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PFERDEHUF Info (Danie)

Dieses Thema im Forum "Hufschmied" wurde erstellt von Danie, 19 Aug. 2006.

  1. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Ob Dressur, Springen, Western, Sport- oder Freizeitreiten, für jede Nutzung sind korrekt gestellte Hufe die Grundlage für den "reibungslosen" Bewegungsablauf beim Pferd.

    Eine gestörte Hufbalance kann enorme Auswirkungen auf den Bewegungsapparat und das gesamte Wohlbefinden des Pferdes haben.
    Hufpflege und Hufbeschlag haben die Schaffung einer intakten Hufbalance sowie einer ausgewogenen Gliedmaßenstellung und -führung zum Ziel. Beim Einsatz von Hufschutz werden je nach Nutzung die Vor- und Nachteile der verschiedenen Hufschutzarten berücksichtigt.
     
  2. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Strahlfaeule

    Strahlfäule
    So vornehm Ihr Name klingt so unappetitlich sind Ihre Folgen. „Fuso-necrohori“ heißen die Erreger der Strahlfäule in korrektem Mediziner-Latein. Bevor die Spindelbakterien zu Krankmachern mutieren, machen Sie sich erst einmal nützlich. Im Darmkanal von Menschen und Tieren, vor allem von Pflanzenfressern, wirken Sie bei der Verdauung mit. Doch für das Pferd werden Sie zur Gefahr, sobald sie seinen Darm verlassen und mit dem Mist in den Huf geraten. Dort können sie alle Teile des Horn zum faulen bringen: die weichen Horn- von Strahlhorn, Ballenhorn, Sohle- und weißer Linie ebenso wie die harte Hornsubstanz der Hornwand Zersetzen die Fäule- das weiche Strahlhorn so sprechen Huf-Fachleute von Strahlfäule, einer beim Pferd sehr häufigen Erkrankung.

    Symptome
    Vor allem ein penetrant fauliger Geruch signalisiert Strahlfäule im Pferdestall. Das Strahlhorn zerfällt zu einer schmierigen, grau- bis schwarzfarbenen Masse, es bilden sich unterschiedlich tiefe Fäulnisspalten und Aushöhlungen. Wenn das Horn schneller zerfällt als nachwächst, schrumpft der Strahl, bis er sich schließlich völlig ablöst.

    Wenn das Pferd diese Symptome zeigt, stellt es vor allem seinem Betreuer ein schlechtes Zeugnis aus. Denn Strahlfäule ist meist ein Zeichen von mangelhafter Sauberkeit im Stall. Durchnässte und durchjauchte Strohmatratzen, die mit ihren Ammoniakausdünstungen auch die Atemwege belasten, oder ein matschiger, kotverschmutzter Paddock bieten den Erregern einen feuchten, warmen und damit idealen Nährboden. Schließt Schmutz im Huf die Fäulnisherde nach außen luftdicht ab, dann gedeihen die Fäulnisbakterien besonders gut, denn sie vermehren sich nur unter Sauerstoffausschluss.

    Eine ähnliche Wirkung wie Dreck haben Hufeinlagen. Sie herhindern, dass Luft ins Hufinnere gelangt, und erzeugen so ein feuchtwarmes Klima. Da sie außerdem das Hufauskratzen unmöglich machen, sollten Einlagen täglich gewechselt werden.

    Nicht nur Erreger von außen, sondern auch ungünstige Bedingungen im Huf selbst leisten der Strahlfäule Vorschub. Vor allem in Hufhorn mit Spalten und Rissen können sich die Bakterien leicht einnisten. Auch mangelnde Bewegung führt leicht zu dieser Krankheit: Wenn das Pferd auffußt, berührt der Strahl den Boden und drückt gegen die über ihm liegende Huflederhaut. Dadurch regt er den Blutkreislauf der Huflederhaut an, die so neues Hufhorn produziert.

    Dieser Hufmechanismus funktioniert allerdings nur bei einem Pferd in Bewegung. Steht das Tier den ganzen Tag in der Box, so können nicht genügend neue Hornzellen entstehen. Der Strahl sowie die anderen Teile des Hornschuhs verkümmern und bieten den Fäulnisbakterien ein leichtes Angriffsziel.
    Auch der Hufschmied kann die Krankheit auslösen, wenn er den Strahl durch zu starkes Beschneiden künstlich schwächt oder das Tier unzweckmäßig beschlägt. Werden die Trachten durch Stollen oder verdickte Schenkelenden hochgestellt, so kann der Strahl beim Auffußen häufig nicht mehr den Bodenberühren und seine Funktion im Hufmechanismus nicht mehr erfüllen.

    Risikopatienten
    Natürlich ist nicht immer der Hufschmied an der Misere Schuld. Einige Pferde besitzen von Natur aus zu hohe Trachten, sie leiden an sogenannten Bockhufen. Viele Iberer, Araber und andere
    Pferde mit Neigung zu engen Hufen zählen zur Risikogruppe. Bei engen Hufen drücken die Hufwände nach innen, wodurch der Strahl verkümmert. Im Extremfall rollen sich die Tragränder ein. Dann sprechen Fachleute von einem Zwanghuf. Der kann nicht nur Ursache, sondern auch Folge der Strahlfäule sein. Denn sobald der Strahl wegfault, nähern sich die Tragränder einander an. Zu hohe Trachten müssen deshalb gekürzt, umgebogene abgetragen werden.

    Unabhängig von der Rasse fördern einzelne Pferde mit einer weiteren anatomischen Besonderheit die Entstehung von Strahlfäule. In ihren tiefen Strahlfurchen setzt sich der Mist besonders leicht fest, weshalb es hier noch mehr als sonst auf gründliches Reinigen der Hufe ankommt.

    Krankheitsverlauf
    Meist nimmt das Übel in der mittleren Strahlfurche seinen Anfang. Von dort breitet sich die Fäulnis auf die seitlichen Strahlfurchen aus. Befällt sie auch die Strahlschenkel oder Hornballen, so löst sich das Horn in Fetzen ab, bis die Huflederhaut freiligt. Ob die Strahlfäule dieses fortgeschrittene Stadium bereits erreicht hat, merken Sie beim Hufe säubern. Berührt der scharfe Hufkratzer die empfindliche Huflederhaut Ihres Vierbeiners, so zuckt er zusammen und zieht seinen Fuß vor Schmerz zurück.

    Folgeerscheinungen
    Lahmheit droht einem Strahlfäule-Patienten in der Regel erst dann, wenn er durch die Krankheit einen Zwanghuf bekommt oder wenn sich seine Huflederhaut entzündet. Dies geschieht durch Steine oder Sand, die die Lederhaut reizen. Aber auch eine unsachgemäße Behandlung der Strählfäule kann den Patienten lahmen lassen. So empfehlen viele medizinische Fachbücher Kupfervitriol zur Behandlung von Strahlfäule, doch Dr. Stefanie Höppner, Expertin für Orthopädie an der Pferdeklinik der Freien Universität Berlin, rät von dem beliebten Desinfektionsmittel ab. „Kupfervitriol verätzt die in der Tiefe freiliegende Lederhaut, warnt sie. „Außerdem entzieht es Wasser. In der Folge schrumpft der Strahl ein, es entstehen Risse, und unter der abgetrockneten Oberfläche geht die Fäulnis weiter.“ Einen ähnlich negativen Effekt hat Holzteer.

    Behandlung
    Bevor ein Desinfektionsmittel zum Einsatz kommt, müssen die verfaulten Hornteile entfernt werden. Haben sich unter der Oberfläche des Strahls Nischen und Taschen als ideale Nistplätze für Bakterien gebildet, so müssen Hufschmied und Tierarzt sie nach der strahlschonenden Devise “soviel wie nötig, aber so wenig wie möglich“ freischneiden. Nun wird der Hufstrahl mit einer Wurzelbürste, Kernseife und mit warmem Wasser gereinigt. Die Fäulnisspalte wird mit einer Mullbinde gereinigt. Diese wird so oft durchgezogen bis keine Fäulnisanhaftungen mehr vorhanden sind. Damit das Medikament wirken kann, muss es in der Fäulnisspalte platziert werden. Mit einem ausgedienten Eis-am-Stiel-Hölzchen kann der Behandelnde die Spalte auseinanderspreizen und die Flüssigkeit hineinträufeln. Bei der Entscheidung für das richtige Desinfektionsmittel hat er allerdings die Qual der Wahl. Der Tierarzt, die Apotheke oder Drogerie bieten mehrere Produkte an:

    *Jodoformäther-Lösung (5 bis 10 %),
    *Holzteer-Spirituslösung (im Verhältnis 1:1),
    *Jodoform als Pulver,
    *Jodtinktur,
    *Chloromycetin-Spray (auch Blauspray genannt),
    *Rivanol- oder Entozon-Lösung,
    *Socatyl-Paste (sulfonamid- und formaldehydhaltig),
    *Zinksulfat-Lösung (20prozentig)

    Alternative Behandlung
    Bei der Behandlung von Strahlfäule gehen alternativ arbeitende Tiermediziner nicht wesentlich anders vor als ihre Kollegen aus der Schulmedizin.

    Vorbeugung
    Wer seinem Pferd und sich selbst diese komplizierte und manchmal monatelange Behandlung
    ersparen will, sollte vorbeugen. Eine saubere und trockene Einstreu verhindert Strahlfäule besonders wirkungsvoll. Wer die Möglichkeit hat, häckselt das Stroh klein, damit es die Feuchtigkeit besser bindet. Torf und teure Sägespäne nehmen noch mehr Nässe auf, aber entziehen ebenfalls viel Feuchtigkeit den Hufen, weshalb sie Strahlfäule sogar begünstigen. Denn die Qualität des Hufhorns und damit seine Widerstandsfähigkeit hängt auch von seinem Wassergehalt ab.

    Die Hufe müssen vor und nach jedem Ritt, mindestens aber einmal täglich ausgekratzt werden. Zusätzlich braucht der Strahl eine regelmäßige Pflege mit Wurzelbürste und warmen Wasser. Auch ausgiebige Bewegung auf weichem Boden, möglichst ohne Hufbeschlag, verhilft zu gesunden Füßen. Für den Fall, dass die Strahlfäule bereits zugeschlagen hat, hält Olliver Waschek ein weiteres Rezept parat: „Lassen Sie das Pferd über runde Kieselsteine laufen. Sie drücken gegen die Hufsohle, reizen die Lederhaut und regen sie zur Hornproduktion an.“ Spitze Schottersteine sind wegen der Verletzungsgefahr natürlich tabu.

    Eine ausgewogene Ernährung sorgt für einen funktionierenden Stoffwechsel und damit für gesundes Hufhorn. Viele Pferde bekommen zu wenig Mineralstoffe. Entsprechende Ergänzungsfutter können die Unterversorgung ausgleichen. Auch Biotin, Vitamin A und Zink kräftigen die Hufe.

    Streitfragen
    Umstritten ist der Einsatz von Kupfervitrol zur Desinfizierung der Fäulnisherde (siehe oben). Ansonsten sind sich die Experten bei der Behandlung von Strahlfäule nur in Randfragen uneinig, zum Beispiel bei der Frage, ob die Hornspalten mit Watte oder der nicht fusselden Mullbinde austamponiert werden sollen.
     
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  3. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Hufabszess (Hufgeschwür)

    Hufabszess (Hufgeschwür)

    Ursache:

    Hufabszesse sind auch heute noch ein Buch mit sieben Siegeln. Es sind viele Ursachen möglich. Zum Beispiel enstehen sie aus kleinen Zusammenhangstrennungen (abstoßen von Gewebeteilen) in der weißen Linie, die einen Teil der empfindlichen Lederhaut freilegen. Sehr trockene und dadurch rissige Hufe sind besonders gefährdet, denn in den teilweise mikroskopisch kleinen Spalten können Bakterien aufsteigen und der Hornwand zu einer Infektion führen. Weiterhin kommt das Abstoßen von Gewebeteilen im Hufinneren in Betracht.
    Treten sich kleine Steinchen in die weiße Linie, werden diese bei jedem Schritt weiter in Richtung Kronrand geschoben und können ebenfalls zu Hufabzessen führen. Anfällig sind aber auch solche Pferde, die auf kurzen Barhufen (ohne Hufeisen) laufen müssen. Ist das Horn des Tragerandes abgenutzt und sind erste Abriebspuren an Sohle und Strahl vorhanden, muß das Pferd unbedingt entweder bis zur Regeneration des Hufes aus der Reitnutzung genommen werden oder mit einem Hufschutz versehen werden.

    Symptome:
    Ein Hufabszess ist für Pferde sehr schmerzhaft, weil Eiter unter der Hornkapsel unter Druck steht. Die Lahmheit ist deutlich ausgeprägt; oft wird das erkrankte Bein nicht belastet. Wand und Sohle des Hufes können auf “Beklopfen“ schmerzempfindlich sein. Fast immer fühlt man eine deutliche Pulsation der Blutgefäße (normal 28-40 Schläge/Minute) im Bereich des Fesselkopfes als Zeichen der Entzündung. Die Körpertemperatur des Pferdes ist manchmal erhöht gegenüber der normalen Temperatur von 37,0-38,2 °C.
    Wird der Abszess nicht umgehend geöffnet, sucht sich der Eiter seinen Abfluß entlang es geringsten Wiederstandes nach oben, und bricht nach einiger Zeit am Kronsaum im Bereich des Saumbandes durch.
    Der Hufabszess wird durch Abdrücken des Hufes mit der Hufuntersuchungszange festgestellt und lokalisiert. Im Bereich des Abszesses ist das Pferd besonders druckempfindlich. Meistens sitzen die Eiterherde im Eckstrebenbereich oder an der Strahlspitze.

    Behandlung:
    Das Horn wird vom Tierarzt an der schmerzempfindlichen Stelle mit dem Hufmesser abgetragen bis der Eiter abfließt. Durch die Druckentlastung geht es dem Pferd am nächsten Tag bereits besser. Bei besonders harten Hufen ist es oft nicht möglich den Abszess gleich während der ersten Untersuchung zu finden und freizulegen. Dann wird zunächst für einen Tag ein feuchter Hufverband angelegt, der dem Pferd auch schon eine gewisse Erleichterung bringt. Durch die Feuchtigkeit des Verbandes wird die Hufsubstanz weicher und eine genauere Lokalisierung ermöglicht. Diese Maßnahme kann auch vom Pferdehalter bereits vor dem Besuch des Tierarztes ergriffen werden.
    Durch das Abtragen des Hornes wird die empfindliche Huflederhaut im Bereich des Abszesses freigelegt. Bis zur vollständigen Abtrocknung und Heilung ist ein Verband anzulegen und zunächst täglich zu wechseln. Er schützt die Lederhaut nicht nur vor Verschmutzung und Verletzung, sondern verhindert durch ein zusätzliches Druckpolster außerdem das Teile der Lederhaut vorfallen und das weitere Hornwachstum stören. Aus diesem Grund ist auch im Anschluß an die Behandlung fast immer ein schützendes Deckelhufeisen erforderlich.
    Verschleppte Abszesse können am Kronrand durchbrechen oder weite Teile des Hornschuhs unterminieren. Dann ist die Behandlung viel aufwendiger und die Heilungsaussichten ungünstiger.
    Achtung:Tetanusschutz beachten!
     
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  4. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Hufrehe

    Hufrehe
    “Die Wohlstandskrankheit überversorgter Pferde“?

    Als Hufrehe wird eine schmerzhafte Entzündung der gesamten Huflederhaut bezeichnet, die jedoch nicht, wie etwa bei einem Hufabszess, durch eine Infektion entsteht.

    Ursache:
    Das voll ausgeprägte Krankheitsbild ist die folge einer Kette von Abläufen im Körper. Bei der sogenannten toxischen (Vergiftungs-) Rehe werden die Darmbakterien des Pferdes durch plötzliche Futterumstellungen geschädigt und sterben im großem Umfang ab. Dabei treten Giftstoffe aus der Bakterienwand über den Darm in den Körper und bewirken die Bildung von Blutgerinnseln, die sich in den kleinen Blutgefäßen der Huflederhaut festsetzen und die Durchblutung dort erheblich stören. Der einsetzende Schmerz führt zusätzlich zu Krämpfen der Blutgefäße, die das Problem verschlimmern. Zur toxischen Rehe können führen:

    - Leicht Vergärbahre, rohfaserarme Futtermittel in ungewohnten Mengen, etwa frisches Weidegras.

    - Plötzliche übermäßige Aufnahme von energiereichen Kraftfutters wie Gerste, Roggen, Weizen Mais sowie überstürztes Trinken von kaltem Wasser bei erhitztem Körper.

    - Schließlich kann die toxische Hufrehe durch Nachgeburtsverhaltung mit anschließender Infektion des Uterus auftreten.

    Belastungsrehen entstehen durch übermäßige Arbeit auf hartem Untergrund mit dauernder Prellung und Quetschung des Hufbeins oder aufgrund schmerzhafter Prozesse an einem Bein. Die andere Gliedmasse muß dann längere Zeit hindurch das gesamte Gewicht aufnehmen und kann an einer Belastungsrehe erkranken.

    Außerdem gibt es weitere, den bisher erwähnten Kategorien nicht eindeutig zuzuordnenden Rehegründe:
    - Giftstoffe aus Futterpflanzen
    - Hormonelle Störungen
    - Nebenwirkungen einiger Medikamente

    Hufrehe tritt bevorzugt an den Vorderbeinen auf, es können aber auch die Hinterbeine, alle vier Gliedmassen oder nur ein einzelner Huf betroffen sein.

    Symptome: Die Pferde mit vollem Krankheitsbild haben starke Schmerzen, häufig werden erhöhte Puls- und Atemfrequenzen sowie ausgeprägtes Schwitzen beobachtet. Sind die Vorderbeine betroffen, ist eine Körperstellung mit weit untertretenden Hinterbeinen charakteristisch, um die erkrankten Vorderhufen nur im Trachtenbereich ( Trachtenfußung), nicht aber über die Zehe zu belasten.
    Einige Pferde legen sich ab. In der Bewegung zeigt das Pferd einen steifen “Klammen“ Gang, die Schritte sind kurz und schnell. Typisch ist auch eine verstärkte Pulsation der Gliedmaßenarterien. Die Vordergliedmaßen können nur mit Mühe oder gar nicht aufgehoben werden, an der Zehenwand zeigt das Pferd schon bei geringem Druck sehr erhebliche Schmerzen und vermehrte Wärme in diesem Bereich. Dieses Krankheitsbild ist auf eine mehr oder weniger ausgedehnte Lösung des Aufhängeapparates des Hufbeines zurückzuführen. Einen genauen Befund und Grad der Erkrankung kann nur das Röntgenbild liefern.

    Behandlung: Die Behandlung sollte innerhalb der ersten zwölf Stunden einsetzen. Jede Verzögerung kann das Krankheitsbild verschlimmern. Durch die Entzündung lockert sich die Verbindung der Hornblättchen von den Wandlederhautblättchen. An dieser Stelle bildet die Wandlederhaut lockeres Weichhorn, das den entstandenen Zwischenraum ausfüllt. Diese Veränderung tritt dann nach einiger Zeit als sogenannte Verbreiterung der weißen Linie am Tragerand zutage. Das Horn hat ein typisches längsfaseriges Aussehen. Da das Gewicht des Pferdes aber weiter auf den Huf einwirkt, kann sich das Hufbein in Form von Senkung und Rotation aus seiner normalen Position bewegen und im Extremfall durch die Hufsohle nach außen brechen. Es kommt weiterhin zu einem Einsinken der Krone durch die Rotation. Auch das Strahlbein kann Veränderungen im Rahmen der Rehe erleiden. Durch die hochgradige Rotation des Hufbeins wird der Druck der tiefen Beugesehne auf das Strahlbein verringert. Dadurch bildet sich eine Strukturatrophie des Strahlbeins aus. Im Strahlbein findet eine röntgenologisch erkennbare Entkalkung statt. Die Struktur des Knochens, im Röntgenbild deutlich sichtbar, lockert sich auf. Die Form des Strahlbeins verändert sich nicht.
    Die Therapie besteht daher in der Verabreichung von Medikamenten, die die Entzündung regulieren und die Krämpfe der Blutgefäße lösen. Das Ziel ist eine Normalisierung der Durchblutung, der Abbau der Entzündungsprodukten und die Heilung der angegriffenen Lederhaut, damit die Verbindung zum Hufbein aufrechterhalten beziehungsweise wieder hergestellt wird.
    Zu den begleitenden Maßnahmen, die der Pferdehalter durchführen sollte, gibt es unterschiedliche Ansichten:
    Die Befürworter einer Kühlung der Hufe verweisen auf den schmerzdämpfenden Effekt dieser Maßnahme, der die Gefäßkrämpfe reduziert und damit die Durchblutung normalisiert. Für eine wärmende Therapie jedoch spricht der Umstand, daß auf diesem Wege sofort eine bessere Blutversorgung eintritt. Der Schmerz allerdings kann zunächst verstärkt werden.
    Oft streitig ist die Frage der Anwendung entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente. Das klinische Erscheinungsbild verlangt geradezu nach Schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln. Das Wissen um die Verlaufsmechanismen und die Funktion des Hufbeinträgers verbietet es aber. Ist der Mechanismus der Zusammenhangstrennung in Gang gekommen, muß die Belastung des Hufbeinträgers reduziert werden. Dies gelingt am besten neben der Trachtenhochstellung durch Liegen. Die Trachtenhochstellung kann durch Gips, Kunststoffverbänden oder mit dem Daller-Hufschuh mit Keilplatte geschehen. Schmerzmittel täuschen durch ihre Wirkung eine Besserung des Zustandes vor, der in Wirklichkeit nicht vorliegt. Somit soll im Anfangsstadium der Rehe das Pferd nicht bewegt werden, um das Risiko einer Verlagerung des Hufbeins nicht zu erhöhen. Liegende Pferde soll man aus diesem Grund nicht auftreiben, da das Hufbein im Liegen optimal entlastet wird. Später erfolgt dann eine Bewegung nach tierärztlicher Vorgabe.
    Mit Korrekturen am Barhuf oder entsprechenden Beschlägen wird die Behandlung nach dem Abklingen des Reheanfalls fortgesetzt. Dabei Versucht man eine Entlastung der Spitze des Hufbeines sowie eine plane Fußung zu erreichen. Rehebedingte Verformungen werden so verhindert oder bei ihrem Auftreten nach Möglichkeit ausgeglichen.

    Die Hufzubereitung und Beschlag:
    Die vordere Hufplatte ist von der Krone ab plan zu beraspeln, die Knolle ist total zu entfernen um die Wiederherstellung des parallelen verlaufes der Hornwand mit dem Hufbein zu gewährleisten (Röntgenbild).Die Trachten werden, soweit es geht, gekürzt um ein planes Fußen des Hufbeins zu ermöglichen. An der Vorderseite der Hufplatte ist eine Schwebe anzubringen, somit wird der erkrankte Teil des Tragerandes aus der Belastung genommen.
    Als orthopädischer Beschlag ist das modifizierte Eisen nach BOLZ zu verwenden, es besteht aus einem fabrikmäßigem Eisen, in das ein Mittelsteg geschweißt ist. Dieser Mittelsteg soll 1 cm hinter der Strahlspitze liegen und die Hufbeinmitte unterstützen. Er darf aber nicht auf der Strahlspitze oder dem Sohlenkörper aufliegen, da es sonst durch den anhaltenden Druck Veränderungen am Hufbein hervorruft. Um ein besseres Abrollen zu ermöglichen ist das Eisen ist mit einer kurzen angeschmiedeten Zehenrichtung zu versehen. Um ein Verrutschen des Eisens zu verhindern sind Eisen mit Seitenaufzügen zu verwenden. Die Schenkelenden sind lang genug zu halten und bei starker Trachtenfußung als Trachtenlehne aufzubiegen. Zur breiten Unterstützung der Tragfähigkeit der Sohle in ihren hinteren Abschnitten wird die Sohlwölbung über dem Steg, die Eckstreben, Sohlenschenkel und Strahlfurche mit Huflederkitt unterpolstert. Beim Aufnageln der Eisen sind die Zehennägel wegzulassen.

    Prognose: Die Prognose einer akuten Hufrehe ist auch bei rechtzeitiger Behandlung innerhalb der ersten zwölf Stunden immer unsicher. Ungünstig bis schlecht wird es jedoch immer dann, wenn schon eine Verlagerung des Hufbeines eingesetzt und die Krankheit damit einen chronischen Charakter bekommen hat. Diese Hufbeinrotation kann im ungünstigsten Fall bereits 48 Stunden nach Beginn der Krankheit auftreten. Einmal von Rehe betroffene Pferde neigen zu wiederholten Erkrankungen. Da kommt der Vorsorge besondere Bedeutung zu.



    Hinweis: Es ist in jedem Fall hilfreich, weil schmerzstillend, die Hufe des Pferdes schon in der Wartezeit auf den Tierarzt mit Wasser zu kühlen. Liegende Pferde treibt man nicht auf, sondern legt einen nassen Hufverband, den man in zehnminütigen Abständen angießt, im Liegen an.


    Die Schweregrade der Hufrehe lassen sich nach den von OBEL (1948) erarbeiteten Kriterien festlegen:

    Obel-Grad 1: In stehender Position hebt das Pferd beständig wechselnd die Füße, und zwar in Abständen von nur wenigen Sekunden (Paddeln).
    Im Gang zeigt sich keine deutliche Lahmheit, doch ist er kurz gestelzt.

    Obel-Grad 2: Das Pferd geht bereitwillig im Schritt, jedoch ist die Art des Ganges charakteristisch für Rehe. Ein Vorderfuß kann noch ohne Schwierigkeiten gehoben werden.

    Obel-Grad 3: Das Pferd bewegt sich nur sehr wiederwillig. Es leistet energischen Wiederstand beim passiven Anheben eines Vorderfußes.

    Obel-Grad 4: In diesem Stadium bewegt sich das Pferd nicht, es muß dazu gezwungen werden.


    Ponys erkranken 7 – 9 Jährig, andere Rassen 4 – 6 Jährig am häufigsten.
     
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  5. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Hufrollenentzuendung

    Hufrollenentzündung
    Die Hufrolle besteht aus einem Strahlbein, dem darüber “gleitenden“ Teil der tiefen Beugesehne und einem zwischen Strahlbein und Beugesehne gelagerten “Schleimbeutel“.
    Der “Schleimbeutel produziert die Sonovia, das Schmiermittel der Gelenke.
    Bei einer chronischen Hufrollenentzündung erkranken alle Teile der Hufrolle. Eine frische (akute) Form der Hufrollenentzündung kommt sehr selten zur Behandlung, da sie in folge des verborgenen Sitzes kaum erkannt wird. Sind alle anderen Erkrankungen auszuschließen , kann man die sogenannte Keilprobe anwenden (Tierarzt, Hufschmied) um einen Verdacht auf Hufrollenentzündung zu erhärten. Hierzu wird der Huf auf einen Holzkeil gestellt (ca.60°), das dickere Ende des Keils zur Zehe, und der andere Huf aufgehoben. Die Überstreckung der Beugesehne sollte dem Pferd so unangenehm sein, daß es diese Prozedur nur sehr ungern gefallen läßt. Ein gesundes Pferd kann die Keilprobe durchaus aushalten. Ist der Verdacht bestätigt sollte unbedingt der Tierarzt zum röntgen hinzugezogen werden.
    Bei diesen Pferden kann man nur mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung diese Veränderung am Strahlbein sichtbar machen ( schwarzer Punkt auf dem Röntgenbild ).
    Bis diese Krankheit festgestellt ist kann man dann schon von der chronischen Hufrollenentzündung sprechen. Die Krankheit kann bei allen Pferden auftreten, jedoch am häufigsten bei Reitpferden. Grund der Erkrankung ist einmal das nicht Warmreiten und Abreiten, starke Belastung, Überbeanspruchung, eine zu spitze Hufform, nicht passen zum Fesselstand, zu lange Beschlagsperioden und zu kurze Eisen. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, daß auch erbliche Veranlagungen dazu führen können. Das Auftreten der Hufrollenentzündung ist zu 95% an den Vordergliedmaßen zu beobachten. Auf harten Boden zeigt das Pferd einen kurzen, gebundenen Gang. In fortgeschrittenen Fällen zeigt sich eine einseitige Lahmheit auf dem schmerzhafterem Bein, das es in der Ruhe vorgestellt wird. Im Trab wird der Gang stumpf und verliert seine ausgreifenden Schwung, da das leiden die beiden Vordergliedmaßen gleichzeitig ergreift. Die sich bei jeder Bewegung wiederholende übermäßige Druckbelastung der tiefen Beugesehne führt zu erheblichen Formveränderungen am Strahlbein. Röntgenologisch ist dieses zwar nachweisbar aber eine Rückbildung oder Ausheilung erfolgt nicht. Eine medikamenthelle Heilungsmöglichkeit besteht nicht. Eine vorübergehende Schmerzfreiheit durch Medikamente ist möglich. Bei einem sehr starken schmerzhaftem Stadium wäre dann nur noch ein operativer Eingriff in Form eines beidseitigen Nervenschnittes möglich.
    Durch eine richtigen Beschlag läßt sich zur Schmerzlinderung erfolge erzielen.
    Eine gerade Zehe, entweder zurückgelegt bis zur weißen Linie mit angeschmiedeter Zehenrichtung und Seitenaufzügen. Wichtig ist das die Eisen lang genug gehalten werden, so das der Huf eine genügende Unterstützungsfläche hat, da die Hauptbelastung der Hufrolle beim Abstemmen des Beines liegt. Paßt der Huf zum Fesselstand genügt ein Hufeisen mit einem eingeschweißten Quersteg an den Schenkelenden ( geschlossenes Hufeisen ). Muß erhöht werden, dann einen Steg, der kurz vor den Schenkelenden, Quer auf dem Eisen, parallel zur Zehenrichtung verschweißt wird. Der Steg muß keilförmig zur Zehe hin abgeschmiedet sein (ca. halbe Mat. Stärke), damit bei Fußen, durch die hohe, scharfe Kante es nicht zum Abbremsen kommt und weiterhin liegt das Eisen nicht Plan mit der Bodenfläche auf. Eine andere Möglichkeit wäre das Hufeisen von Peter-Manning.
    An den Schenkelenden hat es einen aufgeschweißten, abgeschmiedeten Steg, im Zehenteil ist es offen. Zweck des Eisens ist dem Pferd das Abrollen über die Zehe zu vereinfachen und ein selbst Kürzung der Zehe zu ermöglichen. Der Nachteil ist ein erhöhter Druck auf Tragerand, weißer Linie und Sohle somit ist es keine Dauerlösung.
    Der ein- oder aufgeschweißte Steg hat folgenden Zweck: er verhindert das einsinken der Trachten im weichen Boden oder Mist. Bei der erkrankten Hufrolle kommt es dann weniger zu einer Überstreckung.
    Auf dem Markt befindliche Kunststoffkeile die zwischen Hufeisen und Huf kommen sind nicht geeignet. Diese zerstören ganz massiv die Trachten (Hufmechanismus). Andere Aufschweißmöglichkeiten wie Stollen, Hohlkeile, ausgeschmiedete Keile aus Quadratstahl haben den Nachteil, daß diese im weichen Boden oder Mist einsinken und somit keine Unterstützung geben.
    Wichtig ist das bei diesen Pferden nicht überkorrigiert wird.
     
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  6. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Spat

    Spat: Spat ist eine Erkrankung der straffen Sprunggelenke. Zusammen mit der Hufrollenentzündung ist sie die häufigste Beinerkrankung der Reitpferde. Spat ist schon seit langem bekannt. Der Stallmeister Kaiser Friedrich II hat die klinischen Symptome schon sehr detailliert beschrieben. Spat ist eine Arthrose im Bereich der straffen Sprunggelenke. Wie auch bei der Arthrose der Zehengelenke ist der Verlauf der Erkrankung schleichend. Erste Symptome werden häufig nicht als Lahmheit erkannt. Bei vielen Pferden äußert sich die Krankheit durch Gehunlust, Rückenbeschwerden und allgemeinem Rittigkeitsverlust. Diese Erkrankung tritt in der Regel beidseits auf, so daß auch aus diesem Grund eine Lahmheit erst sehr spät als solche erkannt wird. Die ersten Lahmheitssymptome treten in der Wendung und bei versammelnden Lektionen auf. Die Beugeprobe der Sprunggelenke, deshalb auch als "Spatprobe" bekannt, verläuft häufig dramatisch positiv. Röntgenologisch fällt die Erkrankung durch die Verengung der kleinen straffen Gelenksspalten auf. Bei jungen Pferden entsteht dies durch den Verlust des Gelenksknorpels. Durch Alterung müssen diese Befunde bei älteren Pferden dem Alter entsprechend relativiert werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es vor allem am vorderen und inneren Gelenksrand zu Reizung der Knochenhaut und/oder der Ansatzstelle der "Spatsehne". Diese knöchernen Auftreibungen sind häufig auch schon von außen sichtbar oder zumindest fühlbar. Fehlstellung der Hinterbeine, vor allem die Kuhhessigkeit (X-Beine) begünstigen das Auftreten von Spat. Pferde mit dieser Fehlstellung verschleißen vermehrt durch ungleiche Druckverhältnisse des Sprunggelenkes. Auch kommt es zu einer übermäßigen Zugbelastung der äußeren Gelenksbänder und der Spatsehne. Diese Verknöchern im Verlauf der Erkrankung und sind danach nicht mehr zu regenerieren. Bei Spat war bei einer holländischen Untersuchung eine mittelgradige Vererbungstendenz zu sehen. Auch einige deutsche konnten ähnliche Ergebnisse bringen. Allerdings ist bei Spat auch die ausgewogene Ernährung in der Aufzucht sehr wesentlich. Pferde, bei denen eine optimnale Ernährung während der Wachstumsphase stattgefunden hat, hatten deutlich weniger Probleme mit dieser Erkrankung. Grundsätzlich sollten Züchter mit an Spat stark erkrankten Stuten nicht züchten. Aufzüchter sollten auch hier auf die Stellung achten, bzw. diese so früh wie möglich korrigieren. Eine ausgewogene Ernährung, vor allem in Bezug auf die Knochenreifung sollte gegeben werden (Ca:p-Verhältnis und Vitaminversorgung beachten).
     
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  7. Danie

    Danie Neues Mitglied

    AW: Hufschmiedin "Danie" (Infos)

    Hufbeinbruch: Das Pferd wird sofort nachdem der Knochen gebrochen ist hochgradig lahm gehen. Der betroffene Huf wird nicht mehr ausgesetzt. Druck mit der Hufzange verursacht starke Schmerzen. Wenn das Hufbein an einer seiner beiden seitlichen Fortsätze gebrochen ist, tritt oft schon nach 48 Stunden Stallruhe erhebliche Besserung ein.

    Hufbeinentzündung: Das Pferd lahmt abwechselnd auf den Vorderhufen und geht dann wieder klar. Es ist manchmal gar nicht zu erkennen, ob es auf dem rechten oder linken Fuß lahm geht. Bei fortschreitender Entzündung wird die Lahmheit in allen Gangarten deutlich.

    Hufknorpelfistel: Die Haut an den Trachten und am Kronsaum ist gerötet, geschwollen, heiss und schmerzhaft. Aus kleinen Rissen am Kronrand entleert sich Sekret. Das Pferd lahmt zeitweilig auf dem betroffenen Fuß.

    Zwanghuf: Die Trachten sind zu stark einwärts gezogen, der Strahl zu klein und berührt nicht den Boden. Die hintere Hufpartie verliert die Tragkraft.
     
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  8. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Der Huf

    Huf(e): Beschaffenheit des Hufes:
    Pferdehufe haben eine sehr komplexe Struktur und reagieren empfindlich auf Druck und Überlastung. Sie sind hervorragend mit Nervenzellen und Blutgefäßen versorgt. Das vom Saumband, dem fleischigen oberen Rand des Hufes, wachsende Horn ( verhärtete Haut) schützt die Hufe von außen und unten.
    Die harten äußeren Hornstrukturen sind im inneren des Hufes durch Haut- und Gewebeschichten fest mit den empfindlichen Teilen verbunden, die ihrerseits die Knochen des Fußes umgeben.
    Beim Auffußen wird der Huf etwas flacher, Gewebeteile und Blutgefäße werden zusammengequetscht, das Blut im Bein wird nach oben in die Venen gedrückt, dort erreicht es eine Art Ventil das es am Zurückfliesen hindert.
    Beim Abfußen fließt dann wieder frisches Blut in die Kapilaren. Der gesamte Vorgang wird auch Hufmechanismus genannt.
    Für die Dämpfung der Erschütterung beim Auffußen sorgen Hufstrahl und Hufpolster.
    Das Hufhorn wächst ständig nach, bewegt sich unser Pferd selten auf hartem Boden muß es regelmäßig gekürzt werden, da der natürliche Abrieb nicht vorhanden ist.
    Ca. 6 Monate dauert es bis ein Huf sich komplett erneuert hat.


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    (1) unempfindliche Schicht
    (2) emfpindliche Schicht
    (3) deckende Haut.
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    Das Horn der Hufsohle ist sehr hart und schützt die Sohlenlederhaut . Der Strahl schiebt sich von der Hinterseite keilförmig in die Sohlenplatte. Der Strahl besteht aus leichtem Horn, das Wasser aufnehmen und daher aufquellen kann. Darauf sollte man achten:
    Die ständige Kontrolle der Hufe sollte zur Routine werden. Vor und nach jedem Ausritt, beim bringen zur und nach dem holen von der Koppel, sowie auch stets beim Putzen des Pferdes gehört eine gründliche Reinigung der Ober- und Unterseite des Hufes zur Pflege.
    Das Pferd sollte immer auf möglichst sauberem und trockenem Untergrund stehen. Zuviel Nässe, feuchte Ställe und Ausläufe, führen zu Strahlfäule.
    Sollte dies einmal vorkommen kann der Strahl mit Kupfersulfat behandelt werden, wichtig aber ist , das dieser vorher sehr gründlich gereinigt, und/oder von einem Hufschmied nochmals sauber beigeschnitten wird.
    Kurz und bündig im Detail:
    Der Strahl
    Der Strahl muß gesund und kräftig entwickelt sein.
    Beim Auffußen hat der Strahl Bodenkontakt.
    Durch die Elastizität des Strahles werden Stoßwellen, die durch das Auffußen des Pferdes entstehen, teilweise abgefangen.
    Der Strahl ist ein Tastorgan des Pferdes.
    Durch ihn kann das Pferd den Boden fühlen.

    Die Hufwand
    Die Hufwand besteht aus Zehenwand, Seitenwänden, Trachtenwänden und Ballen.
    Die Hufwand entspricht dem menschlichen Fingernagel.
    Im übertragenden Sinne läuft das Pferd auf seinen Zehennägeln!
    Sie sollte aus hartem, festen Horn bestehen und nicht spröde sein. Ebenfalls sollte sie in der Hufwand keine Ringe, Spalten oder ähnliches aufweisen.
    Das Horn besteht aus ineinander verzahnten Blätchen, die dem Huf die nötige Festigkeit geben.
    Die Hufwände tragen das gesamte Gewicht des Pferdes.
    Nicht umsonst werden die Hufe deshalb beim Pferdekauf immer besonders genau begutachtet.

    Die Trachten:
    Niedrige Trachten, insbesondere in Verbindung mit steilen Fesseln, sind für Leistungspferde sehr bedenklich.
    Ihnen fehlt die notwendige Federung.
    Huf- und Fesselstand passen zueinander, wenn von vorn gesehen eine durch die die Mitte der Fessel gezogene Linie A nach unten verlangert die Mitte der Hufzehe trifft, wenn von hinten gesehen die Halbierungslinie des Mittelfußes in die Mitte der Ballengrube fällt, wenn von der Seite gesehen die Fessellinie parallel zu der Zehenlinie (die vordere Begrenzung der Zehenwand) verläuft.
    Die von dieser Normalstellung abweichenden Hufstellungen sind annormal, soweit es sich nicht um rassetypische Merkmale handelt.

    Die Sohle:
    Sie ist konkav gewölbt und berührt den Boden nicht.
    Die Sohle ist sehr stabil
    Die sogenannte "weiße Linie", die den Huf umgibt, markiert die Stelle, an der die Hufwand beginnt.

    Der Kronwulst:Der Kronwulst ist der Wulst, der den Übergang vom Horn zum Fell umgibt.
    Er sondert eine Art von Lack ab, der den Huf vor zu großer Feuchtigkeit schützt.

    Der Blutkreislauf:
    Das Blut fließt im Fuß des Pferdes durch die Hauptmittelfußaterien und -venen.
    Wenn der Strahl den Boden berührt, drückt er auf das Ballenkissen, wodurch das Blut wieder nach oben gedrängt wird.
     
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  9. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Pferdebeine/Sehnen

    Beugesehnenentzündung: Am anfälligsten sind die oberflächliche und tiefe Beugesehen. Diese Entzündung kommt bei sehr hart trainierten oder stets enorme Leistung bringenden Pferden vor. Sie entsteht durch geschwollene Fasern, einsickernde Entzündungsflüssigkeit und Blutungen aus kleinen Äderchen. Aber auch andere Dinge, wie das streifen mit einem Huf können diese Entzündung auslösen.

    Beugesehnenschwäche: Kommt gelegentlich bei Fohlen vor. Diese treten dann so durch das sie auf der Rückseite des Fesselgelenks laufen.

    Sehnen: Die Sehen des Pferdes können durch Überdehnung mit nachfolgender Entzündung geschädigt werden, durch Zerrung und durch Zerreißen ebenso.
    Ein Pferd mit offensichtlichem oder festgestelltem Sehnenschaden darf unter keinen Umständen weitergeritten werden.
    Eine Überdehnung kann meist erst einige Stunden nach ihrem Eintreten festgestellt werden. Die betroffene Stelle schwillt an und ist deutlich wärmer als der umliegende Bereich des Beines.
    Die Zerrung zeigt sich sofort.
    Das Pferd lahmt augenblicklich, ebenso bei einem Sehnenriß. Dies ist die gefährlichste Form einer Sehnenschädigung; es können einzelne Fasern der Sehne gerissen sein, aber auch die ganze Sehne

    Niederbruch: Bricht ein Pferd, z.B. infolge von Erschöpfung zusammen, spricht man von einem Niederbruch.
    Niederbruch ist auch eine Bezeichnung für einen totalen Sehnenschaden.

    Sehnenschaden: Ensteht durch Überdehnung der Sehne, wobei einzelne Fasern zerreißen. Als Folge der nunmehr einsetzenden starken Durchblutung wird die Sehen fühlbar wärmer und dicker. Schmerzreaktion auf Fingerdruck. Im fortgeschrittenen Stadium lahmt das Pferd. Die Überdehnung entseht langsam über Stunden oder Tage. Erwärmung und Schwellung sind nach einigen Stunden fühlbar. Nach einer Sehnenzerrung lahmt das Pferd sofort, äußerlich ist kaum eine Veränderung an den Sehnen sichtbar. Heilung evtl. möglich. Die Zerreißung der Beugesehne ist sofort durch Anschwellung des Beines und Durchtreten des Fesselgelenkes (Niederbruch) zu erkennen. Heilung kaum möglich. Ist bei leichterem Sehnenschaden Heilung in Aussicht, so kann sie bis zu einem Jahr und länger andauern. Sofortige Behandlung durch den Tierarzt.

    Sehnenverkürzung: Eine Gliedmassenmissbildung deren genaue Ursache noch nicht bekannt ist. Das Fohlen steht auf der Hufspitze oder knickt sogar vornüber und läuft auf der Vorderseite des Fesselkopfes.
     
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  10. Danie

    Danie Neues Mitglied

    Pferdebeine/Sehnen

    Geschwollene Beine: Nur leicht trainierte Pferde, oder getreidereiche Futterrationen bei in der Box stehenden Pferden verursachen diese Schwellung.

    Gleichbeinentzündung: An der Rückseite der Fessel ist eine Schwellung zu erkennen. Das Pferd lahmt oder geht eigentümlich steif. Die Bewegung des Fesselgelenks bereiten ihm Schmerzen. Auslöser können besondere Anstrengungen sein.

    Gleichbeinerkrankungen: Als Gleichbeinerkrankung werden alle degenerativen und chronisch verlaufenden Prozesse an den Gleichbeinen, den Gleichbeinbändern und der tiefen Beugesehne bzw. der gemeinsamen Beugesehnenscheide bezeichnet. Pferde mit einer Gleichbeinlahmheit sind im allgemeinen in weichem Boden mehr lahm. Besonders bei Trabverstärkungen und engen Wendungen zeigt sich diese Lahmheit. Gleichbeinerkrankungen treten häufig an den Vorderbeinen, kommen allerdings vor allem bei Dressurpferden auch an den Hinterbeinen vor. Röntgenologisch sind Gleichbeinerkrankungen an unscharf begrenzten Rändern, unscharf abgegrenzten Blutgefäßen und blasser, poröser Knochenstruktur erkennbar. Der eigentliche Schmerz tritt dann durch den Reibepunkt zwischen der rauhen Gleichbeinfläche und der tiefen Beugesehne auf. Die Beuge-sehnenscheide befindet sich direkt in diesem sensiblen Bereich und kann sekundär erkranken. Unter Umständen kann es auch zu Reibepunkten im Bereich zwischen Gleichbein und Röhrbein kommen. Gleichbeinerkrankungen werden nur unwesentlich durch Vererbung beeinflußt. Bei einigen Untersuchungen ist eine positive Beziehung zwischen der Hufrollenentzündungen und der Gleichbein-erkrankungen festgestellt worden. Wichtig zur Vermeidung der Defekte an Gleichbeinen sind gute Aufzuchtbedingungen. Auch bei dieser Erkrankung ist die regelmäßige Korrektur vor allem des Zehenwachstums zu beachten. Weiterhin ist offensichtlich, daß übergewichtige Pferde unverhältnismäßig häufig an den Gleichbeinen erkranken.

    Hufbeinentzündung: Das Pferd lahmt abwechselnd auf den Vorderhufen und geht dann wieder klar. Es ist manchmal gar nicht zu erkennen, ob es auf dem rechten oder linken Fuß lahm geht. Bei fortschreitender Entzündung wird die Lahmheit in allen Gangarten deutlich.

    Überbeine: Diese entwickeln sich meist bei jungen Pferden. Begünstigt wird die Entwicklung durch übermässiges Training, ungünstige Beinstellung, schlechte Ernährung und Unreife des Skeletts.
     
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  11. Danie

    Danie Neues Mitglied

    kreutzverschlag

    Kreuzverschlag: (Kreuzrehe, Nierenverschlag, Lumbago, Schwarze Harnwinde oder auch Feiertagskrankheit).
    Ist ein Muskelkater in gefährlichster Form.
    Durch aprubten Wechsel von harter Arbeit zu längerem Nichtstun reichert sich in der Muskulatur zuviel Milchsäure an (Glukose) an.
    Verstärkt wird diese Übersäuerung, wenn man an Stehtagen auch noch Kraftfutter gibt.
    Die Muskeln verhärten, schwellen an und werden zersetzt. Danach zerfällt die Glukose, gelangt in den Harn und färbt diesen dunkel. Wenn man mit dem Pferd wieder zu arbeiten anfängt, geht es zuerst meist ganz normal.
    Nach kurzer Zeit fängt es jedoch auch bei kühlem Wetter an zu schwitzen, atmet heftig, läuft steif und versucht eventuell sich unter dem Reiter hinzulegen.
    Pferde mit Kreuzverschlag bieten ein Bild des Jammers, sie können nur mühsam ein Bein noch vor das andere setzen, und oft kommt jede Hilfe zu spät.

    Vorbeugung
    Regelmäßige Beschäftigung und leichtes Bewegen nach einem anstrengenden Ritt.
    Weidegang alleine reicht in der Regel nicht aus, um den Überschuß an Milchsäure auf unschädliche Weise abzubauen.

    Massnahmen Treten oben erwähnte Symptome auf sofort absteigen, das Pferd sollte keinen Schritt mehr bewegt werden. Es muss, vor allem an der Hinterhand warm eingedeckt und am hinlegen gehintert werden.
    Schnellst möglich einen Transporter besorgen und das Pferd in Stall oder Klinik bringen.
     
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  12. Danie

    Danie Neues Mitglied

    AW: Hufschmiedin "Danie" (Infos)

    Stützbeinlahmheit: Wenn das Pferd ohne äußere Einwirkung und erkennbare Wunden mit einem Bein nicht mehr richtig auftritt und es schont, kann eine Entzündung oder gar ein Teilabriß vorliegen. Beides verursacht eine schmerzhafte, warme Schwellung im Bereich der Beugesehnen oder Fesselträger.
     
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