[RS] Stuck in Reverse

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Rhapsody, 15 Sep. 2012.

  1. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    When you feel so tired but you can't sleep, stuck in reverse.

    San Francisco, 2012

    In einer Stadt wie San Francisco treffen täglich die verschiedensten Leute aufeinander... Banker leben Tür an Tür mit Drogenabhängigen und vor ihren Türen hausen die Obdachlosen. Aber es gibt auch noch ganz andere Wesen, die man im ersten Moment gar nicht als solche erkennen mag. Sie sind mitten unter uns. Sehen aus wie Menschen. Waren einmal Menschen. Und sie suchen doch eigentlich nur einen Weg heraus aus dieser gottverdammt hilflosen Welt.
    Man erkennt sie nicht als die, die sie wirklich sind. Eine Businesslady, Überdosis. Der Müllmann in einen Kampf geraten, bei dem ihm ein Messer ins Herz gerammt wurde. Das Mädchen, das verge.waltigt wurde, schlitzte sich die Arme bis zur Ellenbogenbeuge auf, um der Welt zu entfliehen – und alle stecken sie fest. Die Hölle auf Erden; das Fegefeuer, wie es Strenggläubige nennen. Horrorfreaks würden diese Seelen Geister nennen, untot. Unseen. Was natürlich beides völliger Quatsch ist. Natürlich sind sie tot – und natürlich kann man sie sehen. Sofern sie es wollen.

    Die "Geister" müssen weiterhin unter den Lebenden bleiben, bis ihre Zeit im Fegefeuer abgelaufen ist, sie für die Schandtaten und Sünden in ihrem Leben gebüßt haben. Dann erst können sie überwechseln in das "Licht". Und wenn sie weg sind, kommen sie nie wieder.

    Die Geister können sich den Menschen wahlweise jederzeit zeigen oder aber unsichtbar bleiben. Wenn sie sich jedoch dazu entscheiden, unter den Menschen weiterzuleben, ziehen sie in der Regel quer durch's Land, um neu anzufangen: Denn es wäre wohl etwas seltsam, den Nachbarn, der vor zwei Wochen an einem Herzinfarkt starb, auf einmal im Garten zu sehen, wie er Rosenbüsche schneidet. Oder den kleinen Jungen, der sich offensichtlich doch wieder von seiner schweren Krankheit erholt hat, auf der Straße spielen zu sehen - 3 Jahre später und keinen Tag älter.
    Aber bis auf ihr nun unveränderliches Aussehen wird man sie kaum von einem Sterblichen unterscheiden können. Denn es sind gewiss keine nebelhaften Gestalten wie in so vielen Legenden, sie sind "fest": Die Fähigkeit, mit physischen Gegenständen zu interagieren und Menschen zu berühren bleibt den Geistern erhalten. Nur wenn sie bewusst ihren Willen darauf konzentrieren und mit einiger Übung (Nicht, dass sie sonst etwas zu tun hätten nicht wahr?), wird es ihnen möglich, dies außer Kraft zu setzen, um beispielsweise durch Wände gehen zu können.

    Um schließlich überwechseln zu können, muss man komplett ins Reine mit sich und seinem Umfeld kommen. Um das näher zu definieren, gibt es im Wesentlichen zwei Kriterien, die der Geist erfüllen muss.
    Zum einen muss man schlimme Dinge, die man in seinem Leben getan hat, wieder gut machen: Dem Mädchen, dessen Katze man überfahren hatte, ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Den Ladenbesitzer, den man bestohlen hat, entschädigen.
    Zum anderen muss man seinem Mörder verzeihen: Dem Mann, der dich in betrunkenem Zustand erstach. Dem Arzt, der ausversehen ein falsches Medikament verabreichte. Dir selbst, wenn es Selbstmord war.​

    Regeln

    x Nicht mehr Geister als Menschen!​
    x Niveauvolle Beiträge; keine Ein-Satz-Postings!​
    x Anmeldung per PN an Rhapsody, alles andere wird ignoriert​

    Formular

    Name:
    Alter:​
    Aussehen:
    Charakter:​

    Für Geister zusätzlich
    Todesursache:​
    Todesjahr:​

    Anmeldungen

    Armogohma / Joffrey Kingston
    Name: Joffrey Kingston
    Alter: Joffrey 'lebt' in dem Körper eines 20-Jährigen​

    Aussehen:​
    Joffrey hat braune Haare und kantige Gesichtszüge, dazu nussbraune, warme Augen und eine blasse Haut. Seine Wangenknochen sind recht hoch und die rundlichen Augen werden von Sommersprossen unterstrichen. Auch sein restlicher Körper ist nicht herausstechend. Sicher ist er nicht unbedingt unansehnlich, jedoch auch kein muskelbepackter, junger Mann, der sofort jedem ins Auge fällt. Er ist eher klein und zierlich, nahezu zerbrechlich.​

    Charakter:​
    Joffrey ist still und sehr in sich zurückgezogen. Es braucht so einiges, bis er wirklich wütend wird, jedoch sollte man es wirklich vermeiden, es so weit zu treiben. Eher jedoch lässt er sich schnell verunsichern und gibt sich an allem die Schuld, selbst wenn er sie nicht im geringsten trägt.

    Todesursache: Joffrey hatte nie ein schönes Leben, sein Vater hat dafür zur Genüge gesorgt. Irgendwann hat er es nicht mehr ausgehalten und sich von einer Brücke in den Guadalupe River gestürzt. Auf Grund seines frühen Todes hat er viel erlebt, zwei Weltkriege, einige schlimme, wie auch siegreiche Zeiten, ebenso Erfindungen und Fortschritt.
    Todesjahr: 1876​

    Sevannie / Melina McConnor
    Name: Melina McConnor
    Alter: 17 Jahre

    Aussehen:
    Mel ist eine wirklich hübsche junge Dame. Viel Make-Up braucht sie nicht,nur etwas Wimperntusche und Liedschatten,sowie Eyeliner - mehr nicht! Dies ganze soll ihre schon so großen blauen Augen betonen welche unter dem geraden bloden Pony hinausschauen. Sie hat glatte Haare,die einfach hinunterfallen,man könnte meinen Meterlang wenn man sie sieht,doch sie gehen ,nur' bis zu der Taille. Einige Natursträhnchen,manchmal etwas heller manchmal dunkler,verstecken sich. Sie hat einen schlanken Körper und weiß diesen auch einzusetzten,sie spielt auch viel zu gerne mal mit den Männern doch sie ist auch für richtige Beziehungen zu haben. Sie zeigt gerne ihre wohlgeformten Kurven,schämt sich nicht dafür,auch das sie mehr als vollbusig ist zeigt sie gerne mal in Disco's oder auf feiern,wieso auch nichts? Wenn man es doch hat!,ihr kleines Motto. Sie ist recht naja,klein nicht - groß auch nicht. Eher so ein Mittelding,sie hat schöne lange Beine das muss man sagen,generell ist sie auch in einem schönem braunton versehrt.

    Charakter:
    Melina ist eine freche verzogene Göre,so könnten alte Leute meinen. Sie ist einfach nur frech und gibt auch gerne mal Dumme Sprüche ab,oder sie ist schweigsam,still und in sich gekehrt,plant die Zukunft,den Kopf hat sie auch öfters in den Wolken. Hier und da könnte man auch meinen sie wäre eine Mafiabraut,mit Waffe und sowas. Naja ein kleines Geheimnis von ihr,sie kann sich verteidigen udn hat auch eine Knarre. Rosa ist ganz und garnicht ihre Farbe,höchstens pink und das ist auch eher selten. Ihr Körper reizt sehr,sie ist mehr als eine Frau könnte man meinen,jedoch wirkt er dennoch sehr zierlich und nicht zu übertrieben doch sie kann einiges aufweisen!


    Leaenna / David Vilain
    Name: David Vilain
    Alter: "Ewige" 18

    Aussehen:
    David hat ein feingeschnittenes, fast noch eine Spur kindliches Gesicht mit sich sanft abhebenden Wangenknochen und scheinbar makelloser, reiner, immer etwas blasser Haut. Umrahmt wird es von wirren, hellblonden Locken; Engelshaar wie aus dem Bilderbuch, das ihm bis in die Stirn fällt. Melancholische, hellblaue Augen scheinen seinem Gegenüber bis in die Seele blicken zu können, wirken einladend, liebevoll, und erst, wenn man tief darin versinkt, stößt man früher oder später auf einen eisigen Spiegel, der den Einblick in das Innere des Jungen verwehrt. Sinnliche Lippen, die, wenn er lächelt, feine Grübchen in Davids Wangen graben, runden das Geamtbild ab und machen ihn zu einem hübschen, aber eher unscheinbaren Jungen, dem man nicht zutrauen möchte, dass er auch nur einer Ameise etwas zu leide tut. David ist von durchschnittlicher Größe und schlanker Statur, sein Körper scheinbar gerade mitten im Mannwerden, nicht übermäßig muskulös, aber athletisch.

    Charakter:
    Jede Münze hat zwei Seiten - Und welche bei einem Münzwurf gerade oben liegt, ist bekanntlich blanker Zufall.
    David ist im Grunde kein schlechter "Mensch". Am liebsten beobachtet er andere Menschen ganz still und mit großen Augen, ohne sich einzumischen, solange sie ihn nur in Ruhe lassen. Wenn er so ganz für sich ist, versinkt er viel in Gedanken und Grübeleien über Gott und die Welt, doch ohne je, trotz einer sehr großen Portion Intelligenz, zu einem zufriedenstellenden, positiven Ergebnis zu kommen - was ihn jedes mal aufs neue deprimiert, was ihn sich hilflos und missverstanden fühlen lässt. Er leidet unter starken Komplexen, glaubt sich zu unwürdig für den Himmel, will es doch nur allen recht machen. Kleinigkeiten reichen jedoch, um den scheinbar introvertierten Kerl aus dem Konzept zu bringen; dann neigt er dazu, überstürzt und überemotional zu reagieren, wechselt scheinbar zu einem ganz anderen "Ich". Er hat gewalttätige Züge, verletzt ohne mit der Wimper zu zucken und ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, ja scheinbar, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, dass er etwas schlimmes getan hat und dass er damit seinen Erdenaufenthalt nur noch verlängert - Es ist doch in seinen Augen alles nur zum Besseren derer, die er liebt. Wenn so jemand überhaupt lieben kann.

    Todesjahr: 2008, ist jetzt "real" 22
    Todesuhrsache: Genickbruch​

    Toffifee / Juliette Bennett

    Name: Juliette Bennett​
    Alter: 16​

    Aussehen:​
    Juliette sieht zerbrechlich aus, wenn man sie zum ersten Mal sieht. Meist mit verschränkten Armen, Händen um die Ellenbogen, ein bisschen von jedem abgewandt. Zierlich, schlank, porzellanfarbene Haut. Sie weckt in jedem den Beschützerinstinkt. Kommt man ihr jedoch einen Schritt zu nahe, schießen die graublauen Augen, die gerade noch so abwesend auf einen Punkt in der Ferne gerichtet waren, imaginäre Pfeile, die Lippen, die gerade noch so kleinkindmäßig und schmollend aussahen, attackieren plötzlich mit niveauvollen Beleidigungen. Physisch wäre sie in einem Nahkampf total unterlegen, aber zu sowas kommt es nicht mal. Oftmals wird sie als das schwarze Schaf bezeichnet, anfangs eher im Scherz, aufgrund ihrer schwarzen, voluminösen Locken, die so gar nicht Bennett-like sind. Ihre Geschwister und ihre Eltern sind alle hellhaarig, haben grüne oder blaue Augen, aber keine, die annähernd authentisch und fesselnd wie Juliettes sind. Früher fand sie es nicht toll, so verschieden zu sein, jetzt ist sie stolz auf die Abgrenzung von ihrer Familie.​

    Charakter:​
    Ihrem losen Mundwerk hat sie zu verdanken, dass es schon öfter Streit zwischen Freunden und ihr gab. Deswegen ist sie so gut wie immer allein und will das auch bleiben. Andere Leute haben in ihrem Leben keinen Platz. Kommt ihr jemand zu nah, verwandelt sie sich in die Kratzbürste des Jahrhunderts. Wegen dieser Eigenschaft ist sie auch eine der größten Mobber auf ihrer Schule, macht das Leben neuer, unsicherer Schüler zur Hölle. Sie sieht einen Menschen an und kennt sofort den wunden Punkt. Manche Leute würden das ignorieren, sie reitet darauf herum. Vor ein paar Jahren gab es an der Schule einen Selbstmord, der Grund waren Juliettes hässliche Worte. Jeder bestreitet es, dass jemand sich wegen so etwas alltäglichem umbringt und dann noch jemand anderen dafür verantwortlich macht, aber sie weiß es. Was sie nicht davon abhält, weiter zu machen.​
    Dann gibt es aber auch die verletzliche Juliette, die verbotenerweise auf der Golden Gate Bridge sitzt, Musik hört, raucht und fast schon poetische Monologe führt. Die, die am liebsten weglaufen würde von der Fassade der perfekten Familie, des perfekten Lebens. Denn auch charakterlich schottet sie sich von der Familie ab. Sie denkt zu viel, sie ist zu viel weg, sie spricht zu wenig. Sie macht sich zu viele Vorwürfe. Seit dem Selbstmord, an dessen Fäden sie saß, ist sie noch in sich gekehrter als früher. Außer in der Schule, da setzt sie die blanke Maske auf, das Mädchen ohne Emotionen. ​

    Verry / Lucinda Speers
    Name: Lucinda Speers
    Alter: 16
    Aussehen: Lucinda hat eine wunderschöne sportliche, schlanke Figur. Zudem ist sie für ein Mädchen recht groß. Sie hat lange schwarze Haare mit einem schönen seitlichen Pony. Sie hat wunderschöne hellblaue Augen und eine sehr blasse Haut. Ihre Augen betont sie gerne mal mit etwas dezentem Make-Up.
    Charakter: Lucinda auch genannt Luci ist mehr oder weniger ein stilles Mäuschen. Jedoch kann sie schnell sauer werden, was jedoch die meiste Zeit nicht der Fall ist. Sie ist ruhig und sehr schüchtern. Geht nur ungern auf fremde Leute zu, was auch einen Grund hat. Doch wenn man sie ersteinmal kennt, ist sie wirklich eine sehr gute Freundin, die alles mitmacht- egal wie verrückt es ist.

    Für Geister zusätzlich
    Todesursache:
    Selbstmord
    Am 1. Tag des neuen Jahres (1996) war sie ganz alleine mit ihren 3 kleineren Geschwistern zu Hause, als plötzlich 2 Männer mit Pistolen vor ihr und ihren Geschwistern standen und sie anschrien, sich auf den Boden zu legen und sich nicht zu bewegen. Die drei Kleinen wurden gefesselt und an einen Schrank gelegt. Geschockt starrte Luce auf den Einbrecher, welcher ihr eine Pistole an den Kopf hielt und sie anschrie, dass sie etwas Wertvolles suchen gehen sollte, was für die Einbrecher von Bedeutung sein konnte. Alle 10 Minuten solle sie mit einem Gegenstand kommen. Wenn sie nichts finden würde, würden sie(die Einbrecher) alle (10 Minuten) eines ihrer Geschwister erschießen. So lief Luce planlos los, um etwas zu finden. Als die ersten 10 Minuten beinahe um waren, lief sie mit einer teuren Vase die Treppe runter, stolperte und fiel. Ebenso die Vase, welche zerbrach. Sogleich erfolgte ein Schuss und der Schrei der Beiden verblieben Geschwister. Luce schrie ebenfalls auf und hielt sich die Ohren zu. Tränen traten ihr in die Augen. Sie schüttelte den Kopf. Sie wusste nicht,was sie anderes wertvolles holen sollte. So lief sie erneut durchs Haus, ohne ein Ziel. Erneut ein Schuss, gefolgt von dem Kreischen ihres kleinen Bruders. Weiterer 7 Minuten vergingen, als Luce mit tränenüberströmtem Gesicht in den Raum lief, in dem alle waren, und 5€ in der Hand hielt. Die Uhr schlug 12 Uhr. Es war nun eine halbe Stunde vergangen. Die Fremden lächelten sie nur kühl an und hielten ihrem kleinen Bruder eine Pistole an den Kopf. Sieschrie auf und machte einen Satz nach vorne um sich vor ihn zu schmeißen, doch das war ein fataler fehler. Der Fremde drückte ab und ihr Bruder sah sie ein letztes Mal an. Der Augen weit aufgerissen vor Angst.. und jetzt war es zu spät. Auch ihr letztes Geschwisterchen war tot. Erstarrt wie sie war sah sie sich bei den Einbrechern um. Sie standen auf, rissen ihr die 5€ aus der Hand und verließen das Haus. Einfach so. Überall war Blut, sie kreischte unaufhörlich, nahm ihre toten Geschwister in die Arme und strich ihnen über den Kopf...
    3 Tage später, nach der Beerdigung der drei kleinen, gab sie sich selbst die Kugel, da sie mit dieser Schuld nicht leben konnte. Sie hat sich nie verziehen.
    Todesjahr: 1996​

    IceLandGirl / Myra Goldberg
    Name: Myra Goldberg
    Alter: 17 Jahre​

    Aussehen:
    Myra hat goldblondes,lockiges Haar,das ihr schmales Gesicht umrahmt.Ihre grünen Augen haben rund um die Pupille einen leicht gelblichen Kranz, der sich in feinen Linien durch ihre Augen zieht und sich je nach Lichteinfall um eine kleine Farbnuance ändert. Sie ist nicht besonders groß, misst gerade mal 1,56 m und fühlt sich deshalb manchmal unwohl. Sie ist nicht dick,aber auch nicht rappeldürr, ist aber mit ihren natürlichen Kurven recht zufrieden,da sie im Gegensatz zu ihrer Größe ein reiferes Aussehen verleihen. Ein besonderes Merkmal,auf das Myra sehr stolz ist,ist ein Muttermal auf ihrer linken Schulter,das die Form einer Blume hat.​

    Charakter:
    Myra ist ein sehr zurückhaltendes Mädchen.Sie knüpft nur selten Kontakt und zieht sich gerne zurück. Sie hat kaum Freunde, jedenfalls kaum wirklich guten Freunde.Meistens zieht sie sich zum Lesen und Schreiben in den Park in der Nähe ihrer Wohnung zurück,um sich dort zu entspannen und ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen.Der große Partymensch ist sie nicht,doch ab und zu geht sie auch mal in die Disco,um dort ihrer großen Leidenschaft - dem Tanzen - nachzugehen. Dies und ihre Geschichten sind die einzigen Orte,an denen sie ihre Schüchternheit vergisst und sich einmal richtig gehen lassen kann.​

    lg
     
  2. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    David

    Die Welt zog an mir vorbei, das Wasser unter mir, die Wolken über mir. Das Leben zog an mir vorbei. Die Lebenden zogen vorbei. Hektisch und betriebsam und egoistisch, nichts kennend außer sich selbst und ihrer ständigen Eile, als versuchten sie, die Zeit zu jagen, die auf der Flucht vor ihnen war, ihnen davonrannte. Wozu? Es hatte keinen Sinn, sie einzuholen, denn danach wartete nichts anderes, nichts besseres - aber woher sollten sie das schon wissen. Es war mit ihnen wie mit einem Kind, das sich immerzu danach sehnt, erwachsen zu sein, und wenn es das dann ist, wünscht es sich seine Kindheit zurück - Aber dafür ist es zu spät. Man ist lange genug erwachsen. Man ist lange genug tot. Es war daran nichts spannendes und nichts erlösendes und, glaubt mir, soviel Zeit kann ein Mensch gar nicht gebrauchen, verbrauchen. "Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte", sagte Noel Coward und er hatte recht damit. Er sagte auch, dass ein Ehering eine Tapferkeitsauszeichnung sei. Ich weiß nicht, was das damit zu tun hat. Vielleicht war er nicht so klug. Vielleicht bin ich nicht so klug.
    Nachdenklich blinzelnd kickte ich einen kleinen Stein mit dem Finger über den Rand der Brücke und sah ihm in seinem Sturz nach, bis seine Umrisse in der Tiefe verschwammen. Ich saß an die Brüstung gelehnt, im Schatten des massigen Metallpfeilers, ließ die Beine über dem Abgrund baumeln. Natürlich war das verboten. Aber um mir die Bemerkung zu erlauben: Niemand würde mich deswegen ansprechen. Vermutlich wären die Menschen sowieso zu engstirnig, um einen einzelnen verzweifelten Selbstmörder - Wer sonst sollte sich freiwillig einer solchen Gefahr aussetzen? - zu bemerken, oder zu feige, einzugreifen, oder es war ihnen egal, gehörte er doch nicht zu ihrem Leben. Aber mich ihnen letztendlich einfach gar nicht zeigen zu müssen war wohl einer der wenigen Vorteile meines Daseins.
     
  3. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juliette

    Normale Menschen würden wohl einfach stehen bleiben, die Architektur der Brücke bewundern, den Sonnenuntergang anschmachten oder schätzen, wie tief das Wasser war. Auf meinem Weg zu meiner Ecke musste ich tatsächlich ein paar Leuten ausweichen, weil sie genau das taten. "Schau mal, Schatz, wie romantisch!" Ich musste mich beherrschen, nicht genervt aufzustöhnen. Was nutzten diese Erinnerungen? Später würde man sie nicht mehr brauchen, weil man dement war und sich eh an nichts erinnern konnte oder weil man den Radieschen von unten beim Wachsen zusah. Alles lief darauf hin, dass man irgendwann tot war. Und da gab es keinen Unterschied zwischen Obdachlosen und Prominenten, hübsch und hässlich, gut oder böse. Man war tot und die ganzen Erinnerungen, die man im Kopf hatte, waren weg.
    Eine alte Frau rief mir etwas hinterher, als ich sie aus Versehen leicht anrempelte, aber ich ignorierte es. Stattdessen versuchte ich mich auf meine Schritte zu konzentrieren und hob den Blick erst, als ich dachte, dass er bald dastehen würde. Der Pfeiler mit meiner Ecke. Mein Gefühl täuschte mich selten und ich lehnte mich gegen den roten Stahl, der in der hereinbrechenden Dunkelheit fast schon schwarz war, bis der Großteil der Menschen auf dem Gehweg verschwunden oder mit etwas anderem beschäftigt waren. Ich atmete tief durch, kletterte unter der Abgrenzung durch - und wäre fast in den San Francisco Bay gefallen.
    In all den Jahren, in denen ich so gut wie jeden Abend an diesem Platz, im Schatten des Pfeilers, gesessen hatte, hatte mich keiner bemerkt. Und in all den Jahren war er immer verlassen, als würde er nur auf mich warten. Nun ja, heute hatte die Ecke wohl jemand anderen eingeladen. Viel erkannte ich von der Gestalt nicht, es war immerhin dunkel und abgeschottet von jeglicher Lichtquelle, aber die hellblonden Locken hätten wohl auch in einem Darkroom geleuchtet. Zusammengekauert und aufs Wasser blickend saß die Gestalt da, keine Ahnung davon, dass ich hinter ihr stand.
    "Hat deine Mami dir nicht gesagt, dass so ein Platz verboten ist und ihr kleiner Engel sich lieber davon fernhalten sollte?" Meine Stimme war kühl, ganz anders als sie sonst um diese Uhrzeit an diesem Ort sein sollte. Hier sollte ich eigentlich ich sein können, ohne Maske oder Alter Ego. Um Halt zu finden, den ich nicht hatte, weil der Platz vollkommen von dem anderne Menschen eingenommen war, schlang ich meine Finger um das Geländer, hoffte inständig, nicht plötzlich auszurutschen und im Wasser zu landen. Wenn ich sterben sollte, dann ganz sicher nicht durch etliche Knochenbrüche und Ertrinken. Das wäre ordinär, stumpf, unnobel. Und vor allem würde ich es bewusst machen wollen, und nicht weil ein anscheinend lebensmüder Typ - das bisschen, dass ich sah, war doch einen Zacken zu männlich gebaut als dass es für eine Frau sprechen würde - mich erschrecken wollte.
     
  4. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    David

    Kleiner Engel... Das bist du, du bist mein kleiner Engel, mein kleiner David, nicht wahr? Mein geliebtes Geschenk Gottes... Sag mir, dass du mich lieb hast. Hast du mich lieb, Engel? Hast du deine Maman nicht lieb, David? Warum hast du mich nicht lieb? David? David...? -
    Ich blinzelte. Ich schrie nicht, ich fiel nicht in Ohnmacht, ja ich zuckte nicht einmal zusammen - Nun, und den Gefallen, vor Schreck von der Brücke zu fallen, würde ich dem Mädchen ganz bestimmt erst recht nicht tun. Stattdessen blinzelte ich, riss mich damit selbst wie aus Trance und drehte schließlich langsam den Kopf in die RIchtung, aus der die fremde Stimme gekommen war. "Nein, und deine?" erwiederte ich wahrheitsgemäß mit ruhiger Stimme. Nichts an mir mochte eine Gefühlsregung verraten. Da war keine Überraschung in meinen Augen, keine Missbilligung um meine Lippen. Ein "verschlossenes Buch", ohne, dass ich mir diese Rolle je ausgesucht hätte. Ein weiteres Steinchen fand den Weg in die Tiefe, als ich es mit zusammengekniffenen Augen anvisierte und schließlich mit einem Fingerschnicken auf ein imaginäres Ziel abschoss. Meine Lippen formten ein stummes "Peng".
     
  5. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juliette

    Einige Augenblicke reagierte mein Gegenüber gar nicht und ich öffnete schon den Mund, um noch eine fiese Bemerkung hinterherzuschleudern, in der Hoffnung, er würde zurückkraxeln und verschwinden, aber dann drehte er den Kopf. Die Locken hüpften, lenkten mich kurzzeitig ab, ehe ich dem Typen dann direkt ins Gesicht sehen konnte; jung, so viel ich erkennen konnte, aber doch sah er älter aus als ich. "Meiner ist es eigentlich ziemlich gleich, was ich tue. Was ich mir bei deiner jedoch nicht vorstellen kann, du bist doch bestimmt ihr Liebling, nicht wahr?" Vielleicht hatte er ja irgendeinen Mutterkomplex und würde mit ein paar weiteren Bemerkungen verschwinden. Hoffentlich, ich wollte meine Ruhe. Meine Ecke, meine Musik, meine Ruhe. Das Psycho-Steine-Schnipsen vermittelte Gelassenheit und mir kam die Idee, dass er gar nicht verschwinden würde, nur, um mich auf die Palme zu bringen. Aber im Gefühle verstecken war ich ein Profi, setzte meinen blanken, fast schon gelangweilten Gesichtsausdruck auf, auch wenn er mein Gesicht wahrscheinlich nicht sah - schließlich stand ich mit dem Rücken zu jeder Lampe oder sonstiger Lichtquelle. "Und jetzt geh lieber weg, bevor mein Fuß einen Krampf kriegt und man dich morgen am Grund des Bays findet."
     
  6. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    David

    Ich zuckte unwillkürlich zurück, schlug die Augen nieder, meine Lippen verzogen sich zu einer Grimasse, die irgendwas Undefinierbares zwischen Betroffenheit, momentaner Verwirrung und Hass spiegelte. Du warst mein Liebling, David, wie konntest du nur? Du bist ein böser Mensch, David, du bist kein Engel, du bist nicht mein Engel... - "Nein." antwortete ich leise, ohne klar zu machen, auf welchen Teil ihrer Worte ich einging. Dass ich jedoch im selben Atemzug aufstand, entkräftete wohl die Vermutung, es könne sich um einen Protest gegen ihre Aufforderung, zu gehen, handeln. Eine hand an dem Pfeiler blieb ich stehen, ohne mich wirklich festzuhalten. Die ganze Zeit hatte ich gesessen, während das Mädchen stand; nun war ich erstmals größer als sie, stand über ihr, wäre rein physisch in jedem Gefecht überlegen - Ganz davon abgesehen, dass es zwar recht unangenehm war, sich sämtliche Knochen zu brechen, aber mir so ein Sturz dennoch deutlich weniger ausmachen würde. Mein Blick glitt flatternd über die dunkle Gestalt, erst jetzt kam ich dazu, sie genauer zu mustern. Zerbrechlich, ihrer aller Körper waren so zerbrechlich, solange sie noch lebten, aber der des Mädchens wirkte besonders zierlich. Das dunkle Haar schluckte jedes Licht, tauchte das Gesicht in Schatten, nur der Trotz blitzte mir regelrecht aus ihren Augen entgegen. "Bist du öfters hier?" Ich wusste nicht, warum ich das fragte. Vielleicht, weil ich lange mit niemandem mehr gesprochen hatte, doch in der Regel hatte ich auch nicht das Bedürfnis dazu. Vielleicht, weil ich herausfinden wollte, wieso sie so gereizt auf meine Anwesenheit reagierte, herausfinden, ob ich ihr "ihren" Platz genommen hatte. Vielleicht, weil sie mich faszinierte ohne dass ich hätte sagen können, warum.
     
  7. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juliette

    Volltreffer. Ein kleines, fieses Schmunzeln zierte mein Gesicht, als er wieder in seinen Gedanken gefangen war. Mutterkomplex. Seine Stimme war plötzlich leise, der letzte Beweis für meine Diagnose. Er stand auf - endlich -, machte aber keine Anstalten, zu gehen. Und ich bekam zu sehen, wie groß er eigentlich wirklich war, nämlich einen guten Kopf größer als ich. Er könnte mich ohne große Anstrengung nehmen und hinunterwerfen. Jetzt war aber nicht der Moment, Schwäche zu zeigen. Auf seine lahme Frage, ob ich hier öfters wäre, grinste ich schief. "Oft genug, also such dir lieber einen anderen Platz, Engelchen." Bei den hirnverbrannten Leuten auf meiner Schule, die in etwa in seinem Alter sein mussten, hätte es geklungen wie ein lahmer, unkreativer Flirtspruch. Bei ihm irgendwie nicht, es hörte sich eher an, als ob er ernsthaft daran interessiert wäre. Auch, wenn mir nicht entgangen war, dass er mich gemustert hatte.
    Meine Finger wurden langsam klamm, aber ich wollte sie nicht zu früh vom Geländer nehmen, erst wollte ich in Sicherheit sein. Während ich mich nämlich verzweifelt an alles, was stabil war, klammerte, stand er da, als wäre es das natürlichste auf der Welt, auf einem Pfeiler 230 Meter über dem Boden zu stehen. Die Hand, die er an den Stahlpfeiler gelegt hatte, diente wohl eher als Deko. "Ich fänd's jetzt auch super, wenn du gehen würdest, ich hab zu tun" sagte ich harsch, in der Hoffnung, ihn letztendlich vertrieben zu haben. Ich wollte nicht weiter auf seinem Komplex herumreiten, es sollte ja nicht noch einen Selbstmord wegen mir geben.
     
  8. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    David

    Ich schluckte, blinzelte mehrmals, fuhr mir mit der Zungenspitze über die Lippen, ehe ich mild den Kopf schüttelte. "Ich kann nicht." Der deprimierte Ausdruck war nicht von meinem Gesicht gewichen, malte eine feine Sorgenfalte zwischen meine Augenbrauen, weshalb es beinahe so wirkte, als täte mir dieser Umstand außerordentlich leid. Nachdenklich schürzte ich die Lippen, überlegend, ob ich ihr den Gefallen nicht doch tun konnte, aber nein: "Du stehst im Weg." klärte ich sie schließlich, noch genauso ruhig wie die ganze Zeit, auf und deutete mit einem fahrigen Kopfnicken auf das Geländer, an das sie sich verzweifelter klammerte, als ich es von jemandem, der einen solchen gefährlichen Platz aufsuchte, erwartet hätte; es schien mir ein Paradoxon in sich und das wollte nicht in meinen Kopf hinein. "Das ist, soweit ich sehe, der einzige Weg. Außer dem abwärts, versteht sich. Aber..." Wenn du ein Engel bist, dann zeig es mir. Flieg kleiner Engel, zeig mir, wie du fliegen kannst. Du bist kein Engel, David. Du bist nicht mein Engel. "...Nun, aber den möchte ich eigentlich vermeiden, wenn es möglich ist." endete ich langsam, "Er sieht doch recht unangenehm aus. Du hast ihn, nehme ich an, auch noch nicht ausprobiert?"
     
  9. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juliette

    Ein paar Augenblicke rührte ich mich nicht, kramte in meinem Kopf nach einer möglichst bissigen Antwort. Mir fiel jedoch nichts Gutes ein, also seufzte ich. "Sonst würde ich wohl kaum hier stehen." Ziemlich ungelenkig kletterte ich über das Geländer, darauf bedacht, keine Szene zu machen. Langsam ging mir dieses Hin und Her auf den Keks und ich würde so gut wie alles machen, wenn er mich nur endlich in Ruhe lassen würde. Trotzig verschränkte ich die Arme, heftete meinen Blick auf den Gehweg und stand völlig sinnlos und passiv neben der Straße, wollte auf jeden Fall vermeiden, dass man dachte, ich würde diesen komischen Typen kennen. Ich kannte die Leute zwar nicht, die an mir vorbeiliefen, aber aus einem Grund wollte ich in keinem Gedächtnis mit dem Fremden auftauchen.
     
  10. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    David

    Geschmeidig folgte ich ihr über das Geländer nach, nur um dann hinter ihr zu stehen, die sie mir so herrlich patzig den Rücken zudrehte. Und zu stehen. Und zu stehen. Regungslos als wäre die Zeit stehengeblieben, nur mein Brustkorb hob udn senkte sich ob langsamer Atemzüge. Vielleicht sollte ich einfach gehen. Aber es gehörte sich nicht, das ohne ein Abschiedswort zu tun. Nicht, dass sie sehr viel höflicher war, sich so wegzudrehen. Aber sie schien mir allgemein nicht der Typ zu sein, der viel auf Höflichkeiten gab, weshalb ich es dabei beließ, diesen Umstand mit einem leichten Schmollmund zu quittieren und letztlich als Charakterzug akzeptierte.
    Schließlich räusperte ich mich, öffnete den Mund, schloss ihn wieder, öffnete ihn erneut wie ein Fisch auf dem Trockenen und meinte schließlich halblaut: "Ich wünsche dir noch einen schönen Abend." Beziehungsweise, das hatte ich sagen wollen. Was jedoch aus meinem Mund kam, war: "Wie heißt du?"
     
  11. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juliette

    Mit einem leisen, genervten Stöhnen drehte ich mich schließlich um. Nein, er war doch noch nicht verschwunden und ich hatte mir seine Stimme doch nicht eingebildet. Wie auf den Gehweg gemeißelt stand er vor mir und ich sah kurz auf seinen Brustkorb, ob er auch wirklich atmete und lebte und nicht eine Statue von einem städtischen Künstler war, die einfach plötzlich auf der Brücke stand. Unsicher, ob ich auf seine Frage ehrlich antworten sollte, nagte ich an meiner Unterlippe, bis sie kurz davor war, zu bluten. Was nicht unbedingt lange dauerte, schließlich dachte ich vor allem an diesem Ort viel nach und hatte mir vor ein paar Jahren das Fingernägelkauen abgewöhnt und somit das Todesurteil meines Mundes unterschrieben.
    "Schmeißt du mich von der Brücke wenn ich's dir nicht verrate?" Obwohl ich ein bisschen fies grinste, sagte mir mein Bauch, dass er es - schon wieder - ungehindert tun konnte. Packen, schmeißen, wegrennen. Ganz easy. Aber irgendwie sah er mich so aufrichtig interessiert dann, dass ich schließlich mit den Augen rollte. "Juliette." Der Klügere gab ja bekanntlich nach. Und je schneller ich ihm alles, was er mich fragte, beantwortete, desto schneller war ich hinter dem Geländer.
     
  12. Loulou

    Loulou Gesperrte Benutzer

    Joffrey
    Schweigend saß ich nur mit Boxershorts bekleidet auf dem kleinen Schlafsofa in dem schäbigen Zimmer meiner Einzimmerwohnung. Im Hintergrund lief laut Metal und der Nachbar von gegenüber hämmerte zum dritten mal gegen die Tür. Beides zog einfach an mir vorbei, ohne, dass ich es wahr nahm.Vor 136 Jahren hätte ich es mir nicht erträumen lassen, dass ich einmal solch eine Art von Musik hören würde. 136 Jahre. Morgen wäre ich auf den Tag genau 136 Jahre tot und doch lebendig. Du Nichtsnutz, du wirst auf ewig in der Hölle schmoren., hallte es wieder durch meinen leeren Kopf. Wie recht es mir doch gewesen wäre. Immer noch tief in Gedanken wanderte mein Blick auf eine Stelle der bleichen Haut knapp unter meinem Schlüsselbein, dass deutlich hervortrat. An genau dieser Stelle war statt Haut nur Narbengewebe. Sie stammte nicht von ihm, sie war entstanden durch das Bajonett, das 1916 meine Schulter durchbohrte. Es wäre mir recht gewesen, hätte es mich von dieser Welt gelöst, doch ich stand immer noch hier. Seufzend stand ich schließlich auf und ging zu der Kommode, in der ich mein weniges Hab und Gut aufbewahrte. Ich nahm die Adidashose heraus und zog sie über meine Beine, dem folgte noch ein graues Shirt, dass mir definitiv zwei Nummern zu groß war und ein paar Schuhe, ehe ich hinaus an die Luft San Franciscos trat. Der Luft dessen Ortes, den ich vor 136 Jahren verlassen hatte und an den ich vor gut zwei Jahren zurückgekehrt war. Die Musik, die zuvor noch laut im ganzen Haus zu hören war, drang nun in voller Lautstärke aus den Kopfhörern meines mp3-Players, einer der wenigen Gegenstände die ich besaß, die noch etwas wert waren. Schweigend begann ich zu laufen, die selbe Strecke wie jeden Abend, zur selben Zeit.
     
  13. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    David

    Sie von der Brücke schmeißen? "Aber nein." Ein mildes Lächeln huschte über meine Lippen, nur um so schnell zu verschwinden, wie es gekommen war. "Dann kannst du ihn mir ja auch nicht mehr verraten." Mein Blick glitt zu den Wassermassen unter uns und ich schüttelte den Kopf, mehr an mich selbst gewandt. "Juliette" echote ich leise, das U in ein sanftes Ü abdriftend, unabsichtlich - es war der Hauch eines Akzentes, den man vermutlich nie ganz wegbekam, selbst wenn man noch so lange in einem fremdem Land lebte. Ich mochte es, ihren Namen auszusprechen, er zerfloss wie Honig auf meiner Zunge.
    Ich hob den Blick wieder zu dem zierlichen Mädchen. Streckte ihr eine Hand hin, musterte sie, ihre kalten Augen, so viel Bosheit, wie sie tat, konnte gar nicht in ihr stecken; lächelte auffordernd, folgte ihrem abschätzenden Blick nach unten auf meine Finger und wusste, dass sie sie nicht ergreifen würde. Das Lächeln verblasste und ich drückte die Mundwinkel in einem unsicheren, gar entschuldigenden Mienenspiel nach unten, ehe ich die Hand zurückzog. Wie nutzlos schien sie plötzlich an meiner Seite herabzuhängen, schwer. "Ich bin David." stellte ich mich schließlich selbst vor, auch wenn ich nicht glaubte, dass es sie interessierte. "Es hat mich gefreut, dich kennenzulernen, Juliette. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder." Es war viel zu ernst gemeint.
     
  14. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juliette

    Seine Hand ignorierte ich eiskalt. Aber ich kannte jetzt seinen Namen, und er meinen. Das war alles ganz schön eskaliert. David. Der Liebling Gottes, das hatte mir meine Mutter mal gesagt, als sich herausstellte, dass mein kleines Geschwisterchen ein Junge werden sollte. Für ein paar Wochen hieß er sogar David, bis man sich für Lucian entschied. Oder für mich Teufelskind, denn er war und ist immer noch nichts anderes.
    Mit einem sanften, kaum merkbaren Kopfschütteln befreite ich mich aus dem Clusterfuck aus Erinnerungen, hatte Davids letzten Satz nur leise am Rande meines Bewusstseins mitbekommen. Schleimer. Ich biss mir auf die Lippen um das Schmunzeln zu unterdrücken. Natürlich würden wir uns wieder sehen. Das war ungefähr so realistisch wie eine Stecknadel im Heuhaufen zu finden. "Na klar, bis dann." Ehe er noch irgendwas sagen konnte, drängte ich mich an ihm vorbei und begann, über das Geländer zu klettern, freute mich wie ein Kind am Weihnachtsmorgen darauf, dass ich jetzt - endlich - vorerst allein war.
     
  15. Loulou

    Loulou Gesperrte Benutzer

    Joffrey
    Das einzige in meinem Leben, dass noch eine Regelmäßigkeit besaß, war das Laufen. Ständig musste ich die Orte wechseln, da es irgendwann auffiel, dass ich nicht älter wurde. Natürlich lernte man so einiges, ich sprach fließend Russisch, Deutsch, Spanisch und noch einige Sprachen mehr, jedoch wäre mir alles lieber, als dieses Grauen weiter zu durchleben. Eilig vertrieb ich jeden weiterführenden Gedanken aus meinem Kopf und lief automatisch dabei ein wenig schneller als zuvor, wobei meine Hand zu der Tasche meiner Hose wanderte, um die Musik ein wenig lauter zu machen. Meine Augen waren starr auf den Asphalt vor mir geheftet, der kaum merklich orange von der untergehenden Sonne schimmerte, die langsam hinter den Häusern San Franciscos verschwand. Je länger ich lief, je weiter von meinem Drecksloch, dass sich zu Hause nannte entfernt, je nobler wurde die Gegend. Die alten Baracken mit den dunklen Innenhöfen wichen den modernen Bauten, wie es sie zu vor nicht gab, wie sie sich zuvor niemand erdenken konnte. Vor 136 Jahren.
     
  16. Sevannie

    Sevannie Er & Traumfee. ♥

    Kleien Frage Leute. Was ist schonmals passiert? Start verpasst ;D Und durch schuel nicht soo viel Zeit nachzulesen.. Würde dauern..

    Dann: Welcher Tag ist und welche Uhrzeit?
     
  17. Sevannie

    Sevannie Er & Traumfee. ♥

    Melina
    Stumm blickte ich mich kurz um,ehe ich den Stöpsel derKopfhörer in mein Ohr drückte und los joggte. Warm gemacht hatte ich mich ja schon. Nun musste ich erstmals den Kopf frei bekommen. Mal wieder. Vor nicht gar zu langer Zeit hatte mein Freund Schluss gemacht. Ja klar ich war ,erst' 17 und bla bla. Trotzdem war es für mich schlimm. Zumal meine Mutter Zuhause nur noch Stress machte. Mein vate rwar ja fast nur arbeiten.. Leise seufze ich kurz auf,an den Gedanken meiner Familie. Da war ja auch noch das brüderchen,das einen ständig aufzog. Und und und.. naja kopf fre kriegen war so nicht.. Ich schaltete an meinem handy die Musik lauter,ehe ich mit mehr Ehrgeiz weiter joggte.
    Als ich um die Ecke,eiens Blogs, später joggte,stieß ich plötzlich mit einem anderem jungen Mann zusammen. leise seufze ich und musterte meinen Knochel sowie das Knie. ,,Autsch..!'',fluchte ich leise und stöpselte mir die Musik aus den Ohren. ,,Könenn sie nicht besser aufpassen?!'',fuhr ich den mann sauer an und half mir alleine auf,ehe ich erneut das blutende Knie musterte. Suuuuper!
     
  18. Loulou

    Loulou Gesperrte Benutzer

    Joffrey
    An der nächsten Ecke eines der Hochhäuser bog ich ab und spürte nur einen leichten Stoß. Verwirrt sah ich auf und betrachtete die junge Frau, eher noch Mädchen vor mir, wie sie sich wieder aufrappelte und die Lippen bewegte. Doch durch die Laute Musik verstand ich keines ihrer Worte, worum ich jedoch nicht traurig war. Denn anhand ihres Gesichtsausdruckes zu urteilen war sie nunja..nicht sonderlich begeistert. Grade wollte ich ihr aufhelfen, als sie sich schon von selbst erhob. Eilig nahm ich die Kopfhörer aus den Ohren und sah sie für einen kurzen Augenblick an, ehe ich den Blick wieder zu Boden richtete. "Entschuldigen sie, ich habe einen Moment nicht aufgepasst, ist alles in Ordnung mit ihnen?", fragte ich dann leise. Sicher, ich hatte aufgepasst. Trotz lauter Musik vergaß ich sicher nicht das, was um mich herum geschah. Nicht den Verkehr, nicht die anderen Jogger, nicht die Spaziergänger und auch nicht die Fahrradfahrer. Dennoch entschuldigte ich mich ein weiteres mal dafür.
     
  19. Sevannie

    Sevannie Er & Traumfee. ♥

    Melina
    Stumm musterte ich den Mann,ehe ich abwinkte. ,,Schon okay..'',murmelte ich dann doch und musterte mein Knie. ,,Alles bestens.'',irgendwie ja mal nicht. Stumm sah ich den Mann nochmals an,ehe ich schmerzvoll das gesicht verzog als ich auftrat. Mist.! ,,Nur der erste Schmerz,das geht gleich wieder.'',murmetle ich und ging weiter,humpelte jedoch noch etwas. Sollte der doch weiter joggen,für mich hieß es nun getrost nach Hause.. Ich schluckte und bei der nächsten Gelegenheit setzte ich mich erstmals und msuterte das Blut wie es mein Bein hinab lief,sowie meinen Knöchel der etwas anschwoll..
     
  20. Loulou

    Loulou Gesperrte Benutzer

    Joffrey
    Ich seufzte leise auf und betrachtete sie kurz, ehe ich die Musik nun gänzlich ausschaltete und ihr folgte. Kurz zögerte ich, ehe ich mich neben ihr, jedoch mit einigen Abstand, so gut es eben möglich war, auf der Bank nieder ließ. "Sicher, dass sie bis nach Hause laufen können?", fragte ich dann und blickte auf ihren Knöchel, der schien, als würde er anschwellen. Ich wollte in keinster Weise aufdringlich wirken, oder sie nerven, jedoch gab ich mir wie so oft die Schuld dafür und so trieb mich das schlechte Gewissen. Das war wohl das einzigst menschliche, dass mir geblieben ist. Der ständige drang, zu helfen, alle Schuld der Welt auf mich zu nehmen, bis meine Knie zitternd unter ihr nachgeben.
     

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