[RS] Sunora

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Floooh, 10 Juni 2016.

  1. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Der Ritt war natürlich vorwiegend still, bemühte ich mich neben der optimalen Spuren suche eben auch auf unsere Gegend zu achten. Nicht das sich so etwas wie gestern wiederholte. Allein der Gedanke daran, dass diese Mistkerle Hand an Amber gelegt hatten ließ eine ungeahnte Wut in mir hochkochen. Doch ich schaffte es dieses Gefühl wieder runter zu bekommen. Sie antwortete auf meine Frage mit einem kecken Lächeln und Worten wie sie nur von Lady Hemming stammen konnten. Ein Lächeln zuckte um meine Mundwinkel. So neigte ich also huldvoll meinen Kopf. "Gut zu wissen", meinte ich und zwinkerte ihr dann doch frech zu, bevor ich mich wieder nach vorne richtete.
    Trotz des aufgeweichten Zustands des Weges kamen wir sehr gut voran und bald kamen auch schon die Mauern der Burg in Sicht. Es würde nicht mehr lange dauern bis wir wieder dem Zwang der Gesellschaft unterliegen würden. "Es dauert nicht mehr lange", meinte ich dann zu Amber. Es würde schwierig werden zu erklären wieso sie überhaupt davon gelaufen war, ich hoffte einfach das man uns nicht allzu sehr durchlöchern würde mit Fragen. Vielleicht könnte ich die Leute damit vertrösten, dass das alles einfach ein sehr traumatisches Erlebnis für Amber war und das Thema erstmal nicht angesprochen werden sollte. Nun so wie es heutzutage lief, würden sowieso schon die wildesten Mutmaßungen im Umlauf sein und man konnte es sich aussuchen an was man glauben wollte. Als wir nah genug dran waren das wir erkannt wurden, wurde auch schon die Glocke geschlagen die verkündete das der Burgherr wieder heim kehrte und schon bald darauf ritten wir zum Tor hinein. Es herrschte ein Gewusel jeder wollte wohl sich selbst überzeugen und sehen. Ich hielt den schwarzen Hengst im Burghof und ließ meinen Blick über die Leute schweifen. Mein Gesicht war nun wie üblich wieder beherrscht und ernst... nun zugegeben verdüsterte sich die Miene gerade zusehens. "Macht weiter mit der Arbeit! Meine Burg ist kein Elysium!" grollte meine Stimme über die Anwesenden hinweg. Köpfe wurden eingezogen und die welche hier nichts zu tun hatten beeilten sich schnell hier weg zu kommen um zu ihrem Tagewerk zurück zu kehren. Ich widerstand knapp dem Drang den Kopf zu schütteln, sie waren wie eine Herde Schafe wenn es um sowas ging. Zufrieden das zumindest meinen Worten gleich gehorcht wurde, ließ ich mich aus dem Sattel gleiten und reichte die Zügel einem der Burschen. Sogleich trat ich auf Ambers Pferd zu um ihr beim absteigen behilflich zu sein.
     
  2. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    "Kein Elysium?" fragte ich Garret leise und hob verwundert eine Augenbrauen, bevor ich mich nach vorne beugte und mich mit den Händen an seinen starken Schultern festhielt, während er mir aus dem Sattel half. Es tat gut nach dem langen Ritt wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Zu dem war ich von unseren gestrigen... Nunja... Aktivitäten, noch etwas wund und ganz froh nun endlich aus dem Sattel zu kommen. Ich stand nun vor ihm und ließ meine Hände für einen kleinen Augenblick noch auf seinen Schultern, da ich irgendwie die befürchtung hatte, dass ich so schnell nicht wieder dazu kommen würde ihn zu berühren. "Ich hatte schon ein oder zweimal das Gefühl, hier im Elysium zu sein!" entgegnete ich mit einem Zwinkern und löste mich dann von ihm. Einige Stallbursche kamen daher und führten die Stute und die anderen Pferde davon. Nun war das Abenteuer wohl vorbei... Bis auf die Episode mit den Gauner, war es eigentlich schade darum.
     
  3. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Als ich Amber beim absteigen half, fragte sie nach wegen dem Elysium und hob ihre Augenbrauen. Ich begegnete ihrem Blick und runzelte nur leicht die Stirn, wollte schon zu einer Erklärung ansetzen als sie bereits fortfuhr. Mir erklärte das sie schon ein oder zweimal das Gefühl hatte im Elysium zu sein. Auch ich hatte meine Hände etwas länger an ihren Hüften als unbedingt nötig, ein Lächeln zuckte um meinen Mund. "Nun für Euch mache ich gelegentlich gerne kleine Ausnahmen", erwiderte ich also so leise, dass nur sie es hören konnte. Einerseits war ich froh das wir wieder hier waren, denn hier war Amber definitiv sicherer als irgendwo da draußen, aber andererseits war die Zeit in der Hütte wo wir uns ungestört einander widmen konnten etwas ganz besonderes gewesen und ja ich erwischte mich dabei, dass ich gerne wieder eine solche Gelegenheit bekommen wollte. Es war wirklich erstaunlich und neu für mich, für gewöhnlich war das körperliche Bedürfnis alles was mich bisher bei einer Frau wirklich interessiert hatte und das Interesse verebbte dann auch schnell. Bei Amber war es etwas ganz anderes... so oft wie wir bereits das Bett miteinander geteilt hatten, so war das Interesse und das Bedürfnis ihr Nahe zu sein stetig gestiegen. Ich bot Amber nun meinem Arm an. "Darf ich Euch zu Eurem Zimmer geleiten?" fragte ich sie und dachte daran, dass sie sich vielleicht erstmal frisch machen wollte, bevor Lady Hemming oder die anderen Frauen auf sie zustürmen würden um ihr das was sie erlebt hatte aus der Nase zu ziehen -ich hegte wirklich keinen Zweifel daran, dass es so sein würde.

    Die nächsten Wochen waren wie im Fluge vergangen, wir waren mit die Vorbereitungen für die Reise beschäftigt. Amber wurde von Lady Hemming in beschlag genommen, während ich dafür sorgte dass alles andere bereit war. Die Kutsche, Proviant, Gepäck, Begleitschutz, meine Turnierrüstung und noch alles andere was für eine Reise eben wichtig war. Selbstverständlich kam dabei mein Training nicht zu kurz, denn es gab nichts schlimmeres als dieses zu vernachlässigen. Ein Ritter und auch sein Pferd mussten stets für den Kampf bereit sein, da gab es keine Ausreden. Was dafür zu kurz kam war die Zeit mit Amber, irgendwie waren alle seit diesem Ausflug darauf bedacht mehr auf Amber aufzupassen. Nun sie mochte zwar eine Fremde sein, aber keiner wollte wohl meinen Zorn damit erwecken das sie noch einmal verschwand... obwohl mein Zorn eher damit wuchs das ich einfach keine Gelegenheit bekam um mit ihr alleine zu sein, also kaum und selten lang genug um mehr als gestohlene Küsse auszutauschen. Dementsprechend angespannt war ich als ich nun im Burghof vor den fertig gepackten Karren und der Kutsche stand, meine Männer waren auch langsam alle bereit und es wurde nur noch auf die Damen gewartet. Was hieß Amber und zwei Mädchen die ihr zu Diensten sein sollten. Lady Hemming würde heute ebenfalls wieder in Richtung ihrer Heimat aufbrechen, ihre Arbeit war ja getan.
     
  4. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Lady Hemming hatte sich dazu entschieden, dass ich ein dunkelgrünes Reisekleid tragen solle, da dies so gut meine Augen betone. Ich hatte es aufgegeben, gegen Lady Hemming zu protestieren, auch wenn ich nicht ganz verstand was es denn brachte wenn ein Kleid meine Augen betone, wenn ich doch sowieso in einer Kutsche saß und mich kaum jemand zu Gesicht bekommen würde. Ich stand vor dem mannshohen Spiegel in meiner Kammer und bewunderte das neue Kleidungsstück. Ich fand es für die Reise fast schon ein wenig zu schade, doch Lady Hemming hatte der Schneiderin genaue Anweisungen gegeben. Eines der Dienstmädchen legte mir noch einen Umhang um, und befestigte ihn mit zwei Kordeln.
    Vom Burghof herauf hörte man schon das Wiehern der Pferde, die Stimmen der Männer und das aufgeregte Treiben der Menschen, welche dort Unten arbeiteten. Meine Gedanken schlichen sich immer wieder zu Garret. Es war fast schon frustrierend wie wenig ich ihn in den letzten Tagen und Wochen gesehen hatte. Einmal hatte er mich, als ich gerade aus dem großen Saal in meine Kammer gehen wollte, auf dem Weg dorthin in einen abgelegenen Erker gezogen und mich geküsst, das mir fast schwindelig geworden war. Doch mehr war nicht passiert und wir hatten uns auch nicht mehr wirklich gesehen. Umso aufgeregter war ich, als ich zusammen mit Lady Hemming, gefolgt von den beiden Mädchen, die Treppe hinab stieg und dann aus der großen Tür hinaus in den Burghof trat.
     
  5. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich stand mitten im Hof, die Arme hinterm Rücken verschränkt und beaufsichtigte die letzten Handgriffe ganz genau, wenn was nicht passte griff ich sehr wohl auch noch selber ein. Aber schließlich war alles zu meiner Zufriedenheit fertig. Gerade wandte ich mich den Treppen zu um nach den Damen ausschau zu halten, als sie schon oben auftauchten. Ein Lächeln zuckte in meinem Mundwinkel als ich Amber erblickte, ihr Anblick ließ mein Herz gleich schneller schlagen und doch blieb ich bis aus das kleine Zucken ganz still. Scheinbar geduldig wartete ich bis die Damen bei mir angekommen waren. Ich ergriff höflich die dargebotene Hand von Lady Hemming und deutete einen Handkuss an, das gleiche dann ebenso bei Amber. "Meine Damen, aller bereit für die Abreise?" fragte ich dann nach und sah von der einen zur anderen, wobei ich bei Amber ein klein wenig länger hängen blieb. Nachdem wir uns von Lady Hemming bedankt und verabschiedet hatten, ging diese zu ihrer eigenen Kutsche und fuhr samt ihren Begleitern vom Hof. Ich nickte Amber zu und geleitete sie hinüber zur Kutsche wo die beiden Mädchen schon Platz genommen hatten. Ihre bloße Nähe ließ mein Blut in den Adern kochen und ich hätte liebend gern etwas ganz anderes mit ihr getan, als sie in eine Kutsche einsteigen zu lassen. Leicht beugte ich mich zu ihr hinüber. "Ihr seht wunderschön aus Mylady", sagte ich gerade laut genug damit nur sie es vernehmen konnte. "Seit Ihr bereit?" fragte ich dann nochmal nach und schenkte ihr dabei ein ermutigendes Lächeln. Ich glaubte daran das sie ihre Aufgabe tadellos erfüllen würde. Besser sie würde mitkommen als hier bei meiner Mutter bleiben... alles war besser als das.
     
  6. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Garret wirkte so kühl und distanziert wie immer. Nur ein ganz kleiner Hauch eines Lächelns schien sich auf seine Lippen geschlichen zu haben, als ich mit Lady Hemming aus dem Wohnturm trat. Wem dieses Lächeln wohl galt? Doch mir blieb nicht recht viel Zeit darüber nachzudenken, ob Garret denn nicht doch den ein oder anderen Gedanken für Lady Hemming hatte, denn es nahte der Abschied. Lady Hemming würde wieder nach Haus zurückkehren und auch wenn ich es nicht gedacht hätte, so musste ich zugeben, dass es mir schon ein klein wenig schwer viel mich von der Lady zu verabschieden. Lady Hemming hatte mich die letzten Wochen noch streng, aber fair unterrichtet. Sie hatte mir weiter alles über die Gepflogenheiten des Adels, die richten Gesprächsthemen, eine ordentliche Ausdrucksweise und das Kokettieren und poussieren gelernt. Letzteres war mir recht leicht gefallen und Lady Hemming hatte immer so einen gewissen Gesichtsausdruck zur Schau getragen, als wir uns diesen Unterrichtseinheiten zugewendet hatten. Es war eines dieser Lächeln gewesen, welches so tiefgründig und wissen gewirkt hatte, dass ich manchmal schon das Gefühl gehabt hatte, die Lady wusste schon mehr als ich.
    Seite an Seite ging ich mit Garret hinüber zu der Kutsche, in welcher ich die lange verbringen sollte. Ich seufzte leise als der Schlag geöffnet wurde. Natürlich war eine Kutsche etwas wärmer als auf dem Rücken eines Pferdes zu reiten. Doch ich hatte oft genug über die Klagen der Damen gelesen, welche weite Reisen in den spärlich gefederten und meist viel zu engen Kutschen verbringen mussten.
    Garrets Worte rissen mich aus meinem Anflug von Selbstmitleid und ich sah verwundert zu ihm auf. Er fand, dass ich wunderschön aussah. Bei diesen Worten spürte ich die Wärme, welche sie in meinem Inneren heraufbeschworen. "Das Kleid ist neu!" antwortete ich etwas lahm und hätte mich selbst dafür in den Hintern kneifen können. Was war es nur an diesem Mann, dass ich mich, wenn ich ihn einige Zeit nicht gesehen hatte, fühlte wie ein frisch verliebtes Mädchen, welches weder Gewalt über ihren Körper als über ihr Mundwerk hatte?
     
  7. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ihre Antwort ließ mich schmunzeln, unweigerlich musste ich mir natürlich ihr neues Kleid nochmal anschauen, wobei ein kleiner Blick - wenn ich schon mal so nah war- auch in ihr Dekoltee ging. Ich musste mich hart am Riemen reißen, räusperte mich um meine ausgetrocknete Kehle zu befeuchten. "Ein hübsches Kleid Mylady", entgegnete ich und zwinkerte ihr zu. Ich hielt ihre Hand als sie die Stufe zur Kutsche hoch stieg und hielt sie solange fest bis sie sicher saß... wobei vermutlich noch ein bisschen länger als nötig. Sachte strich ich mit dem Daumen über ihren Handrücken, bevor ich es schaffte mich zu lösen. Ich schloss die Tür der Kutsche und sah sicherheitshalber nochmal alles an. Wollte auf keinen Fall das Amber etwas passierte nur weil mir ein Fehler unterlief. Danach ging ich zu meinem Schwarzen und stieg in den Sattel, nachdem auch meine Männer aufgesessen hatten und alle nun bereit waren, gab ich das Zeichen zum los reiten und ritt erstmal dem Tross voraus. Später würde ich mich dann zur Kutsche zurückfallen lassen, aber erstmal wollte ich hier vorne den Überblick haben. Durch die Größe der Gesellschaft kamen wir natürlich langsamer voran, der schwarze Hengst unter mir schätzte dies nicht musste sich aber damit abfinden. Hinter mir folgten vier meiner Männer, danach kam die Zweispännige Kutsche in der die Damen saßen, dahinter die Karren mit dem Gepäck, wo auch der Schimmel angebunden hinterher trottete. Links und Rechts waren auch jeweils Männer aufgeteilt wo der Weg eben breit genug war. Sonst teilten sie sich zwischen den Fuhrwerken auf. Gott sei Dank war uns bisher das Wetter auch gesonnen, es war nicht kalt und gerade warm genug damit man nicht gleich bei jeder Bewegung schwitzte. Ein schöner Frühlingstag eben. Auch die Straßen waren trocken und gut passierbar. So kamen wir gut voran, hie und da legten wir jedoch trotzdem Pausen damit, damit die Pferde und Menschen sich etwas erholen konnten. Gegen Abend erreichten wir am ersten Tag einen Gasthof - ganz so wie ich es geplant hatte natürlich.
    Dennoch blieb nicht viel Zeit um mit Amber zu reden oder gar anderweitige Dinge zu tun und das machte mich fast wahnsinnig. Ich wollte sie in meine Arme ziehen, sie küssen ihren Körper wieder aufs neue erforschen... Bei Gott ich fühlte mich wirklich wie ein Jüngling der seiner ersten Maid nach stieg. Dementsprechend war mein Gesichtsausdruck wohl nicht ganz so nichtssagend wie er es sonst gewesen wäre, er war viel düsterer als sonst. Das war wohl das Einzige was die Damen an der Gaststätte davon abhielt sich mir an den Hals werfen zu wollen, gut sie fielen mir ja nicht einmal auf...
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Mai 2019
  8. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Mein Rücken und mein Hintern waren erleichtert, als wir endlich das Gasthaus erreichten, in welchem wir für die Nacht Quartier beziehen würden. Die beiden Mädchen, welche mit mir in der Kutsche gesessen hatten, hatten angeregt miteinander geplaudert. Doch wenn ich mich einmal an einem ihrer Themen beteiligen wollte, so schwiegen sie entweder oder stimmten mir sittsam zu, so wie es von ihrem Stand verlangt wurde. Nach einer Weile beschloss ich lieber zu schweigen und aus dem Fenster zu starren, während die wunderschöne, grüne Landschaft an mir vorbei zog. Oh wie gerne hätte ich auch auf einem Pferd gesessen, hätte die frische Luft eingeatmet und den lauen Wind genossen, welcher sanft durch das Laub der Bäume striff. Und ich wäre näher bei Garret gewesen, welcher die ganze Zeit an der Spitze des Trosses geritten war und welchen ich nur kurz gesehen hatte, wenn wir eine Pause machten.
    Man hatte mir eines der Zimmer im oberen Stockwerk gegeben und ich war erleichtert, dass ich es nicht mit den beiden Mädchen teilen musste. Wenn ich schon mit niemandem wirklich sprechen konnte, dann war ich lieber allein. Magret, die jüngste der Beiden, half mir gerade aus meinem Reisekleid, während von unten aus der Gaststube die lauten Stimmen der Männer zu hören war, welche sich nach dem langen Ritt wohl einige Ale und vielleicht das ein oder andere Mädchen gönnten.
    Meine Gedanken glitten zu Garret und ich fragte mich, ob er denn wohl auch bei den Männern unten war und sich vielleicht auch ein Bier gönnte...oder ein Mädchen? Bei diesem Gedanken spürte ich, wie sich etwas in mir zusammen zog und mein Herz ein wenig stach.
     
  9. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Nachdem ich meine beiden Pferde selbst versorgt hatte und sicher gegangen war, dass auch sonst alles in Ordnung war betrat auch ich die Stube der Gaststätte. Die Gespräche verstummten als ich eintrat und alle Blicke wandten sich mir zu. Natürlich wussten die Leute hier wer da gerade eingekehrt war, der goldene Hirsch auf schwarzen Hintergrund der auf den Wappenröcken meiner Männer prankte war wohl nur allzu verräterisch. Ungerührt gesellte ich mich zu meinen Männern, welche mir sogleich einen Krug Bier hin schoben. Einige Leute steckten als ich vorbei war ihre Köpfe zusammen und tuschelten miteinander, es war zu meist sowieso immer dasselbe, weswegen ich nicht viel darauf gab.
    Ich hob den Krug an meine Lippen und nahm einen tiefen Schluck, nach einem Tag im Sattel war dies immer eine Wohltat, währenddessen wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Nachdem ich mich auch mit Essen gestärkt hatte und schon ein paar Bierchen intus hatte, rutschten meine Gedanken wieder hinüber zu Amber. Nicht das ich nicht sowieso die meiste Zeit an sie dachte. Wie gerne hätte ich sie jetzt in meine Arme gezogen und geküsst -ja auch mehr. Nun so viel ich wusste war Amber ja alleine in ihrem Zimmer, das Gesinde schlief mit im Stall am Heuboden. Nur sie und ich hatten auch oben ein Zimmer, alles andere wäre ja auch sonst schlicht zu teuer. Ich grübelte über einen Krug Bier, im Gastraum war es mittlerweile still geworden. Diejenigen die kein Zimmer bekommen hatten schliefen auch hier auf Stühlen oder am Boden, im Kamin war noch ein kleines Feuer am brennen und tauchte den Raum in ein schummriges Licht. Mein Blick lag auf der Treppe die hinauf zu den Zimmern führte. Niemand konnte etwas sagen wenn ich da hinauf ging, schließlich war ja auch mein Zimmer da oben. Keiner würde es bemerkten würde ich in Ambers Zimmer schlüpfen, genug andere Reisende hatten sich zuvor schon leichte Mädchen mit hinauf genommen und ob aus diesem Zimmer oder dem anderen Geräusche zu hören waren konnte ja keiner sagen. Bei Gott ich vermisste sie, das wurde mir gerade klar, ich vermisste ihre Wärme, ihren Duft und ihre Hände die meinen Körper berührten. Ich stieß ein kleines Knurren aus, leerte den Rest meines Bechers in einem Zug aus und erhob mich dann.
    Oben angekommen sah ich mich um, ich war wohl schon etwas beschickert aber die Tür zu Ambers Zimmer würde ich schon finden. Ja ich würde heute Nacht bei ihr sein. Zielsicher klopfte ich leise an ihrer Tür doch bekam keine Antwort. Ich drückte die Schnalle runter und ein kleines spitzbübisches Grinsen stieg in meine Züge als die Tür einfach so aufging. Ob sie mich wohl erwartete? Die letzten Wochen waren wirklich schwer gewesen, so oft ich versucht hatte eine Lücke zu finden so oft war mein Plan ein bisschen Zeit mit ihr alleine zu verbringen ins Wasser gefallen.
    Mein Blick ging links und rechts, ging sicher das auch keiner sah das ich da in ihr Zimmer schlüpfte. "Amber?" fragte ich leise als ich die Tür hinter mir wieder zugemacht hatte. Ich sah mich um und fand sie im Bett liegend, die Decke bis hoch gezogen sah nur ein bisschen Haar noch heraus... sie schien zu schlafen. Langsam ging ich hinüber zu ihr, das Licht im Raum war diffus und man konnte nur Konturen erkennen. "Ich bins Liebes," sagte ich leise und schlüpfte nachdem ich mir die Stiefel ausgezogen hatte erstmal zu ihr unter die Decke. Zog sie in meine Arme. "Endlich kann ich dir wieder nah sein", hauchte ich und strich über ihren Körper. Gleich schmiegte sie sich an mich und ich lächelte. "Du schläfst wohl doch noch nicht", stellte ich grinsend fest und drehte sie zu mir herum. Ich erstarrte und blickte ungläubig in das Gesicht das hier vor mir lag. Das war nicht Amber! Sch.eiße! "Oh Mylord! Was für eine...." Das Mädchen hatte mich gerade anflirten wollen, doch ich war so schnell ich nur konnte aus dem Bett gestiegen und beinahe über meine eigenen Stiefel gestolpert. Ich fuhr mir mit einer Hand durch die Haare. Ich beschimpfte mich in Gedanken selber. Das Mädchen in dessen setzte sich auf und sah mich mit einem freudigen Lächeln an. "Ich werde euch viel Freude bereiten keine Sorge!" meinte sie und klopfte mit der Hand auf die Stelle von ihrem Bett wo ich gerade noch gewesen war. "Nein!" sagte ich schnell und das Mädchen sah verdutzt drein. Himmel, bevor ich Amber getroffen hatte hätte ich ein solches Angebot sicherlich nie abgelehnt, aber mir stand nur der Sinn nach eben der einen Frau die mir den ganze Zeit im Kopf rum spukte.
    "Verzeiht! Ich habe mich im Zimmer geirrt!" sagte ich hastig, packte meine Stiefel und ging schnell zur Tür. "Das hat sich gerade aber anders angefühlt", meinte sie und ich hörte wie sie aus dem Bett stieg und ebenfalls in Richtung Tür kam. "Es war ein Irrtum, entschuldige die Störung Mädchen!" berichtigte ich nochmals, die Stimme mehr abweisend als vorher. Ich war schon draußen auf dem Gang und ging dort hinunter in Richtung meines Zimmers. Verdammte Sch.eiße! "Mylord!" hörte ich hinter mir und als ich mich umdrehte, stand das Weib doch tatsächlich nackt vor ihrer Tür. Hier war auch etwas mehr Licht so konnte man ihren wirklich schön geformten Körper sehen, das liebliche Gesicht. Ja vor ein paar Wochen hätte ich sie sicherlich noch genommen -um ehrlich zu sein glaubte ich das ich dieses Mädchen auch schon in meinen Bett gehabt hatte, ich kam ja öfter hier vorbei-, aber jetzt nicht mehr. Ich kam aus dem Fluchen nicht mehr raus... nun zumindest das ich es nur in Gedanken und sprach es nicht aus! Sie deutete mein stehenbleiben wohl falsch, denn sie machte einige Schritte in meine Richtung, lächelte und spielte kokett mit ihren Kurven. "Bitte Mylord! Ich habe viel gelernt seid dem letzten Mal!" bettelte sie und ich hätte darauf wetten können, dass sie es auch hier im Gang mit mir getan hätte, so sehr schien sie es wohl zu wollen. Sch.eiße! "Gute Nacht!" sagte ich steif und ging schnell in mein Zimmer, schloss die Tür hinter mir und schob auch gleich vorsorglich den Riegel vor. Jetzt gestattete ich es mir auch laut zu fluchen.
     
  10. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Schwere Schritte auf der Treppe weckten mich aus meinem so und so schon sehr leichten Schlaf. Die Wände in dem Gasthaus waren wirklich sehr dünn und es hatte einige Zeit gedauert, bis ich endlich in einen unruhigen Schlaf gefunden hatte. Doch die Schritte, welche sich nun meinem Zimmer näherten, ließen mein Herz vor Aufregung ein klein wenig schneller Schlagen. Nur Garret und ich hatten in diesem Stockwerk unsere Kammern für die Nacht und eine Magd, welche hier im Gasthof arbeitete. Es konnte also nur Garret sein, welcher nun an seinem Zimmer vorbei gegangen war und sich meiner Türe näherte. Ob er mich wohl in den letzten Wochen genauso vermisst hatte wie ich ihn und seine Berührungen? Vorsichtig schob ich meine Decke ein klein wenig nach unten, als ich verwirrt inne hielt. Die Schritte gingen an meiner Tür vorbei und hielten erst vor der Tür der Magd. In der Stille hörte ich mein eigenes Herz schlagen. Hatte ich mich vielleicht getäuscht und es war gar nicht Garret gewesen, sondern vielleicht ein Liebhaber der Magd? Aber ich hätte schwören können, Garrets festen und zielstrebigen Gang zu kennen. Ich schob die Bettdecke nun ganz von mir und stand vorsichtig und darauf bedacht kein Geräusch zu machen auf. Ob ich nachsehen sollte ob Garret schon in seinem Zimmer war? Vielleicht war er ja schon längst in seinem Bett ... und wenn ich dann eh schon in seinem Zimmer war. .. Langsam drückte ich den Riegel meiner Tür hinunter und wollte gerade heraus linsen, als die Tür des Zimmers der Magd aufging und ich die Stimme der anderen Frau sagen hörte: "Bitte Mylord! Ich habe viel gelernt seid dem letzten Mal!" . Schnell drückte ich die Tür wieder zu. Mir wurde eiskalt und schlecht zugleich. Mylord! Das Mädchen hatte Mylord gesagt! Und in diesem Gasthaus gab es soweit ich wusste nur einen Lord, welcher hier für die Nacht abgestiegen war.
    Tränen brannten heiß in meinen Augen und ich spürte einen Kloß in meinem Hals, welcher mich fast zu ersticken drohte. Garret hatte also lieber eine andere Frau aufgesucht als mich! Langsam tappte ich zurück zu meinem Bett und legte mich auf die Unbequeme Matratze und zog die Decke weit nach oben. Ein leiser Schluchzer brach sich meiner Kehle bahn und dann noch einer. Ich drehte meinen Kopf und weinte still in mein Kissen hinein. Wie hatte ich nur annehmen können, dass für Garret das was wir hatten genauso besonders war wie für mich? Lag es etwa an dieser vermaledeiten Zeit, in welcher ein Mann treiben konnte was und mit wem er wollte? Oder lag es daran, dass ich ihm einfach nicht das bedeutete, was er für mich bedeutet hatte? Wie dumm ich nur gewesen war, anzunehmen er würde sich etwas aus mir machen.
     
  11. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Ich fuhr mir unruhig durch die Haare, dass ganze gerade war mehr als peinlich für mich - etwas das ich natürlich niemals vor einem anderen zugeben würde. Wieso ich Amber nicht jetzt aufsuchte? Nun ich war mir fast sicher, dass die Magd jetzt nur darauf wartete das ich die Tür öffnete und den Gang wieder betrat... zumal sie das Zimmer NEBEN Amber hatte. Hatte ich schon verdammte Sch.eiße gesagt? Ich konnte nur hoffen, dass niemand das jetzt mitbekommen hatte und in den falschen Hals bekommen würde...
    Mit einem entnervten stöhnen ließ ich meine Stiefel auf den Boden fallen und machte ein paar Schritte in den Raum hinein, man konnte kaum etwas sehen, weswegen ich erst hinüber zur Feuerstelle ging um das Feuer etwas anzufachen, damit ich zumindest etwas sehen konnte. Meine Laune war im Keller, mein Plan die heutige Nacht mit Amber zu verbringen war gehörig schief gelaufen und das alles weil ich mich benommen hatte wie ein liebestoller Jüngling und nicht auf die Türen geachtet hatte. Ich ließ mich auf dem einfachen Bett nieder, das kaum breit genug für mich war. Mit dem Rücken lehnte ich mich hinten an und verschränkte die Arme vor meiner Brust. Was sie anging war ich alles andere als fokussiert und konzentriert, sie verwirrte mich und doch fühlte ich in ihrer Nähe eine Ruhe in mir wie nirgends sonst. Oh zu gerne hätte ich jetzt gerade auf irgendetwas eingeschlagen vor Ärger auf mich selbst. Ich hätte jetzt an ihrer Seite oder auf ihr liegen können, aber nein! Weil ich ein Vollidiot war, war ich bei der Magd des Hauses gelandet und war drauf und dran gewesen diese zu besteigen - nur weil ich eben dachte es sei Amber. Wirklich ich konnte wohl nicht oft genug sagen, dass ich vor ein paar Wochen bevor ich Amber getroffen hatte das Angebot durchaus angenommen hätte, aber ich wollte nur diese eine Frau die mein Leben mit einem Mal um einiges komplizierter gemacht hatte... aber auch... schöner. Herr Gott! Ich war keine dieser Gefühlsduseligen Barden und das ich so über sie dachte sprach wohl nur dafür, dass ich nun die letzten Wochen bei keinem Weib mehr gelegen hatte. Mit einem finsteren Gesichtsausdruck saß ich noch immer da in meinem Zimmer und starrte wie ein trotziges kleines Kind auf die Tür vor mir, irgendwann war ich jedoch doch eingeschlafen. Nun Schlaf war leider doch wichtig und schließlich wollte ich ja meine Sinne beisammen haben um morgen wieder wach genug sein um Aufmerksam bleiben zu können.
    Der nächste Morgen kam, wie er das immer tat, meine Laune war jedoch eine ganz miese. Das Erlebnis von gestern verstimmte mich doch sehr. Aus Gewohnheit hatte ich im Großteil meiner Kleidung geschlafen um notfalls schnell aufspringen zu können. Ich sammelte mein Hab und Gut ein, zog mich fertig an und ging dann hinunter in den Gastraum um noch mein Frühstück einzunehmen bevor ich wieder aufbrechen würden. Meine Gedanken waren bei Amber und der verpatzten Chance welche sich gestern ja rein theoretisch geboten hätte.
     
  12. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Es hatte lange gedauert, bis ich vor Erschöpfung und Müdigkeit endlich in einen traumlosen Schlaf gefallen war. Immer und immer wieder hatte sich das Szenario vor meinem inneren Auge abgespielt, doch die Worte der Frau blieben immer die Gleichen. Zuerst hatte ich gedacht, das ich wütend auf Garret war, weil er einfach mir nichts, dir nichts mit einer anderen anbandelte. Doch je später die Stunde geworden war und je mehr meine Tränen versiegt waren umso mehr stellte ich fest, das ich weder wütend noch zornig war. Ich war enttäuscht.

    Am nächsten Morgen, weckte mich eine meiner Mädchen und ich tat mein Bestes, mich mit dem eiskalten Wasser des Brunnens zu waschen und die Spuren der letzten Nacht zu übertünchen. Ich wollte nicht das Garret mich verheult oder gar mit geschwollenen Augen sah. Was würde es bringen wenn ich mich vor allen wahrscheinlich auch noch lächerlich machte, wenn ich ihm meine Zuneigung bekundete oder ihn wegen Gestern zur Rede stellte. Ich hatte die Signale falsch gedeutet, mehr nicht. Aber warum tat es dann so verdammt weh?
    Heute zog ich ein schlichtes, blaues Reisekleid an, da das Grüne von Gestern ganz verstaubt und dem Mädchen zu dreckig war. Als ich in den Gastraum hinunter ging, saßen Garrets Männer schon bei einem reichlichen Frühstück und der Gastwirt schien mehr als nur stolz auf sich zu sein, dem Lord und seinem Gefolge ein solches Frühstück kredenzen zu können.
    Die Magd, welche ich nun wahrlich nicht mehr hatte sehen wollen, führte mich zu einem Tisch, welcher ein wenig abseits lag und an welchem ich alleine sitzen würde. Ich kam nicht umhin, sie genauer in Augenschein zu nehmen. Sie war eigentlich nicht wirklich unatraktiv und mit ihren runden Bäckchen, sogar wenn ich ehrlich war, recht nett anzusehen. Doch irgendwie wirkte sie nicht so ... so... naja, so belebt und voller energie wie ich es tat, wenn ich eine Nacht mit Garret verbacht hatte. Aber wenn ich gerade von ihm sprach. Ich hatte ihn an einem Tisch entdeckt, wie er sein Frühstück einnahm. Und auch er sah nicht so gelassen aus und strömte auch nicht seine "post.k.oi.tale Ruhe" aus.
     
  13. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Was sollte ich sagen, meine Laune war noch immer gleich mies wie vor wenigen Minuten vorher auch schon. Ich schob mir gerade das letzte Stück meines Essen in den Mund, als Amber herunter kam und an einen anderen Tisch gesetzt wurde um selber ihr Frühstück einzunehmen. Innerlich seufzte ich auf, zu gerne hätte ich das was ich gestern vorgehabt hatte auch in die Tat umgesetzt. Aber es brachte mir nichts jetzt viel darüber nachzudenken, es war vorbei und ich würde mich in Geduld üben müssen bis sich die nächste Chance bot.
    Dennoch tat sie mir leid so wie sie da alleine saß, also entschuldigte ich mich bei den Männern und ging zu ihr hinüber, blieb vor ihrem Tisch stehen. "Guten Morgen Mylady", sagte ich in einem etwas sanfteren Ton, neigte dabei höflich meinen Kopf, ich konnte ihr gegenüber einfach nicht vollständig den Gram aufrecht erhalten der mich aufgrund meines eigenen Fehlers plagte. "Ich hoffe Ihr habt gut geschlafen? Darf ich mich zu Euch setzen?" fragte ich. Ja viel Zeit hatten wir nicht, aber ich vertraute jetzt einfach mal darauf das meine Männer es schon schaffen würden soweit alles fertig zu machen, dass wir nach einer kurzen Kontrolle meinerseits weiter reisen konnten. Zugegeben ich war ein wenig pingelig was solche Dinge anging, aber lieber kontrollierte ich alles selber nochmal und wusste das alles passte, als deswegen dann Verzögerungen oder gar schlimmeres hervorzurufen. Ich nutzte es aus hier zu stehen und betrachtete sie, wobei ich feststellte das sie nicht ganz so ausgeschlafen wirkte. Unwillkürlich begann ich mich zu fragen ob die Reise denn überhaupt gut für sie war, aber für mich war es keine Option gewesen sie auf der Burg zulassen. Denn solange meine Mutter dort war, sah ich sie dort nicht sicher, da war die beschwerliche Reise vermutlich sogar angenehmer als mit dieser Schlange in einem Nest zu hocken.
     
  14. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Das Mädchen war gegangen, nachdem sie mir noch einen Krug dünnes Met gebracht hatte. Das Brot welches auf dem Tisch stand, war schon etwas altbacken aber mir war der Appetit vergangen. Ich nahm mir eines der kleinen Brote aus dem Korb und knibbelte daran herum, damit meine Hände eine Beschäftigung hatten. Ein Schatten viel über meinen Tisch und als ich aufsah, stand dort Garret. Mein Magen zog sich zusammen und ich spürte wie mein Herz wieder schneller zu schlagen begann. Was wollte er denn hier bei mir? Und was sollte die Frage ob ich gut geschlafen hatte? Er musste ja wohl wissen das ich sie Beide letzte Nacht gehört hatte. Für einen kurzen Moment spielte ich mit dem Gedanken Garret auf letzte Nacht anzusprechen. Doch wahrscheinlich würde ich nicht ruhig bleiben können und wie immer würde ich dann wohl zu Emotional werden. Ja, ich konnte nicht leise streiten und meistens musste ich dann auch noch weinen und dann wieder schreien. Das wäre in einem Raum voller Männer wohl keine sehr gute Idee.
    Ich nickte also nur als Antwort auf seine Frage ob er sich denn zu mir setzen durfte. "Das Gasthaus ist sehr hellhörig!", ich schaffte es nicht den spitzen Unterton aus meiner Stimme zu verdrängen. Immer noch sah ich ihn an und als das Mädchen wieder an den Tisch trat um mir eine Schüssel mit Porridge zu bringen, spürte ich wie ich mich augenblicklich verkrampfte.
     
  15. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Sie zögerte und das machte mich schon stutzig, woher kam ihre plötzliche Zurückhaltung mir gegenüber? Schließlich nickte sie jedoch auf meine Frage hin und ich ließ mich ihr gegenüber nieder. Das Gasthaus ist sehr hellhörig... und es klang Spitz, ein Vorwurf lag darin und als das Mädchen in dessen Zimmer ich mich gestern verirrt hatte an den Tisch kam, zog Amber sich zusammen. Ich hob eine Augenbraue. Hatte sie etwa gestern etwas mitbekommen? Offensichtlich jedoch nicht alles, denn ansonsten würde sie doch nicht so reagieren oder? Ich sah nur kurz zu dem Mädchen rauf, das einen ziemlich sauren Gesichtsausdruck hatte und Amber einen giftigen Blick zuwarf, wohl weil ich ihr meine Aufmerksamkeit schenkte und ihr eben nicht. Natürlich würde ich das was gestern vorgefallen war, sicherlich nicht hier vor allen Leuten breittreten... zumal es mir selber schon peinlich genug war, aber ich würde dieses Missgeschick früher oder später zumindest Amber erläutern müssen. So wirkte es zumindest gerade. Verdammt! Ich hatte schon gedacht ich könne es einfach unter den Teppich fallen lassen und niemand würde je etwas davon erfahren. Und nochmal Verdammt, seit wann zur Hölle hatte ich denn das Bedürfnis irgendetwas von dem was ich tat vor jemand anderen, außer meinen Herren, zu rechtfertigen?! "Das tut mir leid zu hören", meinte ich dann nachdem das Mädchen wieder weg war. "Wir kamen gestern nicht mehr dazu zu reden", meinte ich schließlich und betrachtete sie weiterhin. Etwas nagte doch an ihr man konnte es ihr durchaus ansehen... oder zumindest ich konnte das. "War die Reise bisher für Euch angenehm? Waren genug Pausen eingeplant oder sollen wir noch ein zwei mehr machen?" fragte ich sie schließlich. Ja ich wollte das es ihr gut ging verdammt nochmal, ich konnte nur ahnen wie eine solange Kutschen fahrt war, denn ich saß immer im Sattel. Um ehrlich zu sein würden mich keine zehn Pferde jemals in solche Kästen rein bringen!
     
  16. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Ich beobachtete Garret, wie er das Mädchen musterte und irgendwie erschien es mir wirklich recht seltsam. Entweder war die letzte Nacht für beide nicht sehr erfreulich gewesen, oder konnte es vielleicht sein, das ich etwas falsch verstanden hatte? Ich tauchte meinen Löffel in den Haferbrei und nahm einen Bissen. Der Porridge war gar nicht mal so sehr schlecht wie ich gedacht hatte, aber wahrscheinlich war ich einfach schon von Garrets Köchin sehr verwöhnt. Oh man, ich fand schon das man mich mit gutem Porridge verwöhnen konnte, dabei hätte ich zuhause in New York freiwillig so schnell keinen gegessen.
    Ich sah wieder zu Garret, als er mich fragte wie ich denn die bisherige Reise fand und ich seufzte innerlich leise. Eigentlich hätte ich ihn gerne auf kleiner Flamme gebraten und ihm ins Gesicht gesagt, das ich ihn und das Mädchen gestern gehört hatte, doch ich ließ es bleiben. "Also die Reise in einer Kutsche wird wohl niemals zu meinen Lieblingsbeschäftigungen werden!" gab ich ihm mit einem kleinen Lächeln zur Antwort und nahm noch einen Bissen von meinem Essen. "Für ein Mädchen gibt es nie zu viele Pausen!" erwiederte ich auf seine weiteren Fragen und nun wurde mein Lächeln schon auch wieder ehrlich. Es freute mich ja, das er sich dennoch um mein Wohlergehen sorgte und dies auch ernst meinte. "Wie lange werden wir noch unterwegs sein?" fragte ich ihn und nahm einen Schluck von meinem dünnen Met.
     
  17. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Sie gestand das die Reise in der Kutsche wohl ihr nie liegen würde und ein Lächeln zuckte um meine Mundwinkel. Ich behielt sie im Auge während sie aß, ließ meinen Blick nur kurz von ihr abschweifen, als ein anderer Gast in den Raum kam. Kurz musterte ich den hageren Mann - dabei ging es rein um Gewohnheit um festzustellen ob derjenige Gefährlich werden konnte oder nicht. Als sie weiter sprach lag mein Blick jedenfalls wieder bei ihr. Ich schmunzelte leicht darüber. "Allzu viele kann ich leider nicht einplanen, denn sonst kommen wir womöglich noch zu spät zum Hoftag", meinte ich und zwinkerte ihr leicht zu. Natürlich wollte ich ihr die Reise so angenehm wie möglich machen, aber manche Dinge konnte ich einfach nicht verhindern. Sie fragte wie lange wir noch unterwegs sein würden und ich dachte kurz darüber nach. Wir waren den ersten Tag gut voran gekommen, wenn das so blieb und das Wetter uns wohlgesonnen blieb... "Wenn alles wie bisher läuft, sollten wir in fünf Tagen ankommen", antwortete ich ihr und wie gerne hätte ich mich jetzt vorgebeugt um sie zu berühren. Aber ich durfte nicht, denn ich wusste ganz genau wenn ich jetzt anfing sie zu berühren, würde ich kaum noch die Finger von ihr lassen können. "Gut, ich gehe dann nochmal alles kontrollieren, meine Männer warten solange auf Euch bis ihr mit dem Mahl fertig seid", verkündete ich ihr, deutete auf die vier Männer am anderen Tisch die mit ihrem Frühstück bereits fertig waren. Sie würden zu ihrem Schutz eben warten. Ich schenkte ihr ein etwas offeneres Lächeln, bevor ich mich erhob und meine Miene wieder vollkommen ernst war. Ich ging zur Tür hinaus und tat eben das was ich gesagt hatte. Ließ es mir letztendlich auch nicht nehmen Barik selber zu satteln.
     
  18. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Fünf Tage noch? Bei dieser, naja eher schon Prophezeiung hätte ich am liebsten laut geseufzt. Fünf Tage musste ich also noch in dieser rumpelnden, unbequemen Kutsche zubringen. Hätte ich doch zumindest anständige Unterhaltung dabei, doch die beiden Mädchen, welche sich nicht trauten mit mir zu sprechen, erinnerten mich eher an eines meiner alten Autos. Bei dem Auto konnte man damals keinen anderen Radiosender einstellen, da das Radio kaputt gegangen war. Ich musste mir also, wenn ich denn nicht immer in vollkommener Stille fahren wollte, irgendwelche Lebensberatungs Talkshow oder Politik Diskussionen anhören. Und die beiden Mädchen waren genau so, wie das Radio welches sich nicht umschalten ließ.
    Als ich fertig gefrühstückt hatte stand ich auf und ging zur Tür des Gastraumes, welche nach Draußen führte. Ich würde mich niemals wirklich an das Gefühl "bewacht" zu werden gewöhnen. Die vier Männer waren sofort von dem Tisch aufgestanden als ich mich erhoben hatte und folgten mir nun nach Draußen. Es war wie Garret gesagt hatte und die Pferde waren schon gesattelt, die Kutsche angespannt und irgendwie hatte ich das ungute Gefühl, das mal wieder alle auf mich gewartet hatten.
     
  19. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Garret

    Mit einer ruhigen Bewegung strich ich dem schwarzen Hengst über den Hals. Er schnaufte und scharrte mit dem Huf am Boden, ihm konnte es gar nicht schnell genug gehen. Ich nahm seine Zügel und führte ihn aus dem Stall hinaus, als ich gerade zum Tross aufschloss kam auch schon Amber aus dem Gasthaus hinaus. Bezahlt hatte ich bereits, so stand unserer weiteren Reise nichts im Weg. "Humphrey!" pfiff ich den Jungen heran und gab ihm die Zügel in die Hand. Ich kam Amber entgegen und half ihr selbstverständlich beim einsteigen in die Kutsche. Danach kam ich wieder zurück zu meinem Hengst und nahm ihm den Jungen ab, zog mich in den Sattel und wir ritten los.
    Die Reise verlief weiterhin gut und so vergingen die nächsten zwei Tage ohne irgendwelche Zwischenfälle. Es war gerade Mittag am vierten Tag, wir machten gerade an einer Lichtung eine längere Rast. Die Pferde durften grasen und die Männer hatten ein Feuer gemacht, die beiden Mädchen kochten einen Eintopf, etwas warmes zwischendurch würde die müden Knochen wieder etwas aufrichten. Bisher hatten wir jede Nacht in einem Gasthaus verbracht, an der Hauptstraße entlang gab es auch genug davon. Je näher wir dem Fürstenhof kamen, desto mehr Adelige sahen wir auch schon auf dem Weg dorthin und desto voller wurden die Gaststätten mit den Blaublütern sie mich alle nur mit einem abfälligen Blick maßen. Hatte ich schon mal erwähnt das es mir sch.eiß egal war was diese von mir hielten? Das Wort Brudermörder und Schlächter fiel wieder öfter und ich sah einfach darüber hinweg. Es hatte keinen Sinn sich aufzuregen, denn am Ende hatten sie doch irgendwie recht. Ich war brutal und kannte kaum ein erbarmen mit meinen Feinden. Mein Bruder... nun das war ein anderes Kapitel.
    Ich machte ein paar Schritte um die vom reiten steifen Glieder wieder etwas aufzulockern. Dabei ließ ich meinen Blick durch den angrenzenden Wald schweifen, ging sicher das sich keiner versteckte und alles sicher war. Kurz ließ ich meinen Blick auch über Amber schweifen und spürte wie mein Herz schneller wurde, aber gleichzeitig mich auch diese Sehnsucht befiel. Es war beinahe unerträglich sie so nah zu wissen, aber ich durfte sie nicht berühren. Ich unterdrückte ein Seufzen und führte meinen Rundgang zu Ende, bevor ich mich ebenfalls zum Feuer gesellte jedoch stehen blieb. Ich wollte gerade nicht sitzen.
     
  20. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Amber

    Auch wenn die Reise ja wirklich nicht sehr angenehm war, so entschädigte einen die wunderschöne Landschaft, durch welche wir reisten. Noch nie hatte ich so viel unberührte Natur gesehen, so viele wilde Tiere und Pflanzen. Na gut, in Manhattan war es auch ein ganz klein wenig schwieriger so viel Natur auf einmal zu erleben. Gestern hatte man sogar das Brüllen eines Drachen hören können, doch nachdem A Hörnchen und B Hörnchen, welche mit mir in der Kutsche saßen, nicht weiter darauf reagierten, machte ich mir auch keine Sorgen. Garret hatte mir schon einmal erzählt, dass das Brüllen eines Drachen über mehrerer hunderte von Kilometern zu hören war und das es nicht hieß, nur weil man einen hörte, der Drache auch wirklich in der Nähe war. Aber wie wusste man denn dann ob der Drache in der Nähe war?
    Meine Gedanken wurden unterbrochen, als wir auf einer Lichtung hielten um dort eine kleine Mittagspause zu machen. Das kam mir nur mehr als gelegen, denn ich musste schon seit einiger Zeit mal dringen Pinkeln, hatte aber keine Lust, dass der ganze Tross wartete bis ich mit Pinkeln fertig war. Das wäre mir dann schon ein wenig unangenehm gewesen. Die Stimmung zwischen Garret und mir war wieder einigermaßen "normal" geworden und irgendwie spürte ich wie ich mich immer mehr nach ihm zu sehnen begann. Natürlich sah ich ihn nun häufiger als sonst, aber ich war ihm auch Ferner als wir es üblich waren. Hier achtete jeder darauf was wir taten, wie wir uns verhielten und es würde wohl keine Zeit für traute Zweisamkeit geben. Obwohl, wenn ich wieder an die Episode im Gasthaus dachte, spürte ich wie ich die Stirn runzelte und die düsteren Gedanken zurück kehrten.
    Als ich endlich die Kutsche verlassen hatte, hielt ich nach Humphrey ausschau, welcher immer mal wieder bei mir vorbeischaute. Ich mochte meinen kleinen Freund und ich wusste, das er genau der Richtige war um schmiere zu stehen, wenn ich mich erleichterte.
    Gesagt getan, hatte ich Humphrey schon bald gefunden und der Junge begleitete mich ein Stück in den Wald hinein, wo ich mich hinter einem dichten Busch hinhockte um mich endlich zu erleichtern. Gerade wollte ich wieder aufstehen, als plötzlich etwas graues, wuscheliges aus dem Dickicht auf mich zuschoß, mich ansprang und ich mit einem kleinen Aufschrei der Überraschung zur Seite kippte. Etwas nasses berührte mich immer und immer wieder im Gesicht und ich schaffte es, das Etwas am Fell ein klein wenig von mir wegzuhalten. "Alles in Ordnung Mylady?" hörte ich Humphreys besorgte Stimme und er kam sogleich angerannt, wobei sich sein besorgtes Gesicht alsbald aufhellte und er breit Grinste. "Der is aber hübsch Mylady!". "Der", so stellte ich fest, war ein wuscheliger, verfilzter Welpe, welcher sich nur schwer davon abhalten ließ mich von Oben bis Unten abzulecken.
     

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