[RS] When the sea calls...

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Obi-Wan, 6 Juni 2020.

  1. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Es ist die Zeit der großen Schifffahrten, eine Zeit des Aufbruchs und... der Piraterie. Wir befinden uns im 18. Jahrhundert die Blütezeit schlecht hin, die Karibik mit ihren tropischen Inseln scheint dabei das Zentrum von all dem zu sein. Immer mehr Leute wollen nach Amerika in der Hoffnung auf ein besseres Leben und auf das versprochene Land.
    Mythen und Legenden von verfluchten Schätzen, Wesen im Wasser und magischen Orten, ranken sich um diese Zeit und Gegend. Alles nur Seemannsgarn und wirre Worte von Leuten die zu lange auf See waren oder zu viel Salzwasser geschluckt haben? Oder ist vielleicht doch etwas wahres an all diesen Erzählungen dran?

    Entscheidet was ihr sein wollt, ob Pirat, Soldat, Fabelwesen oder doch nur ein einfacher Einwanderer der seinen holprigen Weg über das weite Meer in Richtung seines Glücks machen möchte. Die Wahl steht euch frei...

    Ein kleiner Rutsch in Richtung Fantasie, angelehnt an die Filmreihe rund um diesen einen verrückten Piraten den wir wohl alle kennen (nenne absichtlich nicht den Titel, da wir sonst leicht in der Googlesuche gefunden werden) darf es hier gerne sein, aber bitte nicht zu übertrieben. Regeln sind natürlich die üblichen. Sonst ist der Fantasie natürlich kaum Grenzen gesetzt. ;)

    Formular:

    Name:
    Alter:
    Geschlecht:
    Aussehen:
    Charakter*:
    Rolle:
    Sonstiges:

    *Charakter reichen wenige Stichworte, da sich sowas immer auch mit dem Spiel mitentwickelt und ändert :)

    Freue mich auf euch!
    LG
    Obi
     
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  2. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Formular: Nymeria

    Name: Catalina Montoya de la Rosa
    Alter: 22
    Geschlecht: weiblich
    Aussehen: Bezaubernd würde Catalinas Aussehen vermutlich am besten beschreiben zumindest auf den ersten Blick. Mit ihren langen Beinen und der schlanken aber sehr weiblichen Figur lässt sie so manches Männerherz höher schlagen. Das hellblonde Haar fiel in sanften Wellen bis über ihre wohlgeformten Brüste wenn es nicht gerade zu einer aufwendigen Hochsteckfrisur frisiert war. Ihre mandelförmigen Augen waren so dunkel blau wie das Meer und eben dieses ungezähmte Wesen schien sich darin zu spiegeln. Ihr schmales Gesicht war mit zarten Lippen und einer fein geschwungenen Nase gesegnet worden. An ihrem Hals konnte man je nach Lichteinfall eine dünne Narbe erkennen, welche von einem Unfall als Kind stammte, ansonsten weist ihre, von der Sonne leicht gebräunte Haut keinen Makel auf. Das Aussehen hat sie von ihrer leiblichen Mutter und wer diese gekannt hat könnte Catalina gerade für sie halten.
    Charakter: Eine etwas ungestüme und eigensinnige junge Frau die ihr Herz auf der Zunge trägt.
    Rolle: "Tochter" wohlhabender Eltern
    Sonstiges: Da das Paar Antonio und Maria Montoya de la Rosa keine eigenen Kinder bekommen konnte hatten sie Catalina aufgenommen als sie noch ein kleines Baby war. Ihre wahren Eltern waren Piraten die gehängt wurden und Maria hatte dem Gouverneur versprochen das unschuldige Kind auf den rechten Pfad zu bringen. Catalina weiß jedoch von all dem nichts.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Juni 2020
  3. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Formular:

    Name: Holly Baker
    Alter: 18 Jahre
    Geschlecht: weiblich
    Aussehen: Holly erscheint auf den ersten Blick zart beinahe elfenhaft, wie sie mit federnden tänzelnden Schritten ihren Weg macht, die grazilen und sanften Bewegungen dazu. Ihre Haut erinnert an Alabaster, ist rein und weich. Auf ihrem Kopf sprießt Honigblondes Haar welches in sanften Wellen ihr bis zur Hüfte hinab reicht, ihr süßes Äußeres nur noch mehr unterstreicht. Das ovale Gesicht hat feine Züge, die Linie ihres Kinns ist gerade und stolz. Ein kleiner dunkler Schmollmund lädt förmlich zu Liebkosungen ein, eine kleine Stupsnase und fein gebogene Augenbrauen, betonen den ersten Eindruck nur umso mehr. Ein Paar eisblauer Augen welche von dunklen Wimpern umrahmt werden, sehen einem aufmerksam entgegen und können bei all dem Liebreiz dennoch auch kalt und hart wie ein Gletscher werden. Sieht man das zweite Mal hin, bemerkt man auch das Hollys Körper durchaus über die weiblichen Attribute verfügt die Männer ebenso mögen, hübsche Kurven und ein ausladendes Becken erfüllen wohl so manchen Männertraum.
    Charakter*: liebevoll, mitfühlend, standhaft, von Zeit zu Zeit etwas....schusselig
    Rolle: Sie gehört zu den Feenwesen, besitzt mediale Kräfte, die ihr derzeit jedoch das Leben eher schwer machen als ihr nützen.
    Sonstiges: Sie ist die Tochter eines angesehenen englischen Händlers, der jedoch in Ungnade gefallen ist und der nun gezwungen wird mit der Familie Auszuwandern. Ganz menschlich ist sie wie erwähnt nicht, aber das weiß sie selber noch nicht.

    Formular:

    Name: Sean Fitzgerald Walsh
    Alter: 25 Jahre
    Geschlecht: männlich
    Aussehen: Sean ist ein charismatischer und gut aussehender gerissener Teufel. Sein athletischer und sehniger Körperbau hilft ihm sich gut zu bewegen, die Schultern sind breiter als seine Hüfte. Er gehört zu den etwas größer geratenen Männern der damaligen Zeit. Das schokoladenfarbene Haar welches solang ist das es ihm hie und da schon ins Gesicht fällt ist von der Sonne aufgehellt, am Ansatz kann man jedoch wohl seine natürliche Färbung immer wieder mal erkennen. Die Haut ist braun gebrannt und hat einen Bronzenen Grundton, hie und da sind blasse Narben erkennen. Die Augen sind dunkelbraun und von langen schwarzen Wimpern umrahmt. Das Gesicht hat harte und maskuline Linien, die gerade stolze Nase hat von früheren Kampf einen leichten Linksdrall was seiner Anziehung jedoch keinen Abbruch tut. Die Lippen sind schmal und wohlgeformt, meist zu einem verschmitzten Lächeln verzogen.
    Charakter*: gerissener Teufel, fast immer gut gelaunt und vorlaut, loyal
    Rolle: Yohooo, yohooo Piraten haben's gut! Ist an Board der 'Dicken Berta' der Quartiermeister
    Sonstiges: Sean wurde auf einem Schiff geboren und ist auch dort aufgewachsen, er ist einer jener Leute die nicht verstehen können wie es jemanden lange an Festland halten kann. Sein Leben ist die See und er genießt sein freies Leben wirklich sehr, natürlich hat er nichts gegen den einen oder anderen Landgang, kann man sich dabei doch auch nette Gesellschaft besorgen, aber könnte es sich einfach nicht vorstellen an Land zu leben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Juni 2020
  4. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Formular:

    Name: Jonathan Randolf Murray MacKenzie
    Alter: 28
    Geschlecht: Männlich
    Aussehen: Er ist ein hochgewachsener, breitschultriger Hüne, mit weizenblonden Haaren welche ihm bis auf die Schultern reichen. Schon in seiner Jugend wurde er damit aufgezogen, dass einer seiner Vorfahren unverwechselbar ein Wikinger gewesen sein musste, denn einem solchen sieht er sehr ähnlich. Zumindest dem Bild, welches man von den Kriegern aus dem Norden hat. Sein Haar hat er zumeist mit einem Band, nach hinten gebunden. Früher hat er es nie in dieser Länge getragen, doch die Jahre auf See und die damit einhergehende Ermangelung eines Barbiers haben zu diesem Umstand natürlich mit beigetragen. Jonathan hat ein recht hübsch anzusehendes, markantes Gesicht. Ein sehr maskulin wirkendes Kinn, welches dabei aber nicht zu hart erscheint. Eine für seinen "Beruf" relativ gerade Nase und ein Paar wunderschöne tiefgrüne Augen, welche von einem für einen Mann fast schon zu dichtem Wimpernkranz umrahmt werden.
    Charakter*: loyal, heißblütig, manchmal etwas zu impulsiv, gerecht.
    Rolle: Steuermann auf der Dicken Berta
    Sonstiges: Jonathan wurde geboren als zweiter Sohn des Lairds von Gorm Beith von den MacKenzies of Kint.ail. Mehr von seiner Geschichte wird noch erzählt...
     
  5. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Holly

    Zwei Wochen zuvor...

    Ruhig saß ich auf meiner Seite der Berline in der ich zusammen mit meiner Mutter und meiner älteren Schwester saß. Unsere Mutter saß uns gegenüber, während Mildred neben mir sich nicht besser zu beschäftigen wusste als sich ohne Unterlass über den Umstand unserer Reise aufzuregen. Drei Tage fuhren wir schon quer durch das Land, von unserem Landsitz auf den Weg nach Liverpool um dort auf ein Schiff zu gehen, dass uns fort von unseren geliebten England brachte. Vater war Milly und mir gegenüber ziemlich kurz angebunden gewesen, hatte uns vor die vollendete Tatsache gestellt das wir in die neue Welt reisen würden. Für immer... Ich war nicht überrascht gewesen, hatte schon wochenlang diesen merkwürdigen Traum gehabt, der mir irgendwie auf verschobene Art und Weise genau das gesagt hatte. An jenem Tag war ich auch in der Nacht wach geworden, was für mich die sonst einen wahrlich gesegneten Schlaf hatte, ungewöhnlich war, aber ich hatte so ein Gefühl gehabt, als hätte eine geisterhafte Hand mich berührt und so hatte ich das Gespräch meiner Eltern über das wie und warum vernommen. Kurz um es schien als ob Papa mit den falschen Leuten gehandelt hatte und diese hatten ihn vor die Wahl gestellt, entweder wird verschwanden freiwillig oder würden verschwunden werden, wenn ihr versteht was ich meine. Mir schien das hier durchaus die bessere Wahl, auch wenn ich es nicht ganz verstand weil mir einfach wichtige Informationen fehlten. Ich vertraute meinen Eltern und ging davon aus das sie alles taten um Milly und mich sicher zu wissen. "Ich finde das ungerecht! All meine Freunde sind hier! Was soll ich in diesem stinkenden unentwickelten Amerika!" schimpfte sie weiter. Ich seufzte und legte meine Hand auf ihre, was sie für den Moment zum schweigen brachte. "Liebste Milly, ich weiß das es schwer für dich ist. Mama und ich sind auch nicht davon begeistert, aber wir müssen einfach darauf vertrauen das Papa weiß was das Beste für uns ist!" Sie blinzelte und betrachtete mich für einen Moment, ich sah aus den Augenwinkeln den dankbaren Blick meiner Mutter. Meine Schwester seufzte entnervt und zumindest war für die nächsten Minuten etwas ruhe. Die Reise in dieser engen Kutsche war schon anstrengend genug auch ohne die Klagen.
    Mildred war ein Jahr älter als ich, sie war groß, aufregend und wunderschön. Sie nahm alle mit ihrer Persönlichkeit gefangen und war auch die die auf jede Gesellschaft gehen musste. Tja nur ließen meine Eltern sie nur gehen, wenn sie mich auch mitnahm, weil meine liebe Schwester oft dazu neigte es zu übertreiben. Mein Blick glitt wieder zu ihr und ich sah wie sie mit ihrem Verlobungsring rumspielte und die Sorge stand ihr ins Gesicht geschrieben. Milly war 19 Jahre alt und somit schon lange genug im Heiratsfähigen Alter. Ihr Verlobter war ein Gentlemen, ein Sohn eines Händlers ähnlich wie unser Vater es war. Natürlich machte sie sich sorgen um ihre Verbindung mit ihm. Was mit mir war? Nun... es hatte sich eben noch nichts ergeben. Nicht das es nicht schon genügend Anwärter gegeben hatte, aber jedesmal war da etwas gewesen, dass mir gesagt hatte das sie nicht die Richtigen waren. Es war kompliziert und ziemlich schwer zu erklären, begriff ich das Ganze doch selber nicht.

    "Wir sind da!" verkündete der Kutscher von seinem Bock aus schließlich und die Kutsche kam zum halten. Endlich! Beinähe hätte ich vor Erleichterung gestöhnt, als ich aus dem Wagen stieg. Mein Körper war steif und ich spürte jeden Muskel und Knochen in meinem Leib. Sorgsam strich ich die Röcke meines Kleides glatt und griff nach der Krempe meines Huts damit er von der aufkommenden Böe nicht davon geweht wurde -nicht das ich bei all den Nadeln mit denen er fixiert war mir große Sorgen darum machte. Mein Blick ging herum, ich vermied es meine Nase ob es intensiven Gestanks nach Fisch und... anderweitigen Dingen, zu kräuseln. Meine Schwester war da weniger diskret, sie hielt sich ein parfümiertes Tuch vor die Nase und hob sogleich mit der freien Hand die Röcke ihres Kleides hoch, wohl in Angst um ihren teuren Saum. Mein Blick ging herum, ich nahm den Trubel um uns herum auf. Schwere Kisten die mit Hilfe von großen Kränen auf die Schiffe gehoben wurden, die Menschen die sich tummelten entweder gerade von einer Reise kamen oder dazu aufbrachen. Die salzige Luft die ich nur zu deutlich auf meinen Lippen schmeckte und zumindest für einen Moment die anderen Gerüche verbannte, ich hob mein Gesicht dem Wind entgegen und schloss meine Augen. Bilder kamen in meinem Kopf. Eine sehr beleibte Frau aus Holz die immer näher kam, dunkle Segel und eine Fahne die ihre Farbe wechselte... "Holly, Holly komm schon! Da vorne ist Vater!" Es war die Stimme meiner Schwester die mich aus diesen Bildern wieder hervor holte, ich öffnete meine Augen und blinzelte verwirrt. Ich folgte Millys Blick und sah dann schon unseren Vater der vom Schiff aus uns zuwinkte. "Kommt meine Lieben hier lang! Passt jedoch wo ihr hin tretet, diese dreckigen Pfützen sehen nicht sehr vertrauenswürdig aus!" hörte ich meine Mutter sagen. Sie griff nach unseren Oberarmen und schob uns an, damit wir endlich los gingen. Wir liefen den Steg entlang, ich spürte die Blicke der Männer um uns herum nur zu deutlich auf uns. Worte die mir unwillkürlich die Röte in die Wange trieben, wurden lautstark ausgetauscht. Mein Herz raste als ich die Rampe erreichte über die wir auf das Schiff gelangen würden, welches uns fort bringen würde. Ich zögerte, biss mir auf die Unterlippe und spürte wie aufgeregt ich nun wurde. Bisher hatte ich mich immer damit beruhigt, dass schon alles gut werden würde, dass meine Eltern wussten was sie taten. Das es das Beste war... Doch genau in diesem Moment jetzt war ich mir nicht mehr sicher. Es war eher als ob ein Pfad mit zwei Wegen nun vor mir lag und ich musste die Entscheidung treffen.
    Es war lächerlich, welche Wahl hatte eine Alleinstehende Frau denn außer ihren Eltern zu folgen? "Holly, komm schon Liebes!" rief mein Vater vom Deck aus mir zu und ich hob den Blick um ihn anzusehen. Sah das warme Lächeln in seinem Gesicht und seine ausgestreckte Hand und ich ging diesen Weg. Erklomm die Rampe und betrat das Deck der 'Silbernen Taube'.

    Heute

    Vierzehn Tage waren vergangen seit wir vom Heimathafen Liverpool abgelegt hatten. Ein Schiff voll mit den Handelsgütern meines Vaters der in der neuen Welt sein Geschäft wieder aufbauen wollte. Es waren hauptsächlich teure und wunderschöne Stoffe, Ballen um Ballen reihten sie sich sorgfältig verpackt im Frachtraum. Mama hatte sich seit wir auf dem offenen Meer waren in der Kajüte verschanz, nur selten kam sie heraus um ein Paar Schritte über das Deck zu wagen, ich musste wohl nicht erwähnen das ihr die Seefahrt wohl nicht besonders lag. Aber sie beklagte sich nicht, sie ertrug es tapfer. Ich stand währenddessen an der Reling, die Hände darauf gelegt und reckte mein Gesicht dem entgegen kommenden Wind entgegen. Griff dabei an meinen Hinterkopf um die aus Stroh gefertigte Haube festzuhalten. Soweit das Auge reichte gab es schon ewig nichts mehr außer das weite Meer. Hie und da konnte man mal ein anderes Schiff am Horizont sehen, aber sonst schienen wir hier wirklich so gut wie alleine zu sein. Natürlich hörte man der Mannschaft zu, die sich vor allem Nachts gegenseitig Schauermärchen von Piraten und allerlei Wesen die im Meer leben sollen erzählten. Für eine Frau gab es nicht viel zu tun auf einen Schiff, so zogen sich die Tage leider etwas. Das ständige Sticken oder lesen war ermüdend und umso mehr sehnte ich mich nach einem Spaziergang durch die Wälder zuhause. "Holly! Du solltest nicht so in der offenen Sonne stehen, sonst wirst du noch ganz braun!" hörte ich die tadelnde Stimme meiner Schwester die sofort mit ihrem Schirmchen an meiner Seite war. Oh das hatte ich ganz vergessen, es war die Hölle auf Erden als Frau auf einem Schiff mitten im Meer im Salonfähigen Zustand zu bleiben. Das erste waren die Lippen, die wegen der salzigen Luft zusammen mit dem Rest der Haut leicht spröde und trocken wurden. Ich war Gott sei Dank ganz gut davor gefeit und die Cremen mit dem Fett welche wir vorsorglich angerührt hatten halfen mir sehr gut. Milly hatte da mehr zu kämpfen. Ich seufzte leise und hakte mich bei meiner Schwester unter. "Komm gehen wir ein Stück!" sagte ich und schenkte ihr ein bezauberndes Lächeln. Sie verdrehte nicht gerade damenhaft die Augen. "Die tausendste Runde einmal um das Deck herum", murmelte sie verärgert und ich schüttelte leise kichernd den Kopf. "Und sicherlich nicht unsere Letzte! Laut dem Captain haben wir noch gut eine Woche vor uns!" erklärte ich und schmunzelte. Verzog dann mein Gesicht zu einer Grimasse spitzte dabei die Lippen, zog die Nase kraus und die Augenbrauen zusammen, und machte meine Stimme so tief wie möglich in dem Versuch den griesgrämigen Mann nachzumachen: "Aber nur wenn der Wind uns hold ist, kleine Ladys!" Das half, da konnte selbst meine Schwester nicht mehr zurückhalten und fing zu kichern an. Es tat gut mit ihr rum zu albern und ich war wirklich froh, nicht alleine auf dieser Reise zu sein.

    "Mildred! Holly! Kommt unter Deck, leistet Eurer Mutter Gesellschaft!" Es war die Stimme unseres Vaters die sich da meldete und uns daran erinnerte das wir eben nicht zu lange hier rumlaufen sollten. Ich lächelte meine Schwester zu und wir kehrten um. Doch während wir auf die Luke zu schritten, kamen wieder diese Bilder von dieser dicken Holzfigur auf. Heftig und ungewollt hielt ich an und rieb mir die Schläfe. "Holly? Alles in Ordnung?" hörte ich die besorgte Stimme meiner Schwester und ich blinzelte heftig, schüttelte den Kopf sachte um das Bild zu vertreiben. "Ja", antwortete ich mit rauer Stimme. "Ich habe wohl nur etwas zu viel Sonne abbekommen", redete ich mich heraus und Milly hatte den tadelnden Blick unserer Mutter echt verdammt gut drauf. Doch ich wusste schon bevor es der Mann aus dem Krähennest verkündete... ein Schiff näherte sich dem unseren... Die Glocke ertönte kurz nachdem wir bei unserem Vater angekommen waren, alle Köpfe drehten sich hoch zu dem Mann der es meldete. Natürlich war es nichts ungewöhnliches hier auf der Handelsroute auf andere Schiffe zu treffen, dennoch war man vorsichtig. Man wusste nie ob es Freund oder Feind war. "Kommt Mädchen! In eure Kajüte!" forderte unser Vater und seine große warme Hand legte sich auf unseren Rücken als er uns unter Deck schob.
    Wenige Minuten später saßen wir bei unserer Mutter im Raum. Milly hatte ein Buch in der Hand und las gerade daraus vor, Mama saß an einer Näharbeit, während ich auf und ab lief. Dieses Gefühl der Unruhe ließ nicht von mir ab, mein Herz raste und die Bilder weiteten sich aus. Beinahe konnte ich den fauligen Geruch der von einem dunklen Schatten in diesen Bildern ausging riechen, spüren wie Hände nach mir griffen und der Ekel und Panik mich erfasste.. ein spitzer Schrei der meiner Kehle entweichen wollte doch etwas hinderte mich daran zu schreien... Ich keuchte leise und rieb mir wieder die Schläfe. "Kind, setz dich doch bitte! Du machst mich ganz nervös!" Ich zuckte ob des scharfen Tons meiner Mutter zusammen und sogleich wich das alles von mir. Ich ließ mich mit einem erleichterten Seufzen auf einem der Stühle nieder. Nahm erstmal einen Schluck Wasser und atmete durch. Schon immer hatte meine Familie mir gesagt das ich eben eine sehr rege Fantasie hatte und nichts anderes war das in meinem Kopf. Fantasie... das würde nicht eintreffen, nicht so wie all die Dinge davor...
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Juni 2020
  6. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    John

    Ich spürte den weichen, nachgiebigen Boden unter meinen Füßen und stieß einen leisen Fluch aus. Das Moor war zu unwegsam und bot viel zu viel freie Fläche und dabei keine Rückzugsmöglichkeiten für uns. Dichter Nebel hing über dem Moor, waberte um uns herum und hüllte uns in seine schützenden Schwaden. Doch der Feind wusste das wir hier waren. Cu.mberlands Soldaten standen auf der anderen Seite. Mein Blick glitt über die tapferen Männer von Gorm Beith, welche meinem Vater in diesen Krieg gefolgt waren. Sie waren müde, hungrig und eigentlich völlig ausgelaugt. Ich hatte versucht meinen Vater dazu zu überreden, dass wir uns mit unseren Männern zurück ziehen konnten. Ich wollte sie nach Hause schicken, zu ihren Familien und nicht in diese Schlacht, welche von Anfang an verloren schien. Doch er wollte nichts davon hören, auch nicht als er mitbekam wie einige Clans noch auf dem Weg zum Cu.lloden Moor die Marschtruppe verließen um ihre Männer in Sicherheit zu bringen.
    Die Schlacht war ein Gemetzel und schnell vorbei. Doch wieder spürte ich den Schmerz der Musketenkugel, welche tief in meine Schulter eindrang. Ich fiel auf den nassen, kalten und vom Blut tapferer Highlander getränkten Boden. Ich hörte die Schreie unserer und anderer Clansmänner und immer wieder das Donnern der Geschütze C.umberlands. Dann war da nichts mehr, nur noch Schwärze um mich herum.

    Plötzlich fand ich mich wieder im Gefängnis von Fort Innes, zusammen mit vielen anderen Highlandern saßen wir auf engem Raum. Die Steinwände waren eiskalt und es stank nach Tod und Schei.ße. Die Musketenkugel in meiner Schulter begann meinen Körper dahin zu raffen. Ich spürte das Fieber und wie die Kräfte meinen Körper jeden Tag mehr verließen.

    Der Soldat, der auf meinen Bein lag ächzte laut und stieß einen derben Fluch aus. "Haltet ihn gut fest!", ich hörte nur die feste Stimme eines Mannes, konnte ihn aber nicht sehen. Dann schrie ich auf, als der Schmerz in meiner Schulter plötzlich unerträglich wurde. Gott sei Dank verlor ich mein Bewusstsein.

    Dann war da Wasser, welches über meinem Kopf zusammenschlug, während ich immer weiter hinab sank. Die Turtoise hatte Schiffsbruch erlitten. Der Sturm war zu heftig gewesen und hatte das Schiff regelrecht zerfetzt. Es war ein Schiff in die Kolonien. Voll beladen mit Gefangenen seiner Majestät, welche zu Zwangsarbeiten deportiert werden sollten.


    Keuchend und mit hektischen Atemzügen wachte ich auf. Mein Körper war schweißnass und meine Haut eiskalt, während mein Herz heftig, fast schon panisch in meiner Brust schlug. Dieses Gefühl zu ertrinken, dieser Traum....Ich hatte ihn schon seit Jahren nicht mehr gehabt. Zehn Jahre war das alles schon her und seit mindestens fünf Jahren hatte ich nicht mehr davon geträumt.
    "Verammte Schei.ße!", murmelte ich leise und fuhr mir mit beiden Händen übers Gesicht, schloss für einen Moment meine Augen und versuchte mich ein wenig zu beruhigen und meinen Atem wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dann öffnete ich meine Augen wieder. Ich lag in meiner Koje, in meiner kleinen Kajütte auf der Berta. Und ich lebte, ich war nicht ertrunken! Ich musste mir das tatsächlich einige Male in Gedanken aufsagen, bevor mein Körper und mein Verstand mir allmählich zu glauben schienen.
    Langsam schwang ich meine Beine über die Kannte der Koje, stützte meine Unterarme auf die Knie und stützte meinen Kopf für einen Moment in meine Hände. All diese Erinnerungen...ich hatte sie doch so weit nach hinten ins Vergessen geschoben, warum also kamen sie wieder hervor?

    "Mac!", ein lautes Poltern an meiner Tür ließ mich zusammen zucken. "Schei.ße, verdammte!", fluchte ich wieder. Mich hatte dieser Traum wirklich ganz schön aus der Spur gebracht. "Mac, der Käptn braucht dich!". Irvin polterte noch mal laut gegen die Tür, dann verschwand er.
    Ich zog mich an. Meine hellbraunen Kniehosen, dazu die Stiefel. Eines meiner Hemden und eine dunkle Weste, dann verließ ich meine Kajüte.
    An Deck war schon einiges los, Männern liefen umher, führten Befehle aus. Ich stieg die Stufen zum hinteren Teil der Berta hinauf und stellte mich neben den Mann der seit über einem halben Jahrzehnt mein Kapitän war. Er sah gerade durch ein Fernrohr, welches er an mich weiterreichte. "Sie hat ordentlich Tiefgang, scheint als wäre sie voll beladen!", murmelte ich als ich das Schiff erspäht hatte. "Das stimmt!", stimmte er mir zu und steckte sein Fernrohr weg, bevor er mir mit einem zwinkern auf die Schulter klopfte. "Na dann wollen wir uns doch mal ansehen, was sie so geladen hat!". Ich nickte und blieb für einen Moment an der Reling stehen. Es war ein englisches Schiff. Eigentlich nichts besonderes ein Schiff unter englischer Flagge zu sehen, doch nach meinem Traum....
    Ich riss meinen Blick von dem Schiff los und stieg die Stufen hinab auf das Hauptdeck. Ich wusste das der Käptn wollte dass ich den "Handel" vorbereitete. Mein Blick glitt den Mast hinauf und ich sah dass wir auch noch unter englischer Flagge segelten. "Schickt einen Gruß an das Schiff!", rief ich und trat dann wieder an die Reling um das andere Schiff zu begrüßen.

    Ein Gruß bestand daraus eine Kanonenkugel abzufeuern, aber natürlich so dass man das andere Schiff nicht traf. Es gab verschiedenen Gründe warum man das tun konnte. Aber zumeist wurde es gemacht um dem anderen Schiff zu zeigen dass man Hilfe benötigte. So oder so, es brachte ein Schiff zum halten und so war es um einiges einfacher zu "verhandeln".
     
  7. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Catalina

    Die Sonne stand bereits hoch am Himmel als ich mich im Schatten des großen Baumes streckte und mit einem Blinzeln meine Augen öffnete. Mutter und Vater waren bestimmt mal wieder krank vor Sorge doch ich konnte nichts dafür, das Meer schien mich einfach anzuziehen. Es war als würde es mich rufen. Dieses Gefühl ganz tief in meinem Inneren, füllte mich mit einer Unruhe und trieb mich täglich an diesen Ort in Ufernähe, so dass ich einen Blick auf das Meer werfen und meine Nerven wieder beruhigen konnte. Natürlich war dieses Verhalten und auch die dadurch entstandene Bräune alles andere als gern gesehen, so war ich doch immerhin schon 22 Jahre alt und noch immer ledig. Ich war somit schon fast eine alte Jungfer, doch es scherte mich nicht. Wollte ich doch unter keinen Umständen die feine Frau irgend eines daher gelaufenen Mannes werden und nur noch zu Hause gefangenen sein. Allein bei diesem Gedanken stellten sich mir die Härchen auf meinem Arm und jagte einen kalten Schauer durch meinen Körper. Es hatte natürlich schon den ein oder anderen Versuch gegeben mich unter die Haube zu bringen allerdings waren die meisten bereits nach wenigen Tagen wieder abgereist. Dies lag sicherlich nicht daran, dass ich nicht ansehnlich war sondern vielmehr an meiner Art. Ich schaffte es erfolgreich jeden Bewerber zu vergraulen, was jedoch jedes Mal in einem riesen Streit mit meinen Eltern endete. Seufzend erhob ich mich von dem sandigen Boden, klopfte den Staub von meinem blauen Rock welcher meinen Augen wirklich sehr schmeichelte. Mit den Fingern überprüfte ich kurz ob meine Frisur, welche Catherine eine unserer Bediensteten am Morgen mit der selben Ruhe wie immer gemacht hatte, noch einigermaßen in Ordnung war doch ich spürte wie sich eine Strähnen gelöst hatten. Mir persönlich war es egal denn am liebsten trug ich das Haar offen doch es schickte sich nicht für eine Dame meines Standes wie eine Wilder herumzulaufen. Völliger Irrsinn wenn man mich fragte. Mein Blick glitt zum Meer welches heute verhältnismäßig ruhig schien und erneut entwich mir ein leises Seufzen. Ich wollte noch nicht nach Hause zurück und da ich mir sowieso bereits eine Standpauke eingehandelt hatte konnte ich die restliche Zeit bis zum Abendessen auch genießen. Daher schüttelte ich noch einmal meinen Rock, öffnete meine wirre Frisur und schüttelte meine Haare bis sie wie gewohnt in sanften Wellen über meine Schultern fielen. Mit gemächlichen Schritten machte ich mich nun auf den Weg zu William, dem alten und erfahrenen Seemann. Bereits als kleines Kind, wenn ich mal wieder abgehauen war, hatte ich mich oft zum Hafen geschlichen um mir die unglaublichsten Geschichten von seinen Abenteuern anzuhören. Je näher ich dem kleinen Städtchen, welches zu den britischen Kolonien gehörte, kam umso mehr Menschen begegneten mir und ich spürte die Blicke. Es war für sie nichts, dass sie mich so sahen und es war mir auch egal was sie von mir dachten. Hoch erhobenen Hauptes bahnte ich mir also meinen Weg bis ich endlich den Hafen erreicht hatte. William saß an der gewohnten Stelle, in der Nähe eines viel besuchten Schankhaueses auf einem der Fässer mit dem Rücken an die Hauswand gelehnt. "Catalina.." brummte mir der alte Mann entgegen und schmunzelte etwas. "William." Ich nickte ihm zu und nahm ebenfalls auf einem der Fässer Platz. Er betrachtete mich wir so oft mit geringerer Stirn "Irgendwann werden sie mich noch hängen lassen weil ich dir so viel Seemannsgarn erzähle." Mit seiner rauen Hand strich er sich übers Gesicht "Du kennst alle meine Geschichten, bist alt genug dir einen Mann zu nehmen." doch bei diesen Worten schüttelte er seinen Kopf "Geh nach Hause Mädchen." Ich sah zu ihm rüber "Fang du nicht auch noch damit an."Mein Blick richtete sich zu den Docks "Warum zum Teufel meint jeder mir vorschreiben zu müssen wie ich lebe." Meine Stimme klang schriller als beabsichtigt. "Du bist wirklich deiner Mutter Tochter." Kam es darauf von William Ehe er sich erhob um das Innere der Schänke zu betreten. "Ich bin nicht einmal im entferntesten wie meine Mutter." Zischte ich ihm entgegen und stürmte davon. Weg von den Menschen die tuschelten, weg von deren Blicken und vor allem weg von den ständigen Bevormundungen. Natürlich war ich ziemlich impulsiv doch irgendwann war es einfach auch für mich genug. Warum verstand niemand, dass ich mich wie eine Gefangene fühlte. Ich lief zu Docks und hielt erst am Ende des Steges an um mich dort niederzulassen und wie so oft Trost beim Meer zu finden.
     
  8. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Sean

    Es war eigentlich ein relativ gemütlicher Tag. Ich schlief selig in meiner Koje und dachte an wirklich nichts schlimmes, als das Donnern einer Kanone mich aus dem Schlaf riss. Ich saß aufrecht im Bett und schaffte es gerade so die Augen auseinander zu bekommen. Was zum...?! Ich sah mich um, hob meine Hand und fuhr mit der Hand durch das zersauste Haar. Ein herzhaftes Gähnen und ich streckte mich wie ein fauler Kater, bevor ich mich aus dem Bett wälzte. Irgendwas stieß ich mit meinem Fuß an und es klirrte ganz verdächtig. Mein Blick ging hinunter und kurz freute ich mich, hob die Flasche hoch, doch als ich durch das Loch schielte sah ich das sie leer war. Meh... konnte der Tag mieser Anfangen? Wenn man schon von einem Kanonenschuss geweckt wurde und dann auch gleich mal eine leere Buddel Rum fand, war es doch besser sich gleich wieder ins Bett zu legen. Doch ich war ja eigentlich ein ganz Pflichtbewusster Quartiermeister und so machte ich mich fertig, als ich an Deck kam. Hob ich meine Hand um meine Augen zu beschatten, blinzelte auch dagegen. Mein Blick ging herum und natürlich fiel mir gleich das hübsche Schiff auf dem wir uns da gerade näherten. Also deswegen das Geschieße in aller Herrgotts früh. Ich sah zum hinteren Teil und dort unseren Kapitän, mit dem Rudermann und Mac stehen. Na dann bequemte ich mich mal zu ihnen. "Na, was habt ihr denn da hübsches gefunden?" fragte ich mit einem immer noch leicht verpennten Grinsen.

    Holly

    Ich bemühte mich darum ruhig zu atmen, was angesichts der stickigen Luft der Kajüte und dieser inneren Unruhe gar nicht so einfach war. Gut tief Luft holen war in dem engen Korsett –wenn gleich wir Damen sie auf dieser Reise nicht so fest schnürten wie sonst- eine Kunst für sich. Auf die Reifröcke hatten wir auch verzichtet da man sich sonst kaum bewegen konnte. Da wir ja sowieso die meiste Zeit unter Deck verbrachten da es oben für uns zu gefährlich war, war mir das nur Recht. Milly und ich waren ja auch nur unter Vaters Aufsicht dort. Natürlich war die Vorstellung ein Leben auf See zu verbringen schon irgendwie aufregend gewesen, aber ich hatte es mir auch anders vorgestellt. Ich hatte nicht daran gedacht das ich die meiste Zeit des Tages in einem kleinen Raum mit meiner ständig nörgelnden Schwester und meiner seekranken Mutter verbrachte. Irgendwie hatte ich eher daran gedacht die meiste Zeit oben zu sein um nichts zu verpassen. Das ich den Geschichten der Crew lauschen würde, vielleicht sogar ein paar der Wesen zu sehen die Seefahrer zuvor beschrieben hatten, Delfine oder vielleicht sogar einen Wal… etwas über das Ganze rundherum hier zu erlernen oder sich sogar nützlich zu machen. Ich war immerhin nur die Tochter eines Händlers, hatte kein blaues Blut, auch wenn es uns bisher möglich gewesen war ein sehr gutes Leben zu Leben und die Ambitionen meiner Eltern ihre beiden Töchter über ihren Stand zu verheiraten natürlich bestanden. Aufgewachsen war ich also durchaus wie eine Lady, hatte gute Hauslehrer gehabt und trug Kleider aus Stoffen die einer Adeligen durchaus würdig waren. Ich fuhr mit der Hand über die blassblauen Röcke um es etwas zu glätten, nestelte dann an der Schleife meiner Haube und legte sie neben mir auf den kleinen Tisch, erhob mich schließlich wieder und gerade als ich wieder anfangen wollte hin und her zu gehen, ertönte ein lauter Knall. Der Stoff der Röcke raschelte und ich wandte meinen Kopf erschrocken wie auch die beiden anderen in Richtung Bullauge.

    Mit wenigen Schritten war ich bei dem kleinen runden Fenster und spähte hinaus. Mein Herz begann augenblicklich so schnell zu schlagen und das Blut rauschte in meinen Ohren. Natürlich war die Chance etwas zu sehen tatsächlich gleich null, aber in diesem Fall… Meine Augen weiteten sich und ich schlug erschrocken die Hand vor den Mund, als ich etwas zurück taumelte. Hatte die Frau aus Holz mit den üppigen Rundungen gesehen die sich näher schob. Aber… wie konnte das nur sein? „Holly? Ist alles in Ordnung Liebes? Sind es Piraten?“ hörte ich meine Mutter Fragen, die ihre Arbeit beiseitegelegt hatte und an meine Seite kam. Milly indessen spähte nun ihrerseits aus dem Fenster –nicht gerade ein damenhaftes Verhalten, aber wir hatten hier ja sonst nichts anderes. „Ein Schiff unter englischer Flagge“, meinte sie beschwichtigend. „Mein Gott so eine Gallionsfigur habe ich auch noch nie gesehen“, kicherte sie leise und meine Lippen wurden gleichzeitig zu einem schmalen Strich. „Du bist auf einmal ganz blass Liebes! Keine Sorge die Männer werden schon aufpassen! Milly! Geh da weg und hol deiner Schwester ein Glas Wasser!“ Mama dirigierte mich zu meinem Lager und zwang mich zum hinzusetzen, da kam auch schon Milly mit dem Becher und ich nahm erstmal einen Schluck. Ich reagierte über… das war reiner Zufall. Was wenn nicht? Mein Blick ging hoch zur Decke als das Geräusch von Holz ertönte. Sie hatten wohl eine Art Brücke zwischen den Schiffen gelegt, wir hatten also angehalten. Wie war das gewesen? Ein Schuss war ein ‚Gruß‘, wurde meist gemacht wenn ein anderes Schiff Hilfe brauchte? Also kein Grund zur Beunruhigung oder? Ich war trotzdem beunruhigt, bangte um meine Familie. Ich bekam nicht mit was da oben passierte, hörte nur wie eine gefühlte Ewigkeit später schwere Schritte zu hören waren. Gelächter und derbe Worte wurden ausgetauscht, also waren die Männer des anderen Schiffs freundlich gesinnt? Wieso wich dieses Gefühl dann immer noch nicht von mir?

    Eine leise Stimme flüsterte mir zu, sagte mir ich solle die Kajüte verlassen. Mich dem stellen was ich gesehen hatte. Wenn ich es nicht tat, würden sie Mama und meine Schwester vielleicht zu Schaden kommen… ich schluckte und mir wurde übel. Ich nahm meinen Blick von der Tür und sah zu Mama, die sich wieder hingelegt hatte und zu schlafen schien. Milly saß am Bullauge und spähte dort hinaus, als ob man noch etwas sehen könnte. Mich hielt auf alle Fälle nichts mehr auf meinem Platz, ich dachte nicht darüber nach als ich den kleinen Raum durchquerte. „Was hast du vor?“ hörte ich das Flüstern meiner Schwester die mich fragend ansah. „Alles gut, bleib hier bei Mama! Verschließ' die Tür hinter mir!“ flüsterte ich zurück um Mama nicht zu wecken. Mit meiner Schwester konnte ich umgehen, aber wenn Mama erst wach wurde war alles verloren. Ohne auf Millys Blick oder ihren Protest zu warten, wandte ich mich um und schlüpfte aus der Tür. Zog sie leise hinter mir wieder zu und war froh als ich das schaben des Riegels dahinter hörte. Danke Milly! dachte ich stumm. Ich straffte meine Schultern und wandte mich dann ab. Schritt für Schritt wagte ich mich den Weg vor den die schweren Schritte vorhin gegangen waren. Sie führten in den Frachtraum und als ich dort ankam, hätte ich mich am liebsten selbst für meine Dummheit geohrfeigt. Das war die dümmste Idee, die du je in deinem Leben hattest Holly! schimpfte ich mit mir selber. Ich hielt inne und beobachtete wie zwei fremde Männer zwei Ballen von Papas Stoffen schulterten. Unbewusst machte ich ein paar Schritte zurück und stieß irgendwo dagegen. Natürlich war es kein Stoffballen der keinen Lärm gemacht hätte, sondern irgendetwas aus Metall das scheppernd zu Boden ging. Ich fuhr erschrocken zusammen und als ich hoch sah, sah ich direkt die Beiden Männer an die wohl ebenso erschrocken waren. Einer hatte seine Hand an der Waffe an seinem Gürtel. Gott! Das war ein Fehler gewesen! Wieso hatte ich bloß auch dem nachgeben müssen? Meine Augen zuckten zur Seite zu dem Gang von dem ich gekommen war. Presste eine Faust gegen meinen Brustkorb um das wild klopfende Herz etwas unter Kontrolle zu halten. "Sieh mal an, was für ein hübsches Ding!" Die Stimme des Mannes ließ meinen Magen zu einem einzigen Klumpen. Ich setzte mich in Bewegung, doch wurde nur allzu schnell gestoppt. Ich wollte aufschreien, doch eine dreckige grobe Hand legte sich auf meinen Mund und ich wurde zurück gezogen. "Keine Angst Süße, wir sind auch ganz lieb!" "Weißt du wie lang das her is das ich bei einem Weib gelegen bin?" fragte er Andere. "Haha! Aye! Aber so eine feine Dame hattest du noch nie!" spottete der neben mir. Ich bäumte mich in dem Griff auf, atmete heftig durch die Nase, spürte wie Schwindel mich packte. Ich wand mich trotz der Aussichtslosigkeit, rammte schließlich den Absatz meines Stiefels auf die Zehen des Mannes und irgendwie schaffte ich es frei zu kommen, doch ich taumelte und fiel über die schier endlosen Bahnen meines Kleides. Das Letzte was ich spürte war wie ich mit dem Kopf gegen eine Kante prallte, bevor ich das Bewusstsein verlor.
    Die Männer entschieden, dass sie mich wohl nicht so einfach davon kommen lassen würden und so endete ich eingerollt in einer Stoffrolle. Wurde von den Beiden hinüber auf jenes Schiff getragen, dass mich so oft schon verfolgt hatte.
     
  9. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    John

    Ich stand an der Reling und beobachtete wie wir dem anderen Schiff immer näher kamen. Sean hatte sich auch zu uns gesellt, doch der Kerl stank verdammt nochmal nach zu viel Rum. Ich hatte meine Stirn gerunzelt und mein Kiefer war angespannt. Der Käptn und ich hatten mal wieder eine Meinungsverschiedenheit gehabt. Meiner Meinung nach war es viel zu riskant immer so nah an die anderen Schiffe zu fahren dass man die Brücke auslegen und an das andere Deck spazieren konnte. Nur ein Fehler, eine Böe und beide Schiffe konnten nicht ganz unerhebliche Schäden erleiden. Doch wie immer blieb er stur der alte Esel. Ließ sich nur selten was sagen, ärgerte sich dann aber wenn etwas vorhergesagtes schief ging.

    Die "Verhandlungen" im Anschluss verliefen wie so ziemlich die meisten ihrer Art. Der Kätn machte dem Kapitän des anderen Schiffes klar, dass es wohl nur zu seinem besten wäre wenn er mindestens die Hälfte seiner Waren abtrat die im Rumpf des Schiffes geladen waren. Dafür würde keiner der Passagiere oder Besatzung zu Schaden kommen. Sollte er sich aber weigern, oder sogar versuchen zu Kämpfen...nun dann würde das hier wohl unschön werden für die Reisenden aus England. Doch der Kapitän ließ sich auf den "Handel" ein, es blieb ihm ja auch kaum eine Wahl.

    Ich ging wieder hinüber auf die Berta, half den Männern die Ladeluken zu öffnen und beobachtete wie sie die Stoffballen in den Bauch unseres Schiffes luden. Die Stoffe würden auf Jamaica oder Cuba bestimmt gute Preise erzielen. Ich kannte mich zwar nicht wirklich aus, doch schienen die Stoffe von wirklich guter Qualität zu sein. Dass unter einem der Stoffballen eine hübsche, junge Frau steckte...nun damit rechnete ich nun wirklich nicht.
     
  10. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Sean

    Es war immer wieder ein Anblick, der Captain und Mac neigten sehr oft dazu aneinander zu geraten. Ich kratzte mich am Hinterkopf und warf dem Navigator nur einen Blick zu. Was das Ding mit dem nah ran fahren anging, konnte ich natürlich nur zustimmen. Es war Riskant und mein Blick auf zur Takelage als wir neben dem anderen Schiff waren rief in mir den Wunsch wach selbst Hand ans Ruder zu legen. Zusammen mit ein paar Anderen, ging ich über die Brücke auf das Schiff um bei den 'Verhandlungen' dabei zu sein. Lässig lehnte ich mich gegen die Reling und verschränkte die Arme vor der Brust, während unser Kapitän das Wort hatte. Mein Blick glitt über den feinen Herren der unter der Crew stand, das war dann wohl der Besitzer der Ware. Also der 'Verkäufer' oder passte der großzügige Spender besser? Er hielt sich stolz und ruhig, doch sein Kiefer war fest aufeinander gepresst. War wohl nicht begeistert davon um seine Ware erleichtert zu werden.
    Trotz der Tatsache das mir wohl noch etwas der Rum von gestern etwas nach hing, war ich wach und blieb aufmerksam. Die Leute hier waren klug genug um sich nicht für den Kampf zu entscheiden. Das war immer eine unschöne Sache, aber es gab auch die Unbelehrbaren die es trotzdem versuchen wollten.
    Mein Blick folgte Mac der wieder aufs Schiff ging, wohl um auf der Anderen Seite die Arbeit der Crew zu überwachen, während ich hier die Äuglein offen hielt.
    Ein paar der Männer behielten auch die Crew dieses Schiffes im Blick, damit die nicht noch aus der Reihe tanzten. Ich stieß mich von meinem Platz ab und wagte ein paar Schritte über das Deck, sah zur Luke wo Skully und Bones gerade ein besonders großes Bündel Stoff hervor zogen... Wenn wir wohl gewusst hätten, was tatsächlich da drinnen war.

    Wir beendeten unseren einkauf und alle Mann kehrte auf die Berta zurück. Die Brücke wurde wieder eingezogen und unser Kapitän bedankte sich nochmal herzlichst für die Zusammenarbeit und schon zogen beide Schiffe ihrer Wege. "Lach mal bisschen Mac!" meinte ich mit einem typischen verschmitzten Grinsen und betrachtete die Ware die wir eingesammelt haben. Ich streckte die Hand aus und rieb den Saum zwischen Daumen und Zeigefinger. Stieß einen Pfiff durch die Zähne aus. "Ganz schön feines Zeug", meinte ich und grinste zu ihm hinüber. "Mister Walsh!" Ich verdrehte die Augen als ich die Stimme des Kapitäns hörte. "Kommen Sie wir haben da etwas zu klären!" meinte er. Ich zwinkerte Mac zu und machte mich dann auf den Weg zum Chef.

    Holly

    Es war ruhig und dunkel wo ich war, ich fühlte mich warm, beinahe wie in einem Kokon. Dumpfe Bilder zogen durch meinen Kopf, Stimmen die fern flüsterten, doch konnte ich kein Wort verstehen. Mein Kopf dröhnte, an meiner Stirn spürte ich es pulsieren, als ich allmählich wieder zu mir kam. Keine Ahnung wie viel Zeit schon vergangen war. Ein leises stöhnen entkam mir, war jedoch wohl nicht zu hören. Ich wollte an meine Stirn fassen, konnte die Arme aber nur schwer bewegen. Stieß sofort gegen Widerstand. Sofort schlug ich meine Augen auf. Panik überkam mich, ich wimmerte und begann mich zu winden. Erst fühlte sich das was auch immer um mich herum war noch beklemmender an und als würde es sich nur enger um meinen Körper schließen, bevor es sich lockerte. Ich rollte mich auf den Bauch und kroch unter den Stoffbahnen die um mich gelegen hatten hervor, kauerte am Boden. Mein Atem ging stoßweise und ich versuchte im halb dunkel hier unter Deck etwas zu erkennen.
    Das Pochen an meiner Stirn erinnerte mich daran was passiert war, ich hatte vor den beiden Männern fliehen wollen.. hatten sie von mir abgelassen und mich einfach im Lager liegen lassen? War ich wohl noch heil davon gekommen? Langsam tastete ich mich am Boden entlang, bis ich einen Pfosten erreichte und mich daran wieder auf meine Beine zog. Leichter Schwindel erfasste mich als ich stand und ich hielt mich etwas mehr fest um nicht gleich wieder um zufallen. Gerade fühlte ich mich sicher genug um den Pfosten loszulassen, machte den ersten Schritt und wollte ganz schnell zurück in die Kajüte zu Mama und Milly. Doch... der Gang war nicht da wo er vorher gewesen war, insgesamt... es sah hier anders aus. Lag ich immer noch Bewusstlos am Boden? Es musste so sein... oder... "Suchst du mich Süße?" Erschrocken machte ich einen Satz zurück, doch mein Handgelenk wurde sofort gepackt und ich schrie spitz auf. Doch wurde mir schon die Hand wieder auf den Mund gepresst um mich zum schweigen zu bringen, so das man höchstens wohl einen Anfangston gehört hatte. Gott das konnte doch nicht wahr sein?! Was war hier los, wo war ich bloß? Tränen stiegen mir in die Augen und ich wusste gerade wirklich weder ein noch aus. "Hey, wir sagten doch wir teilen!" hörte ich den anderen sich beklagen. Alles ging so wahnsinnig schnell und eh ich mich versah, spürte ich den Druck vorne auf meiner Brust und hörte wie Geräuschvoll das Kleid welches ich trug zerriss, das geschnürte Korsett kam darunter zum Vorschein. In panischen Atemzügen unter denen ich wimmerte und zu kreischen versuchte, welche jedoch durch die angepresste Hand gedämpft waren, hob und senkte sich die Brust schwer. Ich kniff meine Augen fest zu, hoffte und betete dieser Albtraum würde aufhören! So einfach aufhören wie die Visionen zuvor davon... Von einem Mann gehalten, er presste mich mit den Rücken an sich, eine Hand um meine Mitte die andere an meinem Mund, der zweite stand vor mir und zerschnitt die Schnürung des Korsetts. Zentimeter für Zentimeter, bis mein Oberkörper entblößt war. Jeder Versuch auszuweichen oder den Händen zu entkommen war sinnlos, ob ich mich fallen ließ, wie eine Schlange wand oder aufbäumte, ich hatte keine Chamce! Bitte! Bitte helft mir doch! Wieso kam denn nur keiner?
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Juni 2020
  11. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Johnny

    "Lach mal ein bisschen, Mac!", ich sah hinüber zu Sean, welcher einen der Stoffe zwischen seinen Händen rieb und zu dem gleichen Schluss wie ich vorhin schon kam. Ganz schön teures Zeug. "Wenn wir das Zeug verkauft haben, werde ich genug Gründe zum lachen haben!", entgegnete ich meinem Freund und stellte fest, dass das gar nicht mal so sehr gelogen war. Meistens trafen wir auf Schiffe, welche Zucker, Alkohol oder Tabak geladen hatten. Natürlich ließen sich diese Güter sehr gut in der alten Heimat verkaufen, doch wenn wir die Westindischen Inseln angesteuert hatten, war selten etwas in unseren Lagerräumen gewesen, das wir dort teuer hätten verkaufen können. Doch diese Stoffe hier konnte man nicht in den Kolonien herstellen, zumindest noch nicht, also hoffte ich das wir dafür ein stolzes Sümmchen bekommen würden. Für einen Moment überlegte ich sogar ob ich mir nicht aus einem der Stoffe einen neuen, kurzen Gehrock lassen machen würde. Vielleicht aus dem etwas dunkleren Stoff, er schien edel aber dennoch fest genug um auch gegen Wind und Regen zu schützen.

    Ein spitzer Schrei ließ mich meinen Kopf ruckartig heben. Vergessen war der Stoff, den ich gerade noch begutachtet hatte. Hatte da gerade eine Frau geschrien? Das war unmöglich, denn auf der Berta gab es keine Frauen - eigentlich! Stirnrunzelnd ging ich leise in die Richtung, aus welcher ich glaubte den Schrei gehört zu haben, doch nichts regte sich. Ich blieb einen Moment stehen, lauschte in die Stille - nichts. Seufzend schüttelte ich den Kopf und kratzte mich am Nacken. Dieser Tag hatte schon besch.issen begonnen mit diesen Erinnerungen, welche ich am liebsten aus meinem Gedächtnis komplett verdrängt hätte und nun schien mir mein Verstand auch noch Streiche zu spielen und ließ mich Dinge hören die gar nicht da waren.
    Gerade machte ich auf dem Absatz kehrt, als ich ein Rumpeln, gefolgt von dem Geräusch von Stiefeln auf Holzboden hörte. Die Geräusche wurden immer heftiger und es klang wie ein...Kampf?
    Mit schnellen Schritten lief ich den Gang entlang, vorbei an den Stoffen, Wasser und Rumfässern bis in das hintere Eck, welches durch hochgestapelte Säcke mit Weizen verdeckt wurde. Den Weizen hatten wir von unserer letzten 'Verhandlung' und auch wenn ich dem Captn gesagt hatte dass es eine dumme Idee war so etwas schnell verderbliches wie Getreide zu lagern, hatte er mal wieder nicht auf mich gehört.
    Als ich um das Eck bog blieb ich wie angewurzelt stehen. Mein Blick fiel auf ein paar wirklich hübscher Brüste, welche einladend vor mir auf und ab hüpften. Die Haut, welche dieses üppigen Schönheiten umspannte war milchig weiß, fast schon Alabaster Farben. Mein Mund wurde trocken und ein gewisser Teil meines Körper erwachte zum leben. Oh verdammt, der letzte Landgang war wirklich schon sehr lange her. Um die Brüste herum flogen die Schnüre eines Korsetts und erst jetzt bemerkte ich das diese Brüste nicht auf und ab hüpften um mir zu gefallen, sondern weil sich ihre Besitzerin ziemlich gegen etwas wehrte.
    Bones hatte das Mädchen, welches sich heftig wehrte, fest in seinem Griff und grabschte mit seinen Händen nach dem Busen des Mädchens. Ihre Haare flogen wild umher und schienen sich aus einer vormals geordneten Frisur gelöst zu haben.
    "Verdammt noch mal Bones, lass sie los!", rief ich dem Mann zu und fasste nach einem Arm ner jungen Frau. Ihre Haut war weich und geschmeidig, viel zu Zart um eines der Mädchen zu sein, welche sich in den Tavernen der Häfen herumtrieben. Auch glaubte ich nicht, dass dieses Mädchen schon recht lange an Board war; eher vermutete ich, dass wir unseren Gast erst seit der Begegnung mit dem anderen Schiff hatten.
    "Hey!", rief Bones ungehalten als ich ihm das Mädchen entzog. Himmel, ihre Brüste hingen ja tatsächlich komplett aus dem zerrissenen Mieder und Korsett heraus. Ich riss meinen Blick los und sah Skully und Bones mit einem Blick an, der nichts Gutes verhieß. "Seid ihr eigentlich von allen guten Geistern verlassen?", fragte ich sie und eigentlich bedurfte es keiner Antwort, denn dass die Beiden Hohlbirnen waren, war wohl kein Geheimnis. "Wir haben die da für uns mitgenommen!", protestierte Skully und machte einen Schritt auf mich zu, wobei ihm einige seiner fettigen Haare ins Gesicht fielen. "Und wie habt ihr Gedacht würdet ihr es erklären warum wir eine englische Lady an Board haben?", ich hob eine Hand bevor die Beiden irgendetwas sinnloses dahin faseln konnten.
    Dass es eine schei.ß Idee von den Beiden gewesen war musste man wohl gar nicht erst erwähnen. Erst entführten sie eine englische Lady, hielten ihr quasi all unsere Waren vor Augen, ließen ihr Zeit sich jedes Gesicht genau einzuprägen, wollten sie vergewaltigen und dann? Im nächsten Hafen aussetzen? Auf dass sie sofort zur nächsten Hafenmeisterei, zur nächsten Polizeiwache lief und uns verpfiff? Und wem würde man mehr glauben? Einer feinen englischen Lady, oder einem Haufen fragwürdiger Kerle?
     
  12. Nymeria

    Nymeria Mitglied

    Catalina

    "Mädchen.." hörte ich nach einiger Zeit die raue Stimme des alten Seemanns. Ich hatte ihn bereits an seinem Gang erkannt denn das rechte Bein zog er aufgrund einer Verletzung immer etwas nach. Langsam und ein wenig umständlich ließ sich William neben mir nieder. Er tätschelte mein Bein kurz und betrachtete mich ohne etwas zu sagen. Er wusste, dass ich nicht sauer auf ihn direkt war sondern vielmehr genug davon hatte, dass es immer hieß Frauen müssten Anstand zeigen, Nase hoch Brust raus und Rücken gerade. Sei zurückhaltend, sage nur etwas wenn du gefragt wirst, halte dich nicht zu sehr in der Sonne auf, ich könnte tausende Gründe aufzählen warum es besser war ein Mann in solch einer Gesellschaft zu sein. Er war der einzige Mensch dem ich je meine Gedanken anvertraut hatte daher wären waren seine Worte zuvor ein ziemlicher Schlag gewesen. "Warum soll ich einfach alles hinnehmen? Habe ich kein Recht ein freies Leben zu führen?" Er sagte nichts sondern legte seine Stirn noch mehr als zuvor in Falten. Ich hob meinen Blick und betrachtete ihn meinerseits. Sein Körper war gezeichnet von dem harten Leben auf hoher See. Wochen wenn nicht sogar Monatelang hatte er immer wieder auf dem Schiff verbracht. "Weinende Jungfer" brachte er schließlich hervor und seine Stimme klang angestrengt. "Ich habe dir von ihr erzählt oder?" Ich nickte, es war das Schiff auf welchem er zuletzt angeheuert worden war. "Du erinnerst mich sehr an unseren Kapitän." Sein Blick ging raus aufs Meer und eine sanfte Brise wehte uns die salzige Luft um die Nasen. "Sie war stolz, ungebunden, liebte ihre Freiheit und das raue Meer. Es braucht einiges um sich als Frau den Respekt einer Mannschaft zu verdienen die nur aus Männern besteht. Doch diese Frau war wirklich etwas besonderes." William schielte zu mir rüber und ich runzelte ebenfalls die Stirn "Moment dein Kapitän war eine Frau?" Es lag Verwunderung in meiner Stimme doch bevor ich noch etwas sagen könnte fuhr William fort "Mary Elizabeth Thornton...unser Kapitän...sie opferte sich als wir alle drohten aufzufliegen." Sein Blick würde wehmütig und es tat fast weh ihn so zu sehen. Doch dann schaltete etwas in meinem Hirn und meine Augen wurden groß als ich ihn ansah. "Mooooment!" Ich hob meine Hand als Zeichen, dass er mich kurz nachdenken lassen sollte "Warum hättet ihr als einfache Seefahrer wegen irgendwas auffliegen sollen, es sei denn ihr hab illegale oder gestohlene Ware gehandelt. Ihr wärt.." Williams Blick verdunkelte sich "Piraten" beendete er meinen Satz und wusste für einen Moment nicht was ich sagen sollte. "Die Geschichten...waren das alles eure Erlebnisse? Natürlich woher solltest du das denn auch sonst wissen." Ich sprang auf und begann aufgeregt hin und her zu tigern. "Das ist ja unglaublich....und eine Frau Kapitän unter so vielen gefährlichen Piraten." Ich war keineswegs geschockt schließlich wusste ich schon lange, dass William nicht gerade zu den feinen Herren gehörte doch ein Pirat das war einfach faszinierend. Reisen wohin man wollte, frei, ungebunden und keine Regeln an die man sich halten musste. Genau so stellte ich mir das Leben als Pirat vor, natürlich würde auch geplündert doch das schon ich in meinen Gedanken beiseite. "Mary Elizabeth Thornton.." murmelte ich vor mich her während William sich ebenfalls erhob. Mühsam kam er auf die Beine und hielt mich schließlich am Arm fest damit ich in meiner Bewegung inne hielt. "Ich wollte damit sagen, dass es sicherer für dich wäre dich an den Rat deiner Eltern zu halten. Für Mary ist es nicht gut ausgegangen und weder deine Eltern noch ich könnten es wohl ertragen wenn du ebenfalls so endet." Er legte mir eine Hand auf die linke Schulter. "Sei vorsichtig und vor allem besonnen. Denk nach bevor du irgendetwas tust. Jedes Handeln zieht Folgen mit sich, manche weitreichender als man zu Beginn vielleicht denken mag." Mit diesen Worten schlurfte der alte Mann davon, doch ich blieb noch eine ganze Weile am Ende des Steges stehen und ließ meinen Blick über das Meer schweifen.
     
  13. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Holly

    Ich schüttelte den Kopf als könnte ich somit die Männer los werden. Doch ich wachte nicht auf und es endete auch nicht, ich spürte die groben rauen Hände, wie sie über meinen Körper wanderten, meine Brüste umfassten. Würde die Hand an meinem Mund mich nicht abhalten, hätte ich darum gebettelt ja gefleht das sie mich einfach gehen ließen! Selbst wenn sie mich vermutlich dafür doch nur ausgelacht hätten. Mein einziger Trost bestand gerade darin, dass ich es wohl wenigstens geschafft hatte Milly und Mama vor Schaden zu bewahren. Oder? So sicher war ich mir gerade auch nicht! Wer sagte denn das diese widerlichen Piraten das Schiff nicht samt ihnen versenkt hatten?
    Erst hörte ich gar nicht das sich noch jemand dazu gesellte, das Blut rauschte viel zu laut in meinen Ohren, bis ich spürte wie ich am Arm gefasst wurde. Die Berührung war anders, ich spürte den Zug. Der Griff der beiden anderen löste sich und ich wurde wie eine Puppe fortgezogen. War auch kaum zu mehr fähig als dem Zug an meinem Arm zu folgen. Ich wagte es meine Augen zu öffnen und sah in das Gesicht des Mannes der mich gerade aus den Fängen befreite. Ich sah in sein Gesicht und er sah… ich folgte seinem Blick und keuchte erschrocken auf. Mit fahrigen Händen griff ich nach den Überresten meines Mieders und hielt es vor mir mit verkrampften Fingern zusammen um meine Blöße zu verdecken. Die Wangen liefen knallrot an und ich wandte den Blick peinlich berührt ab. Mein ganzer Leib war am Zittern, meine Beine fühlten sich an wie bei einem Tag mit heftigen Wellengang. Ich wagte es nicht auch nur einen der Männer anzusehen, stolperte etwas zur Seite. Doch kam nicht weit da der riesige Kerl mich immer noch am Arm festhielt. Ich schniefte, hob zögerlich eine Hand um über meine heißglühende Wange zu wischen. Wusste gerade gar nicht was ich denken sollte, ich hatte Angst und wollte eigentlich nur hier weg! Zurück nach England, zum Landsitz meiner Eltern. Mehrere Haarsträhnen hatten sich von dem Kampf aus der Frisur gelöst, hingen mir ins Gesicht und am Nacken hinunter, die feinen von ihnen kräuselten sich etwas mehr als die Anderen. Das ich wohl einen äußerst erbärmlichen Anblick bot, musste ich wohl nicht erwähnen, aber das war wohl auch nur Nebensächlich.

    Verzweiflung wollte mich packen und ich hätte ihr nur zu gerne nach gegeben, hemmungslos geweint und mich einfach nur irgendwo verkrochen. Doch diese Genugtuung würde ich diesen Männern sicher nicht gönnen, weswegen ich meinen Mut zusammen nahm, ich reckte das Kinn und straffte die Schultern. Griff nach den langen kräftigen Fingern die mich immer noch festhielten und löste deren Umklammerung um meinen Arm. Was mir vermutlich auch nur gelang weil dieser Riese es auch zuließ. Nutzte das Gleichzeitig um etwas Abstand zwischen die Männer und mich zu bringen. Die Worte die sie wechselten nahm ich nur nebenbei wahr, während ich versuchte wie ein kleiner Vogel der gerade gegen einen Baum gedonnert war, mein ‚Gefieder‘ wieder etwas zu ordnen. Strich mit immer noch zitternden Fingern die Haarsträhnen aus meinem Gesicht und zupfte an dem zerrissenen Stoff. Dabei entblößte ich wohl die eine oder andere Stelle Haut an Hals und Schulter die sich durch die grobe Behandlung bereits bläulich zu verfärben begann.

    Die beiden Männer standen da und sahen mit ihren dämlichen einfältigen Blicken den Anderen an, als schienen sie nicht zu verstehen wo das Problem lag. „Gibt doch nur einen Grund für `ne Lady an Bord,“ meinte der eine klug und sie grinsten sich mit ihren verfärbten Zähnen im Mund an. „Ich hätte gesagt das kleine Luder hat sich an Bord geschlichen um endlich ein paar richtige Kerle kennenzulernen!“ fügte der Andere dann hinzu und sie lachten dreckig. Tauschten untereinander noch ein paar dreckige Kommentare aus, die meine Ohren ganz heiß und die Augen groß werden ließen. Kein anständiges Mädchen sollte sowas hören und ich war geschockt davon wie ausführlich sie das was sie vor hatten ausdrückten, bevor ein scharfer Blick des Anderen ihnen das Grinsen aus dem Gesicht wischte. Der Kloß in meinem Magen wuchs und ich machte wohl aus Reflex noch einen Schritt zurück. Doch erinnerte ich mich sehr wohl daran, dass ich hier verdammt nochmal auf einem Schiff irgendwo zwischen England und Amerika war! Wo hätte ich denn hinrennen sollen? Vielleicht… mein Blick glitt hinter den blonden Hünen wo der Weg zwischen all den Waren –vermutlich alles gestohlen- zum Deck führte. Vielleicht war das Schiff meiner Familie noch in Sichtweite! Wenn ich nur an diesen riesenhaften durchaus ansehnlichen…Irritiert blinzelte ich und schob mich einen Schritt in die Richtung. Wenn sie nur lang genug abgelenkt waren miteinander, konnte ich vielleicht…
     
  14. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    John

    Bei Bones dummer Bemerkung hob ich nur vielsagend eine Augenbraue. Doch anscheinend glaubte dieser einfältige Kerl tatsächlich dass es ihm jemand abkaufen würde, wenn er erzählte die Lady sei freiwillig hier. Und vor allem weil sie: 'Einmal richtige Kerle kennen lernen wollte!'. Ich musste gar nicht noch einmal zu dem Mädchen hinüber schauen, dessen Wangen und Halsansatz sich zart Rosa vor Scham gefärbt hatten. Ihre Augen waren weit aufgerissen gewesen und alles in allem hatte sie tatsächlich nicht den Eindruck gemacht als sei sie aus freien Stücken an Bord des Schiffes gegangen.
    "Du hast sie entführt, weil du sie gegen ihren Willen nehmen wolltest!". Himmel nochmal, musste ich ihm denn tatsächlich das Offensichtliche und seinen eigenen Plan darlegen? "Schau sie dir doch an!", ich deutete auf das Mädchen, das zwar im Moment ein klein wenig derangiert war, aber der man dennoch ansah dass sie aus betuchteren Kreisen stammte. "Und dann schau dir dich an!", ich nickte mit dem Kinn zu Bones, welcher erst dämlich Grinste, dann aber zu verstehen begann und mich mit einer Mischung aus Zorn und Frustration ansah.
    Das Mädchen hatte sich aus meinem Griff gelöst und ich ließ es zu. Wo sollte sie denn auch hin wollen? Von Bones und Skully hatte ich sie schon wegbringen können und die waren wohl ihr größtes Problem.
    "Mac, es ist mindestens einen Monat her seit wir das letzte mal an Land waren ..." begann Bones zu jammern und sah mich mit mitleidhaschendem Blick an. "Ich brauch mal wieder n Mädel!", sein Lachen war derb und er fasste sich wie um mir genau zeigen zu müssen was er meinte zwischen die Beine.
    Langsam verlor ich die Geduld und spürte wie ich zornig wurde. "Wenn du sie noch einmal anfasst, werde ich persönlich dafür sorgen, dass du bei den nächsten fünf Landgängen nicht mal auch nur daran denkst eine Dirne anzusehen!", meine Stimme war kalt, bedrohlich und lies keinen Spielraum auch nur an meinen Worten zu zweifeln.
    Ich hatte keine Ahnung was Bones murrte, doch ich wusste das er meine Worte ernst nehmen würde und das Mädchen nicht mehr anfassen würde. Eine Bewegung neben mir ließ mich umschauen und ich hob fragend eine Augenbraue als ich zu dem Mädchen sah, welches sich davon stehlen wollte. "Meint Ihr wirklich es wäre eine gute Idee mit einem zerrissenen Kleid auf das Deck eines Schiffes zu laufen das voll mit Männern ist die nur zu gerne mal wieder ne Lass nackt sehen würden?".
     
  15. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Holly

    Mein Blick zuckte für einen Moment zu den großen Hünen, als er die anderen beiden anwies mich nicht mehr anzufassen. Die Stimme war kalt und schneidend, ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen. Ich senkte jedoch schnell wieder meinen Blick und schmuggelte mich noch einen Schritt vor. Doch eh ich mich versah wurde der ganze Plan den ich mir zurechtgelegt hatte auch schon wieder zunichte gemacht, ich zuckte zusammen und fühlte mich mehr als ertappt als mein vermeintlicher Retter mich ansprach. Ich drehte den Kopf und begegnete seinem Blick. Sah wie er die Augenbraue fragend hochgezogen hatte und ich presste meine Lippen fest aufeinander. Sah bei seinen Worten an mir hinunter und das Rot in den Wangen vertiefte sich wohl noch etwas. "Daran... hatte ich nicht gedacht", antwortete ich, die Stimme war kaum mehr als ein Hauchen und etwas aufgeraut von der ganzen Aufregung. Noch immer schlug mir das Herz bis zum Halse, erinnerte er mich doch auch gleichzeitig daran, dass ich alles andere als in Sicherheit war. Gott ich war auf einem Schiff voller Männer die.. wie hatte es dieser Widerling dort hinten gesagt? Wohl schon länger keine Frau mehr gehabt hatten! Ich hob meine Hand an meine Schläfe, spürte die fiese Beule die dort entstanden war als ich mir den Kopf gestoßen hatte. Mein Kopf fühlte sich an wie mit Watte gefüllt, mein Magen war ein einziger Klumpen und mir war Schwindelig. Ich versuchte meine Gedanken irgendwie zu ordnen. Die Finger die den Stoff vorne immer noch zusammen hielten -denn ich würde den Teufel tun und noch einen von diesen Kerlen einen solch intimen Einblick zu gewähren! - krampften sich etwas mehr zusammen. Ich atmete tief ein und aus, sammelte mich etwas, strich mit der freien Hand die Röcke meines Kleides glatt. "Wärt Ihr so freundlich mich auf mein Schiff zurückzubringen? Ich wünsche meine Reise ohne weitere Zwischenfälle..." Noch während ich sprach sah ich seinen Gesichtsausdruck und ich beendete den Satz mit einem leisen frustrierten Seufzen. Den anderen Beiden die doch etwas dämlich grinsten –fanden sie die Aussicht das ich wohl nicht so schnell hier herunterkam, trotz dem Ärger schön-, ignorierte ich gekonnt. Was ich nicht verhindern konnte war, dass mein Gesicht auch die ehrliche Bestürzung zeigte die ich empfand. "Wir sind nicht mehr in der Nähe nehme ich an." Es war eine Feststellung und die Gewissheit trieb mir für einen Moment die Tränen in die Augen. Ich schluckte hart gegen den Kloß in meiner Kehle. Selten in meinem Leben war ich auf mich gestellt gewesen und wenn sicherlich nie in einer solch bedrohlichen Situation wie es hier gerade der Fall war. Ich taumelte etwas und griff dabei nach dem erst Besten was in meiner Nähe war. Es war warm und fest. Mein Blick traf den von ein paar dunkelgrüner Augen, es waren die des großen Hünen und sein Unterarm den er mir wohl zur Verfügung gestellt hatte um mich abzufangen. „Verzeiht“, murmelte ich und schlug peinlich berührt meine Augen nieder. Ich würde nicht hier und jetzt vor den Augen dieser Männer zusammenbrechen! Nein, sicher nicht, aber gut fühlte ich mich gerade einfach nicht und ich hatte hier keine Möglichkeit mich zurückzuziehen, stand ich doch mit einem zerrissenen Kleid auf fremden Schiff. War diesen Männern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
     
  16. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Johnny

    Bones und Skully lachten laut und dreckig, als sie sahen wie die Lass wieder rot wurde. Ich riss meinen Blick von der jungen Frau los und warf den beiden Idioten einen finsteren Blick zu, welcher die Beiden zum verstummen brachte. "Macht euch vom Acker!", wies ich die Beiden an und machte mit dem Kopf eine Bewegung in Richtung des Ganges, welcher zur Stiege hoch zum Deck führte. Ich musste herausfinden woher die Lass kam und irgendwie versuchen Schadenbegrenzung zu betreiben. Wobei es dafür wahrscheinlich schon mehr als zu spät war. Was genau sollte die Lass schon davon abhalten nicht im nächsten Hafen den wir ansteuerten von Bord und direkt zum nächsten Gesetzeshüter zu rennen? Für Skully und Bones, würde das wohl den Galgen bedeuten. Und ich glaubte nicht wirklich daran, dass die Beiden sich irgendwie wieder aus der Sache herausreden konnten. Das Wort einer englischen Lady gegen das zweier stinkender Freibeuter, welche unter anderem wegen Schmuggelei, Hehlerei, Diebstahl und Mord gesucht wurden?
    Der Gedanke die Beiden los zu werden erschien mir zwar sehr Reizvoll, doch war der Name Randolf Murray auch kein unbekannter. Ich hatte wenig Lust, dass mein einziger Zugang zu einem "normalen" Leben unter meinem Geburtsnamen 'Jonathan MacKenzie', dadurch vernichtet wurde weil Hohlbirne eins und zwei ihre Klappe nicht halten würden und die halbe Mannschaft mit rein ziehen würden.
    Zu ihrem Glück verzogen sich die Beiden, zwar murrend, doch sie hauten ab. Ein paar Meter weiter stieß Skully, Bones mit dem Ellenbogen an und die Beiden lachten wieder über irgendetwas bevor sie außer Sichtweite waren.
    Ich sah den Beiden für einen Moment Kopfschüttelnd nach und fuhr mir mit der Hand kurz durchs Haar, bevor ich mich zu dem Mädchen umdrehte. Ihre Hand legte sich auf meinen Arm und ich spürte die wärme ihrer Hand auf meiner Haut. Mein Blick lag auf ihrer zarten, hellen Hand, welche in solch einem krassen Kontrast zu meinem gebräunten Arm stand.
    "Lass?", fragte ich vorsichtig und musterte sie. Irgendwie sah sie so aus als wäre ihr gerade nicht ganz gut. Lag es daran dass sie gerade selbst festgestellt hatte, dass das Schiff auf welchem sie gerade noch gewesen war, nicht mehr in der Nähe war? Das Mädel sah so aus als würde sie jeden Moment umkippen, also hielt ich es für das Beste wenn ich sie irgendwo hinmanövrierte wo sie sich nicht verletzen konnte. Ich fasste sie mit beiden Händen an den Schultern und drehte sie leicht nach rechts, schob sie einen Schritt zurück und deutete mit dem Kopf nach unten. "Setzen Sie sich mal besser, bevor sie hier umkippen!", wies ich sie an und drückte sie sanft nach unten, damit sie sich auf die Stoffbündel setzte.

    Wieder fuhr ich mir durchs Haar, eine Geste welche unbewusst immer dann Tat wenn ich gerade keine Ahnung was gerade das Beste war. "Also Ihr seid auf der ....", ich überlegte, doch mir viel der verdammte Name des anderen Schiffes nicht mehr ein. "Auf .. dem Schiff wohin genau gesegelt?". Verdammt, vielleicht würde es ja was helfen wenn wir das Mädchen einfach wieder zu seiner Familie brachten?
    Erst jetzt viel mir auf dass ich keine Ahnung hatte wie sie hieß und es verdammt unhöflich von mir war mich nicht mal vorzustellen. Oh, meine Ma hätte mir dafür schon den Hosenboden stramm gezogen - wenn sie noch gelebt hätte. "Verzeiht meine Unhöflichkeit, mein Name ist Randolf Murray!".
     
  17. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Holly

    Mein Blick glitt für einen Moment über meine Schulter und ich war schon froh, dass die Beiden die mich entführt und mir beinahe Gewalt angetan hätten weg waren. Ich drehte meinen Kopf und legte ihn in den Nacken als der Mann vor mir mich wieder ansprach. 'Lass'... ich kannte den Ausdruck. Mama hatte uns ihre Muttersprache gelehrt. Sie kam ursprünglich aus Schottland, welchen Clan sie aber tatsächlich angehört hatte war mir leider entfallen.
    Ich spürte wie er seine Hände auf meine Schultern legte und im ersten Moment spannte ich mich an. Angst kam in mir hoch, das ich nun womöglich noch vom Regen in die Traufe gekommen war. Seine Wärme jedoch wirkte irgendwie beruhigend auf mich. Doch er manövrierte mich sowieso bloß zu einer Sitzgelegenheit. Bedeutete mir mich zu setzen. Mein Blick folgte seinem und ich sah das Stoffbündel. Langsam ließ ich mich darauf nieder, ließ dafür vom Arm des Mannes ab und stützte mich auf dem Ballen ab, saß trotz allem aufrecht und manierlich. Es fühlte sich etwas besser an endlich nicht mehr die wackeligen Beine zu belasten.
    Ich hatte den Blick gesenkt und versuchte mit all dem hier klar zu kommen. Mir bewusst zu machen, was das hier für mich bedeutete. Da fing mein Gegenüber schon zu sprechen an und natürlich sah zu ihm auf. Die Augen groß und die Lippen sprangen unbewusst einen Spalt auf beim strecken der Kehle.
    Er fragte nach dem Ziel der silbernen Taube... das hieß das Schiff war immer noch auf den Weg dorthin. Sie hatten es nicht versenkt nachdem sie die Güter genommen hatten. Doch etwas skeptisch war ich schon, sollte ich diesem Mann wirklich das Ziel nennen? Was wenn es nur ein Trick war und sie dann doch noch die Verfolgung aufnehmen wollten um das was sie angefangen hatten zu Ende zu bringen? Noch ehe ich antworten konnte stellte er sich auf einmal vor. Randolf Murray... Die Art wie er sprach passte eigentlich nicht zu einem Piraten, aber was wusste ich denn schon. Ich kannte doch eigentlich gar keine. Konnte ich ihm wirklich vertrauen? Er machte zumindest keine Anstalten über mich herzufallen... "Holly..." antwortete ich meine Stimme immer noch etwas belegt. Zaghaft räusperte ich mich. "Mein Name ist Holly Baker", gab ich nun etwas lauter von mir. "Das Schiff steuert den Hafen von James Town an", fügte ich gleich hinzu und wagte es kaum zu hoffen das man mich vielleicht doch zurück bringen würde. Nichts mehr wollte ich, zurück zu meiner Familie und dann das alles hier wieder schnell vergessen! Eine Meldung an irgendein Amt zu machen, daran dachte ich gar nicht. Da fiel mir noch ein wo er von Unhöflichkeit gesprochen hatte. "Mister Murray!" sagte ich seinen Namen. "Danke für Ihre Hilfe!" bedankte ich mich bei ihm und hoffte inständig das ich da nicht zu früh dankte.
     
  18. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    John

    Ich lächelte und winkte nur ab, als sie sich bedankte und schüttelte kurz meinen Kopf. "Dankt mir mal bitte nicht zu früh!", murmelte ich mehr zu mir selbst als zu Miss Baker. So nämlich hieß die junge Frau; Holly Baker. Der Name sagte mir nichts, doch das musste tatsächlich gar nichts heißen. In England gab es einige betuchtere Familien, wobei auch viele nicht unbedingt zum Adel gehörten. Obwohl ich auch aus dem Adel nicht wirklich viele Familien kannte - außer die Üblichen bekannten, aber von denen auch nur wenige. Wenn ich mal ganz ehrlich war kannte ich auch eher die verschiedenen Offiziere mit denen ich zutun gehabt hatte.
    Wieder kamen mir die Bilder meines Traumes in den Sinn und ich spürte wieder dieses Gefühl, welches wie eiskalte Finger über meine Wirbelsäule kroch. Ich ballte meine Hände kurz zur Faust, brauchte irgendwie gerade ein Ventil für dieses Unbehagen. Doch ich riss mich zusammen, biss fest die Zähne aufeinander und atmete einen Moment tief ein und aus und fing mich dann wieder einigermaßen.
    "Jamestown also?" fragte ich und versuchte mich an einem kleinen Lächeln. Wir würden den Hafen frühestens in 4 Wochen ansteuern; wenn überhaupt.
    Wieder glitt mein Blick zu dem hübschen Mädchen - Holly. Ich wusste dass ich sie nicht länger hier unten im Frachtraum lassen konnte, zwar hätte ich sie gerne versteckt, so dass sie niemand sah. Doch ich würde dem Captain von ihr erzählen müssen und bei Gott, ich hoffte dass er nicht auf so dumme Gedanken kam wie Skully und Bones.
    Nichts gegen den Captain, doch in all den Jahre die ich nun schon auf der Berta war hatte ich die Veränderung dieses Mannes stetig miterlebt. Früher einmal war er ein relativ vernünftiger, gut überlegender und fairer Anführer gewesen. Doch heute war er fast schon das krasse Gegenteil. Er bekam aus dem nichts Wutausbrüche, fällte vollkommen hirnrissige und unüberlegte Entscheidungen und schien an manchen Tagen nicht Herr seiner selbst zu sein. An anderen Tagen wiederum war er ganz der Alte.
     
  19. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Holly

    Ich senkte den Blick und sein Murmeln verstand ich kaum. Mit einem Mal fühlte ich mich unglaublich erschöpft und ausgelaugt, was wohl an der ganzen Aufregung gerade lag, aber ich konnte mich hier jetzt nicht einfach hin lümmeln. Aber so recht wissen was ich tun sollte, tat ich eben auch nicht. Mein Blick richtete sich erst wieder auf Mister Murray als er zu sprechen begann. Er fragte nochmal nach wegen Jamestown und ein kleines Lächeln kam mir entgegen. Doch gerade fand ich einfach nicht die Kraft es zu erwidern, hoffte das er es mir nicht übel nahm. Sonst war ich ja jemand der praktisch ständig lächelte. Ich nickte ruhig. "So ist es", bestätigte ich und spürte erst jetzt wie trocken meine Kehle auch war. Ein Schauer lief über meinen Rücken und auch wenn nicht viel geschehen war, fühlte ich mich schmutzig, beinahe als würden die beiden Männer noch immer mit ihren rauen Händen an mir dran sein, und hätte beinahe alles für ein anständiges Bad gegeben. Aber auf einem Schiff war es so schon schwer möglich sich rein zu halten, Wasser war kostbar. Ein ziemlich merkwürdiger Gedanke wenn man bedachte, dass wir ja eigentlich von Unmengen an Wasser umgeben waren, aber dieses konnte man eben nicht trinken und wirklich waschen auch nicht. Es klebte eher auf Haut und Haaren. Generell hatte ich kein Problem damit, dafür war das Ganze rundherum viel zu interessant, aber als Dame die auf ihr Äußeres zu achten hatte war es eine Tortur. Nun war ich auch noch zusätzlich unter Fremden und so wie ich das verstanden hatte... als einzige Frau. Ich biss mir in die Wange und fand den kleinen Schmerz ganz gut um wieder aus diesem Strudel von Gedanken zu kommen. Ich wagte ja kaum nachzufragen, aber ich wollte wissen was mich erwartete. Also nahm ich meinen Mut zusammen, atmete tief ein und aus. "Was geschieht jetzt mit mir?" fragte ich sachte nach und sah mit großen Augen zu dem Mann auf der nun da ich saß nur umso höher aufragte. Ich kam nicht umhin sein Gesicht etwas genauer zu betrachten, wollte ich doch wissen mit wem ich es zu tun hatte -auch wenn ein Teil von mir klar verneinte und am liebsten getan hätte als ob ich nur spanisch oder sowas sprach. Der Mann vor mir war genauso ein Pirat wie die anderen Beiden und wer sagte denn nicht das er mich jetzt nur in Sicherheit wiegen wollte um danach zuzuschlagen?
     
  20. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Johnny
    "
    Das Mädchen riss mich wieder aus meinen Gedanken über den Captain als sie mich fragte was nun mit ihr geschehen würde. Tja, am liebsten hätte ich sie wohl unter Deck versteckt damit keiner etwas von ihrer Anwesenheit mitbekam. Einige der Männer waren tatsächlich abergläubig genug zu denken eine Frau würde Unglück bringen und bei den Anderen war ich mir sicher sie würden der Frau Unglück bescheren. Doch Skully und Bones würden die Tatsache, dass wir eine Frau an Bord hatten sicherlich nicht verheimlichen, also blieb nur eine Möglichkeit. Doch sie passte mir eigentlich gar nicht. "Wir werden Euch dem Captain zeigen müssen!", erklärte ich ihr und betrachtete sie wieder. Ihr zerrissenes Kleid fiel mir wieder ins Auge und ich knirschte für einen Moment mit den Zähnen. So würde ich die Lass bestimmt nicht zum Captain bringen. Suchend sah ich mich um und sah eine alte Decke auf ein paar Fässern liegen. Ich ging hinüber zu den Fässern und zog die Decke herunter. "Das ist zwar bestimmt kein Stoff den ihr gewohnt seid, doch er wird sein bestes tun um Euch zu bedecken!", erklärte ich ihr und reichte ihr die Decke.
     

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