[RS 68] Mounted Games

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Gwen, 10 März 2017.

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Welches Team fandet ihr am besten?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 28 März 2017
  1. Eddi und Cascar

    16,7%
  2. adoptedfox und sadasha

    33,3%
  3. Rhapsody und Elii

    22,2%
  4. Bracelet und Canyon

    27,8%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    [​IMG]

    Regelwerk

    - Ihr dürft mit Pferden oder Ponys teilnehmen (Fohlen ausgeschlossen)
    - Ihr nehmt als Team aus zwei Reitern teil
    - Beide Pferde erhalten bei Sieg eine RS-Schleife
    - Es gibt keine Zeichenbegrenzung
    - Es muss nur ein Text geschrieben werden, wer diesen schreibt, ist egal
    - Die Steckbriefe müssen gespoilert oder verlinkt werden
    - Bitte nur fertige Teilnahmen einfügen
    - Das übliche Startgeld von 2 Joellen (pro Teilnehmer) geht an mich (Gwen) Teilnahmegrund: RS 68
    - Wer bettelt wird von der weiteren Teilnahme disqualifiziert. Bitte etwaige Absichten bitte mit Screen an mich per PN schicken
    - Wer sich nicht an die Regeln hält wird von mir ohne Vorwarnung und ohne große Diskussion disqualifiziert!
    - Abstimmungen werden regulär gehalten. Das heißt, ihr müsst bis zu einem bestimmtem Datum die höchste Stimmzahl haben!
    - Bei Fragen einfach Nachricht an mich (Gwen) schreiben


    Aufgaben
    Es wird als Zweier-Team gestartet.

    1. Slalom:
    Durchreitet schnellstmöglich die fünf Slalomstangen und wieder zurück. Am Wechselpunkt übergebt ihr den Slalomstart an euren Mitreiter, welcher nun als nächstes den Slalom durchqueren muss.

    2. Drei-Bein-Rennen:
    Runter vom Pferd und mit einem Bein in den Kartoffelsack und Pferde führen! Durch Sackhüpfen müsst ihr zusammen zur Ziellinie kommen.

    3. Ringstechen:
    Auf vier Slalomstangen sind jeweils Ringe platziert. Mit einem Ringstecher müsst ihr diese aufsammeln, zur Startlinie zurück und eurem Mitreiter die gleiche Aufgabe machen lassen.

    4. Flinke Füße:
    Insgesamt sechs umgestülpte Eimer müssen mit dem Pferd an der Hand überschritten werden. Dabei darf kein Eimer ausgelassen oder umgeworfen werden.

    Zubehör- und Bewegungsbilder sind erlaubt.

    Ich wünsche euch viel Spaß und freue mich auf eine rege Teilnahme!

    Liebe Grüße,
    eure Gwen
     
    adoptedfox, Cascar und Muemmi gefällt das.
  2. Cascar

    Cascar ∞ SchafZähmer und PapageienZüchter ∞

    @Eddi mit HGT's Unitato
    Cascar mit Ashqar

    Mounted Mandarinen Games

    "Und das soll halten?", fragte mich Eddi skeptisch und tippte mit dem Zeigefinger misstrauisch gegen den orangeroten Wimpel am Westernsattel ihre Hengstes. Sein Name war Unitato und das fahlgraue Fell glänzte im milden Licht der Sonne. Ashqar neben ihm war wohl nicht minder herausgeputzt - zusammen schienen die beiden regelrecht zu leuchten. "Ja, klar!", behauptete ich überzeugt, strich meinem Pferd über den Mähnenkamm und befestigte meinen eigenen Wimpel mehr schlecht als recht. Ashqar zuckte auch gleich zusammen und drehte seinen schönen Kopf mit geblähten Nüstern, gespitzten Ohren und gewölbtem Hals nach hinten. Ich strich ihm kurz über die Nase, dann fuhr ich fort: "Jetzt brauchen wir nur noch einen Namen. Team Mandarinen, oder so." Eddi sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an, ich hob die Schultern entschuldigend. "Team. Toll, Ein Anderer Macht's.", nuschelte sie und ich prustete, mit einer Hand auf ihrer Schulter, los. "Jaja, komm. Anziehen.", meinte ich daraufhin und so ließen wir unsere gesattelten Hengste allein am Heunetz zurück, während wir uns auf der Rückbank des Autos in unsere Reithosen quälten. Ich zog gleich schon keine weiße an, weil ich wusste, sie würde bei den Reiterspielen irreparabel dreckig werden, Eddi tat es mir nach kurzem Austausch nach. So erschienen wir beide in klassischem Schwarz mit fein säuberlich eingeflochtenen Pferden bald darauf auf dem Abreitplatz. Da trafen wir beide so einige, wenn auch verschiedene Leute, die wir von Turnieren kannten und grüßten. "Wer war das?", fragte ich, nachdem ein strohblondes Mädchen mit zwei geflochtenen Zöpfen und einem stattlichen Rappen im Schlepptau lächelnd und winkend an uns vorbeigezogen war. "Keine Ahnung.", gab Eddi, immer noch winkend, mit zusammengebissenen Zähnen, aber grinsend zurück und so, nach diesem Motto ging es wohl weiter. Unsere Pferde indes trotteten unauffällig hinter uns her. Unitato war die Ruhe selbst, Ashqar sah sich aufmerksam um und hüpfte das ein oder andere Mal mit leidendem Blick vor einem Windhauch oder einer Katze im Gras zur Seite. Allerdings hatte er sein Temperament genau so schnell wieder im Griff und wir konnten beide letztendlich heile aufsitzen und unsere Pferde Warmreiten. In unserem Fall bedeutete das neben schnöden Bahnfiguren auch Lektionen des Westernreitens. Schließlich überlegten wir noch laut, in welcher Reihenfolge und wie wir später in den Parcours meistern wollten. Zu einem Schluss kamen wir nicht so richtig, denn alle Teilnehmer wurden aufgerufen, zu einer Art Eröffnungsrede in die Halle zu kommen. Eddi wendete daraufhin ihren Hengst ruhig und ging voraus, ich hielt es für besser abzusteigen und mein Pferd zu führen. Trotzdem winkten wir später beide begeistert unserer Freundin Gwen, die die Reiterspiele ausrichtete, sich außerdem für die rege Teilnahme bedankte und kurz den Parcours vorstellte: " … Zum Schluss geht es über die Eimer … nicht drumherum und ihr habt die Mounted Games geschafft.", schloss sie letztendlich und wer sich leisten konnte, sein Pferd nicht an Zügel oder Strick festhalten zu müssen (einschließlich die Zuschauer), der spendete begeistert Beifall. Und da war sie wieder, die Euphorie und Aufregung vor Turnieren. Nur hier war es viel lustiger, weil Eddi mit mir im Team Mandarine war und die Teilnahme mehr zählte, als der Sieg. Und außerdem waren wir gleich als zweites dran und hatten gar nicht mehr so viel Zeit zum Nachdenken, bis wir den heiligen und überdachten Sandboden betraten.
    Ich versuchte mir kurz einen Überblick zu verschaffen, während mir mein nun aufgeregt tänzelndes Pferd meisterhaft die Sicht versperrte. Meine Freundin übersetzte deshalb grinsend (Unitato stand mit gesenktem Kopf und nach hinten gerichteten Ohren todlieb neben ihr): "Aalso, da kommt zuerst ein Slalom. U-und dann Sackhüpfen", Seitenblick zu Ashqar, "und Sowas mit Ringen … Zum Schluss die Eimer zum Drübersteigen." Ich nickte dazu grinsend und wir begaben uns nebeneinander zu unserer ersten Station. Auf dem Weg dort hin fiel mir das träge Licht und ein wenig heimeliger Staub in der Luft auf, der die Geräusche ein wenig zu ersticken schien und mir eine ruhige Stimmung verlieh. Die Zuschauer auf den Rängen waren seit Beginn des Wettbewerbs auch schon viel leiser geworden, wenn auch nicht still - sie verfolgten unsere Schritte gespannt. Wir nahmen uns beide Zeit zum Aufsteigen und ritten im Schritt zu der mit einer farblosen Holzstange markierten Startlinie. "So. Wer fängt denn jetzt an?", fragte mich Eddi. Ich bewarb mich erfolgreich mit der Begründung, mein Pferd brauche etwas zu tun. Und so ging es für Ashqar und mich zuerst zwischen den eng beieinander stehenden Slalomstangen hindurch. Mein Pferd war zwar wendig und auch im Westernreiten, was die Reaktion auf Hilfen anging, nicht unerfahren, hin und wieder war es aber trotzdem ganz schön knapp. Nicht zuletzt, weil der Schecke unter mir aus dem Augenwinkel manchmal den orangenen Wimpel sah und deshalb einen kleinen Satz zur Seite machte. Ich nahm es gelassen - schließlich kannte ich mein Pferd und dessen Temperament - und bugsierte uns heile zu Eddi zurück. Sie sah uns leise lachend entgegen, klatschte ab und marschierte ebenfalls los. Ich wendete rasch mein Pferd und hielt, um ihr zuzusehen: Unitato spitzte schon bei der ersten Stange aufmerksam ein Ohr und begriff augenscheinlich schnell, was seine Reiterin von ihm wollte. Als eingespieltes Team trabten die beiden sogar stellenweise und stellten so vermutlich Ashqars und meine Leistung weit in den Schatten. "Gut gemacht!", gratulierte ich eifrig, als unsere Gefährten wieder bei uns eintrafen. Wir schwangen uns daraufhin aus dem Sattel und führten die Hengste zur nächsten Station. "Das darfst du gerne zuerst machen.", raunte ich und betrachtete nachdenklich den Kartoffelsack. "Ne, Cassi. Das macht man gleichzeitig.", meinte Eddi indes lachend und stand schon mit einem Fuß im Übel, ihr Pferd kurz am Zügel, in der anderen Hand den groben Jutestoff, und hüpfte munter drauf los. Es war niedlich anzusehen - meine Freundin mit ihrem Auf und Ab, Verschnaufpausen und lobenden Worten, verwirrten das Pferd total und Unitato blieb irgendwann wie ein Stein stehen und sah sie nur noch an (der Ausdruck "wie eine Mandarine" wäre hier passend). Da ließ Eddi die Zügel länger und hüpfte mit Mühe um den Kegel, der den Wendepunkt der Strecke markierte und kehrte zu ihrem Pferd zurück. Das sah sich augenscheinlich bedrängt und ging - Westernpferd eben - zügig rückwärts zurück, anstatt zu drehen. Da begann ich zu lachen und zog den ähnlich verstörten Ashqar weiter hinter mir her. In entsprechendem Abstand ließ sich mein Hengst trotz Kartoffelsack erstaunlich gut führen, weshalb wir beinahe zeitgleich mit Eddi und dem Grauen die Ziellinie erreichten. Danach mussten wohl alle erstmal tief durchatmen.
    Im Anschluss ging es erneut auf's Pferd und zu einer heldenhaften Ritterprüfung - dem Ringstechen. Meine Meinung, uns könne nun nichts mehr passieren, wurde hier grundlegend erschüttert: Ashqar fand den Besenstiel total unheimlich und es brauchte einiges an Überzeugungsarbeit, ihn auch auf seinen Rücken behalten zu dürfen. Bis das ausdiskutiert war, hatte Eddi schon auf dem Hinweg zwei und auf dem Rückweg den letzten Ring aufgesammelt und trabte mit ihrer Beute zurück zur Startlinie. Sie wünschte mir Glück, dann ritt auch ich an. Meine Taktik war anders: Ich trabte zügig von Stange zu Stange, hielt dort und ließ mir Zeit zum Ringangeln. Deshalb konnten wir es uns leisten, auf dem Rückweg einen kurzen Galoppsprint einzulegen, den Ashqar wohl sichtlich gebraucht hatte. Wir platzierten Ringe und Besenstiele wieder auf der Plane und auch uns Reiter am Boden und es ging zur letzten Station.
    Da waren Eimer. Dunkelblau und umgestülpt und wie ich das verstanden hatte, sollten Pferd und Mensch darübersteigen. Ashqar machte sich daraus einen Spaß. Er stellte den Schweif auf und trabte in raumgreifenden Schritten über die Pseudohindernisse. Das letzte versuchte er auszulassen, was ich mit einem "Na?", quittierte und er hüpfte doch noch seitlich darüber. Dann übergab ich den imaginären Staffelstab an meine Freundin und Eddi brachte Unitato den ersten Eimer näher. Der Hengst stieß mit der Nase daran und entdeckte, dass die blauen Ungetüme keinesfalls am Boden befestigt waren. Er schien es unterhaltsam zu finden, gegen den nächsten Eimer zu treten und ihn umzuwerfen. Rein vom Pferdedenken her war er ja damit klüger als mein Schecke, nur für den Wettbewerb war so viel Mitdenken eher kontraproduktiv. Eddi versuchte es deshalb anders und im Nachhinein muss ich sagen, das war schlau gelöst - in der Aufgabenstellung stand ja nirgendwo, die Eimer müssten in der Reihenfolge absolviert werden. Sie führte Unitato deshalb zum letzten und begann dort, ihn am Zügel, nur über Körpersprache, zu zirkeln. Der Hengst machte das mit Freuden und trabte sachte. Als da plötzlich der Eimer im Weg stand, machte er einen kurzen Satz und schnaubte. Eddi lobte ihn und genau so funktionierte es auch bei den übrigen; einschließlich denen, die sie inzwischen wieder aufgestellt hatte. So trafen wir uns alle unversehrt hinter der letzten Ziellinie. "Team Mandarinen!", rief ich und gab Eddi in gespielt überschwänglich einen High Five. Wir winkten während des aufkommenden Beifalls noch einmal in die Halle, bevor es zurück an die frische Luft ging. Da schüttelte sich mein Ashqar erstmal; Unitato entlastete, sobald wir länger als zwanzig Sekunden stehen blieben und so sattelten wir die Pferde am Hänger ab, ließen sie etwas trinken und suchten uns dann eine friedliche Wiese, um unsere Schützlinge grasen zu lassen. Im Schneidersitz auf unseren Strickjacken saßen wir dann in der Sonne und warteten auf die Auswertung. "Der Wimpel hat dem Dicken ja ganz schön zu schaffen gemacht", grinste Eddi irgendwann mal. Ich lachte und zuckte mit den Schultern. "Och, das härtet ab.", meinte ich und sie ergänzte: "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker, oder so." Wir lächelten uns verschwörerisch an und bedankten uns schon einmal beieinander. Egal, was die Auswertung bringen würde - es hatte Spaß gemacht und eine wertvolle Erfahrung hatten wir definitiv schon jetzt.
     
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  3. sadasha

    sadasha Bekanntes Mitglied

    @adoptedfox aka Käthe von Landsberg & sadasha aka Gine Houghton
    mit

    Iseabail & Lady Lyneth Bowen

    Es war schon witzig zu sehen wie Käthe sich bemühte um halbwegs elegant auf Iseabail aufzusteigen. Fast zwei Meter Stockmaß waren zu überwinden und dazu kam noch der Respekt vor der Masse an Pferd und den riesigen Schüsseln als Hufen. Als sie endlich im Sattel saß blickte sie sich stolz um und blieb an mir hängen. „Sag nichts!“ mahnte sie mir und so nahm ich schmunzelnd die Zügel von Lady Lyneth Bowen, die übrigens nicht viel kleiner war, rückte mir die Aufstiegshilfe zurecht und stieg auf. Mit runter geklappter Kinnlade sah mich Käthe an. Nicht weil sie erstaunt war, sondern weil sie motzen wollte, doch bevor ihr ein passender Spruch einfiel trieb ich die Drum Horse Stute unter mir ein wenig an und lief grinsend an Käthe vorbei. Die beiden Stuten vertrugen sich einwandfrei, Käthe und ich waren uns hingegen noch etwas fremd. Dieser Wettbewerb sollte das allerdings ändern. Die Mounted Games bestanden aus insgesamt vier Aufgaben, die man im Grunde mit jedem Pferd und etwas Geschick meistern konnte. Optisch schön sahen wir schon mal aus in unseren Westerntacks mit schwarzem Leder, Messingbeschlägen und tealfarbenen Pads und Akzenten. Das Wetter war uns heute wohl gesonnen. Die Luft hatte sich schon in den letzten Tagen etwas aufgewärmt und am Himmel standen nur wenige Wolken. Der Sand auf dem Reitplatz schimmerte matt im Licht der Sonne. Vor dem Tor blieben wir stehen und warteten darauf, dass die Teilnehmer vor uns fertig wurden. Diese Zeit nutzte ich um meinen tief sitzenden Zopf neu zu richten und den schwarzen Westernhut aufzusetzen. Käthe tat es mir gleich. „Wenn das jetzt auch nur doppelt so gut läuft wie im Training, sehe ich eine geringe Chance für uns das Ding zu gewinnen.“ meinte sie leise und ließ den Blick über den Platz und die dort aufgebauten Aufgaben schweifen. Zuerst war der Slalom dran. Für unsere Kolosse war das die kniffligste Aufgabe und in den Tagen zuvor hatten wir ihn daher besonders geübt. Trotzdem gelang uns keine so gute Zeit wie mit anderen Pferden. Hunter verzweifelte fast schon, wenn er uns beim Üben zu gesehen hatte. Aber wir wollten unbedingt mit Isa und Lynn teilnehmen. Die zwei passten so toll zueinander und selbst wenn wir nicht gewinnen würden, hätten wir in jedem Fall ein paar hübsche Fotos davon.
    Kaum hatte ich den Gedanken zu ende gedacht setzten sich Käthe und Isa in Bewegung. Lynn folgte ohne dass ich etwas tun musste. Sie wollte bei ihrer Freundin bleiben und da ich nicht aufpasste, entschied sie eben selbst. Hektisch fasste ich die Zügel nach und verhaspelte mich dabei fast. Das Reiterpaar vor uns hatte den Platz verlassen noch während ich in meinem Tagtraum versunken war. Käthe auf Isa und ich auf Lynn stellten uns an den Startlinien für den Slalom auf und warteten auf das Startsignal. „Alle bereit? Dann zähle ich bis drei!“ - Wir nickten. - „Eins – zwei – DREI!“ Wie die Verrückten galoppierte Käthe mit Isa an und sie spurteten los. Unsere Stuten wussten Bescheid, mit leichten Hilfen lenkte Käthe die ihre und schlängelte sich so sauber um die Stangen. Hie und da berührte sie diese, doch soweit uns das bekannt war, durfte man das. Am kniffligsten war die Wende am Ende der Stangenreihen. Käthe lag mit Isa gut in der Zeit. Lynn und ich brannten darauf nun auch los zu laufen! Eine Stangenlänge noch. Dann schossen wir vor und wanden uns von links nach rechts um die Stangen. Lynn schnaubte vor Aufregung. In der Wende verlor ich leider massig an Zeit, weil ich wiedermal meine Zügel nicht geordnet bekam und Lynn deshalb zu weit ausscherte. Doch wir hielten es bei wenigen Sekunden Rückstand und rannten schließlich über die Ziellinie. Ein Pfiff markierte die Zeit und während die Richter sich unsere Zeit aufschrieben, ließ ich Lynn austraben. Käthe stand schon neben Isa am Boden und stolperte mehr oder weniger in den Kartoffelsack. Auffordernd lächelte sie mich an.
    „Das lief doch besser als geplant, was hast du da in der Wende gemacht?“ wollte Käthe wissen, als ich von Lynn abstieg und die Stute erstmal lobend kraulte. Entschuldigend sah ich zur Seite. „Ich hab meine Zügel verplant.“ gab ich zu und stellte mein Bein zu dem von Käthe in den Kartoffelsack. Wir brauchten einen Moment bis wir uns mit Sack und Pferden arrangiert hatten. Dann nickten wir den Richtern zu, die das Spiel beginnen ließen. Zaghaft humpelten wir los und die beiden Riesen neben uns waren sichtlich verwirrt darüber wie langsam wir nun waren. „Ey!“ rief ich empört, als Lynn mir fast abhauen wollte, weil es ihr zu langsam ging und auch Käthe musste Isa zurückhalten, die sich nun, da sie nicht vor gehen durfte an Käthes Pferdeschwanz zu schaffen machte. Auf halbem Wege fing Käthe an zu klagen. „Ooooh Isa! Nun lass das doch.“ Der Versuch die Sabinostute mit dem Strick in der Hand vom Zopf wegzuscheuchen missglückte. Stattdessen flogen wir beinahe beide hin. „Käthe!“ mahnte ich sie. „Jetzt komm, das geht auf Za-heit.“ Unzufrieden vor sich hin brummend hüpfte sie nun ein wenig flotter. Nach zwei weiteren schier unendlichen Metern waren wir endlich am Ziel angelangt. Freudig riss ich die Arme hoch und sprang aus dem Sack. Die meiner Meinung nach blödeste Aufgabe war geschafft! Lynn machte währenddessen einen Satz zur Seite und sah mich empört an, weil ich so ein Theater machte. Käthe hingegen brummte noch immer und versuchte ihre von Isa nass gelutschten Haare ein wenig trocken zu reiben.

    “Das muss reichen…” sagte sie und kletterte auf Isebails Rücken für die nächste Aufgabe. Käthe hielt Lynns Zügel fest während ich den Fuß in den Steigbügel setzte und schwungvoll in den Sattel stieg. Nun folgte das Ringstechen.
    Wir stellten uns an der Startlinie auf und ich nickte Käthe kurz zu um ihr zu verstehen zu geben, dass ich vorlegen würde. Ich beugte mich nach unten und ergriff einen der Besen und setzte mich in Position. Den Besenstiel in der einen, die Zügel in der anderen Hand galoppierte ich Lyneth an und steuerte auf die erste Slalomstange zu. Geschickt fädelte ich einen Ring nach dem anderen auf den Stil auf und ritt, den Besenstiel triumphierend in die Luft gestreckt, zurück zur Startlinie. Ich überreichte Käthe den Besen mitsamt der Ringe. “Dabei bin ich doch so ungeschickt…” sagte sie und nahm missmutig den Besen entgegen. Während ein Helfer neue Ringe auf die Slalomstangen steckte suchte Käthe die richtige Position und noch bevor sie diese gefunden hatte, rief ich “Los Los Los!” und Iseabail machte einen gehörigen Satz nach vorn. Käthe kippte nach vorn und verlor beinahe die Ringe vom Stil, doch sie konnte den herabrutschenden Ring gerade so retten und fixierte den ersten Ring. Vor Aufregung hielt ich meine Hände betend vor den Mund und sah zu, wie sie Ring für Ring von den Slalomstangen nahm. Nach dem letzten Ring hielt sie Iseabails Zügel vor und galoppierte die Stute an. “Schau mal wie schwitzig meine Hände sind!” sagte sie und hielt mir eine Hand mitten vors Gesicht. “Ist doch hübsch, Männer stehen bestimmt drauf!” gab ich ihr zur Antwort und lachte. Ich stieg von Lyneth ab und nahm Käthe den Besen ab um ihn dem Helfer wieder zu geben. Auch Käthe stieg ab und gemeinsam gingen wir zur nächsten und letzten Aufgabe. Auf einer Reihe waren sechs Eimer auf den Boden gestellt, umgestülpt. Was zu tun war konnten wir bereits beim Team abschauen, welches vor uns an der Reihe war. “Das wird ja beinahe zu einfach für uns. Die Pferde gehen ja automatisch drüber!” sagte sie lachend und setzte sich mit Iseabail in Bewegung. Man sah sofort dass sie auf dem Gestüt ihrer Eltern öfter auf Zuchtvorstellungen gewesen war. Sie lief, in trabähnlichen Schritten, neben Iseabail her die Eimer für Eimer problemlos überschritt. Am Ende des Parcours wendete Sie Iseabail und die beiden kamen zu mir zur Startlinie zurück. Wir klatschten uns ab und ich lief mit Lyneth los. Lyneth schien das gar nicht lustig zu finden und legte die Ohren an. Widerwillig stieg ein Huf nach dem anderen über die Eimer. Wieder zurück bei Käthe grinste diese mich schon über beide Ohren an. “Das nächste Mal bandagieren wir die beiden, ich hatte so Angst das der Behang einen Eimer berührt und umwirft…!” sagte ich und klopfte Lyneth den Hals. “Wir hätten ihnen auch hübsche Zöpfchen binden können.” antwortete mir Käthe und duckte sich, weil ich so tat, als würde ich etwas nach Ihr werfen. Gemeinsam verabschiedeten wir uns von den Richtern und machten den Platz frei für das nächste Team. Zufrieden gingen wir zurück zum Pferdehänger, mit welchem wir hergefahren waren. Nachdem Lyneth angebunden war griff ich in die Kühlbox und griff zwei Coladosen. Eine warf ich Käthe zu und wir setzten uns stöhnend ins Gras zu den Pferden. “Jünger werden wir auch nicht mehr…” sagte ich und beide begannen wir zu lachen. Käthe war sympathischer als ich anfangs dachte und ich war froh dass Hunter mich überredete doch mit ihr zu den Mounted Games zu fahren. Gemeinsam saßen wir nun hier und sahen den anderen Teams zu.
     
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  4. Elii

    Elii #ELeCtRâ-GiiÂdÂ

    Rhapsody und Elii
    auf

    Painted Blur und Paint it Black


    Gwen strahlte, als wir ihr vom Abreiteplatz entgegenkamen. Sie freute sich immer besonders, wenn wir an den von ihr organisierten Reiterspielen teilnahmen und dank unserer Teammontur, war ihre Freude noch größer.

    Wir hatten uns für Painted Blur und Paint it Black entscheiden. Vater und Sohn waren in sonnengelbe Ausrüstung gehüllt und auch wir trugen das passende T-Shirt. Die beiden Hengste verstanden sich recht gut und standen brav nebeneinander, während wir auf unseren Start warteten.

    Als es endlich soweit war, ritten wir synchron im Schritt auf den Platz und warteten auf das Signal. Zuerst galt es einen Stangenslalom zu durchqueren und das so schnell wie möglich. Jojo legte mit Blurry einen Kaltstart hin und schlängelte sich gekonnt im Galopp um die Stangen. Paint sah mit gespitzten Ohren zu, machte aber immer wieder Andeutungen gleich los zu sprinten. Ich hielt ihn fest bis meine Partnerin schließlich zurück war, mich abklatschte und startete dann im gleichen Tempo los. Bei zwei der fünf Stangen war es etwas knapp, doch der junge Hengst leistete volle Arbeit im letzten Moment nicht zu berühren.

    Bei der zweiten Station hatte sich Gwen etwas ganz Besonderes ausgedacht. Wir durften nun mit jeweils einem Bein in einen Kartoffelsack und zur Ziellinie hüpfen. Elegant wie eine Gazelle - Ach nein, das Tier mit dem Rüssel hieß anders – sprangen wir sogleich hinein und konnten nach kurzen Unstimmigkeiten gleichzeitig loshüpfen. Die beiden Hengste waren etwas verwirrt von dieser Konstellation, folgten uns aber brav hinterher.

    „Dass sollte verboten sein...“, murmelte Jojo genervt. Als Antwort darauf knuffte ich sie liebevoll in die Seite, was uns allerdings fast zum Sturz brachte. Nachdem ich einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten hatte, ging es für uns weiter und direkt ins Ziel. Unsere Zeit war damit aber weit unter der Durchschnittszeit.

    Während wir nun wieder aufstiegen, zeterte Jojo wild. Ich hatte sie im letzten Moment noch für dieses Event mehr oder weniger begeistern können und laut ihr hatte sie ja so viel Wichtigeres zu tun. Gwens große Kulleraugen hatten wahrscheinlich auch noch ihren Teil zur Überredung geleistet.

    Kurz sammelten wir uns, dann ging es schon mit der nächsten Aufgabe weiter. Es mussten Ringe aufgesammelt werden, die auf vier Slalomstangen platziert waren. Es schien, als wäre Gwen heute besonders kreativ gewesen und das Jojo dies nicht passte, brachte sie mit einem passenden Fluch zum Ausdruck. Bei der dritten Stange musste sie zweimal ran, denn sie hatte den Ring beim ersten Mal nicht zu fassen bekommen. Als sie zurück zur Startlinie kam, konnte ich los und die gleiche Aufgabe bestreiten. Dieses Mal klappte es problemlos, Paint it Black ließ sich bei den Stangen gut zurücknehmen, sodass ich die Ringe problemlos schnappen konnte. Ich konnte förmlich spüren wie Jojos Augen rollte, schließlich zeigte sich gerade der Sohn ihres Hengstes besser als dieser selbst und das passte ihrem Ego nicht so richtig.

    Schließlich war nur noch eine Aufgabe übrig, bei der vor allem Gleichgewicht gefragt war. Ich erinnerte mich kurz an die zwei Gläser Sekt und den Schluck Pfeffi, die wir auf dem Abreiteplatz gekippt hatten und Jojo anscheinend auch, wenn ich ihren begeisterten Gesichtsausdruck richtig deutete.

    Wieder hieß es absteigen und wieder fluchte Jojo. Doch tatsächlich meisterte sie ihre Aufgabe bravurös und hüpfte gekonnt von Eimer zu Eimer. Beim letzten setzte sie sogar noch eine Drehung obendrauf, was ihr einen extra Applaus einbrachte. Als sie sich zu mir umdrehte, hatte sie diesen fiesen Blick drauf. Wie als wollte sie, dass ich mit dem Gesicht im Sand landete.

    Ich atmete tief ein, klopfte noch einmal Paint it Blacks Hals, welcher zwangläufig mitmusste, und sprang dann auf den ersten Eimer. Um auf Nummer sicher zu gehen, wartete ich immer kurz, bevor ich weiter schritt, denn die Eimer wackelten hin und wieder doch ganz gut. Siegessicher sprang ich vom letzten Eimer und grinste Jojo blöd an. Leider hatte ich die Rechnung nicht mit Paint it Black gemacht, der letzten Endes den Eimer mit seiner Schnauze umwarf, was uns zum Glück aber nicht als Minuspunkt angerechnet wurde.

    „Das hat wirklich Spaß ge-“ „Nein, Elena. Nein, hat es nicht.“

    Jojo war fies, wie immer. Doch Gwen und ich wussten, dass es ihr tief im Innern doch Spaß gemacht hat, auch wenn sie das nicht zugeben wollte.

    [4366 Zeichen mit Leerzeichen; lettercount.com]
     
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  5. Canyon

    Canyon Bekanntes Mitglied

    Bracelet mit Batman's Rendezvous
    &
    Canyon mit Ghostly Phenomenon

    „Hahahahaha“, Charly brach in schallendes Gelächter aus und für einen kurzen Moment entgleisten mir meine Gesichtszüge. Nach nur wenigen Sekunden war jedoch jede Partie meines Gesichtes wieder genau am richtigen Platz und ein ruhiges Grinsen lag mir auf meinen Lippen. „Nicht dein Ernst? Ausgerechnet DU nimmst an einem Partner-Reiterspiel teil? Du schaffst es doch noch nicht mal, mit mir einen Apfel zu teilen, wie hoch sollen da bitteschön deine Gewinnchancen bei so etwas sein? Apropos, warum hast du Brace zu erst gefragt und nicht mich?!“
    Ich legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Keine Angst, Hase, du darfst uns natürlich begleiten.“ ich blinzelte ihr zu und wandte mich dann zum Gehen. „Du wirst schon sehen, ich rock‘ das Teil!“

    Ich hatte mich mit Brace, welche ich bereits schon länger nicht mehr gesehen hatte, gleich vor Ort verabredet, da wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen würden. Egal was Charly sagte, das Reiterspieldingens war gleich ein guter Grund, eine alte Freundin mal wieder zu sehen. Anscheinend vermutete nur jeder hinter meinen Handlungen gleich einen schelmischen Part. Komisch, das konnte ich mir gar nicht erklären.
    Charly hatte mich wirklich begleitet und gleich noch im Tragetuch Bartholomäus mitgeschleppt. Sie meinte, dass er so schon frühzeitig lernen würde, dass sein Vater manchmal sinnlose und unnütze Dinge tat. Ich fand es in der Hinsicht praktisch, dass ich meiner kleinen Familie so beweisen konnte, dass das alles gut durchdacht war.
    Natürlich hatte Charly auch die Pferdewahl nicht als gut empfunden, da allerdings auch Brace mit einem ähnlichen Pferd anreisen würde, sah ich darin kein Problem. Phenomenon war zwar jung, aber eines hatte er mit mir gemeinsam: Er war ziemlich talentiert und cool. Etwas eingeschüchtert, ich gab es nur ungerne zu, war er trotzdem, als er den riesigen Batman sah, welcher ihn um einiges überragte. Brace freute sich wie immer riesig uns zu sehen und nach dem üblichen Begrüßungsgeplänker begannen wir mit den Vorbereitungen. Als ich meinen Blick über die anderen Teilnehmer schweifen ließ, fiel mir auf, dass viele von ihnen anscheinend auch vom Aussehen her punkten wollten und in voller Uniform mit vollkommen gleicher Ausrüstung bei beiden Pferden und Reitern auftauchten. Mein Blick schnippte zurück zu Phenomenon, welcher einen Mix aus hellblauer Satteldecke, braunem Leder und gelben Bandagen trug. Ich sah natürlich gut aus, keine Frage, aber passend? Mhm… Leider war auch Batman nicht auf meinen Hengst abgestimmt. Zum Glück schien Brace das nicht zu stören. Wir würden die Richter eben mit unseren überragenden Leistungen überzeugen, da war ich mir sicher.

    Kurz vor Beginn schwang ich mich in den Sattel und wärmte Phenomenon auf einem nahen Platz auf. Brace saß bereits einiges länger auf ihrem Hengst, ich hatte es jedoch nicht für nötig empfunden, mir und natürlich Phenomenon so viel früher Stress zu bereiten und machte es wie immer kurz vor knapp. „Bis es irgendwann schief geht!“ Hatte Charly wie immer gesagt. Ein breites Grinsen war meine Antwort gewesen.
    Nun war es jedoch soweit. Wir hatten Startnummer auf den Rücken gesteckt bekommen und standen nun am Tor zu einem weitläufigen Platz, welcher mit so einigen Dingen zugestellt war. Brace überragte mich mit ihrem riesigen Teil um einiges und blöderweise war auch sie nicht gerade klein. Eher groß. Ziemlich groß.
    Wir hatten uns ausgemacht, dass ich beginnen würde. Phenomenon war einfach dafür geschaffen, vorneweg zu laufen, und da es Brace und Batman sowieso vollkommen egal war, gab es darüber keine weiteren Diskussionen. Als der unförmige Klang der Tröte erschallte, ließ ich Phenomenon antraben und machte das, was ich so liebte: Reiten. Die Pferde waren es gewesen, welche mir vor einiger Zeit zurück auf die Bahn gestoßen hatten und nun wusste ich endlich, wo mein Platz im Leben war. Genau hier, auf dem Rücken eines der großartigsten Pferde der Geschichte.
    Der Slalom hatte ziemlich eng und lang ausgesehen, jedoch verlor ich jedes Verständnis für Raum und Zeit und hatte nur noch das Ziel vor Augen. Links um die Stange, rechts um die Stange und wieder linksherum. Ich war erstaunt, dass wir den Hinweg so schnell und fehlerlos überstanden hatten, parierte meinen Hengst kurz durch und machte das Ganze noch einmal. Auch wenn Phenomenon nicht so aussah, aber in dem Jungspund steckte all die Eleganz und die Energie, welche ich so an Pferden liebte.
    Kurz vor Batman kam ich zum Stehen und gab Brace das Zeichen zum Start. Natürlich schaffte auch sie es, immerhin war sie eine großartige Reiterin und ihr Hengst schien ihr vollkommen verfallen zu sein, denn er reagierte fließend auf jede ihrer Hilfen und auch wenn er etwas langsamer den Slalom durchquerte, war ich jedoch zufrieden mit dem Gesamtergebnis. Phenomenon hatte zum Glück eine kurze Pause gehabt, denn sobald Brace wieder neben mir stand, ging es bereits zur nächsten Aufgabe.
    Ich hätte mir definitiv den Flyer genauer durchlesen müssen, denn an diese Aufgabe erinnerte ich mich nicht mehr. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich hier nie und nimmer angemeldet. Jetzt war es allerdings zu spät und Brace steckte voller Tatendrang. Sie hatte den Sattel bereits verlassen und war mit einem Bein in den fauligen Kartoffelsack gestiegen, welcher am Boden gelegen hatte. Ich seufzte, folgte dann jedoch ihrem Beispiel und hoffte nur, dass es schnell zu Ende gehen würde. Am Platzrand sah ich Charly stehen, welche mir breit zu grinste und dann mit ihrem Handy ein Bild nach dem anderen Schoss. Ich knurrte. Der würde ich es schon zeigen!
    Bereits zur Kinderzeit hatte ich dieses Spiel immer gekonnt vermieden, ich konnte es nicht fassen, dass ich bei einem Reiterspiel Sackhüpfen musste und dann auch noch zusammen mit jemanden anderen, es war der pure Albtraum! Im Nachhinein musste ich dann zugeben, dass ich mich vielleicht etwas in die Situation hinein gesteigert hatte, denn im Endeffekt war es doch nur halb so schlimm und immerhin hatte ich damit Charly zum Lachen bringen können. Ich musste es jetzt nur noch schaffen, diese verfluchten Bilder von ihrem Handy zu löschen, bevor sie es an alle Freunde schicken konnte.
    Bei der nächsten Aufgabe hatte ich definitiv den Vorteil. Mein Pferd war etwas kleiner und so würde es mir leichter fallen, die recht weit unten liegenden Ringe von den Stangen zu bekommen. Brace tat mir Leid, keine Frage, aber desto mehr freute ich mich, dass Phenomenon nicht so ein Riese war.
    Wieder würde ich beginnen. Von einem Helfer bekam ich, sobald ich im Sattel saß, einen Ringstecher gereicht und kurz darauf ritt ich flott auf die erste Stange zu. Es war, wie ich fluchend bemerkte, doch schwerer als erwartet und nachdem mir die ersten Ringe immer wieder von der Stange gerutscht waren, nahm ich etwas an Tempo raus und versuchte die Aufgabe ruhiger und gewissenhafter vorzuführen. Mit zusammengebissenen Zähnen sammelte ich, Stück für Stück die Ringe von den vier Stangen und lenkte Phenomenon dann, vielleicht etwas zu grob, zurück zu Brace. Diese lächelte mir dann kurz aufmunternd zu und begann selbst die Aufgabe. Ich hatte bei meiner Einschätzung nicht bedacht, dass Brace zwar auf einem großen Pferd saß, aber dafür dreimal so gelenkig und geschickt war, wie ich es war. Sie machte keinen einzigen Fehler und lenkte ihren Schecken ruhig und mit sicherer Hand von einer Slalomstange zur nächsten. Auch ich sah ein, dass Brace ziemlich gut war, ziemlich.
    Bei der letzten Aufgabe wartete nur noch ein Fußpart auf uns. Wieder musste ich absteigen und mit Phenomenon an der Hand, über umgestülpte Futtereimer marschieren. Mein Gleichgewicht war unschlagbar, das wusste ich selbst, aber Phenomenon mochte keine Eimer, vor allem keine hellgrünen und während ich versuchte nicht von meinem Hengst von den Eimern gezogen zu werden, war sein einziges Problem, dass grün ihm nicht gefiel! Vorhin hatte ich mein Heiligtum zum Himmel gelobt und nun schien er der Grund zu sein, warum nun alles schief laufen würde. Ein paar versprochene Leckerlis und eine Portion extra Möhren schienen jedenfalls etwas zu helfen und mehr gestolpert und gehetzt anstatt elegant überwand ich alle Eimer. Ich war glücklich, dass ich noch mit dem Leben davon gekommen war.
    Was hatten wir für ein Glück, dass der Engel Brace fast über die Eimer hinweg schwebte und auch noch ihr Hengst ein wunderschönes Bild abgab. Immerhin beendeten wir dann unsere Vorstellung ziemlich gut. Gemeinsam verließen wir beide mit unseren Pferden den Platz und gingen zurück zu unseren Wagen. Brace lobte mich für den guten Ritt und tat es ihr gleich. Charlys starrender Blick ließ mir da einfach keine andere Möglichkeit.

    „Weißt du, ich finde, das sollten wir öfter machen.“ Nachdem Brace mit ihrem Hengst gegangen war, half mir Charly beim Absatteln von Phenomenon und nutzte dabei natürlich gleich die Chance, den Ritt zu kommentieren. „Ich hätte nicht geglaubt, dass das wirklich so viel Spaß macht, aber das war ja der Wahnsinn!“
    „Haha.“ Ich lachte trocken und zog meinem Hengst den Sattel vom Rücken. „Wirklich sehr witzig.“

    Am Ende des Tages, nachdem die Pferde versorgt waren, trafen Charly, Bart und ich uns wieder mit Brace und warteten dann auf einer freien Bank zusammen auf die Ergebnisse. Fröhlich erzählte Brace uns von den neuesten Geschehnissen und auch Charly berichtete ihrer Freundin den neuesten Klatsch und Tratsch. Ich hingegen hatte den kleinen Bart auf meinem Schoß und ließ meinen Blick in die Ferne schweifen. Ich hoffte, dass ich trotz einigen Fehlern heute meinen Sohn Stolz gemacht hatte, oder mindestens, dass er etwas zu lachen gehabt hatte. Selbst dann wäre es in Ordnung. In Gedanken gab ich zu, dass es heute ziemlich viel Spaß gemacht hatte und das es gut getan hatte, auch wenn ich Sackhüpfen noch immer nicht leiden konnte.
     
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  6. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    Abstimmung da! Sie geht bis zum 28. März 2017 um 21:10 Uhr!
     
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