[RS] Gran Balsur

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Ravenna, 13 Aug. 2016.

  1. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Sinorta - "Die Erhabene" wird die Festung im Westen von Trarkaan nicht nur genannt da sie sich auf einer Hochebene befindet. Auch ihre Bewohner bilden sich darauf etwas ein, ihr Land sei zu klein. Sie trachteten nach Macht, also wandte sich ihr Blick auf das Königreich südlich von ihnen, vorbei an der Enge des Balsur-Gebirges.

    Doch der Geist des Heeres sollte nicht reichen, schon bald war es der Kopf des Königs der auf den Zinnen der Festung baumelte, neben ihm seine Familie.

    Eine kleine Stadt weiter am Gebirge deren Stadthalter schon immer nach eigener Macht strebten leisten als einzige noch Widerstand gegen das Heer des Südens. Das ihr König längst fiel wissen sie nicht – der Meldereiter wurde getötet ehe er die Nachricht verkünden konnte. Der letzte Nachfahre des Königshauses befindet sich hinter diesen Mauern – auch ihn gilt es auszulöschen. Welche Position er jedoch bestellt, ist dem Feind nicht bekannt.


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    Vorgeschichte:
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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20 Sep. 2016
  2. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

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    Name:
    Arviu ap Devran
    Alter: 25 Jahre
    Geschlecht: männlich
    Aussehen: Arviu ist eine hochgewachsene, schlanke Gestalt. Sieht er auch nicht so aus ist er ein ausdauernder Kämpfer,zäh, nicht übermäßig breit gebaut und leichtfüßig. Seine zwei, überlangen Dolche hängen stets an der leichten ledernden Rüstung, die nur durch wenige metallligierungen verstärkt ist. Schwarze Haare, die den Kämpfer bis knapp an die Schultern reichen, im Kampf pflegt er sie in einem Zopf nach hinten zu binden. Schaut man ihm in das Anlitz sieht man die dicke, rote Narbe die sich ihm von der Stirn, über das Auge bis hin fast zum Kinn zieht, meistens verliert sie sich in dem Bart den er sich hat stehen lassen. Im Kontrast dazu stehen seine stahlblauen Augen, die manchmal auf etwas anderes gerichtet zu sein scheinen als auf die Welt vor sich, als vermochten sie durch den Schleier zu sehen. Sich selbst hätte Arviu nicht als schön bezeichnet, solche Werte interessieren ihn nicht.
    Charakter: Arviu erfreut sich eines scharfen Verstandes mit einem besonnenen Charakter, eine wörtliche Provokation bringt den jungen Mann nicht allzu leicht aus der Ruhe. Seine Stellung als Benámoi der Reiterei verlieh ihm ein angesehendes Amt, das er trotzdem mit den einfachen Soldaten verkehrt, sich nicht mit Reichtum überhäuft stellt einen Teil seines Charakters wieder, macht ihn bei seinen Männern zu einem gern gesehenen Gast. Seine größte Schwäche könnte sein Gehorsam sein, bis jetzt glaubte er blind an die Taten seines Königs, im Verlauf des Krieges wurde er sich darüber nicht mehr ganz klar.
    Vorgeschichte: Sein Vater war ein angesehener Mann, wenn er bei Hofe auch geschnitten wurde, sein Vater war der einstige König, seine Mutter nur eine seiner vielfachen Huren. Da er sich als Benámoi jedoch bezahlt machte, wurde er anerkannt. Am Hofe hätte man es nicht gewagt über ihn her zu ziehen. Arvius Mutter war eine ehemalige Sklavin, die der Vater aus Kriegszügen im Süden der Wüste mit brachte. Von ihr stammt das schwarze Haar, die dunklere Haut des Mannes, die nicht allein der Sonne zuzuschreiben ist. Er genoss eine gute Ausbildung, nicht nur in der Kampfkunst, trotzdem diente er seit seinem 14. Lebensjahr im Heer des Königs, wurde bereits mit 18 Jahren der jüngste Befehlshaber in Trarkaans Geschichte.
    Sonstiges: Das Geheimnis das er mit der königlichen Familie in Verbindung steht behielt er stets gern für sich, nur wenige teilen dieses Wissen.
     
  3. Leaenna

    Leaenna Killjoy

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    Name:
    Sir Maurdred Darhyn
    Alter:
    23 Jahre
    Geschlecht: Männlich
    Aussehen:
    Maurdred ist von schlanker, athletischer Statur, die Muskulatur von regelmäßigem Training gestärkt, aber stets flach gehalten, der Teint leicht gebräunt wie bei vielen Männern des Südens üblich, die Gesichtszüge von klaren und harten Linien geprägt. Sein Haar ist von einem matten, dunklen Braun, stumpf und dick wie das Fell eines Pferdes und von leichten Wellen durchsetzt; länger als eine Handbreit lässt er es nie werden, sonst fangen die Strähnen an, sich stark zu locken. Die Augenfarbe des jungen Mannes ist ein musterloses, blasses Blau, wie die Weiten des Himmels über der Wüste, eigentlich eine recht unscheinbare Farbe und doch Anlass für viel zu viel Gerede. Maurdrys beste Waffe ist das Schwert, das er stets am Gürtel trägt, sein Brustpanzer ist mit schlichten Steinen im Wappenrot der Darhyns verziert, auf dem Umhang prangt die Eidechse des Hauses - Auf einen Helm verzichtet Maurdry zumeist aus reinem Trotz.
    Charakter: Ein Gemüt, so heiß wie das Land, aus dem er stammt, hat Maurdred schon so manches Mal in prekäre Lagen gebracht - Die unnachahmliche Halsstarrigkeit, mit der die Götter ihn zusätzlich gesegnet haben, macht es selten einfach, ihn dort auch unbeschadet wieder herauszuholen. Er ist eigentlich sehr klug, aber er ist auch hitzköpfig und handelt oft überstürzt und ohne nachzudenken, und sein Mut grenzt schon manchmal an Leichtsinn. Sein Herz trägt Maurdry auf der Zunge: Es fällt ihm schwer, Worte zurückzuhalten, die er einmal gedacht hat, egal wie unpassend sie sein mögen. Nur ein besonders guter Lügner ist er wirklich nicht, denn er neigt dazu, sich in seinen eigenen unwahren Gedanken zu verzetteln. Maurdry ist kein Freund von Autoritäten und manchmal scheint es ihm an der nötigen Treue zu mangeln, dann stellt er das, was er für richtig hält, oder aber das, worauf er einfach gerade mehr Lust hat, schon einmal über Befehle die er bekommen hat.
    Vorgeschichte: Maurdred Darhyn aus dem Hause Darhyn mit dem Wappentier der Eidechse, von Burg Rhynek im Rhyntal, erstgeborener Sohn von Lord Aeldred Darhyn, ältester Bruder von Aemory, Marcia und Cedric Darhyn, zum Ritter vereidigt im 17. Sommer seines Lebens. Maurdry ist aufgewachsen im tiefen Süden des südlichen Königreichs als Kind der Sonne und als Kenner der Wüste, die die Grenze des Landes bedeutet. Er hat früh das Reiten und das Kämpfen gelernt und sich immer lernwillig und mutig gezeigt. Es gab jedoch eines, das ihm stets im Weg stand, und das war nicht mehr und nicht weniger als seine Augenfarbe: Sein Vater, seine Mutter und alle 3 Geschwister haben braune Augen, Maurdrys sind jedoch himmelblau. Lord Aeldred Darhyn konnte zwar nie wirlich etwas beweisen und sah sich verpflichtet, den Jungen bei sich zu behalten, doch er hat Maurdry stets spüren lassen, dass er ihn nicht für seinen leiblichen Sohn hält. Als das Königreich in den Krieg gegen den Norden gerufen wurde zog auch Maurdry unter dem Kommando Lord Aeldreds aus.
    Sonstiges: Maurdred hat viele Spitznamen: Er selbst zieht es vor, sich als Maurdry vorzustellen, weil er findet, dass Maurdred furchtbar alt klingt, Geschwister und enge Freunde nennen ihn Moe, und mit Blick auf die Geschehnisse und Gerüchte auf Rhynek wird er - nicht nur hinter seinem Rücken - von Rittern, Lords und anderen Schergen oft nur als "Himmelsauge" betitelt.
     
  4. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu
    Der widerliche Gestank der Fäulnis hing in der Hitze der Mittagssonne. Noch am Morgen waren die Männer unter meiner Führung in die Schlacht vor den Stadtmauern gezogen, jetzt faulten ihre Leichen überall um mich herum. Die Hitze die im Hochsommer sogar manchmal den Norden erreichte hatte mein Gesicht sicherlich rot gefärbt, es zog und spannte. Mittlerweile versuchte ich auch gar nicht mehr mich unter dem riesigen Leib meines getöteten Pferdes hervor zu ziehen. Hitze, Schmerz und das gringende Verlangen etwas Wasser zu mir zu nehmen hatten mich in einen dämmrigen Zustand versetzt. In der ersten Stunde hatte ich laut geschrien, mich gewunden um zu versuchen mein Bein zu befreien. Ein Pfeil hatte mein Pferd nicht weiter gestört, doch ein Mann mit Speer hatte dem Hengst die Vorderbeine zerschmettert, er war eher per Zufall in mein Schwert geraten als der Hengst mit mir gemeinsam gen Boden fiel. Da das Tier sich gebärdet hatte wie toll, damit nur noch mehr Gewicht auf meinen Körper gab hatte ich ihm einen meiner langen Dolche in den Hals gejagt. Vielleicht wäre es mir sogar gelungen mich zu befreien. Der Pfeil jedoch verhinderte dies, er war mir durch den gesamten Oberschenkel gedrungen, bis hinein in den Leib des Pferdes, damit war ich an es gefesselt.
    In diesem Splitter des Lebens war ich jedoch eher damit beschäftigt mich vom süßlichen Geruch des Todes abzulenken. Irsinnigerweise waren es Raben die rund um mich herum den Toten die Körper öffneten. Ein Rabe war es auch welches mein Harnisch zierte, das Haus des Raben würde fallen. Sollte ich nicht von allein sterben, so fänden mich doch alsbld die Feinde. Der herbe Dialekt ihrer Sprache drang an mein Ohr, nach dem gewonnen Kampf suchten sie sicherlich nach Überlebenden. Sie fanden von Zeit zu Zeit welche, das vermochte ich an den Todesschreien zu vernehmen. Ich versuchte mich unauffällig unter dem Pferd zu geben, hatte die Augen halb geschlossen und atmete flach. Ich musste überleben!
     
  5. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Die Sonne stand an ihrem höchsten Punkt, als ich mein Pferd langsam durch die Reihen der Toten trieb. Es war ein schlankes, dunkles Tier, zierlicher und graziler als die Pferde der Nordmänner, wenig robust, aber wendig und schnell im Kampf. Vorsichtig wie ein Tänzer platzierte es seine Hufe zwischen den Kadavern von Mensch und Tier, in Pfützen von Blut inmitten abgebrochener Lanzen, Speere und Pfeile, die jetzt noch drohten, an jenem, der unvorsichtigen Schrittes war, eine späte Rache zu verüben. Die Nüstern und Augen des Braunen waren geweitet, ab und zu stieß er ein nervöses Schnauben aus, vielleicht mochte er den Geruch von Blut nicht, vielleicht spürte er den Tod seiner zahlreichen Artgenossen, so oder so. Ich konnte es ihm nicht verdenken. Mitleid hatte ich trotzdem keines. Nur kurz hielt ich das Tier vor der Leiche eines jungen Mannes an. Das blonde Haar war vom Blut verklebt, die blauen Augen starrten blind in den Himmel. Er war kaum so alt wie ich geworden. In einer fließenden Bewegung zog ich mein Schwert aus seiner Scheide, ein leichter Anderthalbhänder, grazil wie unsere Pferde, ungewöhnlich lang und schmal, aber von ausgewogener Balance - eine absolut tödliche Waffe, die schnell wie ein Blick durch die Luft schneiden konnte. Nun jedoch senkte ich die Klinge nur langsam gen Boden, zog mit der Spitze wie mit einem Federkiel sachte die Konturen des jungen Gesichtes nach. Er war ein hübscher Kerl gewesen. Aber zu seinem Unglück offensichtlich kein besonders guter Kämpfer. Vorsichtig zitterte die glänzende Klinge über seinen Augen, ehe die Schwertspitze sacht seine Lider schloss, erst das rechte, dann das linke. Irgendwo würde eine Mutter sicher um ihn weinen, wie jede normale Mutter den Tod ihres Sohnes beklagen würde. Ich hatte längst gelernt, dass in meinem Leben vieles nicht normal verlief.
    "Maurdry!" Ich zuckte zusammen und zog das Schwert zurück. "Hast du einen gefunden?" Gaedmars Blick lag aus der Ferne auf mir, halb skeptisch, halb blutgeil. Ich riss mein Pferd herum und trieb es in die entgegengesetzte Richtung, verdrehte die Augen hinter dem Rücken des grobschlächtigen Ritters. "Ich dachte so", log ich halbherzig über meine Schulter. "Aber er war schon tot." Einige Meter hielt ich das Pferd im Trab, bis ich eine angenehme Distanz zwischen mich und die anderen Ritter gebracht hatte. Dann erst ließ ich das nervöse Tier wieder parieren und meinen Blick erneut über das Schlachtfeld wandern. Zu meiner Rechten hing ein Mann aufgespießt in einem Speer, zu meiner Linken hatte es einen unter seinem Gaul begraben. Welch unangenehmer Tod.
     
  6. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu
    Das Schnauben eines Pferdes drang nah an mein Ohr, nur knapp widerstand ich meinem Drang die Augen zu öffnen. Die Lage meines Körpers begann zu schmerzen, ich gab mich der wagen Hoffnung hin es könne ein Pferd aus meiner Truppe sein. Langsam blinzelte ich hinauf, wurde vom Licht der Sonne geblendet, vermochte nichts gegen das verziehen meines Gesichtes zu tun. Aber unweit meiner Hand befand sich das schmale, dunkle Bein eines Pferdes. Durch die Mischung aus Blut und Schlamm tastete meine Hand zu dem Bein, der Reiter schien seinen Blick auf jemand außerhalb meines kleinen Sichtfeldes gerichtet zu haben. Natürlich gehörten sie dem Feind, aber sollten sie mich versuchen zu töten musste ihnen das Rabenbanner auf der Brust auffallen - nur angesehende Benámoi durften es tragen. Trotz des anderen Dialektes, verstand ich jedes ihrer Worte, was mich stutzig stimmte. Waren die Ursprünge des Landes vielleicht sogar enger beieinander als ich es einst gelernt hatte?
    Was auch immer sie suchten, vielleicht vermochte ich durch eine geschickte Lüge meine Freiheit zu erlangen. Die gewünschte Reaktion wäre das scheuen des Tieres, ich hatte oft erlebt das diese leichteren Pferde einen scheueren Charakter besaßen.Mein eigener Hengst war eine Mischung aus dem leichten Typ des Südens und einem sehr kräftigen Tier aus dem Norden. Er besaß einen großen Leib, schlanke Statur und einen angenehm ruhigen Charakter. Zusammen mit meinem Lehrmeister hatte ich den Hengst exzellent ausgebildet, sodass ich ihn nie mit in die Schlacht ritt, an diesem Tag hatte es sich als weise Entscheidung heraus gestellt.
    Kurz vor dem Fuß des anderen Pferdes klammerte ich meine Hand so schnell wie ich es vermochte um die Fesselbeuge des fremden Pferdes.
     
  7. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Das Pferd sprang so plötzlich zur Seite, dass es mich fast aus seinem Sattel geworfen hatte. Blindlings stolperte es einige Schritte rückwärts, erhob sich auf die Hinterbeine, schlug mit den Vorderhufen in die Luft und wäre fast unter meinem Gewicht nach hinten umgestürzt, wenn ich mich nicht intuitiv nach vorne geworfen hätte; mehrmals trat ich dem Tier hart in die Seite, bis es wieder auf alle Viere hinunterkam; grobe Flüche drangen über meine Lippen; es wollte nach vorne weglaufen, doch ich hielt es mit eiserner Hand zurück. Wut, Erschrecken, und noch viel mehr Wut über mein Erschrecken wechselten einander rasch in meiner Magengrube ab. Mein Brustkorb hob und senkte sich heftig, als das Pferd endlich zum Stillstand kam, noch immer schnaufend und mit den Augen rollend, aber wieder unter meiner Kontrolle. Für zwei lange Augenblicke war jedes Handlungsvermögen von mir abgefallen, wie dämlich starrte ich hinter uns, auf den langen Speer, der dort aus der Erde ragte und in den uns der Braune beinahe beide gleichermaßen gestürzt hätte. Dann war ich wieder Herr meiner eigenen Sinne und griff nach dem erstbesten Gegenstand, um ihn dem Pferd über die Flanke zu ziehen: Es war mein Schwert. "Du vermaledeiter Gaul!" Die flache Seite der Klinge schlug erbarmungslos gegen die Hinterhand des Pferdes, es wich, bekam dafür noch einen Hieb, wich erneut und floh nur nicht, weil ich es hart an den Zügeln zurückhielt. "Willst du mich umbringen? Was ist, hast du einen verdammten Geist gesehen?!" Ich ließ das Schwert erneut hinabsausen, diesmal am Körper des Pferdes vorbei, hinein in die erstbeste Leiche, die an dieser Stelle das Schlachtfeld zierte. Blut spritzte, Fleisch zerteilte sich wie Käse und ganz allmählich wich der erste Schrecken der Genugtuung. Ich sah flüchtig über meine Schulter. Die anderen waren zu weit weg, um etwas mitbekommen zu haben. Noch saß ich im Sattel. So schnell würde ich meine Ehre nicht hergeben.
    Mit den Zähnen mahlend sah ich mich um, was im Namen der Götter hatte den Braunen so erschreckt? Hier war nichts außer den Toten und ihren zerbrochenen Waffen, rechts der Durchbohrte, links der unter dem Pferd... Der eben noch anders dort gelegen hatte. Mein Blick wanderte von der ausgestreckten Hand über seinen Arm bishin zu seinem Gesicht und der Griff um mein Schwert wurde wieder fester. Ich erkannte tote Augen, wenn ich sie sah. Diese waren es nicht. "Welch Ironie des Schicksals ist es, dass ausgerechnet Ihr in eurer Lage glaubt, mich unter meinem Pferd den Tod finden lassen zu können?" Ich spuckte auf den Boden. "Nicht jeder ist ein so schlechter Reiter, der sich sofort ängstlich von seinem Gaul wirft... Oder unter ihn."
     
  8. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu
    Befände ich mich nicht in der prekären Lage unter meinem Pferd , wäre meine Handlung anders ausgefallen. Mit Schrecken musste ich mit ansehen wie das Tier mit der Breitseite des Schwertes gemaßregelt wurde, die Impulsivität des jungen Mannes erschreckte mich dabei zu sehendens. In diesem Moment bereute ich meine Tat, sah den roten Schaum vor dem Mund des Tieres, der vom herum ziehen im Maul her rühren musste - Blut. Da mein ganzer Mund jedoch trocken war, die Kehle wund vom Schreien, sparte ich mir die Stimme auf, befand es für besser den Mann vor mir nicht zu reizen. Mit dem Scheuen seines Pferdes hatte ich dies bereits genug getan. Dabei hatte ich gehört das gerade die Menschen des Südens Pferdeleute waren. Sie zogen in langen Karawanen durch die Steppen und Wüstentäler der Grabak. Früher erzählte man sich die Geschichten von Menschen mit dem Leib eines Pferdes, Dämonen die sesshafte Menschen angriffen und nieder metzelten. Dabei handelte es sich nur um eine langreichende Tradition von Reiterstämmen. Diese Tradition schien an dem Mann gänzlich vorrüber gegangen zu sein, sein Pferd war nicht ausgebildet für den Kampf, das sah ich sofort. Der Geruch von Tod, Leichen und Blut schien es nervöser als sonst zu machen, jetzt zitterte es vor Angst unter seinem Reiter dessen Blick forschend umher ging.
    Ich hatte den Blick nicht gesenkt, starrte hasserfüllt nach oben. Als er mich dann erkannte, blieb mein Herz einen unsagbaren Moment lang stehen, der feste Griff um das Schwert war mir nicht entgangen und ich wünschte mir nach meinen Dolchen greifen zu können. Einen hatte ich begraben mit meinem Gewicht, der andere steckte noch immer im Hals meines treuen Schlachtpferdes. Bei seinen Worten wollte ich schon aufbrausen, den Drang ihm zu erklären wie es sich wirklich mit mir verhielt verstand ich gar nicht richtig. Mit schwacher, krächzender Stimme erwiderte ich ihm "Ich lenkte lediglich eure Aufmerksamkeit auf mich, das eurem Pferd die Nerven durchgehen kann ich nicht erahnen, die Pferde meines Volkes sind besser ausgebildet. Befreit mich, dann werdet ihr den Grund meiner Lage erkennen." ich lächelte, ich konnte einfach nicht anders, seine Worte sproßen vor Zorn den ich gar nicht verdient hatte. Ob er meiner Aufforderung nachkommen würde?
     
  9. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Ich verzog das Gesicht beim Klang der Stimme des Fremden. Ich hasste den Dialekt des Nordens, so wie ich alles am Norden hasste - Die Leute, ihre Sprache, ihr oh-so-liebliches helles Haar (zumindest dieses Klischee erfüllte der Halbtote nicht!), die unwegsamen Berge, und allem voran die verfluchte Kälte. Welcher Mensch war schon für so eine verdammte Kälte gemacht! "Ihr hättet wissen müssen, dass meine Aufmerksamkeit euren Tod bedeutet." Verständnislos schüttelte ich den Kopf. War er wirklich so dumm oder war es der Schmerz, der ihn in diese Verzweiflungstat getrieben hatte? Er war mein Feind, selbst wenn er mein Pferd nicht scheu gemacht hätte wäre es nichts anderes als meine Pflicht, ihm allerhöchstens zu einem kurzen und schmerzlosen Tod zu verhelfen. Wobei das nicht gerade so meiner Erheiterung beitragen würde. Ich schwang mich von dem Pferd, zog ihm die Zügel über den Kopf und schob die Schlaufe locker um meinen Unterarm. "Aber wie ihr meint. Nun habt ihr meine Aufmerksamkeit, also haltet endlich euren Mund und erzählt mir vor allen Dingen nichts von Pferden. Als hättet ihr Nordmänner auch nur irgendeine Ahnung davon. Dieses Pferd ist jung und nicht für die Schlacht gemacht, das müsstet sogar Ihr sehen können." Wir Männer aus dem Süden waren die, denen man seit jeher ihre Pferdekenntnis nachsagte und wenn es eines gab, auf das wir allesamt als eine große Nation stolz waren, dann das - Umso einfacher war es, hier mit einem Wort eine tiefste Beleidigung auszusprechen. Ich selbst hatte zu Pferd gesessen, bevor ich hatte laufen können, und es brauchte viel, um mich vom Rücken eines der Tiere herunter zu bekommen. Dass ich nicht freundlich mit ihnen umging war in meinen Augen ein anderes Thema. Einen guten Reiter machte aus, wie sattelfest er war, nicht, wie viele Blumen er seiner Märe am Abend in die Mähne flocht. Mit der Stiefelspitze tippte ich gegen die Seite des eingeklemmten Mannes, gegen seinen Brustharnisch. "Ihr seid der Führer dieser Truppe", stellte ich mit Blick auf die Verzierung fest. "Ein Benámoi, nennt ihr sie nicht so? Aber vielleicht sollte ich besser sagen: Ihr wart einer. Von euren Reitern ist nicht viel übrig." Ich dachte gar nicht daran, den Fremden aus seiner Lage zu befreien. Da lag er ganz gut, so wehrlos zu meinen Füßen. Seine Bitte dementsprechend überging ich, als hätte ich sie gar nicht gehört. Und das dümmliche Lächeln würde ich ihm schon auch noch austreiben.
     
  10. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu
    Fall das Pferd nicht für den Kampf gemacht war so fragte ich mich was er mit ihm dann hier tat. Der Mann schien genau wie ich nicht sein zuverlässigstes Pferd in den Kampf zu reiten, Torak hätte ich niemals einer solchen Gefahr ausgesetzt. Der schwarze Hengst mit den hochweißen Füßen war manchmal ein Teufel, sehr Wasser liebend aber trotzdem ein treues Tier. Sein Vater war der Hengst meines Lehrmeisters, Sintholor war vor mehr als drei Jahren in die Ewigkeit eingezogen, bei einem der ersten Schlachten um den Pass. Meine Truppe war gefallen, den Schmerz darüber trug ich tief in mir. Wir waren vom Süden überrannt, zum ersten Mal regte sich Zweifel in mir ob es das richtige gewesen war in diesen Krieg zu ziehen. Scharf sog ich die Luft ein als sein Stiefel meinen Brustkorb berührte, mein Herz wurde ein Stückweit kälter bei seinen Worten - aus ihnen sprach zumindest was meine Truppe anging pure Wahrheit. Das Lächeln auf dem Gesicht wurde liderlich, schief, gefror mir ein.
    Mit einem Blick sah ich jedoch das er sich in meinen Kreis vorgewagt hatte. Ob der Mann wohl kaum Schlachten geschlagen hatte oder von eigener Überheblichkeit geblendet war. Mit zwei fließenden Bewegungen - wie es mir in meiner Lage denn Möglich war - zog ich meinen Dolch aus dem Leib meines Pferdes, hinein in den Unterschenkel des Mannes über mir. Ich spürte wie der Dolch locker durch das Fleisch glitt, Muskel und Sehnen rissen ohne jedliche Anstrengung. Sinura und Morgis wie die beiden Klingen genannt wurden bestanden aus einer speziellen Legierung verschiedenster Metalle, die sie schwarz schimmern ließen, unsagbar scharf hatte ich sie stets gehalten. Sinura hatte ihr Ziel getroffen. Mit einem für mich und sicherlich auch ihn schmerzvollen Ruck mit der flachen Kante des Dolches an seinem Knochen gebot ich den Mann in die Knie. Halb fiel halb fing er sich ab, dabei gelangte meine Klinge an seinen Hals. Ungleich ich spürte das aus sein eigenes Schwert dicht meiner Kehle lag befanden wir uns in einer patt Situation. Ohne Bewusst darüber nachzudenken wechselte ich in die singende Sprache meiner Mutter, da ich diese Weisheit von ihr gelernt hatte. "Überschätze niemals einen vermeindlich schwachen Gegner." an den Zusammenhang dieser Worte mochte ich mich nicht erinnern.
     
  11. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Mit dieser Reaktion hatte ich nicht gerechnet. Schneller und wendiger, als ich es dem Mann in seiner Lage zugetraut hätte, hatte er den Dolch herangezogen, der im Hals des Pferdes gesteckt hatte, und im selben Augenblick schoss ein brennender Schmerz durch meine Wade und ein Aufschrei entrang sich meinen Lippen. Gegen meinen Willen ging ich ungelenk zu Boden, streckte haltsuchend die Arme aus, umklammerte noch im Sturz den Griff des schmalen Schwertes, landete halb auf dem Boden, halb auf dem toten Pferd - und gefährlich nahe am Dolch des Fremden, den ich sogleich an meiner Kehle wiederfand. "Verfluchter Bastard!", schimpfte ich ungehalten und war mir nicht ganz sicher, ob ich den gegnerischen Krieger oder mich selbst beschimpfte. Wie hatte ich so dumm sein können? Wieso hatte ich den Dolch nicht gesehen? Ich hatte den Fremden unterschätzt und die Erkenntnis wog schwer. Ich konnte das Gesicht meines Vaters schon vor mir sehen, das langsame Kopfschütteln, die Abscheu in seinen Augen. 'Die Schlacht hast du unverletzt überstanden und dann lässt du dich von einem am Boden liegenden niederstrecken, Maurdred.' Das Schlimmste daran war, dass er recht haben würde.
    Die Wunde pochte, sie war tief, bis auf den Knochen, und ich konnte das Blut spüren, das in Stößen hinaussickerte, heftig musste ich die Zähne zusammenbeißen, um nicht vor Schmerz zu wimmern. Aber noch war dieser kleine Zweikampf nicht entschieden. Ich war ebenfalls nicht unbewaffnet und obgleich wir beide verletzt sein mochten, befand ich mich immernoch in der vorteilhafteren Situation - Immerhin war ich nicht eingeklemmt. "Verschont mich mit euren Kinderweisheiten", knurrte ich, die Wut und der Schmerz halfen nicht gerade dabei, meine Zunge im Zaum zu halten, "Eine falsche Bewegung und ihr seid um einen Kopf kürzer!" Ich musste nur schnell sein. Wenn ich mich zurückwarf, würde ich aus seiner Reichweite gelangen und er konnte mir nicht folgen. Mein Körper spannte sich an, für einen Augenblick drang die Schneide des Dolches noch tiefer in das zarte Fleisch meines Halses, ehe ich mich mit einem Ruck nach hinten und dann zur Seite drängte, um mich der Situation zu entziehen. Vielleicht war es nichts anderes als eine feige Flucht. Aber wer würde es schon erfahren. So blieb ich für einen Moment sitzen, verletzt und gekränkt, das schmerzende Bein umklammernd, und wiegte mich in meinem eigenen Selbstmitleid. "Sohn einer dreckigen Hure", murmelte ich patzig und meinte diesmal unmissverständlich den Benámoi.
     
  12. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu
    Vielleicht hätte ich den Mann halten können, vielleicht gelang es ihm sich aus eigener Kraft zu befreien. Um ihn wieder zu betrachten musste ich meinen Nacken weit überstrecken. Sah wie er das Bein umklammert hielt, der Stoff seiner Hosen färbte sich dunkelrot. Zugegeben sah auch der Mann blass um die Nase aus, nur für einen Splitter des Tages durchfuhr mich mitleid. Ihm jedoch würde bald jemand helfen, während meine eigene Wunde im Bein wild pochte. Bei jeder Bewegung spürte ich die Enden der Federn in meinem Fleisch. "Meine Vermutung wird mich nicht täuschen das ihr hinein in die Stadt wollt? Ihre Mauern sind dick, der Widerstand nicht gebrochen. Verschafft mir mein Leben und ich sorge dafür das ihr den nächsten Abend durch die Straßen der Stadt zu laufen vermögt." Es war Verrat dessen wurde ich mir bewusst, ich könnte nicht flüchten mit meinen Verletztungen, war sogar des Todes sollte ich ihnen tatsächlich den Zugang der Stadt sichern. Trotzdem war ich im Besitz des Wissens um die Geheimgänge, eine kleine Truppe könnte bis in die Gemächer des Stadthalters gelingen, ihn töten. Die Menschen hinter diesen Mauern verstanden es nicht zu kämpfen, sie waren reiche Händler, fett geworden in den Jahren des Wohlstandes. Sie würden - egal unter welchem Herrscher - einfach ihren Handel weiter treiben. Junglov der Stadthalter, noch jung an Jahren, war kämpferischer, aber nicht erfahren genug. Nicht umsonst hatte man mich abgeordert das Stadttor zu bewachen. Sollte das gesamte Heer, die Mauern erstürmen wäre die Stadt verloren. Mit meinem Plan, würde nur ein Mensch sein Leben lassen müssen um die Stadt zu halten.Trotz der Schmerzen drehte ich den Oberkörper, sah ihn fordernd an.
     
  13. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Der Fremde unterbreitete mir seinen Vorschlag, den Kopf wie eine Eule verdreht, um mich ansehen zu können, die Forderung eisig in den hellen Augen. "Ihr seid entweder ein Lügner", stellte ich fest, "oder ein Verräter." Ich trennte mit der Schwertschneide vorsichtig den untersten Teil meiner Hose ab, band ihn, die Zähne fest zusammengebissen, eng um die Wunde, um der Blutung Einhalt zu gebieten. Ich sprach, während ich arbeitete, würdigte den Mann keines Blickes dabei. "Ersteres wäre mein Unglück, wenn ich euch Glauben schenkte. Zweiteres jedoch würde euch zutiefst vor eurem Land und euren Göttern entehren. Habt ihr Ehre, Benámoi des Raben?" Er war schwer zu durchschauen, aber egal, wie seine Antwort ausfallen würde, in meinen Augen war er Abschaum, so oder so. Ich stand vorsichtig auf, belastete probehalber das verletzte Bein. Es schmerzte, aber für den Moment würde es gehen. Jetzt erst wandte ich mich dem Liegenden zu, musterte ihn abschätzig. "Werft den Dolch von euch. Der gehört jetzt mir. Habt Ihr noch andere Waffen bei euch?" Die Sache war ganz einfach: Würde er nicht tun, was ich sagte, würde ich den Krieger einfach dort liegen lassen. Hätte er sich selbst befreien können, hätte er es schon getan, das musste ich also nicht fürchten. Und wenn er mir gehorchte... Sollte er die Wahrheit sagen, könnte er uns sehr nützlich sein, und wie zufrieden wäre erst mein Vater mit mir für meine Taten! Und wenn nicht, nun, so konnte ich ihn dann immer noch töten. Ich holte das junge Pferd wieder heran, das sich einige Schritte von uns entfernt hatte. Als ich gestürzt war, musste der Zügel um meinen Arm gerissen sein. Ich hatte jedoch nicht vor, den Rückweg zu Fuß mit schmerzendem Bein zurückzulegen.
     
  14. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu

    Ich vermochte es einfach nicht anders, dieser Mann musste aufpassen nicht auf seiner Überheblichkeit auszurutschen, das Lachen das in meiner Kehle anschwoll tat schrecklich in den Rippen weh, endete als keuchendes Husten. "Götter..." sprach ich fast verächtlich aus als die Worte aus seinem Mund kamen. "Schaut um euch herum, das ist was von meinem Land übrig ist. Eure Streitmacht hätte sich nicht der Stadt zugewendet, wäre die Festung nicht längst gefallen. Ich war ein Narr, dies nicht zu erkennen." ich hielt kurz inne, ließ die Erkenntnis der Worte über mich fließen, es war die Wahrheit wie ich mir nun gestand "Es wird also kein Land mehr geben das es zu entehren gäbe. Führe ich euch in die Stadt um deren Stadthalter zu töten werden die Menschen in ihren Mauern verschont. Tötet ihr mich seht ihr euch einer nächsten sinnlosen Schlacht entgegen, tötet viele der Händler hinter den Mauern und habt damit nichts gewonnen. Sollte ich danach durch eure Klinge sterben so verschaffte ich den Städtern ihr Leben. Sagt mir also wieso ich Lügen sollte?" Sinura könne er gern an sich nehmen, die Klinge würde ihm nicht dienen, er würde eine neuerliche Überraschung erfahren. Vielleicht daraus lernen. Beide Waffen waren für mich geschmiedet worden, mit Zaubern und Runen belegt, sie gehorchten niemandem außer ihrem Herren. Mein eigenes Blut befand sich im Stahl verarbeitet. Er würde sich nur die Hand verbrennen, die Vorstellung gefiel mir. Die andere Klinge klemmte irgendwo zwischen mir und dem toten Leib des Pferdes. Ich hatte versucht mich von dem Pfeil zu befreien, als das Pferd unter mir zusammen brach, an sie gelangte ich erst wenn man mich aus der Lage befreit hatte. Der Krieger würde nun entscheiden. Meine Augen folgten ihm forschend als er das Pferd heran holte, das Herz schlug vor Aufregung in meiner Brust.
     
  15. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Ein misstrauischer Zug zuckte um meine Mundwinkel, doch ich kam nicht umhin, mir einzugestehen, dass an den Worten des Mannes etwas dran war. Die Taktik, die er mir da unterbreitete, klang logisch, und - Ich musste beinahe "leider" sagen - gar nicht so unehrenhaft, wie ich zuerst gedacht hatte. Er hatte mich verletzt und ausgelacht, das nahm ich ihm nach wie vor übel. Aber er hatte auch zugegeben, dass unsere Streitmacht in diesem Krieg die stärkere war und das ließ mein Selbstbewusstsein wieder etwas nach oben klettern. Als er dann auch seinen Dolch wegwarf, wie ich es ihm befohlen hatte, war ich fast soweit, ihm so etwas wie Vertrauen entgegenzubringen. Nicht vollkommen, bei den Göttern, ich war nicht dumm, er war immer noch mein Feind, und dass er auf die Frage, ob er noch andere Waffen bei sich trug, nicht geantwortet hatte, war mir nicht entgangen. Aber ich würde sein Leben verschonen. Vorerst zumindest.
    Ich ließ den Dolch liegen und das Pferd stehen, wo sie waren, und näherte mich dem Benámoi, etwas vorsichtiger, diesmal, nach wie vor mit meinem Schwert in der Hand. Nach kurzem Überlegen zog ich auch noch einen Speer aus der blutgetränkten Erde. Mit dem gedachte ich, das tote Pferd hoch zu stemmen. Gewiss kein leichtes Unterfangen, dennoch würde ich keinen der anderen Ritter um Hilfe bitten. Das hier war meine Aufgabe. Und mein Gefangener. "Ich versuche, das Pferd anzuheben, und Ihr zieht euch darunter hervor. Keine faulen Tricks, oder ihr seid schneller Tod, als ihr euren Dolch schwingen könnt." Ich schob die Speerspitze unter das Tier, nah am Körper des Fremden, Stück für Stück, spürte, wie sie immer wieder an Steinen oder im Fell des Gaul hängen blieb, wie Widerstände nachgaben, und hoffte zumindest, dass es auch ab und zu die Haut des Mannes war, die so ruckartig unter dem Eisen riss. Dann suchte ich mir einen stabilen Stand auf meinem gesunden Bein, klemmte die Schulter unter den Speer und drückte den improvisierten Hebel langsam nach oben. "Jetzt."
     
  16. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu

    Als das Gewicht des Pferdes langsam von meinem Körper wich unterdrückte ich nur schwer meinen Schmerz, den das mit Federn bewerte Ende trieb sich mir weiter hinein in den Körper. Sobald ich meine zweite Klinge unter dem Pferd erscheinen sah, griff ich danach, hob mein Bein ein wenig an, sah das kleine Stück Pfeil und hieb danach. Mit einem Knacken brach das dünne Holz, sodass ich mich mit einem Stöhnen darunter hervor schieben konnte. Ich warf Morgis vor die Füße meines Feindes, um ihm zu signalisieren das ich mir keine weitere Attacke gewähren würde. Schenkte ihm dann nicht weiter beachtung, sah auf den Pfeil hinab. Das Ende schaute aus meinem linken Oberschenkel, war mit weißen Gänsefedern geschmückt, die nun rot von meinem Blut waren, auf der unterliegenden Seite schaute das nun gesplitterte Ende aus meinem Fleisch. Es war ein glatter Durchschuss gewesen. Das einzige Problem an der Tatsache war das eingreifen der Magie.
    Die Magier im Land des Nordens waren mächtig und gewand darin Gegenstände mit dieser Magie zu durchleben. Meine Waffen hatten sie ebenso geschaffen, wie meinen Harnisch, er jedoch sandte heilende Magie in meinen Körper sollte eine Verletztung vorhanden sein. Anders hätte ich die Stunden nicht überlebt, ich wäre wohl verblutet bevor man mich gefunden hätte, oder vielleicht in Ohnmacht gefallen. So allerdings war die Wunde am Bein geheilt worden, zumindest teilweise. Um den Pfeil zu entfernen musste ich ihn mir erneut durch die Haut ziehen. Also riss ich ohne viel Federlesen die blutige Hose bis zur Wunde auf, fummelte an dem gesplitterten Ende umher, bis ich den Schaft richtig zu fassen bekam. Einmal atmete ich tief ein mit meinem Ausatmen riss ich mir wortlos den Überrest des Pfeils aus meinem Bein. Danach behalf ich mir mit den Resten der Hose zu einem Verband, es würde noch ein paar Stunden dauern bis die Wunde vollständig geheilt war. Als ich zu dem anderen Mann sah, glaubte ich einen Funken des Erstaunens in den Augen zu sehen - irrte ich mich?
     
  17. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Der Krieger hatte tatsächlich noch eine Waffe, einen zweiten Dolch - Hatte ich es mir doch gedacht. Doch er benutzte ihn nur, um sich von dem Pfeil zu befreien, der ihn offensichtlich an das Pferd gefesselt hatte, und warf ihn mir dann, wie den ersten, zu Füßen. Mühsam befreite sich der Mann aus seiner Lage, zog die Beine unter dem schweren Leib des Tieres hervor. Gerade rechtzeitig. Einen Augenblick später zerbrach der Speer in meinen Händen und das massige Tier sackte wieder zu Boden. Ich stieß den Atem aus, den ich vor Anstrengung angehalten hatte, und massierte mir mit hartem Griff die Schulter, mit der ich das Gewicht gestemmt hatte. Der Fremde entschloss sich zu schweigen. Dann halt keine Worte des Dankes. Auch gut.
    Fahrig glitt mein Blick zu dem Krieger, während ich noch Atem schöpfte; Augenblicke später schoben sich meine Augenbrauen verunsichert zusammen, als ich das tun des Mannes beobachtete. Er zog sich den Pfeil aus dem eigenen Fleisch, doch das war es nicht, was mich irritierte. Die Wunde war viel zu gut verheilt. Als wäre sie nicht erst von heute Morgen, doch das konnte nicht sein. "Ihr seid ein Magier." Unwillkürlich machte ich einen halben Schritt rückwärts, nur um denselben wieder rückgängig zu machen, als ich mir seiner bewusst wurde. Den Triumph, mich in Furcht zu sehen, würde ich dem Nordmann nicht gönnen, egal, wer oder was er war. Im Gegenteil. Sein Gehabe machte mich allmählich ganz schön wütend. Noch immer trug ich mein Schwert in der Rechten und den abgebrochenen Speer in der Linken. Im nächsten Moment schlug ich das stumpfe Holzstück mit Wucht gegen die Nase des Mannes. Wenn er sich schon gerade so einen schönen Verband machte, hatte er sicherlich Lust auf einen zweiten.
    "Das war für mein Bein. Wir sind dann wohl quitt." Mit diesen Worten und ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen schob ich den gesunden Fuß in den Steigbügel und schwang mich auf mein Pferd. "Sobald ihr fertig seid, kommt mit mir. Ich verzichte darauf euch einen ritt anzubieten. Eurem Bein geht es ja anscheinend gut genug."
     
  18. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu

    Meine Hände schossen zur Nase als der Speer darauf nieder schoss. Der vorher unterdrückte Schmerzenslaut brach nun aus mir hervor, ich stöhnte unansehnlich. Vielleicht hatte ich es sogar verdient. Trotzdem konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen als der Mann sich in den Sattel schwang, mit dem jungen Pferd davon Ritt. Meine Dolche lagen beide noch im Schlamm und Blut vor mir. Trotzdem kam ich nicht umhin ihm hinterher zu rufen "Mein Harnisch ist magisch verstärkt!" damit log ich nicht, aber ich erzählte nicht die ganze Wahrheit. Richtige Zauber zu wirken vermochte ich aber auch nicht, ich spürte die Anwesenheit von Magie in meiner Umgebung als leichtes kribbeln auf meiner Haut. Die Art von Magie die in mir wohnte war rudimentärer, vor allem aber nicht ganz von mir gewollt. Ich wandte mich meiner Gedanken anderweitig zu, wischte das Blut aus meinem Gesicht - zumindest schien nichts gebrochen zu sein.
    Ich klopfte mir den nötigsten Dreck von der Kleidung, sah nun das der Krieger in 50 Schritt Entfernung gehalten hatte. Auf die Entfernung mochte ich nicht zu sagen was er mit dem anderen Mann besprach. Ich steckte mir beide Dolche wieder an meinen Gürtel. An dem toten Leichnam eines anderen Pferdes fand ich eine Wasserflasche, mit tiefen Zügen trank ich das nach Brackwasser schmeckende Nass.Ich würde ehe ich ihnen half sehr gern ein Bad im Fluss nehmen. Anschließend ging ich zu meinem neuen Herren, zumindest würde er dies sicherlich so sehen. Als ich vor seinem Pferd zum stehen kam, sah ich den hasserfüllten Blick des anderen Mannes auf mir liegen. Als ich nach meinen Dolchen griff, hob sich sein Bogenarm. Mein Blick richtete sich auf den meines Helfers. "Ich danke für die Hilfe..." dann reichte ich ihm beide Knäufe meiner Dolche entgegen, ich selbst hielt die schwarzen Klingen in der Hand. Den Schalk in meinen Augen versuchte ich zu verbergen, dieses Spiel konnte ich ewig fort führen. Sollte er die Dolche an sich nehmen.
     
  19. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Maurdry

    Ich hörte, doch ignorierte die Worte, die der Benámoi mir nachrief - Dafür war ich in diesem Moment zu beleidigt. Dass er mir folgen würde, wie ich ihn angewiesen hatte, dessen war ich mir jedoch auf seltsame Art und Weise sicher. Er hatte bisher für einen solchen Bastard erstaunlich viel Ehre und Ehrlichkeit ewiesen. Außerdem war ich nach wie vor in der sichereren Lage: Zu Pferd, bewaffnet und mit meinen Männern un Rufnähe. Nunja. Wobei ich auf letzteres in diesem Moment gut und gerne hätte verzichten können. "Maurdry!" Gaedmar. Wer sonst. "Was im Namen aller Götter tust du? Wer ist das? Hack ihm den Kopf ab!" Mit einer unwirschen Geste schnitt ich dem Ritter das Wort ab. Noch viel lieber hätte ich ihm eine Hand abgeschnitten, aber das hätte Ärger mit Vater gegeben. "Er ist mein Gefangener." Ein Aufstöhnen. Ein Kopfschütteln. "Maurdry, du kannst nicht-" - "Er ist mein Gefangener, Gaedmar. Ich werde mich kein zweites Mal wiederholen." Endlich schwieg der Mann, doch sein Blick blieb hasserfüllt und als der Fremde näherkam, hob er seinen Bogen. Mit der flachen Seite meines Schwertes drückte ich seinen Arm wieder hinunter. Angetrocknetes Blut, das an der Klinge gehaftet hatte, blieb an seiner Haut kleben.
    Der Benámoi kam vor meinem Pferd zum Stehen. Er griff nach seinen Dolchen und für einen Sekundenbruchteil war ich mir sicher, dass es ein Fehler gewesen war, Gaedmars Schutz so von mir zu weisen, dass der Fremde es mir nun heimzahlen würde. Doch dann suchte er meinen Blick, das harte Blau seiner Augen bohrte sich in die blasse Farbe der meinen, für einen Augenblick betrachteten wir einander stumm, und er... bedankte sich? "Gaedmar, nimm die Dolche des Mannes an dich." Ich hatte die Magie gesehen, die der Feind gewirkt hatte. Dem plötzlichen Frieden traute ich nicht recht. Skeptisch beobachtete ich, wie der Ritter die Hand nach den Heften der Dolche ausstreckte, die mein Gefangener uns entgegenhielt. Seine Finger schlossen sich darum - Momente später ließ er die Waffen mit einem Aufschrei wieder fallen. Noch während er die Brandwunden an seinen Handflächen betrachtete, schlich sich ein Grinsen auf meine Lippen. "Behalte die Dolche für den Augenblick, Benámoi. Ich werde sie verwahren, sobald wir im Lager sind... Und sei so gut und spar dir weitere Tricks." Ich wendete das nervöse Pferd und ritt voran.
     
  20. Ravenna

    Ravenna I walk her path...

    Arviu
    Der feine Herr ist zu einem Lächeln fähig. Während er sein Pferd wendete hob ich meine Klingen wieder auf. Verzichtete darauf sie mir an den Gürtel zu schnallen,stattdessen wählte ich das Holster in meinen Stiefeln. Dort würde ich länger brauchen sie zu ergreifen,doch vielleicht wäre mein Geiselnehmer so überzeugter das ich ihnen nichts tun würde. Der Mann der sich die Hände an meinen Dolchen verbrannt hatte, schien nur mühsam seine Wut zu verbergen. Auch er wendete das Pferd folgte dem jungen Herren,ohne darauf zu achten was ich tat. Das würde ihm ganz sicher zum Verhängnis werden. Doch sagte es mir noch etwas. Der Herr der mir geholfen hatte mochte diese Männer führen, doch ihr Vertrauen schien er nicht zu haben. Mit jedem Schritt denen ich ihnen folgte heilte mein Bein mehr, als ich zwischen all den Leichen tatsächlich ein herrenloses Pferd fand zögerte ich nicht lange. Mit schnellen Handgriffen befreite ich die Stute von dem Sattel,der nicht länger als solcher bezeichnet werden konnte. Anschließend hievte ich mich auf den Rücken der fuchsfarbenen Schönheit. Dann benötige ich einige Momente um die beiden Männer wieder finden zu können. Auf der Anhöhe erblickte ich sie, bei der Entfernung konnte ich den Blick des Mannes nicht deuten - spürte er Angst? Mit einem zügigen Galopp trug mich die Stute die Anhöhe hinauf,meine Beine schmiegten sich sanft an den schmalen Körper. Trotzdem vermisste ich den breiten Körper von Torik unter mir, morgen Abend so hoffte ich würde ich seine Nüstern wieder auf meiner Haut spüren. Dazu jedoch musste der Plan den ich erdachte funktionieren,bisher war ich davon nicht ganz überzeugt. Abrupter als erwartet hielt sie Stute an, scheute vor dem Hengst des jungen Mannes, vermochte mich aber nicht aus dem Sattel zu werfen. "Sollten wir zur Ruhe gelangen könnte ich euch den Plan erleutern der mir vor schwebt." vorausgesetzt einer seiner Manner würde sich nicht doch dazu entschließen mich zu töten.
     

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