[RS] Sunora

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Floooh, 10 Juni 2016.

  1. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Nachdem ich aus der Rüstung draußen war, wusch ich mich erstmal notdürftig über der Wasserschüssel, spritzte mir das Wasser ins Gesicht und rieb mit einem Tuch die nackte Brust ab, damit ich den meisten Schweiß und Dreck abbekam. Ich fuhr mit einer Hand durch die nassen Haare und richtete mich auf. Seufzte leise, stand für einen Moment nur in Stiefel und Hose da, streckte mich etwas und es kackte leicht im Rücken. Meine Linke Schulter tat vom Aufprall der Lanze etwas weh und ich drehte das Gelenk ein wenig. Aber mehr als ein Bluterguss war bisher nicht zu sehen. Ich kleidete mich fertig an und trat vor der Zelt wo meine Männer schon den schwarzen hergerichtet hatten. Ich schwang mich leichtfüßig in den Sattel, ohne Rüstung ging das ja auch wieder. "Gebt dem Weißen doppelt Hafer und geht ihn gut trocken", wies ich noch an, bevor ich den unruhigen Tier unter mir die Schenkel gab und er los lief. Ambers Tuch hatte ich mir zwischen Hemd und Gambeson gesteckt, für niemanden sichtbar aber doch dicht bei mir. So hatte ich zumindest etwas von ihr bei mir... auch wenn sie mir nie gehören würde. Später hatte ich Amber auch zum Bankett geführt und wer war wie üblich dabei? Genau Lawrence... leider hielten in die Schmerzen die er ganz offensichtlich vom Sturz hatte nicht davon ab, sich neben Amber nieder zu lassen und sie gänzlich für sich zu beanspruchen.

    Mittlerweile waren wieder ein paar Tage ins Land gezogen, der Hoftag war vorbei und wir durften Gott sei Dank heim kehren! Ohne Lawrence und seinem schleimerischen Getue... Ich hatte das Gefühl das Amber mir immer mehr entglitt und ich konnte gerade nichts dagegen tun. War zu sehr davon überzeugt das ich es sowieso nicht wert war... Das ich mich einfach still verhielt. Wir passierten die Tore von Hohenstein und eine Last fiel von mir ab. Endlich wieder zuhause, ich schwang mein Bein über den Sattel und ließ mich hinaus gleiten. Landete sicher am Boden, streckte die steifen Beine. "Mylord!" rief mir der Verwalter zu und ich wandte mich mit dem üblichen finsteren Gesicht an ihn. Er stockte kurz, kam dann jedoch zu mir. "Während eurer Anwesenheit kam ein Bote des Königs an!" verkündete der drahtige Mann. Ich sah auf und sah ihn scharf an. "Bring ihn in mein Arbeitszimmer", forderte ich und überreichte die Zügel meines Pferdes dem nächsten Burschen und ging schnell ins Innere um im Zimmer auf den Boten zu warten, der bald darauf klopfte und eintrat.
     
  2. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    So schön es auch gewesen war einmal ein solches Fest zu erleben, umso schöner war es als wir wieder auf Hohenstein ankamen. Die Reise, welche auf dem Weg zum Schloss des Fürsten schon etwas angespannt gewesen war, war auf dem Rückweg fast schon grauenhaft gewesen. Garret hatte mich kaum mehr angesehen, geschweige denn mehr als das Nötigste mit mir gesprochen. Heimliche Küsse oder andere Liebeleien gab es gar keine mehr und wenn er mich ansah, dann lag in seinem Blick auch nicht mehr das Verlangen, welches oft so heiß gewesen war, dass ich schon gedacht hatte allein unter seinem Blick vergehen zu müssen. Es war als wäre ich für ihn nichts besonderes mehr und als seien seine süßen Worte aus dem Schlosspark nie gesprochen worden.

    Als ich gerade aus der Kutsche stieg, aus welcher er mir auch nicht mehr half, sondern ein Diener, sah ich wie sein Verwalter auf ihn zukam und ihm berichtete, dass ein Bote des Königs ihn erwartete. Was sollte das bedeuten? Neugierig versuchte ich noch etwas zu hören was die Männer sprachen, doch meine Kammermädchen schoben mich sogleich in den Wohnturm.
     
  3. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Das Problem an dem Ganzen hin und her zwischen Amber und mir war, dass ich einfach verdammt mies darin war irgendwelche Unsicherheiten aussprechen zu können. Ich wollte ihr mit meiner Distanz das Gefühl geben das sie eine Wahl hatte, das sie sich mir nicht nur anbieten musste nur weil ich sie aufgenommen hatte. Mein Herz wurde schwer und ich spürte den Stachel der Eifersucht der mich einfach nicht mehr los ließ.
    Der Bote vor mir, nannte mir sein Begehr und überbrachte mir die Nachricht des Königs mündlich. Briefe waren einfach zu heikel in diesem Fall. Wenn der Bursche überfallen wurde, könnte ein Brief in die falschen Hände fallen. Es war sicherer dem Mann persönlich es vortragen zu lassen. Ich nickte grimmig als er geendet hatte. "Du wirst morgen zu seiner Majestät zurückkehren und ihm sagen das ich dir nach drei Tagen gefolgt bin." sagte ich mit ernster Miene. Lud den Boten aber natürlich noch ein heute zu nächtigen und zu Speis und Trank wie sich das eben gehörte. Er lehnte ab, meinte das er meine Gastfreundschaft sowieso schon zu lange genossen hatte und verließ nach unserem Gespräch den Raum. Ich blieb eine Weile stehen, bevor ich mich in meinen Sessel fallen ließ, mir übers Kinn rieb. Ich würde die nächsten Tage die Beweise welche ich hatte zusammen tragen -hatte sie an verschiedenen Orten versteckt um sicher zu gehen- und danach mich alleine auf dem Weg zum Königshof machen. Es wäre zu gefährlich würde ich wen anderen mitnehmen und alleine konnte ich unauffälliger voran kommen, als mit einem ganzen Tross. Das Ganze war eine heikle Sache.
     
  4. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Es war jetzt einige Tage her, seit Garret fortgeritten war. Ich saß gerade mit seiner Mutter und zwei weiteren Damen in der Nähkammer und trennte eine Stickarbeit auf, als ich an den Moment dachte, als sich Garret von mir verabschiedet hatte. Er hatte mir kurz und knapp eröffnet, dass er fort müsse und bald wieder kam. Wenn ich etwas brauchen sollte oder Hilfe benötige sollte ich mich an Fergus wenden, dann hatte er den Raum verlassen. Ich blinzelte die Tränen weg, welche sich in meinen Augen sammelten. Ich durfte hier und jetzt nicht weinen, nicht vor seiner Mutter und den Damen. Sie durften nicht wissen, wie sehr mich Garrets verhalten verletzte und wie sehr ich mich nach meinem Zuhause sehnte. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so alleine gefühlt wie seit dem Augenblick, in welchem Garret nur noch kälte mir gegenüber zeigte.
    "Amber, ihr solltet wirklich besser werden! Ihr trennt Eure Stickarbeit schon das dritte Mal auf!" hörte ich den fast schon gehässigen Kommentar von Garrets Mutter. Seit er mich mit diesem Ungeheuer alleine gelassen hatte, bekam ich anscheinend langsam ihr wahres Ich zu Gesicht. Doch ich sagte nichts mehr auf ihre Sticheleien, denn was brachte es denn?
    Gerde wollte ich wieder den Faden in die Nadel fädeln, als plötzlich Tumult aus dem Innenhof zu uns hinauf tönte. Es dauerte nicht lange, da kam auch schon ein Diener und informierte Garrets Mutter, das ein Gast eingetroffen sei. Sie schien überrascht zu sein, stand aber auf und verließ gefolgt von ihrer Hofdame das Zimmer um den Gast willkommen zu heißen. "Wisst ihr wer das sein könnte?", fragte mich das Mädchen, ich glaube ihr Name war Regan und sah von ihrer Stickarbeit auf. Ich zuckte nur leicht mit meinen Schultern und schüttelte den Kopf. "Ich weiß nicht ob ein Gast erwartet wird!", gestand ich ihr und fluchte innerlich, als ich sah, dass meine Stickerei wieder ziemlich stümperhaft war.

    Wieder ging die Tür auf und der Diener von vorhin stand in der Tür. Er wirkte ein klein wenig verlegen, doch sein Blick ruhte auf mir. "Lady Amber, es wird nach Euch verlangt!", erklärte er sich und sah mich fast schon ein wenig mitleidig an. Oder bildete ich mir das nur ein? Etwas verunsichert legte ich mein Stickzeug beiseite und folgte nun mit Regan in meiner Begleitung dem Diener, welcher mich in die Bibliothek führte. Als ich sah wer der Gast war, hätte ich am liebsten laut aufgestöhnt. Es war Lawrence.
     
  5. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Das Pferd unter mir schnaufte, der Schwarze Hengst holte bei jedem Galoppsprung Luft. Die Hufe trommelten dumpf auf den erdigen Weg unter ihm, das Fell war nass und glänzte vom Schweiß. Er kaute auf der Trense herum, eines der Ohren horchte auf mich, während das Andere nervös umher spielte. Ich beugte mich tief über den Hals, sah über meine Schulter zurück und grinste grimmig als ich sah wie meine Verfolger immer mehr zurück fielen. Ein Grunzen verließ die Kehle von Barik als er über einen Baumstamm hinweg setzte. Irgendwer hatte diesen Typen wohl zugesteckt das ich auf den Weg zum König war, denn für einfache Wegelagerer waren die Pferde ganz schön edel gewesen und die Ausrüstung zu hochwertig. Ein Pfeil sauste an mir vorbei, verfehlte sein Ziel... lausige Schützen! Wobei ich um diesen Umstand ja doch eher froh sein sollte. Ich hörte es hinter mir fluchen und ließ den Blick noch einmal zurückgehen, ihre Pferde hatten vor dem Baumstamm gescheut und wollten per du nicht drüber. Ich grinste und tätschelte den nassen Hals des Tieres unter mir, ließ ihn jedoch noch weiter laufen. Brauchte den Vorsprung, denn wenn diese Typen wirklich wussten wo ich hin wollte, wäre ich gefundenes Fressen würde ich jetzt schon durch parieren. Ich zügelte nach einer weiteren Streckte den Hengst unter mir, er schäumte am Maul und sein Atem ging schnell. Ich glitt aus dem Sattel, kraulte seinen Hals. "Guter Junge", lobte ich ihn und führte ihn in den Wald, abseits der Wege gingen wir ein gutes Stück zu Fuß damit der Schwarze sich etwas erholen konnte.
    Gegen Dämmerung erreichte dann endlich den königlichen Hof. Der Palast erstreckte sich vor mir, von den Mauern die ihm umgaben bis hin zu den Edlen Türmen war alles exquisit und Prunkvoll. Mehr noch als am Hof des Fürsten verstand sich. Ich ritt zum Tor hin und wurde dort von Wachen aufgehalten, ohne zu zögern griff ich nach dem Siegelring den der König höchstpersönlich mir überlassen hatte und zeigte ihn der Wache am Tor. Die mir sogleich Durchgang gewährte. Ich ritt durch das Tor und glitt aus dem Sattel. "Gut gemacht", raunte ich dem Hengst zu, der nun nicht mehr wie üblich tänzelte, sondern erschöpft da stand. Jedoch war er trocken und der Atem ging ruhig, weswegen ich mir jetzt keine großen Sorgen machte. Ein Stallbursche kam und nahm ihn mir ab, nachdem ich die Satteltaschen abgenommen hatte. "Sei so gut und gib ihm eine extra Portion Hafer Junge ja?" sagte ich dem Jungen, welcher nur nickte und davon eilte.
    Man brachte mich in einen Raum wo mir erstmal zu Essen und zu Trinken gegeben wurde und ich auch den größten Schmutz von mir waschen konnte. Immerhin sollte man einem König ja auch nicht vollkommen verdreckt gegenübertreten.
     
  6. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Ich konnte es nicht genau beschreiben, doch als ich die Bibliothek betrat, kam es mir so vor als läge irgendetwas in der Luft. Eigentlich war ich ja wirklich nicht esoterisch angehaucht, aber es fühlte sich so an als wäre in dem Raum eine negative Energie, welche wie Wellen ausschlug und mir fast den Atem nahm. "Lady Amber!", begrüßte mich Lawrence und kam mit einigen großen Schritten und einem freudigen Lächeln auf mich zu. Vor mir verneigte er sich ehrerbietig und nahm meine Hand, welche ich ihm geistesgegenwärtig und trotz meiner Überraschung, ob seines Auftauchens, gereicht hatte. Er beugte sich über meine Hand und küsste sie, bevor er sie sanft wieder losließ und mich mit seinen großen, blauen Augen ansah als sei ich das schönste was er je gesehen hatte.
    Ich kam mir ein wenig unbeholfen vor, weil ich einfach keine Ahnung hatte wie ich reagieren sollte. Was zur Hölle tat er denn hier? Garret war doch gar nicht da und warum Lächelte Garrets Mutter so selbstzufrieden? Doch das Lächeln wich und eine grimmige Miene zeigte sich auf ihrem Gesicht. "Amber! Was seid ihr so unhöflich? Lord von Silberbach ist wegen Euch so weit gereist und Ihr heißt ihn nicht mal willkommen!" rügte sie mich. "Wegen mir?", die Worte waren mir leise, fast stockend über die Lippen gekommen. Warum war er wegen mir hier? Ich verstand wirklich nicht ganz, was das alles hier sollte. "Ja, seit den Hoftagen habe ich jeden Tag an Euch gedacht!" gestand er mir und fasste wieder nach meiner Hand. Ich wollte sie ihm wieder entziehen, doch er hielt sie fest in seiner. "Ich werde bis morgen hier bleiben, darf ich damit rechnen, dass ihr heute Abend meine Tischdame seid?", fragte er und anstatt meiner antwortete Garrets Mutter: "Natürlich wird sie das!".
     
  7. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Hätte ich gewusst was in meinen eigenen vier Wänden gerade stattfand ich wäre wohl sofort umgekehrt. Denn trotz der Distanz die ich krampfhaft versuchte zu Amber zu gewinnen, da ich ihr die Chance geben wollte sich selbst zu entscheiden, spürte ich wie es mich doch immer wieder zu ihr ziehen wollte. Meine Gedanken drehten sich um sie wenn ich nicht aufpasste und selbst in meine Träume stahl sie sich so einfach, dass ich immer ganz enttäuscht war wenn ich am Morgen aufwachte und sie nicht neben mir lag. Was sollte nur aus mir werden? Ich hatte mir nie etwas aus Weibern gemacht, hatte möglichst versucht bis auf die Befriedigung meiner Lust mich nicht auf sie einzulassen. War damit mein bisheriges Leben immer gut gefahren, bis Amber gekommen war... Von Anfang an hatte ich gewusst das sie Ärger bedeutete und von Anfang an hatte ich mich für sie Verantwortlich gefühlt... Ich sah auf meine Hände, wie gut sie sich darunter anfühlte... Ich fluchte und lehnte meinen Kopf gegen die kühle Mauer hinter mir, leerte nun erstmal meinen Kopf denn für das was mir bevorstand brauchte ich diesen. Das mit Amber... würde ich ein für alle Mal klären sobald ich wieder zu hause war!
    Gerade diesen Beschluss gefasst, wurde auch schon die Tür geöffnet und ein Diener des Königs bedeutete mir ihm zu folgen. Ich erhob mich, zusammen mit meinen Taschen und folgte. Wir erreichten den Thronsaal und der Diener hatte unterwegs mir nochmal erklärt wie ich mich zu verhalten hatte. Als ob ich das nicht schon längst wusste! Doch ich sagte nichts, blieb ruhig und behielt die übliche unbewegliche Maske. Die Tür ging auf und ich trat durch, hielt den Blick gesenkt und sank im Abstand zum Thron auf mein Knie. "Majestät!" grüßte ich ihn, den Kopf gesenkt und den Blick gen Boden gerichtet. "Sir Henry von Hohenstein, wir sind sehr erfreut darüber das Ihr Unserem Ruf so schnell folge geleistet habt", ertönte die Stimme des Königs vor mir, doch ich reagierte nicht. Er hatte mir keine Frage gestellt, also musste ich still sein. "Kommt lasst und in unser Arbeitszimmer wechseln!" verkündete er und bedeutete mich mit einer kleinen Geste der Hand das ich aufstehen durfte, was ich auch tat und ihm in gebührenden Abstand folgte. Die Tür ging hinter uns zu und ich legte ihm alles auf was ich zu meinem Auftrag gesammelt hatte, nannte ihm jedes Detail welches mir aufgefallen und jedes Wort das mir selber zu Ohren getragen worden war. Es dauerte zwei Stunden bis ich entlassen war. Ich verbeugte mich tief vor unserem König, machte einige Schritte Rückwärts bevor ich am Absatz kehrt machte und die Kammer aufsuchte die man mir zugeteilt hatte. Erst da fiel die Anspannung von mir ab und ich fiel erschöpft in einen unruhigen Schlaf.
    Die nächsten Tage musste ich noch bei Hofe bleiben um für eventuelle Fragen bereits zu stehen, doch es kam nicht so weit und ich kratzte beinahe schon am Wahnsinn bei dieser ständigen Untätigkeit und ich konnte nicht pausenlos am Exerzierplatz auf eine der Trainingspuppen eindreschen, so das ich schließlich froh war als ich wieder aufbrechen durfte. Der Schwarze hatte sich gut erholt und so ritten wir mit frischen Tatendrang wieder in Richtung Hohenstein. Ich hatte meinen Auftrag erfüllt und sollte mich für einen Neuen bereithalten...
     
  8. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Ich war ja jetzt schon wirklich einige Zeit auf Hohenstein und es hatte Zeiten gegeben, da hatte ich mich hier nicht ganz so wohl gefühlt. Doch so unwohl wie ich mich jetzt fühlte, da ich mit Lawrence neben mir an Garrets Tafel saß, hatte ich mich tatsächlich lange nicht mehr gefühlt. Die Stimmung in dem großen Saal, welche normalerweise recht ausgelassen und geprägt von dem Lachen und Reden der Leute war, stand heute im krassen Gegensatz. Es war recht still in dem Saal und ich spürte immer wieder besorgte Blicke der Burgbewohner, welche zu mir sahen. Während des Essens zeigte sie Lawrence sehr zuvorkommend und richtete mir ein Brett mit Speisen, doch ich hatte keinen Hunger. Allein schon beim Anblick der Fleischklumpen, welche er mir auf das Brett legte, verging mir der Appetit - also er würde mir vergehen, hätte ich einen gehabt. Ich nippte an meinem Wein und hoffte eigentlich nur der Abend würde schnell vorüber gehen und ich konnte mich endlich zurück ziehen.

    Doch das der Abend noch ganz anders enden würde als ich gehofft hatte...na daran hätte ich wohl niemals gedacht.

    Als das Mal beendet war, wollte ich mich gerade von Lawrence und Garrets Mutter verabschieden und mich zurück ziehen, als Lawrence mich bat noch einen Schlummertrunk mit ihm in der Bibliothek einzunehmen. Wiederwillig gab ich nach, denn irgendwie gab mir Garrets Mutter das Gefühl, das ich zu tun hatte um was mich Lawrence bat. Ihre Blicke waren erdrückend und duldeten keine Wiederrede. So fand ich mich kurze Zeit später zusammen mit Lawrence und Garrets Mutter als Anstandsdame in der großen Bibliothek wieder. Ein Diener brachte einen Punsch und ich nippte von dem wärmenden Getränk. Eine Zeit lang unterhielt ich mich mit Lawrence über Belanglosigkeiten, doch dann erhob er sich und das Chaos nahm seinen Lauf.
    Lawrence kam auf mich zu. nahm mir vorsichtig den Kelch aus der Hand und stellte ihn vorsichtig auf den Beistelltisch neben mir, dann ergriff er meine Hände. "Amber!", begann er und kniete sich vor mich. Ein furchtbar ungutes Gefühl überkam mich und ich spürte wie meine Kopfhaut zu kribbeln begann. "Schon seit ich Euch das erste Mal gesehen habe, weiß ich dass Ihr die Frau seid mit der ich meine Burg und mein Leben bereichern möchte!". Seine Worte drangen wie durch einen Nebel zu mir. Kälte rann mir den Rücken hinab. Ich wusste was nun folgen würde und ich konnte die Panik in mir nicht unterdrücken als er dann die Frage stellte. "Heiratet Ihr mich, Amber?". Ohne groß zu überlegen sprang ich von meinem Sessel auf, riss meine Hände aus den Seinen und verschränkte schützend meine Hände vor der Brust. Verwirrt sah mich der Mann an. "Nein, ich kann Euch nicht heiraten!", hörte ich mich sagen, während mein Herz wild in meiner Brust hämmerte. "Sei nicht dumm!", hörte ich die schneidende Stimme von Garrets Mutter. "Natürlich wirst du ihn heiraten!" - "Was? Nein! - Nein, das werde ich nicht!". Ich trat einige Schritte zurück und schüttelte meinen Kopf als Lawrence auf mich zukam. Sein Blick war besänftigend, fast bittend, als er nach mir greifen wollte, doch ich sprang fast schon einen Schritt zur Seite. Oh mein Gott, ich musste hier weg! Das wurde mir langsam wirklich zu viel. Es ging noch eine Weile so. Lawrence und Garrets Mutter sprachen, der Eine sanft, die Andere herrisch auf mich ein. Dann änderte sich langsam das Schauspiel. Lawrence seufzte entnervt auf und warf die Hände in die Höhe. "Ihr habt mir nicht gesagt, dass dieses Weibsbild so störrisch ist!", knurrte er an Garrets Mutter gewant. Erschrocken horchte ich auf. Was war das gewesen? Garrets Mutter sah mich nun nicht mehr nur mit ihrem missbilligendem Blick an, sondern ihr Blick zeugte nun von einer Eiseskälte, dass mir Himmel Angst wurde. Ich stand in einer Ecke des Zimmers und beobachtete wie plötzlich eine hitzige Diskussion zwischen Lawrence und der älteren Frau entflammte. Es fühlte sich alles so surreal an, die Worte die ich hörte, welche davon handelten dass etwas ganz anders vereinbart gewesen war. Geld nur bei Ausführung geflossen wäre. Lawrence, welcher wütend wurde und meinte er habe sich auf diesen Handel nur eingelassen weil ich hübsch genug gewesen sei. Die Stimmen wurden lauter. Lawrence und Garrets Mutter stritten nun heftiger. Er sagte, dass er sich niemals auf diesen Kuhandel hätte einlassen dürfen. Dann verschwand er, die Tür schlug mit einem donnernden Knall zu und ich war alleine mit Garrets Mutter. Stille. Für einige Minuten herrschte eine drückende, schwere Stille. Dann kam die Frau auf mich zu, hob ihre Hand und gab mir eine schallende Ohrfeige. "Du dummes, dummes Ding!", spie sie mir entgegen. "Ich habe dir die Chance gegeben zu Leben!", ihre Stimme troff vor Hass und Verachtung. "Du hättest ihn nur heiraten müssen und endlich hier verschwinden sollen!", ich wusste nicht ob sie zu mir sprach oder mit sich selbst. Ihre Hände zitterten vor Wut und sie packte meinen Kelch von dem Beistelltisch und warf ihn gegen die Wand. Durch das Laute Geräusch erschrocken, kam ein Diener in die Biblothek. "Herrin?", fragte er verwirrt. Für einen Moment dachte ich sie würde den Diener wieder fortschicken, doch dann hielt sie inne und sah zu dem Diener. "Ruft die Wachen, ich habe den dringenden Verdacht mein Sohn beherbergt eine Hexe in seiner Burg!".


    Die Steine des Kerkers, in welchen mich Garrets Mutter hatte bringen lassen, waren eiskalt. Mein Kleid war teilweise zerrissen, denn ich hatte mich gewehrt, als die Wachen kamen um mich mitzunehmen. Ich hatte geschrien, geweint und gefleht. Doch es hatte nichts geholfen. Man hatte mir die Hände hinter dem Rücken gefesselt und mich weit unter die Mauern der Burg gebracht. Es stank so fürchterlich und mir war so kalt. Und ich hatte Angst. Tränen liefen mir über die Wangen. Ich wollte doch noch gar nicht sterben.
     
  9. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Die drei Tage im Sattel waren anstrengend, mein Hintern fühlte sich taub an und die Beine steif. Tagsüber war ich immer wieder zu Fuß gegangen um Barik zu schonen, die Nächte verbrachte ich in Gasthäusern. Natürlich hätte ich auch irgendwo draußen im freien schlafen können, aber dann hätte ich vermutlich gar nichts geschlafen. So gönnte ich mir zumindest ein paar Stunden und das war wichtig. Es gen Ende des dritten Tages, die Sonne stand tief als ich im Schritt durch das Dorf ritt welches vor Hohenstein lag, gerade kam ich am anderen Ende wieder heraus als mir ein Trupp meiner Männer entgegen kam. Mit einem müden grimmigen Lächeln begrüßte ich die Männer und zügelte den Schwarzen unter mir. Das Lächeln.. die Müdigkeit...das alles war mit einem Mal wie weggewischt und ein dunkler grimmiger Zug nahm den Platz ein. Die Augen funkelten scharf hervor als ich meine Männer maß. "Und was waren meine Befehle der Lady gegenüber!?" donnerte ich und meine Stimme hallte über die Ebene. Die Pferde unter den reitern tänzelten nervös. Ich stieß ein unwirsches Knurren aus, trat Barik in die Flanken, welcher vorne in die Höhe ging eher er mit einem weiten Satz in Galopp fiel. Ich trieb den Schwarzen immer mehr an, spürte wie seine Muskeln sich anspannten und er immer flacher wurde. Die Hufe trommelten auf den Boden, der Wind riss an meiner Kleidung und Haaren. Mein Blick lag starr und grimmig vor mir. Angst umklammerte meint Herz... Angst und eine so unbändige Wut das ich am liebsten alles nieder gerissen hätte. Das dumpfe Trommeln wechselte mit dem Holz der Zugbrücke und dann dem Stein mit dem der Innenhof gepflastert war. Ich trieb den Hengst durch bis in den inneren Ring, die Leute sprangen schnell zur Seite als sie mich heran kommen sahen, hart zügelte ich das wild schnaubende Tier unter mir, welches sich durch meinen Zorn wohl noch zusätzlich aufgestachelt fühlte. Der Schwarze tänzelte, ich warf mein Bein über den Sattel und landete mit festen Schritt am Boden. "Bring ihn in den Stall!" knurrte ich dem Burschen entgegen und drückte ihm die Zügel in die Hand. Mein Blick ging hinauf zu dem Fenster der Kemenate wo ich das Gesicht meiner Mutter sah die hochmütig auf mich runter sah. Diese miese Schlange! Dieses Mal war sie zu weit gegangen!
    Mit weiten eiligen Schritten ging ich auf die Tür zu, die hinunter in meine Kerker führte. Eine Wache wollte irgendetwas dahin stammeln, machte den Fehler sich mir auch nur ansatzweise in den Weg stellen zu wollen und bekam meine Faust direkt ins Gesicht. Er taumelte und hielt sich die Nase, schloss die Tür unverzüglich auf und ich tauchte in das Dunkel ein. Getrieben von Sorge und der Panik die mich befiel, rannte ich die Treppen beinahe hinunter. Die Luft war feucht und modrig, was sich so tief unter der Erde leider nicht vermeiden ließ.
    "Wo ist sie?!" fuhr ich die Wache hier unten an als sie mir entgegen kam. Packte den Mann am Kragen und drückte ihn gegen die Wand als er nicht schnell genug antwortete. Er zuckte zusammen und deutete mit den Finger auf ihre Zelle. Ich ließ ihn los und stürmte auf die schwere Tür zu, schob den Riegel nach hinten und stieß sie auf. Meine Augen brauchten etwas um sich an das Dunkel in der Zelle zu gewöhnen. Doch dann sah ich sie, wie ein Häufchen Elend zusammen gesunken und mein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen. Gott! Ich hätte sie nie alleine hier lassen dürfen! "Amber..." flüsterte ich ihren Namen, kam ohne zögern auf sie zu. Ich legte meine Arme um sie und zog sie an mich, eh ich sie einfach hochhob. Ein Arm unter ihre Knie geschoben, den anderen um ihre Schultern trug ich sie aus der Zelle hinaus und die Treppen hinauf.
    Fort von diesem schrecklichen Ort an dem sie nichts zu suchen hatte. Die Dämmerung war weit fortgeschritten als wir ins Freie traten und Schaulustige hatten sich im Hof gesammelt. "Geht an eure Arbeit!" bellte ich und alle zuckten zusammen und hatten es auf einmal eilig weg zukommen. Ich brachte Amber hinauf in ihr Zimmer, niemand wagte es sich in meinen Weg zu stellen, sie drehten viel mehr sofort um wenn sie mich im Gang kommen sahen. Mein Blick war starr und grimmig nach vorne gerichtet.
    Sanft bettete ich Amber auf ihren Bett, sah erst jetzt das ihre Hände am Rücken gefesselt waren. Ich stieß einen Fluch aus, zog meinen Dolch und schnitt sie durch.
    Mein Herz sprang wild in meiner Brust herum und ich scholt mich einen Narren das ich angenommen hatte meine Mutter würde nicht so weit gehen. "Amber... alles in Ordnung? Hat dir irgendjemand weh getan?" fragte ich sie nun, hockte vor ihr und hielt ihre eiskalten Hände. Gott möge jedem gnädig sein der Hand an sie gelegt hatte! Zorn und Wut hielten mich immer noch in ihren Klauen, aber Amber gegenüber würde ich sie nicht auslassen. Ich musste nur sicher sein das es ihr gut ging... das ihr zumindest niemand weh getan hatte, dass ich nicht zu spät gekommen war. Erst Amber... dann würden alle Anderen zu spüren bekommen was geschah wenn man sich meinen Befehlen widersetzte!
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Sep. 2019
  10. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Es war spät gewesen, als sich der Riegel der schweren Holztüre mit einem metallischen Scharren bewegte und kurz darauf die Tür geöffnet wurde. Eine Person trat ein, in ihren Händen hielt sie eine kleine Laterne, deren Licht mich blendete. Ich wusste nicht wie lange ich nun schon hier unten war, doch es kam mir wie etliche Stunden vor. Ich hatte geweint, um Hilfe geschrien und immer wieder gebetet dass Garret kam und mich rettete. Doch er kam nicht. Oder wollte er nicht? Verzweiflung packte mich mit kalten Klauen und fraß sich tief in mich hinein und säte die Angst. Was würde nun mit mir geschehen? Einmal war ich vor lauter Panik fast am Rande der Ohnmacht gewesen, doch ich hatte mich gezwungen dem schwarzen Nichts zu widerstehen. Ich musste wach bleiben.
    Die Person stellte die Laterne ab und streifte die Kapuze des Umhanges, welchen sie trug nach hinten, sodass ich nun da meine Augen sich an das Licht gewöhnt hatten, ihr Gesicht erkennen konnte. Garrets Mutter. Die Frau sah mich mit vor Verachtung glimmenden Augen an. Ihr Blick maß mich und es war als würde sie einen Hundehaufen mustern. Sie schnaubte kurz und das Geräusch hallte von den steinernen Wänden meines Gefängnisses wieder. "Du hättest Ihn nur heiraten müssen!", erklärte sie mir im Tonfall einer Mutter, welches ihr ungehorsames Kind scholt. Ich sah zu ihr auf, versuchte ihren Blick zu ergründen, versuchte zu erahnen warum sie mich so zu hassen schien. "Wenn du Lawrence geheiratet hättest, dann hättest du ein schönes Leben gehabt. Zwar wäre er dir sicherlich kein liebevoller und treuer Gemahl gewesen, doch du hättest zumindest leben können!". Ihre Worte wurden schärfer, ihre Stimme lauter. Doch sie fing sich wieder, schien sich selbst zur Kontenance zu zwingen und schüttelte dann pikiert ihren Kopf. So als verstünde Sie nicht wie ich so hatte handeln können. "Denkst du denn ich hätte nicht mitbekommen wie du die H.ure für meinen Sohn gespielt hast?", fragte sie mich nun in verächtlichem Ton; spie mir die Worte gerade zu entgegen. Ich sah sie weiterhin an, spürte mein Herz, wie es immer lauter Schlug und mir fast die Luft zum Atmen nahm. Sie wusste was zwischen Garret und mir geschehen war? Sie warf die Hände in die Höhe, so als wäre es für sie eine unvorstellbare Vorstellung. "Hast du dummes Ding denn wirklich gedacht ich würde es zulassen, dass mein Sohn so eine wie dich heiratet?", wieder wurde sie lauter, kam auf mich zu und ich duckte mich reflexartig in Erwartung eines Angriffs. Doch er blieb aus. Als ich meine Augen wieder öffnete, begegnete ich ihrem eiskalten Blick mit dem sie mich wieder anstarrte. "Garret ist der einzige Erbe des Geschlechtes von Hohenstein!", begann sie zu erklären und seltsamer Weise war ihr Tonfall nun wieder bedachter. Garret hatte mich einst vor dieser Frau gewarnt. Doch hatte ich mich täuschen lassen und geglaubt sie sei vielleicht gar nicht so boshaft wie er mich gewarnt hatte. "Ich habe ihm vor einiger Zeit schon die passende Frau gesucht und ich habe sie hierher gebracht, damit die Dinge ihren Lauf nehmen konnten. Doch dann warst Du hier!", wieder verzog sie angewidert ihre Mundwinkel. "Und so wie mein Sohn dir hinterher gehechelt ist, wie ein liebestoller Hund. Gab es da nur die Möglichkeit dich aus dem Weg zu schaffen!". Für einen Moment stand meine Welt still. Garret war mir hinterher gehechelt wie ein liebestoller Hund! Wann war denn das gewesen? Es schmerzte mich daran zu denken wie schön es eine Zeit lang zwischen ihm und mir gewesen war. Für einen Moment hatte ich wirklich gedacht er würde mehr für mich empfinden. Doch sein Verhalten die letzen Wochen...
    "Du hast deine Chance auf Leben verwirkt!", fuhr die Frau vor mir fort. "Ich weiß noch nicht genau wie, doch ich werde mir etwas einfallen lassen, damit du hängen wirst!". Ihre Worte fraßen sich in mich wie eiskalte Klauen. Dann war sie wieder fort. Und ich war wieder allein.


    Tumult weckte mich aus einem Dämmerschlaf. Ich hatte solchen Durst und die Welt um mich herum verschwand immer wieder in einem undurchdringlichen Nebel. Der Riegel wurde wieder zur Seite geschoben und die Tür fiel krachend auf. Dann hörte ich seine Stimme. "Garret?". Ich zwang mich meine Augen wieder offen zu halten, wollte mich nicht von der Erschöpfung mitreißen lassen. Er war hier! Himmel, er war hier! Ich lehnte meinen Kopf an seine Brust, als er mich hochhob. Mit festen Schritten trug er mich aus dem dunklen Elend des Kerkers. Ich hatte wieder die Besinnung verloren und erwachte erst, als er mich auf mein weiches Bett legte und mir die Fesseln, welche meine Arme nach hinten hielten, durchtrennte. Meine Schultern schmerzten, als ich versuchte meine Arme zu bewegen und die Muskeln protestierten. Ich sah Garret an, welcher mich fragte ob mir jemand etwas angetan habe. Sein Blick war so voller Sorge und am liebsten hätte ich mich in seine Arme geworfen, doch dazu fehlte mir gerade die Kraft. Ich schüttelte meinen Kopf. Außer dem Schlag seiner Mutter und der kleinen daraus resultierenden Platzwunde an meiner Lippe, war ich nicht verletzt. "Deine Mutter ...." krächzte ich leise, heiser von meinen Rufen und die Kehle trocken. Wieder sah ich zu Garret. Ich spürte wie sich meine Augen mit Tränen füllten. Gott sei dank dass er gekommen war!
     
  11. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Es war Eiseskälte die mich durchfuhr als Amber krächzte das meine Mutter... Ich biss die Zähne zusammen, strich vorsichtig über ihr Gesicht, sah die Wunde an ihrer Lippe und fuhr mit dem Daumen darüber. "Sie wird dafür teuer bezahlen!" knurrte ich ungehalten. Es war genug! Ich hatte mich stets bemüht meine Mutter so zu behandeln, wie ein Sohn dies eben tun sollte, doch indem sie sich an Amber vergriffen hatte, und ich wusste ja noch nicht einmal das ganze Ausmaß, hatte sie endgültig eine Grenze überschritten. "Ruh' dich erstmal aus Amber, ich bin gleich wieder da", sagte ich so sanft ich es mit der unterdrückten Wut vermochte. Strich eine verdreckte Haarsträhne aus ihrem Gesicht. Ich hörte es an der Tür kratzen und ging hinüber, machte die Tür auf, der kleine graue Hund kam herein geschossen und direkt an Ambers Seite. Ich wies die Diener an, die Zimmermädchen von Amber zu holen und das sich erstmal um sie gekümmert wurde. Ich... ich rief vier meiner Männer zu mir. Jenen denen ich eigentlich sonst vertraute.
    Wie getretene Hunde kamen sie in mein Arbeitszimmer, ich hatte meine Fäuste auf dem Tisch abgestützt und sah grimmig auf als sie kamen. "Waren meine Befehle so missverständlich?" fragte ich in den leisen Raum. "Ich erinnere mich gesagt zu haben, dass auf Lady Amber acht gegeben werden soll.." fuhr ich fort. Mein Blick glitt von einem Gesicht zum anderen. "Eure Mutter sagte..." "Meine Mutter!" brüllte ich und fegte das was auf dem Tisch gerade noch gelegen hatte hinunter. Klirrend flog ein Becher Wein gegen die Wand, Pergament und Blätter raschelten zu Boden. "Wer ist der Herr dieser Burg?!" fragte ich sie durch zusammen gebissene Zähne, funkelte sie zornig an. "WER?!" grollte ich dunkel und unheilvoll. "Ihr, Sire!", kam leise aus allen vier Mündern gleichzeitig. "Ihr werdet Augenblicklich eure Pferde satteln und die Kutsche bereit machen lassen, ihr bringt meine Mutter noch heute Nacht ins Kloster am Berg!" befahl ich ihnen, sie verneigten sich und ich schickte sie weg. Sammelte mich etwas und ging dann um der Schlange ins Auge zu sehen die für den ganzen Ärger verantwortlich war. Ich betrat die Kemenate ohne zu kopfen. Ein paar der Frauen saßen rund um sie, während sie seelenruhig weiter stickte. "Raus!" bellte ich und die Mädchen fuhren zusammen, zögerten. "Sofort raus!" gab ich nachdrücklicher von mir. Trat auf meine Mutter zu und hob die Hand, als sie anfing ebenfalls ihre Sachen zu packen. "Ihr nicht!" knurrte ich. Nach einem kurzen jedoch sehr hitzigen Gespräch verließ meine Mutter pikiert das Zimmer, stolzierte um ihre Sachen zu holen. Ich stellte mich höchstpersönlich neben ihre Tür und sah dabei zu wie sie packte. Begleitete sie auch hinunter zur Kutsche um sicher zu gehen, dass sie auch tatsächlich abreiste. Ich wollte sie keine Minute länger mehr hier haben! Gerade war sie weg, als mein Verwalter auf mich zu trat und mir eine Nachricht zutrug die mich beinahe vor Wut aufheulen ließ. "Bringt mein Schlachtross!" bellte ich und musste kurz entschlossen einfach Handeln... Um Amber zu vor dem zu Schützen was meine Mutter da angezettelt hatte, musste ich sie heiraten... gleich morgen! Ich fingerte nach dem Ring mit dem Bernstein den der König mir als Lohn gegeben hatte. Ich brachte ihn zu meinem Schmied und gab ihn genaue Anweisung. Bevor ich mich auf den Hengst schwang und durch die Tore ritt. Die Trauung musste ein Pfarrer machen und meiner war derzeit nicht hier war, musste ich den nächsten aus der Pfarrei in der Nähe holen. Der schuldete mir sowieso noch einen Gefallen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Sep. 2019
  12. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Garret war gerade aus der Tür hinaus, als ich den kleinen, grauen Hund neben mir fest in die Arme nahm und meinen Tränen freien lauf ließ. Ich schluchzte in das weiche Fell des jungen Hundes, welcher die Welt wohl gerade nicht verstand, aber dennoch still hielt. Mir wurde langsam alles zu viel, vor allem der heutige Tag. Ich vermisste mein Zuhause. Und auch wenn ich schon 24. Jahre alt war, ich vermisste meine Mom. Ich wollte zu ihr, wollte dass sie mich in den Arm nahm, mir irgendeinen Kräutertee kochte den ich nicht mochte und mir versicherte, das alles gut werden würde. Wahrscheinlich konnte man gar nicht zu alt sein für Momente in denen man sich die liebevollen Arme seiner Mama wünschte und das Gefühl bekam beschützt zu sein.
    Nach einer Weile, beruhigte ich mich so weit das ich mich langsam aufrichten konnte. Der kleine Hund sah mich mit seinen großen Augen an und schien nicht recht zu wissen was denn überhaupt los war. Zaghaft wedelte er mit seiner Rute, bevor er einen Satz machte und damit begann mein Gesicht abzulecken. Er entlockte mir ein kleines Lächeln, als ich ihn von mir schob. Doch dann wurde ich wieder von der Erschöpfung in die Wirklichkeit geholt. Die Zimmertüre ging auf und ich hoffte schon es sei Garret, doch es waren meine Zimmermädchen. Besorgt kamen sie zu mir an das Bett. Sie halfen mir aus der verschmutzen Kleidung und bereiteten mir ein Bad. Das heiße Wasser tat gut und die Mädchen wuschen mir meine verdreckten Haare. Nach dem Bad gaben sie mir ein frisches Nachthemd und bürsteten mein Haar vor dem Kamin trocken. Dann steckten sie mich ins Bett. Obwohl sie protestierten, behielt ich den Hund mit im Bett. Ich brauchte etwas an dem ich mich festhalten konnte. Und mit dem Hund hatte ich irgendwie das Gefühl als wäre ein kleiner Teil von Garret bei mir. Kaum hatte mein Kopf das Kissen berührt, schlief ich vor Erschöpfung ein.
     
  13. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Es war schon lange Dunkel als ich die Pfarrei erreichte und mit der Faust gegen das Tor donnerte. Der weiße Hengst stand hinter mir, schnaufte angestrengt und ließ seinen Kopf hängen, während sein Herr beschäftigt war. Ich ließ meine Faust nochmals auf das Tor nieder und dann ging der kleine Schieber auf und ein verschlafener Mönch schielte dort hinaus, hob die Laterne welche er hatte hoch um den Störenfried da draußen zu begutachten. Mein grimmiges Gesicht schien ihn wohl erst etwas zu schrecken. "Was ist Euer Begehr zu so später Stunde?" brummte er missmutig. "Ist Pater Gabriel anwesend?" fragte ich einfach heraus. Der Mönch kniff die Augen zusammen. "Ja, aber er ist im Bett Herr.. kommt morgen wieder", sagte der Mann und ich knurrte leise auf. "Ich habe keine Zeit bis morgen! Weckt ihn auf und sagt ihm Sir Garret verlangt nach ihm und seinen Diensten!" schnauzte die den Mann an, der etwas bleich wurde als ich meinen Namen nannte. Gut so! Ich hob meinen Kopf, reckte das Kinn um meinem Ruf die Krone auch wirklich aufzusetzen. "Sofort Mylord!" sagte er, schob den Riegel zu bevor er das Tor öffnete. Ich nahm die Zügel meines Hengstes und führte ihn hinein in den Hof. "Wartet hier!" forderte der Mönch auf und verschwand im dunklen der Pfarrei.
    Ich tätschelte dem Hengst neben mir den Hals und ließ ihm aus einen der Eimer trinken die herum standen. Ich sah hinauf zum Sternen besetzten Himmel, ich hatte Amber eigentlich gesagt das ich wieder kommen wollte... Doch die Ereignisse hatten sich etwas überschlagen. Was sie wohl dazu sagen würde? Ich hatte mich von ihr fernhalten wollen... ihr die Möglichkeit geben das sie sich jemanden suchen konnte der sie wirklich verdiente und ihrer würdig war. Und jetzt... jetzt band ich sie unwiderruflich an mich um sie vor dem Übel zu schützen welches ihr drohte.
    Ich fuhr mir mit einer Hand durch meine Haare als ich eine Bewegung an meiner Seite wahrnahm. Der Pater kam verschlafen aus dem Gebäude gewackelt. Es war ein älterer Mann und hagerer Gestalt. "Mein Herr Garret", gähnte er und kam näher. "Ich hoffe dein Begehren ist dringend", brummte er noch immer verschlafen. "Gabriel!" rief ich seinen Namen aus ging auf den Geistlichen zu. Umarmte ihn brüderlich, wir waren im Kampf vor einigen Jahren noch Seite an Seite gestanden, bevor er sich entschieden hatte dieses Leben zu führen. "Ich benötige deine Dienste wirklich dringend! Hol dein Maultier, ich erkläre dir alles auf dem Weg nach Hohenstein!" sagte ich zu dem Freund als ich mich wieder gelöst hatte, eine Hand auf seine Schulter gelegt. Er blinzelte verwirrt, schien dann jedoch zu verstehen. Es dauerte nur wenige Minuten bis der Pater und ich auf dem Rückweg waren. Gott sei Dank war das Wetter uns gewogen und der Wolkenfreie Himmel bot genug Licht um den Weg zurück zur Burg zu bestreiten. Unterdessen erklärte ich dem alten Waffenbruder um was es ging und er sah mich mit großen Augen an. "Aber Garret... das ist..ich meine ich kann doch nicht... weiß deine 'Braut' überhaupt schon bescheid?" fragte er völlig entsetzt. Ich schüttelte den Kopf. "Es bleibt keine andere Wahl. Gabriel, es gibt keinen anderen Ausweg. Wenn ich sie nicht sobald als möglich zu meiner Frau mache, werden sie ihr einen Prozess machen und wenn das erst an die Öffentlichkeit gerät...""Ist es um das arme Ding geschehen..." Er seufzte und nickte schließlich, ergab sich in dieses Schicksal. "Aber damit sind wir dann quitt!" forderte er und ich war daran zu seufzen und nickte. "Gut!" sagte ich und wir reichten uns die Hände um das damit zu besiegeln. Sie würden Amber foltern... und würde sie jemand anderem Gegenüber ein Wort darüber verlieren das sie aus der Zukunft kam und von all diesen fantastischen Dingen die es dort gab berichten... Sie wäre schneller auf dem Scheiterhaufen als ich auch nur Protest einlegen konnte. Deswegen... es durfte einfach nicht soweit kommen und Punkt!

    Kurz vor Sonnenaufgang erreichten der Geistliche und ich die Burg. "Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt so lange zu reiten", stöhnte der hagere Mann neben mir und rieb sich den Rücken. Ich schmunzelte darüber. "Eben nur mehr der faule Priester der hinter dem Pult sitzt und Bücher schreibt", neckte ich ihn und er deutete mir nur mit der Faust, bevor er sich zusammen riss. Ich glitt aus dem Sattel und sah mich um, reichte dann die Zügel des Pferdes an den verschlafenen Burschen der mir entgegen kam. "Komm du bekommst erstmal was zu trinken und ein Zimmer um dich etwas auszuruhen", sagte ich zu den Freund und führte ihn ins innere der Burg. Wo er ein Bier erhielt und dann ein Zimmer wo er sich erstmal ausruhen konnte. Während ich durch die Burg ging und sicher ging das meinen Befehlen auch Folge geleistet worden war. Ich wollte Amber zumindest eine Hochzeit ermöglichen die nicht ganz so überhastet schien wie sie tatsächlich war... Ob sie dem überhaupt zustimmen würde? Ich lief in meinen Räumen auf und ab, begann mich schließlich herzurichten. Stutzte den Bart und wusch mich gründlich, legte schließlich meine besten Kleider an. Ich atmete tief durch, fuhr mit einer Hand durch mein Haar.. ich musste Amber das alles nur noch klar machen. Also verließ ich meine Räume um zu ihr zu gehen, klopfte zu erst. Doch als sie nicht reagierte betrat ich einfach den Raum, sie lag schlafend im Bett. Man hatte sie gewaschen, doch sie sah immer noch abgekämpft aus. Armes Mädchen... mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich ließ mich an der Bettkante nieder, streckte meine Hand und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
     
  14. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Die Erschöpfung hatte mich diese Nacht tief und traumlos schlafen lassen. Ich hatte nicht bemerkt, dass der junge Hund irgendwann in der Nacht aus dem Bett gesprungen war und stattdessen lieber auf dem Boden geschlafen hatte. Als Garret das Zimmer betrat, stand er verschlafen auf, streckte sich und wedelte dabei freudig mit der Rute.
    Eine sanfte Berührung an meiner Wange weckte mich und ich schlug mit flatternden Lidern die Augen auf. Im ersten Moment war da wieder dieser weiße Nebel und ich wusste auch erst nicht so ganz wo ich war. Doch dann lichtete sich der Nebel und ich sah Garret, welcher neben mir auf der Bettkante saß. "Garret?", murmelte ich verwirrt und verschlafen und sah zu ihm auf. Er sah so gut aus. Hatte er sich den Bart gestutzt? "Hast du etwas vor?", fragte ich ihn verschlafen und richtete mich vorsichtig etwas auf. Er hatte ein sehr edles Gewand an, sein Haar war nach hinten gekämmt und er war attraktiver als je zuvor. Die Muskeln in meinen Schultern schmerzten, als ich mich auf einem Arm abstützte, also legte ich mich wieder nach hinten in das weiche Kissen.
     
  15. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich kraulte den Hund kurz mit der freien Hand hinterm Ohr, bevor ich mich vollkommen Amber zu wandte, als sie ihre Augen aufschlug. Sanft strich ich über ihre Wange und betrachtete sie weiterhin. Sie murmelte meinen Namen und sah zu mir auf. Als sie fragte ob ich etwas vor hatte, gab es mir einen leisen Stich ins Herz. Ich hatte sie freigeben wollen, hatte ihr ermöglichen wollen einen Besseren als mich zu finden und doch... würde ich sie mit dem heutigen Tag an mich binden um sie zu schützen. Sie setzte sich erst etwas auf, sank dann jedoch wieder zurück in ihre Kissen, als schienen ihre Arme zu schwach um sie zu halten. Ich nickte schließlich auf ihre Frage. "Ja.. wir haben etwas vor", antwortete ich und musterte sie. Ich wankte für einen Moment, sollte ich ihr das wirklich antun? Die Ehe mit mir? Mit dem Brudermörder, dem grausamen Machthungrigen Mann den alle in mir sahen? Es blieb mir keine andere Wahl... und auch empfand ich so viel für sie, dass es einen Teil von mir gar nicht wie eine Pflicht vor kam sie zu meiner Frau zu nehmen. Ich senkte meinen Blick, ergriff ihre Hände, strich mit dem Daumen über ihren Handrücken. "Die Mädchen werden gleich ein Kleid für dich bringen und dich zurecht machen Amber", sagte ich und hob wieder den Blick, betrachtete ihr Gesicht sah den fragenden Blick. "Wir werden heute heiraten!" verkündete ich ihr nun, die Stimme fester als ich es gedacht hätte. Bevor sie noch protestieren oder irgendetwas sagen konnte, hob ich eine Hand, zeigte eine sanfte Geste das sie mich erklären lassen sollte. "Es ist die einzige Möglichkeit für mich dich vor dem zu bewahren, was meine Mutter eingefädelt hat. Niemand wird es wagen Hand an dich zu legen, wenn du erst meinen Namen trägst", erklärte ich ihr nun meine Beweggründe. "Ich hatte für dich gehofft das es eine andere Lösung geben würde als mich zum Ehemann nehmen zu müssen", fügte ich dann mit einer leisen Bitterkeit in meiner Stimme aus. Es klopfte an der Tür bevor Amber noch etwas sagen hätte können und ich ließ ihre Hände los und ging hinüber zu Tür. Öffnete diese und die Mädchen sahen erschrocken dann erbost über meinen Anblick. "Mylord! Es bringt doch Unglück die Braut vor der Hochzeit zu sehen und noch seid ihr nicht verheiratet!" schimpfte die Ältere von ihnen los und ich neigte nur mein Haupt. "Ich wollte mich nur vergewissern, das es meiner Braut nach den Vorfällen der letzten Tage auch gut geht", erklärte ich und der Blick wurde sanfter, trotzdem wurde ich sogleich förmlich hinaus geworfen. Ich seufzte und sah über meine Schulter zurück zur geschlossenen Tür. Ich hoffte das sie mir das irgendwann verzeihen würde... Ich riss mich los um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Dabei führte mein Weg mich auch zum Schmied der mit einem freudigen Lächeln mir entgegen sah und mir dann den Ring hinhielt. Er hatte die ganze Nacht durchgearbeitet um ihn für Amber hin zu schmieden. Es war ein edles Stück, ein goldener Ring mit feinen Schnörkeln die einen Bernstein umfassten. Ja er schien mir passend für sie. Ich bedankte mich bei dem Mann und ging weiter. Gabriel war mittlerweile auch schon wieder auf den Beinen und bereitete sich seinerseits vor. "Und du bist dir sicher?" fragte er dann schließlich als ich bei ihm angekommen war und ich nickte ernst. "Sie hat gewiss einen Besseren als mich verdient... aber um sie zu schützen würde ich alles tun", meinte ich und mein alter Waffenbruder hob eine Augenbraue und schüttelte dann nur den Kopf.
     
  16. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Verwirrt starrte ich auf die Tür, durch welche Garret gerade wieder verschwunden war. Die beiden Mädchen wuselten emsig in dem Zimmer umher und eines der Mädchen, Betty kam zu mir herüber. "Mylady, ihr müsst jetzt aufstehen!", forderte sie mich mit liebenswürdiger Strenge auf und begann damit die Decke zurück zu schlagen. Fast schon automatisch folgte ich ihren Anweisungen, während meine Gedanken verrückt spielten. Hatte Garret mir gerade wirklich eröffnet, dass wir heiraten würden? Für einen Moment zweifelte ich wirklich an meinem Verstand. Nein, das konnte nicht sein ich musste mich verhört haben. Garret würde mich doch niemals heiraten wollen. Nicht nachdem ich all die Wochen sein Verhalten mitbekommen hatte. Er hatte ja geradezu alles daran gesetzt mir aus dem Weg zu gehen, warum sollte er mich dann jetzt heiraten? Er hatte gesagt es wäre die einzige Möglichkeit mich vor seiner Mutter und ihren falschen Anschuldigungen zu retten.
    Langsam verstand ich. Ihm lag immer noch nicht mehr an mir, aber dennoch zu viel um mich auf dem Scheiterhaufen zu sehen. Er wollte mich heiraten, aber nicht weil er mich mochte, sondern weil sein Ehrgefühl ihn dazu verpflichtete. Ich spürte einen leisen, stechenden Schmerz in meiner Brust. War es Enttäuschung weil ich mir insgeheim gewünscht hätte er würde eine Heirat mit mir nicht als Pflicht ansehen?

    "Ihr seht wunderschön aus Mylady!", Bettys Augen waren verdächtig glasig als sie mich in dem wunderschönen Brautkleid ansah. Es war kein Brautkleid im eigentlichen, doch die Creme- und Beigetöne des Kleides welches Garret hatte bringen lassen, erinnerten sehr an das kleid einer jungfräulichen Braut. Ein Diener klopfte zaghaft an die Tür und betrat auf die Erlaubnis des älteren Zimmermädchens das Zimmer. "Es ist soweit, ihr solltet Euch in der Kapelle einfinden!", wies er mich an und lächelte mir aufmunternd zu. Es war der Diener, welcher mich an dem Abend in der Bibliothek gesehen und besorgt gemustert hatte. Langsam folgte ich ihm.
     
  17. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Gabriel stand vor dem Altar der kleinen Kapelle von Hohenstein. Sie war elegant und hübsch eingerichtet. Bot gerade genug Platz für die Personen im Herrenhaus. Ich stand neben ihn und wartete darauf, dass der Diener Amber hierher bringen würde. Es waren meine Leute hier, eine klein gehaltene Gesellschaft, aber eben genug Zeugen damit diese Ehe auch anerkannt werden konnte. Etwas nervös wurde ich gerade schon, spürte mein Herz aufgeregt klopfen und eine.. Freude... Ja ein Teil freute sich auch, selbst wenn der Grund hierfür alles andere als erfreulich war und ich sie eigentlich hatte meiden wollen... Amber würde ab dem heutigen Tag zu mir gehören... Niemand würde mehr etwas sagen können wenn ich in einem Raum mit ihr alleine war oder ihr auch in der Öffentlichkeit meine Zuneigung zeigte... Seltsam... wieso hatte ich nicht schon eher daran gedacht? Verdammter Narr, weil keine Frau mit dir verheiratet sein will! Achja... deswegen. Ich seufzte leise, atmete tief ein und aus um mich wieder zu beruhigen... Und dann ging die Tür zur Kapelle auf und mein Blick ging dorthin. Meine Augen blitzten wohl unwillkürlich auf, als ich Amber ansichtig wurde. Der Angus hatte ich bereit erklärt sie an den Altar zu führen, hatte ihr auch einen Ring für mich gegeben, der meinen Vater gehört hatte. Ich ertastete den ihren in der Tasche meiner Weste. Mein Blick lag nur auf ihr und ich... ich war einfach stolz... Ja stolz wie diese Schönheit da auf mich zu kam und das sie meine Braut war... bald meine Frau sein würde.
    Es gab kein zurück für niemanden von uns... also sollten wir doch das Beste daraus machen. Ich nahm ihre Hand entgegen als sie beiden ankamen, verneigte mich vor ihr bevor ich mich Gabriel zuwandte, der nun ganz der Geistliche war und anfing seine Predigt zu halten - in verkürzter Form wie ich ihn darum gebeten hatte.
     
  18. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Es wirkte alles so Surreal, so als ob ich noch träumen würde. Auf dem Weg in die Kapelle hatte mir der Diener einen Ring gegeben. Er hatte gesagt, dass dieser Ring einst Garrets Vater gehört hatte und er ab dem heutigen Tag für Garret das Symbol unserer Vermählung sein solle. Ich nahm den goldenen Reif und hielt ihn auf dem Weg zur Kapelle fest in meinen Händen.
    Als wir die Kapelle betraten, fiel mein Blick sofort auf Garret. Er stand vorne am Altar, neben einem Priester, welchen ich hier noch nicht gesehen hatte und er sah einfach umwerfend aus. Vorhin in meinem schlaftrunkenen Zustand hatte ich nur einen Teil seiner Attraktivität wahrgenommen, doch als ich ihn in all seiner Pracht dastehen sah. Wieder kam mir der Gedanke, wie es wohl sein würde, wenn Garret dort aus freien Stücken stehen würde? Doch sein Gesichtsausdruck zeigte keinerlei Reue, Gram über unsere Heirat. Nein, Garrets Blick gab mir sogar das Gefühl es würde ihm etwas bedeuten, dass wir hier und jetzt heiraten würden.
    Heiraten. Oh mein Gott! Plötzlich war ich, wie von einem Schwall eiskaltem Wasser getroffen wieder in der Wirklichkeit. Ich würde tatsächlich heiraten. Garret. Ich würde Garret heiraten. Den Mann für den ich so viele Gefühle und Empfindungen hatte.
    Etwas zittrig legte ich meine Hand in seine Große und der Pfarrer begann mit seiner Predigt. Als die Worte unseres Ehebundes gesprochen waren, legte er die Hände auf unsere verschränkten und erklärte uns für Vermählt.
     
  19. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich drückte ihre Hand sanft als sie sie in meine legte, sah zu Gabriel und ich musste zugeben... Nun ja der Beruf des Geistlichen war wohl wirklich mehr sein Ding als der des Soldaten. Wir verschränkten unsere Hände miteinander nach den Worten des Ehebundes und der Pater legte seine Hände auf unsere und sprach die Worte weiter. Die Ringe kamen dran und ich holte den für Amber aus der Tasche meiner Weste, ergriff beinahe ehrfürchtig ihre Hand. Sah ihre einen Moment lang einfach nur in die Augen, bevor ich meinen Blick auf ihre Hand senkte und ihr den goldenen Ring mit dem geschliffenen Bernstein auf ihren Finger schob. Der Schmied hatte gute Arbeit geleistet, er passte wie angegossen. Ich konnte gerade so verhindern, dass meine Hand zitterte, klammerte mich dabei an meine eiserne Beherrschung. Ambers Hände zitterten als sie mir den Ring ansteckte der früher meinem Vater gehört hatte. Gabriel sprach weiter und nachdem wir beide uns das Ja-Wort gegeben hatten, wobei ich sagen musste das ich wirklich angespannt war als sie dran gewesen war... sie hätte immer noch nein sagen können. Doch verstand wohl die Dringlichkeit der Lage. "...ich erkläre euch hier mit zu Mann und Frau!" Sprach der Geistliche und mein Blick lag nur mehr auf Amber. "Ihr dürft die Braut jetzt küssen!" Diese Worte... als ob diese jemals notwendig gewesen wären. Ich trat näher an Amber ran, fühlte wie mein Herz schneller wurde und die Aufregung mich ergriff. Ich hielt eine Hand von Amber fest, während ich die andere an ihre Wange legte, sanft darüber strich als ich mich vorbeugte und meine Lippen auf die ihren legte. Unwillkürlich schloss ich meine Augen, spürte das Feuer in mir was sie so leicht zu entfachen vermochte, musste mich ordentlich zusammen nehmen um sie nicht noch in einen leidenschaftlichen Kuss vor all den Anderen hier zu ziehen. Ich löste mich, schenkte ihr ein Lächeln, bevor ich mich aufrichtete und wir schließlich die Kapelle verließen... frisch vermählt. Als Mann und Frau. Sanft drückte ich ihre Hand und führte sie in den großen Saal, wo für die kleine Feier alles vorbereit und geschmückt worden war. Wie gesagt... wenn sie mich schon heiraten musste, dann sollte es auch anständig sein.
     
  20. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Der Kuss, welchen Garret mir gab als der Pfarrer uns nun zu Eheleuten erklärt hatte, raubte mir den Atem. Erst jetzt wurde mir so richtig bewusst, wie sehr ich Garret vermisst hatte und zwar in jeglicher Hinsicht. Ohne groß darüber nachzudenken, legte ich meine Hände an seine Wangen und erwiderte den Kuss ein wenig heftiger, als dieser keusche Kuss wohl ausfallen sollte. Langsam lösten wir uns voneinander, doch es herrschte eine ungewohnte Scheu zwischen uns. Garret und ich, wir waren uns bestimmt nicht fremd, doch hatten wir uns in letzter Zeit entfremdet. Garret hatte sich warum auch immer von mir abgewandt und ich wusste nicht wie seine Gefühle mir gegenüber nun waren. Bevor wir zum Hofe des Fürsten aufgebrochen waren und auch noch dort, hätte ich zumindest sagen können, dass er Leidenschaft für mich empfand....aber jetzt, hier und heute? Ich wusste es nicht. Sein Kuss war leidenschaftlich gewesen, doch war es sein Herz auch weiterhin?
    Ich spürte den sanften Druck seiner Hand und ich sah zu ihm auf, als er mich aus der Kapelle führte. Der große Saal war festlich geschmückt und es waren viele Menschen da. Es waren alles Leute, welche ich schon einmal gesehen hatte und welche zu Garrets Gefolge gehörten. Ich lächelte als ich sah wie schön alles war. Hatte Garret all das in Auftrag gegeben? Naja, das musste ja so sein, wer hätte denn sonst all das verwirklichen können? "Wie hast du das alles so schnell organisieren können?" frage ich meinen nun frisch gebackenen Ehemann. Oh wow, es war irgendwie schon ein bisschen schwindelerregend plötzlich verheiratet zu sein.
     

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