[RS] Play with the Devil

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von NorwegeerStar, 7 Aug. 2019.

  1. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Los Angeles - die Stadt der Engel, Hollywood vor der Tür, lange Sandstrände, warmes Wetter und ganz jähriger Sonnenschein.

    Schon viele Träume sind in dieser Stadt geendet, gestrandet und gestorben, doch wenn man den Gerüchten glaubt gibt es jemanden neuen in der Stadt, der dafür sorgt, dass es dir besser geht, dass all deine Träume in Erfüllung gehen. Doch mit welchen Konsequenzen und welchen Kosten?

    Komm ins Lux und versuche deinen Tabz mit dem Teufel aber pass auf das du dir nicht die Finger verbrennst...

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    Über dich:
     
  2. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Name: Claire Mae Madwell - derzeit bekannt als Mary Smith

    Alter: 26 Jahre - derzeit geschätzt auf Anfang 20

    Aussehen: Mary hat lange, tiefschwarze Haare die ihr bis unter das Schulterblatt reichen und ihren hellen Hautton noch blasser aussehen lassen. Fast erinnert sie ein bisschen an Schneeweiß, das runde Gesicht hat zarte Wangen und eine Stupsnase, ihre Haut scheint Makellos bis auf den kleinen Schönheitsfleck auf der linken Wange und die Narbe am rechten Auge, die mitten durch die gepflegte Augenbraue geht und zu ihrem Ohr verläuft. Sie hat volle, geschwungene Lippen, beim Lächeln zeichnet sich eine vier Zentimeter lange Narbe in die Haut, und warme schokoladenbraune Augen, in denen man sich verlieren kann. Marys Statur zu beschreiben fällt nicht schwer, sie sieht ausgemergelt und unterernährt aus, von ihrer einstigen Weiblichkeit ist nicht mehr viel übrig, dabei hatte sie vor dem Unfall sogar etwas zu viel auf den Rippen und wird jetzt aufgrund ihrer geringen Körperhöhe gerne mal mit einem Teenager verwechselt,

    Charakter: Mary’s Emotionen liegen momentan schnell schnell blank, sie ist häufig traurig und fühlt sich einsam, was sich darin widerspiegelt, dass sie sich von den Leuten die sich bisher um sie gekümmert haben abgekapselt hat. Dabei war sie einmal eine sehr liebevolle junge Frau, die darauf bedacht war sich um ihr Umfeld zu kümmern, war sehr fürsorglich und wollte in den sozialen Bereich gehen, doch daran kann sie sich nicht mehr erinnern. Allgemein scheint sie häufig eine Aura der Nichtigkeit auszustrahlen, als wäre die Welt schon untergegangen aber bisher war es niemandem aufgefallen außer ihr und da ihr ja doch niemand glauben würde, tat sie einfach so als wäre nichts. Nur wenn sie alleine ist, der Tag zu Ende geht und die Nacht sich langsam in die Knochen schleicht, kommt die Wut, die Trauer, die Angst und sie erlaubt sich nur dort Schwäche zu zeigen, wo sie niemand mitbekommt.

    Über dich: Mary ist nicht ihr eigentlicher Name, sondern den den die Krankenschwestern ihr gaben, als nach zwei Wochen im Koma immer noch keine Identität festgestellt werden konnte. Das ganze ist drei Monate her, wirkliche Erinnerungen hat sie erst wieder von den letzten sechs Wochen, davor ist alles eine seltsame Mischung aus Krankenhaus und Alpträumen, wobei sie sich nicht sicher ist was was ist. An ihrem ersten Tag in Los Angeles wurde sie von einem Auto, dass über eine rote Ampel raste, erfasst und erlitt extreme Verletzungen. Unter anderem brach sie sich die Schädeldecke, das Hirn schwoll an was dazu führte, dass sie fast vier Wochen im Koma lag. In der ganzen Zeit hatte die Polizei versucht etwas über Mary herauszufinden, doch die junge Frau war lediglich mit etwas Bargeld und einem Schlüssel in der Tasche unterwegs gewesen, selbst in den Nachrichten war sie einmal aufgetaucht, doch niemand meldete sich. Die letzten vier Wochen hat sie in einer staatlichen Rehabilitationseinrichtung verbracht, man sagt ihr täglich, dass ihr Langzeitgedächtnis mit der Zeit schon wieder kommen wird, sie brauche nur Zeit um sich zu erholen, dann würde das schon werden, aber mittlerweile glaubt sie nicht mehr dran. Vor zwei Wochen hat Mary die Tabletten für eine ganze Woche auf einmal eingenommen, konnte die Schwestern jedoch davon überzeugen, dass es ein Versehen war, sie sich lediglich nicht erinnern konnte schon welche genommen zu haben. Außer 24 Stunden in der Notaufnahme und ein Gespräch mit einem Psychologen hat es nicht gegeben. Jetzt wird sie aus der Reha entlassen in eine staatlich finanzierte 1-Wohnung, bis sie wieder fit genug ist und arbeiten gehen kann.
     
  3. Samanta

    Samanta Leseratte

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    Name: Lucifer Morningstar
    Alter: 30 Jahre (aber wir wissen ja alle, dass er in Wahrheit um vieles älter ist)
    Aussehen: Lucifer erscheint dem Menschen sprichwörtlich in vieler Art Gestalten, doch um unter ihnen leben zu können, hat er seine 'menschliche' Gestalt gewählt. Er ist ein großer, gut aussehender Mann in der Blüte seines Lebens mit fein definierten Muskeln an den richtigen Stellen. Er hat kurze, leicht gewellt, hellbraune Haare und grün-braune Augen mit feinen gelben Nuancen darin. Er hat ein breites Gesicht mit leicht hervorstechenden Wangenknochen, die seinem Gesicht etwas asketisches verleihen und trägt stets einen gut gepflegten 'Dreitagebart'. Seine Nase ist gerade, seine Haut ebenmäßig und seine Lippen schmal. Meistens trägt er modisch-schicke Kleidung, vor allem in schwarz mit kleinen farblichen Akzenten.
    Charakter: Lucifer ist der Teufel wie er im Buche steht - zumindest auf den ersten Blick. Er ist charmant, zuvorkommend und ausgesprochen höflich, wenn es die Situation erfordert, kann aber in der nächsten Sekunde schon wieder ganz anders sein: kalt, berechnend und verschlagen. Er liebt es seine optischen - und zum Teil auch charakterlichen - Vorzüge auszuspielen. Er kann witzig sein, sarkastisch, ironisch, aufgeschlossen, zurückhaltend, aber all das wird von seinem großen Ego und seiner Arroganz noch übertroffen. Er weiß, dass er gut aussieht und dass er im 'Leben' Erfolg hat, was er auch jeden spüren lässt, der mit ihm verkehrt. Im Grunde haften ihm all diesen Charaktereigenschaften auch an, aber man weiß nie so ganz genau was er sich einfach über die Jahrtausende hinweg angeeignet hat und was seinem wahren Charakter nun wirklich entspricht, sodass es oftmals schwer fällt, den 'wahren' Lucifer zu entdecken, wenn es ihn denn überhaupt gibt und nicht all diese Charaktereigenschaften irgendwie auch zu ihm gehören. Selbst er weiß manchmal nicht mehr genau, wie er eigentlich in Wirklichkeit ist.
    Über dich: Lucifer ist vor knapp einem Jahr der Hölle 'entkommen' oder hat sie vielmehr einfach nur verlassen, aber klingt es nicht dramatischer, wenn man behauptet man sei ihr entkommen als einfach nur aus der Tür hinausspaziert? Seitdem hat er sich in Los Angeles - welch Ironie - niedergelassen und lässt dort die Puppen tanzen. Er findet, dass er sich eine Auszeit redlich verdient hat, nachdem er Jahrtausendelang in der Hölle gelebt hat. Nach ein paar Monaten hat er sich durch kleinere Gefallen ein gut laufendes Geschäft aufgebaut, das ihm schon einige Seelen eingebracht hat. 'Nebenher' betreibt er einen gut laufenden Club, das Lux und angelt sich dort auch die ein oder andere Eroberung. Ob Frau oder Mann ist ihm relativ egal, man könnte sagen, er besteigt alles, was irgendwie interessant ist. Er hat die Fähigkeit die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen zu erfahren und kann ihnen auch dabei helfen diese zu erreichen. Natürlich sehen seine 'Brüder' und vor allem sein 'Vater' (Anführungszeichen sind beabsichtigt!) gar nicht gerne, was er dort unten treibt, weshalb er schon den ein oder anderen Besuch seiner 'Familie' (ja, auch hier beabsichtigt) bekommen hat. Allerdings hat er sich bisher nicht davon überzeugen lassen, dass er doch in die Hölle gehöre und weil er zu schlau ist, ist es bisher auch niemandem gelungen ihn wieder dorthin zurückzubringen. Er hat jedoch vor irgendwann wieder zurückzukehren, wenn er genug Seelen gesammelt hat, die ihm dann in den Abgrund folgen werden, denn seine Dienste sind nicht umsonst. Jeder, der sich auf einen Deal mit ihm - dem Teufel - einlässt, muss dafür mit seiner Seele bezahlen und zu seinem großen Glück glaubt keiner dieser Idioten, die zu ihm kommen, dass sie wirklich ihre Seele aufs Spiel setzen.
     
  4. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Mary

    Die Sonne brannte auf meiner Haut, stach in den Augen und erwärmte die Luft zu unangenehmen Temperaturen. Am liebsten hätte ich mich wieder umgedreht, wäre zurück in das kleine zwei Bett Zimmer zurück gekehrt und unter der schweren, stinkenden Decke verschwunden. Aber die Hand in meinem Rücken die mich vorsichtig und doch mit Nachdruck die Stufen hinunter schob, hielt mich davon ab. "Und denk daran, Mary, wenn etwas sein sollte, du kannst jederzeit anrufen. Ansonsten sehen wir uns nächste Woche Montag zur Gruppenstunde!" die rundliche Schwester lächelte mir warm zu, strahlte gerade zu mit der Sonne um die Wette und ich realisierte, dass sie sich ehrlich für mich freute, weshalb ich nicht anders konnte als sie kurz zu drücken, ehe ich den Rucksack schulterte und mich verabschiedete. Was auch immer in meiner Vergangenheit lag war jetzt vergessen, mir blieb gar nichts anderes als nach vorne zu schauen. Mit einem Taxi wurde ich durch die halbe Stadt gefahren, zum ersten Mal sah ich, wovon mir meine betagte Zimmernachbarin die letzten Wochen erzählt hatte. Hollywood, Los Angeles als Ganzes, strahlte etwas glamouröses aus, etwas unantastbares, während jeder Zentimeter von der gnadenlosen Sonne erhellt wurde. Ich war mir einen Moment nicht sicher, wie gut ich das alles fand, es wirkte so fremd und unbekannt und innerlich hatte ich doch gehofft, dass ich mich spätestens jetzt wieder an etwas erinnern könnte, doch Fehlanzeige.
    "Das wär's Miss, wenn Sie noch Fragen haben oder etwas passiert, rufen Sie einfach an." Die Sozialarbeiterin, die sich anscheinend schon seit Wochen um meinen Fall kümmerte, drückte mir einen Schlüssel in die Hand, während hinter mir laut hupend Autos vorbei fuhren, der Komplex vor mir aussah wie ein graues Monster. "Ich habe leider keine Zeit mit hoch zu kommen, aber das schaffen Sie schon alleine, nicht?!" Ich nickte stumm, bekam sogar ein Lächeln auf die Reihe, ehe sie auch schon mit ihrem Handy am Ohr von dannen zog. In einer Stadt wie diesen gab es sicher viele Menschen, die auf die Hilfe vom Staat angewiesen waren. Und so jemand war ich jetzt auch. Ich wusste nicht, wie ich dazu stand, aber der sich langsam ausbreitende Schmerz in meinem rechten Bein, erinnerte mich schnell daran, dass ich gar keine andere Wahl hatte, denn in meinem jetzigen Zustand wäre ich wohl niemandem eine Hilfe.
    Wohl um einen Moment Zeit zu schinden drehte ich dem farblosen Gebäude den Rücken zu, sah mich um in meiner vorübergehenden Nachbarschaft. Die Straße runter konnte ich bereits erste leuchtende Schilder sehen, um mich herum waren mehrere der selben Gebäude, auf der Gegenüberliegenden Straßenseite ein chinesisches Restaurant aus dem verlockender Duft über die Straße zog, daneben ein Eingangsschild von einem Laden, dessen Name ich nicht entziffern konnte aus der Entfernung, doch ich hoffte es war ein Supermarkt. Denn mein Magen erinnerte mich schmerzlichst daran, dass das Frühstück schon länger her war und mein Hirn mahnte, dass der Kühlschrank in dem Haus hinter mir vermutlich leer war.
     
  5. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lucifer
    Das hier nannte ich Leben: zwei gut laufende Geschäfte, Erfolg wo man nur hinsah und so viele 'verlorene' Seelen auf einem Haufen. Die Stadt der Engel, die Stadt des Ruhmes, aber auch 'die Stadt der geplatzten Träume', aber das machte sich nicht so gut auf den Werbeplakaten, weshalb man das tunlichst verschwieg und die hoffnungslosen 'Talente' anlockte, um sie auf die harten Pflaster der Realität fallen zu sehen. Beinahe jeder, der hierher kam, träumte davon reich und berühmt zu werden, ein großer Star und sie alle hielten sich für DAS Ausnahmetalent schlecht hin. Die meisten landeten auf der Straße oder nahmen schlecht bezahlte Aushilfsjobs an, die sie natürlich nur machten, bis sie 'ganz groß raus gekommen waren'. Einige von ihnen fanden ihren Weg früher oder später zu mir, denn neben dem Lux - meiner bescheidenen Meinung nach der Club, den Leute von Rang und Namen besuchen sollten - hatte ich ja noch ein gut laufendes Geschäft, das mir nicht nur Ansehen, sondern auch viele Seelen brachte. Es war toll in der heutigen Zeit. Niemand glaubte mehr so richtig an Gott und den Teufel und selbst wenn sie es taten, dann glaubten sie zumindest nicht, dass ich wirklich ihre Seelen erwarb, wenn ich ihnen half. Heute hatte sich mal wieder eine dieser verlorenen Seelen - Wortwitz beabsichtigt - zu mir begeben und heulte mir die Ohren voll. "Ich bin schon auf so vielen Castings gewesen, wissen Sie, aber irgendwie will es nicht klappen." Diese oder so ähnliche Geschichten hatte ich schon so oft gehört, dass ich schon gar nicht mehr wirklich zuhörte, sondern vielmehr eine mitfühlende Miene aufsetzte und wartete bis die Litanei zu Ende war. Erst als der junge Mann gestoppt hatte, schenkte ich ihm ein charmantes Lächeln und ließ kurz meine Hand über seinen Arm gleiten. "Es ist gut, dass du zu mir gekommen bist. Ich schätze ich kann dir helfen." Ein strahlendes Lächeln legte sich auf die Lippen des Jungen, bevor es wieder erlosch, weil ich fortfuhr:"Aber meine Dienste sind natürlich nicht kostenfrei."
    "Ich habe aber kein Geld. Ich arbeite doch nur als Kellner und da kann ich mir..." Ich unterbrach ihn mit einer bestimmenden Geste. "Ich will kein Geld von dir. Ich habe selbst genug." Verwirrung machte sich auf dem Gesicht breit. "Was ... was wollen Sie denn dann?" Ich lächelte noch immer und beugte mich ein wenig vor, sah ihm dabei fest in die Augen und sagte:"Deine Seele. Wenn du mir deine Seele überlässt, dann wirst du noch morgen den Erfolg haben, den du dir so sehnlichst wünscht." Kurz sah ich Zweifel in den Augen des Jungen aufblitzen, aber er schien ernsthaft darüber nachzudenken, andernfalls wäre er sicherlich schon aufgesprungen und gegangen. "Meine Seele?" Ich nickte. "Nichts weiter als das. Versprich mir deine Seele und dein Wunsch soll sich erfüllen." Er zögerte noch immer, dann aber reichte er mir die Hand und ich ergriff sie. "Und jetzt?" Er sah mich an,"muss ich jetzt mein Blut oder sowas geben oder wie läuft das?" Ich lächelte. "Nein, das ist doch völlig veraltet." Ich zog einen Bogen Papier hervor und reichte ihm gleichzeitig einen Kuli. Er ergriff ihn und setzte seine Unterschrift unter den Vertrag. Spätestens jetzt hielt er das ganze wohl für einen Bluff. Die Menschen erwarteten Blutopferungen oder dergleichen, wenn man einen Pakt mit dem Teufel einging, aber der Teufel von heute musste eben mit dem Trend gehen und nichts war heutzutage für Menschen bindender als ein schriftlich unterzeichneter Vertrag. Ich setzte meine Unterschrift ebenfalls darunter und schüttelte ihm noch einmal die Hand. "Mach es gut." Er nickte und bedankte sich noch einmal, auch wenn er noch gar nicht wusste, was ihn erwarten würde und ob ich ihn nicht doch über den Tisch gezogen hatte, aber das hatte ich nicht. Ich gewährte ihm den Wunsch entdeckt zu werden, denn ich hielt mich an Abmachungen, erst Recht wenn diese Abmachung eine Seele für mich bedeutete.
     
  6. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Mary

    Tatsächlich war das kleine Apartment nur rudimentär eingerichtet und der Kühlschrank leer, auf dem Sofa setzte ich den Rucksack ab, zog die Vorhänge zurück und war mir sicher eine dicke Staubschicht loszulösen, doch dem war nicht so. Zwar sah alles gebraucht und war schon mindestens 30 Jahre alt, aber es war sauber und ordentlich, und wenn ich ehrlich war konnte ich viel mehr wohl auch gar nicht verlangen. Mein Blick schweifte über die Skyline, mit der Wohnung ganz oben hatte ich zwar den Nachteil ewig auf den Aufzug zu warten oder 13 Stockwerke zu Fuß zu gehen aber den unschlagbaren Vorteil, dass ich weit sehen konnte und ganz hinten am Horizont auch das Meer erahnen konnte. Mit einem Seufzen räumte ich den Rucksack aus, schob die drei Shirts und zwei Hosen in den Kleiderschrank und warf den jetzt leeren Rucksack wieder auf den Rücken. Ich wollte nicht hier bleiben, es war seltsam leise und einsam und abermals knurrte mein Magen und erinnerte mich daran, dass es langsam Zeit wurde wieder etwas zu essen und damit hatte ich den perfekten Vorwand das Haus wieder zu verlassen.
    Zurück auf der Straße überrollte mich mit einem mal der Lärm der Straße, der Menschen die auf dem Bürgersteig von A nach B eilten und ich war mir nicht sicher, wo ich hin sollte, verlor für einen kurzen Moment die Orientierung und stieß in einen älteren Anzugträger, der daraufhin pickiert sich unsichtbaren Dreck von der Schulter klopfte, mir einen verächtlichen Blick zuwarf und ich spürte ein ziehen im Magen - Panik. Hastig entschuldigte ich mich auch wenn ich nichts getan hatte, als ihm nicht auszuweichen, aber ich hatte keine Energie um zu diskutieren und keine Ruhe um dabei nicht in Tränen auszubrechen, weshalb ich ohne weiter nachzudenken in die entgegengesetzte Richtung zu flüchten.
    Gefühlt war ich ewig gelaufen, bis schließlich meine Muskeln krampften und beschlossen, dass ich keinen weiteren Schritt tun könnte. Also ließ ich mich auf der nächst besten Sitzmöglichkeit nieder, eine breite Mauer die vor einem Parkplatz aufgebaut war und ihn von der Straße trennte, die Gegend sah nicht unbedingt einladend aus doch ich hatte keine Wahl, mein Körper schrie mit jeder Faser seines Seins, dass ich nicht mehr konnte. Erschöpft und den Zweifel in mir hoch kriechen spüren vergrub ich meinen Kopf in den Händen, versuchte mich nur auf meine Atmung zu konzentrieren und alles andere auszublenden.
     
  7. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lucifer
    Mit einigen weiteren Seelen im Gepäck, beschloss ich mir bis heute Abend noch ein wenig die Zeit zu vertreiben, denn auch wenn ich schon seit knapp einem Jahr hier wohnte, so hielt doch auch für mich L.A. noch die ein oder andere Überraschung bereit und ich mischte mich gelegentlich gerne unter die Menschen in ihrem Alltag. Es war erfrischend zu sehen wie viele von ihnen noch Hoffnung hatten, obwohl es doch so unmöglich schien, dass Hoffnung überhaupt noch möglich wäre. Ein kurzer Blick in den Spiegel, ich strich einmal kurz die nicht vorhandenen Falten in meinem Maßanzug glatt. Für gewöhnlich trug ich schwarze Anzüge, aber heute hatte ich mich für einen navyblau-karierten Anzug entschieden. Darunter trug ich eine dunkelblaue Weste über einem weißen Hemd und dazu schwarze Lederschuhe, ein Mann von Welt wollte immerhin gut aussehen, wenn er sich ins Getümmel stürzte. Nur selten trug ich auch mal legere Kleidung, eigentlich fast nur, wenn ich zu Hause war. Nachdem ich die Frisur noch einmal angemessen durchgestrubbelt hatte, verließ ich mein Appartement und ließ mich von der Menge einfach treiben, sog die unterschiedlichen Eindrücke in mich auf und musste zugeben, dass ich es genoss die Hölle verlassen zu haben. In der Hölle war es zu Anfang für mich ebenso aufregend gewesen, aber je länger ich dort unten verweilt hatte, desto mehr hatte ich mich gelangweilt, denn dort passierte nie etwas wirklich aufregendes, es war immer der gleiche Tagesablauf und auch am Foltern hatte ich schon lange keine Freude mehr gehabt. Es war zu einem Job geworden und obwohl weder mein 'Vater' noch meine 'Brüder' verstehen konnten, dass ich auch einmal etwas erleben wollte, hatte ich mich über alle hinweggesetzt und war vor knapp einem Jahr hier gelandet, mehr oder weniger zufällig wie ich betonen möchte, wobei es schon irgendwie ironisch war,dass ausgerechnet ich hier Fuß fasste. Nach und nach kam ich in eine Gegend, in der es etwas weniger hektisch zuging. Die Gassen wurden etwas kleiner und die Menschenmengen eindeutig weniger. So kam es, dass ich wieder mehr den Blick für meine Umgebung öffnete und mir schließlich einer jungen Frau gewahr wurde, die auf einer Mauer hockte und alles andere als glücklich wirkte. Verzweiflung schien das richtige Wort dafür zu sein, so viel Verzweiflung hatte ich lange nicht mehr zu spüren bekommen. Sie hätte es mit den verdammten Seelen in der Hölle eindeutig aufnehmen können. Und weil ich nun einmal jemand war, der unheimlich gerne half - oder vielmehr jemand, der einfach gerne Seelen sammeln wollte - blieb ich stehen und fragte:"Ist alles in Ordnung bei Ihnen, Miss?"
     
  8. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Mary

    Es dauerte einen Moment bis die Worte an mein Ohr drangen, zwischen dem Lärm und der besorgten Stimme in meinem Kopf überhaupt Sinn machte und ich hob langsam den Kopf aus meinen Händen, meine langen Haare fielen mir ins Gesicht und ich sah auf in das Gesicht eines Fremden. Ich konnte ihn nicht einschätzen, ich konnte nicht sagen was er wollte, von jemandem wie mir, auf den Straßen Los Angeles, strahlte er doch das extreme Gegenteil von mir aus. Ein feiner Maßanzug schmeichelte der Figur meines Gegenübers, ließ ihn dennoch auffällig Fehl am Platze wirken in diesem Viertel.
    Verräterisch schüttelte mein Körper sachte den Kopf, suchte den Blick des Fremden und ich konnte mir kaum vorstellen, wie verzweifelt und gequält ich in diesem Moment aussah, noch ehe ich ihm versichern konnte, dass schon alles in Ordnung sei. Denn wer wollte schon heutzutage einem Fremden helfen? Trotzdem versuchte ich die Situation runter zu spielen, aus Angst er könne einen Krankenwagen rufen und ich gleich wieder dort landen, wo ich doch gerade erst her gekommen war. "Es wird gleich schon wieder.." nicht fähig zu Lügen und den Blick gleichzeitig zu halten, entschied ich mich für diese Halbwahrheit, hoffte ich doch selbst, dass dies der Wahrheit entsprach und mein Körper mir verzieh, wie sehr ich ihn überfordert hatte.
     

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