[RS] Calm after the Storm

Dieses Thema im Forum "Rollenspiele" wurde erstellt von Leaenna, 15 Jan. 2016.

  1. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Calm after the Storm

    Noch Jahrzehnte nach dem Unfall würden die Leute behaupten, sie wüssten noch ganz genau, wo sie gerade waren oder was sie gerade machten, als sie die Nachricht hörten. Es war eines dieser Ereignisse, das sich tief in die Köpfe der Menschen einbrannte, in all seiner unfassbaren Grausamkeit. Lange Zeit, nachdem alle Atomkraftwerke der Erde abgeschaltet worden waren, hatte die Menschheit neue Wege der Energieerzeugung gefunden. Die chemischen Kraftwerke der USA, Vorreiter der Energiewende, galten als die Sichersten der Welt. Doch was Menschenhand erschafft, wird niemals unfehlbar sein.

    Ein Leck, ein Gas, schwerer als Luft und hochgiftig, langsam bahnt es sich seinen Weg durch die Stadt, geruchlos, unsichtbar, tödlich. Als es zur Explosion kommt, sind zahlreiche Menschen schon tot, vergiftet im Schlaf. Eine Veränderung des Luftdrucks schließlich ist genug, um aus dem Unglück eine Katastrophe werden zu lassen. So effizient die Technik, so sensibel ihre Komponenten. Das Gas erreicht den Punkt seiner höchsten Ausdehnung innerhalb einer tausendstel Sekunde - Und reißt ganz Chicago mit sich.

    Ab dem Moment passiert alles rasend schnell und quälend langsam zugleich. Die Stadt steht in Flammen, doch ein Blick in ihre Richtung reicht, um alle begreifen zu lassen, dass hier jede Hilfe zu spät kommt. Viel wichtiger sind plötzlich die umliegenden Gebiete: Giftige Dämpfe breiten sich mit rasanter Geschwindigkeit aus, wie weit der tödliche Radius reichen wird, kann niemand vorhersehen. Ganze Landkreise werden evakuiert, unter den Bewohnern bricht Massenpanik aus; jeder will so schnell wie möglich aus den kontaminierten Gebieten heraus.

    Sie rennen, überrennen einander, vergessen ihren Nächsten in der Angst um sich selbst. Der Tag geht mit lakonischem Beigeschmack als "Orange Friday" in die Geschichte ein: Es herrscht ein heilloses Chaos wie beim Einkauf an einem Black Friday, jeder reißt jedem das Steuer seines Fahrzeuges, selbst das Fahrrad der Kinder aus den Händen, in diesem Wettstreit geht es um nichts anderes als das nakte Überleben. Und was dann übrig bleibt, als sich Stille über das Land legt, sind nur die Leichen derer, die in der Panik totgetrampelt wurden, ihre Häuser, noch voll mit ihrem Hab und Gut, kaum das Wichtigste wurde mitgenommen, und dann, Tage später, ganz allmählich, ein orange-brauner Schleier, wie von Rost, der sich auf alle Oberflächen legt. Er hinterlässt große Teile von Illinois, Wisconsin, Michigan und Indiana unbewohnbar.

    Zumindest offiziell.

    Denn du bist noch hier.

    Du und einige andere. Die Gründe sind so verschieden wie die Menschen selbst. Hat man dich zurückgelassen, dir den Fluchtweg versperrt? Oder hast du dich aus freien Stücken entschlossen, zu bleiben, konntest oder wolltest deine Heimat nicht verlassen? Ihr befindet euch nicht in Chicago selbst, viel zu hoch wäre hier die Belastung durch das Gift, das immernoch im Boden, in den Pflanzen, im Grundwasser steckt, und dort noch für viele Jahrhunderte bleiben wird. Aber auch im weiteren Radius des Sperrgebietes, wo ihr euch aufhaltet, habt ihr mit gesundheitlichen Folgen durch die Kontaminierung zu rechnen.

    Eine Wirtschaft gibt es nicht mehr und Geld ist nutzlos geworden, ihr seid auf das angewiesen, was zurückgelassen wurde. Du bist nicht der erste, der auf die Idee kommt, in ein Geschäft einzubrechen, um an Lebenmittel zu gelangen. Verkäufer und Besitzer sind geflohen, niemand wird dich mehr abhalten, denkst du. Doch damit liegst du nicht ganz richtig. Es haben sich Banden gebildet, die vehement verteidigen, was sie für sich erobert haben. Und allmählich gibt es von allem immer weniger.

    Formular

    Name:
    Alter:
    Geschlecht
    Aussehen:

    Über dein Leben vor der Katastrophe:
    Über dein jetziges Leben:

    Sonstiges:
     
    Rhapsody gefällt das.
  2. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Spieler

    Leaenna: Tony Fox

    Name: Anthony "Tony" Fox
    Alter: 22
    Geschlecht: Männlich
    Aussehen: Tony ist von durchschnittlicher Größe und maskuliner Statur, ohne dabei wuchtig zu wirken. Vielmehr zeichnet sich die flache Muskulatur immer deutlicher unter der dünnen Haut ab, je mehr er abnimmt. Tonys Profil ist von klaren Linien gezeichnet, wohlproportioniert mit einer geraden Nase und einem scharfen Kinnbogen. Wachsame, hellblaue Augen blicken stets aufmerksam in die Welt, dichte, dunkle Wimpern nehmen ihnen etwas von ihrer Kälte. Hinter den sanft geschwungenen Lippen versteckt sich ein gerades, weißes Lächeln, das leider viel zu oft von der Sorge überschattet wird, die beinahe sichtbar auf Tonys Schultern lastet. Umrahmt wird das markante Gesicht von wirrem, dunkelbraunem Haar, das dazu neigt, sich ab einer bestimmten Länge in Wellen zu legen, vor allem in den Spitzen kräuselt es sich dann vorwitzig.

    Über dein Leben vor der Katastrophe: Ursprünglich stammt Anthony nicht aus gutem oder wohlhabendem Haus, doch durch ein Stipendium war es ihm möglich, in Chicago Jura zu studieren. Dass er nicht in der Stadt war, als die Katastrophe geschehen ist, ist pures Glück - Er war auf einem Tagesausflug mit seiner Freundin. Obwohl Tony versuchte, das Mädchen schnell aus der Gefahrenzone herauszubringen, musste er ihren Tod mit ansehen. In Kurzfassung kann man folgendes sagen: Er blieb, um sie zu bestatten, dann waren die Grenzen zur Außenwelt geschlossen. Die wirkliche Geschichte ist etwas länger, doch nicht unbedingt interessanter.
    Über dein jetziges Leben: Tony hat recht schnell einen Überblick über die Lage gewonnen und nicht gezögert, sich selbst in eine vorteilhafte Situation zu bringen. Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Leuten, die er koordiniert, hat er einen zurückgelassenen Discounter in seine Gewalt gebracht. Für die Menschen, die sich ihm anschließen, fühlt Fox - wie er sich vor ihnen gerne nennt - sich verantwortlich, und zögert auch nicht, sich für sie einer Gefahr auszusetzen, doch im Gegenzug erwartet er hundertprozentige Loyalität. Ansonsten zögert er auch keine Sekunde, jemanden wieder von sich zu stoßen. Er hat sich schon mehrmals gefährlich nahe an den Mittelpunkt des Sperrgebietes herangewagt und massive gesundheitliche Schäden davongetragen.

    Sonstiges: Koordiniert und sorgt für eine kleine Gruppe von Hinterbliebenen

    Obi-Wan: Ivy Rogers

    Name: Ivaine ‚Ivy‘ Rogers
    Alter: 20 Jahre
    Geschlecht: weiblich
    Aussehen: Ivy ist ein hübsches Ding, auf den ersten Blick wirkt sie zierlich und scheint gar nicht in diese raue Umgebung zu passen. Auf den zweiten Blick sieht man einen gut trainierten Körper, ein knackiger Hintern einen dennoch wohlgeformten Busen und eine schlanke Taille. Von der Größe her muss man wohl sagen, dass sie etwas größer als die durchschnittliche Frau ist, aber sicherlich keine Bachstelze. Ihre Haut ist weich und man merkt wohl dass diese sehr gut gepflegt worden war, der Grundton erinnert an Alabaster und scheint auch nicht wirklich bräunen zu wollen. Auf dem Kopf der jungen Frau sprießen rote Haare, diese sind nicht gefärbt sondern haben von Natur aus die rubinrote Farbe, in großen Wellen fallen sie bis zur Mitte ihres Rückgrats hinab. Auf dem schlanken Hals, sitzt ein hübscher herzförmiger Kopf, der dunkelrosa Schmollmund scheint geradezu zum Küssen einzuladen. Eine kleine süße Stupsnase sitzt darüber auf der sich für ihren Typ wohl typischen Sommersprossen abzeichnen, sie laufen bis zu den Wangenknochen aus. Darüber wachen dunkelgrüne Augen, die wohl momentan verwirrt und fragend umherblicken. Die Wimpern sind dunkel, betonen somit die Farbe wohl noch etwas mehr, die Augenbrauen haben einen feinen Bogen und sind natürlich in der Farbe auf ihrem Kopf gehalten.

    Über dein Leben vor der Katastrophe: Man kann nicht sagen dass Ivys Familie zu den reichen und schönen gehört, er zu der hart arbeitenden Mittelschicht. Auch wohnte sie nie im Bereich der Katastrophe welcher jetzt auch für die Außenwelt unzugänglich ist. Sie ist wohl einfach das Mädchen von Nebenan, lebt ein relativ einfaches Leben, geht mit Freunden aus, treibt regelmäßig Sport -> unter anderen hat sie auch schon ein paar Kampfsportarten ausprobiert, hängen geblieben dann bei Taekwondo. Ivaine jobte neben ihres Studiums als Kellnerin bei verschiedenen Veranstaltungen, um ihren Eltern nicht komplett auf der Tasche zu liegen. So auch durch Kontakte bei Events der gehobenen Klassen, einmal wohl auf dem falschen wo sie wohl auch zu viel mitangehört hatte…

    Über dein jetziges Leben: Bis vor kurzem war noch alles in Ordnung, bis sie wohl ein paar Worte von den hohen Tieren zu viel mitbekommen hatte… Als man das mitbekam, wurde sie erst gar nicht mehr nach Hause gelassen, sie wurde betäubt und ist nun in der Welt hinter dieser Mauer aufgewacht, mit Filmriss natürlich, nur fetzen von den Geschehnissen sind hängen geblieben…

    Sonstiges: wird wohl demnächst in der Gegend herum irren…

    Samanta: Logan Brewster

    Name: Logan Brewster
    Alter: 21
    Geschlecht: männlich
    Aussehen: Logan ist ein unauffälliger, junger Mann. Er ist um die 1,75 m groß und von normaler Statur. Seine dunkelbraunen, gelockten Haare reichen ihm bis in den Nacken. Seine Augen sind ebenso braun wie seine Haare. Er hat ein rundliches Gesicht, schmale, kleine Lippen und eine breite, aber kleine Nase. Ansonsten gibt es nichts weiter auffälliges an seinem Aussehen. Er trägt meist abgerissene Klamotten: ein schwarzes T-Shirt mit vielen Rissen und Löchern, darüber eine fleckige und rissige schwarze Lederjacke. Außerdem eine ebenso schwarze Lederhose. Als sein 'Markenzeichen' könnte man seinen schwarzen Hut und sein rotes Halstuch sehen.

    Über dein Leben vor der Katastrophe: Es wäre gelogen gewesen, wenn man sagte, dass Logans Leben vor der Katastrophe ein völlig anderes gewesen wäre. Er hatte schon immer einen Hang zur 'Kriminalität'. Nichts weltbewegendes, ein paar Taschendiebstähle hier, ein paar Prügeleien dort. Nicht, weil er es gebraucht hätte. Es hat ihm irgendwie einen Kick gegeben. Er war dabei Medizin zu studieren, hatte einige Freunde und ein recht angenehmes Leben. Logan blieb während der Katastrophe nicht verschont. Er verlor das Augenlicht auf seinem linken Auges und zog sich eine tiefe Stichverletzung am rechten Bein zu, die mittlerweile wieder gut verheilt ist Aufgrund der enormen Schmerzen war es ihm nicht möglich die Grenze rechtzeitig zu erreichen, sodass ihm nichts übrig blieb, als zurückzubleiben.
    Über dein jetziges Leben: Logan geht seinen Weg. Der Verlust seines Augenlichtes hat ihn am Anfang stark beeinträchtigt, auch wenn er mit einem Auge noch sehen konnte. Für einige Zeit hat er es geschafft sich alleine durchzuschlagen, bevor er sich der Gruppe von Tony Fox anschloss. Seine Fähigkeit des Taschendiebstahls und seiner schnellen Auffassungsgabe hat er es wohl zu verdanken, dass er sich der Gruppe anschließen konnte. Der Hang zum Groben trägt wohl sein übriges dazu bei.

    Sonstiges: gehört zu der kleinen Gruppe, die Tony Fox um sich geschart hat.

    Norwegeerstar: Jessica Parker

    Name: Jessica Emmeline Parker
    Alter: 22 Jahre
    Geschlecht: weiblich
    Aussehen: Jessie ist eine schmale Person mit zarten Rundungen an Hüfte und Brust, hat lange hellblonde Haare die das herzförmige Gesicht umrahmen. Sie scheint fast zu Puppenhaft; ihre Hautfarbe ist fast Alabasterfarben und ohne Makel, die großen, runden Augen leuchten in strahlendem, sattem grün und die wohlgeformten Lippen haben eine tief rote Farbe.

    Über dein Leben vor der Katastrophe: Ich hatte eine gute Kindheit, immer genug Essen auf dem Tisch und genug Liebe von meinen Eltern erhalten und alles war so einfach, bis meine Schwester geboren wurde. Sie war krank, seit ihrer Geburt und brauchte ständige Pflege, Krankenschwestern und Ärzte wurden unsere besten Freunde - auch wenn sie Savannah nur begrenzt helfen konnten, denn etwas wie sie hatten auch sie noch nicht gesehen. Und so wuchs ich auf mit dem Verlangen Ärztin zu werden, doch das Am-Leben-Erhalten meiner Schwester hat alle Geldvorräte aufgefressen und so musste ich ausweichen, hätte dieses Jahr meine Ausbildung zur Krankenschwester beendet.
    Über dein jetziges Leben: Meine Eltern sind geflüchtet noch während ich auf der Arbeit war, jemand musste ja bei Savannah bleiben, sich um sie kümmern, als auch die Ärzte und schließlich die Schwestern verschwanden tat ich das einzig richtige, ich holte sie nach Hause und habe seit dreieinhalb Wochen das Haus nicht mehr verlassen. Mein Überleben bis zum heutigen Zeitpunkt habe ich Colt zu verdanken. Was ich ohne ihn tun würde? Ich weiß es nicht.

    Sonstiges: /

    CaptainSkywalker: Colton Fraser

    Name: Colton Fraser
    Alter: 25
    Geschlecht: männlich

    Aussehen: Colton ist ein junger Mann mit einer stattlichen größe von 1,87m. Er hat schwarzes, leicht gelocktes Haar welches Momentan schon fast Kinnlang ist;
    meistens trägt er sein Haar nach hinten, aus dem Weg, gestrichen. Seine Augen sind grau, umrahmt von dichten schwazen Wimpern. Sein schönes Gesicht ist zeichnet sich mit
    leicht hohen Wangenknochen und sinnlich geschwungenen Lippen aus, welche von einem drei - eine Woche Bart umringt werden. Er hat eine gute Figur, mit definierten Muskeln,
    wobei er aber dafür schon immer mindestens dreimal die Woche etwas tut - naja, bisher. Doch das Hauptaugenmerk liegt wohl auf seinen Tättowierungen, von denen er nicht wenig hat.
    Auf seiner Brust, direkt über seinem Herzen befindet sich ein Hirschkopf, umrahmt von einem ledernen Band und dem Wahlspruch der Frasers: "Je suis Prest!".
    Direkt neben dem Tattoo auf der Brust und fast noch dieses, umschließend beginnt eine Ranke, welche sich bis zu seinem Handgelenk zieht, aber nur ein einziges, rotes Blatt trägt.
    Zwischen der Ranke auf dem linken Arm, findensich einige keltische Runenknoten, einige mit farbe gefüllt, andere leer. Auf seiner Brust verläuft ein Schriftzug: "Be Caledonia". Die Rechte Schulter ziert ein Tattoo,
    welches einen in dem Glauben lässt die Haut sei dort weggerissen und man könne ins Innere sehen, wobei dort wo eigentlich der Humeruskopf sein müsste, sich ein Zahnrad
    befand. Weiter unten am rechten Arm zeigt sich ein lachender Klopfer, welcher mit wehenden Öhrchen auf der gleichen Harley sitzt, welche Colt sich vor zwei Jahren selbst gekauft hat.

    Über dein Leben vor der Katastrophe:
    Er hat bis zu seinem 16. Lebensjahr in Schottland gelebt, genauergesagt eine halbe Stunde entfern von Inverness. Seine Mutter war damals mit ihm zu ihrem neuen Ehemann
    nach Chicago gezogen und Colton hat sich hier sehr gut eingelebt. Das einzige was ihm noch von seinem schottischen Erbe geblieben ist, ist dass er bis heute noch das "R"
    rollt, ansonsten ist er fast schon ein waschechter Amerikaner. Er hat hier seine Schule beendet, ist aufs College gegangen und sein Job war das Illustrieren von Kinderbühern.
    Er hat das Zeichnen schon immer geliebt, aber vorallem liebt er es diese kleinen Helden der Kinderbücher zu Zeichnen. Im Alter von 22 Jahren hatte er einen kleinen Unfall, bei dem
    er von einem Auto angefahren wurde, dabei prellte er sich einige Rippen und brach sich einen Arm; doch er lernte auch Jessica kennen, seine Freundin seit nun mehr 3 Jahren.

    Über dein jetziges Leben:
    Er und Jessica blieben zusammen mit ihrer kranken Schwester im Haus, während die Nachbarn immer weniger werden und das weite suchen. Jeden Tag versucht er für ihr überleben zu sorgen,
    versucht Lebensmittel aufzutreiben und für sie alle stark zu sein. Nicht immer ganz einfach!

    Sonstiges: Jess und Colt haben sich vor zwei Monaten einen kleinen Schäferhundemischling aus dem Tierheim geholt. Ihre Beziehung war sehr ernst und Colt hatte schon mit dem Gedanken
    an einen Heiratsantrag gespielt, doch die Katastrophe hat einfach sehr viel verändert und stellt vieles auf eine harte Probe.

    Rue: Charlie West

    Name: Charles "Charlie" West
    Alter: 21
    Geschlecht: männlich
    Aussehen: Charly ist schlank und mittelgroß. Das ebenmäßige Gesicht mit den hohen Wangenknochen und die leicht gebräunte Haut sind der Beweis für seine indianischen Vorfahren, die er allerdings nie kennen gelernt hat. Dichtes, dunkelbraunes Haar reicht ihm gerade bis auf die Schultern und meistens trägt er einen abgewetzten Hut. Ein Hemd, das einmal weiß gewesen sein muss steckt in einer zu weiten Hose, darüber trägt er eine offene Anzugweste. Ein Aussehen wie eine Mischung aus Charlie Chaplin und einer Vogelscheuche. Verträumte, tiefbraune Augen und immer ein Ausdruck leichten Erstaunens im Gesicht, macht es vielen Leuten schwer, ihn ernst zu nehmen.
    Über dein Leben vor der Katastrophe: Charlie hat sich immer herumgetrieben. Er hatte zu viele Geschwister und die Wohnung der Familie war klein, aber es war auch die Flucht vor dem jähzornigen Vater - So zog es ihn immer öfter hinaus in die Stadt, die Welt. Von der Schule ist er schnell geflogen, wohnte überall und nirgends, zufrieden mit einem einfachen Schlafplatz und der Freiheit, tun zu können was er möchte. Freunde hat er keine, wird als "seltsam" und "verrückt" betitelt und ist sich dessen vielleicht nicht einmal bewusst.
    Über dein jetziges Leben: Charlie ist geblieben, denn wie hätte er fliehen sollen? Weder kann er Auto fahren noch hat er Geld... Die Evakuierung hat ihn nicht erreicht - Vielleicht schlief er gerade in einer abgelegenen Fabrikhalle. Schnell hat er begriffen, was die Abwesenheit aller Menschen, obgleich sie ihn traurig macht, für Vorteile hat: So viel Platz, so viele Dinge: Und man braucht sie sich nur zu nehmen. Doch natürlich bleibt das nicht ewig so...
    Sonstiges: /
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Jan. 2016
    Samanta gefällt das.
  3. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Fox

    Gedankenverloren kratzte ich mit dem Fingernagel über die Hauswand, betrachtete die rostrote Färbung, die an meiner Fingerkuppe haften blieb. Ein kühler Wind strich durch die Gassen, gedämmt von den Häuserfronten und doch unangenehm kühl brachte er die Erwartung des Winters mit sich. Noch legte sich der herbstliche Morgennebel stets im Laufe des jeweiligen Tages, manchmal brach die Sonne für einige Stunden durch die Wolkendecke, und unter anderen Umständen wäre das eine meiner liebsten Jahreszeiten gewesen: Kühl, aber nicht eisig, die Luft von einer Frische, wie sie die Großstadt viel zu selten mit sich brachte, diese Tage, an denen die Radiomoderatoren schon am frühen Morgen, wenn ich mir zum Joggengehen eine dünne Windjacke anzog, milde Temperaturen und einige Sonnenstunden versprachen. Jetzt aber konnte ich nicht anders, als besorgt die Stirn kraus zu ziehen, als die Brise mir die dunklen Haare durcheinanderbrachte, denn der Gedanke an den nahenden Winter war zu einem beunruhigenden geworden, seit er nicht mehr aus der Vorstellung eines gemütlichen Abends auf dem Sofa bestand, aus der Vorfreude auf heißen Tee beim Lernen für die Uni, aus der Erinnerung an das Gefühl, das in meinen Beinen heraufkroch, wenn Lily ihre eiskalten Füße gegen meine presste. Lily... Ich schloss kurz die Augen, atmete tief durch, erlaubte mir einen Moment der Trauer, hieß das Gefühl willkommen, das mein Herz schwer in Richtung Magen zog. Manchmal musste das sein, manchmal konnte ich es nicht verdrängen. Dann zog ich es zumindest vor, das ganze kontrolliert ablaufen zu lassen; im Momenten wie diesen, in denen ich alleine war. So wie jetzt. Nur ganz kurz. Nur noch eine Sekunde... Mit einem Ruck riss ich mich selbst zurück in die Gegenwart. Es brachte rein gar nichts, jetzt in Selbstmitleid zu versinken. Das hatte ich verstanden, und nach diesem Mantra bestritt ich jeden Tag. Fakt war, wir hatten keine Elektrizität mehr, dementsprechend keine Heizung, keine Herde oder Öfen. Noch reichten die Lebensmittel, zumindest für uns, mich und die kleine Gruppe junger Menschen, die sich mir angeschlossen hatten. Und heute würde ich mich mit einem oder zwei der Jungs aufmachen, um Decken und Klamotten zu besorgen. Aber Fakt war auch, das alles war keine Dauerlösung und spaßig würde die kalte Jahreszeit für uns nicht werden. Ich wischte meinen Finger an meiner Jeans ab, fuhr mir mit dem Pulloverärmel unter der Nase entlang und stieß dann die Tür auf. Sofort richtete sich ein Gewehrlauf auf mich - Und senkte sich wieder, sobald Nick mich erkannte. Der ehemalige BWL Student machte einen guten Job, was die Einteilung unserer Lebensmittel anging. Wache schieben musste zwischendurch jeder Mal. "Morgen, Fox. Frühstück?"
     
  4. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Ivy

    Dunkle Schatten zogen durch meinen Kopf, mein Körper erzitterte ich träumte wohl das ich gerade irgendwo im freien lag. Doch ich lag zuhause in meinem warmen kuscheligen Bett das... aus lauter Blättern bestand und ungewöhnlich hart war... Mein Kopf dröhnte als ich nun langsam erwachte, meine Hände tasteten und fuhr dabei über kühle feuchte Blätter. Ich riss die Augen auf und bereute es gleich mal. Es gab mir einen Stich in meinen Kopf und ich stöhnte erstmal auf, kniff sie zusammen. Meine Glieder schmerzten und waren schwer wie Blei als ich sie bewegen wollte. Ich lag bäuchlings auf den Boden, sah Bäume und den Laub bedeckten Boden. Was war passiert? Als ich meine Hände und Füße schließlich unter mich bekam, stemmte ich mich erstmal hoch. Ich legte dann eine Hand an meinen Kopf, der dröhnte als wäre jemand mit einem Schlitten durchgefahren. Leicht taumelnd kam ich auf die Beine und stützte mich am nächsten Baum ab. Ich schüttelte meinen Kopf und blinzelte ein paar Mal, ich begann zu zittern und als ich an mir runter sah wusste ich wieso. Ich hatte ein schwarzes Kleid an, der Saum war zerrissen und die Schuhe dazu hatte ich wohl irgendwo schon längst verloren. Ich brauchte eine Weile bis ich das verstand. Gott! Verdammt! Wo war ich? Was war passiert? Ich konnte mich nicht erinnern, irgendwo war ich gestern am Abend...arbeiten... ja ich kellnerte ja des öfteren... aber ich konnte mich nicht daran Erinnern getrunken zu haben oder dergleichen. Ich schlang meine Arme um mich selbst als es mich erneut fröstelte. Gänsehaut lief meinen ganzen Körper hinab. Mein Blick ging herum, niemand war hier... "Oke Ivaine, ganz ruhig bleiben!" mahnte ich mich selber als mein Herz in panik loszustarten drohte. Ruhig bleiben.. was hieß hier ruhig bleiben! Ich war hier mitten im nirgendwo. Keine Tasche, da war mein Handy drinnen, ich hätte sie doch nie liegen lassen! Aber durchs rumstehen und frieren würde es wohl nicht besser werden... ich musste einen Weg finden... ja genau das war ein guter Plan. In welche Richtung sollte man nochmal gehen, wenn man keine Ahnung hatte wo man war und eine dicke Nebeldecke und die Baumkronen keinen Ansatz boten? "Hallo?!" rief ich einfach, vielleicht war ja jemand in der Nähe- möglichst jemand der kein psychotischer Massenmörder war. Nichts kam und ich begann zu laufen. Die Arme um mich gelegt... keine Ahnung wo ich hin ging. Mir war kalt, die Füße schmerzten bei jeden kleinen Stein oder Stock der zwischen den Blätterwerk lag. "Au... aahh, verdammt!" fluchte ich als ich offenbar in einen Dorn getreten war. Die Strumpfhose die ich trug war auch schon mehr Laufmasche als Hose... Verdammt nochmal was war passiert? "Ist hier jemand!?" rief ich dann nochmal aus... klang irgendwie nach einem Spendenaufruf. Noch immer versuchte ich ruhig zu bleiben, was mir jedoch zunehmends schwerer fiel. Tränen stiegen in meine Augen, die ich jedoch runter kämpfte. Es brachte mir jetzt gar nicht zu heulen! Ich zwang mich weiter zugehen und fand zu meiner Erleichterung einen Waldweg. Ich folgte diesen Erstmal, vor mir tauchten dann Häuser auf und da hätte ich beinahe einen Kniefall gemacht...doch etwas war hier seltsam... alles sah so seltsam aus hier und die Straßen waren...leer. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, mischte sich zu der Kälte in meinen Knochen. Ich kam näher und wurde gleichzeitig langsamer, die nakten Füße schmerzten, waren kalt und nass und ich fühlte mich wie durch den Wolf gedreht und fürchtete das es nicht besser werden würde... eher das Gegenteil. "Hallo?" fragte ich, jetzt nicht mehr so laut wie im Wald, eher mehr auf die Art... 'ich bin mir nicht sicher ob ich wirklich will, dass hier jemand da ist'...
     
  5. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Colton

    I´m a dead man walking here, but that´s the least of all my fears. Die Worte von "The Civil Wars" dringen durch die Kopfhörer in meinen Kopf, während ich Schritt für Schritt dem näher komme was vor einigen Wochen noch mein Zuhause war. Unser Zuhause war. Nachbarn hatten wir keine mehr, die letzten waren vor einigen Tagen abgehauen und wir würden hier auch nicht mehr lange überleben. Heute war der zweite Tag an welchem ich mit leeren Händen nach Hause kam; der zweite Tag an welchem wir nichts zu Essen haben würden, da es hier einfach nichts mehr gab.
    Glas knirschte unter meinen Schuhen als ich die Straße überquerte und auf das ehemals weiße Häuschen zuging, welches nun mehr eine Mischung aus grau und gelb/orange zu seien schien. Die Straße, welche einst belebt war und auf welcher man immer einen Nachbarn antraf welcher einen freundlich grüßte, war leer.
    Eine Bewegung vor dem Haus lies mich die Stirn runzeln und meine Schritte beschleunigten sich als ich Baxter, unseren 8 Monate alten Schäferhundwelpen, vor dem Haus sitzen sah. Hatte Jess ihn vergessen? Ich hatte ihr doch gesagt ich würde ihn mit hinaus nehmen und sie solle ihn reinholen. Ich nahm meine Kopfhörer aus den Ohren und schaltete den IPod aus; er würde zwar nicht mehr lange Akku haben, aber ab und an tat es ganz gut wenn einen die Musik einmal ablenken konnte. Auf meiner Stirn bildete sich eine Falte als ich sah wie der kleine Hund in gebückter Haltung auf mich zukam, die Rute zwischen seinen Hinterläufen und den Kopf gesenkt. "Hey mein Freund!" murmelte ich leise und ging über die Pflastersteine zu unserer Haustür. "Na komm schon Bax!" lockte ich den Hund und schlug ungeduldig mit der flachen Hand auf meinen Oberschenkel um ihn anzulochen, doch der kleine Hund setzte sich auf seinen Hintern und ging keinen Schritt auf mich zu. Mit einem seufzen schüttelte ich denk Kopf und betrat das Haus - fehler! Ein würgen bildete sich in meiner Kehle als ich den Gestank wahrnehme. Fäulnis! Wieder würge ich und ein Husten dringt aus meinem Mund. "Jess?" keuchte ich leise und ging weiter in unser Haus. Ich wusste genau was hier so stank und ich wusste genau dass ich reagieren musste! Viel zu lange hatte ich Jess nun Zeit gelassen, doch jetzt musste ich handeln, denn ansonsten war der Unfall vor einigen Wochen und sein Folgen nur unser geringstes Problem. Ich ging durch den Flur, zur Hintertüre und von dort in den Garten, wo unser kleiner Geräteschuppen stand, welchen ich letztes Jahr dort aufgebaut hatte. Im Geräteschuppen hinter der Tür fand ich die Schaufel. Jetzt musste ich nur noch ein Loch graben, welches tief genug war!
     
  6. Samanta

    Samanta Leseratte

    Logan
    Ich erwachte aus dem Dämmerschlaf. Ein Dauerzustand seit der Katastrophe. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal wirklich durch geschlafen hatte. Die Nächte waren immer wieder vom Wache halten unterbrochen worden und wenn ich dann mal schlief, dann eben immer nur in diesem Zustand zwischen Wachsein und Einschlafen. Nicht ganz so erholsam, wie es richtiger Schlaf gewesen wäre, aber es reichte, um bei klarem Verstand zu bleiben. Zu Anfang hatte mir mein verletztes Bein Probleme bereitet. Ich hatte gefiebert und wäre beinahe gestorben, aber irgendwie hatte mein Körper es geschafft zu überleben. Geschwächt und orientierungslos war ich los gelaufen und hatte es irgendwie geschafft mich mit Diebstählen durch zu schlagen. Mein fehlendes Augenlicht hatte das erstmal erschwert, denn ich musste mich daran gewöhnen, dass ich auf der linken Seite nichts mehr sah und mich dementsprechend auf meine anderen Sinne verlassen musste, wenn ich nicht die ganze Zeit meinen Kopf hin- und herschwenken wollte, wie ein Schwachsinniger. Eines Tages hatte mich dann Fox aufgegabelt. Er hatte mich beim Klauen erwischt und allein mein Geschick hatten ihn wohl dazu veranlasst, mir anzubieten seiner Gruppe beizutreten. Seitdem war ich eben mit ihm und den anderen eine Gemeinschaft aus der Not heraus. Wie jeden Morgen war ich kurz irritiert, weil ich links von mir nichts sah, obwohl mein Auge offen war. Es war dieser kurze Moment zwischen aufwachen und schlafen, bei dem man sich nicht bewegen konnte, aber wusste, dass man wach war. Als ich wieder vollkommen klar war, fiel mir alles wieder ein. Ich war blind. Zumindest auf einem Auge. Kurz fuhr ich mir über die Augen, bevor ich mich umsah. Fox war bereits weg. Nick hatte Wache, das wusste ich und ein paar schliefen noch. Langsam richtete ich mich auf, musste kurz mein Gleichgewicht finden und machte mich auf den Weg in den vorderen Teil des Discounters. Dort traf ich auf Nick und Fox. "Guten Morgen",sagte ich, hielt mich dabei eher im Hintergrund und blinzelte ein paar Mal. Obwohl ich schon geraume Zeit blind war, war es doch immer noch jeden Morgen seltsam für mich. Irgendwann würde ich mich daran gewöhnen, aber das dauerte vermutlich noch eine Weile.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25 Jan. 2016
  7. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Fox

    Ich sah auf, als Logan zu uns stieß, ich hatte ihn schon an der Stimme erkannt. Er blinzelte so kurz nach dem Aufstehen noch etwas konfus, doch im Vergleich zu den letzten Wochen kam er zusehends immer besser mit seinem Handicap klar und ich nahm seine Entwicklung als sehr positiv war. Ich bereute es nicht, ihn in die Gruppe geholt zu haben. Ich bereute es bei niemandem. "Guten Morgen", grüßte ich kurz zurück, war zu erschöpft für ein Lächeln, ehe ich mich wieder Nick zuwandte, mich neben ihm nieder ließ, das Toastbrot entgegennahm, das er mir reichte. Müde lehnte ich den Hinterkopf gegen die Wand, kaute, merkte erst jetzt, wie hungrig ich gewesen war, und noch ehe ich darum hätte bitten können, gab mir der Blonde schon ein weiteres Stück. Stille hatte sich für den Moment über den Raum gesenkt, doch ich spürte Nicks Blick aufmerksam auf mir. Er wartete auf meinen Bericht, immerhin war ich 2 Tage weggewesen. Ich wusste, ich war es ihnen schuldig. "Es ist überall ähnlich wie hier", begann ich, bedeutete Logan mit einem Kopfnicken, sich zu uns zu setzen, Nick, auch ihm etwas zum Frühstück zu geben, "zumindest in der näheren Umgebung, die ich so einfach zu Fuß erreichen konnte. Ich bin einer Bande ausgewichen, doch ansonsten nicht einer Menschenseele begegnet, überall nur leere Straßen und orange Wände." Ich schüttelte langsam den Kopf. Kaum zu glauben, dass Orange mal eine meiner Lieblingsfarben gewesen war. Nun konnte ich sie nicht mehr sehen. "Die Leute haben vieles hiergelassen, das ist das einzig Gute." Ich griff nach dem Rucksack, den ich mitgebracht hatte, zog ihn auf meinen Schoß, holte einige Konserven heraus und reichte sie an Nick weiter, der sich darum kümmern würde, sie einzusortieren und einzuplanen. "Die Wohnungen wurden teilweise schon von anderen Banden geplündert, doch sie sind noch realtiv voll. Es ist vielleicht nicht die feine englische Art, Fenster einzuschlagen, um reinzukommen, aber wenn ich ehrlich sein soll, glaube ich nicht, dass das jetzt noch jemanden großartig stört." Wieder wühlte ich in dem Rucksack und kramte einen zerknitterten Stadtplan hervor, faltete ihn vor mir auseinander. "Andrew soll die Planung übernehmen, den Stadtplan einteilen und Teams aussenden. Stück für Stück holen wir alles her, was wir kriegen können. Erst verderbliche Lebensmittel, dann haltbare, dann Decken, dann Klamotten. Ich werde heute noch wieder losziehen."
     
  8. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Jessica

    Mein Kopf war schwer wie Blei, alles drehte sich als ich versuchte die Augen auf zu machen und der moderige Geruch bewusst in meine Nase stieg. Ein Wimmern drang an mein Ohr, während meine Finger Savannahs suchten und die eiskalten Gliedmaßen umklammerten, es dauerte einen Moment bis ich realisiert hatte das die Geräusche nicht von ihr kamen, sondern von mir, dass sie seit Tagen keine Geräusche mehr von sich gegeben hatte und es auch nicht mehr tun würde. An der Stelle wo ihr zartes, eingefallenes Gesicht hätte sein sollen hatten sich innerhalb der letzten 24 Stunden Blasen gebildet, sie war vom Haaransatz bis zu den Zehenspitzen bläulich-grau und auf eine groteske Art und Weise erinnerte ihr gesamter Körper dem Michelin Mann.
    Heiße Tränen ergossen sich über meine Wangen, ehe ich die Decke endgültig über ihren Kopf zog und ein lautes Schluchzen die Stille im Haus durchbrach. Aufgrund der Tatsache, dass Colton noch nicht zu mir gestoßen war - sei es um mich aus dem Zimmer zu kriegen oder nur um mir bei zu stehen - ließ mich darauf schließen, dass er noch immer nicht zurück gekehrt war und zu meiner Trauer mischte sich Angst, eine Abwechslung in dem Gefühlsspektrum der letzten Tage, dass ich nur zu gerne mit offenen Armen empfing während ich mich mit dem Kopf gegen das Bett gelehnt keinen Zentimeter von meiner Schwester weg bewegen konnte.
     
  9. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Ivy

    Meine Arme weiterhin um meinen Oberkörper geschlungen machte ich weitere Schritte in Richtung der Häuser... mir fiel die orangene Schicht auf die hier alles zu bedecken schien und eine unheimliche Gewissheit stieg in mir hoch, die ich jedoch momentan nicht glauben wollte. Mein Blick ging herum, entsetzt von dem was ich hier sah. In meinem Kopf drehte sich alles, ich konnte mich nicht erinnern was ich gestern getan hatte, bis auf die Tatsache das ich arbeiten gewesen war... konnte mich noch Erinnern das ich auf den Weg dorthin gewesen war. Eine kalte Brise kam auf und mein Körper zog sich zusammen. Die Röcke boten nicht gerade einen guten Schutz und um die Schultern hatte ich gar nichts, geschweige denn auf den Füßen. Ich schleifte mich näher an die Häuser ran, verlassene ausgeschlachtete Autos standen rum und überall dieser seltsame orange farbene Belag. Mein Herz dröhnte in meinen Ohren und ich würgte zwanghaft die Tränen hinunter. "Hallo?!" rief ich noch einmal, man hörte wohl das Zittern in meiner Stimme. Ich fluchte leise, als ich wegen meiner Schaulustigkeit in die Ferne in eine Glasscherbe getreten war. Ich setzte mich auf den Boden hin und sah mir den Fuß an. "Scheiße!" wimmerte ich und beobachtete wie das Blut hervorquoll. Sehr schön gemacht... Gott was war passiert? Wieso war ich hier?! Nun konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten, sie rollten leise über meine Wangen hinunter, während ich mich zusammen kauerte.
     
  10. Rue

    Rue Mitglied

    Charlie

    Den Blick auf meine Füße gerichtet spazierte ich durch den Wald. Ich achtete darauf, weder die herumliegenden Äste zu berühren, noch auf die kleinen Bäumchen zu treten, die überall aus dem Boden wuchsen. An manchen Stellen war es schwierig, ich musste große Schritte machen oder nach außen ausweichen, hin und her, aber es war gut. Es beruhigte das flatternde Gefühl in meiner Brust, flatternd und nicht greifbar, eine Unruhe, die ich seit einigen Tagen mit mir herum trug, seit dem Morgen, an dem auf einmal alle weg waren. Es war, als habe jemand mit einem Fingerschnipsen alle Menschen vom Fleck weg gezaubert. Normalerweise war ich der Zauberer, ich konnte Dinge verschwinden und Blumen aus meinem Zylinder wachsen lassen, war geschickt mit Spielkarten und Jonglierbällen aber das ... war etwas anderes. Es war ernst, niemand lachte, niemand klatschte in die Hände, applaudierte, niemand - weil niemand mehr da war. Das hatte auch seine Vorteile, große Vorteile, auf einmal gab es alles umsonst, Essen, Kleidung, eine warme Decke. Und doch mochte ich nichts davon wirklich gern anrühren, es haftete Angst an allem und so eine Einsamkeit. Jeder achtlos zurückgelassene Gegenstand war eine Zeichen dafür, dass jemand fehlte. Nur hier, hier im Wald war alles wie immer, nur etwas stiller vielleicht. Ich blieb stehen und versuchte, mich ganz auf die Geräusche des Waldes zu konzentrieren, das Rauschen der Blätter war da, ruhig und schön wie immer, aber die Vögel fehlten. Einen Moment blieb mir vor Angst die Luft weg. Was, wenn die Vögel niemals wiederkämen? Wenn alle, Menschen und Tiere, weit weit fort blieben und ich für immer allein wäre. Ich wollte nicht daran denken. Ich wollte den Wald ansehen, der mich bestimmt nicht allein lassen würde. Wenn man in die Hocke ging konnte man die kleinen Bäumchen so viel besser betrachten, die zarten Triebe, das frische, durchscheinende Grün ihrer Blätter ... Vorsichtig streckte ich die Hand aus um einen Käfer auf meinen Finger zu locken und beobachtete mit einem Lächeln, wie das kleine Insekt ganz orientierungslos darauf herumkrabbelte. Er war noch da und ich fühlte mich gleich weniger einsam. Das Sonnenlicht schimmerte auf dem winzigen Panzer.
    Und dann hörte ich etwas. Es war nur eine Ahnung und doch zuckte ich so sehr zusammen, dass unter meinen Füßen Äste knackend zerbrachen und der Käfer seine Flügel ausbreitete und davon flog. Ich richtete mich auf, klopfte etwas Erde von meiner Hose und lauschte. Tatsächlich. Irgendwo rief jemand, ich verstand nicht, was gerufen wurde und ob es sich nicht sogar um ein Tier handelte aber ich begann, in die Richtung zu laufen. Nicht weit, da wo der Wald den Blick auf die verlassene Stadt frei gab, saß ein Mädchen auf dem Boden. Ein Schauder durchlief mich. Menschen! Ich war doch nicht allein zurück geblieben. Bei näherer Betrachtung erschrak ich. Etwas, das wohl mal ein schönes, schwarzes Kleid gewesen war, hing zerrissen an ihr herab und das erstaunlich rote Haar war verfilzt und durcheinander. Sie sah aus, als sei sie durch eine Hecke gewandert, die aus nichts als Dornen bestand. Ich konnte nicht erkennen, warum sie da so auf dem Boden saß, vielleicht war ihr etwas zugestoßen. Vorsichtig näherte ich mich. "Hallo?", frage ich und bemerkte, wie lange ich meine Stimme nicht benutzt hatte. Ich räusperte mich und versuchte es noch einmal. "Hallo!", sagte ich und wusste nicht weiter. "Du bist auch noch hier ...", sagte ich etwas leiser, fast zu mir selbst. Worte waren wirklich nicht meine Stärke.
     
  11. Samanta

    Samanta Leseratte

    Logan
    Auf Fox's Aufforderung hin, nahm ich Platz und ließ mir von Nick ein Toast reichen."Danke",murmelte ich, bevor ich Fox's Ausführungen lauschte. Es war also überall das Selbe. Nicht weiter verwunderlich, aber auch irgendwie traurig, denn das bedeutete, dass wir hier vermutlich wirklich nicht mehr rauskommen würden. Das hatte ich auch vorher schon vermutet, aber irgendwie hoffte man doch, dass man seinen Standard irgendwie anheben könnte. Man merkte erst, wie gut man es im Leben hatte, wenn man abstieg. Ich legte meine linke Hand über mein Auge, um es ein wenig zu schützen. Vielleicht sollte ich mir eine Augenklappe besorgen. Es würde mir dann vielleicht auch einfacher fallen, mich morgens an mein fehlendes Augenlicht zu gewöhnen. Ich zog es jedenfalls in Betracht, aber fest geplant war es noch nicht. Ich hoffte, dass Andrew mich auch einteilen würde,denn es machte mich langsam wahnsinnig hier rumzusitzen und nichts zu tun. Nick reichte mir einen weiteren Toast und ich nahm ihn ohne Kommentar entgegen. Ich wusste, er würde es nicht gelten lassen, wenn ich ablehnte, also versuchte ich es erst gar nicht. Zu Anfang hatte mich mich geweigert, aber das hatte ihn wenig interessiert und er hatte mir mehr oder weniger mit Gewalt einen weiteren Toast in den Mund geschoben. Es war nicht viel, was wir hatten, aber es reichte und wir mussten bei Kräften bleiben. Deshalb achtete Nick auch darauf, dass jeder genug aß. Er war eine gute Seele, aber wenns Ernst wurde, konnte er auch mal grob werden.
     
  12. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Colton

    "Fuck!" fluchte ich laut, während meine Schaufel immer und immer wieder den aufgeweichten Boden durchstieß. Es hatte zu regnen begonnen und ich stand hier draußen und schaufelte ein Grab für die kleine Schwester meiner Freundin. Ich hatte Savannah gern gehabt, sie war ein liebes Mädchen gewesen und wir hatten uns immer sehr gut verstanden. Sie hatte es nicht verdient dass sie nun in unserem Haus verrottete, während ihre Schwester neben ihr saß und ihr bald in den Tod folgen würde, wenn ich sie da nicht endlich heraus holte. Ich hasste es wenn es regnete, doch dies war erst seit dem "Unfall" so, da ich ja keine Ahnung hatte was dieser Regen so alles mit sich brachte. Vor Jahren hatte es schon einmal ein Kraftwerk Unglück gegeben und zwar in Europa und damals hatte man alle Menschen davor gewarnt bei Regen nicht aus dem Haus zu gehen. Doch es half nichts, ich musste dieses Grab fertig bekommen und so stieß ich wieder zu und hievte die Erde zur Seite. Als ich bis zur Hüfte in dem Loch stand und ich schwer atmete, während mir der Schweiß über den Körper lief, beschloss ich dass es reichen musste. Ich hatte einmal gehört dass ein Grab mindestens 6 Fuß tief sein sollte, doch ich wusste auch dass ich das ohne einen Bagger niemals schaffen würde. Ich warf die Schaufel ins Gras und ging wieder zu unserem Haus. "Baxter!" rief ich und sah mich nach dem Welpen um, welcher noch hier draußen sein musste. Baxter kam langsam angetappt und ich runzelte die Stirn als ich sein nasses Fell sah. "Fuck!" wiederholte ich meine Worte und lies dem Hund nicht viel Entscheidungsmöglichkeit, da ich ihn einfach packte und hochhob. Erst als wir im Haus waren, wo mich dieser ekelhafte Geruch wieder begrüßte, lies ich den Hund los und machte mich auf die Suche nach Jess auch wenn ich wusste dass ich nicht lange zu suchen brauchte, da ich ja wusste wo sie war.
    Als ich die Tür zu "Savannahs Zimmer" öffnete, brachte mich der Gestank fast dazu dass ich mich übergeben musste und als ich dann noch sah wie Jess die Hand ihrer toten Schwester hielt, währe ich am liebsten hinüber gerannt und hätte sie von der Toten fortgerissen. "Jess?" fragte ich leise und es kostete mich einiges an Anstrengung keine würge Geräusche von mir zu geben. "Jess, könntest du mal nach Baxter sehen, ich glaube er muss gebadet werden!"
     
  13. NorwegeerStar

    NorwegeerStar Nashorn

    Jessica

    Es war schwer meine Augen zu öffnen, es fühlte sich an als müsste ich sie aufpellen und selbst dann sah ich nur verschwommen, Tränen vernebelten meine Sicht. "Colt.." meinte Stimme klang so weinerlich und leise das ich mich selbst stoppte, tief einatmete und einen neuen Versuch startete. "..kann ich machen." Mehr brachte ich nicht über die Lippen und es kostete mich alle Kraft die ich zu besitzen schien auf die Beine zu kommen und selbst unter all dem Aufwand hatte ich noch das Gefühl meine Knie wackelten und drohten unter mir nach zu geben. Mein Blick wanderte durch den Raum, bis er wieder auf dem Umriss meiner Schwester lag, alles drehte sich jetzt und ich spürte wie sich mein Magen langsam aber sicher zusammen zog. Als ich die Tür und Colton erreicht hatte blieb ich vor ihm stehen, schloss die Augen und lehnte meine Stirn gegen seine Brust, nahm nur nebenbei wahr das er vollkommen durchweicht war. "Ich liebe dich."
    Damit machte ich mich aus dem Raum, war mir sicher, dass Colt mir ziemlich schnell folgen würde - ich hatte immer das Gefühl gehabt, dass er Savannah genauso geliebt hatte wie ich aber er hatte bereits vor ein paar Tagen versucht mit mir zu reden, mich "zur Vernunft zu bringen" mit dem Resultat das ich in ein Häufchen Elend zerfallen war und er das Thema fallen ließ. Jetzt ging ich den Flur entlang, rief leise nach unserem Welpen und bekam nur ein leises Fiepsen zur Antwort, dass aus der vagen Richtung unseres Wohnzimmers zu kommen schien und tatsächlich hatte er sich auf seinen Lieblingsplatz verzogen, unter dem Beistelltisch vor der Couch war eine kleine Ablage die er für sich entdeckt hatte. "Baxter, Baby was machst du denn?" fragte ich mit leiser, zittriger Stimme als ich die Finger nach ihm ausstreckte und ihn zu packen kriegte - auch er war komplett durchweicht, Matsch klebte in seinem Fell und der Geruch von nassem Hund mischte sich mit dem Geruch im Haus. "Komm, Baby, wir gehen baden." Wenn ich recht darüber nachdachte, wenn ich schon Wasser verbrauchte, konnte ich es auch gleich richtig machen. Nachdem ich die Badezimmertür verschlossen aber nicht verriegelt hatte, setzte ich den Rüden in die schneeweiße Badewanne und ließ lauwarmes Wasser über ihn laufen um den gröbsten Dreck zu entfernen und endete mit Dreck bis hoch zu meinen Schultern...vielleicht, nur dieses eine mal, konnte ich das warme Wasser benutzen und ein Bad nehmen. Ein letztes mal in warmen Wasser liegen und für einen Moment all den Kummer vergessen, der sich in Form orangenen Nebels und dem Tod meiner Schwester über meine Seele gelegt hatte.
     
  14. Obi-Wan

    Obi-Wan Giorraíonn beirt bóthar.

    Ivy

    Ich gab es auf.. ich bekam den Splitter so nicht zu fassen, aber weiterlaufen würde ich so wohl auch nicht können. Tränen waren mir über die Wangen gelaufen, weil es so weh getan hatte nach der Scherbe in meinem Fuß zu fischen. Ich stieß ein entnervtes Seufzen aus, fuhr mir mit einer Hand durch die Haare nur um an Ästen und Blättern hängen zu bleiben, die sich in der Mähne verfangen hatten. Ich zupfte sie raus und sah nach vorne.. dieser merkwürdige orange Belag überall... Die Gewissheit hatte mich schon beim ersten Anblick getroffen und doch wollte ich es nicht glauben...wehrte mich gegen diesen Gedanken. Es konnte doch unmöglich sein... das ging einfach nicht! Ich merkte nicht das sich mir jemand näherte bis ich ein leises Hallo hinter mir hörte und zusammenzuckte ob des unerwarteten Lautes. Sofort sah ich auf und drehte meinen Kopf und blinzelte ein paar Mal um sicher zu gehen das meine Augen mir keinen Streich spielten, diese Gegend schien viel zu unwirklich als das hier wirklich Leute rumliefen. Da stand ein junger Mann, erinnerte mit seinem Aussehen an eine Vogelscheuche... ich musste träumen...ja genau vielleicht war das hier ein Traum und ich träumte gerade vom Zauberer von Oz. Au... dafür war des Schmerz in meinem Fuß wohl doch zu real, man wachte doch auf wenn man sich weh tat... Du bist auch noch hier... Ich runzelte die Stirn, seine Worte hörten sich beinahe so an als müssten wir uns kennen. "Hallo", entgegnete ich schließlich und strich die Röcke an meinem Kleid etwas glatt, auch wenn das wohl nur noch wenig half. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier wirklich eine andere Person finde", fing ich an und sah mich wieder um, sah auf die Hände mit denen ich mich abgestützt hatte und mein Herz raste wild als ich auf die orange Färbung starrte. Scheiße! Aber selbst wenn ich hier gelandet war... wie war das passiert? Die Zone war doch abgeriegelt, niemand kam da rein... oder etwa raus. "Kannst du mir sagen wo ich bin?" fragte ich dann jedoch trotzdem nach, sah fragend zu dem Jungen hoch und betete das er mir nicht die Antwort gab die mein Kopf schon lange wusste...
     
  15. Captain Skywalker

    Captain Skywalker Stolzer Besitzer eines Räbbhuhns!

    Colton

    Es tat mir so verdammt weh zu sehen wie Jess litt und zu wissen dass ich ihr nicht die geliebte Schwester zurückbringen und sie wieder glücklich machen konnte. Als sie ihre Stirn an meine Brust lehnte und zu mir sagte was wir uns oft schon gesagt und immer so gemeint hatten, schloss ich für einen Moment meine Augen. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals herunter und verdrängte die aufkeimenden Tränen, welche in meinen Augenwinkeln brannten - ich fühlte mich so hilflos. Einst war ich Jess´s Held gewesen, hatte alles für sie getan und ich konnte ungelogen behaupten ich hätte sie immer glücklich gemacht doch jetzt fühlte ich mich wie ein Nichtsnutz.
    Als ich hörte wie Jess mit Baxter im Bad verschwand, ging ich hinüber ins Wohnzimmer und holte mir mehrere Decken, in welche ich Savannah einwickeln würde. Es war nicht einfach den Körper der Toten in die Decken zu schlingen; denn es kostete mich einiges an Überwindung den aufgedunsenen und entstellten Körper des einst so hübschen Mädchens, anzufassen. Ein wenig schämte ich mich, weil ich mich vor dem toten Mädchen ekelte, obwohl ich doch wusste das es die kleine Schwester von Jess war. "Bitte verzeih mir Savannah!" murmelte ich leise und mit brüchiger Stimme. Vorsichtig hob ich den Leichnam hoch und stellte fest dass der Körper so schwer war, wo ich doch der Annahme war dass Savannah leichter hätte sein müssen. Langsam ging ich durch das Zimmer, hinaus in den Gang und auf die Hintertüre zu. Ich musste leise sein, denn Jess durfte nicht mitbekommen was ich tat, denn ich wusste sie würde mich aufhalten. Wahrscheinlich hasste sie mich sowieso wenn sie erfuhr was ich getan hatte. Doch sie würde leben! Mich hassen, aber leben! Der Regen hatte aufgehört, doch der Boden war schlammig und ich musste vorsichtig sein, damit ich nicht ausrutschte, während ich zu dem Erdloch ging. Was als nächstes geschah, würde sich für immer in meine Gedanken brennen, ich würde Jahre lang davon träumen und es niemals vergessen. Langsam legte ich den leblosen Körper in das nasse Erdloch und ich spürte wie sich meine Brust zusammenzog und ich keine Luft mehr bekam. Dann konnte ich es nicht mehr zurück halten und ich erbrach mich. Einige Minuten, welche mir wie Stunden vorkamen saß ich auf den Knien im nassen Gras und starrte auf den Körper des Mädchens, welches so lange vor seiner Zeit gestorben war. Dann stand ich auf, wusste dass ich mich zusammen reißen musste ... für Jess... für Savannah... für mich! Ich griff nach der Schaufel. Vater unser im Himmel. Ich stieß mit der Schaufel in den Erdhaufen. Geheiligt werde dein Name. Der erste Schwung Erde fiel mir am schwersten, denn dadurch wurde es noch realer. Dein Reich komme, dein Wille geschehe. Wieder stieß ich in den Erdhaufen. Wie im Himmel, so auf Erden. Ein weiterer Schwung Erde. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld. Einige Schaufeln Erde später, war der Körper halb bedeckt. Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Stille Tränen rannen über meine Wangen, während ich wieder Erde auf die Schaufel lud. Und führe uns nicht in Versuchung, sonder erlöse uns von dem Bösen. Erde prallte auf Erde. Denn dein ist das Reich. Schaufel, schweiß, Erde. Und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Das Grab war nun vollkommen mit der Erde bedeckt und die Schaufel kam zum Stillstand. "Amen!".
     
  16. Rue

    Rue Mitglied

    Charlie

    Nervös nahm ich meinen Hut ab und drehte ihn in den Händen. Fuhr mir mit einer Hand durch das widerspenstige Haar und setzte ihn schnell wieder auf. Ohne Hut fühlte ich mich unwohl, ein bisschen schutzlos vielleicht. Ich kam ein paar Schritte näher, obwohl ich nicht wusste, ob das andere Mädchen damit einverstanden war, zögernd blieb ich wieder stehen. Sie sah so ... verwirrt aus. Verwirrst und ängstlich und schockiert, ich könnte diese Liste immer weiter vorsetzen. Ich suchte nach der Münze in meiner Tasche um einen kleinen Trick zu machen. Ich könnte die Münze verschwinden lassen und dann in meinem Hut wiederfinden, ein paar komische Gesichter machen, das Mädchen irgendwie zum Lachen bringen. Unschlüssig wog ich die kleine Münze in den Händen, betrachtete sie, obwohl ich doch ganz genau wusste wie aussah, und beschloss etwas für mich wirklich Ungewöhnliches: Das war nicht der richtige Moment für einen Zaubertrick, dazu war ihr Gesicht zu schmerzverzerrt, die Tränen zu real. Ich steckte die Münze weg und kam doch näher. Sie hatte etwas gefragt, wollte wissen, wo sie war.
    "Im Wald", antwortete ich. Das war doch offensichtlich, überall waren Bäume. Vielleicht war das nicht die Antwort, die sie hatte haben wollen ... ich überlegte kurz. "Im Wald am Stadtrand. Aber die Stadt ist leer, es sind keine Menschen mehr da", sagte ich schnell hinterher. Warum, das wusste ich nicht. Und jetzt entdeckte ich auch die Ursache dafür, dass sie da so hilflos saß. Aus irgendeinem Grund war sie barfuß und dann auch noch in eine Glasscherbe getreten. "Im Wald sollten keine Scherben liegen ...", murmelte ich und betrachtete ihren Fuß. Ich erinnerte mich an die vielen Straßenhunde, die ich schon verarztet hatte. Sich eine Scherbe einzutreten passierte in der Stadt zu oft. Aber meistens hatte ich eine Pinzette gehabt. "Vielleicht kann ich sie rauskriegen", meinte ich und dachte doch immer noch an die Hunde. Ich dachte an Buster, der die letzten Jahre mein Freund gewesen war. Nie hatte ich eine Leine oder ein Halsband verwenden müssen, nie einen Befehl oder Kommando, wir hatten uns einfach so verstanden und er war mir gefolgt, auf Schritt und Tritt. Es war weniger einsam an fremden, dunklen Orten zu übernachten, wenn man einen Hund dabei hatte. Beim Gedanken an sein struppiges Fell und seine Augen musste ich schlucken.
     
  17. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Fox

    Ich streckte die Hand aus um mir von Nick eine weitere Scheibe des einfachen Brotes geben zu lassen, ohne darüber nachzudenken. Erst als er gleich zwei aus der Plastikverpackung holte und an mich weiterreichte sah ich auf, runzelte kaum merklich die Stirn, während mein Blick den seinen suchte und fand. Nahm ich mir zu viel heraus? Ich wollte keine Sonderbehandlung hier und ganz bestimmt wollte ich niemandem etwas wegessen. Doch Nick lächelte nur, bedeutete mir mit einem Nicken, fortzufahren, und ich erwiederte das Nicken in einer dankenden Geste, während ich kleine Stücke von dem Toast abriss und mir in den Mund schob. Vermutlich machte ich mir viel zu viele Gedanken, unsere Gruppe war klein und noch besaßen wir genügend Vorräte. "Logan." Meine Augen glitten zu dem stillen Jungen, der sich zu uns gesetzt und von Nick sein Frühstück bekommen, seitdem jedoch nichts mehr gesagt hatte. Er hatte schützend eine Hand über sein Auge gelegt, doch dazu würde ich nichts sagen. Wir alle hatten Spuren von der Katastrophe davongetragen. Mit zwei Fingern tippte ich auf die aufgefaltete Karte in meinem Schoß. "Ich hätte gerne, dass du mich begleitest, sofern du dich dafür gut genug fühlst. Ich möchte mir einen Bezirk in östlicher Richtung vornehmen."
     
  18. Samanta

    Samanta Leseratte

    Logan
    Ich hatte schweigend meinen zweiten Toast verputzt und nahm auch den dritten, den Nick mir reichte. Langsam nahm ich die Hand wieder von meinem Auge. So war es schon besser. Ich beugte mich zu Fox hinüber und sah mir an, worauf er gedeutet hatte."Nichts lieber als das",gab ich zur Antwort. Noch länger hier eingesperrt zu sein, würde mir auf Dauer nicht weiterhelfen. Die ersten Wochen hatte Fox darauf geachtet, dass ich erstmal ankam, bevor ich mich wieder nach draußen wagte. Nun konnte ich es nicht mehr erwarten raus zu kommen. Jede Gelegenheit, die sich mir bot, nutzte ich auch, um raus zu kommen. Außerdem waren die Bereiche, die Fox sich vornahm meistens noch 'unerforschtes' Gebiet und das machte es natürlich noch aufregender.
     
  19. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    Fox

    Nichts lieber als das. Ein mildes Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus. "Sehr gut. Ich würde gerne, sagen wir, in einer halben Stunde los." Das heißt, nein, wenn ich ehrlich war wollte ich mich am liebsten hier und jetzt hinlegen und einschlafen, doch eine solche Faulheit am hellichten Tage wäre nun wirklich nicht fair dem Rest der Gruppe gegenüber. Jeder hatte seine Aufgaben zu erledigen, sei es das Beschaffen von Ressourcen, das Wachehalten, das Planen, nur das Zusammenspiel machte es möglich, dass hier alle so reibungslos funktionierte. Bevor ich der Versuchung nachgeben konnte, widmete ich meine Gedanken lieber wieder der anstehenden Tour. Die östliche Richtung, wo ich nun hinwollte - das bedeutete näher an Chicago, näher an den Mittelpunkt des Sperrgebietes und Schauplatz der Katastrophe heran. Vermutlich spielte das in den geringen Dimensionen, in denen wir uns zu Fuß bewegten, sowieso keine Rolle; einen Unterschied in der Belastung durch die Gifte konnte man wahrscheinlich erst über eine Distanz von mehreren Dutzend Meilen messen. Dennoch war es mir lieber, meine Leute in Bezirke auszusenden, die sich weiter davon entfernten, es beruhigte mein Gewissen. Sicher, in diesem Fall hatte ich Logan gebeten, mich zu begleiten, doch das sollte nicht bedeuten, dass sein Leben oder seine Gesundheit mir in irgendeiner Form weniger wert waren als Leben oder Gesundheit eines anderen hier. Er konnte jederzeit ablehnen, mitzukommen. Ich hoffte, dass er das wusste. "Ich packe zusammen, was wir brauchen werden. Wir treffen uns dann hier, in Ordnung?" Mit diesen Worten legte ich die Karte wieder zusammen und stopfte sie zurück in den Rucksack, dann stemmte ich mich an der Wand hoch.
    Den Haupteingang des ehemaligen Supermarktes hatten wir versperrt, zum Teil wurde er noch zusätzlich bewacht. Als Ein- und Ausgang nutzten wir, was früher einmal ein Notausgang gewesen war: Eine einfache Tür, gut einsehbar und leichter zu verteidigen. Die Vorräte hatten wir aus den Regalen geräumt und in den Lagerraum gebracht, der schon immer als solcher gedient hatte. Er bot sich dafür an, denn er hatte nur einen Zugang, und der lag im Innenraum, so konnten wir uns besser vor Diebstählen schützen. Und zwischen den leeren Regalen schließlich, auf dem Weg von Notausgang zu Lagerraum, fand sich unser Lager, unsere Wohnstätte, wenn man so wollte; ein paar Matratzen, Deckenhaufen, die wenigen Besitztümer der einzelnen. Die Trennung der Schlafplätze durch die Regale war die größtmögliche Privatsphäre, die ich meiner Gruppe bieten konnte. Zu ebendiesem meinem Schlafplatz begab ich mich nun, zog einen Pullover und eine Jeans aus 'meinem' Regal. Die waren zwar nicht sauberer als die Klamotten, die ich am Leib trug, doch zumindest trocken: Ich war vorhin in einen Regenschauer geraten, nun klebte der Stoff klamm an meiner Haut. Ich zog mir den nassen Pullover über den Kopf, rieb kurz mit einem Handtuch über meine nackte Haut, ehe ich den anderen Pulli anzog, dann das selbe mit der Hose tat. Dann holte ich ein paar Batterien für die Taschenlampe aus dem Lager, nur für den Notfall, damit mussten wir sparsam sein, und zum Schluss packte ich noch zwei Wasserflaschen für Logan und mich in den Rucksack, eine Mineralwasserflasche aus dem Lager, noch original verschlossen, und eine Plastikflasche, die ich aus unserem Regenwasservorrat aufgefüllt hatte. Daraus würde ich trinken.
     
  20. Samanta

    Samanta Leseratte

    Logan
    Ich nickte und sagte:"Eine halbe Stunde klingt gut."Auch, wenn Fox aussah, als könnte er ein bisschen Schlaf vertragen, widersprach ich nicht. Ich war kein Feigling oder so, aber ich wusste, dass eine Diskussion in dieser Angelegenheit einfach sinnlos war. Er opferte sich Tag um Tag für diese Gruppe auf und ich wusste, wir würden es ihm niemals zurückgeben können. Dennoch, wenn ich das Gefühl hatte, dass es zu viel Aufopferung war, würde ich etwas sagen. Momentan hielt es sich wohl noch in Grenzen. Ich holte meine Lederjacke und streifte sie über, setzte dann noch meinen Hut auf. Mein Halstuch hatte ich wie immer um den Hals geschlungen. Ich schlief sogar mit dem Ding, auch wenn das vielleicht nicht ganz ungefährlich war. Dennoch, ich hang irgendwie daran - im wahrsten Sinne des Wortes. Kurz überlegte ich, ob ich es als provisorische Augenklappe missbrauchen sollte, entschied mich dann aber dagegen. Ich hatte mich mittlerweile wieder daran gewöhnt. Nachdem ich noch einige Kleinigkeiten, auf die ich auf keinen Fall verzichten wollte eingepackt hatte, war es auch schon fast wieder Zeit aufzubrechen. Ich kehrte also zurück zu Nick, der bereits die anderen versorgte. Ich brauchte nicht lange zu warten, da kam Fox auch schon wieder zurück. Wir waren wohl zum Aufbruch bereit.
     

Diese Seite empfehlen