenzähne. Anschließend ein Feinschliff mit der Handraspel und fertig. “Temperatur und Herzschlag sind normal. Moulan ist also gesund. Ich verabreiche ihr jetzt noch den Impfstoff und die Wurmkur”. Erneut füllte Scott den Impfstoff ab, erneut verabreichte er ihn im Hals des Pferdes. Schließlich griff er nach der Wurmkur, welche er der Stute Oral zufügte. “So, das war dann alles. Auch hier wäre eine Grundimmunisierung in zwei Wochen empfehlenswert.”, Hunter bedankte sich. “Bevor ich mich verabschiede, ich bräuchte einmal den Equidenpass der beiden Pferde, dann trage ich die Untersuchung eben ein”. Scott füllte den Papierkram aus und verabschiedete sich von Hunter Crowley. Sein nächstes Ziel, ebenfalls in England, war “Pineforest Stable”.

    An Pineforest Stable angekommen, parkte Scott seinen Jeep auf die große Parkfläche. Erstaunt betrachtete er das riesige, gut gepflegte Gestüt. Es dauerte nicht lange, als er auf Occulta Smith traf. Beinahe perplex überreichte er ihr grüßend die Hand. “Sie haben sich ja was schönes aufgebaut!”, sagte er staunend, während sein Blick immer noch über den Hof schweifte. “Vielen Dank! Danke übrigens das sie es so schnell geschafft haben.” Scott schluckte beklemmt. “Naja, schnell ist etwas anderes. Ich hatte vor kurzem noch einen Kunden hier in England gehabt. Aber nun bin ich ja gott sei Dank hier!”, erleichtert folgte er der Gestütbesitzerin zum ersten Pferd. “Das hier ist One Cool Cat” - “Ok gut. Wann wurde er zuletzt geritten ?”, Occulta führte das Vollblut dem Tierarzt vor. Während er sich ein Bild von seinen Gängen machen konnte, antwortete Occulta auf seine Fragen. “Er wird jeden Tag geritten, auch kommt er täglich morgens auf die Weide. Zufressen bekommt er Spezialmüsli für Rennpferde, 3x Raufutter, und Saftfutter nach der Arbeit. Hufschmied kommt auch Regelmäßig und die letzte Routineuntersuchung war am September 2015” Scott staunte nicht schlecht. “Das klingt ja mal positiv. Kenne nur wenige Pferdebesitzer die sich so um ihre Tiere sorgen. Ich glaube wohl kaum, dass ihm etwas fehlen könnte, trotzdem schau ich ihn mir näher an. Wie sieht es mit den anderen drei Pferden aus ?” - “Ich sorge mich sehr um die Gesundheit meiner Pferde, auch die anderen bekommen regelmäßige Bewegung. Gerade die Miniature Horses bekommen eine minimale Menge an Kraftfutter. Da achte ich wirklich sehr drauf. Ansonsten liegen die letzten Impfungen und Untersuchungen eine Weile zurück” Scott nickte daraufhin, tastete das Pferd ab und sagte schließlich nach der Kontrolle “Also bei ihm hier kann ich nichts auffälliges erkennen, wie ich bereits angenommen habe. Dann lass uns mit der Impfung und Wurmkur beginnen”. Occulta hielt ihr Pferd fest, damit Scott es einfacher hatte. “Wenn du ihm die Wurmkur verabreichst, musst du etwas schneller sein. Sonst könnte er bockig werden” - “Ok danke.”, Scott füllte den nötigen Impfstoff ab, drückte die Luft aus der Spritze und setzte sie am Hals des Pferdes an. “Cool Cat sollte nun gegen Tollwut, Influenza, Pferdeherpes und Tetanus geimpft sein. Die nächste Impfung wäre je nach Impfstoff in 6 Monaten oder 1-2 Jahren”, anschließend griff er nach der Wurmkur, näherte sich dem Maul des Pferdes und führte schnell seine Finger seitlich in das Maul ein. Während er One Cool Cat noch im Griff hatte, verabreichte er schnell dem Pferd die Wurmkur. “Die nächste wäre in einem Jahr nötig. Oder in 6 Monaten”.

    Occulta führte ihn zu seinem nächsten Patienten. “Hier ist Lady Diva from the Sky, sie wurde schon länger nicht kontrolliert”, Scott nickte, betrachtete die Gänge der Stute und tastete ihren Körper ab. “Fühlt sich normal an”, murmelte er. Der Tierarzt kniete sich in die Hocke und beugte jedes einzelne Bein der Stute. Gelassen gab das fuchsfarbene Miniature Horse dem Tierarzt die Hufe, Scott lächelte und sagte knapp “Sieht gut aus”, stand auf und beugte sich zum Maul des Pferdes vor. Ein Griff in die Seite und er konnte die Zähne des Tieres begutachten. “Ok, ich verabreiche ihr direkt eine Wurmkur, dann haben wir das auch schon durch.” Occulta nickte und sah Scott bei der Arbeit zu. Schließlich leuchtete Scott in die Nüstern, testete die Augenreflexe und prüfte den Hörsinn des Pferdes. “So, hier kann ich nichts finden. Ich messe jetzt die Temperatur und den Herzschlag”, er beugte sich hinunter zu seiner Tasche und kramte sein Stethoskop und Thermometer hervor. Das Stethoskop hielt er an der Brust des Pferdes. Still prüfte er den Herzschlag. Wortlos wand er sich dann dem Hinterteil zu, um die Temperatur des Pferdes zu messen. “37,8°C, eine gute Normaltemperatur” Scott säuberte das Thermometer und legte es in seine Tasche zurück, nun füllte er den Impfstoff für Lady Diva ab. Diesen verabreichte er ihr über den Hals. “Ok, wer ist der nächste ?”, er lächelte und wartete darauf, dass Occulta die Stute weg brachte und das nächste Pferd holte.

    Das nächste Pferd war ein schönes Tovero geschecktes Paint Horse. Der Hengst hieß Flintstone und war ruhiger als die anderen. “Na du!”, begrüßte Scott seinen Patienten. Er musterte die Gänge des Pferdes, näherte sich dem Tier und tastete Rücken, Flanken,Bauch und Beine ab.Nachträglich widmete er sich dem vorderen Teil des Pferdes. Die Brust, den Hals und den Kopf. Aber auch bei Flint konnte er nichts auffälliges entdecken. Also führte er eine Beugeprobe durch und kontrollierte anschließend Zähne, Nüstern, Augen und die Ohren. “Dein Pferd ist gesund”, sagte Scott zufrieden und gab dem Hengst einen klaps auf den Hintern. “Super, das freut mich! Dann können wir ja noch Impfstoff und Wurmkur verabreichen”, Occulta lächelte und tätchelte ihr Pferd am Hals. Gesagt, getan. Scott verabreichte dem Westernpferd die nötigen Mittel und folgte der jungen Frau zur Box. “So, dann bleibt ja nur noch ein Pferd übrig”. Sie lächelte begeistert. “Ich bin wirklich erleichtert. Ich wollte die Pferde demnächst bei der Leistungsschau anmelden. Da sollten sie immerhin in Topform bleiben.”, Scott nickte verständnisvoll und folgte ihr schließlich zu Calico.

    Calico war ein ausgeglichener Hengst mit ein wenig Temperament. Neugierig blickte er über die Box hinweg zum fremden Tierarzt und brummelte ihm leise entgegen. Occulta klopfte ihn begrüßend auf die Schulter und führte ihn aus der Box. Einige male führte sie ihn durch die Stallgasse, damit der Tierarzt ihn beobachten konnte. “Alles in Ordnung”, Scott tastete den Hengst ab und staunte nicht schlecht als er sein Fell spürte. “Sehr weich und gepflegt. Zumal er ein Schimmel ist. Ich bin echt begeistert von ihrem Hof. Also er hier, ist ein richtiges Prachtexemplar”, stolz betrachtete Occulta ihren Hengst und bedankte sich bei Scott. Es dauerte nicht lange bis Scott sich das Pferd genaustens unter die Lupe genommen hatte. “Dein Kerl hier ist Top-Fit. Wundert mich aber nicht bei der Pflege. Solange kein Unfall passiert ist. Dann kann ich ihn jetzt impfen”. Scott legte sein Stethoskop nieder und kramte eine frische Spritze hervor. Diese füllte er ab und drückte die überschüssige Luft raus. Das Mittel verabreichte er dem Pferd am Hals. Schließlich gab er Calico noch eine Wurmkur und sein Werk war vollbracht. “So, das wäre dann alles”, er sah Occulta zu, wie sie ihr Pferd noch weg brachte, ehe er sich von seiner Kundin verabschiedete.

    Sein nächster Auftrag verschlug ihn nach Phoenix Valley in Kalifornien. Dort sollte er sich um Kenneth Stute Fix the Flame und dem Fohlen Leveneza kümmern. Das viele hin und her reisen hatte Scott jedoch stark ermüdet. Darum beschloss er die Nacht in einem Hotel zu verbringen ehe er sich seinen neuen Patienten widmen würde.

    Am Morgen fuhr er schließlich nach Phoenix Valley, auf der Suche nach Kenneth. “Scott Cardinal”, stellte er sich dem gut aussehenden Mann, freundlich vor. “Kenneth Jenkins, schön dass sie unter den Umständen so schnell kommen konnten”, Beide schüttelten sich die Hände und gingen zu den Hauptstallungen. Scott war erstaunt wie edel das Gestüt aussah, obwohl es kaum Gebäude oder spezielle “Extras” besaß. “Schön habt ihr es”, sagte er Gedankenversunken. Auch wenn er dies zu jedem seiner Kunden sagte, meinte er es tatsächlich ernst. In den Stallungen angekommen, führte Kenneth das Fohlen aus der Box. “Unsere Leveneza ist ein erstklassisches Zuchtpferd. Wirklich eins-A Vorfahren. Ich hoffe mit ihr ist alles im grünen Lot”, er zwinkerte dem Tierarzt entgegen und gab der Kleinen einen Klaps auf den Hals. “Können sie mir etwas über ihre Pflege oder ihr Training erzählen ?” - “Ja, sie wird fast täglich kurz trainiert, also die Jungpferdeerziehung. Das übliche halt. Leveneza bekommt Heu, Saft- & Mineralfutter, steht in einem Offenstall ohne fressbare Gräser und war das letzte mal um August diesen Jahres beim Hufschmied.” Scott nickte und lächelte zufrieden “Hört sich gut an, würde mich wundern wenn ich etwas finden würde”. Da die Gänge in Ordnung aussahen, tastete er den Jährling ab. Anschließend beugte er jedes einzelne Bein und betrachtete den Kopf des Tieres. Nachdem er auch dort nichts vorfinden konnte, prüfte er den Herzschlag und die Temperatur. “Alles in bester Ordnung”, Scott lobte Leveneza, auch wenn sie während der Kontrolle nicht all zu ruhig geblieben ist. Zu letzt füllte er den Impfstoff ab, verabreichte ihn dem Fohlen und kramte eine der Wurmkuren aus dem Koffer. Mit flinker Geschwindigkeit, füllte er die Paste in den Mund des Tieres. Angewidert schüttelte Leveneza den Kopf und rollte die Augen nach hinten. Damit sie keine schlechten Erfahrungen mit der Wurmkur macht, gab Scott ihr im Anschluss ein, -zwei Leckerchen hinterher.

    Kenneth konnte Leveneza nun wieder weg bringen, so dass er Fix the Flame als nächstes vorführen konnte. Die Fuchsstute war ein temperamentvoller Trakehner, welcher jedoch einige Erfahrung mit Tierärzten gemacht hatte. So viel es Scott nicht schwer die Stute zu untersuchen nachdem Kenneth sie vorgeführt hatte. Mit einer kleinen Lampe testete er ihre Pupillenreflexe, leuchtete in Nüstern und Maul und prüfte schließlich ihren Hörsinn. “Ich höre sie jetzt ab”, kommentierte er konzentriert. Er bückte sich und legte das Stethoskop an. Als er es an die Brust auf legte, konnte er sicher gehen, dass ihr Puls im Normalbereich lag. Zu guter letzt näherte er sich dem Hinterteil des Pferdes, hob den Schweif an und prüfte die Körpertemperatur. “38°C, sie kann also sorgenfrei geimpft werden.” Bevor Scott die Stute impfte, verabreichte er ihr zuerst Oral eine Wurmkur. “Lass uns auch gleich die Zähne schleifen ok ?” Scott bat Kenneth ihm zu helfen, indem er die Stute festhalten sollte. Geschickt legte Kenneth dem Tier die Maulsperre ins Maul, um mit der Handraspel die Vorderzähne zu kürzen. Der Prozess ging schnell von dannen und Scott konnte dem Pferd die Sperre wieder entnehmen. Er verstaute sie zurück in die Tasche und fragte nach Flames Pferdepass. Kenneth überreichte ihn, damit der Tierarzt den Impftag, die Wurmkur, sowie die Zahnpflege notieren konnte. “Ich glaube das war alles”, er lächelte zufrieden und erklärte wieso die nächste Impfung in ca. 2 Wochen stattfinden sollte. Damit verabschiedete er sich von Kenneth und verließ Phoenix Valley um zurück nach Kanada zu reisen.
    15.037 Zeichen | © Jackie
    02 Nov. 2016

    HS-Bericht
    sadasha
    24. September 2016
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    Hufschmiedbericht
    „Wenn alles gut läuft, bin ich heute Nachmittag wieder da.“ erklärte ich Gine, die sich heute um ein paar Pferde mehr als sonst kümmern musste. Isaac war krank und ich hatte heute früh alle Hände voll zu tun mit Packen. Die sonst so redefreudige Blondine nickte und machte sich gleich an die Arbeit. Ich konnte mich wirklich glücklich schätzen ein so gutes Team zu haben. Auf dem Pineforest Stable warteten zwei Miniature Stuten auf ihren Routine-Check Up. Ich freute mich das Gestüt mit seinen Pferden wieder zu sehen. Seit Savory Blossom endgültig zu uns gezogen war, gab es keine freie Minute die ich hätte nutzen können um Occulta Smith einen Besuch abzustatten. „Ihr kommt zurecht?“ versicherte ich mich schließlich bei meinen Eltern, bevor ich mich in den Wagen setzte und los fuhr.

    An Nottingham vorbei ging es geradewegs auf Birmingham zu. Zu meinem Entsetzen landete ich kurz vor meiner Abfahrt noch in einem handfesten Stau. Irgendwie schaffte ich es dennoch in den geplanten zwei Stunden vor Ort zu sein. Einer der Pfleger begrüßte mich. Occulta hatte heute leider keine Zeit für mich. Ihr Pfleger brachte mich gleich zu den Ponys, die deutlich kleiner waren als ich gedacht hätte. Schmunzelnd sah ich vom einen zum nächsten und kniete mich schließlich runter um die Hufe in Augenschein zu nehmen. So kleine Hufe hatte ich noch nie in den Händen. Selbst die kleinsten Shetlandponys hatten noch größere Hufe als die Amerikaner hier. „Hatten die zwei jemals irgendwelche Probleme mit den Hufen?“ fragte ich und hob den ersten Huf von Lady Diva from the Sky. Die Fuchsstute wirkte etwas weniger gelassen als ihre Partnerin und so kam sie zuerst dran. Außerdem war sie die ältere. Der Pfleger verneinte meine Frage. Sicher schien er sich jedoch nicht gewesen zu sein. Seis drum, die Hufe waren gut. Alle vier. Sie hatten eine äußerst gleichmäßige Abnutzung. Lediglich hier und da sah man Spuren von größeren Steinen. Occulta hatte mir bei ihrem Anruf mitgeteilt, dass die korrekte und natürliche, unverfälschte Beinstellung von äußerster Wichtigkeit für Shows sei. Man sah nicht nur an den Hufen dass die Miniature Horses enorm guter Pflege zugeteilt waren. Nach dem Vortraben um mögliche Fehlstellungen besser ausmachen zu können konnte ich mit der eigentlichen Arbeit anfangen. Vorsichtig begann ich mit dem Ausschneiden der Hufe der Fuchsstute. Ruhig ließ sie die Prozedur über sich ergehen, bis ich die restlichen Teile der Hufränder mit der Feile bei schliff. Die Zange wäre in diesem Fall zu grob gewesen. Wie immer achtete ich darauf, dass sich keinerlei Fehler einschlichen und alle Macken ausgemerzt wurden. Den gleichen Ablauf machten auch die restlichen drei Hufe mit. Zuletzt verschaffte ich mir noch einmal einen Gesamteindruck. Lady Dive from the Sky stand nun wieder auf gekürzten Hufen, behielt dabei ihre gute Stellung und holte sich durch ihr gutes Verhalten ein saftiges Lob vom Pfleger ein. Ich pinselte die Hufe noch mit einem pflegenden Huföl ein und ging danach weiter zu Silhouette of a Rose. Die Silver Dapple Stute hatte sehr geduldig gewartet und genau beobachtet, was ich da mit ihrer Genossin machte. Auch sie sah sehr gepflegt aus und hatte keine erkennbaren Fehlstellungen beim Vortraben. Ihre Hufe hatten weniger Macken als die ihrer Vorgängerin. Wie auch bei Lady Diva from the Sky ließen sich die vorhandenen Macken vollkommen beseitigen. Sorgfältig schnitt ich die Hufe aus und feilte sie in Form, bis ich schließlich mit Huföl die Pflege abschloss. Beide Stuten gefielen mir sehr vom Temperament her und so fragte ich etwas interessierter nach ob das denn so üblich ist bei Miniature Horses. Ich kannte mich mit dieser Art Pferd gar nicht aus. Das Kleinste, das ich auf dem Hof hatte waren immer die Reitponys. Der Pfleger freute sich über mein Interesse und so half ich noch dabei die kleinen Stuten in ihre Boxen zu bringen. Bevor ich fuhr beseitige ich noch die Hufüberreste von der Stallgasse und verabschiedete mich. Wir würden uns sicher bald wieder sehen. Vielleicht nicht bei den Minis, aber auf jeden Fall bei den Vollblütern.
    4.079 Zeichen von sadasha
    24 Sep. 2016

    Trainingsberichte [8]

    Fahren A-L
    Trainingsbericht 1 "Fahren von A auf L"

    Kaum hatte ich wieder Aufträge frei,hatte sich auch schon Occulta wieder bei mir gemeldet.Ich freute mich sehr darüber,denn ich arbeitete gerne mit ihr und es war auch erfreulich,wenn man das Gefühl bekam,dass die Kunden zufrieden mit der Arbeit waren,die man leistete.Ich fuhr früh an diesem Morgen zu ihr und begrüßte sie lächelnd,als ich sie bei den Miniponies auf de Weide fand.Sie zeigte mir eine Chestnutfarbene Stute mit einer kleinen Schnippe auf der Schnauze."Das ist Lady Diva from the Sky",stellte sie die Stute vor und reichte mir dann ein Halfter."Sie ist sehr zahm und die Kinder sind begeistert von ihr",teilte mir Occulta mit und ich nickte,halfterte die Stute auf und kraulte sie sanft.Es schien ihr sehr zu gefallen.Gemeinsam brachten wir die Stute in den geräumigen Stall und banden sie dort an,um sie gründlich zu putzen.Nachdem das geschehen war,kratzte ich der Stute noch die Hufe aus.Sie war bei allem sehr artig und schien auch keine großen Ambitionen zu haben,sich irgendwie zu widersetzen.Nachdem ich ihr auch die Hufe ausgekratzt hatte,spannten wir die Stute gemeinsam an.Ich hielt die Stute solange und nachdem Occulta sicher saß,stieg auch ich auf.Wir verließen den Hof in Richtung Süden.Erst einmal ließ ich Occulta fahren,einfach um mir ein Bild zu machen.Sie erzählte mir eine ganze Menge über Lady.Sie sei sehr ehrgeizig und deshalb hätte sie - Occulta - beschlossen,dass die Stute im Fahren mehr gefördert werden sollte.Ich nickte und sagte:"Man merkt,dass sie Ehrgeiz hat",sagte ich und schmunzelte,denn die Stute schritt sehr fleißig vorwärts und schien einen geradezu unerschöpflichen Vorwärtsdrang zu haben."Ja,sie will auf jeden Fall laufen.Das merkt man ihr an und sobald sie unterfordert ist,macht sie auch nicht mehr so gut mit."Occulta stellte mir die Stute in allen drei Gangarten vor und ich merkte schnell,dass die Stute trotz ihrer Lauffreude nie unkontrolliert zu sein schien.Schließlich tauschte ich die Plätze mit Occulta und ich begann die Stute zu fahren.Natürlich begrüßte ich es sehr,dass Occulta mir ab und an einige Tipps gab.Wir hatten schließlich den Pinienwald erreicht und fuhren nun durch die Bäume hindurch.Lady war ziemlich entspannt,wollte aber schneller und so trabte ich sie schließlich an,als es der Weg ermöglichte.Sie war gut gefahren,reagierte gut auf meine Hilfen und schien auch nicht schreckhaft zu sein.Schließlich ließ ich die Stute noch ein kurzes Stück galoppieren,bevor ich sie zum Trab und dann wieder zum Schritt durchparierte."Mit ihr kann man auf jeden Fall arbeiten",sagte ich lächelnd und bog dann in einen Weg ein,der uns nach rechts führte.An der nächsten Abzweigung bog ich wieder rechts ab,sodass wir uns in Richtung Norden und somit auch wieder in Richtung Hof bewegten.Schließlich tauchte der Hof vor uns auf und ich fuhr die Stute auf den Hof.Dort spannten wir sie aus und versorgten sie gemeinsam.Zur Belohnung bekam Lady noch ein Leckerli und dann durfte sie wieder zu den anderen Stuten auf die Koppel."Wir sehen uns morgen",sagte ich zu Occulta und winkte ihr zum Abschied,bevor ich mich auf den Nachhauseweg machte.
    by IceLandGirl 3111 Zeichen
    31 Okt. 2014

    Trainingsbericht 2 "Fahren von A auf L"

    Auf Grund des Besuchs einer Freundin hatte ich keine Zeit gefunden,um mich um die Trainingspferde zu kümmern.Heute hatte ich aber wieder Zeit für sie und hatte mich direkt mit Occulta verabredet.Sie hatte die Kutsche bereits vorgefahren.Lady Diva stand noch auf der Koppel und wir gingen gemeinsam zu ihr.Die Stute sah uns entgegen und ließ sich brav einfangen.Wir brachten sie zum Stall zurück,wo wir sie gemeinsam putzten.Nach dem Hufe auskratzen,spannten wir die Stute an und Occulta hielt sie fest,solange bis ich auf dem Kutschbock saß.Sie setzte sich auf den 'Beifahrersitz' und ich fuhr die Stute an.Zuerst wollte ich wieder mit ihr ins Gelände und danach würden wir noch auf die Galopprennbahn gehen,um ihre Wendigkeit zu überprüfen.Die Schwierigkeit der Wendungen steigerte sich von Leistungsklasse zu Leistungsklasse.Zunächst jedoch fuhren wir raus ins Gelände.Dieses Mal fuhren wir in Richtung der Zufahrtstraße,die von Occultas Hof abging.Zuerst jedoch hielt ich mich eher noch Richtung Süden,trabte und galoppierte die Stute auch und dann erst fuhr ich in Richtung der Zufahrtsstraße.Die Stute blieb entspannt.Selbst als ein großer LKW an uns vorbeifuhr - oder eher rauschte - ließ sich die Stute nicht aus der Ruhe bringen.Ich lobte sie über meine Stimme und wir überquerten die Straße.Schließlich bog ich wieder in Richtung Hof ein und fuhr mit der Stute auf die Galopprennbahn,wo Occulta die Pylonen aufbaute,sodass ich mit der Stute darum herum fahren konnte.Man merkte ihr an,dass sie noch wenig Erfahrung hatte,aber sie war auf jeden Fall nicht ganz roh und sie war ja auch bei mir im Training,um eine Klasse höher zu kommen.Mit der Wendigkeit haperte es bei ihr noch etwas,weshalb ich darauf viel Wert legte und eine ganze Weile mit ihr daran übte.Es wurde von Mal zu Mal besser und ich lobte die Stute viel,wandte mich schließlich an Occulta und sagte:"Daran werden wir morgen noch ein bisschen üben und dann würde ich sie gerne nochmal zweispännig fahren."Occulta sagte,dass das kein Problem sei und wir sammelten die Pylonen wieder ein,fuhren dann mit der Stute wieder zum Hof zurück,wo wir sie ausspannten und sie ordentlich versorgten.Nachdem alles wieder an seinen Platz gebracht worden war,brachten wir die Stute wieder auf die Weide zu den anderen.Ich gab ihr vorher noch ein Leckerli und dann entließen wir sie.Nachdem ich mit Occulta alles abgeklärt hatte,verabschiedete ich mich und machte mich dann auf den Nachhauseweg.
    by IceLandGirl 2452 Zeichen
    3 Nov. 2014

    Trainingsbericht 3 "Fahren von A auf L"

    Der letzte Trainingstag war angebrochen und ich freute mich schon sehr darauf,gemeinsam mit Occulta zu trainieren.Sie hatte mir am Telefon versichert,dass wir mit Chocolate Chip zusammen fahren konnten,denn ich wollte die beiden heute zusammenfahren,um mir anzusehen,wie gut Lady Diva im Zweispänner war.Ich machte mich also auf den Weg zu Occulta und als ich dort ankam,hatte sie die beiden Ponies bereits rein geholt.Ich wollte erst noch mit Lady Diva an der Wendigkeit üben,bevor ich sie zweispännig fahren wollte.Wir putzten dennoch schon einmal beide Stute und spannten schließlich Lady Diva an.Nachdem Occulta ebenfalls aufgestiegen war,fuhren wir zur Galopprennbahn,wo wir die Pylonen aufbauten und ich Lady Diva noch kurz warm laufen ließ.Erst dann ließ ich sie um die Pylonen laufen und merkte schnell,dass es mit der Wendigkeit besser wurde.Es fiel ihr leichter und ich konnte sie in allen drei Gangarten um die Pylonen gehen lassen.Da es so gut geklappt hatte,ließ ich Occulta die Stute ebenfalls um die Pylonen fahren,gab ihr einige Tipps und merkte schnell,dass sie eine gute Fahrerin war.Schließlich fuhren wir zurück zum Hof und spannten die beiden Stuten in den Zweispänner.Wir verließen den Hof in Richtung südöstlicher Richtung und ich freute mich,dass ich Choco ein weiteres Mal fahren konnte.Die beiden Stuten verhielten sich brav und ließen sich auch gut kontrollieren.Sie waren beide nervenstark."Da soll mal einer sagen,dass Miniaturhorses zu nichts geeignet sind",sagte ich zu Occulta und sie nickte."Ja,leider sind sie ja oft von Vorurteilen belastet,aber ich weiß,dass sie mehr können,als man ihnen zutraut."Wir fuhren am Fluss entlang und trabten schließlich.Die beiden Stuten trabten fleißig vorwärts und auch das Galoppieren klappte sehr gut.Schließlich parierte ich sie wieder durch und ließ sie im Schritt gehen,damit sie sich entspannen konnten und trocken wurden.Gemeinsam fuhren wir schließlich zurück zu ihrem Hof und versorgten die beiden Stuten.Beide bekamen von mir ein Leckerli und wir brachten sie wieder auf die Koppel.Ich unterhielt mich noch ein bisschen mit Occulta,bevor ich mich von ihr verabschiedete und mich auf den Nachhauseweg machte.
    by IceLandGirl 2185 Zeichen
    5 Nov. 2014

    Occulta
    Fahrtraining für Satine und Diva [L-M]

    Heute stand ein Training der lustigen Art an: Ich wollte mit Satine und Lady Diva Fahren üben. Ich hatte beschlossen, den Furioso North Star im Fahren ein wenig auszubilden, um ihre Muskulatur weiter zu kräftigen. Bisher hatte ich sie mit Lisas Hilfe an Geschirr und Gefährt gewöhnt, nun wollte ich beides zusammenhängen und die erste Spritztour in der Umgebung drehen. Lisa begleitete mich mit Lady Diva und der Sulky-artigen Minikutsche. Auch die Kutsche, die ich mit Satine benutzte war kein mächtiges Gefährt und besonders leicht, hatte aber vier Räder. Die Begleitung hatte ich mir gut ausgesucht; Ich hatte die Idee lustig gefunden, mit den beiden Füchsen an den Sonntagsspaziergängern vorbeizukurven. Ausserdem nahm ich meine beiden Hunde mit. Ich putzte meine Stute und kämmte das gewellte, tiefrote Langhaar gut durch, ehe ich einen Knoten in den Schweif machte und die Mähne zu einem Französischen Zopf flocht, damit beides nicht in den Weg kam. Lisa bereitete Diva unten auf der Weide vor und führte sie dann zum anschirren zu uns. Satine sah mittlerweile um Welten besser aus als am Anfang, doch sie war noch immer dünner als ich es mir wünschte. Wenigstens war die knochige Kruppe nun von ein paar Muskelpölsterchen überzogen und die Hufe schön gefeilt, sodass sie mit ihrem nun glänzenden Fell richtig edel aussah. Auch war die Stute viel ruhiger geworden. Sie liess sich überall anfassen und erschreckte sich nicht mehr so leicht. So zuckte sie auch nicht, als ich ausversehen die Bürste fallen liess. Nun war ich sowieso fertig und konnte ihr das Geschirr anziehen. Ich verschnallte alle Bändel, die es zu verschnallen galt und führte die Stute dann an ihrem mit Scheuklappen bestückten Zaumzeug zur Kutsche. Diva stand bereits artig da und wartete nur noch aufs loslaufen. Den Huf hatte sie hinten entspannt aufgestützt und die Ohren hingen leicht seitlich. Offenbar döste sie im Licht der Nachmittagssonne. Der Nebel vom Morgen war verflogen und so auch die Kälte, die in der Nacht geherrscht hatte. Tatsächlich war es heute aussergewöhnlich warm, sodass ich meine Jacke auszog. Satine zappelte beim Anschirren etwas, und ich musste sie zurechtweisen. Sheela bellte und hüpfte um die Fuchsstute herum. „Nicht hilfreich!“, schnauzte ich die Labradorhündin an, woraufhin sie aufhörte. Lisa meinte zwar, Satine hätte bloss Freude und wäre fleissig, aber ich wollte trotzdem kein Gehampel. Schliesslich war alles bereit und ich stieg auf den Wagen. Wir hatten bisher nur ein paar Runden auf der Ovalbahn gedreht, also war ich gespannt, wie sie sich im Gelände machen würde. Wir liessen die beiden Stuten im Schritt laufen und folgten dem Verlauf der Strasse in Richtung Dorf. Dort durchquerten wir ein kleines Quartier und fuhren dann weiter zum Wald, wobei ich die Hunde, die bisher brav nebenhergelaufen waren, aus Sicherheitsgründen kurzzeitig auf die Kutsche holte. Auf den Schotterwegen konnten wir etwas traben, einen Galopp wagte ich aber hier draussen mit Satine noch nicht. Lady Diva hingegen war ja schon weiter ausgebildet, also schickte ich Lisa auf einen Umweg, sodass sie einen Galopp machen konnte. Ich sah sie durch die Büsche auf dem beinahe parallel gelegenen Weg durchrasen. Als sie sich uns bei der nächsten Gabelung wieder anschlossen, meinte Lisa nur, sich die Stirn abwischend: „Die Kleine hat aber Dampf heute!“ Ich lachte und wir fuhren fröhlich weiter. Nach einer Weile kamen uns Spaziergänger mit Hunden entgegen, wovon einer bereits von weitem bellte und ein Theater an der Leine veranstaltete. Sheela spitzte die Ohren, sah mich dann jedoch fragend an, anstatt loszupreschen. Zufrieden pfiff ich sie zu mir auf die Kutsche, Jacky ebenfalls, und lobte sie. Meine Erziehung zeigte Erfolg; die junge Labradorhündin reagierte sofort, wenn ich etwas von ihr wollte. Ganz im Gegensatz zu dem fremden Schäferhund, der noch immer an der Leine rupfte. Satine scheute etwas, als er sie anzuspringen versuchte und ich war froh, dass er angeleint war. Die restliche Spazierfahrt verlief unspektakulär. Die Hunde rannten begeistert mit, als Lisa mit Lady Diva nochmal galoppierte und Satine trabte federnd über den Schotter. Zurück auf dem Hof wollte ich es dann doch nochmal wissen. Wir waren nur eine halbe Stunde unterwegs gewesen, also fand ich mein Vorhaben zumutbar und bog auf die Galoppbahn, sobald wir zuhause waren. Lisa verräumte Diva bereits, während ich schnalzte und Satine in den Galopp trieb. Es klappte, wir schafften eine halbe Runde. Dann liess ich sie durchparieren, lobte sie ausgiebig und kehrte zum Nebenstall zurück, wo ich alles abhängte und die Stute versorgte. Sie hatte kaum geschwitzt, nur dort, wo das Geschirr aufgelegen hatte, was das Fell ein wenig feucht. Ich bürstete sie gut und brachte ihr ein wenig Heu, bald würde es ohnehin Futter geben. Bei Diva war auch alles okay; als ich nachsah, stand sie bereits wieder bei den anderen unter dem Ahorn und zupfte Gras.
    15 Nov. 2015

    Occulta
    Springtraining E-A

    Heute wollte ich mir wiedermal einen keinen Spass mit den Minis erlauben und stellte daher einen kleinen Parcours in der Halle auf. Nun ja, ein wenig ernst war mir die Angelegenheit schon, denn ich wollte in Zukunft besonders mit Chip auch den einen oder anderen Wettbewerb bestreiten, um ihr genug Abwechslung zum Fahren zu bieten. Die nötige Veranlagung hatte sie jedenfalls, denn ihr Grossvater war ein bekannter Show Jumper gewesen. Ich führte die drei alle auf einmal zur Halle, da ich heute alleine mit ihnen arbeiten musste. Die Pfleger hatten bereits alle Hände voll zu tun, weil David und Darren sich gegenseitig und Lewis gleich dazu mit der Grippe angesteckt hatten. Es war ein Kunststück, drei gierige Fressmaschinen gleichzeitig vom auftauenden Gras am Wegrand fernzuhalten. Aber irgendwie gelang es mir dann doch, sodass ich sie schliesslich in der Halle laufen liess; alle bis auf Papillon, mit der ich anfangen wollte. Es war noch morgen und ich dementsprechend verschlafen, was mich aber nicht daran hinderte, mit über die Kreuze zu hopsen. Später sollten die Minis alleine springen, während ich mit dem langen Seil nebenher lief, aber heute übten wir nur die Grundlagen. Papillon folgte mir etwas zögerlich über die Hindernisse. Ich motivierte sie so gut es ging durch schnalzen und rufen. Ausserdem belohnte ich sie jeweils mit einem Karottenstück, wenn sie besonders toll gesprungen war. Als ich gerade ein wenig höher stellte, kam Lily in die Halle. „Hey, ich dachte du bist mit Rosie, Gini und Feline raus?“ „Nö, Feline reite ich später. Ich will lieber mit dir ausreiten.“ Verdutzt schwieg ich einen Moment, weil ich bisher gedacht hatte, dass sie gerne mit Rosie ausreiten ging. „Na gut, ähh, dann… Willst du mir etwas helfen? Dann bin ich schneller fertig und wir können eher raus“, schlug ich vor. Sie nickte begeistert und fing sich Diva ein, die mit Chip zusammen in der Ecke an den Cavalettis nagte. Ich sprang noch drei Hindernisse mit Papillon und wechselte dann zu Chip. Die frisch geschorene, braune Stute zog geschickt die Beine an und wurde zwischen den Sprüngen richtig hibbelig. „Das macht ihr Spass“, meinte Lily grinsend. Ich stimmte zu. „Wollen wir mal gleichzeitig?“ Wir holten Anlauf und hüpften zusammen über einen kleinen Steilsprung. Lily kam nur knapp noch darüber, weil die Beine des viel kürzer waren als meine. Wir übten noch etwas weiter, was auch in ein Tricktraining mit Vorderbeinkreuzen und Kompliment ausartete, und hatten eine Menge Spass. Die Minis wurden mit Karotten verwöhnt und durften danach wieder in die Herde zurück. Lily und ich begaben uns vor dem Mittagessen auf einen langen, gemütlichen Ausritt.
    8 März 2016

    Occulta
    Dressur E-A

    Heute wollte ich mit Lady Diva, Chocolate Chip, Papillon d’Obscurité und Silhouette of a Rose einen eintscheidenden Schritt vorankommen, was die Langzügelarbeit anging. Dazu rief ich Lisa zu Hilfe, damit wir jeweils zu zweit trainieren konnten. Zuerst nahmen wir uns Rose und Chip vor. Wir bürsteten die beiden gleich beim Offenstall durch, zogen ihnen ihre Mini-Trensen an und brachten sie dann zum Dressurviereck, wo die beiden speziell kleinen Gurte bereitlagen. Dann hängten wir die Langzügel bei den Trensenringen ein und zogen sie durch die Ringe an den Gurten. Meine Chip stand schön still, doch die etwas jüngere Rose wollte die ganze Zeit davonlaufen. Wir begannen mit dem Einwärmen im Schritt. Dabei machten wir schon ein paar Volten und Schlangenlinien, um die Pferdchen zu biegen. Es war eine Herausforderung, weil wir keine treibenden Hilfen geben konnten, abgesehen von der mittellangen Fahrpeitsche. Nach einer Weile kam ich mit beiden Zügeln auf eine Seite und legte dabei den äusseren über den Rücken. Nun longierte ich Chip im Trab, wobei ich eine etwas kleinere Volte innen mitlief, damit sie nicht zu eng auf dem Kreis laufen musste. Ich versuchte weiterhin, sie korrekt zu stellen und trotzdem ihren Schwung zu erhalten. Lisa tat dasselbe mit Rose auf der unteren Volte. Chip schäumte die Trense zufrieden ein und hielt den Kopf in Dehnungshaltung. Nun waren wir genug eingewärmt für die eigentliche Arbeit. Ich dachte mir zusammen mit Lisa ein kurzes Programm aus, dann übten wir erstmal die Einzelteile davon. An einer Stelle hatte ich einen Stop aus dem Trab eingebaut. Genau das übte ich jetzt als Erstes. Ich liess Chip in langsamem Tempo vor mir traben und gab eine vorbereitende halbe, dann eine ganze Parade und rief „Brrr“. Sie reagierte und hielt ein paar Tritte später. Es war noch nicht perfekt, aber auf dem richtigen Weg dahin. Auch Rose auf der anderen Seite meisterte die Lektion. Ich liess Chip im Schritt antreten, drei Tritte leicht seitlich gehen und das Viereck verkleinern, dann hielt ich sie erneut. Nun versuchten wir eine Schulterwendung. Das klappte erstaunlich gut. Ich schickte sie wieder in den Trab und liess sie etwas zügiger laufen als zuvor, dann versammelte ich wieder etwas mehr und hielt schliesslich abermals aus dem Trab. Diesmal richtete ich sie einige Schritte Rückwärts, was, wenn auch etwas zögerlich, ganz akzeptabel war. Nun ging es an die Galopparbeit. Ich schickte sie wieder auf einer Volte um mich herum und übte ein paar Schritt-Trab-Galopp-Schritt-Übergänge. Als sie dies auch beherrschte, hängten wir die Einzelteile zusammen. Zuerst war aber Rose dran. Lisa platzte fast vor Lachen, als sie mich und den imaginären Richter grüsste. Dann liess sie Rose im Schritt antreten und wenig später antraben. Sie machte eine Volte, ging dann geradeaus und erhöhte das Tempo ein wenig, ehe sie wieder abbremste und anhielt. Als nächstes liess sie Rose einige Schritte rückwärts treten. Weiter ging’s im Schritt, doch schon wenige Meter später folgte die Schulterwendung. Als letztes liefen die Beiden zur Mittelvolte und Rose musste angaloppieren, um den Schrittübergang nach einer Runde zu zeigen. Ich klatschte und Lisa lobte die Stute zufrieden. Nun waren Chip und ich an der Reihe. Wir spielten genau dasselbe Programm durch und schafften es bis auf einen Patzer bei der Schulterwendung ganz ordentlich. Wir lobten die Beiden Minis nochmal und spazierten dann zurück zum Offenstall, wo bereits die nächsten zwei Kandidaten warteten. Chip und Rose entliessen wir zu den schattenspendenden Bäumen, wo die meisten anderen Stuten standen. Ich fing mir kurz darauf Diva ein, während Lisa sich Papilllon schnappte. Wir spielten eine halbe Stunde lang genau dasselbe wie zuvor mit den beiden anderen durch. Papillon war deutlich unkonzentrierter und wieherte ab und zu ihrer mittlerweile besten Freundin Tigrotto zu. Diva hingegen war motiviert und fleissig. Am Ende des Trainings meldeten wir sie und Chip zuversichtlich für einen A-Klasse Wettbewerb des Miniclubs an.
    16 Apr. 2016

    Occulta
    Dressur A-L

    Seit Tagen war ich dabei, die Minis für eine grosse Show vorzubereiten, die dieses Wochenende stattfinden würde. Dabei ging es mir vor allem darum, die letzten Feinheiten hinzubekommen, denn die Grundlagen für Shows kannten sie ja eigentlich alle vom sonstigen Training. Lisa half mir dabei. Wir wanderten gemeinsam zur Weide und fingen uns Kicks-a-Lot, Tic-Tac, Papillon d’Obscurité und Lady Diva raus. Wir brachten sie zur Halle, wo ein bunter Parcours aus verschiedensten Dingen aufgebaut war. Zum einen standen Sprünge da, zum Üben fürs Show Jumping an der Hand. Ausserdem hatte Lisa die Kegel zum Fahren aufgestellt und ich hatte Stangen für Langzügeldressur bereit gemacht. Zudem waren ein grosser Ball, eine Blache und eine Holzwippe da. Diese drei besonderen Gegenstände wollte ich für’s Führtraining nutzen. Zuerst longierte ich Lady Diva etwas, bevor ich mit der Langzügeldressur anfing. Lisa begann mit Papillons Fahrtraining. Die anderen Zwei Ponys banden wir im Vorraum mit den Anbindestellen vor der Reiterstube an. Diese ‚Abstellkammer‘ wie ich sie gerne nannte war für auswärtige Reitschüler gedacht, damit sie ihre Pferde irgendwo anbinden konnten, wenn sie etwas zu erledigen hatten. Ich übte mit Diva das Anhalten und Schritt-Trab Übergänge. Auch eine Art versammeltes oder zumindest langsames Traben und Schulterherein forderte ich. Wir waren noch an den Basics, denn das top ausgebildete Country Pleasure Fahrpferd war erst bis Klasse A am Langzügel gearbeitet worden. Ich schielte zu Lisa herüber und stellte zufrieden fest, dass sie gekonnt um die Kegel kurvte und perfekt beim Buchstaben A anhalten konnte. Papillon machte zudem die tollen Bewegungen eines typischen Simple Pleasure Talents und hatte eine ausdrucksstarke Aufrichtung. Die schokofarbene Stute hatte sich wirklich zu einem ganz anderen Pferdchen gemausert, seit ich sie vor ein paar Jahren gekauft hatte. Es bereitete mir grosse Freude, die Fortschritte der Minis zu sehen. Das Herdenleben machte auch viel aus: sie waren total ausgeglichen und hatten praktisch nie ‚einen schlechten Tag‘.

    Wir tauschten nun und holten Kiwi und Tiki raus. Die beiden bekamen ein Springtraining, wobei wir aber kaum höherstellten und uns rein um die Technik kümmerten. Wir liefen die Sprünge aus verschiedenen Kurven und Wendungen an, damit sie lernten, auch mal etwas diagonal zu springen. Meistens aber liefen wir so gerade wie möglich auf den Sprung zu und liessen den Pferdchen Zeit, den richtigen Absprungpunkt zu finden. Es war hier alles eine Frage der Übung, denn viel einwirken konnten wir ja nicht. Lediglich das Tempo versuchten wir etwas anzupassen, wenn die Minis zu eifrig wurden oder zu wenig Schwung hatten. Als das Springen durch war, machten wir noch ein paar Übungen mit der Wippe und dem Ball.

    Nach fast einer halben Stunde führten wir alle vier zurück zur Weide und holten stattdessen Silhouette of a Rose, Nachtfalke und Tigrotto. Die drei kamen brav mit und Falke benahm sich, obwohl er in Begleitung zweier Stuten war. Lisa führte ihn, während ich die beiden Mädels übernommen hatte. Ich machte zuerst mit Rose Langzügelarbeit, wobei ich wiederum Übergänge, Schulterherein und Seitwärtstreten, anhalten und versammeln übte. Lisa machte mit Falke intensives Springtraining. Der junge Hengst war am Anfang das, was man ein Anti-Talent nennen würde. Er streifte fast jede Stange und beförderte sie so regelmässig zu Boden. Lisa konnte ihn einfach nicht dazu ermutigen höher zu springen. Ich glaubte nicht, dass es an der Sprungkraft lag; sondern eher daran, dass der Hengst einfach die Beine hängen liess. Irgendwann sprang er zwar immer noch sehr knapp, aber wenigstens blieben die Stangen fünfmal in Folge oben. Da beendete Lisa das Training und brachte ihn schon mal zurück, während ich noch mit Tigrotto Dressurarbeit machte. Die junge Stute zeigte sehr geschmeidige, hübsch anzusehende Gänge. Sie war zu Recht als Fohlen zweimal prämiert worden. Es reizte mich zu sehen, ob sie dieses exzellente Exterieur auch an ihre Fohlen weitergab. Nach dem Training brachte ich die beiden Stuten auch zurück und beobachtete die Minis noch eine Weile, dann ging ich den anderen Stallarbeiten nach.
    31 Juli 2016

    Occulta
    Springtraining A-L

    Drei Springstunden an einem Tag – das klang nach viel, war aber nichts Besonderes für Lisa. Die anerkannte Reitlehrerin gab so wie Elliot oft Dressur- und Springstunden auf Pineforest, sowohl für unser Personal, als auch für auswärtige. Heute fand zuerst um drei Uhr eine öffentliche Springstunde statt, danach um fünf Uhr eine interne und um sieben Uhr nochmals eine öffentliche. Ich sah nur rasch vorbei bei der ersten Stunde, denn ich hatte anderes vor, wenn auch mit ähnlichem Grundgedanken. Die Stunde wurde auf dem Platz gehalten, sodass ich mein Vorhaben in die Halle verlegte. Ich wollte nämlich mit den Miniature Horses eine kleine Trainingseinheit wagen, um ihre Geschicklichkeit am Sprung etwas zu verbessern. Dazu trommelte ich Lewis, Lily, Jason und Linda zusammen. Jeder von uns nahm ein Pony ans Führseil und brachte es zur Halle. Ich schnappte mir meine geliebte Dakota, die noch ziemlich unerfahren mit dem Springen an der Hand war. Chocolate Chip, Lady Diva from the Sky, Silhouette of a Rose und Papillon d’Obscurité hatten hingegen allesamt schon einige Trainingsparcours hinter sich. Lily diskutierte mit Lady Diva, die auf dem Weg zur Halle lieber Gras knabbern wollte, als mitzulaufen. Ich liess meine kleine Nichte das selbst regeln, denn sie wäre mir sowieso wieder nur böse geworden, wenn ich eingegriffen hätte. Wir liessen die Ponys rasch freilaufen, während wir die Hindernisse aufstellten. Bevor wir begannen, wärmten wir die fünf im Trab an der Hand auf und machten ein paar Gehorsamkeitsübungen. Dann wurde eine halbe Stunde lang intensiv trainiert. Wir führten die Ponys auch mal schräg an die Sprünge heran, damit sie lernen mussten, den Absprung besser abzuschätzen. Das Training war auch für uns Zweibeiner ziemlich anstrengend, denn anders als bei den Grosspferden mussten wir hier ja nebenher rennen. Die Hindernisse hatten unterschiedliche Höhen, weil auch die Ponys unterschiedlich weit im Training waren. So war Papillon zum Beispiel bereits auf Klasse L Niveau, während Daki erst die Grundhöhe kennenlernte. Daki war am Anfang ziemlich zögerlich und verweigerte auch ein paarmal, beziehungsweise lief nebendurch, aber wir schafften auch ein paar hübsche Sprünge und beliessen es am Ende dabei. Wir brachten die Minis rasch zurück auf die Weide, abkühlen konnten sie auf dem Weg nach unten. Dann gingen wir unseren Stallarbeiten nach, bis es halb fünf war. Ich begab mich in den Hauptstall um Mikke zu putzen. Die heutige interne Stunde war eine absolute Anfängerstunde, denn Caspian of the Moonlightvalley, Cantastor, Mikke, Muskat und Empire State of Mind kannten kaum mehr als ein paar Cavalettisprünge. Ich schämte mich schon etwas, dass meine Zuchthengste in dieser Sparte noch nicht mehr auf dem Kasten hatten, aber das sollte sich ja jetzt ändern. Lisa hatte kein Mitleid mit den hart arbeitenden Pflegern: sie liess uns dieselben Hindernisse immer und immer wieder Springen, bis alles stimmte. Damit den Pferden nicht langweilig wurde, machten wir dazwischen lockernde Dressurübungen wie Schulterherein oder Schlangenlinien. Caprice wurde richtig heiss und schlug unwillig mit dem Schweif, wenn ich sie bremsen musste. Die temperamentvolle Stute gab mir eine ganze Hand voll zu tun, und die Anwesenheit des zappeligen Muskat machte es auch nicht gerade leichter. Der Braune liess sich von Quinn kaum im Schritt halten, wenn er gerade nicht an der Reihe war. Einmal kamen die beiden daher Caspian und Parker in die Quere, als die beiden auf den kleinen, blauen Steilsprung zureiten wollten. Es passierte zum Glück nichts, weil Parker rechtzeitig reagierte. Am Ende dieser turbulenten Stunde liessen wir die Vollblüter austraben und brachten sie danach zurück in ihre Boxen. Ich kontrollierte, dass alle Pferde gut versorgt wurden und keiner mehr Schweissflecken hatte. Dann begab ich mich in die Mitte des Stutentrakts zu Campinas Box und holte das Scheckenvieh in die Stallgasse zum Putzen. Ich liebte die ausdrucksstarken Augen der Stute, die immer mal wieder frech zu mir nach hinten sahen und förmlich nach einer Karotte bettelten. Ihr Schweif liess noch etwas zu wünschen übrig, daher kämmte ich ihn nur ganz vorsichtig, ohne auch nur ein einziges Haar auszuzupfen. Beim Satteln wartete die Stute geduldig und auch die Trense nahm sie bereitwillig an. Ich führte sie in die Halle, hinter mir folgten Jonas mit Donut und Lily mit White Dream. Meine Nichte strahlte übers ganze Gesicht, weil sie ihre Lieblingsstute reiten durfte. Ausser uns waren noch eine Frau mit ihrem Rappen, eine Teenagerin mit einem Tinker und ein junger Mann mit einer Warmblutstute dabei. Wir wärmten alle Pferde gründlich auf, wobei Lily mit der Tinkerreiterin plauderte. Die Springstunde war abwechslungsreicher als die vorherige, weil auf dieser Stufe auch schon diverse Kombinationen und Oxer verlangt wurden. Campina machte ihre Sache gut und war fleissig dabei, hörte aber trotzdem sehr genau auf meine Hilfen. Lily und White Dream machten natürlich keine perfekte Figur über dem Sprung, aber man konnte es durchaus zählen lassen. Lisa wies sie mehrfach darauf hin, das Bein ruhig zu halten, sodass am Ende auch eine Verbesserung sichtbar war. Nach der Stunde ritten wir im Schritt auf dem Galoppweg trocken, den herbstlichen Sonnenuntergang geniessend.
    31 Aug. 2016

    Occulta
    Springtraining L-M

    Es war Freitag und heute stand wieder viel auf dem Plan. Zuerst wollte ich ein Spezialtraining ausserhalb der Rennbahn mit den Vollblütern machen. Es ging dabei um ein ausgezeichnetes Training für die Hinterhand und den Gehorsam: Springen. Dran kamen One Cool Cat, Framed in History, Kaythara, Cabinet of Caligari, Sumerian, Sympathy of the Devil und Rosenprinz. Sie alle (ausser Rosenprinz natürlich) waren bisher nur beim Einreiten ein paarmal über Cavaletti gesprungen, also noch völlig unerfahren. Wir hatten deshalb für den Anfang ein paar niedrige, einfach anzureitende Steilsprünge und Kreuze aufgestellt. Wir ritten in der Halle, damit die jungen Pferde durch nichts abgelenkt wurden. Doch zuerst mussten wir natürlich Putzen und Satteln. Ich holte Sympathy aus ihrer Box und begann, dass grau gesprenkelte Fell zu bürsten. Die blauen Augen der Stute musterten mich dabei immer mal wieder – vielleicht hatte ich ja ein Leckerli in der Tasche. „Nach der Arbeit, meine Süsse“, murmelte ich nach einer Weile schmunzelnd. Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte das Langhaar, dann holte ich auch schon den Sattel. Ich sah, dass Quinn und Rosie, die heute endlich auch mal wieder bei uns mitritt, auch schon fast fertig waren. Wir führten Sympathy, Frame und Kaya zur Halle. Vor dem Aufsteigen liefen wir noch eine Weile am Boden neben den Pferden mit und plauderten miteinander, denn wir hatten es ja nicht eilig, bis die anderen auch hier waren. Frame wollte immer wieder abbiegen und zu mir kommen. „Tut mir Leid, mein Grosser, du musst heute wiedermal bei Tante Quinn bleiben“, murmelte ich liebevoll zu dem Schecken. Ich wusste, dass er am liebsten mit mir arbeitete – das zeigte er allen anderen Pflegern immer überdeutlich. Aber ich konnte in nunmal nicht 365 Tage im Jahr babysitten. Ich hatte ausser ihm noch viele andere Lieblinge, die meine Aufmerksamkeit verlangten. Wenigstens akzeptierte er Quinn als Reiterin, nachdem sie mühsam sein Vertrauen gewonnen hatte. Charly, April, Parker und Rita kamen schliesslich ebenfalls in die Halle und wir stiegen allesamt auf, um unsere Pferde einzuwärmen. Elliot gab uns schon jetzt lockernde Lektionen vor. Bei ihm wurde jede Minute des Trainings ausgenutzt. Sympathy ging fleissig vorwärts und streckte sich sofort in die Triefe, wannimmer ich sie liess. Wir drehten Volten und übten ein paar Seitengänge. Ausserdem mussten wir viele Übergänge reiten und die Pferde in den Ecken korrekt biegen. Als auch das letzte Pferd entspannt mit den Ohren wackelte und ans Gebiss trat, begannen wir mit einem Kreuz. Rita und Rosenprinz machten es allen vor, denn der buckskin farbene Hengst kannte das Springen natürlich schon vom Military her. Trotzdem war es auch für ihn etwas anderes, den begrenzten Platz in der Halle ausnützen zu müssen. Ich ritt den beiden in gesundem Abstand hinterher, damit sich meine Stute gleich anhängen konnte. Sympathy wusste gar nicht so recht, wie ihr geschah: ich trieb sie darauf zu und versuchte, einfach mitzugehen ohne sie zu behindern. Ich begrenzte sie jedoch trotzdem ausreichend seitlich, damit sie nicht ausweichen konnte. Sie hüpfte etwas zögerlich über die bunten Stangen und machte danach ein paar Galoppsprünge, dann parierte ich sie in den Trab zurück und lobte sie ausgiebig. Hinter uns folgten Charly und Caligari. Kaythara wollte zuerst vor dem Kreuz abbremsen, doch Rosie trieb sie weiter, bis sie im Schritt darüber stolperte. Sie ritt danach gleich nochmal heran und diesmal klappte es. Manchmal scheint es, als müssten sie zuerst eine unsichtbare Mauer durchbrechen, überlegte ich schmunzelnd. Auch Frame wollte zögern, doch Quinn reagierte rechtzeitig und schickte ihn vorwärts. Er nahm einen etwas unschönen Satz über das eigentlich total niedrige Hindernis, aber immerhin landete er sicher auf der anderen Seite. „Aus dir wird wohl kein Springtalent“, bemerkte ich lachend an Quinn und den Schecken gewandt, als sie zu uns stiessen, um den anderen nicht im Weg zu sein. Nachdem alle das erste Hindernis überwunden hatten, fuhren wir mit einem Steilsprung fort. Danach folgten bereits zwei Steilsprünge hintereinander. Mehr mussten die Pferde heute noch nicht leisten; das reichte Elliot und mir für’s Erste. In den folgenden Wochen würden wir sie langsam an einen kleinen Parcours gewöhnen und uns danach wieder auf die Dressur konzentrieren.

    Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Lewis, Lisa, Jason und Linda kamen mit fünf der Miniature Horses in die Halle. Lewis übergab Nachtfalke an Elliot, der ein überraschtes Gesicht machte. „Now it’s your turn. Show them how you do it“, erklärte Lewis grinsend. Er trabte mit seinem Lieblingsmini Kicks-a-Lot ein paar Runden auf der Volte, dann führte er sie auf das erste Hindernis zu und hüpfte mit ihr darüber. „Sehr elegant, Lewis!“, kommentierte ich lachend. „Kannst du das nachmachen, Elliot?“, meinte Lisa herausfordernd, und lief mit Lady Diva from the Sky hinterher. Auch Silhouette of a Rose und Papillon d’Obscurité waren dabei. Wir sahen noch eine Weile zu und bewerteten Elliots Springstil, dann versorgten wir die Vollblüter, die das Geschehen ebenfalls interessiert beobachtet hatten. Die Minis blieben noch in der Halle für ein ernsthafteres, halbstündiges Training.
    30 Sep. 2016

    Occulta
    Springtraining M-S

    An einem Tag wie dem heutigen konnte man beinahe das Gefühl bekommen, dass der Herbst schon bald seine Koffer packen wollte. Der Himmel war zwar perfekt blau und wolkenlos, doch es war bitterkalt und am Morgen war so viel Reif auf den Feldern gelegen, dass ich zuerst an Schnee gedacht hatte. Zum Glück hatte ich warme Handschuhe, welche die Arbeit hier auf dem Sandplatz gleich viel angenehmer machten. Jetzt bräuchte ich nur noch einen anständigen Schal, denn unser Fahrtwind ist echt brutal… Ich trabte Cantastor gerade warm. Wir drehten ein paar Volten und machen viele Seitenwechsel, damit der Hengst locker wurde. Auf dem Viereck herrschte Abreitplatz-Stimmung, denn ausser uns waren auch noch Lisa, Quinn und Charly mit Mikke, Caspian und Empire da. Wir wärmten uns alle für die bevorstehende Springstunde auf, die uns diesmal Elliot unterrichtete. Der erfahrene Reitlehrer hatte ein scharfes Auge für allerlei kleine Fehlerchen, die sich bei uns einschlichen. Zum Beispiel war es mir ganz schön peinlich, als er mich unbarmherzig laut darauf hinwies, dass ich wiedermal die Schultern eindrehte. „Occu sit straight. You’re not a potato bag.“ Ein kleiner Trost war, dass die anderen genauso strikt gemassregelt wurden. Canto lief schwungvoll vorwärts und blieb konstant in der Dehnungshaltung, während wir unsere Runden drehten. Es hatte lange gedauert, dem Hengst diese Losgelassenheit und Konstanz anzutrainieren. Als er vor zwei Jahren zu uns zog, war er zwar bereits ein erfahrenes Reitpferd gewesen, aber er hatte sich ein paar Tricks angewöhnt, um der Arbeit zu entkommen und manchmal unter dem Sattel wegzurennen. Ich merkte relativ schnell, wenn er wieder versuchte, die Hinterhand abzuhängen. Wenn er es versuchte, motivierte ich ihn jeweils mit der Gerte und versuchte, den Schwung zu erhalten, ohne das Tempo zu sehr zu steigern. Doch um die Dressur ging es heute eigentlich gar nicht: Es war ein Springtraining, das wir anstrebten. Passende Hindernisse auf geringer Höhe standen noch vom Vortag bereit, also konnten wir gleich loslegen, sobald alle warm waren. Es ging heute darum, Sprünge aus Wendungen anzureiten und mehrere Hindernisse flüssig nacheinander zu überwinden. Canto wurde ziemlich heiss und ich war damit beschäftigt, ihn in einem anständigen Tempo zu halten, während Empire etwas mehr Schwung hätte vertragen können. Mikke und Caspian waren gleichermassen unkompliziert und konzentriert bei der Sache. Nur einmal verschätzte sich Caspian und machte einen seltsamen Hüpfer, der eher an ein erschrockenes Schaf erinnerte.

    Nach dem wir alle Elliot zufriedengestellt hatten, liessen wir die vier Pferde austraben und ritten noch etwas Schritt, während die nächsten bereits auf den Platz kamen. Es handelte sich dabei um Campina, Rosenprinz, Donut und White Dream, die alle bereits etwas höhere Hindernisse meistern mussten. Ich sah ihnen beim aufwärmen zu, folgte danach aber den anderen, die beschlossen hatten, noch eine Runde im Schatten der Tannen auf dem Galoppweg zu drehen. Danach versorgten wir die Vollblüter und ich begab mich gemächlich zu den Weiden. Die Miniature Horses waren heute ebenfalls mit Springtraining dran, war natürlich nicht mit demjenigen der grossen Pferde vergleichbar war. Bei diesen kurzbeinigeren Rasenmähern ging es vielmehr um den Spassfaktor als um Perfektion. Lewis und Lisa halfen mir dabei, die Stuten zu putzen. Daki, Chip, Diva, Rose und Papillon nahmen wir nach dem Putzen mit zum Sandviereck. Wir mussten noch rasch Geduld haben, bis Dream, Quick, Pina und Donut fertig waren. Ich konnte gerade noch zusehen, wie Pina ihre Runde absolvierte. Die Stute war zwar noch etwas hastig unterwegs, aber sie liess sich von April dirigieren und sprang auch ohne zu Zögern, sofern sie genug geradegerichtet war.

    Nun kam der Part der Minis. Während die anderen austrabten, joggte ich ein paar Runden mit Chip. Lisa tat dasselbe mit Rose und Lewis mit Papillon. Die anderen beiden Ponys mussten noch bei Elliot warten. Papillon hatte von den anwesenden Stütchen am meisten Erfahrung und bewies dies auch. Sie folgte Lewis‘ Handzeichen und liess sich über die Hindernisse führen, als wären sie eine Selbstverständlichkeit. Etwas später bei Diva sah das anders aus, denn die kleine Dame mit dem Fuchsfell wich lieber mal aus, wenn man ihr nicht klare Signale gab. Chip und Daki waren beide noch etwas zögerlich, aber auf dem richtigen Weg. Rose machte Fortschritte was die Entschlossenheit anging, streifte die Stangen aber manchmal noch. Ich war zufrieden mit den Minis und erklärte das heutige Training für erfolgreich beendet.
    19 Nov. 2016

    Kür

    Für den heutigen Tag hatten wir Diva ganz besonders schick gemacht. Ihre Mähne ordentlich gekämmt, der Schweif fluffig, die Hufe geölt und das feuerrote Fell schimmerte seidig glänzend. Ganz wenig Babyöl sorgte bei den Nüstern und ums Auge herum für etwas mehr Kontrast, allerdings war ich damit wirklich sparsam, weil es sonst meiner Meinung nach rasch übertrieben aussah. Natürlich war ihr kurzes Fell einer gründlichen Ganzkörper-Schur zu verdanken, denn sonst wäre Diva als Fellball zur heutigen Körung erschienen. Beim Ausladen aus dem Transporter zog ich ihr die Fleecedecke aus und wechselte das Halfter mit ihrem frisch gefetteten Lederhalfter aus. Wenn ich sie so ansah, wirkte sie wirklich wie die Miniaturform eines Arabers; besonders, wenn sie den Hals in einem Bogen trug, während sie etwas Unheimliches inspizierte. Die kleinen, elegant geschwungenen Ohren spielten aufmerksam, während ich sie über den mit pulvrigem Schnee bedeckten Boden zur Halle führte. Sie war voller Energie und tänzelte ab und zu neben mir – offenbar spürte sie, dass es heute um etwas Wichtiges ging. Dennoch blieb sie brav und folgte mir ohne zu Zögern. Ich mochte es, wenn sie ein wenig wild war, denn dadurch bekam sie noch mehr Ausdruck und Eleganz. Ich führte sie zu den Richtern und grüsste diese. Ich liess Diva für die Exterieurbewertung posieren, wobei ich auf die korrekte Showhaltung achtete. Ich lenkte Diva ein wenig mit Handzeichen ab, damit sie stillstand, bis die Richter fertig waren. Als nächstes musste ich sie in allen drei Gangarten vorführen. Eine Runde schreitete sie, eine weitere zockelte sie im Trab neben mir und schliesslich kam auch ich noch richtig ins Rennen, als es um den Galopp ging. Dann das ganze Spiel erneut auf der anderen Seite. Ich führte sie auch im Trab auf einer Schlangenlinie, wie verlangt. Nun war der ganze Spuk auch schon vorbei. Wir stellten uns wieder vor die Richter und ich grüsste sie zum Abschied, ehe ich die Halle lächelnd verliess. Diva hatte gut mitgemacht und ich war gespannt auf unsere Punktzahl.
    2048 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft mit Lettercount.com, Text by Occu

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    Zubehör by Jackie
     
  3. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    Ich erweitere diese SK auf Grund der wenigen Teilnahmen auf Rappen & Braune!
     
    adoptedfox und sadasha gefällt das.
  4. Zaii

    Zaii Happy Floating Bubbles!

    Zairina
    Scylla

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    Pferdename Scylla
    Rufname ---

    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Rasse Connemara Pony
    Geschlecht Stute
    Geburtsdatum 2009
    Farbe Schimmel
    Stockmaß 147cm

    Scylla ist ein Pferd für sich. Sie hasst Wasser - lieber würde sie sterben, als es auch nur mit einem Huf zu betreten!
    Spaziergänge mit Pfützen - da hat man die Rechnung ohne Scylla gemacht.
    Ansonsten ist sie wie die meisten Connemaras; ein liebes, trittsicheres Freizeitpferd.
    Putzen, streicheln, lärmende Traktoren sind alles Dinge, die sie über sich ergehen lässt.
    Auch im täglichen Training zeigt sich der Schimmel unerschrocken und stets motiviert.
    Noch hat die junge Stute einiges zu lernen, doch wir sind zuversichtlich, dass aus ihr etwas tolles wird!

    Besitzer Zaii
    Ersteller vampyrin
    Vorkaufsrecht vampyrin

    Eingeritten Ja
    Dressur M -- Springen L -- Military E -- Distanz M -- Fahren E - Wendigkeit A

    RS 64
    301. Dressurturnier | 78. Synchronspringen | 231. Distanzturnier | 264. Distanzturnier | 390. Springturnier

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    Letzter Tierarztbesuch 09. März 2017

    Letzter Hufschmiedbesuch 23. Februar 2017
    Mein Terminplaner für heute war mehr als voll, führte mich dabei aber auch mal wieder zu vielen alten Bekannten Gesichtern. Denn nun stand Zarina Morin als nächste auf meiner Liste und so ging es Richtung Crescent Acres. Wie ich am Telefon erfahren hatte, wollte sie demnächst ihre Connemarastute Scylla auf der Krönung vorstellen und vorher sollte die Stute noch einmal rundum abgecheckt werden.
    Auf dem Gestüt fand um diese Uhrzeit ein geschäftiges Treiben statt, es war kurz vor 13 Uhr und hier und da sah ich die bunten Pferde des Gestüts an mir vorbeilaufen. Etwas unbeholfen schaute ich mich um. Ich war mir nicht sicher, aber glaubte beinahe, dass ich noch nie auf Zais neuem Gestüt zugegen gewesen war.
    Umso dankbarer war ich um den jungen Mann, der mich sah, auf mich zukam und mich herzlich mit seinem französischen Akzent begrüßte. Es handelte sich um Hugo und er stellte sich als Bereiter von Zai vor. Ich wollte mich auch vorstellen, aber er fiel mir mit einem „Ja, Sie wurden bereits erwartet“ ins Wort.
    Im Stall trafen wir dann auch auf Zai, die gerade eine angeregte Diskussion mit einer weiteren Angestellten führte, aber sofort abließ, als sie uns entdeckte. „Eddi!“, rief sie fröhlich und umarmte mich erst einmal. Lächelnd beglückwünschte ich sie zu ihrem neuen Stall, denn er lag wirklich idyllisch und war sehr schön.
    Zai grinste zufrieden und erzählte mir, dass es sich ja auch lohnen musste, wenn man fast zwei Jahre für den Umzug hierher brauchte. In der Zwischenzeit waren wir bei Scylla angekommen. Scylla war acht Jahre alt und ein Schimmel. Zai war so schlau gewesen, sie einzudecken und anscheinend hatte sie auch schon jemand geputzt.
    „Alex meinte, es ziemt sich nicht, wenn der Tierarzt kommt und das Pferd dreckig ist“, erklärte Zai mit ihrem breiten Grinsen und nahm Scylla die Decke ab. Die Stute war nicht besonders begeistert, dass sie von ihrem Heunetz ablassen sollte, aber sie tat es zu liebe ihrer Besitzerin und folgte ihr aus der Box.
    Ich bat Zai gleich, mir ihre Stute einmal im Schritt und im Trab vorzuführen, ehe wir zum Putzplatz gehen würden. Dort schaute ich einmal in Ohren, Augen und Maul. Kontrollierte die Stellung der Zähne und nickte dann zufrieden. Als nächstes hörte ich Herz und Lunge ab, nahm die Werte vom Puls ab und schaute nach der Körpertemperatur.
    Scylla war das Prozedere gewöhnt, wenn Zai es nicht sogar regelmäßig mit ihr übte, denn sie legte viel Wert darauf, dass sich ihre Pferde bei Tierarzt und Hufschmied benahmen. Ich war ihr dafür dankbar, denn es erleichterte einiges und man kam so viel schneller voran. Deshalb war Scylla dann auch schon abgetastet und ich nickte zufrieden, denn sie war rundum fit.
    Auf dem Plan standen nun also nur noch die Impfungen und die Wurmkur. Vier Spritzen bekam unsere Stute, dabei handelte es sich um Influenza, Herpes, Tetanus und Tollwut. Unschöne Impfungen, die auch durchaus zwickten, aber Zai hielt ihre Stute streng vorne fest und so waren wir schnell fertig.
    Ich lobte Scylla ausgiebig und holte noch die Wurmkur hervor. Auch die schluckte die Stute brav, aber sie schmeckte auch angeblich nach Apfel, also erleichterte ihr der Geschmack das auch eventuell. Auf jeden Fall war sie nun fertig und durfte zurück in ihre Box.
    Ich füllte den Impfpass aus, setzte brav meine Sticker und Stempel mit Unterschrift und reichte ihn dann zurück an Zai. Danach erhielt sie noch das unterschrieben Zertifikat, womit sie Scylla guten Gewissens bei der Krönung würde anmelden können. Wir plauschten noch ein wenig, ehe ich ihr viel Glück wünschte und mich auf den Weg zum nächsten Termin machte.
    Pferdepraxis Sapala, Eddi

    „Assis. Assis!“, hörte ich es aus der Stallgasse, als ich mich dem östlichen Stallgebäude näherte, bepackt mit meiner ledernen Schürze und meinem Werkzeug unterm Arm. Kaum stand ich im Stalltor, blickte Hugo mich ertappt an. Zwischen seinen Beinen lugte Friedrich mit wedelnder Rute hervor und bellte mir leise entgegen.
    Seit der Welpe vor zwei Monaten eingezogen war, war er unübersehbar gewachsen und auch seine Welpenspielereien waren schon rüpeliger geworden. Im Gegenzug dazu verstand er mittlerweile aber auch schon die ersten Kommandos – zumindest bei mir. Hugo und Friedrich schienen sich hingegen noch nicht einig zu sein, allerdings sprach der Bereiter auch Französisch, während ich mich dazu entschieden hatte, Friedrich deutsch zu erziehen. Hugo wollte es wohl bilingual versuchen.

    „Solltest du nicht Scylla..“, Hugo fiel mir ins Wort: „Oui oui, sie ist bereits vorbereitet“. Er öffnete die Box der Schimmelstute und führte sie am Halfter auf die Stallgasse. Friedrich hatte sich in der Zeit zu mir begeben und saß nach einem kurzen Kommando vorbildlich an meiner Seite. Ich konnte mir ein triumphierendes Grinsen nicht verkneifen. Hugo tat das Ganze mit einem genervten Blick ab und wir begaben uns nach draußen, um Scyllas Gänge zu kontrollieren. Schritt und Trab zeigten keine Unklarheiten, auf die ich ein besonderes Augenmerk hätte legen müssen und so begann ich direkt damit, die Hufwand des ersten Hufs zu kürzen. Scylla hielt wie erwartet still und ließ mich zügig mit meiner Arbeit vorankommen. Schnell war der Huf ausgeschnitten und plan geraspelt und ohne größere Zickereien konnte ich auch die restlichen drei Hufe der Stute korrigieren.
    Nachdem der letzte Huf abgesetzt worden war, erwachte Hugo wieder zum Leben; davor hatte er kein Wort gesprochen, sondern mich nur still beobachtet. „Gutes Mädchen“, murmelte er ihr zu und klopfte ihr den Hals, ehe er sie nochmal in Schritt und Trab vorführte. Ich gab mit meinem Nicken das Zeichen, dass alles in Ordnung sei und so führte Hugo die Stute zurück in ihre Box.

    Kaum hatte ich mein Werkzeug wieder im Wagen verstaut, kam mir Hugo schon entgegen und hatte mich dabei starr fixiert. Kurz suchte ich nach einem Fluchtweg, aber es war aussichtslos. Ich musste mich wohl oder übel meinem Schicksal ergeben. „Theodor“, begann er und ich fragte mich, was nun kommen würde. Skeptisch legte ich die Stirn in Falten, „du musst mir Deutsch beibringen! Ich möchte, dass Friedrich mich versteht“ Sofort verschwanden die Falten und ich kam nicht umher, zu schmunzeln. Damit hatte ich nicht gerechnet. „Das bekommen wir hin“, meinte ich lachend und klopfte meinem guten Freund auf die Schulter.
    So unterschiedlich wir auch sein mochten und so wenig wir uns manchmal verstanden, so lustig war es trotz allem und er hatte Recht. Wenn der Dalmatiner alt genug war, um die Kommandos auch vom Pferd aus anzunehmen, sollte er gerne Hugo begleiten, während ich meiner Arbeit nachkam.
    Crescent Acres Farriery, Zaii

    In den letzten Wochen hatte ich mich ausgiebig mit Scylla beschäftig – sie war in der Dressur außerordentlich begabt, eine solide Grundausbildung hatte sie bereits genossen und nun nutzte ich die Weihnachtszeit um in der Halle mit ihr zu üben. Wir hatten erst eine kleine Ewigkeit benötigt um einander kennenzulernen, ihr schwungvoller Trab war um so vieles anders gewesen als der von Moon oder Varulv. Mit einiger Mühe war es mir gelungen ihr eine konstante Anlehnung nahe zu bringen – oft hatte ich sie longiert um ihr auch an der Longe mit der Hilfe von Ausbindern nahe zu bringen, das dieses etwas Gutes war. Auch Cayden hatte sich in ihren Sattel geschwungen, während ich mich ebenfalls mit Varulv beschäftigt hatte – der Hengst war neu auf meinem Hof und konnte etwas Training auch nicht von der Hand, oder eher dem Huf weisen. Scylla lernte enorm schnell dazu, den einfachen Galoppwechsel bekam sie sogar am schnellsten auf die Reihe, die Schwierigkeiten stellten sich erst ein als es darum ging die verschiedenen Tempowechsel einzubauen. Scylla rannte im Trab oftmals unter dem Sattel fort, dann musste ich mich etwas schwer machen ihr ein wenig an Tempo nehmen, sonst wirkte das Reiten von ihr bald zu hektisch. Unabdingbar klemmte ich mich also dahinter ihr dieses hektische als ein wenig „auszutreiben“ - auch an der Longe. Zusammen mit Cayden longierte ich sie öfter , nahm ihr mit der Stimme stetig Tempo aus der jeweiligen Gangart und alsbald rannte sie weniger unter dem Sattel. An einem Abend unternahm ich einen kleinen Spazierritt zusammen mit Gwen auf Altair und Scylla. Ab und an gingen wir auch gemeinsam auf den Platz, trainierten beide Pferde und quatschten allgemein ein wenig. In letzter Zeit hatte sie sich oft um Minou gekümmert, zudem hatte in meinem Kopf der Plan Gestalt angenommen ihr die junge Stute zu schenken. Die Ritte durch den Schnee taten Scylla mehr als gut, es klärte ihren Kopf machte sie frei für neues. Auf dem Platz arbeitete sie freudiger mit, ließ sich regulieren fort an brachten uns die einzelnen Tempowechsel keine Schwierigkeiten mehr – im Mitteltrab durchquerten wir die Diagonale wechselten in eine 10 Meter Volte um schließlich aus ihr an zu galoppieren. Doch immer wieder sah ich gern wie wir im gestreckten Galopp um die Bahn preschten – am Ende der Arbeit schien dies eine Art der Lösung für sie zu sein…vielleicht so etwas wie eine Belohnung ihrer Arbeit. Mein Herz sprang dabei immer höher, würde sie diese Lebensfreude auch an ihre Fohlen weitergeben können? Für heute stieg ich von ihrem Rücken, sattelte sie mit steifen Fingern an und wärmte mir die Finger noch ein wenig unter ihrer warmen Mähne. Ich zog ihren Duft in mich auf – ehe ich sie zu den anderen auf die Koppel brachte – gemeinsam freuten sie sich über die Rückkehrerin, tollten einander umher, jagten, stoppten und preschten dann wieder los als wären sie des Lebens nimmer satt. Auch den Hengsten stattete ich einen Besuch ab, liebkoste Varulvs Maul, küsste Wish und Moon auf die Nüstern und lockte den noch immer etwas scheuen Storm zu mir. Ich war noch immer am handern mit mir ob ich ihm je einen Sattel auf den Rücken legen wollte, doch gleichermaßen fand ich den Gedanken von ihm durch die Wälder zu reiten mehr als wunderschön. Ich zuckte mit den Schultern, ging hinein ins Haus und stellte fest das es plötzlich so leer hier war. Laura hatte gestern Abend den Flug zurück nach Finnland genommen, also hatte ich hier nicht länger Gesellschaft. Seufzend und mit klammen Fingern setzte ich mich an die Heizung hielt die Finger dagegen – sobald die wieder warm waren würde ich mir einen Tee machen! Da plötzlich klopfte es an der Tür, verdutzt öffnete ich die Tür – sah vor mir Cayden der mir eine Tasse in die Hand gab. Der Duft von Met drang in meine Nase – meine Hände wurden beinahe Augenblicklich etwas wärmer. Oh! Cayden wusste was ich gern Trank! „Dankeschön“ Ich holte ihn herein, gab ihm einen Kuss auf die Wange – für mehr würde später Zeit sein, sonst würde ich ihm die Tasse mit dem Kostbaren Met nur über das T-Shirt schütten. Gemeinsam setzten wir uns auf die Couch, schoben die DVD von „Game of Thrones“ ein und in seinen Armen wich alsbald die Kälte von draußen. So hätte ich Ewig verbringen können…
    Legacy of Éire, Ravenna

    "Endlich mal andere Pferde! Ich liebe dich dafür!“, meinte ich glücklich und warf mich um Zaiis Hals. Die sah etwas verwirrt aus und schaute sich zweifelnd um, ehe sie auch von Elisa und Elena attackiert wurde. „Sei froh, dass Jojo gerade nicht kann!“, meinte ich lachend und dann hielten wir unserer besten Freundin erst einmal den ewig langen Vortrag darüber, dass sie doch endlich nach Kanada kommen sollte, immerhin war ihr Gestüt inzwischen mehr als fertig, wir stalkten es schließlich jeden Tag!
    Und dann begrüßte ich erst einmal meine beiden letzten Berittpferde für diesen Monat: SST’s Lakim und Scylla. Besonders über erstere freute ich mich riesig, immer hin war ich diejenige gewesen, die sie damals eingeritten hatte. Lakim war ein Traum von Pferd, denn sie besaß einen einwandfreien Charakter. Zai hatte ihr nach dem Einreiten noch etwas Zeit geben wollen, ehe es nun endgültig mit dem Training losgehen sollte.
    Bei Scylla sah das etwas anders aus. Die sechsjährige Connemarastute war definitiv schon ein alter Hase was Training und Turniere betraf, aber nichtsdestotrotz sollte ich auch sie unter meine Fittiche nehmen. Scylla konnte durchaus sehr eigen sein und da das unser erstes gemeinsames Training werden würde, hatte ich mich auch bei ihr für die Dressur entschieden. Die einzige Disziplin wo der Kontakt mit Wasser definitiv ausgeschlossen war. Ich wollte es mir ja nicht direkt von Anfang an mit Scylla verscherzen.
    Den ersten Tag würden die beiden Neuankömmlinge frei haben, außerdem hatten wir einen vollen Plan bevor Zai morgen wieder abreisen würde! Da war keine Zeit für Pferde oder Training. Wir wollten feiern, Haifilme gucken und alles Mögliche unsicher machen. Gegen Abend würde nämlich auch Jojo wieder mit dazu stoßen.

    Am kommenden Tag war ich zwar dann nicht so fit wie sonst, aber da Zai freiwillig um sieben aufstand, damit sie ihren Flug noch erreichte, kämpfte auch ich mich aus dem Bett und machte mich dann auf den Weg zum Stall. Heute wollte ich mich erst einmal grundlegend mit Lakim und Scylla bekannt machen.
    Dafür holte ich mir als erstes Scylla von der Weide, putzte sie gründlich und sattelte sie dann. Gemeinsam gingen wir bei dem schönen Herbstwetter auf den Platz, wo ich die Ponystute in aller Ruhe warmritt, ehe ich schaute, was sie bereits alles konnte. Der Sprung von L- auf M-Niveau würde nicht ganz ohne werden, dementsprechend brauchten wir ein gutes Fundament.
    Nebenbei erarbeiteten wir uns allmählich die Verstärkungen in allen Gangarten. Das war mit Scylla nicht sonderlich schwer, denn ihr machte das Zulegen sichtlich Spaß. So ritten wir die kurze Seite immer im Arbeitstempo und legten auf der langen Seite oder auf der Diagonale zu. Im Galopp hatte ich da ein bisschen zu tun, dass mir Scylla nicht auseinander fiel, aber dieses Problem behoben wir auch recht schnell.
    Mit Lakim hingegen ging ich es wesentlich ruhiger an. Lakim besaß momentan nur die Grundkenntnisse und so würden wir uns erst in aller Ruhe an weitere Bahnfiguren und Lektionen heranarbeiten. Deshalb bestand das heutige Training nur aus Volten und Schlangenlinien. Diese sollten Lakim auch helfen, ihre Haltung zu finden und an den Zügel heranzukommen. Für ein junges Pferd war dies noch besonders anstrengend, dementsprechend ließen wir uns da auch wirklich viel Zeit.

    Die kommenden Wochen arbeitete ich mit beiden eine Liste ab. Natürlich blieb ich flexibel und richtete mich immer auf die Laune der Pferde ein. Das war besonders bei Scylla von Nöten, denn sonst stand ich ganz schnell mal gefühlt ohne Pferd da. Besonders die Seitengänge waren gar nicht ihrs. Nicht, weil sie sie nicht konnte, sondern weil sie ihr keinen Spaß zu machen schienen. Scylla wollte immer viel lieber vorwärts statt seitwärts.
    Ebenso suspekt war ihr das Halten aus dem Galopp. Anfangs war das trotz weicher Übergänge eine ziemliche Stolperfalle und es dauerte lange, ehe wir die beiden Trabschritte dazwischen weglassen konnten. Von den fliegenden Galoppwechseln wollte ich gar nicht erst anfangen! An sich hatte Scylla für alles das Potenzial, aber man musste es ihr erst schmackhaft machen und das war teilweise gar nicht so einfach.
    Lakim hingegen war begierig nach neuen Wissen. Sie arbeitete mir manchmal sogar zu viel mit, wurde dann hektisch, wenn sie etwas machte, was ich doch gar nicht verlangt hatte, aber das legte sich auch mit jeder Trainingseinheit. Denn immer mehr verstand die junge Stute, was ich gerne von ihr sehen wollte. Die mittleren Gangarten hatten wir bereits geschafft.
    Momentan arbeiteten wir an dem Übergang vom Schritt in den Galopp. Lakim hatte lange Zeit Probleme, ihre Beine richtig zu ordnen, dementsprechend sah die Übung auch eine Weile aus wie Beinsalat. Irgendwann klappte es aber und ab da hatte Lakim kaum noch Probleme. So erlernten wir auch das Rückwärtsrichten und die Kehrtwendung auf der Vorderhand.
    Später kam noch das Viereck verkleinern/vergrößern zu, dabei musste ich jedoch immer aufpassen, dass sich Lakim nicht verkroch und über die äußere Schulter lief. Das war lange Zeit ein Problem aber mit etwas Arbeit vom Boden aus, konnte ich auch Lakim in die Richtung der richtigen Haltung bringen.
    Alles in allem machten sich die beiden Stuten wirklich gut. Sie waren zwei Wochen lang bei mir im Beritt und am Ende der zweiten Woche konnte sich vor allem Scylla sehen lassen. Sie hatte großes Talent in der Dressur und dementsprechend schön sahen ihre M-Küren auch aus. Aber auch Lakim hatte sich toll gemacht und war einwandfrei gelaufen.
    So konnte ich Zai zwei Wochen später zwei zufriedene, trainierte Pferde zurückgeben. Sie dankte mir herzlich und versprach mir, nächsten Monat gleich wieder aufzukreuzen.
    WHT Ausbildungsbetrieb, Gwen

    Mein Flieger war vor wenigen Minuten gelandet und Zairina hatte mich direkt vom Flughafen abgeholt. Sie hatte einfach drauf bestanden. Ich freute mich schon sehr sie und ihre Stute nun endlich persönlich kennen zu lernen. Eigentlich wollte ich schon lange wieder mit dem Training bei ihr fertig sein, aber ein paar private Zwischenfälle hatten es mir nicht möglich gemacht sie zu besuchen. Ich ging nach draußen und sah mich um. Ihre Beschreibung von sich passte wie die Faust aufs Auge. Ich entdeckte sie dadurch sehr schnell und saß ihm Handumdrehen im Auto. Mein Koffer lag im hinteren Teil des Autos und nach einer mittellangen Autofahrt waren wir an ihrem Gestüt angekommen. Ich konnte es kaum fassen, wie schön das Gestüt war. Zusammen gingen wir über jeden Teil des Gestüts und sie erklärte mir alles. Danach gingen wir zu Scylla. Die kleine Stute beäugte uns neugierig und drehte hin und wieder ihren Kopf von links nach rechts. Ich begrüßte sie und wir beschlossen, dass Zai sie erst vorritt und mir zeigte wie ich die Stute die nächsten Tage anlangen müsste. Dies war immer sehr praktisch, da ich mir von außen bereits einen kleinen Eindruck verschaffen konnte. Zusammen machten wir sie für das Vorreiten fertig und gingen zu dritt in die Halle. Zai hatte mir bereits erklärt, dass Scylla das Wasser nicht so mochte und auf dem Platz standen leider gerade ein paar Pfützen. Ich klopfte ihr vor dem Ritt noch den Hals und setzte mich schließlich auf die Tribüne. Ich stellte meine Kamera vor mich und drückte, sobald die beiden fertig waren mit aufwärmen, ich auf Play. Die Kamera zeichnete alles auf und ich schrieb mir alles auf was mir so auffiel. Ich klopfte der Stute nach dem Training den Hals und wir gingen wieder in den Stall. Ich klopfte kurz meine Hose ein bisschen ab und half Zai dann beim Absatteln und Abtrensen. Danach brachten wir sie auf die Weide und ich besprach alles weitere mit Zai im Büro des Hofes. Nachdem der Trainingsplan erstellt war, hingen wir ihn auf und ich schaute mir noch die Strecke an, welche sie als Distanzstrecke nutzten. Die Strecke hatte hier und da ein paar kleine Pfützen, aber nichts weiter Schlimmes. Wir würden bestimmt an ihnen vorbeikommen. Nichts worüber die Stute sich aufregen musste. Ich lief wieder zurück zum Hof und aß dann gemeinsam mit Zai und ihrem Team noch etwas. Danach ging ich noch duschen und räumte meinen Koffer aus. Ich legte mich hin und schlief auch schnell ein.

    Am nächsten Morgen holte ich die Stute aus ihrer Box und putzte sie. Heute ging es an das erste Training. Ich holte mir die Longe, denn an dieser sollte sie heute ein bisschen Traben. Das diente zur Konditionsförderung und das war für die neue Strecke auch nötig. Sie war zwar außerordentlich gut trainiert, dennoch würde die Kondition mehr werden müssen. Nachdem ich sie getrenst hatte und den Gurt gefestigt hatte, führte ich sie in die Halle. Als erstes ließ ich sie jedoch nur ein bisschen laufen, damit sie warm wurde und sich auspowern konnte. Sie tobte ein bisschen um mich rum und schnaubte dann ab. Ich holte sie zu mir und nahm sie dann an die Longe. Nachdem sie auf beiden Händen ein paar Runden im Schritt gelaufen war, band ich sie aus und trabte sie schließlich an. Ich ließ sie auf einem großen Zirkel um mich traben und nachdem sie dies brav machte auch zwei Runden auf jeder Hand galoppieren. Dies sollte eigentlich auch nur als Abwechslung dienen. Ich lobte sie mit der Stimme und ließ sie ein paar Runden Schritt gehen. Sie beruhigte sich hierbei wieder und ich trabte sie nochmal an. Sie ging auf beiden Händen locker und brav voran. Ich parierte sie wieder durch und führte sie schließlich trocken. Die Stute folgte mir brav sowohl in der Halle als auch auf dem Weg zum Stall. Ich band sie an und räumte das Zubehör auf. Scylla wartete auf mich und freute sich schon sehr, dass sie nun auf die Weide durfte. Für heute war es das zu mindestens schon mit dem Training. Ich hackte es im Trainingsplan ab und setzte mich noch an meinen Laptop. Diesen hatte ich immer dabei, damit ich auch von unterwegs ein bisschen Buchhaltung machen konnte und diese mich nicht daheim komplett erschlug. Klar Joyce half mir immer tatkräftig, aber dennoch hatte jeder seinen eigenen Part zu machen. Am Abend gab es dann nochmal was zum Essen und schließlich flog ich müde ins Bett.

    Die nächsten Tage verliefen alle sehr ähnlich. Ich ging einmal am Tag mit der Stute auf die Distanzstrecke und versuchte zusätzlich noch sie zu longieren oder andere Aufgaben, welche ihre Ausdauer steigern sollten. Das Training auf der Distanzstrecke war jeden Tag wieder etwas Neues für mich. Hin und wieder lief sie seelenruhig an den Pfützen vorbei, dann fing sie panisch an daran vorbei zu galoppieren, zu bocken und hin und wieder suchte sie auch den Ausweg in die Höhe. Ich unterband dies jedoch immer schnell und merkte bereits nach einer Woche, wann es ihr nicht so passte. Dann suchte ich mir einen kleinen anderen Weg und vermied einfach die Pfützen. Allen würde ich jedoch nicht aus dem Weg gehen. Auf Turnieren oder ähnlichen konnte es schließlich auch sein, dass sie an einer Pfütze vorbei musste. Nach zweieinhalb Wochen, hatte ich die Stute auf einem soliden M-Niveau. Sowohl ihre Ausdauer, als auch ihre körperliche Verfassung ließ es zu diese Strecken nun zu reiten. Ich ritt sie die letzte halbe Woche täglich einmal auf die komplette Länge und sah sie mir, dann genauer an. Ich ging den tierärztlichen Check durch und sie schnitt immer einwandfrei ab. Hier kam mir meine ehemalige Erfahrung als Tierärztin zur Hilfe.

    Am letzten Tag gingen ich und Zai mit der Scylla und einem ihrer anderen Pferde nochmal die komplette Strecke. Zai war sehr zufrieden mit meiner Art wie ich die Stute trainiert hatte und wie sich die Stute nun machte auf der Distanz. Nach dem Abschlusstraining stellte ich ihr das Zertifikat aus und packte meine Sachen. Am nächsten Morgen fuhr Zai mich zum Flughafen und ich verabschiedete mich von ihr. Ich freute mich schon auf einen erneuten Besuch und stieg schließlich mit den anderen Passagieren in das Flugzeug. Nach einem langen Flug kam ich endlich wieder in Deutschland an. Hier holte mich Simon vom Flughafen ab und ich freute mich schon auf den Rest meines Teams und alle meine Pferde.
    Trainingscenter Jasmund, Friese

    Konzentriert versuchte ich, das hüpfende Nervenbündel, das rechts des Halleneingangs stand, zu ignorieren. Alex‘ rote Lockenpracht wippte aufgeregt im Takt ihrer Bewegungen auf und ab, während sie mit beiden Händen, die Daumen drückend, über ihrem Kopf winkte. Zu meinem Glück öffnete sich nun das Tor und nachdem die Konkurrenz die Halle verlassen hatte, wurden wir von einem Helfer der Turnierleitung hinein gewunken. Theo, der seine Freundin und mich zur Stutenkörung begleitet hatte, packte die junge Frau am Arm und zog sie auf die Tribüne, während ich in einem schwungvollen Trab in die Halle einritt und bei X in den Stand durchparierte.
    Ordnungsgemäß grüßte ich die Richter und schenkte dem Publikum links und rechts ein Lächeln, dann trabte ich erneut an und nach einer halben Runde auf dem äußeren Hufschlag wechselten wir durch die ganze Bahn, um bei X direkt anzugaloppieren. Scylla kaute eifrig auf ihrem Gebiss und hatte die Ohren bei sämtlichen Hilfen aufmerksam in meine Richtung gedreht. Nachdem wir auf dem Zirkel in den Schritt durchpariert hatten, machten wir in der nächsten Ecke aus dieser kehrt, um auf der langen Seite aus dem Schritt heraus wieder anzugaloppieren. Zu meinem Glück konnte ich Alex im Publikum nicht ausmachen, wahrscheinlich stand sie immer noch da und hielt beide Daumen gedrückt – womit sie mich furchtbar nervös gemacht hätte. Schnell konzentrierte ich mich wieder auf mein Pony, ehe sich dieses von mir ablenken ließ. Ganz bescheiden musste ich zugeben, dass wir heute schon ein tolles Bild abgaben. Elena hatte uns speziell für diesen Wettbewerb neu eingekleidet und nach einigen Diskussionen („Elena, ich wollte doch eine blaue Schabracke“ – „Aber pink ist toll“ – „Elena, meine Stallfarbe ist blau und ich hasse pink“ – „Aber ich bin dein Sattler“ – „Aber Elena, ich“ – „Nie bist du mit irgendwas zufrieden!“ – „Ich wollte doch nur“ – „Ich hab schon verstanden!“ – „Nein, dann nehme ich die pinke Schabracke“ – „Oh nein, jetzt mach ich schon. Hab mal ein bisschen Geduld!“ – „Und äh..“ – „Was ist jetzt noch?“ – „Gold mag ich auch nicht“ – „Ist das dein Ernst?!“) hatten wir uns auf ein Outfit einigen können, das wirklich gut aussah! Nicht nur, dass Scyllas Stirnriemen und die Schabracke die Stallfarben widerspiegelten; nein, auch ich war natürlich Ton in und Ton und meine Kleidung bis zur Gürtelschnalle von Elena zusammengestellt worden.
    Vom Galopp parierten wir durch in den Trab, wechselten durch die Länge der Bahn und ließen die Kür schließlich im Schritt ausklingen. Ich gab Scylla die Zügel frei, woraufhin sie sich in die Tiefe streckte, als wir auf X zuritten. Dort angekommen, verabschiedete ich mich von den Richtern und wendete dann zum Tor ab.
    „Hier sind wir! Zai! Huhu!“, flötete es mir bereits entgegen, kaum, dass ich durch das Tor der Halle geritten kam. „Ihr saht toll aus! Ich hab Bilder gemacht; für Eli“ Nur mühsam konnte ich ein Augenrollen unterdrücken. Theo war da wortkarger: „Gut gemacht“ Und ich war ihm dankbar dafür.

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    Bewegung und Zubehör von Elii, Hintergrund von Samarti
     
    Elii und Samarti gefällt das.
  5. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    Nicolaus du Martin mit
    Shari

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    Abstammung
    von: ubk
    von: ubk | aus der: ubk

    aus der: ubk
    von: ubk | aus der: ubk

    Grunddaten

    Geburtstag: *2010
    Geschlecht: Stute
    Rasse: Trakehner
    Stockmaß: 1,66 m
    Fellfarbe: Bay
    Abzeichen:

    Zuchtdaten

    gekört | gekrönt: Nein
    [Schleife]
    Thema

    zur Zucht vorgesehen: Ja
    Nachkommen: //
    Gencode: Ee Aa

    Besitzerlegende
    Besitzer: Canyon
    Vorbesitzer: Elsaria
    Ersteller: BellaS
    VKR: BellaS

    in meinem Besitz seit: 23. Dezember 2016
    Kaufpreis: 400 Joellen
    zu verkaufen: Nein

    Qualifikationen
    Englisch | Western

    Galopprennen: A
    Western: M
    Springen: L
    Military: L
    Dressur: M
    Distanz: L
    Fahren: A

    Eingeritten: Ja
    Eingefahren: Ja

    Erfolge
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    284. Militaryturnier | 393. Dressurturnier | 368. Westernturnier | 361. Galopprennen | 279. Distanzturnier | 374. Westernturnier | 302. Fahrturnier | 173. Synchronspringen | 176. Synchronspringen | 283. Distanzturnier | 380. Westernturnier
    Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“
    Routineuntersuchung
    19. Januar 2017 | 3104 Zeichen | Möhrchen

    Früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zu Charlotte. Sie hatte mich gebeten, ihre drei Turnierpferde durchzuchecken. Als ich auf den Hof fuhr, kam Charly mir schon entgegen und gab mir zur Begrüßung die Hand. Sie führte mich über den Hof zum Putzplatz, wo die schon die ersten beiden Patienten Bijou und Shari angebunden hatte. Sie erzählte mir, dass die beiden beste Freunde waren und dass Shari sich deshalb am besten in Bijous Gegenwart behandeln lassen würde.
    Ich fing mit Bijou an. Der weiße Hengst stand ganz entspannt da und ließ mich brav Augen, Ohren und Zähne kontrollieren. Es sah alles vollkommen normal aus und ich tastete mich weiter nach hinten, über den Hals zum Rücken. Er zeigte keinerlei Schmerzreaktionen und alles fühlte sich locker und geschmeidig an. Ich tastete seine Beine ab, konnte aber auch hier nichts Auffälliges feststellen.
    Ich bat Charly, den Hengst einmal auf dem Hof im Schritt und Trab zu führen, damit ich mir seine Gänge anschauen konnte. Alles sah vollkommen normal aus und Bijou trabte brav und schwungvoll neben seiner Besitzerin her. Zum Abschluss hörte ich sein Herz, seine Lunge und seinen Bauchraum nach auffälligen Geräuschen ab, konnte aber auch hier nichts finden.
    „Das sieht alles wunderbar aus, er ist kerngesund“, sagte ich zu Charly, „Ich würde sagen, wir machen dann mit dem schwierigeren Kandidaten weiter...“
    Shari hatte mich die ganze Zeit misstrauisch angesehen, während ich ihren Freund untersucht hatte. Die kleine braune Stute hatte wohl schon viel schlechtes erlebt und daher wenig Vertrauen zum Menschen. Charly stellte sich an ihren Kopf und beruhigte sie, während ich sie zuerst abhörte. Sie war nicht begeistert, dass ich sie anfassen wollte, aber sie blieb widerwillig einigermaßen ruhig stehen. Alles hörte sich gut an und ich machte mich daran, ihren Rücken und ihre Gelenke abzutasten. Sie machte sich sehr fest und verspannte sich, aber es fühlte sich nicht nach festen Verspannungen an. Sie war einfach nur angespannt und unsicher und machte sich deshalb fest.
    Ich wanderte langsam vor zum Kopf, und versuchte, ihr ins Maul zu schauen. Sie wehrte sich, aber ich hatte Erfahrung mit solchen Pferden und schaffte es schließlich, einen Blick in ihr Maul zu werfen. Ihre Augen ließ sie mich relativ brav anschauen. Auch hier war alles ok und ich hatte keinen Grund zu Sorge.
    Zum Abschluss sollte Charly auch sie eine Runde im Schritt und Trab auf hartem Boden führen. Als sie den Strick löste, schmiss Shari sich dagegen. Sie wollte einfach nur weg. Aber Charly kannte die Stute und schaffte es, sie einigermaßen ruhig auf dem Hof auf und ab zu führen, obwohl Shari aufgeregt um sie herum tänzelte.
    „Es sieht alles wunderbar aus, ich glaube du kannst sie wieder auf die Koppel entlassen“. Charly ging mit Shari gleich in Richtung Koppel, ich löste Bijous Strick und folgte den anderen beiden mit ihm. Der Hengst hatte die ganze Zeit über entspannt am Balken gestanden und das Spektakel seelenruhig betrachtet. Als wir jetzt beide Stricke auf der Koppel lösten, fetzte er aber doch hinter seiner Freundin her auf die riesige Koppel.
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    Hufschmiedbericht
    Neue Hufeisen für Shari
    20. Februar 2017 | 3863 Zeichen | Arktiswolf

    Etwas rumpelnd fuhr der Lieferwagen über die Landstraße zwischen zwei brach liegenden Feldern entlang. Die Hauptstraße war wegen Bauarbeiten gesperrt und Malte Osswald war gezwungen den Wagen über diese unschöne Umleitung zu steuern.
    Er war froh das er an diesem Morgen so früh los gefahren war und das der morgendliche Berufsverkehr seine Stoßzeiten hinter sich gelassen hatte. Diese schmale Straße, wenn sie den Namen als solche überhaupt verdient hatte, lies kaum großen Spielraum zu sollten sich zwei Fahrzeuge begegnen.
    Er hatte Glück das ihm kein weiteres Fahrzeug entgegen kam und er erst einmal durchatmete, nachdem die Umleitungsschilder ihn wieder auf die eigentliche Straße führten.

    Er war auf dem Weg zur Tyrifjord Horse Ranch. Wieder einmal. Eine treue Kundschaft die der Hufschmied gerne einen Besuch abstattete.
    Den Weg kannte er bereits und er brauchte kaum auf sein Navi zu achten. Eine Straße einmal gefahren, so viel es ihm nicht schwer sich an diese zu erinnern.

    Auf dem Hof angekommen stellte Malte den Grünen Lieferwagen mit der Aufschrift „Hufschmiede- Tänzelndes Pony“ vor dem Stallgebäude ab. Nach dem aussteigen streckte er sich erst einmal augiebig und wurde auch schon von Nicolaus du Martin begrüßt. Nach einer kurzen Unterhaltung trennten sich die Wege, wo der Eine seine Schmiedeausrüstung bereit stellen würde und der Andere das Pferd holte um das sich gekümmert werden sollte.

    Shari, hieß die braune Trakehnerstute, welche nun zu Malte gebracht wurde.
    Mit wachsamen Blick sah Shari den fremden Mann an der sich ihr selbstbewusst näherte und ihr nur zum beschnuppern die Hand entgegen hielt.
    Zunächst schien die Stute ein wenig misstrauisch, dann aber traute sie sich doch etwas näher heran und schnoberte an der Jacke des Schmiedes herum.
    Ehe er mit seiner Arbeit beginnen würde, bat er darum das ihm die Stute einmal vorgeführt wurde.
    Shari musste also ein paar Male hin und her laufen, damit der Schmied sich die Hufe und den Bewegungsapparat genau ansehen konnte ehe das Pferd wieder zu ihm gebracht wurde.
    Malte strich dem Tier freundlich lobend über den Hals, ehe er in seine Schmiedeschürze griff und den Hukratzer hervorholte.

    Zunächst brauchte der Hufschmied ein paar Überredungskünste der Stute das Bein anheben zu lassen und als sie ihm den Gefallen tat, begann der Mann sogleich damit den Huf zu säubern.
    Malte befreite den Huf von allen Fremdkörpern und tastete auch gleich die Hufsohle und den Strahl nebenbei ab. Auch den Tragrand überprüfte der Schmied sorgfältig. Das Horn war soweit tadellos. Kaum gab es Einbrüche oder nennenswerte Unebenheiten. Gute Voraussetzungen den geplanten Kunststoffbeschlag anzubringen.
    Malte drückte sich zwischendurch immer mal wieder gegen das Pferd. Shari schien zwar eine ganz Liebe zu sein. Allerdings eine Schwere.
    Die Trakehnerstute machte es sich mit Malte als fehlendes Standbein regelrecht bequem und lies dem Mann ihr Gewicht spüren. Dies war auf Dauer bei vier Hufen recht anstrengend. Regelrecht schweißtreibend nebenbei die Hufe auszuschneiden und abzufeilen.
    Die kleine, spaßig gemeinte Rüge gen Shari, lies das Pferd dann natürlich kalt und diese sah den Mann mit unschuldigen Augen entgegen, während er sich mit einem Stofftaschentuch den Schweiß von der Stirn wischte.

    Die Hufeisen waren schnell in dem mitgebrachtem, mobilem Ofen hergerichtet und angepasst.
    Zwar merkte man das Shari nicht mehr wirklich dort stehen wollte, da sie anfing ungeduldig umherzuwandern, aber der Hufschmied blieb ruhig und strich der Stute beruhigend über das Fell.

    Nachdem die Eisen befestigt waren und die letzten Schritte beendet, durfte die Stute noch ein letztes Mal umherlaufen ehe Malte zufrieden war.
    Nicolaus du Martin bedankte sich für die Arbeit an dem Pferd und Malte Osswald verlies kurz darauf die Tyrifjord Horse Ranch.

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    Dressurtraining E → A
    28. Dezember 2016 | 4.067 Zeichen | Canyon

    Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es, zu meinem Bedauern, noch immer übermäßig viel zu tun. Petyr und ich lagen mit unserem Trainingsplan so zurück, dass wir schon befürchteten, nicht mehr alles zu schaffen.
    An einem Donnerstag vor Silvester schmiss ich Petyr recht früh aus seinem Bett und zwang ihn dazu, sich so schnell wie möglich anzuziehen und dann zu mir in den Stall zu kommen. Während Petyr mal wieder gefühlte Stunden länger brauchte als ich, um im Stall zu erscheinen, hatte ich die beiden Pferde für heute bereits fertig gemacht.
    Bijou und Shari waren die einzigen Dressur- und Springpferde des Hofes und so verschwanden sie des öfteren im ganzen Trubel zwischen all den großen Vollblütern. Charly hatte uns jetzt jedoch die Aufgabe gegeben, Bijou und seine neue Freundin mal endlich zu dem zu trainieren, was sie sein könnten. Auch ich musste zugeben, dass die Dressur nicht unbedingt mein Lieblingsgebiet war, aber wenn der Boss dies nunmal von mir verlangte…
    Da Shari noch eine sehr neue und unerfahrene Stute war, hatte ich sie mir gekrallt, während Petyr Bijou reiten durfte, welcher wegen seiner tollen neuen Reitbeteiligung und natürlich der hübschen Shari zu einem überaus gelassenen Pferd geworden war.
    Da der Schnee mir bis zu den Knien reichte, gingen wir in die Halle, stiegen dort auf und erwärmten die beiden Trakehner einige Minuten im Schritt. Wir wussten beide was zu tun war, sodass wir bei dem leisen Gedudel des Radios Stück für Stück die neuen Lektionen mit den Pferden erarbeiteten.
    Shari brauchte viel Aufmerksamkeit und Abwechslung. Ich entschied mich also dafür, bei ihr mit den Schritt – Galopp Übergängen anzufangen. Ich liebte den sanften Galopp der jungen Stute und auch das Angaloppieren saß bei ihr meistens genau auf dem Punkt. Wichtig war nur, und daran versuchte ich zu arbeiten, dass sie sich auf meine Hilfen und Befehle einließ und nicht das tat, was sie gerade gerne wollte. Immer wieder holte ich ihre Aufmerksamkeit zu mir zurück, in dem ich Volten oder verschiedene Bahnfiguren ritt. Gleich nebenbei erlernte ich so mit ihr auch durch die Länge der Bahn wechseln. Hier konnte man perfekt die Übergänge üben und nebenbei der Stute zeigen, dass sie immer gerade auf der Mittellinie bleiben musste und nicht davon abweichen durfte.
    Petyr übte währenddessen mit dem völlig entspannten Bijou, so hatte ich ihn selten gesehen, den Mitteltrab und kurz darauf das Rückwärtsrichten. Ich entschied mich, nachdem die Übergänge so gut wie immer funktionierten, mit dem Viereck verkleinern und vergrößern anzufangen. Shari war leider noch etwas verspannt und steif und auch die Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit vier Bögen konnten sie nicht so wirklich lösen. Trotzdem versuchte ich es weiter und tatsächlich wurde sie mit der Zeit immer lockerer und auch ihre Bewegungen immer weicher. Das Zügel aus der Hand kauen lassen klappte, nachdem sie gelöst lief, auch nahezu perfekt, sodass ich mich für heute nur noch mit dem Mitteltrab und dem Mittelgalopp beschäftigen wollte.
    Während Petyr auf Bijou fleißig und erfolgreich die Kehrtwende auf der Vorderhand einstudierte, nutzte ich den restlichen Platz der Halle dafür, um mit dem Mitteltrab zu beginnen. Am Anfang hob Shari ihre Beine kaum, aber nachdem wir das Training vor allem auf die Zirkel verlegt hatten und sie sich unter meiner Führung immer besser bog, kamen auch ihre Beine immer höher und ihre Schritte wurden kräftiger. Auf dieser guten Grundlage fing ich noch den Mittelgalopp an, sah aber schnell ein, dass Shari für heute genügend geleistet hatte und verschob diesen dann doch auf den nächsten Monat.
    Auch Petyr war mit Bijou ein ganzes Stückchen weiter gekommen, sodass wir uns beide dafür entschlossen, für heute aufzuhören. Wir ritten Shari und Bijou noch in Ruhe trocken und brachten beide dann zurück in ihren Box, wo eine warme Decke, sowie frisches Heu und Kraftfutter auf sie warteten. Ich war zufrieden mit mir, dass wir jedenfalls das trotz des ganzen Weihnachtsstresses geschafft hatten und die beiden Pferde nun in der A-Dressur starten konnten.

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    Dressurtraining A → L
    28. Januar 2017 | 8381 Zeichen | Canyon

    Ich konnte es selbst kaum begreifen, was diesen Monat alles auf uns zukommen sollte. Wir hatten das Training über den Winter weitestgehend eingestellt, jedoch war der Winter verhältnismäßig recht mild, sodass Charly angeordnet hatte, diesen uns zu nutze zu machen. Ich merkte das viele Reiten jetzt schon in den Knochen. Zum Glück half mir Charly dabei einen guten Plan aufzustellen, an welchen ich mich halten konnte. Vormittags war also meist die Bodenarbeit an der Reihe, weswegen wir dann den Nachmittag für das individuelle Training freihatten. Für zwei Wochen hatte Charly die Rennbahn in Sylling jeden Tag für zwei Stunden gemietet und sie verlangte von uns, dass wir diese auch nutzen sollten. Da Petyr in der ersten Januarwoche noch beruflich unterwegs war, begann ich mit Vuyo zwei unserer jungen Vollbluthengste zu trainieren. Vuyo war früher einige Zeit Jockey gewesen und würde mich so sehr gut bei der Ausbildung der beiden unterstützen. Osgiliath war ein hübscher und ziemlich sportlicher Hengst und da er erst seit zwei Monaten zum Gestüt gehörte, drückte ich ihn Vuyo in die Hände. Mir blieb dann wohl nur noch unser Cotsworlds Eik, dessen Name ich ziemlich scheußlich fand, seinen Charakter jedoch vergötterte. Unser Eiki war eines der schlausten, aber auch gefährlichsten Tiere der Tyrifjord Ranch, kannte man ihn jedoch erstmal richtig, ging es gar nicht anders, als sich in ihn zu verlieben.
    Das Training fand jeden Nachmittag auf der großen Rennbahn statt. Nachdem wir die ersten Tagen vor allem damit verbracht hatten die beiden and die Startbox zu gewöhnen, ging es in den letzten Tagen vor allem dann um die Geschwindigkeit und dafür erhöhten wir die zurennende Strecke jeden Tag um einige Meter. Da Eik noch einige Gleichgewichtsprobleme während des Starts hatte, arbeitete ich mit ihm vor allem daran. Vuyo absolvierte ein umfangreiches Schrecktraining mit Osgiliath, da der junge Hengst ungewohnte Geräusche gar nicht mochte. Am Ende der Wochen hatten wir den ersten Schritt gewagt und aus den beiden unerfahrenen Hengsten junge Rennpferde gemacht.
    In der zweiten Woche ging es dann mit den nächsten Pferden weiter und zum Glück war auch Petyr von seiner Reise zurückgekehrt, da Vuyo und ich dringend seine Unterstützung brauchten. Diesmal waren es drei Pferde, welche trainiert werden sollten und dazu kam noch, dass alle drei bereits auf A liefen. Zum Glück fiel dadurch das Startboxtraining aus und wir konnten uns die ganze Woche auf die Rennbahn konzentrieren. Petyr teilte ich Alysheba zu, welcher bereits recht jung sein erstes Training bekommen hatte und außerdem noch aus einer bekannten Zucht stammte. Charly und Nico hatten bei seinem Kauf große Hoffnungen in ihn gesetzt und bis jetzt waren sie auch nicht enttäuscht wurden. Vuyo würde sich der verrückten Teufelstanz annehmen, welche ihm letzten Jahr einen riesigen Schritt nach vorne gewagt hatte. Für mich blieb dann nur noch des Teufels Schwester und das war natürlich niemand anderes als Grenzfee. Beide Stuten würden wohl nie mehr eine Karriere auf der Rennbahn hinlegen, nachdem sie bereits in jungem Alter kaputt gespielt worden waren, jedoch wollte Charly trotzdem, dass die beiden ihre Angst überwanden. Außerdem brauchten sie Bewegung und in diesem Punkt stimmte ich Charly zu.Auch mit den drei Pferden versuchten wir zu dritt das Training so abwechslungsreich und leerreich wie nur möglich zu gestalten und tatsächlich schien diese Taktik auch zu funktionieren. Bereits nach den ersten Tagen waren vor allem Fee und Teufel viel gelassener geworden und auch Sheba, welcher Stute nicht allzu sehr mochte, hatte sich daran gewöhnt mit den beiden auf der Rennbahn zu stehen. Am Wochenende nahmen wir mit allen drei Pferden an einem Turnier teil und auch wenn es bei uns eher die hinteren Plätze wurden, waren wir trotzdem stolz auf den Fortschritt unserer Vollblüter.
    Zwei Wochen waren bereits geschafft und auch wenn mir das Training viel Freude bereitete, sehnte ich mich nach einer Erholungspause. Zum Glück stand als nächstes ein Distanztraining mit drei Tekken an. Vuyo würde wie immer Raja reiten, während mein Trainingspartner Worgait war. Ich hatte keine Ahnung, was sich Nico dabei gedacht hatte, als er den fast nicht zu reitenden Worgait aufs Gestüt geholt hatte, aber ich konnte Nicos Taten meist sowieso nicht nachvollziehen.
    Für Petyr blieb dann nur noch die hübsche Himmawallajugaga und so waren alle recht zufrieden mit ihren Trainingspartnern. Die drei Tekken liefen in der Distanz bereits auf A, sodass unser Ziel war, dass alle drei die 45 Kilometer für die L-Distanz schaffen würden. Tag für Tag ging es also hinaus ins matschige Gelände und es war ein Wunder, dass es nicht bereits am ersten Tag Verletzungen gab. Jedoch lag der Vorteil darin, dass sich die Pferde so viel schneller an gefährliches Gelände gewöhnten und das war bei einem Distanzritt natürlich sehr brauchbar. Den ersten Tag begannen wir mit 35 Kilometern, also in etwa der Strecke eines E-Ritts. Die geplante Strecke für die nächsten Tagen wurde dann jedoch immer länger und auch das Tempo erhöhten wir Schritt für Schritt. An den Vormittagen boten wir den Pferden in der Bodenarbeit einen Ausgleich und während ich die Halle für mich und Worgait beanspruchte, nutzen Vuyo und Petyr mit Raja und Walla den Außenplatz. Irgendeinen Vorteil musste das wilde Pferd ja haben, welches Nico angeschleppt hatte.
    Am Ende der Woche war ich ziemlich geschafft, allerdings hatten wir unser Ziel erreicht und alle drei Pferden liefen am letzten Tag des Trainings erfolgreich mit guten Pulswerten die 45 Kilometerstrecke durch den norwegischen Wald.
    Als letztes Training für diesen Monat, und das erste Mal in meinem Leben war ich froh darüber, dass das Training in der Halle stattfand, war das Dressurtraining. Leider, ich bedauerte dies sehr, hatte Vuyo andere wichtige Termine, sodass Nico seinen Part übernahm. Hinzu kam noch, dass zwei der Stuten ihm gehörten und er natürlich jeden der auch nur in die Nähe der beiden kam genauestens beobachtete. Ich schaffte es mich aus der ganzen Angelegenheit herauszureden, indem ich mein eigenes Pferd trainieren würde. Ich liebte Óslogi und obwohl er bis jetzt noch nie unter dem Dressursattel gegangen war, wollte ich ihn so vielseitig wie nur möglich ausbilden.
    Petyr würde Shari reiten, welche bereits letzten Monat unendlich viel Talent in der Dressur gezeigt hatte und Nico würde sich mit seinem neuen Liebling Colore Splash beschäftigen.
    Für mich und Nico standen also die Lektionen aus der A-Dressur an, ich versuchte jedoch ihm nicht allzu oft über den Weg zu laufen, denn auf sein ständiges Kommandieren hatte ich keine Lust. Wir beide übten nu also Schritt - Galopp Übergänge, Viereck Verkleinerung und natürlich dann gleich auch die Vergrößerung, das Überstreichen im Galopp und zum Schluss dann auch die Kehrtwende auf der Vorhand. Nico beobachtete mein Training mit viel Genugtuung, denn ich wusste genau, dass mein Hengst nicht das gleiche Talent besaß wie seine Stute. Logi brauchte bei den meisten Lektionen etwas Länger, dafür absolvierte ich das Training nicht nur in der Halle, sondern auch im Gelände oder auf der Weide. Hier merkte ich, dass Logis Elan um einiges anstieg und auch meiner war leicht erhöht, was vielleicht auch daran lag, dass ich nicht ständig Nico über den Weg lief.
    Petyr kämpfte währenddessen mit Shari. Er war nicht der geduldigste und die Stute schien dies auch nicht gerade zu sein. Immer wieder verweigerte den Außengalopp oder die Hinterhandwendung, wenn sie sich jedoch dazu überreden ließ, dann klappte es zu meist sofort perfekt. Das Überstreichen im Trab oder den einfachen Galoppwechsel erlernte sie mit links und so erschien Petyr immer öfter mit einem selbstgefälligen Strahlen auf den Lippen nach einem gelungenen Training im Stall.
    Alle drei Pferde schafften den Aufstieg bis zum Ende der Woche. Shari zeigte die wenigste Veränderung, da sie vieles bereits konnte, Logi hatte keine Lust mehr auf den Dressursattel und Splash trug ihren Kopf noch ein Stückchen höher als sonst.
    Aber am meisten war ich auf mich, und natürlich auch auf meine Helfer stolz. Wir hatten das unmögliche geschafft und jedes Pferd erfolgreich trainiert. Am Ende des Monats gönnte ich mir also ein freies Wochenende, bei welchem ich die geniale Natur Norwegens vom Rücken der Pferde aus erkundete, denn das hatte ich mir verdient!

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    Military E - A
    28. Februar 2017 | 3170 Zeichen | Canyon

    So kurzfristig! Ich seufzte. Mittlerweile hätte ich mich dran gewöhnen müssen, aber ich konnte es nicht. Nico hatte natürlich zufällig keine Zeit, seine Stute selbst zu trainieren, weswegen ich natürlich wieder ran musste. Ich musste ja nicht auch noch den ganzen Stall versorgen, oder die Zackelschafe füttern, neeein, die wenigen Tage hatte ich immer übrig. Heute schien meine Ironie ungewohnt hoch zu sein, woher das bloß kam...
    An einem kühlen und windigen Abend sattelte ich also die braune Stute, welche heute mit ihrem Charakter dem Wetter glich. Auch sie schien den Sinn eines so späten Trainings nicht zu verstehen und war dementsprechend zickig und unglaublich missgelaunt. Ich beeilte mich also mit allem und führte sie dann zur Halle. Nach einem ausgiebigen Aufwärmen und einigen Lockerungsübungen, schien auch Shari sich geschlagen zu geben und arbeitete ungewohnt gut mit. Ziel für die nächsten Tage war, dass sie in der Vielseitigkeit voran kam und da war die Dressur der erste Schritt. Da Shari allerdings bereits gut ausgebildet war, würde ich heute Abend nur nochmal die wichtigsten Grunddinge wiederholen und festigen.
    Wendungen auf der Vorder- und Rückhand, Bahnfiguren und verschiedene Gangarten vom Mittelschritt bis hin zum versammelten Galopp warteten auf uns. Ich schaffte es, die etwas verspannte Stute an einem Abend wieder fit zu bekommen und ließ es dann auch dabei.
    Am zweiten Tag ging es für Shari und mich auf den Springplatz. Auch hier hatte sie bereits einiges an Erfahrung sammeln können und zeigte sich ausnahmsweise von ihrer besten Seite. Nervig war bloß Nico, welcher es nicht sein lassen konnte, zu Training zu erscheinen und jeden meiner Bewegungen zu kommentieren. Ich ließ Shari bis L springen, ließ ihr jedoch die benötigte Zeit, sich darauf einzulassen.
    Am dritten Tag ging es für uns beide in Richtung Sylling zu einer Geländestrecke. Manchmal waren Nicos Verbindungen doch gar nicht so übel. Bis jetzt hatte Shari noch nicht viel Erfahrung mit einer solchen Strecke gemacht, da sie jedoch sehr ausdauernd und nervenstark war, sollte dies für sie kein Problem werden.
    Nach einer kurzen Erwärmung auf einer offenen Fläche vor dem Start, lenkte ich sie zum Anfang der Waldstrecke und gab ihr dann die Galopphilfen. Aufmerksam sprang sie an und galoppierte erst langsam, dann jedoch immer schneller werdend den Waldweg entlang. Viele der Hindernisse nahm sie mit links, jedoch irritierten sie einige der Bäume und auch Pfützen, in denen sie ihr Spiegelbild sah. Meist wurde sie langsamer, ließ sich jedoch dann mit etwas Überzeugung dort hinüber treiben. Auch der Steinboden machte ihr nichts aus und die von den letzten Regengüssen durchnässte Wiese erst recht nicht. Wir schafften es, den Parcours bereits beim ersten Mal fast fehlerlos zu reiten. Nur einige Kurven und Wendungen waren von uns im falschen Winkel angeritten wurden, aber das sollte kein Problem sein. Ich beendete das Training also und erklärte wenig später Nico, dass alles nach Plan verlaufen war und Shari nun im Military auf der Stufe A starten konnte. Er bedankte sich mürrisch bei mir und ließ mich, recht zufrieden mit meiner Leistung, im Stall stehen.

    Nachdem Colour Splash bereits erfolgreich ihren Auftritt hinter sich hatte, folgte die zweite Stute. Nico war mittlerweile aufgewärmt und auch Shari brauchte nicht lange, um ihre Konzentration für den Auftritt zu sammeln. Auch bei Shari hatte sich die sonst nicht allzu kreative Charly viel Mühe gegeben und aus ihr ein wahres Prachtexemplar gezaubert. Shari zeigte trotzdem deutlich ihre Abneigung gegen die eingeflochtene Mähne und schüttelte anfänglich immer wieder ihren Kopf. Das hätte Nico augenscheinlich öfter mit ihr üben sollen.
    Als er jedoch dann auf ihrem Rücken saß, gab sich Shari zufrieden und folgte brav seinen Anweisungen. Auch das Einreiten in die Halle war kein Problem, Sharis Konzentration war nun ganz bei Nico und auch Nico sah man an, dass er nun nur noch bei sich und Shari war. Nach dem er die Richter gegrüßt hatte, ließ er Shari im Trab antreten und lenkte sie auf die linke Hand. Im Trab vollführte er gleich zu Beginn die Lektion des Viereck verkleinern und vergrößern und bewieß somit, dass seine Stute von Anfang an mit aller Eleganz dabei war, die sie bieten konnte. Nachdem er durch die Länge der Bahn gewechselt war, parierte er zum Schritt durch und ritt eine Schlangenlinie mit vier Bögen, mit welcher er gleich die Hand wechselte und auch nochmal Sharis andere Seit zur genüge präsentierte. Als die Musik anschwoll, gab er ihr die Galopphilfen und ließ sie, zu erst auf der ganzen Bahn, dann auf dem Zirkel, galoppieren. Auch mit Shari vollführte er einen einfachen Galoppwechsel, um auf die andere Zirkelseite zu gelangen. Der Wechsel saß perfekt und wurde mit viel Genauigkeit durchgeführt. Noch im Galopp verließ Nico den Zirkel und galoppierte im Mittelgalopp passend zur Musik eine Runde ganze Bahn, bevor er durchparierte und auf der Mittellinie bei X stehen blieb. Nach einem kurzen Durchatmen verabschiedete er die Richter und verließ mit Shari zufrieden mit sich und seiner Stute, die Halle.
    Draußen wartete Charly, welche ihm seine Stute abnahm und dieser eine Decke über den Rücken warf. Sie flüsterte ihm grinsend etwas zu, während er ihr nur als Antwort kindlich die Zunge entgegenstreckte.
    2143 Zeichen | zeichenzähler.de | Canyon

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  6. sadasha

    sadasha Gut Schwarzfels

    sadashas Teilnahme mit
    Scarlet in Birth
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    Abstammung
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    Von unbekannt
    Aus der unbekannt

    Exterieur
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    Stute
    30.01. | 5 Jahre
    Rasse: Englisches Vollblut
    Stockmaß/Endmaß: 162cm
    Gewicht: 398kg
    Fellfarbe: Brauner
    Geno: Ee AA


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Unruhig
    Verhalten auf der Weide: Stur


    Charaktereigenschaften:

    Eher hitzig, ehrgeizig, manchmal sehr stur

    Scarlet ist ein unheimliches Pferd, sagten die Vorbesitzer. Ihr eigentlich seidiges hellbraunes Fell hat sich in ihren ersten Monaten nach der Geburt rotbraun gefärbt, weshalb man ihren Zuchtnamen nun doch geändert hat. Das Jungtier aber ist ebenso heißblütig auf der Rennbahn wie so ziemlich jedes andere Rennpferd. Sie wirkt in der Startbox sehr zappelig, aber sobald sich die Türen öffnen, ist sie konzentriert und ehrgeizig. Das ändert aber nichts daran, dass sie stur wie ein zweiköpfiger Esel sein kann, wenn es darauf ankommt, mit einem hübschen und stattlichen Hengst zu schmusen, und wenn sie rossig ist, sind unerfahrene Reiter schneller im Sand als sie ihren vollen Namen sagen können.

    Weide: Ostweide
    Unterbringung: Weide / Box

    Einstreu: Stroh
    Futtersorte: Heu, Saft- und Kraftfutter
    Fütterungszeiten: morgens, mittags, abends


    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: sadasha


    Qualifizierungen + Erfolge
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    ● Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L
    Lektionen der Dressur: E A L LM


    Springen E A L M
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S*

    Military E A L M
    Eventing (British Eventing, national): BE80(T) BE90 BE100 BE100Plus Novice Intermediate

    Galopprennen E A L M S
    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m

    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Offiziell
    356. Springturnier | 349. Galopprennen | 273. Distanzturnier | 275. Distanzturnier| 280. Distanzturnier
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    Inoffiziell
    -

    Zuchtverband
    -

    GHP - Prüfungen
    -

    Gewinnsumme: x


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Abstammung: 0
    Schleifen: 5
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 8
    Zubehör: 2
    Gesamt: 19


    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1 ✪

    Stangenarbeit: 3 2 1
    Longenarbeit: 3 2 1
    Verladefromm:
    3 2 1

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment x | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt x | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel x | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Pferdepass

    Schleife

    SK

    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: x
    Züchter/Herkunft: x

    Trächtig [] Nächste Rosse (alle 21 Tage): x

    Nachkommen
    0/5


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: 10. März 2017
    Chipnummer: 826 4 97 234890496
    zuletzt kontrolliert [10. März 2017]

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) März 2017
    Wurmkur
    (jedes Jahr) März 2017
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) März 2017
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) März 2017
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) März 2017
    EHV-1 + EHV-4 (alle 6 Monate) März 2017


    Gesamteindruck: gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x


    Letzter Hufschmiedbesuch: 10. März 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert: ✔
    Hufbeschaffenheit: gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: Alueisen mit Stahlgriffen und aufsteckbaren Stollen
    Beschlag hinten: Alueisen mit Stahlgriffen und aufsteckbaren Stollen


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund
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    10. März 2017 | 4507 Zeichen von Eddi
    Tierarztbericht | Pferdepraxis Sapala

    Der Terminplaner für heute war voll und mein erster Termin stand bereits gegen neun Uhr morgens an. Nicht zwingend früh, aber man musste ja auch die Fahrtzeit zu Bear Brook EC mit einberechnen und die Vollblutzucht lag leider nicht gerade um die Ecke, aber ich kam dennoch sogar überpünktlich dort an.
    Wie es für ein Vollblutgestüt üblich war, war um neun schon fast der größte Trubel vorbei und alles lief wie am Schnürchen. Auf Bear Brook EC begegnete man der üblichen souveränen Professionalität eines Stalles, wie es sich für das Heim von großen Sportlern gehörte. Inmitten von schlanken Pferden und geschäftigen Menschen fand ich dann Hunter Crowley oder eher er fand mich.
    Das war aber nicht besonders schwer, denn etwas abseits stand ich mit meiner großen Tasche und blickte mich neugierig um, wo ich denn nun hinsollte. Hunter begrüßte mich herzlich und führte mich dann in eine der großen Stallungen. Ich gab zu, nur grob über meinen heutigen Patienten Bescheid zu wissen, weshalb ich Hunter erst einmal mit Fragen löcherte.
    An der Box angekommen, durfte ich Scarlet in Birth kennenlernen. Eine fünfjährige, braune Vollblutstute, die uns direkt mit nicht allzu großer Begeisterung begrüßte. Sie war etwas eigen, erklärte mir Hunter, aber er war sich sicher, dass wir keine Probleme mit ihr haben würden. Ich nickte nur stumm, denn jetzt galt mein vollstes Interesse dem Pferd.
    Hunter sollte mir die Stute erst einmal im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen, ehe wir uns am Putzplatz breitmachen würden. Scarlets Gänge waren einwandfrei. Sie lief im Takt, war klar und hatte genügend Durchlässigkeit, um auch auf dem harten Boden gut mitschwingen zu können.
    Hunter lobte seine Stute kurz und führte das schlanke Vollblut zum Putzplatz, um sie dort anzubinden. Ich warf direkt einen Blick in Ohren, Augen und Maul. Nach kurzer Rückfrage und Bejahung von Hunter, schaute ich mir auch die Zähne der Stute genauer an. Sie hatte den Zahnwechsel gut hinter sich gebracht und alles stand dort, wo es hingehörte. Ebenso war alles gleichmäßig abgenutzt und in bester Ordnung.
    Auch von mir wurde die Stute gelobt, auch wenn sie das eher als Unverschämtheit empfand und kurz die Ohren anlegte. Ich grinste nur, in meinem Geschäft hatte ich mit schlimmeren Diven zu kämpfen als mit Scarlet. Nun machte ich mich daran, ihre Werte zu kontrollieren und abzugleichen. Herz- und Pulsfrequenz, ebenso wie die Geräusche von Lunge und Darm.
    Auch die Körpertemperatur kontrollierte ich und tastete dann erst die Wirbelsäule und dann noch die Beine ab. Hunter hatte mich um einen TÜV gebeten, weshalb ich das mobile Röntgengerät auspackte und dann Hunter und mich in Bleischürzen kleidete.
    Wir machten zehn Aufnahmen von den Beinen und auf Wunsch von Hunter machten wir noch Aufnahmen von den Dornfortsätzen, die mussten bei einem Sportpferd auch in Ordnung sein. Die Aufnahmen wurden direkt entwickelt und ich klickte sie aufmerksam durch. Dann nickte ich zufrieden, es war alles in bester Ordnung, Scarlet war fit.
    Nun stand für die Stute der unangenehmste Teil an und Hunter positionierte sich bereits vorne am Halfter. Ich legte mir die Spritzen bereit, um dann möglichst schnell damit fertig zu werden. Die passende Stelle am Hals war schnell gefunden und desinfiziert und ich begann mit der Impfung gegen Influenza. Darauf folgte Tetanus, dann Herpes und dann Tollwut. Scarlet bekam heute die gesamte Ladung.
    Vorbildlich benahm sie sich sicherlich auch nicht, aber es war machbar und wir hatten schnell alle Impfungen hinter uns gebracht. Nun stand noch der Chip auf dem Plan, der auch per Spritze unter die Haut injiziert wurde. Dies merkten die Pferde jedoch selten und so blieb auch Scarlet da ruhiger.
    Ich schnappte mir das Lesegerät und registrierte den Chip. Nun war die Stute so gut wie fertig, sie musste nur noch die Wurmkur schlucken und dann wäre alles geschafft. Hunter nahm sich dieser Sache an, weil er wohl ungern riskieren wollte, dass Scarlet doch noch ein Stückchen von der Tierärztin erwischte. Aber die Stute machte erstaunlich brav mit und durfte dann schon wieder zurück in ihre Box.
    Ich nahm mir stattdessen noch Impfass und Pferdepass vor, erneuerte die Impfungen mit Stempel und Unterschrift, trug alle wichtigen Informationen ein und wechselte dann zum Pferdepass, wo ich die Seite für die Chipnummer hervorkramte und dort die 15-stellige Nummer eintrug und Scarlet nun offiziell zu den gechippten Pferden gehörte. Hunter dankte mir herzlich und dann verabschiedete ich mich auch schon.
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    10. März 2017 | 2687 Zeichen von sadasha
    Hufschmiedbericht

    Seit drei Tagen stand die Hufpflege von Scarlet in Birth auf dem Plan und immer wieder verschob ich sie nach hinten, weil wichtigeres dazwischenkam. Da aber bald ein weiterer wichtiger Termin anstand, bei dem Scarlet wieder eine wichtige Rolle spielte, zwang ich mich heute dazu mich der den Hufschmied zur Weißglut bringenden Stute zu widmen. Isaac fand es noch immer sehr witzig, dass ich als Hufschmied Pferde hatte, die den Hufschmied nicht mochten. „Ich hab sie so gekauft, das wurde im Jungpferdealter versiebt.“ verteidigte ich mich, doch hören wollte das niemand. Im betont langsamen Tempo ging ich zur Schmiede und suchte die neuen Eisen für Scarlet heraus. Ich hatte sie schon zuvor fertig gemacht und markiert zur Seite gelegt.
    Erst als ich alle vier Eisen hatte holte ich meine Stute von der Weide und kratzte die Hufe aus, säuberte sie gründlich. Schon hier zog mir die Braune immer wieder den Fuß weg oder machte einen Schritt nach vorne oder hinten. Sie hatte grundsätzlich keine Lust irgendjemanden an ihren Hufen arbeiten zu lassen und so tat sie alles um das Prozedere so schwer wie eben möglich zu machen, ohne sich selbst zu viel zu verausgaben. „Du Esel!“ fluchte ich, als sie mir den Fuß mit halb gelöstem Eisen wegzog. Eine solche Aktion konnte schnell mal ins Auge gehen, also beschloss ich härtere Geschütze aufzufahren. Ich zog mir meinen Schmiedehandschuh über und legte die Schürze um, um mehr Grip zu haben. Zwar zog Scarlet weiterhin, doch ich hatte sie nun besser im Griff. Ein paar Minuten später hatte ich alle vier Eisen gelöst und begann mit dem Ausschneiden. Ich arbeitete so schnell es mir möglich war, um mich bald wieder anderen Dingen zuwenden zu können. Altes Horn entfernen, Strahl freischneiden, die Hornwand kürzen und Feinheiten ausarbeiten. Dann legte ich das erste der neuen Eisen auf und prüfte ob es wie erwartet richtig saß. Ich hatte Glück und musste es nicht korrigieren, also schlug ich es gleich an. Auch bei den übrigen drei Hufen hatte ich gute Vorarbeit geleistet und war daher schnell durch mit meinem Programm. Scarlet trug nun Alueisen mit Stahlgriffen, die Löcher für einsteckbare Stollen hatten.
    Heilfroh das Theater überstanden zu haben brachte ich die frisch beschlagene Stute zurück auf die Weide zu den anderen Stuten des Bear Brook ECs. Anschließend räumte ich meine Schmiede auf und sah nach, was als Nächstes erledigt werden musste. Ich fühlte mich wie ein Tier, dass man stets von A nach B scheuchte, für meine Herzensprojekte fehlte immerzu die Zeit. Aber so war das eben, wenn Saison war und man so oder so chronisch unterbesetzt ist. Vielleicht musste ich wirklich bald noch jemanden einstellen, der uns aushalf.
    Der alte Rentner und die Milchstute
    Pünktchen A-Distanz | Shio A-Distanz | Scarlet in Birth A-Dressur | Polka Dot A-Fahren
    2284 Wörter von Vhioti

    Man wollte es nicht für möglich halten, aber mit vier Pferden hatte man nicht unbedingt weniger Arbeit als vorher mit 12. Da ich mich aber nun auf die kleine Herde konzentrieren konnte, machte es mir heute besonders Spaß, den missmutigen Pünktchen zu striegeln und gelegentlich auch Shio mit dem Putzen zu beglücken. Heute stand ein kompletter Trainingstag für die Pferde an. Pünktchen und Shio durften einen längeren Distanzausritt machen, während ich mit Scarlet einige Dressurlektionen ausprobieren wollte; obwohl ihre Eignungen nicht komplett ausgetestet wurden, um genauer zu sein, aber die Züchter hatten mir ja versichert, dass alles nach Plan laufen würde, zumindest bis zur Hohen Schule.
    Das, was die Bauarbeiter Rennstrecke nannten, war nichts mehr als ein eingestampfter Pfad. Kopfschüttelnd erklärte ich den Arbeitern, dass ich nun für eine Stunde entschwinden würde, und setzte mich auf Pünktchen. Shio musste heute das “Lastpferd” mimen; wir brauchten Feuerholz, und so konnte sie auch etwas Stärke aufbauen. Natürlich hätte ich es auch andersherum machen können; aber bei Pünktchens Rückenproblemen wusste man ja nie.
    Für die gut zwölf Kilometer hin und zurück brauchten wir gut eine Stunde. Die beiden Pferde bekamen eine gründliche Rückenmassage und durften dann ein wenig ausspannen; solange wollte ich mich um Scarlet kümmern. Da ja die Rennbahn nicht funktionsfähig war, wollte ich ihre Dressurleistungen ankurbeln.
    Gesagt, getan. Das “Grobe und Ganze” beherrschte sie schon gut, was aber nicht hieß, dass auch ihre Gänge und Tempi davon betroffen waren. Zirkel, Bahnwechsel und Schlangenlinien gut und schön - wenn sich aber ihr Leichttrab anfühlte wie eine Kanonenkugel zu reiten, dann wohl eher nicht. “Daran müssen wir dringend arbeiten, denke ich.”, seufzte ich nach einer Stunde Arbeit und spannte stattdessen Polka vor ihre kleine Kutsche.
    Im Laufe der nächsten Tage intensivierte ich das Training, sodass ich nach getaner Arbeit einige Haken an meiner To-Do-Liste machen konnte:
    Pünktchen und Shiryo, die beide die A-Distanz gemeistert hatten, Scarlet, die mit ihrer A-Dressur herzlich wenig anfangen konnte und Polka, die eifrig ihre Kutsche zog und somit der Liebling des Dorfes wurde.
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    „Rosie took an order? Well, I hope you don’t get eaten by the people there!“, grinste Lewis mich schelmisch an. “Ha ha”, machte ich zurück und streckte ihm die Zunge raus. Naja, zugegeben; ich war nicht gerade die mutigste von Pineforest Stables Pflegerinnen, und mied es normalerweise, mit Fremden zu tun zu haben. Aber die Arbeit mit einem mir unbekannten Pferd reizte mich und Occu hatte mir versichert, dass Catalina Dixon eine nette (nicht kannibalisch orientierte) Person war. Also packte ich zuversichtlich meinen kleinen Koffer und fuhr nach Fox Woods Stable, ein Hof, der zum Glück ebenfalls in England lag.
    Ich wurde von Catalina empfangen und prompt zu Scarlet in Births Box gebracht. Die dreijährige, braune Stute schenkte mir bloss einen kurzen Blick mit ihren bezaubernd schönen Augen und grunzte dann ihrer Besitzerin zu. Wir holten sie raus und ich putzte sie erstmal gründlich, wobei ich sie auch gleich schon etwas kennenlernte. Mein erstes Fazit war, dass sie eher ungeduldig und impulsiv war, mich erst nach höflichem Bitten an ihre Hufe lassen wollte und ausgesprochen empfindlich, wenn nicht kitzelig am Bauch reagierte. Vielleicht suchte sie auch nur einen Grund, mich zu ärgern. Ich blieb neutral und beeilte mich mit dem Putzen, schliesslich wollten wir vielleicht auch irgendwann mit dem Training anfangen. Das Satteln verlief entgegen meinen Erwartungen problemlos, und auch beim Trensen öffnete sie bereitwillig den Mund. Klopfte ihr anerkennend auf den roten Hals und führte sie zum Aufsteigen raus. Das Gestüt besass eine kleine Trainingsrennbahn (und einen Ententeich, den ich später Zuhause immer wieder schwärmend in meine Erzählung einbaute), was natürlich optimal für das geplante Training war. Ich ritt zuerst im Schritt auf und ab, dann folgte ausgiebiges Traben, bevor ich mich zum ersten Mal an die Startmaschine wagte. Gutes Einwärmen war für die Rennpferde essentiell, um Zerrungen oder Sehnenschäden vorzubeugen. Catalina berichtete, dass Scarlet da wo sie herkam bereits Bekanntschaft mit der Rennbahn gemacht hatte. Auch ein gewisses Level an Kondition hatte sie schon erreicht. Es ging also vor allem darum, die Grundlagen zu festigen und die Stute Wettbewerbstauglich zu machen. Die Stute war sofort wacher, als ich auf das Metallgestell zuritt. Sie tänzelte, weigerte sich zuerst reinzugehen und wieherte stattdessen Pünktchen, der an so einem tollen Nachmittag natürlich auf der Weide war, zu. Catalina gab sich Mühe, uns schliesslich doch irgendwie hinein zu bugsieren. Sobald die Stute einigermassen ansprechbar war, lobte ich sie. Doch im Verlaufe des Trainings zeigte sich, dass auch gefühlte 100 Versuche später noch keine wirkliche Besserung in ihrem hibbeligen Verhalten zu erkennen war. Ganz anders war es dafür auf der Bahn selbst: sobald die Klappen aufflogen, folgte die temperamentvolle Stute nicht nur meinen Anweisungen, sondern schien gar so gnädig zu sein, sich um eine gute Leistung zu bemühen! Ich übte in den ersten Zehn Minuten einige Starts, indem ich die Stute schon nach spätestens 200 Metern wieder abbremste. Danach folgte eine Art Intervalltraining über 1000 Meter, bei dem ich einmal einen Sprint und die letzten 400 Meter in 30 Sekunden verlangte. Scarlet schaffte es, die verlangte Leistung zu bringen, woraus ich schloss, dass sie tatsächlich gut in Form war. Ich lobte sie durch Halsklopfen und liess sie im Leichten sitz austraben. Sie senkte dankbar den Kopf, als ich die Zügel lockerer liess und schnaubte ein paarmal. Zum Schluss führten Cata und ich sie im Schritt trocken, wobei ich mein Statement zum heutigen Training gab: „She does very well as soon as we are on track, but I guess the temperament will never change. That’s in a way good; it means she will fight for you and herself. Therefore I would not overdo the start training and focus on track performance instead. Continue the training with the last 2 furlongs in 30 seconds to improve condition for about 2 weeks, ‘cause she’s still sweating quite a bit. Then you can slowly increase the speed. I think she is almost ready for A-class, or surely will be in about two weeks or so.” Catalina nickte aufmerksam. Ich fügte grinsend hinzu: “She might be a beauty, but within sleeps a beast that wants to be fed with success.” Wir versorgten Scarlet und ich verabschiedete mich von den beiden. Es war Zeit, zu den “Biestern” Zuhause zurückzukehren.
    4'391 Zeichen, by Occulta
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    September 2016, by Veija
    Hunter und die Kunst des Westernreitens
    Samson Horsemanship E-A, PFS' Heart of Ocean im Gelände , Scarlet in Birth Galopprennen A-L

    Caleb
    Vor ein paar Monaten hatte ein gewisser Hunter Crowley bei Verena angefragt, ob sie nicht nach Lincolnshire, in den Westen Englands fliegen und ihm die Westernreiterei ein wenig näher bringen könnte. Zugesagt hatte sie, jedoch nicht, wann sie Zeit finden würde, um zu ihm zu fliegen. Da sie allerdings durch den Umzug und die neuen Pferde gar keine Zeit hatte, rüber zu fliegen, sollte ich das nun machen. Ich konnte nicht nur besser reiten als sie, ich würde dem Mann, der leider etwas älter als ich war, schon etwas beibringen.
    “Ich will Gun and Slide mitnehmen, damit er nicht nur auf seinem Pferd, sondern auch auf einem richtig ausgebildeten Pferd lernen kann.”, sagte ich zu Verena und sie nickte. “Ja, ist oke. Nehm ihn mit und richte Hunter schöne Grüße von mir aus, er müsste mich ja mich ja noch kennen.”, lachte sie und klopfte mir auf die Schulter. Also ging ich in den Stall, denn meine Tasche war schon gepackt, ich müsste nur noch das Pferd fertig machen. Während ich Gun and Slide, welchen wir alle auch liebevoll Blue nannten, die Transportgamaschen anlegte, rief Verena am Flughafen an und quatschte mit ihrem Lieblingsmensch dort, dass wir ein Pferd rüberfliegen würden. Schnell war alles geklärt, so dass Verena Blue und mich nach Calgary fahren konnte. Die Fahrt dauerte nicht lange, so dass Blue und ich in Null Komma nichts im Flieger saßen, bzw standen, denn ein Pferd konnte ja bekanntlich nicht sitzen.
    Die Reise nach England überstanden wir beide mehr als gut, so dass wir am späten Abend auf Bear Brook EC ankamen. Hunter begrüßte uns freundlich und zeigte mir, wo ich Blue hinstellen konnte. Er schien mehr als überrascht darüber, dass ich ein Pferd mitgebracht hatte, doch er würde später noch sehen, was ich damit vor hatte. Wir aßen noch gemeinsam zu Abend, ehe wir ins Bett gingen.

    [... aufgrund zu vieler Zeichen rausgekürzt!...]

    “Noch ein Vollblut, als hätte ich davon nicht schon genug zu Hause.”, sagte ich seufzend, lachte jedoch. “Galopprennen A auf L wäre es bei ihr.”, erklärte mir Hunter, ehe wir weitergingen zu einem lustig gescheckten Deutschen Reitpony aus der Zucht von Occulta: PFS’ Heart of Ocean “Und hier wäre es Military auch von A auf L.”, erklärte er mir und ich nickte. “Ich ruf gleich mal auf der Ranch an, ob sie mir Nick hier hin schicken können, dann kann ich dir beide Pferde trainieren, sonst nur das Reitpony, ich habs nicht so mit Vollblütern.”, meinte ich schulterzuckend. Hunter nickte und ließ mich dann alleine stehen. Ich zückte mein Handy und rief kurz bei Verena an, ehe ich ihr erklärte, warum ich Unterstützung von Nick brauchte. Sie willigte ein und schickte ihn mit dem nächsten Flug nach England.

    Am nächsten Morgen kam Nick dann auf Bear Brook EC an. Ich schickte ihn jedoch zu erst ins Bett, bevor ich ihn an das Pferd lassen wollte. “Also Hunter, sattelst du Samson? Dann fangen wir mit dem Training an.”, sagte ich und klatschte motiviert in die Hände. “Kann das noch eine Stunde warten? Ich muss noch was dringendes erledigen…”, murmelte er und wuschelte sich einmal gestresst durch die Haare. “Ja, kein Thema, dann schnapp ich mir einfach Heart of Ocean und mache was mit ihm.”, meinte ich knapp und ging mir den DRP Hengst von der Koppel holen, ehe ich ihn gründlich putzte und dann mit ihm in die Halle ging. Ich wollte ihn ein wenig freispringen lassen. Hunter hatte mich vorgewarnt, dass der Hengst psychisch total kaputt war. Da ich selbst eher grob im Umgang mit den Pferden war, hatte ich mir hier etwas tolles zugemutet, denn Feinfühligkeit lag mir absolut nicht. Beim Putzen hatte ich jedoch versucht ruhig, aber konsequent mit ihm umzugehen, was auch wirklich geklappt hatte, denn bis jetzt war das Pferd ziemlich ruhig, auch wenn seine Ohren panisch hin und her zuckten und er die Augen weit aufgerissen hatte. Ich fragte mich, was das Pferd wohl mitgemacht hatte, dass er so kaputt war. Doch ich musste das Beste aus der Situation machen und grenzte die Halle ein wenig ab, ehe ich A und L Sprünge aufbaute. Im Springen war der Hengst schon auf M, weshalb das eigentlich kein Problem für ihn sein sollte. “Na komm.”, sagte ich und schnalzte ein paar Mal, damit er vor mir weg nach außen trabte. Schließlich galoppierte er an und sprang auch ohne Abwurf über die Hindernisse. Das Ganze machte ich drei Runden lang, ehe ich ihn einfach ein wenig sich selbst überließ. Zu meiner Verwunderung sprang er von sich aus ein paar Mal über die Hindernisse, beziehungsweise nur über eins: das Höchste. Er sprang rüber, trabte aus, wendete und sprang wieder rüber. Verstehen konnte ich das nicht, aber vielleicht liebte er das Springen einfach?
    Nach einer Weile fing ich ihn mir dann wieder ein und brachte ihn weg, ehe ich Hunter davon berichtete. “Ja, er ist wirklich nicht von schlechten Eltern, sind beide ziemlich springbegabt.” “Ach deshalb vielleicht…”, murmelte ich und strich Samson über die Nase. “Ein hübscher Braunschecke ist das.”, merkte ich an und schaute im gleichen Moment total verdattert zu Hunter, weil er angefangen hatte zu lachen. “Der ist ein Rappschecke, ein Farbwechsler.” “Wow.”, merkte ich an und grinste, ehe ich in die Halle ging und mir überlegte, womit ich die beiden quälen konnte. Ich entschied mich, mit ihnen eine einfache Horsemanship zu reiten, denn es war ja auch das, in was ich Samson trainieren sollte. Ich hatte nie viel für die Bustaben an den Seiten übrig, doch heute orientierte ich mich mal ein wenig danach. Bei A kam Hunter gleich mit Samson rein. Zu seiner Rechten war dann der Bustabe F, zu seiner Linken K. Neben K war E. Ich stellte also zwischen K und E eine Pylone auf den Boden. Die nächste Pylone stellte ich zwischen E und H, denn H folgte an der langen Seite sofort nach E. Genau gegenüber, zwischen B und M stellte ich die dritte Pylone. Das wars auch schon für heute, mehr würden wir nicht machen.
    Hunter kam nun endlich in die Halle und schaute verdattert von einem Fleck zum Anderen. “Keine Panik, ich erkläre dir gleich alles.”, munterte ich ihn auf und schickte ihn erst Mal alleine auf sich los, damit er Samson warm ritt. “Willst du sofort loslegen oder soll ich erst mal vorreiten?” “Vorreiten.”, sagte er knapp und schwang sich von Samsons Rücken. Ich stieg auf und ritt den Wallach zu erst ein wenig quer durch die Halle, ehe ich zum Halleneingang ritt. “Die erste Pylone ist A, die Zweite B und die Dritte C. Wenn es in der Pattern heißt, Walk to A, reitest du im Schritt bis zu Pylone A. Jog at A… ach, ich zeig es dir einfach. Die Pattern kannst du ja selbst lesen, wenn du danach reiten musst.”, sagte ich lachend und trieb Samson im Schritt an. Ab Pylone A trabten wir dann bis zu B, wo ich ihn stoppte. Das war ein wenig holprig, aber noch vertretbar. Ich gab ihm die Hilfen zum “Spin”, denn wir mussten eine 180° Drehung machen, es passierte jedoch nichts. “Naja, hier muss ich dann beim nächsten Mal ran, du brauchst das nicht zwingen. Wollte dir das nur mal zeigen.”, sagte ich lachend, stieg dennoch ab und fing an, ihn von links nach rechts weg zu schieben. Ich piekste ihm dafür mit dem Fingernagel in die Schulter und schnalzte, bis er Koloss sich bewegte und anfing, sich von mir weg zu bewegen. Ich machte das eine ganze Runde lang, ehe ich wieder aufstieg und es erneut versuchte. Nun drehte er sich- wenn auch schwerfällig. Er war aber auch ein Koloss von Pferd, ich wusste gar nicht, dass Tinker so fett sein konnten. Nachdem wir uns dann gedreht hatten, trabte ich ihn an und ritt ihn in einem Halbkreis zu C, ehe ich neben C stoppte und ein paar Schritte nach hinten ging, genauer gesagt eine Pferdelänge, was er wirklich super machte.”So, du bist dran.”, sagte ich und schwang mich von Samsons’ Rücken, ehe ich Hunter hinauf half- das war schonender für den Rücken.
    Die beiden schafften das ganz gut- es war ja auch alles nicht schwer, wenn man reiten konnte und das konnte Hunter definitiv. “Wenn du es hinbekommst, dass er die Drehung morgen hinbekommt, gebe ich dir eine neue Pattern zum Üben, abgemacht?”, fragte ich ihn und spornte seinen Kampfgeist an. “Alles klar, ich geh dann mit Ocean ins Gelände.”, sagte ich ihm und ließ die Beiden üben. Bevor ich mir Ocean schnappte, aß ich noch etwas. Dann ging ich auf die Koppel und nahm mir den Hengst, bevor wir zum Stall gingen und ich ihn putzte und sattelte. Dann zog ich meine Schutzweste und meinen Helm an, ehe wir ins Gelände gingen. Ich war ja gespannt, ob ich gleich wieder auf der Erde liegen würde, denn bis zur Strecke führte ich ihn, ehe ich nachgurtete und aufsteigen wollte. Sofort lagen seine Ohren flach am Kopf und er spannte sich an. “Du bist mir ein Affe, ich hab gar nichts gemacht, lass den Quatsch.”, sagte ich genervt und entschied mich dann dazu, ihn ein wenig über das Gelände zu führen. Ich machte also die Zügel auf der einen Seite los, so dass ich diese wie eine kurze Longe benutzen konnte, damit er in einem gewissen Abstand von mir mitlief. Das klappte sogar besser, als ich gedacht hatte, so dass er auch einen Sprung so an der Hand schaffte, ehe ich die Zügel wieder fest machte und ohne zu zögern aufstieg. Ich ließ die Zügel doch recht locker und ritt ihn einfach ein bisschen über die Wiese gehen, da hin, wo er gerade wollte, ehe ich langsam die Zügel aufnahm und ihn angaloppieren ließ. Immer wieder schmiss er seinen Hintern in die Luft. Hunter hatte mir geraden, ihn nicht grob anzufassen, weshalb ich mir das einfach gefallen ließ- einem anderen Pferd hätte ich längts eine rüber gezogen, aber bei Ocean war das eher kontraproduktiv, weshalb ich ihn einfach auf einem Zirkel galoppieren ließ, den ich immer kleiner machte, bis er so sehr mit seinem Gleichgewicht zu kämpfen hatte, dass er das Buckeln total vergaß. Nach und nach vergrößerte ich den Zirkel wieder und steuerte aus der Biegung heraus auf den ersten Sprung zu, so dass der Hengst sofort all seine Konzentration auf den Sprung legen musste, sonst wäre er da voll hinein gekracht. So ging es auch mit allen anderen Hindernissen: meinte er, dass er rumzicken musste, ritt ich ihn in immer kleiner werdenden Zirkeln. Benahm er sich wieder, wurden diese Größer. Im Wassergraben meinte er auch einmal, er müsste wieder auf stur stellen, so dass er im Wasser seine Runden drehte, zwar nur im Trab, aber ich handelte sofort.
    So kam es dann auch, dass ich mit einem total braven, aber vor allem auch fix und fertigen Hengst am losen Zügel zurück zu Hunter geritten kam. “Was hast du denn mit dem angestellt?”, fragte er mich- man hörte seine Sorge in der Stimme. “Er musste heute einfach wahnsinnig viel galoppieren. Wenn er mir gebuckelt hat oder total gegen die Hand gegangen ist, habe ich ihn auf dem Zirkel galoppiert und den Kreis so lange verkleinert, bis er so sehr mit seinem Gleichgewicht beschäftigt war, dass er keine Zeit mehr hatte, Quatsch zu machen- und so nass ist er, weil wir so eine Einheit auch im Wassergraben machen mussten, weil er mir da gestiegen ist.”, erklärte ich ihm und sah ihm an, dass ihm das nicht passte. “Ich würde jetzt schon sagen, dass er in einer höheren Klasse laufen kann. Du kannst ihn vermutlich viel besser trainieren als ich, denn er und ich passen absolut nicht zusammen, weshalb ich das Training jetzt hier abbreche. Tut mir Leid.”, erklärte ich und stieg ab, ehe Hunter mir seinen geliebten Hengst abnahm. Military war leider nicht meine Stärke und ich hatte auch nicht die Nerven, mich mit so einem Pferd auseinander zu setzen, weshalb ich das Training abbrach. Vom Potenzial her konnte er locker in der Klasse L laufen, er brauchte eben nur noch etwas Training- ganz verfehlt hatte ich mein Ziel also nicht.
    Mittlerweile war dann auch Nick wach, so dass wir mit Scarlet in Birth’ Training anfangen konnten. Das würden wir nur heute und morgen machen, denn dann konnte Hunter sie selbst weiterbilden. Bei Vollblütern war es leider nicht mit ein paar Mal rennen getan, sie mussten jeden Tag auf die Bahn. Während Nick die hibbelige Stute fertig machte, blätterte ich durch das Trainingsbuch. “Oh schau mal, das letzte Mal wurde sie von einem Mitarbeiter von Occulta trainiert, dann kann sie nur gut auf der Bahn sein.”, meinte ich zu Nick. “Sie haben Starts geübt und ein Intervalltraining abgeleistet, 1000 Meter, wobei die letzten 400 Meter in 30 Sekunden zurückgelegt wurden. Das schaffen wir auch.”, sagte ich lachend. “Mal schauen, wie wir das ausbauen können.”, murmelte ich und schaute ihm zu, wie er professionell den Sitz des Sattels überprüfte. “Können wir?”, fragte ich und nahm das Trainingsbuch mit zur Bahn. “Wärm die erst mal im Schritt und Trab auf der Bahn auf, dann sehen wir weiter.”, erklärte ich und setzte mich auf den Zaun der Rennbahn, ehe ich auf mein Handy schaute und Trainingszeiten verglich. “Das letzte Mal ist sie circa 5 Furlongs galoppiert, wir machen heute sofort 6, das sind immerhin ungefähr 200 Meter mehr.”, redete ich mit mir selbst und suchte Markierungen an der Bahn, die ich dann auch fand. Nun kam Nick auf mich zu. “Wir machen heute einen fliegenden Start.”, sagte ich knapp und sprang vom Zaun, ehe ich zeigte, wo er starten und wo er sie ausgaloppieren lassen sollte. “Alles klar.”, sagte Nick, wendete und galoppierte sie an. Ich schaute auf meine Stoppuhr, hielt sie mir vor die Nase und drückte auf den Knopf, als er vor mir durchstartete. “Na komm, zieh.”, murmelte ich in meinen nicht vorhandenen Bart und schaute den Beiden gespannt zu. Scarlet war wirklich ein gutes Pferd, die Pferde der Gips Reminder Ranch mussten sich da wirklich in Acht nehmen, denn gegen sie zu gewinnen wäre nicht einfach, das sagte mir dann auch meine Stoppuhr- 109 Sekunden, gar nicht schlecht!
    Als Nick wieder bei mir vorbei kam, sagte ich ihm die Zeit. Er nickte und ritt die Stute ein wenig trocken, bevor wir sie im Stall fertig für die Box machten. “Morgen früh starten wir um 5.”, erklärte ich und ging dann ins Haus- es war schon spät.

    Am nächsten Morgen traf ich Nick pünktlich um fünf auf der Rennbahn, Scarlet war aufgewärmt und wir konnten loslegen. “Galoppier sie 2 Furlongs langsam, dann einen schnell, dann wieder zwei langsam. Dann kommst du zur Startbox.”, erklärte ich ihm und ging schon mal vor zu den Startboxen. Scarlet machte, was Nick von ihm verlangte und so kamen sie heil bei mir an. Die Stute in die Startbox zu bekommen war gar nicht so einfach, doch nach einer Weile stand sie drin. “Genau wie gestern, zieh ein wenig mehr an auf den letzten hundert Metern.”, erklärte ich und schon öffnete sich die Startbox. Scarlet schoss mit Nick nach vorne und ich schaute den beiden zu, wie sie galoppierten. Auf den letzten Hundert Metern streckte sich Scarlet immer mehr, bis sie ins Ziel flogen. Ich lächelte, bei einem Blick auf die Uhr. Da war noch so viel Potenzial nach oben, bei der Stute. Fast 109 Sekunden, aber eben nur fast. Sie war schneller als gestern.
    Am Nachmittag hatte ich dann wieder eine Einheit mit Hunter. Heute klappte es schon viel besser, so dass ich ihm eine neue Aufgabe zuteilte: der Halbkreis wurde jetzt nicht mehr getrabt, sondern galoppiert. Ich schaute den beiden eine Weile zu, ehe ich Hunter von unseren Erfolgen mit Scarlet erzählte und Nick und ich uns auf den Heimweg machten- Zuhause warteten auch Pferde.
    20. Oktober 2016
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    Chuckling Dancing Mess - Dressur L auf M; Scarlet in Birth - Military E auf A

    „Missy ist doch gut. Wir haben doch die letzten Tage auch miteinander gearbeitet“ seufzte ich, als ich versuchte der Stute das Halfter über den Kopf zu ziehen. Die letzten Tage waren relativ gut verlaufen und nun sowas.

    Rückblick
    Vor ein paar Tagen war mein Flugzeug gelandet und Hunter hatte mich gleich abgeholt. Wir hatten alles Wichtige bereits vor meiner Abreise geklärt und hatten dann die letzten Details im Auto noch geklärt. Am Hof stiegen wir aus und er hatte mir die Pferde gezeigt. Zwei hübsche Dinger und auch vom Charakter her waren sie wirkliche Herausforderungen. Die nächsten Tage sollten nach meiner ersten Einschätzung sehr spannend werden.

    Zurück im Hier und Jetzt
    Oh ja! Die letzten Tage waren spannend geworden, aber es war dennoch gut gelaufen. Nichts im Vergleich zu jetzt gerade. Nach gut einer viertel Stunde hatte ich es jetzt dann doch mal geschafft. Chuckling Dancing Mess war dennoch nicht sonderlich begeistert. Ich seufzte kurz und klopfte ihr doch noch kurz den Hals. Ich holte ihren Putzkoffer und fing an ihr Fell sauber zu machen. Dies ging relativ schnell und ich ging nochmal in die Sattelkammer. Dort nahm ich mir ihren Dressursattel und die Trense mit. Sanft klopfte ich nochmal ihren Hals und legte ihr dann den Sattel auf den Rücken. Die Stute zickte wieder ein bisschen und ich versuchte nochmal sie zu beruhigen. Das würde ja heute ein witziges Training werden. Ich holte noch meinen Helm und die Gerte. Dann zog ich mir ersteren auf und trenste die Stute noch. Gemeinsam ging ich mit ihr zur Halle. Dort stieg ich dann auf ihren Rücken. Wir hatten bereits mit den Aufgaben der M-Dressur angefangen, aber da sie heute so komisch drauf war, wollte ich sie nicht weiter überfordern oder fördern sondern einfach nochmal ein bisschen den Grundgehorsam unter dem Sattel üben. Ich hatte Hunter vorher nach Erlaubnis gefragt und er fand die Idee wirklich gut. Ich klopfte sanft ihren Hals als ich aufstieg und ritt sie in aller Ruhe warm. Ganz in Ruhe war dies jedoch nicht, da sie immer wieder den Hals hochriss. Ich klopfte ihren Hals nochmal und übte dann Schritt-Trab- Übergänge. Sie sollte einfach lernen, dass sie dann nicht einfach weiterrennen sollte. Unsere eigentliche Trainingseinheit bestand nur daraus und aus Zirkeln und Volten. Vorhand- und Hinterhandwendung. Am Ende ließ ich ihr die Zügel lang und ritt sie wieder ab. Wirklich gefallen hatte ihr das ganze heute merkbar nicht und ich konnte mir schon denken, dass sie auch morgen nicht sonderlich Lust hatte zu arbeiten. Nachdem sie trocken war, stieg ich von ihrem Rücken und führte sie dann noch kurz ein paar Runden. Hierbei musste sie immer strickt hinter mir bleiben. Eigentlich würde ich das überflüssig finden, aber ich fand ihre Art mir gegenüber heute einfach nicht in Ordnung. Gerade schnappen und das ohne Ende war ich einfach kein Fan von. Ich brachte die Stute in ihre Box und verräumte dann alles. Als nächstes holte ich Scarlet in Birth aus ihrer Box und putzte sie dann. Die Stute hatte auch einen eher anstrengenden Charakter. Ich klopfte ihren Hals und holte dann ihren Sattel und die Trense. Dann holte ich noch die Gamaschen und meinen Helm. Ich platzierte alles auf der Stute und führte sie dann aus dem Stall. Ich lobte sie nochmal kurz und stieg dann auf ihren Rücken. Ich ließ ihr die Zügel lang und ritt sie im Gelände warm. Als nächstes folgte die Geländestrecke. Scarlet war ganz schön hitzig und schien schon zu wissen was nun kommen würde, als ich den Weg zur Strecke an. Ich trabte die Stute erst mal an der Strecke vorbei und ging sie dann im Galopp in die Richtung zurück in die wir gekommen waren. Danach lenkte ich sie nun endgültig auf die Strecke und sprang sie eine Runde. Die Stute zog brav an den Sprüngen an und schnaubte immer wieder ab. Scheinbar schien ihr das ganze hier sehr Spaß zu machen, aber genau das hatte ich die letzten Tage schon gemerkt. Morgen würde ich sie auf dem Platz nochmal springen. Aber darüber würde ich mir morgen nach dem Training mit Missy genauer Gedanken machen. Ich klopfte sanft den Hals der Stute und ging den Parcours dann ein weiteres Mal. Zum Schluss ritt ich sie ab und ließ ihr die Zügel auf dem Weg nachhause heim. Am Stall zurück, stieg ich von ihrem Rücken und klopfte ihr nochmal den Hals. Dann brachte ich sie in die Box und sattelte sie ab. Als nächstes folgte die Trense. Ich räumte beides auf und entfernte dann noch die Gamaschen von ihren Beinen. Ich räumte auch sie auf und gab den beiden Stuten noch etwas zu fressen. Für heute hatten sie beide den restlichen Tag eine Pause verdient. Ich klopfte beiden Hals nochmal, doch Messy schien darüber nicht gerade so erfreut. Ich ging nach drinnen und machte mir was zum Essen. Dann schaute ich meinen Plan nochmal durch und vermerkte in meinem Trainingsbuch über alles heute. Ich las mir noch ein paar Bücher durch über Bodenarbeit, Fohlen ABC und Einreiten. Da es schon spät war ging ich nur noch kurz duschen und auch schon ins Bett.

    Ich holte Chuckling Dancing Mess aus der Box und heute schien alles wieder besser sein. Nicht super, aber besser als gestern. Ich klopfte den Hals der gold champagnefarbenen Stute. Ich band sie dann vor der Box an und putzte sie schließlich. Als nächstes holte ich den Sattel und die Trense. Ich platzierte den Sattel auf ihrem Rücken und ging ein weiteres Mal in die Sattelkammer. Ich holte die Bandagen aus dem Spind und ging dann wieder zurück zu der Vollblutstute. Ich klopfte nochmal ihren Hals und bandagierte ihr die Beine. Als ich damit fertig war trenste ich sie und setzte meinen Helm auf. Gemeinsam ging ich mit ihr wieder zur Halle und stieg dort auf ihren Rücken. Ich ritt sie wieder in aller Ruhe warm und begann dann mit den bereits geübten Aufgaben der M-Dressur. Das heutige Merkmal lag auf Traversalen und Traversen. Ich klopfte ihr immer wieder dazwischen den Hals und versuchte weiterhin sie nicht zu überfordern. Dennoch sollte sie heute ein bisschen weiterkommen, da ich bald abreisen würde. Nachdem ich mit dem Training fertig war, ritt ich sie ab und brachte sie dann wieder in den Stall. Ich räumte ihr Zubehör auf und brachte sie nach draußen auf die Weide. Ich holte Scarlet aus der Box und putzte sie auch. Ich ging in die Sattelkammer und holte dann sowohl den Sattel als auch die Trense. Ich holte zudem noch die Gamaschen und platzierte alles auf der Stute. Ich zog ihr nochmal die Trense vom Kopf, da ich komplett vergessen hatte, dass ich die Hindernisse noch nicht aufgebaut hatte. Ich zog ihr das Halfter wieder auf dem Kopf. Ich ließ sie kurz stehen und ging zum Platz. Ich baute die Hindernisse auf und ging wieder nach drinnen. Zusammen mit der Stute ging ich wieder nach draußen und stieg auf ihren Rücken. Den Helm hatte ich natürlich mitgenommen und bereits aufgesetzt. Ich ritt sie warm und begann mit dem Parcours. Sie machte wirklich gut mit, war hier und da zwar noch ein bisschen zu stürmisch, aber das würden wir bis zu meiner Abreise auch noch hinbekommen.

    Genau diese war auch in einer guten Woche schon gekommen. Die Zeit war wirklich sehr schnell vergangen, aber ich war froh, was ich mit beiden Stuten erreicht hatte. Ich stellte beide Hunter nochmal in der gewünschten Disziplin vor und ging ein letztes Mal auf seinem Hof zum Duschen. Danach fuhr er mich zum Flughafen und ich stieg in das Flugzeug zu Rachel. Sie hatte mich um Hilfe im Stall geboten, besser gesagt um ein paar Trainingseinheiten für zwei Pferde.
    von Friese
    01. November 2016
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    Distanz E-A

    Mein heutiges Trainingspferd war manchmal ein ganz schöner Dickkopf, so in etwa wie ich selbst. Das musste ich mir jedenfalls von Rosie anhören, die schon einmal mit der Stute ‚Scarlet in Birth‘ zu tun gehabt hatte. Ich hingegen war der Überzeugung, am Ende des Tages sagen zu können, dass Scarlet eben eine typische Frau sei. Das Bear Brook EC war gar nicht so weit von Pineforest entfernt, jedenfalls war es bis dorthin keine halbe Weltreise, wie zu meinem letzten derartigen Auftrag. Auf dem Hof wurde ich von Hunter in Empfang genommen. Wir liefen vom gut beschatteten Parkplatz zum Stallgebäude; es war ein herrlicher Herbstnachmittag, ausnahmsweise ohne Regen. Im Inneren des Gebäudes erkannte ich sofort ein paar Pferdegesichter wieder: unsere ehemalige Vollblutstute Blütenzauber und Mr. Raw Depression, den ich damals an der Körung von Unbroken Soul of a Rebel zum ersten Mal beobachtet hatte und der Vater von einem unserer Fohlen war. Doch mein eigentliches Ziel sah uns bereits erwartungsvoll entgegen. Ich holte Scarlet aus ihrer Box und putzte sie von Kopf bis Huf gründlich. Hunter hatte natürlich Besseres zu tun als mir dabei zu helfen, also nutzte ich die Gelegenheit um mich in aller Ruhe mit Scarlet vertraut zu machen. Ich fasste alle vier Beine der Stute an; nicht nur, um ihre Erziehung zu testen, sondern auch um festzustellen, ob mit den Strukturen alles in Ordnung war. Ich konnte nichts entdecken und fuhr beruhigt mit dem Satteln fort. Scarlet bekam zum Schutz der Beine Gamaschen und ihre Hufschuhe, da sie Barhuf lief und ein längerer Ritt vor uns lag. Als wir beide ausgerüstet waren, führte ich Scarlet nach draussen in den Innenhof zum Aufsteigen. Vor dem Losreiten prüfte ich nochmal den Puls am Hals der Stute, welcher wie erwartet im Normalbereich von 30-40 Schlägen pro Minute lag. Dann setzten wir uns in Bewegung, durch die kleine Baumallee und danach links. Vor uns lag ein ca. vierstündiger ‚Ausritt‘, bei dem ich mir ein Bild von Scarlets Trainingszustand machen wollte. Geplant waren folglich ungefähr 35 Kilometer in der Tempovorgabe T6 - also 6 Minuten pro Kilometer. Am Anfang blieben wir noch im Schritt und wärmten uns gründlich ein. Als dann eine passende Gelegenheit kam, trabte ich an und startete das eigentliche Training. Wir waren von nun an über längere Abschnitte in einem flotten Trab unterwegs, machten dazwischen aber immer wieder Schrittpausen. Scarlet voller Energie und auch zum Teil etwas guckig, besonders wenn wir neben hohen Gebüschen ritten. Nach knapp 20 Kilometern stand eine Pause an, bei der ich Scarlets Puls abermals prüfte und sie aus einem Brunnen trinken liess. Nach zwanzig Minuten ging’s weiter, denn jetzt war ihr Puls längst wieder normal. Man merkte der Stute am Ende schon an, dass sie erst fünf Jahre alt und noch kein Distanz-Profi war, aber sie hatte sich nicht schlecht geschlagen. Sie war zwischen den Hinterbeinen und auf der Sattellage verschwitzt, ausserdem hatte sie ganz leicht Nasenausfluss. Das war aber alles im normalen Bereich. Ihr Puls direkt bei unserer Rückkehr lag bei circa 70, also ebenfalls annehmbar. Ich achtete auch auf ihre Atmung und den allgemeinen Eindruck, doch sie schien den Ritt gut verkraftet zu haben. Ich führte Scarlet nach unserer Ankunft auf dem Hof gründlich trocken und kühlte ihre Beine, dann übergab ich sie zurück an Hunter. Ich empfahl ihm, eine Art Trainingstagebuch zu führen, in dem er die Leistung der Stute festhalten und ihre Steigerung von Zeit zu Zeit auswerten konnte. Dann verabschiedete ich mich von Pferd und Besitzer.
    3557 Zeichen von Occulta
    29. Januar 2017 | von Samanta
    Springtraining E-A

    "Trainingsstall Project Second Chance, Samanta Thomsen am Apparat. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?"
    "Hunter Crowley. Haben Sie Zeit?"
    Ich schmunzelte. Der schweigsame Hunter also. "Sicher. Warte kurz, ich schau mal nach." Keine Antwort. Ich sah meinen Kalender durch und fragte dann:"Passt es in zwei Wochen?"
    "Ja."
    "Schön, dann sehen wir uns dann. Bis bald."
    "Bis bald." Leise lachend legte ich auf und teilte dann meinen Mitarbeitern mit, dass ich in zwei Wochen weg sein würde. "Und was musst du machen?"
    "Keine Ahnung. Hunter Crowley ist nicht gerade der gesprächigste, aber ich schätze, das werde ich schon noch erfahren." Zwei Wochen später machte ich mich auf den Weg nach Lincolnshire zum Bear Brook EC. Obwohl ich nur knapp zwei Stunden brauchte, wollte ich trotzdem auf dem Hof übernachten. Aus dem einfachen Grund, dass ich dann meine Trainingszeit einfacher einteilen konnte. Hunter hatte nichts dagegen, solange ich ihn nicht vollquatschte. Was ich nun wirklich nicht vorhatte. Ich redete zwar gerne, aber ich wollte auch niemandem auf die Nerven gehen. Angekommen sah ich mich lächelnd um. Es war wirklich schön hier. Good old England. Ich reiste gerne, aber nichts auf der Welt war schöner, als England. Ein Grund wieso ich in dieses schöne Land gezogen war. Hunter konnte ich auf den ersten Blick nicht entdecken, dafür eine junge Frau, die gerade aus einem der Ställe kam. "Kann ich Ihnen helfen?"
    "Samanta Thomsen. Ich bin die Trainerin. Ist Hunter da?"
    Die junge Frau nickte und sagte dann:"Ja. Er hat gesagt, dass sie kommen. Ich bin Gine. Soll ich Ihnen Ihre Unterkunft zeigen?"
    "Gerne." Sie führte mich zum Gästehaus und zeigte mir das Zimmer, wo ich unterkommen konnte. "Vielen Dank." Lächelnd verabschiedete sich die junge Frau und versprach mir Hunter bescheid zu geben. Nachdem ich mich eingerichtet hatte, ging ich nach draußen und traf dort auf Hunter. "Hallo."
    "Hallo."
    "Worum geht es denn eigentlich?"
    "Springen auf A."
    "In Ordnung. Welches Pferd?" Er winkte und ich folgte ihm in den Stall. Dort deutete er auf eine junge EVB-Stute. "Sie heißt Scarlet in Birth.Ein echter Wildfang. Du kommst zurecht?" Ich nickte und sagte:"Ja, wenn ich was brauche, werd ich schon jemanden finden." Hunter ging und ich machte mich erstmal mit der Stute vertraut. Auf den ersten Blick wirkte sie zutraulich und sanftmütig, aber man sah ihr auch an, dass ihr der Schalk im Nacken saß und sie ihren eigenen Kopf hatte. Nachdem ich sie aufgehalftert hatte, schnappte ich mir Putzzeug und begann die Stute erstmal zu putzen. Es gefiel ihr oder eher gesagt: sie ließ es über sich ergehen. Gine kam vorbei und fragte:"Brauchst du irgendwas?"
    "Sattel und Trense und jemanden, der mir in den nächsten Wochen beim Springtraining hilft."
    "Da wird sich sicher jemand finden. Irgendwer hat immer Zeit."
    "Super." Gine zeigte mir Sattel und Trense der Stute und reichte mir noch eine Longe. "Für alle Fälle", sagte sie schmunzelnd und ich nahm die Longe entgegen. "Danke." Ich ging heute mit der Stute erst einmal in die Halle, um sie besser kennen zu lernen. Die Longe legte ich an den Rand und stieg dann auf. Schnell war klar, dass die Stute vorwärtsdrängend war und dass sie ihren eigenen Kopf hatte. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass ich mit ihr nicht klar kommen würde und während des ersten Trainings musste ich auch nicht absteigen, weil sie zu schnell oder ähnliches war. Ich versorgte die Stute, aß dann noch etwas und stellte einen Trainingsplan zusammen. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging ich direkt in den Stall und traf dort auf Gine. "Heute helfe ich dir beim Springtraining. Ansonsten wird immer irgendjemand da sein."
    "Super. Vielen Dank." Nachdem ich die Stute fertig gemacht hatte, brachte ich sie auf den Springplatz und ritt sie dann erstmal locker im Schritt. Anschließend trabte und galoppierte ich und bat Gine in der Zeit zwei Cavalettis sowie Trab und Galoppstangen aufzubauen, um mich mit der Stute im Springen bekannt zu machen. Sie war ebenso wie auch sonst sehr eifrig und man musste sie in ihrem Eifer ziemlich bremsen, aber wenn man sich einmal bei ihr durchgesetzt hatte, dann war sie kaum aufsässig und ließ sich auch bremsen ohne dabei bockig zu werden. Die nächsten Tage verbrachte ich damit, die Stute über Cavaletti und Trab- sowie Galoppstangen zu arbeiten und mich mit ihr und ihrer Art vertraut zu machen, bevor ich mich an die eigentlichen Sprünge machen würde und mit dem Training beginnen wollte. Zwischendurch ging ich mit der Stute immer mal ins Gelände, um Abwechslung reinzubringen. Auch Pausetage fügte ich ein, damit sie sich vom Training erholen konnte. Nach und nach erhöhten wir die Sprünge. Es war - wie Gine es versprochen hatte - immer jemand dabei, der mir beim Auf- und Abbauen behilflich war. Hunter sah auch immer mal wieder rein und schaute sich unsere Fortschritte an. "Wie macht sie sich?"
    "Bisher ganz gut", sagte ich, "wir wachsen langsam zusammen." Ich schmunzelte und klopfte der Stute sanft den Hals. Drei Wochen später ging ich mit der Stute den ersten E-Pacours einmal komplett. Andere Trainer wären vielleicht schneller vorgegangen, aber ich wollte mich eben gut vorbereiten und da die Stute noch recht jung war, wollte ich mir mit dem Training auch Zeit lassen. Für die Besitzer würde das natürlich keine höheren Kosten bedeuten. Zwei Tage später, sagte ich zu Gine, die heute wieder dabei war:"Bau den Sprung mal auf 1 m. Ich möchte schauen, wie sie das macht." Gine nickte und folgte meinen Anweisungen. Ich ritt mit der Stute im Schritt weiter, um sie in Bewegung zu haben und nachdem der Sprung aufgebaut war, trabte ich sie erst noch einmal eine Runde, bevor ich angaloppierte und den Sprung ansteuerte. Scarlet zog zunächst an, wurde dann aber doch etwas unsicher und ich trieb energisch, sodass sie tatsächlich weiter ging und über den Sprung sprang. Sie verschätzte sich etwas mit der Höhe und riss die Stange. Ich lobte sie trotzdem und wartete bis Gine den Sprung wieder aufgebaut hatte. Wir versuchten es gleich ein weiteres Mal und dieses Mal übersprang Scarlet das Hindernis schon viel souveräner. Ich ritt den Sprung nur noch ein weiteres Mal an und beendete das Training für heute. In den nächsten Tagen überwanden wir immer wieder einzelne A-Sprünge, um sie an die Höhe zu gewöhnen und nach und nach auf 1,10 m zu gehen. Die Stute wurde immer souveräner im Springen und ließ sich auch von der 'Höhe' nicht beeindrucken. Sie zog mittlerweile richtig an und ich hatte Mühe sie etwas zu bremsen. Manches Mal während des Trainings war sie wirklich mies drauf. Es schien mit ihrer Rosse zu tun zu haben. An solchen Tagen konnte man mit ihr nicht wirklich arbeiten. Das waren dann die Tage, an denen ich mit ihr ausritt oder sie einfach mal stehen ließ. Ansonsten kamen wir gut miteinander aus und ich war begeistert, wie gut die Stute ihre Sache meisterte. Am Ende des Trainings konnte sie ohne Probleme einen A-Pacours überwinden. Souverän übersprang sie jeden Sprung und musste eher gebremst werden. Am letzten Tag sah Hunter Crowley beim Training zu. Normalerweise sah ich mir immer an, wie die Besitzer mit ihren Pferden in der neuen Lektion oder der neuen Klasse zurecht kamen, aber bei Hunter wusste ich, dass er ein super Reiter war und ich mir keine Sorgen machen musste, dass er mit der 'neuen' Klasse nicht klar kam. Also verabschiedete ich mich und sagte:"Hat mich gefreut, dass du wieder auf mich zurückgekommen bist. Bis zum nächsten Mal. Hoffe ich."
    "Bis zum nächsten Mal." Er lächelte und ich reichte ihm die Hand, die er nach kurzem Zögern ergriff. Einige Stunden später reiste ich ab und freute mich schon wieder auf zu Hause, auch wenn es dieses Mal keine so lange Reise war, wie bei meinen letzten Aufträgen.
    07. Februar 2017 | 7713 Zeichen von Samanta
    Militarytraining A-L

    "Hast du Lust auf einen bockigen Esel?" Noch bevor er sich mir vorgestellt hatte, wusste ich wer dran war. "Kommt drauf an. Worum geht es denn?"
    "Scarlet in Birth. Militarytraining."
    "In dem Fall habe ich wohl Lust auf einen bockigen Esel." Am Anfang hatte mich Hunters schweigsame Art etwas irritiert. Nicht, dass ich das nicht schon kannte, aber bei ihm war es ausgeprägter, als bei anderen und man musste manchmal erahnen, was er einem mitteilen wollte. Mittlerweile kam ich mit seiner Art aber ganz gut klar und ab und an gelang es mir sogar, ihn ein bisschen zum 'Plaudern' zu bringen. "Wann?" Ich blätterte in meinem Kalender. "In einer Woche?"
    "Abgemacht. Bis dann."
    "Bis ...", aufgelegt,"...dann." Ich schmunzelte und schüttelte lachend den Kopf. "Was ist denn so lustig?" Isabella stand in der Tür und streckte mir einen Teller mit Kuchen entgegen. Ich griff zu. "Danke. Mein Kunde. Hunter Crowley."
    "Ah, der Schweigsame. Der macht Alan Konkurrenz, hab ich gehört."
    "Gegen ihn, ist Alan die reinste Plaudertasche." Isabella lachte. "Was wollte er denn?"
    "Meine Dienste als Trainerin. Ich glaub ich bin ihm ganz recht, weil ich ihn nicht die ganze Zeit vollquatsche."
    Eine Woche später machte ich mich auf den Weg nach Lincolnshire zum Bear Brook EC. Dort angekommen, konnte ich erstmal niemanden entdecken, fand den Weg zum Stall und zu Scarlet in Births Box. "Na, Monster. Hast du mich vermisst." Lachend kraulte ich die Stute, die nicht gerade begeistert von der Störung vor ihrer Box zu sein schien. "Kann ich Ihnen helfen?" Ich drehte mich um und sah mich einem jungen Mann gegenüber. "Oh, Verzeihung. Ich glaube wir kennen uns nicht. Ich bin Samanta Thomsen."
    "Ah, die Pferdetrainerin. Hunter hat von Ihnen erzählt. Ich bin Isaac."
    "Freut mich. Ist Hunter denn da?" Er nickte. "Ja, im Haus. Er erwartet Sie schon."
    "Bitte dutzen Sie mich doch. Ich komme mir sonst so alt vor." Er lachte und nickte dann. "Ja, kenne ich." Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zum Haupthaus, wo ich tatsächlich Hunter antraf. Nachdem ich mich im Gästehaus eingerichtet hatte, ging ich wieder nach unten und dann in den Stall. "Sie soll auf L-Niveau gebracht werden."
    "In Ordnung. Das bekommen wir schon hin. Nicht wahr, Scarlett?" Die Stute ignorierte mich und kaute weiter genüsslich auf ein paar Halmen herum. "Brauchst du mich noch?" Ich schüttelte den Kopf und Hunter ließ uns alleine. Da ich mit Scarlett bereits vertraut war, würde ich das Kennenlernen in dieser Einheit nicht brauchen. Ich wusste bereits, wie ich die Stute zu nehmen hatte. Das hieß nicht, dass ich sie nicht trotzdem heute erstmal nur locker reiten würde. Ich ging erstmal hinüber zum Springplatz und baute einige Cavalettis und Trab- sowie Galoppstangen auf. Anschließend ging ich zurück zu Scarlet und holte sie aus der Box, um sie zu putzen. Nachdem ich sie geputzt, gesattelt und getrenst hatte ging ich mit ihr auf den Springplatz. "Na, erinnerst du dich?" Hier hatten wir während der letzten Trainingseinheit die meiste Zeit verbracht." Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf und ritt die Stute erstmal warm. Sie war nicht gerade begeistert, ließ sich aber auf das Training ein. Zunächst jedenfalls. Als nämlich ein Hengst vorbei kam, den sie offenbar toll fand, versuchte sie gleich erstmal ihm nachzulaufen. "Oh nein, Fräulein. Das kannst du knicken." Wir diskutierten die Sache noch ein paar Minuten aus, aber schon bald hatte die Stute begriffen, dass ich mir von ihr sicher nicht sagen lassen würde, was jetzt zu tun war. Die Stute lief nun wieder brav ihre Runden, drängte vorwärts und so trabte ich schließlich an. Nachdem ich sie auf beiden Händen mehr oder weniger locker bekommen hatte, trabte ich zum ersten Mal über die Trabstangen. Sie hob brav die Beine und ich lobte sie ausgiebig. Immer wieder nahm ich die Trabstangen während des Trainings und schließlich galoppierte ich sie ab, bevor ich die Galoppstangen nahm. Die Stute nahm die Stangen ohne große Probleme, teilweise musste ich sie aber ziemlich bremsen, um sie in ihrem Übereifer nicht zu bestärken. Ja, die Stute hatte Feuer. Die Cavalettis und Stangen waren für die überhaupt kein Problem und auch mit höheren Hindernissen hatte sie, wie ich schon wusste, keinerlei Probleme. Ihr 'Problem' lag eher darin, dass sie teilweise zu schnell wurde und die Distanz dann nicht richtig einschätzen konnte. Beim Military nicht besonders gut, aber nach und nach bekamen wir das in den Griff. In den nächsten Tagen trainierte ich mit ihr erst einmal nur auf dem Springplatz und reicherte das Training durch Ausritte, kurze Dressureinheiten, Spaziergänge und Tagen auf der Koppel an, damit sie sich nicht langweilte. Erst eine Woche später machte ich mich das erste Mal an das Training auf dem Geländepacours. Die Stute machte ihre Sache gut, aber auch hier musste ich sie in ihrem Eifer bremsen. "Wie läufts?"
    "Gut, gut",antwortete ich als ich mit Scarlet gerade wieder am Hof ankam. "Sie ist etwas übereifrig, aber ansonsten kommen wir gut klar." Hunter nickte. "Ich denke wir könnten in vier Wochen fertig sein, wenn sie sich weiter so gut macht."
    "In Ordnung."
    "Dann bis später." Nachdem ich Scarlet versorgt hatte, machte ich mich noch ein bisschen auf dem Hof nützlich, bevor es schließlich Zeit fürs Bett gehen war. Die nächsten Tage verbrachte ich immer wieder auf dem Geländepacours, wechselte aber auch weiterhin mit Dressur, Ausritten und Pausen ab, um sie konzentriert zu halten. Mir war es gelungen, den Eifer der Stute mittlerweile in andere Bahnen zu lenken, sodass sie ihren Ehrgeiz eher in die Höhe am Sprung, als in die Geschwindigkeit legte. "So ist es gut,mein Mädchen." Wir konnten uns nun auch an die höheren Hindernisse wagen. 1,20 m waren die Hindernisse bei der Klasse CCI3* (L). Mit Bürste sogar bis zu 1,40 m. Die Weitsprünge waren bis zu 3,60 m weit und in die Tiefe ging es bis zu 2 m. Etwas, was wir natürlich alles trainieren mussten. Erstmal konzentrierte ich mich auf die höheren Hindernisse. Die Stute überwand die Hindernisse ohne Probleme, schätzte manchmal die Distanz nicht richtig ein, konnte sich aber immer noch irgendwie darüber retten. Sie hatte Talent. Das war eindeutig. Solange sie jemanden hatte, der ihren Eifer in die richtigen Bahnen lenkte, würde sie keine Probleme mit den Hindernissen bekommen. Gefährlich konnte es nur werden, wenn sie zu schnell wurde, aber da machte ich mir bei Hunter eigentlich keine Sorgen. Er war ein klasse Reiter und er kannte die Stute schon eine ganze Weile. Noch fünf Wochen trainierte ich mit der Stute an der Höhe, der Weite und der Tiefe. Bei den Sprüngen, die in die Tiefe gingen, war die Stute zunächst ziemlich unsicher, aber nach und nach vertraute sie mir soweit, dass sie auch die 2 m nach unten ohne Probleme überwand. Auch mit Hunter gab es da keinerlei Probleme. Die beiden flogen nur so über die Hindernisse und Hunter gelang es die Stute in ihrem Ehrgeiz zu bremsen und so auch die Geschwindigkeit rauszunehmen. "Ich kann euch beiden für dieses Mal nichts mehr beibringen", sagte ich lächelnd, als die beiden wieder zurückkamen. "Achte immer darauf, dass du die Geschwindigkeit immer kontrollieren kannst. Das ist die einzige Schwierigkeit, die ich bei ihr sehe." Er nickte und wir machten uns wieder auf den Weg zurück zum Hof. Da es noch früher Mittag war, verabschiedete ich mich schon heute."Bis zum nächsten Mal." Lächelnd reichte ich Hunter zum Abschied die Hand und verabschiedete mich auch noch von Scarlet und den Angestellten des Hofes, die ich bereits kennen gelernt hatte. Dann machte ich mich auf den Nachhauseweg. Es war wieder einmal schön gewesen und ich hatte es genossen die Stute zu trainieren, auch wenn sie nicht immer ganz einfach war.
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    01. März 2017 | 11036 Zeichen von Canyon
    Dressur A-L

    Bear Brook EC hieß es mal wieder und deswegen buchte ich mir absichtlich diesmal doch wieder ein Flugticket. Meine letzte Reise dorthin war nicht gerade entspannend verlaufen, weswegen ich in den sauren Apfel biss und etwas mehr Geld dafür ausgab. Wer noch in den sauren Apfel beißen musste, dass war mein Rüde Gery. Mit traurigen und ziemlich unwiderstehlichen Hundeaugen blickte er mich an, als ich ihn bei Petyr ablud, welcher die nächsten Tage auf ihn aufpassen würde. So Leid wie es mir für ihn tat, meine Arbeit war genauso wichtig und da er fliegen hasste, gab es dieses Mal keine andere Lösung für uns beide.
    Einige Stunden später landete ich dann im mittleren Westen Englands, von wo aus mich ein Taxi zum Gestüt von Hunter brachte. Im Stall fand ich schließlich nicht nur ihn, sondern auch Iseabail, welche eine kleine Knuddeleinheit meinerseits überstehen musste, bevor ich mich an Hunter wand und auch diesen begrüßte. Wir waren beide nicht die gesprächigsten, sodass das Wichtigste schnell geklärt war. Mittlerweile kannte ich mich hier recht gut aus, sodass mir Hunter diesmal nur meine Trainingsstute zeigte und mich dann meiner Arbeit überließ. Hunter hatte mir diesmal den Freiraum gegeben, dass ich selbst entscheiden durfte, in welcher Disziplin ich trainieren wollte und da ich es selbst auch noch nicht wusste, verschob ich diese Entscheidung auf später. Scarlet in Birth hieß die Hübsche und wie konnte man es anders erwarten, na gut, man konnte es anders erwarten, gehörte sie zu der Rasse der Englischen Vollblüter. Groß, braun und ziemlich zierlich. Sie schien mir etwas mager, jedoch verdeckte sie dies gekonnt unter muskulösen Körperpartien.
    Mit funkelnden und munteren Augen blickte sie mich durch die Gitter der Box hindurch an und einen Moment versuchte ich ihren Blick nachzumachen. Es stellte sich schnell heraus, dass sie es um einiges besser konnte. "Na Süße?" So locker und freundlich wie möglich näherte ich mich der Box und blieb dann ruhig davor stehen. Mein Blick galt nicht nur ihr, sondern auch den anderen Pferden und Tieren im Stallgebäude, sodass sie sich nicht beobachtet fühlte. Als sie sich etwas entspannt hatte, schob ich die Tür vorsichtig auf und beschäftigte mich nun auch direkt mit ihr. Ich war erstaunt, wie schnell sie sich an mich gewöhnte, sodass ich mein Longierzeug zusammenpackte und mich auf die Suche nach einem freien Platz machte. Leider hatte das Wetter wieder umgeschlagen und eine triste und graue Wolkenwand bedeckte den Himmel. Hinzu kam noch der eklige Westwind, welcher mich und auch Scarlet überredete, heute in die Halle auszuweichen. Hier hatten wir unsere Ruhe und genügend Platz für die Arbeit. Scarlet kannte das Longieren mittlerweile natürlich und so brauchte sie nicht lange, um in einem flüssigen und lockeren Trab mich herum zu laufen. Sie schien viel Ausdauer und Eleganz zu besitzen und je länger ich ihr zusah, desto sicherer war ich mir, dass ich sie in der Dressur trainieren würde. Ich zog das Longieren nicht in die Länge, jedoch war es für uns beide ein guter Start, um uns besser kennenzulernen. Sie lernte so meine Körpersprache und meine Stimmlage kennen und ich wusste jetzt schon einzuschätzen, wie ich sie in den verschiedenen Gangarten sich bewegen würde. Nach einer dreiviertel Stunde entließ ich sie und gab ihr etwas Freizeit, bevor wir am frühen Abend noch einmal zu einander finden würden.

    Scarlets letztes offizielles Dressurtraining war bereits ein Jahr her und da sie sehr vielseitig ausgebildet wurde, passte auch dies ganz gut in die Planung von Hunter. Kurz vor Sonnenuntergang holte ich Scarlet also wieder zu mir, kleidete sie diesmal jedoch in ihr schickes Dressuroutfit.
    Wieder ging es für uns beide in die Halle und da sich Hunter drum gekümmert hatte, dass wir sie für uns hatten, gehörte der gesamte Platz nur Scarlet und mir. Ich führte sie entspannt durch die Halle, erklärte ihr, was wir heute machen würden und versuchte sie seelisch auf das Training vorzubereiten. Als das geschehen war, stieg ich auf und ritt sie nun ordentlich im Schritt warm. Sie hatten wunderschöne Gänge und wenn man von kleinere Bockanfällen absah, benahm sie sich vorbildlich, die Motivation würde schon irgendwann noch kommen. Im Schritt ritt ich Volten und Schlangenlinien und versuchte die Stute so viel zu beschäftigen wie es ging, sodass sie kaum die Zeit dazu hatte, auf blöde Gedanken zu kommen. Nachdem ich merkte, dass sie lockerer und weicher wurde, trabte ich an und ritt auch hier nochmal einige Bahnfiguren zur Dehnung. Ich lobte sie so oft wie nötig und möglich und versuchte das Training abwechslungsreich und spannend zu gestalten, denn ich konnte mir vorstellen, dass das bei ihr ein guter Weg sein könnte.
    Nachdem wir uns miteinander angefreundet hatten, begann ich damit, sie die wichtigsten Lektionen aus der A-Dressur abzufragen, welche gleich den Einstieg in die L-Dressur sein sollten. Auch wenn ihr Dressurtraining bereits einige Zeit her ist, so schien ihr Gedächtnis jedoch hervorragend zu funktionieren. Nicht nur die Übergänge vom Schritt in den Galopp, welche sie als Rennpferd sowieso beherrschen sollte, sondern auch die schwereren Lektionen, wie die Vorderhandwendung und die Verkleinerung und Vergrößerung des Vierecks klappten nach kurzem Übung wieder problemlos. Da in der L-Dressur die Kehrtwendung auf der Hinterhand abgefragt wurde und die sehr der Vorderhandwendung ähnelte, begann ich sogleich mit dieser. Gerade war Scarlet noch gelassen und ruhig und dafür war die Übung perfekt. Ich ließ sie einen Schritt nach vorne treten und leitete somit die Wendung ein. Dann versuchte sie mithilfe passender Hilfen dazu zu bringen, dass ihr äußeres Hinterbein einen Halbkreis um das innere Hinterbein tritt. Ich trieb unterdessen weiter und fordert sie so dazu auf, etwas in Richtung Schwerpunkt vorzutreten. Zum Glück bereitete ihr die Anlehnung keine Probleme mehr, welche stets konstant bleiben sollte.
    Die ersten Schritte waren noch etwas wackelig und sie wollte zu erst die bereits erlernte Vorderhandwendung zeigen, merkte jedoch schnell, dass ich das nicht von ihr verlangt hatte. Scarlet schien Wendungen ganz interessant zu finden, weswegen ich gleich die Kurzkehrtwendung anhing, welche jedoch aus dem Trab angeritten wurde und auch gleich danach wieder im Trab weiter gehen sollte. Für Scarlet war diese perfekt, da sie ihre Eleganz zeigen konnte und trotzdem die benötigte Bewegung bekam.
    Als nächstes ging ich zum einfachen Galoppwechsel über. Diesen übten wir auf dem Zirkel und wechselten dann stetig diesen. Ich war erstaunt, wie begabt Scarlet trotz, oder gerade wegen ihres interessanten und manchmal anstrengenden Charakters war und das Training machte mir immer mehr Spaß. Da die Übergänge vom Galopp in den Schritt ihr keine Probleme bereiteten und sie folgsam meinenAnweisungen folgte, was mich freute, aber auch etwas stutzig machte, brauchten wir mit dem Galoppwechsel auch nicht lange. Sie parierte durch, ich stellte sie um und wir galoppierten auf der anderen Hand wieder an - Perfekt!
    Am Ende des heutigen Tages, kurz nachdem ich mit ihr noch den Außengalopp geübt hatte, warteten noch die Schlangenlinien auf sie.Wie hätte es anders sein können, aber ich merkte bereits nach dem ersten Durchlauf, dass sie darauf keine große Lust hatte. Sie wurde unkonzentrierter und hippelig und versuchte immer wieder auszubrechen. Ich tat mein Bestes die Schlangenlinien so vielseitig wie nur möglich zu kombinieren, sah jedoch zum Schluss ein, dass es für heute keinen Sinn mehr machte und beließ es dabei.
    Zur Belohnung durfte sie sich im Sand wälzen, sodass ich dann einiges an Arbeit hatte, ihr den feuchten Sand wieder aus dem Fell zu putzen. Doch sehr zufrieden mit dem Training und Scarlet entließ ich sie in ihren Feierabend und suchte mir dann auf dem Hof bis zum Abend eine helfende Tätigkeit.

    Auch für Scarlet begann der nächste Morgen früh. Sie schien darüber kein bisschen glücklich zu sein und schaute mich nur verständnislos an, als ich mit dem Dressursattel auf dem Arm vor ihr stand. Den Großteil hatten wir bereits gestern erlernt. Heute würden wir das ganze noch vertiefen und die restlichen Lektionen erarbeiten, bevor ich meine Arbeit hoffentlich heute für vollendet ansehen konnte. Mein Ziel war es, den Grundstein für die weitere Arbeit mit ihr zu legen und Hunter und seinen Helfer die Arbeit etwas zu erleichtern.
    Nach der ausführlichen Erwärmung, wiederholte ich die Lektionen von gestern und versuchte diese zu perfektionieren und zu festigen, bevor ich mich mit den restlichen beschäftigen würde. Die Schlangenlinien versuchte ich nie in den Vordergrund zu schieben, sondern immer wieder zwischendrinnen nur kurz anzureisen, sodass sie nie lange Zeit dafür hatte, sich zu beschweren oder querzustellen. Vor allem standen heute die versammelten Gangarten auf unserem Plan, aber auch das Überstreichen im Trab und verschiedene Voltenarten. Ich ließ mir Zeit und kombinierte alles mit den verschiedensten Lektionen, welche sie in ihrer Laufzeit als Dressurpferdbereitserlernt hatte, in der Hoffnung, sie so ausreichend zu beschäftigen. Ihr schien zu gefallen, das ich mein Bestes gab, um mich auf sie einzulassen. Ich mochte dieses Pferd mit jedem Schritt den es tat mehr und ich fragte mich schon, wie ich nur mein ganzes Leben mit solchen tollen Pferden verbringen sollte, ihre Entwicklung beobachten musste und ich immer wieder fast mit Tränen nach Hause fuhr. Aber dann dachte ich an meinen Óslogi und meinen Félagi und mir wurde bewusst, das auch ich zu Hause geniale Pferde hatte, für die sich die verschüttete Träne lohnte.
    Die restliche Stunde wiederholte ich all das gelernte und versuchte mit zärtlicher Macht auch Scarlet davon zu überzeugen, dass Schlangenlinien, vor allem die mit den Galoppwechseln, doch Spaß machen können. Sie schien nicht vollkommen überzeugt, aber jedenfalls sah ich eine leichte Verbesserung.
    Um auch Hunter von ihrem Fortschritt zu überzeugen, lud ich ihn zu einer kleinen Vorstellung ein, bei welcher ich ein Turnier imitierte und mit Scarlet zu einer flüchtig ausgesuchten Musik eine Kür vorführte, welche die wichtigsten Lektionen aus der L-Dressur beinhaltete. Selbst die Schlangenlinien zeigte Scarlet unter der Beobachtung ihres Besitzers mit etwas mehr Motivation und ich merkte, dass sie sich etwas anstrengte, aber vermutlich wusste sie ganz genau, dass sie es danach geschafft haben würde. Auch Hunter schien ganz zufrieden mit seiner Stute und zauberte akrobatisch eine restliche Möhre aus den Tiefen seiner Tasche.
    Während wir zu zweit die Stute absattelten, berichtete ich ihm noch in Eile, wie das Training gelaufen war und gab meine eigene Einschätzung noch preis, welche bei dieser Stute gar nicht schlecht ausfallen konnte.
    Leider flog mein Flieger bereits am frühen Nachmittag, sodass ich mit Hunter nur noch das Nötigste klärte, mich von Scarlet verabschiedete und mich dann auf den Weg zum Flughafen machte. Es war mal wieder ein gelungenes Training gewesen und ich wusste, dass ich wiederkommen würde.

    Die Kür
    Ausnahmsweise war ich pünktlich auf der Tribüne und schlürfte meine Cola. Und schon ging es los, selbstverständlich hatte ich meine Kamera parat! Heute ging es um Ponys, Rappen und Braune. Als zweites ritt ein mir sehr bekannter Mann in die Halle auf einer braunen Vollblut Stute. Durch die Lautsprecher drang eine Ansage: „Hunter Crowley vom Bear Brook EC stellt uns heute seine braune Englische Vollblutstute Scarlet in Birth vor!” Meine Kinnlade klappte herunter als ich diese hübsche Stute sah. Fast hatte ich vergessen die Kamera an zu machen. Scarlet wirkte etwas hitzig und sehr temperamentvoll, aber Hunter behielt einen kühlen Kopf und brachte sie bei X zum Stehen und grüßte die Richter, ehe er in einem schnellen Trab auf die ganze Bahn ging. Ich bewunderte Scarlets Gänge, Hunter hatte zu tun sie zurückzuhalten, aber nach einem Handwechsel in Form von durch die ganze Bahn wechseln, entspannte sich die Stute. Hunter gab ihr die Galopphilfe und ritt eine Runde. Nachdem er im Schritt durch den Zirkel wechselte galoppierte er sie erneut an und präsentierte all ihre Gänge nun auch auf dieser Hand. Zwischendurch zückte ich die Kamera und schoss ein paar gute Fotos. Auf dem besten Bild sah man sie in der schönsten einfüßigen Galoppphase. Als abschließende Figur zeigte die Stute gekonnte Seitengänge. Zu guter Letzt kamen sie erneut bei X zum Halten und Hunter verabschiedete sich von den Richtern, anschließend trabten sie in einem Hall aus Applaus und Jubelrufen aus der Halle. Wieder ertönte die Stimme in den Lautsprechern und kündigte den neuen Kandidaten an. ​
    1580 Zeichen | gezählt mit charcount.com | by Zion

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    Occulta gefällt das.
  7. BellaS

    BellaS Ich bin ...äh ...'Eigen'

    Meine Teilname mit
    Brött

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    Brött
    Brötchen
    Blettur x Milka Luflee
    Black Lemontree x Byjumi | Unbekannt x Unbekannt


    7. November
    1,35 m
    (Dunkel-)Fuchsschecke
    EEAa CC dd gg Toto zz splspl


    frech | übermütig | energiegeladen
    VBrött weiß ganz genau wann der Reiter nicht bei der Sache ist und nutze jede Chance. Ist man aufer auf Zack und beschäftigt die junge Stute, ist sie gelehrig und weiß sich zu präsentieren. Hatte Brött allerdings einen Stehtag, ist sie nicht zu gebrauchen, bis man sie einmal im Galopp um die Bahn gejagt hat. In der Herde ist sie eher Ranghoch, hat aber keine führende Position

    Stahleisen | nicht aktuelle Impfungen
    Führen | Fohlen ABC | Sattel & Zaumzeug | eingeritten | eingetöltet

    Schritt | viel Power, schnell, kraftvoll
    Trab | sehr weicher Trab, hohes Grundtempo, aufrechte Haltung
    Galopp | aufrecht, kraftvoll, kurze Sprünge, wird sehr schnell
    Tölt | viel weiteres Training nötig, Trabtölt
    Tölt T8 (T6)
    Viergang V1 (V3)
    Dressur A (M)
    Distanz A (S***)


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    125. Synchronspringen

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    367. Dressurturnier


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    341. Galopprennen


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    254. Distanzturnier | 262. Distanzturnier


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    257. Militaryturnier

    [Schleife]
    [SK NR] Name der SK

    als Leihmutter verfügbar | nicht tragend


    BellaS
    Wolfszeit
    Waldvögelchen & BellaS + ohne VKR


    PNG | Puzzle

    TA (c) Möhrchen

    ...nach den beiden Hengsten war nun als letztes noch eine Stute an der Reihe. Die süße gescheckte Stute Brött stand schon am Anbindebalken und ihre Besitzerin Annabell Schmiedemann begrüßte mich freundlich. Sie erzählte mir ein bisschen über die Stute und ich kraulte ihren Hals. Ich hatte mich sofort in die Stute verliebt... Sie biss in den Reißverschluss meiner Jackentasche und zog sie auf. Die Leckerlis hatte sie auf jeden Fall sofort gerochen und das Öffnen der Tasche hatte sie auch nicht zum ersten Mal gemacht... „Wenn du artig bist, bekommst du am Ende eins...“, sagte ich grinsend zu ihr und Annabell lachte.
    Ich schaute der kleinen Stute in die Augen und die Ohren, kontrollierte ihre Zähne und Schleimhäute. Soweit sah alles gut aus und Brött war artig. Ich tastete mich über das Genick und den Hals weiter zum Rücken. Ich tastete die Wirbel einzeln ab und achtete auf ihre Reaktion. Sie scharrte mit dem Vorderhuf, was ich aber weniger auf Schmerzen, sondern vielmehr auf schlichte Langeweile zurückführte. Ansonsten fühlte sich der Rücken locker und gut bemuskelt an. Ich wiederholte das gleich mit den Beinen, wobei Brött sich einen Spaß daraus machte, mir den linken Vorderhuf wieder und wieder aus der Hand zu ziehen. Aber als Annabell sie ermahnte, ging es plötzlich. So ein Clown...
    Ich bat Annabell, sie eine Runde über den Hof zu führen und eine enge Wendung auf jeder Seite zu machen. Brött freute sich über die Abwechslung und stürmte gleich mal los. Annabell war das anscheinend gewohnt und blieb ganz ruhig, aber Brött wollte wohl lieber eine Stufe schneller laufen... Sie hatte Mühe, die Stute zu halten, schaffte es aber letztendlich doch. Langsam wurde sie wieder ein bisschen ruhiger. Sie ging flüssig und locker, alles sah normal aus.
    Zu guter Letzt hörte ich ihren Bauch, ihre Lunge und ihre Herz ab, wobei sie überraschenderweise relativ still stand. Auch hier hörte sich alles gut an und ich konnte ihr endlich ihr lang ersehntes Belohnungs-Leckerli geben. Sie fraß es gierig und suchte schon in meinen Taschen nach dem nächsten. Kopfschüttelnd brachte Annabell sie zurück auf ihre Wiese, wo sie sich endlich wieder austoben konnte. Ich verabschiedete mich von Annabell und machte mich gegen Mittag wieder auf den Weg nach Hause

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    Hufkontrolle | 3994 Zeichen | © Sosox3

    Nach zwei Tagen in Norwegen machte ich mich weiter zu meinem nächsten Kunden, naja eher Kundin. Ich wurde herzlich von ihr empfangen und wir sprachen ein wenig über unsere Arbeit. Auch über Rachels letzten Besuch in Dänemark. Scheinbar hatte sie sehr viel preisgegeben und konnte sich dennoch nicht richtig entscheiden, was sie denn jetzt züchten wollte. Doch unser Gespräch lenkte sich immer mehr in Richtung Arbeit. Ich seufzte. „Wer ist denn der erste?“, fragte ich neugierig, da es hieß, ich würde heute nicht nur Isländer bearbeiten. „Romulus, ein Paso Fino. Ich bringe dich gerade zu ihm“, sagte Anabell zu mir und begleitete mich zu ihrem Putzplatz. Dort breitete ich schon mal meine Utensilien aus, während die junge Frau ihren Braunen zu mir führte. „Was braucht der Hübsche denn?“ „Nur eine Kontrolle und die Hufe sollten gekürzt werden. Ich bin in der Zeit gerade die Fohlen am bespaßen.“ Ich nickte und kratzte ihm zuerst die Hufe aus um sie dann einer ordentlichen Kontrolle zu unterziehen. Er wies ziemlich harte Hufe vor und hatte eine leichte Fehlstellung hinten links, die ich im Laufe der Bearbeitung noch bearbeiten würde. Hier und da tänzelte er mal und erwies sich als etwas temperamentvoller als ich zu Anfang dachte. Es dauerte also ein wenig länger bis ich ihm die Hufe ordentlich gekürzt hatte. Kurz darauf rief ich seine Besitzerin an, welche mir sagte, dass ich gleich das nächste Pferd empfangen würde. Einer ihrer Stallburschen würde Romulus nehmen und mir dann Fenja bringen. Sie würde genau dasselbe bekommen.

    Fenja war noch beschlagen, also musste ich ihr erst die Eisen abnehmen und ihre Hufe dann säubern. Beim ersten Blick fielen mir dann auch schon ihre viel zu langen Hufe auf, die auch noch in einem optimalen Zustand waren. Bei der Kontrolle fiel mir dann vorne links eine Fehlstellung auf, die ich gleich bearbeitete beim Kürzen. Auch sie war eher eine von der unruhigen Sorte, genau wie Romulus. Doch hielt mich das nicht von meiner Arbeit auf. Nach dem Feilen brachte mir der gleiche Stallbursche eine Isländerstute namens Brött.

    Genau wie die zwei vorherigen war sie etwas übermütig und was alles noch schwieriger machte, war ihre Unwissenheit gegenüber mir, dem Schmied. Es machte alles zwar ein wenig schwieriger und komplexer, denn sie hatte ziemlich lange Hufe, die dringend gemacht werden mussten. Die Kontrolle verlief sehr gut und sie konnte keine Fehlstellungen aufweisen, so machte ich mich dann ans kürzen. Dem Horrortrip wäre ich lieber entkommen, aber da musste sowohl ich als auch die Junge Stute durch.

    Das nächste Pferd war eine Paint Horse Stute, immerhin ein Engel im Umgang und auch beim Kürzen der Hufe war sie ruhig und pflegeleicht. Im Gegensatz zu Brött und ihrer Unwissenden Ader, wobei sie dafür ja nichts konnte. Ich war ihr erster Hufpfleger. Ice Coffee hatte gute Hufe und auch nicht allzu lange, sodass nicht viel wegmusste. Während ich meine Arbeit machte, döste sie und gab mir ihre Hufe fast schon von alleine.

    Luna und Blaer waren die nächste. Rachel hatte Luna schon einige Male auf Turnieren vorgestellt und Blaer sollte eigentlich mal zu uns auf den Hof, aber wir hatten damals andere Probleme mit unseren Pferden. Luna hatte hinten rechts eine etwas größere Fehlstellung, da würde ich wohl öfter mal dran, aber es war machbar. Beim Kürzen war sie artig, ich hatte auch nichts Anderes erwartet, bei Blaer verlief das ganze fast genauso wie bei Brött. Sturheit war fast schon der Schlüsselbegriff der Situation und so dauerte es ein Weilchen bis ich fertig mit dem Kürzen ihrer Hufe war.

    Die letzte war dann Vin, der ich erst die Hufeisen samt Stollen abnahm und dann die Hufe kontrollierte und kürzte. Bis die Eisen erhitzt waren schmusten wir ein wenig und dann legte ich ihr die Eisen an. Da es Sommer war, dieses Mal ohne Stollen, wie sie es im Winter trug. Ich war für heute mehr als geschafft und war heilfroh, dass ich jetzt erst einmal einen Tag Pause hatte bis der nächste Flug nach Island auf mich wartete.

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    31. Mai 2016
    Romulus & Tilviljun Galopp E → A, Mayalie Fahren A → L, Brött Distanz E → A | 4021 Zeichen | © BellaS
    „Bella, du weißt ganz genau wie sehr ich es hasse, wenn das Training vergessen wird.“ „Komm mir nicht so! Ich habe alles mögliche im Kopf, du kannst auch mal an das dämliche Training denken!“ Bella war in Fahrt und gerade genauso gestresst wie streitlustig, wobei das eine wahrscheinlich aus dem anderen herrührte. „Beruhige dich. Wir teilen uns das jetzt flott auf und dann haben wir die drei in eins, zwei Stunden fertig.“ „Du bist ein Schatz.“, kam es erleichtert von Bella, gefolgt von einem Kuss auf den Mund. So schnell konnte auch nur ihre Stimmung schwanken. Ich fühlte mich versucht das Training von ein Weilchen Training sein zu lassen, aber im Moment würde Bella das wohl kaum besonders gut finden. Schade eigentlich. Ich lenkte meine Gedanken zurück zu den Pferden. „Weißt du was, dann pack‘ du das Plüschtier alias Mayalie vor die Kutsche. Fahren L ist das Ziel. Ich denke das kriegt ihr gut hin. Linn kann dann mit Brött raus und Distanz auf A bringen. Brötts Kondition lässt zwar noch zu wünschen übrig, aber seis drum.“ „Super. Fehlt nur noch Romulus.“ „Den nehme ich. Ich hätte Lust auf ein bisschen Galopprennen. Vielleicht gegen Finley. Wenn er Juni nimmt, haben wir auch noch ernsthafte Konkurrenz.“ „Genial.“
    Ich unterrichtete noch schnell den Rest des Teams, bestehend aus Linn und Finley, von unserem Plan und schließlich putzen wir vier unsere Pferde und machten sie trainigsfein. Galopprennen war gerade ganz nach meinem Geschmack und auch der feurige Hengst schien nicht abgeneigt zu sein. Auch die sonst brave Tilviljun freute sich auf die Geschwindigkeit, kaum erblickte sie die Bahn. Während ich die Bügel verkürzte, damit ich im leichten Sitz reiten konnte, sah ich aus dem Augenwinkel Bella, die mit Mayalie vor der Kutsche in Richtung Strand fuhr. Linn auf Brött neben ihr reitend. Die Beiden würden klar kommen. Ich musste mich jetzt erstmal auf Romulus konzentrieren, der bereits mit den Hufen scharrte. Schon beim aufsitzen trippelte der Hengst auf der Stelle und das Warmreiten sowie die Trabphase konnten gar nicht schnell genug um sein. Juni war entspannter, auch wenn sie sich ebenfalls sichtlich auf ein Rennen freute. Ich galoppierte Romulus an und ritt eins, zwei Trainingsrunden alleine, ehe wir zu unserem rennen kamen. Filey brachte Juni an einer der kurzen Bahnseiten zum stehen und ich schloss zu ihm auf. Da wir keinen Helfer hatten, würden wir mit Coutdown starten. „10….9….“, begann Filey. Das war fairer als wenn man mir drei begann. So hatte der andere Reiter auch eine Chance auf einen guten Start. „2….1….Los!“ Mein Körper reagierte genau in dieser Sekunde beinahe von allein und mehr brauchte es nicht um Romulus losschießen zu lassen. Der hatte mit seiner höheren Körpergröße einen kleinen Vorteil, den Junis Kondition allerdings ausglich. Wir lieferten uns ein kleines Rennen, stellten aber schnell fest, dass eine Ovalbahn für Gangreiterein nicht ganz das Wahre war um ein Rennen darauf auszutragen. Auch waren die normalen Reitsättel unserer Pferde eher unpraktisch und zu schwer für echtes Tempo. Erst jetzt fiel mir ein, warum ich überhaupt Galopprennen im Hinterkopf gehabt hatte. Ich würde mit Romulus am 1. Amateurrennen der Joelle-Vereine teilnehmen. Da konnte etwas Training ganz eindeutig nicht schaden. Um Pferde und Boden zu schonen verlegten wir unser chaotisches Renntraining an den Strand, der viel Platz und schönen Untergrund bot. Zwei weitere Rennen trugen wir aus, dann waren die Pferde erschöpft. Während es auf der Bahn unentschieden geendet hatte, gewannen hier einmal Finley mit Juni, einmal Romulus und ich. Unentschieden. Gut, dass Tilviljun nicht beim Amateurrennen starten würde. Gut für mich, schade für sie.

    Als wir zum Hof zurück kehren wollten, kamen und Linn und Brött entgegen. Ihr Ritt war, laut Linn, ziemlich ereignislos verlaufen und als uns Bella, kaum waren wir am Reitplatz vorbei gekommen, auch noch zu sich rief um auf dem Wagen als Gegengewicht zu fugieren wusste ich, dass das Training heute eine gute Lösung gewesen war.

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    28. Juni 2016
    Brött - Dressur E → A | 4387 Zeichen | © Friese


    Mein Flug von Amy aus ging weiter nach Rømø. Sie wollte ihrer Stute noch keiner Reise zumuten und wie viele meiner Kunden durfte ich sie deshalb besuchen. Ich freute mich schon mal mit einem Isländer arbeiten zu dürfen. Dies kam bei mir selbst nämlich nicht vor. Ich hatte bereits erfahren, dass sie gerade erst angeritten worden war und ich deshalb mit ihr ein bisschen entspannt arbeiten sollte. Es ging eigentlich um ein reines Grundlagentraining mit einer Stufenerhöhung von E auf A. Am Flughafen holte mich Annabell ab und wir fuhren gemeinsam zum Hof. Im Wagen erzählte sie mir noch mehr über die Stute. Am Hof angekommen packte ich meinen Koffer in mein zugewiesenes Zimmer und ging dann wieder nach unten. Gemeinsam ging ich mit Bella zu Brött. Sie war die Stute um welche sich das Training handeln würde. Ich klopfte sanft ihren Hals und sagte schließlich „ Willst du sie mir vielleicht erst mal vorreiten? Sie ist ja noch nicht so lange unter dem Sattel und dich kennt sie immerhin“ Sie stimmte mir zu und gemeinsam machten wir die Stute fertig. Danach gingen wir alle drei zum Platz und Annabell stieg auf den Rücken der Scheckenstute. Sie klopfte sanft den Hals der Kleinen, welche sofort loslief und dann wild mit dem Kopf schlug. Sie würde am liebsten sofort anfangen zu arbeiten, aber das war nun mal nicht drinnen, da sie erst warm werden mussten. Nachdem sie dies war, ging es auch endlich los. Die Stute trabte brav an. Ihr Trab war für einen Isländer relativ schön, jedoch schnell und ungestüm. Dies lag aber wahrscheinlich an ihrem Charakter und ihrem Alter. Nachdem sie mir alle Gangarten und die Bahnfiguren gezeigt hatte, welche die Stute bereits konnte. Ich konnte mir schon ein gutes Bild machen und wusste nun schon grob, wie ich die nächsten Tag strukturieren würde. Gemeinsamen gingen wir in den Stall und machten dann das Pferd zusammen fertig. Nachdem die Stute wieder sauber war, durfte sie noch ein bisschen auf die Weide und ich ging hinter Annabell in das Büro. Dort war es ruhiger und wir konnten uns gemeinsam über meine Eindrücke und meinen bisherigen Plan unterhalten. Ich erklärte ihr alles und ging dann zu meinem Zimmer. Dort packte ich als erstes meinen Koffer aus und ging dann unter die Dusche. Der Flug war lange gewesen und ich war sichtlich müde. Ich sagte Bella Bescheid und ging dann ins Bett
    ´
    Am nächsten Morgen holte ich gemeinsam mit Annabell Brött aus der Box und wir putzten sie. Dann holten wir ihr Sattelzeug und platzierten es auf ihrem Rücken und ihrem Kopf. Ich nahm die Longe mit und ging dann neben Annabell zur Reithalle. Dort hackten wir die Longe ein und ließen die Stute sich erst mal ein bisschen auspowern. Danach übergab ich Bella die Longe und klopfte Brött nur kurz den Hals. Ich holte den Hocker und wir hielten die Stute zusammen an. Ich ging langsam zu dem Sattel der Isländerdame und stieg dann vorsichtig über den Hocker auf. Als erstes würden wir heute noch an der Longe üben und in ein paar Tagen würde das Training ohne Longe losgehen. Die Stute sollte sich die ersten Tage erst an mich gewöhnen und sich unter mir beruhigen. Ich ließ die Zügel zu Beginn noch lange und nahm sie dann irgendwann mal auf. Ich klopfte sanft ihren Hals und trabte sie dann vorsichtig an. Die Stute schüttelte nur kurz den Kopf und lief dann aber brav voran. Das Ablongieren hatte wirklich einiges gebracht und war sehr froh, dass wir dies gemacht hatten. Wir trainierten noch ein bisschen, jedoch nicht so lange wie mit einem bereits gut trainierten Pferd, da ihr hierfür einfach noch die Muskeln fehlten. Das Training die nächsten Tage über war sehr abwechslungsreich und bestand sowohl aus Trainingseinheiten als auch aus Ausritten, welche überwiegend im Schritt und bergauf und bergab gingen. Dies sollte ihre Muskeln ein bisschen mehr formen. Ich trainierte die nächsten Tage auch ab und an zweimal aber dies nur selten und kurz. Am letzten Tag saß die A-Dressur zwar noch nicht zu 100%, aber die würde Bella als Ausbilderin noch verbessern können. Es sollte schließlich nur als Grundlagentraining werden. Ich ritt am letzten Tag Annabell das Pferd noch vor und brachte sie dann gemeinsam mit ihr in den Stall. Wir redeten über die letzten Tage und ich machte mich dann auf den Weg zu Hunter Crowley. Von ihm sollte ich zwei Stuten mit zu mir nehmen und weiter ausbilden. Ich verabschiedete mich also von Annabell und Brött.

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    30. Juli 2016
    Einfahren von Fenja und Fahrtraining E - A und Distanztraining für Brött E -A | 9184 Zeichen | © Zion
    „Na warst du wieder mit dem Superhelden ausreiten?“, fragte Nico mit einem neckischen Unterton. Genervt nickte ich kurz und wendete mich wieder zu Batman, denn ich würde ihn für eine Weile nicht sehen, da morgen meine Fähre nach Rømø ablegen würde. „Ach mein treuer Freund, sei mir nicht böse, aber ich muss gehen, um mir deine Möhrchen zu verdienen.“, Batman schmiegte sich an mein Hemd und ich kraulte ihm die Stirn. Durch meine Cousine Fiona kannte ich bereits Annabell Schmiedemann, die mich nun nach Dänemark holte, um zwei ihrer Pferde zu trainieren. Charly hatte zum Kaffee extra für mich Pfannkuchen mit Pflaumen gemacht, ach es war so schön hier zu sein! Am angebrochenen Abend packte ich meine Tasche und verlud sie in ein Auto. Ich ging früh zu Bett, weil die Fähre schon bei Tagesanbruch ablegen würde. Mit viel Mühe raffte ich mich dazu aufzustehen und mich ins Bad zu verkrümeln. Vorsichtig drehte ich den Wasserhahn auf und spritzte mir die kühle Flüssigkeit in mein Gesicht. Erfrischung pur! Nachdem ich mich nun von all meinen Tieren (Edda, meine Wolfshundhündin; Napoleon, mein Papagei; Don Nero Corleone, mein Kater und Cuba Libre, mein Zackelschaf), begab ich mich ins Erdgeschoss und nahm mir ein Brötchen und setzte mich anschließend ins Auto. Ich hatte aber eine bedeutende Sache vergessen und zwar meine Reitsachen, die ich im Kelle verstaute! Schnell rannte ich in den Keller und schmiss die Sachen in den Kofferraum. Endlich konnte ich den Motor meines alten Volvos starten und fuhr zum Hafen. Während der Fahrt lief ein Elvis Song den ich voller Begeisterung mitsang „Let's Rock, everybody, let's Rock...Everybody in the whole cell block...Was dancin' to the Jailhouse Rock!“ Es war seltsam, dass ich mit meinen siebenundzwanzig Jahren Fan von Elvis war, schließlich gehörte Elvis Presley nicht gerade zu meiner Musikgeneration. Meine Finger trommelten den Rhythmus auf das Lenkrad, während ich auf die Fähre fuhr. Es war mittlerweile sechs Uhr in der Früh und die Fahrt würde vier bis fünf Stunde dauern, also war es noch am Vormittag, wenn ich ankommen werde
    Wie prophezeit verließ ich die Fähre zehn Uhr dreißig. Mein Aufenthalt hier auf Rømø würde ca vier Wochen andauern, bis ich wieder zurückkehrte. Ich bog mit dem Auto auf eine Straße die den Namen 'Vestermarksvej' trug bis hin zur Nummer acht, betrachtete ich die Häuser und bog auf einen Schotterweg und kam zum Halten. Auf der Weide tollte viele Fohlen und Linn Ilva Petri schwirrte zwischen ihnen rum. Ich winkte ihr kurz zu und sie zeigte auf das Wohnhaus. Ehe ich es erreichte, kam Annabell mir entgegen. Nach einer kurzen Begrüßung erklärte sie mir was ich zu tun hatte. Ich war schon aufgeregt, denn ich hatte schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr auf einem Isländer gesessen, auch wenn mein Braddock den Tölt beherrschte, war er noch lang kein Isländer. Zuerst zeigte sie mir die beiden Trainingskandidaten. Wir besprachen das Futter was sie zukünftig bekommen würden und wie ihr jetziger Trainingsstand aussah. Fenja kannte ich bereits, denn sie gehörte einmal Fiona die sie aus Erfahrung nur an Annabell verkaufte. Kandidat Nummero zwei war Brötchen bzw Brött.
    Was für eine schöne Insel es hier war und so verschlafen wie Dornröschen, ich liebte diese Ruhe! Nach der kleinen Kennlerntour, ging ich auf das Gästezimmer und packte die Sachen aus und schmiss mich in die Reitklamotten. Die junge Brötchen war noch nicht allzu lang unterm Sattel und sollte in der Distanz gefördert werden und Fenja war nun schon neuneinhalb Jahre und sollte jetzt eingefahren werden und gleichzeitig auf A Niveau. Vorsichtig öffnete ich die Boxentür und schlüpfte hinein. Behutsam tätschelte ich Fenja und führte sie samt Halfter und Strick an den Putzplatz. Da die braune Stute dichtes Fell hatte, reichte es mit der Wurzelbürste den Dreck herraus zu bürsten, ohne ihr wehzutun. „Na Süße du sollst also eingefahren werden?“, flüsterte ich in ihre Puschelohren und tätschelte ihr den Hals. Bevor es an die Arbeit ging, holte ich für den Anfang ihre Trense, den Longiergurt, die Peitsche und eine Doppellonge. Zu Erst zog ich den Gurt nur vorsichtig an, um später auf dem Platz nachzugurten. Mit der Longe über der Schulter und den Zügeln in der Hand ging es auf den Reitplatz, welcher von der Ovalbahn umrundet wurde. Auf dem Platz gurtete ich nach und nahm die Zügel ab, um die Doppellonge in das Gebiss einzuhaken und durch die Ringe am Longiergurt und stellte mich anschließend schräg hinter Fenja. „Dann wollen wir mal anfangen!“, verkündete ich und gab ihr mit einem Schnalzen und der peitsche ein Signal zum losgehen. Fenja war sehr ruhig und gelassen, was sich später im Verkehr als vorteilhaft erweisen würde. Vorsichtig lenkte ich die Stute mit den gewohnten Zügelhilfen. An und für sich empfiehlt es sich fürs Fahren eine Kandare zu benutzen, doch für den Anfang reichte auch das gewöhnliche Gebiss. „Prima weiter so Fenja!“, sprach ich lobend zu ihr. Sie machte sich super und ich beschloss schon morgen sie an das Fahrgeschirr zu gewöhnen und sie anschließend zu gymnastizieren. Um sie auch auf die Begriffe zu schulen, erwähnte ich sie immer passend zu den Hilfen. Zum Beispiel „brrrr“ zum Anhalten. Nach ca einer halben Stunde arbeiten nur im Schritt verließen wir den Platz und gingen zurück zum Putzplatz. Schnell kontrollierte ich die Hufe und brachte Fenja auf die Weide. Als ich den Strick aushakte, preschte sie los und mischte die bunte Herde wieder auf. Als nächstes war die junge Brött an der Reihe, sie sollte in der Distanz gefördert werden und zum Schluss eine Enddistanz von 33km problemlos zu überwinden. Auch mit ihr würde ich Gymnastizierung machen, doch heute begannen wir mit einem Ausritt. Auch bei ihr reichte es aus, grob den Dreck mit der Wurzelbürste rauszuschrubben. Sattel und Trense waren verschnallt und ich schwang mich auf ihren Rücken. „Ruhig Mädchen!“, versuchte ich die ziemlich energiegeladene Stute zu beruhigen, als wir Richtung Gelände ritten. Es wäre fatal die besagten 33km im gestreckten Galopp zu reiten, egal wie viel Energie das Pferd hatte, denn es gab Etappen an denen der Puls gemessen wurde und wenn er über dem Höchstwerk lag wurde man disqualifiziert. Also ritten wir gediegen im Schritt unser heutiger Ausritt würde 15km lang sein. Um das Tempo einzuteilen trabte ich sie immer für ca. 5 Minuten an und parierte wieder durch. „Prima Brötchen! Nicht schlecht für den Anfang!“, wisperte ich mit einem Grinsen und tätschelte ihr den Hals. Und dann war es auch passiert, die freche Stute war für eine Sekunde nicht beschäftigt worden und zack rannte sie los. Mit allen Hilfen und Kurven versuchte ich sie durchzuparieren, was mir im Endeffekt auch gelang, aber mit viel Mühe. Innerlich musste ich lachen, denn den Galopppart hatten wir für diesen Ausritt auch schon erfüllt. Abwechselnd im Schritt und Trab machten wir uns auf den Rückweg. Wieder auf dem Hof angekommen nahm ich ihr den Sattel ab und brachte ihn in die Sattelkammer. Als nun auch die Trense wieder in der Sattelkammer hing, schickte ich sie wie Fenja auf die Weide.
    Die ersten 4 Wochen vergangen im Fluge und sowohl Brött, als auch Fenja hatten mich akzeptiert die Arbeit mit ihnen bereitete mir großen Spaß. Fenja war mittlerweile mit dem Geschirr vertraut und ließ sich problemlos anspannen und reagierte exzellent auf die Stimmkomandos „Schritt“, „Trab“ und „Brrr“. Brött konnte die Kilometer ohne zu zicken überwinden und beherrschte ihr Tempo einigermaßen. Da die beiden in letzter Zeit sehr viel gearbeitet hatten, stand diese Woche Ruhe und Gymnastizierung an. Was das bedeutet? Es bedeutet sie über auf dem Boden liegende Stangen traben zu lassen, aber ein paar Dehnübungen und alles andere außer reiten oder fahren
    „Prima Brötchen!“, lobte ich die Scheckstute als wir erfolgreich das Etappenziel des Proberittes erklommen hatten. „Der Puls liegt bei 65 Schläge die Minute, das ist super!“, verkündete Bella voller Freude als ich von Brött sprang und sie für die Weide fertigmachte. „Na Bella und Linn, Lust auf eine Kutschfahrt?“, sagte ich und grinste die beiden an. Sie nickten eifrig und holten Fenja und spannten die eifrige Stute vor die kleine Kutsche, die einem Sulky ähnelte. Auch jetzt in der sechsten und letzten Woche hatten wir Fenja auf das A Niveau beim Fahren gebracht, also Hindernisse und im Verkehr fahren. Als ich nun aufm dem Kutschbock meinen Platz einnahm und Bella und Linn sich hin platziert hatten trieb ich Fenja an. „Scheeritt!“, augenblicklich setzte die braune Stute sich in Bewegung.
    Die gesamte Fahrt bereite uns alles Spaß. Zwischen durch bemerkten wir ein kleines winselndes Geräusch und als Linn nachschaute, hatte sich der kleine Floki mit auf die Kutsche geschlichen. Im Gelächter überquerten wir die Straßen und fuhren wir auf den Ho
    Die ganze Zeit hier in Dänemark hatte mir große Freude bereitet und ich komme gerne wieder, teilte ich Bella mit als ich in meinen Volvo stieg und zum Hafen fuhr. Zu Hause angekommen begrüßte ich meine Tiere und umarmte meinen alten Kumpel Malte. Charly hatte zu meinem Glück wieder Pfannkuchen gemacht und servierte dazu Pflaumen. Es war wahrscheinlich auch das einzige was sie kochen konnten.

    „Sie sind an der Reihe“, rief die Dame vor dem Eingang der Reithalle und öffnete die grosse Tür. Nun galt es sich zu konzentrieren und ein perfektes Programm zu reiten. Ich schnalzte mit der Zunge und ritt Brött in die Halle. Ich erlaubte mir mich kurz umzusehen. Auf der Tribüne sassen einige Zuschauer und das Viereck war mit Blumen geschmückt worden. Ich liess die Stute antraben und als es läutete ritt ich im Trab auf die Mittellinie ein. Bei X parierte ich sie zum Stehen durch, nahm die Zügel in eine Hand und grüsste. Das Pony stand ruhig und reagierte sofort, als sie wieder antraben sollte. Schnurgerade ritt ich auf C zu und bog dann links ab. Ich ritt die Ecke aus und dann in die Diagonale. In der Ecke versammelte ich sie leicht. In der Diagonale zeigt das Pony einen sehr schönen Mitteltrab. Kurz vor H nahm ich sie wieder auf und Trabte durch die Ecke. Bei C galoppierten wir an. Brött galoppierte fleissig voran. Selbst in der 10 Meter Volte bei B verlor sie nicht den Takt. Wir galoppierten weiter und bei E bog ich auf die Mittellinie ab und bereitete den Schrittübergang bei X vor. Beim Schritt achtete ich darauf dass sie taktklar lief. Bis jetzt lief alles wie gewünscht. Kurz vor C legte ich mein äusseres Bein zurück und die Stute sprang in den Galopp. Auf der langen Geraden legte ich zu. Brött verlängerte ihre Galoppsprünge bis zum Mittelgalopp. Vor der Ecke versammelte ich sie wieder und bei A folgte der zweite Schrittübergang. Die Stute verlagerte dabei ihr Gewicht korrekt auf die Hinterhand, so dass es ein weicher Übergang wurde und blieb in korrekt in der Anlehnung. Nun folgte der zweite Schrittteil. Von A bis F ritt ich Mittelschritt, dann gab ich meine Hand nach vorne, so dass sich das Pony strecken konnte und trieb energischer. Brött tratt anderthalb Huf über zeigte einen sehr schönen Starken Schritt. Bei M nahm ich den Schritt wieder etwas auf und bei C trabte ich an. Auf der grossen Mittelvolte gab ich ihr die Zügel, bis ihr Maul auf Bughöhe war und liess sie eine Runde vorwärtsabwärts traben. Die Stute streckte sich und schnaubte zufrieden. Sie war sehr losgelassen. Nachdem ich die Zügel wieder aufgenommen hatte, trabten wir weiter bis zu F. Dort trieb ich stärker und Vikona begann mit immer länger werdenden Tritten zu traben. In der Ecke gingen wir wieder zum Arbeitstrab über und wir bogen auf die Mittellinie ein. Als das gescheckte Pony bei X geschlossen zum Stehen kam und ich gegrüsst hatte, atmete ich erleichtert aus. Die Zuschauer klatschten und ich gab meinem Brötchen die Zügel damit sie sich strecken konnte. „Braves Mädchen! Das hast du super gemacht“, lobte ich sie leise und kraulte ihr den Hals. Dann verliessen wir im Schritt am langen Zügel die Reithalle. Ich war sehr zufrieden mit unserer Leistung und erleichtert das wir es geschafft hatten.

    2818 Zeichen | geprüft mit Zeichenzähler.de | (c) BellaS

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    Zuletzt bearbeitet: 15 März 2017
  8. Sammy

    Sammy Bekanntes Mitglied

    Samantha O`Neill
    mit
    Miniature America's Narnia

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    Besuche Narnia!

    Steckbrief
    Miniature America`s Narnia
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    Spitzname: Narnia

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    ?

    V: ?
    M: ?
    Aus der: ?
    V: ?
    M: ?

    --------------------------------------------------

    Rasse: American Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 02. März 2013
    Stockmaß: 0,91 m
    Fellfarbe: Silver black dappled | Rappwindfarben (EeaaZZ)
    Kopfabzeichen: Blesse
    Beinabzeichen: v.l. + v.r. weißer Fuß, h.l. + h.r. hochweißer Fuß

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Narnia ist eine brave und verspielte Stute. Bei der Arbeit ist sie stets fleißig und aufmerksam und versucht alles, um es einem recht zu machen. Narnia wurde bei ihrem früheren Besitzer für den Zirkus ausgebildet, doch nun wird sie eine Dressur- und Fahrausbildung absolvieren, um später als erfolgreiche Zuchtstute die Miniature Horse- Linie des Hollybrook Stud Zuchtgestüts zu begründen.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Muemmi
    Ersteller: Occulta
    Vkr: Occulta


    --------------------------------------------------

    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S**
    Fahren: S***


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    ~ Schleifen ~
    1. Platz beim 393. Dressurturnier
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    1. Platz beim 299. Fahrturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///

    Tierarztbericht von Eddi, 16. März 2017
    Heute ging es für mich nach langer Zeit mal wieder zu meiner guten alten Freundin Sammy auf ihr Hollybrook Stud. Lange war ich nicht mehr da gewesen, aber man lebte halt jeweils sein eigenes Leben und da hatten wir beide mit unseren Pferden alle Hände voll zu tun. Um die ging es auch bei meinem heutigen Besuch, denn Sammy plante, ihre Stute America’s Narnia demnächst auf einer Leistungsprüfung für Stuten vorzustellen.
    Narnia war eine vierjährige American Miniature Horse Stute und maß so gerade mal an die 91 Zentimeter. Schon lange war Sammy diesen kleinen Tieren verfallen und auch mich zog es immer wieder zu ihnen, aber ich riss mich zusammen, denn letztendlich hatte ich nicht genügend Zeit, um auch sie zu bespaßen und gescheit zu fördern.
    Als ich auf dem Gestüt ankam, empfing mich Sammy mit offenen Armen und begrüßte mich erst einmal herzlich. Dann gingen wir gemeinsam in den Stall, wo bereits Narnia auf uns wartete. Die kleine Stute stand angebunden am Putzplatz und schien doch schon etwas ungeduldig zu sein.
    Ich bat Sammy, mir Narnia erst einmal im Schritt und Trab die Stallgasse entlang zu führen, damit ich ihren Bewegungsapparat überprüfen konnte. Narnia lief klar und im Takt, schwang durch den ganzen Körper schön mit und schien fit zu sein. Vorbildlich lief die Stute neben ihrer Besitzerin her und machte ihrem positiven Charakter alle Ehre.
    Wieder am Putzplatz, warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul, um Milben, Infektionen und Zahnprobleme auszuschließen. Ohren und Augen waren top und auch die Zähne standen in Reih‘ und Glied. Danach hörte ich direkt Herz und Lunge ab und kontrollierte die Werte von Puls und Körpertemperatur. Zufrieden nickte ich Sammy zu, bisher war alles in bester Ordnung.
    Nun tastete ich noch Wirbelsäule und Beine ab, um zu schauen, ob die Stute irgendwo empfindlich reagierte, ehe ich Narnia impfen und entwurmen konnte. Die Stute wurde gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft, die vier Impfungen waren allerhand, aber danach würde Narnia wieder ein Weilchen Ruhe vor mir haben.
    Abschließend bekam Narnia noch die Wurmkur von mir ins Maul gespritzt. Angeblich hatte sie Apfelgeschmack und erstaunlicherweise wurde sie von den meisten Pferden gut angenommen. Auch Narnia schluckte sie tapfer und verzog keine Miene. Dafür gabs aber danach auch von Sammy direkt eine Möhre als Belohnung.
    Ich lobte sie ausgiebig, immerhin sollte sie mich positiv in Erinnerung behalten, und dann durfte sie zurück in ihre Box. In der Zeit erneuerte ich bereits ihren Impfpass und setzte dort meine Aufkleber und Unterschriften hin. Außerdem erhielt Narnia von mir auch noch ein unterschriebenes Gesundheitszertifikat, mit welchem sie nun an der Stutenkrönung würde teilnehmen können.
    Alles übergab ich an Sammy und nach einem kurzen Plausch wünschte ich ihr viel Erfolg für die Kür, ehe ich mich auch schon wieder auf den Heimweg machte, denn auch dort gab es für mich noch viel zu tun.

    Hufschmiedbericht von sadasha, 17. März 2017
    „Wo fährst du denn schon wieder hin?“ wollte Isaac wissen, der gerade mit dem Training von Pendragon fertig war und den Ponyhengst auf die Nordweide bringen wollte. „Ich bleib im Lande, keine Angst. Es geht zum Hollybrook Stud. Die Arbeit ruft!“ Mit den letzten Worten klatschte ich in die Hände und wandte mich wieder meinem Auto zu um zu rpüfen ob ich alles dabei hatte, was ich heute für Miniature America's Narnia brauchen würde. Die kleine Stute ist Barhuferin, was es für mich leichter machte. Isaac verabschiedete sich beiläufig und verschwand dann mit dem braunen Hengst gen Norden.

    Vier Stunden Fahrt später kam ich endlich bei Samantha O'Neills Gestüt an und parkte meinen Wagen auf dem großzügig angelegten Parkplatz. Er ließ erahnen wie groß die Anlage war. Ein Blick durch die Bäume, verriet mir dass die Stallungen rechts von hier lagen. Ich schnappte mir meine Ausrüstung und machte mich auf den Weg. Bevor ich in den Stall treten konnte wurde ich abgefangen. „Hallo Hunter! Wir kennen uns.“ begrüßte mich die Blondine. Ich nickte höflich. „Stimmt, ich kenne Sie als hervorragende Trainerin.“ lobte ich und blickte hinter sie über den Putzplatz. „Ist das Narnia?“ Samantha nickte und begleitete mich zu der kleinen Stute, die geduldig auf an der Anbindestange wartete. „Ich habe sie schon geputzt, du kannst gleich loslegen. Sie ist unkompliziert im Umgang. Wir waren schon per du by the way.“ erklärte Samantha augenzwinkernd und ließ mich alleine, da sie besseres zu tun hatte als neben mir zu warten.

    Bei Narnia war das auch nicht nötig. Ruhig machte ich mich mit ihr bekannt und kraulte sie kurz, bevor ich mir den erstbesten Mitarbeiter abfing um mir die Stute vorführen zu lassen. Narnia lief taktklar und sicher. Sie hufte gleichmäßig auf und so konnte ich Fehlstellungen gänzlich ausschließen. Ich bedankte mich bei dem Mitarbeiter und band die Silver Dapple Stute wieder an und widmete mich dem ersten Huf. Mit meinem Hufmesser machte ich einen Probeschnitt um die Hornbeschaffenheit zu testen. Es entsprach meinen Erwartungen und war damit ein wenig weicher als der Durchschnitshuf. Da die Hufe in einem guten und gepflegten Zustand waren, war das weichere Horn kein Problem. Sorgfältig entfernte ich das alte Horn, schnitt den Strahl frei und arbeitete Feinheiten mit der Raspel heraus. Narnia verhielt sich dabei vorbildlich und genoss die Streicheleinheiten, die ich ihr nach jedem Schritt gönnte. Immer wieder überprüfte ich meine Arbeit, bis ich schließlich alle vier Hufe nach bestem Wissen und Gewissen ausgeschnitten und korrigiert hatte. „Gutes Mädchen.“ lobte ich Narina und kraulte ihr die Brust, während ich mich aufrichtete und einmal kurz durchstreckte bevor ich das Huffett und einen entsprechenden Pinsel aus meiner Tasche kramte. Gleichmäßig trug ich das Fett auf alle vier Hufe. Als ich fertig war räumte ich mein Werkzeug wieder zurück und suchte nach Samantha um mit ihr alles Übrige zu klären. Ich fand sie auf der Stallgasse. Sie folgte mir gleich und brachte ihre Ministute nach kurzer Überprüfung meiner Arbeit zurück in die Nebenstallungen. In der Zwischenzeit fegte ich den Putzplatz ab. Als Samantha zurückkam verabschiedeten wir uns herzlich. „Viel Erfolg bei der Prämierung!“ wünschte ich ihr noch und packte mich dann ins Auto um zurück in den Nordosten Englands zu fahren.
    3330 Zeichen von sadasha

    Trainingsberichte (11 Stück)
    Dressur E-A, 31. Mai 2016
    Fröhlich pfeifend lief ich durch meinen Pferdestall. Heute sollte das erste Training mit meinen beiden Neuankömmlingen Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia stattfinden - ich wollte nämlich beide in der Dressur auf A-Niveau trainieren. Hilfe bekam ich wei meist von Meg, die junge Frau hatte sich sowieso vollkommen in die kleine Narnia verliebt, deshalb durfte sie das Stütchen auch unter meiner Aufsicht trainieren. Meg hatte mir ja schon einmal bei der Freiheitsdressur geholfen, damals mit Little Big Girl und Mississle. Während Meg Narnia aus ihrer Box im Stutenstall holte, ging ich in den Hengsttrakt, um mich um Stormy zu kümmern. Der wunderschöne Hengst war bereits recht zutraulich und folgte mir brav zum Putzplatz, wo Meg bereits Narnia`s geäpfeltes Fell bürstete. Ich band Stormy am anderen Ende des Putzplatzes an und begann ebenfalls sein seidiges Fell zu bürsten. Anschließend kratzten Meg und ich die Hufe der Mini Pferdchen aus, verlasen die Schweife und kämmten die Mähnen. Ich hatte ein wenig mit Stormy`s - für ein Miniature Horse - sehr dicker Mähne zu kämpfen, doch irgendwann fiel ihm auch diese in seidigen Wellen über den Hals. Ich bandagierte Stormy`s Beine, trenste ihn auf und führte ihn anschließend zum Reitplatz. Meg folgte uns mit der braven Narnia auf dem Fuß. Stormy und Narnia kannten beide das Training mit Doppellonge und Langzügeln, weshalb wir sehr gut darauf aufbauen konnten. Meg und ich verteilten uns auf die beiden Zirkel und nahmen unsere Trainingspferde erst einmal an die Longe, um sie aufzuwärmen. Eigentlich machte ich das Aufwärmen für die Freiheitsdressur auch über Freilaufen, doch da wir heute ja mit Hengst und Stute arbeiteten, ließen wir das mal lieber bleiben. Wir ließen Stormy und Narnia erst im Schritt und dann im Trab um uns herumgehen, ehe wir die Hand wechselten und das Ganze auch dort wiederholten. Ich schielte immer wieder zu Meg und Narnia herüber, doch die junge Frau machte ihre Sache ausgezeichnet und Narnia arbeitete toll mit. "Okay Meg! Wir fangen jetzt mit den Schritt-Galopp-Übergängen an, dann kommt das Rückwärtsrichten, Viereck verkleinen und vergrößern und zum Schluss die Vorhandwendung, alles klar?", gab ich wie gewohnt meine Anweisungen. Meg nickte nur und wir begannen zeitgleich mit dem eigentlichen Training. Wir lösten die Longe aus den Trensen und hängten dafür die Langzügel in die Gebissringe ein. Die Schritt-Galopp-Übergänge hatte ich mit beiden Ponys bereits an der Longe vorbereitet, sodass wir diese nun nur noch mit den entsprechenden Stimmkommandos wiederholen mussten. Beide Ponys reagierten sehr gut und auch wenn Stormy ein wenig aufmümpfiger war, als die ruhige Narnia, arbeitete der Hengst heute wirklich gut mit. Fürs Rückwärtsrichten parierten wir die Mini Pferdchen jeweils bei A und bei C zum Halten durch, stellten uns vor sie, wackelten leicht an den Zügeln und sagten: "Back!". Beide kannten das Kommando inzwischen und gingen ohne größeres Zögern rückwärts. So erarbeitete ich das Zurückweichen immer und bisher hatte es auch jedesmal wunderbar funktioniert. Als nächstes war dann Viereck verkleinern und vergrößern an der Reihe. Sowohl Narnia als auch Stormy konnten bereits Schenkelweichen, sodass wir eigentlich nur noch diese bestimmte Lektion abfragen mussten. Ich startete mit Stormy, indem ich den Hengst bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite leicht nach außen stellte und ihn dann bis kurz vor B zur Mittellinie hin weichen ließ. Anschließend durfte der Hengst zwei Pferdelängen geradeaus gehen, bevor es im Seitwärtsgang zurück zum Hufschlag ging. Als das bei Stormy gut klappte, beobachtete ich Meg und Narnia und war wieder einmal begeistert von Narnia`s fließender Eleganz. Die Stute war ja so schon ein absoluter Hingucker, doch wenn sie sich dann auch noch bewegte war ich jedes Mal hin und weg. Ich nickte Meg grinsend zu, als sie die Übung beendet hatte und wir begannen sogleich mit der letzten Aufgabe für heute. Dank unserer guten Vorbereitung lief wirklich alles wie geschmiert. Ich parierte Darkwood`s Storm Dancing Feather auf dem zweiten Hufschlag zum Halten durch und ließ den Hengst Tritt für Tritt um seine Vorhand herumwenden, ehe ich ihn nach 180° zum Stehen brachte und ausgiebig lobte. Meg machte dasselbe mit Narnia und auch sie lobte die kleine Stute, als sie mit dem Kopf in die andere Richtung stand. Wir fragten nun noch ein letztes Mal alle Lektionen ab, dann erklärte ich das heutige Training für beendet. Narnia und Stormy hatten beide wunderbar mitgearbeitet und ich war mir nun auch sicher, dass sie Potential für viel mehr besaßen!

    Dressur A-L, 06. Juni 2016
    "Meg? Meg wo bist du?", rief ich wiedereinmal, als ich durch meinen Stall lief. Eigentlich stand heute das Stufentraining in Dressur mit den beiden Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia an und Meg sollte mir wieder behilflich sein. Bei Narnia war sie aber nicht und eigentlich wollten wir in einer Viertelstunde loslegen. Aufgrund meines engen Zeitplans legte ich auch viel Wert darauf, pünktlich anzufangen. Etwas ratlos lief ich in den Hengsttrakt, wo ich immerhin Samuel und Donald antraf, die gerade damit beschäftigt waren, die Boxen fertig auszumisten. "Jungs, wo ist denn Meg? Wir waren eigentlich im Stall verabredet.", fragte ich die zwei. Während Donald nur die Stirn runzelte, meinte Samuel: "Ich hab sie heute ehrlich gesagt noch gar nicht gesehen. Jetzt wo du es sagst, das ist echt komisch." Ich zögerte nicht mehr länger, sondern ging hinüber zu den Personalwohnungen. Meg sah und hörte man normalerweise immer. Entweder redete sie lautstark mit den Pferden, sang irgendein Lied oder kabbelte sich mit den Jungs. Wenn keiner sie heute wahrgenommen hatte, war sie defintiv noch nicht im Stall aufgetaucht. Sacht klopfte ich an ihre Tür, als ich keine Antwort erhielt klopfte ich lauter und rief auch Meg`s Namen. "Sammy?", krächzte es da heißer und kurz darauf öffnete mir eine völlig fertige Meg in ihre Decke gewickelt die Tür. "Herrje, was ist denn mit dir los?", fragte ich erschrocken. "Krank. Ich wollte dich anrufen, aber dann bin ich wohl wieder eingeschlafen. Oh Gott tut mir so Leid, heute ist das Training mit Narnia und Stormy! Ich habs vergessen. Himmel, warte ich zieh mich nur schnell an!", stammelte sie. Ich hielt sie am Arm fest und sah Meg scharf an: "Du geht nirgendwo hin, außer wieder ins Bett! Ich koch dir jetzt einen Tee, dann mach ich das Training und heute Abend gibts Nudelsuppe für dich. Und hör mal ganz genau in dich rein, ob du nicht lieber zum Arzt gehen möchtest." Ich duldete keine Widerrede, sondern lüftete Meg`s Zimmer und setzte gleich darauf Wasser für einen Kräutertee auf. Danach ging ich zurück in den Stall, verteilte Meg`s Boxen auf Patrick, Anna, Samuel und Donald und verdonnerte Brian dazu, mir beim Training zu helfen. Der junge Mann war super mit Pferden und verstand vom Training sogar mehr als Meg. Er würde Narnia übernehmen, während ich Stormy arbeitete. Wir machten die beiden Pferde in einhelligem Schweigen fertig - Brian redete für gewöhnlich nicht sehr viel - und führten sie anschließend zum Reitplatz. Das Wetter heute war zwar nicht perfekt, aber immerhin regnete es nicht. Wir nahmen die Minis an die Longe und wärmten sie erst einmal in aller Ruhe auf. Brian hatte noch nicht so oft mit Langzügeln gearbeitet, doch Narnia war so geduldig, dass das keine Probleme geben sollte. Nach und nach erarbeiteten wir den Außengalopp, den einfachen Wechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung mit Narnia und Stormy. Die beiden arbeiteten hervorragend mit, auch wenn Stormy von Zeit zu Zeit ein paar Hengstmanieren heraushängen ließ. Wenn das so weiter ging, musste ich ihn in Zukunft getrennt von Stuten trainieren. Aber da er und Narnia genau auf demselben Stand waren, wäre das sehr schade. Wir ließen den Mini-Pferdchen die Zeit die sie brauchten und konnten das Training schließlich erfolgreich mit zwei auf L-Niveau trainierten Pferden beenden. Ich versorgte Stormy liebevoll, schaute noch einmal bei Narnia vorbei und verabschiedete mich dann für diesen Tag von meinen Pferden, um mich um die arme Meg zu kümmern...

    Dressur L-M, 21. Juli 2016
    Fröhlich vor mich hinpfeifend lief ich über den Hof zu den großen Stallungen, um das heutige Training mit meinen geliebten Vierbeinern in Angriff zu nehmen. Als erstes standen die Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia mit der Stufenerhöhung auf M-Niveau in der Dressur auf meinem Plan. Dafür brauchte ich die Hilfe meiner Lieblingsangestellten Meg. Die war immer noch untröstlich, weil sie das letzte Stufentraining aufgrund einer Krankheit verpasst hatte, doch nun durfte sie wieder voll mitmischen.
    Als ich den Stall erreichte, war Meg bereits damit beschäftigt, das silber-geäpfelte Fell von Narnia zu striegeln. Ich begrüßte sie kurz und lief direkt weiter in den Hengsttrakt, wo Stormy schon auf mich wartete. Dieser Weg nahm allerdings ganz schön viel Zeit in Anspruch, da ich all meinen Pferden im Vorbeigehen über die Nase streicheln musste. Sie hatten ihr Frühstück bereits bekommen und warteten nun darauf, von den anderen Mitarbeitern auf die Weiden geführt zu werden. Dort durften sie im Sommer den gesamten Tag verbringen.
    Als ich Stormy erreichte, holte ich den kleinen Hengst direkt aus der Box und führte ihn auf den Putzplatz, um die Jungs nicht beim Rausbringen der anderen Pferde zu behindern. Nachdem Stormy`s Fell in der hellen Morgensonne glänzte, bandagierte ich die schmalen Beine des kleinen Hengstchens, legte ihm Pad und Longiergurt an und trenste ihn anschließend auf. Nun hakte ich noch die Longe in den Trensenring - die Langzügel würde ich erst nach dem Aufwärmen brauchen. Gleich darauf kam Meg mit der ebenso ausgerüsteten Narnia aus dem Stall und wir liefen mit den Mini-Pferdchen hinüber zum Reitplatz, der um diese Zeit noch schön im Schatten lag. Es würde heute sicherlich wieder sehr heiß werden und ich war froh, dass ich mich dafür entschieden hatte, schon so früh mit dem Training zu beginnen. Die beiden Tierchen hatten schon eine großartige Entwicklung durchlaufen, seit ich sie bei mir aufgenommen hatte und machten mit jedem Training größere Fortschritte. Deshalb freute ich mich auch schon so wahnsinnig auf dieses Abschlusstraining heute. Danach stand dann erst einmal ein wenig Pause für die Pferde an, lange Spaziergänge und ein wenig Bodenarbeit, bevor es in ein paar Wochen ans Training für Klasse S in der Dressur gehen würde. Beide hatten definitiv das Potential dazu und zu meiner großen Freude lernten beide auch noch in etwa gleich schnell. Ich führte Storm Dancing Feather auf den Zirkel bei A, während Meg Narnia auf dem bei C aufwärmte. Wir ließen die Pferdchen im Schritt, Trab und Galopp um uns herum laufen und kontrollierten ihr Tempo dabei lediglich mit unserer Körpersprache und unseren Stimmkommandos. Da die beiden ja zu klein waren, um auf ihnen zu reiten, waren diese Elemente bei ihrer Ausbildung besonders wichtig für die Dressurarbeit vom Boden aus. Meg und ich hatten mit den beiden bereits sämtliche Lektionen, die für Klasse M gefordert wurden, erarbeitet, wollten sie heute jedoch alle nochmals wiederholen. Genau genommen waren dies das Halten aus dem Galopp, die fliegenden Galoppwechsel, Schulterherein, Travers, Renvers, Traversalverschiebung im Trab und die halbe Pirouette im versammelten Schritt. Wir holten Stormy und Narnia zu uns und tauschten die Longen gegen Langzügel aus. Auch diese Arbeit waren die beiden Dressurcracks mittlerweile natürlich gewohnt. Wir prüften nun nach und nach all die anspruchsvollen Lektionen ab und ich sah immerwieder hinüber zu Narnia und Meg. Die junge Frau machte ihre Sache absolut hervorragend und brauchte nur ab und an ein wenig Hilfestellung. Ich hatte ihr Narnia "überlassen", da sie umgänglicher und ruhiger war, als der temperamentvolle Stormy.
    Am Ende des Trainings waren wir alle durchgeschwitzt, aber zufrieden. Storm Dancing Feather und Narnia hatten ihre Sache hervorragend gemacht und sich den Aufstieg in Klasse M der Dressur mehr als nur verdient. Ich war furchtbar stolz auf die beiden und ebenso auf Meg, die sich mit jedem Tag mehr zu einer sehr wertvollen Trainingspartnerin entwickelte....

    Dressur M-S, 31. August 2016
    Zufrieden schob ich meinen leergeputzten Teller von mir. Ich hatte heute für alle meine Angstellten zu Mittag gekocht, um den gelungenen Stufenaufstieg von Hollybrook`s Fairy Bluebird und Hollybrook`s Tiny Girl in der Dressur auf M-Niveau zu feiern. Gleichzeitig war dies auch eine Art "Vor-Feiern", da am heutigen Tag auch das Abschlusstraining mit den beiden Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia anstand. Allerdings liefen die beiden dann bereits auf S-Niveau. Seit sie hier auf meinem Gestüt waren hatten sie sich wirklich kontinuierlich weiterentwickelt und ich war sehr stolz auf meine Mini-Pferdchen. Wenn sie so weiter machten, würde ich sie noch in diesem Jahr zur Körung schicken können. Neben Tiny Girl hatte ich außerdem noch ein weiteres Miniature Horse gekauft. Das wunderhübsche, süße Stutfohlen Porcelain Doll. Sie hatte bereits eine Fohlenschau gewinnen können und würde mit Sicherheit noch sehr viel mehr erreichen. Wir räumten alle gemeinsam den Tisch ab und gingen dann wieder zu den Stallungen. Der Himmel war zwar immer noch eisengrau, doch immerhin war es momentan gerade trocken. "Hey Meg! Wenn wir uns beeilen schaffen wir es diesmal vielleicht tatsächlich trocken in die Halle!", sagte ich zu meiner Freundin und die nickte hoffnungsvoll. Um unser Glück nicht zu sehr herauszufordern, gingen wir sofort zu den beiden Mini`s. Wie immer kümmerte Meg sich um Narnia, während ich den schwieriger zu händelnden Stormy fertig machte. Nachdem ich das Fell des Hengstes gesäubert und seine Hufe ausgekratzt hatte, legte ich dem Hübschen Bandagen und einen Longiergurt an und trenste ihn anschließend auf. Nun hakte ich einen Langzügel in den Trensenring, den anderen hielt ich zusammengerollt in der Hand. In derselben Sekunden rief Meg durch den Stall, ob ich denn endlich mal fertig wäre und ich führte Stormy grinsend hinaus. Dort stand Meg mit der ebenfalls ausgerüsteten Narnia und wartete auf uns. Stormy wölbte wie immer den Hals und tänzelte auf der Stelle, um Narnia zu beeindrucken, doch die beachtete ihn nicht wirklich. Ich führte den imponierenden Hengst vorwärts, damit wir tatsächlich in die halle kamen, ohne nass zu werden. Die Wolken wurden nämlich schon wieder zunehmend dunkler.
    In der Halle angekommen, ging ich mit Stormy auf den Zirkel bei C, während Meg mit Narnia den bei A in Beschlag nahm. Wir wärmten unsere Ponys jeder für sich ganz in Ruhe auf. Die Lektionen für Klasse S erforderten höchste Konzentration und die Pferde mussten zwingend richtig warm sein, um sich nicht zu verletzten. Meg und ich hatten mit den Miniature Pferdchen in den letzten Wochen den spanischen Schritt, die Schaukel, die Passage und die Piaffe, sowie die Traversale im Galopp erarbeitet. Obwohl Narnia und Stormy wirklich ganz hervorragend mitgearbeitet hatten, war das Training eine echte Herausforderung gewesen. Man musste eben doch ganz schön umdenken, wenn man nur vom Boden aus mit einem Pferd arbeitete. Schließlich und endlich beherrschten Stormy und Narnia nun jedoch sämtliche Lektionen aus dem FF und als die Jungs herüber kamen, um uns bei der Arbeit zuzusehen, pfiffen sie anerkennend durch die Zähne. "Wenn die nicht so winzig gearten wären, könnten sie es glatt mit den ganz Großen aufnehmen!", witzelte Samuel und ich warf ihm nur einen bösen Blick zu. Der Junge machte sich über meine plötzlich entflammte Miniature Horse Leidenschaft ein wenig lustig und ich nahm ihm das ziemlich übel. Immerhin ging es in meiner Zucht darum, so viele Rassen und ihre Besonderheiten abzudecken, wie nur irgendmöglich. Donald dagegen sah ganz verträumt zu Narnia und meinte: "Sie sind beide toll, aber Narnia bewegt sich mit einer solchen Eleganz.... sie ist ein richtiges Elfenpferd." Gleich darauf wurde er knallrot, da Patrick und Samuel lauthals losprusteten. "Hört, hört. Donald unser Poet!", spöttelte Patrick und ich sah nur grinsend zu Meg herüber, die mit verdrehten Augen den Kopf schüttelte. Seit Anna weg war, waren wir die einzigen beiden Damen auf dem Hof und manchmal hatten wir es mit diesen Kindsköpfen ganz schön schwer.
    Aber die Hauptsache war, dass Stormy und Narnia ihr Training mit Bravour absolviert hatten und nun beide in der Dressur auf S-Niveau liefen. Als nächstes würde ich sie dann wohl im Fahren trainieren.... Oder vielleicht wagten wir uns auch an den Grand Prix und den Grand Prix Special, wer weiß?

    Fahren E-A, 29. September 2016
    "Oh was für ein wundervoller Tag!", seufzte ich glücklich, als ich von meinem Haus aus hinüber zu den Stallungen lief. Heute stand das Abschlusstraining mit meinen beiden American Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia für den Aufstieg im Fahren auf Klasse A an und ich freute mich schon sehr darauf. All meine neuen Pferde hatten in den letzten Monaten großartige Fortschritte gemacht und Cheeky Jot`s erste Tochter, Hollybrook`s Fairy Bluebird war bereits für ihre erste Krönung angmeldet. Ich war mir eigentlich auch sicher, dass es keinen zweiten Versuch brauchen würde. Fairy hatte eine Top-Abstammung, war super in Form und gab sich immer die größte Mühe alles richtig zu machen. Auch Stormy und Narnia hatten eine gewaltige Entwicklung durchlaufen. Vor allem Stormy machte mich richtiggehend stolz, da er in der Dressur schon auf Grand Prix Niveau ging. Nun war jedoch erst einmal seine Fahrausbildung an der Reihe. Ich hatte ihn und Narnia in aller Ruhe eingefahren, hatte mit ihnen die geforderten Lektionen vor dem Einspänner erarbeitet und sie schließlich auch zusammen vor die Kutsche gespannt. Stormy konnte zwar im Umgang recht hengstig sein, kümmerte sich bei der Arbeit aber herzlich wenig um die Stuten. Tatsächlich hatte Narnia`s Anwesenheit sogar eine positive Auswirkung auf Stormy`s Gänge, was mich natürlich sehr glücklich machte. Ich betrat die Stallungen und holte den schicken Minihengst aus seiner Box. Wie üblich würde Meg Narnia fertig machen und mir beim Training assistieren. Nachdem Stormy's seidiges Fell in der Nachmittagssonne glänzte, seine Hufe ausgekratzt, der Schweif verlesen und die Mähne gekämmt waren, legte ich ihm Gamaschen an und zäumte ihn auf. Gleich darauf kam Meg mit einer ebenso schön glänzenden Narnia aus dem Stall. Das süße Stütchen schaute sich neugierig um. Ich wartete, bis die kleine Ponystute vor die leichte Kutsche gespannt war, bevor ich Stormfeather ebenfalls einspannte. Wir würden uns heute mit Dressur- und Hindernisfahren beschäftigen. Allerdings führte ich das kleine Gespann zunächst zum Reitplatz, der von den Maßen her optimal für unser Fahrtraining geeignet war. Dort angekommen nahmen Meg und ich auf dem Kutschbock platz und ich ließ die Ponies im Schritt antreten. Während dem aufwärmen fuhr ich einige Bahnfiguren aus Klasse E, dann konnten wir auch schon mit dem eigentlichen Training beginnen. Für Klasse E hatten wir den sogenannten Gebrauchstrab, den Wechsel durch die ganze Bahn, Schritt-Trab-Übergänge, absolutes Stillstehen für etwa eine halbe Minute und Tritte verlängern erarbeitet. Da die beiden Ponys in der Dressur bereits sehr weit ausgebildet waren, war es mir wirklich hauptsächlich darum gegangen, sie an das Gewicht der Kutsche bei den diversen Lektionen zu gewöhnen. Für Klasse A schließlich waren die Aufgaben selbstverständlich noch ein gutes Stück schwerer geworden. Die schwierigste Lektion hierfür war das Rückwärtsrichten gewesen. Beiden Ponys war es anfangs sehr suspekt gewesen, die Kutsche praktisch nach hinten zu schieben. Daher hatte ich mir für die Übung die meiste Zeit gelassen und hatte Narnia und Stormy mit viel positiver Verstärkung ermuntert, bis die Aufgabe schließlich saß. Weiterhin hatten wir die Kehrtvolte, die Kehrtwendung, die halbe Volte, den halben Mittelzirkel und die einfache Schlangenlinie erarbeitet. Auch nun klappten alle Lektionen und Bahnfiguren wie am Schnürchen und ich lobte die beiden Miniaturpferdchen begeistert. Ich fand immer mehr Gefallen an den winzigen Tierchen, zumal ich mittlerweile schon plante, noch zwei Stutfohlen bei mir aufzunehmen. Meg war vom Kutschbock gesprungen und holte die Kegel für das Hindernisfahren vom Rand des Platzes, um sie aufzustellen. Die junge Frau half mir nun schon so lange bei dem Training der Pferde, dass sie die Kegel schon völlig allein aufstellen konnte. Als Meg wieder neben mir Platz genommen hatte, fuhr ich die Minis zuerst durch ein paar einzelne Kegelpaare, um sie auf die bevorstehende Aufgabe aufmerksam zu machen. Die einzige Bahnfigur, die Meg aufgebaut hatte, war für den Aufstieg in Klasse A Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen. Ich fuhr die Ponys zunächst im Schritt durch die Kegel, später auch im Trab. Narnia und Stormy reagierten gewohnt feinfühlig auf meine Hilfen und meisterten die Aufgabe ohne Probleme. Ich lobte beide freudestrahlend, fuhr noch ein wenig im Schritt um den Platz und kümmerte mich anschließend zusammen mit Meg um das Wohl der Minis. Sie hatten ihre Sache wieder einmal hervorragend gemacht und ich unglaublich stolz auf die beiden Hübschen.

    Fahren A-L, 31. Oktober 2016
    "Meg, kommst du?", rief ich nach unserem gemeinschaftlichen Mittagessen fröhlich aus der Eingangshalle meines Hauses. Keine zehn Sekunden später kam meine Freundin und Angestellte aus dem Esszimmer und hielt sich den Bauch. "Vielleicht war es keine gute Idee so kurz vor dem Training sooo viel zu essen. Ich platze!", stöhnte sie. "Hey, alles klar, dann bleibt Meg hier und macht den Abwasch und ich helfe beim Fahrtraining", erklang da prompt Samuel's Stimme aus der Küche. Er und sein Kumpel Donald waren heute mit Küchendienst an der Reihe, da Meg und ich gekocht hatten. Meg protestierte: "Vergiss es! Narnia liebt mich sowieso viel mehr als dich. Außerdem muss ich heute ja nur auf dem Kutschbock sitzen." Ich schüttelte lachend den Kopf, während ich meine Stiefel und meine dicke Winterjacke anzog und verließ mit Meg das Haus. Während sie zur Stutenkoppel ging, um Miniature America's Narnia zu holen, schlug ich den Weg in Richtung Hengstkoppeln ein, wo Darkwood's Storm Dancing Feather auch sogleich eifrig zum Zaun getrabt kam. Ich begrüßte das Minipferd liebevoll und führte ihn hinüber zu den Stallungen. Da es momentan wirklich schon bitterkalt war, machten wir die Pferde immer auf der Stallgasse fertig. Jetzt, wo die beiden Clowns namens Donald und Samuel nicht hier waren, war die Putzprozedur auch ein wenig entspannter als sonst. Ich machte Stormy ganz in Ruhe fertig, legte ihm dann Bandagen an und führte ihn hinaus auf den Hof, wo schon der leichte Zweispänner bereitstand. Dann hantierte ich mit dem Kutschgschrirr und spannte Stormy gleich darauf an, da Meg in diesem Moment mit Narnia den Stall verließ. Mit geübten Handgriffen war auch die kleine Ministute schnell trainingsbereit und wir führten unser niedliches Gespann in die Reithalle. Heute stand das Abschlusstraining im Fahren für Klasse L auf unserem Programm. Wieder würden wir das Training in Dressur- und Hindernisfahren aufteilen. Geländefahren kam erst bei Klasse M an die Reihe. Meg und ich nahmen auf dem Kutschbock platz und wärmten die Minipferdchen erst einmal behutsam auf. Das war bei diesem Wetter noch wichtiger als sonst und ich wollte auf keinen Fall eine Verletzung der beiden riskieren. Als das geschafft war, fuhr ich ein paar Bahnfiguren aus Lektion E und A, dann ging es auch schon mit dem eigentlichen Training los. Für heute standen die 20-Meter-Volte, Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen und Tempowechseln bei überqueren der Mittellinie, der versammelte Trab, der Mittelzirkel mit Zügel aus der Hand kauen lassen und das Anfahren im Trab aus dem Rückwärtsrichten heraus an. Alles in allem waren die Lektionen schon sehr viel anspruchsvoller als in Klasse A, doch das war ja auch der Sinn der Sache. Außerdem war ich mir vollkommen sicher, dass Stormy und Narnia den Anforderungen vollends gewachsen waren. Aufgrund der sehr guten Dressurausbildung der beiden mussten wir den versammelten Trab nur kurz wiederholen, bevor ich ihn auf meiner gedachten Liste abhaken konnte. An den Durchmesser der Volte tasteten wir uns einfach langsam heran, sodass auch dies gut klappte. Allgemein meisterten die beiden Ponys alle Aufgaben hervorragend. Irgendwann parierte ich sie zum Halten durch und bat Meg, sich als Sozius hinten auf den Wagen zu stellen. Ich wollte Stormy und Narnia heute zum ersten Mal vor der Kutsche galoppieren. Zwar brauchten wir diese Gangart weder für das Dressur- noch für das Hindernisfahren, doch im Gelände würden wir zumindest zwischen den einzelnen Hinderniskomplexen definitiv galoppieren. Diese kleine dazwischengeschobene Einheit diente mir also schon als Vorbereitung auf das Training für Klasse M. Narnia und Stormy sprangen eifrig vorwärts und ich regulierte ihr Tempo vor den Ecken jeweils so, dass Meg nicht allzu viel zu tun hatte, um die Kutsche im Gleichgewicht zu halten. Als das geschafft war, sprang Meg von der Kutsche und holte die Kegel in die Bahn. Hier mussten wir nun drei Volten mit unterschiedlichen Durchmessern, ein U-, ein Eck- und ein Boxhindernis sicher durchfahren, um auf Turnieren überhaupt eine Chance zu haben. Im Gegensatz zum Training für Klasse A standen die Kegel nun nur noch 30cm weiter auseinander, als die Kutsche breit war. Das bedeutet natürlich, dass ich die Pferdchen nun noch viel präziser durch die Kegelpaare hindurch lenken musste. Doch auch hier kam uns die solide Dressurausbildung von Narnia und Stormy wieder zugute: Die beiden ließen sich hervorragend lenken und reagierten auf jedes noch so kleine Signal, sodass wir ohne größere Schwierigkeiten durch die Figuren kamen. Ich lobte beide überglücklich und lud Meg noch auf eine Tasse heißen Tee ein, nachdem wir die Minis versorgt hatten. Ein solch toller Stufenaufstieg musste immerhin gebührend gefeiert werden!

    Fahren L-M, 06. November 2016
    "Stormy bitte!", flehte ich ein wenig entnervt, als der junge Hengst zum dritten Mal vor einer Pfütze scheute. Heute stand das Fahrtraining für den Aufstieg in Klasse M an, doch so wie Darkwood's Storm Dancing Feather sich aufführte, würde das im Chaos enden. Der Hengst war furchtbar wasserscheu und obwohl ich in den letzten Wochen fast nur daran mit ihm gearbeitet hatte, passte ihm das heutige Regenwetter überhaupt nicht. Wobei, genau genommen regnete es momentan nicht einmal, der Hof war lediglich nass von dem Regenguss letzte Nacht. "Na hast du Probleme?", feixte Donald, der soeben Miniature America's Narnia aus dem Stall führte. Wie üblich war das Stütchen die Ruhe selbst und Schritt elegant über den nassen Hof. "Das ist nicht lustig, wie soll das erst im Gelände werden, wenn er sich hier schon so aufführt?", fragte ich. Donald zuckte mit den Schultern und spannte Narnia vor den Marathonwagen, den wir für das heutige Training benötigten. Zehn Minuten später stand auch Stormy endlich vor der Kutsche. Ich seufzte und nahm auf dem Kutschbock Platz. Neben mir setzte sich Meg zurecht und Donald stieg als Sozius hinten auf den Wagen. Ich lenkte die Pferde im Schritt vom Hof und wählte dabei einen Weg, auf dem möglichst wenig Pfützen waren. Ich musste Stormy ja nicht übermäßig strapazieren. Draußen im offenen Gelände ließ ich die Pferde locker antraben und ritt auf einer großen Wiese ein paar Dressurfiguren. Als wir den Start der Geländestrecke erreichten, galoppierte ich die Minipferdchen an und lenkte sie sofort auf das Labyrinth, den ersten Streckenabschnitt zu. Hier war der feste Boden recht trocken, somit durchfuhr ich das Labyrinth im flotten Trab. Donald hatte hinten auf der Kutsche gut zu tun, um das Gleichgewicht auszubalancieren, doch meine beiden Minipferdchen machten ihre Sache wirklich absolut hervorragend. Kaum hatten wir diesen Streckenabschnitt geschafft, galoppierte ich Stormy und Narnia erneut an. Im Galopp hatte Stormy nicht so viel Zeit sich über Pfützen und sonstiges aufzuregen, daher hatte die flottere Gangart gleich einen doppelt positiven Effekt. Mein kleines Feenpferdchen Narnia war sowieso die ganze Zeit über sehr aufmerksam und ich vermutete, dass sich etwas von ihrer Ruhe auf den stürmischen Hengst übertrug. Schon bald kam das erste Wasser in Sicht. Durch die Regenfälle gestern war der kleine Teich über das Ufer getreten und ich parierte die Pferdchen zum Schritt durch, da ich befürchtete, dass der Boden hier sehr rutschig sein könnte. Stormy riss sofort seinen hübschen Kopf nach oben und rammte die Beine in den Boden. Narnia blieb notgedrungen neben ihm stehen. Mit angelegten Ohren und erhobenem Kopf stand mein Minihengst da und rührte sich keinen Zentimeter mehr. Ich seufzte, drückte Meg die Fahrleinen in die Hand und sprang vom Kutschbock. Glücklicherweise hatte ich mit so etwas schon gerechnet und hohe Gummistiefel angezogen. Ich ging zu Stormy und strich dem Hengstchen beruhigend über den schlanken Hals. Ich konnte das weiße in seinen Augen sehen und schüttelte den Kopf: "Ach Stormy, wir haben das doch so oft geübt. Das bisschen mehr an Wasser macht doch nun wirklich keinen Unterschied, oder?" Aber offenbar sah Stormy das ganz anders. Ich griff in die Zügel und führte den Hengst vorwärts. Er sträubte sich zwar, folgte mir aber, da auch Narnia sich wieder in Bewegung gesetzt hatte. Liebevoll strich ich der kleinen Stute über die samtene Nase. Als wir das Wasser erreichten ging ein Zittern durch Stormy und dann trabte er einfach los. Erschrocken machte ich einen Satz nach vorn, um mit dem Gespann mitzuhalten und joggte neben den Pferdchen durch das kalte Wasser. Am anderen Ufer fiel Stormy von sich aus wieder in den Schritt und schüttelte sich kräftig. Ich sah verwundert zu Meg und Donald auf, doch die schauten mich genauso ratlos an. Dann lobte ich Stormy überschwänglich, immerhin war er schlussendlich durch das Wasser gelaufen.
    Der restliche Teil der Strecke stellte nun absolut kein Problem mehr da. Wir überquerten eine große Brücke, fuhren durch diverse Gatter und absolvierten eine weitere Galoppstrecke, bevor wir schlammbespitzt wieder auf dem Gestüt ankamen. Während Donald die Kutsche abspritzte und wegbrachte, kümmerten Meg und ich mich um die beiden Ponys. Wir befreiten sie von dem Kutschgeschirr, wuschen den Schlamm mit lauwarmem Wasser aus ihrem Fell, rieben sie danach mit Stroh trocken und stellten sie zu guter Letzt unter Rotlicht, damit sie auch wirklich richtig trockneten und sich nicht erkälteten. Während sie dort standen, bereiteten wir ihnen warmes Mash zu. Stormy und Narnia genossen die Luxusbehandlung sichtlich, aber das hatten sie sich nach dem anstregenden Training auch wirklich verdient.

    Fahren M-S, 14. Dezember 2016
    "All I want for Christmas is youuuuuu......", trällerte ich fröhlich und lautstark eines meiner liebsten Weihnachstlieder mit, während ich mein Stallbüro aufräumte. Meine Mitarbeiter waren das ständige Gedudel mittlerweile gewöhnt und während die Jungs nur die Augen verdrehten, stimmte Meg jedesmal aus vollem Hals mit ein, wenn sie bei mir vorbeikam. Auch jetzt stimmte sie wieder in den Refrain ein, erinnerte sich jedoch gleich darauf daran, weshalb sie eigentlich hergekommen war. "Sammy, Stromy und Narnia wären jetzt fertig fürs Training. Meinst du du könntest dein Privatkonzert kurz unterbrechen?", fragte sie grinsend. Sofort stellte ich die Musik aus und ging mit Meg hinaus, wo meine beiden wunderhübschen American Miniature Horses Darkwood's Storm Dancing Feather und Miniature America's Narnia warteten. Stormy war kürzlich gekört worden, doch ich wollte ihn weiterhin mit Narnia trainieren, da die beiden sich so schön ergänzten. Ansonsten wurde Narnia zusammen mit meiner zweiten Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl auf ihre Krönung vorbereitet. Die Ponys waren bereits vor den leichten Marathonwagen gespannt und trugen Fleecedecken auf ihren Rücken. Es lag zwar ein wenig Schnee, doch bei weitem nicht so schlimm, wie ich das um diese Jahreszeit erwartet hätte. Ansonsten hätten wir nämlich mit dem weiterführenden Dressurtraining begonnen. Wie auch schon beim Training mit Tiny Girl war ich die Strecke erst heute morgen mit meinem braven Hannoveranerhengst Branagorn abgeritten, um sicherzustellen, dass sie passierbar und vor allem nicht vereist war. Jetzt am Nachmittag hatte auch die Sonne genügend Zeit gehabt, das letzte bisschen möglichen Frost zu entfernen. Ich packte mich dick ein und setzte mich neben Meg auf den Kutschbock. Die einzigen Aufgaben, die wir an der Geländestrecke auslassen würden, waren die Wasserhindernisse. Diese hatte ich für den Aufstieg in Klasse M alle extra hart trainiert, da ich die Minipferdchen nicht mitten im Winter durch das eisige Nass scheuchen würde. Wir fuhren im Schritt vom Hof und als die beiden Süßen warm genug waren, sprang Meg vom Kutschbock, nahm ihnen die Decken ab und wir wickelten uns zusätzlich damti ein. Donald, der als Sozius hinten auf der Kutsche saß, schaute mit zusammengezogenen Brauen zu uns herüber. "Sorry, Donald, aber du musst eh gleich aufstehen.", grinste ich. In der Tat kamen wir gerade in diesem Moment am Anfang des Geländefahrparcours an und ich galoppierte die Pferdchen mit einem leisen schnalzen an. Donald war aufgestanden und erledigte seine Arbeit. Zuerst kamen wie immer die Tore, die es so schnell wie irgend möglich zu durchfahren galt. Ich parierte Stormy und Narnia zu einem flotten Trab durch und die Pferdchen schlängelten sich durch die Hindernisse. Da der Parcours auch für meine Warmblüter ausgelegt war, hatten sie es hier zugegebenermaßen etwas leichter. Dafür konnten sie nicht über die Tore hinwegsehen. Wir erreichten das Ende des Tor-Labyrinths in einer guten Zeit und galoppierten weiter. Weiter ging es über schmale und breite Brücken, durch diverse allein stehende Tore, über schmale, verschlungene Pfade im Wald, bis wir schließlich die Ziellinie überquerten. Ich brachte Stromy und Narnia zum Stehen, lobte sie ausgiebig und beeilte mich ihnen zusammen mit Meg ihre Decken aufzulegen, damit die empfindlichen Pferdchen sich nicht erkälteten. Anschließend fuhren wir im Schritt zurück zum Hof, wo Donald sich um Kutsche und Zaumzeug kümmerte, während ich Stormy umsorgte und Meg Narnia verhätschelte. Die beiden hatten ihre Sache wie üblich großartig gemacht und liefen im Fahren nun auf S-Niveau!

    Dressur S-S*, 31. Januar 2017
    Leise vor mich hinpfeifend betrat ich an diesem kalten Januarmorgen die Stallungen. Heute stand das Training mit meinen drei American Miniature Horses Hollybrook's Tiny Girl, Darkwood's Storm Dancing Feather und Miniature America's Narnia auf dem Programm. Stormy war zwar bereits gekört, doch er nahm natürlich dennoch am normalen Trainingsalltag teil, zumal er auf dem gleichen Stand war wie die beiden Stütchen. Für Tiny Girl hätte eigentlich der Abschluss ihrer Fahrausbildung angestanden, doch hier in England lag immer noch massenhaft Schnee, sodass ich diesen Trainingsabschnitt kurzerhand auf den Frühlingsanfang verlegt hatte. So konnte ich heute alle drei Gleichzeitig auf Klasse S* der Dressur ausbilden. Da ich selbstredend nicht mit drei Pferdchen zur selben Zeit arbeiten konnte, würden mir meine Angestellten Meg und Brian helfen. Meg hatte das alles sogar schon einmal selbst mitgemacht, damals mit der Welsh A Stute Little Big Girl. Heute würde sie sich um die leicht aufmümpfige Tiny Girl kümmern, Brian übernahm die wesentlich ruhigere Narnia und ich selbst kümmerte mich um Stormy. Für dieses Abschlusstraining hatte ich hart mit den drei Miniaturpferdchen gearbeitet, da der Aufstieg in Klasse S* eine ganze Menge Perfektion erforderte. Obwohl keine neuen Lektionen mehr hinzukamen, hatten wir eine Menge zu tun gehabt. Die Grundgangarten sowie Versammlung und Verstärkung mussten verfeinert, die Hilfen so gut wie unsichtbar und die Gehorsamkeit unschlagbar werden. Narnia war am Schnellsten bereit für das abschließende Training gewesen, die anderen beiden hatten ein wenig länger gebraucht, obwohl gerade Stormy genauso viel Talent besaß. Meg und Brian waren bereits bei den beiden winzigen Stuten und brachten sie fürs Training auf Hochglanz. Ich zeigte ihnen kurz den erhobenen Daumen und beeilte mich dann zu Stormy zu kommen. Heute stand für mich nämlich noch eine weitere große Sache an: Ich wollte meine beiden jungen Lewitzer Panta Rhei und Rosewell endlich fertig einreiten. Sie machten sich beide hervorragend unter dem Sattel und ich konnte es kaum erwarten, mit den ersten Stufentrainings zu beginnen. Gerade Rosewell schienen unsere üblichen Runden in der Bahn schon langweilig zu werden. Stormy's herausforderndes Wiehern riss mich aus meinen Tagträumereien und ich betrat lächelnd die Box des kleinen Hengstes. Er konnte nicht verstehen, dass alle anderen auf den Paddocks waren und er im Stall bleiben musste. Normalerweise ließ ich auch Trainingspferde mit hinaus, doch Stormy hatte die nervtötende Angewohnheit, sich solange in den Schnee zu legen, bis er völlig durchnässt war. Da ich heute keine Lust auf eine groß angelegte "Föhnaktion" hatte, musste das Hengstchen eben drin bleiben. Ich befreite Stormy von seiner Stalldecke und putzte ihn flott über. Anschließend kratzte ich seine Hufe aus, kämmte die Mähne und verlas den Schweif. Kaum zwei Minuten später kam ich mit Trense, Langzügeln, Bandagen und Longiergurt zurück zu seiner Box, legte ihm die Ausrüstung an und führte ihn hinaus in die Stallgasse. In diesem Moment kam auch schon Brian aus dem Stutentrakt und fragte: "Fertig Sammy?" Ich nickte fröhlich und führte Stormy schon einmal in die Reithalle. Die anderen beiden folgten mir auf dem Fuß. Besonders Tiny Girl war heute gut aufgelegt. Sie scheute vor den Schneehaufen, die sich am Rand des Weges türmten und bockte neben Meg den Weg entlang. Ich verdrehte die Augen, manchmal konnte das kleine Stütchen wirklich albern sein. Hoffentlich kam Meg dennoch mit ihr zurecht. In der Halle angekommen, verteilten wir uns auf die gesamte Länge der Bahn und wärmten unsere Schützlinge langsam auf. Dies war gerade bei diesen Temperaturen sehr wichtig. Nachdem wir alle Pferdchen auch zwei Runden abgaloppiert hatten, begann das eigentliche Training. Sowohl Brian als auch Meg waren bei den letzten Übungseinheiten dabei gewesen und wussten somit genau was nun zu tun war. Zu allererst fragten wir die drei Grundgangarten im Arbeits- und Mitteltempo, dann auch versammelt und verstärkt ab. Narnia schwebte regelrecht dahin und Brian lächelte glücklich. Stormy wurde durch die ständigen Tempowechsel richtig wach und arbeitete schon nach wenigen Minuten konzentriert mit. Meg hatte es mit Tiny Girl etwas schwieriger. Die junge Stute hielt nichts von den vielen Wechseln und sperrte sich anfangs gegen Megs feine Hilfen. Das beunruhigte mich allerdings überhaupt nicht, Tiny brauchte immer eine kleine Weile, bis sie bereit war ordentlich mitzuarbeiten. Und ich hatte Recht - zehn Minuten später lief das Scheckstütchen eifrig auf dem Gebiss kauend vor Meg her und reagierte prompt auf jede noch so kleine Hilfe. Ich nickte anerkennend. Nun machten wir mit dem geschlossenen Halt aus dem Schritt, dem Trab, dem Galopp und der Passage weiter und schon kurze Zeit später arbeiteten wir an dem Übergang von Passage zu Piaffe und andersherum. Nun fehlten nur noch die Seitengänge. Dies waren das Schulterherein, Travers, Renvers und Traversale. Letztere übten wir einfach, doppelt und im Zick-Zack. Als wir Stormy, Narnia und Tiny Girl schließlich trocken führten, waren wir alle ziemlich außer Puste, doch die Pferdchen hatte ihre Sache toll gemacht und liefen somit offiziell auf S*-Niveau in der Dressur, was mich unheimlich stolz machte!

    Fahren S-S*, 16. März 2017
    "Endlich wird es Frühling!", seufzte ich glücklich, und wandte mein Gesicht dem so lang ersehnten Sonnenschein zu. Heute stand endlich mal wieder ein Fahrtraining an und ich war heilfroh, dass das Wetter mitspielte. Es ging nämlich darum meine beiden American Miniature Horses Darkwood's Storm Dancing Feather und Miniature America's Narnia im Fahren auf Klasse S* zu trainieren. Stormy war bereits gekört, doch selbstredend beschäftigte ich mich auch weiterhin mit seiner Ausbildung. Auch Narnia war nun fast soweit um an einem Stutbuchwettbewerb teilnehmen zu können. Erst gestern war Eddi hier gewesen und hatte sie tierärztlich versorgt, morgen sollte noch der Hufschmied kommen und dann waren wir endlich bereit. Ich konnte es kaum erwarten das erste Fohlen aus meinen geliebten Minis zu ziehen. Etwas widerstrebend ging ich in die kühlen Stallungen, um mich um Narnia zu kümmern. Brian machte solange Stormy fürs Training fertig, während Samuel sich um den leichten Zweispänner kümmerte. Heute stand eine Prüfung im Dressurfahren, ein Hindernisparcours und die Geländestrecke auf dem Programm. Noch nie hatten meine Pferdchen alle drei Teildisziplinen hintereinander absolvieren müssen und ich war gespannt wie sie mit den gesteigerten Anforderungen umgehen würden. Ich ließ mir wie üblich viel Zeit, um Narnia fertig zu machen und schmuste zwischendurch immer wieder mit der lieben Stute. Narnia hatten einen unfassbaren Charakter, der sie sehr liebenswert machte. Sie war neugierig, verschmust und lernbegierig. Ihre wunderschöne Fellfärbung tat den Rest und machte sie zu einem richtigen Hingucker. Als mein Minipferdchen glänzte, legte ich ihr Gamaschen an und führte sie auf den Hof, wo ich sie anschirrte. Keine zwei Minuten später trat Brian mit Stormy hinzu und wir spannten auch den Hengst an. Glücklicherweise war es überhaupt kein Problem die beiden gemeinsam zu trainieren, solange Narnia nicht rossig war. Brian und ich nahmen auf dem Kutschbock Platz, Samuel stellte sich hinten auf den Wagen. So ausgerüstet fuhren wir zum Dressurplatz, auf dem ich bereits die Kegel für den Hindernisparcours aufgebaut hatte. Für Klasse S* war dieser nämlich in der Dressurprüfung integriert. Ich wärmte die beiden Pferdchen erst einmal in aller Ruhe auf, dann fuhren wir eine imaginäre Prüfung. Dazu hielt ich sie bei C geschlossen an und grüßte die nicht vorhandenen Richter. Brian und Samuel machten es mir grinsend nach. Gleich darauf setzten wir uns schon wieder im Gebrauchstrab in Bewegung und fuhren Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit drei Bögen. Im Mitteltrab wurde durch die ganze Bahn gewechselt, bevor ich auf den Mittelzirkel abwendete. Ich ließ die Ponys zuerst die Leinen aus der Hand kauen, dann galoppierte ich sie versammelt an. Der Galopp kam im Dressurfahren so gut wie nie vor, doch er war durchaus möglich und gehörte somit zur guten Vorbereitung dazu. Nun kamen zwei halbe Volten im versammelten Trab an die Reihe, ein weiterer Wechsel durch die ganze Bahn und schließlich das Durchparieren zum Schritt. Ich wendete auf die Mittellinie ab, parierte bei X zum Halten durch, richtete mein Gespann rückwärts und trabte gleich darauf im Gebrauchstempo an. Brian hatte währenddessen die Stoppuhr gezückt und drückte die Starttaste. Nun folgte das Hindernisfahren. Wir hatten 90 Sekunden, die wir nicht überschreiten durften und ich lenkte Narnia und Stormy so schnell wie möglich durch die Kegelpaare. Als wir das geschafft hatten, grüßte ich nochmals vor den nicht vorhandenen Richtern und fuhr dann im Gebrauchstrab vom Hof zur Geländestrecke. Das war mein Lieblingsteil an der Fahrprüfung und auch Narnia und Stormy blühten jedesmal regelrecht auf, wenn es nach draußen ging. Der Geländeparcours behinhaltete keine neuen Hindernisse, somit kannten die Ponys ihre Aufgabe. Vor dem Wasser ließ Stormy sich wieder ein wenig bitten, doch Narnia war mittlerweile viel mutiger und selbstbewusster geworden und lief einfach durch das kühle Nass hindurch. Ich lobte sie überschwänglich. Hatte ich noch einen Beweis gebraucht, dass Narnia für den anstehenden Stutbuchwettbewerb bereit war - hier war er! Sie und Stormy hatten den Aufstieg in Klasse S* im Fahren geschafft!

    Fahren S*-S**, vom 02.04.17
    "So meine wunderhübsche Maus. Der letzte Stufenaufstieg vor deiner Krönung, ich bin ja so aufgeregt!", sagte ich fröhlich zu meiner Miniature Horse Stute Miniature America's Narnia. Heute stand das Abschlusstraining für Klasse S** im Fahren an und ich war sehr zuversichtlich, dass Narnia wieder mit Freude dabei sein würde. Die kleine Stute war wirklich ein Engel und ich konnte es kaum erwarten, das erste Fohlen aus ihr zu ziehen. Sie würde zusammen mit Hollybrook's Tiny Girl und Rosewell auf die SK gehen, wobei ich diese beiden natürlich nicht auch noch vorstellen durfte. Kamen alle drei durch die SK, wäre Panta Rhei der einzige, den ich momentan auf eine Körung vorbereiten konnte. Devil in Prada war zwar allmählich soweit, dass ich mit dem Einreiten beginnen konnte, bei den anderen würde es jedoch noch eine Weile gehen. Das bedeutete allerdings auch, dass ich mich wieder mit verstärkter Aufmerksamkeit meinen bereits prämierten Pferden widmen konnte. Sie alle sollten weiterhin auf Turnieren vorgestellt werden und die Fohlenplanung für das nächste Jahr stand natürlich auch wieder ins Haus. Aber nun war erst einmal Narnia an der Reihe.
    Ich putzte das grau geäpfelte Fell der kleinen Stute, legte ihr Gamaschen an und führte sie hinaus auf den Hof, wo bereits die leichte Kutsche bereitstand. Brian würde mich unterstützen, da wir heute nicht ins Gelände mussten. Das war bereits alles gemeistert. Fehlten nur noch Dressur- und Hindernisfahren. Wir spannten Narnia vor die Kutsche und führten das Pferdchen hinüber zum Reitplatz. Dort wärmten wir Narnia erst einmal in alle Seelenruhe auf, bevor es mit dem eigentlichen Training losging. Ich fuhr im Gebrauchstrab zu X und grüßte dort unsere imaginären Richter. Anschließend fuhr ich im versammelten Trab um die Bahn, bevor ich im starken Trab durch die ganze Bahn wechselte. Wie immer gehorchte Narnia auf jedes Signal und lief mit eifrig gespitzten Öhrchen vorwärts. An der kurzen Seite nahm ich Narnia zurück und fuhr mit ihr einfache Schlangenlinien. Das Besondere daran war, dass ich die Leinen dabei nur in einer Hand hielt. Nun folgte ein Wechsel durch die halbe Bahn im starken Trab, eine halbe Volte von E nach X, und eine weitere Volte von X nach B. Nun parierte ich Narnia zum Halten durch und ließ sie 8 Sekunden lang absolut still stehen. Das mag sich nicht nach viel anhören, doch gerade in der angespannten Turnieratmosphäre konnten 8 Sekunden ganz schön lange sein. Als nächstes waren mehrere Wechsel vom versammelten in den starken Trab und eine Schlangenlinie durch die Bahn mit vier Bögen an der Reihe. Bei X parierte ich Narnia nochmals zum Stehen durch, richtete sie mit Wagen eine Pferdelänge rückwärts und ließ sie direkt daraus antraben. Nach einer Runde im freien Schritt kehrte ich wieder zu X zurück, verabschiedete mich mit einem weiteren Gruß von den nicht vorhandenen Richtern und drückte Brian die Leinen in die Hand, damit ich den Parcours fürs Hindernisfahren aufbauen konnte. Auch dieser klappte wie erwartet sehr gut, sodass ich das Training schon bald für beendet erklären konnte. Freudig klatschte ich Brian ab und strich Narnia über den seidigen Hals. Nun konnte die Körung kommen!

    Die Kür
    "Viel Glück Sammy, ihr schafft das!", sagte meine Freundin Meg strahlend, als unser Aufruf über das Gelände schallte. Heute stand ich ausnahmsweise mal neben meinem Pferdchen, da es sich um die Miniature Horse Stute Narnia handelte. Wir würden eine geführte Kür zeigen und ich war wie immer fürchterlich nervös. Glücklicherweise störte das mein Stütchen überhaupt nicht. Miniature America's Narnia war eine Seele von Pferd, nicht zuletzt deshalb hoffte ich, dass sie heute gekrönt werden würde. Narnia's grau geäpfeltes Fell glänzte in der kühlen Mittagssonne, ihre helle Mähne war fein säuberlich eingeflochten, der lange Schweif wehte seidig im leichten Wind. Sie sah einfach fantastisch aus und sah sich mit gespitzten Ohren und wachem Blick um.
    Ich setzte mich in Bewegung und Narnia folgte mir artig, sodass wir die Bahn im schwungvollen Trab betraten. Vor den Richtern parierte ich Narnia zum Halten durch, grüßte die Richter und führte sie gleich darauf erneut im Trab an. Wir wendeten auf die rechte Hand ab und ich führte Narnia im Dreieck vor. Schließlich wendete ich auf den Zirkel ab, ließ Narnia zur geschlossenen Zirkelseite hin angaloppieren und umrundete einmal die Bahn mit dem braven Stütchen. Wie üblich war Narnia sehr aufmerksam und reagierte auf jedes meiner Signale. Wir wechselten durch die ganze Bahn, wobei ich Narnia eine Pferdelänge vor Erreichen des Hufschlags einen fliegenden Wechsel ausführen ließ. Bei C parierte ich mein Pferdchen erneut zum Halt durch, richtete es eine Pferdelänge rückwärts und führte dann im Schritt an. Nach dem Galoppteil war mir diese Verschnaufpause gerade recht, ein Pferd vorzuführen war anstregender als es aussah. Ich führte Narnia die Länge der Bahn hinunter, machte kurz vor A eine halbe Pirouette im versammelten Schritt und führte sie auch auf der anderen Hand wieder auf die Richter zu. Nun fehlte nur noch unser krönender Abschluss. Mit einem leisen Zungenschnalzen forderte ich Narnia zum Traben auf und wendete auf die linke Hand ab. Nun folgten zuerst Zickzacktraversalen durch die Bahn, eine Kehrtvolte und schließlich auf der anderen Hand das letzte Mal ein Abwenden auf die Mittellinie. Sobald ich Narnia wieder gerade gerichtet hatte, ließ ich sie Abwechselnd Piaffe und Passage zeigen, bis wir bei X zum Halten kamen und ich mich mit einem weiteren Gruß von den Richtern verabschiedete. Übers ganze Gesicht grinsend führte ich Narnia im Schritt aus der Bahn und strich dem Stütchen dabei lobend über den glänzenden Hals. Sie hatte ihre Sache absolut hervorragend gemacht, jetzt hieß es wie üblich warten....
    [2584 Zeichen | geprüft mit lettercount.com | by Sammy]

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    Occulta gefällt das.
  9. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    Hier erfolgt bald die Abstimmung!
    Sollte es noch geplante Teilnahmen geben, so gebt mir bitte Bescheid.
     
  10. Eddi

    Eddi Modi

    Eddi Canary
    mit
    Hollybrook's Tiny Girl

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    Besuche Tiny Girl!
    Steckbrief
    Hollybrook`s Tiny Girl
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    Spitzname: /

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    ~ Abstammung ~
    Von: Glenn`s Caress
    V: Glenn`s Triumph
    M: Caresses Diamond
    Aus der: Alufolie
    V: Klofolie
    M: Aluminiumpapier

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    Rasse: American Miniature Horse
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 11. November 2011
    Stockmaß: 0,95 m
    Fellfarbe: Chestnut Tobiano | Fuchsschecke
    Kopfabzeichen: Stern & Schnippe
    Beinabzeichen: h.r. weiße Fessel

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Hollybrook's Tiny Girl ist eine aufgeweckte, hübsche Stute, mit hervorragender Abstammung. Die kleine Stute besitzt neben ihrem perfekten Exterieur und schönen Gangarten auch einen absolut einzigartigen Charakter. Sie ist recht aufmümpfig, zickig und will immer ihren eigenen Willen durchsetzen, dabei braucht die kleine Scheckin aber sehr viel Aufmerksamkeit, um sich richtig wohl zu fühlen. Tiny Girl ist eine echte Diva, in der viel Potential für die Dressur und fürs Fahren steckt.
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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Eddi
    Ersteller: Sammy
    Vkr: /

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur: S*
    Fahren: S***

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    ~ Schleifen ~
    1. Platz beim 310. Fahrturnier
    [​IMG]

    3. Platz beim 311. Fahrturnier
    [​IMG]

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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: ///

    Tierarzt-Bericht vom 01.04.2017, von Eddi
    "Na dann wollen wir mal! Mit wem fangen wir an?", fragte ich geschäftsmäßig meine gute Freundin Sammy. "Mit Rosewell, die ist nicht so zickig.", antworte sie sofort. Ich war nun seit drei Tagen auf Sammy's Gestüt Hollybrook Stud, da ich mit ihrer American Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl bei einem Stutbuchwettbewerb antreten sollte. Nur der tierärztliche Check fehlte dem Stütchen noch, dann stand einer erfolgreichen Teilnahme nichts mehr im Wege. Da auch Rosewell bald soweit war, untersuchte ich die Lewitzer Dame gleich mit. Beide Stuten hatten einmal mir gehört und ich war sehr froh, dass sie sich bei Sammy so gut entwickelten. Ich hatte die zwei schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und war völlig baff gewesen, als Sammy sie mir gezeigt hatte. Vor allem Rosewell war nocheinmal in die Höhe geschossen und sah nun viel mehr nach eleganter Stute als nach unfertigem Jungpferd aus. Sammy verschwand im Stall und kam gleich darauf mit Rosie zurück. Zuerst sollte Sammy mir ihre Stute im Schritt und Trab vorführen. Da ich keine Taktunreinheiten erkennen konnte, ging es gleich darauf mit der Untersuchung weiter. Auch Herz, Lunge und Puls waren völlig in Ordnung. Rosewell beäugte mich wenn möglich die ganze Zeit und versuchte immer wieder an meine Arzttasche heranzukommen. An ihrer Neugierde schien sich nicht das Geringste verändert zu haben. Ich besah mir auch Augen, Ohren und Maul des Stütchens, um mögliche Krankheiten auszuschließen und tastete sie schlussendlich einmal am ganzen Körper ab. Dann nickte ich Sammy mit erhobenem Daumen zu. Fehlte nur noch das Impfen. Rosie zuckte zwar zusammen, als die Nadel ihre Haut durchstach, aber ansonsten blieb sie brav stehen. Sammy und ich lobten sie beide für ihre Tapferkeit und überhäuften sie mit Streicheleinheiten und Apfelstückchen. Dann strich ich meinem ehemaligen Pferdchen noch einmal übers Maul und Sammy holte mir Tiny Girl. Das Stütchen erkannte mich zwar sofort und genoss auch die Streicheleinheiten, doch dabei beäugte sie die ganze Zeit misstrauisch meine Tasche. Ich hatte Tiny's Marotten selbst bereits oft genug erlebt und war daher gespannt, wie sie die Untersuchung mitmachen würde. Auch Tiny wurde zuerst vorgeführt, damit ich sehen konnte, ob sie rund lief. Die schwungvollen Gänge des kleinen Tierchens erstaunten mich immer wieder. Doch während Rosie brav neben Sammy hergegangen war, versuchte Tiny ein- , zweimal das Tempo zu erhöhen. Sammy ging energisch dagegen vor und schließlich fügte Tiny Girl sich in einen ruhigen Trab, sodass ich ihre Bewegungen begutachten konnte. Als ich Tiny Girl in Augen, Ohren und Maul schaute, schlug das Pferdchen mit dem Kopf und legte die Ohren an. Allerdings war das nur eine leere Drohung. Auch das Abtasten und Abhören verlief ohne Probleme. Für das Impfen trat Sammy an den Kopf des Miniaturpferdchens und hielt sie gut fest. Auch Tiny zuckte kurz zusammend und trat dann quietschend mit dem Huf nach ihrem Bauch. Wahrscheinlich hätte sie eigentlich ausgetreten, doch da Sammy ihren Kopf oben hielt, war ihr das nicht möglich. Ich beeilte mich fertig zu werden und rieb Tiny dann die Schulter. "Du bist also immer noch die selbe kleine Zicke wie früher. Schön, dass man dich wenigstens am Charakter noch wiedererkennt!", lachte ich, während Sammy etwas gequält das Gesicht verzog.
    Sie brachte Tiny Girl weg und ich stellte so lange die Gesundheitszeugnisse für die beiden Pferde aus, damit es bei dem Stutbuchwettbewerb keine Probleme gab. Dann genoss ich noch ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee in Sammy's Garten mit Blick auf die Fohlenkoppel, bevor ich mich wieder auf den Heimweg machte. Schon in ein paar Tagen würden wir uns beim Stutbuchwettbewerb wiedersehen!

    Hufschmied-Bericht vom 24.03.17, von sadasha
    Abermals packte ich meine Tasche mit allem was ich brauchte um Barhufer zu versorgen. Samantha O'Neill hatte zwei Pferde, die ausgeschnitten werden sollten. Die Fahrt zum Gestüt beim New Forest Park verlief problemlos und ich parkte meinen Wagen zuletzt auf dem großzügigen Parkplatz. Dieses mal war ich vorbereitet und orientierte mich schnell, sodass ich Samantha samt Hollybrook's Tiny Girl gleich fand. Die American Miniature Horse Stute sah mich als ich näher kam schon recht misstrauisch an und Samantha erklärte mir sogleich, dass sie durchaus zickig und argwöhnig ist wenn man sie gerade erst kennen lernt. Da sie mit knapp einem Meter Stockmaß sehr klein war machte ich mir darüber noch keine Gedanken. „Führ sie mir doch bitte einmal vor.“ bat ich. Aufmerksam beobachtete ich das Gangbild der Scheckstute. Keine Auffälligkeiten. Ich war mir unschlüssig wie ich die Stute einzuschätzen hatte, daher beschloss ich sie erst einmal kurz kennen zu lernen. Mit Bedacht näherte ich mich, ging etwas in die Hocke und ließ Tiny Girl an meiner Hand schnuppern. Aufmerksam nahm sie dieses Angebot an, legte aber gleich darauf die Ohren an. Bevor sie weitere Schritte in Betracht nahm zog ich meine Hand wieder zurück. „Okay.“ schloss ich und sah Samantha an, die das alles schmunzelnd beobachtet hatte. „Vielleicht kannst du sie etwas ablenken, während ich arbeite?“ schlug ich vor und sie nickte. Da ich die kleine Stute nicht vollends überrumpeln wollte, tastete ich mich auch an ihren Huf erstmal heran und kraulte sie mit der linken Hand etwas am Hals. Erst als sie ruhiger wurde nahm ich das Hufmesser aus dem Gürtel und machte einen Probeschnitt. Mit wenigen Handgriffen hatte ich das alte Horn entfernt und den Strahl freigeschnitten. Mit der Raspel arbeitete ich Feinheiten heraus und überprüfte das Ergebnis immer wieder, bis ich zufrieden mit meiner Arbeit war. Auch die übrigen drei Hufe bearbeitete ich nach diesem Verfahren, während Samantha ihre Stute beschäftigte. Als alle Hufe nicht nur ausgeschnitten sondern auch eingefettet waren richtete ich mich auf. Tiny Girl giftete mich zum Abschied noch einmal an und wurde dann von Samantha zurück in den Stall gebracht.
    Als sie zurück kam hatte sie ein etwas größeres Scheckexemplar bei sich. Rosewell war eine Lewitzer Stute in besonders interessanter Farbe wie ich fand. Samantha versicherte mir beim Vorführen, dass sie sehr umgänglich ist. Nachdem ich mich von dieser Tatsache selbst überzeugt hatte ließ ich sie gehen. Rosewell würde auch ohne Ablenkung keinen allzu großen Schabernack anstellen. Der Umgang mit ihr war wesentlich entspannter. Mit Ruhe und Bestimmtheit nahm ich mir den ersten Huf vor und begann damit ihn auszuschneiden, während Rosewell sehr interessiert an meinem Handwerksgürtel war. Nachdem das alte Horn gefallen und der Strahl freigeschnitten war, knipste ich die Hufwand zurück, die ich in ihrem Fall nicht mit der Feile hätte runterraspeln können, da sie zu stark war. Erst als auch die Wand gekürzt war raspelte ich den letzten Schliff. Wieder überprüfte ich mich selbst und ging erst dann weiter zum nächsten Huf. Rosewell schnaubte empört und suchte sich etwas Neues zum untersuchen, jetzt wo mein Gürtel außer Reichweite war. Die übrigen Hufe waren im Nu ausgeschnitten und korrigiert, sodass ich nur noch das Huffett auftragen musste, das Rosewell offenbar gerne mal gekostet hätte, so wie sie Dose und Pinsel angeiferte. Lächelnd kraulte ich sie, bevor ich mein Werkzeug wieder einsammelte.
    Als ich mein Inventar wieder am Mann hatte suchte ich nach Samantha, mit der ich noch alles Übrige klärte. Nachdem wir uns verabschiedet hatten und sie ihre Lewitzerstute weg brachte, kehrte ich den Putzplatz und machte mich dann auf den Heimweg.
    3735 Zeichen von sadasha

    Trainingsberichte ( 10 Stück)
    Dressur E-A, vom 12.06.16
    "Meg? Kommst du mal kurz?", rief ich aus meinem Büro heraus nach meiner Lieblingsangestellten. Schon ein paar Sekunden später kam die junge Frau durch die Tür gestürmt und meine grinsend: "Du hast gerufen, Chef? Hier bin ich!" Ich lachte und erklärte ihr dann aber sofort mein Anliegen. Im Moment stand das Training der zukünftigen Zuchtpferde an erster Stelle und ich wollte heute das Training mit den beiden Hollybrook-Nachkommen Tiny Girl und Fairy Bluebird starten. Ich hatte mit beiden schon vom Boden aus gearbeitet, doch heute stand endlich der Stufenaufstieg in die Klasse A der Dressur an. Da Meg mir beim Training mit den Miniature Horses Darkwood`s Storm Dancing Feather und Miniature America`s Narnia solch eine große Hilfe gewesen war, wollte ich ihr nun Tiny Girl anvertrauen. Die Stute war schwieriger als die ruhige Narnia, doch ich war mir ganz sicher, dass Meg mit ihr zurecht kommen würde. Meg quietschte erfreut auf und lief sofort los, um das Miniatur-Pferd fertig zu machen. Ich dagegen streckte mich nochmals und ging dann zu der New Forest Ponystute Hollybrook`s Fairy Bluebird. Sie war eine Halbschwester von meinem geliebten Ponyhengst Casanova und ich war sehr stolz darauf, wie sie sich entwickelt hatte. Ihr tiefschwarzes Fell hatte einen leichten Blaustich und dank Eddi war sie auch top erzogen. Ich hoffte natürlich, dass wir ihren Ehrgeiz noch ein wenig wecken konnten. Fee war lieb und nett und hatte auch sehr schöne Gänge, doch ihr fehlte der Siegeswillen, den ein gutes Sportpferd nun einmal brauchte. Allerdings war es schon oft vorgekommen, dass dieser bei manchen Pferden erst spät erwacht war. Ich würde einfach abwarten und sehen, was da auf mich zukam.
    Nachdem Fee geputzt war, bandagierte ich die Beine der Stute, sattelte sie auf und verließ dann mit Meg und Tiny Girl zusammen den Stall. Für Anfang Juni war es schon recht heiß, doch der Dressurplatz lag noch schön im Schatten. Meg hatte Tiny Girl mit einem Longiergurt, Bandagen und Trensenzaum ausgestattet. In der einen Hand führte sie die kleine Stute an der Longe, in der anderen hielt sie die Langzügel, die sie für die Arbeit nach dem Aufwärmen brauchen würde. Tiny Girl und Fee waren zusammen aufgewachsen, daher hielt ich es für eine gute Idee, sie anfangs auch gemeinsam zu trainieren. Am Reitplatz angekommen, führte ich Fairy Bluebird in die Mitte des Zirkels bei A, während Meg mit Tiny Girl auf den bei C ging. Ich gurtete nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich anschließend in den Sattel. Zu meiner Freude blieb Fee brav stehen, bis ich ihr das Kommando zum Antreten gab. Aber eigentlich war Fee immer arbeitswillig und lieb, wenn auch zu weilen ein wenig unmotiviert. Meg ließ Tiny Girl an der Longe um sich herumlaufen und ich bat sie, sie etwas kürzer zu nehmen, damit ich mit Fee die ganze Bahn nutzen konnte. Wir wärmten beide unsere Pferde auf beiden Händen im Schritt und Trab auf und galoppierten sie auch eine kurze Runde ab, bevor es mit dem eigentlichen Stufentraining losging. Tiny und Fee hatten beide schöne, fließende Gänge, weshalb die Dressurarbeit mit ihnen eigentlich immer eine Freude war. Nachdem Fee gut aufgewärmt war, machte ich mich mit ihr an die erste Lektion. Ein kurzer Blick hinüber zu Meg zeigte mir, dass auch meine Angestellte mit dem richtigen Training begonnen hatte. Sie arbeitete mit Tiny Girl an den Schritt-Galopp-Übergängen und auch ich prüfte Fairy zuerst in dieser Lektion. Die Rappstute reagierte leichtfüßig auf jede meiner Hilfen und so arbeiteten wir uns durch die verschiedenen geforderten Lektionen. Neben den Übergängen waren dies das Rückwärtsrichten, die Vorhandwendung und Viereck verkleinern und vergrößern. Immer wenn ich Fee eine Schrittpause gönnte, sah ich zu Meg hinüber. Sie hatte zwar schon unglaublich viel gelernt, doch natürlich war sie noch längst nicht fertig ausgebildet. Zu meiner Freude kam sie aber sehr gut mit der etwas zickigen Stute zurecht und Tiny lief mit geschmeidigen Schritten vor ihr her.
    Zum Abschluss beurteilte Meg eine A-Dressur von Fairy Bluebird und mir und ich tat anschließend das selbe bei Tiny Girl und Meg. Wir konnten wirklich stolz auf unsere beiden Stuten sein und ich erklärte das Stufentraining mit einem breiten Grinsen für beendet.

    Dressur A-L, vom 21.07.16
    "Wow, ist das heiß heute!", sagte ich, während ich mir Schweißperlen von der Stirn wischte. Ich hatte heute schon einige meiner Pferde trainiert und nun waren meine New Forest Ponystute Hollybrook`s Fairy Bluebird und die American Miniature Horsestute Hollybrook`s Tiny Girl an der Reihe. Das Abschlusstraining für den Aufstieg in der Dressur auf Klasse L stand an. Ich drückte Samuel dankbar die Zügel von dem Minihengst Darkwood`s Storm Dancing Feather in die Hand, während Donald Meg die Ministute Narnia abnahm. Wir hatten mit den beiden gerade eben ein Dressurtraining absolviert und auch nun sollte Meg mir wieder behilflich sein. Sie hatte einen guten Draht zu Tiny Girl und in dem Training mit Narnia und mir schon sehr viel gelernt. Und immerhin war ich auch vor Ort, da ich zeitgleich Fairy Bluebird vom Sattel aus arbeiten würde.
    Wir betraten den Stall und begrüßten unsere Trainingspferdchen. Dann führten wir sie hinaus auf den Putzplatz, putzten die zwei gründlich und bandagierten ihnen gleich darauf die Beine. Während ich die nachtschwarze Fee nun aufsattelte, legte Meg Tiny Girl einen Longiergurt auf. Die Stute war zu klein, um sie zu reiten, daher benutzte Meg zur Arbeit mit ihr Langzügel.
    Nachdem wir die beiden Hollybrook-Nachkommen auf den Reitplatz geführt hatten, gurtete ich nach und schwang mich auf Fee`s Rücken. Gleich darauf wärmte ich die Ponystute in aller Ruhe auf. Meg nahm Tiny Girl an die Longe und ließ die Ministute um sich herumlaufen. Tiny war heute nicht gut aufgelegt. Sie zerrte an der Longe und giftete Meg an, als diese die Longe in den anderen Trensenring einschnallte, um die kleine Stute auch auf der anderen Hand aufzuwärmen. Immer wieder fiel Tiny Girl in den Galopp oder einen flotten Stechtrab und auf Meg`s Gesicht zeichnete sich allmählich Verzweiflung ab. Die kleine Stute beherrschte die geforderten Lektionen eigentlich schon alle, doch heute hatte sie ganz offensichtlich keine Lust. Ich begann Fee zu prüfen. Für Klasse L in der Dressur hatten wir den Außengalopp, den einfachen Galoppwechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung erarbeiten müssen und ich war sehr erfreut darüber, wie leicht Fee diese Lektionen fielen. Eddi hatte der jungen Stute sehr viel Zeit gelassen und sie schonend gearbeitet und offenbar war das auch genau das Richtige für meine kleine Fee gewesen. Sie galoppierte fleißig unter mir daher und für einen kurzen Moment konzentrierte ich mich ganz und gar auf das junge Pferd unter mir. Zumindest solange, bis Meg Tiny Girl wütend anfuhr, sich jetzt endlich zu benehmen. Ich parierte Fairy Bluebird durch und ritt im Schritt zu Meg hinüber. "Sie mag heute wohl nicht?", fragte ich mitfühlend. Meg schüttelte den Kopf und ich sah, dass sie sich schnell eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. Eigentlich konnte Meg sich sehr gut durchsetzen, doch sie war hauptsächlich die Arbeit vom Sattel aus gewohnt. Ich glitt von Fee`s Rücken, führte die Rappstute zu Meg und hielt ihr die Zügel hin. "Hier nimm du Fee. Du kannst alle Lektionen nochmal ganz in Ruhe abprüfen, ich schaue mal, ob wir mit Tiny Girl heute noch weiter kommen oder nicht.", sagte ich besänftigend zu ihr. Meg nickte mit hängenden Schultern und schwang sich in Fee`s Sattel. Die Stute war so brav, dass ich mir sicher war, dass sie es schaffen würde Meg`s Laune wieder zu heben. Ich dagegen beschäftigte mich nun mit der aufmümpfigen Miniature Horsestute. Tiny giftete auch mich an, doch ich schickte die Ponystute sofort auf den Zirkel und ließ sie antraben. Nun lenkte ich Tiny konsequent mit meiner Körpersprache und irgendwann gab die Stute ihre abwehrende Haltung auf. Sie schien verstanden zu haben, dass sie trotzdem arbeiten musste. Ich begann das Training erst, als Tiny im Rücken nachgab und den Kopf herunternahm. Ab diesem Moment lief eigentlich alles wie geschmiert. Ich fragte alle Lektionen ab und auch Meg zeigte mir den erhobenen Daumen. Fee lief auch unter ihr ausgesprochen gut, weshalb wir das Training auch heute erfolgreich beenden konnten.

    Dressur L-M, vom 31.08.16
    Gähnend zwang ich mich, die kuschelig warme Bettdecke zurückzuschlagen und die Füße auf den kalten Boden zu stellen. Ich war die letzten Wochen sehr viel unterwegs gewesen, unter anderem in Kalifornien auf dem Gestüt Phoenix Valley und in Deutschland auf dem Gestüt Milky Way. Seit ich zurück in England war, schüttete es durchgehend und ich war ernsthaft versucht, Ende August die Heizungen anzustellen. Meine Pferde waren ein wenig unleidig, da sie bei diesem anhaltenden Regen nicht auf die Koppeln durften und so war auch das Training um einiges anstrengender als sonst. Heute gab es wieder viel zu tun und ich schlüpfte schnell in meine Stallklamotten. Als ich aus dem Fenster sah, stöhnte ich: Schon wieder Regen. Also zog ich mir notgedrungen auch meine Regenjacke über und joggte gleich darauf hinüber zu den Stallungen. Dort herrschte bereits reges Treiben, da meine Angestellten mit dem Ausmisten der Boxen beschäftigt waren. Das taten sie normalerweise erst, wenn sie alle Pferde auf die Koppeln gebracht hatten, doch nun war das ja nicht möglich. Ich suchte nach meiner Lieblingsangestellten und Freundin Meg. Heute stand nämlich als allererstes das Abschlusstraining mit Hollybrook`s Fairy Bluebird und Hollybrook`s Tiny Girl in der Dressur auf dem Programm. Nach der heutigen Einheit liefen beide Stuten bereits auf M-Niveau und ich war unsagbar stolz auf die beiden Hollybrook-Nachkommen, die meine Freundin Eddi mir vor gar nicht allzu langer Zeit zurückgegeben hatte. Tiny Girl würde auch auf jeden Fall auf dem Hof bleiben, um den beiden American Miniature Horses Narnia und Storm Dancing Feather Gesellschaft zu leisten. Fee passte eigentlich nicht mehr in die New Forest Zucht, da sie mit allen Hengsten außer Orfino und Zarin verwandt war, aber ich war mir fast sicher, dass ich mich nicht von der hübschen Stute würde trennen können. "Ah, Meg da bist du ja!", sagte ich endlich, als ich die junge Frau bei der hochträchtigen Trakehenrstute Samiyah fand. Die hübsche hatte sich bei einem dummen Unfall eine Sehnenzerrung zugezogen, doch Eddi war zum Untersuchen dagewesen und es verheilte alles gut. "Hast du mich etwa gesucht?", fragte Meg mich verwundert. Ich zog sie mit hochgezogenen Augenbrauen an und eine Sekunde später schlug sie sich mit der flachen Hand vor die Stirn. "Das Abschlusstraining! Wie konnte ich das nur vergessen!", rief sie aus, tätschelte Samiyah noch einmal den Hals und schlüpfte dann aus der Box. Während ich nun Fairy Bluebird fürs Training fertig machte, kümmerte Meg sich um Tiny Girl. Beim letzten Abschlusstraining war sie nicht sehr gut mit der charakterstarken kleinen Stute zurechtgekommen, doch ich war mir sicher, dass das heute schon wieder ganz anders aussehen würde. Meg war diesmal während des ganzen Trainings dabei gewesen und wir hatten gemeinsam mit Tiny Girl die Lektionen erarbeitet. Fee war ja sowieso immer die Ruhe selbst und machte ihre Sache dementsprechend gut. Für Klasse M der Dressur hatten wir den Halt aus dem Galopp, die fliegenden Galoppwechsel, das Schulterherein, den Travers, den Renvers, die Traversale und die halbe Pirouette im versammelten Schritt erarbeiten müssen. Durchweg also anspruchsvolle Lektionen. Umso erfreuter war ich, dass wir das Training nun abschließen konnten.
    Nachdem wir Fee und Tiny Girl geputzt und ausgerüstet hatten, joggten wir so schnell wie möglich hinüber zur Reithalle. Beide Stuten trugen Fleecedecken auf den Rücken und wir selbst hatten uns die Kapuzen unserer Regenjacken tief in die Stirn gezogen. Dennoch waren wir nass, als wir die Reithalle erreichten. Wir befreiten selbstverständlich zuerst die Pferde von den nassen Decken, ehe wir uns selbst aus den Jacken schälten. Fairy schüttelte ihre kurze, tropfnasse Mähne und spritzte mich damit nass. Meg kicherte, war jedoch gleich wieder still, als Tiny Girl es Fee nachtat. Nur hatte Tiny wesentlich längeres Haar, sodass sie Meg einmal voll am Bauch erwischte. Die Quietschte erschrocken und machte einen Satz rückwärts. Tiny Girl sah sie daraufhin mit hocherhobenem Kopf an und Meg musste ein Leckerli aus ihrer Tasche kramen, um die Stute wieder versöhnlich zu stimmen. Ich gurtete nach und schwang mich in Fee`s Sattel. Nun wärmten wir die beiden Stuten in aller Ruhe auf. Meg ließ Tiny auf einem Zirkel gehen, der etwas kleiner war, als der Hufschlag, so dass ich mit Fee noch gut an ihnen vorbei kam. Meine New Forest Ponystute arbeitete wie gewohnt gut mit und ich konnte schon bald darauf mit den Lektionen aus Klasse M beginnen. Vor allem die Seitengänge lagen dem nachtschwarzen Pferd und man merkte Fee an, dass sei Spaß an der Arbeit hatte. Ich schielte aus den Augenwinkeln immer wieder herüber zu Meg und Tiny Girl, doch auch die Scheckstute machte ihre Sache hervorragend. Sie hatte zwar einen Dickkopf, dafür aber wunderschöne Gänge und eine schier atemberaubende Ausstrahlung.
    Nach einem sehr gelungenen Training, liefen wir wieder zurück zum Stall, versorgten unsere beiden Stars von morgen umsichtig und suchten dann sofort nach den Jungs, um ihnen von dem gelungenen Stufenaufstieg von Fee und Tiny Girl zu erzählen!

    Dressur M-S, vom 29.09.16
    "Kaum zu glauben, wie schnell die Jungspunde großer werden, was?", sagte ich erfürchtig zu Meg, während ich die hübsche Rappstute Hollybrook`s Fairy Bluebird für das gleich anstehende Dressurtraining fertig machte. Meg kümmerte sich indessen um die American Miniature Horsestute Hollybrook`s Tiny Girl.
    "Da hast du recht, die beiden haben sich wirklich großartig entwickelt. Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass sie so unglaublich schnell Fortschritte machen. Immerhin willst du mit Fairy schon in diesem Monat zu einem Stutbuchwettbewerb! Und ich bin mir ganz sicher, dass sie gewinnen wird. Das ist so aufregend!", stimmte mir Meg freudestrahlend zu. Momentan ging es auf meinem Hof recht stressig zu und ich war froh, über jedes Pferd, dass ich erfolgreich durch die Körung brachte. Selbstverständlich wurden sie auch danach noch trainiert und auf Turniere geschickt, doch es viel einfach mit jedem Zuchtpferd, das ich für mein Gestüt gewinnen konnte eine enorme Last von meinen Schultern.
    Ich fuhr ein letztes Mal mit der Kardätsche über Fairy`s glänzendes Fell, bevor ich der jungen Stute die Hufe auskratzte, den Schweif verlas und die kurz geschnittene Turniermähne kämmte. Anschließend legte ich ihr die Ausrüstung bestehend aus Bandagen, Satteldecke, Dressursattel und Kandarre an. Meg hingegen platzierte einen Longiergurt auf Tiny Girl`s geschecktem Rücken, hängte einen Langzügel in die Trense und hielt den anderen aufgerollt in der Hand. So bereit gemacht verließen wir den Putzplatz in Richtung Dressurplatz. Ich war ein wenig aufgeregt, schließlich sollten Tiny Girl und Fairy Bluebird heute den Aufstieg in Klasse S der Dressur schaffen. Die Zeichen dafür standen auch mehr als gut. Immerhin hatten wir in den letzten Wochen schon sehr hart mit den Ponys gearbeitet. Beide beherrschten die Traversale im Galopp, die Passage, die Piaffe und die Schaukel. Alles was wir heute tun würden, war alle Lektionen hintereinander abzufragen und uns danach gegenseitig zu beurteilen. Meg würde wie üblich das Abschlusstraining mit Hollybrook`s Tiny Girl übernehmen, auch wenn ich ihr beim Erarbeiten der Lektionen selbstverständlich geholfen hatte. Ich stellte Fairy Bluebird auf der Mittellinie auf, gurtete nach, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich leichtfüßig in den Sattel der Stute. Die Tochter meines erfolgreichen New Forest Ponyhengstes Hollybrook`s Cheeky Jot stand still wie eine Statue, während ich mich zurecht setzte und die Zügel aufnahm. Mit einem leichten Schenkeldruck ritt ich Fairy im Schritt am langen Zügel um die Bahn. Auch Meg führte Tiny Girl erst einmal im Schritt, um die Stute ein wenig aufzuwärmen. Als ich schließlich antrabte, nahm Meg Tiny Girl an die Longe und wärmte sie somit im Trab auf beiden Händen auf. Ich galoppierte Fairy Bluebird mit einer kaum sichtbaren Hilfe an und genoss das Gefühl auf ihrem Rücken zu sitzen. Fairy war ein extrem lernwilliges, leichtrittiges Pony. Anfangs hatte ihr ein wenig der Siegeswille gefehlt, doch ich hatte das Gefühl, dass sie allmählich mehr Ehrgeiz entwickelte, da sie den Menschen unbedingt gefallen wollte. Als wir unsere beiden Pferde gut aufgewärmt hatten, ritt ich zuerst mit Fairy die S-Dressur, die ich uns ausgedruckt hatte. Das blauschwarze Fell meines Stütchens glänzte in der angehmen Mittagssonne, als sie mit mir durch die Lektionen tanzte und am Ende der Übung war ich hin und weg. Auch Meg strahlte über das ganze Gesicht und klatschte mich fröhlich ab, bevor sie mit Tiny Girl loslegte. Das Miniature Horse Stütchen war nicht immer ganz einfach, da sie sehr zickig und dominant sein konnte, doch heute zeigte Tiny Girl sich von ihrer besten Seite. Sie reagierte auf jede noch so kleine Hilfe von Meg und führte alle Lektionen tadellos aus. Auch wenn Meg nach der Grußaufstellung am Ende ziemlich außer Puste war, strahlte sie. Tiny Girl war immerhin das erste Pferd, dass Meg soweit trainiert hatte und auch ich war sehr stolz auf meine Freundin. Sie machte rießen große Fortschritte. Aber natürlich waren die Hauptakteure meine beiden Stütchen. Beide hatten den Aufstieg in Klasse S der Dressur mit Bravour gemeistert und ich konnte es kaum noch erwarten, Fairy auf die Körung zu schicken. Tiny Girl benötigte noch ein wenig mehr Training, da ich die junge Stute erst kürzlich eingefahren hatte, doch ich besaß sowieso noch keine zuchtfähigen Miniature Horses.

    Fahren E-A, vom 31.10.16
    "Hey Brian, kommst du mal kurz bitte?", rief ich in die Stallgasse, als mein Angesteller gerade an meiner offenen Bürotüre vorbeilief. Neugierig trat er in den großzügigen Raum, indem sich momentan Berge von Akten stapelten. Vorsichtig bahnte er sich seinen Weg zu meinem Schreibtisch und ließ sich in einen der gemütlichen Sessel fallen. "Ich möchte mit Hollybrook`s Tiny Girl das Fahrtraining vorantreiben und ich hätte gerne, dass du das dieses Mal übernimmst. Natürlich werde ich mit auf der Kutsche sitzen, aber du hast das Kommando.", erklärte ich mit einem Lächeln. Es viel mir zwar nicht ganz leicht, das Training meiner eigenen Pferde abzugeben, doch ich hatte mittlerweile einfach so viele Pferde, dass ich die Hilfe meiner Angstellten brauchte. Brian starrte mich völlig entgeistert an. "Warum denn das auf einmal?", brachte er schließlich hervor. "Weil ich glaube, dass du soweit bist. Nicht einmal Meg kennt sich so gut aus wie du, daher habe ich dich für diese Aufgabe ausgewählt. Wenn mit Tiny Girl alles klappt, können wir das Ganze auch ausweiten. Erst fahren, später Dressur und Springen, wenn du möchtest." Brian nickte und ein sehr seltenes Strahlen stahl sich in sein Gesicht. Ich lächelte freudig und klatschte dann in die Hände: "Na dann auf auf, Tiny's erstes Training steht heute an!" Brian stand auf und verschwand im Stutentrakt. Ich dagegen beugte mich wieder über meine Akten, bis er schließlich wieder den Kopf zur Tür hereinstreckte und mir mitteilte, dass Tiny fürs Training bereit war. Ich stand auf, streckte mich und schlüpfte in meine Winterjacke. Dann begleitete ich Brian zu Tiny Girl, die angebunden auf der Stallgasse wartete. Wir führten das Stütchen nach draußen auf den Hof und schirrten sie dort an. Während ich auf dem leichten Wagen Platz nahm, führte Brian die Miniature Horse Stute in die Reithalle. Dort angekommen schloss er die Bandentür und nahm neben mir Platz. Grinsend drückte ich ihm die Fahrleinen in die Hand und nickte dem jungen Mann aufmunternd zu. Tiny Girl war inzwischen natürlich eingefahren und lief ein solides E-Nivau. Nach dem Aufwärmen fuhr Brian erst einmal die Lektionen aus Klasse E, so wie er es bei mir beobachtet hatte. Dies waren der Gebrauchstrab, der Wechsel durch die ganze Bahn, die Schritt-Trab-Übergänge, Tritte verlängern und absolutes Stillstehen für etwa eine halbe Minute. All dies beherrschte Hollybrook's Tiny Girl wunderbar und nach leichter anfänglicher Verwirrung reagierte sie auch gut auf Brian's Hilfen. "Sehr gut, dann lass uns jetzt mit den neuen Aufgaben beginnen, bisher klappt es ja perfekt!", sagte ich grinsend zu Brian. Für Klasse A wurden das Rückwärtsrichten, die Kehrtvolte, die Kehrtwendung, die halbe Volte, den halben Mittelzikel und die einfachen Schlangenlinien gefordert. Brian fuhr die Bahnfiguren alle zuerst im Schritt und schließlich auch im Trab. Den Galopp brauchte man im Dressurfahren so gut wie nie und schon gar nicht in den niedrigeren Klassen. Die meiste Zeit ließen wir uns wie üblich für das Rückwärtsrichten. Tiny Girl beherrschte die Lektion zwar eigentlich wunderbar, doch mit Kutsche war es doch noch einmal etwas völlig anderes. Als auch diese Lektion gut saß, stieg Brian ab und baute die Kegel fürs Hindernisfahren auf. Brian fuhr Tiny Girl zunächst durch ein paar einzelne Kegelpaare, die 40 Zentimeter weiter auseinander standen, als die Kutsche breit war. Dies diente dazu, die kleine Ministute auf das Kommende vorzubereiten. Anschließend fuhr er Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen. Zuerst führte er die Stute im Schritt hindurch, später sogar im flotten Trab. Als er Tiny Girl schließlich zum Halten durchparierte, klatschte ich ihn begeistert ab. "Na wie fühlt es sich dann, dem ersten Pferd zum Stufenaufstieg verholfen zu haben?", fragte ich grinsend. "Unglaublich. Das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet.", sagte Brian, der übers ganze Gesicht strahlte. Ich nickte verständnisvoll. Gemeinsam versorgten wir meine Hollybrook-Nachfarin und ich verschwand halb hüpfend in meinem Büro, um Tiny's Akte umzuändern. Immerhin lief sie nun im Fahren auf A-Niveau!

    Fahren A-L, vom 23.11.16
    Fröhlich vor mich hinpfeifend lief ich die Stallgasse entlang, auf der Suche nach meinem Angestellten Brian. Die letzten Wochen war einfach wunderbar gewesen. Erst war meine Traberstute Rainbow gekrönt worden, My lovely Horror Kid, Darkwood's Storm Dancing Feather und Shamal waren ebenfalls bereits angemeldet und schließlich war meine beste Freundin Eddi zu Besuch gekommen. Diese wunderbare Zeit hatte damit geendet, dass meine beiden Englischen Vollblutstuten Kagami El Assuad und Success Story zwei wunderschöne Stutfohlen zur Welt gebracht hatten. Die beiden trugen nun die klangvollen namen Succesful Dream und Kazumi Princess El Assuad. Beide waren bereits eingetragen und ich verbrachte jede freie Minute im Abfohlstall. Darunter hatte allerdings das Training meiner zahlreichen Pferde etwas gelitten. Heute früh war Eddi abgereist und ich hatte mich zusammen gerissen und die Trainingspläne für den heutigen Tag fertig gestellt. Als erstes war nun die kleine American Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl aus meiner früheren Zucht an der Reihe. Da ich beim letzten Mal jedoch Brian mit ihrem Training betraut hatte und selbst nur noch den Sozius bei Tiny's Training geben würde, war ich nun auf der Suche nach dem jungen Mann. Ich fand Brian schließlich in der Sattelkammer, wo er den Springsattel seines Lieblingshengstes Black Soul polierte. Der Hengst lief momentan sehr erfolgreich im Vielseitigkeits- und Springsport und Brian's großer Traum war es ihn selbst einmal vorstellen zu dürfen. "Hey Brian! Wie schauts aus, hättest du Lust auf ein bisschen Fahrtraining mit Tiny Girl?", trällerte ich fröhlich. Sofort verzog sich Brian's zuvor höflich-interessierte Miene zu einem Lächeln: "Natürlich, ich komme sofort!" "Och, du kannst das hier auch gerne noch fertig machen, dann kümmere ich mich darum, dass unsere kleine Maus schön sauber eingespannt wird.", meinte ich grinsend. Sattelzeug putzen war unter meinen Angestellten sehr verpönt, daher war ich froh, wenn es mal jemand freiwillig machte. Ich ging durch den Stutentrakt, hielt mich davon ab schon wieder nach den beiden Pferdebabys zu sehen und schlüpfte zu Tiny Girl in die Box. Die hübsche Scheckstute begrüßte mich wie üblich mit launisch zurückgelegten Ohren, doch das ignorierte ich einfach, halfterte sie auf und band sie keine Minute später auf der Stallgasse an. Die Minis zu putzen war immer eine recht anstrengende Arbeit, da ich die ganze Zeit über knien musste. Da momentan jedoch alle Pferde warme Stalldecken trugen, war nicht einmal Tiny Girl dreckig. Ansonsten wälzte sich die kleine Stute mit Vorliebe im Schlamm oder legte sich mit ihren weißen Flecken in den Mist. Nachdem Tiny's Fell glänzte, kratzte ich die winzigen Hufe aus und verlas Mähne und Schweif. Gleich darauf bandagierte ich die Beine der Stute, packte mich selbst in meine dicke Winterjacke und führte Tiny Girl zum Anschirren nach draußen vor den Stall. In diesem Moment kam mir auch schon Brian mit dem leichten Wagen entgegen und wir spannten Tiny gemeinsam an und führten sie hinüber in die Reithalle. Dort angekommen nahmen wir beide auf dem Kutschbock Platz und ich übergab Brian die Fahrleinen. Er schien es immer noch nicht ganz realisiert zu haben, dass ich ihn nun so aktiv am Training beteiligte. Erst neulich hatte er meine recht neue Araberstute Horror Kid im Stufentraining für Klasse M der Dressur reiten dürfen und bei Tiny Girl ließ ich ihm weitgehend freie Hand. Meine Angestellte und Freundin Meg war darüber überhaupt nicht froh, doch ich hatte noch keine Gelegenheit gehabt mit ihr darüber zu sprechen. Sie war für eine Weile zu ihrer Familie nach Kentucky geflogen und kannte noch nicht einmal die beiden Vollblutbabys. Als Brian anfuhr konzentrierte ich mich flott wieder aufs Training. Der junge , einfühlsame Mann kam gut mit der kleinen Zicke zurecht und so langsam gaben sie ein richtig gutes Team ab. Brian wärmte Tiny Girl umsichtig auf und fuhr dann sämtliche Lektionen aus den Klassen E und A, bevor er sich an das Abschlusstraining für den Aufstieg in Klasse L machte. Heute standen Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen und Tempowechseln, die 20-Meter-Volte, der Mittelzirkel mit Zügel aus der Hand kauen lassen, der versammelte Trab und das Anfahren im Trab aus dem Rückwärtsrichten heraus auf unserem Plan. Den versammelten Trab prüfte Brian zuerst ab und ich nickte wohlwollend. Tiny Girl lief in der Dressur bereits solides S-Niveau und beherrschte die Versammlung daher schon. Auch ich prüfte Anfangs immer das ab, was die Pferde bereits sicher konnten und freute mich, dass Brian es genauso handhabte. Mittelzirkel und Volte waren ebenfalls kein Problem für das eifrige Stütchen. Bei den Schlangenlinien durch die Bahn wurde bei jedem Überqueren der Mittellinie eine neue Gangart gefordert. Brian begann die Bahnfigur im Trab, parierte Tiny vor dem zweiten Bogen zum Schritt durch und beschleunigte vor dem dritten zum versammelten Trab. Ich lobte sowohl ihn als auch Tiny Girl für die saubere Ausführung. Beim Rückwärtsrichten mit direktem Anfahren im Trab brauchten die beiden ein paar Versuche mehr, doch das war auch völlig in Ordnung. Als das geschafft war, forderte ich Brian auf das Stütchen eine Runde galoppieren zu lassen. Für das Dressurfahren brauchte man den Galopp zwar so gut wie nie, doch ab dem Training für Klasse M ging es ins Gelände, da wollte ich das Galoppieren vor der Kutsche nicht ganz in Vergessenheit geraten lassen. Auch hier machten Tiny Girl und Brian ihre Sache makellos. Ich sprang vom Kutschbock und begann die Kegel für das Hindernisfahren aufzustellen. Im Vergleich zum letzten Training waren diesmal einige Figuren hinzu gekommen. Zum einen musste Brian mit Tiny Girl Volten in verschiedenen Größen umfahren, ein U-, ein Eck- und ein Boxhindernis durchfahren und zu allem Übel standen die Kegel nun noch enger zusammen als beim Training für Klasse A. Ich gab Brian ein paar Tipps und so fuhr der junge Mann meine Stute erst behutsam im Schritt durch die Volten, dann im versammelten und schließlich im Arbeitstrab. Bei den Hindernissen ging es ein wenig länger bis die beiden den Dreh richtig raus hatten, doch schließlich winkte ich Brian grinsend zu mir und gratulierte ihm: "Herzlichen Glückwunsch, du hast gerade dein drittes erfolgreiches Stufentraining absolviert! Du kannst wirklich stolz auf euch beide sein."

    Fahren L-M, vom 12.12.2016
    "Und heute geht's ins Gelände!", sagte ich mit einem etwas gekünstelten Lächeln. Für meine American Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl stand heute der Stufenaufstieg im Fahren auf Klasse M an. Für die Klasse M im Fahren musste allerdings ein Geländeparcours durchquert werden, was bei dem Schnee, der bisher schon gefallen war, kein Zuckerschlecken werden würde. Im Sommer hatte ich zwar Teile der Geländestrecke mit Sand aufschütten lassen und ich war die Strecke soeben auch auf meinem Andalusierhengst Ojos Azules abgeritten, um zu prüfen, ob auch nichts vereist war. Trotzdem waren dies einmal völlig andere Anforderungen als normalerweise. Ich strich Jojo ein letztes Mal liebevoll über das samtweiche Maul und eilte dann hinüber in den Stutentrakt. Dort war meine Freundin und Angestellte Meg bereits dabei Tiny Girl zu putzen. Die kleine Diva ließ sich die Behandlung wie immer mit genüsslich geschlossenen Augen gefallen und ich strich ihr die seidige Mähne aus dem hübschen Gesicht. "Na, wie ist unsere Maus heute aufgelegt?", fragte ich Meg. Die lächelte schief: "Wie immer eigentlich." "Also zickig, eigensinnig und hochmütig.", stellte ich fest. Ich legte dem Minipferdchen umsichtig die Gamaschen an und Meg und ich führten sie hinaus auf den Hof. Dort erwartete uns Donald mit dem leichten Marathonwagen. Der junge Mann war dick eingepackt und zitterte in der kalten Winterluft. Wir spannten Tiny Girl an, ich befestigte die Fleecedecke am Geschirr und wir fuhren im Schritt vom Hof. Als wir den Anfang der Geländestrecke erreichten, war Tiny ausreichend aufgewärmt und ich legte die Decke über Megs und meine Beine. Donald musste nun als unser Sozius sowieso stehen. Wir fuhren auf den Sand, den ich um die Tore der ersten Aufgabe herum aufgeschüttet hatte und ich galoppierte Tiny Girl an. Wendig und trittsicher schlängelte sich das Stütchen durch die zahlreichen Holztore, die höher waren als das Minipferdchen. Schließlich trainierte ich in diesem Parcours auch mit meinen Warmblütern. Als wir diese erste Aufgabe gemeistert hatten, fuhr ich Tiny Girl im leichten Trab die Geländestrecke entlang. Eigentlich bewältigte ich diese Zwischenabschnitte immer im Galopp, doch ich wollte unser Glück mit dem Boden nicht überstrapazieren. Ich wusste ja bereits, dass die kleine Scheckstute mehr als genug Ausdauer für die Strecke hatte. Auch das Wasser hatten wir bereits im Herbst geübt, sodass ich das Stütchen nun natürlich nicht durch das eiskalte und teilweise sogar gefrorene Nass jagte. Stattdessen durchquerten wir weitere Tore, überwanden Holsbrücken, fuhren enge, kurvenreiche Streckenabschnitte und kehrten schließlich durchgefroren, aber zufrieden mit dem Pferdchen auf das Gestüt zurück. Während Donald und Meg sich um Kutsche und Ausrüstung kümmerten, versorgte ich Tiny Girl, ließ sie im Solarium trocknen und änderte dann den Eintrag in ihrem Trainingsbuch. Sie hatte den Aufstieg in Klasse M des Fahrens mit Bravour gemeistert.

    Dressur S-S*, vom 31.01.17
    Leise vor mich hinpfeifend betrat ich an diesem kalten Januarmorgen die Stallungen. Heute stand das Training mit meinen drei American Miniature Horses Hollybrook's Tiny Girl, Darkwood's Storm Dancing Feather und Miniature America's Narnia auf dem Programm. Stormy war zwar bereits gekört, doch er nahm natürlich dennoch am normalen Trainingsalltag teil, zumal er auf dem gleichen Stand war wie die beiden Stütchen. Für Tiny Girl hätte eigentlich der Abschluss ihrer Fahrausbildung angestanden, doch hier in England lag immer noch massenhaft Schnee, sodass ich diesen Trainingsabschnitt kurzerhand auf den Frühlingsanfang verlegt hatte. So konnte ich heute alle drei Gleichzeitig auf Klasse S* der Dressur ausbilden. Da ich selbstredend nicht mit drei Pferdchen zur selben Zeit arbeiten konnte, würden mir meine Angestellten Meg und Brian helfen. Meg hatte das alles sogar schon einmal selbst mitgemacht, damals mit der Welsh A Stute Little Big Girl. Heute würde sie sich um die leicht aufmümpfige Tiny Girl kümmern, Brian übernahm die wesentlich ruhigere Narnia und ich selbst kümmerte mich um Stormy. Für dieses Abschlusstraining hatte ich hart mit den drei Miniaturpferdchen gearbeitet, da der Aufstieg in Klasse S* eine ganze Menge Perfektion erforderte. Obwohl keine neuen Lektionen mehr hinzukamen, hatten wir eine Menge zu tun gehabt. Die Grundgangarten sowie Versammlung und Verstärkung mussten verfeinert, die Hilfen so gut wie unsichtbar und die Gehorsamkeit unschlagbar werden. Narnia war am Schnellsten bereit für das abschließende Training gewesen, die anderen beiden hatten ein wenig länger gebraucht, obwohl gerade Stormy genauso viel Talent besaß. Meg und Brian waren bereits bei den beiden winzigen Stuten und brachten sie fürs Training auf Hochglanz. Ich zeigte ihnen kurz den erhobenen Daumen und beeilte mich dann zu Stormy zu kommen. Heute stand für mich nämlich noch eine weitere große Sache an: Ich wollte meine beiden jungen Lewitzer Panta Rhei und Rosewell endlich fertig einreiten. Sie machten sich beide hervorragend unter dem Sattel und ich konnte es kaum erwarten, mit den ersten Stufentrainings zu beginnen. Gerade Rosewell schienen unsere üblichen Runden in der Bahn schon langweilig zu werden. Stormy's herausforderndes Wiehern riss mich aus meinen Tagträumereien und ich betrat lächelnd die Box des kleinen Hengstes. Er konnte nicht verstehen, dass alle anderen auf den Paddocks waren und er im Stall bleiben musste. Normalerweise ließ ich auch Trainingspferde mit hinaus, doch Stormy hatte die nervtötende Angewohnheit, sich solange in den Schnee zu legen, bis er völlig durchnässt war. Da ich heute keine Lust auf eine groß angelegte "Föhnaktion" hatte, musste das Hengstchen eben drin bleiben. Ich befreite Stormy von seiner Stalldecke und putzte ihn flott über. Anschließend kratzte ich seine Hufe aus, kämmte die Mähne und verlas den Schweif. Kaum zwei Minuten später kam ich mit Trense, Langzügeln, Bandagen und Longiergurt zurück zu seiner Box, legte ihm die Ausrüstung an und führte ihn hinaus in die Stallgasse. In diesem Moment kam auch schon Brian aus dem Stutentrakt und fragte: "Fertig Sammy?" Ich nickte fröhlich und führte Stormy schon einmal in die Reithalle. Die anderen beiden folgten mir auf dem Fuß. Besonders Tiny Girl war heute gut aufgelegt. Sie scheute vor den Schneehaufen, die sich am Rand des Weges türmten und bockte neben Meg den Weg entlang. Ich verdrehte die Augen, manchmal konnte das kleine Stütchen wirklich albern sein. Hoffentlich kam Meg dennoch mit ihr zurecht. In der Halle angekommen, verteilten wir uns auf die gesamte Länge der Bahn und wärmten unsere Schützlinge langsam auf. Dies war gerade bei diesen Temperaturen sehr wichtig. Nachdem wir alle Pferdchen auch zwei Runden abgaloppiert hatten, begann das eigentliche Training. Sowohl Brian als auch Meg waren bei den letzten Übungseinheiten dabei gewesen und wussten somit genau was nun zu tun war. Zu allererst fragten wir die drei Grundgangarten im Arbeits- und Mitteltempo, dann auch versammelt und verstärkt ab. Narnia schwebte regelrecht dahin und Brian lächelte glücklich. Stormy wurde durch die ständigen Tempowechsel richtig wach und arbeitete schon nach wenigen Minuten konzentriert mit. Meg hatte es mit Tiny Girl etwas schwieriger. Die junge Stute hielt nichts von den vielen Wechseln und sperrte sich anfangs gegen Megs feine Hilfen. Das beunruhigte mich allerdings überhaupt nicht, Tiny brauchte immer eine kleine Weile, bis sie bereit war ordentlich mitzuarbeiten. Und ich hatte Recht - zehn Minuten später lief das Scheckstütchen eifrig auf dem Gebiss kauend vor Meg her und reagierte prompt auf jede noch so kleine Hilfe. Ich nickte anerkennend. Nun machten wir mit dem geschlossenen Halt aus dem Schritt, dem Trab, dem Galopp und der Passage weiter und schon kurze Zeit später arbeiteten wir an dem Übergang von Passage zu Piaffe und andersherum. Nun fehlten nur noch die Seitengänge. Dies waren das Schulterherein, Travers, Renvers und Traversale. Letztere übten wir einfach, doppelt und im Zick-Zack. Als wir Stormy, Narnia und Tiny Girl schließlich trocken führten, waren wir alle ziemlich außer Puste, doch die Pferdchen hatte ihre Sache toll gemacht und liefen somit offiziell auf S*-Niveau in der Dressur, was mich unheimlich stolz machte!

    Fahren M-S, vom 31.03.17
    "Meine Güte, was ist das nur für ein herrliches Wetter!", sagte ich mit einem seeligen Lächeln im Gesicht. Obwohl es erst Ende März war, schien die Sonne mit wärmenden 25° auf uns herab und ich hatte beste Laune. Heute stand ein Stufentraining mit meiner American Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl auf dem Programm, da das Stütchen bald zur Krönung sollte. Tiny Girl war zwar immer noch eine wahre Zimtzicke, doch ansonsten hatte sie sich wirklich toll entwickelt. Da Tiny Girl in der Dressur bereits auf S*-Niveau ging, war heute wieder einmal ein Fahrtraining auf S-Niveau an der Reihe. Da das Wetter so toll mitspielte, stand meinem Vorhaben auch nichts im Wege. Samuel bereitete schon den leichten Marthonwagen vor und Meg kümmerte sich um Narnia. Die war im Training zwar schon weiter, sollte uns jedoch begleiten, damit Tiny Girl den Wagen nicht alleine ziehen musste. Außerdem war es für Narnia eine gute Wiederholung, da auch sie immerhin schon im nächsten Monat bei einem Stutbuchwettbewerb antreten sollte. Ich öffnete die extra niedrig gebaute Boxentür von Tiny Girl und begrüßte das hübsche Stütchen mit einem Stück Möhre. Dann streifte ich ihr das winzige Halfter über und führte sie hinaus auf die Stallgasse. Narnia war schon fast fertig und so beeilte ich mich, Tiny Girl's geschecktes Fell zu säubern. Schließlich standen beide Minipferdchen angeschirrt auf dem Hof und das Training konnte losgehen. Meg und ich nahmen auf dem Kutschbock Platz, während Samuel als Sozius mitfahren sollte. Ich lenkte die beiden Stuten im Schritt vom Hof und trabte nach einer Weile an. So waren die Pferdchen schon gut aufgewärmt, als wir den Fahrparcours im Gelände erreichten. An der Startlinie parierte ich das Gespann zum Halten durch, sammelte mich kurz und ließ die Stuten dann aus dem Stand heraus angaloppieren. Sofort ging es in das Labyrinth aus Toren, durch das Tiny Girl und Narnia sich geschickt hindurch schlängelten. Ich hatte extra zwei solcher Aufgaben aufbauen lassen - eine führ Ponys, die andere für Großpferde. Sonst wäre es mit den Miniaturpferdchen doch unverhältnismäßig einfach gewesen. Narnia und Tiny Girl machten ihre Sache jedoch großartig und schon bald galoppierten wir eine längere Grasbahn entlang. Tiny legte sich ein wenig auf die Zügel und wollte schneller werden, doch Narnia's gleichbleibend ruhiges Tempo bremste die ungestüme Jungstute. Der Geländeparcours führte uns weiterhin durch mehrere einzeln stehende Tore, die es zu öffnen galt, über Brücken verschiedener Breiten, verschlungene Waldpfade entlang und durch diverse flache Wasserhindernisse hindurch. Das alles machten die beiden Stütchen ohne mit der Wimper zu zucken mit und ich war am Ende des Trainings richtig stolz auf sie. Im ruhigen Schritt fuhr ich zurück zum Hof, lobte die Pferdchen und versorgte sie umsichtig. Samuel kümmerte sich solange um den Wagen. Dann ging ich zurück in mein Büro und änderte die Akte von Tiny Girl, denn sie lief im Fahren jetzt offiziell auf S-Niveau!

    Fahren S-S*, vom 01.04.17
    "Eddi! Wie schön, dass du hier bist!", begrüßte ich meine Freundin herzlich, als diese aus ihrem Wagen stieg. Eddi hatte sich bereit erklärt mit meiner American Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl an einem Stutbuchwettbewerb teilzunehmen, da ich selbst bereits ein anderes Pferd vorstellte. Da Tiny Girl Eddi vom Fohlenalter an gehört hatte, kannten sich die beiden ja auch schon. Dennoch hatten wir beschlossen, dass es vielleicht ganz gut wäre, wenn Eddi beim letzten Stufentraining vor der Sk dabei wäre, um zu sehen wie Tiny Girl sich entwickelt hatte. Besagtes Stütchen stand bereits auf Hochglanz poliert im Stall und wartete auf uns. "Was steht denn heute genau an?", fragte Eddi mich grinsend. "Ein Stufenabschlusstraining im Fahren für Klasse S*", antwortete ich, nicht ohne den Stolz in meiner Stimme ganz verbergen zu können. "S*? Wow, da macht sie sich ja wirklich super, das freut mich sehr! Dann sind Fairy Bluebird und Tiny Girl gekrönt, ich bin ja sehr gespannt, was aus den anderen Jungpferden wird. Panta Rhei und Rosie haben sich ja auch toll entwickelt.", grinste Eddi nach unserer kleinen Stallführung. In der Tat hatten die Pferde, die sie mir vor einiger Zeit geschenkt hatte, beachtliche Fortschritte gemacht. Brian würde uns heute begleiten und hatte bereits den leichten Marathonwagen in den Hof gebracht. Außerdem fand das Training zusammen mit Narnia statt, damit Tiny nicht so alleine war. Der Aufstieg in Klasse S* erforderte nun erstmals eine Kombination aus Dressur-, Hindernis- und Geländefahren und setzte somit eine gute Kondition der Pferde voraus. Narnia ging bereits auf diesem Niveau und mit Tiny Girl hatte ich in letzter Zeit sehr viel Ausdauertraining gemacht, sodass ich mir völlig sicher war, dass sie den Anforderungen gewachsen war. Wir machten die Stütchen fertig, spannten sie vor den Wagen und fuhren hinüber zum Dressurplatz. Dank des tollen Wetters war es überhaupt kein Problem, draußen zu trainieren. Dort hatte ich bereits die Kegel fürs Hindernisfahren aufgebaut, da die erste Aufgabe eine Kombination aus Dressur- und Hindernisfahren war. Ich wärmte Tiny Girl und Narnia in aller Ruhe auf, bevor wir uns der eigentlichen Aufgabe widmeten. Brian stand am Zaun und sah uns zu. Ich fuhr im Gebrauchstrab an und lenkte die Pferdchen in Schlangenlinien mit drei Bögen durch die Bahn. Dann wechselten wir im Mitteltrab durch die ganze Bahn, bevor es auf den Mittelzirkel ging. Dort ließ ich die Ponys die Leinen aus der Hand kauen und galoppierte sie nach dem Aufnehmen im versammelten Galopp an. Es war höchst selten ,dass der Galopp in einer Dressurprüfung an die Reihe kam, doch ich wollte die Ponys und mich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Anschließend folgten zwei halbe Volten im Trab, ein erneuter Wechsel durch die ganze Bahn und schließlich das Abwenden auf die Mittellinie im Schritt. Bei X parierte ich zum Halten durch, gab Brian am Zaun ein Zeichen, richtete das Gespann eine Pferdelänge rückwärts und trabte erneut an. Nun folgte das Hindernisfahren, bei dem selbstredend die Zeit gestoppt wurde. Ich lenkte die Miniaturpferdchen so schnell wie möglich durch die Kegelpaare, parierte anschließend wieder bei X zum Halt durch, ließ Brian aufsteigen und fuhr vom Gestüt. Fehlte nur noch der Geländeparcours. Narnia und Tiny Girl schwitzten nach diesem kurzen Spurt zwar etwas, waren aber noch munter. Der Geländeparcours war derselbe, den wir auch schon für den Aufstieg in Klasse S gefahren waren, weshalb die Ponys ihn schon gut kannten. Als wir schlussendlich auf das Gestüt zurückkehrten, grinste ich seelig. Auch Eddi war völlig aus dem Häuschen. "Ich wusste ja, dass Tiny Girl Talent hat, aber dass sie mal so ein super tolles Fahrpferd wird, hätte ich dann doch nicht gedacht! Sie hat ja vor dem Wasser nicht mal gemuckt!" Ich lächelte zustimmend. Dafür hatte ich auch eine ganze Weile mit der eigensinnigen Stute trainieren müssen, doch mittlerweile störte das kühle Nass sie nicht mehr. Nun war Tiny Girl bereit für ihre Teilnahme an dem Stutbuchwettbewerb!

    Die Kür
    Sammy lächelte mir aufmunternd mit erhobenem Daumen zu, während ich einmal nervös schluckte. Ich nahm heute mit Hollybrook's Tiny Girl an der SK für Ponys, Rappen und Braune teil und war ein wenig aufgeregt. Die kleine Miniature Horse Stute neben mir schaute sich mit aufmerksam gespitzten Ohren um und giftete ab und an einer Stute hinterher, die an uns vorbeikam. Sammy war mit ihrer anderen Stute bereits angetreten und nun waren wir an der Reihe.
    Ich führte Tiny Girl im Trab in die Halle ein, parierte sie bei X zum Halten durch und grüßte die Richter. Gleich darauf führte ich Tiny wieder im Trab an und wendete auf die linke Hand ab. Bei A ging ich auf den Zirkel, galoppierte zur geschlossenen Zirkelseite hin im Arbeitstempo an und wechselte nach einer Runde mit einem fliegenden Wechsel durch den Zirkel, um diese Gangart auch auf der anderen Hand zu präsentieren. Nachdem das geschafft war, parierte ich Tiny Girl bei A zum Halt durch, schickte die junge Stute eine Pferdelänge rückwärts und führte sie anschließend im Schritt weiter. Tiny Girl konnte zwar eine nervtötende Zicke sein, doch sie war glücklicherweise auch eine Diva, die es liebte sich zu präsentieren. Sie machte wirklich super mit und reagierte auf jede Hilfe meinerseits. Ich führte sie im Schulterherein die lange Seite entlang, machte aus der Ecke kehrt und zeigte im Schritt drei Volten an der langen Seite, bevor ich mit Tiny erneut antrabte. Wir wechselten durch die ganze Bahn, während wir eine Traversale zeigten, dann wendeten wir auch schon zum Schlusstakt auf die Mittellinie ab. Dort ließ ich Tiny Girl die Passage vorführen, bis wir X erreichten und in die Piaffe wechselten. Nach einigen sehr schön durchgesprungenen Tritten, parierte ich Tiny Girl zum Halt durch, verabschiedete mich mit einem weiteren Gruß von den Richtern und verließ am langen Zügel die Bahn. Das war wirklich gut gelaufen und ich hoffte, dass Tiny die erforderliche Wertung erreichen würde. Dann hätte Sammy eine weitere Zuchtstute auf ihrem Gestüt!
    [2014 Zeichen | geprüft mit lettercount.com]

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    Occulta und Rhapsody gefällt das.
  11. Samarti

    Samarti Sunshine Fluffy Tutu!

    Elisa Cranfield mit
    Beverly

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    Rufname: Bee
    geboren: April 2011 | Alter: 6 Jahre

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Bay Roan
    Stockmaß: 146 cm

    Beschreibung:
    Sobald man diese Stute sieht, ist es nicht einfach, seinen Blick von dem Fell abzuwenden, und dessen ist sich das Jungpferd auch bewusst. Bee versucht immer, die ganze Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen; zumindest, wenn man ihr nicht zu nahe kommt und sie nur beobachtet. Sollte ein Fremder sich ihr auf wenige Meter nähern, so wird sie zurückhaltend und misstrauisch, beinahe schüchtern, doch dies legt sich, wenn man es schafft, ihr Vertrauen zu gewinnen. Denn dann ist sie der liebste beste Freund auf vier Beinen, den man nur haben kann – und den man niemals wieder missen möchte. Ihre liebevolle, anhängliche Art macht sie noch liebenswürdiger als sie ohnehin schon ist.


    Als Fohlen konnte man ihr Talent für das Springen nur erahnen – laufen doch sowohl Vater als auch Mutter erfolgreich in den hohen Klassen des Springreitens. Dennoch hüpfte sie liebend gern auf der Weide herum, sprang über herumliegende Äste und Baumstämme und schien bereits in jungen Jahren Spaß daran gefunden zu haben.

    eingeritten [] | eingefahren []
    Reitstil: Englisch


    Dressur M | Springen S**| Gelände A
    103. Synchronspringen
    358. Springturnier
    399. Dressurturnier
    399. Springturnier
    176. Synchronspringen
    283. Distanzturnier
    401. Dressurturnier
    180. Synchronspringen
    383. Westernturnier
    181. Synchronspringen

    zur Zucht zugelassen []
    steht als Leihmutter zur Verfügung [
    ]
    Momentane Punktzahl: 20

    Gencode: Aa Ee RNrn

    Carenté-Pferd []
    Decktaxe: n. v.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Samarti

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    Tierarztkontrolle
    03/2017, von Jeanne | 7482 Zeichen

    Es dauerte nicht einmal lange, bis Ms. Vernon mich tatsächlich mit auf ihren ersten Auslandseinsatz mitnahm. Für das erste Mal war es dann auch eine ganz schön lange Reise, denn diesmal würde es nach Kanada gehen. Vielleicht hatte es auch seine Vorteile, dass ich meine ersten Wohnungsbesichtigungen erst nächste Woche hatte, denn diese Woche hätte ich bestimmt nichts geschafft. Immerhin konnte ich das wenige Zeug, das ich mein Eigen nannte, solange bei Rachel im Stall verstecken, sodass ich mir für die Nächte, die wir nur umherreisten, nicht noch ein Zimmer in Swansea mieten musste.

    Der Flug dauerte 15 Stunden. Fünfzehn! Faszinierend, was manche Leute für ihre Vierbeiner in Kauf nahmen, wenn man doch bedenken musste, dass es bestimmt auch in näherer Umgebung Tierärzte geben musste.
    „Townsend Acres gehört noch nicht lange zu unseren Kunden“, klärte mich Ms. Vernon auf, als ich sie danach fragte, „aber Ms. Cranfield legt viel Wert auf die qualitative Versorgung ihrer Tiere. Sie hat zwar noch andere Tierärzte an ihrer Seite, aber nicht immer haben alle Zeit.“
    „Wow“, murmelte ich nur. Dass man den Tierarzt fünfzehn Stunden fliegen ließ, nur damit er sich eins der Pferde ansah, war für mich etwas völlig Neues. Bei einer mobilen Tierarztpraxis hatte ich eher daran gedacht, dass wir vielleicht mal etwas weiter rausfahren würden, aber nicht dass es direkt nach Kanada gehen würde. Immerhin war das fast am anderen Ende der Welt, oder?

    Jetlags waren die Hölle. In Kanada angekommen hatte sich meine innere Uhr bereits auf Abendessen eingestellt, stattdessen war es in Dauphin erst kurz vor zwölf. In Swansea hätten wir es inzwischen 19 Uhr gehabt! Ich hoffte, ich würde mich irgendwann an die Zeitverschiebung gewöhnen können, aber insgeheim bezweifelte ich es etwas.
    Ms. Vernon riet mir, ich solle mich gar nicht erst mit dem Gedanken anfreunden, mich jetzt hinzulegen. Ich runzelte die Stirn. Im Gegensatz zu ihr hatte ich fast den ganzen Flug über geschlafen. Meine Vorgesetzte gähnte auch, versteckte es aber hinter ihrer Hand. Dann lächelte sie mir müde zu und fragte, ob ich hungrig war. Und wie ich das war! Wie als hätte mein Magen für mich sprechen wollen, grummelte er lautstark und beantwortete Ms. Vernons Frage von ganz allein.

    Gegen siebzehn Uhr kamen wir gestärkt auf dem Reitponygestüt Townsend Acres an. Kanada war schier endlos und genauso sah auch diese Anlage aus. Hatte ich mich im Reitstall von Rachel und Mirabelle schon verloren gefühlt, so wollte ich hier nur ganz schnell wieder weg. Müsste ich mich jetzt an solche riesigen Gestüte gewöhnen? Ich fühlte mich hier total fehl am Platz.
    Meine Gedanken wurden unterbrochen, als Ms. Vernon ausstieg und mir bedeutete, das gleiche zu tun. Umgeben waren wir fast nur von Reitponys, die gerade auf den riesigen Weiden grasten. Ich schluckte, griff aber dann Ms. Vernon beim Auspacken der Geräte unter den Arm. Gut bepackt ging es dann vom Parkplatz zum Innenhof, wo uns einige Gebäude erwarteten. Wir gingen unter einem Bogen zwischen zwei Häusern hindurch und kamen schließlich an einem Putzplatz an, wo uns eine Frau erwartete, die nicht viel älter sein konnte als ich es war. Sie stellte sich als Elisa Cranfield vor und war die Gestütsleiterin. Neben ihr stand ein Mann, etwa im selben Alter, der uns kurz begrüßte, aber dann verschwand.
    „Entschuldigt Matthew“, lächelte sie leicht, „er hat noch einiges zu tun, sonst wäre er bestimmt nicht wortlos abgehauen.“ Ms. Vernon nickte kurz und stellte mich dann vor. Nach ein wenig Smalltalk ging es dann für uns aber direkt an die Arbeit.

    Unsere Patientin war eine Roanstute im Alter von sechs Jahren. Ihre Fellzeichnung war wirklich schön, die Farbverläufe darin faszinierend. Zunächst war ich selbst etwas zurückhaltend, weil ich nicht genau wusste, was ich machen sollte, aber dann näherte ich mich der Stute ein wenig. Beverly hieß sie und ich merkte rasch, dass sie mir gegenüber etwas skeptisch war. Es dauerte kurz, aber nicht viel später ließ sie sich von mir am Mähnenkamm und hinter den Ohren kraulen und entspannte sich.
    „Bee sollte eigentlich keine Probleme machen“, erklärte Ms. Cranfield und strich der Stute über die braune Stirn. Sofort stupste das Pony ihre Besitzerin an und knabberte mit den Lippen an ihrer Hosentasche herum.
    „Würdest du sie mir einmal vorführen?“, bat Ms. Vernon die Gestütsleiterin. Diese nickte, führte Beverly ein Stück vom Putzplatz weg und zeigte sie dann einmal im Schritt und Trab. So wie ich es erkennen konnte, drehte sie sowohl im Schritt als auch im Trab einwandfrei und taktklar ihre Runden. Ms. Vernon sah mich fragend an. „Meiner Meinung nach fehlt ihr nichts“, erklärte ich und deutete in Beverlys Richtung. „Sie scheint in Ordnung zu sein.“
    Zufrieden nickte Ms. Vernon und rief dann Ms. Cranfield wieder zu sich. „So sehe ich das auch.“ Daraufhin warf sie einen kurzen Blick in die bunten Ohren des Roans und leuchtete mit einer Taschenlampe in die Augen, um den Pupillenreflex zu testen und eventuelle Macken auszumachen. Währenddessen erklärte und zeigte sie mir und Ms. Cranfield genau, was sie gerade warum tat, wofür ich der Tierärztin wirklich dankbar war. Vielleicht wäre ich dann schon sehr bald soweit, unter ihren Adleraugen selbst zu arbeiten.
    Auch warf Ms. Vernon einen kurzen Blick ins Maul der Stute, was diese nur etwas widerwillig über sich ergehen ließ. Im Großen und Ganzen war Beverly aber sehr ruhig und bestimmt einer der angenehmeren Patienten. „Sieht gut aus“, kommentierte Ms. Vernon die Zähne der Stute, ließ dann vom Ponymaul ab und hörte noch kurz Herz und Lunge ab, was sie aber auch nur mit einem Nicken stehen ließ.
    „Alles bestens“, erklärte die Tierärztin dann und bereitete die Spritzen für die Impfungen vor. Mit einem kurzen Pieks, den Beverly gar nicht zu registrieren schien, spritzte sie die Impfungen in den Ponykörper und tätschelte dann liebevoll den Hals der Stute, als sie schon kurz darauf fertig war. Das Deutsche Reitpony war der Tierärztin gegenüber nun etwas misstrauischer und behielt sie skeptisch im Auge.
    „Jeanne, würdest du ihr bitte die Wurmkur verabreichen?“, bat Ms. Vernon mich und ich war im ersten Moment etwas überrumpelt, stimmte dann aber zu. Ich hatte so etwas zwar noch nie gemacht, aber ich hatte Ms. Vernon schon bei anderen Patienten dabei zugesehen. Ich würde das wohl schaffen.
    Als ich die Paste in die dafür vorgesehene Spritze gefüllt hatte, ging ich damit zu Beverlys Kopf und streichelte die Stute ein wenig, bevor ich den Behälter seitlich ins Ponymaul steckte und ihr das Zeug ins Maul spritzte. Daraufhin zog ich ihr die Spritze wieder aus dem Maul und belohnte sie zugleich mit einem Stück Karotte. Bee kaute noch etwas – die Paste schien ihr gar nicht zu schmecken. Nach einer Weile hatte sie sich aber wieder beruhigt.

    „So, damit wären wir fertig“, sagte Ms. Vernon danach lächelnd und nickte mir zu. „Gut gemacht, Jeanne.“
    Es war ein kleines Lob, machte mich aber dennoch ein wenig Stolz, weshalb ich ebenfalls lächelte.
    „Vielen Dank“, bedankte Ms. Cranfield sich bei uns und fragte dann, ob wir noch auf einen Kaffee mit reinkommen wollten. Fragend sah ich zu Ms. Vernon, die zustimmend nickte. „Warum nicht, bis zum Rückflug haben wir noch etwas Zeit und andere Patienten erwarten uns hier nicht.“ Ms. Cranfield erklärte uns zwar noch, dass sie noch Beverly wieder reinbringen müsste, aber da hörte ich ihr schon gar nicht mehr wirklich zu. Ich freute mich nur noch auf einen stärkenden Kaffee.

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    Hufkontrolle
    04/2017, von Zaii | 714 Zeichen
    Für mich ging es heute einmal quer über die Straße, um die Hufe von Elisas Reitponystute Beverly, die bald auf einer Krönung vorgestellt werden sollte, zu kontrollieren.
    Als ich ankam, hatte Elisa das Pony schon vorbereitet, sodass wir uns nur kurz begrüßten und ich mit der Arbeit beginnen konnte. Zuerst kontrollierte ich die Hufe, danach korrigierte ich diese und beschlug sie neu. Beverly benahm sich total vorbildlich und so und beobachtete mich neugierig. Nachdem ich fertig war, tätschelte ich ihren Hals, räumte dann meine Sachen zusammen und schmuggelte Bee zum Abschied noch ein Leckerli unter. Anschließend verabschiedete ich mich von Elisa, die sich herzlich bedankte, und machte mich auf den Rückweg.

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    Dressur A-L

    03/2017 | 5713 Zeichen
    Beverly sollte nun mein nächstes Trainingsopfer sein. Ich hatte in der letzten Zeit bereits mit ihrem Training begonnen, denn sie sollte in der Dressur auf die höhere Stufe aufsteigen. Ich hatte auf einem Dressurturnier der Klasse E ihr Potenzial entdeckt und beschlossen, sie fortan mehr zu fördern als ich es zuvor getan hatte. Und bisher hatte ich mein Vorhaben erstaunlich gut einhalten können.

    Die neuen Hufschlagfiguren, also 8 Meter-Volten im Galopp; halbe Volte links, halbe Volte rechts; aus der Ecke kehrt mit acht Metern Durchmesser; durch die halbe Bahn wechseln und durch die Länge der Bahn wechseln, hatte ich bereits viel zu oft mit ihr geübt, bis ich mir wirklich sicher war, dass sie diese beherrschte. Erstaunlicherweise ließ Matthew sich beim Training nicht oft blicken, eigentlich sogar nie, blicken und das, obwohl er normalerweise immer beim Dressurtraining mithalf. Ich hoffte immer noch, dass sich unsere kleine Differenzierung bald auflösen würde und wir wieder normal miteinander reden könnten, ohne uns gegenseitig sofort an die Gurgel zu springen, doch da konnte ich wahrscheinlich noch ein wenig länger drauf warten.
    „Hey, Kleines“, begrüßte ich die Reitponystute, die mich anscheinend bereits erwartet hatte, denn sie brummelte mir leise zu, als ich den Stall betrat, „hast du mich vermisst?“ Ich streckte ihr meine geöffnete Handfläche entgegen und sie blies warme Luft durch ihre Nüstern dort hinein, bevor sie den Kopf wieder hob und leicht an der Mütze, die ich trug, knabberte, was mich zum Schmunzeln brachte.
    „Dann wollen wir mal an die Arbeit.“ Mit diesen Worten zog ich ihr das neu gekaufte Halfter über den Kopf und hakte den Karabinerhaken ein, ehe ich den Strick nahm und das Roanpony zum Putz- und Waschplatz führte. Dort säuberte ich gründlich ihr Fell, kämmte ihre Mähne und verlas nach einiger Zeit mal wieder ihren Schweif – der das allerdings nicht sonderlich nötig hatte, er fiel seidig weich wie immer und es waren nur vereinzelt Knötchen zu finden.
    Irgendwann war sie komplett vom Dreck befreit und ich legte ihr das Sattelzeug auf, verschnallte es komplett und streifte ihr die Trense über den Kopf. Dann machten wir uns auf den Weg zum Dressurviereck. Es war seit langer Zeit mal wieder etwas trockener und nicht mehr so nass und feucht, was ich ausnutzen wollte. Wer wusste schon, wie lange ich noch Zeit für ein wenig Training im Freien hatte?
    In dieser Stunde widmeten wir uns den neuen Dressurlektionen, zumindest begannen wir mit dem Erlernen, vertiefen würden wir sie später noch. Gefordert waren in einer L-Dressur der Außengalopp, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung.
    Zunächst einmal beschäftigten wir uns mit dem Außengalopp und füllten beinahe die erste halbe Stunde mit dem Trainieren dieser Lektion, bis wir uns schließlich der Kurzkehrt zuwandten.
    Hierzu parierte ich Bee in den Schritt durch und bog sie nach links, indem ich mein Gewicht auf diese Seite verlagerte und mit dem inneren Schenkel trieb. Zeitgleich wanderte mein äußerer Schenkel eine Handbreit hinter den Sattelgurt, mit dem äußeren Zügel gab ich gleichzeitig nach. Es bedurfte einige Übung, bis das Reitpony schließlich vorwärts-seitwärts trat, und als dieser Fall eintrat, spannte ich Kreuz- und Oberschenkelmuskulatur an und gab eine kurze Parade mit dem Zügel. Zwar dauerte es noch ziemlich lange, bis wir eine einigermaßen gescheite Kurzkehrt vorführen konnten, doch irgendwann schafften wir auch dies, sodass wir uns der Hinterhandwendung zuwandten.
    Hierzu lagen zwei Stangen in einem neunzig Grad-Winkel auf dem Boden, die als eine Art Begrenzung dienen sollten. Das Vorgehen begann damit, auf die Mittellinie zu reiten und schließlich aus dem Schritt heraus zu wenden. Daraufhin ritten wir in die Ecke hinein, Bee drehte sich um das innere Hinterbein. Auch hier dauerte es etwas, bis es klappte und daraufhin übten wir das Ganze ohne Stangen, bis ich mit dem Ergebnis einigermaßen einverstanden war. Es würde zwar noch einige Zeit dauern und viele Trainingseinheiten beanspruchen, doch das war es mir wert – schließlich sollte die Stute die Lektionen einwandfrei beherrschen.

    In einer L-Dressur wurden lediglich zwei neue Tempi gefordert – die Versammlung in Trab und Galopp. Dies stellte keine große Hürde dar, denn dies zu erreichen, war ziemlich einfach.
    Zunächst einmal ritten wir viele Schritt-Trab-Übergänge. Nach einigen Wiederholungen verlangsamte Bee ihren Trab wie von selbst, da sie wusste, dass sie bald wieder in den Schritt durchparieren musste. Dabei verkürzte sie ihr äußeres Erscheinungsbild und irgendwann lief sie in einem versammelten Trab. Sobald dies erreicht wurde und die Gangart einige Zeit durchgehalten wurde, parierte ich wieder in den Schritt durch und ließ ihr eine kurze Pause, damit sie nicht überfordert wurde.
    Das gleiche Spiel wiederholten wir, um den versammelten Galopp zu üben. Auch hier ritten wir viele Schritt-Galopp-Übergänge, und da Bee den versammelten Trab bereits beherrschte, war es ein Leichtes für sie, den Sinn der Übung nicht zu hinterfragen sondern zu verstehen. Ebenso wie im Trab versammelte sie sich bald im Galopp und verkürzte ihren Rahmen. Hier wurden ebenfalls viele Pausen eingelegt, damit sie sich nicht überforderte.

    „Matthew?“, fragte ich den jungen Mann, der an dem robusten Schreibtisch saß und sich über einigen Papierkram beugte. Als er meine Stimme hörte, hob er sofort den Kopf und blickte mir ins Gesicht. „Hm?“ war das Einzige, was er von sich brachte, bevor er seinen Blick wieder senkte und sich weiterhin den Unterlagen widmete.
    „Trag bei Bee bitte ein, dass sie in Dressur L-fertig ist“, klärte ich ihn auf und sofort schellte sein Kopf in die Höhe.
    „Wann hast du das denn geschafft?“
    „Du bist zu unaufmerksam.“

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    Military E-A
    04/2017 | 2873 Zeichen
    Unruhig tänzelte Beverly unter dem Sattel herum, als wir an der Weide der Stuten entlang ritten. Es war für sie mal Zeit, endlich auf die Geländestrecke zu kommen – dazu mussten wir uns aber dem Übel stellen und das Risiko eingehen, dass die Stute ein wenig aufgeregt und hektisch seine kleinen Tritte machte.
    Irgendwann hatten wir den Weg allerdings hinter uns gebracht und es bis zur Geländestrecke geschafft. Obwohl die Strecke, die wir bisher zurückgelegt hatten, gar nicht einmal so lang war, hatten wir lange genug dafür gebraucht und Bee war schon aufgewärmt genug, sodass wir einfach nur noch knappe fünf Minuten etwas Aufwärmübungen machten, bevor es an das eigentliche Training ging.
    Es war die erste Trainingseinheit für Beverly, und so war es nun besonders von Bedeutung, sie langsam und gewissenhaft an die neuen, unbekannten Sprünge heranzuführen, denn im Gegenteil zu den Sprüngen in der Halle waren diese nun einmal standhaft, man konnte sie nicht direkt reißen und es gab keine Stangen, die auf den Boden fielen; stattdessen waren diese einfach stabiler, fester und sehr viel unauffälliger als die bunten, bemalten Hindernisse im Springparcours.
    Die ersten paar Sprünge waren die „Hochsprünge“ im Gelände: Stapel von Baumstämmen, Mauern, Strohballen und ähnliches, was einfach in die Höhe ragte. Bei den Strohballen versuchte Beverly ernsthaft, diese anzuknabbern! Die Höhe eines Sprungs durfte in einem A-Geländeritt einen Meter betragen, demnach zwar nichts Neues für Beverly, dennoch war sie eben jene Hindernisse nicht gewohnt.
    Daraufhin ging es an die weiteren Sprünge und vor allem auch die Wassergräben. Denn die durften ganze zwei Meter weit sein, die „normaleren“ Sprünge nur bis zu 1,80 Metern, also ganze zwanzig Zentimeter weniger – und das machte einen Unterschied!
    Auch die Tiefsprünge waren neu für Beverly, dennoch machte ihr das nicht sonderlich viel aus, „nach unten“ zu springen. Auch, wenn das ganze 1,20 Meter waren (solche Sprünge überwanden wir jedoch erst zum Schluss), trat meine kleine Stute tapfer heran und zeigte immer wieder, was für Talent in ihr steckte, wenn sie die Sprünge einwandfrei hinter sich brachte.

    Beverly war wirklich tapfer, mutig und unerschrocken; ständig demonstrierte sie, wie kraftvoll er war und vor allem, wie viel Potential man da noch ausschöpfen konnte. Die Roanstute bewies immer wieder Mut, indem sie sich von Unbekanntem nicht abschrecken ließ, sondern es einfach probierte, statt lange darüber nachzudenken und sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was ihr passieren könnte. Da war es wirklich angenehm, ein Pferd unter sich zu haben, das nicht ganz so ängstlich und ein „Kopfmensch“ war, Beverly handelte und sprang einfach nach Gefühl.
    Dementsprechend hatten wir es nach nur wenigen Wochen bereits geschafft, sie auf einen Geländeritt der Klasse A so weit vorzubereiten, dass ich sie höherstufen konnte.

    So wirklich glauben konnte ich noch immer nicht, dass es tatsächlich Bee war, die ich auf einer Stutenkrönung vorstellen würde. Mit ihren fast sieben Jahren war sie immer noch wie mein kleines Baby für mich, irgendwie wollte ich einfach nicht wahrhaben, dass sie nun mal kein Fohlen mehr war. Matthew warf mir immer wieder aufs Neue vor, ich würde sie mit Samthandschuhen anfassen und dass ich mich mal etwas zusammenreißen sollte, aber es sollte einfach nicht sein.
    Noch ein letztes Mal rückte ich mich im Sattel zurecht und sortierte meine Zügel wieder, ehe ich mit Bee in das große Dressurviereck einritt. Im Trab ging es zum Bahnmittelpunkt X, wo ich Beverly zum Halten brachte. Glücklicherweise blieb meine Stute vorbildlich geschlossen stehen und wartete ruhig darauf, dass es weiterging. Ich beneidete sie darum, dass sie in solchen Situationen so gelassen blieb, denn so übertrug sich ihre Ruhe auch auf mich.
    Nachdem ich die Richter gegrüßt hatte, ritten wir im Schritt wieder an und wechselten auf die rechte Hand. Dort zeigten wir alle drei Grundgangarten meiner Reitponystute und ritten dann auf den Zirkel, aus dem wir danach wieder wechselten, um nun auf der linken Hand weiterzumachen. Diese war Bees stärkere, aber wir hatten in der letzten Zeit noch einmal verstärkt auch ihre rechte Hand trainiert.
    Im Galopp ging es bis zum Bahnpunkt C, wo ich die Stute in den Trab durchparierte und noch diese Gangart präsentierte, bevor wir noch Beverlys Schritt vorführten. Danach wechselten wir noch einmal durch die halbe Bahn, bevor wir zum Schluss wieder auf die Mittellinie ritten und uns nach dem Halten von den Richtern verabschiedeten. Dann ging es im Schritt aus der Bahn, während ich mir von Bee die Zügel aus der Hand kauen ließ.

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    Zuletzt bearbeitet: 3 Apr. 2017
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  12. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Meine Teilnahme mit
    Rosewell

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    Besuche Rosie!

    Steckbrief
    Rosewell
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    Spitzname: Rose / Rosie

    --------------------------------------------------

    ~ Abstammung ~
    Von:
    Vertigo
    V: Versailles
    M: Tanitha
    Aus der: Romantica
    V: Puzzle
    M: Radetta

    --------------------------------------------------

    Rasse: Lewitzer
    Geschlecht: Stute
    Geburtsdatum: 12. September 2014
    Stockmaß: 1,48 m
    Fellfarbe: Silver Bay Tobiano | Braunwindfarbschecke
    Kopfabzeichen: unterbrochene Blesse
    Beinabzeichen: v.l. weißer Fuß, h.l. + h.r. hochweiß gestiefelt

    --------------------------------------------------

    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Rosewell ist selbstsicher und mutig, sie liebt es neue Dinge auszuprobieren und die Welt zu entdecken. In ihrem Wesen ist sie wie das Spiegelbild ihrer Mutter. Diese tollen Charakterzüge sind gepaart mit dem Ehrgeiz ihres Vater und dessen Arbeitswillen. So gibt Rosewell das ideale Allround-Pony ab, sowohl für die Familie, als auch für Turniere. Sie überzeugt durch raumgreifende Gänge, eine wundervolle Selbsthaltung und einem einmaligen Charakter.

    --------------------------------------------------

    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Eddi
    Ersteller: sweetvelvetrose ♥
    Vkr: sweetvelvetrose

    --------------------------------------------------

    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    M
    Military: E
    Springen: S**

    --------------------------------------------------
    ~ Schleifen ~
    2. Platz beim 164. Synchronspringen
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    2. Platz beim 166. Synchronspringen
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    3. Platz beim 394. Springturnier
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    3. Platz beim 170. Synchronspringen
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    3. Platz beim 396. Springturnier
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    1. Platz beim 179. Synchronspringen
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig: Nein
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///
    Punkte: 19(4x Abstammung, 6 Schleifen, 3x Training, HS, TA, Bild)

    Tierarztbericht vom 01.04.17, von Eddi
    "Na dann wollen wir mal! Mit wem fangen wir an?", fragte ich geschäftsmäßig meine gute Freundin Sammy. "Mit Rosewell, die ist nicht so zickig.", antworte sie sofort. Ich war nun seit drei Tagen auf Sammy's Gestüt Hollybrook Stud, da ich mit ihrer American Miniature Horse Stute Hollybrook's Tiny Girl bei einem Stutbuchwettbewerb antreten sollte. Nur der tierärztliche Check fehlte dem Stütchen noch, dann stand einer erfolgreichen Teilnahme nichts mehr im Wege. Da auch Rosewell bald soweit war, untersuchte ich die Lewitzer Dame gleich mit. Beide Stuten hatten einmal mir gehört und ich war sehr froh, dass sie sich bei Sammy so gut entwickelten. Ich hatte die zwei schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen und war völlig baff gewesen, als Sammy sie mir gezeigt hatte. Vor allem Rosewell war nocheinmal in die Höhe geschossen und sah nun viel mehr nach eleganter Stute als nach unfertigem Jungpferd aus. Sammy verschwand im Stall und kam gleich darauf mit Rosie zurück. Zuerst sollte Sammy mir ihre Stute im Schritt und Trab vorführen. Da ich keine Taktunreinheiten erkennen konnte, ging es gleich darauf mit der Untersuchung weiter. Auch Herz, Lunge und Puls waren völlig in Ordnung. Rosewell beäugte mich wenn möglich die ganze Zeit und versuchte immer wieder an meine Arzttasche heranzukommen. An ihrer Neugierde schien sich nicht das Geringste verändert zu haben. Ich besah mir auch Augen, Ohren und Maul des Stütchens, um mögliche Krankheiten auszuschließen und tastete sie schlussendlich einmal am ganzen Körper ab. Dann nickte ich Sammy mit erhobenem Daumen zu. Fehlte nur noch das Impfen. Rosie zuckte zwar zusammen, als die Nadel ihre Haut durchstach, aber ansonsten blieb sie brav stehen. Sammy und ich lobten sie beide für ihre Tapferkeit und überhäuften sie mit Streicheleinheiten und Apfelstückchen. Dann strich ich meinem ehemaligen Pferdchen noch einmal übers Maul und Sammy holte mir Tiny Girl. Das Stütchen erkannte mich zwar sofort und genoss auch die Streicheleinheiten, doch dabei beäugte sie die ganze Zeit misstrauisch meine Tasche. Ich hatte Tiny's Marotten selbst bereits oft genug erlebt und war daher gespannt, wie sie die Untersuchung mitmachen würde. Auch Tiny wurde zuerst vorgeführt, damit ich sehen konnte, ob sie rund lief. Die schwungvollen Gänge des kleinen Tierchens erstaunten mich immer wieder. Doch während Rosie brav neben Sammy hergegangen war, versuchte Tiny ein- , zweimal das Tempo zu erhöhen. Sammy ging energisch dagegen vor und schließlich fügte Tiny Girl sich in einen ruhigen Trab, sodass ich ihre Bewegungen begutachten konnte. Als ich Tiny Girl in Augen, Ohren und Maul schaute, schlug das Pferdchen mit dem Kopf und legte die Ohren an. Allerdings war das nur eine leere Drohung. Auch das Abtasten und Abhören verlief ohne Probleme. Für das Impfen trat Sammy an den Kopf des Miniaturpferdchens und hielt sie gut fest. Auch Tiny zuckte kurz zusammend und trat dann quietschend mit dem Huf nach ihrem Bauch. Wahrscheinlich hätte sie eigentlich ausgetreten, doch da Sammy ihren Kopf oben hielt, war ihr das nicht möglich. Ich beeilte mich fertig zu werden und rieb Tiny dann die Schulter. "Du bist also immer noch die selbe kleine Zicke wie früher. Schön, dass man dich wenigstens am Charakter noch wiedererkennt!", lachte ich, während Sammy etwas gequält das Gesicht verzog.
    Sie brachte Tiny Girl weg und ich stellte so lange die Gesundheitszeugnisse für die beiden Pferde aus, damit es bei dem Stutbuchwettbewerb keine Probleme gab. Dann genoss ich noch ein leckeres Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee in Sammy's Garten mit Blick auf die Fohlenkoppel, bevor ich mich wieder auf den Heimweg machte. Schon in ein paar Tagen würden wir uns beim Stutbuchwettbewerb wiedersehen!

    Hufschmiedbericht vom 24.03.2017, von Sadasha
    Abermals packte ich meine Tasche mit allem was ich brauchte um Barhufer zu versorgen. Samantha O'Neill hatte zwei Pferde, die ausgeschnitten werden sollten. Die Fahrt zum Gestüt beim New Forest Park verlief problemlos und ich parkte meinen Wagen zuletzt auf dem großzügigen Parkplatz. Dieses mal war ich vorbereitet und orientierte mich schnell, sodass ich Samantha samt Hollybrook's Tiny Girl gleich fand. Die American Miniature Horse Stute sah mich als ich näher kam schon recht misstrauisch an und Samantha erklärte mir sogleich, dass sie durchaus zickig und argwöhnig ist wenn man sie gerade erst kennen lernt. Da sie mit knapp einem Meter Stockmaß sehr klein war machte ich mir darüber noch keine Gedanken. „Führ sie mir doch bitte einmal vor.“ bat ich. Aufmerksam beobachtete ich das Gangbild der Scheckstute. Keine Auffälligkeiten. Ich war mir unschlüssig wie ich die Stute einzuschätzen hatte, daher beschloss ich sie erst einmal kurz kennen zu lernen. Mit Bedacht näherte ich mich, ging etwas in die Hocke und ließ Tiny Girl an meiner Hand schnuppern. Aufmerksam nahm sie dieses Angebot an, legte aber gleich darauf die Ohren an. Bevor sie weitere Schritte in Betracht nahm zog ich meine Hand wieder zurück. „Okay.“ schloss ich und sah Samantha an, die das alles schmunzelnd beobachtet hatte. „Vielleicht kannst du sie etwas ablenken, während ich arbeite?“ schlug ich vor und sie nickte. Da ich die kleine Stute nicht vollends überrumpeln wollte, tastete ich mich auch an ihren Huf erstmal heran und kraulte sie mit der linken Hand etwas am Hals. Erst als sie ruhiger wurde nahm ich das Hufmesser aus dem Gürtel und machte einen Probeschnitt. Mit wenigen Handgriffen hatte ich das alte Horn entfernt und den Strahl freigeschnitten. Mit der Raspel arbeitete ich Feinheiten heraus und überprüfte das Ergebnis immer wieder, bis ich zufrieden mit meiner Arbeit war. Auch die übrigen drei Hufe bearbeitete ich nach diesem Verfahren, während Samantha ihre Stute beschäftigte. Als alle Hufe nicht nur ausgeschnitten sondern auch eingefettet waren richtete ich mich auf. Tiny Girl giftete mich zum Abschied noch einmal an und wurde dann von Samantha zurück in den Stall gebracht.
    Als sie zurück kam hatte sie ein etwas größeres Scheckexemplar bei sich. Rosewell war eine Lewitzer Stute in besonders interessanter Farbe wie ich fand. Samantha versicherte mir beim Vorführen, dass sie sehr umgänglich ist. Nachdem ich mich von dieser Tatsache selbst überzeugt hatte ließ ich sie gehen. Rosewell würde auch ohne Ablenkung keinen allzu großen Schabernack anstellen. Der Umgang mit ihr war wesentlich entspannter. Mit Ruhe und Bestimmtheit nahm ich mir den ersten Huf vor und begann damit ihn auszuschneiden, während Rosewell sehr interessiert an meinem Handwerksgürtel war. Nachdem das alte Horn gefallen und der Strahl freigeschnitten war, knipste ich die Hufwand zurück, die ich in ihrem Fall nicht mit der Feile hätte runterraspeln können, da sie zu stark war. Erst als auch die Wand gekürzt war raspelte ich den letzten Schliff. Wieder überprüfte ich mich selbst und ging erst dann weiter zum nächsten Huf. Rosewell schnaubte empört und suchte sich etwas Neues zum untersuchen, jetzt wo mein Gürtel außer Reichweite war. Die übrigen Hufe waren im Nu ausgeschnitten und korrigiert, sodass ich nur noch das Huffett auftragen musste, das Rosewell offenbar gerne mal gekostet hätte, so wie sie Dose und Pinsel angeiferte. Lächelnd kraulte ich sie, bevor ich mein Werkzeug wieder einsammelte.
    Als ich mein Inventar wieder am Mann hatte suchte ich nach Samantha, mit der ich noch alles Übrige klärte. Nachdem wir uns verabschiedet hatten und sie ihre Lewitzerstute weg brachte, kehrte ich den Putzplatz und machte mich dann auf den Heimweg.
    3735 Zeichen von sadasha

    Trainingsberichte (3 Stück)
    Dressur E-A, vom 31.01.17
    "Rosie, komm her meine Hübsche!", rief ich leise, als ich die Box der Lewitzerstute betrat. Das hübsche Scheckentier stand draußen auf dem Paddock und beobachte wie üblich das bunte Treiben um sie herum. Als sie meine Stimme hörte, wirbelte sie herum und kam in die Box. Ich fuhr ihr liebevoll über das samtene Maul und strich ihr den cremefarbenen Schopf aus der Stirn. Vor kurzem hatte ich Rosie und den Lewitzerhengst Panta Rhei eingeritten, doch beide schienen sich nach neuen Herausforderungen zu sehnen, weshalb ich heute bereits mit dem Training für den Aufstieg in Klasse A der Dressur beginnen wollte. Rosie und Panta ähnelten sich charakterlich sehr, zumindest wenn der anfangs schüchterne Panta erst einmal Vertrauen gefasst hatte. Sie waren beide extrem arbeitswillig und aufgeweckt, bemühten sich immer alles richtig zu machen und umgarnten mit ihrem Charme sofort jeden, der in ihre Nähe kam. Gleichzeitig besaßen sie aber auch eine gehörige Portion Ehrgeiz, der sie sicherlich zu tollen Turnierponys machen würde. Heute würde mir Brian assistieren. Er war auch beim Einreiten immer dabei gewesen und inzwischen richtig vernarrt in Panta Rhei. Eigentlich kümmerte Brian sich eher um die wilderen Kandidaten unter meinen Hengsten. Vor allem mit Amayyas und Black Soul vollbrachte er wahre Wunder. Ich halfterte Rosie auf und führte die hübsche Stute auf die Stallgasse, wo ich sie umsichtig anband. Dann putzte ich sie in aller Ruhe, bandagierte ihr die Beine und sattelte sie anschließend auf. Für Rosie war diese ganze Prozedur mittlerweile nichts neues mehr und sie nahm bereitwillig das Gebiss. Ich strich ihr lobend über den Hals, schlüpfte in Schutzweste und Handschuhe und führte Rosie aus dem Stall. Zeitgleich kam Brian mit Panta Rhei aus dem Hengststall und ich bewunderte wieder einmal sein Timing. Da es jetzt, Ende Januar, immer noch lausig kalt war und der Schnee sich bergeweise auf meinem Hof türmte, fand das Training ausschließlich in meiner großen Reithalle statt. Das erforderte einiges an Organisation, aber eigentlich klappte es ganz gut. Wir stellten Rosie und Panta nebeneinander auf, gurteten vorsichtig nach, ließen die Steigbügel herunter und schwangen uns in die Sättel. Während Panta dabei von Beginn an still gestanden hatte - er hatte nur den Kopf gedreht -, war Rosie anfangs nur am herumzappeln gewesen. Mittlerweile blieben beide Ponys brav stehen, bis wir ihnen das Kommando zum Antreten gaben. Ich lobte Rosie und sah erfreut, dass Brian dasselbe bei Panta machte. Der junge Mann war einfach perfekt für die Arbeit mit den Jungpferden geeignet. Für unser Training heute standen die Vorhandwendung, die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten und das Viereck verkleinern und vergrößern. Was das Talent und den Arbeitswillen anging, war ich mir sicher, dass meine beiden Hübschen der Aufgabe gewachsen waren. Außerdem hatten wir es ja keineswegs eilig. Wir wärmten die beiden Schecken in aller Seelenruhe auf und begannen erst danach mit dem eigentlichen Training. Wir fingen wie üblich mit den Schritt-Galopp-Übergängen an. Beide Ponys waren mittlerweile soweit ausbalanciert, dass auch das Galoppieren auf Kurven kein Problem mehr darstellte, trotzdem gingen wir sehr umsichtig vor. So arbeiteten wir uns Schritt für Schritt durch die vier Lektionen und ritten die Pferdchen zum Schluss ordentlich trocken. Beide schwitzten zwar, waren aber ansonsten noch recht aufgeweckt. Vor allem Rosie wurde mit jeder Lektion wacher - sie liebte es gefordert zu werden.

    ~*~

    Zwei Wochen später ritten Brian und ich auf Panta Rhei und Rosewell unsere erste A-Dressur. Wir hatten mit beiden Ponys fleißíg geübt und sie meisterten die neue Aufgabe mit Bravour. Als wir am Ende zum Halt durchparierten, klopften wir den Ponys begeistert die Hälse. Sie hatten ihre Sache großartig gemacht und liefen nun beide auf A-Niveau!

    Dressur A-L, vom 31.03.17
    Lächelnd ließ ich mir die warme Sonne aufs Gesicht scheinen, als ich an diesem letzten Tag im März über mein Gestüt lief. Auf den Weiden tollten meiner Pferde übermütig umher, die beiden jüngsten Bewohner des Hofes - Princess und Successful Dream - jagten sich um die Wette und meine Mitarbeiter liefen fröhlich summend umher. Kurzum, es war ein perfekter Tag. Um ihn noch schöner zu machen, stand heute außerdem das Abschlusstraining von meinen beiden Lewitzern Rosewell und Panta Rhei in der Dressur auf dem Programm. Ich hatte in den letzten Wochen hart mit ihnen gearbeitet, sodass sie nun für den Aufstieg in Klasse L bereit waren. Brian würde wieder das Training mit Panta Rhei übernehmen, da er sich wirklich ausnehmend gut mit dem jungen Hengst verstand. Also betrat ich die kühlen Stallungen und lief schnur stracks zu Rosewell's Box. Die schöne Scheckstute kam sofort vom Padock herein und sah mich ein wenig vorwurfsvoll an. "Ich weiß ja, meine Süße. Wir trainieren jetzt ein wenig, dann darfst du auch raus zu den anderen.", versprach ich ihr. Da es noch so früh am Morgen war, hatten wir Rosie und Panta absichtlich im Stall gelassen. Ich führte die junge Stute hinaus auf den Putzplatz, wo bereits ihr Putzkoffer, Dressursattel und Kopfstück bereitlagen. Außerdem fischte ich vier Bandagen aus dem Koffer und legte sie neben das Sattelzeug. Wie immer genoss Rosie die Putzprozedur sehr und versuchte nur ab und an, mein Putzzeug zwischen die Zähne zu bekommen. Panta dagegen döste vor sich hin und machte die Augen nicht einmal richtig auf, als Brian ihm die Hufe auskratzte. Ich grinste in mich hinein. Eigentlich waren Brian's persönliche Lieblinge die schwierigsten Hengste des Gestüts. Panta war der erste ruhige Kandidat, dem der junge Mann echte Zuneigung schenkte. Als das Fell der beiden Schecken in der hellen Morgensonne glänzte, die Hufe ausgekratzt, die kurzen Mähnen gekämmt und die Schweife verlesen waren, bandagierten wir ihre Beine und sattelten sie auf. Anschließend schlüpften wir in unsere Schutzwesten, setzten die Reitkappen auf und zogen Handschuhe über. Ich schrieb all meinen Mitarbeitern vor, mit Weste und Kappe zu reiten, auch wenn es nur um die braven Pferde des Hofes ging. Das hatte gerade Anfangs einiges Gemurre gegeben, doch mittlerweile hatte sich jeder damit abgefunden. Auch ein eigentlich ruhiges Pferd konnte immerhin einmal in Panik verfallen und ich wollte das Verletzungsrisiko so gering wie möglich halten. Wir führten Rosie und Panta auf den Dressurplatz, gurteten nach und schwangen uns in die Sättel. Ich warf kurz einen Blick hinüber zu Brian und dem Hengst und sah zufrieden, dass der junge Lewitzer ganz ruhig stehen blieb, bis Brian sich zurecht gesetzt hatte. Rosie dagegen quittierte meine kurze Unaufmerksamkeit mit einem unwilligen Kopfschlagen. Schnell konzentrierte ich mich wieder auf mein Pferd. Wie immer wärmten wir die beiden zuallererst ordentlich auf, bevor das eigentliche Training begann. Dann wiederholten wir den Außengalopp, die Kurzkehrt, die Hinterhandwendung und den einfachen Wechsel. Wie erwartet, beherrschten die zwei Ponys all diese Aufgaben, sodass wir als Abschluss des Stufentrainings eine L-Dressur ritten. Brian machte mit Panta Rhei den Anfang, während ich mit Rosie in der Mitte des Zirkels bei A stand und gespannt zuschaute. Der Schecke bewegte sich anmutig über den Platz und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe seines Reiters. Als das Paar schließlich bei X zum Halt durchparierte, zeigte ich Brian freudig den erhobenen Daumen, ehe ich Rosie ebenfalls zu X lenkte, um unsere Kür zu beginnen. Die junge Stute lief ebenso leichtfüßig und grazil wie Panta und ich hatte teilweise das Gefühl , sie würde im Voraus meine Gedanken lesen. Rosie war wahrlich kein schwieriges Pferd, schon gar nicht, wenn sie Gefallen an einer Sache hatte. So konnten wir bereits eine Dreiviertelstunde später mit den Pferden vom Platz reiten, sie auf ihre Koppeln entlassen und ihre Trainingsbücher abändern. Beide hatten den Aufstieg in Klasse L der Dressur souverän gemeistert!

    Dressur L-M, vom 02.04.17
    "Halt aus dem Galopp, fliegender Wechsel, Travers, Renvers, Traversale, halbe Pirouette im versammelten Schritt... Hm, das ist wirklich eine ganz schöne Menge.", murmelt Brian in Gedanken versunken, nachdem ich ihm eröffnet habe, was wir mit meinen beiden Lewitzern Rosewell und Panta Rhei in nächster Zeit so alles vorhaben. Der Aufstieg in Klasse M der Dressur steht an - immer ein großer Schritt in der Ausbildung. "Da hast du natürlich Recht. Es ist sehr viel Arbeit, aber die beiden werden das packen, keine Sorge!", gab ich schmunzelnd zurück. Brian zuckte zusammen und sagte errötend: "Das meinte ich nicht. Panta und Rosie sind super. Aber ich hab noch nie einem Pferd Lektionen auf diesem Niveau beigebracht. Ich bin sie natürlich alle schon geritten, aber so etwas zu erarbeiten ist doch noch einmal etwas anders." Ich nickte. "Stimmt. Aber auch darum brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Wir werden anfangs sehr viel vom Boden aus arbeiten und ich helfe dir selbstverständlich mit Panta." Brian lächelte erleichtert und wir gingen hinaus auf die Stallgasse um unsere Trainingspferdchen fertig zu machen...

    ~*~

    Einige Wochen später war es an der Zeit für das Abschlusstraining. Rosewell und Panta Rhei hatten hervorragend mitgearbeitet und ihre Fortschritte waren beinahe schon unheimlich gewesen. Beide hatten zwar jeweils mit einer Lektion ein wenig zu kämpfen gehabt, doch mittlerweile saß alles. Wir wollten die beiden heute richtig herausputzen und vor den restlichen Gestütsbewohnern eine kleine Kür aufführen. Ich gab soeben Rosie einen Kuss auf die samtweichen Nüstern und wischte ein letztes Mal mit einem weichen Tuch über ihr glänzendes Fell. Ihre flachsfarbene Mähne war ordentlich eingeflochten und auch den Schweifansatz hatte ich geflochten. Ihre Beine zierten weiße Bandagen. Nun holte ich die weiße Satteldecke mit der goldenen Kordel, den schwarzen Dressursattel und die Kandarre, um Rose fertig auszurüsten. Das junge Stütchen blieb ruhig stehen, während ich behutsam den Sattelgurt anzog. Ein kurzer Ruf in den Hengsttrakt sagte mir, dass auch Brian fertig war und wir verließen mit unseren herausgeputzten Pferdchen den Stall. Die anderen standen bereits um den Dressurplatz herum, sodass wir zum Aufwärmen in die Reithalle gingen. Rosewell und Panta Rhei hatten mittlerweile beide ein paar Turniere hinter sich, weshalb sie das Prozedere bereits kannten. Genau genommen ließ es sie in der bekannten Umgebung völlig kalt. Wir gurteten nach, zogen die Steigbügel herunter und schwangen uns in die Sättel. Als die Ponys warm waren, ritten wir hinaus in den Sonnenschein. Wir trabten nebeneinander die Mittellinie hinunter und parierten bei X zum Halt durch, um unser bei C versammeltes Publikum zu grüßen. Dann setzten wir uns zeitlich wieder in Bewegung und lieferten eine - wie ich fand - super Show. Rosie und Panta liefen frisch vorwärts und setzten jede Hilfe prompt um. Selbst die gegeneinander gelaufenen Traversalen klappten hervorragend und als wir am Ende wieder bei X hielten, jubelten uns meine Angestellten zu. Gerade Meg hatte Anfangs große Probleme damit gehabt, dass Brian mir beim Training nun so unter die Arme griff, doch sie hatte mit ihrer Jockeykarriere gerade einfach zu viel zu tun, um sich groß auf Dressur und Springen konzentrieren zu können. Mittlerweile hatte sie das eingesehen und grinste uns nun mit erhobenen Daumen zu. Wir lüfteten die Reitkappen und ritten unsere braven Tierchen trocken. Sie beide hatten sich den Aufstieg in Klasse M der Dressur wirklich verdient und ich war wahnsinnig stolz auf die zwei!

    Die Kür
    "Ganz ruhig Rosie, alles gut!", sagte ich mehr zu mir selbst als zu der hübschen Scheckstute unter mir. Rosewell, wie die Lewitzerstute eigentlich hieß, stand genaugenommen da wie eine eins. Sie schaute sich mit erhobenem Kopf und gespitzten Ohren um, während ihre Besitzerin Samantha O'Neill ein letztes Mal mit einem weichen Tuch über ihr ohnehin schon glänzendes Fell fuhr. Als unser Aufruf über das Gelände schallte, lächelte Sammy mich aufmunternd an und rieb Rosie über den Hals. Ich wiederum trabte die Stute aus dem Stand heraus und ritt in die Halle ein, in der heute der Stutbuchwettbewerb für Ponys, Braune und Rappen stattfand. Bei X parierte ich die Stute zum Halt durch und grüßte die Richter, bevor ich angaloppierte und auf die rechte Hand abwendete. Rosewell sprang eifrig vorwärts und reagierte auf jede meiner Hilfen. Sammy hatte die Kür für uns zusammengestellt und wir hatten sie hart trainiert, um uns auf diesen Tag vorzubereiten. Ich wendete Rosie auf den Zirkel ab und forderte bei X einen fliegenden Wechsel von der Stute, welchen sie auch prompt ausführte. Auf der anderen Hand drehten wir erst eine Runde auf dem Zirkel und wechselten dann im starken Galopp durch die ganze Bahn. Bei C parierte ich Rosewell zum Halten durch, richtete die Stute eine Pferdelänge rückwärts und ritt gleich darauf im Schritt wieder an. Nun folgten doppelte Schlangenlinien, ein weiterer Wechsel durch die ganze Bahn im starken Schritt und auf der anderen Hand eine Hinterhandwendung auf dem zweiten Hufschlag. Fehlte nur noch der Trabteil, dann hatten wir unsere Aufgabe auch schon erfüllt. Rosie trabte fleißig an und ließ sich von mir durch die letzten Figuren der Kür führen. Der Trabteil war das Highlight der Kür, weshalb wir ihn auf den Schluss gelegt hatten. Ich zeigte Rosewell an einer langen Seite im Travers, an der anderen im Renvers. Dann ritten wir aus der Ecke kehrt ,wiederholten das Ganze und zeigten schließlich noch eine Zickzacktraversale, aus der wir bei X zum Stehen kamen. Mit einem Lächeln im Gesicht grüßte ich die Richter ein weiteres Mal und verließ im Schritt am langen Zügel die Halle. Sammy erwartete uns, fiel ihrem Pony um den Hals und klatschte mich mit strahlendem Gesicht ab. Das war wirklich gut gelaufen, jetzt hieß es abwarten.
    [2274 Zeichen | geprüft mit lettercount.com | by Sammy]

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    Bewegung & Zubehör by Elii!​
     
  13. Zion

    Zion spricht chinesisch rückwärts

    Meine Teilnahme mit
    Riven In A Dream

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    Riven in a Dream
    (Riven)

    Abstammung
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    Von Sleepy Hollow
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der Raindance
    Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
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    Stute
    3 Jahre
    Rasse: Englisches Vollblut
    Stockmaß: 165cm
    Deckhaar: Schwarzbraun

    Interieur
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    zurückhaltend | gutmütig | verschmust
    Riven ist ein ganz besonderes Pferdchen. Die Stute wurde von Menschenhand grossgezogen, da ihre Mutter ihre Geburt nicht überlebt hat, ist aber dennoch eher zurückhaltend fremden Menschen gegenüber geblieben. Sie ist kein schwächliches Fohlen, im Gegenteil, aber sie ist sehr sensibel und reagiert heftig auf Wechsel in der Umgebung oder auch Reiterwechsel. Sie braucht ihre Bezugsperson(-en), die sie liebevoll umsorgen und auch mal mit ihr schmusen. Abgesehen von der schwierigen Fohlenzeit hat dieses Pferd viel Potential, wenn es dazu gebracht werden kann, sich für etwas zu begeistern. Wenn es ernst wird, ist auf die Stute verlass und sie behält einen kühlen Kopf, während manch anderes Pferd längst durchgebrannt wäre.

    Qualifizierungen
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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg ● Potential

    Dressur E A L

    Springen E A L M S

    Military E A L M S

    Galopprennen E A L M S

    Distanz E A L M

    Fahren E A L M S

    Erfolge
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    275. Distanzturnier | 299. Fahrturnier | 396. Springturnier | 366. Galopprennen | 397. Dressurturnier | 374. Westernturnier | 384. Westernturnier | 312. Fahrturnier


    Ausbildung
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    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Abstammung: 0
    Schleifen: 8
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 2
    Zubehör: 2
    Gesamt: 16

    Gesundheit
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    Letzter Tierarztbesuch: 03. April 2017
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck:
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: 27. März 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert:
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne:
    Beschlag hinten:
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    Hufschmiedbericht
    27. März 2017 | 1883 Zeichen | sadasha
    Was für ein tolles Wetter! Endlich war der Frühling auch in England angekommen und die Motivation könnte kaum größer sein, die Geländestrecke wieder auf Trab zu bringen. Doch das musste noch einen Moment warten. Riven in a Dream stand schon fertig geputzt und mit etwas Heu umsorgt bei der Schmiede. Die Beschlagsperiode war seit ein paar Tagen abgelaufen und langsam wurde es dann doch Zeit neue Eisen auszuschlagen. „Hey meine Hübsche.“ Begrüßte ich die zufrieden fressende Vollblutstute und nahm mir den ersten Huf hoch um das Eisen zu lösen. Behutsam zog ich die Nägel aus dem Horn. Bevor ich mit dem Ausschneiden begann holte ich auch die übrigen Eisen von den Hufen. Riven interessierte das alles herzlich wenig, solange noch genug Heu da war. Ausgelastet war sie auch schon, da sie zusammen mit Moulan und den anderen Rennstuten heute auf der Ovalbahn des Pineforest Stables war. Occulta Smith hatte uns diese Möglichkeit angeboten um unsere Rennpferde angemessen zu fördern. Alle Eisen abgenommen begann ich mit dem Ausschneiden des ersten Hufes. Ich achtete akribisch darauf, dass der Huf plan aufhufen konnte und nagelte erst nach abermaliger Überprüfung das neue Eisen auf. Die Eisen für Riven hatte ich schon vor ein paar Tagen angepasst, sodass ich nicht mehr viel Arbeit am Amboss hatte. Dank dieser Vorarbeit waren auch die übrigen drei Hufe schnell ausgeschnitten und neu beschlagen, sodass ich meine Stute zurück auf die Weide entlassen konnte. Nachdem sie wieder glücklich bei den anderen Stuten stand räumte ich meine Schmiede auf und fegte das alte Horn weg. Die alten Eisen legte ich in eigens dafür vorgesehenen Eimer, da ich diese wieder einschmelzen würde. Alles erledigt verließ ich meine Schmied im Top Zustand und machte mich endlich auf den Weg zu meiner Geländestrecke um zu schauen, was dort alles aufgeräumt, repariert oder sogar ersetzt werden musste.
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    » Tierarztbericht
    03. April 2017 | 4531 Zeichen | Möhrchen
    An einem wunderbaren sonnigen Tag machte ich mich auf den Weg zur Tyrifjord Ranch. Es war quasi über Nacht Frühling geworden und so warm, dass ich ohne Jacke und mit bester Laune aus meinem Auto stieg. Malte Tordenværson erwartete mich bereits mit der Vollblutstute Riven in a dream, die zurzeit als Trainingspferd auf der Ranch stand und heute meine erste Patientin war.
    Malte erzählte mir ein wenig über sie, während ich schon mal damit anfing, Riven an meiner Hand schnuppern zu lassen. Sie war noch ein wenig zurückhaltend, aber nicht wirklich ängstlich oder gar panisch. Ich untersuchte ihre Augen, ihre Ohren und ihre Nüstern, was alles vollkommen normal aussah. Dann tastete ich mich langsam über den Hals zum Rücken vor und tastete dabei jeden einzelnen Wirbel ab. Sie zuckte an keiner Stelle zusammen und ihre Muskeln fühlten sich locker und gleichmäßig an.
    Ich bat Malte, sie auf dem Hof eine Runde im Schritt und Trab zu führen, damit ich mir ihre Bewegungen anschauen konnte. Riven trabte gelassen neben Malte her und die beiden zogen ein paar Runden auf dem harten Boden. Riven lief federnd und gleichmäßig, ich konnte nicht beunruhigendes entdecken.
    Als Malte sie wieder am Putzplatz angebunden hatte, holte ich mein Stethoskop heraus und hörte zum Abschluss ihr Herz, ihre Lunge und ihren Bauch ab. Auch hier hörte sich alles normal an. Als letztes holte ich den Impfstoff aus meiner Tasche und suchte mir die richtige Stelle an Rivens Hals aus. Ich setzte die Spritze und die kleine Stute ließ es bis auf ein kleines Zucken brav über sich ergehen. „Die Kleine ist topfit“, sagte ich zu Malte und dieser stellte Riven zufrieden grinsend wieder zurück auf ihre Wiese. „Sie sollte jetzt nur ein paar Tage Pause bekommen, damit ihr Körper die Impfung besser verarbeiten kann“. Das wusste Malte bereits, aber ich wies immer lieber einmal mehr darauf hin.

    Anschließend brachte er die Stute Sweet Prejudice mit zum Putzplatz. Sie gehörte Nicolaus du Martin, den ich bereits von einigen Terminen kannte. Da dieser aber heute verhindert war, übernahm Malte die Untersuchung. Sie war noch ziemlich jung, war groß und wunderschön. Sofort streckte sie mir ihre gesprenkelte Nase entgegen, aber als ich meine Hand ausstreckte, um sie zu streicheln, machte sie einen großen Satz zur Seite und rempelte Malte dabei fast um. Ich hatte schon gehört, dass sie etwas speziell und nicht ganz einfach war. Da ihre Bezugsperson nicht da war, würde es nicht ganz einfach werden, sie zu untersuchen. Aber Malte kannte sie ebenfalls gut und er wusste, wie man mit ihr umgehen musste.
    Wir banden sie nicht an, sondern Malte hielt sie am Strick fest, während ich diesmal hinten anfing und zuerst ihren Rücken abtastete. Sie stand kaum eine Sekunde still und tänzelte ständig um uns herum. Trotzdem fühlte sich ihr Rücken locker und normal an. Ich hob ihre Beine nacheinander hoch und tastete ihre Sehnen und Gelenke ab. Immer wieder zog sie mir einen Huf aus der Hand, da sie durch ihre Zappelei sonst umgefallen wäre. Aber mit viel Geduld und vielen Versuchen schaffte ich es schließlich.
    Nun wagte ich mich an den Kopf und schaute mir ihre Augen und Ohren an. Als ich in ihr Maul gucken wollte, wich sie wieder zurück, schmiss sich in den Strick und drohte zu steigen. Wir beruhigten sie und ich wagte einen neuen Anlauf. Sie hielt zwar nicht still, aber es reichte, um einen Blick in ihr Maul zu werfen. Auch hier sah alles normal aus.
    Beim Führen auf dem Hof stürmte sie immer wieder los und Malte hatte Mühe, sie zu halten. Wahnsinn, was dieses Pferd für eine Energie hatte. In den ruhigen Phasen dazwischen konnte ich aber trotz allem ihre Bewegungen beurteilen; sie lief zwar sehr schwungvoll, aber gleichmäßig und taktklar.
    Beim Abhören war sie relativ artig und zappelte für ihre Verhältnisse nur wenig. „Alles in Ordnung, jetzt müssen wir nur noch die Impfung hin bekommen...“, sagte ich zu Malte und gab ihm ein Leckerli. Während er es ihr gab, setzte ich die Spritze. Ich konnte gerade noch abdrücken, da schmiss sie sich wieder zurück und riss Malte dabei den Strick aus der Hand. Zum Glück konnte ich noch danach greifen, bevor sie sich aus dem Staub machen konnte.
    Malte brachte sie zurück auf die Koppel, wo sie sofort wild bockend davon schoss. Ich trug die Impfungen in die Pässe beider Pferde ein, dann verabschiedete ich mich von Malte und machte mich auf den Weg nach Hause.
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    (c) Occulta
    Es war nun vier Wochen her, seit die Nachwuchsvollblüter vorsichtig angeritten worden waren. Sie kannten kaum mehr als das alle drei Gangarten unter dem Reiter, wobei gerade das Galoppieren den meisten die grössten Schwierigkeiten bereitete – jedenfalls in der Halle, wo sie immer wieder Kurven machen mussten. Heute wurden sie von den Kurven erlöst, jedenfalls von den engen. Denn heute durften Merino, Simba Twist, Miss Moneypenny, Riven in a Dream, Primo Victoria und der Neuling Cryptic Spots zum allerersten Mal auf die Rennbahn. „So eine ausgewogene Gruppe hatten wir schon lange nicht mehr“, scherzte Jonas. „Drei Hengste, drei Stuten und alle auf exakt demselben Niveau.“ Ich stimmte ihm fröhlich zu und schob Pennys Box auf. Die Schimmelstute begrüsste mich mit ihrer weichen rosa Schnauze und versuchte, am Reissverschluss meiner Jacke zu zupfen. Ich schob sie sanft beiseite und streifte ihr das violette Halfter über, dann führte ich sie durch die Stallgasse zu den Anbindestellen. Jonas half mir beim Anbinden, doch anschliessend verschwand er nach draussen, um im Nordstall die Trackponys Calico und Dod bereit zu machen. Neben Penny und mich gesellten sich Quinn mit Primo und Parker mit Riven. Wir legten mit dem Putzen der drei los und plauderten dabei über die Sieger der letzten Rennen. Ich konnte mir ein Gähnen nicht verkneifen, denn es war erst halb sechs Uhr und draussen noch stockfinster. Wir beeilten uns mit dem Putzen, denn wir wollten die Geduld der Youngsters nicht schon jetzt strapazieren. Ausserdem hatten wir einen strengen Zeitplan für heute, denn nach dem Mittag standen eine Fohlenschau, ein Halterwettbewerb und ein Springturnier an. Deshalb fand das Training heute auch wieder so früh am Morgen statt, obwohl es im Winter normalerweise keine Rolle spielte. Auch Primo war noch müde: die Stute gähnte herzhaft, während Quinn ihre Schulter massierte. Ich bürstete rasch noch Pennys Schweif, dann war sie bereit zum Satteln. Ich holte den etwas schwereren Trainingssattel und die sonstige Ausrüstung aus der Kammer. Zuerst legte ich ein polsterndes Pad auf, dann die eigentliche Satteldecke und schliesslich den Sattel. Das ganze fixierte ich mit dem Lammfell-Gurt, damit auch bestimmt nichts zwickte. Penny trampelte ungeduldig herum und ich hatte meine liebe Mühe, ihr die Bandagen anständig anzuziehen. Auf die wollte ich aber im Moment noch nicht verzichten, denn bei jungen, unbalancierten Pferden war die Gefahr zu gross, dass sie sich im Renngalopp verschätzten und sich selbst in die vorderen Sehnen traten. Beinverletzungen wollte man im Rennsport um jeden Preis vermeiden. Wir führten die fertig gesattelten Jungstuten nach draussen, wo die gleichaltrigen Jungs bereits warteten. Ajith und Oliver halfen den Jockeys und mir beim Aufsteigen. Danach ritten wir alle hintereinander zur Bahn. Die Trackponys, Calico und Dod, stiessen beim Nordstall zu uns. Merino tänzelte bereits aufgeregt, weil er offenbar dachte, wir gingen wieder ins Gelände. Aber wir bogen stattdessen auf den Galoppweg und trabten uns dort warm. Darren und Dod bildeten die Spitze, Jonas und Calico das Schlusslicht. Dazwischen trabten die jungen Pferde fleissig hintereinander und orientierten sich stark an der Gruppe. Das war in diesem Alter auch noch vollkommen erwünscht. Riven fand die über uns dunkel in die Höhe ragenden Tannen etwas gruselig, denn sie lief mit verklemmtem Schweif vor mir und Penny. Merino und Cryptic gerieten jetzt schon aneinander, denn der freche Merino versuchte immer wieder, nahe genug an das gepunktete Hinterteil seines Vordermanns zu kommen, um hineinzukneifen. Cryptic schlug als Antwort missmutig mit dem Schweif und bedeutete dem Frechdachs auf Abstand zu bleiben. Simba arbeitete heute sehr still mit. Er schien sich nicht besonders für die anderen Pferde um ihn herum zu interessieren, und da Merino zu weit von ihm weg war, konzentrierte er sich vollkommen auf April, die ihn ritt. Er trat sogar etwas ans Gebiss, wenn auch nicht konstant, da ihm dazu schlichtweg noch die Muskeln und die Balance fehlten. Zufrieden drehte ich den Kopf wieder nach vorne um mich auf mein eigenes Reittier zu konzentrieren. Ich spielte etwas mit den Zügeln und lud Penny ein, ebenfalls den Kopf etwas runter zu nehmen. Sobald sie im Genick nachgab, lobte ich sie durch rasches Überstreichen. So beschäftigte ich sie immer wieder etwas, während wir eine ganze Runde trabten. Danach ritten wir im Schritt zur Bahn. Heute waren die absoluten Basics gefragt: Betreten der Startbox, ein/zwei erste Starts und zuletzt ein erstes, kurzes Galopptraining. Ajith und Oliver warteten bereits auf uns. Wir ritten vor der Startmaschine eine Volte. Ajith und Oliver pickten einen nach dem anderen heraus und führten uns zügig auf die Boxen zu. Je rascher und entschlossener das ganze von statten ging, desto weniger zögerten auch die Pferde. Sie standen quasi drinnen, bevor sie richtig darüber nachdenken konnten. So erging es auch Penny und mir. Hinter uns schloss Ajith die Klappen, gerade rechtzeitig, bevor Penny den Rückwärtsgang einzulegen versuchte. Ajith drückte dagegen und ich trieb sie wieder vor, dann versuchte ich sie dort zu halten, bis alle drin waren. Sobald die letzte Klappe zuging, lief Oliver zum Auslöser und liess die Startmaschine aufschnappen. Natürlich wussten die jungen Vollblüter noch nicht, was sie zu tun hatten, also trieben wir sie energisch an und gaben ihnen die Zügel frei, um ihnen das Vorwärtsgehen schmackhaft zu machen. Die Reaktionsgeschwindigkeit war auch nach dem dritten Versuch noch bescheiden, aber immerhin kamen die meisten jetzt schon ein paar Sekunden nach dem Öffnen im Trab oder sogar Galopp, in Merino und Cryptics Fall, davon. Nach dem dritten Start trieben wir alle Pferde direkt weiter in den Galopp. Wir blieben dicht beieinander und strebten ein einheitliches Grundtempo an, auch um den Gehorsam zu schulen. Auf den letzten 200 Metern trieben wir sie nochmal etwas an, sodass wir diese in 15 Sekunden schafften. Dies würden wir nun die nächsten fünf Wochen lang widerholen und perfektionieren, bevor der nächste Schritt angegangen werden konnte. Die Trackponys kamen uns entgegen und begleiteten uns im Trab von der Bahn zurück zum Stall. Die jungen Pferde hatten bereits nach diesem bescheidenen Traning stark geschwitzt und saugten Luft durch die weit geöffneten Nüstern ein, was aufgrund der schlechten Kondition ganz normal war. Dies galt es in nächster Zeit deutlich zu verbessern. Doch jetzt war erstmal Feierabend für die Jungspunde. Für uns Pfleger hingegen hatte der Tag erst begonnen.
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    » Dressur E → A
    25. Februar 2017 | 6552 Zeichen | Canyon
    "Oh wie ich es liebe!" Ich ziehe tief die feuchte Luft ein und schließe die Augen. "Nico auf Abwegen!" Ich merke Petyrs verstörten Blick auf mir ruhen, welcher mich völlig perplex anschaut.
    "Was hast du denn genommen? So voller Euphorie? Das ist doch normalerweise mein Part!"
    "Du würdest dich auch freuen, wenn du endlich mal wieder deine Ruhe hast. So lieb wie es Charly meint, aber das Training zusammen mit Nico ist eine richtige Plagerei, ich bin so froh, dass du endlich wieder da bist!" Ich grinste breit und schaue dann meinen besten Freund Nico mit glühenden Augen. Ich hatte ihn wirklich vermisst und war froh, dass er endlich wieder auf dem Gestüt war.
    "Aaales klaro", Petyr ist immer noch verwirrt. "Schön, dass das geklärt ist, ich wende mich jetzt wieder dem Putzen zu, ja?" Er hebt eine Kardätsche in die Luft und zeugt dann auf den Rapphengst vor ihm. Ich nicke glücklich und schnappe mir auch eine Bürste aus dem Putzeimer.
    Fröhlich vor mich hinpfeifend putzte ich der zierlichen Riven das Fell, winkte einem vorbeifliegenden Vogel und bohrte aus Spaß in Rivens Nase. Angewidert schüttelte diese jedoch den Kopf und legte die Ohren an, was von mir auch nur mit einem fröhlichen Lachen kommentiert wurde.
    "Malte, bist du dir wirklich sicher, dass bei dir alles in Ordnung ist?" Zweifelnd blickte Petyr über Wassersterns Rücken zu mir hinüber. Ich grinste ihn jedoch nur breit an und nickte. "Heute ist ein wunderbarer Tag! Du bist da, ich bin da, Nico ist nicht da. Ich liebe das Leben!"
    Petyr seufzte und schüttelte den Kopf, machte sich jedoch dann weiter an die Arbeit.
    Nachdem beide Pferde geputzt und gesattelt waren, machten wir uns auf den Weg zur Halle. Das Wetter war heute unglaublich schön und auch wenn es nicht besonders warm war, so schien die Sonne heute ausnahmsweise es gut mit uns zu meinen.
    Ein Dressurtraining stand an und so glücklich wie ich auch war, sobald ich im Sattel der Stute saß, verflog meine kindliche Freude und der Ernst kam zurück. Ernst ist ein witziger Name, fand ich. Riven in a dream hatte im letzten Monat den Schritt von einem Jungpferd zum Reitpferd geschafft und auch wenn das Training nicht anstrengend gewesen war, so hatten wir doch ein festes Vertrauen geschaffen und die Grundkenntnisse gefestigt, sodass für heute das Dressurtraining kein Problem sein würde. Auch Wasserstern hatte letzten Monat eine unfreiwillige Pause eingelegt, sollte heute aber ebenfalls den Schritt in die Dressur wagen. Zusammen mit Petyr bildete er bereits ein ganz gutes Team, sodass ich mir bei ihm keine Gedanken zu machen brauchte.
    Nach dem warmreiten begannen wir beide damit, alles an Lektionen zu wiederholen, was wir für den Schritt in die A-Dressur brauchen würden. Dies waren vor allem Bahnfiguren und die drei Grundgangarten, welche auch sehr schnell angefragt waren.
    Riven war noch ziemlich jung, hatte jedoch jetzt schon einige Muskeln durch das recht frühe Galopptraining zugelegt und ich freute mich zu sehen, dass sie auch heute vieles gelernte noch problemlos anwenden konnte.
    Die erste neue Lektion mit welcher wir uns heute beschäftigten, war die Schlangenlinie mit vier Bögen. Riven musste sich in den Kurven gut biegen und umstellen lassen und ich hoffte, dass ich sie so noch weicher bekommen würde. Die Schlangenlinie wurde erst im Schritt und dann auch im Trab geritten und natürlich brauchte es nicht lange, bis diese funktionierte. Riven arbeitete durchgängig gut mit und auch meine positive Energie von heute trug dazu bei, dass wir als Team noch besser zusammenarbeiteten.
    Petyr nahm das Training genauso gelassen wie ich und führte Wasserstern von einer Lektion zur nächsten. Er war ein Held darin, das Training so abwechslungsreich und einfach wie nur möglich zu gestalten und Wasserstern schien dies ziemlich zugefallen.
    Als nächstes kamen die Übergänge. Dank Rivens Galoppierfahrung war der Übergang vom Schritt in den Galopp und auch vom Trab in den Galopp kaum noch zu verbessern, nur die Ruhe beim angaloppieren besaß sie noch nicht, sodass wir daran arbeiteten. Ein großer Teil unseres Trainings nahm heute die Kehrtwendung auf der Vorderhand ein. Riven besaß unter dem Sattel noch nicht ganz das Gefühl für meine Hilfen und etwas fehlte ihr für diese Übung noch die Balance, sodass ich abstieg und das ganze mithilfe einer Gerte vom Boden aus erarbeitete. Vorne hielt ich sie fest, während ich sie vorsichtig und Schritt für Schritt dazu brachte, ihre Hinterhand zu drehen. Anfangs waren ihre Schritte noch ungleich und abgehackt, verbesserten sich jedoch mit jedem weiteren Versuch.
    Da ich einmal unten war, hängte ich an diese Übung gleich noch das Rückwärtsrichten. Meist war das von unerfahrenen Pferden eine wenig gemochte Lektion, da das nach hinten weichen jede Menge Vertrauen zum Reiter brauchte. Pferde waren dazu erschaffen, zu fliehen und nicht nach hinten ins Ungewisse auszuweichen. Trotzdem gab sich Riven viel Mühe und bewies mir ein weiteres Mal, dass sie mir so langsam vollkommen vertraute. Zufrieden lobte ich sie und schwang mich dann wieder in den Sattel. Immerhin musste sie das Ganze auch mit Reiter auf dem Rücken können.
    Auch Petyr und Wasserstern hatten sich diesen Lektionen gewidmet, arbeiteten jetzt jedoch gerade am Mitteltrab, welchen Wasserstern mit viel Mühe versuchte zu vestehen. Dafür vielen ihm die Vorhandwendung und das Rückwärtsrichten ziemlich leicht, da er ein angeborenes Vertrauen zum Menschen besaß.
    Die restliche Zeit arbeitete ich mit Riven nun an diesen beiden Punkten, baute jedoch immer wieder kleinere Pausen ein, in welchen ich sie in allen drei Gangarten verschiedene Bahnfiguren gingen ließ, welche ihr sehr leicht fielen. Ganz zum Schluss beendete ich das Training mit dem erfolgreichen Erlernen der Lektion "Viereck verkleinern und vergrößern". Das war eine gute Übung für die späteren Seitwärtsgänge und Riven brauchte nur wenige Versuche, um akkurat aufzutreten. Zum Schluss ritt ich sie gründlich trocken und beobachtete dann noch Petyr etwas, welcher Wasserstern gerade das Überstreichen im Galopp zeigte. Aber auch Petyr beließ es dann dabei und folgte mir wenig später zurück zum Stall.
    Ich war immer noch ziemlich gut drauf, auch wenn ich es durch das konzentrierte Training mit Riven es schaffte, meine Freude über diesen schönen Tag jedenfalls etwas zurückzuhalten. Jedenfalls Petyr freute dies, welcher damit nicht zurecht zu kommen schien, und vermutlich auch Riven, denn so dachte ich noch an die Möhre als Belohnung, bevor ich sie auf die Weide entließ. Ich freute mich bereits auf das nächste Training!

    Zart kitzelte der Wind die Ohren des Reiters und es fröstelte den jungen Malte Tordenvaerson. Der junge Herr schnaufte nochmal tief durch, ehe er Riven liebevoll den Hals liebkoste. Die Stute grummelte leise vor sich hin, ehe sie eine Papiertüte interessant fand und Malte sie zurückhalten musste nicht gleich loszutraben. "Komm schon Mädel!", seufzte der Herr und die Stute kratze sich am Bein. "Wir bitten nun Riven in a Dream, geritten von Malte Tordenvaerson!", krächzte es aus den Lautsprechern und schon war die Stute wieder da und zeigte ihre zurückhaltende Seite. Sanft strich der Reiter über ihren Hals und begann in die Halle einzureiten.
    Im ruhigen Schritt ritten sie zur Mitte und blieben stehen, der Reiter grüßte die Richter und begann dann auf der halben Bahn mit dem Schritt auf der linken Hand. Mit leicht verkrampften Schritten, bewegte sich die Stute fort und Malte gab sein bestes sie zu beruhigen, was auch langsam mit Erfolg gekrönt wurde, sodass er mit einer feinen Volte die Hand wechselte und auf der rechten Seite weiter machten. Riven bewegte sich mit mittlerweile ruhigeren aber eleganten Schritten fort und ließ sogar zwischendurch ein entspanntes Schnauben hören. Nachdem die Halbe Bahn vorbei war, gab der Reiter der Stute die Hilfen zum Trab und sie wendeten sich in den Zirkel. Dort führten sie auf der rechten Hand Rivens Trab vor und wechselten durch den Zirkel um auch die linke Hand zu präsentieren. Dort mussten sie etwas Aufpassen, da Riven hier noch nicht so enspannt lief wie auf der Rechten. Doch sie meisterte es mit Bravour und sprang dann mit einen Satz in den Galopp, ehe sie ein paar Schlangenlinien vollführten. Mit raumgreifenden und weiten Schritten, bewegte sich die Braune Stute muskulös durch die Kurven. Ihre Muskeln glänzten im durch die Halle blitzenden Sonne und sie machte einen starken Eindruck, nicht die zierliche Stute, sondern eine richtig muskulöse die nur vor Power strotzt. Beim Handwechsel, stolperte sie fast, fing sich aber schnell und Maltes Blick wanderte schnell zu den Richtern, aber diese schienen davon nichts mitbekommen zu haben. Er musste schmunzeln und strich Riven kurz über den Hals, ehe er die letzten Galoppsprünge mit der Braunen vollführte. Zu guter letzt, hatte Malte sich für ei kleines Dressurkunststück entschieden, was man ja nicht oft bei Englischen Vollblütern sah, aber umso eleganter war als bei anderen Blütern. Dies war zwar eine einfache Figur aber hatte dennoch lange gebraucht bis es saß. Also gab Malte feine Hilfen mit den Zügeln und seinem Gewicht und schon begann die dunkle Stute zu piaffieren.
    Ein lauter Applaus hallte durch die Halle und Riven kehrte wieder zurück zu X wo, sie noch einmal piaffierten und dann sich von den Richtern verabschiedeten. Mit einem flotten Trab am langen Zügel verließen sie die Halle und blieben draußen Stehen. Der junge Herr stieg nun von seinem Ross herab und knuddelte sie liebevoll durch, was Riven sichtlich genoss.
    2957 Zeichen | zeichenzähler.de | Snoopy

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    Zuletzt bearbeitet: 3 Apr. 2017
  14. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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