[RS] Shift(er)

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Obi-Wan, 8 Juli 2020.

  1. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Wir schreiben ein Jahr auf einer Welt, welche der unseren einst wohl weit voraus war. Anders, vielleicht auch mehr auf die Natur achtend, aber eines war auch dort gleich. Wie auch auf unserer Welt waren es einflussreiche Leute die die Geschicke der Menschen und Shifter dort lenkten, aus Habgier die Armen ausbeuten um ihren eigenen Reichtum noch mehr zu mehren. Intrigen und Zwiste waren vorprogrammiert, es reichte ein Funke um diese Welt zu entzünden. Die stürzte ins Chaos und fiel Jahre zurück, eine Welt ohne große Industrie, Technik wurde teuer und ist nur jenen vorbehalten sie es sich leisten können. Aus der Asche erhoben sich viele einzelne Reiche, jede Dynastie bemüht darum dass was sie hatten wieder zusammen zu raffen.. Monarchien kehrten zurück. Ein Einzelner herrscht über viele.... So beruhigte sich das Land allmählich wieder. Doch im Hintergrund erheben sich Einzelne, welche wohl die Geschicke der Welt in ihre Hand nehmen wollen.

    Ihr lebt in mitten dieser von Krieg zerrütteten Welt, entweder in einem Land wo es sich langsam wieder eingependelt hat und ihr hart dafür arbeitet einfach nur ein ruhiges Leben zu führen oder mitten drinnen im Geschehen, als Kämpfer an der Front oder sogar als Widerstandskämpfer. Vertraut ihr darauf das alles gut werden wird oder fürchtet ihr euch vor dem was ist? Es bleibt euch überlassen.

    Hier gibt es viele Gestalten (keine Fantasie/Fabelwesen) die ihr annehmen könnt, die Genmutation die es ermöglicht sich in das Seelentier zu wandeln ist ungefähr genauso gut verteilt wie der Anteil an normalen Menschen auf diesen Planeten. Viele Shifter leben in Gruppen von gleichartigen zusammen, da sich Vorlieben etc ergänzen, aber es gibt auch die Städte wo sich alles bunt durcheinander mischt. Nur die wenigsten und begabtesten können eine sogenannte Zwischenform einnehmen, die sie zu halb Tier und halb Mensch werden lässt. In dieser Form ist man auch Fähig zu sprechen.

    Dies wäre gerne ein Zweier Rolli, danke für euer Verständnis :3

    Formular:

    Name:
    Geschlecht:
    Alter:
    Aussehen:
    Ausstrahlung:
    Rolle/Beruf:
    Shifter ja/nein:
    Wenn ja, Seelentier:
    Sonstiges:
     
  2. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Formular:

    Name: Leondras Tal'Rakoras
    Geschlecht: männlich
    Alter: 27 Jahre
    Aussehen: Leondras ist ein hochgewachsener Mann mit breiten Schultern und schmalen Hüften. Alles an ihm scheint wie von einem Bildhauer geschaffen worden zu sein, die Muskeln sind hart und perfekt geformt, die Glieder sehnig und stark. Nichts an diesem Mann scheint irgendwo eine Schwachstelle aufzuweisen. Das Gesicht hat harte markante und durch und durch männliche Züge. Nachtschwarzes Haar liegt stets in perfekter Form auf seinen Kopf, ist gerade mal so lange das es ihm ins Gesicht hängen kann. Ein paar goldener Augen mit einem Schuss Bernstein funkeln einem geheimnisvoll und dunkel entgegen, offenbaren nichts von dem was in dem Mann vorgeht und obwohl man einem Raubtier nie direkt in die Augen sehen sollte, so ziehen sie doch beinahe wie magisch an. Die Haut hat einen bronzenen Ton und ist von der Sonne braun gebrannt, vereinzelt kann man auch Narben an der Haut erkennen. Eine befindet sich direkt an seinem Hals... es dürfte wohl eine ziemlich schwere Verletzung gewesen sein.
    Ausstrahlung: Schon bei dem ersten Mal wenn man seiner Ansichtig wird, wird einem klar das dieser Mann stolz ist und eine typisch arrogante männliche Art haftet ihm an. Die Bewegungen sind trotz der Maße die einer Raubkatze, auch die Autorität die er darstellt kommt meisterhaft zur Geltung.
    Rolle/Beruf: Anführer, Krieger, Visionär... die meisten würden ihn wohl jedoch einfach Tyrann nennen
    Shifter ja/nein: Ja
    Wenn ja, Seelentier: Ein nachtschwarzer riesiger Löwe, der klar seinen Status schon von weitem herausschreit.
    Sonstiges: Leondras hat recht früh schon die Zwischenform gemeistert und wütet mit dieser über so manches Schlachtfeld. Er ist ein Eroberer, zieht mit seiner Armee immer weiter vor um ein Land nach den Anderen seiner Herrschaft zu unterjochen
    ______________________________________

    Formular:


    Name: Sayajira ('Saya') Tount
    Geschlecht: weiblich
    Alter: 21 Jahre
    Aussehen: Bei jedem ihrer anmutigen Schritte klingen leise Glöckchen an ihrem Knöchel, die Hüften rollen von einer Seite zur Anderen, wippen einem Gedicht gleich in den Raubkatzenhaften Bewegungen mit. Saya scheint das Sinnbild von Eleganz und Schönheit zu sein. Aus exotischen Mandelförmigen Augen sehen einem ein paar hellgrüne Edelsteine entgegen, welche von dunklen langen Wimpern umrahmt werden. Ihr Gesicht hat feine Linien, die hohen Wangenknochen, die schmale stolze Nase, die vollen Lippen die wie von selbst bei nicht daran denken einen sinnlichen Spalt aufspringen, verschmelzen alles zu einem femininen und verzaubernden Ganzen. Sie hat eine eher durchschnittliche Größe, ihr Körper ist dafür umso umwerfender. Saya erfüllt wohl alles was ein Männerherz begehrt, ist schlank und wohlgeformt. Ansätze von Muskeln scheinen durch ihre weiche helle Haut. Auf ihrem Kopf sprießt dunkles Haar das in sachten Wellen über ihre Schulter bis zu ihrem knackigen Hintern langt. Durchsetzt ist es mit ein paar helleren Strähnen.
    Ausstrahlung: Saya hat eine elegante, anmutige und verzaubernde Ausstrahlung, selbst wenn sie nur geht oder steht. Beginnt sie zu tanzen, hält die ganze Welt den Atem an und erliegt vollkommen dieser Magie.
    Rolle/Beruf: Sklavin/Tänzerin am Hof eines Würdenträgers
    Shifter ja/nein: ja
    Wenn ja, Seelentier: Das Seelentier der anmutigen Tänzerin ist natürlich eine große Katze. Der schwarze Panther hat einen schlanken Körperbau. Ist nicht gänzlich schwarz, eher sehr dunkel gehalten und man sieht an ihren Körper die Flecken entlang, scheint mal heller und doch wieder dunkler zu werden.
    Sonstiges: Saya entstammt einer einfachen umherziehenden Familie, dort erlernte sie das Tanzen und andere Dinge... Sie wurde vor drei Jahren von ihrer eigenen Familie verkauft. Unterschätzen sollte man sie jedoch nicht, denn auch wenn sie als Tänzerin harmlos erscheint... würde man ihr Dolche in die Hand geben würde sie schnell zu einer Attentäterin werden. Den Rest erfährt ihr ja...
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Juli 2020
  3. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Formular:

    Name: Apollon „Aaron“ Thydos
    Geschlecht: männlich
    Alter: 27 Jahre
    Aussehen: Groß, braun gebrannt, muskulös, gutaussehend. Ja all das sind Worte mit denen Aaron beschrieben wird. Der groß gewachsene Mann hat einen stattlichen Körperbau, er schwankt zwischen Muskulös und athletisch. Seine Muskeln sind gut ausgeprägt und dennoch wirkt er sehr sehnig. Sein markantes Gesicht mit den hohen Wangenknochen zeichnet es dennoch aus, immer ein Lächeln oder zumindest einen Funken davon zu tragen. Nicht umsonst wurde der Mann nach dem Lichtträger der griechischen Mythologie benannt. Seine mittelblauen Augen scheinen auf dem ersten Blick nicht wirklich außergewöhnlich, doch wenn man genauer hinsieht ziert sich ein dunklerer Kreis am Rande der Iris, ebenso sind feinere helle Sprenkel in dem Mittelbau aufzufinden. Unter diesen beruhigend schauenden Augen sitzt eine stolze gerade Nase. Sein hellblondes Haar ist meist kurz gehalten, eher im Undercut-Stil und damit der Neuzeit entsprechend, zudem kommt noch meist ein drei Tage Bart der dem Mann noch etwas mehr das maskuline Aussehen verleiht.
    Ausstrahlung: Aaron strahlt die Ruhe und Hoffnung selbst aus. Er ist steht’s bemüht, dass sich alles für jeden zum Guten wendet. Wenn’s eben noch nicht gut ist, wird die aktuelle Situation mit einem Lächeln aufgeheitert und im besten Falle behoben. Doch was genau in seinem Kopf vorgeht und ob sich dieser Mann nicht auch manchmal Sorgen macht, weiß sogut wie niemand.
    Rolle/Beruf: Widerstandskämpfer mit „eigenem“ Heer
    Shifter ja/nein: Ja
    Wenn ja, Seelentier: Kaum zu erahnen welch Größe ein Löwe mit einer solch seltenen Fellfarbe haben kann, doch wenn man Apollon in seiner Tiergestalt sieht weiß man es besser. Er ist ein Hellbeige bis weißer Löwe. Die Mähne dicht und sein Ebenbild einer Statue gleich. Die Muskeln des Tieres sind ausgeprägt und man könnte meinen er sei einem der Märchenbücher von damals entsprungen.
    Sonstiges: Früh trennte sich Apollon von seiner Familie und deren Status. Er wollte nicht das werden, was ihm eigentlich prophezeit wurde: Thronerbe der Monarchie fos elpídas (Licht der Hoffnung). Einem Land welches weitestgehend verschont geblieben ist von den Tyranneien des Leondras und dennoch sah Apollon die Notwendigkeit sein wohl behütetes Land zu verlassen und dem Tyrann Widerstand zu bieten.

    Formular:

    Name: Minerva Basdeki
    Geschlecht: weiblich
    Alter: 23 Jahre
    Aussehen: Ganz den Ansprüchen der Monarchie gerecht besitzt Minerva eine blonde lange Mähne, durchwirkt mit mal helleren und dunkleren Strähnen und das ganz von Natur aus. Ihre Mähne fällt in leichten Wellen wenn sich die wilden Locken einmal ausgehangen haben. Was also bedeutet, frisch geduscht und noch nasse Haare, dann kommen ihre Locken zum Vorschein. Eine feine Stupnase ziert die Mitte des Gesichts, ebenso wie hohe Wangenknochen und sinnlich geschwungene Lippen. Zwei dunkelblaue Augen strahlen einem entgegen, doch so viel Ruhe sie ausstrahlen können, so viel Zorn bringen sie auch einem entgegen. Man meint es kaum doch diese Frau hat teilweise mehr Feuer als eine Latina Dame. Sie spielt von der Größe her im Mittelfeld mit, doch macht dies durch andere Sachen wieder wett, denn Größe ist bekanntlich nicht alles. Ihr Körper ist athletisch, dennoch wohl geformt und sie besitzt die weiblichen Vorzüge in einem guten Maße. Durch ihre Anbindung der Widerstandskämpfer im Heer von Apollon ist sie deshalb gut durchtrainiert, für manch einen Mann wohl schon einen Ticken zu sehr.
    Ausstrahlung: Minerva ist ein Freigeist, sie denkt und macht was ihr gerade in den Sinn kommt und dennoch behalt sie dabei einen kühlen Kopf in stressigen Situationen. Benannt nach der römischen Göttin der Strategie und des Kampfes, ob ihre Eltern wohl schon zur Säuglingszeit wussten was aus ihr mal wird? Minerva strahlt eine Gelassenheit aus, zudem noch gekrönt mit Stolz und Anmut und dennoch ordnet sie sich selbst eher als rechte Hand ein, statt die Führung zu übernehmen.
    Rolle/Beruf: Ist bei dem Trupp von Apollon mit zu Gange, kleine rechte Hand von Apollon.
    Shifter ja/nein: ja
    Wenn ja, Seelentier: Man glaubt kaum aus was dieser Frau wirklich werden kann: ein Gepard, das schnelle Tier und dennoch Anmutig und Stolz. Das helle Fell geziert mit vielen Punkten und Sprenkeln, sieht man sie kaum wenn Mine wirklich in Windeseile davon stobt. Doch die Raubkatze ist bekanntlich nicht nur die schnellste der Landtiere, sondern ebenso gefährlich wie eine der anderen.
    Sonstiges: Minerva versuchte sich immer aus den Fängen ihrer Familie zu reißen, noch bevor sie Zwangsverheiratet werden sollte mit Apollons kleineren „Bruder“. Wie schon erwähnt ist sie ein Freigeist und demnach nicht für die Monarchie geschaffen, da folgt sie lieber dem Widerstand von Apollon und hofft auf die Befreiung von Monarchie und Tyrannei.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Juli 2020
  4. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Saya

    Hastig war ich dabei das notwendigste in den bereit gelegten Beutel zu stopfen, lief in meinem Zelt herum um Kleidung und das eine oder andere Ding von Wert einzustecken. Gerade als ich den Beutel zuband und mich schon in Richtung des Ausgang wandte. Erschien eine Gestalt im Eingang, zuerst dachte ich schon es sei mein Liebster der vor Ungeduld nicht mehr hatte warten können. Wollte ihn mit einem Lächeln und doch mit Schimpf empfangen, da mein Verschwinden unbemerkt bleiben sollte... Zumindest für die erste Nacht. Danach würde mich meine Sippe nicht mehr finden. Doch das Lächeln fror mir ein, als die hagere Gestalt meines Vaters im Zelt stand. Seine Augen waren glasig und düster und er schwankte etwas. "Du verlässt uns..." Das war mehr eine Feststellung und ich wusste er erwartete keine Antwort darauf. Dennoch nickte ich entschlossen, denn leugnen konnte ich es mit dem vollen Beutel nicht. "Ich verlasse die Sippe!" sagte ich mit Nachdruck und ging an ihm vorbei ins Freie. Verwundert darüber das er nicht einmal versuchte mich aufzuhalten... doch sobald ich meinen Blick nach vorne wandte wusste ich es schon... Ich war umstellt von mehreren Männern, sie waren mir fremd und trugen auch andere Kleidung als es unsere Gruppe tat. Einer saß hoch zu Ross und sein Blick ging an meinen Körper entlang. Ich hörte es hinter mir rascheln und fuhr mit einem Fauchen in der Kehle herum. "Was hat das zu bedeuten?!" fuhr ich meinen Vater an und spürte das Kribbeln unter meiner Haut, wenn das Tier in mir erwachte. Er sah mich nur abschätzig an, dann wirkte er regelrecht angewidert von mir. "Du wolltest uns verlassen, den Wunsch erfülle ich dir meine Tochter!" entgegnete er kalt und meine Augen wurden groß. Ich sah auf die Männer um mich herum und wich einen Schritt zurück als sie sich mir näherten. Mein Blick zuckte zurück zu meinen Vater der von einem sehr gut gekleideten Mann einen Beutel in die Hand gedrückt bekam.
    Er verkaufte mich?! Nein! Nein! Er wartete doch auf mich! Wir hatten uns ausgemacht, dass wir uns auf unserem Platz treffen würden und er mich mit sich nahm! Das Brummen in meinem Brustkorb schwoll an und ich fauchte bedrohlich, während meine Hände nach meinen Dolchen fassten. Erst sah es so aus als ob ich mich stellen würde, doch dann machte ich auf dem Absatz kehrt, die Glöckchen an meinem Knöchel läuteten und die Röcke raschelten als ich herum fuhr und zurück in mein Zelt hechtete. Ich verschwendete keine Zeit, als ich an die Rückwand ging und dort meine Klingen rein schlug um mir einen Fluchtweg zu bahnen. Knapp entkam ich den ersten Händen die mich fassen wollten. Mein Vorteil war das ich um einiges gelenkiger und flinker war. Doch gerade ein paar Schritte gemacht, lief ich gegen etwas hartes und prallte davon zurück... Ich wollte einen Satz zur Seite machen, doch eiserne Arme umfingen mich und ich sah hoch in das steinerne Gesicht von Hailor. Ihn hatte ich zugunsten meines Liebsten verschmäht. "Lass los!" fauchte ich und wand mich in seinem Griff, kratzte und trat nach ihm. Er packte mein Handgelenk als ich meinen Dolch in seine Brust rammen wollte und drehte meinen Arm herum. Ich stöhnte auf... und die Klinge fiel mir aus der Hand. Nur noch eine Möglichkeit dem zu entkommen! In der Dämmerung die sich über das Land legte, würden sie mich nicht gut verfolgen können. Also rief ich meine Bestie wach, doch noch ehe ich mich wandeln konnte schloss sich etwas kaltes unnachgiebiges um meinen Hals. Doch es war zu spät...Ich konnte die Wandlung nicht mehr aufhalten, meine Gestalt änderte sich und sobald mein Nacken und Hals anwuchs, schnitt mit das Halsband die Luft ab. Ich machte ein paar Sätze, lief so schnell ich mich meine Pfoten mit diesem einem Atemzug tragen konnten, doch dann strauchelte ich röchelnd zu Boden. Gerade mal den Rand des Lagers hatte ich erreicht, rang um Luft doch bekam keine. Das Maul war weit offen, doch die Fessel um meinen Hals strangulierte mich unbarmherzig. Mein letzter Blick galt der Ferne, dem kleinen Wäldchen wo wir uns treffen wollten... "Aaron!"... Ich schrie in meiner Tiergestalt seinen Namen, wollte ihn zumindest schreien doch es kam nur ein Krächzen heraus, bevor ich das Bewusstsein verlor und schon dachte ich würde sterben...


    Röchelnd fuhr ich aus dem Schlaf, meine Hand glitt an meinem Hals. Spürte das schwere Gewicht der Fessel welche ich seit jenem Tag trug. Das Halsband war in meiner Menschengestalt gerade weit genug um mich gut atmen zu lassen, es bestand aus dicken Gliedern und war mit Edelsteinen besetzt... Ein Halsband für das Haustier eben. Es war unmöglich es selbst zu entfernen, dafür bräuchte man schon den Schlüssel für das Schloss. Es war ein Meisterwerk... denn die Dietriche und Nadeln die schon daran verwendet hatte, hatten es nicht zu knacken vermocht. Die Haut darunter war vernarbt und eine Stelle schon wieder aufgescheuert... Salben hielten das alles im Zaum, aber konnten beleidigte Stellen einfach nicht verhindern. Mein Herz raste in meiner Brust und ich wischte mir mit zitternden Händen die Haarsträhnen aus dem Gesicht. Drei Jahre war das her... vor drei Jahren war ich schändlich von meinem Vater verraten worden. Er hatte mich in die Sklaverei verkauft, an einen reichen alten Sack der eine hübsche Menge hatte springen lassen, dafür das ich ab sofort ihm gehörte und für ihn und seinen Hof tanzte.
    Ich hatte oft versucht zu fliehen, ein paar Mal wäre es mir fast gelungen, doch wurde ich dann von meines Gleichen gefasst und da ich mich nicht wandeln konnte... Jeden Tag hatte ich sehnsüchtig ausschau gehalten, gehofft und gebetet das Aaron vielleicht zu meiner Rettung kam, doch... Er war nicht gekommen. Es hatte mir regelrecht das Herz in zwei gerissen und doch fand man sich wohl irgendwann damit ab. War die Liebe wohl das Risiko nicht wert gewesen... oder er hatte sich eben einfach die Nächstbeste geschnappt die sein Bett wärmte.
    Es waren bittere Gedanken die selbst nach all der Zeit immer wieder mein Herz streiften, doch mittlerweile war es einfacher sie zu verdrängen. Seufzend erhob ich mich. Die Kettenglieder klirrten dabei leise. Oh ja... ich war an die Wand gekettet, damit ich mich nicht mehr aus dem Staub machen konnte -diese Fessel war jedoch um meinen Fuß herum.. Denn schließlich hatte meine Sippe ja auch irgendwann weiterziehen wollen. Die Kette war gerade lang genug damit ich mich in dem kleinen Raum bewegen konnte. Nicht lang genug um damit jemanden zu erdrosseln. Er war ausgelegt mit teuren Teppichen, unzählige weiche Kissen und reiche Stoffbahnen verbargen die kalten Steinmauern dahinter. Es war ein Zimmer einer Prinzessin würdig... und doch war es bloß der goldene Käfig für das kostbare Haustier. Denn die schwere Tür mit dem Gitter vor dem kleinen Guckloch konnte keiner leugnen, genauso wenig wie die beiden Männer vor der Tür welche nur schwere Waffen bei sich trugen, die ich unmöglich zu führen vermochte. Keine Messer oder Dolche mehr.. nicht einmal mehr Haarnadeln sprach man mir zu. Mein Essen bekam ich auch nur ohne Besteck...vielleicht mal ein Löffel wenn es hoch kam. In letzter Zeit hatte ich es nicht einmal mehr versucht, nichts half und ich spürte wie ich von Tag zu Tag mich selbst ein Stückchen mehr verlor. Ich war am Ende, kurz davor zu zerbröseln wie ein morsches Stück Holz. Mein Blick zu den Gittern an der Tür verriet mir, dass es wohl schon Nachmittag war. Bis spät in die Nacht war ich dem Hausherrn zu Diensten gewesen, hatte getanzt und hübsch ausgesehen vor seinen Gästen. Ich wurde kaum angefasst, vielleicht das der Herr selbst mich rief um von mir Befriedigt zu werden, aber ansonsten war es keinem erlaubt mich unnötig anzufassen. Für eine Katze die doch sehr Körperbetont waren die reine Folter! Genauso wie das eingesperrte Leben hier, es raubte mir manchmal schier den Verstand. Dann lief ich hier auf und ab und kam einfach nicht zur Ruhe... Rastlos schlug das Herz dann und die Wände kamen immer näher! Ich schüttelte den Kopf, atmete tief durch. Ich ging zur Tür und klopfte drei Mal daran, bekam ein Klopfen zurück als Zeichen das sie mitbekommen hatten das ich wach war. Sie würden mir nun etwas zu essen bringen und dann meine Kleidung für das heutige Bankett.

    Leondras

    Es war schon Nachmittag an diesem verfluchten Ort, grüblerisch saß ich zurückgelehnt in dem Sessel in meinem Zelt. Kratzer und Abschürfungen waren auf meinem Oberkörper verteilt von dem Kampf welchen ich heute gefochten hatte. Der mickrige Widerstand den dieses Land aufgebracht hatte war kaum der Rede wert und die Verluste auf meiner Seite waren mehr als gering. Gut es mochte vielleicht auch daran liegen, dass wir diese Männer und Frauen erstmal hatten aushungern lassen, abgetrennt von jedweder Nahrungsversorgung war es auch schwer bei Kräften zu bleiben, aber es war eine effektive Methode um Verluste auf Beiden Seiten zu minimieren. Es war ja nicht mein Ziel sinnlos zu töten, alle bekamen erstmal die Möglichkeit sich mir einfach zu ergeben. Ich war alleine, vor mir stand ein voller Teller mit frisch gebratenen Fleisch und Brot dazu, ich hatte selber Tagelang kaum etwas gegessen und doch verspürte ich gerade keinen Hunger. "Mein Herr!" hörte ich vom Zelteingang her und meine Augen richteten sich augenblicklich dorthin. "Was gibts?" fragte ich dunkel und gereizt. Ein schmächtiger junger Mann kam durch die Plane mit einem Brief in der Hand. Ich hob eine Augenbraue, kannte ich das Siegel doch nur zu gut. Ich nahm den Brief entgegen und entließ den Knaben mit einer Handbewegung. Er war wohl dankbar dafür das er meine Nähe so schnell wieder entkam. Ich kannte meine Wirkung auf den Großteil meiner Leute, die meisten horchten einfach nur weil sie Angst hatten, doch die die entscheidend waren respektierten mich... nun ja zumindest ein Stück weit. Ich entfaltete den Brief und überflog die Zeilen. Ein gereiztes Grollen rollte in meiner Brust und meine Verärgerung stieg an. Sie hatten sie noch immer nicht gefunden und wollten natürlich um Gnade winseln. Ich zerknüllte das Papier in meiner Hand und warf es ungeachtet in das Kohlebecken neben mir. "Dann werde ich meine Braut wohl selbst jagen müssen!" murrte ich die tiefe Stimme vibrierte in meiner Brust. Ich erhob mich von meinem Platz und ein teuflisches Lächeln lag auf meinen Zügen. Sehr gut, ich hatte schon lange keine gute Jagd mehr! dachte ich bei mir und rief meine Kommandanten zu mir um alles notwendige zu besprechen.
     
  5. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Apollon
    ,,Aaron..?'', hakte die zierliche Gestalt neben mir nach und ich seufzte leise auf. ,,Hm?'' - ,,Bitte.. Du musst da mal raus kommen.'', murmelte sie und ich nickte. ,,Ja, stimmt.'', murmelte ich und schob die Gedanken beiseite die mich seit heute morgen schon wieder quälten. Genauer gesagt seit einiger Zeit, denn heute war wieder der 'Jahrestag'. Mein Blick richtete sich auf die Braunhaarige, welche mir zunickte und mir eines ihrer Lächeln schenkte. So lieb und nett die Braunhaarige war, es war eben nicht das gleiche und würde es auch nicht werden. Sie sah vielleicht hinter dem Ganzen etwas mehr als ich, aber man kannte mich. Mich und meine Absichten was das anging und dass ich mich nicht binden würde. Selbst dran Schuld wenn sie sich darauf einlassen wollte und sich selbst einredete da wäre nichts. Ich richtete mich auf und streckte mich ausgiebig. ,,Heute Abend brechen wir an, sagtest du?'' - ,,Ja.'', gab ich knapp zurück und streckte mich kurz. Die schlaflosen Nächte zerrten an mir und die Gewissheit, dass da draußen irgendwo die altbekannte Freundin umher streifte und uns aufsuchte machte mir zu schaffen. Nur ungern würde ich sie zurück lassen, aber wir waren hier schon zu lange verweilt und hatten 'nichts' getan. Das kleine Dorf am Ende des Berges hatten wir befreit aus den Zwängen Leondras. Minerva war eben eine gute Freundin und schon lange an meiner Seite, manch einer vermochte da auch was anderes zu sehen zwischen uns beiden, aber soweit war es noch nicht gekommen. ,,Wenn sie bis heute Abend nicht aufgetaucht ist müssen wir weiter.'', erklärte ich Selena dann und sie nickte, wandte sich aus dem kleinen Zelt. Tief atmete ich ein und wieder aus, packte schon einmal das Gröbste zusammen. Wir fanden immer mehr Anhänger die sich gegen Leondras stellen wollten und dennoch waren wir noch zu wenige. Sein Heer würde uns wohl in den Boden stampfen und da bräuchte ich unter anderem die Fähigkeiten der Freundin. Sie wäre schon längst zurück, wenn ihr nicht dauerhaft was auf den Fersen wäre. Immerhin hatte sie einen ebenso guten Geruchssinn wie jeder zweite von uns.
    Wir waren eine bunt gemischte Gruppe. Raubkatzen und auch Wölfe mit an Board, einige Menschen die eben keine Shifter waren und trotzdem mindestens genauso gut kämpften wie ein Shifter selbst in Menschengestalt. ,,Aaron!'', rief eine mir bekannte Stimme zu, als ich gerade aus dem Zelt trat und mich dann zu dieser umdrehte. ,,Cassian.'', begrüßte ich den Mann, welcher nun vor mir stand. ,,Es ist soweit alles zusammen gepackt, nur noch die Zelte und dann könnten wir aufbrechen.'' - ,,Wir warten noch bis zur Dämmerung. In der Nacht reisen die wenigsten.'', erklärte ich ihm und er nickte. War nur die Frage, ob denn Mine auf uns zukommen würde.
    Die Gedanken von heute Vormittag waren damit auch schon in weite Ferne verdrängt, was wohl auch besser für alle beteiligten war. Sie war weg. Sie würde wegbleiben und bei Gott.. Wer wusste schon, ob wir sie jemals finden würden? Sicher nicht. Sie wollte schließlich sicher auch nicht gefunden werden, sie war diejenige die mir den Rücken zugekehrt hatte und mich stehen ließ. Und dennoch, nach so einer langen Zeit spukte sie immer noch in meinem Kopf herum und da war ich wieder - hörte dem Freund vor mir nicht zu und schüttelte den Kopf um mich wieder aus den Gedanken zu befreien. ,,Hast du mir zugehört?'' - ,,Nein.. ich.. tut mir leid, was?'' - ,,Am anderen Ende des Berges ist eine kleine Siedlung. Dort sind Truppen aufgestellt und nicht weit von dieser entfernt ist eine kleine Stadt. Ebenfalls belagert von Leondras' Leuten. Wenn wir die Siedlung heute Nacht angreifen würden, dann könnten wir im gleichen Zuge die Stadt von den Truppen befreien. Ausgeruht sind wir alle Male.'', erklärte er mir und ich nickte. ,,Klingt nach einem Plan. Zwecks der Siedlung hatte ich mir auch schon einige Gedanken gemacht. Warst du vor Ort?'' - ,,So in etwas. Mit gebührendem Abstand um keine Aufmerksamkeit auf uns zu lenken..'', erklärte er mir und ich nickte. Ich deutete mit einem weiteren Nicken auf mein Zelt, wollte dahingehend noch einiges besprechen. Umso mehr Truppen wir ausschalteten umso besser war es schließlich.

    Minerva
    Mein Herz pumpte wieder einmal wie wild. Völlig ausgehungert und verschwitzt. Ich wollte doch nur zurück zu unserem derzeitigen Lager und stattdessen? Sie trieben mich immer weiter fort. Aber warum? Warum nur mich? Wir waren jagen gewesen, einige andere Frauen und ich, da kamen die Männer zu Ross und in ihrer Tiergestalt. Kaum verkenntlich von wem sie kamen.. Sie schnitten mich von den anderen ab und jagten gezielt mich. Aber.. wieso? Man könnte schließlich nicht meinen, dass ich wirklich was persönlich mit Leondras zu tun hatte. Eher würden sie Jagd auf andere Leute machen wie Apollon aber nicht mich. Langsam beruhigte sich auch mein Herz wieder, hatte wieder die Leute für's erste abgewimmelt und nun galt erneut der Versuch sie ausreichend zu umrunden nur um zum Lager wieder zurückzukehren zu können. Meine Tiergestalt hatte ich abgelegt, musste mich ruhen und diese weise nutzen, denn immerhin war nicht mehr viel Kraft vorhanden. Klar, hier und da bekam ich doch mal was zu fassen. Oder wie gestern als ich mich rasch durch das eine Dorf gemacht hatte um wenigstens ein Stück Brot zu erhaschen, bevor sie schon wieder vor der Tür standen.. Nur auf diese Art und Weise brachte ich einfach zu viele Zivilisten in Gefahr und dafür war diese ganze Aktion auch nicht gedacht. Mein Blick ging den Baum hinunter und ich seufzte leise auf. Wenn Apollon nur hier .. - Nein. Er würde auch wieder mehr Leute mit sich ziehen. Wir hatten uns dahingehend ja genaustens abgesprochen. Die Frist war auch schon bald vorbei.. Heute oder spätestens morgen, dann wären sie nicht mehr da. Ich schluckte bei dem Gedanken wirklich vollkommen ohne Ziel hier umher zu irren. Meine Hände kribbelten und nach und nach kamen die Krallen zum Vorschein. Ich kratzte so den Baum hinunter um wenig Schaden an mir selbst zu verursachen und spürte langsam wieder den Boden unter den Füßen. Ich streckte mich einmal, bevor ich mich langsamen Schrittes wieder auf den Weg machte. War nur eine Frage der Zeit wann die wieder kämen und vor allem wo sie derzeit steckten. Sie hatten ihre Suche und die Verfolgung abgebrochen. Hatten wohl mal wieder eingesehen, dass ein Gepard ziemlich schnell sein konnte wenn er das wirklich wollte. Da brachte es ein Wolf oder auch eine andere Raubkatze kaum hinter her. Also lief ich weiter, ruhigen Schritte - ganz einer Katze gleich - und versuchte im größeren Bogen die direkte Strecke zum Lager zu vermeiden und hoffte nun endlich auf einen Erfolg..
     
  6. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Saya

    Während ich auf das Essen wartete, setzte ich mich an den Frisiertisch, bürstete die lange Mähne aus, bis sie in seidigen Wellen da hing. Ich beugte mich etwas vor, stützte mich auf den Ellenbogen ab um die Schminke aufzulegen, schminkte die Augen dunkel um deren Farbe zu betonen, die Lippen erhielten eine dunkelrote Farbe und ein wenig Rouge auf die Wangen, damit man die Blässe meiner Haut nicht sah. Viel Sonne hatte ich ja nicht unbedingt gesehen.. natürlich gab es immer wieder kleinere Spaziergänge und dergleichen, aber ich vermisste es am Nachmittag faul in der Wiese zu liegen. Ich wusste wohl nicht einmal mehr wie sich Gras unter den Füßen tatsächlich anfühlte. Noch wie gut der Wald duftete. Bilder kamen auf, lebhafte Bilder von umschlungenen Gliedern. Wieso... wieso quälst du dich bloß selber!? Ich starrte in mein Spiegelbild, die ernsten kühlen Züge. Die Augen sprachen von der tief empfundenen Traurigkeit, doch versanken darin irgendwie alle Gefühle sang- und klanglos. Stumpf... ihr Ausdruck wurde stumpf, mit jedem Tag der Verging beobachtete ich meinen eigenen Verfall und lachte nur bitter auf. "Ich hoffe du bist an dem Fusel verreckt, den du dir für von dem Geld für mich gekauft hast!" flüsterte ich voller Bosheit und Hass. Wenn ich starb... würde ich all diese miesen Verräter und Feiglinge als Geist heimsuchen! Anfangen würde ich mit Apollon, diesem hoch wohl geborenen Möchtegern Normalo. Dafür das er als Erster und Einziger es geschafft hatte mich an der Nase herumzuführen. Erst noch gedrängt das ich mit ihm mitkommen sollte, meine Familie und alles hinter mir zulassen um ein Leben an seiner Seite zu führen. Schon wieder diese Gedanken. Mit einem verärgerten Knurren schob ich diesen unerwünschten Gast wieder aus meinem Kopf.
    Ich hörte das Knacken des Schlosses hinter mir, doch blieb ruhig auf dem Platz wo ich war. Die Männer stellten den Teller ab und legten das Kostüm auf meine Lagerstatt und zogen sich schon wieder zurück. Ich verharrte für einen Moment noch ruhig, bevor ich mich erhob und etwas von dem Essen zu mir nahm. Es brachte leider nichts einfach zu streiken was das Essen anging, denn sonst wurde ich Zwangsernährt und das war alles andere als schön. Ich sah auf den Stoff auf meinen Bett und seufzte leise, streckte meine Hand danach aus um darüber zu streichen. Es war ein teurer und weicher Stoff. Ein anderen Mädchen hätte frohlockt... ich hätte früher frohlockt in solch einem edlen Gewand tanzen zu dürfen. Ich wusste es würde perfekt passen, jede Kurve betonen. Der Tellerrock würde tief an meiner Hüfte sitzen und bis knapp zum Boden reichen, ein Beinschlitz bis zur Hüfte hinauf für den nötigen Pfiff sorgen, die Choli -die bauchfreie und kurzärmelige Bluse- hatte einen schicken Ausschnitt und wurde hinten nur von zwei edlen Kordeln zusammen gehalten. Zusammen mit diesem Hauch von Stoff der als Tuch über die Schulter drapiert und an der Hüfte in den Rock gesteckt wurde. Alles war in einem tiefen Rot gehalten, gemustert mit weiß und schwarzen Ornamenten und mit goldenen Borten gesäumt Der Rock an sich hatte gute fünf Lagen, die alle samt bei Drehungen in Schwung gerieten, alles an der Hüfte abwärts freilegen würden und deswegen trug ich darunter auch knielange schwarze Hosen. Klimpernde Armreifen zierten meine Handgelenke und an meinem rechten Bein befestigte ich die Fußglöckchen. Mein Blick streifte dabei das zarte schmale Band welches ich damals von Apollon bekommen hatte, es zierte den schmalen Knöchel, ein zwei der kleinen Glöckchen waren schon längst verloren gegangen. Es formte sich mit wenn ich meine Gestalt änderte und somit hatte es auch das überstanden. Ich wusste nicht wieso ich es immer noch trug, es war natürlich schon abgetragen und wer wusste wie lange es tatsächlich noch halten würde. An was für Rührseligkeiten man nicht so hing!
    Ich riss mich davon los, heute war ich wohl besonders nachdenklich wie mir schien, klar...heute war ja auch der Jahrestag nicht? Die Träume waren wieder häufiger gekommen und ich wachte immer öfter Schweiß gebadet auf, wenn ich denn Schlaf fand. Dabei dachte ich sonst doch kaum noch mehr an das was vor meinem Verkauf gewesen war.
    Ich schlüpfte also in die Kleidung und nahm gar nicht wahr wie weich der Stoff war und wie perfekt es sich anfühlte. Natürlich hatte ich mich wie fast jedes Mädchen gerne um mein Aussehen gekümmert, mich hübsch gemacht um vor allem in den Augen des Eines zu glänzen. Jetzt war es nur Maskerade um den 'Herrn' zufrieden zu stellen. Denn irgendwann hatte man die körperlichen Strafen satt... die Schläge mit der flachen Hand damit auch keine Spuren zurückblieben oder das Würgen mit der Fessel um meinen Hals bis ich beinahe das Bewusstsein verlor. Jedesmal hatte ich noch gehofft das ich es übertrieben hatte und man mich einfach umbrachte, doch den Gefallen hatte man mir nie getan.
    Ich wurde schließlich geholt damit ich zusammen mit den anderen Mädchen in der großen Halle, zwischen all den emsig umherlaufenden Leuten den Tanz für heute auch noch üben konnte. Wenigstens erlaubte es mir der Tanz alles für einen Moment zu vergessen... mich fort zu träumen in eine Welt in der wohl alles anders aussah.

    Leondras

    Ich war relativ schnell aufgebrochen zu der Position welche mir meine Leute geschickt hatten, der grobe Geländewagen bahnte sich locker seinen Weg über die unebenen Straßen. Meine Späher hatten dort auch von einem Lager dieser Widerstandskämpfer berichtet und auch das sie dort schon einige Tage still hielten. Sie hatten ein kleines strategisch nicht wichtiges Dorf wieder eingenommen, sollten sie... denn solange sie sich mit den kleinen Fischen aufhielten, desto mehr Ruhe hatte ich bei den wichtigen Dingen. Die paar Bauernopfer musste man eben hergeben. Meine Leute hatten sich zurück gezogen, die Kleine eingekreist doch hatten die Leute die durch das Gebiet gegangen waren nichts entdecken können... Man sollte meinen das Wölfe es besser wussten, das man als Hetzjäger und ausdauernder Läufer einfach nur an der Spur bleiben musste um früher oder später einen erledigten Fund machen würde, der erstmal wieder eine Weile brauchen würde um sich zu erholen. Wieso sonst setzte ich denn auch Shifter ein die sich in Wölfe verwandeln konnten? Aber es war hier eben wie auch alles andere im Leben, wenn man etwas richtig gemacht haben wollte, dann musste man es eben selber machen. Oh ich war mir bei Gott nicht zu schade meine Hände selbst schmutzig zu machen, was ich bei jedem Schlachtfeld wohl aufs neue bewies. Ich stand vor dem Wald vor die Kleine sein sollte, hinter mir stand eine schlanke Frau mit rostrotem Haar, sie war klein und hatte eine Hakennase. Ich sah zu ihr hin und nickte schließlich. "Ich verlass mich auf dich Fiona!" sagte ich ruhig und beinahe monoton. Sie verbeugte sich vor mir. "Mein Herr!" sagte sie und schon begann ihr Körper zu schrumpfen und aus dem Mantel in dem sie gekleidet gewesen war schlüpfte ein Falke heraus. Sie plusterte ihre Federn für einen Moment auf, bevor sie absprang und sich in die Lüfte erhob. "Achtet auf ihr Signal und bleib an der Fährte dran!" sagte ich dem Wolf neben mir, der sogleich ein Heulen aus sandte um dies seinen Kumpels im Wald mitzuteilen. Jetzt brauchte ich erstmal nur warten... sie würde in mein Netz laufen und sich darin verfangen.
     
  7. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    Rechts, links, rechts, links. Bei Gott, lange war ich nicht mehr so erschöpft gewesen und die Müdigkeit machte sich im ganzen Körper breit. Die Beine wollten streiken doch der Kopf sagte, dass ich weiter musste. Länger stehen bleiben als nötig war sicher nicht die klügste Idee und sofern ich wenigstens etwas in Bewegung blieb war es gut. Vielleicht würde ja auch Apollon einen - ich fuhr zusammen als ich das laute Heulen eines Wolfes hörte und meine Augen wurden mit einem Mal größer. Sie waren wieder da.. Ich biss die Zähne fest aufweinender. Naja was hieß wieder da, sie nahmen meine Fährte wohl wieder auf. Tief atmete ich aus und wieder ein, hörte dann das zahlreiche Flügelschlsgen kleinerer Vögel uns sah in die Baumkronen hinauf. Die Vögel waren völlig in Aufruhr und meiner Meinung nach kam das wohl nicht vom Heulen alleine. Als ein zweites Heulen an der gegenüberliegenden Seite ertönte seufzte ich auf. Damit war schon mal sicher, dass ich nicht in diese Richtung rennen würde. Okay, Mine. Kühler Kopf. Schnell machte sich das Kribbeln in meinem Körper breit und das Tier in mir wollte raus kommen - erkannte wohl selbst wieder die Notlage in der ich mich befand. Ich schloss die Augen, gönnte mir diese Sekunden und wandelte mich, ehe ich auch schon den lauten Schrei eines Greifvogels vernahm. Ich entkam den Drang laut zu Fauchen, unterdrückte diese aufsteigende Wut. Ja langsam wurde ich echt wütend über diesen Möchtegern Weltherrscher! Wüsste ich es nicht besser würde ich fragen was er sich eigentlich dachte wer er war.. Innerlich schnaubte ich sauer auf, bevor ich dann ein weiteres Heulen in einer anderen Ecke vernahm. Es gab anscheinend also zwei Lücken hier in diesem System. Meine Ohren spielten etwas umher, bevor ich mit vorsichtigen Tritten los trabte. Erst einmal noch langsam um eventuell weitere Geräusche auszumachen und alles genauer abwägen zu können und natürlich um etwas Ausdauer zu sparen. Doch da hörte man sie schon, die wilden Tritte, das Trampeln. Sie kamen näher und natürlich waren es mehrere Wölfe aus verschiedener Richtung. Also hieß es für mich, Beine in die Hand und los. Brauchten die Wölfe nun tatsächlich schon eine Flugansicht weil sie sonst nicht weiter wussten. Das Herz wurde stetig schneller, ebenso die Beine und die Distanz zu den ersten Wölfen größer. Ich wagte immer wieder ab, wo sich die anderen befanden, versuchte zu lauschen ob die Lücke die vorher noch war, immer noch frei war und das glaubte ich auch bis zum Schluss. Wieder ein Schrei des Greifvogels der Ihnen wohl meine genauere Position verriet und ich beherrschte mich kein Laut zu geben. Es wäre ein verdammt großer Zufall, würde der Greifvogel doch nicht zu Ihnen gehören und nur zufällig meine Position verraten. Mein Blick richtete sich wieder nach vorne, gekonnt wich ich den zahlreichen Bäumen aus und man erkannte langsam den Waldrand. Also legte ich noch einen Zahn zu, sofern es mir und meinem so schon geschwächtem Körper denn überhaupt möglich war. Aber da erkannte ich die Lücke, ohne zu glauben, dass das Ganze nur überhaupt einen Haken haben könnte..
     
  8. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Die Jagd begann, Fiona machte ohne große Mühe die Zielperson inmitten unseres Netzes aus. Mein Blick war oben am Himmel, ich beobachtete den kleinen Punkt der über die Baumwipfel zog. Durch die Anhöhe auf der ich stand konnte man das Gebiet so gut überblicken. Das Heulen der Wölfe ertönte und es kribbelte unter meiner Haut. Es war nur noch eine Frage von Minuten bis sie genau hier an diesem Punkt aus dem Wald kommen würde, sich vermutlich verdammt sicher das dies die einzige rettende Stelle war. Die Schlinge zog sich langsam zu... Ich strich mit dem Daumenrücken über mein Kinn. Schickte alle anderen an ihre Positionen damit der Ort hier leer war, bevor ich mich ganz gemächlich auszog. Der Shirt über den Kopf und warf es ungeachtet neben mich, öffnete meine Hose und streifte sie samt den Kampfstiefeln und Unterhose ab. Nackt wie ich eben geschafften worden war stand ich da, begab mich in Position und holte meine Tiergestalt hervor. Meine Glieder streckten und beugten sich, das Haar an meinem Kopf wuchs heran und verteilte sich auf den Rest meines Körpers. Bis ich in meiner Tierform da stand, die Zwischenform war nicht nötig, weswegen ich als ganzer Löwe mich auf die Lauer legte. Dort wo sie rauskommen würde, meine Ohren zuckten immer wieder, ich hörte den Schrei des Falken, die heulenden Wölfe. Doch mein Blick blieb auf eine Stelle fokussiert, da! Ich hörte sie, hörte das Geäst über welches sie lief, die Blätter die raschelten als sie gegen ihren Körper prallten. Sie kam näher, lief bei weitem nicht mehr so schnell wie sie es sonst vermochte. Ich erhob mich leicht, blieb geduckt und trat von einem Vorderbein aufs nächste, der ganze schwarze Körper angespannt. Bereit für den Sprung und dann im richtigen Moment, machte ich den Satz vor. Während ich sprang erschien der schlanke Körper des Geparden vor mir, ihr Kopf wandte sich erschrocken zu mir um doch es war zu spät.
    Meine Pranken umfassten sie und mein Maul packte sie mit einem Grollen am Nacken. Ich riss sie zu Boden, hielt jedoch nur die Haut am Nacken fest um sie auch dort unten zu halten um sie nicht unnötig zu verletzen. Ihre schlanke Gestalt wurde unter meinem massigen Körper begraben, sie wand sich doch schien durch die Jagd nicht mehr wirklich viel Kraft zu haben, geschweige denn kaum mit meiner Kraft mithalten können. Mein Schwanz schwang erregt von einer Seite auf die Andere, das Tier in mir war sehr damit befriedigt einen Fang gemacht zu haben. Während ich die Gepardin da unten hielt, kamen meine Leute wieder zurück. Einer hatte ein Betäubungsmittel dabei... das würde uns den Ärger ersparen eine wild fuchtelnde fauchende Katze im Zaum halten zu müssen. Er wagte sich natürlich nicht an den Kopf ran, sondern gab es ihr ein eine freie Stelle in den Hintern. Ich lockerte den Griff meiner Fänge um ihren Nacken, drückte sie einfach nur mit Hilfe meines Gewichts nach unten. Dabei nahm ich einen süßen Duft war und kam nicht umhin ihn tief einzuziehen. Sie roch gut... es war ihr ganz eigener süßlicher und weiblicher Geruch, den ich unter dem von Angst wahrnehmen konnte und irgendetwas daran sprach mich sehr an.... Hmpf... ich musste mir wohl mal wieder eine Gespielin ins Bett holen. Die letzten Tage war ich nicht zu sowas gekommen und es dürfte sich wohl etwas aufgestaut haben, warum sonst sollte ich so erregt auf einen bloßen Duft reagieren?
    Ich merkte wie sie immer ruhiger unter mir wurde und richtete meinen Blick auf das Gesicht, sie kämpfte noch gegen das Mittel, doch schließlich erschlaffte sie und ihr Körper begann sich schon zurück zu wandeln. Ich zögerte nicht, erhob mich von ihr und sprang zur Seite, achtete darauf nicht auf sie drauf zu steigen. Denn schließlich brauchte ich sie ja unversehrt.
    Ich trat zur Seite und sah zu wie meine Leute sich ihrer annahmen, währenddessen stapfte ich zu meinen Klamotten. Wandelte mich erst zurück und schlüpfte schnell wieder in die Kleidung bevor ich auf sie zukam. "Zur Seite!" knurrte ich unwirsch und man machte mir gleich Platz, ohne zu zögern beugte ich mich hinab. Schob einen Arm unter ihre Knie den anderen unter den Rücken und hob sie ohne Probleme an. Mein Blick glitt über das hübsche Gesicht, unglaublich das so ein Wesen so viel Ärger machen konnte. Ich legte sie vorsichtig auf der Rückbank des Wagens ab mit dem wir gekommen waren und nickte dem Fahrer zu als ich selber drinnen saß. So zogen wir uns mit der Beute zurück, direkt in mein Derzeitiges Hauptlager, dort bewohnte ich in einer Art Penthouse.
    Meine zukünftige Braut legte ich in dem Gästezimmer ab welches für sie gerichtet worden war, dort konnte sie nun erstmal ihren Rausch ausschlafen, während ich anderen Sachen nachging. Es war zwar nicht morgens... aber dennoch verspürte ich auf einmal einen unsagbar großen Hunger auf Pancakes!

    Saya

    Die Musik ertönte in meinem Ohr, mein Körper bewegte sich wie von selbst in ihrem Rhythmus mit. Die Schritte waren bekannt, die Hände folgten, dann die Hüfte. Die Gäste waren alles verstummt, die Augen auf die Tänzer in der Mitte des Saals gerichtet. Das Bankette war im vollen Gange, zur Unterhaltung trat natürlich das Haustier auf, um zu zeigen was für tolle Dinge der reiche Schmock denn nicht hatte. Der Rest der Stadt hungerte oder lebte vielleicht von einem Kanten Brot, während hier groß aufgetragen wurde. Braten von allerlei Tieren, Obst aus der ganzen Welt und reichlich Wein wurde dazu gereicht...und weiß Gott was nicht noch alles. Balroshva Nag war der hiesige Stadthalter, er war einflussreich, vermögend und mein 'Herr', sein Haar war schon vor langer Zeit ergraut und er war gewiss kein netter Mensch. Nun vor Anderen kehrte er eine sehr zuvorkommende Maske vor, aber er war einer der Sorte die dir ins Gesicht lächelten und dir hinterrücks dann die Klinge in den Rücken stießen. Ein Mann mit dem Symbol des schwarzen Löwen saß neben ihn und sie unterhielten sich angeregt, prosteten sich zu. Die letzten drei Jahre hatte ich nicht wirklich was mitbekommen was Politik oder das Land betrifft, aber natürlich kamen auch bis hierher die Gerüchte und eine Besatzung durch Leondras Tal'Rakoras verhieß nichts gutes. Damals war er noch einer von vielen gewesen die wohl versuchten an die Macht zu kommen, mittlerweile dürfte er zu sowas wie einer Naturgewalt gewachsen zu sein. Mit sowas hatte ich in meinem Früheren Leben kaum etwas zu tun gehabt. Wir reisten umher, waren wohl gut zu vergleichen mit einer Art Zirkus. Zusammen mit meiner Sippe hatte ich für andere getanzt und bespaßt, aber für Geld hatten wir auch noch weit andere Dinge getan. Denn das Leben als Zirkusfamilie war nur eine Tarnung für etwas anderes. Wir fragten nicht nach wieso oder warum eine Person umgebracht werden sollte, das machten Assassinen einfach nicht.
    Der Tanz endete und es wurde applaudiert, ich spürte nicht die Befriedigung wie ich es damals noch getan hatte, viel mehr erfüllte mich wieder eine seltsame bittere Leere sobald die Musik verklungen war. Der Traum war verklungen und ich landete damit wieder in meiner Wirklichkeit. Eine Weile durfte ich noch neben meinen Herren als Schmuckstück sitzen, reichte ihm Wein oder etwas zu essen wenn er danach verlangte. Dabei war ich eigentlich so gut wie abwesend. Der Bote von Leondras brach schließlich auf, schien seinem Herrn sobald wie möglich die Erfolgreiche Verhandlung hier mitteilen. Nag winkte mich schließlich heran und ich neigte mich vorsichtig vor, er fasste nach meinem Halsband und zog mich noch näher an sich. Ich verzog für einen Moment mein Gesicht und spürte augenblicklich die vertraute enge. Meine Zähne trafen malmend aufeinander, Mordlust erfasste mich und doch konnte ich nichts anderes tun als diese Behandlung hinzunehmen. Ich spürte seine Lippen an meinem Hals, wie seine Zunge am Rand des Halsbands entlang leckte. "Du ziehst dich jetzt zurück in meine Räume! Ich werde gleich folgen!" raunte er mir zu und ekel erfüllte mich. Heute... blieb mir wohl auch wirklich nichts erspart oder? Nachdem ich jedoch nicht reagierte, ruckte er an meinem Band wie bei einem unartigen Haustier. "Verstanden?!" knurrte er mir förmlich zu und ich keuchte auf. "Ja", hauchte ich und sein Griff wurde fester. Die Luft zum Atmen immer enger, Röte stieg in mein Gesicht als das Blut sich staute und ich biss meine Zähne zusammen um mir nichts anmerken zu lassen. "Ja was?!" seine Stimme war bedrohlich und ich sank in die Knie unter dem Druck. "Ja, Meister!" setzte ich dran und wie üblich schmeckte es so verdammt bitter das aussprechen zu müssen. Der Druck ließ nach und er gab das Halsband frei. Ich atmete befreit auf, vermied es zu husten oder die beleidigte Kehle zu reiben. Langsam erhob ich mich und ging zum Seitenausgang, wo ich auch schon von zwei Männern empfangen wurde um in seine Räume gebracht zu werden... Noch wusste ich nicht, dass diese Nacht eine Wendung in meinem Leben bringen würde und ich heute auch nicht das Bett mit diesem Mann teilen würde müssen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 Juli 2020
  9. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    Gleich ge- Mein Kopf zuckte zur Seite als ich gerade über den letzten Holzstamm sprang und neben mir eine Gestalt sich regte. Im kurzen Augenblick erhaschte ich nur eine schwarze Gestalt und im nächsten die harte Wucht mit welcher ich auf den Boden verfrachtet wurde. Lauthals fauchte ich auf, wand mich unter den Fängen dieses.. Löwen?! Meine Augen verengten sich und ich spürte den Druck im Nacken. Eine Falle, sicher.. Wieso hatte ich da auch nicht dran gedacht? Wie kam ich nur zu der Erkenntnis sie riefen einen Falken und sicherten nicht die einzige Lücke?! Oh Mine! Du dummes Stück! Doch das half alles nichts.. Ich musste von diesem Brocken von Tier runter kommen. Was fiel ihm überhaupt ein sich so breit auf mir zu machen?! Wieder ertönte das Fauchen aus meiner Kehle und ein Mann schritt auf uns zu. Irgendwas hatte er in seinen Händen und zu meinem bedauern umrundete er meinen freiliegenden Kopf. Dieser Bastard auf mir gab auch in keinerlei Weiße nach! Das Herz pumpte immer noch wie wild und die Lunge brannte, die Angst machte sich breit denn eggen den Löwen hatte ich einfach keine Chance. Nun mehr machte sie sich breit als ich den Pieks im Hinterteil merkte und begann wieder mehr mit den Beinen zu strampeln in der Hoffnung ich traf irgendwen und könnte mich etwas losreißen. Oh warte ab! Sollte ich dich im Leben nochmal sehen dann Gnade dir Gott! - Wenn ich nur wüsste, dass ich ihn auch noch mehr als einmal wiedersehen würde.. Bastard. Ich wand mich weiter, strampelte, fauchte und versuchte irgendwie diesen Löwen auf mir runterzubekommen oder zu beißen, doch nichts passierte. Höchstens dass ich ihn mal mit der Hinterpfote erwischte und etwas an ihm lang strich, doch wirklich Befreien konnte ich mich auch nicht. Schon gar nicht mit diesem beharrlichem Nackengriff. Die Wut tobte in mir und nur zu gern hätte ich ihr mehr nachgegeben aber es machte sich schließlich auch die Erschöpfung breit. Dieses Mittel was ich bekommen hatte verstärkte natürlich nur alles.. Die Sicht wurde langsam trüb, doch ich versuchte es weiter. Wollte mich wehren. Wollte wieder in das Lager zurück und Apollon die Gewissheit geben, dass es mir gut ging.. Ein letztes Fauchen ertönte und der Körper erschlaffte mehr und mehr, bis ich regungslos da lag.. Die Pfoten und Beine still, die Augen nur noch halb auf und ich versuchte es wirklich diese offen zu halten aber das Mittel war stärker.. Ein leises Grollen durchzog noch meine Kehle, bevor die Augen sich ganz schlossen und ich in den gezwungenen Schlaf fiel. Nach und nach wandelte sich der Körper zurück, natürlich angezogen - hatte ich mir die Kleidung aufgespart. Immerhin hatte ich gehofft ins Lager zurück zu kommen und nicht einfach so hinterrücks entführt zu werden.. Das Herz schlug langsamer und die Träume begannen, hörte nur noch ein paar gedämpfte Worte und den Aufruf 'Zur Seite!' eines Mannes..

    Die Zeit verstrich mehr und mehr und ich bekam nichts von meiner Umwelt mit. Spürte nur die seidigen Laken in denen ich erwachte und schmunzelte leicht. Ich war Zuhause. In meinem Bett, bei meiner Familie und - warte, was?! Ich riss die Augen auf und mit einem Mal war der Puls wieder beschleunigt. Ich hatte nur geträumt! Das war nicht mein Zuhause. - Spät aber besser spät als nie, solch eine Erkenntnis. Wieso träumte ich auch so einen Mist?! Ich brummte innerlich und sah mich um, erkannte diese Wohnung nicht und sah unter die Decke. Gut, ich war noch angezogen. Schonmal ein gutes Zeichen, nicht? Draußen war es schon stockduster.. Wie lange war ich weg gewesen? Ich sah mich weiter um, konnte jedoch keine Uhr ausfindig machen. Meine Gedanken waren noch leicht verklärt doch so langsam kehrten sie wieder zurück. Die Flucht.. der Wald und dann.. dieser riesige schwarze Löwe.. Ich seufzte leise auf und stand leise aus dem Bett aus. Wollte kein unnötiges Aufsehen erregen, sondern flüchten sofern dass hier ging. Also tapste ich mit leisen Schritten zur Tür - ganz denen einer Katze gleich - ja fast schon lautlos. Leise öffnete ich die Tür, die nur ein Stückweit angelehnt an den Rahmen war und gar nicht richtig im Schloss drin. So, wo war hier nun der Ausgang? Mein Kopf ratterte, strengte sich genügend an und mein Herz blieb mir wohl weiterhin unter Kontrolle. Kühlen Kopf bewahren, Mine! Wenn du das hier nicht verbockst, dann bist du sicher frei. - Witzig. Wer sich so viel Aufwand machte eine bloße Widerstandskämpferin zu erhaschen der hatte wohl ganz anderes mit mir im Sinn. Ich biss mir auf die Lippe und als ich mich nun ausreichend vergewissert hatte, dass dieser ewige Flur frei von jeglicher Gestalt war, machte ich die ersten Schritte raus. Aus dem einen Ende des Ganges kamen Geräusche - Pfannen, Teller.. Irgendwie sowas. Und ein unglaublich süßer Duft, welcher mir das Wasser im Mund zusammen laufen ließ. Oh verdammt.. Essen. Ich unterdrückte das Knurren meines Magens, indem ich in diesem reindrückte. Ihm damit kein Geräusch bot und machte mich schnellen und dennoch leisen Schrittes in die andere Richtung. Gerade an einer großen, protzigen Tür angekommen und wollte diese Öffnen meldete sich doch mein Magen und ein leises Knurren ging von diesem aus. - Oh bitte nicht. Ich biss mir fester auf die Lippe, spürte den leichten Schmerz von dieser ausgehend und ergriff den Knauf, drehte an diesem und das Schloss war nur zu deutlich hörbar - kurz danach ertönte eine Sirene und ich fuhr im ersten Moment zusammen. Na sicher.. Egal, weiter! Ich huschte aus der Tür und war schon regelrecht verwundert, dass hier keine Menschenseele war. Klar ich stand auch nur vor einer weiteren Tür - um genauer zu sein einem Aufzug. Klasse. Hastig drückte ich auf den Knopf, doch natürlich war das Glück nicht auf meiner Seite. Wieso gab es in diesem Luxusknast auch keine Treppen?! Shit...

    Apollon
    Mine war nicht mehr gekommen.. Ich hatte noch länger gewartet als abgemacht aber sie kam nicht. Wir waren derweil schon aufgebrochen und das kleine Dorf war schon von dem Trupp befreit, nun galt es noch die Stadt zu erreichen. Doch da würden nicht alle mit uns kommen. Immerhin müsste man nicht mehr Leuten schaden als so schon. Tief atmete ich ein und wieder aus, sah auf die Stadt von der kleinen Erhöhung aus und sah zu dem Jaguar neben mir. Die, die es konnten, hatten sich gewandelt. Der restliche Trupp blieb mit mir in Menschengestalt. Ich könnte mich zur Not ja noch wandeln oder aber einfach die nötigen Kräfte herauf beschworen. Wir wollten erst einmal einen Überblick, bevor das ganze wirklich eskalierte. Den Mann zu Ross, welcher von Leondras Männern stammte, welcher vorhin noch aus der Stadt geritten ist, war schon erledigt. Was auch immer er für Nachrichten hatte - sie würden sich im Sande verlaufen. ,,Gut Männer. Denkt an das Zeichen, vorher wird hier nichts geschehen!'', sagte ich laut genug, sodass mich jeder erhören konnte und sah noch einmal nach links und rechts - bekam ein Nicken von jedem und so gingen wir los. Die verschiedenen Tiergestalten würden warten. So ging ich mit der kleinen Gruppe los, wenige Männer die gut im Nahkampf waren, sowie im zerschlissenen Gewändern. So als ob wir nur einfache Wanderer wären, die für eine Nacht eine Unterkunft suchten. Mein Gesicht war ja noch recht unbekannt und somit bräuchte sich auch keiner so recht verstecken.
    In der Stadt angekommen, an den ersten Truppen vorbei und weiter in das Geschehen. Die ersten Truppen zu erledigen war noch recht einfach, ging alles doch eher leise von statten. Schnell wurde der 'Stadtherr' oder früher Bürgermeister, ausgemacht. Denn bei der zweiten Truppe war einer zum Reden bereit. Wir standen vor seinem prächtigen Haus und ich hob eine Augenbraue. Wie ungerecht konnten Menschen nur zur gleichen Gattung sein? Es wunderte mich immer wieder. Einfach mal das, was für einen selbst überflüssig war den Ärmeren geben und dann wäre es doch schon fast gegessen, nicht? Nein. Der Mensch war ein Egoist und so würde es immer bleiben. Es gäbe immer solche Egoisten, genauso wie die Monarchen oder auch Leondras selbst. Doch einen Moment zu lange in meinem Kopf, da kam die Wache für den Eingang wieder, fragte skeptisch nach was wir hier wollten und ob wir uns verlaufen hätten. ,,Ich denke nicht.'', brummte ich miesgelaunt auf und er erhob eine Augenbraue. Noch bevor er einen weiteren Schritt machen konnte - sein Ausruf in das Haus hinein sei dahingestellt, irgendwann wären wir aufgeflogen - war der nette Herr auch schon fixiert und zu Boden gebracht. Meine Augen blitzten auf und noch bevor die anderen Wachen erscheinen könnten erzitterten einige Gäste im inneren des Hauses als sie uns 'Bettler' sahen. Spürte das Tier in mir, wie es nur zu gerne jetzt raus wollte. Das laute Grollen in meiner Kehle dicht gefolgt von einem lauten Brüllen als Zeichen für die anderen. Nun war wohl die ganze Stadt wach. Wir traten in das Haus hinein und sogleich bekam ich einen Hieb von der Seite ab. Der Mann in der schwarzen Rüstung wandte sich wieder herum und wollte den nächsten Schlag austeilen, da hörte man schon das Brüllen von draußen. Die anderen waren schnell angekommen und kümmerten sich um die restlichen Truppen. Wir hingegen bahnte uns den Weg durch dieses 'Fest' was hier noch gerade abgehalten wurde und ich suchte den Hausherrn auf..
     
  10. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Ich stand gerade in der Küche, es war stockdunkel draußen, während ich die kleinen Köstlichkeiten zubereitete. Ja ich machte mir das selber, stand dafür an dem Herd. Den Luxus hier hatte ich mir nicht ausgesucht, es war alles schon so gewesen als wir das Gebäude hier entdeckt hatten. Der herrliche Duft breitete sich aus und ließ mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Meine Gedanken gingen immer wieder zu der schlafenden Frau in meinem Gästezimmer, eigentlich sollte sie bald erwachen... als schon pünktlich wie die Turmuhr der Alarm ertönte der verkündete das jemand einfach die Haupttür geöffnet hatte. Ich schmunzelte mit erhobener Augenbraue. Schaltete die Herdplatte ab und schob die Pfanne runter um nichts anbrennen zu lassen. Gemächlich spazierte ich in Richtung der Tür die offen stand. Lehnte mich mit vor der Brust verschränkten Armen in den Türrahmen und ließ den Blick über die hübsche schlanke Gestalt da vor mir gleiten, von den Beinen hinauf über den knackigen Hintern, bishin zu den schönen blonden Haar. Die massakrierte den Knopf der Neben dem Aufzug war, doch er reagierte nicht, darüber war ein Panel in die Wand eingelassen, die Abdeckung sah aus wie eine Fliese weswegen man nicht wusste das es da war, wenn man es nicht bereits wusste. Um diesen Aufzug in dieses Stockwerk kommen zu lassen, brauchte es schon einen mehrstelligen Code den nur ich und wenige meiner Leute kannten. Natürlich gab es auch eine Treppe für Notfälle, aber diese Tür konnte man ebenfalls nicht sehen und diese war mit einem ähnlichen System abgesichert. "Es ist sehr unhöflich einfach ohne ein Wort gehen zu wollen", meinte ich nun ruhig hinter ihr. Bedachte sie mit einem kleinen spöttischen Schmunzeln. "Du musst hungrig sein! Ich habe Pancakes gemacht, sind genug für uns beide da", meinte ich schließlich und ließ sie nicht aus den Augen.

    Saya

    Von dem ganzen Tumult bekam ich kaum etwas mit. Ich lief langsam im Schlafzimmer meines Herrn auf und ab. Abwechselnd klingelten mal die Glöckchen an meinen Füßen oder klirrten die Glieder der Ketten meiner Fußfessel. Eines musste man dem Mann ja zugestehen, er überließ eben nichts dem Zufall. Naja... oder er lernte eben mit der Zeit. Ich hielt beim Fenster an, schlang meine Arme um meinen Oberkörper und erlaubte mir für einen Moment einfach nur hinaus in die Nacht zu sehen. Wehmut erfasste mein Herz, doch war der Schrei in mir der meine Freiheit verlangte nur noch dumpf in mir. War es Resignation oder Gewohnheit? Ich wusste es nicht genau, vermutlich eine Mischung aus beidem. Ich schloss seufzend meine Augen und lauschte hinaus, versuchte die Geräusche der Nacht auszumachen. Grillen zirpten, Schritte von Wachen die kamen und gingen... ein mächtiges Brüllen das die Wände beinahe wackeln ließ! Sofort stellte sich jedes Härchen an meinem Körper auf und ich spürte ein wildes flattern in mir. Leisere Brüllen folgten ihm, doch dieses erste... War es möglich das... Nein! Nein das war lächerlich, dass hatte ich mir eingebildet. Also beruhig dich wieder Herz! Ich rümpfte die Nase, verärgert über mich selbst. Ich wollte diese Hoffnung nicht spüren, war sie doch einfach nur lächerlich.

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    Der Herr des Hauses staunte nicht schlecht als ihn die Kunde erreichte, dass Kämpfer in die Stadt eingedrungen waren und die Truppen von Leondras niedergeschlagen hatten. Gerade hatte er sich angeschickt das Fest zu beenden um sich zurückziehen, damit er sich mit seiner Tänzerin noch vergnügen konnte. Doch er musste das wohl verschieben... er musste sich schnell etwas überlegen. Als diese Männer den Raum betraten, bereit seine Wachen niederzuschlagen hob er nur die Hand. "Haltet ein!" rief er seinen Männern zu, welche in der Bewegung sofort inne hielten. Er wandte sich an den blonden Mann der als erster hier rein geplatzt war. Seine Gäste sahen voller Furcht auf die Fremden Männer, fürchteten sich wohl das man ihnen die Kehlen aufschlitzte um ihre Juwelen zu stehlen. Doch Balroshva Nag, trat vor und auf die fremden Männer zu. Der Raum war toten still man hätte eine Stecknadel fallen hören können. "Was hat das zu bedeuten? Warum dringt Ihr in mein Haus ein, schlägt meine Männer nieder und verängstigt meine Gäste?" fragte er und er ließ seinen Blick mit einer Geste rumgehen. Dies waren nicht Leondras Männer, er hatte mit dem Boten davor eine Einigung gefunden, hatte sich ergeben mit dem Versprechen sich dem Tyrannen anzuschließen. Dafür würden sie verschont werden. Schon wochenlang terrorisierten Männer von diesem seine Stadt, weswegen er sich zum handeln gezwungen gesehen hatte um zumindest seinen Posten halten zu können. Dieser Mann vor ihm gefährdete das Ganze und als er erklärte das er gekommen war um diese Stadt von den Männern Leondras zu befreien, musste er schnell sein. Sofort erhellten sich seine Züge und er wirkte ehrlich erleichtert. "Ist das wahr?" fragte er erstaunt, spielte die Rolle des Opfers perfekt. "Nun denn, dann seid uns als Held herzlich willkommen! Kommt! Ihr und eure Männer setzt euch zu uns und esst mit uns zum Lohn! Zudem soll euch ein Tanz gewidmet werden!" rief Nag aus mit einem feierlichen und erleichterten Ausdruck im Gesicht. Er wandte sich zu einem Diener den er heran gewunken hatte, während die Leute jubelten. Sagte er diesem er solle nach der Sklavin schicken lassen und man solle für den Anführer einen speziellen Trunk herbei bringen... Es brauchte nicht mehr, denn der Diener von ihm kannte diese Worte sehr genau. Schnell eilte er davon, während Nag sich umdrehte und den blonden Hünen einlud neben ihn an der Tafel Platz zu nehmen. "Schon wochenlang werden wir von den Männern Leondras terrorisiert wisst Ihr? Ich hielt diese Feier ab um die Leute von der Angst abzulenken", erklärte er großspurig und spielte sein falsches Spiel. Die Männer von Apollon bekamen einen Platz am anderen Ende des Saals, während er an die Haupttafeln geführt wurde.
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    Saya

    Das dauerte heute aber lange... ich seufzte leise und ließ mich auf der Fensterbank nieder, lehnte mich mit dem Rücken an, während mein Bein wippte. Immer noch etwas aufgeregt wegen dem Brüllen, aber mittlerweile war es wieder so ruhig, dass ich wirklich an meinem Verstand zweifelte. Bildete ich mich jetzt schon so realistisch Dinge ein wie mir schien...
    Mein Kopf drehte sich zur Tür als diese aufschwang, doch statt Nag kamen die Wachen mit einem Diener zurück. "Deine Tanzkünste werden für einen besonderen Gast verlangt!" sagte der Mann mit seinem Frettchengesicht und ging vor mir auf die Knie um die Fußfessel zu lösen. Ich staunte wirklich nicht schlecht, da musste ich wohl doch was verpasst haben. "Na komm schon!" drängte er als ich immer noch so verwundert dastand. Doch ich löste mich aus der Starre und folgte sogleich, von den zwei Männern flankiert, nahm ich im Augenwinkel wahr, wie er zu diesem einen Schrank ging denn Nag gut verschlossen hielt. Er zog ein kleines Fläschchen heraus und huschte hinter uns her. Ich ließ mir nichts anmerken, lief wie üblich Barfuß über den glatten Boden. So endete ich wieder vor der großen Flügeltür, hinter der die große Halle war. Ein Tanz.. noch ein Tanz. Für einen besonderen Gast? Wer er wohl war? Ich hätte wohl niemals an den Mann gedacht der da tatsächlich an der Seite meines Herren saß. "Welcher Tanz soll es denn sein?" fragte ich Frettchengesicht. Er sah mich genervt an und hielt den Diener an der einen Becher mit Rotwein vorbei bringen wollte, entkorkte sein Fläschchen und entleerte den Inhalt darin. Gift... Schnell lenkte ich meinen Blick davon weg. Dieser spezielle Gast sollte also von meinem Tanz abgelenkt werden, damit er nicht merkte das er vergiftet wurde. Nun denn, es ging mich schließlich nichts an oder? "Die Gloria natürlich!" antwortete er schließlich und ich nickte nur. Ein Siegestanz, schwungvoll, bunt und laut. Ich senkte meinen Blick auf den Boden als die Türen aufgingen, folgte den Mädchen die vor mir standen. Es waren 10 an der Zahl, jedoch eher für den Hintergrund und um es noch eindrucksvoller aussehen zu lassen. Abwechselnd ging eine links und rechts bis ich in der Mitte dastand. Mitten im Raum in einem Halbkreis aufgestellt. Ich schloss meine Augen, ging in die Anfangsposition dieses Tanzes. Streckte dafür ein Bein etwas vor, hob eine Hand nach oben und gab ihr mit dem Handrücken der anderen Hand stütze. Der Zeigefinger der erhobenen Hand berührte dabei sanft die Stirn. Wie üblich war es noch nicht ganz still im Raum, raunen ging durch die Leute durch und hätte ich nur schon vorher hoch gesehen...

    Die Musik ertönte, eine Mischung aus modernen und älteren Instrumenten. Die ersten Schritte folgten, ein Schritt zur Seite, ein Hüftschwung, der Rest des Körpers folgte in einer geschmeidigen runden Bewegung, dann in die andere Richtung, dabei drehte ich die Hand in einer eleganten Geste mit und in die andere Richtung. Ein Sprung bei dem die Hände hoch flogen und erst jetzt hob ich auch den Kopf und meine Augen folgten der Bewegung. Sah geradewegs in zwei nur allzu bekannte Augen, ich erstarrte in der Bewegung. Für einen Moment schien die Welt still zu stehen, mein Herz hämmerte los und mir blieb die Luft weg. Apollon... Nein, das war ein Streich meiner Augen! Eine Wahnvorstellung! Wieso sollte er nach drei Jahren hier auftauchen? Die Musik ging weiter und ich war noch immer wie erstarrt, die Augen groß vor Verwunderung. Mach weiter! mahnte ich mich, mein Blick zuckte zur Seite und ich sprang im nächsten Takt einfach ein. Drehte mich um die eigene Achse, blieb mit dem Rücken zu meinem Herren stehen. Wog mich zur Seite und schob die Hüfte vor und zurück. Meine Gedanken überstürzten sich und ich spürte zum ersten Mal seit langem wieder wie sich etwas regte in mir regte. Als ich im Augenwinkel wahrnahm das der Diener sich durch die Leute hinten schob. Mein Blick fiel während dem Tanz zur Seite. Das Gift...sie wollten Apollon vergiften! Aber ich konnte unmöglich einfach vorstürzen! Die Wachen würden mich zu Boden ringen noch bevor ich ihn erreichte. Ich biss meine Zähne zusammen. Es gab nur eine Möglichkeit... Als die Musik sich steigerte folgte ich nicht mehr der eigentlichen Choreographie. Ich wog mich intensiver in die Musik, ließ meine Bewegungen geschmeidig und fordernder werden. Mir wurde richtig gehend heiß, etwas von dem Feuer welches ich früher verspürt hatte loderte auf und so schaffte ich es in die Nähe des Platzes wo Apollon mit Nag saß. Er hatte den Becher schon in Händen sie prosteten sich zu und gerade in dem Moment als dieser blonde Dummkopf das Getränk an seine Lippen hob. "Nein! Apo...!!" Mit dem panischen Aufschrei, hechtete ich mit einem Sprung den nur eine wahre Katze vollbringen konnte auf ihn zu. Prallte gegen ihn und wir flogen gemeinsam Rückwärts um. Der Becher mit dem Gift flog in hohen Bogen irgendwohin. Im letzten Moment hatte ich mir auch noch auf die Zunge gebissen, sonst hätte ich seinen richtigen Namen in aller Öffentlichkeit heraus geschrien! Das meinte ich ernst.. ich hatte mir drauf gebissen... ich schmeckte mein Blut im Mund. Mein Brustkorb hob und senkte sich schwer, ich registrierte gar nicht das ich immer noch auf ihm lag, meine Wange an seiner Brust. Ich stemmte mich langsam hoch und sah ihn an, stellte erleichtert fest das er wohl nichts von dem Zeug getrunken hatte. "Du musst hier w.." doch ich kam nicht dazu den Satz zu beenden. Denn eine brutale Hand langte an meinen Hals und ich wurde zurück gerissen. Japste erschrocken nach Luft, würgte im ersten Moment als sich das Band zuzog. "Was fällt dir ein du elendige Schl.ampe!?" grollte Nag mir ins Gesicht. Ich fasste nach seinen Händen die mich hielten, Tränen stiegen mir in die Augen als er weiter zu zog, spürte wie die Kanten des Metalls sich in die Haut meines Hals gruben und schnitten. Meine Beine zuckten, ich versuchte irgendwo Halt zu finden, hoch zu kommen damit ich den Zug mindern konnte, doch dieser elende Stoff ließ mich nur hilflos dahin rutschen, während er mich Rückwärts schleifte. Mein Tier regte sich, der Panther brüllte laut in mir auf, wollte nichts lieber als seine Klauen und Zähne in diesem Mann vergraben, doch ich würgte ihn mit aller Macht ab. Haha Ironie.. Ich würgte mein Seeltier zurück während...na ihr wisst schon!
    Ich sah Flanken vor meinen Augen schwirren, meine Sicht verschwamm. Ich spürte den Druck des aufgestauten Bluts, wie die Adern pulsierten. Doch bevor ich das Bewusstsein verlor, ließ mein Herr los und stieß mich wie ein Stück Müll zur Seite auf den Boden. Ich schaffte es nicht wirklich mich abzufangen, die Hände gaben einfach nach wie Pudding. Nach Luft ringend und röchelnd lag ich am Boden, hustete und krümmte mich zusammen. Meine Lungen brannten und mein Körper fühlte sich an wie durch den Fleischwolf gedreht. War es das Wert gewesen? Nun... ich hatte zwar davon gesprochen das ich Apollon als Geist heimsuchen würde, deswegen wollte ich ihn jedoch nicht tot sehen. Also.. ja, es war es wert gewesen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 Juli 2020
  11. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    Verdammter Sch.eiß. Wieso funktionierte die Technik nicht auch einmal zu meinem Gunsten?! Sauer schnaubte ich auf, ehe ich erneut auf den Knopf drückte - wäre ich doch lieber mal aus dem Fenster gesprungen. Katzen landeten bekanntlich immer auf den Beinen, nicht? Nur wusste ich leider auch gar nicht in welchem Stockwerk wir uns hier genau befanden. Ich hörte die Schritte hinter mir, doch ließ mich sicher nicht davon beeindrucken, ehe dann auch die tiefe Stimme ertönte und mich tadelte, dass es unhöflich wäre was ich hier vor hatte. ,,Bitte?!'', zischte ich sauer und fuhr herum, musterte den großgewachsenen Mann mit seinem dunklen Haar und dem gutaussehendem Ge - Mine! Er hatte dich entführt verdammt, da war es schei.ß egal wie gut er aussah. Ich verengte die Augen zu schlitzen und ein leises Grollen entwich meiner Kehle - wusste ja bis dato nicht einmal wer mir da gegenüber stand. ,,Es ist unhöflich einfach zu gehen? Natürlich. Es ist aber genauso unhöflich jemanden zu entführen!'', keifte ich ihn an und verschränkte die Arme vor der Brust. ,,Schieb' dir deine Pancakes sonst wo hin. Ich will hier raus.'' - Und wenn ich in den Hungerstreik ging. Mir egal. Noch einmal musterte ich meinen gegenüber und hob eine Augenbraue - mir dämmerte es ja nicht einmal wer er war. Auch wenn er nach Erzählungen her Leondras ähnlich sah, aber es waren eben nur Erzählungen. Was gab man da schon drauf? Und selbst wenn, mir recht, dann könnte ich diesem Schwein gleich meine Meinung kundtun. ,,Was wollt ihr von mir?!'', hakte ich schließlich nach. Die Stimme immernoch erbost und das Schrillen der Alarmsirenen im Hintergrund. Ja, ich war wütend und wenn er mir noch weiter mit so dummen Sprüchen kam, würde er es auch zu spüren bekommen. Was dachte er sich? Ich wurde entführt und würde erst einmal ein paar Pancakes im Hause des Feindes vernaschen? Sicherlich.

    Apollon
    Kaum hatten wir das Haus betreten und waren bereit zum Kampf gegen die Männer da schaltet sich ein gutgekleideter Mann - wohl der Hausherr - ein. "Was hat das zu bedeuten? Warum dringt Ihr in mein Haus ein, schlägt meine Männer nieder und verängstigt meine Gäste?" fragte er und er ließ seinen Blick mit einer Geste rumgehen. Er machte mir deutlich, dass die Männer wohl nicht die von Leondras waren und auch er selbst nicht direkt unter der Leitung dessen stand. Ich hob eine Augenbraue, betrachtete seine Männer genauer und fand auch nicht wie üblich das Zeichen Leondras irgendwo an ihnen. Ich nickte knapp und meine Leute nahmen sich aus der Kampfstellung heraus. Ich erklärte ihm in knappen Worten, dass wir Widerstandskämpfer waren und die Stadt befreien wollten von den Zwängen, woraufhin der ältere Herr mit Freude reagierte. Er hieß uns willkommen, verkündete sogleich, dass wir am Fest teilnehmen sollten. Skepsis machte sich in mir breit doch wenn ich mir seine Gäste genauer anschaute, erfreute sie diese Nachricht ebenso. Ich nickte erneut, war ja eher weniger der Mann, der sich nun hier hinsetzte und Alkohol genoss. Aber meine Leute waren ebenso am Hungern und ich war mir sicher, dass sie auch gerne wieder in den Genuss kommen würde mal ausgelassen die bisherigen Siege zu feiern. Also stimmte ich zu und der Mann erklärte nochmal den Grund dieses Festes, dass es darum ging seine Stadt etwas aufzulockern und in Sicherheit zu wiegen. Nun denn. Er führte mich, nach seinen Anweisungen an einen seiner Leute, zu der großen Haupttafel und wies einen zweiten Mann an, meine Leute an dem anderen Tisch unter zu bringen. Cassian's Lächeln verriet mir schon seine Stimmung und wie gut er diese Idee fand. Sicher - ich sagte ja bereits, dass wir schon länger eher auf dem Trockenen saßen.
    Nachdem alle Platz genommen hatten und das Fest also fortgeführt wurde, kamen auch sogleich die Tänzerinnen rein. Mein Geschmack war es definitiv nicht - hatte mich Saya damals doch gelehrt, dass der Tanz einem selbst zur Verfügung stehen sollte und kein Zwang sein sollte. Dass das Tanzen sie befreite und es ihr unter den Zwängen der reisenden Familie schon gar nicht so gefiel.. Kurz drifteten die Gedanken an die ehemalige große Liebe ab, doch ich wurde sofort auch wieder abgelenkt mit den Worten des Mannes neben mir. Er erklärte mir, dass er nur die besten Tänzerinnen unter sich hatte und sie großartige Arbeit leisteten. Schwafelte noch weiteres daher wo ich schon gar nicht mehr richtig zuhörte. Mein Blick hing auf den Mädchen, welche sich aufreihten und wieder zu ihm. Er faselte davon, was Leondras doch für ein mächtiger Mann sei und dennoch würde er gerne selbst den Mut haben sich so einfach gegen ihn zu stellen wie wir. Er sprach uns den vollsten Respekt aus und als die Musik ertönte, verstummte er. Er wollte wohl dass ich mir die Show genaustens ansah. Also lenkte ich meinen Blick auf die Frau in der Mitte und meine Gesichtszüge verhärteten sich. Das war doch Sayajira?! Sie blickte nicht auf, verwehrte mir somit den Blick in das Gesicht und doch war ich mir zu Hundertprozent sicher. Die feinen Bewegungen, das Haar, die Statur und.. das kleine, aber feine Band an ihrem Knöchel. Nicht mehr alle Glöckchen daran wie damals als ich es ihr schenkte. Mein Gesicht verhärtete sich mehr und mehr, die Muskeln angespannt als ich gerade auf dem Stuhl etwas zurecht rückte. In meinem Kopf ging das wilde Rattern schon los, dachte nach was sie hier machte und war mir sogleich sicher, dass sie nicht freiwillig hier war. Ihr Blick erhob sich und ebenso wie ich schien sie in eine Starre zu verfallen. Blickte direkt in die braunen Augen der tanzenden Schönheit, auch wenn sie jetzt in ihren Bewegungen verstummte. Ich schluckte den Kloß im Halse und hielt den Blick solange bei, bis sie sich weiter bewegte und uns den Rücken zukehrte. Das Kribbeln in mir ebbte wieder etwas ab, das Herz beruhigte sich und fand seinen normalen Rhythmus wieder. Verdammter Idiot!
    Ich unterdrückte das Knurren - sicher nach so vielen Jahren sollte ich anders darüber denken und dieser Frau meine Missgunst aussprechen. Dass sie es wohl verdient hätte nachdem sie mich so im Stich gelassen hatte, so einen Verrat beging an mir. Mich hat stehen lassen und zuvor noch getäuscht. Bei Gott, ich hätte alles für sie getan und wenn ich sagte alles dann meinte ich dies auch so. Der Mann neben mir bemerkte wohl mein Steifheit und sah zu seinem Diener, welches sich weiter den weg durchbahnte. Er übergab mir den Becher und ich nickte ihm zum Dank. Mein Blick von der Verräterin abgewandt und im Hinterkopf immer noch den Gedanken wie ich sie hier heraus bekommen würde. ,,Wie wäre es mit einem privaten Tanz zu deiner Ehren?'', hakte er nach und zwinkerte mir zu. Mein Blick glitt zu der Frau und ich musterte sie erneut. Ich überlegte, wägte die Möglichkeiten ab und nickte dem Mann zu. ,,Eine gute Idee, gerne nehme ich das Angebot an.'', lächelte ich diesem zu und auch auf seinen Zügen breitete sich ein großes Grinsen aus. Wir stießen gemeinsam an, bemerkte erst gar nicht das Geschehen vor mir, wie sich Saya ihren tanzenden Weg bahnte und führte den Becher an meine Lippen - wobei er mir im nächsten Moment aus der Hand gerissen wurde und ich die Worte von Saya vernahm. Beinahe.. doch nur beinahe hatte sie meinen Namen erwähnt, den hier nur sie im Raum kannte. Sie stürzte auf mich, der Becher flog im hohen Bogen und zusammen krachten wir nach hinten. Ich brauchte einen Moment um mich zu sammeln und öffnete die Augen, sah auf den dunklen Schopf und brummte leise.
    Wieder einmal an diesem Abend schien die Welt still zu liegen.. Saya.. Mir so nahe. Sie stemmte sich auf und begann Worte zu stammeln.. dass ich hier w...weg solle? Der Mann, welcher mir eben noch zugeprostet hatte, packte sie an dem Band an ihrem Halse, zog sie hinauf und betitelte sie als Schl.ampe. Was ihr denn einfiele und zerrte sie weg. Schnell war ich wieder aufgesprungen und sah dem Treiben nur wage zu. Er ging mit ihr ein paar Schritte, naja gut, Saya schwebte eher in der Luft und in mir machte sich der Zorn breit. Ohne Grund hatte sie das Ganze sicher nicht getan. Wieder spannten sich die Muskeln an und ich knurrte leise auf, das Knurren jedoch eher in meiner Brust, statt es wirklich einen Ton nach außen brachte. ,,Hey..!'', zischte ich als er sie so achtlos zu Boden kommen ließ und auch in seiner Miene machte sich die Wut breit. ,,Verzeiht mir. Diese törichte..'' - ,,Ruhig.'', knurrte ich sauer auf und sah von Saya wieder zu ihm hoch. Hörte die zahlreichen Stühle die von ihren Plätzen rückten und wusste genau, dass es meine Leute waren die hier aufstanden. Cassian nahm neben mir den Platz ein und ich sah auf den Mann, dessen Züge sich änderten. Die Furcht kam ihm hoch und ebenso die Angst. Seine Leute eher von ihm weg also hinter seinem Rücken. Behandelte er sie etwas genauso? Das hier beruhte nicht alles auf blanke Loyalität wie bei mir und meinen Männern, nein.
    Diese Erkenntnis brachte mir nun auch das falsche Spiel. ,,Cassian.'', murrte ich leise und mein Blick hielt ich auf den Mann, der seine Männer anweisen wollte, dass sie sich gefälligst auf den Angriff vorbereiten sollten. ,,Ihr bringt die Leute raus, alle, die damit nichts zu tun haben wollen oder sollten!'', murmelte ich leise und sofort setzte sich der Freund in Bewegung. Schnell war der Saal leer und zu meiner Verwunderung waren es auch die meisten seiner Leute, die die Räumlichkeit verließen. ,,Ich denke das Fest ist abgesagt.'', murmelte ich ruhig und ging auf die Dunkelhaarige zu. ,,Ebenso denke ich, es wäre für alle Beteiligten das Beste, wenn du einfach kampflos verschwindest.'' - ,,Kampflos? Ich solle dir meine Stadt überlassen?'', prustete er lachend auf und ich hob eine Augenbraue als ich wieder zu dem Mann hoch sah. ,,So oder so. Verlieren wirst auch du sie.'', zischte ich leise und mein Blick fiel auf seine Männer. ,,Du hast niemanden hinter dir stehen, merkst du es nicht?'', hakte ich nach und sah wieder zu Nag. Dieser hatte seine Situation noch gar nicht richtig eingeschätzt wie mir schien. Wie schon erwähnt, ich war kein Mann der einfach nur wahllos auf die Leute losging und sie zurichtete. Man könnte alles friedlich regeln, wenn die andere Partei natürlich auch dazu bereit war. Wenn.. Doch Nag's Leute wanden sich ab, stellte sich - um das Ganze zu verdeutlichen - auf meine Seite. ,,Du hast die Wahl.'', meinte ich und half der Frau vor meinen Füßen schließlich auf, bot ihr die Stütze die sie brauchte und sah wieder zu dem Mann. Dieser begriff so langsam seine Situation und murrte leise auf, sah sich nach seinen Männern um. ,,Ihr feigen Schweine! Ihr seid doch alle total verblödet mit eurem Gedanken, dieser nichtsnutzige Widerstandkämpfer würde euch weiterhelfen! Leondras ist der Herrscher und wird euch alle Niedermachen!'', keifte er in seiner Verzweiflung und ein bitteres Schmunzeln erfasste meine Züge, als zwei seiner Leute auf ihn zu gingen. Er wich zurück und sie zückten lediglich ihre Waffen. ,,Macht nicht das, was ich nicht auch tun würde. Bietet dem Herren nur das, was er verdient hat.'', murmelte ich leise und zuckte mit den Schultern. Sicher hatte er einiges verdient - hatte ich doch nur wenig an diesem Abend mitbekommen. Unglaublich wie dumm ich in manchen Situationen sein konnte. Als der ältere Mann die Flucht ergreifen wollte, war es jedoch schon zu spät. Die zwei Männer folgten ihm und im nächsten Moment hörte man nur einen bitteren Schrei seiner selbst. Nicht unbedingt war das mein Ziel, aber die Leute und die Stadt waren damit wohl auch befreit von den Truppen Leondras und des ekligen Stadtmeisters.
    Ich wandte meinen Blick an Sayajira und musterte sie ausgiebig. ,,Geht es dir gut..?'', hakte ich leise nach und bekam nur wenig mit wie die Männer sich auflöste in dem Raum.
     
  12. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Feuer hatte das Mädchen anscheinend auch. Ihr Zischen und das Funkeln ihrer zornigen Augen. Sie sah richtig niedlich aus bei diesem Gehabe. Ich lehnte völlig unbeeindruckt da, hörte mir ihr Gekeife an. Zuckte lässig mit den Achseln als sie meinte ich solle mir die Pancakes sonst wohin schieben. Ich würde sie mir eben genüsslich selbst in den Mund schieben. Ich schwieg beharrlich solange bis sie nachhakte was ich denn von ihr wollte und ich legte meinen Kopf mit einem Lächeln schief. "Deine Hand, kleine Kratzbürste!" antwortete ich ihr als läge es doch auf der Hand. Schmunzelte bei der Reaktion der Kleinen vor mir. Ich stieß mich vom Türrahmen ab, machte den Schritt zur Seite und gab innerhalb der Tür, also außerhalb der Sicht von ihr, den Code ein der die nervigen Sirenen ausmachte. "So wie ich das sehe hast du nun zwei Möglichkeiten", meinte ich und wandte meinen Blick wieder ihr zu, wollte zumindest vorbereitet sein falls sie sich im nächsten Moment jetzt auf mich stürzte. "Entweder du kommst freiwillig wieder hinein, isst was oder eben auch nicht -oder ich bringe dich hinein!" stellte ich sie also vor die Wahl. Hatte ich schon erwähnt das es in meiner Wohnung natürlich derzeit keine Waffen gab? Und auch die Messer in der Küche gut weggesperrt waren? Fürs Erste hielt ich es zumindest klüger Dinge die mich lebensgefährlich verletzten konnten von der Kleinen fernzuhalten, denn im Schlaf ermordet zu werden wäre doch etwas unangenehm.

    Saya

    Meine Hand fuhr zittrig an meinen Hals hoch, meine Schultern sackten hinab und ein Schauer lief mir über den Rücken als Apollons Stimme erklang. Ich schluckte und verzog das Gesicht bei dem Gefühl. Mit Mühe hob den Kopf und sah wie er auf mich zu kam. Er setzte Nag ein Ultimatum, quasi geh oder stirb... Was der Mann natürlich nicht für voll nahm und Apollon auslachte doch... er war auf verlorenen Posten. Zu spät merkte er wohl das es zu spät war. Ich senkte meinen Kopf wieder zu schwer war es ihn lange oben zu halten jetzt. Meine Knie zitterten und langsam erholte ich mich von dem Luftentzug, wollte mich aufrichten als ich kräftige Hände spürte die nach mir griffen. Ich drehte den Kopf und sah zu dem Blonden hoch, griff seinen Oberarm und rappelte mich mit seiner Hilfe auf, hielt mich an ihm fest. Spürte wie mein Herz fester schlug, erschöpft lehnte ich mich auch etwas gegen ihn, nahm nur zu gerne die dargebotene Stützte an. Mir würde nichts mehr geschehen, dass wusste ein Teil von mir. Ließ für diesen zügellosen Moment zu das seine Stärke auf mich wirkte, ich hob den Blick als er mich ansprach. Fragte ob es mir gut ging, wieder traf ich auf seine schönen blauen Augen und wie damals schon drohte ich darin zu ertrinken. Doch öffnete sich dieses Mal eine Kluft in mir und das Gefühl von Verrat in meiner Brust. Ich schluckte, spürte den Druck in meinem Hals. Mein Anblick musste anders ein, die kindlichen Züge waren wohl gewichen in den Jahren und die einer Frau geworden. "Soweit schon", antwortete ich mit gesenkter Stimme, sie war rau von der nicht geraden liebevollen Behandlung. "Das Getränk... es war vergiftet", erklärte ich schließlich immer noch so an ihn gelehnt. Was um uns herum passierte bekam ich gar nicht mit, da die Präsenz des Mannes neben mir mich so sehr einnahm. Ich strich meine Haare aus dem Gesicht, leckte mir nervös über die Lippen. Ich glaubte immer noch das ich träumte, war Apollon wirklich hier? Vorsichtig hob ich meine Hand und kniff vorsichtig in seine Wange. "Wow... du bist ja wirklich hier..." stellte ich dann fest und blinzelte verwundert, zwickte mich selbst. Ich wachte nicht wie üblich in der kleinen Kammer auf, stand noch immer hier, mitten im Raum mit meinen einstigen Liebsten... Liebster. Apollon Thydos, der sich von seinem Thron abgewandt hatte und als Aaron durch die Gegend zog.
    Davon das er den Widerstand gegründet hatte wusste ich ja noch nichts. Ich ließ meinen Blick herum gehen, die Gesellschaft hatte sich in Luft aufgelöst, ich sah wieder zurück zu ihm und dann... begann ich zu lachen. Es war kein schönes fröhliches Lachen, viel mehr bitter und hart und Tränen stiegen mir dabei in die Augen. Ich winkte nur ab, als der Mann vor mir verdattert drein sah und richtete mich auf meinen eigenen Füßen auf, doch konnte das schon beinahe hysterische Lachen nicht aufhalten.
    "Verdammt! Ich glaube sie haben mir von dem Schwein nichts mehr über gelassen!" meinte ich schließlich in Richtung wo Nag verschwunden war und hielt mir den Bauch, tat er schon weh von dem Lachen. Ich atmete tief ein und aus um mich zu beruhigen. "Was machst du überhaupt hier?" fragte ich schließlich und drehte mein Gesicht wieder Apollon zu. Ein kleiner Teil in mir hoffte wohl er wäre wirklich wegen mir gekommen... das er drei Jahre lang nach mir gesucht hatte? Natürlich... sicher hatte er das... dachte ich bitter.
     
  13. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    Ich verengte die Augen als der Mann vor mir lächelte und leicht den Kopf schief legte. ,,Deine Hand, kleine Kratzbürste!" - Bitte? Ich hatte mich verhört oder? Sicherlich. Bestimmt meinte er auch was ganz anderes, was ich unter dem jetzigen Einfluss eben nicht richtig verstand, oder? ,,Oh natürlich. Ich hab mir als kleines Mädchen schon immer gesagt, der Erstbeste der mich entführt dem gehöre Ich auf Ewig.'', zischte ich und schüttelte den Kopf. Hatte nicht umsonst das Haus meiner Familie verlassen weil ich Zwangsverheiratet werden sollte nur um nun wieder in eine Zwangsheirat reinzukommen. Er ging aber gar nicht weiter darauf ein, vorerst. Nein, stattdessen zählte er mir meine Möglichkeiten auf und ich hob eine Augenbraue. Er war also immer noch mit seinen Gedanken bei den schei.ß Pancakes? Ich rümpfte die Nase und murrte leise in mich hinein. ,,Wenn man es genau nimmt, wären das drei Möglichkeiten. Und für mich kommt da keine in Frage.'', erklärte ich ihm, meine Augen funkelten erneut auf und er drehte sich zu mir herum. Sollte er doch versuchen mich wieder in diesen Luxusknast zu bringen, mit mir nicht! Dieser Idiot hatte doch irgendwelche Vorstellung die jenseits von allem waren - was im Nachhinein betrachtet auch ziemlich treffend war. Er stand wieder direkt vor mir, mir auch etwas zu dicht um ehrlich zu sein, also machte ich einen Schritt zurück.

    Apollon
    Mein Blick ruhte weiter auf Saya, welche mir erklärte dass es soweit schon gut war. Sie erklärte mir auch sogleich, dass das Getränk vergiftet war und ich nickte. ,,Danke.'', hauchte ich leise - immerhin hatte sie mir ja das Leben gerettet, nicht? Sie richtete sich etwas, hob ihre Hand und kniff in meine Wange, was mich die Stirn runzeln ließ und den Kopf leicht schief legen. ,,Wow... du bist ja wirklich hier...", stellte sie fest und das ließ mir nur noch mehr Grund zur Verwunderung. Natürlich war es für mich ebenso absurd sie in so einem Haus zu sehen, nachdem sie damals mit irgendeinem Idioten durchgebrannt ist in der Nacht als ich eigentlich dieser Idiot sein sollte.. Doch nach ihrem Satz blinzelte sie und kniff sich selbst noch einmal in den Arm. Vergewisserte sie sich nun dass sie nicht träumte?
    Doch mit einem Mal fing sie an zu lachen, schien sich gesammelt zu haben und stand wieder von selbst aufrecht. Sie lachte und das ungehemmt, mit den Worten, dass sie ihr wohl nichts übrig gelassen hatten. Ein leichtes Schmunzeln trat bei ihrer Aussage auf meine Lippen, ebenso machte sich auch Wehmut in mir breit über diese Einsicht. Sie fragte schließlich, nachdem sie sich beruhigt hatte, was ich hier überhaupt machte und ich schluckte. Was war in den drei Jahren bei ihr passiert? Meist kannte man mich und meine Truppe wenn wir in größeren Städten einliefen - naja meist eben. ,,Das was ich schon drei Jahre lang tue?'', hakte ich nach und trat schließlich einen Schritt von ihr weg, musterte sie erneut und meine Augen verengten sich für einen Moment. Bespaßte sie diese Situation hier auch gerade, täuschte sie mich wieder und sogleich würde ihr neuer Liebster um die Ecke kommen und sie mit offenen Armen empfangen? Dass es seiner Liebsten doch gut geht und.. Ich verbannte die Gedanken und zuckte mit den Schultern. Was hatte ich schon mehr zu verlieren? Einmal mehr auf die Schippe genommen oder nicht, war das Herz doch sowieso schon schwer wie Blei. ,,Ich führe den Widerstand mit meiner Truppe fort, so wie wir damals begonnen haben. Irgendwer muss diesem Leondras doch Einhalt bieten und wenn es sonst keiner tut..'', erklärte ich knapp - sicher würde sie gleich wieder anfangen zu Lachen, nicht? Mein Blick erhob sich als Cassian in den Raum trat und sich räusperte. ,,Die Männer Leondras sind alle beseitigt. Einige haben sich, aus Angst vor dem Tod, auf unsere Seite gestellt. Wir dachten aber, dass du lieber mit Ihnen nochmal..'' - ,,Ist okay, Cassian. Ich komme sofort..'', erklärte ich ihm und er nickte knapp, ehe er sich wieder abwandte. ,,Ruf die anderen. Warum sollte das Essen sonst auch verkommen?'', meinte ich dann noch an den Mann gewandt und er schmunzelte, nickte. Wir hatten immerhin genügend Leute, die immer noch in dem Dorf waren und sicher auch trotzdem noch einen Bärenhunger hatten. So war für einen Moment die Dunkelhaarige außer Acht gelassen und als ich nun wieder zu ihr blickte, schien sie immer noch nicht ganz zu begreifen. Hatte sie wirklich gedacht ich hatte sie in den drei Jahren immer wieder versucht aufzufinden? Ihr ihre Entscheidung zunichte zu machen oder gar ihr Glück zu zerstören, weil ich auf das Meinige pochte?
     
  14. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Ich seufzte leise und löste mich von der Haustür, schritt langsam auf sie zu. Als ich zu nah war, wich sie vor mir zurück. Doch davon ließ ich mich nicht beeindrucken. "Es ist nicht so als ob du bei der Heiratssache viel mitzureden hättest", erklärte ich ihr. "Und nachdem du nicht kommst, hole ich dich eben!" fügte ich entschlossen hinzu und noch ehe sie wieder zu einer Schimpftirade ansetzten konnte, packte ich sie und warf sie wie einen Sack über meine Schulter. Meine Hände griffen fest ihre Oberschenkel, so das selbst als sie zu rudern begann sie mir nicht entglitt. Ich stieß die Tür mit der Schuhspitze zu und sie fiel ins Schloss, verriegelte sich sogleich. Ein wenig unsanft ließ ich das zänkische Bündel über meiner Schulter auf das Sofa im Wohnzimmer plumpsen, da sie mir ja auch gar keine Chance gab es irgendwie sanft zu machen. Oh sie würde sich schon beizeiten fügen, dafür würde ich schon sorgen! "Hör zu!" forderte ich sie auf, die Stimme war ruhig jedoch auch von der Autorität die mir natürlich anhaftete geprägt. "Wir befinden uns hier in einen 10 Stock hohen Gebäude, die Fenster sind generell gut verriegelt, aber selbst wenn du sie knackst, ein Sprung aus dieser Höhe wäre dein Tod! Der Aufzug ist lässt sich nur mit einem viel-stelligen Code rufen und bedienen", erklärte ich ihr. "Ohne das ich es nicht will, kommst du hier also nicht weg! Solltest du beabsichtigen dich zu Tode zu hungern, werde ich nicht davor zurückschrecken dich an ein Bett fesseln und zwangsernähren zu lassen!" setzte ich dran und ein dunkles Grollen unterstrich den Ernst meiner Worte. Ich ließ mich ihr gegenüber auf dem Sessel nieder, lehnte mich vor auf meinen Ellbogen abgestützt und betrachtete sie. "Also, hast du nun hunger oder soll ich lieber gleich zum Geschäftlichen kommen?" fragte ich nach.

    Saya

    Er hatte sich bedankt dafür, dass ich ihm das Leben gerettet hatte. Er schien von meiner Reaktion etwas irritiert, als ich hier so hysterisch lachend vor ihm stand... War es doch eher ein Lachen um nicht heulend zusammen zu brechen. Auf meine Frage hin was er hier trieb, schien er wieder irritiert als läge es auf der Hand. Ich legte den Kopf schief und nickte als er nach hakte. Wie gesagt... ich hatte die letzten Jahre in diesen Mauern kaum bis gar nichts von da draußen mitbekommen. Er trat zurück und ich widerstand dem Drang ihm nach zu gehen. War wohl im Unterbewusstsein die Angst davor er könne doch wieder verschwinden. Das Lachen verklang und auch das Lächeln als er mich so ansah. Er sprach los, so als ob ich doch wissen sollte was los war, dass er im Widerstand war und ihn wohl führte. Ich fühlte mich wie vor den Kopf gestoßen, senkte den Blick und musste das erst einmal verarbeiten. Währenddessen kam einer seiner Leute und er wandte sich ihm zu.
    War ihm das Kämpfen also wichtiger gewesen als ich? Mein Herz krampfte sich zusammen und meine Hände zitterten. Die drei Jahre waren nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Mein Hals fühlte sich eng an, ohne das einer dran zog. Er sagte ..Cassian, das dieser die Leute kommen lassen sollte. Sie wohl das Essen nicht verschwenden würden.
    Meine Lippen bebten verdächtig, als mir bewusst wurde... er hatte nicht nach mir gesucht... Es war reiner Zufall gewesen das er mit seinen Kämpfern heute hier war. Ein Loch machte sich unter meinen Füßen auf und drohte mich zu verschlingen. Er redete hier locker über das Essen, als ob er mir nicht gerade offenbart hätte wie egal ich ihm gewesen war... sein Widerstand ihm wohl wichtiger war.
    "Möchtest du... wissen was ich drei Jahre lang, auf den Tag genau, gemacht habe?" hörte ich mich fragen, die Stimme seltsam fern und sie klang fremd. Ich sah zu ihm hoch. Ein bitteres Lächeln auf meinen Mund. Ach es war egal was er sagen würde, ob er es hören wollte oder nicht. Ich würde es ihm sagen! "Ich tanzte! Tag für Tag, Nacht für Nacht in diesem Saal!" offenbarte ich ihm flüsternd, machte eine großzügige Geste die in den Raum deutete. Unter anderen Umständen wäre es wirklich ein schöner und prächtiger Raum. "Mein Vater hat mich an Balroshva Nag verkauft weil er irgendwie erfahren hatte, das ich mit dir weglaufen wollte... Er wollte mir meinen Wunsch die Sippe zu verlassen auf seine Art erfüllen!" fuhr ich fort und die Stimme troff vor Bitterkeit. "Während du also diesen hübschen Widerstand hier aufgebaut hast und durch die Lande gehüpft bist... war ich hier eingesperrt, Apo...Aaron! Musste für diesen Affen tanzen, ihn Meister nennen und die Beine für ihn breit machen!" setzte ich eindringlich fort und bis zum Schluss hin immer lauter, nur für den Fall falls er das davor nicht verstanden hatte. Ich schüttelte den Kopf, die Tränen liefen ohne das ich was machen konnte, ich konnte einfach nicht runterschlucken. Das hatte ich drei Jahre lang getan und Apollons erscheinen hatte mich zu sehr in Aufruhr versetzt. All das was ich vergraben hatte wieder wach gerufen. Ich rang hörbar nach Luft. "Hast du denn wirklich gedacht ich würde dich einfach so verlassen, du verdammter Idiot?!" schrie ich es förmlich raus, hatte das Gefühl sonst zu bersten. Es war mir egal ob es einer von seinen Leuten hören würde, sollte es meinetwegen die ganze Stadt hören. Ich boxte schluchzend gegen seine Brust, mit der Kraft die ich noch übrig hatte, stieß ihn, doch es war als ob man einen Felsen umwerfen wollte. "Oder war ich nur ein Spielzeug für dich?! Nur ein netter Zeitvertreib, den man leicht wieder vergessen konnte!" warf ich ihn in vor, stieß ihn nochmal und spürte wie meine Knie nachzugeben drohten. War all die Zeit wo ich darauf gehofft hatte er würde mich suchen und finden verschwendet gewesen? Hatte ich mein Herz auf den Falschen gesetzt? Ich wusste nicht was ich tun würde, würde er nun sagen das er mich wirklich nie geliebt hatte. All die Worte die er zu mir gesagt hatte, nur Täuschung gewesen waren. Das Haus das wir uns zusammen in unseren Träumen errichtet hatten... das Leben abseits von allem. Der Hals wurde mir eng und ich rang immer mehr nach Luft, es war als würde sich meine Kehle wie von selber zuschnüren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 Juli 2020
  15. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    ,,Pah, das sehen wir ja wohl, wie viel ich da mitzureden habe!'', knurrte ich leise und wieder funkelten meine Augen als er mir nun auch schon sagte, dass er mich eben holen würde. Noch ehe ich mich versah, wurde ich schon über seine Schulter gehievt und ich fauchte lauthals auf. ,,Du verdammter.. Lass mich runter!'', zischte ich, keifte regelrecht und versuchte mit meinen Beinen ihn aus der Fassung zu bringen. Aber sein Griff verstärkte sich nur und in mir stieg das Tier schon auf. Der unbändige Sprinter der nun hier fliehen wollte. ,,Du bist ein elendiger Bast.ard.'', zischte ich sauer, wusste selbst wie wenig ich hier nun anstellen konnte und dennoch versuchte ich es weiter. Sicher gab ich mich nicht einfach so hin, würde ich nie! Er trug mich mit einer Leichtigkeit umher, als wäre ich leblos und würde gar nicht so umher rudern oder auf seinem Rücken trommeln oder gar ihn kratzen. Nein das war ihm anscheinend relativ. Ich sagte ja - Bast.ard. Er ließ mich auf das Sofa fallen und ich sortierte mich recht schnell. Mein Blick ihm gleich wieder zugewandt. Wer wusste denn auch schon, wann ich die nächste Spritze wieder eingejagt bekam?! Er forderte mich auf ihm zuzuhören und ich grummelte leise, dieses typische Grummeln einer Raubkatze wenn sie eben angefressen war und ja, das war ich definitiv! Er erklärte mir ganz ruhig die Sachlage, oder eher Notlage in der ich mich befand. Zehnter Stock? Na klasse. Gut, wenn ich nicht anders hier raus kam dann wäre früher oder später mein Tod eben jener Ort an dem ich mich wohler fühlen würde als bei ihm. Pah. Ich und seine Frau werden, wie kam er überhaupt auf mich?! Ich beobachtete ihn skeptisch wie er sich vor mich setzte und richtete mich etwas auf. Mein Geduldsfaden zum Reißen gespannt und dennoch.. ich brauchte hier eher den kühlen Kopf, nicht? ,,Zwangsernähren also?'', brummte ich in mich hinein und legte den Kopf leicht schief. Wollten wir ja sehen wie das alles so funktionierte. Ich konnte es kaum oft genug sagen oder denken.. Er war einfach ein Bast.ard! Er unterstrich seine kleine Ansprache mit seinem Grollen, gewiss, anderen hätte das wohl einen Schauer über den Rücken laufen lassen aber dieses Grollen kannte ich ja mehr oder minder schon. Wie oft waren Apollon und ich schon aneinander geraten weil wir nicht die gleiche Meinung teilten und ich bekam diesen ernsten Tonfall von ihm aufgebrummt? ,,Keinen Hunger.'', murrte ich schließlich und musterte ihn noch einmal. Vielleicht sollte mich seine Präsenz auch etwas mehr einschüchtern aber.. nein, eher weniger. Dafür war ich viel zu sehr von dem Hass eingenommen- auch wenn ich ihn kaum kannte. ,,Was für einen geschäftlichen Teil bitte? Du entführst mich und sprichst vom Heiraten, wir haben uns niemals im Leben gesehen oder sind aufeinander getroffen. An so ein arrogantes Ar.schloch könnte ich mich sehr wohl erinnern!'', zischte ich sauer und stand erneut auf, wobei er es mir in windeseile gleich tat. Ich verengte die Augen, meine Muskeln angespannt. Sicher war ich kein Kätzchen zum tanzen - war ich nie und würde ich nie sein. ,,Es wird kein Geschäft geben und auch keine Hochzeit!'', machte ich ihm noch einmal meinen Standpunkt klar und behielt den Blick auf seine fast schon goldenen Augen.

    Apollon
    Sie kam aus ihrer Starre, aus ihrer Stille und ich hatte natürlich gemerkt wie sich ihre Züge mit einem Mal verändert hatten. Sie begriff wohl, was ich die drei Jahre getan hatte und auch ich begriff, dass sie es zuvor nicht gewusst hatte. Natürlich, so langsam dämmerte mir das Ganze und sie erklärte mir kurz darauf, was bei ihr passiert war die letzten drei Jahre. Hatte ja noch keine Ahnung welches Ausmaß die Lügen ihres Vaters angenommen hatte und hätte ich es früher gewusst. Scherrte mich selbst schon zum Teufel als Saya so ausbrach. Sie fragte nach ob ich denn wirklich gedacht habe, dass sie mich einfach so verlassen hätte und ja.. das hatte ich tatsächlich vermutet. Sie hatte lange mit sich hadern müssen, bis sie dieser Entscheidung beigepflichtet hatte. Und so wie sie die Wochen und Tage vor unserem Planabend war.. so indirekt abweisend und.. Saya riss mich aus diesem kleinen Gedankengang und ich seufzte leise auf. Ihre Hände schlugen auf meine Brust und die Verzweiflung machte sich in mir breit. ,,Saya ich..'', hauchte ich leise und schüttelte den Kopf als sie mir ihren nächsten Satz an den Kopf warf. ,,Nein!'', knurrte ich leise, sie ließ mich ja nicht einmal zu Wort kommen. Fragte sie ernsthaft ob sie nur ein bloßer Zeitvertreib war. Ich biss die Zähne fest aufeinander um mich zu sammeln und selbst zu beruhigen. Solche Anschuldigungen.. und das von ihr? Hatte ich ihr nicht immer wieder meine Liebe deutlich gemacht? Zum Ausdruck gebracht, was sie alles für mich war? Hatte dieses Leben aufgeben wollen um in Frieden mit ihr zu sein. Hatte auf den Status und das Geld verzichtet, auf das was wir uns hätten da aufbauen können nur weil meine Eltern sie nicht akzeptierten.
    ,,Sayajira.'', begann ich leise und legte meine Hand unter ihr Kinn, schüttelte erneut den Kopf weil ich ihre Worte und ihre Gedanken einfach nicht fassen konnte. ,,Ich bitte dich.. denkst du wirklich so von mir? Dass du nicht mehr für mich warst?'', hauchte ich leise, ja auch ein wenig fassungslos. ,,Ich hätte dir die Welt zu Füßen gelegt, hättest du danach verlangt. Wohl selbst einen Aufstand angezettelt und die Macht der Welt ergreifen wollen, hättest du mich gebeten.'', murmelte ich und strich behutsam die Tränen mit meinem Daumen von ihrer Wange und sah weiter in die grünen Augen, welche noch so voller Kummer und Hass zugleich steckten. ,,Hätte ich gewusst, was mit dir geschehen ist, wäre ich der Erste gewesen der hier noch am selbigen Tag aufgeschlagen wäre und hätte es mit allen alleine aufgenommen. Hätte ich nur davon gewusst.'', erklärte ich und schluckte den Kloß im Halse hinunter. ,,Du warst kein Spielzeug, du warst meine Frau und meine Welt. Meine Heimat, egal an welchem Ort ich gewesen wäre.'', verstärkte ich die Aussage und seufzte leise auf. Ich ließ meine Hand von ihr ab, musterte sie kurz und stellte fest, dass sie wohl wieder den nötigen Halt alleine fand. ,,Dein Vater sagte mir am nächsten Morgen, dass du durchgebrannt seist mit Tjalve. Seither warst du aus dem Reich verschwunden, ebenso wie er.'', erklärte ich den Anfang und wandte dennoch den Blick nicht von ihr ab. ,,Er sagte mir, dass du die Schuld nicht auf dich nehmen wolltest, dass ich auf den Thron verzichte nur deinetwegen. Dass du lieber einen anderen Weg einschlägst und mit ihm doch schon länger was hattest, nur nie den direkten Mut mich so vor den Kopf zu stoßen. Er verdrehte die Geschichte, sagte mir dass Tjalve immer wieder zu euch kam und dich holte. Ihr mehrere Stunden täglich verbracht habt und..'', ich seufzte leise, wandte doch wieder den Blick ab und zur Seite. Tief saß der Schmerz dieser bitteren Erinnerungen. Wie oft hatte ich mitbekommen das der Kerl zu ihrer Familie ging, gerade wenn ich von meiner Familie eingespannt wurde und auf Nachfrage war Saya nicht anwesend.. Es passte alles in das kleine Puzzle was ihr Vater da so gestrickt hatte.. Hatte ja keine Ahnung, welches Geschäft ihre Familie neben her noch getrieben hatte, wusste nur von dem Tanzen. ,,Ich glaubte ihm, denn es passte alles, stimmte mit den Wochen zuvor überein in denen du mir so abweisend gegenüber warst und wir nicht mehr die Zeit wie üblich miteinander verbracht haben. Ich wollte dir deinem neuen Glück nicht im Wege stehen, wenn du dich wirklich so entschieden hattest.'', erklärte ich noch hinterher und wandte den Blick wieder an sie. Kaum zu Glauben für manch einen meiner Männer, hatte man mich nie wirklich in den drei Jahren so gesehen. Die Augen glasig und den Tränen nahe, doch ich riss mich zusammen. Kurz musterte ich sie, ehe ich wieder an ihren Augen hängen blieb und mich auf die nächste Tirade einstellte. Was für ein Idiot ich doch war, sowas zu glauben und welcher Narr mich denn die letzten drei Jahre geritten hatte..
     
  16. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Sie war wahrlich eine Raubkatze und ich mochte ihr Temperament ehrlich gesagt, gab doch nichts schlimmeres als ein langweiliges fades Mädchen. Ich nickte als sie nach der Zwangsernährung fragte. "Ja, mit Schläuchen und so", bestätigte ich und fuhr mit meinem Zeigefinger meinen Magen hinunter um es ihr zu verdeutlichen.
    Sie meinte dann das sie keinen Hunger hatte, also hatte ich es ihr jetzt wohl oft genug angeboten. Als der Teil mit dem geschäftlichen Teil kam, brauste sie erneut auf. Schimpfte mich und sprang auf, was ich ihr natürlich gleich tat. Ich hob eine Augenbraue als sie mich mit ihren verengten Augen maß sie förmlich Feuer sprühten. Mein Mundwinkel zuckte in die Höhe und ich nickte langsam "Oh, doch kleine Minerva! Es gibt ein Geschäft und auch eine Hochzeit!" sagte ich mit Nachdruck und begegnete direkt ihrem Blick. Die dunklen blauen Augen blitzten vor Zorn. "Die Frage ist nur... ob du meine Braut sein wirst oder deine kleine Schwester! Wie hießt sie nochmal...Diana?" ließ ich den Groschen nun fallen. Ich wusste genau das ich vor mir die Tochter von Basdeki vor mir hatte. Der Wirbelwind der abgehauen war von ihrem zuhause. Ehrlich gesagt war es mir natürlich lieber eine solche Frau zu haben, als das kleine Häschen das ihre Schwester war... ganz zu schweigen davon das die Kleine mit ihren zarten 14 selbst für meine ehrgeizigen Pläne zu jung war. Ich mochte vieles sein, aber ich schleppte keine Kinder ins Bett... nun das brauchte die Frau hier vor mir jedoch nicht zu wissen. "Ganz zu schweigen davon, dass ich vielleicht nicht mehr für die Sicherheit der restlichen Familie garantieren könnte", meinte ich dann mit einem schulterzucken. Ein guter Anfang nicht? Die zukünftige Braut gleich mal mit dem Leben ihrer Familie zu bedrohen... dabei hatte ich mich ja noch nicht einmal vorgestellt. Ich konnte in der Sache auch nicht locker machen, denn die Familie der hübschen Gepardin hier, hatte etwas was ich brauchte. Das Wissen und den Besitz über besondere Waffen, die die Eroberung der Welt wieder leichter machen würden.

    Saya

    Ich war so sehr in meinem Rausch hineingestiegen, das ich kaum noch was wahr nahm, ihn selber nicht zu Wort kommen ließ und natürlich auch diese hässlichen Dinge sagte. Aber ich war eine verletzte Frau die vor ein paar Stunden noch am Abgrund ihrer Existenz gestanden hatte, Balanciert hatte ob sie denn nun brach oder nicht! Da war so ein emotionaler Ausbruch wohl nicht weiter verwunderlich. Er knurrte auf als ich ihn fragte ob ich denn nur sein Zeitvertreib war.
    Dann war da seine Hand und seine Stimme die leise meinen Namen sagte, er legte sie unter mein Kinn und ich sah zu ihm hoch. Meine Lippen bebten und die Augen immer noch voll mit Tränen die meine Verzweiflung der letzten Jahre wohl nur zu gut widerspiegelten. Oft war zu viel denken nicht gut. Natürlich spinnte man sich auch allerhand Blödsinn zusammen. Ich spürte wie sein Daumen über meine Wange strich, die Tränen fortwischten. Er erklärte mir was er nicht alles getan hätte, hätte er hiervon gewusst und es hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.
    Ich hatte mich soweit wieder im Griff, dass ich zumindest nicht zusammen brach als er mich wieder los ließ. "Tjalve?" wiederholte ich den Namen und runzelte verwirrt meine Stirn. Es dauerte eine Weile bis ich ein Gesicht zu dem Namen fand. "Den Mann habe ich höchstens zwei Mal in meinem Leben gesehen und das auch nur flüchtig... er hatte irgendwas mit meinem Vater zu tun," sagte ich und schüttelte meinen Kopf im Unglauben. "Also glaubtest du lieber den Worten meines Vaters, als den meinen?" fragte ich ungläubig als er geendet hatte und spürte eine maßlose Enttäuschung in mir. "Ich habe dir gesagt, dass meine Familie nichts davon wissen darf, das ich gehe! Ich habe dich darum gebeten mir zu vertrauen! Ich habe doch nicht umsonst meine Abreise solange hinausgeschoben!" versuchte ich zu erklären und schüttelte wieder meinen Kopf. "Ich hatte einen wichtigen Auftrag, den ich erfüllen musste und dafür musste ich des öfteren das Lager verlassen, sonst hätten sie doch gleich Wind bekommen... Ich wollte nicht das meine Sippe glaubte das da mehr als Vergnügen zwischen uns ist", versuchte ich es irgendwie zu erklären. Das ich einer Familie von Assassinen entstammte wollte ich nicht unbedingt jetzt und so ausbreiten, denn Apollon wusste das nicht. Er wusste nicht was für Fähigkeiten ich neben dem Tanzen noch hatte. Ich hatte vor gehabt ihm davon zu erzählen, sobald unsere Flucht gelungen war. Unsere Augen trafen sich und ich wollte nichts mehr als einfach in diese Arme zu fallen und die letzten Jahre zu vergessen. Ich atmete einmal tief ein und aus. "Du Idiot...warst doch alles was ich je wollte!" setzte ich beinahe schon sanft hinzu. "Du hast doch dem Ganzen erst einen Sinn gegeben!" schluchzte ich und fuhr mit einer Hand über meine Wange um selber die Tränen wegzuwischen. Lachte für einen Moment bei der Erinnerung bei dem wie er in mein Leben gestolpert war auf. "Seit du in mich vor lauter Gaffen hineingestolpert bist!" erklärte ich ihn diesen Ausbruch. "Und ich glaube die Hoffnung, das du mich hier irgendwann rausholst, war das Einzige was mich nicht schon viel eher brechen ließ!" gab ich von mir, die Stimme soweit gesenkt das ich die Worte schon beinahe hauchte. Wie sehr wünschte ich mir die Zeit nun zurückzudrehen, zurück zu dem Moment als er mich das erste Mal gedrängt hatte einfach mit ihm zu gehen, aber so einfach war das eben nicht gewesen.
     
  17. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    Danke für die detailreiche Schilderung der Zwangsernährung. Idiot. Als er mir jedoch widersprach und meinen Namen sogar kannte stockte ich in meiner Wut und sah in verdattert an. Woher..? Als er fortfuhr blieb der Kloß im Halse stecken und ich schüttelte ungläubig den Kopf. Und zu allem Überfluss legte er noch eine Schippe drauf, sagte dass er nicht mehr für die Sicherheit meiner Familie garantieren könnte wenn nicht und nun setzte der Schauer ein. Eiskalt für es über meinen Rücken und schluckte hart, doch der Kloß löste sich nicht. ,,Halt meine Familie da raus, weder meine Schwester noch sonst wen!'', zischte ich dann als ich mich wieder gefangen hatte und schüttelte erneut den Kopf. ,,So willst du eine Frau an deiner Seite haben? Die dich nur heiratet aus Angst, dass ihrer Familie was passieren könnte?'', knurrte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. Sicher was das nur irgendeine Masche, eigentlich hatte er wahrscheinlich nicht halb so viel Einfluss wie Leondras selbst. ,,Wer zum Teufel ist eigentlich dieser Bast.ard hier vor mir, der glaubt mich und meine Familie bedrohen zu können?!'' Besser es war doch ein Name den ich kannte, oder der mir was von meiner Familie aus sagte, denn ansonsten Gnade ihm Gott.. Dann wäre er wohl schneller in Stücke gerissen wie ihm lieb wäre. Bisher hatte ich mich doch noch gut beherrscht, aber wer weiß wie gut ich mich selbst noch bündeln könnte. Immerhin, ich war vielleicht abgehauen und an Apollons Seite geblieben, trotzdem liebte ich meine Familie.

    Apollon
    Ich schüttelte den Kopf als sie mich fragte, ob ich ihrem Vater mehr Glauben schenkte als ihr selbst. ,,Du warst doch fort, in meinem Wissen mit ihm. Wie soll ich darauf kommen, dass dein Vater dich verkauft?'', murmelte ich und seufze leise auf. ,,Und zudem sagte ich deiner Familie doch rein gar nichts. Ich hatte gehofft du wärst doch noch da und irgendwas hat die aufgehalten, war am nächsten Morgen gekommen und dein Vater hat mich zusammen gestaucht. Dass du fort wärst, einfach abgehauen und Tjalve war auch nicht aufzufinden.. er sich das schon gedacht habe nach euren naja.. Schäferstündchen und wie du ihn sonst so angehimmelt hast. Woher sollte ich wissen, dass er darin verwickelt war..? Wie du doch selber sagst, sie sollten nicht denken dass mehr zwischen uns wäre und so lernte ich doch kaum deine Familie selbst kennen.'', redete ich mich um Kopf und Kragen. Wieso war ich denn nun hier allein der Dumme? Wieso bekam ich denn die ganze Schuld ab? Ich seufzte in mich hinein und schüttelte wieder einmal den Kopf. War es doch anscheinend zwecklos was ich hier sagte, oder nicht?
    Doch das Blatt wendete sich anscheinend etwas, zumindest begann sie zu lachen und ich war verwirrter denn je. Legte den Kopf leicht schief und sah sie an. Sie sagte, dass ich dem Ganzen erst einen Sinn gegeben hätte.. Sie rief die Erinnerung vor wie ich damals in sie hineingestolpert war als ich doch so gegafft hatte, dass die Hoffnung allein der Grund war warum sie noch nicht zerbrochen ist. ,,Saya.. ich..'', ich brach den Satz und schüttelte den Kopf. Wusste nicht weiter und auch nicht was ich noch sagen könnte damit ich das Alles besserte. Da gab es nichts zu sagen, oder? Was könnte es schon besser machen. Ich raufte mir die Haare und fuhr mit der Hand über mein Gesicht, mir stand wohl seit langem die Verzweiflung so sehr ins Gesicht geschrieben.
     
  18. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Ich hätte gelogen hätte ich gesagt das ich ihre Verwunderung das ich ihren Namen wusste nicht genoss. Sie zischte mich an das ich ihre Familie raushalten sollte und fragte anschließend wieso ich eine Frau an meiner Seite haben wollte die Angst hatte das ihrer Familie was passieren könnte. Noch immer blieb ich äußerlich ruhig, auch wenn mein Geduldsfaden langsam gefährlich dünn wurde. "Weil besagte Frau vor mir, die allem Anschein auch ein Anhänger dieser lächerlichen Widerständischen ist, sich wohl kaum Freiwillig an mich binden wird, ich jedoch etwas benötige das ihre Familie hat. Welche auch eingewilligt hat die nötigen Informationen und Materialen zur Verfügung zu stellen, mit der Voraussetzung das ich eine der Basdeki Töchter eheliche. Welche war ihnen dabei recht gleichgültig...", erklärte ich ihr also mit all der Ruhe die ich eben aufbringen konnte. Dann fragte sie wer zum Teufel ich denn sein sollte und ein teuflisches Lächeln stieg in meine Züge. "Oh, das war sehr unhöflich von mir, verzeih!" sagte ich und deutete eine Verbeugung vor ihr an. "Leondras Tal'Rakoras ist dieser Bastard! Zu deinen Diensten!" Ich sah sie dabei direkt an, wollte natürlich keine Einzige Reaktion auf meinen Namen verpassen.

    Saya

    "Das meinte ich nicht... ich sagte dir zuvor das ich mit dir mit komme! Das wir gemeinsam fort gehen! Doch du hast meinem Vater stattdessen abgekauft, das ich mit einem Anderen gehe..." versuchte ich es irgendwie zu erklären. Ein bitterer Zug stieg in mein Gesicht als er mir so lebhaft erzählte wie mein Vater das alles aufgebaut hatte. Mir drehte sich der Magen um und ich rümpfte die Nase als er mich quasi noch als H.ure abstempelte. Na schönen Dank auch... Ich atmete tief ein und aus, er hatte es sicher nicht so gemeint. "Es gibt einen guten Grund wieso du meine Familie nicht kennengelernt hast und das habe ich dir auch schon damals gesagt", entgegnete ich und ja verdammt wir diskutierten hier herum. Aber ging es mir doch auch nur darum das er mich verstand und ich ihn. Er dachte ich sei mit einem Anderen fort, aber verurteilte das ich sauer war das er an meinen Gefühlen gezweifelt hatte? "Je weniger du wusstest desto sicherer war es für dich!" wiederholte ich es nach all den Jahren.
    Er fing an etwas zu sagen doch stoppte mitten drin und schüttelte den Kopf. Da standen wir beiden Idioten nun, sahen einander an und warfen dem jeweils Anderen Dinge vor. "Weißt du Aaron..." fing ich an und trat wieder näher an ihn ran. "Der Einzige der Schuld an all dem hier ist, ist mein Vater und falls jemand anders ihn nicht schon erledigt hat, werde ich ihm sein schwarzes Herz höchstpersönlich aus der Brust reißen!" Die Worte waren düster und verdammt ernst gemeint. Ich hob vorsichtig meine Hand und strich über die Wange von Apollon. "Dafür das er mir dich genommen hat", fügte ich raunend hinzu. Spürte wie mein Herz dabei wieder schneller wurde, es lange nicht mehr so schwer wog wie noch zuvor. "Du bist hier, letztendlich..." meinte ich und sah zu ihm hoch mit einem schiefen Lächeln. Wenn er es eigentlich auch nicht wegen mir war... "Wir haben uns wieder gefunden...Das ist doch alles was zählt, oder?" fragte ich vorsichtig. Wusste nicht wie er noch zu mir stand, ob er mich nach all dem denn überhaupt noch haben wollen würde. Natürlich bereute ich all meine von Hass zerfressenen Gedanken zuvor, sie hätten nur meinen Vater und Hailor der offensichtlich mitgemacht hatte treffen sollen!
     
  19. Sevannie

    Sevannie Great things never came from comfort zones.

    Minerva
    Ich schüttelte erneut den Kopf, nein sicher haben da meine Eltern nicht eingewilligt. Der spielte doch nur ein dummes Spiel hier mit mir. Gut er kannte vielleicht meinen Namen, dass ich bei den Widerständlern war, war ja auch offensichtlich nachdem sie mich davon weggetrieben hatten.. Doch nicht jeder kannte die Familie so gut und ich wusste genau, welche Geschäfte sie betrieb. ,,Nein, das glaube ich nicht.. sie würden niemals..'', murmelte ich leise und grübelte nach. Immerhin wollten sie mir schon einmal eine Zwangsehe andrehen.. Er begann wieder zu Lächeln bei meiner Frage wer er denn sei und ich musste mir selbst eingestehen es war keineswegs ein 'nur freundliches' Lächeln. Er verbeugte sich mit den Worten, dass es doch unhöflich war und ich hob skeptisch eine Augenbraue. Machte er aus allem so ein Theater? Doch bei seinen nächsten Worten stockte mir der Atem. Leondras Tal'Rakoras? Nein, doch.. Die Erzählungen.. sie passten und.. Ich schüttelte den Kopf und die Arme sanken von der Position vor meiner Brust. Sie.. ich und dieser.. Nein. ,,Da würden sie niemals einwilligen.. mich mit so einem..'', ich stockte wieder und ging einen Schritt zurück, spürte die Couch an den Beinen und musterte ihn erneut. ER war Leondras? Mein Herz hämmerte bei dieser Erkenntnis gegen meine Brust und das nicht zu wenig. Leondras' Shift war ein gewaltiger schwarze Löwe? Natürlich, passte ja zu diesem arroganten Mistkerl. Kaum zu glauben, dass ich ihm einfach so gegenüber stand.. Wenn ich nur irgendwie Apollon erreichten könnte, dann wäre diese ganze Katastrophe die er anrichtete auch gleich beendet.. Alleine wäre ich jedoch eher machtlos. Gepard gegen Löwe, das Spiel hatten wir ja schon öfter, auch wenn nicht mit ihm. Immer wieder hatte ich doch versucht mich an Apollon zu messen und war kläglich gescheitert weil mein Gepard einfach der Schwächere war.. Ich merkte gar nicht wie sehr ich doch in die Stille geriet und mir den Kopf über alles zerbröselte. Angefangen davon wie ich Apollon erreichte bis hin zu: Ich müsste es doch alleine erledigen.

    Apollon
    Sie erklärte mir ihren Satz zuvor und ich musste zugeben.. Mir rauchte der Kopf gewaltig. Was würde ich nun für den Becher Wein tun, natürlich ohne das Gift darin. Sie wiederholte die Worte, die sie mir damals schon immer getadelt hatte. Das es besser wäre, wenn ich nichts wüsste - sie mich sonst in Gefahr brachte.. Unverständlich für mich, wenn ich denn wirklich ehrlich war.
    Doch im nächsten Moment schritt sie wieder auf mich zu, sprach die Drohung an ihren Vater aus, ehe sie ihre Hand hob und über meine Wange strich. Eine Berührung ihrerseits die ich mir die letzten Jahre immer wieder so kläglich herbei gewünscht hatte.. Eine der Berührung mit der sie nicht nur meinen Körper erreicht sondern auch mein Herz. Was eben sonst keine der anderen Frauen je geschafft hatte. ,,Wir haben uns wieder gefunden...Das ist doch alles was zählt, oder?'', fragte sie nach und ich nahm ihre Hand an meiner Wange in die Meinige. Hätte nicht gedacht, dass sie nach alldem noch so zu mir stehen würde. ,,Sicher, das ist alles was nun zählt.'', hauchte ich leise und schmunzelte wage. Sanft drückte ich ihre Hand, hauchte einen ebenso sanften Kuss auf die Knöchel und sah in die grünen Augen. Diese glänzten nun wieder, nicht ob der Tränen sondern der Freude. Wie sehr hatte ich diesen Blick vermisst..? Diese Frau hier vor mir und ihre Liebe, einfach alles an ihr hatte ich vermisst und wirklich geglaubt es sei für immer das gewesen.. Eine Erinnerung, so schmerzlich sie auch war. ,,Saya es ist nur..''
    ,,Aaron!'', rief die zarte Stimme der Braunhaarigen und ich seufzte leise auf. Sicher, wie immer das perfekte Timing, Selena. Ich biss die Zähne zusammen und sah zu der Frau auf, die sogleich in das Zimmer kam und mich herzlichst umfing. ,,Selena.. Ich.. Saya, das ist Selena sie ist..'' - Ja genau, was war sie eigentlich? Gespielin.. sicher, aber das konnte ich schlecht nun sagen wenn sie dabei stand, oder? Für sie war das Ganze sicher mehr. Tief atmete ich ein und wieder aus, sah von den braunen zu den grünen Augen. Wie kam man als Mann hier nun am besten raus? Genau, gar nicht.
     
  20. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Leondras

    Sie glaubte mir nicht, wollte es nicht glauben. Aber das war nun mal keine meiner Täuschungen. Ich hatte es schwarz auf weiß unterzeichnet von Adalger Basdeki, gegengezeichnet von mir. Ein recht netter Herr, sehr zuvorkommend... als ob ihn eine andere Wahl geblieben wäre. Sie reagierte auf meinen Namen wie man es auch erwartete. Da würden sie niemals einwilligen.. mich mit so einem.. "...Bastard? ..Tyrannen? Oder wie wäre es mit Scheusal? Den Ausdruck fand ich auch ganz spannend!" Half ich ihr dabei ihren Satz zu beenden. Sie war indes zurückgewichen bis zur Couch und musterte mich. Ich richtete mich auf und streckte die Hände von mir damit sie mich genau ansehen konnte. "Ich hoffe das da du nun weißt wer ich bin, es nichts an deinem Temperament ändert", meinte ich schließlich und schmunzelte. "Ich fand es ganz erfrischend das mal eine Frau nicht vor mir auf den Knien rutscht", fügte ich hinzu, sehr wohl bewusst das sie das vermutlich nur wieder reizen würde. Ich deutete schließlich zur Tür hinaus. "Den Gang hinunter findet du ein Badezimmer, ich habe frische Handtücher für dich bereit gelegt und ein paar frische Kleider", meinte ich schließlich und ja... ich deutete wohl damit an das meine Zukünftige etwas streng roch. Ihre Kleidung war durchgeschwitzt und dreckig... sie würde es ohne Zweifel selber gut heißen sich umziehen zu können. Und natürlich war es nicht allzu freizügiges. Nachdem ich ja nicht wusste was sie bevorzugte, war von allem etwas dabei.

    Saya

    Er wich nicht vor meiner Berührung zurück, legte seine Hand sogar auf die Meine und ich spürte die Erleichterung darüber das er mich nicht von sich stieß. Er schmunzelte und ich erwiderte es mit einem Lächeln. Er drückte meine Hand und dann spürte ich seine weichen Lippen auf meiner Haut. Meine Knie wurden wieder etwas weich, dieses Mal aber nicht vor panik oder Aufregung, sondern allein wegen ihm! Apollon! Es richtete mich ungemein auf zu wissen das ich ihn nicht verloren hatte... natürlich es würde noch einiges zu klären geben, aber ich war zuversichtlich. Zum ersten Mal seit langem wieder Zuversichtlich! Mein Blick galt einzig und allein ihm, als er wieder ansetzte und etwas vorbringen wollte. Doch da tönte schon sein Deckname durch den Raum. Es war eine zarte Stimme die nach ihm rief und ich drehte den Kopf um zu sehen wer es war. Unsere Hände lösten sich voneinander als die Braunhaarige an mir vorbei lief und ihn umarmte. Wow...also das musste ich eben für einen Moment verdauen. Ich legte den Kopf schief und sah fragend Apollon an der versuchte dahin zu stammeln. Selena... hieß sie also und ich spürte nur für einen Moment den Drang meine Hand nach ihrem Braunen Haar auszustrecken um sie daran von ihm weg zu schleifen! Mein Blick glitt zu Selena, die nun wieder aufrecht stand und mich wohl ebenso musterte. Sie lächelte scheinbar verlegen. "Ich bin seine Freundin!" flötete sie voller stolz und reckte ihr Kinn dachte wohl sie hätte mich ausgestochen. Tja... nun... mein Blick ging zu dem kleinen Casanova der in der Mitte von uns beiden stand. Nein... nein es sah bei Gott nicht so als ob er zu dieser Frau stand. Wäre das der Fall würde er anders reagieren... Vielleicht hätte eine andere Frau sich nun zurück gezogen und sich erstmal die Wunden geleckt. Doch nicht Sayajira Tount! Ich hatte ihn einmal verloren, das würde mir nicht noch ein zweites Mal geschehen. Natürlich würde er mir das später bei einem...ruhigen Gespräch erklären dürfen! "Und du bist?" fragte sie nach und maß mich, als hätte sie ja längst alle Trumpfe in der Hand. Ohh... armes kleines Ding! Ein überaus süßes Lächeln trat auf meine Züge, mit einem Schritt trat ich an Apollon ran, hakte mich bei ihm ein und schmiegte mich an seinen Oberarm. Was Selena schon verdattert beobachtete. "Ich bin seine Verlobte!" sagte ich als läge es doch auf der Hand. Die Frau wurde blass, die Augen groß bevor sie von mir zu Apollon sah, der sich nur weiter verlegen den Hinterkopf kratzte. Irgendwas mit einem 'Tut mir leid' in die Richtung von seiner 'ex' Gespielin murmelte. Sie schien kurz zu überlegen ob sie noch was sagen sollte, der Mund stand ihr zumindest offen wie bei einem Fisch. Doch dann machte sie kehrt und verließ den Raum genauso schnell wieder wie sie gekommen war. Ich indes richtete mich wieder auf und strich den Ärmel Apollon glatt. "Gern geschehen", murmelte ich und sah mit einer erhobenen Augenbraue zu ihm hoch. Natürlich schmerzte es zu wissen das er bei einer... oder auch mehreren gelegen hatte, aber mein Gott! Er war kein Heiliger, sondern auch nur ein Mann! Na... mal sehen ob ich das später auch noch so sah...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Juli 2020

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