[RS] My life is like a cupcake factory!

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von RoBabeRo, 5 Jan. 2013.

  1. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Wieder hörte ich ihm einfach nur zu. Doch als er von der Zeit erzählte, welche er mit all diesen Leuten verbracht hatte, kam wieder dieses Gefühl der "Verbundenheit" in mir hoch. Konnte es denn sein das Ash und ich mehr miteinander gemein hatten als ich uns zugetraut hätte? Ich kannte das, was er da beschrieb. Früher konnte ich damit nicht gut umgehen, mit dem Abschiednehmen von einer Crew, der Familie zu welcher sie geworden war. Ich wusste wie es sich anfühlte wenn man das letzte mal die Klappe hörte und man die Gewissheit hatte: Das wars, wir sind fertig! Pack deine Sachen und alle Wege trennen sich! Ohne das ich mein Handeln recht überlegt hatte, schob ich meine Hand vorsichtig in die Seine. Wenn ich ehrlich war, wusste ich gerade nicht ob ich Ash Trost spenden wollte, oder ob ich selbst Trost bei ihm suchte. Wahrscheinlich wäre es das Beste wenn ich bald aufbrechen würde, denn meine Gefühlswelt verwirrte mich mehr und mehr.
     
  2. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Ich war erleichtert, dass Scarlett nicht weiter bohrte. Mir war nicht danach, das Thema auszuschlachten: Bevor ich das schaffte, würde es noch eine große Portion Stolz zu überwinden gelten.
    So ganz still neben jemandem sitzen, das tat ich zugegebenermaßen nicht oft. Neben Nate, manchmal, wenn wir uns nach einem anstrengenden Drehtag in stummer Einkunft ein paar Flaschen Bier teilten. Oder eben neben Scarlett. Ja, tatsächlich. Ein paar mal schon hatten wir in Ruhe und Gelassenheit nebeneinander im Bett gelegen, oft dann, nachdem wir miteinander geschlafen hatten. Mir war das nie unangenehm gewesen, erst jetzt im Nachhinein wurde es mir bewusst. Dabei hatte ich nie darüber nachgedacht, ob wir uns in diesen Augenblicken schlicht nichts zu sagen gehabt hatten - Oder ob einfach keine Worte nötig gewesen waren. So genau wusste ich das jetzt gerade auch nicht zu beantworten.
    Eine leichte Berührung riss mich aus den Gedanken, als Scarlett ihre Hand in meine schob. Es war eine so sachte, unschuldige Geste, dass ich mir ganz unwillkürlich erlaubte, darüber zu lächeln. "Hast du noch etwas zu trinken? Ich kann dir noch etwas holen, wenn du möchtest." Das waren vielleicht nicht die aller passendsten Worte, aber mir war nun doch danach gewesen, das Schweigen zu brechen. Ich hatte zu sehr darüber nachgedacht, ob die Stille gut oder schlecht war, hatte mich selbst zu sehr verunsichert. Manchmal war es Fluch und Segen zugleich, eine Gedankenwelt zu haben, die niemals ruhte. Sie erlaubte einem selten, einfach mal zu spüren. Ein Grund mehr, warum ich letzteres nie wirklich gelernt hatte.
     
  3. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Ash riss mich nun zum zweiten mal an diesem Abend aus meinen Gedanken und wieder wusste ich nicht ob ich ihm denn nicht dankbar dafür sein sollte. Ein Blick in meinen Becher verriet mir das mein Bier, welches ich mir vorhin geholt hatte, schon wieder leer war. "Wenn du mir ein Wasser bringen würdest, das wäre nett!" antwortete ich ihm auf seine Frage und schaffte es sogar wieder einigermaßen ehrlich zu Lächeln. Das Wasser würde ich noch trinken und dann würde ich nach Hause fahren. Der Gedanke an eine lange, heiße, Gedanken vergessende dusche war jetzt in diesem Moment wirklich sehr verlockend. Danach würde ich mich in mein Bett legen, die Decke bis über meine Ohren ziehen und weiter versuchen meine Gefühlswelt für einen Moment abzuschalten. Mein Blick ging wieder zu Ash, welcher anscheinend wieder im hier und jetzt angekommen war, seine leicht melancholische Stimmung hinter sich gelassen hatte. Wieder stahl sich ein Lächeln in meine eigentlich verwirrenden Gedanken.
     
  4. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    "Sehr gerne!" Es war ein kurzer, sanfter, aber bestimmter Druck meiner Hand, mit dem ich Scarletts sachte Geste erwiderte. Dann riss ich mich mit einem Ruck aus dem letzten Rest der Wehmut; verscheuchte sie wie Nebelschwaden, die durch einen Handwink ihre Form an die Luft verloren. Ash Dirnan saß nicht rum wie ein elendiger Jammerlappen und versank in Selbstmitleid! Es war der Alkohol, der mich zu oft meine Contenance verlieren ließ. Welch Dilemma, dass der feurige Whiskey so ausgesprochen gut schmeckte. Mit einem beinahe selbstgefälligen Lächeln kam ich auf die Beine. "Ich bin sofort wieder da."
    Der Schwindel in meinem Kopf war abgeklungen, meine Schritte fühlten sich sicherer an als noch vorhin. Ohne Hast trugen sie mich aus der Kulisse heraus und um die nächste Ecke, ich kannte das Studio wie meine Westentasche. Das nützt dir jetzt auch nichts mehr, du wirst es nie wiedersehen. Ruhe da drin! Leute grüßten mich, ich grüßte zurück, ich war in großzügiger Stimmung. An der Bar ließ ich mir zwei Flaschen Wasser geben und zahlte mit einem charmanten Lächeln. "Mr. Dirnan! Ich hatte gehofft, Sie bezüglich des Serienendes interviewen zu dürfen, hätten Sie - ?" "Ich komme nachher auf Sie zu, hören Sie? Ich sage Ihnen alles, was sie wollen und das liebend gerne, aber nicht jetzt. Der Abend ist noch jung! Haben Sie ein bisschen Spas auf der Party." Ich wusste nicht, ob mir jemand zurück in Johnnys Schlafzimmer folgte. Wenn, so war es mir egal.
    "Hier, bitte." Die eine Flasche behielt ich selbst, die andere reichte ich Scarlett, während ich mich wieder neben sie setzte. "Es ist ein wenig stillos, so mit Mineralwasser, aber ich würde gerne mit dir anstoßen."
     
  5. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Ich sah Ash nach als er verschwand um mir etwas zu trinken zu holen, doch bald schon war er aus meinem Blickfeld verschwunden, verschmolzen in dem Pulk der Menschen welche hier feierten. Vielleicht war es ja sogar ganz gut einen Moment für mich zu haben, in welchem ich mich wieder ein klein wenig sammeln konnte. Doch ich musste feststellen dass dies hier kein allzu geeigneter Ort war um sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Immer wieder gingen Leute durch das Set, einige waren Schauspieler welche anderen das Zimmer zeigten, so wie Ash es vorhin bei mir getan hatte, andere waren wohl auch Fans, denn sie machten Selfies vor irgendwelchen Postern, welche anscheinend eine besondere Rolle in der Serie spielten (oder auch nicht). Gerade als ich überlegte ob ich mein Handy aus meiner Tasche holen und einige Email checken sollte, hörte ich Ash´s Stimme. Eine kleine Erleichterung überkam mich, denn auch wenn ich vorhin gedacht hatte es wäre ganz gut einen Moment für mich zu haben, so waren mir die Blicke und die Anwesenheit der Anderen ein klein wenig zuwieder gewesen. Natürlich konnte man ja jetzt altklug behaupten, dass wenn man ein Schauspieler war, man damit rechnen musste im Lichte der Öffentlichkeit zu stehen und dass man im klaren darüber sein musste das der Mensch an sich äußert Impertinent war und es ihm recht egal war wie man sich gerade fühlte, ob man reden wollte oder ob man für ein Foto in die Kamera lächeln wollte. Doch dies hier war genau genommen nicht die Öffentlichkeit und hier war ich nicht dazu verpflichtet meinen "Job" zu tun.
    Ich musste Lächeln als mir Ash die Wasserflasche reichte und meinte es sei Stillos mit einer Wasserflasche anzustoßen, doch trotzdem hielt ich ihm die meine entgegen. "Auf was möchtest du denn anstoßen?" fragte ich ihn und sah ihn neugierig an.
     
  6. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Die kleine unfreiwillige Stillosigkeit schien Scarlett mir zu verzeihen, sogleich hielt sie mir ihr Wasser auffordernd entgegen. Ich machte schon Anstalten, die Flaschen leise aneinanderklirren zu lassen, ehe ich doch noch einmal zögerte, meine Wortwahl überdachte. Ja, Ash, auf was willst du denn anstoßen? "Auf das Ende dieser Ära... Aber nein, lieber auf die zukünftigen Projekte..." Fahrig wischte ich einen Tropfen Kondenswasser von der kleinen Flasche, verrieb ihn zwischen meinen Fingern. Ja, dass die Serie heute zuende gegangen war, war ein einschneidendes Erlebnis, aber wollte ich das hier wirklich nur darauf beziehen? Schließlich entschied ich mich: "Auf das was war und das was sein wird." Mit einem lockeren Kling stießen die Flaschen aneinander, auf meinen Lippen breitete sich ein Lächeln aus. Aus diesen Worten mochte Scarlett nun schließen, was sie wollte. Für mich jedenfalls hatten sie mehr als nur eine Bedeutung, nicht, dass ich das zugeben würde. Aber auch die junge Frau mit den Whiskeyaugen und ich hatten eine gemeinsame Vergangenheit bis zum heutigen Tag - und, naja, ich hoffte ganz insgeheim, dass sich unsere Wege auch in der Zukunft nicht trennen mochten. Wie ekelhaft kitschig. Ein Schluck des prickelnden Wassers tat gut in meiner rauen Kehle.
     
  7. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Auf das was war und das was sein wird. Wenige Worte aber doch so bedeutungsvoll. Was genau er wohl damit meinte? Einen kurzen Augenblick lang beobachtete ich Ash, wie er die Wasserflasche an seine Lippen hob und trank. Wahrscheinlich aber brauchte ich mir keine großen Hoffnungen darauf machen, dass Ash's Worte in irgendeiner Weise mit unserer "Beziehung" zutun hatten.
    Oh man, heute Abend war ich anscheinend wirklich sehr Emotional. Ich schallt mich innerlich selbst eine Närrin und hob nun auch meine Flasche an den Mund.
    Es würde wohl wirklich das Beste sein wenn ich mich bald verabschiedete und nach Haus fuhr.
     
  8. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Das kühle Wasser auf meinen Lippen. Die Kulisse, die mir zur Heimat geworden war, um mich herum. Scarlett neben mir. Irgendwie, auf eine prickelnde Art und Weise, die ich nicht ganz benennen konnte, fühlte es sich gut an, war der Moment schön. War es das? War ich gerade glücklich? Einfach so? Ein unsicheres Lächeln zuckte über meine Lippen, probierte aus, wie es sich dort machte. "Hey." Intuitiv legte ich einen Arm um Scarlett, zupfte leicht mit den Fingerspitzen an den dunklen Locken in ihrem Nacken, spielerisch. "Pass auf, ich will dich nicht einfach sitzen lassen, das wäre echt tierisch unhöflich." Seit wann interessierte Ash Dirnan denn sowas? "Aber es ist der letzte Tag hier, und die ganze Presse ist da, und die wollen, dass ich ihnen Interviews gebe, und ich..." Und ich hatte Lust drauf, verdammt nochmal! Ich wollte der ganzen Welt mein breitestes Lächeln zeigen, ich wollte in Anekdoten schwelgen, wie ich es gerade mit Scarlett im Privaten getan hatte, und alle daran teilhaben lassen. Es war mein letzter Tag hier, und den wollte ich genießen, mich noch einmal im Rampenlicht dieser Serie sonnen, wie ich es über Jahre hinweg getan hatte. "Wäre das okay?" Schon zuckte der Tatendrang in meinen Fingern, ich konnte kaum noch ruhig sitzen.
     
  9. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scar

    Seine Finger in meinem Nacken, wie sie sanft über meine Haut glitten, verursachten ein leicht wohliges Schaudern, welches mir durch den Körper rann. Die Berührung an sich war nur leicht, fast schon zart und doch...es fühlte sich an als wäre die Haut in meinem Nacken um einiges empfindlicher als sie sonst war. Ich drehte meinen Kopf leicht zu Ash, damit ich ihm in die Augen sehen konnte. Er lächelte breit und soweit ich es sagen konnte, war dies sein echtes Lächeln. Es war so ganz anders als sein unechtes Lächeln. Es war so jungenhaft, unbekümmert und ansteckend. Ich spürte wie meine Mundwinkel leicht zu zucken begannen, auch wenn ich nicht genau wusste wie ich nach seinen nächsten Worten reagieren sollte. Wollte er mich loswerden? Nein, auch wenn es oberflächlich vielleicht ein klein wenig so klang als würde er mir gerade sagen, dass unsere Zeit für heute Abend vorbei war, so wusste ich, dass es kein wirklicher Rausschmiss war. Vielmehr klang es so, als könne er es kaum erwarten noch einmal in seine alte Rolle zu schlüpfen. Er wollte die Fragen der Reporter beantworten und sich seinen wohlverdienten Ruhm einheimsen.
    Ich schüttelte leicht meinen Kopf und sah ihn nun mit einem sanften Lächeln an. "Nein, das ist schon in Ordnung!" versicherte ich ihm und legte ihm eine Hand auf die Wange. "Ich wollte eh langsam nach Hause, ich bin ein wenig geschafft von diesem Tag!" das war zumindest nicht ganz gelogen, doch ich wusste, dass es besser war wenn ich jetzt ging. Den ganzen Tag drehen, Levis, Ash...es war wohl besser, wenn ich jetzt ein wenig für mich war. Ich nahm meine Hand wieder von seiner Wange, da ich nicht wollte, dass die Reporter ihm auf einmal Fragen zu uns stellten, anstatt über das aus der Serie.
     
  10. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Dass Scarlett meine Worte nicht missverstand erleichterte mich ehrlich. Denn es war wirklich nicht so, dass ich sie loswerden wollte, im Gegenteil, ich genoss unsere gemeinsame Zeit. Aber ich wusste nun einmal auch, dass mir eine Chance wie heute, wo die gesamte Presse zusammenkam und aller Augenmerk auf mir lag, nicht mehr so schnell wiederkommen würde. Und so sehr ich diesen Tag, dieses Ende, im Vorfeld gefürchtet hatte (und verdammt nochmal, das hatte ich!), genauso sehr hatte ich mich auf diesen Abend gefreut.
    "Du bist die Beste!" Ich ergriff die Hand, die Scarlett eben noch an meine Wange gelegt hatte, und drückte einen kurzen Kuss darauf, ehe ich aufstand und die junge Frau ebenfalls auf die Füße zog. Aus den Augenwinkeln konnte ich die Reporter sehen, wie sie um das Set herumlungerten, ich wusste nicht, wie lange sie dort schon standen, was sie gesehen hatten, aber in diesem Augenblick war es mir egal. Gerade hätten sie mich alles fragen können und ich wüsste eine pfiffige Antwort darauf, ich fühlte mich selbstsicher wie ein junger Gott. "Mr. Dirnan", war prompt eine Stimme zu hören, "haben Sie Zeit für ein kurzes Interview?" Aber ja, nichts lieber als das! "Sofort", antwortete ich, ehe ich mich noch einmal Scarlett zuwandte: "Dann sehen wir uns bald wieder, ja?"
     
  11. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scar

    Ich ließ mir von Ash auf die Beine helfen und stand nun neben ihm, meine Hände um die Wasserflasche geschlungen, so als müsse ich mich an ihr festhalten. Die Stimme eines Reporters zog Ash's Aufmerksamkeit auf sich. Wenn ich ehrlich war, hätte ich damit gerechnet, dass er sich von mir ab und dem Reporter zuwenden würde. Doch das tat er nicht. Er blieb bei mir, drehte sich zu mir um und fragte mich ob wir uns denn bald wieder sahen. Ohje, es war wirklich gut wenn ich und meine betrübte Laune jetzt nach Hause fuhren, bevor ich Ash gedanklich noch mehr unrecht tat. Ich nickte ihm also zu und löste eine meiner Hände von der Wasserflasche und legte sie für einen kurzen Moment auf seine. "Genieß den Abend noch und lass dich feiern, du hast es dir verdient!" forderte ich ihn leise auf und zwinkerte ihm noch einmal zu, bevor ich mich nun von ihm loseiste und das Set verließ.
     
  12. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Für einen, vielleicht zwei Atemzüge sah ich Scarlett nach, wie sich sich ihren Weg durch das Set bahnte, das ich so gut kannte wie meine Westentasche. Dann atmete ich ein drittes Mal tief durch und wandte mich schließlich der Journalistin zu, die ungeduldig auf mich wartete. Diese Menschen hatten wirklich herzlich wenig Gefühl dafür, wann ihre Anwesenheit angebracht war. Und doch kam ich nicht umhin, das Gefühl zu genießen, wie sehr sie alle um meine Aufmerksamkeit buhlten. Eins der vielen Paradoxe des Berühmtseins. "Sie sind von der 'Smile', ja? Wie ist Ihr Name? Carmen? Sehr schön, Carmen. Wissen Sie, wo Sie hier stehen? Ich sage es Ihnen, das hier ist mein Kinderzimmer! Da lachen Sie, Carmen, aber es ist die Wahrheit. Ich habe hier in all den Jahren mehr Zeit verbracht als in meinem Elternhaus. Wissen Sie..." Sacht bettete ich eine Hand auf der Schulter der jungen Frau, die eifrig meine Worte mitnotierte, und führte sie mit einem gönnerhaften Lächeln durch die Kulissen.

    ***

    'Hier wurde ich vom Jungen zum Mann'

    Nachlässig blätterte ich durch den Artikel unter der ach-so-tiefsinnigen Überschrift, vier Seiten hatte die junge Frau zu füllen geschafft, deren Namen ich inzwischen längst vergessen hatte. Flüchtig glitten meine Augen über einzelne Worte, Sätze, Absätze, doch nur, um zu sehen, ob sie mir nicht die Worte im Mund herumgedreht hatte, um mich schlecht dastehen zu lassen, aber nein, das war nicht der Fall. Fotos der offenen Kulissen zeigten Blickwinkel, die dem normalen Serienzuschauer all die Jahre verborgen geblieben waren, während ich mir von dem großen Titelbild selbst entgegenlächelte. Nicht schlecht. Ich klappte das flatterige Magazin zu, streckte mich gähnend auf dem Sofa aus und warf die 'Smile' mit einer lockeren Handbewegung und mehr schlechtem als rechtem Zielvermögen auf den Stapel der restlichen Zeitschriften zu meinen Füßen, auf ein weiteres Bild meines Gesichtes auf einem der Cover. In den letzten zwei Wochen war es schwer gewesen, ein Magazin zu finden, das keine Titelstory über mich veröffentlichte. Eine Welle der Aufmerksamkeit, die ich durchaus genoss. Schade nur, dass sich davon nicht allzu viel in meinem Privatleben widerspiegelte.

    Es klopfte an meiner Zimmertür und mein Körper verkrampfte sich unwillkürlich. Wenn man vom Teufel sprach. "Was ist?" Langsam erhob ich mich vom Sofa, machte zwei Schritte auf die Tür zu und blieb auf halbem Wege zögernd stehen. Blake klopfte nicht, nie, er stürmte einfach in den Raum oder bekam einen Wutanfall, wenn er es nicht konnte, weil meine Tür abgeschlossen war, immerhin er konnte es also nicht sein und es war mir beinahe unangenehm, wie erleichtert ich über diese Erkenntnis war. Nichtsdestotrotz wäre ich über den Anblick meiner Mutter oder Walter nur geringfügig erfreuter. "Ash? Machst du auf?" Vorsichtig drückte sich von außen die Türklinke hinunter, erfolglos. Seth. Ich spürte Erleichterung in meiner Magengegend.
    "Was gibt's?" Ich entriegelte die Tür und ließ den Zehnjährigen hinein, der, wie ich auf den zweiten Blick feststellte, einige Konsolenspiele unter dem Arm trug. Sie sahen neuwertig aus, zwei waren noch in Plastik verpackt. "Ash, sieh nur! Mum hat mir die neue PlayStation gekauft, und drei Spiele! Ist das nicht lieb von ihr? Hast du Lust mit mir zu spielen?" Ich verzog das Gesicht. Ich brauchte mir nicht einmal die Frage zu stellen, woher Mutter das viele Geld hatte. Die Gage für die abgedrehte Staffel meiner Serie war eingegangen und ich hatte außer einem Taschengeld nicht viel davon zu sehen bekommen, ein Taschengeld, wohlgemerkt, das nicht einmal ansatzweise für eine neue Konsole gereicht hätte. "Man sollte meinen, du hättest nicht genügend andere Geschwister." "Bitte, Ash! Mit Blake will ich nicht spielen, er hat meine alte Xbox kaputt gemacht, weil ich einmal gegen ihn gewonnen habe, und Sam findet, das sei blöder Jungskram." Etwas anderes durfte man von einer Dreizehnjährigen wohl auch nicht erwarten. Ich schluckte. "Haben die anderen auch etwas bekommen?", fragte ich lahm und konnte beobachten, wie Seths Augen sich weiteten: "Du etwa nicht? Sam hat eine Handtasche bekommen, Blake und Walter jeweils ein Handy, und Mum hat sich eine Kette und Ohrringe gekauft." "Doch, doch, natürlich, ich auch, ich..." Aber zum Glück interessierte den Kleinen meine Antwort sowieso nicht, er hatte nach meiner Hand gegriffen und zog mich bettelnd in Richtung seinen Zimmers. Die nächsten zwei Stunden ließ ich mich erfolgreich bei Autorennen besiegen.

    Das Abendessen verlief ebenso schweigend wie schon in den letzten Tagen, zumindest von meiner Seite aus. Blake beschwerte sich laut und obszön über alles, über das sich ein Mensch bei einem einfachen Abendessen zu beschweren vermochte, Sam legte eine pubertär demonstrativ genervte Einstellung gegenüber der gesamten Familie an den Tag und schob Seth dann doch ihren Nachtisch zu, als sie glaubte, dass niemand hinsah, Mutter war beim vierten Glas Rotwein und konnte irgendwann nicht mehr die Finger von Walters Oberschenkel nehmen, und ich traute dementsprechend kaum meine Ohren, als sie mich plötzlich ansprach. "Ash, Baby, ich hatte gute Laune und habe Geschenke für alle gekauft. Deins liegt dort drüber." Ich war zu überrascht, um auf Blakes Empörung zu reagieren, der mir, obwohl er selbst schon etwas bekommen hatte, trotzdem nichts gönnen wollte. "Danke, Mum." Ich räumte meinen Teller in die Spülmaschine, dann schnappte ich mir das Päckchen und verzog mich auf mein Zimmer. Blakes Gezeter hallte mir noch in den Ohren, als ich die Tür abschloss.

    Es war nicht selbst eingepackt, das wiederkehrende Logo eines Geschäftes auf dem Klebeband verriet es, aber das würde ich meiner Mutter nicht zum Vorwurf machen. Vorsichtig öffnete ich das Geschenkpapier. Ein Gefühl sank mir schwer in den Magen. Es dauerte einen Augenblick, bis ich es als Enttäuschung identifizieren konnte. Desinteressiert warf ich die DVDs auf mein Bett und zog mein Handy hervor. Ich brauchte ein bisschen Bewunderung. Und Se.x.

    "Wird es ein Kinofilm?"
    "Ein Mehrteiler für's Fernsehen."
    "Oh, wow, das ist so cool!"
    Ich wusste nicht, ob ihr Staunen echt war, ob das leise Seufzen von Anerkennung herrührte oder davon, dass meine Lippen ihren Körper immer tiefer hinabwanderten, aber es war mir egal. Sacht glitten meine Zähne über die zarte Haut ihres Bauches, bissen leicht hinein und entlocken der Blondine ein Aufstöhnen. Meine Finger spreizten forsch ihre Schenkel, die Spitze meines Zeigefingers spielten um ihren Eingang, mein Atem bließ warm gegen ihre Perle und ganz kurz wagte ich es, sie mit meiner Zunge zu streifen, ehe ich mich auf den Rücken drehte, die Hände im Haar des Mädchens vergrub und sie an mir hinabdrückte. Ich war heute nicht in Geberlaune.

    ***

    "Möchtest du Frühstück?"
    "Was? Nein."
    Träge öffnete ich die Augen, blinzelte in ein Zimmer, das nicht meines war, suchte nach der Quelle der Stimme, die gesprochen hatte, blickte erst in das Gesicht eines nackten Mädchens und dann ohne Scheu an ihrem Körper hinunter. Ich war noch nicht einmal wach und wurde schon wieder hart. "Ich kann uns Pfannkuchen machen. Wir haben Ahornsirup aus Kanada, weil mein Vater-" Mit einem Ruck zog ich die Blondine an mich heran, presste mich gegen sie, ließ sie spüren, wofür ich hier war, ehe ich sie auf alle Viere zwang und mich hinter ihr positionierte.
    "Gehst du heute Abend auf die - Oh, Gott, Ash! - auf die Party?"
    "Was für eine Party?"
    "Von - oh! - Danny Keating."
    "Ich überlege es mir, jetzt hör auf zu reden."
    Eine halbe Stunde später knöpfte ich meine Hose zu und lief in Richtung Tür.
    "Was ist jetzt mit der Party, Ash?"
    "Ich denke, ich werde ihr einen Besuch abstatten. Aber nicht in deiner Begleitung."

    "Rührei mit Speck und Kaffee. Schwarz. Und gefälligst richtig heiß."
    Ich ließ mich in eine Nische des American Diner fallen, streckte die Füße aus, zückte mein Smartphone und scrollte zu Scarletts Nummer.

    Hast du von der Party bei Danny Keating heute Abend gehört?
     
    Zuletzt bearbeitet: 26 Dez. 2019
  13. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Die Tage nach der Set-Party waren reichlich angefüllt mit Terminen und dem Filmdreh, so dass ich meine Gedanken relativ schnell wieder in die richtigen Bahnen lenken konnte. Ja, mich hatte es etwas aus der Bahn geworfen als ich Lewis auf der Party gesehen hatte und auch die Tatsache, dass Ash und ich uns auf einer gewissen Ebene (welche genau das war, hatte ich zwar selbst noch nicht so ganz herausfinden können) näher kamen war wohl an dem Abend ein wenig zu viel auf einmal gewesen. Zuerst hatte ich tatsächlich überlegt ob ich mich denn nicht ein letztes Mal mit Lewis treffen sollte, die Sache quasi ein für alle mal "abhaken", doch ich hatte mich dagegen entschieden. Was würde es schon bringen? Die Sache war vorbei und das war gut so, da musste man nicht ein weiteres mal "ein letztes Mal" reden.

    Gähnend schlurfte ich aus meinem Schlafzimmer in die Küche. Mein Haar war verstrubbelt, mein rosa Schlafanzug mit den kleinen Häschen drauf zerknittert und ich einfach nur froh einmal einen Samstag frei zu haben. Brummend erwachte meine Kaffeemaschine zum leben und ich sah fast schon wie in Trance dabei zu wie der Kaffee, Quell des Lebens langsam in meine Tasse lief. Das Geräusch tappender Pfoten auf dem Parkett ließ mich von meiner Kaffeetasse aufschauen und ich lächelte als ich sah wie der Bernhardiner gemächlich in die Küche trottete.
    Das Vibrieren meines Handys zog meine Aufmerksamkeit auf sich und mit einem Stirnrunzeln las ich die SMS von Ash und tippte sogleich meine Antwort.

    Jetzt wo du es sagst, kommen da wieder wage Erinnerungen an eine Einladung hoch!
    Warum?
     

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