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Pferd macht einfach kehrt

Dieses Thema im Forum "Reiten" wurde erstellt von Janina2205, 11 Mai 2016.

  1. Janina2205

    Janina2205 Aktives Mitglied

    Hallo :)

    Also, ich komme gleich zu meinem "Problem".
    Ich gehe mit meiner RB (habe ihn erst seit ca. einem Monat), oft ins Gelände. Er ist da auch meistens total brav und auch allein nicht schreckhaft. Manchmal macht er jedoch völlig unvorhersehbar kehrt und läuft wieder zurück.

    Es spielt sich ungefähr so ab:

    Er bleibt stehen, möchte nicht weiter gehen (wenn ich z.B. auf einen anderen, aber bekannten Weg abbiegen will). Dann dreht er sich um, ich kann ihn aber wieder in Richtung des Weges lenken und ein paar Schritte darauf zu reiten. Dann macht er jedoch wieder kehrt und trabt meist ein Stück in die andere Richtung. Dann bleibt er wieder stehen. Wenn ich wieder auf die besagte Stelle (die Stelle ist keine feste Stelle, sie ist immer irgendwo anders, manchmal wenn wir noch recht nah am Stall sind, manchmal schon sehr weit weg) zureite, geht das Spiel von vorne los. Wenn ich ihn an der Stelle vorbeigeführt habe und wieder aufsteige, geht er zwar weiter, versucht aber immer wieder sich ruckartig umzudrehen.

    Das merkwürdige ist jetzt aber, dass er das nicht immer macht. Nur an manchen Tagen, ganz zufällig wie es scheint. An anderen Tagen ist er super entspannt und geht ohne zu mucken wohin ich möchte. Auch ist dieses Verhalten erst vor kurzem aufgetreten. Als ich die ersten paar Male geritten bin (als ich ihn noch ganz neu als RB hatte) war nichts. Auch bei der Besitzerin macht er das nicht.

    Was hat das zu bedeuten? Testet er mich nur aus? Und wenn ja, wie treibe ich ihm das aus, wenn er partout nicht voran gehen will (außer ich steige ab und führe ihn dran vorbei)?

    Viele Grüße
     
  2. BellaS

    BellaS Ich bin ...äh ...'Eigen'

    Meine RB macht das auch, aber nicht willkürlich, sondern immer an der gleichen Stelle. So eine gibt es auf jedem Ausreit-Weg rund um den Hof. Er sagt mir damit, dass der nach Hause will....^^ Ich treibe ihn dann und mache so lange Volten bis er geht. Ziemlich primitiv, hat bis jetzt mit Geduld aber immer geklappt....
    Man muss dazu wissen, dass Hrannar schon 22 ist und meist von kleinen Kindern geritten wird, die immer nur eine kurzen Runde gehen. Daher weiß er genau an welchen Stellen die immer wieder zurück reiten und versucht das einzufordern.
     
  3. Jackie

    Jackie Modi für SW's und SdMW/HdMW, Reiterspiele, Berufew

    Meine ehemalige RB hatte das auch gemacht, allerdings ist er nur Rückwärts gegangen... Wurde ab der Frühlingszeit immer schlimmer, sodass ich keine Möglichkeit mehr hatte ins Gelände zu gehen, weil ich irgendwie zu schwach war das Pferd weiter zu bewegen (Er hat es wirklich alle paar Meter gemacht). Volten hatten bei mir nicht funktioniert. Vielleicht Frühlingsgefühle ?
     
  4. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    1) das pferd kennt dich bisher kaum. Mach Bodenarbeit und baue vertrauen auf.

    2) geh mit dem Pony spazieren, damit ihr die Verhältnisse am Boden festigt.

    3) setz dich durch, der weiß, dass er das kann :D
     
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  5. Waldvoegelchen

    Waldvoegelchen Lebendiges Wasser.

    Also an sich bin ich zwar pro Eo, Bodenarbeit ist gut, allerdings bezweifle ich, dass sie dir bei deinem Problem hilft, du willst dich schließlich von Rücken aus durchsetzen. Und das ist auch das einzige, was du musst. Da es willkürlich auftritt, kann es ja nicht sein, dass ihm ein Weg nicht geheuer ist, oder dass er gesundheitliche Probleme hat.
    Also bloß niemals durchgehen lassen, versuch ihn gar nicht erst dazu kommen zu lassen, dass er sich umdreht. Schick ihn auf der Stelle seiwärts oder rückwärts (sofern er dann nicht noch weiter rückwärts will :D ), bis er wieder mit dir vorwärts geht.
    Und auch, wenn mich dafür viele hassen werden: Nimm ne Gerte mit und wenn's gar nicht geht, dann zeig ihm auch, dass du eine hast. Ich bin damit auch sehr zögerlich, aber so einen Klaps stört das Pferd nicht die Bohne, der muss das schon merken. Verprügeln sollst du ihn natürlich nicht. :D
     
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  6. Julie

    Julie Guest

    Bodenarbeit fördert die Bindung, das Vertrauen und den Respekt und wirkt sich so indirekt auf das Problem, dass zwar unterm Sattel ist, aus.
    Detto Spazierengehen.

    mMn liegt da nicht mangelndes Durchsetzungsvermögen zugrunde (sich durchsetzen hat übrigends nichts mit Gewalt zu tun, sondern mit Konsequenz *hust*), sondern schlicht fehlendes Vertrauen und eine fehlende Bindung. Unterm Sattel tritt sowas halt gern mal verstärkt auf weil das Pferd, ja auch nix mehr von dir sieht, außer vllt deine Beine, weswegen es sich um einiges schwerer tut sich an dir zu orientieren.

    Also kann ich mich nur Eo anschließen. Mach mit ihm Bodenarbeit, geh mit ihm spazieren, verbinde diese zwei Sachen auch (im Gelände kann man super Bodenarbeit machen^^) und wenn du ausreitest beschäftige ihn dabei, indem du ihn einfach dressurmäßig arbeitest. Und wenn er brav läuft, lob ihn (irgendwie wird Lob immer gern vergessen...).

    Zu dem Tipp mit der Gerte sag ich jetzt mal gar nix, außer Symptome und Reaktionen zu unterbinden, hat noch nie ein Problem nachhaltig gelöst...
     
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  7. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Danke Julie :D

    Das Ding ist einfach das - und das unterschätzen viele ganz enorm: Die Bindung, das Vertrauen, die Beziehung untereinander und somit auch der Respekt des Pferdes zum Reiter - all das wird vornehmlich am Boden gebildet. Einfach weil das Pferd so auf nonverbale Kommunikation eingehen kann. Gerade wenn man ein Pferd neu hat, muss man dieses am Boden "lenken lernen" - und erst wenn das klappt, kann man das im Problemfall auch vom Sattel aus umsetzen.
    "Respekt" meint hier auch nicht, dass das Pferd Manschetten vorm Reiter hat, weil dieser ne gerte hat und das Pferd gelernt hat "lauf ich nicht, krieg ich eine gebraten. Das wäre Angst. Respekt meint, dass das Pferd dann läuft, weil es sich in Vergangenheit aus verschiedensten Gründen als sinnvoll erwiesen hat, den Anweisungen des Reiters zu folgen - und genau das ist auch der einzige Weg, das Problem nachhaltig zu beseitigen.
    Wie macht man das?
    Man übt erstmal am Boden. Man lernt gemeinsam, was kommt wenn usw. Das Pferd lernt, die Lenkung abzugeben, sich lenken zu lassen und sich zu verlassen.
    So. Sitzt das, geht man gemeinsam draußen Löwenzahntiger besiegen.
    Und erst, wenn auch das sitzt, kann man erwarten, dass das vom Sattel aus funktioniert.

    Nur, weil man am Boden kein Problem bemerkt, heißt es nicht, dass keines da ist.
     
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  8. Waldvoegelchen

    Waldvoegelchen Lebendiges Wasser.

    Pferde kommunizieren aber nunmal ganz anders als Menschen. Bodenarbeit ist nur dann sinnvoll, wenn man weiß, was man tut. Wenn man bei der Bodenarbeit inkonsequent ist tanzt dir das Pferd nur noch mehr auf der Nase rum (je nach Übung) oder du gibts irreführende Hilfen und das Pferd macht auch was es will, oder eben das falsche. Deswegen sag ich ja, sie soll ihn mit der Gerte nicht verprügeln, aber streicheln und immer umkehren wenn Herr Pferd das gerade möchte ist auch absolut der falsche Weg. Natürlich muss man loben, das ist mit das Wichtigste an der Pferdearbeit, aber eben auch nur wenn das Pferd etwas gut gemacht hat.
    Bodenarbeit IST gut, aber ich denke nicht, dass sich dieses Problem darüber lösen lässt. Wenn es an grundlegendem Vertrauen mangelte, hätte die RB das auch schon bei den ersten Ausritten gemacht und nicht erst später.
    Es ist auch schwer, das über's Internet zu lösen, weil wir absolut keine Ahnung haben, welche Körpersprache das Pferd hat, wenn es sich umdreht. Ist es entspannt und hat einfach keinen Bock mehr, oder ist es angespannt und weiß entweder gerade gar nicht, wie es mit der Situation umgehen soll, oder ihm ist wirklich doch etwas nicht geheuer.

    Ich will damit eure Meinungen absolut nicht als falsch darstellen, ich bin kein Pferdeprofi und kann mit meiner Meinung auch total daneben liegen.

    [Edit]: Eine ganz gute Erklärung zu meiner Definition von Gerte einsetzen:
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Juni 2016
  9. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Wenn man sich so verhält, dass Bodenarbeit dazu führt, dass das Pferd einem auf der Nase rumtanzt, dann führt auch jegliche Arbeit ohne gezielte Bodenarbeit dazu. Pferde merken das. Und mMn ist eine gewisse Ausstrahlung nach außen und ein gewisses Know How gerade über solche Dinge unabdingbar.
    Vielleicht bin ich da strikt - aber für mich ist es ein No Go ein Pferd ausschließlich zu reiten.
     
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  10. Waldvoegelchen

    Waldvoegelchen Lebendiges Wasser.

    Es geht doch nicht darum, dass man keine Bodenarbeit machen soll, das habe ich nie gesagt. Ich meine lediglich, dass nicht jedes Problem vom Boden aus gelöst werden kann. Es gibt Pferde, die Vertrauen ihrem Besitzer von Grund auf, sind super zu händeln und beim Spazierengehen gibt es nie Probleme, wenn der Reiter draufsitzt aber plötzlich schon. Das ist dann meiner Meinung nach ein Problem, das man von oben aus lösen muss. Und das muss nicht am Pferd liegen, sondern auch am Reiter. Dann muss man natürlich zuerst an sich arbeiten, analysieren wo das Problem liegt und versuchen, es zu beseitigen.

    Aber die Diskussion wird langsam etas Off-Topic. ^^
     
  11. Eowin

    Eowin Hufschmied =)

    Ja, das ist natürlich richtig, aber bei einem Pferd-Reiter-Paar, das sich erst so kurz kennt, würde ich zunächst immer vom Boden ansetzen.
     
  12. LaBimbam

    LaBimbam Bekanntes Mitglied

    Ganz einfache Übung um zu prüfen ob man ein Problem hat:
    Vom Boden nicht vorweg tüffeln sondern das Pferd vorweg schicken, d.h. man geht kurz hinter der Schulter. Latscht das Pferd dann noch immer brav den Weg entlang verarscht es einen mit hoher Wahrscheinlichkeit. Zeigt es dann noch immer Ansätze dazu umzudrehen, stehen zu bleiben oder geht deutlich zögerlich hat man in der Tat ein Vertrauensproblem.
     
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  13. Julie

    Julie Guest

    Bist du ein Pferd? Ganz richtig, nein. Glaubst du wirklich, ein Pferd ist so doof und weiß das nicht? Tut es nämlich wohl :D
    Wir sind Menschen, dass sind Pferde. Beide Tiergruppen haben eine unterschiedliche Art zu kommunizieren. Der Clou an dem ganzen ist das Lesen der jeweilig anderen Körpersprache und entsprechend klar darauf zu reagieren. Pferde können das gut, Menschen haben da oftmals ein Problem damit. Kommunikation findet über eine "eigene" Sprache statt, nicht über die Imitation der Körpersprache des Pferdes. Die kann ein Mensch nämlich gar nicht korrekt nachmachen.
     
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  14. Mondrian

    Mondrian Mitglied

    Ich habe genau das selbe Problem mit meiner Reitbeteiligung :eek: ich bin aber schon seit einem Monat oder so am Lösen. Meine Lösung ist allerdings nicht so ganz freundlich und sieht nicht sehr nett aus, aber es funktioniert. Bei meiner RB sind es einfach Domfinanzprobleme. Auf dem Platz und beim Springen und beim Spazieren ist er ein Lamm, aber sobald es ans Ausreiten geht, macht er an willkürlichen Stellen eine Kurzkehrt. Am Anfang war er total lieb beim Ausreiten, aber dann hat es plötzlich angefangen.
    Ich reite jetzt nur noch breite Wege ohne steile Böschung und wenn er es tut an halte ich einfach solange dagegen, bis er wieder in die richtige Richtung läuft. Normalerweise ist er dann immer 10 m mit nach links gedrehtem Kopf gelaufen bis er irgendwann nachgegeben hat. Und ich halte manchmal an und lasse ihn stehen ohne das er sich umdrehen darf. Er hat sich nach viermal ausreiten und immer dem selben Spiel aber verbessert und inzwischen sind wir bei nur zweimal Kurzkehre auf unserer Runde am Anfang waren es 10mal oder so. :D
     
  15. Annaxiii

    Annaxiii Neues Mitglied

    Ich bin der Meinung,dass er dich austesten will.Ich würde am Platz/Halle einmal so ein Führtraining machen.Nimm ihn dazu am Strick und gehe mit ihm über den Platz.Mach dazwischen Bahnfiguren oder bleib stehen.(vom boden aus!)Dann siehst du ob er sich auf dich konzentriert.Wenn das auf anhieb klappt,reite mit ihm am Platz/Halle und lenke ihn extremst in die Ecken rein...Dann sollte er bald verstehen das der Reiter der Boss ist.Viel Glück ;-)
     

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