[RS] My life is like a cupcake factory!

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von RoBabeRo, 5 Jan. 2013.

  1. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    "Scarlett, können wir los?" hörte ich Gregs Stimme, welcher seinen Kopf zur Tür herein streckte und mich mit seinem jugendhaften Grinsen ansah. Wir waren vor einer halben Stunde mit dem Drehen fertig geworden und nun würden einige von uns Darstellern, aber auch Set Personal, vier Hallen weiter an einer Party teilnehmen, welche zu ehren des Drehschlusses von Ash´s Serie stattfand. Ash. Ich hatte ihn seit dem Abend in meinem Auto weder gehört noch gesehen, doch ich schob es eher auf die Tatsache dass er wohl kurz vor Drehende noch einen Haufen arbeit gehabt hatte und einfach keine Zeit gefunden hatte sich anderen Dingen zu widmen.
    "Ich bin gleich fertig!" versicherte ich meinem Kollegen mit einem Lachen. Greg schien zufrieden mit meiner Antwort, zog seinen Kopf wieder zurück und schloss die Tür des Maskenraums wieder. Viel Zeit zum Umziehen hatte ich nicht gehabt, weshalb ich nur mein hübsches, smaragdgrünes Kleid und das enge Korsett, welches ich darunter trug, gegen normale Unterwäsche und ein schwarzes Red Hot Chillipeppers T-Shirt in Kombination mit einer dunkelblauen Jeans tauschte. Zeit meine Frisur zu ändern, welche ich noch im Stil der 1914er Jahre ganz im griechischen Stil: al Aphrodite trug, also im Nacken eine Art kunstvoller Knoten und kleine vorwitzige Löckchen, welche sich aus der Kunstvollen Frisur herausstahlen, hatte ich nicht mehr. Hätte ich die Frisur geöffnet, hätte ich zuerst meine Haare waschen müssen, denn einige Liter an Haarspray sorgten dafür dass jedes Löckchen genau dort war wo es sein sollte. Mein Make-up änderte ich auch nicht wirklich, nur dass ich etwas Lippenstift auf meine Lippen gab. Als ich fertig war, schlüpfte ich in meine Schuhe und verließ mit einem Gruß an die Visagistinnen und zwei Darstellerinnen, welche sich aus den Kleidern helfen ließen die Maske. Vor dem Raum warteten schon einige Kollegen, unter anderem Greg, Richard und Sally. Sally spielte im Film eine Art Nebenbuhlerin von mir und ihre Rolle war die einer sehr einsamen, sehr verbitterten jungen Frau, welche im laufe des Filmes einen herben Absturz erleben sollte. Doch in wirklichkeit war Sally das komplette gegenteil und ich hatte sie wirklich lieb gewonnen. "Ich bin soweit!" meinte ich und kurz darauf setzte sich unsere kleine Gruppe in Bewegung. Natürlich würden nicht nur wir vier zu der Party gehen, doch die Anderen waren entweder schon dort, oder würden nachkommen.
    Als wir die Halle betraten, in welcher das Set von Ahs Serie noch aufgebaut war, erwischte ich mich dabei wie mein Blick sofort suchend durch den Raum glitt. Doch ich sah ihn nicht. War er nicht da? Doch ich würde meine Suche nicht fortsetzen können, denn zuerst fragte mich Richard was ich denn trinken wollte und dann wurde ich sofort in ein Gespräch verwickelt, als einer der Schauspieler aus der Serie auf uns zukam um uns zu begrüßen.
     
  2. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Mein Ausdruck war ein beinahe gelangweilter, während ich die Leute zu meinen Füßen beobachtete, aber kein einziges Mal sah irgendjemand zu mir hoch. Mit jeder Minute strömten mehr Menschen in die Halle, von denen ich längst nicht alle kannte. Auch die Darsteller und Crewmitglieder der benachbarten Sets mussten eingeladen sein, stellte ich mit einem kaum merklichen Stirnrunzeln fest, und, natürlich, ich hätte damit rechnen müssen; wie negativ wäre es auf uns zurückgefallen, die Halle abzuriegeln, die Elite zu spielen und die, die im Grunde doch so etwas wie unsere Kollegen waren, auszuschließen. Hieß das, dass Scarlett auch da sein würde? Das Stirnrunzeln vertiefte sich.
    Ich nahm noch einen Schluck von dem Whiskey, ehe ich das Glas entschlossen neben mir auf der Treppenstufe abstellte. Die Kontaktlinsen, die ich für die Rolle als Johnny tragen musste, nein, hatte tragen müssen, hatte ich vorhin herausgenommen, denn ich vertrug sie auf Dauer nicht gut, aber davon abgesehen hatte ich nicht einmal die Kleider der Serienfigur abgelegt. Und wenn ich mir die Garderobe meiner Mitdarsteller so ansah, wie sie breit lächelnd, einen Arm um ihre Partner gelegt, in so manche Pressekamera strahlten, kam ich mir in dem einfachen T-Shirt doch etwas underdressed vor. Die verfluchte Presse. Dass die hier in Hollywood wirklich so keiner Gelegenheit fernbleiben konnte.
    In einer flüssigen Bewegung zog ich mir ebenjenes Shirt also über den Kopf, griff nach dem Hemd, das Nate mir gebracht hatte und das ich stattdessen überzog. Meine Finger brauchten mehrere Anläufe, um all die dummen, kleinen Knöpfe zu schließen - Der Alkohol hatte schon seinen Einfluss auf mich genommen. Gerade überlegte ich, ob ich es überhaupt versuchen sollte, auch noch die Krawatte zu binden, als mein Blick zufällig noch einmal über die plaudernden Menschen glitt - und an einer Person hängen blieb. Sie war da.
    Das halbgefüllte Glas in der einen, die Whiskeyflasche und die Krawatte in der anderen Hand, stolperte ich die Treppe herunter. Einmal geriet ich in's Schwanken, aber ich fiel nicht; das hätte mir auch gerade noch gefehlt. So gerade wie möglich steuerte ich auf die kleine Gruppe zu. "Mia", grüßte ich meine Kollegin, und wenn ich ihren Blick richtig deutete, war sie genauso überrascht, dass ich ihren Namen kannte, wie ich, "hast du unseren Gästen etwas zu Trinken angeboten?"
     
  3. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Einige Andere Leute hatten sich noch zu uns gesellt und es wurden zuerst die typischen Höflichkeiten ausgetauscht, doch bald war das Eis gebrochen und man lachte zusammen über kleine Anekdoten, welche die Schauspieler der nun abgedrehten Serie von sich gaben. Eigentlich hatte ich mir nur kurz etwas zu trinken holen und dann nach Ash suchen wollen, doch dann kam auf einmal alles ganz anders. Ash tauchte von selbst auf. Und er war eindeutig angetrunken. Eine junge Frau, welche er als Mia ansprach drehte sich leicht zu ihm um und wie ich feststellte hatten die Anderen kaum etwas von Ahs Auftritt mitbekommen, denn sie waren anscheinend gerade in eine heftige Debatte über bestimmte Kameraeinstellungen vertieft. Mein Blick fiel auf Ashs Hemd, welches völlig schief geknöpft war und so aussah als hätte er es sich nur schnell und fahrig übergestreift. Hatte er es denn ausgezogen gehabt? Vor meinem inneren Auge tauchte plötzlich das Bild von Ash mit einem Gesichtslosen Mädchen auf, wie sie sich an irgendeinem abgelegenen Ort vergnügten und er sich danach sein Hemd wieder anzog. Ich runzelte die Stirn und spürte den boshaften biss der Eifersucht, welche sich in mein Innerstes brannte. "Du scheinst ja die Bar schon gefunden zu haben!" entgegnete ich Ash und mein Blick glitt zu der Whiskeyflasche, welche weit entfernt davon war als voll zu gelten.
     
  4. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Wie sie alle dort zusammen herumstanden wie eine Herde dummer Schafe, zusammengetrieben von Hunden, ohne sich auch nur daran zu stören. Wie albern sie alle über die oh-so-lustigen Anekdoten meiner ach-so-tollen Kollegen kicherten, völlig davon eingenommen, so sehr, dass sie mein Auftreten nicht einmal bemerkten. Mich nicht bemerkten. Es war so lächerlich, dass ich ihnen am liebsten vor die Füße gekotzt hätte, und das war ganz sicher nicht dem Alkohol geschuldet, denn ich kotzte nie vom Trinken. Er trug höchstens noch zu meiner missmutigen Laune bei, verstärkte sie - und machte es irgendwann schwieriger, sie hinter'm Berg zu halten.
    "Ash, dein Hemd..." Mia hatte ihre Stimme zu einem leisen Murmeln gesenkt. Sie streckte eine Hand nach mir aus, aber ich entzog mich ihr mit einer eindeutigen Geste. Wer glaubte sie, dass sie war! Ich war Ash Dirnan, ich war hier der Star, und sie sollte sich geehrt fühlen, dass ich auch nur in ihrer Nähe stand - Aber mich anfassen? Oh, bitte. "Habe ich", antwortete ich Scarlett leichthin auf ihren Kommentar, ignorierte Mia, ein breites Lächeln legte sich auf meine Lippen, nein, noch war ich nicht so betrunken, dass ich die Kontrolle über meine Mimik verlor. Ich war Schauspieler, du meine Güte, und noch dazu ein verdammt guter, wollte ich meinen; vermutlich war diese Kontrolle das allerletzte, was ich jemals verlieren würde. "Allerdings bin ich ein wenig enttäuscht von meinen Kollegen, dass hier niemand die Höflichkeit besessen hat, euch Gästen auch etwas anzubieten." Nimm das, Mia. Das kommt davon, mich anfassen zu wollen. Das Mädchen verzog kaum merklich das Gesicht. "Ash, bitte, dein Hemd..." Was hatte sie denn zum Teufel mit meinem - ?! Oh! Ich verstand schon. Die Krawatte. "Halt mal." Ich drückte der verdutzten jungen Schauspielerin die Whiskeyflasche in die Hand, ehe ich mir die Krawatte um den Hals legte. Etwas umständlich, ohne das halbvolle Glas aus der Hand zu geben, band ich sie, locker. Vielleicht ein bisschen schief, aber das konnte genausogut moderne Lässigkeit sein. Morgen würden es alle tragen. Ich war ein gottverdammter Trendsetter!
    Immerhin, jetzt, allmählich, wandten sich auch die anderen Teilnehmer dieser albernen Runde mir zu. Glückwünsche wurden laut, Hände wurden mir entgegengestreckt, die ich schüttelte. Ging doch. "Ja, ja, danke. Also, wem darf ich etwas zu trinken anbieten?" Scarlett zu kennen, war eine Sache; wie gut wir uns kannten, sollte ich in dieser Runde wohl lieber nicht allzu deutlich machen.
     
  5. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Wenn ich gerade wirklich gedacht hatte diese kleine Einlage würde glimpflich ablaufen und keiner der Anderen würde mitbekommen was hier gerade los war, so hatte ich tatsächlich nicht mit Ash gerechnet. Zuvor hatte ich noch gedacht Ashs derangiertes Erscheinungsbild rührte daher, dass er ein Stelldichein mit einer anderen Frau gehabt hatte. Doch je länger ich ihn Stirnrunzelnd beobachtete, die leisen fast schon flehenden Worte seiner Kollegin hörte, desto mehr wandelte sich das Bild vor meinem inneren Auge. Nein, Ash hatte kein Téte-a-Téte hinter sich. Er war einfach nur sturzbetrunken. Fast schon fügten sich die Puzzelteile wie von selbst in meinem Verstand zusammen. Das hier war die Party zum Drehende von Ashs bisherigem Leben und allem Anschein nach war das hier seine Art damit umzugehen. Doch noch etwas viel mir auf: Ash schien in ein altes Muster zurück zuverfallen. Er sah seine Kollegin an als wäre sie den Boden auf welchem er wandelte nicht wert, schien von sich und seinem Gehabe, seinem furchtbar schlecht aufgesetzten Lächeln und seiner schrecklich aufgeblasenen Art mehr als nur ein bisschen begeistert zu sein. Meine Damen und Herren, willkommen in der Ash Dirnan Show!
    Mein Stirnrunzeln vertiefte sich noch ein klein wenig mehr, als ich beobachtete wie er sich seine Krawatte irgendwie um den Hals hängte, bevor er von den Anderen richtig wahr genommen wurde. Ich sah zu wie er sich feiern ließ und ein Teil von mir gönnte ihm das auch. Er hatte es verdient, hatte lange und hart dafür gearbeitet um nun hier stehen zu können und sich beglückwünschen zu lassen. Doch ein anderer Teil von mir, ein Teil welcher nun die Oberhand gewann, wollte ihn schützen. Er war betrunken und völlig derangiert. Ein noch besseres Futter konnte man der Presse doch gar nicht vor die Füße legen! Aber nein, ich wollte nicht das er Morgen in aller Munde war weil Ash Dirnan bei der Abschiedsfeier seiner Serie abgestürzt war, nein, soetwas hatte er nicht verdient, auch wenn er es sich selbst zuzuschreiben hatte. Ich musste einschreiten. Vorsichtig legte ich eine Hand auf seine Schulter. "Ash, hast du einen Moment?"
     
  6. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Ich hätte die Rolle über Jahre hinweg gut gespielt, sagte einer. Man hätte wirklich einen Fortschritt im Laufe der Zeit bemerkt, ergänzte ein anderer. Richtig, richtig so, dachte ich. Gebt mir eure Komplimente. Ihr liebt mich. Ich weiß es.
    Aber wenn sie mich liebten... warum sahen sie mich dann so komisch an? Warum warfen sie einander unsichere Blicke zu? Hatte ich was zwischen den Zähnen, oder - Meine Hand wanderte an meinen Hals, unsicher, fast erschrocken, aber, nein, nein, alles gut; die Kette mit dem Ring war noch da.
    Ash, hast du einen Moment? "Scarlett! Aber ja, natürlich." Und schon waren die seltsamen Blicke vergessen. Scarletts Hand auf meiner Schulter, anders als Mia schüttelte ich sie nicht ab. Das war doch noch im Rahmen, oder? Das war doch noch in Ordnung. Nur, weil wir uns kurz zu zweit unterhielten, wusste noch niemand, wie oft wir schon miteinander ins Bett gegangen waren. Hier konnte ja keiner Gedanken lesen. Sowas gab es ja in Wirklichkeit gar nicht. Auch nur so ein Konstrukt der Filmindustrie - genau wie die Sache mit der Liebe. "Entschuldigt mich kurz." Mit diesen Worten wandte ich mich von der Gruppe ab. Nicht ohne Mia im Weggehen die Whiskeyflasche wieder aus der Hand zu nehmen.
    "Ich wusste gar nicht, dass du auch kommst, Scarlett. Ich hoffe, dir gefällt die Feier. Das Essen von dem Caterer soll echt gut sein, sagt Nate, hast du es probiert? Ich noch nicht, eigentlich wollte ich mich ja sowieso gar nicht hier blicken lassen, aber dann hab ich dich gesehen."
     
  7. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Ich unterdrückte einen Seufzer der Erleichterung als Ash sich zu mir umdrehte und sofort und ohne zögern Zeit nur für mich hatte. Sanft aber bestimmt legte ich eine Hand auf seinen Arm, hielt ihn fest, knapp über seiner Hand und zog ihn vorsichtig mit mir und weg von den Leuten, welche uns Gott seis gedankt, nicht mehr beachteten. Während ich ihn vorsichtig am Arm weiter manövrierte, musste ich ehrlich gestehen dass die Versuchung meine Hand in die seine zu schieben sehr groß war. Doch das durfte ich nicht zulassen, nicht heute, nicht in in Ashs Zustand. Mir war allein diese Geste viel zu Intim, zu vertraulich und zu wertvoll als das ich zugelassen hätte dass zufällig jemand ein Bild von unseren ineinander verschränkten Händen gemacht hätte und dies Morgen in der Klatschpresse zu sehen war.
    Ich lotste ihn also weiter von den Leuten weg und am Ende unserer Reise befanden wir uns in einer Kulisse, welche wohl ein Schlafzimmer darstellen sollte. Ich hatte diesen Ort nicht mit Absicht gesucht, sondern ihn ausgewählt weil hier keine anderen Leute waren, welche uns beobachten konnten. Ash quasselte derweil vor sich hin, erzählte mir von dem Essen das Heute serviert wurde und dass irgendein Nate meinte es sei echt gut. Ich konnte nicht anders und ein kleines Schmunzeln stahl sich auf meine Lippen, während ich Ash mit liebevollem Blick musterte. "Vielleicht hätte dir ja eine Unterlage gar nicht schlecht getan!" merkte ich belustigt an und deutete auf seine Whiskeyflasche, bevor ich mich nun vor ihn stellte. Ich hob meine Hände an und legte sie vorsichtig auf Ashs Brust, spürte ich ich einen kleinen Moment verharrte, den Moment für mich auskostete, bevor ich damit begann die Knöpfe seines Hemdes zu öffnen. Viele Knöpfe waren es nicht, welche ich zu öffnen hatte, da Ash die Hälfte vergessen hatte zu schließen. Der Anblick seiner Brust ließ mich einen kurzen Moment inne halten, doch ich widerstand dem Drang meine Hände auch auf seine warme Haut zu legen um ihn zu spüren. Ich hob also wieder meinen Blick von seiner Brust und sah Ash in die Augen und erinnerte mich dann an einen Satz, den er vorhin gesagt hatte. "Du bist also nur noch hier, weil ich hier bin?" fragte ich ihn sanft und begann damit die Knöpfe seines Hemdes wieder ordentlich zu verschließen. Als das Hemd geknöpft war, fasste ich nach der schlampig gebundenen Krawatte und zog ihn mit einem Koketten Lächeln etwas näher an mich heran, sodass uns nun nur noch wenige Zentimeter von einander trennten. Mein Blick hielt immer noch den seinen Gefangen, während ich seinen Kragen nach oben stülpte, ihm die nun offene Krawatte wieder um den Hals legte und gekonnt einen Windsor Knoten band. "Darf ich das als Kompliment auffassen?" fragte ich nun noch leiser und spielte damit auf meine Frage an ob er denn nur noch wegen mir geblieben war. Konnte es also wirklich sein dass Ash mich gebauso gerne in seiner Nähe hatte wie ich ihn? Der Gedanke daran dass es so sein konnte trug dazu bei das mein Körper von einem geradezu lächerlich schönem Glücksgefühl durchrieselt wurde. Als die Krawatte fertig gebunden war, strich ich den Hemdkragen wieder nach unten und lies meine Hände über seine Schultern streifen, gab vor das Hemd noch einmal glätten zu wollen, derweil musste ich zugeben dass ich die Berührung noch einen Moment hinauszögern wollte, bevor ich dann meine Hände von ihm nahm.
     
  8. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Das hatten wir schon mal, dachte ich unwillkürlich, als ich Scarletts Finger um mein Handgelenk spürte, wie sie mich sanft, aber bestimmt von den anderen Leuten wegführte. Damals, auf der Gala, als wir uns zum ersten Mal nahe gekommen waren; auch da war sie diejenige gewesen, die die Führung übernommen, mich in den dummen, kleinen Abstellraum gezogen hatte. Ich erinnerte mich noch daran, wie sehr es mich beeindruckt hatte, eine Frau einmal so die Führung übernehmen zu sehen, und auch noch an andere Gefühle erinnerte ich mich: Das der Wut, weil sie mich Monate zuvor abgewiesen hatte, und dann das der regelrechten Erleichterung, als ich Scarlett endlich, nach all dem Warten, hatte küssen können. Ich war dumm gewesen, damals, naiv und jung und zu sorglos für diese Welt. Und jetzt? Jetzt war ich ein bisschen älter, ein ganzes Stück besorgter; aber als ich Scarletts Hände auf meiner Brust spürte, durchrieselte mich das gleiche Verlangen wie schon immer in ihrer Nähe. Von ganz alleine, völlig unwillkürlich, schmiegte ich mich in ihre Berührung, neigte sich mein Kopf in ihre Richtung, leicht zur Seite, um besser mit den Lippen an ihre Wange zu gelangen; - und gerade im letzten Augenblick riss ich mich selbst zurück. Mit einem Ruck, wie einen hässlichen Hund an einer Leine, nur ein kleines Stück, hielt mich gerade so davon ab, ihre feine Haut zu schmecken. Dumm, dumm, dumm. Du bist immer noch so schrecklich dumm, Ash.
    "Ich hab dich von oben gesehen", wiederholte ich, als sei das die Antwort auf ihre Frage, als sei das die Antwort auf alle Fragen und vielleicht war sie das ja auch, irgendwo, in einem anderen Universum. Ich ließ zu, dass Scarlett mein Hemd neu knöpfte, und wenn ich in diesem Moment begriff, warum sie das tat - dass es falsch geknöpft gewesen war, dass mir das peinlich sein sollte -, dann nur in einem so kurzen Gedanken, der mir wieder entglitt, noch ehe ich ihn hätte greifen können. "Deswegen hab ich mich dann schnell umgezogen. Sonst wäre ich ja gar nicht hier. Ich wollte nicht auf die blöde Party." Ich hätte wollen sollen, das wusste ich schon. Ich hätte die Aufmerksamkeit genießen, mich im Rampenlicht sonnen, Autogramme verteilen sollen und mich von allen Seiten für die letzten Jahre loben lassen. Die Chance, genau diese Chance, würde nie wieder kommen, ich ließ sie gerade einfach so verfallen und ich ärgerte mich darüber, ärgerte mich über mich selbst, sehr sogar. Aber jetzt, fuck, jetzt war ich betrunken, ich hatte eine halbe Flasche Whiskey geleert, ich war betrunken und nicht gerade salonfähig und der Frust stieß mir bitter wie Galle auf.
    Fahrig, ziellos glitt mein Blick über die junge Frau vor mir, fand ihre Augen erst, als sie mich ansprach, ob sie das als Kompliment auffassen dürfe, wollte sie wissen. Keine Ahnung, wollte ich antworten, ich hab doch keine Ahnung von irgendwas, was hier gerade passiert. Mit der Krawatte hatte sie mich näher an sich herangezogen, ihr Blick hielt den meinen fest, ihre Whiskeyaugen, an denen man sich genauso betrinken konnte wie an dem echten Getränk. Ich spürte Scarletts Wärme und ihre Finger an meinen Schultern und das Gefühl von Enge in meiner Brust, das mich kaum noch atmen ließ. "Ich hasse es, wie die Leute durch die Kulissen trampeln, weißt du?" Beinahe anklagend deutete ich mit einer vagen Geste um mich, auch wir standen in einem der Kulissenräume, das Schlafzimmer von Johnnys Eltern. "Das nervt mich so an dieser Feier. Sie machen alles dreckig und sie machen die Continuity kaputt. Das fällt den Zuschauern doch auf, wenn nächstes mal nicht alles so steht wie in der Szene davor, ich meine - " Ich unterbrach mich selbst, ehe ich ein resigniertes Seufzen ausstieß. Ach, ja, schon gut. Wir würden die Kulissen ja sowieso nicht mehr brauchen.
     
  9. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Seine Erklärung dass er mich gesehen, sich schnell das Hemd übergeworfen und sich entschieden hatte doch zu bleiben führte dazu das mir einen Moment die Luft fehlte. Ich musste ehrlich zugeben dieses, Geständnis ging mir viel Näher, berührte mich viel mehr als Ash in seinem jetzigen Zustand wohl je angenommen hätte. Es war wohl wahrlich keine Liebesbekundung oder ein Hinweis darauf dass er größere Gefühle für mich hegte, doch es hieß dass ich ihm etwas bedeutete, ihm vielleicht sogar wichtig war. Meine Hände, welche gerade noch über seine Brust gestreift waren kribbelten leicht als ich sie Anhob und sanft an seine Wangen legte. Seinen Blick immer noch von dem meinen Gefangen beugte mich nach vorne und berührte seine Lippen mit den meinen. Es war nur ein zartes Streifen, ein Hauch, eine Liebkosung. Als ich mich von ihm löste, leckte ich zart mit meiner Zunge über meine Lippen, auf welchen ich noch den vollmundigen Geschmack des Whiskey schmecken konnte. Vielleicht war ich gerade zu leichtsinnig gewesen, denn jeden Augenblick hätte uns jemand sehen können, doch es war niemand aufgetaucht. Meine Hände glitten sanft hinunter zu seinem Nacken, verweilten kurz und nestelten seinen Kragen zurecht, bevor ich mich noch einmal dazu zwang meine Hände von seinem warmen Körper, welcher sich tatsächlich immer mehr zu meinem Kryptonit zu wandeln schien, zu lösen. "Aber sie trampeln doch nicht einfach durch!" erwiderte ich leise, da ich immer noch so nah bei ihm stand. "Sie liebten die Serie und werden es wohl auch noch viele viele Jahre lang tun. Aber nur heute haben sie ein letztes Mal die Chance den Ort zu sehen an welchem ihre Lieblingsserie entstanden ist!" oh man, selbst in meinen Ohren hörte es sich lahm an. Doch was hätte ich denn anderes sagen sollen? Die Wahrheit? Das er recht hatte und mit steigendem Alkoholpegel der Beteiligten immer mehr Requisiten in Handtaschen verschwinden würden, irgendwelche Leute in den Betten liegen würden, sich dabei fotografierten und diese Bilder mit irgendwelchen angeberposts wie: "Johnny wo bleibst du, ich liege schon in deinem Bett!", in den sozialen Netzwerken hochladen würden. Nein, so etwas würde ich ihm nicht sagen.
     
  10. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Völlig unfähig, zu reagieren, ließ ich den zarten Kuss geschehen; er war schon vorbei, ehe ich mir seiner recht bewusst wurde. Eine hauchfeine Berührung, die kaum den Namen 'Kuss' verdient hatte, die ich vermutlich gar nicht verdient hatte. Gerne hätte ich ihn hier und jetzt erwidert, vertieft, aber das ging nicht; nicht, wenn so viel Presse in der Nähe war. Ich zupfte die Krawatte um meinen Hals zurecht, kaum, dass Scarlett ihre Hände von meinem Hemdkragen löste, obwohl ich wusste, dass sie bereits perfekt saß. Ein leichtes Räuspern drang kratzig und ungelenk aus meiner Kehle, ehe ich ein leises "Danke" murmelte. Natürlich bezog es sich nur auf das Richten meiner Klamotten - Worauf denn auch sonst.
    Okay. Okay. Ich hatte mich wirklich etwas zu sehr von dem Rausch des Alkohols davontragen lassen. Aber eigentlich war ich noch nie jemand gewesen, der jemals gänzlich die Kontrolle über sich selbst verlor, und das würde sich ausgerechnet heute auch nicht ändern, also, Contenance, Ash! "Ich wünschte, ich könnte dir glauben, was das angeht, aber wir wissen es doch insgeheim beide besser." Resigniert fuhr ich mir mit den Fingern von vorne nach hinten durch die hellen Haare, atmete tief ein und aus. "Ich sollte mir irgendwas mitnehmen. Irgendwas, was mich an die Serie erinnern wird, und das am besten, bevor es jemand anderes tut. Ich dürfte das ja sogar." Ich wusste nur nicht, was, das war das Problem an der Sache. "Und du solltest die Party genießen und das Essen von dem Caterer probieren, den Nate extra ausgesucht hat, und mit deinen Kollegen quatschen und..." - Und, was Ash? - "...und so. Dafür bist du doch hergekommen." Mein Blick war leicht glasig, fürchtete ich, aber das milde Lächeln auf meinen Lippen war schon fast wieder filmreif. Langsam ließ ich mich auf die Bettkante sinken, hob die Whiskeyflasche, die ich die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte, in meinen Schoß, und zupfte fahrig mit dem Finger am Etikett herum. "Ich hab noch eine angefangene Flasche zu leeren. Vielleicht komme ich dann nach. Obwohl ich es danach vermutlich erst recht nicht mehr sollte."
     
  11. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Ich beobachtete wie Ash sich durch sein Haar fuhr und dabei tief ein und aus atmete, bevor er sich auf das große Bett setzte. Ich konnte mir ein kleines, schalkhaftes Lächeln nicht verkneifen als er davon begann dass er sich auch etwas vom Set mitnehmen sollte, da es ihm ja so und so zustand. "Vielleicht begleite ich dich ja auf deiner Diebestour!" feixte ich und trat einen Schritt auf Ash zu. "Aber ich werde mich wohl in dem Zimmer von diesem Johnny umsehen, denn irgendwie habe ich ein Fable für ihn entwickelt!" fügte ich schelmisch zwinkernd hinzu. Klar war der Gedanke, sich etwas vom Set mitzunehmen schon sehr verlockend und hatte seinen Witz, doch tief in meinem Inneren wusste ich dass das einzige das ich wirklich bei mir haben wollte, dort auf dem Bett saß und mit dem Etikett seiner Whiskeyflasche spielte.
    Doch bevor ich mit Ash durch das Set streifen würde, wollte ich mir selbst auch etwas zu trinken holen und der Gedanke an das Buffet, von welchem Ash sprach, klang auch immer verlockender. "Kann ich dich einen Moment alleine lassen? Ich würde mir nur gerne etwas zu Trinken holen?" fragte ich ihn und mein Lächeln war immer noch nicht aus meinen Zügen gewichen.
     
  12. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Ash

    Sie musste das nicht tun; - Zu mir zurückkommen, nachdem sie sich etwas zu trinken geholt hatte, ihre Kollegen für mich alleine lassen, die Party und die Livemusik verpassen, mich auf eine Tour durch das Set begleiten, von der ich mir bis dahin noch nicht einmal ganz sicher war, ob ich sie wirklich machen würde, und genau deshalb war meine erste, gedankliche Reaktion die, abzulehnen. Scarlett wegzuschicken, zurück auf die Feier und zu den anderen Darstellern, die sicher gerne die Aufgabe übernehmen würden, sie als einen unserer Gäste den Abend über zu beschäftigen. Alleine hierzubleiben, vielleicht ein bisschen auszunüchtern und nachher nochmal ein Interview zu geben, wenn ich mich besser fühlte, weil ich mich eigentlich genau darauf gefreut hatte, aber, ach, wem machte ich etwas vor, tatsächlich würde ich wohl eher den Rest der Flasche noch leeren bis ich nicht einmal mehr gerade laufen konnte. Doch es war ja nicht so, als hätte ich Scarlett zu all dem überredet. Sie hatte von sich aus vorgeschlagen, zu bleiben. Und ich - Ich musste mich fragen, ob das bedeutete, dass sie es auch wirklich wollte. Waren die Menschen so einfach gestrickt? Denn in dem Fall... Naja, in dem Fall, so musste ich mir eingestehen, würde ich das Angebot gerne annehmen.
    "Natürlich, mach das. Ich bleibe so lange hier." Ein Lächeln zuckte über meine Lippen. Der linke Mundwinkel etwas höher als der rechte, der Kopf leicht schiefgelegt. Johnnys Lächeln. "Das Zimmer zeige ich dir gerne. Von mir aus auch das ganze Set, wenn du willst." Noch einmal hindurchschlendern, Scarlett ein paar besondere Stellen zeigen, und dann nie wieder hierher zurückkommen.
     
  13. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Scarlett

    Ohne nachzudenken trat ich einen Schritt auf Ash zu, hob meine Hand und strich ihm vorsichtig durchs Haar, bevor ich meine Hand zu seiner Wange gleiten lies. Es war vielmehr ein sanftes Streicheln, bevor ich meine Hand senkte und mich umdrehte um mir etwas zu trinken zu holen.
    Es schien als wären noch mehr Leute auf die Party gekommen, denn die Halle füllte sich zusehends. Ich ging zu einer der kleinen Bars, welche provisorisch aufgebaut worden waren und bestellte mir ein Bier, da ich gerade nicht wirklich lust auf einen schicken Cocktail oder einen Softdrink hatte. Bei dem Gedanken daran dass ich ja Ash hätte fragen können ob er denn auch ein Getränk wollte, musste ich fast schon Grinsen, denn er hatte sein Getränk ja schon den ganzen Abend über dabei.
    Eine Hand, welche mir sanft auf die Schulter gelegt wurde, ließ mich leicht erschrocken zusammenfahren, doch die Stimme, welche kurz darauf ertönte und sichtlich dem Besitzer der Hand gehörte, ließ mich im ersten Moment erstarren. "Letty, schön dich zu sehen!" - Levi. Levi war hier! Fast schon mechanisch drehte ich mich zu ihm um und dort stand er, dieser schöne Mann, mit seinen wunderschönen Kornblumen blauen Augen, dem schwarzen, dichten Haar und dem Grübchen in seinem schönen Gesicht. Doch anders als früher spürte ich nicht dieses Kribbeln in meinem Bauch, mein Herz schlug nicht schneller und meine Atmung setzte nicht aus. Nein, mein Blick verfinsterte sich kaum merklich als ich ihn musterte. Diesen Sch.eißkerl. Den Kerl, welcher mich vier Monate vor unserer Hochzeit betrogen hatte. Welcher mich gedemütigt und mein Selbstwertgefühl mit den Füßen getreten hatte. "Was tust du hier?" meine Stimme klang tonlos und ohne Emotionen, welche gezeigt hätten was in mir vor sich ging. Doch Levi ließ sich von meiner Reaktion nicht entmutigen, war ganz der "Kriegerische Eishokeyspieler" wie ich ihn immer genannt hatte. Er blendete die Nebensächlichkeiten aus und fokusierte sich nur auf das was er wollte. Seine Hand, welche gerade noch auf meiner Schulter gelegen hatte, wanderte nun nach unten und lag auf meiner Hüfte, während er einen kleinen Schritt näher kam. "Meine Mom hat mir ihre Einladung gegeben!". Achja, seine Mutter arbeitete ja für einen der Produzenten, welche diese Serie hier finanziert hatten. "Letty, wir müssen reden. Lass uns einmal zu Abend essen!". Letty, diesen Kosenamen hatte er mir zu Anfang unserer Beziehung gegeben und früher hatte ich ihn süß gefunden, heute hasste ich diesen Namen. Dieser Name erinnerte mich zu sehr an mein damaliges Ich und an das was ich schon lange hinter mir gelassen hatte. Oder? Er wollte mit mir essen gehen, sich mit mir treffen. "Bitte Letty!" dieser sanfte, warme Timbre und dann seine Lippen, welche sich sanft auf meinen Mundwinkel legten. Und einen Moment, einen winzig kleinen Moment schloss ich meine Augen und atmete den Duft seines mir so vertrauten Aftershaves ein. "Nein!" meine Stimme klang dünn und nicht so fest wie ich es eigentlich wollte. "Wir müssen nicht miteinander reden, Levi. Du hast dafür gesorgt dass wir beide uns nichts mehr zu sagen haben!" wieder war meine Stimme leicht zittrig und ich musste mehrmals schlucken um den Kloß in meinem Hals zu bekämpfen. Dann ging ich, ließ ihn stehen, atmete ihn aber noch einmal, bevor ich in Richtung Ash ging.
     

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