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Reiterhof "Zu den Eichen"

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Andrena, 22 Aug. 2006.

  1. Andrena

    Andrena Guest

    So, ich hab dann auch mal eine Geschichte geschrieben. Allerdings ist sie noch nicht fertig. Das ist erst der Anfang. Sollten Mitglieder von Joelle entdeckten, das die Personen so heißen wie sie, das hat das nichts mit einem Zufall zu tun sondern ist von mir so beabsichtigt.
    Viel Spaß schonmal beim lesen.


    Wie so oft lehnte ich mit der Schulter bequem am Türrahmen der Sattelkammer und beobachtet, wie die Reitschüler durch den Stall wuselten. Die nächste Reitstunde ging in einer halben Stunde los und eigentlich war noch genug Zeit um die Pferde fertig zu machen, aber seitdem Herr Späh den Reiterhof abgegeben hatte, war nichts mehr wie zuvor. Der neue Besitzer, Herr Frank, wolle das die Pferde schon eine Viertelstunde vor der Reitstunde gesattelt und getrenst waren. Für das Ausmisten der Boxen gab es einen genauen Plan, den alle Pferdebesitzer einhalten mussten. Genauso verhielt es sich mit den Weiden, den Reithallen und den Plätzen. Wer sein Pferd nicht zur richtigen Zeit auf die Weide brachte oder ritt, hatte Pech gehabt. Viele Reitstallbesitzer hatten deshalb schon den Stall gewechselt und ich war mir sicher, dass es den Reiterhof „Zu den Eichen“ nicht mehr lange geben würde. Für die Reitschüler wäre es schrecklich. In der Näheren Umgebung gab es keinen anderen Reiterhof. Außerdem würden sie sich von den Reitschulpferden trennen müssen, die ihnen total ans Herz gewachsen waren. Deshalb blieben sie auch alle hier, obwohl es hier mittlerweile nur noch schwer zu ertragen war. Ich hatte auch meinen Grund hier zubleiben. Es waren sogar zwei Gründe. Einmal waren da Jimmy Blue, mein alter Norweger Wallach und Prim, das russische Warmblut von Herrn Späh. Prim hatte ich gerade 1 Jahr als Pflegepferd und so richtig kamen wir beide nicht miteinander klar. Der Fuchswallach war nicht gerade einfach zu reiten, aber nie würde ich ihn weggeben. Außerdem verließ sich Herr Späh da vollkommen auf mich. Er selber konnte sich nicht um sein Pferd kümmern, also übernahm ich das. Mit einem Seufzen wollte ich mich umdrehen und das Putzzeug von Prim holen, da hörte ich Hundebellen und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Es gab nur einen Hund hier im Stall. Das war Nigel, der Jack Russel Terrier unserer Reitlehrerin Martina. Und wirklich, gefolgt von zwei Mädchen betrat sie in diesem Moment den Stall. Als sie mich sah, winkte sie mich zu sich hin. Ich ging zu ihr und schaute mir dabei die beiden Mädchen an. Das eine Mädchen schätzte ich auf 13 Jahre. Es schaute sich interessiert im Stall um, während das andere, das ich auf 9 Jahre schätzte, schaute unsicher vor sich auf den Boden. Scheinbar fühlte sie sich hier überhaupt nicht wohl. Martina schaute mich an und sagte dann:
    ,,Annika, das sind Merle.“ Sie zeigte auf das ältere Mädchen. ,,Und Lilly.“ Sie zeigte auf das jüngere Mädchen. ,,Könntest du dich ein bisschen um die beiden kümmern? Sie sind zum ersten mal hier. Merle kannst du ohne Probleme auf ein Pferd setzten und auf den Reitplatz lassen, sie hat schon Erfahrung. Aber bei Lilly hast du bitte ein Auge drauf, okay?“
    Ich nickte und schaute die beiden an.
    ,,Hy.“ sagte ich gut gelaunt. ,,Ich bin Annika und wie Martina ja gerade gesagt hat jetzt eure Aufpasserin.“
    Die beiden nickten, wobei Merle mich anschaute, während Lilly weiter auf den Boden der Stallgasse schaute. Martina nickte mit zu, drehte sich um und verschwand die Stallgasse entlang.
    ,,Na dann kommt mal.“ sagte ich. ,,Mal schauen welche Pferde ich euch gebe.“
    ,,Ich will nicht reiten.“ sagte Lilly leise und schaute mich zum ersten mal an. Ich schaute zurück und kniete mich vor sie hin.
    ,,Warum denn nicht?“ fragte ich. ,,Ich versprech dir, du bekommst ein ganz liebes Pony.“
    ,,Ich will nicht reiten!“ wiederholte Lilly. Ich glaubte zu hören wie ihre Stimme zitterte. Also beschloss ich, erstmal Merle ein Pferd zu geben und mich dann wieder mit Lilly zu beschäftigen.
    ,,Kommt mit ihr beiden.“ sagte ich und ging vor ihnen in die Sattelkammer. Ich hörte, wie sie mit folgten. In der Sattelkammer zeigte ich auf den Tisch mit der gemütlichen Eckbank und meinte:
    ,,Setzt euch. Ich schau mal nach, welche Pferde ich euch aufdrücken kann.“
    Ich ging hinüber zu dem Buch, das auf der Fensterbank lag. Dort war genau eingetragen, welches Pferd für welche Reitstunde gebraucht wurde. Ich schlug es auf und überflog die Spalten.
    ,,Merle, hättest du was dagegen einen Isi zu reiten?“ fragte ich über die Schulter hinweg.
    ,,Nein überhaupt nicht.“ sagte Merle und tauchte plötzlich neben mir auf. ,,Kann er denn auch tölten? Also nicht das es mir so wichtig wäre, aber es würde mich schon interessieren.“
    Sie schaute mich offen an und ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen.
    ,,Unser Bjandýr ist ein perfekter Fünfgänger.“ sagte ich. ,,Du wirst mit ihm deinen Spaß haben.“
    Merle strahlte mich gerade zu an. Ich nickte zur Wand mit den Sätteln und Trensen hinüber und sagte:
    ,,Du kannst dir seinen Sattel und seine Trense schonmal nehmen und ihn soweit fertig machen. Geputzt ist er bereits, da musst du dir keine Sorgen drum machen. Er steht auf der vierten Box auf der linken Seite. Der Name steht auch an der Boxentür. Ich komm dann gleich nach.“
    Merle lächelte begeistert und ging zur Wand hinüber. Sie nahm sich den Sattel und die Trense, warf noch einen letzten Blick auf Lilly und verließ die Sattelkammer. Ich setzte mich Lilly gegenüber hin und schaute sie freundlich an.
    ,,Warum willst du nicht reiten?“ fragte ich sie freundlich. Lilly, die bisher auf ihre Hände gestarrt hatte, hob den Kopf und schaute mich an.
    ,,Weil ich nicht will.“ sagte sie leise. ,,Ich komme mit keinem Pferd klar. Sie buckeln immer und versuchen mich abzuwerfen.“
    ,,Das Pony das ich dir gebe wird ganz bestimmt nicht buckeln. Da kannst du mir vertrauen, ich kenne das Pferd sehr gut. Es ist mein eigenes.“
    Ich wollte ihr nicht sagen, das Jimmy Blue mich selber schon ein paar mal zu Boden befördert hatte. Vor allem am Anfang, als ich ihn gerade neu bekommen hatte. Aber jetzt, mit 16 Jahren war er ruhiger geworden und ich hatte schon öfter Anfänger auf ihn gesetzt. Lilly schaute mich an und schüttelte nur stumm den Kopf.
    ,,Warum schaust du ihn dir nicht einmal an? Du kannst dann ja immer noch entscheiden ob du ihn reiten willst oder nicht.“ schlug ich vor und stand auf.
    ,,Okay.“ sagte Lilly leise, stand ebenfalls auf und folgte mit durch den Stall. Ich ging zur Box von Jimmy und schob sie ein Stück auf, so das ich bequem hinein schlüpfen konnte. Ich nahm Lillys Hand und zog sie mit rein.
    ,,Das ist Jimmy Blue.“ sagte ich. Der Wallach hob den Kopf und wieherte leise als er mich sah. Ich merkte, wie Lillys Hand sich fester um meine schloss, als der Wallach ihr den Kopf zuwendete und die Ohren spitzte. Ganz leicht berührte er mit der Schnauze Lilly am Ärmel.
    ,,Du brauchst keine Angst vor ihm zu haben, er tut dir nichts.“ sagte ich beruhigend und fuhr Jimmy durch die kurze Stehmähne, die regelmäßig stutzte. Lilly schaute mich mit großen Augen, ließ meine Hand los und streckte sie vorsichtig Jimmy hin. Ganz ungeübt war sie mit Pferden nicht, das sah man. Der Wallach beschnupperte ihre Hand und vorsichtig strich sie ihm über die Nüstern.
    Ich überlegte kurz und kam dann auf eine Idee.
    ,,Weißt du was? Wir putzen Jimmy jetzt zusammen.“ schlug ich Lilly vor. ,,Dabei kannst du ihn noch besser kennen lernen. Und am besten hast du immer ein Leckerlie dabei. Liebe geht bekanntlich durch den Magen.“
    Zu meinem großen Erstaunen kicherte Lilly und für einen kurzen Moment strahlten ihre Augen. Ich klopfte ihr die Schulter und verließ die Box, ohne daran zu denken, das ich Lilly und Jimmy jetzt ja alleine ließ. Ich holte Jimmys Halfter, seinen Putzkasten und nahm auch noch gleich schnell seine Trense mit. Auf dem Weg zurück kam ich an der Box von Bjandýr vorbei. Merle kämpfte gerade mit dem Sattelgurt, der nicht zugehen wollte. Fast hätte ich gegrinst. Der Dunkelbraune hatte seine ganz eigenen kleinen Macken. Eine davon war sich mit Luft vollzupumpen, sobald der Sattel auf seinem Rücken lag.
    ,,Warte kurz, dann wird es gehen.“ sagte ich Merle. ,,Er hat sich mal wieder aufgepumpt.“
    Merle nickte und ließ den Sattelgurt wieder locker.
    ,,Macht er das immer?“ erkundigte sie sich.
    ,,Jep, macht er. Bisher konnte ihm das noch nicht abgewöhnt werden.“
    Merle schüttelte mit einem Grinsen den Kopf und ich ging weiter zu Jimmys Box. Lilly stand vor dem Wallach und strich ihm immer wieder über die Nüstern. Ich betrat die Box und sofort schreckte Lilly hoch.
    ,,Ihr scheint euch ja gut zu verstehen.“ sagte ich und hielt Lilly das Halfter hin. ,,Willst du ihn aufhalftern und nach draußen führen? Dann nehm ich den Putzkasten und die Trense.“
    Leicht zögerlich nahm Lilly das Halfter und betrachtet es eingehend, bevor sie sich Jimmy zuwendete und es ihm ohne Probleme überzog. Ich schob die Boxentür weit auf und trat zurück, damit Lilly den Wallach raus führen konnte. Zögerlich ging sie los. Wie erwartet folgte ihr der Norweger ohne Probleme. Ich beschloss mit Lilly und Jimmy auf einer der Plätze zu gehen, wo sie ihn dann auch putzen sollte. So konnte ich gleich noch ein Auge auf Merle haben.
    Auf dem Platz angekommen, band ich Jimmy an und sagte:
    ,,Ich bin gleich wieder da. Du kannst ja schonmal anfangen zu putzen. Hier, die Bürste nimmst du am besten.“
    Lilly nahm die Bürste entgegen, schaute mich kurz ein wenig verunsichert an und fing dann an Jimmy zu putzen. Ich eilte zum Stall zurück und schaute da nach Merle und ihrem Isi. Sie hatte es mittlerweile geschafft den Sattel zu zu bekommen.
    ,,Komm.“ sagte ich und schob die Boxentür ganz auf. Merle führte Bjandýr vor den Stall und folgte mir dann zu den Plätzen. Lilly war schon fleißig dabei Jimmy zu putzen und ich führte Merle auf den Platz daneben damit ich sie im Auge haben konnte.
    ,,Soll ich dir noch helfen?“ erkundigte ich mich bei ihr. Sie schüttelte den Kopf und sagte:
    ,,Nein danke, ich glaub ich bekomm das schon hin.“
    ,,Gut, sonst bin ich gleich nebenan.“
    Ich kletterte zwischen den Stangen hindurch, die den einen Reitplatz vom anderen trennten. Kaum war ich drüben, hörte ich jemanden meinen Namen rufen. Ich schaute zum Tor des Reitplatzes und sah dort Tabea. Sie ritt erst seid kurzem bei uns und ich kümmerte mich immer um sie. Da wir nur eine Reitlehrerin hatten, wurde es mit dem Reitunterricht oft zum Problem. Also übernahm ich hin und wieder ein paar von den total Anfängern. Tabea war kein totaler Anfänger mehr, aber trotzdem kümmerte ich mich noch gerne um sie. Vor allem kam sie klasse mit unserer Welsh-Pony Stute Florence klar,was nicht jeder schaffte. Die beiden hatten sich aber sofort auf anhieb verstanden und waren nun praktisch unzertrennlich.
    ,,Hy Tabea!“ rief ich und winkte ihr zu. Sie winkte zurück und kam dann mit Florence am Zügel auf mich zu.
    ,,Hast du heute Zeit für mich?“ erkundigte sie sich und schaute mich an. Nach einem kurzen überlegen nickte ich.
    ,,Ja, hab ich. Allerdings muss ich mich nebenbei noch um Lilly hier kümmern. Aber du kannst den Platz hier gerne mitbenutzen.“ sagte ich.
    ,,Danke.“ sagte Tabea und ging mit der Schimmelstute in den oberen Bereich der des Reitplatzes. Ich schaute noch kurz zu Merle und wendete mich dann wieder Lilly zu. Diese schien ganz in die Arbeit versunken zu sein. Mit gleichmäßigen Strichen führte sie die Bürste über das Fell von Jimmy, der vollkommen ruhig und entspannt da stand. Nachdem das Fell sauber war, half ich ihr beim Hufe auskratzen und trenste Jimmy dann schnell auf. Als die Trense saß, drehte ich mich zu Lilly um, die mich jetzt unsicher ansah.
    ,,Komm her.“ sagte ich. ,,Du musst wirklich keine Angst haben, du hast doch schon gemerkt das er ganz lieb ist.“
    Lilly nickte unsicher. Ich lächelte und schaute dann nach Merle, die nebenan im Tölt über die Bahn schwebte. Der Wallach und sie schienen sich wunderbar zu verstehen. Dann schaute ich zu Tabea, die Florence im ruhigen Trab auf dem Zirkel gehen ließ. Bei beiden war scheinbar alles in Ordnung, also wendete ich mich wieder Lilly zu, die immer noch unsicher neben Jimmy stand. Kurzerhand hob ich sie auf den Rücken des Wallachs. Mit großen Augen schaute sie erst mich an und dann auf den Hals des Wallachs.
    Ich nahm Jimmy an den Zügeln und führte ihn auf den zweiten Hufschlag.
    ,,Entspann dich.“ sagte ich zu Lilly. ,,Lass die Beine lang runter hängen und konzentrier dich auf die Bewegungen des Pferdes. Versuch mit zugehen.“
    Lilly lächelte mir verkrampft zu und so weit ich es sehen konnte, entspannte sie sich zumindest ein bisschen. Schonmal ein kleiner Erfolg. Jimmy trottet neben mir her und schnaubte ab und zu.
    ,,Tabea.“ rief ich. ,,Ganze Bahn und auf der äußeren Hand angaloppieren. Aber denk dran! Den inneren Schenkel drinnen lassen, damit sie nicht die Ecken abkürzt!“
    Tabea tat was ich ihr gesagt hatte. Als sie an uns vorbei galoppierte, spitzte mein Norweger nur einmal kurz die Ohren.
    Ich blieb gut eine Stunde mit den 3 Mädchen draußen auf dem Platz, dann beschloss ich mit ihnen noch kurz ins Gelände zu gehen. Kurzerhand schwang ich mich hinter Lilly auf Jimmys Rücken.
    ,,Hier, so musst du die Zügel halten.“ sagte ich und zeigte es ihr. Sie nahm die Zügel und starrte auf ihre Hände hinunter, als könne sie nicht glauben, das sie die Zügel wirklich in den Händen hielt.
    ,,Alles klar bei euch?“ erkundigte ich mich bei Tabea und Merle. Beide nickten gleichzeitig.
    ,,Gut, dann wollen wir mal.“
    Gerade als ich Jimmy mit einem leisen Schnalzen antreiben wollte, hörte ich jemanden pfeifen. Ich drehte den Kopf und entdecke Daria, ein Mädchen das schon fast 2 Jahre bei uns auf dem Hof ritt. Sie saß auf Skarlett, ihrer Holsteinerstute.
    ,,Kann ich mitkommen ins Gelände?“ fragte sie. Ihre Eltern sahen es nicht gerne wenn sie alleine ausritt, also nutzte sie jede Gelegenheit, wenn sie bei jemanden mitreiten konnte.
    ,,Natürlich.“ sagte ich und stellte die Mädchen schnell einander vor. Sie waren alle ungefähr im gleichen Alter und ich hoffte, das sie sich verstehen würden.
    Im langsamen Schritt ritten wir Richtung Wald. Lilly und ich auf Jimmy führten die kleine Gruppe an. Daria, Merle und Tabea ritten nebeneinander, soweit die Wege es zuließen. Nach einiger Zeit umfasste ich Lilly fester und ließ Jimmy antraben, der sofort in seinen typisch weichen Trab fiel. Die drei anderen Mädchen folgten sofort.
    ,,Ist alles okay?“ fragte ich Lilly leise. Sie antwortete, ebenso leise wie ich:
    ,,Ja, es ist alles okay.“
    Es schien wirklich so, als würde sie den Ritt genießen. Sie wirkte sichtlich entspannter als noch vorhin, die Hände ruhten über dem Wiederrist und sie ging gut in der Bewegung mit. Unwillkürlich musste ich an meinen ersten Ausritt denken. Es war auf einem kleinen sturen Shetty namens Kleopatra gewesen. Ich hatte so ziemlich den ganzen Ausritt damit verbracht sie daran zu hindern in das nächste Gebüsch zu rennen. Trotzdem war es ein tolles Gefühl gewesen.
    ,,Durchparieren zum Schritt!“ rief ich und hob die Hand, als der Weg plötzlich bergab führte. Ein Blick über die Schulter zeigte mir, das die drei Mädchen hinter mir zum Schritt wechselten und auch Jimmy wurde langsamer.
    Wir ritten nur eine kurze Runde durch den Wald, bevor wie zum Stall zurück kehrten. Von Tabea und Daria wusste ich, das sie ihre Pferde alleine versorgen konnten. Merle bot ich meine Hilfe an, aber sie lehnte ab. Also konnte ich mich in Ruhe um Lilly kümmern. Ich half ihr beim abtrensen von Jimmy. Nachdem alle Pferde versorgt waren, trafen wir uns in der Sattelkammer. Die Mädchen setzte sich an den Tisch und ich zog mir einen kleinen Schemel heran. Wir schwiegen alle, doch es war ein angenehmes und entspanntes Schweigen.
    Martina kam herein und ließ ihren Blick über uns schweifen.
    ,,Na, alle zufrieden?“ erkundigte sie sich.
    ,,Ja.“ kam es einstimmig im Chor zurück.
    ,,Sehr schön. Sag mal Annika, möchtest du nicht deine Reitlehrerlizenz machen? Dann kannst du dich auch offiziell um deine Schützlinge kümmern und musst nicht dauernd Angst haben das Herr Frank mal wieder einen kleinen Tobsuchtsanfall erleidet, weil du Reitunterricht gibst.“
    Ich wollte gerade den Mund aufmachen um was zu sagen, da schnitt Tabea mir das Wort ab.
    ,,Oh ja Annika, mach das bitte. Dann schimpft Herr Frank wirklich nicht mehr so viel und wir haben dich als Reitlehrerin.“
    Ich zuckte mit den Schultern und schaute zu Martina. Diese schaute aber nur ruhig zurück. Schließlich seufzte ich und sagte:
    ,,Okay, ich werd es machen. Genug Zeit für die die Schule, Jimmy und Prim werd ich wohl noch finden.“
    Beim Gedanken an den großen Russen drehte sich mir plötzlich der Magen um. Der musste heute ja auch noch bewegt werden. Wahrscheinlich würde es wieder eine mittelschwere Katastrophe werden. Angeblich sollte er ja L-Dressur und M-Springen gehen können. Davon hatte ich allerdings bisher noch nichts gemerkt. Leichte Dressuraufgaben bekamen wir vielleicht noch hin, aber beim Springen ging gar nichts mehr.


    Das durfte ich auch heute wieder feststellen. Lilly wurde von ihrem Vater abgeholt, versicherte Jimmy vorher aber noch, das sie ihn wieder besuchen kommen würde. Daria wollte sich noch um Skarlett kümmern und dann nach Hause fahren, da sie noch zu einem Geburtstag musste. Merle und Tabea blieben noch in der Sattelkammer sitzen und beschloss jetzt mit Prim in die Reithalle zu gehen. Denn Bewegung brauchte der Wallach Also holte ich mir den Putzkasten und das Halfter aus dem Sattelkammer. Tabea und Merle schauten auf, als ich eintrat.
    ,,Was hast du vor?“ fragte Tabea neugierig. ,,Willst du Prim reiten?“
    Ich nickte und schob mir das dunkle Lederhalfter über die Schulter. Mit einem leisen Seufzen betrachtet ich Prims Kandarenzaum, der ordentlich geputzt an der Wand hing. Am liebsten hätte ich mal ausprobiert wie Prim auf ein weicheres Gebiss reagierte, aber ich traute es mich nicht, da her Späh mir ausdrücklich gesagt hatte, ich sollte Prim nur mit Kandare reiten.
    ,,Dürfen wir zugucken?“ fragte Tabea und stand auf. Eigentlich mochte ich es nicht gerne wenn mir jemand beim Training mit Prim zuschaute, aber bei Tabea konnte ich einfach nicht ablehnen.
    ,,Na gut, ihr dürft zugucken. Könnt ja schonmal in die große Halle gehen und jedem, der rein will bescheid sagen, das ich mit Prim gleich da rein will.“ sagte ich. Tabea grinste und meinte dann:
    ,,Dann sind die anderen sofort aus der Halle raus.“
    ,,Ganz genau, deshalb sollt ihr ja auch schonmal vorgehen.“ meinte ich und ging zur Tür der Sattelkammer. Die beiden Mädchen folgte mir und ging sich unterhaltend die Stallgasse entlang, während ich zu Prims Box ging. Der Wallach hatte der Boxentür die Kruppe zugedreht und ein wenig verunsichert blieb ich stehen. Dann schob ich die Boxentür ein und trat ein. Sofort drehte sich Prim zu mir um, die Ohren dicht an den Kopf gelegt. Ohne mich davon beeindrucken zu lassen, streifte ihm das Halfter über und führte ihn vor den Stall. Dort band ich ihn an einer der Eisenstangen an und begann damit ihn zu putzen, was mal wieder zum Geduldsspiel wurde. Dauernd tänzelte er zur Seite weg, sobald ich ihn im mit der Bürste über das Fell fuhr. Sobald ich eines seiner Beine zum Hufe auskratzen anhob versuchte er nach mir zu schnappen oder zu treten. Schließlich gab ich genervt auf und holte seinen Sattel und die Kandare. Das aufsatteln ging erstaunlich gut von statten, doch kaum sah der Wallach die Kandare lagen die Ohren flach am Kopf und er riss am Strick.
    ,,Ruhig Prim.“ sagte ich, öffnete das Halfter und schob es ihm über den Hals. Dann streifte ich ihm die Trense über und schaffte es nach einem kurzen Kampf ihm das Gebiss und die Unterlegtrense ins Maul zu schieben. Ich nahm ihm das Halfter ab und führte ihn zur großen Reithalle, die wirklich vollkommen leer war. Merle und Tabea saßen auf der kleinen Tribüne und schaute zu mir hinüber. Ich hob kurz die Hand und führte Prim in die Mitte der Halle. Dort gurtete ich nach, ließ die Steigbügel runter und stellte einen Fuß in den Steigbügel. Kaum spürte Prim das, fing er an zur Seite wegzutänzeln. Davon ließ ich mich jedoch nicht beeindrucken, sondern schwang mich so schnell wie möglich in den Sattel, achtet aber darauf mich nicht einfach rein zu plumpsen zu lassen.
    Sofort nahm ich die Zügel auf und trieb Prim energisch vorwärts, was zur folge hatte, das er erstmal einen Satz nach vorne machte und dann wie angewurzelt stehen blieb. Ich versuchte es erneut und diesmal ging er zumindest los, auch wenn man es kaum als Schritt bezeichnen konnte. Es war mehr ein merkwürdiges zuckeln. Die Ohren spielten unruhig und immer wieder versuchte der Wallach mir die Zügel zu entziehen. Das Warmreiten war mehr ein Kampf darum auf dem Hufschlag zu bleiben als irgendetwas anderes. Eigentlich hatte es mir schon gereicht. Am liebsten hätte ich Prim jetzt einfach wieder zurück in die Box gestellt. Sonst gab ich eigentlich nicht so schnell auf, aber beim Thema Prim ging meine Laune sofort runter.
    Mit sehr viel Mühe bekam ich Prim dazu durch die ganze Bahn zu wechseln. Gerade wollte ich antraben, da hörte ich, wie die Tür der Reithalle aufging. Ich parierte Prim zum halten durch und schaute zur Tür der Reithalle. Dort stand Martina und hielt eine Trense in der Hand. Sie winkte mich zu sich her in die Mitte.
    ,,Ich hab hier etwas, womit du Prim vielleicht besser reiten kannst.“ sagte sie und hielt die Trense hoch. Als sie meinen verwirrten Blick bemerkte, sagte sie:
    ,,Das ist ein Bitless Bridle. Ich kann mir gut vorstellen, das Prim sich so aufführt, weil ihn die scharfe Trense stört. Außerdem solltest du versuchen ihn mit weicher Hand zu reiten. Erinnerst du dich an Turk? Bei dem durftest du die Zügel auch nie zu kurz nehmen, sondern musstest sie leicht durchhängen lassen, damit er gut ging. Möglicherweise musst du es bei Prim auch so machen. Ich denke, einen versuch ist es wert.“
    Ich nickte und ließ mich aus dem Sattel gleiten. Eilig nahm ich Martina das Bitless Bridle ab und hängte es mir über den Arm. Dann befreite ich Prim von seiner Kandare und legte ihm die neue Trense an. Der Wallach schien verwirrt zu sein, blieb aber ruhig. Ich stieg wieder in den Sattel. Zu meinem großen Erstaunen blieb Prim ruhig stehen. Sollte das auswechseln einer Trense schon so einen Erfolg haben? Scheinbar war es ja so, den Prim stand ganz ruhig, die Ohren gespitzt. Martina nahm die Kandare und trat ein paar Schritte zurück.
    ,,Nimm die Zügel locker auf. Nein, nicht so kurz wie bisher. Stell dir vor du hast wieder Turk unter dem Sattel. Genau, so ist es gut. Und jetzt Schritt.“
    Es war ungewohnt für mich wieder Befehle wie in einer Reitstunde zu bekommen, aber ich tat was Martina von mir verlangte. Leicht drückte ich Prim die Hacken in die Seite. Und siehe da, der Hengst ging brav los, den Kopf ein wenig gesenkt. Ich hätte in diesem Moment vor Freude weinen können. Ich wusste, wir standen noch ziemlich weit am Anfang, aber ein Schritt in die Richtige Richtung, den hatten wir beide schon gemacht.

    So, das es hier ja alles ziemlich unübersichtlich geworden ist, hab ich die geschichte jetzt auf eine Homepage gepackt. Weiterhin viel Spaß beim lesen!


     
  2. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    =) *freuz* ich darf nen Isi reiten ich darf nen isi reiten *hüpf* *boing* *blub* haste gaaaaanz toll gecshrieben bis jetzt *gg*. Is Sadi Daria oda is se noch ga nich dabei??
     
  3. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    Sadi ist Daria. hab gestern noch ihre antwort auf meine PN erhalten und konnte sie dann gleich einbauen.
    Jep, ich weiß ja wie sehr du Isis magst, da hab ich gedacht, darfst du in der Geschichte mal einen Isi reiten *gg*
     
  4. juli

    juli BE HAPPY!

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    Super Geschichte!
    Ist echt klasse! :top:
     
  5. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    hehe =) xD lölz...hättest mir ma Limbra untern hintern schieben müssen xD
     
  6. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    och, das kann ich ja noch machen *gg*
     
  7. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    xD hach watt...der isi den ich da hab is bestimmt auchn süßa =) aba Limbra wäre noch bessa :p aba falls du sie einbringst...nich vergessn das sie n dickkpf is^^
     
  8. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    keine sorge, daran werd ich dann denken. *gg*
    keine ahnung ob der isi den du hast ein süßa ist. ist ja nur ausgedacht. *gg* aber ich sag jetzt einfach mal das er es ist.
     
  9. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    ^^ der ha süß zu sei :p alleine weil ich den reite muss der ja schon süß sein *gg*
     
  10. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    okay, dann ist er süß. *gg*
     
  11. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    sag ich doch xD hehe^^
     
  12. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    *lol* der name von dem isi, den du in der geschichte reitest heißt übersetzt übrigens Bär. hab mir mal ne seite mit isländischen pferdenamen und deren bedeutung rausgesucht.
     
  13. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    ^^ jea...ich darf nen Bären reiten xD lol Limbra hat a keine bedeutung...is noch noichma isländisch denk ich :D
     
  14. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    also in der liste der namen hab ich den namen Limbra auch nicht gefunden. aber er ist auf alle fälle schön.
    ja, ich hab dich auf einen bären gesetzt. *gg*
    ist nur blöd den namen in der geschichte zu schreiben. ich kopier ihn dann immer und füg ihn ein *lol*
     
  15. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    ^^ faule nuss xD
     
  16. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    nichts faule nuss! der name schreibt sich so blöd xD. da sind mir die namen prim und jimmy blue erheblich lieber. *lol*
     
  17. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    ^^ denn pflanz mich ma m auf Limbra oda Frida oda Lukka^^
     
  18. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    okay. dann pflanz ich dich auf Limbra. dann kann der bär halt nicht mehr geritten werden und du bekommst limbra untergeschoben.
     
  19. Ricky

    Ricky Neues Mitglied

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    okey :D das is gut =) aba ich kann auch zwei reiten *gg*
     
  20. Andrena

    Andrena Guest

    AW: Reiterhof "Zu den Eichen"

    joa, das können wir auch machen.. mal sehen. Limbra bekommst du aber auf alle fälle! *gg*
     

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