[RS] No Water for the Boat

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von peachyes, 1 Apr. 2017.

  1. Samanta

    Samanta Leseratte

    Vincent
    Ich beobachtete, wie sie nach dem Essen griff und ein beinahe sanftes Lächeln legte sich auf meine Lippen. "Keine Ursache. Wir sind ja jetzt ein Team." Ich zwinkerte ihr mit einem leichten Lächeln auf den Lippen zu und wandte mich dann meinem Rucksack zu, um nun wirklich meine Vorräte zu überprüfen und ihr ein bisschen 'Privatsphäre' zu geben. Ich hatte tatsächlich noch genug zu essen, sodass es mir nicht schaden würde, dass ich etwas mit ihr geteilt hatte. Wir würden locker noch ein paar Tage aushalten. "Ich schau mich mal ein bisschen um und sichere diese Bruchbude", sagte ich nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass das Essen reichen würde. Ich verschloss meinen Rucksack und stellte ihn neben eine der Matratzen. Außer dem Essen befand sich nichts wichtiges darin. Meine Waffen trug ich wie immer am Körper und ich ging eigentlich nicht davon aus, dass sie mich bestehlen würde. Dennoch drehte ich mich noch einmal zu ihr um und sagte dann:"Ich gehe nicht davon aus, dass du vorhast mich zu beklauen, aber solltest du trotzdem auf diesen Gedanken kommen, lass dir gesagt sein, dass ich dich finden werde. Egal, wo du dich versteckst." Ich sah sie eindringlich an, um ihr klar zu machen, dass ich es ernst meinte und machte mich dann auf den Weg, um unsere nähere Umgebung zu sichern. Ich hatte keine Lust, dass wir in den nächsten Stunden wieder von Beißern gestört wurden. Immer wieder verschloss ich Türen, stopfte Löcher und verriegelte Fenster. Es dauerte ein paar Stunden bis alles einigermaßen sicher war. Natürlich konnte es noch immer sein, dass ein Beißer einen Weg hinein fand, aber ich hatte es ihnen eindeutig schwerer gemacht und uns die Möglichkeit gegeben auf schnellstem Wege zu verschwinden. Ich kehrte zurück in das Zimmer, in dem wir uns eingerichtet hatten und begann dann auch dieses zu sichern. Schließlich drehte ich mich zu ihr hin. "Wir sollten uns ein wenig ausruhen. Der Tag war lang." Ich kramte zwei Decken hervor, ging zu ihr hinüber und reichte ihr eine. Es war ziemlich kalt. "Vielleicht sollten wir unsere Matratzen zusammenziehen. Es ist ziemlich kalt heute." Ich überließ ihr die Entscheidung, ob sie das wollte. Es wäre auf jeden Fall klüger, aber wenn sie es nicht wollte, dann würde ich ihre Entscheidung akzeptieren.
     
  2. Gummibaerchen

    Gummibaerchen A.R.M.Y

    Fayne Jackson
    „Keine Ursache. Wir sind ja jetzt ein Team.“, er zwinkerte: das erste Mal, dass ich ihn hatte spaßen sehen. Für mich ziemlich irritierend, denn der großgebaute Mann sah nicht wirklich danach aus, als wäre ihm Humor ein Begriff. Aber es war eben nur ein oberflächliches Urteil, eine dumme Vermutung; die mit der Realität überhaupt nicht übereinstimmen musste. Vincent sah mich noch für einen Augenblick an, bevor er sich seinem Rucksack widmete und von mir abwandte. Ein wenig erleichtert machte ich mich nun auch über das Brot her - jetzt, wo ich mich nicht mehr beobachtet fühlte.
    Ich schau mich mal ein bisschen um und sichere diese Bruchbude.“, erhob der Braunhaarige nur wenige Minuten später wieder das Wort und mein Blick wanderte wieder zu ihm. Er stellte den Rucksack verschlossen neben seine Matratze. Gerade als er sich aus dem Zimmer begeben wollte, drehte er sich jedoch noch einmal um: „Ich gehe nicht davon aus, dass du vorhast mich zu beklauen,, aber solltest du trotzdem auf diesen Gedanken kommen, lass dir gesagt sein, dass ich dich finden werde. Egal, wo du dich versteckst.“ Eine Warnung und eine Drohung. Nun, ich wäre töricht gewesen, wenn ich die Chance länger zu überleben einfach so aus dem Fenster geschmissen hätte. Vincent war diese Chance: ich würde mir auf keinen Fall durch unüberlegtes Handeln einen Strich durch diese Rechnung machen. „Keine Sorge. Wir sind ja jetzt ein Team.“, wiederholte ich seine vorherigen Worte und zuckte leicht mit den Schultern. Zugegeben, wenn der Braunhaarige einem so drohte, schnürte es mir die Kehle zu - aber ich hatte nicht die Intention, ihn zu beklauen. Schließlich hatte er mir zweimal das Leben gerettet. Und ich besaß trotz meiner Lage noch einen Funken Anstand. Kaum hatte er die Worte ausgesprochen, war er auch verschwunden.
    Das restliche Brot verstaute ich in meinen Rucksack: falls der junge Mann mich in nächster Zeit doch loswerden wollte, kam ich wenigstens noch eine Zeit lang ohne halsbrecherische Ausflüge über die Runden. Das Gleiche geschah mit den Wasser: ich nahm ein paar ordentliche Schlücke, bevor ich den Rest wegpackte.
    Vincent ließ sich einige Stunden Zeit das Haus zu sichern; vielleicht hätte ich ihm helfen können. Jedoch schien er eher der Typ zu sein, der alles selber in die Hand nahm. Ich wäre ihm bei der Arbeit wohl bloß ein Dorn im Auge gewesen. Also blieb ich auf der Matratze sitzen und sah mich in dem Raum um, bis ich ihn in meinem Kopf abgespeichert hatte.
    Es waren Schritte zu hören und kurz darauf erschien der junge Mann im Türrahmen. Ich sah ihm stumm dabei zu, wie er die einzelnen Schwachpunkte des Zimmers absicherte. Die Beißer hatten bei seiner gründlichen Arbeit kaum eine Chance unentdeckt hier einzudringen. Als er zufrieden mit seiner Arbeit schien, drehte er sich um und sah mich an. „Wir sollten uns ein wenig ausruhen. Der Tag war lang.“, Vincent kramte Decken hervor und reichte mir eine von ihnen. „Vielleicht sollten wir unsere Matratzen zusammenziehen. Es ist ziemlich kalt heute.“ Bei seinen Worten runzelte ich die Stirn. Ehrlich gesagt, begeistert war ich von der Idee nicht. Lieferte ich mich ihm nicht ein Stück weit einfach so aus? Natürlich er hatte mir das Leben gerettet, aber das hieß nicht, dass er es verschonte, sobald er mich satt hatte. Dennoch erhob ich mich von meiner Matratze und schob sie kurzerhand neben seine. Es war ziemlich kalt. Und es war vermutlich klug, so weit von der Türe weg zu liegen wie möglich. Und je näher ich an Vincent war, desto größer war meine Überlebenschance - sah man von der Möglichkeit ab, dass er genauso in der Lage war, mir das Licht auszuknipsen.
     
  3. Samanta

    Samanta Leseratte

    Vincent
    Ich konnte sehen, dass meine Drohung Wirkung zeigte. Sie sah mich für einen kurzen Moment an, wie ein Hase, der dem gefährlichen Wolf gegenüberstand und sich fragte, wie er aus dieser Situation heil wieder herauskommen sollte. Ich nickte, als sie meine Worte wiederholte und sagte, wir seien ja nun ein Team. Also hatte sie sich auch so etwas wie Anstand behalten. Dann hatte ich mich zurückgezogen und war meiner Arbeit nachgegangen. Es störte mich nicht, dass sie nicht angeboten hatte mir zu helfen. Ich war immerhin der Mann und außerdem nicht gerade scharf auf ihre Gesellschaft. Es war ganz angenehm mal alleine zu sein und nicht reden zu müssen, einfach das zu tun, was ich am besten konnte: sichern, verrammeln und beschützen. Nachdem ich zurückgekehrt war, hielt sie auffälligerweise den Mund und nach kurzem Zögern stimmte sie sogar meinem Vorschlag zu, die Matratzen aneinander zu schieben. Noch wärmer hätten wir es nur, wenn wir uns aneinanderkuschelten, aber bei aller Liebe: so gut kannten wir uns nicht und ich war nicht gerade scharf darauf, mit einer Fremden zu kuscheln. Genaugenommen kuschelte ich überhaupt nicht. Mit niemandem, jemals. Ich beobachtete, wie sie ihre Matratze an meine heranzog und stellte zufrieden fest, dass sie sich den Platz an der Wand ausgesucht hatte. So weit wie möglich von der Tür entfernt und wenn jemand an sie ran wollte, dann musste dieser jemand erstmal an mir vorbei. Ich war bewaffnet, kampferprobt und außerdem ein Beschützer. Viele sahen in Soldaten nur die Killermaschinen, die sie auch sein mussten, aber die eigentliche Aufgabe eines Soldaten war es, die Schwachen zu beschützen. Dabei hatte ich bisher mehr oder weniger in dieser verdammten 'Apokalypse' versagt, aber wenn ich es schaffte, wenigstens dieses Mädchen hier zu schützen, dann würde meine Seele vielleicht eines Tages Frieden finden - oder so. Ich verstaute meine Pistole griffbereit auf meinem Bett und mein Messer daneben, denn ich hatte wirklich keine Lust, mir bei einer falschen Bewegung im Schlaf das eigene Messer in den Hals zu rammen. Die Waffe war gesichert, würde also nicht einfach so losgehen. Ich ließ mich auf der Matratze nieder und wartete, bis auch sie sich hingelegt hatte. Nachdem ich noch einmal mit einem Blick durch das Zimmer gesichert hatte, dass kein Beißer einfach so hier hereinkommen konnte, legte ich mich hin und zog die Decke über mich. Viel Wärme spendete sie zwar nicht, aber es war besser als nichts. Eine ganze Weile sagte niemand etwas, bis ich schließlich in die Stille hinein fragte:"Ist dir kalt?"
     
  4. Gummibaerchen

    Gummibaerchen A.R.M.Y

    Fayne Jackson
    Ich beobachtete stumm, wie Vincent unter einem prüfenden Blick seine Waffen - sowohl das Messer, als auch die Pistole - beiseite legte und sich auf seine Matratze niedersetzte. Erst danach legte ich mich hin und zog die Decke über meinen Körper. Es fühlte sich schon fast ein wenig nach zu Hause an, nach einem richtigen Bett - auch wenn es fern davon entfernt war. Diese verstaubte Matratze und die dreckige Decke sollten mich nicht an Zuhause erinnern, denn sie waren nicht annähernd so perfekt wie meine Heimat es einmal gewesen war. Dieses kleine Haus, in dem ich aufgewachsen war. Das mir einfach genommen wurde; ohne Vorwarnung - genauso wie mein Vater.
    Ich schüttelte den Kopf und schloss für einen Moment die Augen, um diese dunklen Gedanken loszuwerden. Es brachte mir rein gar nichts, außer das ich mich nur mehr in Gefahr gab, als ohnehin schon. Mein Leben; dass ich atmete, war eine einzige Gefahr, seitdem diese Beißer überall aufgetaucht waren.
    Der Braunhaarige zog mich zurück in die Realität, holte mich zurück auf den Boden der Tatsachen, als er sich neben mir auf die Matratze sinken ließ. Es herrschte Stille zwischen uns beiden; nichts ungewöhnliches, aber irgendwie fühlte sich diese hier schwerer, als die sonstigen an. Vielleicht, weil wir gerade nicht damit beschäftigt waren vor diesen grausigen Viechern zu fliehen und versuchten irgendwie zu überleben. Obwohl es bei Vincent immer so aussah als hätte er einen Plan und ich diejenige war, die hier ‚irgendwie‘ überlebte. „Ist dir kalt?“, zerriss die Stimme des jungen Mannes plötzlich die ohrenbetäubende Ruhe und beinahe wäre ich zusammengezuckt vor Schreck.
    Nur kurz darauf schoss Erleichterung durch meinen Körper und ich nickte. Ich öffnete die Augen, als ich mir selbst bewusst wurde, dass er es vermutlich gar nicht gesehen hatte. „Ein bisschen…“, gab ich zu und drehte meinen Kopf ein wenig in seine Richtung. „…aber ich werd’s schon überleben.“ Wieder wollte ich ihm nicht zur Last fallen und schon gar nicht sollte er sich mein Gequängel anhören müssen. Nachher hatte er wirklich noch genug von mir und ging wieder seiner eigenen Wege. Meine Überlebenschance würde drastisch sinken ohne ihn und das wollte ich so lang wie eben nur möglich herauszögern.
     
  5. Samanta

    Samanta Leseratte

    Vincent
    Ich hatte nicht bemerkt,dass sie für kurze Zeit in einer anderen Welt - in anderen Gedanken - versunken war. Feingefühl war nicht gerade eine meiner Stärken. Ich beobachtete wie sie sich auf die Matratze legte und die Decke über sich zog, bevor ich mich ebenfalls hinlegte. Es dauerte ein wenig, bis sie mir antwortete und ihre Antwort war nicht gerade eine Überraschung für mich. Es war verdammt kalt. Ich wendete mich ihr zu und sagte dann:"Das hier ist nur, um uns gegenseitig warm zu halten." Bevor sie sich dagegen wehren konnte, hatte ich sie zu mir hinüber gezogen und legte meine Arme um sie und meine Decke über uns beide, sodass es ihr warm werden würde und auch mir wurde augenblicklich wärmer. Ich spürte, dass sie angespannt war. "Entspann dich. Das hier rettet uns vorm Erfrieren. Kein besonders angenehmer Tod." Nicht, dass ich das schon einmal erlebt hatte, aber ich stellte es mir furchtbar vor und ich wollte ihn wirklich nicht erleben. Ich wartete eine Weile, bevor ich meine Augen schloss und langsam einschlief. Jede noch so kleine Bewegung, jedes Geräusch würden mich augenblicklich wieder aufwachen lassen. Das hatte ich mir im Laufe der Zeit so angewöhnt. Es war überlebenswichtig. Genauso wie die gegenseitige Wärme, die wir uns angedeihen ließen. Ich für meinen Teil maß der ganzen Sache keinerlei Bedeutung bei. Das hier war bloß von Vorteil für uns beide. Nichts weiter. In meinen Träumen verfolgten mich die Sünden meiner Vergangenheit. Nicht, dass irgendetwas davon nach draußen dringen würde. Ich hatte mich zu sehr unter Kontrolle, als dass ich irgendetwas von meinen Gefühlen nach außen dringen lassen würde. Das wäre sicherlich nicht gerade förderlich für mein Überleben.
     
  6. Gummibaerchen

    Gummibaerchen A.R.M.Y

    Fayne
    Das hier ist nur, um uns gegenseitig warm zu halten.“, seine starken Arme schlangen sich um meinen Körper und zogen mich an den seinen. Seine Decke legte er über uns beide. Und wäre das hier jetzt irgendein Endzeitfilmstreifen gewesen, dann hätte ich es fast schon als romantisch betitelt. Aber das hier war kein Film, keine Illusion. Nein, das hier war mein beschissenes Leben, in dem ich mein Bett mit einem Fremden teilte, damit ich nicht erfror. Damit ich überlebte. Daran war nichts romantisch; es war der harte, ungeschönte Überlebenskampf.
    Entspann dich. Das hier rettet uns vorm Erfrieren. Kein besonders angenehmer Tod.“ - „Durchaus angenehmer, als bei lebendigen Leibe zerstückelt, aufgerissen und angeknabbert zu werden.“, flüsterte ich auf seine Worte hin. Ich hatte sie eigentlich gar nicht sagen wollen, doch waren sie einfach so über meine Lippen gekommen. Erfrieren; das klang nach einem friedlicheren Tod, als das mich einer von diesen Beißern zwischen seine gierigen Finger bekam.
    So langsam begann Vincents Wärme auf mich zu wirken; krabbelte in jede Fasers meines Körpers und breitete sich in ihm aus. Wie ein leises Schlaflied ließ es mich aus dieser Welt driften; hinein in meine Albträume, die mich seit jenem Tag heimsuchten. Doch fiel es mir dieses Mal überraschender Weise leicht einzuschlafen, leichter als in den letzten Wochen.
     
  7. peachyes

    peachyes Bekanntes Mitglied

    (das habe ich total vergessen xD versuchen wir mal ne gute story aufzubauen :D)

    Catherine

    Es dämmerte so langsam, als ich mich müde aus dem Sofa erhob, um einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Im Moment waren Niclas und ich sicher, doch für wie lange? Jeden Moment könnte einer dieser Zombies auftauchen, vielleicht nicht nur einer, sondern gleich mehrere, und wie würde ich mich verteidigen? Mit einem stumpfen Messer und einer Waffe ohne Munition? Ich musste mir einen Plan ausdenken und zwar so schnell wie möglich ... denn sonst würden Niclas und Ich auch irgendwann so enden wie unsere ... Wütend schlug ich mit der Faust gegen die Wand und biss mir auf die Unterlippe. "Konzentriere die Catherine. Du musst Niclas beschützen!" Ich warf einen letzten Blick aus dem Fenster, bevor ich das Haus nach Vorräten durchsuchte. Irgend etwas nützliches müsste es hier doch noch geben. Auch wenn die Suche sinnlos, weil ich unser Haus schon so oft durchsucht habe, musste ich mich mit irgendwas beschäftigen. Und ich hatte jedes Mal die Hoffnung auf die Lösung zu treffen.

    Jeremy
    Das Knurren meines Magens weckte mich aus meinen Halbschlaf. Ich hatte seit mehreren Tagen nichts richtiges mehr gegessen. Das Haus in dem ich war, hatte ich schon durchsucht. Es gab hier nichts essbares, nicht einmal ein paar kleine Waffen, mit denen ich mich verteidigen konnte. Es war sinnlos. Nicht nur die Sucherei, sondern das ganze hier. Die ständige Flucht von den Bösen, diese Hiflosigkeit und die Hoffnung die jeder hat. Dies wird kein gutes Ende nehmen. Der Virus, zumindest glaube ich, dass es ein Virus ist, hat sich schon zu sehr verbreitet. Viele Menschen sind gestorben und das letzte Mal Nachrichten hatte ich vor einem Monat gesehen. Wer weiß wie viele es heute sind?
    Hungrig machte ich mich fertig, warf mir meine Lederjacke um die Schultern und verließ das Haus. Zu Fuß schlenderte ich die Straße entlang. Mir war bewusst das es gefährlich war, sich ohne jeden Schutz nach draußen zu wagen, aber was sollte ich stattdessen machen? Veganer werden und mich von Holz ernähren?
     
  8. Samanta

    Samanta Leseratte

    @Gummibaerchen hab total übersehen, dass du geschrieben hast

    Vincent
    "Wir sollten uns darauf konzentrieren gar nicht zu sterben", erwiderte ich auf ihre Aussage, dass sie lieber erfrieren würde. Sie hatte es so zwar nicht ausgedrückt, aber ich hatte den Sinn ihrer Worte schon verstanden. Während ich schlief, merkte ich, dass sie etwas länger brauchte, um einzuschlafen, aber irgendwann wurden ihre Atemzüge gleichmäßig und sie schlief ebenfalls. Zu meiner Erleichterung konnten wir in dieser Nacht ohne Zwischenfälle durchschlafen. Als ich am Morgen wach wurde, schlief das Mädchen noch und weil ich sie nicht wecken wollte, rührte ich mich nicht, hielt sie einfach im Arm. Es tat gut mal nicht zu frieren. Nachts wurde es zu dieser Zeit einfach empfindlich kalt. Tagsüber war es noch verhältnismäßig warm. Ich überlegte was wir heute zu tun hatten. Wir würden auf jeden Fall sicherstellen müssen , dass wir hier sicher waren. Zumindest für die nächsten Tage oder auch Wochen. Außerdem musste ich meine Essensvorräte aufstocken und wir mussten unsere Versorgung sichern. Es war fast wie im Krieg, mit dem Unterschied, dass man nicht nach Hause fliegen konnte und in Sicherheit war.
     
  9. Gummibaerchen

    Gummibaerchen A.R.M.Y

    @Samanta kein Problem, passiert mal :)

    Fayne
    Es machte keinen Unterschied. Ich schlief in dieser Nacht; genauso unruhig, wie in jeder anderen zuvor. Ich wurde lediglich nicht durch mein eigenes Geschrei geweckt. Vielleicht fühlte ich mich ein wenig sicherer in diesen starken Armen, doch mein Leben würde ich nicht in seine Hände geben.
    Er war ein Fremder; das wurde mir jedes Mal aufs Neue bewusst, auch wenn er sich schon so vertraut anfühlte. Ich schob es darauf, dass mein Kopf mir einen Streich spielen wollte; dass ich die menschliche Nähe einfach zu sehr vermisst, hatte seitdem ich alleine unterwegs war. Dass ich einen Ersatz für meinen Vater suchte, dass ich meinen Dad wieder bei mir haben wollte. Doch war Vincent, so viel anders als mein Vater; ich erkannte kaum eine Ähnlichkeit zwischen ihnen. Und vielleicht war dies auch gut so. Es ließ mich ihm nicht blind folgen, blind vertrauen.
    Das einzige, was ich über diesen Mann neben mir wusste, war, dass er Vincent hieß. Und ich wusste noch nicht einmal, ob er mich nicht angelogen hatte. Doch wieso sollte er? In dieser Welt waren Namen nichts mehr wert; es war nur wichtig, ob du noch ein schlagendes Herz hattest oder nicht. Alles andere jedoch, war mir unbekannt. Ich wusste nicht, wer Vincent war. Was er getan hatte, bevor diesem einem Tag. Er würde es mir auch nicht verraten und ich würde auch nicht danach fragen. Es war unwichtig; nebensächlich. Was nicht hieß, dass ich es nicht wissen wollte. Ich war neugierig, ich wollte diese Dinge über ihn kennen.
    Es war schon wieder hell, ich spürte das Licht hinter meinen Augenlidern. Der Braunhaarige lag noch neben mir im Bett; sein Arm noch immer um meinen Körper geschlungen. Er war wach; ich spürte seinen Atem in meinem Nacken. Unebener, als zur der Zeit, in der er geschlafen hatte. Ich traute mich nicht ein Wort zu sagen, öffnete lediglich meine Augen. Es dauerte einen Moment, bis meine Pupillen sich an die Helligkeit gewöhnten.
    Der Raum sah noch genauso aus, wie gestern Abend - was hätte sich auch groß verändern sollen? Es sah aus, als hätte hier seit Jahrzehnten niemand mehr gewohnt, dabei lag August noch nicht einmal lange zurück. Obwohl das Wort ‚lange‘ ziemlich undefiniert und dehnbar war.
    Die Stille, die zwischen uns herrschte, ließ die Geräusche von draußen in unseren kleinen Raum dringen. Es war keines dieser Stöhnen, keines dieser grölenden Stimmen zu hören. Es klang fast idyllisch. Aber ich wusste, wie gefährlich es doch sein konnte, dieser Stille zu trauen.
    Wir konnten nicht den ganzen Tag hier liegen bleiben, das wäre töricht gewesen. Man durfte sich nie zu lange sicher fühlen. Dieses Haus hatte bestimmt noch seine Schwächen. Sicherheitslücken, die uns beiden - oder einem von uns, vermutlich mir am ehesten - das Leben kosten könnten. Die Nahrungsmittel und der Wasservorrat hielten auch nicht mehr für die Ewigkeit; gerade jetzt, wo es zwei Mäuler zu stopfen gab.
     
  10. Samanta

    Samanta Leseratte

    Vincent
    Eine ganze Weile geschah nichts. Sie schlief und das war wohl auch gut so, denn als ich sie aufgegabelt hatte, hatte sie sehr erschöpft gewirkt. Wenn man alleine war, konnte man einfach nicht gut schlafen. Man musste immer wachsam bleiben. In dieser Nacht war ich wachsam gewesen, auch wenn ich gemerkt hatte, dass sie nicht ganz so ruhig schlief, wie es den Anschein gehabt hatte. Ich war schließlich nicht dumm und dazu auch noch ausgebildeter Soldat. Es war meiner Ausbildung zu verdanken, dass ich die Menschen lesen konnte, wusste was ihre Schwachstellen waren. Als ich merkte, dass sie ebenfalls wach war, hob ich wortlos den Arm und ließ sie aufstehen. Auch ich rappelte mich auf und sagte dann:"Morgen." Ein guter Morgen war es nicht. Das war es nie seit dieser unglaublichen Katastrophe. Ich prüfte noch einmal nach, was ich noch in meinem Rucksack hatte und war zufrieden mit dem Ergebnis. Wir würden zumindest noch ein Frühstück haben, bevor wir uns an die beschwerliche Arbeit machten. Ich holte etwas Brot, ein wenig Wurst und Käse heraus und reichte ihr die Hälfte von meinem Vorrat. Ich ging nicht davon aus, dass sie - selbst wenn sie Vegetarierin oder gar Veganerin gewesen sein sollte - in diesem Moment darüber nachdenken würde. In Zeiten wie diesen aß man, was man bekam. Nur in Zeiten des Luxus konnte man sich solche Kindereien erlauben. Ich aß schnell mein Brot und nahm dann noch einen Zug aus der Wasserflasche, bevor ich diese ihr ebenfalls reichte. "Wir sollten zuerst überprüfen, ob alle Löcher so gut es geht gestopft sind. Wir hatten bloß Glück, dass in der Nacht kein Beißer uns gefunden hat, aber das wird nicht immer so laufen." Ich übernahm wie selbstverständlich die Führung und das war es für mich auch. Ich war es einfach gewohnt Befehle zu geben und das Kommando zu haben. "Danach würde ich sagen, sollten wir dafür sorgen, dass unsere Vorräte wieder aufgefüllt werden. Das hier ist mein letzter Proviant. Du kannst mitkommen, wenn du möchtest oder du bleibst hier." Ich würde sie zu nichts zwingen, denn ich wollte nicht, dass sie sich dazu genötigt fühlte, etwas zu tun, das sie nicht wollte. Wobei ich mir sicher war, dass sie in meiner Nähe sicherer wäre als wenn sie ganz alleine hier blieb. Sie hatte zwar - auf mir unerklärliche Weise - überlebt, aber sie war keine Kämpferin. Das hatte ich auf den ersten Blick gemerkt. Sie würde mir also in einer Kampfsituation wenig nützen. Ich würde ihr das ein oder andere eventuell beibringen können, damit sie wenigstens ein bisschen kämpfen konnte.
     

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