[RS] Nightshade

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Loulou, 8 Feb. 2013.

  1. Samanta

    Samanta Leseratte

    Jolanda
    Die zarte Geste, die er mir zukommen ließ, traf mich völlig unvorbereitet. Luzius war eher der Typ Mann, der seine Zärtlichkeit nicht allzu offensichtlich machte und schon gar nicht in der Öffentlichkeit damit prahlte. Dass er sie mir dennoch gewährte, wenn auch nur für einen kurzen Moment, zeigte mir, dass das was ihn beschäftigte keine Banalität war. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er seine Sorgen hier in der Öffentlichkeit mit mir teilen würde, aber die Tatsache, dass er es nicht abstritt, zeigte mir, dass er mir vertraute und dass er seine Sorgen mit mir teilen wollte. So nickte ich nur und schenkte ihm ein sanftes Lächeln. Als er mich nach meinem Tag fragte, überlegte ich kurz und sagte dann:"Er war gut, wenn auch etwas ereignislos. Ich fühlte mich den Vormittag über nicht ganz wohl und zog es vor lieber in meinem Zimmer zu bleiben. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich es schon beinahe vermisse unser Heim nach undichten Stellen zu durchsuchen." Es war sicher besser gewesen im Zimmer zu bleiben, hinterher hätte ich den königlichen Boden vollgespuckt und das wollte ich dann wirklich nicht, auch wenn man es mir auf Grund meines 'Zustandes' sicherlich nicht nachgetragen hätte. Als Zeichen der Höflichkeit war ich dann doch lieber in meinem Zimmer geblieben. "Wie war euer Tag?" Abgesehen von den Sorgen, die er ganz offensichtlich hatte, hoffte ich, dass er den Tag dennoch gut genutzt hatte. Er war immerhin nicht der Schwangere von uns beiden. Man hatte mir aber versichert, dass es meist nach spätestens drei Monaten mit der morgendlichen Übelkeit besser werden würde. Wobei 3 Monate auch schon eine unendlich lange Zeit zu sein schienen und ich innerlich betete, dass ich mich früher an die neuen Umstände gewöhnen würde. Jeden Tag diese Übelkeit musste ja nun wirklich nicht sein und jeder Tag ohne die Übelkeit käme mir sehr gelegen.

    Raffael
    Ein weiteres Mal sah ich, wie sie in die Vergangenheit abdriftete und ihren eigenen Gedanken nach hing. Ich ließ sie gewähren, denn manchmal musste man die Bürden der Vergangenheit ertragen, um in die Zukunft sehen zu können. Als sie die Augen wieder öffnete, sah ich es verdächtig darin glitzern. Sie war übermannt von so vielen Gefühlen, dass ich es durchaus nachvollziehen konnte, auch ich wusste mit dem Druck all dieser Gefühle nicht so recht umzugehen, bei mir jedoch kanalisierte es sich alles in innerliche Wut, die ich wohl nie an ihr auslassen würde, an meinen mir unterstellten Soldaten jedoch schon. Dieser faule Haufen konnte sich schon mal auf ein intensives Training gefasst machen. Jetzt jedoch wollte ich Elisa einfach bei mir wissen, denn wie ich es ihr gesagt hatte, konnte ich ihr verzeihen. Sie hatte es aus den richtigen Gründen getan, aber die falsche Entscheidung getroffen. Für sie jedoch war diese Entscheidung die richtige gewesen, zumindest zu diesem Zeitpunkt. Ich merkte erst wie angespannt ich gewesen war, als sich die Spannung löste, als sie mir versprach, dass sie mich nie wieder auf diese Weise verlassen würde. Ihre Lippen, die vorher die meinen berührt hatten, ließen mich mit klopfendem Herzen zurück und als sie begann mein Gesicht überall zu küssen, trug das nicht gerade zur Ruhe meinerseits bei. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, als würde mein Herz jede Sekunde einfach so aus der Brust springen. Als sie schließlich vor mir kniete, legte ich meine Hand an ihre Wange, sanft streichelte ich darüber. Ja, ich wusste welcher Arbeit sie nachgegangen war, um sich und das Kind über Wasser zu halten und ja es machte mich wütend, dass sie nicht zu mir gekommen, sondern einfach verschwunden war, aber wütend auf sie war ich keinesfalls. Ich war wütend auf die Männer, die sie dazu gezwungen hatten zu gehen, wütend auf die Männer, die es gewagt hatten ihren heiligen Körper zu entweihen und zu beschmutzen, wütend auf mich, weil ich sie damals nicht durchschaut hatte, zu tief war der Schmerz gewesen, als sie mir unter Tränen gesagt hatte, dass es einen andere gebe und sie gehen würde. Im Nachhhinein betrachtet hätte ich ihr nicht glauben sollen, denn ich hatte mir eingebildet immer genau zu wissen, wann sie log und auch bei diesem Mal hatte mich dieses seltsame Gefühl beschlichen, dass sie nicht die Wahrheit sagte, aber ich war zu verletzt gewesen, um es überhaupt zu registrieren. Ich zog sie wieder nach oben, damit sie auf meinem Schoß Platz nehmen konnte und nachdem sie sich gesetzt hatte, zog ich sie an mich und streichelte sanft über ihre Seite. "Nie hätte ich zu wagen geglaubt, dass du heimkehrst." Schon gar nicht seit dem Tag, an dem Lucius mir erzählt hatte, dass sie tot sei und nur unseren Sohn zurückgelassen habe. Raik bekam von all dem wenig mit. Er war zu vertieft in sein Spiel und ich war froh darüber. Er hatte in den letzten Jahren zu vieles mitbekommen und nun da er hier war, sollte er nie wieder solchen schrecklichen Dingen ausgesetzt sein. Ich würde dafür sorgen, dass er zu einem guten, ehrenhaften Jungen heranwuchs und wenn er es wünschte, würde ich ihn auch weiterhin darin bestärken, die Laufbahn eines Ritters einzuschlagen. Meine Familie jetzt hier bei mir zu haben, machte mich unsagbar glücklich und Elisa an mich drücken zu können steigerte dieses Glück noch. Ihr Geruch, die Art wie sie sich in meine Arme schmiegte, all das schien so vertraut, so als sei es schon immer so gewesen. Gott, wie hatte ich diese Frau vermisst!
     
  2. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Sie nahm es mit einem nicken und einem ihrer bezaubernden Lächeln hin. Dann antwortete sie mir auf die Frage wie ihr Tag gewesen war und ich hörte ihr aufmerksam zu, musste doch schmunzeln als sie meinte das sie es vermisste in unserem Heim nach undichten Stellen zu suchen. Ihr war oft übel, der Medicus hatte mir jedoch erklärt das dies durchaus normal sein konnte in einer Schwangerschaft. Es gab wohl angeblich sogar Frauen bei denen es gar nicht mehr aufhörte bis das Kind da war... nun ich hoffte dass dies meiner Jolanda erspart blieb. Denn auch wenn es 'normal' war, wollte ich nicht das meine Liebste litt. Schließlich fragte sie nach meinem Tag, ich schenkte ihr ein Lächeln bevor ich antwortete: "Ganz gut, ich war hauptsächlich am Übungsplatz und habe mich mit den Männern unterhalten", entgegnete ich ihr. Rafail war heute nicht anwesend gewesen, was wohl angesichts der Tatsache das Elisa wieder da war wohl nur allzu verständlich war. Ich freute mich natürlich für meinen Freund, wenn auch etwas gemischte Gefühle darunter waren. Natürlich Elisa hatte einen guten Grund gehabt zu gehen, sie hatte ihn am Ende einfach nur schützen wollen, dennoch hatte es Raffail das Herz gebrochen und ihn an den Rand der Verzweiflung getrieben. Ich konnte ihn nun verstehen... ich wüsste nicht was ich tun würde, würde Jolanda mir das gleiche antun. Der Schock darüber das sie da plötzlich gestanden hatte saß auch mir noch immer in den Knochen, es würde wohl noch ein wenig dauern das zu verdauen. Aber auch dieses Thema war nichts für die Öffentlichkeit. Schließlich wurde das Essen vom Zeremonienmeister eröffnet, ich nahm an das Lisandro dann doch lieber bei seiner Frau geblieben war oder eben anderweitig zu tun hatte. Angesichts der Tatsache das sie gestern zwei Prinzen geboren hatte war das ja auch nur allzu verständlich. Ich würde nach dem Essen fragen ob er Zeit für mich hatte.

    Elisa

    Er zog mich wieder an sich, streichelte über seine Seiten und das ließ mich erschauern. Ich war wirklich so gerührt von dem Ganzen, konnte die neuen Tränen nicht aufhalten die über meine Wange rollten. Ich schmiegte meine Wange an seine Schulter, genoss es wie er mich festhielt. So sehr hatte ich es vermisst! Hatte ihn vermisst. Ich hatte auch nie geglaubt wieder Heim zu kommen. Eigentlich war ich ja auch nur her gekommen um einen Blick auf Raik zu werfen, wollte nur nachsehen ob es meinem Jungen gut ging. Hätte mir jemand noch vor einem Tag gesagt dass Raffail mich wieder zurücknehmen würde uns somit eine zweite Chance gab hätte ich ihn einen Narren genannt. Es tat wirklich so gut, die Ruhe um uns herum das Gefühl in mir nach einer endlos langen Hatz endlich angekommen zu sein. Jetzt würde alles wieder gut werden! Die Hoffnung hatte ich wirklich, wagte auch wieder zu hoffen. Schließlich erhob Raik sich von seinem Platz und kam zu uns rüber. "Ich hab hunger!" verkündete er und sah von mir zu Raffail und wieder zurück. Ich lächelte sanft, streckte meine Hand nach ihm aus und strich ihm liebevoll über den Kopf. Wie sehr ich ihn vermisst hatte, mir sorgen gemacht hatte. Ich war so glücklich darüber wie gut er sich anscheinend mit seinem Vater verstand, dass er ihn als diesen auch angenommen hatte. Oft war ich Abends mit meinem kleinen Jungen noch zusammen gesessen, hatte ihm von seinem Vater erzählt. Wollte das er von ihm wusste, wollte das er wusste das es nicht nur Männer gab wie die welche das Freudenhaus besuchten. "Dann wollen wir dir was zum essen besorgen", meinte ich dann mit einem kleinen Lächeln, richtete mich etwas auf und sah Raffail an.
     
  3. Samanta

    Samanta Leseratte

    Jolanda
    Ich hörte ihm ebenso aufmerksam zu, wie er es immer bei mir tat und lächelte, als er sagte, dass er die meisten Zeit am Übungsplatz verbracht hatte. Etwas anderes hätte ich von ihm auch nicht erwartet. Er war sich seiner Pflichten immer sehr bewusst und das war etwas, das ich wirklich bewunderte. Abgesehen von seiner Standhaftigkeit und dem großen Selbstbewusstsein natürlich, die mich immer wieder daran erinnerten, wie viel mir davon noch fehlte. Mein Leben war bisher alles andere als erfreulich verlaufen, aber seit ich Lucius kennen- und lieben gelernt hatte, schien sich das Blatt ein wenig in die bessere Richtung zu wenden und das machte mir Mut, dass ich vielleicht eines Tages voller Stolz auf mich sein würde, denn momentan war ich noch weit entfernt davon. Das Essen wurde schließlich eröffnet und offenbar wollte der König heute lieber bei seiner Frau und den Kindern bleiben, was ich durchaus nachvollziehen konnte. Es musste schon atemberaubend sein ein Kind zu haben und dann gleich zwei auf einmal zu bekommen, war sicherlich erstmal ein noch größeres Glück. Ganz unwillkürlich legte ich eine Hand auf meinen Bauch. Auch ich erwartete ein Kind, aber bei mir würde es noch eine ganze Weile dauern, bis man es wirklich sehen würde. Momentan erinnerte mich nur die regelmäßige Übelkeit daran. Ein Grund wieso ich auch heute mit Bedacht das Essen zu mir nahm und mich für leichte Kost entschied, um meinen rebellischen Magen ruhig zu halten. Gott, ich hoffte wirklich, dass der Medicus Recht hatte und das Ganze nach einer Weile besser werden würde, denn ich wollte wirklich nicht neun Monate lang diese Übelkeit erleben, die ironischerweise Morgenübelkeit hieß, bei mir aber nicht nur am Morgen eintrat, sondern auch zwischendurch immer mal wieder 'Hallo' sagte. "Hattet Ihr schon Gelegenheit mit dem König zu sprechen und ihm zu gratulieren?" Ich selbst hatte das noch nicht getan, wusste auch nicht wirklich, ob man mich wirklich würde sehen würden. Ich gehörte nun mal nicht zum engsten Kreis und würde es mir auch nie anmaßen einfach so meine Aufwartung zu machen.

    Raffail
    Ich hätte noch vor ein paar Tagen vermutlich niemals in Erwägung gezogen, dass Elisa wiederkehren oder dass ich ihr verzeihen könnte, aber mit dem Hintergrundwissen, das ich jetzt hatte, hatte ich nicht anders gekonnt. Diese Frau war so selbstlos gewesen, hatte sich und mir das Herz gebrochen, nur um mich zu schützen. Bei dem Gedanken daran, brach mir das Herz beinahe ein zweites Mal. Wieso hatte sie nicht mit mir darüber gesprochen und war einfach gegangen? Ich konnte es nicht verstehen, aber ich urteilte auch nicht über sie, war einfach nur froh, dass sie zurückgekommen war. Eine Weile hatten wir einfach schweigend dagesessen, sie an mich geschmiegt bis Raik zu uns herüberkam und erklärte, dass er Hunger habe. Elisa richtete sich auf und sagte ihm, dass wir ihm wohl etwas besorgen würden, sah dann zu mir und ich lächelte. "Ja, wir wollen ja immerhin nicht, dass du verhungerst, nicht wahr?" Ich löste nur ungern meinen Arm von ihr, ließ sie aber aufstehen und reichte ihr dann meinen Arm, damit sie sich einhaken konnte. Ein paar Sachen hatte ich hier, sodass wir nicht extra den Raum verlassen würden müssen. "Worauf hast du denn Lust, mein Kleiner?"
     
  4. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Ich nahm ihre Bewegung mit der Hand im Augenwinkel wahr und unwillkürlich zuckte wohl ein Lächeln um meine Züge. Ich konnte es immer noch nicht ganz fassen das wir wirklich ein Kind bekommen würden. Meine Freude darüber war natürlich unermesslich, auch wenn sich die üblichen Sorgen dazu mischten... verstärkt durch das erlangte Wissen von heute. Gut war das sie eine Frage dazwischen stellte, sie fragte mich ob ich schon mit Lisandro sprechen konnte. Ich schüttelte sachte den Kopf. "Nein leider war seine Majestät heute noch nicht privat zu sprechen", antwortete ich ihr ehrlich. Ich machte ihm das natürlich nicht zum Vorwurf, mein Freund hatte sicherlich alle Hände voll zu tun mit einen Pflichten umso wichtiger war natürlich ein Freund der ihm da etwas Ablenkung bot und nachdem Raffail sicherlich mit der Tatsache das Elisa wieder da war ebenfalls genug zu tun hatte blieb diese Ehre wohl an mir hängen. "Ich werde nachdem Essen mich zu seinen Gemächern begeben und fragen ob er Zeit für eine Unterredung hat", fügte ich dann hinzu und griff nach einer ihrer Hände, drückte diese sanft. "Ich hoffe Ihr könnt meine Anwesenheit noch etwas entbehren", sagte ich dann sanft und behielt sie natürlich ganz genau im Auge. Sie war einfach wunderschön und ich erwischte mich sehr oft dabei wie ich sie Abends wenn sie bereits schlief betrachtete. Sie war meine Frau, nie hätte ich zu hoffen gewagt ein solch liebreizendes Wesen an meiner Seite haben zu dürfen. Jolanda war nicht nur schön, sie war ebenso intelligent, fleißig, liebevoll... ich hätte noch den ganzen Abend so weiter machen können. Ich gab schließlich ihre Hand wieder frei und widmete mich noch dem Rest meines Mahls, anders als meine Frau füllte ich meinen Bauch ordentlich so ein Männerkörper wollte ja schließlich genug Energie haben. Das Essen wurde schließlich beendet, ich erhob mich zusammen mit meiner Liebsten und reichte ihr natürlich meinen Arm. "Wo darf ich meine Liebste denn hinführen?" fragte ich sie schließlich als wir den Raum verlassen hatten. Als guter Ehemann lief ich selbstverständlich nicht gleich weg, sondern würde sie vorher entweder in unsere Kammer führen oder eben auch in die Kemenate zu den anderen Frauen wenn ihr danach war.

    Elisa

    Nur widerwillig schien Raffail mich freizugeben und ebenso widerwillig verließ ich die Wärme seiner Arme, hatte das Gefühl das es mir seit dem Vorfall nie richtig warm gewesen war. Ich erhob mich also und schon bot er mir seinen Arm an, den ich nur zu gerne ergriff. Raffail fragte unseren Sohn - wie wunderbar das so auszusprechen- auf was er denn Lust hätte. Raik stand da dachte ganz offensichtlich nach. "Hmmm... ich hab Lust auf Patete", antwortete er schließlich. Damit meinte er wohl offensichtlich Pastete. Noch immer staunte ich wie sehr er doch in der Zeit in welcher wir getrennt gewesen waren gewachsen war. Der Aufenthalt tat ihm offensichtlich gut. Natürlich... hier bekam er alles was ein Junge seines Alters eben brauchte. "Dann müssen wir wohl nachsehen ob es eine gibt", meinte ich mit einem Lächeln und sah zu Raffail. Also wenn er es so wie immer hielt - und diese Angewohnheit nicht geändert hatte- hatte er sicherlich Kleinigkeiten hier in seiner Kammer, aber wissen konnte ich das natürlich nicht. Es war schon etwas seltsam... dass das Leben nun einfach weitergehen sollte wie zuvor. Es war nicht wie zuvor denn sowohl ich und ich war mir sicher auch Raffail hatten sich verändert... solche Dinge hinterließen eben die eine oder andere Spur oder auch Narben... ich hoffte nur sehr dass dieses Glück was wir nun hatten auch so bleiben würde.
     
  5. Samanta

    Samanta Leseratte

    Jolanda
    Ich nickte, als er sagte, dass der König heute noch nicht persönlich zu sprechen gewesen war. Ja, es war noch nicht lange her, dass ihm gleich zwei Söhne geboren worden waren und er hatte als König nun einmal viele Pflichten, da war es nicht immer einfach ihn privat sprechen zu können, nicht einmal wenn man eine so freundschaftliche Beziehung zu ihm pflegte, wie es mein Mann tat. Als er nach meiner Hand griff, lächelte ich und erwiderte:"Natürlich kann ich das. Ich würde Euch nie davon abhalten Euren Freund zu sehen und ihm zu gratulieren." Außerdem war ich nicht so schwach, dass ich nicht auch einmal ohne ihn sein konnte, wobei ich sagen musste, dass es mir immer etwas besser ging, wenn er da war. Das Essen wurde schließlich beendet und ich stand auf, hakte mich bei ihm unter und überlegte, bevor ich ihm antwortete. "Ich denke ich sollte zurück in unsere Kammer gehen." Mir war immer noch nicht ganz wohl, es war schon viel besser als heute Morgen noch, aber ich befürchtete, dass ich momentan einfach nicht bereit dafür war, mich in Gesellschaft zu begeben. Und wenn ich ganz ehrlich zu mir war, dann lag es nicht nur an dem leichten Unwohlsein, sondern auch daran, dass ich mich in Gegenwart der anderen Damen immer etwas minderwertiger fühlte. Ich wusste, dass es keinesfalls ihre Absicht war mir dieses Gefühl zu geben und dass sie im Gegenteil sogar sehr freundlich mir gegenüber waren, aber mein Selbstbewusstsein hatte Jahre lange Schläge einstecken müssen und es würde dauern, bis ich wieder genug Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten haben würde. "Aber Ihr müsst mich nicht begleiten. Den Weg finde ich auch so zurück, es sei denn es ist Euer dringendster Wunsch." Ich wollte ihm nicht zur Last fallen und ich hatte momentan das Gefühl, dass er auf Grund meines Zustandes noch viel vorsichtiger geworden war und manchmal musste ich ihm eben auch zeigen, dass ich nicht so zerbrechlich war, wie er vielleicht annahm und dass ich auch gut auf mich selbst aufpassen konnte, wenn ich von seiner Fürsorge nicht erdrückt werden wollte, die liebreizend war, aber manchmal ein wenig zu viel.

    Raffail
    Ein sanftes und sehr liebevolles Lächeln lag auf meinen Lippen, während ich meinen Sohn und meine geliebte Elisa abwechseln ansah. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass es für uns noch eine Chance geben würde und mein Herz zog sich seltsam zusammen, wenn ich darüber nachdachte, wie viel ich schon im Leben meines Kindes verpasst hatte, aber all das was noch kommen würde, wollte ich erleben und ich wollte es mit Elisa an meiner Seite erleben. "Nun, dann schauen wir mal, was wir so dahaben." Ich führte Elisa an den Tisch und bedeutete Raik sich ebenfalls zu setzen, während ich die gewünschten Pasteten hervorholte und auch für mich und Elisa ein paar Kleinigkeiten hinstellte. Ich legte Raik eine Pastete auf seinen Teller und sagte dann:"Wenn du noch eine möchtest, dann musst du Bescheid sagen." Dann wandte ich mich an Elisa und fragte:"Möchtest du auch etwas essen?" Ich ließ mich in die Mitte zwischen ihr und Raik sinken und konnte ein zufriedenes und sehr glückliches Lächeln nicht verbergen. Sicher, es würde nicht einfach für uns werden, aber ich war mir sicher, dass wir es schaffen konnten, einander wieder zu vertrauen und die kleine Familie zu werden, die wir schon immer hatten sein sollen. Die Tatsache, dass mein Freund nun ebenfalls Vater war, machte mich glücklich und ich würde ihm und seiner wundervollen Frau natürlich auch noch einen Besuch abstatten, um ihnen zu gratulieren, aber gerade musste das einfach warten, denn zu frisch war ich wieder in der Situation Frau und Kind zu haben und ich hatte ehrlich gesagt Angst, dass Elisa einfach wieder verschwinden würde, wenn ich ging.
     
  6. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Sie antwortete mir das es in Ordnung war wenn ich meinen Freund sehen wollte, so eine wundervolle Frau. Als wir den Gang entlang zu unseren Gemächern gingen so wie sie es wollte, meinte sie das ich sie nicht begleiten würde müssen. Ich strich sanft über ihre Hand auf meinen Arm. "Meine Liebste ich lasse meine Ehefrau sicher nicht alleine durch die Gänge gehen", sagte ich ihr und führte ihre Hand zu meinem Mund um einen Kuss darauf zu hauchen wir waren momentan alleine im Gang, darum konnte ich mir diese Zügellosigkeit durchaus erlauben. Man wusste nie wer hier herum schlich und für eine Frau alleine war es schlichtweg zu gefährlich. Es gab auch keinen Diener in der Nähe den ich damit beauftragen hätte können meine Lady zu begleiten. Das ich sie begleitete lag nicht allein daran, dass sie unser Kind in sich trug. Man hörte oft genug von im Gang verschleppten Frauen die alleine durch die Gänge gingen... zumal nur Damen mit zweifelhaften Ruf alleine zwischen den Räumen unterwegs waren. "Außerdem ist es mein dringendster Wunsch", fügte ich dann noch sanft hinzu und dann waren wir auch schon angekommen. Noch einmal führte ich ihre Hand an meinen Mund und küsste sie sanft auf den Handrücken, bevor ich mich vorbeugte um mir einen zarten Kuss von ihren Lippen zu stehlen. "Ich bin bald wieder da", sagte ich zu ihr und wartete bis sie hinter sich die Tür geschlossen hatte, bevor ich mich umdrehte um mich auf den Weg hinauf zu den Herren Gemächern zu machen. Die Gänge waren hier belebter, mehr Diener huschten herum um den Adeligen ihre Wünsche zu erfüllen. Ich klopfte schließlich an Lisandros Tür und wie erwartet stand ein Diener in der Tür und fragte nach meinem Begehr. Ich nannte ihn meinen Namen und fragte nach ob der König noch Zeit für eine Unterredung hatte. Immerhin war es Abends und ich hatte keine Ahnung ob Lisandro nicht doch schon zu Bett gegangen war... so als Alter Mann mit Kindern? Der Gedanke entlockte mir ein Schmunzeln, wo war die Zeit bloß so schnell hin? So wartete ich geduldig vor der geschlossenen Tür auf die Antwort des Dieners.

    Elisa

    Er enttäuschte mich nicht und das ließ mich doch schmunzeln. Wie üblich hatte er seine eigenen Vorräte hier. Ich ließ mich auf einem der Sessel nieder als er es verlangte und sah über den Tisch unseren kleinen Jungen an, wie er mit seiner geschienten Hand dasaß und ungeduldig mit seinen Füßen zappelte, während er darauf wartete das sein Vater ihm das Essen gab. Er begann sogleich zu essen sobald die Pastete vor ihm stand. Mein Blick glitt zu Raffail als er fragte ob ich auch was wollte, ich dachte darüber nach und nickte schließlich. "Ja, das wäre sehr freundlich", antwortete ich also, während Raffail sich neben mir niederließ. Ich bedankte mich als er mir auch etwas gab und biss von der Pastete ab. Ich hatte schon vergessen wie gut das Essen hier war, so war der erste Bissen wirklich schon ein Genuss und ich verstand wieder wieso Raik so wohlgenährt war. Das Bild was meine beiden Männer abgaben wärmte mir das Herz, ich beobachtete die Raik seinen Papa lebhaft davon erzählte wie er mit Luzius und Jolanda heute durch den Stall gegangen war, wie sie das Pony besucht hatten und Luzius meinte das wenn er alt genug war er bei ihm lernen durfte wie man ein echter Ritter wurde. Noch hatte er ja ein paar Jahre Zeit, er würde in ein paar Wochen fünf werden und für gewöhnlich wurden Jungen mit 7 Jahren zu Knappen. Nun natürlich wollte ich meinen Sohn nicht im Wege stehen was seinen Traum anging, aber dennoch sah ich dem Ganzen nach all dem was Geschehen war mit gemischten Gefühlen entgegen.
     
  7. Samanta

    Samanta Leseratte

    Jolanda
    Ich lächelte, als er meine Hand zu seinen Lippen führte und mir dann sagte, dass er mich ganz sicher nicht alleine durch die Gänge laufen lassen würde. Ich nickte und als wir schließlich an unserem Gemach angekommen waren, führte er noch einmal meine Hand an seine Lippen, bevor er sich vorbeugte und mich tatsächlich küsste. Ganz instinktiv erwiderte ich den Kuss und nickte, als er sagte, dass er bald wieder da sein würde. Ich ließ ganz kurz meine Hand über seine Wange gleiten, bevor er sich zurückzog und ich die Tür zu unserem Gemach öffnete, um hineingehen zu können. Nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte, entschied ich mich dazu, ein wenig zu sticken. Es war eine beruhigende Arbeit und man musste dabei nicht viel nachdenken, sodass ich es hin und wieder wirklich gerne machte. Ganz abgesehen davon, dass das eines der wenigen Dinge gewesen war, die mein Vater mir nicht untersagt hatte. Es gehörte sich für eine junge Dame derartige Dinge zu können. Ein Instrument hingegen hatte er mir untersagt und dabei hätte ich so gerne so schön Klavier spielen können wie es einige andere Damen konnten.

    Lisandro
    Ich war noch wach, saß am Bett meiner Frau und betrachtete sie und unsere beiden Kinder, die momentan selig schliefen. Mein Herz ging auf jedes Mal, wenn ich sie sah. Diese zarten Geschöpfe, wann immer ich sie in meinen Armen trug, hatte ich Angst sie würden unter meinem Griff zerbrechen und es würde sicherlich auch noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Ein Diener trat auf mich zu und erklärte mir, dass vor der Tür Luzius stehen würde und nachfragen ließ, ob ich noch Zeit für eine Unterredung hatte. Ich warf einen Blick auf meine schlafende Frau und die beiden ebenso schlafenden Babies und bedeutete dem Diener ihn in mein Arbeitszimmer zu holen, damit wir meine drei Schätze nicht störten. Leise schlüpfte ich durch die Tür und bläute dem Diener ein, dass er gut acht geben sollte auf meine Frau. Momentan war ich etwas über behütet, was sie anging, aber sie würde mir schon sagen, wenn sie sich eingeengt fühlte. Allegra war keine Frau, die sich einfach so bemuttern ließ, wenn sie es nicht wollte. Dazu war meine Allegra viel zu stolz und ein Lächeln trat auf meine Lippen bei diesem Gedanken. Sie würde mir wohl die Hölle heiß machen, wenn ich es wagte sie allzu sehr einzuschränken. Der Diener hatte es offenbar geschafft Luzius in mein Arbeitszimmer umzuleiten, denn es klopfte und nachdem ich hereingebeten hatte, öffnete der Diener die Tür und ließ meinen Freund ein. Ich lächelte ihm entgegen und bedeutete dem Diener dann, dass er sich zurückziehen konnte, um wieder ein Auge auf meine Frau und unsere Kinder zu haben. Vor der Tür waren natürlich Wachen postiert worden, denn es hatte schon einmal einen Anschlag auf meine Frau gegeben und ich wollte nicht, dass das noch einmal passierte. Ich wendete mich meinem Freund zu und ging dann auf ihn zu. "Es ist schön dich zu sehen."

    Raffail
    Nachdem ich mich gesetzt hatte, begann Raik sofort davon zu erzählen wie er heute mit Luzius und Jolande die Ställe besucht hatte. Er war so aufgeregt und plapperte so schnell, dass es mir manchmal schwer fiel alles komplett zu verstehen, aber die Kernaussagen verstand ich. "Das klingt, als hättet ihr eine Menge Spaß gehabt", sagte ich lächelnd, als er geendet hatte und sah zu Elisa hinüber. Ich wusste nicht wie sie darüber dachte, aber ich für meinen Teil wäre beruhigter, wenn unser Sohn eine andere Laufbahn anstrebte. Raik hatte noch Zeit, bis er zum Knappen werden konnte, aber die Vorstellung, dass er irgendwann in den Krieg ziehen musste, davor graute es mir, wenn ich ehrlich war. Dennoch wollte ich ihm nicht verwehren den Weg einzuschlagen, den er wählen wollte und sollte es wirklich so weit kommen, dass er zu einem Ritter gemacht wurde, so könnte ich mir niemand besseren als seinen Lehrer vorstellen als Luzius. Er war ein guter Mann und er würde ein guter Lehrer sein, zumindest jetzt wo er ein wenig gefestigter im Leben stand. Wann immer ich ihn mit seiner jungen und sehr scheuen Frau zusammen sah, spürte ich so etwas wie Zufriedenheit. Er war ihr gegenüber sehr aufmerksam und ich hatte das Gefühl, dass sie einander den Halt gaben, den sie beide dringend nötig hatten. Vorher war Luzius rastlos gewesen, ohne Ziel im Leben, aber jetzt hatte er jemanden an seiner Seite und das machte mich glücklich. Mein Blick fiel wieder auf Elisa und mein Herz zog sich vor Glück zusammen. Sie war wieder da. Die Frau, die mein Herz schon immer zum Klopfen gebracht hatte und die es einst zerstört hatte. Ich war noch immer traurig darüber, dass sie nichts gesagt hatte, aber ich hatte ihr schon lange verziehen. Sanft griff ich nach einer ihrer Hände und streichelte darüber, hielt sie auch weiterhin fest, bevor ich mich an Raik wandte und sagte:"Wenn du möchtest können wir morgen eine kleine Runde auf dem Pony des Königs drehen." Ich hatte zwar morgen wieder ein Training, das ich diesmal auch leiten würde, aber dazwischen würde ich auch Zeit für meinen Sohn und Elisa finden, die ich ein zweites Mal heiraten wollte, wenn sie es denn auch wollte.
     
  8. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Mir blieb nichts anderes übrig als auf die Wiederkehr des Dieners zu warten, also stand ich im ruhigen dämmrigen Gang und wartete. Schließlich kehrte der Diener zurück und deutete mir ihm zu folgen. Ein Lächeln zuckte durch meine Mundwinkel und ich folgte natürlich. Hielt artig hinter ihm als wir uns dem Arbeitszimmer näherten und er anklopfte. Manchmal war dieses höfische Gehabe ja doch sehr anstrengend, aber Lisandro war eben mein Freund und noch dazu mein König. Natürlich ich hinterfragte ihn bei manchen Entscheidungen, aber das war doch auch die Aufgabe eines Freundes oder? Selbst ein König brauchte so einen oder sogar zwei. Jetzt kam es... aber: Ich würde mich nie einem klaren Befehl von ihm widersetzen! Meinen Platz vergas ich eben trotzdem nicht. Der Diener öffnete die Tür nachdem die Erlaubnis von drinnen kam und während ich eintrat sah ich einem lächelnden Lisandro entgegen, unwillkürlich zuckte auch eines um meine Lippen. Doch verbeugte ich mich so wie es sich gehörte... solange bis der Diener die Tür hinter sich geschlossen hatte. Danach richtete ich mich auf, erwiderte nun sein Lächeln mit einem offenen Meinerseits. "Es ist auch schön dich zu sehen!" entgegnete ich ihm, machte die letzten Schritte auf ihn zu um umarmte meinen Freund erstmal. Schlug ihm dann freundschaftlich auf die Schulter nachdem wir uns wieder gelöst hatten. "Herzlichen Glückwunsch mein Freund! Ich wusste ja schon immer das du ein großer Stecher bist, aber gleich zwei Söhne auf einmal... du machst es einem ganz schön schwer gleichzuziehen", beglückwünschte und neckte ich ihn zugleich mit einem frechen Zwinkern. Lisandro sah etwas müde aus, was wohl an der kürzlichen Geburt seiner Söhne lag und schließlich ruhten die Geschäfte ja auch nicht. "Wie geht es deiner Frau und den Kindern?" fragte ich dann schließlich nach. Ich wollte erstmal wissen wie es ihm ging und bei Gelegenheit würde ich ihm dann sagen das Jolanda guter Hoffnung war. Falls es nicht heute war, dann eben morgen, auch wenn ich natürlich brannte es ihm zu erzählen, aber es sollte erstmal nur um ihn und seine Kinder gehen.

    Elisa

    Es rührte mich wirklich sehr wie losgelassen mein sonst so ernster Junge war und ich musste ordentlich blinzeln um nicht wieder zu weinen vor Rührung. Rafail würde mich noch für eine Heulsuse halten, so viele Tränen wie ich heute schon vergossen hatte... aber ich wäre wohl doch auch aus Stein würde ich auf all das hier nicht emotional reagieren. Ich war nicht mit der Erwartung hergekommen irgendeinen von meinen beiden Männern in die Arme zu schließen... wollte ja nur nachsehen wie es Raik so erging. Was Rafails Leben anging so hatte ich gedacht ich hätte jedes Anrecht verloren darüber nachzudenken. Es hatte verdammt weh getan von seiner Verlobung zu erfahren, aber ich hätte es ihm auch gegönnt wenn er dadurch glücklich gewesen wäre. So... wie er mir das Glück damals mit einem vermeintlich Anderen gegönnt hätte... Noch immer konnte ich sein Gesicht damals sehen, wie in seinen Augen etwas brach... ich schluckte hart und verdrängte diese Erinnerung, wobei mir Rafails plötzliche Berührung sehr half. Ich blinzelte und sah auf meine Hand hinunter die er ergriffen hatte. Schon damals waren seine Hände so viel größer und kräftiger gewesen und jetzt... ich hatte wohl schon erwähnt wie blass und dünn meine Glieder derzeit waren, zeugten nur allzu deutlich von dem Kampf den ich die letzten Monate geführt hatte. Ich lächelte Raik an als dieser erst mich mit großen Augen ansah und dann seinen Vater. "Ja!" gab er dann freudig von sich und war schon ganz aufgeregt. "Aber erstmal wird fertig aufgegessen und dann fürs Bett fertig gemacht", fiel ich dann dazwischen und es milderte die Vorfreude des Jungen kurz. Aber wie ich ihn kannte würde er sonst noch Stunden rumhüpfen. Ich sah zu Rafail ich hoffte ja das wir uns was die Erziehung anging einig waren... knapp fünf Jahre hatte ich Raik so erzogen wie ich es eben für das Beste gehalten hatte... ich hatte keine Ahnung wie es bisher zwischen ihnen gelaufen war. Der Junge war mit einem Mal ganz still und sah ganz ruhig zu uns hinüber. "Darf ich heute hier bei euch schlafn?" fragte er schließlich und ich wandte ihm meinen Blick wieder zu. Gott ich hatte gar nicht daran gedacht meinen kleinen Jungen einfach wegzuschicken. Wir hatten jede Nacht in einem Bett geschlafen... nachdem die Freier weg gewesen waren. Der Gedanke mit Rafail alleine zu sein brachte mein Herz zum rasen und machte mich etwas nervös, ich schämte mich ... schämte mich dafür was ich getan hatte und ich fühlte mich derzeit wirklich alles andere als sonderlich begehrenswert. Ich sah Rafail wieder an, wollte ihn ja nicht übergehen in dieser Frage.
     
  9. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lisandro
    Das höfische Verhalten meines Freundes änderte sich schlagartig, nachdem der Diener den Raum wieder verlassen hatte und Luzius näherte sich mir, um mich erst einmal in den Arm zu nehmen und ich erwiderte die Umarmung nur zu gerne, war froh, dass mein Freund jetzt hier war. "Danke, ich habe die Messlatte schon immer gerne hochgelegt", erwiderte ich mit einem amüsierten Lächeln. Ich bedeutete ihm sich doch auf einen der Stühle zu setzen und nahm meinerseits ebenfalls Platz, bevor ich seine Frage beantwortete. "Es geht ihnen gut. Sehr gut sogar. Die beiden Prinzen halten uns ganz schön auf Trab, aber gerade schlafen alle drei friedlich." Zumindest hatten sie das getan, als ich das Zimmer verlassen hatte. Mein Herz hatte sich nicht zum ersten Mal vor Glück zusammengezogen, als ich die drei noch kurz betrachtet hatte. Ich konnte noch immer nicht ganz glauben, dass diese winzigen Geschöpfe wirklich meine Söhne waren und am Anfang hatte ich wirklich Angst gehabt ich könne sie einfach so zerbrechen. Sie waren so zart und ich war mir so grob vorgekommen, aber Allegra hatte mich beruhigt und mir Mut gemacht. Ohne sie wäre ich wohl verloren und ich dankte Gott, dass er dafür gesorgt hatte, dass meine drei liebsten Menschen die Geburt alle überstanden hatten. Die Geburt eines Kindes konnte schon das Leben der Mutter kosten, aber gleich zwei Kinder? Als die Hebamme mir erklärt hatte, dass ein weiteres Kind auf dem Weg war, war mir das Herz in die Hose gerutscht und ich hatte wirklich kurz vor einem Nervenzusammenbruch gestanden. Mittlerweile jedoch war die Angst schon beinahe wieder vergessen. Alle drei waren wohlauf und in Sicherheit. "Wie geht es dir und deiner Frau und warum hast du sie nicht mitgebracht?" Prinzessin Jolanda gehörte nun zu meinem Freund und ich wunderte mich, dass er sie nicht mitgebracht hatte, schon aus dem Grund, dass ich wusste, dass sie hier war. Und obwohl ich sie nicht näher kannte, hätte ich doch erwartet, dass Luzius sie mitbrachte.

    Rafail
    Ich nahm durchaus wahr, dass Elisa nicht zum ersten Mal mit den Tränen kämpfte, weshalb ich auch ihre Hand ergriffen hatte. Sie sollte wissen, dass sie von nun an nicht mehr alleine war und dass ich sie und unseren Sohn schützen würde. Es war zugegebenermaßen kein besonders schlauer Einfall meinen Sohn vor dem Schlafengehen noch so mit Vorfreude anzustecken, aber ich hatte noch nicht so viel Zeit mich in die Rolle eines guten, verantwortungsvollen Vaters hineinzudenken und so war ich Elisa dankbar, dass sie ihn ein wenig in seine Schranken wies und ihm klar machte, dass er erst einmal schlafen müsse. Mit der Zeit würde ich lernen wie ich mit ihm richtig umzugehen hatte und ich hoffte, dass Elisa mich dabei tatkräftig unterstützen würde. Elisa sah mich an, schien mich in die Entscheidung mit einbeziehen zu wollen und ich war mir sicher, dass sie ebenso empfand wie ich. Nichts lag mir momentan ferner, als meine kleine Familie auseinander zu reißen und sei es nur zum Schlafen. "Natürlich darfst du das." Es war die erste Nacht, in der seine Mutter wieder da war und ich wollte, dass die beiden nicht noch einmal getrennt waren. Es musste für sie hart gewesen sein, dass er in den letzten Monaten nicht da gewesen war. Noch immer hielt ich Elisas Hand fest und drückte sie sanft. Für mich war sie nach wie vor die begehrenswerteste und wunderschönste Frau der Welt, auch wenn ich zugeben musste, dass sie definitiv wieder etwas mehr auf die Rippen bekommen musste. Sie war so schmal und blass und das machte mir Sorgen. Ich hoffte, dass sie in den nächsten Wochen wieder zunehmen würde und dass die ständige Sorgenfalte auf ihrem Gesicht gänzlich verschwinden würde. Ich wandte mich ihr zu und strich mit meiner freien Hand sanft über ihre Wange. Wie sehr ich sie vermisst hatte und wie froh ich war, dass sie wieder da war. Es tat mir leid für Lady Siobhan, die ich wirklich sehr gemocht hatte, aber mein Herz hatte schon immer dieser Frau hier gehört, auch wenn sie es damals einfach zerquetscht hatte. Ein zweites Mal würde ich sie nicht einfach so ziehen lassen und ich fragte mich, wieso ich nicht mehr gekämpft hatte.
     
  10. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Ich lachte auf als er meinte, dass er eben immer schon gerne die Messlatte hochgelegt hatte. Wir ließen uns Gegenüber in Stühlen nieder, ich lehnte mich zurück und ließ ihn dabei nicht aus den Augen während er mir erzählte das es seiner Familie gut ging. Das ließ mich unwillkürlich lächeln, ich freute mich ehrlich für meinen Freund. Nach all dem was er mit seinen Eltern und seinem Bruder durchmachen hatte müssen, hatte er dieses Glück verdient. Dann fragte er wie es mir und Jolanda ging und auch gleich wieso ich sie nicht mitgebracht hatte. Nun... ich hatte hier ja eher an ein Gespräch unter Männern gedacht, belangloses Geplänkel und dann zwischen drin doch diese ernsten Themen die mich als Ehemann aufwühlten. Themen über die man einfach vor seiner Frau niemals so frei sprechen konnte, wie mit einem Freund. Zumal Jolanda ja auch diese Übelkeit hatte die sie ständig zu begleiten schien, so das ich mir schon sorgen machte ob sie genug bei sich behielt von ihrem Essen. Aber sie versicherte mir immer wieder das alles in Ordnung war und so wollte ich sie natürlich auch nicht allzu sehr einengen mit meiner Sorge um sie... ich gab mir wirklich mühe dabei. Wusste jedoch auch das ich manchmal kläglich scheiterte.
    "Nun ja, bevor ich ankamen ging es mir zumindest ganz gut... Jolanda klagt die letzten Tage des öfteren über Übelkeit und so wollte sie auch jetzt lieber zurück in unsere Kammer", antwortete ich also und sah meinen Freund an. Ob er diesen subtilen Wink verstehen würde. "Und ich hatte dann bei den Ställen eine Begegnung mit einem Geist", fügte ich dann nach einer Pause hinzu. Natürlich wusste auch Lisandro das Elisa wieder da war... waren Rafail und sie doch heute zu ihm gegangen. Ohne Zweifel hatte es Lisandro genauso aus der Bahn geworfen wie mich... nur das er im öffentlichen Rahmen wohl kaum diesem Umstand entsprechend reagieren hatte können.

    Elisa

    Rafail ließ meine Hand nicht los, blieb bei mir und ich war ihm wirklich sehr dankbar um seinen Halt. Schließlich antwortete er und erlaubte auch Raik das er hier bleiben durfte die Nacht. Sogleich strahlte der kleine Junge von seinem Ohr zum Anderen und sprang sogleich von seinem Sessel herunter, umarmte erst seinen Vater bevor er dann zu mir kam. Sanft streichelte ich mit meiner freien Hand über seinen Kopf. Spürte dann die Hand von meinem Liebsten an meiner Wange, ich hob meinen Kopf und schmiegte mein Gesicht in die Berührung. Diese sanfte Geste fühlte sich so gut an, legte sich wie Balsam auf meine seelischen Wunden. Alles würde wieder gut werden! Schließlich erhob ich mich, beugte mich nach vorne und wagte es Rafail einen Kuss auf seine Stirn zu geben. Bevor ich mich Raik zu wandte. Ich ging mit ihm hinüber zum Bett, half ihm dabei sich auszuziehen was wegen seiner Armschiene ihm selber nur schwer gelang. Schließlich hatte er nachdem er sich gewaschen hatte, ein langes Unterhemd an und schlüpfte sogleich ins Bett. Ich deckte ihn sorgfältig zu, beinahe fühlte es sich an als wäre ich nie weggewesen. Ich saß auf der Bettkante und betrachtete für einen Moment meinen kleinen Jungen, wie er da lag und mich gespannt ansah. "Erzählst du mir eine Geschichte?" fragte er dann. "Die von dem Mädchen und dem Jungen, wie sie ihm mit dem Apfel abgeschossen had", meinte er dann freudig und natürlich sprach er völlig ohne nachzudenken. Ich sah nur verstohlen hinüber zu Rafail und merkte das ich doch leicht errötete. "Muss es genau diese sein?" fragte ich nach und er nickte bestimmt. Ich seufzte leise, wie könnte ich ihm das abschlagen?

    Also begann ich zu erzählen, über ein junges Mädchen und einen Jungen. Das junge Mädchen hatte von seiner Mutter die Aufgabe bekommen einen Korb voll Äpfel zu pflücken, denn sie wollte für den König einen Apfelkuchen backen, und ging daraufhin alleine los in Richtung des Obstgartens welcher nicht unweit des Schlosses lag. "Papa und ich sind schon durch den Garden gegangen, aber die Bäume sin' ganz kahl!" warf Raik dazwischen und ich nickte nur. "Das ist im Winter so ja", stimmte ich ihm lächelnd zu. Also weiter mit der Geschichte; Das Mädchen hatte angefangen Äpfel zu pflücken und fühlte sich mit einem mal dennoch seltsam beobachtet, also beschloss es auf einen der Bäume zu klettern und bewaffnete sich vorsorglich mit einem Apfel um sich gegen egal wer oder was da kam zur Wehr zu setzen. Dann kam da eine dunkle Gestalt an dem Baum vorbei auf dem das Mädchen sich versteckt hatte und da das Mädchen entschlossen war sich zu verteidigen warf sie den Apfel in ihrer Hand, noch bevor das Wesen sie entdecken konnte und traf es mit einem dumpfen Knall direkt auf den dicken Hinterkopf. Dadurch dass das Unwesen einen Umhang trug konnte das Mädchen auf dem Baum nicht erkennen um wen oder was es sich handelte, also griff sie Sicherheitshalber nach noch einen Apfel und holte schon zum nächsten Schlag aus, als... ich machte eine kleine Pause, mittlerweile waren Raiks Augen schon halb geschlossen. Er ließ sich durch Geschichten immer sehr schnell besänftigen. ...das Stöhnen des Wesens es innehalten ließ. Es ging zu Boden und blieb scheinbar regungslos liegen. Das Herz des Mädchens galoppierte wild in ihrer Brust, doch mutig wie sie war kam sie von ihrem Baum hinunter, den Apfel immer noch fest in ihrer Hand. Sie beugte sich über das unbekannte Wesen, noch immer bewegte es sich nicht und gerade als das Mädchen sich schon in Sicherheit wiegte, drehte sich der Unhold herum und schnappte sie. Zog das arme Mädchen mit sich hinunter auf den Boden. Sie gab alles, wand sich im Griff ihres Angreifers, fand sich jedoch bald geschlagen auf dem Rücken wieder und als sie es endlich wagte ihren Blick zu heben, sah sie in ein paar strahlender blauer Augen die das Mädchen sofort gefangen nahmen. "Oh holdes Mädchen fürchte dich nicht!" sagte das Wesen und streifte seine Kapuze zurück. Zum Vorschein kam ein hübscher Junge. "Dein Apfel hat den Fluch von mir genommen und zum Dank will ich dir etwas schenken", fuhr es fort, griff langsam nach etwas und als der Junge seine Hand wieder hob hatte er eine wunderschöne Blume in der Hand. "Ein Wunsch sei dir gewährt, egal was es sei. Sag ihn dir immer wieder vor während du der Blume eine Blüte nach der Anderen auszupfst und in eine Schale voll Wasser fallen lässt"
    ...
    Ich endete hier, als ich hinunter auf Raik sah, er war bereits eingeschlafen. Ich lächelte beugte mich vor und küsste sanft seine Stirn. Hielt dabei wohl länger als nötig inne, spürte wie die Gefühle mich zu übermannen drohten. Gott wenn ich daran dachte, dass ich das beinahe nie wieder machen hätte können. Ich richtete mich wieder auf und sah hinüber zu Rafail, lächelte dann bei der Erinnerung an den Kuss den er mir damals gegeben hatte unter dem Apfelbaum... keine Blume und er hatte auch nichts gesagt. Er hatte sich einfach über mich gebeugt und mich geküsst, es war der erste Richtige Kuss von vielen gewesen. Noch vor unserer Hochzeit, als Mädchen und Jungen sich eben gerade anfingen füreinander zu interessieren.
    Vor diesem Kuss hatte es schon ein paar Blicke und Andeutungen gegeben, aber so Recht getraut hatte sich davor keiner so richtig. Rafail hatte diesen ersten Schritt schließlich gewagt und es war eine so schöne und wertvolle Erinnerung für mich, das ich sie irgendwann Raik erzählt hatte. Ich wusste nicht wie Rafail darauf reagieren würde, weswegen ich vom Bettrand aufstand und langsam in seine Richtung kam. "Ich musste die Geschichte etwas abwandeln damit sie interessant genug für ihn war", erklärte ich dann schließlich und ja... mir war ganz heiß wenn ich jetzt an damals zurückdachte.
     
  11. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lisandro
    Ich hörte ihm aufmerksam zu und runzelte kurz die Stirn. Seine Frau klagte über Übelkeit und er saß hier seelenruhig bei mir? Sie war also vermutlich nicht krank, denn ansonsten hätten wohl auch keine zehn Pferde meinen Freund von seiner Frau loseisen können. "Willst du mir damit etwa sagen, dass ihr beide auch in freudiger Erwartung seid?" Eine andere Erklärung fiel mir nicht dafür ein, dass er nicht vor Sorge umkam. Wobei es ihn vermutlich dennoch nicht kalt ließ und er innerlich mindestens genauso nervös sein musste wie ich es gewesen war, als Allegra schwanger geworden war. Mein Lächeln verschwand erst wieder als er mir von der Begegnung mit einem Geist erzählte und ich wusste nur zu gut auf was er anspielte. "Ja, dieser Geist ist mir heute auch erschienen." Die Überraschung hatte mir wohl nur allzu deutlich im Gesicht gestanden, vor allem weil Luzius mir glaubhaft erzählt hatte, dass sie tot war und mein Freund irrte sich was das anging nur sehr selten. "Sie haben mich darum gebeten noch einmal heiraten zu dürfen", ließ ich ihn wissen,"und ich habe dem zugestimmt." Bei Gelegenheit würde ich mich bei Rafail noch entschuldigen müssen für meine ruppige Art ihm und vor allem Elisa gegenüber. Auch bei ihr würde ich um Entschuldigung bitten. Ich müsste es keinesfalls tun, aber Rafail war einer meiner besten Freunde und Elisa gehörte zu ihm. Ich wollte den Zorn von beiden wirklich nicht auf mir lasten haben, zumal ich wusste wie sehr Luzius, Rafail und ich einander manchmal brauchten. "Wenn die Zeit dafür ist, müssen wir drei uns über einiges unterhalten." Doch momentan war die Zeit dafür noch nicht gekommen, zu frisch war das alles noch. "Gibt es sonst noch etwas zu besprechen?" Ich hatte das Gefühl, dass ihm irgendetwas auf dem Herzen lag, aber Luzius war niemand, der einfach so mit der Tür ins Haus fiel, man musste ihn dazu ermutigen sich Dinge von der Seele zu reden, wobei ich mir sicher war, dass es seiner Frau ganz gut gelang ihm die Zunge zu lockern. Sie war ein sehr mitfühlendes und seelisch schwer verletztes Wesen und mir war schon öfter aufgefallen, dass sie auf Stimmungsänderungen sehr empfindlich reagierte. Sie war genau die richtige Frau für meinen Freund, der dazu neigte sich zu sehr einzuigeln und alle anderen auszusperren. Ich hatte mich nicht nur einmal für meinen Plan beglückwünscht, der zu meiner vollen Zufriedenheit aufgegangen war.

    Rafail
    Die schiere Freude, die aus dem Blick meines Sohnes sprach, rührte mein Herz und nur zu gerne erwiderte ich die Umarmung des kleinen Kerls, bevor er sich löste und zu seiner Mutter ging, um sich ins Bett bringen zu lassen. Ich ließ den beiden diesen Moment, denn sie hatten beide lange genug darauf verzichten müssen. Als sie sich in meine Berührung geschmiegt und mir einen Kuss auf die Stirn gegeben hatte, hatte ich gelächelt und das Lächeln war auf meinen Lippen verblieben, während ich beobachtete wie Elisa Raik ins Bett brachte. Er verlangte eine Geschichte und ich hob fragend die Augenbraue, als sie sich zunächst zu zieren schien. Was war an der Geschichte so unangenehm? Als sie zu erzählen begann lauschte auch ich und je mehr sie preisgab, desto deutlicher tauchte die Szene von damals wieder vor meinen Augen auf. Ein amüsiertes Glitzern war in meine Augen getreten, ich sagte aber nichts, sondern ließ sie einfach weitererzählen. Als sie sich wieder aufgerichtet hatte, kam sie langsam wieder zu mir zurück und ich richtete mich auf, um die letzten Schritte zu ihr zu machen. Ich nickte, als sie sagte, sie musste die Geschichte ein wenig verändern, um sie für ihn interessant zu machen. Sanft umfasste ich ihr Gesicht und sagte:"Ich war also ein Unhold, ja?" Ein amüsiertes Lächeln trat auf meine Lippen, bevor ich eben jene sanft auf die ihren legte und dem Gefühl nachspürte, das mich damals im Garten überfallen hatte, als sie mich mit dem Apfel am Kopf getroffen hatte und ich sie schließlich einfach gepackt und geküsst hatte, als ich erkannte, dass sie es gewesen war, die mich abgeworfen hatte. Es war eine meiner liebsten Erinnerungen, denn es war der erste Kuss gewesen und es waren noch einige heimliche Küsse im Garten gefolgt. "Ich finde wir sollten das wiederholen, abgesehen von dem Apfel und der riesigen Beule, die ich danach hatte." Ich war damals in den Garten geschlichen, weil ich wusste, dass Elisa dort sein würde. Ich hatte all meinen Mut zusammengenommen, weil ich ihr sagen wollte, dass ich sie liebte und dass ich sie zur Frau nehmen würde, sobald es möglich sein würde. Es war anders gekommen, aber es hatte sich dennoch zum Guten gewendet, denn sie hatte meinem Heiratsantrag sofort zugestimmt, als ich ihn ihr schließlich gemacht hatte. Erneut legte ich meine Lippen sanft auf die ihren und küsste sie, bevor ich sie zu ihrer Wange gleiten ließ und Elisa schließlich an mich drückte. Wie sehr ich es vermisst hatte sie im Arm halten zu können. Es war mir egal, dass wir quasi noch nicht verheiratet waren. Es hatte uns damals auch nicht geschert und im Grunde war sie für mich auch weiterhin meine Frau, denn ich hatte nie aufgehört sie zu lieben und die Ehe nur anulieren lassen, weil sie mir gesagt hatte, sie habe einen anderen Mann. Noch immer machte mich die Tatsache wütend, dass sie mir nicht vertraut hatte und einfach gegangen war, aber im Moment wollte ich darüber nicht nachdenken. Ich wollte sie einfach nur im Arm halten und mich versichern, dass sie hier bei mir war.
     
  12. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Ein Lächeln zuckte in meinen Mundwinkeln, erst schien Lisandro mich gar schon tadeln zu wollen, dass ich hier saß während Jolanda krank war. Aber es dauerte nicht lange und der kluge Verstand meines Freundes kombinierte meine Anspielungen und schon kam die Frage. Mit einem Mal fühlte es sich an als ob ich einen Kloß im Hals sitzen hatte, die Freude darüber Vater zu werden und das Jolanda die Mutter eben dieses Kindes war, brachte selbst mich den hart gesottenen Krieger ins wanken. Gerade das mir keine Tränen in die Augen stiegen. Ich nickte also. "Ja, Jolanda ist schwanger", antwortete ich und lächelte unwillkürlich. Ganz realisiert hatte ich das noch immer nicht, würde es vermutlich erst glauben wenn sich der Bauch meiner geliebten Frau wölben würde.. oder gar erst wenn ich das Kind in den Armen hielt. Oh ich zweifelte nicht das Jolanda mit dem Bauch einfach bezaubernd aussehen würde.
    Dann ging es wieder über zu dem ernsteren Thema und Lisandro bestätigte mir das auch ihm der Geist erschienen war. Er erzählte mir das sie ihm eben darum gebeten hatte nochmal heiraten zu dürfen und er zugestimmt hatte. Ich sah ihm an das ihn etwas quälte. Etwas schien vorgefallen zu sein, ich setzte mich auf und klopfte mit einer Hand freundschaftlich auf seine Schulter. Das war auch schon alles an Gefühlsduselei was wohl kommen würde, er sollte nur wissen das ich da war. "Ich hatte wirklich geglaubt das sie tot sei, ich habe weder ihr Herz noch ihren Atem mehr gespürt", meinte ich schließlich leise und ja ich machte mir Vorwürfe. Vielleicht war ich auch einfach zu aufgewühlt gewesen, dann war da noch Raik gewesen der auf keinen Fall mehr mitbekommen hatte sollen... Ach es war einfach sch.eiße gelaufen! Dann meinte er das wir drei uns bei Zeiten über einiges Unterhalten mussten und auch da nickte ich zustimmend.
    Es herrschte für einen Moment stille und wir ließen das ganze Thema wohl etwas sacken, bevor mein Freund erneut das Wort ergriff und meinte ob noch etwas war. Ja ich war eher der verschlossene Typ, aber anders war es mir auch nicht beigebracht worden. Rafails Vater hatte es mir so oft eingebläut, auch mit Nachdruck. "Ja, es gibt da noch etwas", bestätigte ich und meine Miene war nun ruhig, doch schlich sich nun eine kleine Sorgenfalte dazu. "Ich habe heute mit den Männern am Exerzierplatz gesprochen", fing ich an und sah meinen Freund direkt an. Ich hatte keine Ahnung inwiefern er da im Bilde war, aber ich musste einfach wissen was er wusste. "Sie reden darüber dass das Nachbarland im Osten sich zum Krieg rüstet, dass man Späher gesehen hatte die ihr Augenmerk auf Nightshade gelegt haben", fuhr ich fort. "Was weißt du darüber?" fragte ich Lisandro. Wenn uns ein Krieg bevorstand wollte ich es wissen, ich wollte mich darauf vorbereiten... wollte Jolanda darauf vorbereiten. Sch.eiße! War das Einzige was mir zu diesem Thema durch den Kopf ging. Bevor ich Jolanda kennengelernt hatte, wäre mir jeder Kampf nur Recht gewesen, irgendwo in aller Ehre auf dem Schlachtfeld zu fallen klang doch nach einem schönen Tot. Doch jetzt... ich wollte mit Jolanda alt werden, wollte sehen wie unser Kind auf die Welt kam und aufwuchs. Verdammt sentimental machte so eine Ehe musste ich zugeben..

    Elisa

    Rafail kam mir entgegen und bei seinem Anblick machte meinen Herz einen weiten Satz nach vorne als wolle es ihm entgegen fliegen. Ein glitzern lag in seinen Augen und als wir aufeinander trafen nahm er mein Gesicht zwischen seine Hände und ein wohliger Schauer lief mir über den Rücken.'Ich war also ein Unhold, ja?' hörte ich ihn sagen und unwillkürlich musste ich leise lachen, bevor er seine Lippen auf die meinen legte. Es fühlte sich immer noch an wie damals, genauso aufregend... natürlich fehlte das Gefühl des Verbotenen, aber deswegen war es nicht minder prickelnd. Ich schloss meine Augen genoss es ihn zu fühlen. Ich hatte damals wirklich nicht gewusst wer mir da nach geschlichen war und mir war eben nichts anderes eingefallen als auf einen Baum zu klettern und mich mit den Früchten zu verteidigen. Umso überraschter war ich dann gewesen als ich erkannte das es Rafail war... und ja er hatte mich wirklich zu Boden gerungen. Unser Kuss endete und mein Liebster meinte das wir das wiederholen sollten, abgesehen von dem Apfel und die Beule die er davon getragen hatte. Ein Grinsen stieg in meine Züge, doch bevor ich darauf antworten konnte, legte er auch schon wieder eine Lippen auf die meinen und ich erwiderte auch diesen Kuss. Legte meine Arme um seinen Nacken um ihn so nah wie möglich zu sein. Er ließ seine Lippen über meine Wange wandern und zog mich weiter an sich. Ich verbarg mein Gesicht an seiner Halsbeuge, so konnte ich seinen Duft wahrnehmen. Wie hatte ich es nur jemals ohne ihn ausgehalten? Das wir momentan nicht miteinander verheiratet waren, war doch eigentlich egal oder? Meine Unschuld hatte ich ja schon lange verloren und bei Gott ich war nachdem ich was alles erlebt hatte so froh, dass es mit Rafail geschehen war. Ich hatte irgendwann aufgehört zu zählen wie oft ich geschlagen, zur Bewusstlosigkeit gewürgt oder gar schon fast geschändet worden war... Nur die Erinnerung an Rafails zarte Hände, wie er mich liebkoste und mich behandelt hatte als wäre ich eine Göttin auf Erden hatten dafür gesorgt das ich nicht zersprungen war wie Glas. "Ich habe damals wirklich nicht gewusst das du es warst der mir da nach geschlichen war, aber ich war sehr froh darüber das du es getan hast", meinte ich dann in das Schweigen hinein. Nein ich wollte nicht jetzt an das Negative denken, sondern klammerte mich weiterhin an diese schöne Erinnerung unseres ersten Kusses und all jene die darauf gefolgt waren. Meine Mutter hatte mich am Ende schon immer gefragt wieso ich so lange zum Äpfel pflücken brauchte... wieso ich Äste und Blätter in meinen zerzausten Haaren hatte.... Ein Schauer lief mir über den Rücken und ich legte meine Lippen sanft an seinen Hals, hauchte einen liebevollen und sehnsüchtigen Kuss darauf. "Ich habe dich so schrecklich vermisst", flüsterte ich leise, ließ meinen Kopf jedoch an seiner Schulter ruhen. Betrachtete ihn von der Seite, während mein Körper immer noch an ihn geschmiegt war.
     
  13. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lisandro
    Die Nachricht darüber, dass Jolande schwanger war, zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen und ich stand auf, drückte meinen Freund kurz, bevor ich mich wieder hinsetzte und sagte:"Es freut mich wirklich sehr für euch beide." Ich würde seiner Frau natürlich auch noch persönlich gratulieren, denn sie gehörte zu Luzius und Luzius war für mich Familie, was gleichzeitig bedeutete, dass Jolanda nun ebenfalls zur Familie gehörte. Als er damit begann sich Vorwürfe zu machen, legte ich eine Hand kurz auf die seine und sagte:"Das kann jedem passieren und Elisa hat doch auch gesagt, dass es schlimm um sie gestanden hat. Es ist nicht deine Schuld." Schon gar nicht, weil er den kleinen Raik fortgebracht hatte. Er hatte ihn ohne zu zögern mit zurückgenommen und dafür gesorgt, dass er in Sicherheit war. "Ich bin mir sicher keiner der beiden wird dir grollen. Du hast das getan, was in dieser Situation die einzig richtige Entscheidung gewesen ist." Schon allein aus dem Grund, dass er damals erzählt hatte, dass er Elisa gar nicht hätte transportieren können, sie war viel zu schwer verletzt gewesen und hätte wohl nicht überlebt. Ich wusste wie schwer es war mit solchen Vorwürfen umzugehen und ich wusste, dass es Luzius in seiner Ehre kränkte, dass er sich so getäuscht hatte, aber letztlich hatte sich alles zum Guten gewendet und nur das sollte zählen. Eine Weile hatten wir beide geschwiegen, bevor er das zweite unangenehme Thema anschnitten. Ich wäre ein schlechter König gewesen, wenn ich nicht auch schon davon gehört hätte und als er mich fragte, was ich wusste, erwiderte ich:"Es überrascht mich nicht das zu hören. Wir liegen schon seit längerem im Zwist mit dem benachbarten Königreich, aber ich hatte gehofft, dass ich die Sache friedlich klären kann. Die Hoffnung besteht noch immer, aber letztendlich sollten wir uns alle darauf vorbereiten, dass dieses Land in den Krieg ziehen wird." Denn ich wusste um den unbeugsamen Willen des Königs und dass er nur schwer umzustimmen war, wenn er sich einmal etwas in den Kopf setzte. Bisher hatte ich mit Allegra noch nicht darüber gesprochen, aber ich wusste, dass ich das früher oder später tun musste, aber ich wollte es nicht jetzt tun, wo wir gerade erst zwei gesunde Kinder bekommen hatten. "Ich werde alles daran setzen das zu verhindern, aber ich kann es dir nicht versprechen und ich hoffe, dass du an meiner Seite sein wirst." Wenn er es nicht wollte, würde ich es ihm nicht übel nehmen. Seine Frau war schwanger und er würde sie für einige Zeit nicht sehen können. Niemand würde es ihm übel nehmen, wenn er zu Hause blieb, aber ich wusste schon jetzt, dass er mit mir reiten würde, ebenso wie es Rafail tun würde. Die beiden waren in erster Linie Kämpfer und es würde ihnen schwer fallen Frauen und Kinder zurückzulassen, aber sie würden es tun. Ebenso wie ich in den Krieg ziehen würde. Ich war niemals ein König gewesen, der sich feige in seinem Schloss versteckte, während andere für ihn kämpften.

    Rafail
    Sie erwiderte meinen Kuss und auch der Zweite blieb nicht unerwidert. Es fühlte sich noch genauso an wie damals, vielleicht sogar noch etwas besser, weil wir beide gereift waren und einander so schrecklich lange nicht mehr gesehen hatten. Ich lauschte ihren Worten und lächelte, als sie sagte sie habe wirklich nicht gewusst ,dass ich ihr nach geschlichen war. "Du warst schon immer äußerst wehrhaft und hattest deinen eigenen Kopf und ich liebe dein Temperament." Wir hatten uns mehr als einmal miteinander angelegt, aber beinahe jedes Mal war das in einem wilden Gerangel und vielen Küssen geendet, sodass ihre Mutter langsam misstrauisch geworden war, weil sie immer so lange zum Apfelpflücken gebraucht hatte und sich in ihren Haaren Gras und Laub verfangen hatte. Wir hatten unsere geheimen Treffen dann ausgeweitet und uns auch zu anderen Gelegenheiten getroffen. Nie hatte uns jemand erwischt, aber der Nervenkitzel eventuell doch erwischt zu werden hatte unser Beziehung auch um einiges aufregender gemacht. Sie hatte zwischenzeitlich ihren Kopf auf meine Schulter gebettet und ich genoss einfach nur ihre Gegenwart, sog ihren unverwechselbaren Geruch ein und dankte Gott im Stillen, dass er mir meine geliebte Elisa zurückgegeben und mir einen wundervollen Sohn geschenkt hatte. "Ich habe dich auch vermisst. Jeden einzelnen Tag." Es bedurfte nicht mehr Worte, denn die Liebe zu ihr leuchtete noch immer hell in mir, war ein wenig angeknackst gewesen, aber nie ganz erloschen und nun war da auch noch ein kleiner Teil für Raik erwacht, der ebenso hell schien wie die Liebe zu seiner Mutter. "Wir sollten uns ebenfalls zu Bett begeben." Andernfalls würde ich noch Dinge tun, die man vor seinem Sohn wirklich nicht tun sollte, selbst wenn dieser seelenruhig schlief, wie ich mit einem kurzen Blick in Richtung Bett feststellte. "Ich hoffe du hast unserem Sohn nicht von unserem ersten Treffen berichtet." Wir waren noch Kinder gewesen und ich hatte war gerade mit meinem Vater zum Exerzierplatz geflitzt, als ich volle Kanne in sie hineingerempelt war und sie wohl beinahe ausgeknockt hatte in meinem kindlichen Leichtsinn. Es war zugegebenermaßen nicht mein elegantester Auftritt und wir beide hatten erstmal verdutzt auf dem Hosenboden gesessen, bevor wir in schallendes Gekichere ausgebrochen waren. Von da an war ich der schönen Elisa regelmäßig nach gestiegen und wie kleine Jungs nun einmal so waren hatte ich ihr an den Haaren gezupft oder ihr ein Bein gestellt. Irgendwann hatte es ihr gereicht und sie hatte mir eine gedonnert und ich war so überrascht gewesen, dass ich tatsächlich das Gleichgewicht verloren hatte. Von da an hatte ich mich ein wenig besser benommen oder vielmehr einfach mehr aufgepasst. Irgendwann war dieser kindliche Leichtsinn in Verehrung umgeschlagen und anstatt sie zu piesacken hatte ich ihr Blumen mitgebracht und schließlich hatten unsere kleinen Treffen beim Äpfelpflücken begonnen und letztlich in einer Hochzeit geendet.
     
  14. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Ich erwiderte die kurze Umarmung meines Freundes und dankte ihm. Ja ich freute mich wirklich sehr darüber und egal welches Geschlecht es werden würde, ich würde das Kind über alles lieben. Genauso wie ich seine Mutter über alles liebte.
    Lisandro richtete mich auch auf was die Sache mit Elisa anging, es war ein schweres Thema für mich. Natürlich machte es mir der Zuspruch meiner Freunde etwas leichter und ja auch Elisa selber hatte gesagt das sie dem Tode näher gewesen war als dem Leben als ich sie mit Raik verlassen hatte. Ich hatte mich wohl zu sehr an mich selbst erinnert als einen kühlen Kopf zu bewahren. Es würde noch eine Weile an mir nagen das wusste ich... kannte mich selber ja gut genug dafür.
    Dann kamen wir auf das Thema das mir seit die Männer es angeschnitten hatten sorgen bereitete und Lisandro bestätigte es. Erzählte dass wir schon länger im Zwist lagen mit dem Nachbarland... verdammt war ich lange weggewesen. Aber bisher war auch noch nicht wirklich darüber gesprochen worden, wenn die Männer schon darüber zu sprechen begannen war es nie ein gutes Zeichen. Mein Freund hoffte das Ganze noch friedlich lösen zu können, ungewohnte Töne und ich dachte kurz daran wie sehr die Frauen uns wohl veränderten. Früher hätten wir einen Kampf sicherlich nicht so einfach gescheut, es war ein: sollten sie nur kommen. Jetzt galt es jedoch unsere lieben zu schützen und ein Krieg war das Risiko sie alleine zurückzulassen nicht wert. Jolanda... ich wusste das sie stark war, hatte es von Anfang an gewusst. Das was sie in ihrem Leben bereits durchgemacht hätte, eine andere schwächere Frau in die Knie gezwungen, doch sie war stark geblieben und doch war sie eine Frau... meine Frau.
    Lisandro hatte jedoch nur wenig Hoffnung das der andere König und er sich einigen würden können... was am Starrsinn des Anderen lag nicht an ihm. Vorbereiten auf den Krieg, das war erstmal ein hartes Stück das ich erstmal sacken lassen musste. Ich strich über mein Kinn in Gedanken bereits dabei wie ich meine Männer am besten trainierte, aufstellte und aufteilte... denn es mussten genug Männer zurückbleiben um Mallaig im Notfall verteidigen zu können. Mein Freund sprach weiter und ich hob meinen Blick wieder seinem entgegen damit er wusste das ich ihm zuhörte. ... ich hoffe, dass du an meiner Seite sein wirst.
    "Das steht außer Frage", antwortete ich ihm. "Ich lasse meinen besten Freund und König sicherlich nicht alleine in den Kampf ziehen", fügte ich entschlossen hinzu, legte meine Hand auf seine Schulter und sah ihn direkt an. Ja es würde mir verdammt schwer fallen meine schwangere Frau zurückzulassen ohne zu wissen ob ich die Geburt des Kindes miterleben würde. Aber ich tat es doch auch für sie... damit sie und unser Kind hoffentlich in Frieden leben konnten. Nachdem Lisandro und ich uns noch über Einzelheiten unterhalten hatten, erhob ich mich schließlich. Es war schon spät und mein Freund sah aus als ob er Schlaf gebrauchen konnte. "Möchtest du morgen vielleicht einen Ausritt machen? Würde dir gut tun mal wieder vor deine Mauern zu kommen", fragte und neckte ich ihn schließlich. Jolanda und ich würden noch morgen da sein, am nächsten Tag wollten wir dann wieder nach Hause zurück. Nicht das meine wunderschöne Frau noch hier anfing die Mauern nach rissen abzusuchen.

    Elisa

    Ein leises mädchenhaftes Kichern entkam mir unverhofft als er meinte das ich schon immer wehrhaft gewesen war und meinen eigenen Kopf hatte und eben dieses Temperament so liebte. Ja wir hatten uns oft leicht gekabelt und uns über die Wiesen gewälzt, jedoch war er zu dieser Zeit mir bereits rein körperlich weit überlegen weshalb ich - wenn er es nicht gerade anders zugelassen hatte- meist am Rücken gelegen hatte. Immer mit dem Nervenkitzel im Nacken das man uns erwischen könnte.
    Er meinte das er mich auch vermisst hatte, jeden Tag. Wie sehr ich ihn doch liebte. Er meinte schließlich das wir auch zu Bett gehen sollten, wobei etwas anderes in mir bereits erwachte. Ich sehnte mich danach mich in ihm zu verlieren, das war jedoch etwas das man nicht vor Kinderaugen tat... selbst wenn Raik schlief. Bei Kindern konnte man nie so richtig wissen. Ich schmunzelte als er dann meinte dass ich ihm hoffentlich nicht von unserem ersten Treffen erzählt hatte. Erinnerte mich noch lebhaft daran, ich war gerade auf der Flucht vor meiner Mutter gewesen die wollte das ich Eier aus dem Hühnerstall holte. Dann war ich plötzlich gegen ihn geprallt und hatte erstmal Sternchen vor meinen Augen tanzen sehen. Beide waren wir auf unseren Hintern im Dreck gesessen und hatten einander erstmal ziemlich dumm angeschaut, bevor gelacht worden war. Von da an war Rafail oft hinter mir her gewesen hatte typisch für Jungen an meinen Haaren gezogen, mir das Bein gestellt wenn ich mal tatsächlich die Eier von den Hühnern holen war. Ja irgendwann hatte ich ihm dann einfach eine gebraten, ich musste leise lachen als ich daran dachte wie er da auf seinen Hintern gesessen hatte.
    Die Erinnerungen an die Kindheit war einfach etwas schönes. Wie oft wir uns mit Schlamm oder Schnee, je nach Jahreszeit, beworfen hatten, und wie oft ich ihm meine Zunge gezeigt hatte während sein Vater ihn tadelte das er sich ja zu benehmen hatte. Ja.. mich hatte man nur sehr selten erwischt und er hatte dann immer den Ärger abbekommen. Ich schüttelte den Kopf. "Nein, das habe ich ihm nicht erzählt", meinte ich und etwas freches blitzte in meinen Augen auf. "Aber was nicht ist kann ja noch werden", setzte ich frech dahinter... ja gerade fand ich wohl wieder etwas zu mir selbst. Es fiel mir auch so leicht in Rafails Nähe.

    "Es gab da eine Heldenhafte Geschichte als der junge Rafail sich mit einem jungen Edelmann angelegt hat, als Letzterer das junge Mädchen mit seinem Pferd erst umgeritten hatte und danach es als lustig empfand das Mädchen mit seinem Ross zu umkreisen und es immer wieder ansteigen zu lassen", meinte ich und auch wenn es am Anfang eher ein fürchterliches Erlebnis gewesen war. Ich war gerade mit ein paar Freundinnen vom Pilz sammeln zurück gekommen, das war glaube ich kurz vor der Geschichte im Obstgarten passiert.
    Als der Mann angeritten kam und wohl durch unser Gelächter auf uns aufmerksam geworden war. Ich hatte nur noch schnell einen Eimer Wasser holen wollen und sobald ich alleine gewesen war, war der Mann von hinten auf mich zu geritten. Zu spät hatte ich die sich nähernden Hufe gehört... zumindest zu spät die Absicht des Reiters erkannt und eh ich mich versehen hatte, war ich durch einen heftigen Stoß der Schulter des Pferdes gestreckt am Boden gelandet. Allein das hatte schon verdammt weh getan, aber als ich mich umgedreht hatte war der Mann noch immer da. Grinste ein schmieriges Lächeln und trieb sein Pferd dazu an mich zu nähern, schnell hatte ich mich aufgerappelt und wollte ausweichen, dachte erst ich war im Weg gestanden oder so, aber der Mann hatte sein Pferd weiter an mich ran gelenkt mich umrundet wenn ich einen Fluchtweg ergreifen wollte und hatte es sogar steigen lassen. Ein Huf hatte mich schließlich auf der Schulter getroffen und ich war wieder zu Boden gegangen. Ja in diesem Moment war die sonst Großspurige Elisa einfach nur panisch gewesen, ich hatte meine lose Zunge einfach nicht gefunden und auch sonst keine Möglichkeit gehabt mich zu wehren.
    Doch mit der Zeit hatte der Schrecken dieser Erinnerung sich gelegt und ich hatte mich vorrangig nur noch daran erinnert wie Rafail auf einmal da gewesen war und dazwischen getreten war. Einen so finsteren und grimmigen Gesichtsausdruck hatte ich damals noch nie zuvor an ihm gesehen, er hatte einfach in die Zügel des Pferdes gegriffen und auch nicht losgelassen als der Edelmann mit seinem Reitstock auf Rafail ein gedroschen hatte. Der junge Prinz Lisandro war es dann gewesen der dem Ganzen mit einem kalten Befehl ein Ende gesetzt hatte. Ich lächelte Rafail an, er hatte zu der Zeit schon angefangen mir Blumen zu bringen und es waren diese gewissen Blicke und Andeutungen ausgetauscht worden und spätestens als er mich vor diesem Sch.wein gerettet hatte war ich vollends von meinem rauen Krieger eingenommen gewesen. Er war danach auf alle Fälle auch sehr bemüht gewesen mich wieder an Pferde ran zubringen... oft war ich ihm kurz vor dem Stall doch noch entwischt. Meine Angst vor dem 'zu was die Tiere imstande' waren hatte ich nie wieder abgelegt auch wenn ich mich an sein Pferd gewöhnt hatte und ihm vertraute, aber ich sah sie mir lieber nur noch aus der Ferne an. Vom heutigen Stand her wusste ich das der Edelmann sich weiter seinen Spaß gemacht hätte, bis es ihm zu langweilig geworden wäre, um mich anschließend in irgendeine Ecke zu zerren um sich an mir zu vergehen... Ja das war wohl die traurige Wahrheit, umso besser das der Mann hier in dessen Armen ich lag mich als die seine erwählt hatte. Ich gab ihn noch einen Kuss, beflügelt von den Gefühlen die mit den Erinnerungen kamen, er war mein Krieger, schon immer gewesen. Er hatte es scheinbar nicht einfach gehabt ein Herz zu erobern, doch in Wahrheit war ich schon von Kindesbeinen an in ihn verschossen gewesen, doch wenn ein Mädchen klug war machte sie es dem Mann eben nicht allzu einfach.
    Dann löste ich mich schließlich zögerlich von ihm, denn schließlich wollten wir ja zu Bett gehen. Ich spürte wie ich doch etwas nervös wurde, mich vor ihm auszuziehen war mir seit unserer Hochzeitsnacht nicht schwer gefallen im Gegenteil ich hatte schnell gelernt ihm gegenüber meine Reize spielen zu lassen, aber ich fürchtete mich etwas vor dem was er nun sehen würde. Die einst schöne Haut hatte die eine oder andere Macke zugefügt von Freiern oder auch Toman selber, von der hässlichen frischen Narbe knapp unter meinem Herzen ganz zu schweigen. Aber ich war noch nie feige gewesen, also begann ich langsam die Verschnürung meines Kleides zu öffnen. Ich wollte in meinem Unterkleid schlafen, ganz nackt... ich wusste nicht so recht da packte mich doch die Unsicherheit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23 Juli 2019
  15. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lisandro
    Ich konnte sehen wie sehr ihn diese Information mitnahm, wie er aber auch sofort seine taktische Seite nach außen kehrte und wohl im Inneren schon Pläne schmiedete, bevor er mir wieder den Blick zuwendete. Und mir versicherte, dass er an meiner Seite kämpfen würde. Ich nickte und sagte:"Ich habe nichts anderes erwartet." Ich legte meinerseits ebenfalls meine Hand auf seine Schulter, so wie wir es immer taten, wenn wir gemeinsam in den Kampf ziehen mussten. Früher, als wir noch nicht verheiratet gewesen waren, da war es immer ein beinahe feierlicher Anlass gewesen, nun allerdings wusste ich, dass es uns alles andere als einfach fallen würde. "Ich werde mit Rafail morgen darüber sprechen. Halt dich und deine Männer bereit, ich werde dich rechtzeitig informieren, wenn ich dich brauche." Ich hoffte es nicht, aber so wie die Lage aktuell aussah, sah dieses Land einem Krieg entgegen. Ich hatte meine Hand noch immer auf seiner Schulter und sagte:"Jolanda ist natürlich hier auf der Burg willkommen. Sie muss nicht auf Mallaig bleiben." Hier wäre sie besser bewacht als irgendwo sonst und ich wusste welch große Sorgen sich mein Freund machen würde um sie und um das ungeborene Kind. Wenn er Pech hatte würde er bei der Geburt nicht einmal anwesend sein und es würde an ihm nagen, aber er war nie jemand gewesen, der seine Pflichten nicht erfüllte oder gar einen Kampf ausschlug. Das tat er selbst jetzt nicht, wo jeder Verständnis dafür aufgebracht hätte. "Ich würde mich sehr freuen, wenn du und deine Frau morgen unsere Zwillinge willkommen heißt." Denn auch wenn der Schatten des Krieges drohend über uns lag, so war doch die Geburt meiner Söhne, die Wiederkehr von Elisa und die Schwangerschaft Jolandas Lichtblicke im Leben meiner Freunde und in meinem Leben. Heute war es zu spät, um Allegra und den Kindern noch einen Besuch zuzumuten. Vermutlich schliefen sie oder aber die Kleinen hielten meine Frau auf Trab. "Wenn das erstmal alles war würde ich gerne zurück zu meiner Familie." Ich hatte sie heute sowieso schon viel zu wenig gesehen und so sehr ich die Zeit mit meinem besten Freund auch genoss, momentan waren meine Gedanken beinahe unablässig bei ihnen. "Es sei denn dir liegt noch etwas auf dem Herzen, mein Freund oder du brauchst ein paar Beziehungstipps." Ich zwinkerte ihm zu, wollte die Stimmung wenigstens ein bisschen heben, denn momentan war noch nichts entschieden und es würde niemandem etwas bringen, wenn wir schon zu sehr über eine Sache nachdachten, die noch nicht einmal völlig sicher war, was nicht hieß, dass ich mich nicht darum scherte, sondern vielmehr, dass ich mein Leben neben den düsteren Gedanken auch mit Freude und Liebe füllen wollte.

    Rafail
    Ihr Lachen tat mir so verdammt gut und ich konnte nicht anders als sie dabei zu betrachten und anzusehen, zwickte sie sanft in den Hintern als sie mir frech erwiderte, dass man es ja noch ändern könne und sagte:"Wenn du unbedingt willst, dass ich dir den Po versohle, dann kannst du es ja mal versuchen." Mein Lächeln wurde wieder sanfter, als sie die Geschichte anschnitt, die kurz vor unserem 'Techtelmechtel' im Garten passiert und der Auslöser dafür gewesen war, dass ich mich entschieden hatte diese Frau zu meiner Frau machen zu wollen. Ich war damals noch viel zu jung gewesen, um wirklich ans heiraten zu denken, aber ich hatte einfach gewusst, dass ich sie heiraten wollte. Sie und niemand anderen. Nur zu gut erinnerte ich mich an besagten Tag. Ich war gerade mit Lisandro unterwegs gewesen, wir hatten sicherlich irgendetwas furchtbar dummes anstellen wollen, denn ich war gerade in meinen Flegeljahren gewesen und hatte gedacht, dass ich der König der Welt sei und mir alles erlauben konnte. Mein Vater war regelmäßig verzweifelt und auch für Lisandro und Luzius hatte er immer wieder tadelnde Worte bereitgehalten, die bei uns allen allerdings auf taube Ohren gestoßen waren. Jedenfalls waren wir den Weg entlanggegangen, hatten über irgendetwas geredet, als uns der Reiter aufgefallen war. Erst danach entdeckte ich Elisa, die immer wieder panisch versuchte zu entkommen und die ganz offenbar absolut kopflos war, während der Edelmann immer wieder sein Pferd um sie herumkreisen ließ, um ihr den Weg abzuschneiden. Ohne lange nachzudenken war ich los gerannt, die Hände zu Fäusten geballt und war dazwischen getreten. Meine Miene einzige Wut, weil dieser Dreckskerl es wagte dieses sanfte Mädchen so anzugehen. Ich war rasend gewesen, hatte in die Zügel des Pferdes gepackt und nicht einmal bemerkt, wie er immer wieder auf mich eingedroschen hatte. Mittlerweile war auch Lisandro dazugekommen und zum Glück hatte es bloß einen kühl hervorgebrachten Befehl gebraucht und der Edelmann war abgezogen. Schon damals war mein Freund eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen und niemand hätte sich in diesem Moment wohl mit ihm anlegen wollen. Sofort war ich zu Elisa geeilt und hatte sie besorgt gemustert, keine Spur mehr vom Zorn in meinem Gesicht, nur ernsthafte Sorge und ich hatte sie immer wieder gefragt, ob alles in Ordnung war und ob sie schlimm verletzt sei. Lisandro und ich hatten sie dann nach Hause begleitet und von da an war es völlig um mich geschehen gewesen. Der Beschützer in mir war angesprungen und bereits in diesen jungen Jahren hatte ich gewusst, dass es vermutlich nicht bei diesem 'Angriff' geblieben wäre, wenn wir nicht dazwischen gegangen wären. "Es war einmal eine wunderschöne Frau, die von jedermann verehrt wurde, ganz besonders aber von einem Hauptmannssohn, der nichts sehnlicher wollte, als diese Frau zu seiner Frau zu machen. Die junge Dame jedoch sträubte sich und ließ den armen Kerl lange zappeln. Er musste erst drei Prüfungen bestehen, bevor sie ihm ihre Gunst erwies und seinen Heiratsantrag endlich annahm." Ich legte sanft meine Lippen auf ihre Stirn und lächelte. Ich spielte damit auf die dritte Begebenheit an, die uns letztlich vollends zueinander geführt hatte. Die Intermezzi im Garten waren wundervoll gewesen, aber wann immer ich sie gefragt hatte, ob sie meine Frau werden wolle, hatte sie nur gekichert und mir gesagt, dass ich doch albern sei. Ich konnte sie überall mithinnehmen, nur zu meinem Pferd wollte sie nie, sagte sie fürchte sich vor den Dingen, die diese Tiere tun könnten. Immer wieder versuchte ich sie auch nur in die Nähe zu bringen, aber sie entwischte und zierte sich. Schließlich jedoch gelang es mir sie mit sanfter Gewalt zu meinem wirklich gutmütigen Hengst zu bugsieren und nachdem sie ihn zumindest tolerierte, war ich vor ihr auf die Knie gesunken und hatte sie ernsthaft um ihre Hand gebeten. Sie war für einen Moment ganz still geworden und ich hatte schon befürchtet, dass sie nein sagen würde, als ihr plötzlich Tränen in den Augen gestanden hatten und sie ein leises 'ja' hervorgebracht hatte. "Ich dachte du machst nur Witze", war das einzige, was sie damals noch gesagt hatte, bevor wir uns in eine stille Ecke verzogen und hemmungslos geküsst hatten. Ich erinnerte mich gerne an diese kleinen Episoden mit ihr. Sie waren letztlich der Grund wieso wir überhaupt miteinander in Kontakt gekommen waren. Als sie sich von mir löste, sah ich ihr nach und war zugegebenermaßen ein wenig überrascht, dass sie so zögerlich war. Andererseits hatten wir uns einige Jahre nicht gesehen und ich wusste nicht was ihr alles angetan worden war. Allein der Gedanke daran, dass irgendjemand sie nicht geehrt hatte, machte mich wütend und nur meine eiserne Selbstbeherrschung hielt mich davon ab irgendetwas zu zerschlagen. Ich ließ meinen Blick keine Sekunde von ihr, sah genug um zu ahnen, was ihr alles angetan worden war. Ich ging auf sie zu und legte vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter. "Niemand wird dir je wieder wehtun. Das verspreche ich." Es machte mich wütend, dass ich nicht auf sie hatte aufpassen können, aber anstatt meiner Wut freien Lauf zu lassen, legte ich sanft meine Lippen auf ihren Nacken und küsste sie dort, bevor ich mich zurückzog und mich meinerseits zum Schlafen umzog. Ich lüftete die Decke meines Bettes für sie, denn ich würde sicher nicht zulassen, dass sie irgendwo sonst schlief. Raik hatte es sich in der Mitte bequem gemacht und schlief selig. Natürlich wies ich Elisa den Platz an der Wand zu, würde ihr nie erlauben an der ungeschützten Seite zu schlafen. Nachdem sie unter die Decke gekrochen war, fand auch ich meinen Platz, strich meinem Sohn liebevoll eine Strähne aus dem Gesicht und küsste ihn auf die Stirn, bevor ich nach der Hand meiner Frau - es spielte keine Rolle ob wir verheiratet waren - griff und sie vorsichtig an meine Lippen führte. "Ich liebe dich so sehr", hauchte ich leise und hielt ihre Hand auch weiterhin fest, während ich meinen anderen Arm vorsichtig um meinen Jungen legte. "Ich liebe euch beide so sehr." Mein Herz war gerade so voller Gefühle. "Schlaf gut." Ich lächelte Elisa an und löschte das Licht, bevor ich mich wieder an die beiden kuschelte und die Augen schloss.
     
  16. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Luzius

    Auch Lisandro legte seinen Arm auf meine Schulter, eine Geste die ganz normal war unter Waffenbrüdern. Er sprach weiter und sagte das er morgen mit Rafail darüber sprechen würde und ich mich bereit halten sollte... Das würde ich, meine Männer hatten nie aufgehört zu trainieren, gerade im Winter war es etwas weniger gewesen. Rafails Vater war es gewesen der uns allen wohl immer wieder eingebleut hatte wie wichtig es war jederzeit bereit zu sein. "Meine Männer und ich sind jederzeit bereit für ihren König zu kämpfen", entgegnete ich ernst und neigte Ergeben meinen Kopf. Er sprach weiter, meinte das Jolanda hier im Schloss willkommen war und ich war meinem Freund wirklich sehr dankbar für dieses Angebot. "Danke mein Freund, das bedeutet mir viel", sagte ich und neigte erneut meinen Kopf. Ich würde das zur Rechten Zeit mit meiner Frau besprechen. Erstmal musste ich ihr irgendwie beibringen, dass es jederzeit sein konnte das ich abziehen musste... Nein ich würde nicht warten damit, worauf sollte ich denn auch warten? Bis der Marschbefehl kam? Er kam zurück zu etwas erfreulicherem meinte, dass er sich freuen würde, würden wir seine Söhne willkommen heißen. "Sehr gerne mein Freund, ich bin mir sicher Jolanda wird sich sehr darüber freuen", meinte ich und schaffte sogar ein kleines Lächeln. Natürlich wog die Aussicht auf den Kampf schwer, aber es gab auch so viel gutes was gerade jetzt passierte. Mein Freund entschuldigte sich dann, meinte er wollte zurück zu seiner Familie, was ich nur allzu gut verstehen konnte. "Geh' nur, ich möchte mir sicherlich nicht Allegras Zorn zuziehen weil ich dich zulange aufhalte", zog ich meinen Freund dann doch etwas auf. Ja das musste einfach sein. Und ich bekam es ja sogleich auch wieder zurück. Ich schüttelte mit einem Grinsen den Kopf. "Nein, derzeit brauche ich keine Tipps", entgegnete ich und erhob mich schließlich. Nach einer letzten brüderlichen Umarmung, ging ich zur Tür. Verneigte ich davor nochmal vor ihm, so wie es sich eben gehörte. Bevor ich den Raum verließ. Ich verließ die Gemächer des Königs und hielt im Gang kurz inne. Musste mich kurz sammeln. Wie sagte ich es am besten Jolanda? So wie ich ihr alles sagte... gerade heraus. Es würde nichts bringen um den heißen Brei herum zu reden, es würde sie nur verletzen würde ich herumdrucksen. Ich ging weiter und erreichte bald die Kammer welche ich mit meiner Frau teilte, leise klopfte ich an bevor ich die Tür öffnete. Ich wollte sie ja nicht erschrecken. Leise trat ich ein und sah mich nach ihr um, wollte falls sie schon schlief sie nicht wecken.

    Elisa

    Er hatte mir in den Po gekniffen und es hatte sich beinahe wie früher angefühlt. Ich erinnerte mich daran, wie besorgt Rafail gewesen war, es war so erstaunlich für mich gewesen, sobald der Edelmann verschwunden war, hatte sich eine Miene und sein Ausdruck komplett geändert und er und auch Lisandro hatten sich um mich gekümmert. Wobei der junge Prinz sich eher im Hintergrund gehalten hatte. Sie hatten mich nach Hause gebracht, wo mein Vater nachdem er gehört hatte was passiert war schon beinahe mit seinem Schmiedehammer losgezogen war, aber Mama hatte ihn zurückgehalten. Dann war er dran mit dem Erzählen einer Geschichte und als er erklärte das der arme Kerl erst zappelte und drei Prüfungen bestehen hatte müssen, hatte ich doch Lächeln müssen und hatte leise gekichert, damit ich nicht noch Raik aufweckte. Er küsste meine Stirn und natürlich spielte er die Dritte Prüfung an. Ich hatte nie gedacht das er es ernst gemeint hatte. Unsere spielerischen Rangeleien im Garten waren schön gewesen, aber jedesmal wenn er mich fragte ob ich ihn heiratete war es gerade irgendwie in so urkomischen Momenten geschehen. So das ich eben gedacht hatte er würde seine Späße mit mir treiben. Ich war ihm überall hin gefolgt, nur wenn er mich zu seinem Pferd bringen wollte, da hatte ich nicht mitspielen wollen. Hatte jedesmal bei der Vorstellung vor dem Tier zu stehen, wieder das steigende Tier vor Augen, wie es mich mit den Huf traf und zu Boden warf... ohne Zögern seinem Herren folgte um mich nieder lief. Erinnerte mich noch gut an die Angst als es ihm doch gelungen war mich zu dem Pferd zu bringen und erneut hatte er mich gefragt ob ich ihn heiraten wollte. Erst hatte ich nicht gewusst was ich davon halten sollte, hatte nach einem Anzeichen in seinem Gesicht gesucht das er sich wieder nur lustig machte über mich. Doch dann hatten meine Gefühle mich übermannt und ich hatte ihm ein knappes heiseres Ja gegeben. Die heißen Küsse die wir daraufhin miteinander geteilt hatten, ließen auch heute noch mein Herz erbeben. Ja ich hatte im großen und ganzen eine wirklich schöne Kindheit und allgemein es schönes Leben gehabt, bis zu jenen Moment damals. Als man mir mit seinem Leben gedroht hatte, entweder ich verschwand und verlor kein Wort darüber oder er würde sterben.
    Ich spürte seinen Blick auf mir als ich das etwas zu große Kleid abstreifte, das Unterkleid das ich trug verbarg das meiste wohl vor seinem Blick, aber eben nicht alles. Er kam zu mir rüber und ich sah ihm entgegen. Er legte seine Hand auf meine Schulter und sagte zwei Sätze... zwei einfache Sätze die mich erbeben ließen. Niemand wird dir je wieder wehtun. Das verspreche ich... Ich schloss für einen Moment meine Augen und ließ dieses Versprechen auf mich wirken. Ich spürte seine Lippen auf meinen Nacken, bevor er sich zurück zog um sich seinerseits für das schlafen richtete. Es dauerte etwas bis ich mich aus meiner Starre zu lösen vermochte. Ich löste den strengen Knoten zudem ich meine Haare hoch gebunden hatte. Die dunklen großen Locken, dessen Farbe wohl an Ebenholz erinnerten glitten über meine Schultern, reichten bis an meine Hüften hinunter. Leider hatten sie die letzten Monate nicht die Pflege bekommen die ihnen zustand, aber dennoch hatten sie wieder leichten Glanz erlangt. Eine Weile hatte ich schon befürchtet das ich sie abschneiden würde müssen, weil sie ganz stumpf gewesen waren. Was wohl der Wunde und der langen Bettlägerigkeit gelegen hatte. Ich fasste sie auf der Seite zusammen und flechtete sie zu einem großen Zopf zusammen. So hatte ich es immer getan und es hatte sich nicht geändert. Als ich mich dem Bett zu wandte, stand Rafail auf der Seite dort und hatte die Decke für mich gelüftet. Sein Blick verriet das ich gar nicht darüber nachzudenken brauchte wo anders mein Lager aufzuschlagen. Nicht das ich das vor gehabt hatte... immerhin wollte er mich doch nochmals heiraten. So ließ stieg ich also auf der Seite in das Bett welche er mir zugedachte. In der Mitte lag Raik der selig schlief. Ich schob mich näher an meinem Jungen ran betrachtete sein Profil. Langsam hob ich eine Hand und strich meinem Jungen ehrfürchtig über die Wange. Oft hatte ich Nachts wach gelegen und hatte meinen Sohn einfach nur betrachtet. Wie friedlich der sonst so ernste Junge immer aussah wenn er schlief. Rafail hatte sich auf der anderen Seite niedergelassen, natürlich auf der Seite wo die Tür am nächsten lag. Ein Lächeln zuckte in meinen Mundwinkeln, auch das war schon immer so gewesen. Irgendwann hatte ich ihn mal gefragt wieso er so erpicht darauf war immer auf dieser Seite des Bettes zu schlafen... ob es nicht egal war wo wer lag. Nein es war nicht egal, es hatte durchaus Sinn. Er hatte mich so auch immer im Schlaf beschützt, denn wenn ein Angreifer durch die Tür kam, würde er den der der Tür am nächsten war natürlich zu erst angreifen. Jahrelang hatte ich diesen Platz für Raik eingenommen, es fühlte sich etwas seltsam aber gut an, das Gefühl das nun er wieder da war um mich zu schützen. Ich beobachtete wie mein Mann unserem Jungen Haare aus dem Gesicht strich und ihm einen Kuss auf die Stirn hauchte. Mir quoll das Herz über und ich war wirklich so froh, dass Rafail den Jungen akzeptiert hatte. Wie könnte er auch nicht... er war ein Abbild seines Vaters. Als Rafail meine Hand ergriff sah ich zu ihm auf, beobachtete wie er sie an seine Lippen führte, mir erneut seine Liebe gestand und ließ meine Hand nicht los. "Ich liebe dich auch Rafail", flüsterte ich zurück, ließ ihn nicht aus den Augen bis er das Licht gelöscht hatte. Mit einem leisen Seufzen glitten mir die Augen zu, der ganze Tag heute war doch ziemlich schlauchend gewesen, solange war ich noch nicht auf den Beinen und meine Kräfte was das anging doch eher beschränkt. Es brauchte nicht lang, bis ich in einen dumpfen Schlaf hinüber glitt und zum ersten Mal seid Ewigkeiten war mein Schlaf wohl auch ruhig und erholsam... ich brauchte keine Angst um Raik haben oder um mich selbst.
     
  17. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lisandro
    Ich hatte die Zeit mit meinem Freund genossen, auch wenn wir über unerfreuliche Dinge hatten sprechen müssen. Allegra würde ich noch einen Tag mit den Nachrichten schonen, denn ich wollte nicht, dass das Glück, das wir gerade miteinander teilten so schnell wieder zerstört werden würde. Andererseits kannte meine Frau mich wirklich gut und würde es wohl sowieso vermuten. Ich rang mit mir, während ich zurück zu ihr und meinen Söhnen kehrte. Leise schob ich mich durch die Tür, wollte niemanden wecken, falls die drei schliefen, aber als ich eintrat war Allegra wach und lächelte mir entgegen. Ich erwiderte das Lächeln und kam dann zu ihr ans Bett. "Lassen unsere kleinen Prinzen dich nicht schlafen?"

    Jolanda
    Ich kniete gerade wieder über einer Schüssel und erbrach mich, verfluchte innerlich das Kind in meinem Bauch ohne es wirklich so zu meinen. "Du machst es deiner Mama nicht gerade leicht", murmelte ich und streichelte sanft über meinen Bauch, auch wenn man rein äußerlich noch nichts sah, so würde es vermutlich nicht mehr lange dauern, denn ich war doch recht dünn und man würde die feine Wölbung relativ schnell bemerken. Als es klopfte, wischte ich mir gerade mit einem feuchten Lappen Gesicht und Hände und richtete mich wieder auf. Ich wollte gerade herein bitten, als sich auch schon mein Mann durch die Tür schob. Ich lächelte und ging auf ihn zu, entschied mich aber auf halbem Weg doch lieber bei den Stühlen anzuhalten und mich hinzusetzen. Gott, ich hoffte wirklich, dass es nicht die nächsten drei Monate oder noch schlimmer die vollen neun Monate so weitergehen würde. Ich hob meinen Blick zu meinem Mann und musterte ihn. Etwas schien ihn zu beschäftigen. Das konnte ich gut an der Falte auf seiner Stirn nur zu deutlich erkennen. Ich deutete auf den Stuhl neben mir und fragte:"Möchtest du dich nicht ein bisschen zu mir setzen und mir sagen, was dich beschäftigt?" Bereits heute Morgen beim Frühstück war er sehr besorgt gewesen und bisher hatten wir keine Zeit gehabt darüber zu sprechen. Das war überhaupt der Grund wieso ich noch wach war. Ich hatte den ganzen Tag an nichts anderes denken können, war nur zwischenzeitlich von den gelegentlichen Übelkeitsanfällen unterbrochen worden. Heute war es besonders schlimm gewesen und ich hoffte, dass es morgen wieder besser sein würde, denn ich wollte nicht dazu verdammt sein die ganze Zeit im Zimmer zu verbringen, nur weil ich fürchten musste den Boden vollzuspucken.
     
  18. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Allegra

    Nachdem Lisandro wieder gegangen war hatte ich noch etwas geschlafen, bevor die Beiden wieder ihr Essen eingefordert hatten. Sie beruhigten sich jedoch auch nach dem Stillen schnell wieder und schliefen auch schon bald wieder. Dennoch fand ich gerade keinen Schlaf, das lange Nichtstun hatte mir schon gereicht und so war ich aufgestanden. War auf leisen Sohlen hinüber zu meiner Kommode gegangen und hatte mir ein paar Papiere ans Bett geholt um mein Gewissen etwas zu beruhigen. Neben mir stand eine Kerze und im dämmrigen Licht dass das Feuer im Kamin auch noch von sich gab, war gerade genug davon da um ohne Probleme die Briefe durchzulesen. Es war nichts wichtiges dabei, nichts was mich hätte jetzt beansprucht und beinahe war ich schon enttäuscht. Aber bis auf Bitten um Gehör oder das ich doch die Tochter als Hofdame zu mir holen sollte war nichts dabei gewesen. Gerade hatte ich die Zettel zur Seite gelegt und mich wieder ins Bett gelegt, das aufrecht sitzen tat doch noch etwas weh da unten. Die Hebamme hatte mir gesagt das dies noch ein paar Tage dauern würde, aber von mal zu mal leichter werden würde. Da nahm ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln war, die Tür zu Lisandros Schlafzimmer ging auf und da schob sich auch schon mein Geliebter durch eben diese, ich schenkte ihm ein Lächeln während er zu mir hinüber kam und streckte eine Hand nach ihm aus, ergriff die seine sobald diese in Reichweite war. Er fragte ob die Prinzen mich nicht schlafen ließen. Ich schüttelte sanft den Kopf. "Ney mein Herz, sie sind ganz brav", antwortete ich also leise. "Ich bin nur gerade nicht sonderlich müde", fügte ich dann hinzu. Ja der Körper war matt und brauchte seine Zeit, aber mein Kopf gab mir einfach keine Ruhe. Viel zu lange hatte ich zurücktreten müssen und ich spürte den Tatendrang in mir, vermisste die Kontrollgänge innerhalb des Schlosses und das Überwachen der Aufgaben... sprich ich vermisste meine Aufgaben als Königin. Es war wichtig das ich auch wieder so schnell wie möglich auf die Beine kam, damit das Volk nicht beunruhigt wurde. Ich hatte mir vorgenommen die jungen Prinzen zumindest die ersten Wochen selber zu stillen und dies danach den Ammen zu überlassen. Diese Zeit konnte ich mir zumindest raus schlagen. Natürlich wünschte ich mir auch das ich ganz für die da sein könnte, aber ich trug nun mal auch eine Verantwortung meinem Land gegenüber. Ich sah meinen Gatten liebevoll an und runzelte dann die Stirn als ich diese eine kleine Falte da in seinem Gesicht sah, die er nur hatte wenn er über etwas nachdachte. "Ich hatte gehofft das die Briefe von heute etwas anspruchsvolles für mich bereit halten, leider war es nur das übliche", erklärte ich ihm dann. Er würde es mir schon sagen wenn es etwas wichtiges war oder?

    Luzius

    Meine Frau war noch wach und ich schenkte ihr ein liebevolles Lächeln, das ich auch von ihr bekam. Sie wollte gerade auf mich zu gehen, überlegte es sich dann jedoch anders und nahm auf einen der Stühle Platz. So überwand ich die Distanz zwischen uns, beugte mich zu ihr hinunter und küsste sie auf ihre Stirn. "Alles in Ordnung Liebste?" fragte ich sanft. Natürlich lag die Vermutung nahe das sie wieder die Übelkeit plagte. Erst nachdem ich sicher gegangen war das bei ihr alles in Ordnung war folgte ich ihrer Aufforderung und ließ mich auf den Sessel neben ihr nieder. Für einen Moment lehnte ich mich zurück und betrachtete meine Frau. Schließlich richtete ich mich wieder auf und ergriff die Hand meiner Frau, strich sanft über ihren Handrücken. Ich wusste wirklich nicht wie ich anfangen sollte, es lag so bitter auf meiner Zunge. Dies war die erste Schlacht in meinem Leben der ich nicht schon mit Vorfreude entgegen blickte. Es würde mir schwer fallen Jolanda und unser ungeborenes Kind zurückzulassen, aber ich hatte keine andere Wahl -zumindest gab es die für mich nicht. Es war meine Pflicht als Ritter.. als Mann mein Land und die darin lebten, was ja auch meine Frau mit einschloss, zu verteidigen und zu schützen. "Komm her", sagte ich beinahe tonlos und zog sie sanft an ihrer Hand zu mir hinüber auf meine Schoß. Ich wollte sie nah bei mir haben, mich vergewissern das sie hier war. "Ich liebe dich über alles meine Schöne", fing ich an, sah ihr direkt ins Gesicht dabei, während meine Hände sanft über ihren Rücken strichen. "Ich habe mich heute mit den Männern auf dem Exerzierplatz unterhalten", fing ich an und ja das wusste sie ja bereits. "... ich habe mit Lisandro gerade auch noch darüber gesprochen und er hat das was die Männer von sich gaben bestätigt", machte ich weiter. Und heilige Sch.iße ich hatte nicht um den heißen Brei herum reden wollen! Aber jetzt wo sie hier vor mir war, fiel es mir schwer die Richtigen Worte zu finden - selbst wenn es nur vielleicht soweit kommen würde. "Das Land im Osten rüstet sich zum Krieg und Spähern und Händlern zu folge, richtet sich der Blick König Steffans auf Nightshade. Lisandro meinte das er alles tun würde um einen Krieg zu verhindern, aber es könnte bald soweit kommen das meine Männer und ich einberufen werden." Es war raus und ein Teil von mir war erleichtert, während der andere Teil gespannt meine Frau ansah, sie festhielt in Erwartung ihrer Reaktion auf diese Nachricht.
     
  19. Samanta

    Samanta Leseratte

    Lisandro
    Sie streckte ihre Hand nach mir aus und ich ging ohne zu zögern auf sie zu, ergriff sie und ließ mich neben sie auf das Bett sinken. Verständnis glomm in meinen Augen auf, als sie sagte, dass sie momentan einfach nicht wirklich müde sei. Nach der Geburt hatte sie viel geschlafen und wenn man es gewohnt war immer in Bewegung zu sein, dann fehlte es einem irgendwann. So war es mir immer ergangen, wenn ich verletzt gewesen war. Ich war beinahe aus der Haut gefahren, wenn der Medicus nicht immer wieder betont hätte, wie wichtig es war mich auszuruhen, wenn ich keine bleibenden Schäden davontragen wollte. Sanft strich ich über ihren Handrücken und sagte dann:"Ich habe Luzius und Jolanda für morgen zu uns eingeladen. Ich denke es wird der Prinzessin gut tun ,wenn sie mal aus ihrem Zimmer herauskommt." Ich wusste ja, dass sie sehr schüchtern war, aber sie konnte sich doch auch nicht immer so verkriechen. Es wunderte mich, dass Luzius sich nicht darum zu sorgen schien. Andererseits hatte er mir gerade offenbart, dass sie schwanger war. Vermutlich hatte er einfach Angst sie zu überfordern, etwas das ich nur allzu gut nachvollziehen konnte. Als ich erfahren hatte, dass Allegra schwanger war, hätte ich sie am liebsten in Watte gepackt und jeden ihrer Schritte genau beobachtet, was ich nur nicht getan hatte, weil sie mir wohl die Hölle heiß gemacht hätte, hätte ich etwas derartiges gewagt. Als sie mir erklärte, dass sie wirklich gehofft hatte, dass in den Briefen etwas anspruchsvolleres gestanden hätte, musste ich einfach grinsen und sagte:"Ich denke man wollte dich einfach schonen." Natürlich würde ihr das nicht unbedingt gefallen, aber sie war in den letzten Tagen doch sehr entkräftet gewesen und schon bald würde sie mit Sicherheit wieder ihre Aufgaben aufnehmen wollen. Ich sah sie an und strich noch immer über ihren Handrücken, während der drohende Krieg wortwörtlich wie ein Schwert über mir zu schweben schien. Ich musste es ihr sagen, wenn ich nicht wollte, dass wir miteinander stritten. Denn wenn sie es von jemand anderem erfuhr würde sie mir vermutlich vorhalten, was für ein Idiot ich war. Gerne hätte ich es noch weiter aufgeschoben, aber es würde nichts an der Tatsache ändern und ich hatte ihr versprochen keine Geheimnisse zu haben, wenn sie wichtig waren. Ich wandte mich ihr zu und sagte dann:"Ich muss etwas mit dir besprechen." Meine Miene sagte wohl schon einmal, dass es nichts erfreuliches sein würde. "Und es tut mir leid, dass es in dieser Zeit des Glücks sein muss, aber ich kann es nicht vor dir verheimlichen." Meine Güte, seit wann redete ich so um den heißen Brei herum? "Du weißt ja, dass schon seit längerer Zeit Spannungen zwischen Nightshade und dem Reich von König Steffan herrschen. Ich habe alles in meiner Macht stehende getan, um diesen Konflikt friedlich zu lösen, aber seit geraumer Zeit stehen die Zeichen sehr stark auf Krieg und ich werde meine Männer nicht alleine in diesem Kampf schicken, wenn es dazu kommt." Ich sah sie die ganze Zeit an, obwohl es mir wirklich schwer fiel meiner Frau, die gerade erst unsere Söhne geboren hatte, zu offenbaren, dass ich eventuell schon bald nicht mehr da sein würde, dass ich nicht dabei sein konnte, wenn meine Söhne aufwuchsen und nicht einmal wusste wann oder ob ich zurückkehrte, wobei ich alles dafür tun würde, dass ich zurückkehrte. Ich wollte meine Söhne groß werden sehen und ich wollte Allegra bis ans Ende unseres Lebens lieben können. "Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben und bin weiterhin dabei eine friedliche Lösung zu finden, aber König Steffan rüstet auf und es wurden schon Späher gesichtet. Die Zeichen stehen nicht gut und wir alle müssen uns auf einen Krieg vorbereiten."

    Jolanda
    Ich hatte genickt, als er mich gefragt hatte, ob alles in Ordnung sei, denn das war es ja auch. Mir war momentan etwas unwohl, aber ich hatte das Gefühl, dass es langsam besser wurde. Nachdem er sich gesetzt hatte, vertiefte sich die Falte auf seiner Stirn und er griff nach meiner Hand. Ich entzog sie ihm nicht, sondern wartete einfach ab, folgte seiner Aufforderung mich auf seinen Schoß zu setzen und hörte ihm zu, während ich meine freie Hand ganz unwillkürlich auf die Stelle legte, unter der sein Herz stetig schlug. Ich unterbrach ihn nicht, stellte keine Fragen, sondern gab ihm die Zeit, die er gerade dafür brauchte, denn ich wusste, dass es etwas schwerwiegendes war, wenn mein Mann so herumdruckste. Er war niemand, der sonst viel um den heißen Brei herumredete, wenn er es jetzt tat, dann waren die Nachrichten alles andere als gut. Als er geendet hatte, schwieg ich noch immer, hatte aber damit begonnen meine Hand sanft über die Stelle über seinem Herzen streichen zu lassen und sah ihn auch weiterhin an. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht beunruhigt und traurig macht, zu wissen, dass der Mann, den ich über alles liebe vielleicht in den Krieg ziehen muss", sagte ich schließlich,"aber ich vertraue darauf, dass du zu uns zurückkehren wirst." In dieser Angelegenheit würde ich keinen Widerspruch dulden. Ich war nicht so naiv, dass ich nicht wusste, dass er getötet werden könnte, aber ich wollte erst einmal nicht vom Schlimmsten ausgehen, sondern hoffen, dass mein Mann sicher und gesund wieder zu mir und unserem Kind zurückkehren würde. Die Aussicht, dass es im Bereich des Möglichen lag, dass er bei der Geburt unseres Kindes nicht dabei sein würde, machte mir zugegebenermaßen ein wenig Angst, aber ich würde ihn nie darum bitten zu bleiben, denn ich wusste um seine absolute Loyalität seinem Land und seinem König gegenüber und wenn er stark sein konnte, dann konnte ich das ebenfalls. "Ich könnte nicht stolzer sein auf dich", sagte ich ,"du bist der loyalste und liebenswürdigste Mann, den ich kenne und ich bin so stolz darauf, dass ich deine Frau sein darf." Ich sah ihn noch immer an, ließ meine Hand über seine Brust streichen und fügte hinzu:"Ich danke dir, dass du es mir gesagt hast." Er hätte es mir auch verschweigen oder noch vor sich herschieben können, aber er hatte es nicht getan, sondern seine Sorgen mit mir geteilt. "Ich liebe dich so sehr, Luzius und ich werde da sein und auf dich warten, bis du wiederkommst." Und unser Kind würde auch da sein. Er sollte wissen, dass es jemanden gab, der ihn liebte und der ihn erwarten würde, wenn er wiederkehrte. Er hatte zwar davon gesprochen, dass der König alles dafür tun würde, um es noch zu verhindern, aber ich war vielleicht in einigen Dingen sehr naiv, aber wenn die Gerüchte schon bis ins Schloss zu den Männern vorgedrungen waren, dann war die Sache ernst und es müsste schon ein Wunder passieren, um den Krieg noch zu verhindern. Ich beugte mich nun vor und küsste ihn, wollte die dunklen Gedanken nicht vertreiben, aber uns beiden in Erinnerung rufen, dass wir nun etwas zu verlieren hatten und dass es trotz all der Hoffnungslosigkeit noch Hoffnung gab.
     
  20. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Allegra

    Er saß neben mir und ich konnte ihn in aller Ruhe betrachten. Er verkündete das er Luzius und Jolanda für morgen eingeladen hatte und ich lächelte. Ich hatte gar nicht gewusst das die beiden hier waren, aber ehrlich gesagt hatte ich von seinem Freund nichts anderes erwartet. Ich runzelte die Stirn als die Prinzessin ansprach und er musste wohl Jolanda meinen. "Wieso wenn sie mal aus ihrem Zimmer herauskommt? Ist etwas nicht in Ordnung mit ihr?" fragte ich schließlich besorgt nach. Damals als Lisandro ausgezogen war um seinen Bruder zu töten, hatte ich einige Zeit mit ihr verbracht und sie eigentlich als sehr nette und aufgeschlossene Person kennengelernt... und damals hatte sie sich auch nicht in ihrem Zimmer verschanzt. Im Gegenteil zu der Zeit war sie mir eine große Hilfe gewesen. Nicht so wie eine gewisse andere Dame. Er grinste auf mein Kommentar hin als ich das mit den Briefen angesprochen hatte. Ich rümpfte die Nase auf sein Kommentar hin. "Man hat mich lange genug geschont", murmelte ich ein bisschen eingeschnappt, der Ärger war aber nicht auf Lisandro bezogen. Es würde dauern bis ich den Leuten wieder klar gemacht hatte, dass ich wieder im vollen Besitz meiner Kräfte war. Nun..ja noch nicht ganz, aber so gut wie!
    Als ich gerade zu eine passenden Antwort setzen wollte sah ich wie sich der Ausdruck in Lisandros Gesicht veränderte und so klappte mein Mund ohne das nur ein Ton heraus gekommen war wieder zu. Es belastete ihn doch offenkundig etwas. Ich verhielt mich ruhig, bedachte ihn nur mit einem forschenden Blick, wollte ihm Zeit lassen... mein Herz hatte dabei wie wild zum klopfen angefangen und eine ungute Vorahnung beschlich mich. Wenn mein Mann, der König... dieser dunkle und starke Mann mal ruhig da saß, während in seinem Gesicht die Emotionen wild umher tanzten dann musste das worüber er nachdachte verdammt schwerwiegend sein. Dann kam auch schon diese berühmten: Ich muss etwas mit dir besprechen. Unwillkürlich richtete ich mich etwas auf, hatte das Gefühl das ich mein Rückrat jetzt brauchen würde, denn seine Miene sprach Bände. Ich drückte seine Hand etwas fester, wollte das er wusste das ich da war. Zu erst entschuldigte er sich, aber er wolle mir auch nichts verheimlichen... nun er wusste wohl mittlerweile das es ihm nicht gut bekam wenn er mir wichtige Dinge einfach verschwieg. Und als er weiter sprach ahnte ich schon nach dem ersten Satz auf was das hinaus laufen sollte. Ja ich wusste um die Spannungen zwischen unseren beiden Reichen, ich wäre eine schlechte Königin wenn nicht - hatte nur noch nicht gewusst wie schlecht es um die Verhandlungen gestanden hatte. Ich senkte meinen Blick, musste das alles erstmal sacken lassen. Die letzten Wochen hatte ich viel Zeit für mich selbst... hatte mich ja auch schonen müssen und es war Zeit gewesen für Briefe. Unter anderem hatte ich versucht, natürlich mit Lisandros Zustimmung, Steffans Frau anzuschreiben in der Hoffnung das man mit ihr reden konnte und sie...ja sie auf ihren Mann einredete. Ich hatte nie Antwort von ihr erhalten. Ja ich wusste auch das mein Mann niemals seine Männer in den Kampf schicken würde und dahinter stehen würde um bloß zu zusehen, er war ein Mann der Tat und genau deswegen liebte ich ihn doch auch so sehr.
    Hart schluckte ich an dem Kloß in meinem Hals, noch immer hielt ich meinen Blick gesenkt, spürte wie Tränen in meine Augen stiegen. Ja meine Gefühlswelt war durch das Erlebnis der Geburt und er Schwangerschaft immer noch sehr übersprudelnd. Ich hatte schon Schlachten erlebt, damals -eine zeit lang vor dem Ball hier im Schloss- war die Burg meines Vaters belagert worden und ich hatte dabei zwei meiner Brüder verloren... Kilian war wie durch ein Wunder ja vor kurzem wieder aufgetaucht. Der Gedanke das ich nun auch noch meinen Ehemann verlieren könnte, nur weil ein anderer Mann es sich so einbildete... Langsam hob ich meinen Blick, sah hinauf in das Gesicht meines Mannes, meine Miene ungerührt nur die geröteten Augen von den Tränen. Ich streckte meine freie Hand nach oben, berührte sanft seine Wange. "Mein Herz", begann ich leise. "Ich weiß das du alles in deiner Macht stehende tust um den Frieden zu wahren. Wir wissen beide das deine Bemühungen auf scheinbar taube Ohren stoßen", ich schloss meine Augen für einen Moment, stieß zitternd meinen Atem aus. Als ich wieder zu ihm hoch sah lief eine Träne meine Wange hinunter. Ich wollte nicht weinen! Ich wollte stark sein an der Seite meines Mannes, musste stark sein! Denn während er da hinaus ziehen würde um das Land zu verteidigen, würde ich dies von hier aus tun müssen! Krieg rief immer die Ratten an den Tisch! "Es wäre mir natürlich lieber dich im Falle des Krieges hier bei mir sicher zu wissen, aber ich weiß das du ein Mann der Tat bist und genau deswegen liebe ich dich so sehr!" fuhr ich fort. "Du..." Meine Stimme erstarb und ich legte eine Hand auf meinem Mund um das Schluchzen abzudämpfen. Wollte nicht das unsere Söhne deswegen geweckt wurden. "Ich stimme dir zu, wir sollten die Zeichen nicht ignorieren und uns auf alle Fälle vorbereiten", meinte ich dann als ich mich soweit wieder gefangen hatte. Noch immer hielt ich seine Hand fest, während ich die andere wieder an seine Wange legte, mit zittrigen Fingern strich ich darüber bevor ich mich noch etwas aufrichtete und dann meine Arme um ihn legte, ich wollte ihn jetzt so nah wie möglich bei mir haben. Denn der Gedanke daran das ich ihn schon bald für eine lange Zeit... vielleicht für immer... verlieren würde wog gerade sehr schwer in meinem Herzen. Ich hielt mich an meinem Mann fest und zog mich auf die Knie. Ja es war unangenehm in der unteren Gegend und mir blieb kurz die Luft weg, aber ich schaffte es in eine kniende Position. Für ihn würde ich alles tun! Ich nahm sein perfektes Gesicht zwischen meine Hände und sah ihm mit der Entschlossenheit an die wir beide jetzt brauchten. "Nach all den Prüfungen die wir bereits gemeinsam bestanden haben, wird auch diese vorübergehen! Weder du noch ich werden uns vor irgendjemanden außer Gott beugen!" Mein Mann und ich trugen nicht nur die Verantwortung für unsere Familie und eine kleine Burg... nein auf unseren Schultern ruhten zusätzlich das ganze Land und all die Leute die darin lebten! Alle waren sie auf unseren Schutz angewiesen, darauf das wir souverän und entschlossen regierten... keine Schwäche zeigten!

    Luzius

    Sie ließ sich ohne Gegenwehr auf meine Schoß ziehen und hatte mir einfach nur zugehört, was gut war... denn hätte sie mich unterbrochen, hätte ich es wohl nicht mehr fertig gebracht. Ihre Hand legte sich auf meine Brust. Nachdem ich geendet hatte, dehnte sich das Schweigen zwischen uns aus, ich ließ sie nicht aus den Augen. Und so wie sie mir gelauscht hatte, hörte ich nun ihr zu. Langsam löste ich eine Hand die um ihr herum gelegen hatte und legte sie federleicht auf ihren noch flachen Bauch als sie davon sprach das sie darauf vertraute das ich zu 'uns' zurückkehren würde. "Nichts und niemand auf der Welt wird mich je von dir... von euch fernhalten können", sagte ich leise und meine Stimme klang belegt. Sie rührte mein Herz mit ihrer Rede, wie stolz sie auf mich sei. Sie beugte sich über mich und küsste mich. Ich schloss meine Augen und erwiderte den Kuss, zog sie noch etwas näher an mich. Es tat so gut sie jetzt zu spüren, zu wissen das sie da war sicher und wohl behalten. Nein es stand ganz und gar nicht gut... wenn die Männer schon darüber redeten. Sobald Jolanda und ich wieder auf Mallaig sein würden, würde ich mit den Vorbereitungen anfangen. Ich musste die Burg, die Männer darauf vorbereiten... Wir durften uns einfach nicht überraschen lassen... wenn wir zu lange warteten in der Hoffnung alles würde wieder gut werden. Würde das Land überrannt werden ohne das wir eine Chance hätten uns zu verteidigen. In mir hallten die Worte meines Lehrmeisters wieder. Du musst immer bereit sein! Immer auf der Hut! Die Ratten schlafen nie! Und genau nach diesen Worten, nach seinen Lehren hatte ich mein ganzes bisheriges Leben gelebt... Sein Tod... so ehrenvoll er auch gewesen war, hatte uns damals alle... Rafail, Lisandro und mich erschüttert. Er war wohl das Vorbild gewesen... der unverwundbare Krieger den nichts hatte zu beugen vermocht und mit dem Tod eines solchen Mannes wurde man sich seiner eigenen Sterblichkeit nur allzu bewusst. Und nur Gott und meine Freunde wussten wie egal mir der Tod gewesen war, jedes Mal wenn wir erneut in den Kampf zogen waren, es hatte wohl auch Zeiten gegeben da hatte ich den Tod herbeigesehnt... das war jetzt anders. Da gab es jemanden in meinem Leben und ich wollte eigentlich keinen Moment mit ihr verpassen... ich wollte die Geburt meines Kindes miterleben, wollte das Kind aufwachsen sehen, vielleicht sogar irgendwann noch erleben wie mein Kind selber Kinder bekam. "Manchmal frage ich mich womit ich eine wundervolle und mutige Frau verdient habe", hauchte ich an ihren Lippen, als ich meine Lippen von den ihren gelöst hatte damit wir beide Luft holen konnten. Ein liebevolles Lächeln stieg in meine Züge, bevor sie für einen erneuten Kuss zu mir zog.
     

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