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[RS 47] Freiheitsdressur

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Gwen, 6 Sep. 2015.

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Diese Umfrage wurde geschlossen: 7 Okt. 2015
  1. Quixoticelixer

    35,3%
  2. Gwynbleidd

    11,8%
  3. Feline

    11,8%
  4. Ravi

    41,2%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

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    Regelwerk
    - Ihr dürft mit Pferden oder Ponys teilnehmen (Fohlen ausgeschlossen)
    - Der Text darf maximal 5000 Zeichen lang sein (mit und ohne Leerzeichen möglich)
    - Der Steckbrief muss gespoilert oder verlinkt sein
    - Bitte nur fertige Teilnahmen einfügen
    - Das übliche Startgeld von 2 Joellen geht an mich (Gwen) Teilnahmegrund: RS 47
    - Wer bettelt wird von der weiteren Teilnahme disqualifiziert. Bitte etwaige Absichten bitte mit Screen an mich per PN schicken.
    - Wer sich nicht an die Regeln hält wird von mir ohne Vorwarnung und ohne große Diskussion disqualifiziert!
    - Abstimmungen werden regulär gehalten. Das heißt, ihr müsst bis zu einem bestimmtem Datum die höchste Stimmzahl haben!
    - Bei Fragen einfach Nachricht an mich (Gwen) schreiben
    - Zu gewinnen gibt es: Einen GHP-Pokall und eine Stufenerhöhung im Bereich Wendigkeit (kann nicht von Trainern erhöht werden!)

    Aufgaben
    Hier ist die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd gefragt, ohne jegliche Ausrüstung. Das Pferd darf dabei nicht berührt werden.
    Es wird vom Boden aus gearbeitet. Erlaubtes Equipment ist eine lange Dressurgerte.

    1. Als Einstieg, Pferd über Trabstangen schicken, ohne selbst darüber zu laufen.
    2. Ein Stangen-L durchlaufen.
    3. Eine Pferdelänge rückwärts richten.
    4. Zeigt eine Vorhandwendung.
    5. Demonstriert Schenkelweichen.
    6. Über eine Plane, dann durch einen Flatterbandvorhang schicken. Beides darf man selbst nicht über-/durchgehen.

    Zubehör- und Bewegungsbilder sind erlaubt, dürfen aber erst unter dem Text eingefügt werden.
    Ich wünsche euch viel Spaß und freue mich auf eine rege Teilnahme!
    Liebe Grüße,
    eure Gwen
     
    Veija, uniicorn, Ravenna und 2 anderen gefällt das.
  2. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Juli Mayers mit
    Quixoticelixer


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    name: Quixoticelixer
    nickname: Q, Quixo

    age/place of birth:
    9 years; Hof, Germany

    sire/dam: Quiero / Fadala vom Emmenhof

    gender: stallion
    ___________________________________________________________________________

    breed: Lewitzer

    coat: silver smoky grullo
    genotype: aa EE Dd CrCr Zz

    height:
    142cm

    ___________________________________________________________________________

    character traits/biography: submissive; calm; patient

    Dass Quixoticelixer ein wahrer Zungenbrecher ist, dem waren sich die Züchter durchaus bewusst. Trotzdem wählten sie den Namen - ein besonderer, exotischer Name für ein besonderes, exotisches Pferd. Denn Quixoticelixer - oder Quixo, wie er meist genannt wird - ist nicht nur ein wahrer Hingucker was die äußerst seltene Fellfarbe für einen Lewitzer angeht, auch vom Wesen lässt nichts daran erinnern, dass man einen ausgewachsenen Hengst vor sich stehen hat. Er integriert sich perfekt in jede Herde, egal ob mit Wallachen oder Hengsten, da er sich ziemlich schnell unterwirft. Sowohl auf der Weide als auch im Viereck ist er ein absolutes Verlasspferd und entspricht charakterlich somit dem totalen Zuchtideal. Durch sein ruhiges Gemüt eignet er sich besonders gut für den Dressursport und sollte dort dementsprechend gefördert werden. Aber was wäre ein helles Pferd nicht ohne den gelegentlichen Matschspritzer? Und diese bekommt man natürlich am ehesten auf der Geländestrecke. So ist Quixo ein wahres Allrounderpferd - und auch für faule, heiße Sonntage, an denen man nicht mal ans Reiten denken möchte ist er gemacht. Denn vor der Kutsche ist er genauso entspannt wie unterm Sattel.
    Es gibt nur ein Problem, mit dem man rechnen muss: nicht in jedem Land sind Lewitzer, die außergewöhnliche Fellfarben tragen, zur Zucht zugelassen. Es wäre natürlich schade, sollte er seine Gene und auch seinen Charakter nicht weitervererben dürfen, doch egal ob mit oder ohne Körungsschleife, Quixoticelixer bleibt ein Freund fürs Leben.
    ___________________________________________________________________________

    training: dressage L; jumping E; military E; driving: E

    specialty: dressage

    breeding confirmation: [✗]

    competitions:


    ___________________________________________________________________________

    last vet check up: 06/25/15
    last farrier check up:
    ___________________________________________________________________________

    owner: Juli Mayers (Rhapsody)
    artist (+vkr):
    kira
    ___________________________________________________________________________

    png - offizieller Hintergrund - zubehör

    ***
    Die Freiheitsdressur

    „Komm, ist doch nicht so, als müsstest du dich irgendwie anstrengen,“ sagte Elena, während sie durch ein Magazin blätterte. „Das meiste macht doch eh Q.“
    Naja, ganz unrecht hatte sie nicht. Immerhin war er es, der die Aufgaben ausführen musste und in den letzten Wochen hatte er durchaus bewiesen, dass er das konnte. Für so etwas war er zu haben; konzentriert hatte er mitgearbeitet, gelernt und er hatte mehr Spaß dabei gehabt, als Para, mit dem ich es zuerst probiert hatte. Quixoticelixer war auch der einzige meiner Hengste, der sich von dem lockeren Strick um seinen Hals nicht stören ließ. Alles in einem standen die Chancen, uns nicht zu blamieren, ganz gut. Trotzdem hatte ich, genau wie bei jeder anderen Prüfung, Lampenfieber – im Training hatte es so gut geklappt, was, wenn es dafür heute richtig schief lief? Was, wenn heute der Tag ist, an dem Cthulhu die Erde angreift und uns alle ins Verderben stürzt?!
    „Das ist dein Cthulhu-wird-uns-alle-killen-Gesicht. Cthulhu wird uns nicht killen,“ kam von Elisa, die ausnahmsweise ein wenig aufmerksamer war als Elena. Auch Gwen war heute dabei und bandagierte meinem Grullohengst gerade die Beine. Und wenn meine Augen noch funktionierten, unterdrückte sie ein Lachen. „Gwen wird als erstes gefressen,“ meinte ich grummelig und sah auf die Uhr. „Ich glaub, ich sollte langsam gehen.“
    „Hals und Beinbruch.“ – „Wird schon schief gehen.“ – „Nicht mal Cthulhu kann dir die Show stehlen!“
    „Das werden wir mal sehen,“ murmelte ich, als ich mich mit Q auf den Weg zur Arena machte.
    Die Minuten, die wir noch auf unseren Ausruf warten mussten, verbrachte ich noch einmal mit den geforderten Aufgaben, während Q die Ruhe selbst war. Dann klingelte die Glocke.
    Im Trab kamen wir in den Ring, verfielen dann wieder in einen gemütlichen Schritt, ehe wie in der Mitte des Vierecks stehen blieben. Mit einer Handbewegung, die wohl eher auf ein Hip Hop Konzert gehörte, gab ich Q das Signal zum Nicken. Danach grüßte ich noch die Richter, dann begann es wirklich.
    Wie ein Hund folgte mir der Hengst auf die Trabstangen zu. Wieder war es nur eine Handbewegung, diesmal eher ein Wegweiser, und locker trabte der er über die Stangen – kein einziger Huf berührte die Stange und wie ein geölter Blitz tanzte er darüber, nur, um auf der anderen Seite wieder von mir empfangen zu werden.
    Das nächste „Hindernis“ war ein Stangen-L. Das konnte ein wenig tricky werden; im Training war das wohl das einzige, was nicht jedes Mal geklappt hatte. Deswegen musste ich eine gesunde Balance zwischen Antreiben, damit Q nicht stehen blieb, und Zurückhalten, damit er die Kurve schaffte und nicht plötzlich antrabte, finden – und mir fiel ein Stein vom Herzen, als er wieder draußen war. Zu gerne wäre ich ihm um den Hals gefallen, aber wir hatten ja noch Aufgaben zu erledigen. Wie zum Beispiel das Rückwärtsrichten.
    Wir entfernten uns ein wenig von den gefährlichen Stangen, die Quixo als Dressurpferd nicht geheuer waren, dann stellte ich mich vor den Hengst und tippte ihn zweimal mit der Gerte an. Normalerweise sollte das kein Problem sein, doch vor allem beim Rückwärtsrichten war Q immer viel zu schnell gewesen, woraufhin ich immer Angst hatte, er würde sich irgendwie verletzen. Dass es jetzt auch ein bisschen zu schnell war fiel aber bestimmt keinem auf; eine Pferdelänge gingen wir rückwärts, dann konnte ich auch diese Aufgabe von meiner mentalen Liste abhaken.
    Mit einer Handbewegung gab ich ihm zu Verstehen, dass er stehen bleiben sollte. Dann tippte ich ihn über dem hinteren Sprunggelenk an, woraufhin er einen Schritt zur Seite machte. Schritt für Schritt wiederholten wir das, bis wir einmal ganz rum waren – und noch eine Aufgabe war geschafft. Am Himmel war noch nichts von einer riesigen teils-Mensch-teils-Tintenfisch-Kreatur zu sehen, und uns standen nur noch zwei Aufgaben bevor: das Schenkelweichen und zwei Lektionen aus dem Trail.
    Schenkelweichen stellte natürlich kein Problem dar; ich stellte mich neben den Hengst, brachte ihn – ohne ihn zu berühren, natürlich – in die richtige Stellung und tippte ihn dann mehrmals an der Schulter an. Wie das erfahrene Dressurpferd, das er ja immerhin war, kreuzte und entkreuzte er die Beine, bis wir wieder auf dem Hufschlag waren. Jetzt waren wir so gut wie fertig. Im Trab ging es noch in Richtung Plane und Flatterbandvorhang. Unerschrocken und erfahren, wie er war, ging Q sofort auf die blaue Knitterplane zu, sobald ich ihm das Kommando gab. Ihn störte das Geknistere nicht, er ging einfach ganz darüber und blieb schließlich sogar noch ganz entspannt unter dem Flatterbandvorhang stehen.
    Zu guter Letzt stellten wir uns wieder in der Mitte der Arena auf und grüßten die Richter ein letztes Mal – diesmal ließ ich Quixo aber mit dem Bein scharren. Beim Verlassen der Bahn hörte ich zum ersten Mal wieder etwas – nämlich den Applaus des Publikums.
    Die einzige, die mich empfang, war Gwen – mit einem breiten Lächeln. „Ihr wart super!“ rief sie und umarmte erst Quixo, dann mich. „So super!“

    [5000 Zeichen, geprüft mit lettercount.com]

    ***

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  3. vampyrin

    vampyrin Staatl. geprüfter Wurfbibelschmeißer

    Hans-Joachim mit Gwynbleidd
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    „Komm schon Wölfchen, die schlagen wir doch locker!“, flüsterte ich dem großen, weißen Hengst zu, der unruhig neben mir herumtänzelte und tätschelte ihm beruhigend den muskulösen Hals.

    „Mensch Hansi, wo hast du deinen Kopf schon wieder?!“, hörte ich Kathis strafende Stimme hinter mir, kurz bevor das Ende der Gerte mir etwas zu unsanft in den Rücken piekste. Auf meinen strafenden Blick hin lachte sie nur ausgelassen. Ich hasse es, wenn sie das macht. Missmutig riss ihr die Gerte aus der Hand. „Ich wollte sie gar nicht mitnehmen, Gwynn kann alles auf minimale Handzeichen!“, fuhr ich sie an. „Gwynn ist nervös und du bist es auch, ganz egal was du mir wieder weismachen willst. Nimm sie mit und sei es nur als Notlösung. Und jetzt wünsche ich euch viel Glück und blamiert euch nicht.“, grinste sie, klopfte mir auf die Schulter, fuhr Gwynn nochmal durch die Mähne und zog sich dann Richtung Tribüne zurück.
    „Jetzt hat sie deine Mähne wieder total durcheinander gebracht.“, murrte ich und zupfte die schneeweißen Strähnchen zurecht. Natürlich hatte sie mal wieder Recht behalten, die Gerte hatte ich tatsächlich für den Notfall mitnehmen wollen, weil alle Übungen wohl doch noch nicht ganz hundertprozentig saßen, aber das würde ich sicher nicht zugeben. Und trotz allem hörte der weiße Wolf so oder so am besten auf mich, also war es nicht ganz gelogen. Versuchte ich mir zumindest einzureden.

    „Und als nächstes beehren uns mit ihrem Auftritt Hans-Joachim Viklund mit seinem Berberhengst Gwi –„, ein kurzes Zögern war zu hören, „Gwinnblaid“.
    „Naja, fast“, murmelte ich etwas verärgert. „So schwer ist der Name doch auch nicht.. Na komm Wölfchen, wir sind dran.“

    Bereits im Laufen zog ich dem Schimmel das Halfter vom Kopf, sodass er vollkommen frei die Halle betrat. Kaum, dass er die ‚Menge‘, wie ich es jetzt mal nett ausdrücke, sah, richtete er sich auf und stapfte stolz neben mir her. „Alter Wichtigtuer“, grinste ich und schnalzte leise um seine Aufmerksamkeit wieder auf mich zu richten.
    „Komm, hör auf anzugeben und beweg deinen Hintern über die Stangen.“, murmelte ich und wies ihn mit einer kaum sichtbaren Handbewegung an, in den Trab zu wechseln. „Wäre schön wenn du auch zuhause mal so einen Eifer an den Tag legen würdest“, schnaufte ich, nachdem ich wieder aufgeholt hatte. Gwynn war mit weit ausgreifenden Schritten über die Stangen geschwebt, sodass ich doch etwas Mühe hatte mitzuhalten.
    „Haaaaalt“, sagte ich gedehnt und der Schimmel kam neben mir zum Stehen. Ich brauchte einen kurzen Moment um mich zu orientieren, doch glücklicherweise fiel mir unsere nächste Aufgabe doch recht zügig wieder ein. Das Stangen-L, stimmt. Wieder ein Schnalzen und der Hengst reckte den Kopf und sah mich an. „Na komm.“, forderte ich ihn auf und wies ihn an neben mir her zu gehen. Bisher klappte alles schon ziemlich vielversprechend. Der weiße Wolf hörte auf’s Wort und reagierte auf die kleinsten Handzeichen, was mich schon verdammt stolz machte. „Vorsicht!“, murmelte ich warnend, als ein Fuß ganz knapp vor der Stange in den Sand sank. „Gut, und jetzt vorwärts und latsch nicht noch auf die Stangen“, Der Hengst schnaubte ausgelassen und setze sich in Bewegung. „Sehr gut. Komm noch ein Stück. Und zuuuurück“. Mit dem Finger deutete ich auf seinen Brust und das schwere Tier setzte zurück.

    „Zum Glück hat Kathi mir die Gerte noch gegeben.“, gab ich zerknirscht zu, als Gwynn meine Aufforderung zur Vorhandwendung gekonnt ignorierte. Also tippte ich ihn leicht damit an, er überlegte noch kurz und zeigte dann die gewünschte Übung. Nicht ganz perfekt, aber für ein Nicht-Dressurpferd schon in Ordnung. Das Schenkelweichen wies ich lieber direkt mit der Gerte an, da widersetzte er sich gern, wenn er die Chance dazu hatte. Diesmal zum Glück nicht. Er drehte zwar missmutig die Ohren nach hinten, sobald er verstand was ich von ihm wollte, gehorchte aber. „Blöde Übung was? Bin ganz deiner Meinung, aber da müssen wir jetzt beide durch, sooo ist’s gut. Sehr schön“. Ich kraulte ihm kurz den Mähnenkamm, damit er gestärkt von Selbstvertrauen auf die nächste Aufgabe zugehen konnte. Planen und Flattervorhänge sind einfach eine doofe Erfindung. Gwynn war das Ganze nicht geheuer. Zuhause konnte er zwar inzwischen relativ gut damit umgehen, aber hier war’s dann doch etwas unheimlicher. Was für ein Glück, dass er sich inzwischen sehr stark an mir orientierte wenn er etwas fürchtete. Man sah fast wie er die Zähne zusammenbiss und losstapfte. Ich hatte zwar ein wenig Mühe ihn von mir wegzuschicken, weil er immer wieder zu mir wollte, doch letztlich war es geschafft. Nun noch der Flattervorhang, vor dem er kurz stehen blieb, dann aber eiligen Schrittes darunter durch huschte und zur Belohnung mehr als ausgiebig gelobt wurde.

    Draußen wurden wir bereits von der gesamten Hofmannschaft empfangen. Ich winkte zwar lässig ab, doch ich konnte nicht abstreiten, dass ich verdammt stolz auf mein kleines Wölfchen war.

    4.920 Zeichen (geprüft mit MS Word)
     
    Samarti und Gwen gefällt das.
  4. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    meine Teilnahme mit...
    Feline

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    Feline und ich wollten heute unter Beweis stellen, wie gut wir uns kannten. Beziehungsweise ich wollte das tun, denn Feli hatte schon den ganzen Morgen rätselhafterweise eine Schrumpelschnauze aufgesetzt. „Na Morgenmuffel? Haben wir uns immer noch nicht erholt von den Strapazen des Transporterfahrens?“, fragte ich schmunzelnd, als die Stute mit seitlich gestellten Ohren und einem aufgestützten Hinterhuf beim Putzen dastand. Ihre Augen begannen zu leuchten, als ich ein Karottenstück aus meiner Tasche hervorzauberte. Sie war eben doch leicht zu begeistern, zumindest wenn es um Futter ging. Ich hatte den Schweif der Stute zuhause eingeflochten, doch sie hatte ihn bei der Fahrt wohl wieder etwas aufgescheuert, denn die kürzeren, seitlichen Haare ragten wieder heraus. Ich improvisierte daher, indem ich die losen Strähnen wieder hineinstopfte, denn die Zeit reichte nicht mehr, um den ganzen Schweif neu zu flechten. Zufrieden betrachtete ich mein Resultat und löste anschliessend den Führstrick. Wir gingen zum Einwärmen kurz um das Turniergelände herum. Das hatte den netten Nebeneffekt, dass Feline in Ruhe alles ansehen konnte, sodass sie später nicht so abgelenkt sein würde. Feline trug noch ihr gepolstertes Stallhalfter, welches ich ihr nun auszog. Dann legte ich den Strick um ihren Hals und führte sie zum Sandviereck, das Halfter übergab ich Darren, der uns begleitet hatte.

    Wir wurden gerade aufgerufen, mussten jedoch noch warten, bis die vorherige Teilnehmerin ihr Pferd wieder eingefangen hatte. Sie wünschte mir im Vorbeigehen Glück und ich fragte mich insgeheim, ob es bei ihr wohl ein paar Patzer gegeben hatte. Dann ging es endlich los. Ich grüsste kurz die Richter, die wie das Publikum bereits gespannt warteten. Zunächst musste Feline über Trabstangen laufen. Dies war ein Kinderspiel für uns, denn die Stute sprang zuhause sogar freiwillig mit mir über kleine Hindernisse. Ich liess also den Strick von ihrem Hals gleiten und begann auffordernd zu Joggen. Einen Augenblick sah es so aus, als würde Feline nicht darauf eingehen und zu abgelenkt vom Publikum sein, doch ich schnalzte nochmals energisch, um ihre Konzentration schliesslich vollkommen auf mich zu ziehen. Sie trabte brav neben mir her und über die Stangen, an denen ich vorbeilief. Ich lobte sie mit der Stimme, dann liefen wir im Schritt auf das Stangen-L zu. Wieder lief ich nebenher und verlangsamte meinen Schritt, damit sie ebenfalls langsamer wurde, als es um die Ecke ging. Es klappte und sie senkte schön den Kopf um aufzupassen wo sie hintrat. Ich liess sie noch etwas mehr Abstand zum L gewinnen, dann gab ich ihr deutlich das Kommando ‚back‘, schnalzte im Takt zu ihren Schritten und ging langsam auf sie zu, ohne sie zu berühren. Sie reagierte prompt und lief zurück, leider nicht ganz gerade, was bestimmt etwas Abzug geben würde. Ich war trotzdem zufrieden und lockte sie wieder ein paar Tritte vorwärts bevor ich mich seitlich neben ihr platzierte und das Kommando zum Weichen gab. Das konnte sie sehr gut, fast zu gut. Ich musste nämlich immer aufpassen, dass sie nicht mehr als eine ganze Wendung machte. Ich hatte übrigens auf die Gerte verzichtet, die erlaubt gewesen wäre. Bei Feline empfand ich sie nämlich eher als störend, und auch die Criollostute lief deutlich entspannter ohne. Nun war es Zeit für das Schenkelweichen. Dazu positionierte ich mich wiederum seitlich des Schimmels und krebste, die eigenen Beine überkreuzend, auf sie zu. Dabei schnalzte ich wiederum. Die beiden Kommandos hatten den gewünschten Effekt, wie wir es im Training einstudiert hatten. Zuletzt kam der schwierigste Teil für uns zwei: die Plane mit dem anschliessenden Flattervorhang. Die Plane kannte Feline gut, die konnte man ihr auch ohne Probleme über den Rücken legen. Doch die vielen flatternden Bänder des Vorhangs waren ihr auch nach all dem Training noch nicht ganz geheuer gewesen. Wenn ich sie hindurchführte folgte sie mittlerweile ziemlich brav, doch ob sie es auch diesmal freiwillig machen würde? Ich beschloss, dass ich sowieso verloren hatte, wenn ich es nicht versuchte. Also lief ich wie zu Beginn neben ihr her und schickte sie so über die Plane, was, wie erwartet, kein grosses Thema war. Dann lief ich entschlossen weiter, doch Feline zögerte etwas. Einen Moment dachte ich, sie würde abdrehen und wir hätten ausgespielt. Doch zu meiner positiven Überraschung senkte sie den Kopf und legte die Ohren platt, als wollte sie drunter hindurchtauchen, dann lief sie im Trab hindurch, um gleich den Abstand zu mir wieder einzuholen. Ich lobte sie freudig und machte ihn so gut wie möglich klar, dass sie alles richtig gemacht hatte. Dann streifte ich ihr das Halfter über und führte sie ohne es zu schleissen nach draussen.

    Text by me, 4732 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft mit Lettercount.com
     
    Gwen gefällt das.
  5. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Verena O'Connor mit Ravi
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    Etwas betreten trat ich von einem auf das andere Bein. Ich wollte heute mit Ravi an der Freiheitsdressur teilnehmen. Was ich mir dabei gedacht hatte? Weiß ich nicht. Wir hatten kaum geübt und zudem würde Ravis alte Besitzerin da sein, weshalb ich mich noch mehr blamieren konnte, als ich es so schon tun würde. "Du packst das schon", versuchte Aaron mich aufzumuntern und bekam deshalb einen strafenden Blick von mir rübergeworden. "Ach ja, das sagt der, der Angst hatte mit Mento die Körung zu reiten, du bist mir einer..", sagte ich mit Nachdruck und klopfte Ravis Hals. Wir hatten sie gerade erst ausgeladen, so dass wir sie zunächst einmal gründlich putzen mussten, ehe wir ihr ein Showhalfter anzogen und sie dann angebunden am Hänger warten ließen, während wir die anderen Starter anschauen gingen. Juli hatte einen wunderschänen Lewitzer dabei, Hans- Joachim seinen weißen Wolf und Occulta ihre Feline, die ich schon von einem anderen Reiterspiel kannte und die nicht zu unterschätzen war. Alles in allem waren alle wirklich gut gewesen. Patzer passierten natürlich, das war aber auch nicht schlimm, da sie alle begnadete Reiter waren und wussten, wie sie das vertuschen konnten. Nun waren Ravi und ich an der Reihe. Aaron und ich gingen zum Hänger zurück und putzten noch einmal kurz über, lackierten die Hufe komplett schwarz, so wie es bei den Halter- Vorstellungen im Westernreiten immer war, ehe es dann auf den Platz ging. "Ravi mit Verena O'Connor", schallte es über den Platz und ich ging mit Ravi im Schlepptau einige Meter auf den Platz, ehe ich den Richtern zunickte und Ravi das Halfter samt Stick abnahm. Ich legte es auf den Boden und umklammerte meine lange Dressurgerte, die man hier benutzen durfte. Das erste Hindernis war noch leicht. Ravi sollte über Trabstangen laufen, ich daneben. "Komm Ravi", sagte ich und schnalzte ein paar Mal, ehe die Stute antrabte und neben mir her über die Stangen ging. Ich wollte mich schon freuen, da stieß sie an die letzte Stange dran. "Braav", sagte ich trotzdem, damit ich mir wieder ihre Aufmerksamkeit erarbeiten konnte, da sie die Ohren von mir weggedreht hatte. Das nächste war ein Stangen-L. Wir gingen im Trab weiter und ich hoffte inständig, dass der Parcours ein wenig an die Western-Pattern angelegt war, denn dort ging man immer im Schritt durch einen Stangen-L, weshalb ich vor den Stangen einmal leise "Eeeeaaasyyy" sagte und langsamer ging. Sofort wurde Ravi langsamer, so dass wir im Schritt durch das L gehen konnten. Also Ravi ging durch, ich ging neben ihr her. "Braav", sagte ich wieder leise und blieb mit einem etwas energischeren "Whoa" stehen. Whoa hieß whoa, da gab es keine Ausnahmen. Das lernten die Pferde sehr schnell auf der Gips Reminder Ranch, für die wir heute auch wieder starteten. Ich ging kurzerhand vor Ravi, ehe ich die Dressurgerte erhob und leise immer wieder "Whoa, whoa, whoa", sagte, bis sie langsam rückwärts ging. Als wir eine Pferdelänge zurückgegangen waren, nahm ich sofort die Gerte weg und verstummte. "Brav", lobte ich sie erneut, ehe wir die Vorhandwendung zeigen sollten, die Ravi zunächst falsch verstand. Sie begann damit, eine Hinterhandwendung zu machen, ehe ich energisch "Whoa", sagte und sie mich mit einem verdutzten Blick ansah. Ich stellte mich nun neben ihre Schulter und hielt die Gerte vor ihre Kruppe. Es war verboten das Pferd zu berühren, was mich gerade wirklich nervte. Doch Ravi verstand glücklicherweise und ging einmal im Kreis, ehe ich sie kurz mit der Stimme lobte und dann versuchte, sie ohne sie zu berühren zur Seite zu drücken, so dass wir Schenkelweichen zeigen konnten. Ravi, die mal wieder die Ruhe selbst war, sah es gar nicht ein, sich noch mehr zu bewegen. Erst als ich enerischer schnalzte, fing sie an sich zu bewegen und zur Seite zu gehen. "Brav", lobte ich sie schon wieder und es ging auf die Plane und den Flattervorhang zu, durch den sie ganz brav durchging. Ravi war eben ein Verlasspferd durch und durch- ausgenommen, sie sah eine Katze.
    Da wir fertig waren, nickte ich den Richtern zum Abschied zu und ging zu unserem Halfter zurück, welches ich Ravi dann auch wieder anzog. "Was ein Dickkopf", bekam ich von Aaron zu hören, als wir wieder beim Hänger waren. "Wer? Ravi oder ich?", fragte ich ihn und sah ihn fragend an. "Ihr beide."
    4292 Zeichen, by Veija, gezählt auf zeichenzähler.de



     
  6. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    Abstimmung da! Sie endet am 6. Oktober 2015 um 24:00 Uhr!​
     
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

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