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[RS] Sunora

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Floooh, 10 Juni 2016.

  1. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Die nächsten drei Tage vergingen schleppend, auch wenn ich viel damit beschäftigt war meine Leute beim Training zu korrigieren und selber mitzumachen, die Strategien immer wieder durchzugehen oder auf Patrouille zu gehen. Meine Sehnsucht nach meiner Frau wuchs und ich erwischte mich bald dabei wie ich noch einen Brief an sie schickte und fragte mich ob sie mir auch einen zukommen lassen würde... Hätte ich doch nur gewusst... Aber vermutlich war es sogar besser ich wusste es nicht. Denn hätte ich gewusst das sie verschwunden war, dann hätte mich nichts und niemand hier gehalten.
    Das Lager so ruhig es die restlichen Tage gewesen war, umso mehr in Aufruhr war es jetzt. Die letzten Vorbereitungen wurden getroffen, die Männer liefen hektisch umher, Befehle wurden gebellt. Das Klirren und Scheppern von Metall, das Scharren und Schnaufen nervöser Pferde war zu vernehmen. Nebel hing über der Ebene und ließ den Morgen unheilvoll wirken. Meine Rüstung war angelegt, entsprach lange nicht der Turnierrüstung, da ich im Kampf doch gerne meine Bewegungsfreiheit hatte. Ich legte meinen Waffengurt an, zupfte die Handschuhe zurecht, bevor ich vor das Zelt trat. Quintan stand in seiner vollen Rüstung davor, der Kopf hing in den Händen des Knappen und er schien sich nicht von dem Getümmel um ihn herum beeindrucken zu lassen. Während Barik am Strick in seinem Ständer aufgeregt auf und ab lief, sich von allem anstecken ließ. Er scharrte am Boden, tänzelte schnarrend zur Seite nur um das Spiel von vorne zu beginnen.
    Ich erklomm die Aufstiegshilfe und glitt in den Sattel meines Schlachtrosses. Der Schimmel richtete seine Ohren sofort zu mir und kaute auf seiner Trense. Ich nahm die ledernen Zügel auf und ließ meinen Blick herum gehen. Sah zu wie meine Männer ihre Waffen aufnahmen und diejenigen die Pferde hatten, ebenfalls aufstiegen. Aus der Ferne konnte man ein Horn erschallen hören und meine Miene wurde noch etwas grimmiger. "Wir brechen auf!" rief ich über die Köpfe der Männer hinweg und die eifrigen Gespräche verstummen. Alle sahen sie zu mir auf und ich sah noch einmal jedem ins Gesicht, dessen bewusst das ich sie nicht alle lebendig aus diesem Kampf führen würde. Jeder von ihnen ein guter Kämpfer, dafür hatte ich mit meinen Trainings gesorgt, doch da draußen wenn die Schlacht erstmal tobte wären sie auf sich selber und auf dem Mann neben sich angewiesen. Ich ließ den Schimmel unter mir angehen, lenkte ihn in Richtung des Sammelplatzes. Meine Männer und ich sammelten sich unter der Flagge unseres Fürsten. Meine Fußsoldaten würden sich unter ihn eingliedern, während ich meine Reiter später an die Flanke führen würde um einen Überraschungsangriff zu starten. Wenn die Strategie aufging! "Passt auf Euch auf Mylord!" hörte ich die vertraute Stimme meines Medicus'. Kareem sah mir entgegen und nickte mir zu, was ich erwiderte als ich an ihm vorbei ritt. Für ihn war es wohl bereits jetzt schon die Ruhe vor dem Sturm.
    Das Lager war schon beinahe leer, es war ein langer Tross der natürlich sehr angreifbar war, doch bis auf ein paar Späher war nichts auf den Weg was uns aufhielt oder behinderte. Es war eine weite Ebene die als Schlachtfeld gewählt worden war. Zwei Hügel an denen sich die zwei Streitkräfte aufgestellt hatten. Das Herz eines jeden Mannes schlug schnell und hart, ich sah ihnen an das sie Angst hatten angesichts der Gewalt. Zweifel kamen auf und nagten selbst an dem tapfersten und entschlossensten Herzen. Ich würde es nie zugeben, aber selbst ich fühlte ein Zögern in mir. Mein Blick glitt gen Himmel, er war schwer von grauen Wolken, was meine Laune nicht gerade hob. Denn würde es auch noch zu regnen beginnen, würde das Feld bald im Matsch und Blut versinken und der Boden ein einziger rutschiger Teppich werden.
    "Das Ihr vor einer Schlacht so besorgt dreinseht bin ich gar nicht von euch gewohnt Sir Garret!" Ich drehte meinen Kopf und sah Fürst Colloredo der sein Pferd neben das meine lenkte. Mein Blick war ebenso ernst und grimmig wie der Meine. "Eure Durchlaucht?" fragte ich schlicht und sah ihn fragend an. Er ließ seinen Blick über die Reihen der Feinde gleiten. "Lasst uns diese Hunde mit eingezogenen Schwanz und winselnd zurück in die Schöße ihrer Mütter jagen!" Ich nickte meinem Herrn zu und schlug mit der freien Hand auf meine Brust um meine Entschlossenheit zu zeigen, bevor ich mein Pferd in die Reihe der restlichen Reiter eingliederte.
    Stille legte sich über das Feld, kein Vogel war am Himmel zu sehen oder zu hören. Nur das Schnauben der Pferde war zu vernehmen. Der Hengst unter mir kaute vorsichtig auf seiner Trense, nahm den Kopf leicht vor und anzufragen auf was wir denn solange warteten. Ich wandte den Kopf und begegnete dem Blick von Rupert. Nun gab es keinen Platz mehr für Zweifel oder an den Gedanken an Zuhause und Amber. Ich atmete tief durch und leerte meinen Kopf. Trommeln und Hörner kamen auf, ließen das Herz in dessen Rhythmus schlagen. Von Beiden Seiten wurden Diplomaten zur Mitte entsandt, noch ein letzter Versuch die Kampfhandlungen zu verhindern. Doch wir wussten alle das dies doch nur eine Wahrung von Höflichkeiten. Weder Roland noch Ulrich würden jetzt einen Rückzieher machen und so kamen die Boten schließlich eben auch mit diesem Ergebnis zurück und das Zeichen zum Angriff wurde gegeben.

    Mein Herz raste in meiner Brust, hämmerte als wäre der Leibhaftige höchst persönlich hinter mir. Ich hatte Volmars Flagge irgendwo in der Mitte des Feldes ausgemacht, musste darauf achten. Dann wenn die Schlacht eigentlich geschlagen war, dann wollte er zuschlagen... Ich ließ den Schimmel angehen, führte meine Männer an die Flanke, während die Mitte einen Frontalangriff startete und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte. Ich hielt die Gruppe nochmals an und wartete ab. Quintan schnaufte und tänzelte etwas zur Seite. Meine Zähne malmten, es war zu verführerisch... einfach mitten hinein zu reiten in die feindlichen Reihen um die erste Schneise zu schlagen. Gefühlt hielten alle den Atem als die ersten Pfeile durch die Luft surrten. Sowohl Feind als auch Freund zu Boden gingen, unzählige der Pfeile sich tief in die Erde bohrten. Die Reiter des Gegners setzten sich allmählich in Bewegung und so taten es auch wir. Eine erste Welle an schwächeren Reitern ritt voraus und sollte verhindern das unsere Flanken einfach niedergemäht wurden, während wir eben genau dies vor hatten. Wir würden in die Flanken des Feindes fallen. Quintan schnaufte unter mir, lief das Tempo das ich ihm vorgab. Wir ritten in der ersten Gruppe mit, damit es aussah als ob wir viel zu viele Kavalleristen in diese Verteidigung steckten. Der Feind merkte zu spät das ich mich mit meinen Reitern absetzte und wir in einer kleinen Schleife direkt an die Seite ritten. Das Pferd unter mir schnaufte schwer, seine Hufe trommelten auf den Boden und das metallische Geräusch als mein Schwert aus seiner Scheide glitt erklang. Fest hielt ich es in Händen und ließ einen Schlachtruf vernehmen, während ich die Spitze meiner Waffe auf die feindlichen Reihen vor mir richtete. Pferd und Reiter noch mehr antrieb. Die Schlachtrösser streckten sich noch etwas mehr und dieser Moment... dieses erste aufeinander prallen war so schnell wie auch zugleich langsam. Für mich war es als würde die Welt kurz vorher immer die Luft anhalten, alles wurde dann langsamer als würde es in der Bewegung beinahe stillhalten. Bevor es rasend schnell ging. Das Knacken von Knochen, das Splittern von Holz, als Quintan die ersten Fußsoldaten einfach unter seinen Hufen zermalmte, der Geruch von Blut das hochspritzte als mein Schwert durch die Reihen der Feinde ging, die vermeintlich gerade noch dem Pferd entkommen waren. Das Tier unter mir warf seinen Kopf hoch als es durch den stetigen Zufluß von feindlichen Soldaten gebremst wurde, machte einen Satz zur Seite auf Druck meines Schenkels um einen Schwerthieb auszuweichen. So schnell wie wir zugeschlagen hatten, so schnell zogen wir uns auch wieder zurück. Immer in Bewegung um damit die Größe und das Gewicht der Tiere ausnutzen zu können. Alles verschwamm ineinander und während ich vom Sattel aus auf die feindlichen Soldaten einschlug, wurde das Feld das vorhin noch so ruhig vor uns gelegen hatte zu einem blutigen Schlachtfeld. Das im Laufe der nächsten Stunden viele Opfer fordern würde.
    Mein Atem ging schwer, ich wusste nicht mehr wie viele ich schon erschlagen hatte oder wie lange das hier schon ging. Quintan tat sein Bestes um die Befehle von mir noch richtig zu deuten, doch es war schwer. Mein ganzer Körper schmerzte, wäre ich nicht durch den Blutrausch derart von Energie durchsetzt, würde ich mein Schwer wohl kaum noch hoch bekommen. Ein Pfeil hatte sich in meine linke Schulter gebohrt, der Stumpf des Schafts ragte hervor und die Hand an den Zügeln zitterte unter der Anstrengung diese um jeden Preis festzuhalten. Ein Schnitt quer über meine linke Wange -von einem Speer den ich noch knapp hatte ausweichen können-, das Blut das die Haut hinab gelaufen war, hatte sich mit Dreck und Schweiß vermischt. Meinen Helm hatte ich irgendwann zu Anfangs schon abgenommen um in der Menge den Überblick zu haben. Der Hengst unter mir stieg als der nächste Feind kam, vor Erschöpfung die Nüstern weit gebläht tat sich das Tier schwer mit der Balance und es kam letzt endlich wie es kommen musste. Der Schimmel verlor sein Gleichgewicht und ging zu Boden. Der Aufprall war hart für den geschundenen Körper und für einen Moment war es als hätte man mir jegliche Luft aus den Lungen gepresst. Ohne seinen Reiter stemmte das Pferd sich wieder hoch und lief seinen Instinkten gehorchend davon. "Garret!" Wie aus weiter Ferne hörte ich Ruperts Ruf, blinzelte verwirrt. Ich hörte das Rauschen meines Bluts in meinen Ohren, meinen eigenen schweren Atem und das Herz das mir bis zum Halse ob der Erschöpfung schlug. Der Freund kam an meine Seite und erschlug den Feind neben mir der schon ausgeholt hatte. Ich schaffte es endlich mich wieder aufzurappeln, meine Kraft dafür zusammen zu nehmen. "Wir sind eingekreist!" hörte ich Rupert und ich nickte grimmig. Umfasste mein Schwert fester mit beiden Händen. Auch wenn es weh tat und ich das Gefühl in meiner linken Hand allmählich verlor... Generell spürte ich sehr wenig von meinem Körper. Der Kampfeslärm war ohrenbetäubend, überall lagen die Leichen oder auch Verwundete -die einfach nicht mehr kämpfen konnten. Starre Augen und überall war Blut und Dreck. Keuchend hob ich mein Schwert um mich zu verteidigen, suchte nach vertrauten Farben und Wappen in der Menge. "Sammelt euch! Kommt zu mir!" rief ich krächzend und schwer keuchend. Ich wusste nicht wie aber immer mehr von meinen Männern drangen durch die schier unendlichen Ansturm und wir schafften es in der Gruppe uns zu halten. Das alles nur, weil wir dem Trupp von Colloredo zu Hilfe geeilt waren als dieser gedroht hatte überrannt zu werden. Meine Klinge traf auf die eines anderen Ritters, der Schlagabtausch war jedoch schnell vorbei und mein Gegner lag im Dreck. Die nächste Schnittwunde an meinem Oberarm. Ich sah Sterne vor meinem inneren Auge tanzen und wusste, dass ich bald am Ende meiner Kräfte sein würde. Da bahnte sich ein Reiter den Weg zu uns durch und ich erkannte Colloredo selbst der mit seinen Reitern zu uns aufgeschlossen hatte. Er nickte mir nur kurz zu und ich erlaubte es mir auch für diesen Moment zu verschnaufen. "Der Feind wird zurück gedrängt! Wir müssen nur noch ein bisschen durchhalten!" schrie er über den Lärm mir zu. Ich nickte und hob mit neuer Entschlossenheit meine Klinge, der Kampf ging weiter. Schläge trafen meine Rüstung vermochten jedoch nicht sie zu durchstoßen. Weh tat es alle mal und ich würde es sicherlich spüren! Schnitte wurden mir zugefügt, unter anderem eine klaffende Wunde an meinem Oberschenkel. Doch mitten drin in diesem Kampf in meiner größten Erschöpfung sah ich nur ihr Bild vor mir. Amber die auf meine Rückkehr wartete! Ich konnte ihre rotbraunen Locken sehen, ihr zarter Duft der sich mit der ihrer Seife vermischt hatte. Mein Versprechen das ich zu ihr kommen würde hallte in meinem Kopf wieder. Ich wütete mit letzter Kraft durch die Reihen, drängte Seite an Seite mit meinen Männern den Feind immer weiter zurück. Bis ein Horn erklang und die Männer vor uns sich umdrehten und sich zurückzogen. "Der Feind flieht vom Schlachtfeld! Wir haben gesiegt!" ertönte es irgendwo aus den Reihen und ich konnte es noch gar nicht so recht glauben. Mein Brustkorb hob und senkte sich schwer, meine Hände zitterten bevor die Spitze der Klinge gen Boden sank und ich mich daran abstützte. Mein ganzer Körper vibrierte und erst jetzt schmeckte ich das Blut in meinem Mund, welches ich sogleich ausspuckte.
    Ein einziger Wunsch hing gerade in mir... ich wollte schlafen! Verdammt ich wollte sehr lange schlafen! Mein Blick hob sich und sich sah mich um. Das Grauen um mich herum schreckte mich schon lange nicht mehr. Ich schloss meine Augen, schluckte gegen die wunde Kehle an. Doch noch konnte ich nicht ruhen! Es war als würde Ambers Stimme durch meinen Kopf hallen, laut und warnend! 'Garret, pass auf!' Gerade noch rechtzeitig um der tödlichen Klinge die sich von hinten in meinen Rücken bohren wollte auszuweichen. Der weite Satz hatte viel Kraft gekostet und ich stand ihm gegenüber. Volmar von Sayn sah ziemlich überrascht drein, bevor sein Gesicht sich in Wut verzerrte. Er sah auch mitgenommen aus, nicht so wie ich aber dennoch. Es brauchte keine Worte hier, er setzte sich schon wieder in Bewegung, kam auf mich zu. Es folgte ein Schlagabtausch. Es war ein Fehler... einmal vernachlässigte ich meine Deckung an meiner Flanke und stöhnte auf als seine Klinge meine Flanke traf. Sie durchbohrte mich beinahe und ich mir wurde für einen Moment schwarz vor Augen. Doch ich sammelte mich noch einmal und versetzte ihn einen Stoß mit meinen Kopf direkt auf die Nase. Er heulte auf und taumelte Rückwärts, sank in die Knie als ich ihm das Meine in den Magen rammte. Er ging zu Boden und ich mit ihm. Konnte mich einfach nicht mehr auf den Beinen halten. Keuchend griff ich an meine Seite, das Brennen der Wunde war beinahe unerträglich und ich spürte wie meine Sinne schwanden. Die Sicht vor mir verschwamm. Eine eisige Kälte kroch mir in den Leib und ließ ihn zittern. Mein Blick ging starr gen Himmel, sah wieder Amber vor mir. Ihr wunderschönes Lächeln einem Engel gleich war sie über mir. Ich streckte meine Hand nach diesem Trugbild aus, doch es ging nur ins Leere. Ich nahm kaum noch wahr, wie Rupert an meine Seite eilte und meinen Namen rief. Nichts kam mehr so richtig an mich ran, meine Glieder fühlten sich mit einem Mal taub an, ich konnte weder Arme noch Beine bewegen. Dann umfing mich Dunkelheit und riss mich gänzlich mit sich... Ob ich angst hatte? Ich glaubte in diesem Moment hatte ich sie tatsächlich, denn ich fürchtete mein Versprechen Amber gegenüber nicht halten zu können...
     
  2. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Meine Mutter war noch lange an meinem Bett gesessen. Sie hatte mir erzählt, dass sie Buck, welcher tatsächlich mit mir zusammen durch die Zeit gereist war, derweil bei sich aufgenommen hatte. Sie hatte mir auch noch einmal erzählt wie mir Professor Fineas gefunden hatte. Er war gerade auf seiner abendlichen Kontrollrunde durch das Museum gewesen, als er mich plötzlich in dem Raum, wo vor Monaten die Ausstellung mit den antiken Büchern stattgefunden hatte, auf dem Boden liegend vorfand. Es musste ihn einiges an Mühe gekostet haben überhaupt an mich heran zukommen, denn Buck hatte wohl getobt - wenn ich den Berichten meiner Mutter glauben schenken konnte. Professor Fineas war anscheinend sehr überrascht gewesen mich plötzlich wieder zu sehen, denn er hatte vor einem halben Jahr schon angenommen ich hätte meine Arbeitsstelle gekündigt, da ich dort einfach nicht mehr aufgetaucht war. Daraufhin folgte wieder ein sehr emotionaler Ausbruch meiner Mutter darüber, warum ich mich denn so lange einfach nicht gemeldet hätte. Ich versprach ihr, es ihr einmal zu einem späteren Zeitpunkt zu erklären, doch wusste ich nicht ob ich denn jemals bereit dazu sein würde ihr von alle dem zu erzählen was ich erlebt und nun auf so grausame Art und Weise verloren hatte.

    Später am Nachmittag, als meine Mutter sich von mir verabschiedet hatte, natürlich nicht ohne mir zu versprechen gleich Morgen wieder zu kommen. Als sich die Tür hinter meiner Mutter geschlossen hatte, atmete ich erst einmal tief durch. Dann spürte ich den Schmerz, welcher schon die ganze Zeit unter der Oberfläche gebrodelt hatte und sich nun seinen Weg nach oben suchte. Ich spürte wie die ersten heißen Tränen über meine Wangen liefen und ich drehte meinen Kopf zur Seite, fasste nach dem Kissen und schrie stumm. Meine Mutter hatte mir erzählt, die Ärzte hätten eine Salpingotomie durchführen müssen. Was hieß, ich hatte eine Eileiterschwangerschaft gehabt. Und somit nicht nur Garret verloren, sondern auch unser Kind. Auch wenn der rationale und realistische Teil meiner Seele wusste, dass das Kind niemals auf die Welt gekommen wäre und ich diese Schwangerschaft vielleicht gar nicht überlebt hätte im Jahre 1100, so brach es mir mein geschundenes Herz gleich nochmal. "Du kannst ja trotzdem Kinder bekommen!", hatte meine Mutter gesagt und mir liebevoll die Wange getätschelt. Ich hatte nicht darauf reagiert. Konnte ich ihr doch nicht sagen, dass ich mit keinem anderen Mann jemals wieder diese Liebe teilen würde wie mit Garret. Ich wollte keine Kinder - nein, ich wollte nicht einmal daran denken, was alles sein konnte. Nicht wenn all diese Zukunft ohne Garret sein würde. "But, I'd trade all of my tomorrows, for a single yesterday"- die Zeile aus BobbyMcGee kam mir in den Sinn und ich wusste, ich würde alles tun... alles, nur um Garret einmal wieder zu sehen. Mein Körper erzitterte unter meinen Tränen und ich wusste nicht wie ich den Schmerz aushalten sollte, welcher sich durch meinen Körper fraß.
     
  3. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich wusste nicht wie lange ich im Schatten verweilte, dort wo ich war spürte ich kaum etwas. Nahm nicht wahr wie man mich vom Schlachtfeld gebracht und versorgt hatte. Kareem der tagelang darum bemüht war mich am Leben zu erhalten, dass gerade so am seidenen Faden hing. Zu zahlreich waren die Verletzungen und es dauerte bis ich stabil genug für die Heimreise gewesen war. Obgleich es dennoch ein Wagnis gewesen war und der muslimische Freund hatte stets ein wachsames Auge auf mich. Hie und da spähte ich aus den Augen raus, konnte Fetzen der vorbei fahrenden Landschaft sehen, spürte das Gewicht von Decken auf mir die mich bei dem feuchten und kühl werdenden Wetter warm halten sollten, doch sank ich so schnell wieder in die Bewusstlosigkeit das ich eher schon dachte das es nur Trugbilder waren.
    Es war ein vertrauter Geruch der mir nun an diesem Tag in der Nase lag, das vertraute Gefühl meines eigenen Bettes im Rücken. Der Duft von Lavendel... Ambers Seife und andere Kräuter hingen in der Luft, doch es roch auch nach Blut. Wie ein Schatten meiner selbst lag ich auf der Lagerstatt die ich mit Amber sonst teilte, die Haut war blass und Schweiß perlte auf meiner Stirn. Das Herz hämmerte gegen meinen Brustkorb und mir war als hätte ich einen schlechten Traum. Das dies der Grund war wieso ich nun die Augen öffnete und mich halb im Bett aufsetzte. Gehetzt hob und senkte sich der Brustkorb und ich spürte das Stechen in Schulter und Unterleib nur zu deutlich. "Mylord!" Ich drehte den vernebelten Kopf und begegnete den dunklen Augen von Kareem. Dunkle Ringe lagen unter seinen Augen und doch wirkte er auch erleichtert das ich endlich erwacht war. Verwirrt ging mein Blick herum und ich sank zurück in die Kissen. "Ihr seid endlich wach!" seufzte er erleichtert und ließ sich an meiner Bettkante nieder. "Ihr habt mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt alter Freund!" sagte er in seiner ruhigen tiefen Stimme und hielt mir eine Schüssel mit Brühe hin. Ich sah ihn mit zusammen gezogenen Augenbrauen an, brauchte immer noch um meinen Kopf halbwegs zu klären. Er kümmerte sich nicht darum, er hob meinen Kopf an und führte die Schüssel an meine Lippen. Wohl oder übel nahm ich einen Schluck und mein Magen schien sich regelrecht zu überschlagen vor lauter Freude das er endlich wieder etwas bekam. "Wie lange?" fragte ich und rümpfte die Nase ob der kratzigen Stimme. "Knapp zwei Wochen", erklärte er und ich nickte nur erschöpft. Mein Körper fühlte sich an als wäre er zermalmt worden, jeder Knochen schmerzte und die Wunden pochten. "Ihr habt diesesmal wirklich übertrieben mit den Wunden, es grenzt an ein Wunder das ihr überlebt habt!" Ich brummte nur leise und ließ meinen Kopf zur Seite gleiten. Sah auf die leere Lagerstatt neben mir.. Amber... "Wo ist meine Gemahlin?" hörte ich mich fragen und wandte mich wieder an den Freund neben mir. Schien es mir doch ungewöhnlich das sie nicht hier war... damals als ich vom Drachen niedergestreckt worden war, war sie kaum von meiner Seite gewichen. Das sie vielleicht einfach nur Pause davon machte... dieser Gedanke wich sofort bei dem Anblick des Freundes. Der seine Lippen hart aufeinander presste, so das sie nur noch ein knapper Strich waren und sein Blick allein reichte um mir zu sagen das etwas nicht stimmte. Furcht erfasste mein Herz. "Kareem... wo ist Amber?!" fragte ich ihn nun eindringlicher und stemmte mich wieder hoch. "Ihr müsst liegen bleiben! Die Wunden beginnen gerade erst zu heilen, sie könnten aufpla..." "Bring sie her!" schnitt ich ihm das Wort zischend ab, die Zähne zusammen gepresst. "In Ordnung!" gab er schließlich nach und ich bedachte ihn mit einem skeptischen Blick als er aufstand und den Raum verließ. Angespannt blieb ich im Raum zurück, irgendetwas stimmte hier nicht...
    Es dauerte viel zu lange, ich kniff meine Augen zusammen da selbst das schwache Licht vom Kamin aus in ihnen schmerzte und dann öffnete sich die Tür. Doch es war nicht Amber die durch die Tür kam, es war Kareem und ein paar meiner Männer. Humphrey, Fergus, Rupert und noch zwei der Soldaten. Misstrauisch beäugte ich sie und meine Zähne knirschten als ich sie zusammen presste. "Mylord!" hörte ich Fergus sagen der sogleich vortrat und mein Gesicht wurde die übliche grimmige Maske. Die hatte ich drauf, selbst in einem noch so miesen Zustand. "Lady Amber sie ist..." er zögerte, schien nach einem Wort zu suchen. Doch die Zeit die er brauchte um seine Worte zu finden, ließen eine unglaubliche Kälte in mir hochsteigen. Fest ballte sich die Faust um mein Herz und ließ es nicht mehr los. "...verschwunden!" brachte er hervor und es war als ob sich der Boden unter mir auftun würde. "Verschwunden..." keuchte ich beinahe tonlos. "Was macht ihr dann alle hier? Sitzt untätig herum während eure Herrin sonst so ist?!" knurrte ich und saß schlagartig aufrecht. "Garret! Ihr müsst Ruhen! Ihr werdet in Eurem Zustand nicht weit kommen! Wir erklären es euch zu einer anderen Zeit!" "Sch.eiß drauf!" spuckte ich aus, wusste nicht einmal wen genau ich so anfuhr, als ich fahrig nach der Decke griff und drauf und dran war aufzustehen. "Ich muss Amber finden!" sagte ich leise und ruhig, gefährlich ruhig, doch noch ehe meine Füße den Boden erreichten spürte ich zwei große Hände auf meinen Schultern die mich niederdrückten. "Garret, sei doch vernünftig Junge!" Ich sah hasserfüllt in Fergus' Gesicht. Ihn hatte ich hier gelassen um auf sie aufzupassen! Hatte ich mich so ihn den Freund getäuscht?! "Nimm' sofort deine Finger von mir!" knurrte ich und wehrte mich gegen seinen Griff. Was zufolge hatte das er nur fester griff und ich holte aus und versetzt ihm einen Fausthieb an das rechte Kinn. Jeden Anderen hätte das wohl umgeworfen, aber nicht den alten Bären. "Haltet ihn fest!" hörte ich Kareems Befehl. "Tut mir leid, Garret. Es ist nur zu deinem Wohl!" hörte ich die Worte meines Freundes, bevor auch der Rest der Männer dazu kam und sie mich auf die Lagerstatt niederdrückten. Ich bäumte mich in ihrem Griff auf, fluchte und verwünschte sie aufs derbste, versuchte ihnen klar zu machen das ich meine Frau suchen musste! Mein Körper protestierte unter meiner Gegenwehr, doch in meinem Kopf war nur der Schock und die Angst um Amber! Eine Wut die mir schier unmenschliche Kräfte verlieh. Bevor Kareem über mich kam, mein Kiefer wurde aufgezwungen und er schüttete das grässliche Zeug in den Mund. Ich wollte es nicht schlucken, denn ich wusste es würde mich daran hindern Amber zu suchen! "Verdammte Sch.eiße!" hörte ich Fergus fluchen. Alle Männer waren nötig um mich unten zu halten, bis der Medicus endlich genug von dem Mohnsaft in mich gebracht hatte.... es hätte wohl gereicht um einen wild gewordenen Bullen in die Knie zu zwingen und so sank ich erneut in einen ungewollten Schlaf. Tief und dumpf, träumte von Amber die allein mitten im nirgendwo war, wenn sie denn überhaupt noch lebte... Amber!
     
  4. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Ein Tropfen, welcher auf das Papier in meiner Hand fiel, brachte mich ins hier und jetzt zurück. Ich saß auf dem Boden vor meinem Sofa in dem Wohnzimmer meiner kleinen 2-Zimmer Wohnung. Vor eineinhalb Wochen war ich aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Ärztin hatte mir, bevor ich entlassen wurde versichert, dass es für mich keinerlei Probleme geben sollte, wenn ich noch einmal ein Kind bekommen wollte. Ich hatte nur genickt und mich knapp bei ihr bedankt. Sie hatte mir auch noch eine Broschüre gegeben, welche für Eltern war die ihr Kind verloren hatten und in welcher einige Telefonnummern und Adressen standen, welche man anrufen konnte wenn man - wie hatte sie gesagt? "Wenn Sie einmal jemanden zum reden brauchen!". Ich hatte die Broschüre in den Mülleimer vor der Klinik geworfen. Ich bezweifelte, dass mir das darüber reden helfen würde.

    Die Fahrt mit der U-Bahn zu meiner Mutter war eine Tortour. All die Menschen, das Gedränge, der Lärm - waren viel zu viel für mich. Ich sank tief in meinen Sitz, zog den Jackenkragen meines Parkers nach oben und versuchte mich irgendwie zwischen all diesen Menschen unsichtbar zu machen. Als ich an der U-Bahn Station endlich aussteigen konnte und die Treppen hinauf in Richtung Tageslicht stieg, hatte ich das Gefühl endlich wieder Luft zu bekommen. Hatte ich mich tatsächlich einmal hier in dieser völlig überfüllten Stadt wohl gefühlt?

    Als meine Mutter ihre Wohnungstür öffnete, kam mir sofort Buck entgegen. Der große Hund schob sich an meiner Mutter vorbei, drückte sie mit seiner großen Schnauze zur Seite und sprang mir entgegen. Mit einem Satz war er im Hausflur, stellte sich auf seine Hinterläufe und überragte mich gut um zwei Köpfe. Er lehnte sich mit seinen großen Pranken gegen mich und natürlich fiel ich wie ein abgesägter Baum unter dem Gewicht des Hundes um, welcher nun über mir stand und mir das Gesicht ableckte. Das war das erste Mal seit dem ich durch die Zeit gereist war, dass ich so etwas wie Lachen konnte. Ich vergrub meine Hände in dem Fell am Hals des großen Hundes und kuschelte mein Gesicht in sein nun sehr flauschiges und nach Mango und Erdbeere duftendes Fell.

    Meine Mutter hatte ein Halsband und eine Leine für Buck gekauft. Ich war froh, dass sie sich nicht zu irgendetwas mit Pink oder Glitzer verleiten hatte lassen, sondern für ihn ein breites Lederhalsband und eine dazu passende Leine aus Leder gekauft hatte. Auf meine Nachfrage warum sie keine Leine in ihrem geliebten Pink gekauft hatte, gab sie mir zur Antwort, dass es in Bucks Größe weder Leinen noch Halsbänder in "schönen" Farben gab. Gott sei Dank!

    Die Rückkehr in meine Wohnung war seltsam gewesen. Alles war so wie ich es zurück gelassen hatte, bevor ich damals in die Arbeit gegangen war - und dann nicht mehr nach Hause kam, weil ich durch die Zeit ins Jahr 1100 gereist war. Mit dem Rücken an meine Wohnungstür gelehnt hatte ich dagesessen und meinen ersten Nervenzusammenbruch gehabt. Ich hatte so lange geweint, bis Buck mich irgendwann mit seiner Schnauze anstieß. Nicht weil er mich trösten wollte, sondern weil er Hunger hatte. Schnell stellte ich fest, dass er das Leben als Hund im 21 Jahrhundert sehr genoss. Futter aus der Dose und dem Sack und das wann immer er wollte. Nur das mit dem Gassi gehen war noch ein Problem. Er zog meist so heftig an der Leine, dass ich mich (wenn ich mich nicht gerade an einem Laternenpfahl festhielt), kaum auf den Beinen halten konnte. Eine Schramme an meinem Handballen war eine Folge von der jagt auf eine Katze. Ich hatte die Leine nicht losgelassen, was Buck nicht daran gehindert hatte der Katze trotzdem nachzulaufen. Doch langsam aber sicher hatten wir einen Weg gefunden, wie die Spaziergänge zumindest ein wenig erträglicher wurden.

    Dann hatte ich vor vier Tagen den Brief gefunden. Er war in der Tasche gewesen, in welche meine Mutter meine Kleidung gesteckt hatte, welche ich getragen hatte als ich ins Krankenhaus gebracht wurde. Ich hatte angst davor gehabt die Kleidung aus der Tasche zu räumen. Angst davor, die Bilder wieder so klar vor Augen zu haben. Die Krypta, Garrets Mutter. Doch dann war Buck im Flur ein Malleur passiert und ich hatte die Tasche auspacken müssen, damit ich sie waschen konnte. Und als ich die Kleidung aus der Tasche hob, fiel mir der Brief entgegen.

    Stundenlang hatte ich immer und immer wieder Garrets Worte gelesen. Und der Schmerz war schlimmer den je gewesen, mit jeder Zeile die ich las. Wie konnte man etwas verlieren, das man so sehr liebte? Garret...Er fehlte mir so sehr! Mehr als nur die Luft zum atmen! Es war als hätte man mir mein Ureigenes selbst genommen, so als wäre ich nur noch eine Hülle...ein Gefäß ohne die Erfüllung
     
  5. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich hatte geflucht, sie alle verwünscht, denn als ich beim nächsten Mal aufwachte hatten sie mich ans Bett gefesselt... Wort wörtlich. Die Seile lagen dicht an meinen Handgelenken. Laut ihnen war ich nicht bei 'klarem' Verstand, benebelt von der Medizin und dem Blutverlust. Und doch konnte ich nur an eines denken, an Amber die sicherlich irgendwo da draußen Todesangst aus stand. Wenn sie nicht schon... Nein! Meine Zähne malmten und mein grimmiger Blick ging starr in die Flammen im Kamin. In meinem Kopf rechnete ich hin und her, sie hätte sich schon längst gemeldet wenn es ihr gut ging oder? Irgendein Lebenszeichen von sich gegeben. Ich spürte wie mein Herz immer mehr ins wanken geriet und der Gedanke das sie mit unserem Kind ums Leben gekommen war oder sie irgendwo in einen Kerker war, ich hier saß und nichts tat, machte mich schier wahnsinnig. Die Demütigung meiner Männer das sie mich wie einen bockigen Hengst nieder gebunden hatten war lange nicht so schlimm, wie der Hass den ich darüber empfand das sie mich nicht nach Amber suchen ließen. Fergus versicherte mir zwar das sie die Gegend schon unzählige Male durchkämmt hatten, sogar bei den Abfällen der Schlingpflanze hatten sie nachgesehen... doch es gab keine Spur von ihr. Humphrey verhielt sich noch Stiller als sonst, war mehr im Hintergrund und zuckte bei jedem meiner Blicke schuldbewusst zusammen. Ich hätte ihm dieses Verhalten am liebsten aus dem Leib geprügelt! Gerade jedoch war ich alleine.
    Mein Kopf rollte zurück in die Kissen, meine Haut spannte und fühlte sich viel zu eng an, der ganze Körper pulsierte, vor allem die Wunden an Schulter, Unterleib und mein Oberschenkel. Die kleinen Kratzer waren kaum der Rede wert. Es war als würde ein schweres Gewicht auf meiner Brust liegen und ich stöhnte leise auf, wand meine Hände in den Fesseln. Irgendwo wusste ich ja das Fergus und Kareem das hier nur taten weil sie sich sorgen um mich machten, dennoch würde ich sie das irgendwann spüren lassen! Ich ließ meine Augen zugleiten und seufzte tief, knurrte bei dem Stechen in meiner Brust und der Schwindel der mich dabei erfasste. Wenn ich auf meinen Körper hörte, merkte ich ja selber das es eine sch.eiß Idee wäre so da raus zu gehen, aber was zählte das schon? In Anbetracht dessen das ich nicht wusste was mit Amber war! Das jeder Moment der hier verschwendet war vielleicht ihr Schicksal besiegelte! Ich wand meine Hände in den Fesseln und ergab mich vorerst dem Ganzen, schloss meine Augen. Ich sah Amber vor meinen inneren Auge und es schmerzte mich, ich schluckte die Bitterkeit hinunter und ließ das Kräuterzeug von Kareem wirken.
     
  6. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Die nächsten Tage erlebte ich wie in einer art Trance. Ich stand auf, zog mich an, ging mit Buck nach unten, gab ihm etwas zu fressen und legte mich wieder ins Bett. Nur um Abends wieder das selbe zu tun. Ich aß kaum etwas und wenn nur dann, wenn ich es vor Hunger kaum mehr aushielt. Aber was war schon ein schmerzender Magen gegen das, was mein Herz aushalten musste?
    Immer wieder hatte ich versucht zu recherchieren was mit Garret geschehen war. Ich hatte Wikipedia Einträge über ihn und die Schlacht gelesen, hatte weiter im Internet gesucht und sogar einen Historiker angeschrieben, welcher ein Buch über die Schlacht geschrieben hatte. Doch ich bekam immer und immer wieder nur die selbe Antwort. Garret hatte an der Schlacht teilgenommen und dann endeten die Aufzeichnungen über ihn. Aber war er gestorben, oder lebte er noch? Hatte er sein Versprechen gehalten?

    Ein lautes Klingeln riss mich aus meinem Dämmerschlaf. Ich lag auf meinem Bett und hatte mich fest in die Decke gekuschelt. Buck lag auf dem Fußboden und hob träge seinen Kopf.
    Als mein Handy das erste mal geklingelt hatte, war ich tatsächlich erschrocken. So lange hatte ich das Geräusch nicht mehr gehört und konnte es im ersten Moment nicht zuordnen. Doch jetzt öffnete ich meine Augen und starrte gegen die Wand mir gegenüber, während das Gerät läutete. Ich seufzte leise als die Melodie endlich verklang. Aber im nächsten Moment klingelte das Handy wieder. Langsam drehte ich mich um und fasste nach dem Gerät auf dem Nachttisch.
    "Miss Douglas?", hörte ich die fragende Stimme von Professor Fineas. Mein Magen zog sich zusammen und ich widerstand dem Drang ihn anzuschreien dass mein Name nicht mehr Douglas war. Doch ich schwieg. Denn wie sollte ich erklären, dass ich einen Mann geheiratet hatte, der nicht einmal aus dieser Zeit stammte.
    "Miss Douglas, sind sie noch da?", Fineas Stimmte klang so ernsthaft besorgt, dass ich versuchte mich für einen Moment zusammenzureißen.

    Professor Fineas bat mich die nächsten Tage doch bitte im Museum vorbeizuschauen, denn er wollte irgendetwas mit mir besprechen. Bestimmt hatte er es mir gesagt, doch ich hatte es nicht geschafft ihm zuzuhören. Ich hatte ihm versichert, irgendwann diese Woche in sein Büro zu kommen. Als ich aufgelegt hatte, schlang ich die Decke wieder fest um meine Schultern und igelte mich wieder ein.
     
  7. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Die Tage zogen an mir vorbei, wie ein einzige Klumpen zäher Masse. Jeden Morgen den ich erwachte hoffte ich der Albtraum wäre vorbei und Amber würde mit ihrem süßen Lächeln über mich gebeugt sein, das übliche 'Guten Morgen' hauchen. Gerade stand ich auf der Wehrmauer zwischen den Zinnen, ein dicker mit Fell besetzter Mantel um die Schultern, mein kühler finsterer Blick glitt über das Land das vor den Mauern der Burg lag. Noch immer wartete ich innerlich darauf, das Amber jeden Moment irgendwo am Horizont auftauchte. Ein kühler feuchter Wind kam auf, die Blätter der Bäume waren alle schon verfärbt und fielen im alljährlichen Tanz allmählich zu Boden. Ich stützte mich an der Mauer vor mir ab, spürte das Zittern meiner Muskeln in den Armen als ich den Stein fester packte als wolle ich ihn zerbröseln. Mittlerweile war ich wieder soweit hergestellt das ich auch schon gehen konnte, die Wunden waren zum größten Teil wieder verschlossen und bildeten schwulstige dicke rote Narben. Etwas blass war ich auch noch immer und spürte schnell die Erschöpfung in meinen Gliedern bei Bewegung. Nur das Bein wollte nicht so recht, schmerzte jedesmal wenn ich es belastete, weswegen ich auch etwas humpelte. Ein ums andere Mal hatte ich meine Männer ausgeschickt, sie immer größere Kreise ziehen lassen. Boten an meinen Fürsten geschickt, doch auch dieser hatte nichts gehört oder gesehen. Meine Verzweiflung wuchs... so sehr hatte ich ständig gefürchtet genau sie zu verlieren und doch hatte ich nicht erwartet das Gott tatsächlich so grausam wäre und mir meine gerade erst gefundene Liebe so schnell wieder raubte. Das bisschen Glück, wie mit einem Fausthieb auf eine Glasscheibe zertrümmert. Ich fuhr mit einer Hand durch mein Haar, schluckte an dem dicken Kloß in meinem Hals und das verräterische brennen in meinen Augen. Das ich natürlich ohne zu zögern auf den kalten Wind schieben würde!
    Amber... wo bist du nur mein Herz? Meines krampfte sich in meiner Brust zusammen und ich kam kaum gegen dieses Gefühl an das mich schier von innen zu zerfressen drohte. Es war eine leise Stimme die hinter mir erklang die mich davon los riss mich innerlich selber zu zerfetzen. "Was willst du Humphrey?!" knurrte ich ihn förmlich an, während ich ihn keines Blickes würdigte. Fergus hatte mir ja schon berichtet was ungefähr vorgefallen war. Meine Mutter und ihre Schergen... Es war ein Moment gewesen in welchen ich mir gewünscht hätte, das Monster zu sein das sie immer in mir gesehen hatte. Denn dann hätte ich vor Jahren schon ihr das schwarze Herz aus der Brust gerissen! Ein bitterer Zug erschien auf meinen Mund, nun war sie selber tot. War an der Wunde die Amber ihr zugefügt hatte verreckt wie die elendige Hündin die sie gewesen war! Laut Fergus hatte sie um Gnade und Vergebung gefleht, doch er meinte nur das ihm das nicht zustand...
    "Mylord... ich muss mit euch reden!" Ich blinzelte und erst jetzt sah ich über meine Schulter auf meinen Knappen zurück, er zuckte bei meinem scharfen Blick zusammen. Gerade hatte ich wirklich nicht viel herzliches an mir, das merkte man auch an der Dienerschaft die wie eh und je schnell den Weg frei machte wenn ich kam. "Ich habe keinen Bedarf an einem Gespräch..." meinte ich brummend und es war still hinter mir so das ich beinahe schon glaubte er wäre wieder gegangen. "Es ist wichtig...es geht um Lady Amber!" Das ließ mich aufhorchen, generell ließ die Erwähnung ihres Namens immer alles in mir sich zusammen ziehen. "Sprich Junge!" forderte ich ihn ungeduldig auf, während ich mich langsam herum drehte. Er nestelte nervös mit seinen Fingern herum und das ließ meine Augen sich verengen. "Ich kann nicht... nicht hier..." stammelte er und ich schnaubte abfällig. Atmete einmal tief ein und aus, wusste und sah doch selber das der Junge sich die größten Vorwürfe machte. "Gehen wir in mein Arbeitszimmer", meinte ich schlicht und so ging ich mit dem Jungen in die Räume und reichte ihm erstmal einen Becher Wein damit er sich beruhigte. Erst nachdem es es geleert hatte begann er mir von dem Tag zu erzählen. Wie sie hinunter in die Ruinen gegangen waren und mit einem Mal mitten in einem dunklen Gang Amber und Buck verschwunden waren...
     
  8. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    "Buck, komm her!", rief ich den Hund, welcher nun fröhlich auf mich zugaloppierte. Der Central Park war um diese Tageszeit nicht sehr stark besucht und ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, dann mit Buck hierher zukommen, damit er ein wenig toben konnte. Einmal hatte ich ihm sogar ein Frisbee an einem der Stände gekauft, doch nachdem ich die Scheibe ein wenig zu weit geworfen hatte und sie hinter Sträuchern gelandet war. War Buck natürlich fröhlich hoppelnd hinterher gelaufen und dann hatte das Unheil seinen Lauf genommen. Buck war tatsächlich zu mir zurück gekehrt, doch hatte er statt dem Frisbee einen Chihuahua dabei. Er trug das kläffende Hundchen an dessen Geschirr ein Haltegriff am Rücken befestig war, an eben diesen und setzte sich mit stolzen Blick vor mich. Auf der Burg hatte ich einmal gesehen wie die Köchen die Hunde manchmal belohnte, wenn sie eine tote Ratten brachten. Doch an Lob konnte ich in diesem Moment nicht denken, da die Besitzerin des Hundchens, eine etwas in die Tage gekommene, ältere Lady wutschnaubend und mindestens genauso keifend wie ihr Hund auf uns zu lief.
    Am nächsten Tag hatte ich einen Ball gekauft und achtete seit dem darauf, dass ich ihn wirklich nicht zu weit warf.

    Ich hatte meine Arbeit in dem Museum wieder aufgenommen. Fineas hatte mir sogar erlaubt Buck mitzunehmen, nachdem dieser meine halbe Wohnung auseinander genommen hatte, nachdem ich ihn an meinem ersten Arbeitstag alleine in der Wohnung zurück gelassen hatte. Professor Fineas hatte Buck interessiert gemustert und hatte irgendetwas vor sich hingebrummelt, bevor er mich fragte wo ich ihn denn gekauft hätte und was für eine Rasse das sei. Als ich ihm sagte, dass Buck ein Wolfshund vom alten Schlag sei, meinte er nur mit gerunzelter Stirn, dass es kaum vorstellbar war, dass jemand es schaffte eine Rasse so perfekt zu ihren Ursprüngen zurück zu züchten, wie das bei Buck wohl geschehen sein musste. Ich hatte ihm nicht weiter darauf geantwortet und versuchte seit dem, Buck von der Abteilung, in welcher es um die Kulturelle Geschichte zwischen Menschen und ihren Haustieren ging, fern zu halten. Fehlte gerade noch, dass der Professor ein Bild von den Urahnen der Wolfshunde fand und dann dabei herausfand, dass diese aussahen wie Buck - oder umgekehrt.

    Es war nicht leicht wieder dort zu arbeiten. Doch ich hatte es geschafft, mich soweit durchzusetzen, dass ich keine altertümliche Kleidung mehr tragen musste und fürs erste auch keine Führungen mehr gab. Man hatte mir vor allem Verwaltungsarbeiten gegeben, welche ich in dem kleinen Büro erledigen konnte. Ich schaffte es einfach nicht in den Raum zu gehen, in welchem der Wandteppich hing, auf welchem Garret zu sehen war.
    Bisher hatte ich keine Nacht durchschlafen können. Jede Nacht träumte ich von dem Tag, an welchem mich Garrets Mutter angriff und jede Nacht erschien Garret, welcher mich rettete. Ich weinte immer noch viel und der Schmerz schien niemals weniger zu werden. Ich vermisste ihn zu sehr, als das ich ihn jemals vergessen können würde. Niemals!
     
  9. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Unsicher saß der Junge auf der schmalen Bank vor dem Kamin in meinem Arbeitszimmer. In der Hand hielt er den Weinbecher den ich ihm schon mal nachgefüllt hatte, schien es doch seine Zunge mehr zu lockern. "...es ist wie ich sagte mein Herr!" sagte er nachdrücklich auf meine Nachfrage hin. "Ich war dicht hinter ihr und dann... war sie einfach weg! Als hätte sie sich mit dem Hund in Luft aufgelöst!" Humphrey wirkte aufgelöst und wusste nicht so recht ob er seinen eigenen Sinnen wirklich trauen konnte. Ich stand Gedankenverloren da, lehnte gegen den Kamin da aufrecht stehen schon viel zu Anstrengend war. Würde Kareem uns hier finden hätte er mich vermutlich schon längst wieder ins Bett gescheucht. Mit einem tiefen Seufzen schleppte ich mich zu einem der Ohrensessel und ließ mich darauf nieder. Ließ die Worte des Jungen durch meinen Kopf gehen. Ich wusste nur nicht ob die Erkenntnis darüber, was mit Amber passiert war mich unbedingt glücklicher stimmte. Ich schloss meine Augen und war an jenem Tag als sie mir vor Bariks Hufe gefallen war. Wie aus dem nichts aufgetaucht...und genauso war sie auch wieder aus meinem Leben entschwunden! Amber, war in ihre Zeit zurückgekehrt! "Danke Humphrey für deine Ehrlichkeit... Jetzt, lass mich allein!" sagte ich so neutral und Gefühlskalt ich es gerade vermochte. Der Junge mit dem zotteligen Haar sah erstaunt auf. "Ihr..ihr glaubt mir also?" fragte er vorsichtig nach und ich hob ihm meinen Blick entgegen. Innerlich bebte ich gefährlich und mein Herz wusste nicht ob es sich freuen sollte oder zerrissen. "Es gibt Dinge die oft nicht richtig erklärbar sind Humphrey..." Ich atmete einmal tief ein und aus, rang um Fassung. "Aye, ich glaube dir!" sagte ich dann einfach. Wollte ihm jetzt nicht das ausbreiten was ich wusste. Ich deutete mit der Hand zur Tür, während ich in meinem Sessel etwas einsank. "Geh jetzt!" forderte ich und er sprang sofort auf, verschütterte dabei beinahe den Wein in seinem Becher. Mit einer knappen Verbeugung verließ er mich und ließ mich allein zurück. Meine Hand zur Faust geballt, schlug ich damit auf die Armlehne des Sessels, das Gefühl auf den Stoff zu treffen gab jedoch nicht den zufriedenstellenden Schmerz, meine Zähne malmten und alles in mir schien sich zusammen zukrampfen -ob jetzt von der Erschöpfung oder dem innerlichen Schmerz sei dahin gestellt.
    Ich sollte erleichtert sein oder? Immerhin wusste ich nun, dass sie nicht Entführt worden war oder gar mit aufgeschlitzter Kehle und geschändet irgendwo lag... ein bitteres Schnauben entkam mir. Zumindest nicht in meiner Zeit! Ich fuhr mit meiner Hand durch mein Haar und verbarg mein Gesicht dann darin. Nein... mein Herz, meine Liebste war nicht nur wenige Tage von mir entfernt... sondern mir viele hundert Jahre weit voraus. Wie nur sollte ich Zeit und Raum überbrücken? Ich wusste nicht ob es mir wirklich möglich war, ihr dorthin zu folgen wo sie nun war... Diese Gewissheit trieb mir die Tränen in die Augen und Verzweiflung packte mich. Es waren eisige Ketten und ich fühlte mich als seien mir die Hände gebunden, als würde meine Brust immer enger werden. War ich verdammt zu warten und zu Hoffen das sie wiederkam? Nein!
    Ich schüttelte heftig den Kopf um dieses beklemmende Gefühl loszuwerden. Verdammte Sch.eiße, nochmal! Ich würde mir das nicht einfach so gefallen lassen! Amber war meine Frau, meine Liebe und ich war nicht bereit sie einfach so aufzugeben! Entschlossen stemmte ich mich von meinem Sessel hoch und wollte einen Schritt machen, doch stöhnte auf als das wunde Bein unter mir nachgab und ich unsanft auf die Knie ging. Die Erschütterung ging durch Mark und Bein und ich fluchte derbe... erst würde ich wohl noch darauf warten müssen, dass mein Körper ebenso bereit war wie mein Geist... Vielleicht konnte ich bis dahin dazu auch etwas in der Bibliothek finden... etwas das mir helfen würde durch die Zeit zu Amber zu reisen! Verdammt das klang einfach zu verrückt um möglich zu sein!
     
  10. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    "Ich wusste gar nicht, dass es in New York solch begabte Goldschmiede gibt, die ein solch prächtiges Stück anfertigen können. Der Ring sieht ja aus als hätte ihn ein Schmied im frühen Mittelalter gefertigt!". Ich erschrak als ich plötzlich Professor Fineas Stimme neben mir hörte und zuckte leicht zusammen. Gerade war ich dabei gewesen einige Gemälde, welche abfotografiert worden waren, digital zu erfassen. Als ich meinen Blick hob, sah ich wie er den Ring, welchen mir Garret zu unserer Hochzeit geschenkt hatte, interessiert musterte. Er beugte sich über meine Hand und schien dabei richtig gehend in seiner eigenen Welt zu verschwinden. Ich hatte den Ring nicht abgenommen. Nein ich hatte noch nicht einmal daran gedacht so etwas zu tun. Garret hatte ihn mir geschenkt und es war ein Symbol unserer Liebe, unsere Verbundenheit. Doch als ich sah wie der Professor nun bewundernd den schmalen, goldenen Reif an meinem Ringfinger musterte, wünschte ich mir ich hätte ihn zumindest hier bei der Arbeit abgenommen. "Sie müssen mir unbedingt sagen woher sie den haben!", fuhr er fort und rückte seine Brille auf der Nase ein wenig nach vorne, so als könne er dann mehr von dem Ring sehen. "Das - äh...", ich schluckte gegen den Kloß an, welcher sich in meinem Hals gebildet hatte. "Das ist ein Familienerbstück!", log ich und hoffte Fineas sei mit dieser Antwort befriedigt. Doch er runzelte nur die Stirn und wollte nach meiner Hand fassen. Bestimmt nicht, weil er mich berühren wollte, sondern eher um den Ring eingehender studieren zu können. Doch er schien sich noch besinnen zu können, bevor er es wirklich tat. Räuspernd richtete er sich auf und strich sich das, wie immer völlig zerknitterte, Hemd glatt. "Also, dann muss ich ihnen sagen. Ihre Familie scheint sehr gut auf Erbstücke aufzupassen. Der Ring sieht aus wie neu geschmiedet!".
    Seit diesem Tag steckte ich den Ring immer in meine Tasche, bevor ich das Museum betrat. Ich hatte keine Lust auf das was passieren würde, wenn Fineas den Ring noch intensiver studieren und dabei feststellen würde, dass er tatsächlich aus dem Mittelalter stammte. Doch fühlte ich mich jedesmal nackt und noch verlorener als ich eh schon war, wenn ich den Ring ablegte. Es war als wäre ich durch ihn noch immer mit Garret verbunden.

    Auch zuhause hatte sich einiges getan. Buck schlief nicht mehr auf dem Sofa, sondern bei mir im Bett. Oft war ich mitten in der Nacht aufgewacht. Entweder weinend oder schreiend, doch jedesmal waren es Albträume, die mich nächtlich heimsuchten. Wenn Buck bei mir war, schlang ich meine Arme um den Hund wenn ich Nachts aufwachte und vergrub meinen Kopf in seinem Fell während ich heiße Träne weinte.

    Jeany, eine gute Freundin von mir hatte sich wieder bei mir gemeldet und wir hatten uns zu einem Abendessen verabredet. Buck hatte ich derweil zu meiner Mutter gebracht, da ich seine Künste als Innenarchitekt nicht wirklich zu schätzen wusste. Das treffen war schön und lenkte mich für einen Moment von meinem Kummer ab. Doch als ich später am Abend, zusammen mit Buck wieder in meine Wohnung kam, waren all die Dämonen wieder da. Ich vermisste Garret so sehr. Ich konnte und wollte nicht ohne ihn weiter leben. Und so beschloss ich, dass ich doch irgendeinen Weg finden musste, der mich und Buck wieder zurück bringen würde. Die halbe Nacht durchforstete ich das Internet, doch wirkliche Antworten bekam ich keine.
     
  11. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich musste wohl nicht sagen, wie sehr die Zeit sich in die Länge zog und ich wurde immer ungeduldiger. Dementsprechend Kareem immer genervter und auch durchgreifender mit seinen Methoden. An dem Tag als er schließlich seinen Segen gab, dass ich soweit wieder hergestellt war das ich reiten konnte. War ich auch schon im Sattel, dieser Tag war heute und ich durch ritt gerade den Wald mit Humphrey im Schlepptau der immer mehr auf seinem Pferd zusammen sank. "Denkt Ihr wirklich dies ist die richtige Entscheidung, Mylord?" hörte ich ihn kleinlaut fragen. Ich drehte mich im Sattel um, musste dabei einmal durchatmen, da das ein Zwicken an der Narbe an meinem Unterleib verursachte, um ihn anzusehen. "Ich meine... wie soll diese alte Kräuterhexe Muriel denn dabei helfen Lady Amber wieder zu finden?" fuhr er fort und ich seufzte mit rollenden Augen. "Das habe ich dir doch schon erklärt Junge!" brummte ich einfach und wandte mich wieder vor. Wir hatten die kleine Hütte erreicht, doch von der Alten war weit und breit nichts zu sehen. Mein Blick ging herum und ich pfiff Humphrey zu, nickte in Richtung der Tür. "Klopf an!" befahl ich ihn und ich sah den Widerwillen in seinen Augen. Es war ein 'Wieso nur immer ich?!', aber er glitt schließlich aus dem Sattel seines Pferdes und schritt vorsichtig auf die Tür zu. Ich konnte ihn schon verstehen, dieser Teil des Waldes was etwas unheimlich. Die Bäume standen näher beisammen, das Unterholz dicht und Äste und Büsche knorrig und wirkten beinahe wie dürre Finger die sich nach einem streckten. Zumal ich auch das Gefühl hatte, dass seit wir den Weg hierher zur alten Muriel eingeschlagen hatten auch keine Tiere mehr zu hören waren... ja nicht einmal ein sachter Wind der durch die Baumkronen strich. Es war viel zu still hier...
    Humphrey klopfte schließlich und das dumpfe Geräusch verhallte nur allzu schnell. "Scheint nicht hier zu sein!" meinte der Junge und fuhr schon erleichtert herum. "Tja, kann man nichts machen!" meinte er mit zuckenden Schultern und stapfte davon. Als hinter ihm schon die Tür knarrte und ich ihn mit einem spöttischen Blick und einer erhobenen Augenbraue bedachte. "Wer da?" fragte eine krächzende zittrige Stimme. Eine wirklich verdammt alte gebückte Frau kam heraus, unter ihrer Haube sahen nur noch wenige Strähnen ihres weißen Haares hervor. "Sir Garret von Hohenstein, ich würde gerne ein paar Worte mit Euch wechseln..." stellte ich mich selber vor und stieg von Bariks Rücken. Die Frau musterte mich kritisch, bevor sie uns beide in ihre Hütte einlud. Jedoch blieb das Gespräch eher von wenig Erfolg gekrönt und bis auf das Gewäsch einer alten Frau hatte es mir nichts gebracht.

    Am nächsten Tag, beschloss ich einfach direkt zur Ruine zu reiten. Mit eine Fackel in der Hand stieg ich die verwitterte Treppe hinab, bis ich die Ebene erreichte die Humphrey genannt hatte. Ich kannte die Ruinen nur allzu gut, war es doch für uns Kinder damals sehr aufregend gewesen und etliche Mutproben hatten hier stattgefunden. Sorgfältig sah ich mich um, ging jeden Tunnel ab. An den Wänden waren Zeichen und alte Runen, aber ich konnte nichts ausmachen was irgendetwas besonderes ausgelöst hätte. Noch mir Amber zurückgebracht hatte. Auch die nächsten zwei Tage verbrachte ich die meiste Zeit da unten ohne Erfolg. Erst am vierten Tag war ich gerade dabei meine Kiste durchzugehen, welche man vom Schlachtfeld mitgenommen hatte. Ich hielt das kleine Tuch mit den Initialen darauf und der Haarlocke von Amber in den Händen. Für einen Moment schloss ich meine Hand darum und schob es dann wie schon vor der Schlacht in die innere Brusttasche um sie dicht bei mir zu haben... zumindest ein Stück von ihr. Wieder hatte ich Humphrey mitgenommen, der nur wenig begeistert von meiner Idee schien schon wieder da runter zu gehen, aber er folgte gehorsam. Dieses mal... ja dieses mal fühlte es sich irgendwie anders an, als ich mich vorsichtig die Treppen hinunter tastete. Ein Summen lag in der Luft, leise und nur unterschwellig, doch nahm es zu, je weiter wir hinunter kamen. "Hörst du das auch, Junge?" fragte ich und hielt irritiert inne, sah zu Humphrey der nur den Kopf schüttelte und mich besorgt musterte. Ich drehte mich wieder und meine Schritte wurden etwas schneller, folgte dem immer intensiver werdenden Geräusch. Bald war es als würde es auf meinen Körper übergehen, ließ ihn beben. Etwas seltsames lag in der Luft und es war für mich beinahe zum greifen, das Surren an meinem Ohr hörte sich an wie tausend Hummeln. Ohne noch auf die Rufe meines Knappen zu reagieren, ging ich einfach weiter folgte diesem Ruf! Fest entschlossen und unbeirrt ging ich einfach weiter. Es fühlte sich an als würde irgendetwas über mich hinweg brechen, als würde eine Welle mich packen und mit sich reißen.
     
  12. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    In den nächsten Tagen studierte ich immer wieder einige Bücher in den Archiven des Museums. Sogar in die Bibliothek meiner ehemaligen Universität war ich gegangen und hatte alles was auch nur den Anschein hatte, dass es mir helfen könnte, verschlungen. Tatsächlich hatte ich einige Aufzeichnungen gefunden, welche davon berichteten, dass es so etwas wie Zeitreisen gab. Diese Berichte stammten vor allem aus den älteren Kulturen und meist waren es keltische Druiden welche von den "Zeitwandlern" sprachen. Ich hatte auch ein Buch gefunden, welches aus dem 9. Jahrhundert stammte, in welchem davon berichtete wurde, dass ein Zeitreisender dort aufgetaucht war. Doch im laufe des Buches, stellte sich heraus, dass der angebliche "Zeuge", als Geschichtenerzähler bekannt war und die meisten seiner Geschichten auch tatsächlich erfunden waren. Genervt hatte ich das Buch beiseite gelegt und sah dann, den Stapel neben mir mit einem Seufzen an. Viele Bücher waren voll mit Minnegesang über irgendwelche Liebenden, die durch die Zeit getrennt waren, doch wie man durch die Zeit reisen konnte, verriet keins der Bücher.

    Mit dem Dezember begann in New York die Vorweihnachtszeit. Überall funkelte und glänzte es von der Weihnachtsdekoration, welche in den Straßen und den Geschäften, aufgehängt worden war. Ich musste zugeben, die Weihnachtszeit hier in New York, war mitunter das schönste, was man sich überhaupt vorstellen konnte. Und ich erwischte mich sogar einmal dabei wie ich, mit Buck an der Leine, lächelnd durch den Park ging und mich an all der Festlichkeit erfreute. Vor Professor Fineas neugierigen Blicken hatte ich mich so weit es ging auch gut verstecken können. Zwar hatte er noch einmal nachgefragt welcher schneider mir diese überaus historisch korrekten Kleider genäht hatte, mit welchen er mich aufgefunden hatte, doch ich konnte ihn mit einer kleinen Lüge abspeisen.
    Ich hatte ob ich nun wollte oder nicht wieder in einen gewissen Alltag gefunden. Auch hatte ich wieder etwas zugenommen. Denn seit dem ich wieder in New York war, hatte ich fast 10 Kilogramm abgenommen. Mir war einfach nicht nach essen gewesen. Viel zu groß war dieses leere Loch in meinem Bauch gewesen und ich hatte kaum etwas runter bekommen. Vor einiger Zeit war mein Appetit zurückgekehrt und ich sah wieder halbwegs normal aus.

    Ich saß gerade zusammen mit Buck auf dem Sofa und zappte durch das TV- Programm. Draußen begannen die ersten, weichen Schneeflocken zu tanzen und wir hatten es uns hier drinnen gemütlich gemacht. Die Kekse, welche ich mir gebacken hatte, waren schon fast aufgegessen und ich warf die Fernbedienung mit einem Seufzen neben mich auf das Sofa. Heute war mal wieder einer der Tage an denen nichts, aber auch gar nichts im Fernsehen kam.
     
  13. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Es war still um mich herum, es war als wäre da etwas das jedweden Lärm und Licht von mir fernhielt. Nur mein eigener Herzschlag der ein paar galoppierender Pferdehufe gleichkam. Meine Hand hielt den Griff meines Schwertes fest, doch noch zog ich es nicht. Dann löste sich dieses Gefühl und ich sackte schwer Richtung Boden. Ich hockte da, eine Hand an meinem Schwert, mit der anderen stützte ich mich am Boden ab. Sofort hob ich meinen Blick und sondierte meine Umgebung. Große schneebedeckte Steine waren um mich herum, die kahlen Bäume... doch in der Ferne konnte ich ein seltsames Rauschen vernehmen, das ich so noch nie gehört hatte. Es war nicht der eiskalte Wind der in meinen schweren Umhang fuhr. Mein Blick zuckte gen Himmel als es näher kam und etwas seltsames weit oben am Himmel vorbei flog. Ich runzelte die Stirn und richtete mich nun allmählich auf, blieb jedoch noch etwas geduckt. Denn ich hatte keine Ahnung wo ich hier gelandet war... Natürlich hoffte ich das mich das -was immer da auch gerade passiert war- zu Amber gebracht hatte! Doch so richtig trauen tat ich dem Ganzen noch nicht. Ich atmete einmal tief durch und versuchte mir einen Plan zurecht zu legen, aber entschied das mir wohl nichts anderes übrig blieb als meine Gegend zu erkunden. So begann ich zu laufen, der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln und dann sah ich einen Weg der frei von dem weißen Zeug war. Vorsichtig ließ ich meinen Blick links und rechts gehen, aber es war niemand zu sehen. Also trat ich auf den Weg und versuchte auszumachen welche Richtung mich wohl am ehesten zu einer Siedlung führen würde. Das ich eigentlich schon mitten drin in einer stand, wusste ich ja noch nicht. Zu allem Überfluss begann es jetzt auch noch zu schneien und ich zog den Pelz besetzten Kragen etwas höher. Ich entschied mich erstmal rechts zu gehen und es dauerte nicht lange bis ich wieder vor einer Weggabelung stand. Hmm... Während ich versuchte die beste Richtung auszumachen, hörte ich Schritte von der Seite kommen und unwillkürlich spannte mein Körper sich an und meine Hand glitt unter den Umhang zum Griff meiner Waffe. Ich drehte mich um und sah einer Frau in Hosen entgegen -sehr enge Hosen-, die beinahe gegen mich lief. Die Kleidung die sie trug betonte ihre doch recht trainierte Figur sehr genau und als sie ihren Blick hob machte sie einen Satz zu Seite als sie sich bewusst wurde das sie gleich gegen mich lief. "Woah! Ey Alter erschreck mich doch nicht so!" rief sie mir entgegen und ich runzelte meine Stirn. Sie stand da und musterte mich etwas skeptisch, dann holte sie sich etwas an einer Schnur aus ihrem Ohr. "'ey! Also wenn du den Markt suchst, der is' in diese Richtung!" Führte sie aus und ich folgte der Bewegung ihrer Hand. Ihre Sprache war seltsam und ich verstand sie nur schwer... aber ich ging davon aus das sie mir den Weg zu einer Siedlung zeigen wollte. Ich sah wieder zurück zu der Frau die mich von oben bis unten musterte, wohl nicht wusste wie sie mich einstufen sollte. "Habt dank!" brummte ich schließlich und wandte mich schon ab. Bemerkte ihren Blick der mir folgte. "Echt cooles Kostüm", murmelte sie, doch das hörte ich schon nicht mehr.
    Seltsames Frauenzimmer... und die Kleidung die sie da an hatte. Ich runzelte die Stirn und schüttelte schließlich den Kopf, denn es galt erstmal jemanden zu finden den ich nach Amber fragen konnte. Am Ende dieses Weges konnte ich mehrere Stände ausmachen, Menschen die sich zwischen ihnen bewegten und ich hielt einfach entschlossen darauf zu. Seltsame Lichter hingen über den Hütten, in ihnen standen seltsam gekleidete Menschen mit dicken Jacken, und priesen ihre Ware an. Die Ware war eine seltsamer als die andere... Wo war ich hier nur gelandet? Es roch stark nach Gewürzen, es spielte Musik die an jene zuhause erinnerte und doch war diese Melodie mir unbekannt und sie kam nicht von Musikern, sondern aus irgendwelchen seltsamen schwarzen Kästen. Ich schüttelte nur wieder den Kopf, die ganzen Eindrücke die mich hier überfluteten verursachten mir Kopfschmerzen und mein Bein sagte mir das es den Marsch auch nicht in Ordnung fand. "Verzeihung!" sagte ich und stellte mich einem etwas rundlichen Mann in den Weg welcher mich sogleich verärgert beschimpfte. Bis er mein Gesicht sah und sogleich verstummte, irgendwelche Entschuldigungen vor sich hin brabbelte. Schien sofort von meinem Auftreten eingeschüchtert zu sein... nun zumindest wusste ich dass das wohl noch funktionierte! "Verzeiht' das ich euch störe! Ich suche eine Frau..." begann ich und er fiel mir mit einem dreckigen Lachen ins Wort. "Tun wir das nicht alle!" meinte er und ich zwang mich dazu freundlich zu bleiben. Zumindest nach meinen Maßstäben freundlich. "Ney! Ihr Name ist Lady Amber von Hohenstein!" sagte ich und begann meine Frau zu beschreiben. Ihr rotbraunes Haar, die wunderschönen grünen Augen... Doch der Mann schüttelte nur den Kopf. "So eine kenn' ich nicht!" meinte er dann schlicht und als ich nur nickte, verzog sich ganz schnell wieder. Ich seufzte leise und ließ meinen Blick über diese vielen Menschen gleiten die hier waren. Einige trugen Kleidung die an jene zu meiner Zeit erinnerte, andere sahen verdammt seltsam aus. Ich fragte noch ein paar Andere Leute, einige reagierten gereizt, andere schüttelten nur bedauernd den Kopf, generell schien keiner besonders angetan davon zu sein von mir aufgehalten zu werden. Missmutig schnaubte ich und hatte gerad das Bedürfnis auf irgendjemanden einzuschlagen, als sich das nächste seltsame Szenario vor mir aufbaute. Vor mir stand eine Gruppe von Menschen. Eine hübsche junge Frau stand vor einem schwarzen Kasten den ein Mann auf der Schulter trug. Die Leute ringten sich darum, winkten in den Kasten hinein. Ich legte den Kopf schief und runzelte die Stirn. Kniff die Augen zusammen während ich das Ding welches immer näher kam, während die beiden durch die Leute schritten misstrauisch beäugte. Was war das für Hexerei? "Wir befinden uns heute auf den Weihnachtsmarkt im Central Park, der ganz unter dem Motto Mittelalter steht! Die Bürger und Bürgerinnen unserer schönen Stadt, haben sich dafür ordentlich in Schale geworfen..." hörte ich die Frau reden und sah ihr nach. Wandte den Kopf und sah erst da, dass der Typ den Kasten direkt auf mich hielt. Meine Miene verfinsterte sich, der Mann sah auf und lächelte entschuldigend, ging auch gleich der Frau hinterher. Ich rieb mir meine Schläfe, spürte das Pochen dahinter. Das alles hier war mehr als verwirrend für mich... Doch ich würde den Teufel tun und einfach aufhören, weswegen ich noch einmal durchatmete und dann weiter nach Amber fragte.
     
  14. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    "Willst du noch Cookies?", rief ich fragend von der Küche aus in Richtung Wohnzimmer. Natürlich bekam ich keine Antwort, doch ich wusste natürlich, dass sich meine Frage erübrigte. Buck wollte immer Cookies! Ich hob das Blech mit den heißen Cookies aus dem Ofen und sofort erfüllte ein herrlicher Duft nach Schokolade und Vanille mit Zimt den Raum. Ich streifte mir die dicken Ofenhandschuhe ab, nachdem ich das Blech zum abkühlen auf einen Untersetzer gestellt hatte und ging zurück ins Wohnzimmer. Buck lag nun über die ganze Länge der Couch auf seinem Rücken und schnarchte leise. Mit seinem Hintern lag er auf der Fernbedienung und hatte irgendeinen Live Bericht hergeschalten. "Was schaust du denn da?", fragte ich und beobachtete wie Leute in Mittelalter Kleidung vor der Kamera herumliefen. Anscheinend war der jährliche Mittelalter Weihnachtsmarkt im Central Park. Gerade wollte ich nach der Fernbedienung greifen, damit ich umschalten konnte, als mir plötzlich der Atem stockte. Gerade war ein Mann hinter der Reporterin gestanden, welcher wie Garret ausgesehen hatte. Sofort begann mein Herz laut zu schlagen und ich spürte wie meine Knie zu zittern begannen. Schnell setzte ich mich auf das Sofa, wobei ich Buck ein Stück zur Seite schubste. Konnte es wirklich sein? War Garret in New York? Hoffnung stieg in mir auf, doch wurde sie sofort von meiner Vernunft gebremst. Wie sollte Garret denn hierher kommen? Er konnte doch gar nicht durch die Zeit reisen! Und wahrscheinlich hatte mir einfach mein Hirn einen ziemlich miesen Streich gespielt. "Oh Gott, ich werde schon verrückt!", jammernd vergrub ich mein Gesicht in den Händen und beugte mich dabei ein wenig nach vorne. War es mit meiner Verzweiflung wirklich schon soweit, dass ich Halluzinationen hatte? Würde ich jetzt Garret öfter in irgendwelchen fremden Männern erkennen?
    Buck riss mich aus meinen Gedanken, weil er aufstand und damit das ganze Sofa zum wackeln brachte. Mit leisen, fiependen Geräuschen stupste er mich leicht an. "Musst du raus?", auf meine Frage hin stellten sich die Ohren des Hundes leicht nach oben auf und er trabte fröhlich zur Tür. Ich hatte zwar wirklich wenig lust bei dem Schneetreiben nach draußen zu gehen, aber vielleicht würde es mir ja helfen wenigstens ein klein wenig auf andere Gedanken zu kommen. Ich zog mir eine Thermoleggings an, von welcher ich wusste sie würde mich auch ohne das ich darüber eine Jeans trug, gut warm halten und schlüpfte dann in meine Ugg Boots, bevor ich mir meinen Parker anzog und einen dicken Wollschal um den Hals band. Meine Hände versteckte ich in flauschig warmen Handschuhen und auf dem Kopf trug ich eine weiße Wollmütze mit einem kleinen Bommel.
    Draußen war es wirklich kalt geworden und eigentlich hatte ich vorgehabt nur schnell mit Buck nach unten zu den Bäumen auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu gehen, doch eh ich mich versah, stand ich mit Buck im Central Park, am Eingang des Weihnachtsmarktes. "Was tu ich hier nur?", murmelte ich eher zu mir selbst und musterte die teilweise ziemlich schlecht gemachten Kostüme der Besucher. Früher einmal hätte ich sie wohl bewundert und das ein oder andere als wirklich gut gemacht bezeichnet. Doch jetzt konnte ich sagen, dass die meisten wirklich stümperhaft waren. Ich ging mit Buck zwischen einigen Ständen hindurch und sah mir gerade hübsche kleine Glaskugeln an, als Buck mich mit einem Ruck nach vorne riss. Der Hund riss so fest an der Leine, dass sie mir aus den Händen glitt. Er rannte los, bahnte sich seinen Weg durch die Menschen und war plötzlich aus meinem Sichtfeld verschwunden. Natürlich rannte ich ihm so schnell ich konnte hinterher. Dabei wurde ich immer wieder von Leuten angerempelt und angeschnauzt, ich solle doch schauen wo ich hin liefe. Dann plötzlich geriet ich ins Straucheln. Konnte das wirklich war sein? Oder Halluzinierte ich schon wieder? Buck hüpfte freudig vor einem Mann auf und ab, der frappierende Ähnlichkeit mit..... Mein Herz begann aufgeregt zu hüpfen, als mir meine Füße endlich wieder gehorchten und ich auf den Mann zu lief bevor ich mich in seine Arme warf. "Garret!".
     
  15. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich hatte nicht nur bei einem dieser Leute Lust ihn meine Faust ins Gesicht zu rammen oder sie einmal daran zu erinnern wer ich war. Mein Name schien ihnen sowieso nichts zu sagen, denn sonst hätten sie doch schon bei Amber hellhörig werden müssen oder? Sie zuckten nicht ängstlich zusammen und kuschten, sie waren eher genervt und mehr als einmal bekam ich gleich ein Schimpfwort an den Schädel geworden. Alleine dafür hätte ich schon den einen oder anderen Schädel spalten müssen! Aber das erschien mir hier in der Menge doch etwas unklug. Ich war verwirrt, mein Bein tat weh... und Hunger hatte ich auch schon langsam. Der Typ der an dem einen Stand jedoch etwas verkaufte das nach essen aussah, wollte meine Münzen nicht. Das versprach nervenaufreibender zu werden als ich zuerst gedacht hatte. Wo sollte ich denn nur zum suchen anfangen? Ich fuhr mit der Hand durch mein Haar, in welches mittlerweile schon feucht war von den geschmolzenen Schneeflocken darin, wollte auf den nächsten zu gehen. Als ich das vertraute Bellen hörte, ich hielt inne und drehte mich auf dem Absatz um. "Buck?" fragte ich und dachte erst schon das ich mir was einbildete. Doch dann kam schon das große Ungetüm aus der Menge geschossen, galoppierte auf mich zu. Ich sah musterte ihn erst. Er sah nicht mehr so zottelig und dreckig wie sonst aus, aber er war es definitiv. "Buck, komm her Junge!" rief ich und da war er schon. Ein Lächeln auf den Lippen, beugte ich mich über und begrüßte den Riesen. Er sprang aufgeregt um mich herum und gerade hob ich suchend den Kopf um nach seinem Frauchen zu schauen, als ich sie schon erblickte. Amber! Gott sei dank! Sie lief los und ich kam ihr entgegen. Fing sie mit meinen Armen auf und drückte sie fest an mich als sie bei mir angekommen war. "Amber!" hauchte ich und konnte es gar nicht so recht glauben. "Gott! Bist du es wirklich?" fragte ich und löste mich für einen Moment. Nahm ihr Gesicht zwischen meine Hände um sie zu betrachten, nur um sie dann wieder an mich zu ziehen. Mein Herz sprang in meiner Brust auf und ab. Es war als würde ein unendlich schweres Gewicht von mir fallen. Es ging ihr gut! All die Sorgen die ich mir gemacht hatte! "Ich habe schon das Schlimmste befürchtet mein Herz!" sagte ich tonlos, viel zu ergriffen von diesem Moment. Alles um uns herum war wie ausgelöscht, für mich gab es jetzt nur noch sie.
     
  16. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Ich war mir nicht ganz sicher, ob es überhaupt ein Wort gab, welche meine Gefühle, in dem Moment als ich in Garrets Armen lag, auch nur annähernd hätten beschreiben können. Er war hier! Es war nicht nur eine Halluzination gewesen, kein Streich meines Unterbewusstseins! "Ja, ich bin hier!", antwortete ich ihm in einer Mischung aus: Lachen, Weinen, Freude und so viel mehr. Ich schmiegte mich fest an seine Brust und es war als bräuchte mein Verstand erstmal ein einen Augenblick um zu realisieren, dass Garret wirklich hier war. "Ich kann es gar nicht glauben, dass du hier bist!", ich hatte mich ein kleines bisschen von ihm gelöst, aber nur soweit, dass ich ihm in die Augen sehen konnte. Buck indes hatte sich schon schneller beruhigt als seine Herrchen. Er stand brav neben uns und beobachtete uns mit schief gelegtem Kopf. Mein Herz schien sich in meiner Brust gar nicht mehr beruhigen zu wollen. Es klopfte fest und schnell gegen meinen Brustkorb, so dass mir fast schon schwindlig wurde.
    Ich musterte sein wunderschönes Gesicht, sog den Anblick seiner schönen Augen, den markanten Zügen und seinem wundervollen Haar, das schon wieder etwas nachgewachsen war, auf. Er war es tatsächlich. Es war, als müsse ich es mir immer und immer wieder im Geiste vorsagen, da ich mir selbst nicht recht glauben wollte. Ich beschloss meinem Verstand ein klein wenig auf die Sprünge zu helfen, also stellte ich mich etwas auf die Zehenspitzen, legte eine Hand an seinen Hinterkopf um ihn etwas zu mir zu schieben und legte dann meine Lippen auf seine. Zuerst küsste ich ihn vorsichtig, so als hätte ich angst er wäre nicht real und würde sich in meinen Armen in Luft auflösen. Dann, als ich seine wärme spürte und die Hitze die von meinem Körper besitz ergriff, küsste ich ihn leidenschaftlicher und mit all der Sehnsucht und dem Schmerz der letzten Wochen.
    Erst das pfeifen und die belustigten anfeuerungs Rufe einer Gruppe Teenies, welche in der Nähe standen, ließen mich den Kuss sanft beenden. Atemlos sah ich Garret an und ein verlegenes Lächeln malte sich auf meine Lippen, als ein älterer Herr vorbei ging und murmelte: "Nehmt euch doch n' Zimmer!". Peinlich berührt und leise Lachend vergrub ich mein Gesicht an Garrets Brust.
     
  17. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich konnte es nicht fassen! Glaubte noch ich würde jeden Moment aufwachen und noch im Fieberwahn auf meiner Burg aufwachen. Alleine... Nein! Amber war hier, ich hatte sie hier in meinem Armen, sie schmiegte sich fest an mich. Mein Herz hämmerte heftig gegen meinen Brustkorb, drohte mir beinahe zu zerspringen vor Glück. "Um ehrlich zu sein... ich auch nicht!" entgegnete ich ihren Worten und ließ meinen Blick für einen Moment hochgehen. Das hier wirkte doch alles so seltsam und das Benehmen der Leute ließ auch zu Wünschen übrig -wie seltsam und umfangreich diese Zeit noch für mich werden würde, wusste ich ja jetzt noch nicht.
    Mein Blick legte sich wieder auf meine Frau vor mir und ich spürte ihre Hand an meinem Hinterkopf. Nur zu gerne gab ich dieser Bewegung nach, umschlang sie noch etwas mehr mit meinen Armen. Unsere Lippen trafen sich und Augenblicklich war es als würden Flammen in mir hochzüngeln. Ein tiefes Seufzen, als wäre ich nach einer unendlich langen Reise endlich angekommen verließ mich und unser Kuss er wohl erst noch ungläubig und skeptisch gewesen war, ob denn der Andere jetzt wirklich da war, wurde immer leidenschaftlicher. Gott! Wie hätte ich nur ohne sie weiterleben sollen? Momentan wusste ich keine Antwort darauf... das war auch nicht wichtig, denn sie war hier! Amber lebte und war wohlauf!
    Ich war wirklich nicht gewillt sie einfach freizugeben, aber irgendwann musste man ja auch Luft holen oder? So endete unser Kuss und erst jetzt nahm ich war, dass ich sie einfach in der Öffentlichkeit so überfallen hatte. Ein paar junger Leute jubelten uns zu, oder machten sie sich lustig? Ich kniff die Augen zusammen und maß sie etwas misstrauisch von hier aus. Verdattert sah ich erst drein, als ein älterer Herr an uns vorbei ging und irgendwas von einem Zimmer redete. Wusste der überhaupt mit wem er hier so sprach?! Nein Garret... das weiß er nicht! Diese Leute hier kennen dich nicht... Der Gedanke daran, das ich ja eigentlich schon hunderte von Jahren, nun ja, Tod war kam mir auf, doch ich schob das erstmal von mir. Es würde noch genug Zeit geben um darüber nachzudenken. Ich wandte mich an Amber als diese auflachte und ihr Gesicht an meiner Brust verbarg. Ich beließ es einfach bei einem leises brummen. "Ich habe mir solche Sorgen gemacht meine Liebste!" raunte ich, während ich meine Wange an ihren Scheitel schmiegte. War es mir doch gerade herzlich egal wer das mitbekam.
     
  18. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Irgendwie schien es als würde ich mich gar nicht trauen, meine Wange von seiner Brust zu lösen. Die Angst, das alles könnte doch nur ein Traum gewesen sein und ich würde gleich wieder aufwachen, war viel zu groß. Doch konnte es wirklich ein Traum sein, wenn sich dieser Kuss gerade so lebendig angefühlt hatte? Und sein Herz so fest schlug, dass ich es durch all seine Kleidung hörte? Ich lächelte als ich das Rumpeln in seiner Brust hörte, als er mir sagte wie sehr er sich gesorgt hatte. Heiße Tränen rannen mir über die Wangen, doch diesmal waren es keine Tränen der Trauer oder vor Kummer - nein, es waren Tränen der Freude. Ich schloss meine Arme fester um seinen Körper und drückte ihn, wenn das überhaupt möglich war, noch fester an mich. "Ich hatte solche angst, dass ich dich niemals wieder sehe!", schluchzte ich leise und schloss für einen Moment meine Augen. Dieser eiskalte Schauder, welchen ich jedesmal, wenn ich daran gedacht hatte Garret nicht mehr wieder zu sehen, lief mir wieder über den Rücken. Aber Garret war hier. Hier bei mir!
    Es schien so unwirklich, ihn wieder zu spüren, zu riechen und zu schmecken. Es war als bräuchte mein Körper einen Moment um wirklich zu realisieren, dass Garret wahrhaftig hier war.
    "W-wie hast du es überhaupt geschafft hier her zu kommen?", fragte ich ihn leise und löste mich gerade nur soweit von seiner starken Brust, dass ich ihm in seine schöne Augen sehen konnte. Konnte es denn tatsächlich sein, dass Garret auch die Fähigkeit hatte durch die Zeit zu reisen? Naja, das musste ja irgendwie so sein, denn sonst stünde er ja nicht vor mir. Aber wie hatte er das geschafft?
     
  19. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garry

    So richtig fassen konnte ich es nicht, hoffte dass dies kein Traum war und ich gleich im Fieberwahn wieder zuhause aufwachen würde. Ihre Arme um meinen Körper drückten mich fest und ich spürte wie hie und da sich eine Rippe noch beschwerte, aber verdammt nochmal! Das war mir gerade sowas von egal! Amber war hier in meinen Armen und das war alles was zählte, ich sog ihren Duft ein, spürte ihre Wärme… Gott! Ich spürte ein verräterisches brennen an meiner Nase zu meinen Augen hochsteigen, doch mehr als das würde es wohl nicht werden. Denn ich würde sicher nicht hier zum Heulen anfangen wie ein kleiner Junge. Ich sah zu ihr hinunter als sie sich leicht löste und mich fragte wie ich es geschafft hatte hier her zu kommen… Ich schüttelte nur den Kopf. „Um ehrlich zu sein weiß ich das selber nicht so genau“, gestand ich ihr mit gerunzelter Stirn und wagte den Blick über meine Schulter. Aus jener Richtung war ich vorhin gekommen, ich seufzte leise und sah wieder auf Amber. Hob eine Hand um über ihre Wange zu streichen, musste sie einfach berühren… „Humphrey hat mir erzählt das du auf einmal spurlos verschwunden bist in der Ruine… Ich habe Tage damit verbracht alle Tunnel abzusuchen“, erklärte ich und unwillkürlich spannten sich die Muskeln in meinem Kiefer an als ich an die Furcht dachte… Die Furcht davor die Frau die mir alles bedeutete für immer verloren zu haben. Das ich erst einmal Genesen hatte müssen ließ ich jetzt erstmal großzügiger Weise weg. Die Nachricht das ich nur knapp dem Tod von der Schippe gesprungen war, schien mir hier und jetzt nicht sonderlich angebracht.

    „Ich habe nichts gefunden… bis auf heute, da war es anders…“ fügte ich dann hinzu und die Furchen in meiner Stirn wurden tiefer. Fragte mich natürlich was denn nun der Auslöser gewesen war, dass man mir gestattet hatte hierher zu kommen… Egal! Verdammt nochmal das war mir wirklich egal! Ich schüttelte den Kopf. „Wen kümmert das wie…“ brummte ich und hauchte erneut einen Kuss auf ihre Lippen. Die Kälte kümmerte nicht mehr und auch solch lästige Sachen wie das schmerzende Bein waren jetzt belanglos. Ich lehnte dann meine Stirn gegen ihre und schloss meine Augen. „Du hast mir so gefehlt mein Herz!“ raunte ich und genoss dieses Gefühl, spürte die Erleichterung darüber das sie wohlbehalten hier in meinen Armen war.
     

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