[RS 68] Mounted Games

Dieses Thema im Forum "Reiterspiele" wurde erstellt von Gwen, 10 März 2017.

  1. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

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    Regelwerk

    - Ihr dürft mit Pferden oder Ponys teilnehmen (Fohlen ausgeschlossen)
    - Ihr nehmt als Team aus zwei Reitern teil
    - Beide Pferde erhalten bei Sieg eine RS-Schleife
    - Es gibt keine Zeichenbegrenzung
    - Es muss nur ein Text geschrieben werden, wer diesen schreibt, ist egal
    - Die Steckbriefe müssen gespoilert oder verlinkt werden
    - Bitte nur fertige Teilnahmen einfügen
    - Das übliche Startgeld von 2 Joellen (pro Teilnehmer) geht an mich (Gwen) Teilnahmegrund: RS 68
    - Wer bettelt wird von der weiteren Teilnahme disqualifiziert. Bitte etwaige Absichten bitte mit Screen an mich per PN schicken
    - Wer sich nicht an die Regeln hält wird von mir ohne Vorwarnung und ohne große Diskussion disqualifiziert!
    - Abstimmungen werden regulär gehalten. Das heißt, ihr müsst bis zu einem bestimmtem Datum die höchste Stimmzahl haben!
    - Bei Fragen einfach Nachricht an mich (Gwen) schreiben


    Aufgaben
    Es wird als Zweier-Team gestartet.

    1. Slalom:
    Durchreitet schnellstmöglich die fünf Slalomstangen und wieder zurück. Am Wechselpunkt übergebt ihr den Slalomstart an euren Mitreiter, welcher nun als nächstes den Slalom durchqueren muss.

    2. Drei-Bein-Rennen:
    Runter vom Pferd und mit einem Bein in den Kartoffelsack und Pferde führen! Durch Sackhüpfen müsst ihr zusammen zur Ziellinie kommen.

    3. Ringstechen:
    Auf vier Slalomstangen sind jeweils Ringe platziert. Mit einem Ringstecher müsst ihr diese aufsammeln, zur Startlinie zurück und eurem Mitreiter die gleiche Aufgabe machen lassen.

    4. Flinke Füße:
    Insgesamt sechs umgestülpte Eimer müssen mit dem Pferd an der Hand überschritten werden. Dabei darf kein Eimer ausgelassen oder umgeworfen werden.

    Zubehör- und Bewegungsbilder sind erlaubt.

    Ich wünsche euch viel Spaß und freue mich auf eine rege Teilnahme!

    Liebe Grüße,
    eure Gwen
     
    adoptedfox, Cascar und Muemmi gefällt das.
  2. Cascar

    Cascar ∞ SchafZähmer und PapageienZüchter ∞

    @Eddi mit HGT's Unitato
    Cascar mit Ashqar

    Mounted Mandarinen Games

    "Und das soll halten?", fragte mich Eddi skeptisch und tippte mit dem Zeigefinger misstrauisch gegen den orangeroten Wimpel am Westernsattel ihre Hengstes. Sein Name war Unitato und das fahlgraue Fell glänzte im milden Licht der Sonne. Ashqar neben ihm war wohl nicht minder herausgeputzt - zusammen schienen die beiden regelrecht zu leuchten. "Ja, klar!", behauptete ich überzeugt, strich meinem Pferd über den Mähnenkamm und befestigte meinen eigenen Wimpel mehr schlecht als recht. Ashqar zuckte auch gleich zusammen und drehte seinen schönen Kopf mit geblähten Nüstern, gespitzten Ohren und gewölbtem Hals nach hinten. Ich strich ihm kurz über die Nase, dann fuhr ich fort: "Jetzt brauchen wir nur noch einen Namen. Team Mandarinen, oder so." Eddi sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, ich hob die Schultern entschuldigend. "Team. Toll, Ein Anderer Macht's.", nuschelte sie und ich prustete, mit einer Hand auf ihrer Schulter, los. "Jaja, komm. Anziehen.", meinte ich daraufhin und so ließen wir unsere gesattelten Hengste allein am Heunetz zurück, während wir uns auf der Rückbank des Autos in unsere Reithosen quälten. Ich zog gleich schon keine weiße an, weil ich wusste, sie würde bei den Reiterspielen irreparabel dreckig werden, Eddi tat es mir nach kurzem Austausch nach. So erschienen wir beide in klassischem Schwarz mit fein säuberlich eingeflochtenen Pferden bald darauf auf dem Abreitplatz. Da trafen wir beide so einige, wenn auch verschiedene Leute, die wir von Turnieren kannten und grüßten. "Wer war das?", fragte ich, nachdem ein strohblondes Mädchen mit zwei geflochtenen Zöpfen und einem stattlichen Rappen im Schlepptau lächelnd und winkend an uns vorbeigezogen war. "Keine Ahnung.", gab Eddi, immer noch winkend, mit zusammengebissenen Zähnen, aber grinsend zurück und so, nach diesem Motto ging es wohl weiter. Unsere Pferde indes trotteten unauffällig hinter uns her. Unitato war die Ruhe selbst, Ashqar sah sich aufmerksam um und hüpfte das ein oder andere Mal mit leidendem Blick vor einem Windhauch oder einer Katze im Gras zur Seite. Allerdings hatte er sein Temperament genau so schnell wieder im Griff und wir konnten beide letztendlich heile aufsitzen und unsere Pferde Warmreiten. In unserem Fall bedeutete das neben schnöden Bahnfiguren auch Lektionen des Westernreitens. Schließlich überlegten wir noch laut, in welcher Reihenfolge und wie wir später in den Parcours meistern wollten. Zu einem Schluss kamen wir nicht so richtig, denn alle Teilnehmer wurden aufgerufen, zu einer Art Eröffnungsrede in die Halle zu kommen. Eddi wendete daraufhin ihren Hengst ruhig und ging voraus, ich hielt es für besser abzusteigen und mein Pferd zu führen. Trotzdem winkten wir später beide begeistert unserer Freundin Gwen, die die Reiterspiele ausrichtete, sich außerdem für die rege Teilnahme bedankte und kurz den Parcours vorstellte: " … Zum Schluss geht es über die Eimer … nicht drumherum und ihr habt die Mounted Games geschafft.", schloss sie letztendlich und wer sich leisten konnte, sein Pferd nicht an Zügel oder Strick festhalten zu müssen (einschließlich die Zuschauer), der spendete begeistert Beifall. Und da war sie wieder, die Euphorie und Aufregung vor Turnieren. Nur hier war es viel lustiger, weil Eddi mit mir im Team Mandarine war und die Teilnahme mehr zählte, als der Sieg. Und außerdem waren wir gleich als zweites dran und hatten gar nicht mehr so viel Zeit zum Nachdenken, bis wir den heiligen und überdachten Sandboden betraten.
    Ich versuchte mir kurz einen Überblick zu verschaffen, während mir mein nun aufgeregt tänzelndes Pferd meisterhaft die Sicht versperrte. Meine Freundin übersetzte deshalb grinsend (Unitato stand mit gesenktem Kopf und nach hinten gerichteten Ohren todlieb neben ihr): "Aalso, da kommt zuerst ein Slalom. U-und dann Sackhüpfen", Seitenblick zu Ashqar, "und Sowas mit Ringen … Zum Schluss die Eimer zum Drübersteigen." Ich nickte dazu grinsend und wir begaben uns nebeneinander zu unserer ersten Station. Auf dem Weg dort hin fiel mir das träge Licht und ein wenig heimeliger Staub in der Luft auf, der die Geräusche ein wenig zu ersticken schien und mir eine ruhige Stimmung verlieh. Die Zuschauer auf den Rängen waren seit Beginn des Wettbewerbs auch schon viel leiser geworden, wenn auch nicht still - sie verfolgten unsere Schritte gespannt. Wir nahmen uns beide Zeit zum Aufsteigen und ritten im Schritt zu der mit einer farblosen Holzstange markierten Startlinie. "So. Wer fängt denn jetzt an?", fragte mich Eddi. Ich bewarb mich erfolgreich mit der Begründung, mein Pferd brauche etwas zu tun. Und so ging es für Ashqar und mich zuerst zwischen den eng beieinander stehenden Slalomstangen hindurch. Mein Pferd war zwar wendig und auch im Westernreiten, was die Reaktion auf Hilfen anging, nicht unerfahren, hin und wieder war es aber trotzdem ganz schön knapp. Nicht zuletzt, weil der Schecke unter mir aus dem Augenwinkel manchmal den orangenen Wimpel sah und deshalb einen kleinen Satz zur Seite machte. Ich nahm es gelassen - schließlich kannte ich mein Pferd und dessen Temperament - und bugsierte uns heile zu Eddi zurück. Sie sah uns leise lachend entgegen, klatschte ab und marschierte ebenfalls los. Ich wendete rasch mein Pferd und hielt, um ihr zuzusehen: Unitato spitzte schon bei der ersten Stange aufmerksam ein Ohr und begriff augenscheinlich schnell, was seine Reiterin von ihm wollte. Als eingespieltes Team trabten die beiden sogar stellenweise und stellten so vermutlich Ashqars und meine Leistung weit in den Schatten. "Gut gemacht!", gratulierte ich eifrig, als unsere Gefährten wieder bei uns eintrafen. Wir schwangen uns daraufhin aus dem Sattel und führten die Hengste zur nächsten Station. "Das darfst du gerne zuerst machen.", raunte ich und betrachtete nachdenklich den Kartoffelsack. "Ne, Cassi. Das macht man gleichzeitig.", meinte Eddi indes lachend und stand schon mit einem Fuß im Übel, ihr Pferd kurz am Zügel, in der anderen Hand den groben Jutestoff, und hüpfte munter drauf los. Es war niedlich anzusehen - meine Freundin mit ihrem Auf und Ab, Verschnaufpausen und lobenden Worten, verwirrten das Pferd total und Unitato blieb irgendwann wie ein Stein stehen und sah sie nur noch an (der Ausdruck "wie eine Mandarine" wäre hier passend). Da ließ Eddi die Zügel länger und hüpfte mit Mühe um den Kegel, der den Wendepunkt der Strecke markierte und kehrte zu ihrem Pferd zurück. Das sah sich augenscheinlich bedrängt und ging - Westernpferd eben - zügig rückwärts zurück, anstatt zu drehen. Da begann ich zu lachen und zog den ähnlich verstörten Ashqar weiter hinter mir her. In entsprechendem Abstand ließ sich mein Hengst trotz Kartoffelsack erstaunlich gut führen, weshalb wir beinahe zeitgleich mit Eddi und dem Grauen die Ziellinie erreichten. Danach mussten wohl alle erstmal tief durchatmen.
    Im Anschluss ging es erneut auf's Pferd und zu einer heldenhaften Ritterprüfung - dem Ringstechen. Meine Meinung, uns könne nun nichts mehr passieren, wurde hier grundlegend erschüttert: Ashqar fand den Besenstiel total unheimlich und es brauchte einiges an Überzeugungsarbeit, ihn auch auf seinen Rücken behalten zu dürfen. Bis das ausdiskutiert war, hatte Eddi schon auf dem Hinweg zwei und auf dem Rückweg den letzten Ring aufgesammelt und trabte mit ihrer Beute zurück zur Startlinie. Sie wünschte mir Glück, dann ritt auch ich an. Meine Taktik war anders: Ich trabte zügig von Stange zu Stange, hielt dort und ließ mir Zeit zum Ringangeln. Deshalb konnten wir es uns leisten, auf dem Rückweg einen kurzen Galoppsprint einzulegen, den Ashqar wohl sichtlich gebraucht hatte. Wir platzierten Ringe und Besenstiele wieder auf der Plane und auch uns Reiter am Boden und es ging zur letzten Station.
    Da waren Eimer. Dunkelblau und umgestülpt und wie ich das verstanden hatte, sollten Pferd und Mensch darübersteigen. Ashqar machte sich daraus einen Spaß. Er stellte den Schweif auf und trabte in raumgreifenden Schritten über die Pseudohindernisse. Das letzte versuchte er auszulassen, was ich mit einem "Na?", quittierte und er hüpfte doch noch seitlich darüber. Dann übergab ich den imaginären Staffelstab an meine Freundin und Eddi brachte Unitato den ersten Eimer näher. Der Hengst stieß mit der Nase daran und entdeckte, dass die blauen Ungetüme keinesfalls am Boden befestigt waren. Er schien es unterhaltsam zu finden, gegen den nächsten Eimer zu treten und ihn umzuwerfen. Rein vom Pferdedenken her war er ja damit klüger als mein Schecke, nur für den Wettbewerb war so viel Mitdenken eher kontraproduktiv. Eddi versuchte es deshalb anders und im Nachhinein muss ich sagen, das war schlau gelöst - in der Aufgabenstellung stand ja nirgendwo, die Eimer müssten in der Reihenfolge absolviert werden. Sie führte Unitato deshalb zum letzten und begann dort, ihn am Zügel, nur über Körpersprache, zu zirkeln. Der Hengst machte das mit Freuden und trabte sachte. Als da plötzlich der Eimer im Weg stand, machte er einen kurzen Satz und schnaubte. Eddi lobte ihn und genau so funktionierte es auch bei den übrigen; einschließlich denen, die sie inzwischen wieder aufgestellt hatte. So trafen wir uns alle unversehrt hinter der letzten Ziellinie. "Team Mandarinen!", rief ich und gab Eddi in gespielt überschwänglich einen High Five. Wir winkten während des aufkommenden Beifalls noch einmal in die Halle, bevor es zurück an die frische Luft ging. Da schüttelte sich mein Ashqar erstmal; Unitato entlastete, sobald wir länger als zwanzig Sekunden stehen blieben und so sattelten wir die Pferde am Hänger ab, ließen sie etwas trinken und suchten uns dann eine friedliche Wiese, um unsere Schützlinge grasen zu lassen. Im Schneidersitz auf unseren Strickjacken saßen wir dann in der Sonne und warteten auf die Auswertung. "Der Wimpel hat dem Dicken ja ganz schön zu schaffen gemacht", grinste Eddi irgendwann mal. Ich lachte und zuckte mit den Schultern. "Och, das härtet ab.", meinte ich und sie ergänzte: "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker, oder so." Wir lächelten uns verschwörerisch an und bedankten uns schon einmal beieinander. Egal, was die Auswertung bringen würde - es hatte Spaß gemacht und eine wertvolle Erfahrung hatten wir definitiv schon jetzt.
     
  3. sadasha

    sadasha Bekanntes Mitglied

    @adoptedfox aka Käthe von Landsberg & sadasha aka Gine Houghton
    mit

    Iseabail & Lady Lyneth Bowen

    Es war schon witzig zu sehen wie Käthe sich bemühte um halbwegs elegant auf Iseabail aufzusteigen. Fast zwei Meter Stockmaß waren zu überwinden und dazu kam noch der Respekt vor der Masse an Pferd und den riesigen Schüsseln als Hufen. Als sie endlich im Sattel saß blickte sie sich stolz um und blieb an mir hängen. „Sag nichts!“ mahnte sie mir und so nahm ich schmunzelnd die Zügel von Lady Lyneth Bowen, die übrigens nicht viel kleiner war, rückte mir die Aufstiegshilfe zurecht und stieg auf. Mit runter geklappter Kinnlade sah mich Käthe an. Nicht weil sie erstaunt war, sondern weil sie motzen wollte, doch bevor ihr ein passender Spruch einfiel trieb ich die Drum Horse Stute unter mir ein wenig an und lief grinsend an Käthe vorbei. Die beiden Stuten vertrugen sich einwandfrei, Käthe und ich waren uns hingegen noch etwas fremd. Dieser Wettbewerb sollte das allerdings ändern. Die Mounted Games bestanden aus insgesamt vier Aufgaben, die man im Grunde mit jedem Pferd und etwas Geschick meistern konnte. Optisch schön sahen wir schon mal aus in unseren Westerntacks mit schwarzem Leder, Messingbeschlägen und tealfarbenen Pads und Akzenten. Das Wetter war uns heute wohl gesonnen. Die Luft hatte sich schon in den letzten Tagen etwas aufgewärmt und am Himmel standen nur wenige Wolken. Der Sand auf dem Reitplatz schimmerte matt im Licht der Sonne. Vor dem Tor blieben wir stehen und warteten darauf, dass die Teilnehmer vor uns fertig wurden. Diese Zeit nutzte ich um meinen tief sitzenden Zopf neu zu richten und den schwarzen Westernhut aufzusetzen. Käthe tat es mir gleich. „Wenn das jetzt auch nur doppelt so gut läuft wie im Training, sehe ich eine geringe Chance für uns das Ding zu gewinnen.“ meinte sie leise und ließ den Blick über den Platz und die dort aufgebauten Aufgaben schweifen. Zuerst war der Slalom dran. Für unsere Kolosse war das die kniffligste Aufgabe und in den Tagen zuvor hatten wir ihn daher besonders geübt. Trotzdem gelang uns keine so gute Zeit wie mit anderen Pferden. Hunter verzweifelte fast schon, wenn er uns beim Üben zu gesehen hatte. Aber wir wollten unbedingt mit Isa und Lynn teilnehmen. Die zwei passten so toll zueinander und selbst wenn wir nicht gewinnen würden, hätten wir in jedem Fall ein paar hübsche Fotos davon.
    Kaum hatte ich den Gedanken zu ende gedacht setzten sich Käthe und Isa in Bewegung. Lynn folgte ohne dass ich etwas tun musste. Sie wollte bei ihrer Freundin bleiben und da ich nicht aufpasste, entschied sie eben selbst. Hektisch fasste ich die Zügel nach und verhaspelte mich dabei fast. Das Reiterpaar vor uns hatte den Platz verlassen noch während ich in meinem Tagtraum versunken war. Käthe auf Isa und ich auf Lynn stellten uns an den Startlinien für den Slalom auf und warteten auf das Startsignal. „Alle bereit? Dann zähle ich bis drei!“ - Wir nickten. - „Eins – zwei – DREI!“ Wie die Verrückten galoppierte Käthe mit Isa an und sie spurteten los. Unsere Stuten wussten Bescheid, mit leichten Hilfen lenkte Käthe die ihre und schlängelte sich so sauber um die Stangen. Hie und da berührte sie diese, doch soweit uns das bekannt war, durfte man das. Am kniffligsten war die Wende am Ende der Stangenreihen. Käthe lag mit Isa gut in der Zeit. Lynn und ich brannten darauf nun auch los zu laufen! Eine Stangenlänge noch. Dann schossen wir vor und wanden uns von links nach rechts um die Stangen. Lynn schnaubte vor Aufregung. In der Wende verlor ich leider massig an Zeit, weil ich wiedermal meine Zügel nicht geordnet bekam und Lynn deshalb zu weit ausscherte. Doch wir hielten es bei wenigen Sekunden Rückstand und rannten schließlich über die Ziellinie. Ein Pfiff markierte die Zeit und während die Richter sich unsere Zeit aufschrieben, ließ ich Lynn austraben. Käthe stand schon neben Isa am Boden und stolperte mehr oder weniger in den Kartoffelsack. Auffordernd lächelte sie mich an.
    „Das lief doch besser als geplant, was hast du da in der Wende gemacht?“ wollte Käthe wissen, als ich von Lynn abstieg und die Stute erstmal lobend kraulte. Entschuldigend sah ich zur Seite. „Ich hab meine Zügel verplant.“ gab ich zu und stellte mein Bein zu dem von Käthe in den Kartoffelsack. Wir brauchten einen Moment bis wir uns mit Sack und Pferden arrangiert hatten. Dann nickten wir den Richtern zu, die das Spiel beginnen ließen. Zaghaft humpelten wir los und die beiden Riesen neben uns waren sichtlich verwirrt darüber wie langsam wir nun waren. „Ey!“ rief ich empört, als Lynn mir fast abhauen wollte, weil es ihr zu langsam ging und auch Käthe musste Isa zurückhalten, die sich nun, da sie nicht vor gehen durfte an Käthes Pferdeschwanz zu schaffen machte. Auf halbem Wege fing Käthe an zu klagen. „Ooooh Isa! Nun lass das doch.“ Der Versuch die Sabinostute mit dem Strick in der Hand vom Zopf wegzuscheuchen missglückte. Stattdessen flogen wir beinahe beide hin. „Käthe!“ mahnte ich sie. „Jetzt komm, das geht auf Za-heit.“ Unzufrieden vor sich hin brummend hüpfte sie nun ein wenig flotter. Nach zwei weiteren schier unendlichen Metern waren wir endlich am Ziel angelangt. Freudig riss ich die Arme hoch und sprang aus dem Sack. Die meiner Meinung nach blödeste Aufgabe war geschafft! Lynn machte währenddessen einen Satz zur Seite und sah mich empört an, weil ich so ein Theater machte. Käthe hingegen brummte noch immer und versuchte ihre von Isa nass gelutschten Haare ein wenig trocken zu reiben.

    “Das muss reichen…” sagte sie und kletterte auf Isebails Rücken für die nächste Aufgabe. Käthe hielt Lynns Zügel fest während ich den Fuß in den Steigbügel setzte und schwungvoll in den Sattel stieg. Nun folgte das Ringstechen.
    Wir stellten uns an der Startlinie auf und ich nickte Käthe kurz zu um ihr zu verstehen zu geben, dass ich vorlegen würde. Ich beugte mich nach unten und ergriff einen der Besen und setzte mich in Position. Den Besenstiel in der einen, die Zügel in der anderen Hand galoppierte ich Lyneth an und steuerte auf die erste Slalomstange zu. Geschickt fädelte ich einen Ring nach dem anderen auf den Stil auf und ritt, den Besenstiel triumphierend in die Luft gestreckt, zurück zur Startlinie. Ich überreichte Käthe den Besen mitsamt der Ringe. “Dabei bin ich doch so ungeschickt…” sagte sie und nahm missmutig den Besen entgegen. Während ein Helfer neue Ringe auf die Slalomstangen steckte suchte Käthe die richtige Position und noch bevor sie diese gefunden hatte, rief ich “Los Los Los!” und Iseabail machte einen gehörigen Satz nach vorn. Käthe kippte nach vorn und verlor beinahe die Ringe vom Stil, doch sie konnte den herabrutschenden Ring gerade so retten und fixierte den ersten Ring. Vor Aufregung hielt ich meine Hände betend vor den Mund und sah zu, wie sie Ring für Ring von den Slalomstangen nahm. Nach dem letzten Ring hielt sie Iseabails Zügel vor und galoppierte die Stute an. “Schau mal wie schwitzig meine Hände sind!” sagte sie und hielt mir eine Hand mitten vors Gesicht. “Ist doch hübsch, Männer stehen bestimmt drauf!” gab ich ihr zur Antwort und lachte. Ich stieg von Lyneth ab und nahm Käthe den Besen ab um ihn dem Helfer wieder zu geben. Auch Käthe stieg ab und gemeinsam gingen wir zur nächsten und letzten Aufgabe. Auf einer Reihe waren sechs Eimer auf den Boden gestellt, umgestülpt. Was zu tun war konnten wir bereits beim Team abschauen, welches vor uns an der Reihe war. “Das wird ja beinahe zu einfach für uns. Die Pferde gehen ja automatisch drüber!” sagte sie lachend und setzte sich mit Iseabail in Bewegung. Man sah sofort dass sie auf dem Gestüt ihrer Eltern öfter auf Zuchtvorstellungen gewesen war. Sie lief, in trabähnlichen Schritten, neben Iseabail her die Eimer für Eimer problemlos überschritt. Am Ende des Parcours wendete Sie Iseabail und die beiden kamen zu mir zur Startlinie zurück. Wir klatschten uns ab und ich lief mit Lyneth los. Lyneth schien das gar nicht lustig zu finden und legte die Ohren an. Widerwillig stieg ein Huf nach dem anderen über die Eimer. Wieder zurück bei Käthe grinste diese mich schon über beide Ohren an. “Das nächste Mal bandagieren wir die beiden, ich hatte so Angst das der Behang einen Eimer berührt und umwirft…!” sagte ich und klopfte Lyneth den Hals. “Wir hätten ihnen auch hübsche Zöpfchen binden können.” antwortete mir Käthe und duckte sich, weil ich so tat, als würde ich etwas nach Ihr werfen. Gemeinsam verabschiedeten wir uns von den Richtern und machten den Platz frei für das nächste Team. Zufrieden gingen wir zurück zum Pferdehänger, mit welchem wir hergefahren waren. Nachdem Lyneth angebunden war griff ich in die Kühlbox und griff zwei Coladosen. Eine warf ich Käthe zu und wir setzten uns stöhnend ins Gras zu den Pferden. “Jünger werden wir auch nicht mehr…” sagte ich und beide begannen wir zu lachen. Käthe war sympathischer als ich anfangs dachte und ich war froh dass Hunter mich überredete doch mit ihr zu den Mounted Games zu fahren. Gemeinsam saßen wir nun hier und sahen den anderen Teams zu.
     
    Cascar und adoptedfox gefällt das.

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