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[HK 513] Alle Hengste

Dieses Thema im Forum "Hengstkörungen" wurde erstellt von Rhapsody, 28 Nov. 2021.

  1. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    [HK 513] Alle Hengste

    Regeln:
    - Es dürfen nur Hengste teilnehmen! (Keine Stuten, Wallache oder Fohlen)
    - Jeder User darf nur mit bis zu drei Hengsten teilnehmen!
    - Diese Körung ist max. 3 Monate offen [Stichtag: 28.02.2022], dann erfolgt die Abstimmung ungeachtet der Teilnehmerzahl (max. 10 Teilnehmer)
    - Es dürfen alle Hengste teilnehmen.
    - Bei Fragen: PN an mich (Rhapsody)
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com!
    - Alle Angaben auf dem Bild müssen korrekt sein
    - 5 Joellen an mich (Rhapsody) mit dem Grund: HK 513
    - Nur vollständige Teilnahmen einfügen
    - Es zählen nur die Angaben in diesem Thema
    - Das Pferd muss unbewegt vor dem Kürtext und Steckbrief auf einem offiziellen Hintergrund ersichtlich sein (verlinken reicht nicht)
    - Zusätzlich darf ein Bewegungsbild auf einem beliebigen Hintergrund hinzugefügt werden (das Bild darf allerdings nicht vor dem Hauptbild stehen)

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, sie darf geführt oder geritten werden:
    - Betreten der Halle/des Platzes und anschließendes Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerhengste werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme
    Abstammung
    (muss verlinkt sein)
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerb-Schleife
    1 Punkt für jede Fohlenschau-Schleife
    2 Punkte für jede Reiterspiel-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Bild mit Zubehör
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Bild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:

    Username
    Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Teilnahmen und Überweisungen
    [1] ... ✔
    [2] ... ✔
    [3] ... ✔
    [4] ... ✔
    [5] ... ✔
    [6] ... ✔
    [7] ... ✔


    Disqualifizierungen
    ...

    Viel Erfolg!
     
  2. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Veija
    HGT's Unitato
    [​IMG]

    Exterieur
    Name: HGT's Unitato
    Rufname: Tate
    Alter: 2010, 11 Jahre
    Geschlecht: Hengst
    Größe: 1,58m
    Rasse: American Quarter Horse
    Fellfarbe: Schimmel (?)



    Stammbaum
    von Elasso
    von: Elando
    aus der: Cute Girl


    aus der: Wearing the Inside Out
    von: Brick
    aus der: Sweet Melinda


    Charakter & Beschreibung:
    HGT's Unitato ist ein junger und aufgeschlossener Hengst. Er lernt sehr schnell und man merkt sichtlich, wie viel Spaß ihm die Arbeit mit dem Menschen macht. Unitato zeigt schon jetzt einen großen Ehrgeiz, ist aber genauso feinfühlig und sollte dementsprechend nur in erfahrene Hände. Mit der richtigen Ausbildung wird der Hengst sicherlich in geraumer Zeit sowohl als Turnier- als auch Zuchtpferd sehr erfolgreich. Seine Eltern haben ihm die besten Voraussetzungen mitgegeben.

    Zuchtinfos

    Gekört/Gekrönt: nein

    Besitzer: Veija (Caleb O'Dell)
    Vorbesitzer: Eddi
    Gezüchtet bei/Zucht: Hofgut Tannenheide

    VKR: Ivi.Kiwi

    Kaufpreis: 0 Joellen
    Zu Verkaufen: nein


    Qualifikationen:

    eingeritten
    nicht eingefahren


    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen E

    Western
    Reining LK 4




    Erfolge:
    [​IMG]
    1. Platz 383. Westernturnier

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    3. Platz 476. Westernturnier, 3. Platz 607. Westernturnier

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    1. Platz 302. Militaryturnier

    [​IMG]
    3. Platz 300. Militaryturnier

    [​IMG]
    1. Platz 379. Distanzturnier

    [​IMG]
    2. Platz 284. Distanzturnier

    [​IMG]
    3. Platz 285. Distanzturnier, 3. Platz 372. Distanzturnier

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    1. Platz 519. Fahrturnier, 1. Platz 522. Fahrturnier

    [​IMG]
    3. Platz 523. Fahrturnier

    [​IMG]
    1. Platz 567. Rennen, 1. Platz 569. Rennen

    [​IMG]
    1. Platz 644. Springturnier, 1. Platz 374. Synchronspringen

    [​IMG]
    2. Platz 371. Synchronspringen, , 2. Platz 372. Synchronspringen

    [​IMG]
    3. Platz 641. Springturnier, 3. Platz 645. Springturnier

    [​IMG]
    3. Platz 644. Dressurturnier

    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch:

    Hufschmied:
    Hufzustand: gut
    Letzter Besuch:
    Beschlag:

    HGT’s Unitato Reining LK 5 - LK 4
    August 2021, by Veija
    Caleb
    “Bellamy kannst du dich bitte mal beeilen? Der Transporter kommt in ein paar Minuten und die Boxen sind noch nicht gemacht, wo soll ich die denn dann hinstellen?” Ich fuhr mit nervös durch die Haare und setzte dann meinen Hut wieder auf den Kopf. Ein neuer Monat. Das bedeutete, es kämen neue Trainingspferde. Valhalla von Tiara Everdeen, eine alte Bekannte, und Doo Wop von Colin Blackburn.
    Valhalla kam vom Flughafen, Doo Wop quasi aus der Nachbarschaft, denn das Whitehorse Cree Stud lag nicht allzu weit weg von hier- und wie es der Zufall so wollte, hatten sich die beiden Fahrer gleichzeitig angemeldet, ohne dass hier auch nur ansatzweise etwas für den Einzug bereit wäre.
    Bellamy verschwand gerade im Stall, um endlich die Boxen zu misten. Cayce stand am Zaun der Paddocks, um dort die Litze zu reparieren.
    Und ich? Ich ging zum kleinen Reitplatz und legte mir die Stangen anders hin. Einerseits für Cotton Eye, denn sie würde in diesem Monat für die LK1 fertig gemacht werden, andererseits für Valhalla, die sich derzeit erst in der LK5 befand. Der Platz war groß genug, um zwei Pattern dort liegen zu haben.
    Nun war es auch soweit und der erste Transporter fuhr auf den Hof. Es war der vom Flughafen, als würde sich Valhalla dort drin befinden. “Ich komm schon und lad sie aus”, winkte ich dem Fahrer zu, so dass er sich gar nicht weiter mit der schwierigen Stute beschäftigen musste. “Hey mein Mädchen”, begrüßte ich die schöne Stute. Sofort wandte sie mir den Blick zu und scharrte ungeduldig mit den Hufen auf dem Boden. “Ist gut, ich nehm dich mit raus.”
    Es polterte und den letzten Satz sprang die Stute von der Rampe, doch sie schien wohlbehalten bei uns angekommen zu sein. Kurz sah ich zu Cayce. “Fertig mit der Litze?”, fragte ich ihn, denn ich wollte die Stute nun ungerne sofort in die Box stellen.
    Cayce stand auf, klopfte sich das verdorrte Gras von der Hose und nickte. Also brachte ich die Stute in ihren Paddock, drückte Cayce den Führstrick in die Hand und befreite sie von Decke und Transportgamaschen. Valhalla trabte sofort aufgeregt am Zaun entlang und wieherte ohrenbetäubend. Natürlich bekam sie ein paar Antworten- und als sie drei Paddocks weiter eine andere Stute entdeckte, beruhigte sie sich ganz schnell.
    Ich gab dem Fahrer des Transporters sein Geld, ließ mir die Papiere übergeben und wünschte ihm noch einen schönen Tag.
    Gleich als er den Hof verlassen hatte, kam der Zweite. Darin müsste sich Doo Wop befinden, eine schöne Criollostute. Das Ausladen verlief unproblematisch. Doo Wop war mir als ausgeglichen, aufmerksam, gutmütig, mutig und neugierig beschrieben worden. Genau das traf von der ersten Sekunde an auf sie zu.
    Auch sie stellte ich auf ihren Paddock, befreite sie von den Transportgamaschen und ging zum Fahrer zurück, der mir die Papiere überreichte, während ich ihm sein Gehalt in die Hand drückte und ebenfalls einen guten Tag wünschte.
    Später im Büro schaute ich mir die mitgelieferten Unterlagen der Pferde an und sortierte sie schön sachgemäß dort ein, wo sie hingehörten. Bei Doo Wop allerdings hielt ich inne. Reining LK 3 auf LK 2? Ich schaute mir ihre Papiere an. Stand: LK 5. Wurde hier vergessen nachzutragen? Lag hier ein Fehler vor? Ich wählte sofort die Nummer von Colin, um Licht ins Dunkle zu bringen, doch weder er noch die Reiterin der Stute, Hazel O’Connor, gingen ans Telefon. Ich hinterließ ihrem Besitzer eine Nachricht auf der Mailbox, packte die Unterlagen weg und widmete mich dem neuen Wochenplan. Es stand so einiges an.
    Am Nachmittag rief mich Colin zurück. Das Missverständnis lag an einem fehlenden Eintrag, die LK - Aufstufung stimmte demnach also mit dem mir gegebenen Auftrag überein.
    Montag: Nachdem die Neuankömmlinge ein paar Tage Zeit gehabt hatten sich einzugewöhnen und ich den anderen beiden Pferden eine Ruhepause gegönnt hatte, ging es in dieser neuen Woche direkt mit viel Arbeit los.
    Ich startete mit Twister. Cayce könnte ihn zwar auch reiten, aber zur Zeit waren er und ich ein so gutes Team, dass ich mich dazu entschlossen hatte, ihn selbst bis zum Ende zu reiten.
    Stattdessen gab ich Cayce den Auftrag, parallel mit HGT’s Unitato zu trainieren. Es wurde Zeit, dass der Hengst endlich ins Training kam.
    Twister schien heute einen guten Tag zu haben. Er stand unglaublich gut an den Hilfen und ließ sich feiner über den Sitz reiten. Ich machte nur eine kurze Einheit, denn er wusste um was es ging und ich wollte ihn mir nicht zum Schluss noch verheizen.
    Während des Abreitens sah ich Cayce und Tate zu. Der Hengst war nicht dumm, keine Frage. Ihm fehlte einfach nur eine solide (Reining-) Grundausbildung. Er schien unglaublich feinfühlig, weshalb ich meinen Mitarbeiter nicht nur einmal darauf hinwies, den Druck früher wegzunehmen und ihn gar nicht so lange an einer Position zu halten. Er gab willig nach, also sollte man als Reiter ebenso schnell auch wieder nachgeben.
    Am Nachmittag schnappte ich mir Valhalla. Cayce setzte ich auf Cotton Eye und wies ihn an, viele enge Wendungen über Stangen zu reiten, sie zwischendurch aber immer wieder gerade raustraben zu lassen, damit sie sich immer wieder nach vorne strecken konnte und nicht so lange gebogen laufen musste.
    Mit Valhalla wollte ich heute eigentlich gar nicht so viel machen, da ich dachte, sie würde eine Weile brauchen, um sich wieder an mich zu gewöhnen. Dem war jedoch ganz und gar nicht so! Schon beim Putzen und Satteln war sie super drauf, auch beim Aufsitzen und Warmreiten konnte ich nicht meckern. Die Stute schien nichts vergessen zu haben.
    Also fing ich mit einfachen Übungen an. Schritt- und Trabstangen auf gerader und großer gebogener Linie. Nach ein paar Durchgängen und einem antesten des Rückwärtsgehen fürs Stangen L lobte ich sie und ritt sie ab, ehe ich sie wieder aufs Paddock brachte.
    Cotton Eye hatte sich mit Cayce super geschlagen, er würde die Stute in den letzten Wochen noch öfter reiten, denn auch hier fehlte es nur noch an ein paar feinen Abstimmungen. Der Sprung von der LK 2 in die LK 1 war immer nur ein kleiner Grad.
    Als letztes Trainingspferd für heute hatte ich Doo Wop unter dem Sattel. Die schicke Stute war der Hingucker auf dem Hof. Dabei fiel sie weniger durch ihr stechend blaues Auge, sondern durch ihre Scheckung auf.
    Die Stute lief bereits in der LK 3, also auf Bit. Ich war gespannt, wie gut sie wirklich ausgebildet war oder ob die vorherigen Trainer eher der Devise: schneller und höher nachgegangen waren.
    Schon beim Warmreiten merkte ich Doo Wop an, dass sie zwar unglaublich aufmerksam war und diesen gewissen “will to please” besaß, jedoch noch gar nicht wirklich die Kraft hatte, sich selbst so zu tragen, wie ich es gerne hätte.
    Anstatt heute schon an die Manöver zu gehen, wurde es (für mich) eine wirklich lockere Stunde, in der ich immer wieder Nachgiebigkeit forderte und sie dazu animierte, den Rücken zu heben und mehr unter mir zu laufen. Dies machte ich nur im Schritt und im Trab, galoppierte sie zum Abschluss noch zwei Runden und ritt sie dann eine Weile trocken. Doo Wop schwitzte stark, denn für sie war das Training definitiv ziemlich anstrengend gewesen. Ich wusste nun jedoch genau, wo ich ansetzen musste.
    Dienstag: Twister hatte heute einen schlechten Tag. Er gab mir im Maul nicht nach, machte manchmal einen Hüpfer zur Seite, wenn ihm Unitato zu nahe kam und hörte mir von vorne bis hinten nicht zu. Also gingen wir raus, ins Gelände. Dort konnte ich genauso fast alles abfragen, was ich ihn heute in der Halle abgefragt hätte. Siehe da: er hörte mir zu. Neben diversen einfachen Übungen fragte ich das Rückwärtsgehen und die Spins ab. Auch Roll Backs aus dem Stand waren kein Problem auf dem weichen Sandboden einger Wege hier.
    Zurück auf der Ranch angekommen ging ich jedoch wieder zurück in die Halle, verschob noch ein paar Mal Hinter- und Vorhand, ehe ich ihn in den Feierabend entließ. Ich wollte nicht, dass er das Gefühl hatte, er könne in der Halle auf stur stellen und käme dann mit einem lockeren Ausritt davon.
    “Wie war Tate heute?”, fragte ich Cayce im Vorbeigehen, der sich schon Cotton Eye fertig gemacht hatte und runter zum Platz gehen wollte.
    “War heut schon besser als gestern, der ist nicht so ein Panzer wie manch andere Pferde hier. Ich muss mich da selbst ermahnen, ihn lockerer anzufassen.”
    Ich nickte, klopfte ihm auf die Schulter und machte Twister fertig für seinen Paddock.
    Dann schnappte ich mir Valhalla und ging runter auf den Platz. Wir übten das Gleiche wie gestern, nur variierte ich das Tempo. Mal im langsamen Schritt über die Stangen, mal im schnellen Schritt oder sogar von der anderen Seite. Prompt hatten wir ein Problem. Valhalla stand bei mir so gut an den Hilfen, dass ich immer wieder schlichtweg vergaß, dass sie auf einem Auge blind war. So auch jetzt bei den Trabstangen. Ich wandte auf ihrer blinden Seite ab und wir stolperten über alle drei Stangen rüber. Ich fluchte. “Alles gut, Mädchen. Das war nicht dein Fehler gewesen.”
    Nun hieß es überlegen, wie ich ihr helfen konnte. Sie war zu sensibel, als dass ich ihr Impulse über die Beine geben konnte. Also versuchte ich es mit Stimmkommandos. Jedes Mal, wenn wir über eine neue Stange ritten, klackte ich ihr kurz. Ganz leise, nur für sie und mich bestimmt, aber präsent. Diese Taktik half ihr sofort und ich entschloss für mich, dies in ihr tägliches Training mit einzubauen. Dass sie das blinde Auge besaß war kein Grund, dass sie nicht doch ein paar Trails laufen konnte.
    Cotton Eye und Cayce machten sich als Team wunderbar. “Du kannst morgen mal die Pattern von vorne bis hinten durchreiten. Klappt das fehlerlos, kann sie schon nach Hause.”
    Am Nachmittag war Doo Wop wieder an der Reihe, die sichtlich Muskelkater hatte. Ich dehnte sie vom Sattel aus von vorne bis hinten durch und entließ sie dann wieder auf ihren Paddock, das reichte für sie für heute.
    Donnerstag: Am Mittwoch hatten alle Pferde frei gehabt, außer Cotton Eye. Die Pattern war nicht gut gelaufen, weshalb Cayce und sie es heute Morgen noch einmal versuchen sollten. Ich stand am Zaun, checkte ein paar Mails auf meinem Handy und beobachtete die beiden von hier aus beim Warmreiten.
    Als die beiden zur Brücke, dem Start der Pattern ritten, schaute ich auf. Über die Brücke ging es im Schritt, es folgte ein ziemlich enger Slalom im Trab, bei dem die beiden über drei Stangen in die Box reiten mussten. Dort drehten sie sich um 360 Grad nach rechts, ehe sie aus der Box heraus mit nur wenigen Schritten am Tor standen. Mit der linken Hand wurde dies geöffnet. Cayce dirigierte die Stute ganz fein hindurch, drehte sie und schloss das Tor wieder. Nun hieß es auf der rechten Hand angaloppieren. Die Stute sprang nicht sofort an, Cayce hatte sie nicht genug gestellt. Ich sagte jedoch nichts sondern wartete ab. Cayce wandte ab, ritt zurück, einmal ums Tor herum, stellte sie neu und galoppierte nochmal an. Sie sprang sofort an und so konnten sie die 5 Stangen auf einem Zirkel wunderbar reiten, ehe es wieder im Trab über 6 unterschiedlich hohe und unterschiedlich weit auseinander liegende Stangen ging, bevor die beiden zum Stangen L kamen, welches sie rückwärts und mit links durchritten. Es folgte noch ein Galopp auf der linken Hand über ein paar Stangen, ehe sie neben der letzten Pylone stoppten. Cayce lobte die Stute ausgiebig und schaute zu mir herüber. Ich nickte. “Die kann heim”, meinte ich nur und ging hoch zu den Paddocks, um mir Twister zu schnappen und auch mit ihm eine Reiningpattern ganz durchzureiten. Wenn er sich genauso gut wie Cotton Eye schlug, würden sie in ein paar Tagen die Heimreise antreten.
    Unser Ritt startete mit einem Rund Down rechts der Mittellienie, den wir mit einem Stop am Ende der Bahn beendeten. Nach einem Roll Back nach links galoppierten wir genau über X, stoppten am Ende wieder. Erneut ein Roll Back, diesmal nach rechts, auf die andere Run Linie und ein dritter Sliding Stop hinter dem Mittelmarker. Ich nahm die Zügel minimal auf, verlagerte mein Gewicht nach hinten, streckte die Füße vor und wir gingen bis zu X zurück rückwärts. Wir verharrten kurz, ehe ich ihm die Hilfen zum Spin nach rechts gab. Er drehte etwas holprig an und drehte sich mit dem Hinterbein raus. Das wollte ich noch so stehen lassen, trabte ihn kurz ein paar Runden in Außenstellung auf einem kleinen Kreis, ehe ich ihn wieder in den Spin hineindrehte. Dieses Mal klappte es wesentlich besser, so dass nun auch noch die vier Spins nach links folgten. Dabei stellte er sich wesentlich besser an, so dass ich ihn nun ein wenig länger verschnaufen ließ, als es normalerweise üblich war. Da ich vergessen hatte ihn in Stellung zu drehen, drehten wir uns nun noch zusätzlich eine viertel Runde, damit wir mit den Zirkeln anfangen konnten. Ich galoppierte ihn zunächst auf der linken Hand an. Hier ritten wir drei Zirkel. Davon den Ersten groß und schnell, den Zweiten klein und langsam und den dritten wieder groß und schnell, ehe wir an X auf die andere Hand wechselten. Die schnellen Galoppwechsel lagen ihm wirklich gut.
    Nun machten wir das Gleiche auch wieder auf der rechten Hand, ehe wir an X wieder auf de anderen Zirkel wechselten. Zum Abschluss folgte an der rechten Run Linie ein letzter finaler Sliding Stop, für den ich Twister etwas mehr antrieb, als ich es sonst tat.
    Der Hengst zog wunderbar an und stoppte butterweich. Ich ließ sofort die Zügel aus der Hand gleiten und lobte ihn ausgiebig. Twister hatte sich wahnsinnig gemacht!
    Das Training mit Valhalla als auch Doo Wop verlief ohne Probleme. Die Criollostute schien noch immer Muskelkater zu haben, weshalb ich das Training heute noch immer lockerer anging. Valhalla kam mit meiner Unterstützung besser zurecht und ich konnte anfangen, sie auf der blinden Seite immer besser abzuwenden.
    Am Abend telefonierte ich mit Reyna und wir besprachen den Transport der Pferde nach Hause. Ein paar Tage würden die beiden Pferde noch bei uns bleiben und konnten sich ausruhen, ehe sie wieder zurückfliegen würden. Das Training war jedoch mit vollem Erfolg abgeschlossen.
    *
    Eine Woche später: Valhalla entwickelte sich prächtig. Durch das vorherige Reiningtraining bei mir stand sie wunderbar weich an den Hilfen und durch meine stimmliche Unterstützung schaffte sie es über fast jede Stange. Durch ihr blindes Auge würde sie deshalb immer ein wenig Probleme mit den Stangen haben, wenn man sie auf ihrer “schlechten” Seite zu abrupt abwendete oder das Stimmkommando vergaß, dennoch stand ihr der weitere Weg zu höheren Trail Klassen auf jeden Fall offen!
    Doo Wop dagegen hatte mich vollkommen positiv überrascht. Nachdem ich bei den ersten Ritten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hatte aufgrund fehlenden bzw. falschen Trainings, hatte sie sich zu einer wahren Musterschülerin entpuppt. Es haperte bei ihr einfach an den Basics, die Manöver saßen allerdings 1A. Da war einiges an Vorarbeit geleistet worden- und aufgrund dessen, dass sie sich da so gut machte, beschränkte ich den Großteil des Trainings darauf, die fehlende Grundausbildung aufzuarbeiten. Von Tag zu Tag wurde die Stute besser und es machte wirklich Spaß, mit ihr zu arbeiten.
    Manchmal nahm sie mir jedoch einen Schritt vorweg. So zum Beispiel beim Spin- Training. Mir war es wichtig, dass sie die kleinen Volten in Außenstellung sauber mit nach innen kreuzendem Vorderbein lief, dabei aber die Hinterhand nicht vergaß und nicht auf die Idee kam, es wäre einfacher, hinten stehen zu bleiben und zu drehen- das konnte sie ja. Also übten wir einfach gemeinsam, uns besser zuzuhören und aufeinander zu achten, ohne uns gegenseitig Schritte vorweg zu nehmen.
    Am Ende unseres Monats war ich mit Valhalla als auch Doo Wop zufrieden. In den Abschlussbericht der beiden Pferde schrieb ich unter PS: “Ich würde es sehr begrüßen, Ihr Pferd noch ein weiteres Mal auf Bow River zum Training zu haben.”

    Schneller als gedacht hatten wir HGT's Unitato fertig für die Körung bekommen. Nachdem er im Dezember 2020 zu uns gekommen war und sich eingelebt hatte, hatten wir mit dem Training begonnen. Kurz danach folgten die ersten Turniere, bei denen er fast immer unter die ersten 3 gekommen war. Es waren nur Kleine gewesen, keine mit hohen Ansprüchen. Aber perfekt, um den Ehrgeiz des Hengstes zu wecken, sich doch besonders anzustrengen.
    Nun waren wir also auf der 513. Hengstkörung für alle Hengste, auf der Bellamy den Hengst vorstellen wollte. Die beiden hatten viel zusammen trainiert und ich war mich sicher, dass der junge Mann ihn ordentlich vorstellen können würde. Octavia und ich waren gerade dabei Tate die Bandagen anzulegen, als Bellamy fertig angezogen und mit seinem Hut auf dem Kopf von den Umkleiden kam. Er sah richtig gut aus, so ganz im Westerndress. "So könntest du ruhig öfter rumlaufen", witzelte O und erntete gleich einen bösen Blick ihres Bruders. Nervös stopfte er sein Hemd in die Hose und hatte es gleich geknittert. "O, helf dem armen Kerl mal, das kann man ja nicht mit ansehen."
    Ich kümmerte mich weiter um Tate, während Octavia dafür sorgte, dass Bellamy ordentlich angezogen war. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie sie um ihn herum tigerte und immer wieder an etwas zuppelte.
    Nachdem die Mähne und der Schweif des Hengstes von den Zöpfen befreit und aufgekämmt war, sprühte ich noch ein wenig Glanzspray hinein, damit sie schön schimmerte. "Nun aber rauf da", sagte ich zu Bellamy, half ihm hoch und zog die Chaps zurecht. Gemeinsam gingen wir zur Abreitehalle und er wärmte den Hengst ausgiebig auf. Immer wieder gab ich ihm ein paar Tipps, wie er das Aufwärmtraining noch effektiver gestalten konnte.
    Schließlich wurde er aufgerufen. "Als nächstes sehen wir HGT's Unitato. Ein 11 Jähriger Hengst aus der Zucht des Hofgut Tannenheide. Von Elasso aus der Wearing the Inside Out. Geritten von Bellamy Blake, im Besitz von Caleb O'Dell von der Bow River Ranch in Canada."
    Gespannt schauten O und ich dem Treiben zu. Nach dem üblichen Betreten der Halle und grüßen an X stellte er den Hengst in allen drei Gangarten zunächst auf der rechten, dann auf der linken Hand vor. Nachdem die Pflichtaufgaben abgeschlossen waren, zeigte er ein paar der typischen Manöver der Reining. Schließlich war der Hengst dort bereits trainiert, obgleich er erst in der LK 4 lief. Die Manöver waren allesamt sauber geritten, wenn auch noch ziemlich langsam. Mit steigender Ausbildung würde die Schnelligkeit dazu kommen, ohne Frage.
    Bevor er die Halle verließ verabschiedete er die Richter erneut, in dem er sich an X aufstellte und den Hut vom Kopf hob. Unter Applaus verließen die zwei die Halle und gingen erneut in die Abreitehalle, um den Hengst noch eine Weile im Schritt trocken zu reiten. Ich klopfte den Hals des Hengstes und gab auch Bellamy einen Klaps aufs Bein. "Hast du gut gemacht, bist gebucht für die nächsten Male", lachte ich. Bellamy dagegen sah mich verzweifelt an.
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  3. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Voodoozirkus

    [​IMG]

    Steckbrief //
    Zuchtname: Voodoozirkus
    Rufname: Voodoo

    Aus der: Yuki Shiro
    Mutter: Linnea Vater: Sporentritt
    Den: Nico
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Isländer - Norweger Mix
    Geburtsdatum: 15. August 2014
    Farbe: Buckskinfalbschecke Splash
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 147 cm

    Charakter:
    Voodoo kann bei der Arbeit am Anfang ziemlich hektisch sein, doch wenn man ihm seine Zeit lässt und genügend Ruhe übermittelt, ist der Hengst zielstrebig und wissbegierig. Er zeigt kaum Hengstmanieren und ist sehr umgänglich.
    ____________________________________

    Gencode: Ee AA nCr DD nT nSpl
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: A / M
    Springen: E / A
    Military: -
    Fahren: -
    Rennen: -
    Gangreiten: A / L
    Western: -
    Distanz: -

    Gänge: 4

    [​IMG]
    300. Gangturnier (03.10.2021)
    304. Gangturnier (16.11.2021)
    310. Gangturnier (13.01.2022)

    [​IMG]
    147. Gangturnier (23.10.2017)

    [​IMG]
    257. Synchronspringen (02.09.2018)
    262. Synchronspringen (08.10.2018)
    263. Synchronspringen (31.10.2018)

    [​IMG]
    519. Dressurturnier (22.09.2018)

    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Royal Peerage, Italien
    VKR: Maleen
    Ersteller: Maleen

    Hufschmied (15.01.2022) //
    Hufschmiedleistungen / Mohikanerin
    Lu’lu’a, Voodoozirkus, Glanni frá glæsileika eyjarinnar, Snúra, Northumbria

    “Immer auf den letzten Drücker. Ich war doch vor vier Tagen erst da”, lachte ich am Telefon und blätterte durch Terminkalender. Auf dem Lindö Dalen warteten vier Pferde auf mich, eine Stute sei nicht so wichtig, aber der Aluminium Beschlag soll runter. Die drei Hengste hingegen sollte schon letzte Woche dran sein, woran keiner mehr dachten.
    “Also”, erklärte ich und hielt meinen Finger auf den nächsten Tag, “morgen kann ich kommen, da bin vorher in Kalmar und sollte euch dazwischenschieben können. Es wäre super, wenn die Pferde schon im Stall warten und die Eisen bereits ab sind, weil mein Gehilfe ist krank.”
    Gesagt, getan.
    Der nächste Tag kam schnell, so schnell, dass ich verschlief und eilig in meine Arbeitskleidung schlüpfte, um noch rechtzeitig auf dem Gestüt neben der Trabrennbahn anzukommen. Neben der dunklen gescheckte Stute stand ihre Besitzerin, die fröhlich mit ihren Fingen durch die dichte Mähne fuhr und freundlich winkte. Außer Atem sprang ich vom Fahrersitz hinunter und suchte auf der Ladefläche nach meinem Werkzeugkasten. Da grauste es mir. Dieser stand noch in meiner Werkstatt. Gestern hatte ich Kunden vor Ort, die häufig mit ihren Pferden zu mir aufs Gelände kamen. Aber, ganz unvorbereitet war ich natürlich nicht. Hier und da lagen Instrumente im Regal, die seit Jahren nicht mehr verwendet wurden.
    “Und, die Saison war erfolgreich?”, fragte ich freundlich, entfernte ein Eisen nach dem anderen. Snúra stand wie immer geduldig am Anbinder, genoss die Streicheleinheit ihrer Besitzerin und ließ mich alten Mann die Arbeit verrichten.
    “Es ging so”, seufzte sie, “wir waren auf nicht so vielen Turnieren wie geplant, aber nächstes Jahr gehts weiter.”
    Wie schon im letzten Winter kam die Stute auf eine große Weide mit Artgenossen, um sich für zwei Monate entspannen zu können. Dafür mussten jedoch die Hufeisen ab. Nachdenklich beobachtete ich den kleinen Spalt in der Hufwand.
    “Seit wann hat sie den?”, fragte ich nach. Die letzten Termine hatte ein Kollege aus dem Unternehmen gemacht. Ich war mit meiner Frau für einige Monate in Afrika, Rundreise. Sie hatte es sich seit Jahren gewünscht.
    “Ähm”, Milena betrachtete den Schaden, aber zuckte dann mit den Schultern. Der Spalt war nicht groß, sollte sich aber bestenfalls nicht verschlimmern, deswegen entschied ich, die kleine Stelle auszufräsen und mit Silikon aufzufüllen. Die Fräse hatte ich glücklicherweise direkt im Auto. Milena legte mir freundlicherweise das Verlängerungskabel vom Stall zum Anbinder und nach dem Raspeln der Hufe begann ich die kleine Stelle zu entfernen. Es dauerte nur wenige Minuten, dann was auch das Silikon ausgehärtet.
    “Dann ist sie jetzt bereits für die Weide. Achte darauf, dass sie die nächsten Tage etwas trockener steht und dann passt das”, erklärte ich beim Einpacken und fuhr weiter zur Halbinsel.
    Wie am Telefon besprochen, hatten sie die Hufeisen schon entfernt und ich begann mit Glanni, der, wie auch Snúra, im Winter ohne Beschlag unterwegs war. Mit ihm war es ein leichtes Unterfangen. Die Isländer bearbeitete ich am liebsten. Es waren immer ruhige Geschöpfe, die zwar gern an meiner Schulter knabberten, aber nur selten ein Bein verzogen oder andere Bösartigkeiten zeigten. Nach zwanzig Minuten hatte er schöne Hufe und konnte zurück auf den Paddock. Jonina brachte den Hengst weg und ich setzte mit Lu fort, der wie Humbi den Beschlag gegen normalen Beschlag gewechselt bekommen sollte an den Vorderhuf. Hinten blieben die Pferde barfuß. Nach dem Raspeln und schneiden, schleifte ich den Stahl am Auto und suchte nach den Stiften und Grip, die zusätzlich an den Huf sollten. In einem der letzten Schubfächern wurde ich fündig.
    “Wir haben Voodoo vergessen”, lachte Jonina, die mit dem Mix Hengst am Halfter zurückkam. Ich nickte nur und nagelte mit gezielten Schlägen die kalten Hufeisen mit den Grip dazwischen an die Hufe des Hengstes. Lu lief mit den Stiften einige Meter wie auf hohen Schuhen, hatte sich dann aber daran gewöhnt.
    Genauso fix kümmerte ich mich um Humbi, die im Vergleich zu allen anderen Pferden, wenig begeistert von meiner Arbeit am Bein war. Nervös zuckten die Beine und einige Male schlug sie mit dem Schweif in meine Richtung. Aber ich ließ mich nicht ablenken, versuchte mich allerdings vor ihren Schlägen zu schützen. Vriska gab ihr Bestes, die Stute abzulenken. Zum Schluss bekam noch Voodoo den Winterbeschlag.
    “WIr fahren nächste Woche zur Körung”, erzählte Jonina beiläufig. Dabei erfuhr ich, dass es die Veranstaltung war, bei der ich als Hufschmied da sein würde. Viele Minuten tauschten wir uns darüber aus und freuten uns darauf, dass auch Voodoo die Möglichkeit bekam, obwohl er in keinem schwedischen Zuchtverband anerkannt wurde.
    “Also, Northumbria, Lu’lu’a, Voodoozirkus und Glanni frá glæsileika eyjarinnar waren dann?”, gingen wir zusammen durch die App, um eine Rechnung zu bestellen. Sie nickte und ich bestätigte alles. Mit weiteren Klicks war die Dienstleistung bezahlt und ich fuhr zurück auf meinen Hof, um die Vor-Ort-Kunden zu bearbeiten.

    Tierarzt (25.11.2021) //
    Tierarztbericht / Wolfszeit
    Lu’lu’a//Voodoozirkus// Glanni frá glæsileika eyjarinnar// Legolas


    Kaum hatten die weißen, wässrigen Flocken die Windschutzscheibe berührt, zerschmolzen sie auch gleich zu einer matschigen Masse, die sich am unteren Rand sammelte. Auch auf den weiten offenen Flächen des Gestüts bleib der Schneematsch liegen und weichte die Böden auf. Im Stall wurde ich bereits erwartet von Lina mit dem ersten Patienten erwartet. Dick eingemummelt saß sie auf der Bank am Putzplatz, während der Schecke versuchte seinen Kopf so zu drehen, dass er mit seinen Lippen einen der seitlich eingehängten Stricke zu erreichen.
    “Guten Tag, Dr.Linqvist. Schön, dass sie trotz des Wetters zu uns gefunden haben. Der erste Patient heute ist Lu”, begrüßte die junge Dame mich freundlich und stellte mir im gleichen Zuge den Patienten vor. Neugierig nahm der junge Hengst nicht in Augenschein, bevor ich mit der Behandlung beginnen durfte. Äußerlich war der Hengst in Topform. Das aufgeweckte Tierchen versuchte die Untersuchung zu boykottieren, indem er immer wieder versucht meine Werkzeuge zu stibitzen, dennoch konnte ich bei der Untersuchung von Herzschlag und Atmung könnte ich nicht auffälliges feststellen. Lina verpackte den Hengst wieder in seiner Decke und brachte ihn zurück in seine Box. Als Nächstes stellte sie mir einen großen Rappen mit auffälliger Blesse hin. Der Hengst musste noch recht neu sein, denn ich hatte ihn bisher noch nie hier gesehen oder ihn behandelt. Unter der Decke kam ein gut im Training stehendes und offenbar frisch geschorenes Warmblut zum Vorschein. Auch an diesem Patienten gab es nichts zu entdecken, bis auf eine Stelle, wo ein wenig Fell fehlte, was wohl von der erst kürzlich erfolgten Herdeneingliederung herrührte. Auch Legolas durfte nach seiner Untersuchung zurück in die Box.
    Das nächste Pferd, welches mir gebracht wurde, war ein kleiner stämmiger Fuchs. Dem Isländer schien das, bescheiden Wetter reichlich wenig zu stören, denn sein dichtes Langhaar zeugte von Feuchtigkeit. Auch bei Glanni gab es nichts zu beanstanden, sodass es auch schnell zum letzten Kandidaten Voodoozirkus ging. Alle Pferde waren gesundheitlich in einem idealen Zustand, sodass ich mich zufrieden verabschieden konnte.

    Trainingsberichte (2) //
    Dressur E zu A | 30. November 2017
    Litfari | Voodoozirkus

    Es steht seit Wochen so viel auf dem Plan, so gut wie alle Pferde müssen trainiert werden und natürlich helfen mir meine Brüder nur Minimal. Auf dem heutigen Plan stehen die beiden Junghengste Voodoozirkus und Litfari. Ich habe Beide bereits öfter longiert und sie kennen einiges. Vorbereitet habe ich heute, dass die beiden Hengste die Trense kennenlernen. Dafür habe ich sie heute früh schon mit dem Gebiss gefüttert und jetzt longiere ich sie damit. Zuerst ist Litfari an der Reihe, weil er etwas komplizierter ist als Voodoo. Schon der Weg zum Roundpen erweist sich heute als Schwierigkeit, da er jedem Grashalm nach schielt und sofort stoppt. Doch Litfari ist ein ziemliches fettes Fellmonster und hat dementsprechend viel Masse. Ein großer Ruck durchfährt mich, wenn er bremst. Angekommen im Roundpen muss ich ihn ziemlich triezen und nach einiger Zeit wird es besser. Auf dem Paddock spielt er viel mit den anderen Pferden aber bei der Arbeit kotzt er ziemlich ab.
    Umso einfacher ist es mit Voodoo. Er ist sehr lauffreudig und muss öfter gebremsten werde als getrieben. Ich habe es sehr gern, wenn die Pferde unterschiedlich sind, dann wird es nie langweilig. Er hat nicht viele Probleme mit dem was er tun soll und führt es einfach aus. Zudem lernt der Hengst echt schnell und demnächst möchte ich mich auf ihn setzen.
    ___
    Nach weiterer Arbeit sind die Hengst fast auf einem Niveau, doch mit Iljas Hilfe konnte ich mich bereits auf Voodoo setzen und einige Runden geführt werden. Heute ist Litfari mit den ersten Reiterfahrung an der Reihe. Er kennt schon den Sattel und das ich über ihn lehne. Leicht nervös reagierte er darauf aber mit einigen Leckerlis klappte es. Dank Iljas Hilfe klappte alles gut und wir machen weiter mit Voodoo.
    Ilja hatte schon alles vorbereitet und ich setze mich wie die Male zuvor auf den Hengst. Er longiert mich heute auf ihm. Am Ende machen wir noch einige Lenkübungen. Demnächst gehen wir ins Viereck und dann geht es los mit der einfachen Dressur.
    ___
    Nach insgesamt zwei Monaten sind beide Hengste soweit, dass ich mit einfachen Dressur anfangen kann. Deshalb arbeiten Ilja und ich gemeinsam mit den Pferden auf dem Platz, weil er deutlich mehr Erfahrung als ich in der Dressur, obwohl es eins meiner Abschlussfächer war. Für die Pferde stehen heute einfache Sachen wie Biegen, Stellen, Halten, Rückwärtsrichten und Bahnfiguren auf dem Plan. Dafür reiten wir sie warm und beginnen dabei schon einigen Aufmerksamkeitsübungen. Ich habe es ziemlich leicht mit Voodoo, der immer eher gebremsten werden muss, wohingegen Ilja Litfari sehr treiben muss und er eher gegen ihn arbeitet. Ich bin froh, dass Ilja sich etwas in den Hengst verguckt hat, weshalb er mit ihm arbeiten wollte.
    Der heutige Tag ist sehr erfolgreich. Beide Hengste haben neues dazu gelernt und die Gänge deutlich gefestigt. Die Grundgänge klappen schon ziemlich sicher.
    ___
    Nach weiteren intensiven Wochen Training sind beide Hengste sehr sicher geworden in den Grundgängen und sind sehr aufmerksam. Sie beherrschen das Halten, Zirkel vergrößern und -kleineren, Schlangenlinien sowie kleine Tempi Unterschiede in den Grundgängen. Unser Vater hat sich Voodoozirkus und Litfari prüfend angeschaut und ist sehr zufrieden. Innerhalb eines halben Jahres sind beide Hengste einritten und in das Leben eines Reitpferdes eingeführt worden. Nun haben sie erst mal eine Pause, bevor es wieder los geht mit dem normalen Traningsprogramm.

    © Mohikanerin | 3434 Zeichen

    Gangreiten E zu A | 31. Dezember 2017
    Voodoozirkus | Litfari

    Die jungen Hengste sind nun schon einen Monat unterm Sattel und sehr sicher in den Grundgängen, weshalb wir nun mit dem Tölt beginnen. Zusammen mit Ilja gehe ich heute auf die Ovalbahn, da das Wetter bereits besser geworden sind. Schon vor ein paar Wochen habe ich Ilja gezeigt, wie Tölt funktioniert. Nun kann er sein gelerntes weiter geben an die jungen Pferde. Mit meinem kleinen Bruder verstehe ich mich besser als mit meinem Großen.
    Zuerst reiten wir die Pferde warm und fangen mit den Dehnübungen an. Litfari und auch Voodoo arbeiten fleißig mit, obwohl der Schecke jetzt schon ziemlich müde ist. Doch es beginnt nun erst. Zuerst beginne ich mit den ersten verkürzten Schritten im Schritt und Übergänge. Anschließend beginnt auch Ilja. Das war es dann heute auch mit der Vorbereitung. Die restliche Zeit festigen wir noch die Grundgängen etwas, dann sind wir fertig.
    ___
    Die nächsten Tage wiederholen wir die Aktion und dann geht es nach einen Tag Pause geht es nun weiter.
    Wir satteln wieder zusammen die Pferde und gehen auf die Ovalbahn. Wieder reiten wir die Hengste warm und versuchen heute die ersten Meter Tölt. Voodoo ist schon deutlich sicherer und vertraut mir, wo hingegen Litfari sehr tippelig ist und versucht den Anforderungen zu entkommen.
    ___
    Heute haben wir uns darauf geeinigt die Pferde zu tauschen, da Litfari eine Nummer schwieriger ist als Voodoo. Schon beim Web zur Ovalbahn muss ich ihn trizen, dass er weiter geht. Nach einem Moment, geht er dann weiter. Die Probleme gehen weiter auf der Ovalbahn. Während Ilja schon mit Voodoo schon bei den Töltvorbereitenden Übungen ist, bin ich mit Litfari noch am Diskutieren, dass der Weg gerade aus geht und nicht Seitwärts. Nach vier Runden haben wir es dann auch geklärt und ich verkürze seine Schritte, was die nächste Herausforderung herstellt. Immer wieder wehrt er sich gegen die Übungen, weshalb ich noch mal von vorn noch mal beginne. Ich gebe ihm die Zügel und lasse ihn einfach laufen im Schritt, das Tempo ist egal. Mehrfach wechsle ich die Hand und dann war es das für heute. Voodoo hingegen ist bereits eine kurze Seite schon ohne Rolle getöltet. An der langen Seite fällt er dann immer in den Galopp.
    ___
    In den Tagen darauffolgend hat Voodoo Pause und ich arbeite viel mit Litfari, sowohl auf der Ovalbahn als auch im Roundpen. Er scheint nun schon viel Vertrauen gefasst zu haben und heute gehen wir vier erneut auf die Ovalbahn. Es scheint schon besser geworden zu sein und Litfari zeigt sich gnädig nun doch etwas zu lernen.
    ___

    Wir arbeiten weiterhin sehr intensiv und Voodoo ist schon ziemlich sicher, Litfari hingegen brauchte deutlich länger. Doch nach drei weiteren Wochen ist er auch so weit. Auf dem Turnier erzielt er dann auch schon einige Erfolge. Mit genug Arbeit und vertrauen wird aus Litfari ein sehr tolles Reitpferd.

    © Mohikanerin | 2832 Zeichen

    Gut vorbereitet drehte ich noch eine Runde über den Vorplatz, mit Voodoozirkus unter dem Sattel. Er hatte bereits seine Startnummer an der Trense. Neugierig spitzte er die Ohren und beobachtete das Gesehen genauso intensiv wie ich. Für mich war es die erste Körung, nie zuvor hatte ich so eine Veranstaltung besucht oder mich überhaupt mit dem Thema befasst, sodass ich froh war, dass Jonina mir bei den Vorbereitungen am Hof half und auch hier mit Rat und Tat zur Seite stand. Im Vergleich zur Schweiz oder auch Frankreich lief es in Schweden anders ab. Die Hengste erhielten jährlich eine Lizenz und hatten zusätzlich noch andere Prüfungen, was weiß ich. Ich verstand das System nicht, aber meine Aufgabe war es auch nur, den Mix Hengst vorzureiten.
    Im Schritt ritt ich durch das große Tor. Zu meinem Glück war kaum einer da, doch umso mehr Helfer rankten sich um uns und die beiden Herren mit dem Tablett werden wohl Richter sein. Dann trabte ich an, hielt auf dem Mittelpunkt und grüßte die anderen Richter, die an kleinen Tischen um das eingezäunte Viereck saßen. Mein Kopf schaltete sich aus, in Gedanken war ich nur bei dem Ponyhengst, der noch immer die Ohren gespitzt hielt und genau meinen Hilfen folgte. Es begann im Trab auf der linken Hand, dann folgte der Schritt und der Galopp. Im einfachen Galoppwechsel änderten wir zur rechten Hand, zeigten die Gangart noch weitere Runden, ehe ich durch parierte in den Schritt und zum Schluss noch einmal trabte. Dann wendete ich ab zur Mittellinie, folgte ihr und hielt auf X wieder an. Mit einer überschwänglichen Handbewegung grüßte ich die Richter. Der Abschied war schwerer als ich dachte, vor allem, wenn man so stark prustete wie ich.

    1697 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit zeichenzähler.de // geschrieben von Mohikanerin

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    selbstgezählte Punkte {20}
     
    Veija und Wolfszeit gefällt das.
  4. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Veija mit
    Spooky Gun For Mister Einstein

    [​IMG]

    Steckbrief //
    Zuchtname: Spooky Gun For Mister Einstein
    Rufname: Einstein

    Aus der: Miss Independent
    Mutter: Rose Colored Gun Vater: Eye of the Storm

    Den: GRH's Bellas Dun Gotta Gun
    Mutter: Bella Cielo Vater: Spooks Gotta Gun
    MM: Unbekannt MV: Unbekannt / VM: Colonels Smokin Gun VV: Unbekannt

    ____________________________________

    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Paint Horse
    Geburtsdatum: 1. Januar 2015
    Farbe: Dunkelfuchs Tobiano
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 156 cm

    Charakter:
    Einstein ?
    ____________________________________

    Gencode: ee ata nT
    Zuchtzulassung: Nein
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: E / ?
    Springen: E / ?
    Military: E / ?
    Fahren: E / ?
    Rennen: E / ?
    Gangreiten: E / ?
    Western: E / ?
    Distanz: E / ?

    Gänge: 3

    [​IMG]
    580. Westernturnier (15.04.2021)
    591. Westernturnier (27.07.2021)
    592. Westernturnier (02.08.2021)
    598. Westernturnier (10.09.2021)

    [​IMG]
    584. Westernturnier (30.05.2021)
    594. Westernturnier (14.08.2021)

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    577. Westernturnier (04.04.2021)
    586. Westernturnier (17.06.2021)
    588. Westernturnier (12.07.2021)
    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt
    VKR: Mohikanerin
    Ersteller: Mohikanerin

    Hufschmied (19.12.2021) //
    Beschlag / Mohikanerin
    Spoky Gun For Mister Einstein, Doo Wop


    Ungeduldig tänzelte der junge Paint Horse Hengst in der Stallgasse, als ich mit meiner Werkzeugtasse über den kalten Beton hineintrat. Seine Ohren wippten in meine Richtung und die blauen Augen leuchteten verängstigt. Ich wusste bereits aus dem Anmeldebogen, dass Einstein nur wenig von Hufschmieden hielt. Die Werkzeugtasche hatte ich möglichst weit weg auf den Fußboden gestellt und aus der Hosentasche zog ich ein Leckerli, dass er umgehend verschlang.
    Das Hufegeben wurde das Einfachste in der Einheit. Nach einander gab der Hengst mir seinen Huf durch ein leichtes Drücken am Vordermittelfuß, doch als ich mit der Zange näher komme, springt er panisch zur Seite. Den Kopf nach oben gestemmt und größer die Augen aufgerissen. Sanft sprach ich auf ihn ein, hatte die Zange wieder in meine Schürze gesteckt. Auch sein Pfleger konnte Einstein zur Ruhe bringen. Mehrfach nährte ich mich langsam dem verschreckten Pferd, wusste aber, dass auch ich mir nicht unendlich viel Zeit nehmen konnte. Weitere Tiere warteten auf mich, um schöne Hufe zu bekommen.
    Mit viel Geduld kam Einstein meinem Arbeitsgerät näher, fummelte mit der Oberlippe an den Griffen herum und akzeptierte schließlich, dass ich damit die alten Eisen entfernen wollte. Er verhielt sich ruhig. Auch, weil sein Paddockkollege vom Training zurückkam und nun in seinem Augenwinkel in der Box stand. Prüfend blickte sich Einstein um und schnaubte schließlich zum ersten Mal ab. Zum Loben strich ich dem Schecken über den verschwitzten Hals.
    Seine neuen Eisen für die Hinterhufe feilte ich im Transporter, weit genug entfernt, dass er noch die Geräusche hören konnte, aber nicht überflutet wurde. Als ich mit den beiden Aluminium Hufeisen zurückkehrte, bestätigte sich meine Annahme. Einstein hing dösend mit dem Kopf im Strick und hatte einen seiner Hufe aufgestellt. In der Box hörte man das leise Schnauben seines Freundes, der mit seiner Oberlippe durch das Stroh fummelte.
    Je näher ich kam, umso mehr richtete sich der Schecke auf und beobachtete mich mit müdem Blick. An den Hufeisen roch er kurz, dann begann ich sie mit gezielten Schlägen zu befestigen. Zu Hilfe kam mir wieder Pferdepfleger, der mir jeweils das Hinterbein festhielt.
    Zum Ende sah ich noch einmal alles genau an und kürzte die Enden der Nägel. Damit war dieses Pferd fertig und ich verabschiedete mich. Im Auto lag bereits alles vorbereitet. Dem Herrn drückte ich die Rechnung in die Hand und fuhr vom Hof.
    In nicht einmal zwanzig Minuten kam ich auf dem Whitehorse Creek Stud an, auf dem es genauso ruhte wie auf dem Gestüt zuvor. Die bunten Bäume am Horizont lichteten sich zunehmend. Der Winter kam über das Land, nein, er rollte viel mehr. Kalte Luft krallte sich fest in der Natur und der Wandel war auch bei den Tieren spürbar. Auf den Weiden standen plüschige Ponys und Warmblüter mit Regendecken.
    Wop stand interessiert im Stall, wartete zusammen mit Hazel auf mich. Das Auto stellte ich neben dem Anbinder ab, sammelte mein Werkzeug zusammen und stellte die Tasche bei der Stute ab. Neugierig streckte sie den Kopf hinunter, untersuchte genau, was sich darin befand und hoffte vermutlich eine Leckerei, doch danach konnte sie vergeblich suchen. Am Strick zog ich sie wieder nach oben und band ihn kürzer wieder an.
    Ihre Hufe hatte die junge Dame bereits im Voraus vom Matsch befreit und ich konnte, mehr oder weniger sauber, die Hufeisen entfernen. Mit ihr war die Arbeit einfacher als mit dem Paint Hengst. Sie stand ruhig an ihrem Platz und wartete darauf, dass ich fertig wurde.
    Die Hufwand kürzte ich erst mit der Zange und raspelte noch einige Stellen, bis ich im Auto die neuen Eisen schliff. Von den kreischenden Geräusche der Schleifmaschine bewegten sich die Uhren von links nach rechts, aber nur wenige Schritte setzte Wop zur Seite. Hazel drückte sie sanft an der Hinterhand zurück.
    Prüfend legte ich die Eisen an den jeweiligen Huf, bevor ich die Nägel aus der Schürze holte und mit festen Schlägen durch Hufwand drückte. Zum Ende raspelte ich die Nagelenden ab und nietete sie fest. Mehrfach führte sie die Stute auf und ab, bis mein Okay kam und die Patientin behandelt war. Erfolgreich packte ich meine Sachen zurück in den Transporter, machte die Papiere fertig und verabschiedete mich.

    “Und du möchtest ihn wirklich nicht selbst vorreiten?”, fragte mich die Bereiterin erneut, die seit mehr als vier Monaten meinen Hengst betreute. Einstein bewies sich als gütig, sanft und ausdauernd. Auf den ersten Turnieren brachte er Siege nach Hause und einige weitere Schleifen. Damit hatte sich der Hengst eine gute Grundlage geschaffen, nun auf der Körung strahlen zu können.
    “Welcher ist das?”, nickte eine Helferin, mit großer Hornbrille auf der Nase, die bei jeder Bewegung verrutschte, versteckt hinter einem Klemmbrett.
    “Spooky Gun for Mister Einstein, Paint Horse”, sagte ich. Mit ihrem Finger fuhr sie die Liste ab und schickte schließlich die Bereiterin in den Vorraum der Reithalle.
    Im langsamen Galopp setzten sie an, hielten bei X und grüßten die Richter. Aus der Stille spielte leise Musik ein, die zunehmend lauter wurde. Neben mir standen noch vier weitere Pferdebesitzer am Zaun, betrachteten, sie auf meinem Schecken die ersten Runden im Galopp drehte, aus dem Zirkel auf die andere Hand wechselte und auch dort die Gangart präsentierten. Danach folgte der Trab, ebenso gesetzt und entspannt wie zu vor, lief der Hengst voran. Er hatte sich gemausert. Aus dem eingefallenen dünnen Pferd wurde ein stattlicher Hengst. Im Gesicht war es dabei am besten sichtbar. Seine Augen strahlten und entspannt kaute er auf dem Gebiss herum, auch als sie ihn in den Schritt zurückholte. Ungern schritt er vorwärts, wollte lieber im schnelleren Tempo unterwegs sein.
    Nach mehreren Zirkeln und anderen Bahnfiguren wiederholte die Bereiterin die Gänge auf beiden Händen in den drei Gangarten, um den Richtern eine weitere Möglichkeit zu geben. Diesmal waren die Tritte gesetzter, tiefer im Sand und mehr auf der Hinterhand. Zufrieden lenkte sie ihn mit minimaler Bewegung der Hand am Zügel zu X, verabschiedete sich mit einem Gruß bei den Richtern, um den Sand zu verlassen.
    Ich lobte die Beiden für ihre wunderschöne Präsentation und folgte zum Reitplatz, auf der die nächsten Prüfungen des Pferdes anstanden. Die Kür konnten wir erfolgreich von der Liste streichen.

    2078 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit zeichenzähler.de // geschrieben von Mohikanerin

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    selbstgezählte Punkte {19}
     
    Wolfszeit gefällt das.
  5. Mohikanerin

    Mohikanerin Grafiker

    Mohikanerin mit
    Lu'lu'a

    [​IMG]

    Steckbrief //
    Zuchtname: Lu'lu'a
    Rufname: Lu

    Aus der: Après la Pluie
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    Den: Majd
    Mutter: Unbekannt Vater: Unbekannt
    ____________________________________

    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Edel Französischer Traber
    Geburtsdatum: 26. Juli 2016
    Farbe: Smoky Black Tobiano
    Abzeichen: Scheckungsbedingt (Kopf und Beine)
    Stockmaß: 156 cm

    Charakter:
    Lu'lu'a zeigte sich als Fohlen ziemlich neugierig und gelassen. Beim älter werden zog er sich etwas zurück, aber ist noch immer neugierig. Es fehlt ihm an Selbstbewusstsein.
    ____________________________________

    Gencode: Ee aa nCr nT
    Zuchtzulassung: -
    Gesamtnote: -
    Nachkommen: -

    [Schleife]
    Prüfung
    ____________________________________

    Dressur: E / L
    Springen: E / S
    Military: E / A
    Fahren: E / A
    Rennen: L / S
    Gangreiten: E / A
    Western: E / M
    Distanz: E / A

    Gänge: 4

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    294. Gangturnier (20.08.2021)

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    289. Gangturnier (22.07.2021)
    293. Gangturnier (14.08.2021)
    300. Gangturnier (03.10.2021)
    305. Gangturnier (16.11.2021)

    [​IMG]
    290. Gangturnier (27.07.2021)
    297. Gangturnier (10.09.2021)
    299. Gangturnier (25.09.2021)

    [​IMG]
    502. Distanzturnier (08.12.2021)

    [​IMG]
    496. Distanzturnier (08.10.2021)

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    640. Halloween-Springturniers (01.11.2021)

    ____________________________________

    Besitzer: Mohikanerin
    Zucht: Unbekannt, Rinnaja
    VKR: Mohikanerin
    Ersteller: Mohikanerin

    Hufschmied (15.01.2022) //
    Hufschmiedleistungen / Mohikanerin
    Lu’lu’a, Voodoozirkus, Glanni frá glæsileika eyjarinnar, Snúra, Northumbria

    “Immer auf den letzten Drücker. Ich war doch vor vier Tagen erst da”, lachte ich am Telefon und blätterte durch Terminkalender. Auf dem Lindö Dalen warteten vier Pferde auf mich, eine Stute sei nicht so wichtig, aber der Aluminium Beschlag soll runter. Die drei Hengste hingegen sollte schon letzte Woche dran sein, woran keiner mehr dachten.
    “Also”, erklärte ich und hielt meinen Finger auf den nächsten Tag, “morgen kann ich kommen, da bin vorher in Kalmar und sollte euch dazwischenschieben können. Es wäre super, wenn die Pferde schon im Stall warten und die Eisen bereits ab sind, weil mein Gehilfe ist krank.”
    Gesagt, getan.
    Der nächste Tag kam schnell, so schnell, dass ich verschlief und eilig in meine Arbeitskleidung schlüpfte, um noch rechtzeitig auf dem Gestüt neben der Trabrennbahn anzukommen. Neben der dunklen gescheckte Stute stand ihre Besitzerin, die fröhlich mit ihren Fingen durch die dichte Mähne fuhr und freundlich winkte. Außer Atem sprang ich vom Fahrersitz hinunter und suchte auf der Ladefläche nach meinem Werkzeugkasten. Da grauste es mir. Dieser stand noch in meiner Werkstatt. Gestern hatte ich Kunden vor Ort, die häufig mit ihren Pferden zu mir aufs Gelände kamen. Aber, ganz unvorbereitet war ich natürlich nicht. Hier und da lagen Instrumente im Regal, die seit Jahren nicht mehr verwendet wurden.
    “Und, die Saison war erfolgreich?”, fragte ich freundlich, entfernte ein Eisen nach dem anderen. Snúra stand wie immer geduldig am Anbinder, genoss die Streicheleinheit ihrer Besitzerin und ließ mich alten Mann die Arbeit verrichten.
    “Es ging so”, seufzte sie, “wir waren auf nicht so vielen Turnieren wie geplant, aber nächstes Jahr gehts weiter.”
    Wie schon im letzten Winter kam die Stute auf eine große Weide mit Artgenossen, um sich für zwei Monate entspannen zu können. Dafür mussten jedoch die Hufeisen ab. Nachdenklich beobachtete ich den kleinen Spalt in der Hufwand.
    “Seit wann hat sie den?”, fragte ich nach. Die letzten Termine hatte ein Kollege aus dem Unternehmen gemacht. Ich war mit meiner Frau für einige Monate in Afrika, Rundreise. Sie hatte es sich seit Jahren gewünscht.
    “Ähm”, Milena betrachtete den Schaden, aber zuckte dann mit den Schultern. Der Spalt war nicht groß, sollte sich aber bestenfalls nicht verschlimmern, deswegen entschied ich, die kleine Stelle auszufräsen und mit Silikon aufzufüllen. Die Fräse hatte ich glücklicherweise direkt im Auto. Milena legte mir freundlicherweise das Verlängerungskabel vom Stall zum Anbinder und nach dem Raspeln der Hufe begann ich die kleine Stelle zu entfernen. Es dauerte nur wenige Minuten, dann was auch das Silikon ausgehärtet.
    “Dann ist sie jetzt bereits für die Weide. Achte darauf, dass sie die nächsten Tage etwas trockener steht und dann passt das”, erklärte ich beim Einpacken und fuhr weiter zur Halbinsel.
    Wie am Telefon besprochen, hatten sie die Hufeisen schon entfernt und ich begann mit Glanni, der, wie auch Snúra, im Winter ohne Beschlag unterwegs war. Mit ihm war es ein leichtes Unterfangen. Die Isländer bearbeitete ich am liebsten. Es waren immer ruhige Geschöpfe, die zwar gern an meiner Schulter knabberten, aber nur selten ein Bein verzogen oder andere Bösartigkeiten zeigten. Nach zwanzig Minuten hatte er schöne Hufe und konnte zurück auf den Paddock. Jonina brachte den Hengst weg und ich setzte mit Lu fort, der wie Humbi den Beschlag gegen normalen Beschlag gewechselt bekommen sollte an den Vorderhuf. Hinten blieben die Pferde barfuß. Nach dem Raspeln und schneiden, schleifte ich den Stahl am Auto und suchte nach den Stiften und Grip, die zusätzlich an den Huf sollten. In einem der letzten Schubfächern wurde ich fündig.
    “Wir haben Voodoo vergessen”, lachte Jonina, die mit dem Mix Hengst am Halfter zurückkam. Ich nickte nur und nagelte mit gezielten Schlägen die kalten Hufeisen mit den Grip dazwischen an die Hufe des Hengstes. Lu lief mit den Stiften einige Meter wie auf hohen Schuhen, hatte sich dann aber daran gewöhnt.
    Genauso fix kümmerte ich mich um Humbi, die im Vergleich zu allen anderen Pferden, wenig begeistert von meiner Arbeit am Bein war. Nervös zuckten die Beine und einige Male schlug sie mit dem Schweif in meine Richtung. Aber ich ließ mich nicht ablenken, versuchte mich allerdings vor ihren Schlägen zu schützen. Vriska gab ihr Bestes, die Stute abzulenken. Zum Schluss bekam noch Voodoo den Winterbeschlag.
    “WIr fahren nächste Woche zur Körung”, erzählte Jonina beiläufig. Dabei erfuhr ich, dass es die Veranstaltung war, bei der ich als Hufschmied da sein würde. Viele Minuten tauschten wir uns darüber aus und freuten uns darauf, dass auch Voodoo die Möglichkeit bekam, obwohl er in keinem schwedischen Zuchtverband anerkannt wurde.
    “Also, Northumbria, Lu’lu’a, Voodoozirkus und Glanni frá glæsileika eyjarinnar waren dann?”, gingen wir zusammen durch die App, um eine Rechnung zu bestellen. Sie nickte und ich bestätigte alles. Mit weiteren Klicks war die Dienstleistung bezahlt und ich fuhr zurück auf meinen Hof, um die Vor-Ort-Kunden zu bearbeiten.

    Tierarzt (25.11.2021) //
    Tierarztbericht / Wolfszeit
    Lu’lu’a//Voodoozirkus// Glanni frá glæsileika eyjarinnar// Legolas


    Kaum hatten die weißen, wässrigen Flocken die Windschutzscheibe berührt, zerschmolzen sie auch gleich zu einer matschigen Masse, die sich am unteren Rand sammelte. Auch auf den weiten offenen Flächen des Gestüts bleib der Schneematsch liegen und weichte die Böden auf. Im Stall wurde ich bereits erwartet von Lina mit dem ersten Patienten erwartet. Dick eingemummelt saß sie auf der Bank am Putzplatz, während der Schecke versuchte seinen Kopf so zu drehen, dass er mit seinen Lippen einen der seitlich eingehängten Stricke zu erreichen.
    “Guten Tag, Dr.Linqvist. Schön, dass sie trotz des Wetters zu uns gefunden haben. Der erste Patient heute ist Lu”, begrüßte die junge Dame mich freundlich und stellte mir im gleichen Zuge den Patienten vor. Neugierig nahm der junge Hengst nicht in Augenschein, bevor ich mit der Behandlung beginnen durfte. Äußerlich war der Hengst in Topform. Das aufgeweckte Tierchen versuchte die Untersuchung zu boykottieren, indem er immer wieder versucht meine Werkzeuge zu stibitzen, dennoch konnte ich bei der Untersuchung von Herzschlag und Atmung könnte ich nicht auffälliges feststellen. Lina verpackte den Hengst wieder in seiner Decke und brachte ihn zurück in seine Box. Als Nächstes stellte sie mir einen großen Rappen mit auffälliger Blesse hin. Der Hengst musste noch recht neu sein, denn ich hatte ihn bisher noch nie hier gesehen oder ihn behandelt. Unter der Decke kam ein gut im Training stehendes und offenbar frisch geschorenes Warmblut zum Vorschein. Auch an diesem Patienten gab es nichts zu entdecken, bis auf eine Stelle, wo ein wenig Fell fehlte, was wohl von der erst kürzlich erfolgten Herdeneingliederung herrührte. Auch Legolas durfte nach seiner Untersuchung zurück in die Box.
    Das nächste Pferd, welches mir gebracht wurde, war ein kleiner stämmiger Fuchs. Dem Isländer schien das, bescheiden Wetter reichlich wenig zu stören, denn sein dichtes Langhaar zeugte von Feuchtigkeit. Auch bei Glanni gab es nichts zu beanstanden, sodass es auch schnell zum letzten Kandidaten Voodoozirkus ging. Alle Pferde waren gesundheitlich in einem idealen Zustand, sodass ich mich zufrieden verabschieden konnte.

    Trainingsberichte (2) //
    Rennen E zu A | August 2021
    Architekkt // Northumbria // Lu'lu'a // Fly me to the Moon

    An einem ziemlich bewölkten Spätsommer morgen hatte ich bereits Archi in den Aqua-Trainer gestellt und Flyma im ersten Heat auf der Bahn trainiert. Danach stand erst einmal mein Frühstück auf dem Plan, bevor die erdfarbene Stute ihren zweiten Heat des Tages bekam. Anfang des Jahres war eine ziemliche spontane Entscheidung sie wieder Rennen zu fahren, aber es zahlte sich aus. Auf der Distanz fuhr sie bereits einen Sieg ein und bekam ansonsten weitere Platzierung auf dem Treppchen, das sorgte zwar nicht für den Geldregen, den wir uns erhofften, aber somit ermöglichte es uns mehr Pferde für auf Rennen vorzubereiten und flüssig zu sein.
    Flyma stand in Box mit einer Decke, wartete darauf, endlich wieder hinauszudürfen. Ich stand davor mit dem Halfter und zwei große freundlich dreinblickende Augen starrten in meine Richtung. Sie sprachen beinah zu mir, als würde sie flüstern. Ich führte sie hinaus, legte die dunkle Decke über den Ständer und putzte sie noch einmal über. Zur anderen Seite hing noch ihre Ausrüstung, die schon Flyma herummachte bevor ich das Fitnesstracking-System aus der Sattelkammer holte mit trockenen Gamaschen. In der Kiste fand ich zumindest zwei gleiche Paare. Voll ausgerüstet fuhren wir am Hof los zur Bahn, ihr Schritt ruhig und der warme Atem bildete Wölkchen in der kühlen Luft. Wir nutzen die Strecke als Aufwärmphase und eine halbe Runde auf dem harten Boden, um ihre Koordinierung zu verbessern, das Verletzungsrisiko zu minimieren. In der Sprintphase legten wir zweimal zweitausendzweihundert Meter zurück mit einer Pause von sechs Minuten dazwischen. Mit einem Blick auf den Kontrollmonitor wusste ich, dass es sich die Werte verbesserte, wenn auch nur minimal.
    Das nächste Pferd war Northumbria, die erst vor wenigen Tagen zu uns kam, aber wohl aktiv im Rennsport lief. Die erste Konfrontation hatten wir bereits auf der Weide. Sie legte die Ohren an, warf nervös den Schweif und weigerte sich mir zu folgen. Nach einer gewissen Zeit bettelte ich das Pferd an, bis ein Leckerli in meiner Tasche auftauchte und die Augen sehr groß wurde. Neugierig spitzte Humbria die Ohren. Geschafft, ich hatte sie am Halfter und konnte in den Stall gehen. Für die Stute stand Jogging auf dem Plan mit vier Schrittphasen und drei Trabphase, bei dem sie selbst das Tempo entscheiden durfte als Aufbau nach der Pause. Jeden Arbeitsschritt beobachtete sie genau, inspizierte das Equipment und empfand den Gurt mit Tracker als störend, also nahm ich den anderen, der am Kopf befestigt wurde. Dieser schien kein Problem darzustellen und im Schritt verliefen wir den Hof. Humbria war nach einigen Minuten bereits ruhiger.
    Lu hatte Lina bereits gearbeitet, aber er sollte noch fahren. Wir machten eine Tempoeinheit, die ihn an den Sulky gewöhnen sollte. Die ersten Schritte stellten sich als Schwierig vor, weswegen sie uns einige Meter begleitete, bis der Hengst die Leinen verstand. Auf der Bahn durfte er sich alles anschauen und schnaubte mehrfach ab, bevor wir im Pass ansetzten, einige lockere Runden drehten in der Aufwärmphase. Architekkt fuhr ich am leichtesten Sulky den wir hatten mit Lammfellschutz, denn seine Knochen waren noch zu sehen, aber wir sollten arbeiten, damit er Muskulatur aufbaut. Auch mit ihm legte ich eine Joggingeinheit an, die er mit Bravour absolvierte. Damit hatte ich das heutige Pensum an Pferden geschafft.

    Rennen A zu L | September 2021
    Rainbeth // Northumbria // Lu'lu'a

    Zwischen den Bäumen funkelte die Morgensonne hindurch und warf ein sanftes oranges Licht über die Nebel vergangenen Weiden, die man von meiner Terrasse aus wunderschön bewundern konnte. Der Dampf meines heißen Kaffees wirbelte in der Luft. In Schweden rückte der Herbst immer näher und färbte die Laubbäume in Braun- und Orangetöne. Im Inneren schliefen noch alle, doch Folke hatte mich gebeten, ihn bei dem Training heute zu unterstützen. Als Erstes holten wir alle Pferde von den Weiden hinauf zum Hof und hatten bereits das Heu in den Boxen und Paddocks verteilt.
    Ich bekam die Ehre Humbi zu fahren. Neugierig spitzte sie ihre Ohren, als ich mit Halfter auf sie zukam. Erhobenen Hauptes schritt sie mir entgegen. Dann streckte sie ihr Maul mir entgegen, vorbereitet holte ich ein Leckerli heraus, dass sie gierig verschlang.
    “We have great things ahead of us”, lachte ich und führte sie in den Stall. Alles, was ich tat, beobachtete die dunkle Stute genau und wollte inspizieren, was ich in der Hand hielt. Somit dauerte es länger als gewöhnlich das Pferd zu putzen und das Finntack vollständig zu befestigen. Folke half mir den Sulky anzuhängen und hatte selbst Lu schon fertig. Ich setzte mir noch einen Helm auf, holte mir eine Decke und dann ging es los.
    Im Schritt fuhren wir in den Wald hinein und wärmten locker die Muskulatur auf. Beide Pferde dampften in der kalten Luft. Die Sonne stieg weiter vom Horizont nach oben und funkelte auf dem Tau des Grases. Obwohl ich meiner Freude Ausdruck verleihen wollte, schwieg ich und verkniff mir, Niklas ein Foto zu senden, der sich regelmäßig nach ihr erkundigte.
    Wir entschieden keine Heats mit den Pferden zu machen, sondern eine ruhige Joggingrunde einzulegen. Dafür legten wir die Pferde in einen ruhigen Pass und folgten der Bahn, eine Runde nach der anderen. Nach einer halben Stunde kehrten wir zum Hof zurück und stellten sie nach einander in das Solarium, bevor es auf die Paddocks zurückging. Darum kümmerte ich mich, den Folke wollte noch mit Betty den erste von Heats laufen.

    Ich spürte, wie das Blut in meinen Adern pochte. Auch wenn es hier allein um das Pferd neben mir ging, fühle ich mich unwohl mit der Situation, obwohl ich das Prozedere mittlerweile oft genug mitgemacht hatte. In sich gekehrt stand der Hengst ruhig neben mir, nur die Ohren bewegten sich zuckend umher. Vermutlich spürte er meine Nervosität. Hoffentlich fand der sonst eher zurückhaltende Hengst ein wenig Selbstbewusstsein vor den Richtern, in der Hinsicht könnte er sich definitiv eine Scheibe von Rambi abschneiden, wenn auch nur eine hauchzarte. Ein letztes Mal zupfte ich, unnötigerweise, die Startnummer an der Trense des jungen Hengstes zurecht. Sanft stupste Lu meinen Arm an und verlangte so meine Aufmerksamkeit. Langsam strich ich über das glänzende Fell, bis die blecherne Stimme des Ansagers aus den Lautsprechen schallte, die und in die Halle rief. Als wir hineintraten, zuckte Lu’lu’a mit den dunklen Ohren und blähte die Nüstern auf. Ich führte den Hengst zuerst gerade auf die Richter zu, grüßte sie und stellte ihn dann in geübter Showmanier hin. Die Richter begutachteten sein Exterieur und machten sich ein paar Notizen, dann gaben sie das Zeichen, dass ich weitermachen durfte. Nun führte ich ihn zuerst im Schritt, dann im Trab, auf beide Seiten an den Richtern vorbei. Dabei war es ein leichtes, dass Lu konzentriert blieb und gehorsam mitlief. Zuletzt wurde er in der Halle freilaufen gelassen, sodass er, getrieben von ein paar Longierpeitschen, auch noch seinen Galopp zeigen konnte. Sobald die Treiber aufhörte, kam der Hengst wieder zu mir getrabt und ließ sich artig einsammeln. Ich führte ihn ein letztes Mal an den Richtern vorbei und grüßte zum Abschied, dann klopfte ich Lu stolz auf den Hals und führte ihn vom Platz.
    1752 Zeichen mit Leerzeichen // geprüft mit zeichenzähler.de // geschrieben von Wolfszeit

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    selbstgezählte Punkte {21}
     
    Wolfszeit und Veija gefällt das.

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