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[HK 508] Alle Hengste

Dieses Thema im Forum "Hengstkörungen" wurde erstellt von Rhapsody, 19 Nov. 2020.

  1. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    [HK 508] Alle Hengste

    Regeln:
    - Es dürfen nur Hengste teilnehmen! (Keine Stuten, Wallache oder Fohlen)
    - Jeder User darf nur mit bis zu drei Hengsten teilnehmen!
    - Diese Körung ist max. 3 Monate offen [Stichtag: 19.02.2021], dann erfolgt die Abstimmung ungeachtet der Teilnehmerzahl (max. 10 Teilnehmer)
    - Es dürfen alle Hengste teilnehmen.
    - Bei Fragen: PN an mich (Rhapsody)
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com!
    - Alle Angaben auf dem Bild müssen korrekt sein
    - 5 Joellen an mich (Rhapsody) mit dem Grund: HK 508
    - Nur vollständige Teilnahmen einfügen
    - Es zählen nur die Angaben in diesem Thema
    - Das Pferd muss unbewegt vor dem Kürtext und Steckbrief auf einem offiziellen Hintergrund ersichtlich sein (verlinken reicht nicht)
    - Zusätzlich darf ein Bewegungsbild auf einem beliebigen Hintergrund hinzugefügt werden (das Bild darf allerdings nicht vor dem Hauptbild stehen)

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, sie darf geführt oder geritten werden:
    - Betreten der Halle/des Platzes und anschließendes Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerhengste werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme
    Abstammung
    (muss verlinkt sein)
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerb-Schleife
    1 Punkt für jede Fohlenschau-Schleife
    2 Punkte für jede Reiterspiel-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Bild mit Zubehör
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Bild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:

    Username
    Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Teilnahmen und Überweisungen
    [1] ... ✔
    [2] ... ✔
    [3] ... ✔
    [4] ... ✔
    [5] ... ✔
    [6] ... ✔
    [7] ... ✔


    Disqualifizierungen
    ...

    Viel Erfolg!
     
    Eddi, Stelli und Canyon gefällt das.
  2. Stelli

    Stelli Bekanntes Mitglied

    Stellis Teilnahme mit
    SEZUAN

    [​IMG]

    Steckbrief
    Sezuan


    [​IMG]
    Vom: unbekannt
    Vom: unbekannt
    Aus der: unbekannt

    Aus der: unbekant
    Vom: unbekannt
    Aus der: unbekannt


    [​IMG]
    Rufname: -
    Geburtsjahr: 2011
    Stockmaß: 1.71 m
    Rasse: KWPN
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Schwarzbraun
    Abzeichen: Keilstein, grosse Schnippe
    Gesundheit: Sehr gut


    [​IMG]
    liebevoll, äußerst leistungsbereit, neugierig

    - folgt -

    [​IMG]
    Besitzer: Stelli
    Ersteller: Stelli
    VKR: Stelli
    Verkäuflich: Nein

    [​IMG]
    Zuchtzulassung: Nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: -
    Stationiert: -


    [​IMG]
    Galopprennen Klasse: A
    Western Klasse: L
    Spring Klasse: S**
    Military Klasse: S
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: A
    Fahren Klasse: L

    Eignung: Dressur
    Geritten: Ja

    [​IMG]
    429. Militaryturnier, 318. Synchronspringen, 430. Militaryturnier, 323. Synchronspringen, 444. Militaryturnier, 549. Westernturnier, 473. Fahrturnier, 606. Springturnier, 456. Militaryturnier, 607. Springturnier, 478. Fahrturnier, 557. Westernturnier
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    Tierarztbericht, Pferdepraxis Sapala (Eddi), 15.11.2020
    Routineuntersuchung

    Heute machte ich mich auf den Weg zu Stelli. Mein heutiger Patient war ein schicker dunkler Hengst. Routinemäßig stand eine simple Untersuchung mit Impfen und Entwurmen an. Geplant pünktlich kam ich an und wurde herzlich in Empfang genommen. Sezuan stand bereits angebunden am Platz und spitzte neugierig die Ohren, als wir um die Ecke kamen. Nachdem ich meine Tasche abgestellt hatte, machte ich mich direkt an die Arbeit.
    Von Stelli ließ ich mir Sezuan im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen. Einmal auf der geraden Linie und einmal gebogen. Die Gänge waren taktklar und auch in der Biegung zeigte Sezuan keinerlei Schwierigkeiten. Somit war beim Bewegungsapparat alles einwandfrei. Also konnten wir zum Putzplatz zurückkehren und mit der Untersuchung weitermachen.
    Zunächst schaute ich in die Ohren, danach leuchtete ich die Augen ab und zuletzt der Blick ins Maul und auf die Zähne.
    Alles war in bester Ordnung und ich konnte mit dem Abhören weitermachen. Herz, Lunge und Darm hörte ich in Ruhe ab, aber alles klang einwandfrei. Kurz lobte ich das Pferd, ehe ich noch die Lymphknoten abtastete und zu guter Letzt die Beine hinabtastete. Ich konnte keine Auffälligkeiten entdecken und machte mich noch daran, die Körpertemperatur zu messen. Alles war im grünen Bereich.
    Damit konnten wir guten Gewissens impfen. Ein kurzer Blick in den Impfpass genügte und ich wusste, was heute alles anstand. Wir begannen mit dem Kombipräparat für Influenza und Herpes. Danach folgten noch Tetanus und Tollwut und dann waren die Impfungen auch schon geschafft. Abschließend gab es noch die Wurmkur ins Maul und direkt hinterher einen Apfel, damit die Paste auch schon im Pferd landete.
    Ich lobte Sezuan ausgiebig und erneuerte noch den Impfpass, während Stelli bereits Sezuan wieder wegbrachte. Zu guter Letzt stellte ich noch das Gesundheitszertifikat für entwaige Wettbewerbe aus und verabschiedete mich dann von Stelli, ehe ich mich auf den Weg zum Auto und damit zum nächsten Patienten machte.

    Hufschmiedbericht, Swedish Steel - Nordische Hufeisen und mehr (Laraya13), 16.11.2020
    Hufschmiedebericht „Swedish Steels – Nordische Hufeisen und mehr“
    Datum: 16.11.2020
    Zeichen: 2284 mit Leerzeichen

    Björn |

    Und wieder führte mich mein Weg nach Deutschland. Ich sollte wirklich drüber nachdenken, hierher auszuwandern, da von hier die meisten Aufträge kamen. Ich fuhr bei Stelli auf den Hof, baute am gewohnten Platz alles auf, während Sie mit dem hübschen Sezuan um die Ecke kam. Wir hielten ein kurzes Schwätzchen, ehe ich alles vorbereitete. Der Hengst bekommt heute vorne zum ersten mal Eisen. Ich suchte die richtige Eisengröße heraus, legte die Eisen in den Ofen und fing an, die Hufe zu bearbeiten. Vorne musste relativ wenig gemacht werden, ein wenig Feilen und den Strahl schneiden jedoch hinten musste viel weg geknipst und geschnitten werden, da die Hufe dort wohl ein wenig härter als vorne waren. Sezuan hielt jedoch schön still, lies mich in aller Ruhe an seinen Hufen herumarbeiten und schaute nur ab und an nach, was ich denn da tat oder versuchte, die Schürze zu essen. „Vorne Eisen sind keine so schlechte Idee, er nutzt sich vorne mehr ab. So werden hinten die Hufe schön abgelaufen. Wenn er sich dran gewöhnt hat, lauf ruhig schön über Schotterwege, damit du hinten die Hufe abreibst.“, erklärte ich Stelli, als ich den letzten Vorderhuf zurechtfeilte und dann mich zu dem Ofen begab. Die Eisen waren auf Temperatur und so fing ich an, das erste Eisen anzupassen. Ein wenig zurecht schlagen auf dem Amboss, nur wenige Millimeter und schon konnte ich das Eisen an den Huf annageln. Vom Geruch war der Hengst wohl nicht ganz so begeistert, denn er flehmte und schaute sich verwirrt um. „Gewöhne dich dran, großer.“, lachte ich und schlug den letzten Nagel ein, schaute nochmal Korrektur und lobte den Hengst erst mal. Das zweite Eisen ging genauso unkompliziert von statten, Sezuan machte sich sehr gut. Als ich fertig war, lief Stelli eine Runde vor mir her und Sezuan war von seinen neuen Schuhen ein wenig irritiert. „Kommt nochmal her.“, sagte ich und nahm mir die Feile, ging zu den Hinterhufen und feilte am Rand nochmal ein wenig herum. „So, jetzt passt es. Er soll ja nicht hinten höher stehen.“, zwinkerte ich Stelli zu und legte die Feile wieder weg. „Lass ihn ein wenig auf den Paddok, damit er sich dran gewöhnt. Ich räume so lange auf.“
    Gesagt, getan. Aufgeräumt war schnell, Stelli kam ohne Hengst wieder und so setzten wir uns noch gemütlich zu einen Kaffee hin.

    Trainingsberichte (4) von DVTS Trainingscenter (Bracelet) und Beritt- und Trainingscenter Birkenau (Stelli)
    Bericht von DVTS Trainingscenter (Bracelet, 1 Stk)
    Springtraining E -> A
    Der Trainingsmonat April führte mich dieses Mal auf das Hofgut Birkenau. Der malerische Hof erinnerte mich ein wenig an die Pferdemädchenfilme meiner Kindheit, die ich so geliebt hatte. Umso schöner, dass ich hier die nächsten Wochen zwei der Pferde trainieren durfte: Diamond's Shine und Sezuan.
    Die ersten beiden Tage ging ich dabei erstmal ruhig an; nahm mir viel Zeit zum Putzen und forderte bei der Dressurarbeit nichts außergewöhnliches von ihnen, denn ich wollte sie dadurch zu allererst kennenlernen, ehe es an die ersten Sprünge ging. Sezuan zeigte sich mir von Anfang an immer recht entspannt; alles in allem wohl eine echt coole Socke, wo hingegen Shinie, wie der hübsche Trakehner liebevoll genannt wurde, dann doch eher ein paar Hummeln mehr im Hintern zu haben schien. Trotzdem konnte ich mir bei beiden Pferden eine wirklich erfolgreiche Karriere ausmalen da sie dieses gewisse Etwas mitbrachten, und überaus arbeitswillig waren sobald man das Training ein wenig abwechslungsreicher gestaltete. Definitiv zwei Pferde die auch selbst gefordert werden wollten.
    Am dritten Tag begann ich dann mit den ersten Stangen und Cavalettis. Ich baute mir dabei ein paar kleine Parcoursmöglichkeiten, so, dass man auch flüssig ein paar Sprünge hintereinander reiten konnte, wenn man die Hopser schon so nennen konnte. Dabei achtete ich auch darauf, dass sich immer wieder gute Punkte ergaben, die sich zum bremsen eigneten, was ich vor allem im Hinblick auf meine Runden mit Shinie sinnvoll fand.
    Mit dem feurigen Trakehner startete ich auch in diese Gymnastikeinheit. Wie erwartet wurde der schicke Hengst dann doch recht rasch heiß. Dies lag wohl auch daran, dass er ein sehr vorsichtiges und sensibles Pferd war, das sich aber gerade auch aus diesem Grund ausgesprochen gut fürs Springen eignete. Was mir auch positiv auffiel war, dass er im Springen viel durchlässiger war als in der Dressurarbeit und sich dadurch auch um einiges besser händeln ließ.
    Nach dieser positiv beendeten ersten springbetonten Einheit sattelte ich Sezuan. Der Schwarzbraune war im Umgang wirklich ein Engel, der einem mit seiner Neugierde immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Dies tat er ebenso im Miniparcours. Stets aufmerksam, ließ er sich für seinen Trainingsstand bereits überaus genau reiten; reagierte auf jede Hilfe und ließ sich auf exakt jene Distanz und Linie reiten, die man anpeilte ohne selbst das Ruder übernehmen zu wollen. Trotzdem war er nicht faul. Im Gegenteil: Sezuan war überaus fleißig und machte einen guten Sprung, bereits in dieser niedrigen Höhe schön über den Rücken.
    Da es mit beiden so gut klappte ging es bereits am nächsten Tag an die ersten Sprünge der Klasse E. Mit dem Hannoveraner im Bunde sprang ich an diesem schon den ersten kompletten Parcours der Klasse. Bei Shinie hingegen achtete ich vor allem auf dessen innerliche Ruhe, Spur und Tempo. Er übersprang sich zu diesem Zeitpunkt noch sehr viel und war überaus gestresst beim Springen. Deshalb ließ ich die Stangen am Anfang bei ihm auch noch ausreichend tief um ihn erstmal Routine bekommen zu lassen und nahm mir die Zeit immer wieder vor dem Sprung, natürlich rechtzeitig und nicht so, dass er sich ein Vorbeilaufen angewöhnte, abzuwenden und eher nochmals Ordnung und Ruhe rein zu bekommen, als ihn einfach darauf zuhechten zu lassen und im Endeffekt ein komplett überfordertes, aber in zwei Wochen A-fertiges Pferd zu haben. Die Höhe war für den Dunkelfuchs nämlich meiner Erfahrung nach ohnehin nicht das Problem, wenn ich ihn mir so ansah. Eher, dass er fast schon zu energetisch war.
    Nach zwei Wochen der Zusammenarbeit mit den beiden Hengsten konnte ich mit Sezuan bereits unproblematisch einzelne Sprünge der Klasse A reiten. Shinie war deutlich ruhiger geworden und schien allmählich sogar Spaß an dem Ganzen gefunden zu haben. Diese positiven Ergebnisse motivierten mich dann auch sehr, als ich die zwei dann etwas mehr zu fordern begann. Ich ritt, vor allem mit dem Hannoveraner; vereinzelt jedoch auch mit dem Trakehner, auch mal absichtlich einen Sprung leicht schräg an, einmal dichter, einmal so, dass sie etwas weiter, größer, springen mussten. Damit forderte ich nun auch den Kopf etwas mehr, was beide ganz gut annahmen und dadurch anfingen auch besser mitzudenken. Abgesehen davon baute ich stetig mit beiden ein wenig mehr Galopptraining mit in die Arbeit ein um ihre Kondition fitt für die längeren A-Parcours zu machen.
    Am Monatsende hatten beide Pferde dann nochmals einen riesigen Sprung gemacht. Beinahe im wahrsten Sinn des Wortes. Sezuan lief extrem solide, um nicht zu sagen fast schon wie ein Profi, durch den Parcours der höheren Klasse. Aber auch auf Shinies Leistung war ich überaus stolz, denn er hatte nun deutlich mehr Ruhe, auch schon bei den höheren A-Sprüngen, und ließ sich gut durch diverse, verschieden aufgebaute Parcours dieser Klasse führen. Meiner Meinung nach brauchte er dennoch einen guten Reiter, der dem eigentlich doch so selbstbewussten Tier einerseits Sicherheit gab auch mal die Führung abzugeben, andererseits aber auch um seine energetischen Impulse auszugleichen; auch seine kleinen Freudensprünge sitzen zu können.
    Alles in Allem hatte die Arbeit mit den beiden überaus Spaß gemacht, weshalb ich fast sogar schon ein wenig betrübt war als ich dann auch schon wieder abreiste.



    Berichte von Beritt-und Trainingscenter Birkenau (Stelli, 3 Stk.)
    Dressur E -> A
    Am heutigen Tag war es an der Zeit, Sezuan etwas in der Dressur zu fördern. Der bereits neunjährige Hengst stand dressurmäßig noch ganz am Anfang seiner Karriere und sein Potenzial war noch lang nicht ausgeschöpft. Nachdem ich meinen KWPN Hengst fertig gemacht hatte zum reiten, ging es raus auf den Reitplatz. Ich begann, ihn nach einer ausreichend langen Schrittphase in einem lockeren Trab aufzuwärmen. Auf vielen gebogenen Linien wechselte ich oftmals die Hand und ritt ihn erstmal nur vorwärts abwärts. Auch im Galopp ließ ich seine Nase erstmal unten und ritt ihn flüssig vorwärts. Nach und nach begann ich, ihn im Genick etwas nach oben zu holen und ihn dabei schön nachzutreiben. Anfangs machte er sich etwas fest im Genick und sprang nicht mehr wirklich von hinten nach vorne durch. Als ich das Gefühl hatte, er konnte es etwas besser halten, ließ ich ihn wieder etwas länger, sodass er abspannen konnte. Ich parierte ihn wieder zum Trab durch und lobte ihn. „Brav!“, rief ich ihm zu. Im Trab begann ich nun auszusitzen und ihn ebenfalls etwas höher zu holen. Auch hier machte er sich erst etwas fest im Rücken. Dies veruchte ich nun, allmählich über Volten, Achten und Tempiwechsel zu lösen, was mir auch schnell gut gelang. Langsam merkte ich, wie sein Rücken lockerer wurde und seine Bewegungen an Raumgriff gewannen. Nach ein paar Minuten ließ ich ihn wieder länger, um ihn danach wieder langsam aufzunehmen. Dieses Procedere wiederholte ich im Trab und Galopp mehrmals, bis ich merkte, dass die Kraft nachließ. „Gut, dann geht es morgen weiter.“, lobte ich ihn und ließ ihn am langen Zügel Schritt gehen.
    Gesagt getan – am nächsten Tag ging es weiter. Sezuan war diesmal deutlich schneller bei der Sache und viel lockerer als am Vortag. Nach der Lösephase nahm ich ihn auf und holte das Genick etwas höher. Sofort war er mit von der Partie und arbeitete super mit, sodass ich mich heute definitiv an die Verstärkungen machen wollte. Dafür trabte ich leicht, behielt das Genick trotzdem oben. Ich wendete auf die Diagonale und trieb ihn mit Schenkel und Gewicht etwas mehr in meiner Hand hinein. Direkt merkte ich einen Unterschied zum Arbeitstrab, seine Tritte wurden raumgreifender und länger. Ich lobte ihn überschwänglich dafür. Da es so gut geklappt hatte, wiederholte ich das ganze beim Aussitzen. Sezuan schwing locker im Rücken mit und als ich auf der nächsten Diagonale erneut zulegte, war ich erstmal überrascht, wie viel Schwung und Elastizität er während des Mitteltrabs entwickeln konnte. „Na, das brauchen wir ja gar nicht groß üben, braver Junge!“, lobte ich ihn und ließ ihn einen Moment im Schritt lang. Er schnaubte dabei zufrieden ab. Nun wollte ich das ganze im Galopp probieren. Ich nahm die Zügel auf und trabte an, um wenig später anzugaloppieren. Das Zulegen plante ich an der nächsten langen Seite. Ich schob ihn mehr nach vorne und merkte, wie er direkt ins Bergauf sprang und den Rahmen im Galopp erweiterte. Kurz vor der Ecke nahm ich ihn zurück, was noch nicht zu hundert Prozent gelang. Daher wiederholte ich das Ganze an der nächsten langen Seite erneut, fing ihn aber diesmal früher ein, was besser gelang. „Super Dicker.“, rief ich ihm zu. Damit ließ ich es gut sein, lobte ihn und gab ihm am nächsten Tag frei.
    Zwei Tage später machten wir uns erneut an die Dressurarbeit. Ich wiederholte nach dem Aufwärmen das Zulegen, was schon viel besser klappte als zwei Tage zuvor. Heute hatte ich Viereck verkleinern auf dem Plan. Ich denke nicht, dass es Sezuan große Probleme bereiten wird. Er kannte bereits Schenkelweichen, was er schnell lernte. Ich parierte zum Schritt durch und versuchte mich an der langen Seite ans Viereck verkleinern. Mit dem äußeren Schenkel schob ich ihn nach innen und stellte ihn dabei entgegen die Bewegungsrichtung. Ich schob ihn vorwärts, seitwärts, dabei immer gestellt. Für den Anfang gar nicht schlecht. Ich wiederholte die Lektion mehrere Male; von Mal zu Mal klappte sie besser. Ich war begeistert von dem Auffassungsvermögen und der Umsetzung meines Hengstes. Ich beschloss kurzerhand, eine Aufgabe der Klasse A durchzureiten. Schnell checkte ich die Aufgabe auf meiner App. Nachdem ich sie durchgelesen hatte, ging es los. Im Trab marschierte ich auf der Mittellinie auf. Sezuan stand nicht ganz geschlossen, ließ sich aber während des Stehens korrigieren. Das Antraben war recht vom Fleck weg. Im Arbeitstrab konnte ich ihn schön oben halten und er versuchte nicht mehr ständig abzutauchen. Auch als ich in den Volten überstrich blieb er schön bei mir. Auf dem Zirkel galoppierte ich an und ging dann ganze Bahn, wo ich zulegte. Das klappte wunderbar, und auch die Rückführung gelang deutlicher als im Training zuvor. Die Parade zum Trab gelang, kam mir nur ein bisschen auf die Hand, was man von Außen aber nicht bemerken würde. Nachdem die Galopptour beendet war, wechselte ich im Trab durch die ganze Bahn. Dabei wollte ich die Tritte verlängern. Ich musste aufpassen, dass Sezuan nicht schon in den Mitteltrab ging, da er durch sein elastisches Vorderbein schnell den Anschein machte. Nach der Diagonale parierte ich zum Schritt durch und verkleinerte das Viereck. Auch das klappte. Alle Kernlektionen der Klasse A saßen und ließen sich schön reiten. Ich beendete die Aufgabe und lobte mein Pferd. Ich konnte nun selbstsicher sagen, Sezuan bis zur Klasse A ausgebildet zu haben. In den nächsten Wochen mussten die Lektionen und die Durchlässigkeit, sowie Losgelassenheit noch etwas verbessert werden, bevor wir uns an die nächsthöhere Stufe machen konnten.


    Rennen E -> A
    Coronabedingt hatten wir eher eine Flaute, was unseren Ausbildungsbetrieb betraf. Nur vier Aufträge kamen bislang diesen Monat hinein. Ich nutzt diese Zeit intensiv, um mich um meine Schützlinge zu kümmern und diese in dieser Zeit auszubilden. Dabei hatte ich einiges vor mir. Fürstenherz, einer meiner neusten Pferde, stand noch ganz am Anfang seiner Ausbildung, genau wie Leviathan’s Levisto, der meinen Hof am gleichen Tag erreichte wie Fürstenherz. Bei den Beiden stand mir also alles frei, mit was ich beginnen wollte. Shavalou wollte ich in der Distanz ausbilden, da dies die einzige Klasse war, wo er noch keine Erfahrungen sammeln konnte. Sezuan, mein erstes Pferd auf meinem Hof, hatte bereits einige Turniererfolge sammeln können. Hier entschied ich, ihn im Galopprennen auszubilden. Bei den Stuten ging es erstmals für Grey Rose ins Training. Nachdem sie bereits zwei Siege ergattern konnte, ging es diesen Monat für sie in die Ausbildung. Grey Rose erhält im Oktober eine Ausbildung der Dressur zur Klasse A. Zu guter Letzt noch Golden Highlight, welche ich ebenfalls im Galopprennen fördern wollte. Wie man sah, ich hatte ganz schön was vor mir. Momentan aber auch genügend Zeit und Motivation dafür.
    Als mein Trainingsplan stand, ging es los. Ich startete das Training mit meiner Stute Grey Rose. Nachdem ich meine Stute geputzt und gesattelt hatte, ging es los mit dem Training. Ich saß auf und ritt raus auf den Platz. Das Wetter war heute traumhaft! Nachdem ich sie eine gute halbe Stunde ordentlich im Schritt aufgewärmt hatte, trabte und galoppierte dann später auch an. Rose war heute etwas stutig am Bein, aber davon ließ ich mich wenig beeindrucken. Nachdem sie einigermaßen locker war, saß ich im Trab aus und nahm sie im Genick etwas höher. Sie nörgelte anfangs etwas herum, weil es anstrengend für sie wurde, aber nach vielen Handwechseln, Volten und Übergängen bekam ich sie langsam auf meine Seite. Im Schritt probierte ich mich erstmals am Viereck verkleinern. Die erste Reaktion war ein simples Schweifschlagen, aber auch hier wurde sie von Mal zu Mal probieren durchlässiger und verstand langsam, was ich von ihr verlangte. Als ich zufrieden mit ihr war beendete ich die heutige Trainingseinheit und machte mit dem nächsten meiner Pferde weiter. Dies war Golden Highlight, die ich weiter im Rahmen der Stutbucheintragung ausbilden wollte. Die Palominostute wollte ich in der Renndisziplin ausbilden, nämlich von Klasse E zur Klasse A. Nachdem ich Grey Rose weggebracht hatte, holte ich Highlight aus ihrer Box, putzte und sattelte sie, bevor es für uns Beide raus ins Gelände ging. Dort stand zuerst das Ausdauertraining auf dem Plan, da Golden Highlight zugegebenermaßen nicht die allerbeste Kondition besaß. Dies war jedoch der Grundstein für ein ordentliches Rennen der Warmblüter. Die Wege, die wir im Trab und Galopp nichz bestreiten konnten, nahm ich natürlich im Schritt. Mein heutiges Ziel war eine leichte Steigung, die ich im Galopp nehmen wollte. Als wir diese erreichten, galoppierte ich meine Stute noch vor der Steigung an. Da war sie noch ziemlich übermotiviert, wie immer, wenn wir im Gelände galopipierten. Ihre Energie ließ aber rasch nach, als wir den Hügel hochgaloppierten. Ich versuchte, sie etwas über den Schmerzpunkt hinaus im Galopp zu halten, parierte aber frühzeitig durch. Ich merkte, dass wir noch einiges vor uns hatten und ritt am langen Zügel im Schritt zum Stall zurück. Denn dort warteten ja bereits die anderen Pferde auf mich. Nachdem Golden Highlight wieder zum Ausruhen in der Box war, holte ich Fürstenherz, genannt Herzi, aus seinem Stall. Ihn hatte ich erst wenige Tage und bin ihn noch nicht oft geritten, allerdings musste es auch für ihn weiter gehen. Daher machte ich den sensiblen Perlinohengst fertig für unser erstes richtiges Training. Mein Freund baute draußen einen Pacours auf, während ich mit Herzi Schritt ging. Praktisch, denn diesen konnte ich für Leviathan’s Levisto gleichermaßen nutzen, denn beide Hengste befanden sich auf dem exakt selben Ausbildungsstand. Fürstenherz hielt sich am Anfang noch etwas fest, als er um die Sprünge traben und galoppieren sollte, den er war in seinem Leben noch nicht allzu viel gearbeitet worden. Deswegen nahmen wir auch zuerst ein paar Trabstangen, die er schon kannte, bevor wir uns an die ersten kleinen Hüpfer machten. Auch hier merkte man seine anfängliche Unsicherheit, welche aber mit der Anzahl der Sprünge immer kleiner wurde. Wir nahmen erstmal Kreuze und Mini-Steilsprünge, bevor wir uns an Sprünge der Klasse E herantrauten. Schließlich sollte er keine Angst vor wachsender Höhe bekommen. Im gesamten Training verweigerte er zwei Mal, was aber nicht schlimm war. Da fehlte ihm noch Mut und Erfahrung am Sprung. Nachdem er nochmal fein gesprungen war, ließ ich es gut sein. Mein Freund hatte bereits Leviathan’s Levisto gesattelt und Schritt geführt, sodass ich einen nahtlosen Übergang von Pferd zu Pferd machen konnte. Levi war im gegensatz zu Herzi etwas selbstsicherer. Ihn ließen die vielen Sprünge und Stangen relativ unbeeindruckt. Auch, wenn er genauso wenig Erfahrung hatte wie Herzi. Auch bei Levi fang ich erst mit Trabstangen an, bevor wir uns ans Springen machten. Levi nahm alles völlig cool mit seinen sechs Jahren und dachte dabei immer mit. Ich war begeistert von seiner Arbeitseinstellung und ich malte mir schon aus, wie wir mal über Hindernisse der schweren Klasse fliegen würden. Beim ersten Kreuz zögerte er kurz, sprang aber. Ich wiederholte zuerst einige Male das Kreuz, bevor wir uns an die anderen Sprünge trauten. Er hatte total Spaß bei der Sache und machte seinen Job für seinen ersten Pacours fantastisch. Nach ihn spang ich heute nur auf E-Niveau, um ihn nicht zu überfordern. Ich lobte meinen Hengst und ließ ihn am langen Zügel Schritt gehen. Nun standen für heute noch zwei Pferde auf meinem Trainingsplan. Shavalou und Sezuan. Shavalou war der nächste und für ihn stand Distanztraining auf dem Plan. Auch hier befand sich mein Hengst auf dem Einsteigerniveau, welches wir dringend ändern wollten, da auch er eines Tages mal in die Zucht einsteigen sollte. Da er aber schon zu alt für die normale Körung war, musste das über Erfolge geschehen. Und die konnten wir am Besten über ein breites Ausbildungsspektrum sammeln. Also ging es los. Auch für Shavalou ging es – wie bei Golden Highlight – raus ins Gelände. Ein langer Ausritt stand auf dem Plan, um seine Ausdauer zu trainieren. Ich baute einige Trab und viele Galoppreprisen ein, natürlich alles in einem entspannten Tempo. Nach einiger Zeit war mein Hengst allerdings schon ziemlich erschöpft und geschwitzt, da es auch des Öfteren bergauf ging. Auch hier hatten wir in Sachen Kondition noch einiges vor uns. Im Stall zurück ging es ein letztes Mal ins Gelände, dieses Mal jedoch mit Sezuan, meinem KWPN-Hengst. Bei ihm hatte ich das Ziel, ihn im Rennen weiter auszubilden. Auch er stand am Anfang seiner Karriere. Nachdem auch er reitfertig gemacht war, ging es raus in die frische Luft. Ich wählte die selbe Galoppstrecke wir für Golden Highlight’s Training, jedoch war Sezuan zu meiner Überraschung um einiges ausdauernder als meine Stute. Bei ihm wird die Ausbildung nicht so lange dauern, soviel stand fest. Denn: schnell war er auch noch dazu. Abends fiel ich sehr müde ins Bett. Es war viel, aber ich wollte die Förderung meiner Pferde.
    In der ersten Woche wiederholte ich vieles aus dem allerersten Training meiner Pferde. Ich wollte sie nicht überfordern, deswegen nahm ich mir nicht zu viel auf einmal vor, sondern arbeitete mich Stück für Stück voran. Grey Rose wurde jeden Tag durchlässiger und war nicht mehr so ganz nörgelig. Da war ich mir sicher, dass das bald ganz Geschichte sein würde. Auch das Viereck verkleinern und vergrößern saß mittlerweile echt gut. Golden Highlight wurde viel ins Gelände geritten, genau wie Sezuan. Dabei entwickelte sich Sezuan schneller als die Stute, was aber nicht schlimm war. Fürstenherz gewann im Laufe der Woche immer mehr an Selbstsicherheit im Pacours und auch Levisto’s Leviathan setzte nochmal einen drauf, was seinen Mut betraf. Trotzdem blieb der Pacours die Woche auf dem untersten Niveau. Bei Shavalou merkte ich nicht allzuviel von einer Entwicklung, kann man aber in der ersten Woche auch nicht wirklich erwarten. Sein Futter wurde angepasst und ich war auf die nächsten Wochen gespannt.
    Woche zwei war interessant. Grey Rose machte eine unglaubliche Entwicklung und kam immer mehr aufs Hinterbein. Ich hatte mich inzwischen an die Verstärkungen im Trab und Galopp gemacht, was sie auch sehr gut umsetzte. Es dauerte nicht mehr lang, bis man sie definitiv in der Klasse A vorstellen konnte. Mit Golden Highlight und Sezuan bin ich in der Woche zwei Mal auf die Galopprennbahn gefahren, um mal auf einer Rennstrecke trainieren zu können. Ganz langsam merkte man das Ausdauertraining von Golden Highlight, während Sezuan schon beinahe die Idealzeit der Klasse A erreicht hatte. Bei der Stute würde das sicher noch zwei, drei Wochen dauern. Bei Sezuan könnte es sein, dass er in der nächsten Woche schon soweit war. Unsere zahlreichen Ausritte machten sich anscheinend bezahlt! Fürstenherz wurde immer selbstbewusster und mittlerweile sprang er sehr zuverlässig einen E-Pacours, sodass wir in der kommenden Woche sicherlich den Pacours höher ziehen konnten. Lecianthan’s Levisto dagegen war so Feuer und Flamme fürs Springen, dass wir uns schon auf einem guten A-Niveau befanden. Nur in der Kombination wurde er manchmal etwas unsicher, aber das dürfte auch bald Geschichte sein. Shavalous Futteroptimierung machte sich deutlich bemerkbar und er gewann zusehends an Kondition, welche für den Distanzsport unerlässlich war. Ganz sachte verlängerten wir unsere Ritte peu à peu, damit er weiter an Ausdauer und Kraft zulegte. Ich war gespannt auf Woche drei meiner Ausbildung.
    Mittlerweile waren Grey Rose’ Verstärkungen deutlich sichtbar und auch die Rückführung klappte immer besser. Ich konnte jegliche Lektionen der Klasse A abrufen, dazu gehörte Vierekc verkleinern oder vergrößern im Schritt, Tritte verlängern im Trab und Galopp und natürlich das etwas höher getragene Genick. Ich ritt zur Überprüfung des Ausbildungsstandes eine abschließende A-Dressur durch und war sehr zufrieden mit der Trakehnerstute. Ihre Ausbildung war fürs erste abgeschlossen. Nun konnte sie sich die nächsten Tage entspannen, bis es für sie nächsten Monat weiterging mit Festigung der gelernten Lektionen und Vorbereitung auf die Klasse L. Mit Golden Highlight und Sezuan war ich, wie letzte Woche auch, zwei Mal auf der Rennbahn. Ein dort angestellter Trainer unterstützte uns diese uns letzte Woche sehr gut, sodass auch Golden Highlight langsam sichtbare Fortschritte machte. Shavalou nahm das ganz gelassen, für ihn schien diese Aufgabe beinahe ein Klacks zu sein. Jede Runde rannte er eine vorbildliche Zeit, was auch den Trainer beeindrucke. Bei seiner letzten Runde nahm er nochmals die Zeit. Ich beugte mich während des Rennens dicht über seinen Hals und ließ ihn einfach unter mir galoppieren. Mittlerweile war diese Runde schon kein Problem mehr. Mit einer spitzen Zeit rannte er ins Ziel und auch der Trainer war beeindruckt. „Ja… Gratulation, eine spitzen Zeit! Da gibt es nichs mehr hinzuzufügen.“, meinte er nur, worauf ich sehr stolz war. Auch Sezuan hatte es geschafft und befand sich auf Klasse A des Galopprennens. Golden Highlight würde sicherloch noch ein paar Wochen brauchen, bis sie nachziehen würde. Bei Fürstenherz hatten wir uns mittlerweile an einen höheren Pacours getraut, kaum merklich hochgezogen. Aber mittlerweile hatte er wirklich Spaß dabei und seine anfängliche Unsicherheit war gänzlich verflogen. Er sprang jetzt schon fast auf einem soliden A-Nivau. Leviathan’s Levisto hingegen war schon durch mit der Ausbildung auf die nächsthöhere Klasse. Er hatte so viel Mut und Ehrgeiz entwickelt, dass ich dachte, er würde über Häuser mit mir springen. Egal welcher Unterbau, egal welche Sprünge aufgebaut waren: er sprang ausnahmslos alles. Immer mit dem Wille, alles richtig zu machen. Der abschließende A-Pacours war ein Witz für ihn. Fehlerfrei übersprang er die neun Sprünge, bestehend aus Steilsprüngen, Oxern und einer Kombination aus Steilsprung und Oxer. Es würde nicht lange dauern, bis ich ihn schon im L-Springen vorstellen konnte. Die Einstellung des Fuchshengstes war abnormal! Shavalou hat auch einen enormen Sprung in seinem Training gemacht. Er wurde immer ausdauernder und kraftvoller und schaffte schon locker eine Distanz von fünfunddreißig Kilometern. Jetzt brauchten wir nur noch zehn Kilometer zusätzlich, damit er sich auf der Klasse A befand. Unser Training ging also weiter. Viel ins Gelände, viel Trab und Galopp, ab und an mit Steigung. Ich war gespannt auf die nächste Woche.
    Grey Rose, Leviathan’s Levisto und Sezuan waren bereits durch mit der aktuellen Trainingseinheit. Golden Highlight war die Erste auf dem Plan. Wir hatten weiterhin viel an ihrer Kraft gearbeitet und fuhren heute zum abschließenden Training in die Rennarena. Ich war nervös, ob sich unser intensives Training auszahlen würde. Als der Startschuss fiel galoppierte meine Palominostute sehr ehrgeizig nach vorne. Ich schmiegte mich an ihren Hals und feuerte sie an. Wir bogen recht fix auf die Ziellinie ein, wo der Trainier bereits an der Reling stand und uns akribisch beobachtete. Wir durchritten die Lichtschranke mit einer schönen Zeit. Da abschließende Gespräch war zufriedenstellend, wir müssen zwar immernoch an unserer Schnelligkeit arbeiten, aber sie hatte es geschafft. Golden Highlight rennt ab heute nun auf der Klasse A mit. Ich war sehr stolz auf meine Stute, aber mussten natürlich weiter dranbleiben und uns stetig verbessern. Auch Fürstenherz hatte sich zur vorherigen Woche nochmal gesteigert. Wir sind wieder viel gesprungen und hatten an seiner Technik gearbeitet. Und wirklich, im Vergleich zu seiner Anfangszeit als Springpferd war keine Spur mehr zu sehen. Er war Mutig am Sprung geworden, machte sich auch schon selbst die Distanzen passend. Der Abschlusspacours war eine Leichtigkeit für ihn geworden. Fehlerfrei sprang er den ein Meter hohen Pacours mit Freude durch. Ich war begeistert von ihm! Ich war mir sicher, dass er mit wachsender Selbstsicherheit auch in anderen Sparten ein tolles Turnierpferd werden wird. Zu guter Letzt konnte ich auch zufrieden mit er Entwicklung von Shavalou sein. Kurzerhand entschloss ich, mich an die fünfundvierzig Kilometer lange Distanz zu trauen. Die Strecken vorher waren schon keine Herausforderung mehr für ihn, hatte mich aber noch nicht an längere Strecken getraut. Zu meiner Überraschung nahm er die lange Strecke aber mit ziemlicher Coolness. Und das auch in einer vorzeigbaren Zeit. Stolz wie Bolle berichtete ich meinem Freund von diesem Fortschritt. Auch er war nun zu guter Letzt auf A-Niveau angekommen. Nun konnte es mit allen Pferden weitergehen!


    Distanz E -> A
    Und zack, war das Jahr auch schon fast wieder rum. Mittlerweile hatten wir schon November. Nächsten Monat ist schon Weihnachten und auch Silvester. Wahnsinn, wie die Zeit gerannt war. In der Zeit war auch nicht viel los. Corona wütete immernoch durch unsere Pläne und Vorhaben, deswegen hatte ich viel Zeit, mich meinen Pferden zu widmen. Daher plante ich einen neuen Trainingsabschnitt für meine Vierbeiner. Diesen Monat betrifft es Grey Rose, welche ich in der Distanz von Klasse E auf A trainieren wollte, Fürstenherz, der in der Dressur von E nach A trainiert werden soll, genau wie sein Boxennachbar Leviathans Levisto. Shavalou wollte ich auch im Distanzbereich weiter fördern und Sezuan wollte ich ebenso in dieser Disziplin von Klasse E auf A trainieren. Also hatte ich drei Pferde in der Distanz und zwei in der Dressur. Ich freute mich riesig drauf, denn so konnte ich mehrere Pferde auf einmal mit zum Training nehmen.
    Also ging es auch schon relativ schnell los, nachdem ich den Trainingsplan geschrieben hatte. Ich begann heute mit dem Distanztraining von Grey Rose, Shavalou und Sezuan. Da ich aber nicht alle Pferde auf einmal reiten konnte, was sehr schade ist, teilte ich mir das Training mit meinem Freund. So konnten wir uns prima gegenseitig unterstützen. So machten wir Grey Rose und Shavalou fertig. Heute nahm ich die Stute und mein Freund den Hengst. Im Distanzsport war es wichtig, dass man die Ausdauer und nachher auch die Schnelligkeit trainiert. Somit widmeten wir uns heute dem Punkt der Ausdauer. Wir sattelten beide Pferde und gingen ins Gelände. Wir wählten für den heutigen Tag eine Strecke mit vielen Hügeln, Steigungen und Hängen, damit wir gleichzeitig auch an der Kraft feilen konnten. Zuerst ritten wir gemütlich im Schritt, nachher aber auch im Trab und Galopp die Steigungen hinauf. Bergab ging es nur im Schritt, da ich zu viel Sorge um die Beine habe. Generell, immer. Meine Pferde müssen nicht auf Biegen und Brechen trainiert werden, die Gesundheit steht dabei immer an erster Stelle. Wir merkten, dass Grey Rose und Shavalou schon ziemlich schnell müde waren, weswegen wir das Training langsam beendeten. Mit Sezuan wählte ich die gleiche Strecke, nachdem wir Grey Rose und Shavalou weggebracht hatten. Sezuan war schon mehr ‚an‘ als die anderen Beiden. Ihm fiel die Hanglage deutlich einfacher, er hatte aber einfach auch einen unheimlichen Ehrgeiz entwickelt. Aber auch hier ließ ich es nach einer halbe Stunde klettern gut sein, damit die Muskulatur nicht übersäuerte. Ich war gespannt, wie die Pferde sich morgen im Training zeigen würden. Als ich wieder Zuhause war waren noch Fürstenherz und Leviathan’s Levisto dran, die mein Freund bereits beide gesattelt hatte. Die zwei Hengste müssen langsam näher an die Dressur gebracht werden, und wir würden heute den Grundstein dafür legen. Beide befinden sich zum aktuellen Zeitpunkt auf einem soliden, vielleicht auch ausbaufähigem E-Niveau. Schritt, Trab und Galopp konnte man in sicherer Anlehnung abrufen, vielleicht auch mal ein Schenkelweichen reiten, mehr aber auch nicht. Ich war gespannt, wie sich die Beiden machen würden. Auch hierbei half mir mein Freund, der wegen Corona ähnlich wenig zu tun hatte wie ich. Er schwang sich auf Levi’s Rücken, ich ritt heute Fürstenherz. Wir ritten die Hengste erstmal ordentlich warm, bevor wir locker antrabten und erstmal leichttrabten. Wir lösten die Beiden erstmal in einem schönen vorwärts-abwärts mit vielen Handwechseln und Hufschlagfiguren. Im Galopp nahmen wir erstmal ein frisches Grundtempo ein, bevor es an die Arbeit ging. Im Trab saßen wir nun aus, auch das war kein Problem für Leviathan’s Levisto und Fürstenherz. Levi hob sich ab und an Mal raus, was aber sofort korrigiert werden konnte. Im Trab hieß es nun: versuchen, das Genick etwas weiter oben zu halten, während wir aussitzen. Das klappte gut, aber schließlich war das auch Teil unseres täglichen Trainings. Eigentlich mussten die Hengste nur die Verstärkungen und das Viereck verkleinern/vergrößern lernen. Heute widmeten wir uns aber zuerst nur den Basics. Ansatzweise testeten wir, ob das Viereck verkleinern möglich war, einzuleiten. Fürstenherz verstand auf Anhieb, was ich von ihm wollte. Levi hingegen war am Anfang recht klemmig und wollte kaum seitwärts treten, aber nach dem dritten Anlauf machte es auch bei ihm langsam ‚klick‘.
    In der ersten Woche des Trainings gingen wir mit Grey Rose, Shavalou und Sezuan viel ins Gelände. Abwechselnd ritten wir viel am Hang, denn das steigerte enorm die Kraft und somit die Ausdauer. Es war gut, dass wir zu zweit waren, denn die Pferde motivierten sich täglich gegenseitig. Wir ritten aber auch immer in anderen Konstellationen. Mal Grey Rose mit Shavalou, mal Sezuan und Shavalou, oder Grey Rose mit Sezuan. Wir Pferde wurden zum Mal zu Mal eifriger. Grade, wenn es auf die lange Galoppstrecke ging. Mittlerweile mussten wir die Trainingseinheiten von Dressur und Distanztraining splitten, denn die Distanzritte wurden immer länger und ausgedehnter. Bei den Galoppstrecken versuchten wir, die Pferde anfangs immer in einem ruhigen Grundtempo zu halten und die Energie nicht auf einmal zu verbraten. Das ging anfansg nur mäßig gut, grade die beiden Hengste Sezuan und Shavalou schaukelten sich gegenseitig ziemlich hoch, weswegen wir diese Konstellation zum Ende der Woche hin eher nicht mehr wählten. Bei Levi und Fürstenherz machte sich das Dressurtraining auch ganz gut. In der ersten Woche konnten wir noch eine signifikanten Unterschiede feststellen, was aber ok und auch normal war. Lieber step by step aber dafür richtig. Wir hatten uns so langsam an die Verstärkungen in Trab und Galopp rangetastet. Da beide Pferde mit einem netten Gangwerk ausgestattet sind, macht das die Verstärkungen einfacher. Nur das Abfangen brauchte noch mehr Durchlässigkeit und musste schneller gehen. Das ist fohl der Fokus für Woche zwei des Trainingsprogramms.
    In der zweiten Woche begannen wir auch hier wieder mit der Distanzarbeit. Es war toll, die Pferde so zu erleben. Gefühlt täglich bekamen sie mehr Kraft und Ausdauer und hatten einfach Spaß an der Arbeit im Gelände. Wir nahmen trotzdem immer mal wieder die Hanglage mit, damit auch weiterhin die Hinterhand gestärkt wird. Aber der Fokus lag definitiv auf den langen Strecken, die wir im Schritt, aber natürlich auch Trab und Galopp nahmen. Die Pferde hatten mittlerweile gelernt, in einem gleichmäßigen, ruhigen Tempo zu laufen, um sich die Kraft einzuteilen. Ziel dieses Trainings im November war, dass die Pferde an der vierzig Kilometer Marke kratzten. Neununddreißig Kilometer mussten sie bis zur Klasse A in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zehn km/h zurücklegen. Wir schafften mittlerweile gute dreizig Kilometer, danach waren die Pferde aber auch ziemlich erschöpft und am Ende der Kräfte. Es hieß also: Weitertrainieren und dran bleiben. Ich hatte das Gefühl, in zwei Wochen dürften alle Pferde die vierzig Kilometer in geeigneter Zeit schaffen. Grey Rose konnte nach meinem Gefühl jetzt schon beinahe die vierzig Kilometer schaffen, denn sie hatte einen unglaublichen Ehrgeiz. Die Hengste waren etwas schwächer als sie, grade Shavalou brauchte recht lange um Kraft und Ausdauer aufzubauen. Sezuan befand sich nach Woche zwei in einem guten Mittelfeld. Daher hieß es weiter Ausdauer trainieren. Bei den Dressurlern verlief die zweite Woche ähnlich erfolgreich. Fürstenherz hatte mittlerweile verstanden, dass Rahmenerweiterung gefragt wurde bei den Verstärkungen. Er konnte seine Beinchen sehr gut in Szene setzen, was mich unheimlich stolz machte. Aber auch Leviathan’s Levisto verstand das Prinzip so langsam, auch wenn er mehr Springpferd als Dressurpferd werden wollte. Dennoch glaube ich an das Potenzial des Fuchshengstes. Wir übten auch viel am Seitwärtsgehen und somit war das Viereck verkleinern und vergrößern seit dieser Woche bei beiden Hengsten kein Problem mehr.
    Woche drei des Workouts war großartig. Meine fünf Pferde machten einen gewaltigen Sprung nach vorne, das Training trug endlich Früchte. Leviathan’s Levisto und Fürstenherz waren mittlerweile wirklich auf einem guten A-Niveau der Dressur angekommen. Sobald es auf die Diagonale ging im Trab, gingen die Öhrchen nach vorne und ab die Post. Man musste beide regelrecht bremsen, mal nicht zuzulegen wenn man durch die ganze Bahn wechseln wollte. Zum krönenden Abschluss wollte ich auf beiden Pferden eine A-Dressur zur Überprüfung des Leistungsstandes durchreiten. Zuerst machte ich Leviathan’s Levisto dafür fertig. Wenig später konnte es dann auch schon losgehen. Aufgewärmt und bereit für unsere erste richtige A-Dressur. Mein Freund saß am Rand des Reitplatzes und laß mir die Aufgabe vor. Mittellinie einreiten und Grüßen war grade und geschlossen. Das Antraben vom Fleck weg war schonmal besser und durchlässiger, alles aber noch im Rahmen. Mittlerweile konnte ich wirklich spüren, wie Levi unter mir anfing zu schwingen. Schritt, Trab und Galopp waren kein Problem. Auch das Zulegen im Trab und Galopp war deutlich sichtbar herausgeritten, auch das Abfangen wurde immer besser. Das Viereck verkleinern war nach vielem Üben auch keine Hürde mehr für den KWPN-Hengst. Ich war sehr zufrieden mit seinem Werdegang als zukünftiges Springpferd auf Abwegen. Danach war die Leistungsüberprüfung von Fürstenherz dran. Auch mit ihm ritt ich die gleiche Aufgabe. Die erbrachte Leistung war sogar noch besser als die von Levi. Fürstenherz war einfach ein tolles Dressurpferd, der wusste, wie man sich präsentiert. Er wusste auch einfach, dass er schön ist. Auch hier waren die Kernlektionen wie Tritte verlängern im Trab und Galopp sowie Viereck verkleinern im Schritt sauber geritten und deutlich erkennbar. Auch hier konnte man vermerken, dass sich Herzi auf sicherem A-Niveau befand. Somit war dieser Part der Trainingssession im November abgeharkt und beide Pferde liefen zuverlässig auf A. Nun mussten wir noch das Distanztraining abschließen. In der Woche waren wir wieder viel im Gelände und erweiterten jeden Tag peu a peu die Strecke. Sie hatten mittlerweile enorm Kraft und Ausdauer bekommen. Auch Shavalou, der immer erst ein wenig brauchte, bis er mithalten konnte. Grey Rose und Sezuan hatten eine unglaubliche Entwicklung in der doch eher kurzen Zeit gemacht. Somit konnten wir sonntags auswärts fahren, um unser Können unter Beweis zu stellen. Damit wir nicht zwei Mal fahren mussten, fragte ich eine Freundin, ob sie eins meiner Pferde auf dem Distanzritt reiten konnte. Sie willigte ein und nach einem Probetraining, welches super war, konnten wir zu Dritt in den Kampf ziehen. Ich ritt Sezuan, mein Freund Shavalou und Lara, meine Freundin, Grey Rose. Nachdem wir die Pferdehänger bepackt hatten, ging es los zur auswärtigen Distanzstrecke. Die Pferde waren auf fremden Terrain relativ entspannt und ich konnte es kaum erwarten, bis es losging und wir das harte Training endlich abschließen konnten. Nachdem wir gesattelt hatten, ging es los. Der Prüfer nahm die Zeit, jedoch ließen wir es ganz entspannt angehen. Wir hatten eine Menge Spaß auf unserem Distanzritt und bauten viele Trab und Galoppstrecken abwechselnd ein. Wir waren einige Stunden unterwegs, wie lange wusste ich gar nicht. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und war fast traurig, als der Ritt schon vorbei war. Der Richter gratulierte uns recht herzlich zu den bestandenen neununddreißig Kilometer in einer guten Zeit. Somit war es amtlich: Grey Rose, Shavalou und Sezuan liefen auf A-Niveau, was Distanzritte betrifft. Glücklich und zufrieden mit den Leistungen der Pferde und deren Werdegänge in den letzten Wochen machten wir uns auf den Weg Richtung Heimat, wo wir die Stufenerhöhungen der Pferde ausgiebig in kleinem Kreis bei einer Flasche Sekt feierten.


    Kürbericht von Sezuan bei der HK 508 für alle Hengste - geritten
    Heute war es endlich wieder so weit. Lange habe ich auf diesen Tag hingefiebert und für trainiert. Sezuan war in Bestform und heute besonders schön herausgeputzt, denn heute würde sich entscheiden, ob er sich in Zukunft Deckhengst nennen darf oder nicht. Wir waren gründlich aufgewärmt und warteten in der Abreitehalle auf unseren Start. Wir waren erster Teilnehmer und es würde nicht mehr lange dauern, bis es losging. Ein paar Minuten später war es soweit. Mein Freund nahm Sezuan die Abschwitzdecke ab und ich sammelte mich nochmal, bevor es losging. Nach einem tiefen Aus- und Einatmen war es soweit. Ich trabte meinen Hengst an und ritt in die Prüfungshalle ein. Sezuan hatte die Ohren nach vorne gespitzt und ich ließ ihm die Show. Unter gleichmäßigen, sicheren Tritten trabte er über den Sandboden. Ich wendete auf die Mittellinie ab, hielt bei X und grüßte die Richtergruppe, die mir gegenüber saß. Dann trabte ich erneut an und ging auf die linke Hand, um nach einer Runde ganze Bahn durch die ganze Bahn zu wechseln, damit die Richter seinen Trab auf der anderen Hand bewerten konnten. Links herum baute ich zudem einen Mittelzirkel ein, bevor ich zum Schritt durchparierte. Ich wechselte vom Mittelzirkel auf die ganze Bahn und ließ ihn schön im Schritt daherschreiten. Er streckte sich schön vorwärts abwärts und schnaubte ab. Ich wechselte durch die halbe Bahn und zeigte nochmal auf der rechten Hand seinen raumgreifenden Mittelschritt. Dann mussten wir noch den Galopp präsentieren. Ich nahm die Zügel auf und galoppierte Sezuan aus dem Schritt heraus an. Zuverlässig galoppierte er an und ich nahm ihn direkt etwas auf, damit er schön hinten drauf kam und noch mehr bergauf galoppieren konnte. Ich galoppierte auch hier auf der ganzen Bahn, legte eine lange auch ordentlich zu, bevor ich ihn wieder versammelte und mit einem exzellenten fliegenden Wechsel durch die Diagonale die Hand wechselte, so musste ich nicht nochmal durchparieren. Auch hier galoppierte ich nochmal auf dem Zirkel, bevor ich unsere Kür beendete. Im Galopp ging es ein zweites Mal auf die Mittellinie, um mich dann bei X stehend von den Richtern zu verabschieden. Ich war gespannt, wie diese unsere Leistung bewerten würden... Danke Sezuan!
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    Zuletzt bearbeitet: 20 Nov. 2020
  3. Stelli

    Stelli Bekanntes Mitglied

    Stellis Teilnahme mit
    SHAVALOU

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    Steckbrief
    Shavalou
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    Vom: Incendio
    Vom: Fabulus
    Aus der: Café la Crema

    Aus der: Colored Belle
    Vom: Giacomo Casanova
    Ramires x Cassini's Girl
    Aus der: Jumping To Conclusions
    Smith x Juggling Maid


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    Rufname: Loui
    Geburtsjahr: 2015
    Stockmaß: 1.72 m
    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Dunkelbrauner
    Abzeichen: unterbrochene Blesse, 4x weiß
    Gesundheit: Sehr gut


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    neugierig, sanft, elastisch

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    Besitzer: Stelli
    Ersteller: Stelli
    VKR: Stelli
    Verkäuflich: Nein

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    Zuchtzulassung: Nein
    Nachkommen: -
    Decktaxe: -
    Stationiert: -


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    Galopprennen Klasse: L
    Western Klasse: A
    Spring Klasse: A
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: L
    Fahren Klasse: A

    Eignung: Springen, Dressur, Military
    Geritten: Ja


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    598. Dressurturnier, 600. Dressurturnier, 600. Springturnier, 549. Westernturnier, 471. Fahrturnier, 449. Militaryturnier, 526. Rennen
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    Trainingsberichte (3) von Beritt-und Trainingsservice Birkenau (Stelli)
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    Galopprennen A -> L
    Ich hatte schon lange die Idee, mein Pferd Shavalou im Rennen zu trainieren. Also beschloss ich kurzerhand, dies in Angriff zu nehmen. Ich holte meinen Hannoveranerhengst aus seiner Box und machte ihn fertig. Ich machte seinen Springsattel auf den Rücken und gurtete diesen fest. Nachdem wir bereit waren, schwing ich mich auf seinen Rücken und ritt gemütlich im Schritt zur Rennbahn. Diese lag außerhalb meiner Reitanlage, deswegen mussten wir ein Stück dorthin reiten. Was aber an sich nicht schlimm war, denn so konnten wir uns auf dem Weg dorthin gut aufwärmen. Als wir nach ungefähr fünfundzwanzig Minuten eine schöne Waldstrecke erreichten, trabte ich ihn an. Wenig später fanden wir uns auf der Rennbahn wieder. Auch hier trabte ich erstmal eine Runde rechts und danach links herum, damit wir wirklich gut aufgewärmt waren. Anschließend galoppierte ich Shavalou nochmal in einem ganz lockeren Tempo die Bahn entlang. Dann waren wir bereit für das eigentliche Training. Ich platzierte mein Pferd und mich an der Startlinie und wartete, dass das programmierte Lichtsigal auf grün umschaltete. Ich sah an der Startertafel, dass die Sekundenzahl runterzählte. Drei....zwei....eins... go. Aus dem Stand galoppierte ich meinen motivierten Hengst an. Ein Ruck ging durch seinen braunen Körper und er startete durch. Wenn es auch ein klein wenig unerwartet für mich war, dass er so einen Blitzstart hinlegte, sammelte ich mich rasch und konzentrierte mich aufs Training. Ich ging in den leichten Sitz und lehnte mich dicht über den Hals meines Pferdes. Shavalou galopierte mit großen, energischen Galoppsprüngen die Rennbahn entlang. Ab circa der Hälfte der Strecke merkte ich allmählich, wie ihm die Kraft ausging. Nichtsdestotrotz motivierte und trieb ich ihn zum weitergaloppieren. Er war ganz schön schlapp und matt, als wir durch die Lichtschranke galoppierten. Ich ließ ihn locker ausgaloppieren und austrabten, bis er unter mir schnaufend zum Schritt durchparierte. Da stand noch einiges an Arbeit aus. Besonders die Sache mit der Kondition. Ich lobte Shavalou und ritt ganz gemütlich zum Stall zurück. Nach einer halben Stunde kam ich Zuhause an; ich hatte für den Rückweg den kurzen Weg gewählt. Zusammen mit meinem Freund heckten wir einen Trainingsplan für die kommenden Wochen aus.
    Der Plan stand und ich hielt mich akribisch dran. Wir mussten seine Kondition und die damit verbundene Kraft trainieren. An der Kondition feilten wir, indem wir viel galoppierten. Abwechselnd auf der Rennbahn oder im Gelände. Und ich freute mich immer, wenn ich merkte, dass Shavalous Kraft für zwei Meter mehr ausgereicht hatte. Mit kleinen Schritten nach vorne war das Ziel. Auch, um ihn nicht zu überfordern und seine Gesundheit zu gefährden. Mit der Kondition gewann er auch an Kraft, die wir auch durch kleine Sprünge, wie eine längere Reihe mit kleinen Sprüngen, trainierten. Die vielen In-Outs trainierten seine Hinterhandmuskulatur enorm. Wenige Wochen später konnte man bereits einen deutlichen Unterschied zu den Wochen davor sehen. Optisch, sowie auch im Training. Somit ging es für uns, diesmal in Begleitung meines Freundes, auf die Rennbahn. Shavalou war sehr motiviert heute. Er wirkte auf mich enorm kraftvoll und schnell. Ich war gespannt auf die Zeit, als ich die Ziellinie durchritt. "Gar nicht mal so übel!", meinte mein Freund zu mir. Uns fehlten nur 1,3 Sekunden. Am Gegenwind lag es nicht, da es heute ziemlich windstill war. Also hieß es: weiter trainieren. Somit beschäftigten wir uns die weiteren nächsten Wochen wieder mit Galoppstrecken, diesmal auch bergauf-bergab und natürlich gradeaus. Nach zwei weiteren Wochen hatte ich den Eindruck, dass Shavalou soweit war. Wir gingen erneut auf die nah gelegene Galoppsrecke und versuchten unser Glück. In einer gefühlten Lichtgeschwindigkeit galoppierten wir die Bahn entlang, der Wind peitschte mir ins Gesicht. Ich hatte trotzdem Zweifel, aufgrund des leichten Gegenwindes, ob die Zeit der entsprechend längeren Strecke ausreichen würde, ihn auf die nächste Klasse vorzubereiten. Im Gegensatz zu den Anfängen unseres Galopptrainings hatte ich heute nicht das Gefühl, dass ihm enorm die Kraft ausgeht. Auf den letzten Metern war er natürlich langsamer als am Anfang der Strecke, aber wir beide hatten gelernt, seine Kraft einzuteilen. Anstatt am Anfang Vollgas zu geben, hoben wir uns die Kraft für den letzten Teil der Strecke auf, damit ihm da nicht gänzlich die Kraft ausging. Wir durchritten die Lichtschranke mit einem guten Gefühl. Und endlich: die Zeit stimmte. Ich war super happy mit meinem Hengst und ließ die Zügel zufrieden lang, als er ausgaloppiert- und getrabt hatte. Ein wahnsinns Gefühl. Endlich war Shavalou so weit, Rennen auf L-Niveau zu starten.


    Distanz E -> A
    Coronabedingt hatten wir eher eine Flaute, was unseren Ausbildungsbetrieb betraf. Nur vier Aufträge kamen bislang diesen Monat hinein. Ich nutzt diese Zeit intensiv, um mich um meine Schützlinge zu kümmern und diese in dieser Zeit auszubilden. Dabei hatte ich einiges vor mir. Fürstenherz, einer meiner neusten Pferde, stand noch ganz am Anfang seiner Ausbildung, genau wie Leviathan’s Levisto, der meinen Hof am gleichen Tag erreichte wie Fürstenherz. Bei den Beiden stand mir also alles frei, mit was ich beginnen wollte. Shavalou wollte ich in der Distanz ausbilden, da dies die einzige Klasse war, wo er noch keine Erfahrungen sammeln konnte. Sezuan, mein erstes Pferd auf meinem Hof, hatte bereits einige Turniererfolge sammeln können. Hier entschied ich, ihn im Galopprennen auszubilden. Bei den Stuten ging es erstmals für Grey Rose ins Training. Nachdem sie bereits zwei Siege ergattern konnte, ging es diesen Monat für sie in die Ausbildung. Grey Rose erhält im Oktober eine Ausbildung der Dressur zur Klasse A. Zu guter Letzt noch Golden Highlight, welche ich ebenfalls im Galopprennen fördern wollte. Wie man sah, ich hatte ganz schön was vor mir. Momentan aber auch genügend Zeit und Motivation dafür.
    Als mein Trainingsplan stand, ging es los. Ich startete das Training mit meiner Stute Grey Rose. Nachdem ich meine Stute geputzt und gesattelt hatte, ging es los mit dem Training. Ich saß auf und ritt raus auf den Platz. Das Wetter war heute traumhaft! Nachdem ich sie eine gute halbe Stunde ordentlich im Schritt aufgewärmt hatte, trabte und galoppierte dann später auch an. Rose war heute etwas stutig am Bein, aber davon ließ ich mich wenig beeindrucken. Nachdem sie einigermaßen locker war, saß ich im Trab aus und nahm sie im Genick etwas höher. Sie nörgelte anfangs etwas herum, weil es anstrengend für sie wurde, aber nach vielen Handwechseln, Volten und Übergängen bekam ich sie langsam auf meine Seite. Im Schritt probierte ich mich erstmals am Viereck verkleinern. Die erste Reaktion war ein simples Schweifschlagen, aber auch hier wurde sie von Mal zu Mal probieren durchlässiger und verstand langsam, was ich von ihr verlangte. Als ich zufrieden mit ihr war beendete ich die heutige Trainingseinheit und machte mit dem nächsten meiner Pferde weiter. Dies war Golden Highlight, die ich weiter im Rahmen der Stutbucheintragung ausbilden wollte. Die Palominostute wollte ich in der Renndisziplin ausbilden, nämlich von Klasse E zur Klasse A. Nachdem ich Grey Rose weggebracht hatte, holte ich Highlight aus ihrer Box, putzte und sattelte sie, bevor es für uns Beide raus ins Gelände ging. Dort stand zuerst das Ausdauertraining auf dem Plan, da Golden Highlight zugegebenermaßen nicht die allerbeste Kondition besaß. Dies war jedoch der Grundstein für ein ordentliches Rennen der Warmblüter. Die Wege, die wir im Trab und Galopp nichz bestreiten konnten, nahm ich natürlich im Schritt. Mein heutiges Ziel war eine leichte Steigung, die ich im Galopp nehmen wollte. Als wir diese erreichten, galoppierte ich meine Stute noch vor der Steigung an. Da war sie noch ziemlich übermotiviert, wie immer, wenn wir im Gelände galopipierten. Ihre Energie ließ aber rasch nach, als wir den Hügel hochgaloppierten. Ich versuchte, sie etwas über den Schmerzpunkt hinaus im Galopp zu halten, parierte aber frühzeitig durch. Ich merkte, dass wir noch einiges vor uns hatten und ritt am langen Zügel im Schritt zum Stall zurück. Denn dort warteten ja bereits die anderen Pferde auf mich. Nachdem Golden Highlight wieder zum Ausruhen in der Box war, holte ich Fürstenherz, genannt Herzi, aus seinem Stall. Ihn hatte ich erst wenige Tage und bin ihn noch nicht oft geritten, allerdings musste es auch für ihn weiter gehen. Daher machte ich den sensiblen Perlinohengst fertig für unser erstes richtiges Training. Mein Freund baute draußen einen Pacours auf, während ich mit Herzi Schritt ging. Praktisch, denn diesen konnte ich für Leviathan’s Levisto gleichermaßen nutzen, denn beide Hengste befanden sich auf dem exakt selben Ausbildungsstand. Fürstenherz hielt sich am Anfang noch etwas fest, als er um die Sprünge traben und galoppieren sollte, den er war in seinem Leben noch nicht allzu viel gearbeitet worden. Deswegen nahmen wir auch zuerst ein paar Trabstangen, die er schon kannte, bevor wir uns an die ersten kleinen Hüpfer machten. Auch hier merkte man seine anfängliche Unsicherheit, welche aber mit der Anzahl der Sprünge immer kleiner wurde. Wir nahmen erstmal Kreuze und Mini-Steilsprünge, bevor wir uns an Sprünge der Klasse E herantrauten. Schließlich sollte er keine Angst vor wachsender Höhe bekommen. Im gesamten Training verweigerte er zwei Mal, was aber nicht schlimm war. Da fehlte ihm noch Mut und Erfahrung am Sprung. Nachdem er nochmal fein gesprungen war, ließ ich es gut sein. Mein Freund hatte bereits Leviathan’s Levisto gesattelt und Schritt geführt, sodass ich einen nahtlosen Übergang von Pferd zu Pferd machen konnte. Levi war im gegensatz zu Herzi etwas selbstsicherer. Ihn ließen die vielen Sprünge und Stangen relativ unbeeindruckt. Auch, wenn er genauso wenig Erfahrung hatte wie Herzi. Auch bei Levi fang ich erst mit Trabstangen an, bevor wir uns ans Springen machten. Levi nahm alles völlig cool mit seinen sechs Jahren und dachte dabei immer mit. Ich war begeistert von seiner Arbeitseinstellung und ich malte mir schon aus, wie wir mal über Hindernisse der schweren Klasse fliegen würden. Beim ersten Kreuz zögerte er kurz, sprang aber. Ich wiederholte zuerst einige Male das Kreuz, bevor wir uns an die anderen Sprünge trauten. Er hatte total Spaß bei der Sache und machte seinen Job für seinen ersten Pacours fantastisch. Nach ihn spang ich heute nur auf E-Niveau, um ihn nicht zu überfordern. Ich lobte meinen Hengst und ließ ihn am langen Zügel Schritt gehen. Nun standen für heute noch zwei Pferde auf meinem Trainingsplan. Shavalou und Sezuan. Shavalou war der nächste und für ihn stand Distanztraining auf dem Plan. Auch hier befand sich mein Hengst auf dem Einsteigerniveau, welches wir dringend ändern wollten, da auch er eines Tages mal in die Zucht einsteigen sollte. Da er aber schon zu alt für die normale Körung war, musste das über Erfolge geschehen. Und die konnten wir am Besten über ein breites Ausbildungsspektrum sammeln. Also ging es los. Auch für Shavalou ging es – wie bei Golden Highlight – raus ins Gelände. Ein langer Ausritt stand auf dem Plan, um seine Ausdauer zu trainieren. Ich baute einige Trab und viele Galoppreprisen ein, natürlich alles in einem entspannten Tempo. Nach einiger Zeit war mein Hengst allerdings schon ziemlich erschöpft und geschwitzt, da es auch des Öfteren bergauf ging. Auch hier hatten wir in Sachen Kondition noch einiges vor uns. Im Stall zurück ging es ein letztes Mal ins Gelände, dieses Mal jedoch mit Sezuan, meinem KWPN-Hengst. Bei ihm hatte ich das Ziel, ihn im Rennen weiter auszubilden. Auch er stand am Anfang seiner Karriere. Nachdem auch er reitfertig gemacht war, ging es raus in die frische Luft. Ich wählte die selbe Galoppstrecke wir für Golden Highlight’s Training, jedoch war Sezuan zu meiner Überraschung um einiges ausdauernder als meine Stute. Bei ihm wird die Ausbildung nicht so lange dauern, soviel stand fest. Denn: schnell war er auch noch dazu. Abends fiel ich sehr müde ins Bett. Es war viel, aber ich wollte die Förderung meiner Pferde.
    In der ersten Woche wiederholte ich vieles aus dem allerersten Training meiner Pferde. Ich wollte sie nicht überfordern, deswegen nahm ich mir nicht zu viel auf einmal vor, sondern arbeitete mich Stück für Stück voran. Grey Rose wurde jeden Tag durchlässiger und war nicht mehr so ganz nörgelig. Da war ich mir sicher, dass das bald ganz Geschichte sein würde. Auch das Viereck verkleinern und vergrößern saß mittlerweile echt gut. Golden Highlight wurde viel ins Gelände geritten, genau wie Sezuan. Dabei entwickelte sich Sezuan schneller als die Stute, was aber nicht schlimm war. Fürstenherz gewann im Laufe der Woche immer mehr an Selbstsicherheit im Pacours und auch Levisto’s Leviathan setzte nochmal einen drauf, was seinen Mut betraf. Trotzdem blieb der Pacours die Woche auf dem untersten Niveau. Bei Shavalou merkte ich nicht allzuviel von einer Entwicklung, kann man aber in der ersten Woche auch nicht wirklich erwarten. Sein Futter wurde angepasst und ich war auf die nächsten Wochen gespannt.
    Woche zwei war interessant. Grey Rose machte eine unglaubliche Entwicklung und kam immer mehr aufs Hinterbein. Ich hatte mich inzwischen an die Verstärkungen im Trab und Galopp gemacht, was sie auch sehr gut umsetzte. Es dauerte nicht mehr lang, bis man sie definitiv in der Klasse A vorstellen konnte. Mit Golden Highlight und Sezuan bin ich in der Woche zwei Mal auf die Galopprennbahn gefahren, um mal auf einer Rennstrecke trainieren zu können. Ganz langsam merkte man das Ausdauertraining von Golden Highlight, während Sezuan schon beinahe die Idealzeit der Klasse A erreicht hatte. Bei der Stute würde das sicher noch zwei, drei Wochen dauern. Bei Sezuan könnte es sein, dass er in der nächsten Woche schon soweit war. Unsere zahlreichen Ausritte machten sich anscheinend bezahlt! Fürstenherz wurde immer selbstbewusster und mittlerweile sprang er sehr zuverlässig einen E-Pacours, sodass wir in der kommenden Woche sicherlich den Pacours höher ziehen konnten. Lecianthan’s Levisto dagegen war so Feuer und Flamme fürs Springen, dass wir uns schon auf einem guten A-Niveau befanden. Nur in der Kombination wurde er manchmal etwas unsicher, aber das dürfte auch bald Geschichte sein. Shavalous Futteroptimierung machte sich deutlich bemerkbar und er gewann zusehends an Kondition, welche für den Distanzsport unerlässlich war. Ganz sachte verlängerten wir unsere Ritte peu à peu, damit er weiter an Ausdauer und Kraft zulegte. Ich war gespannt auf Woche drei meiner Ausbildung.
    Mittlerweile waren Grey Rose’ Verstärkungen deutlich sichtbar und auch die Rückführung klappte immer besser. Ich konnte jegliche Lektionen der Klasse A abrufen, dazu gehörte Vierekc verkleinern oder vergrößern im Schritt, Tritte verlängern im Trab und Galopp und natürlich das etwas höher getragene Genick. Ich ritt zur Überprüfung des Ausbildungsstandes eine abschließende A-Dressur durch und war sehr zufrieden mit der Trakehnerstute. Ihre Ausbildung war fürs erste abgeschlossen. Nun konnte sie sich die nächsten Tage entspannen, bis es für sie nächsten Monat weiterging mit Festigung der gelernten Lektionen und Vorbereitung auf die Klasse L. Mit Golden Highlight und Sezuan war ich, wie letzte Woche auch, zwei Mal auf der Rennbahn. Ein dort angestellter Trainer unterstützte uns diese uns letzte Woche sehr gut, sodass auch Golden Highlight langsam sichtbare Fortschritte machte. Shavalou nahm das ganz gelassen, für ihn schien diese Aufgabe beinahe ein Klacks zu sein. Jede Runde rannte er eine vorbildliche Zeit, was auch den Trainer beeindrucke. Bei seiner letzten Runde nahm er nochmals die Zeit. Ich beugte mich während des Rennens dicht über seinen Hals und ließ ihn einfach unter mir galoppieren. Mittlerweile war diese Runde schon kein Problem mehr. Mit einer spitzen Zeit rannte er ins Ziel und auch der Trainer war beeindruckt. „Ja… Gratulation, eine spitzen Zeit! Da gibt es nichs mehr hinzuzufügen.“, meinte er nur, worauf ich sehr stolz war. Auch Sezuan hatte es geschafft und befand sich auf Klasse A des Galopprennens. Golden Highlight würde sicherloch noch ein paar Wochen brauchen, bis sie nachziehen würde. Bei Fürstenherz hatten wir uns mittlerweile an einen höheren Pacours getraut, kaum merklich hochgezogen. Aber mittlerweile hatte er wirklich Spaß dabei und seine anfängliche Unsicherheit war gänzlich verflogen. Er sprang jetzt schon fast auf einem soliden A-Nivau. Leviathan’s Levisto hingegen war schon durch mit der Ausbildung auf die nächsthöhere Klasse. Er hatte so viel Mut und Ehrgeiz entwickelt, dass ich dachte, er würde über Häuser mit mir springen. Egal welcher Unterbau, egal welche Sprünge aufgebaut waren: er sprang ausnahmslos alles. Immer mit dem Wille, alles richtig zu machen. Der abschließende A-Pacours war ein Witz für ihn. Fehlerfrei übersprang er die neun Sprünge, bestehend aus Steilsprüngen, Oxern und einer Kombination aus Steilsprung und Oxer. Es würde nicht lange dauern, bis ich ihn schon im L-Springen vorstellen konnte. Die Einstellung des Fuchshengstes war abnormal! Shavalou hat auch einen enormen Sprung in seinem Training gemacht. Er wurde immer ausdauernder und kraftvoller und schaffte schon locker eine Distanz von fünfunddreißig Kilometern. Jetzt brauchten wir nur noch zehn Kilometer zusätzlich, damit er sich auf der Klasse A befand. Unser Training ging also weiter. Viel ins Gelände, viel Trab und Galopp, ab und an mit Steigung. Ich war gespannt auf die nächste Woche.
    Grey Rose, Leviathan’s Levisto und Sezuan waren bereits durch mit der aktuellen Trainingseinheit. Golden Highlight war die Erste auf dem Plan. Wir hatten weiterhin viel an ihrer Kraft gearbeitet und fuhren heute zum abschließenden Training in die Rennarena. Ich war nervös, ob sich unser intensives Training auszahlen würde. Als der Startschuss fiel galoppierte meine Palominostute sehr ehrgeizig nach vorne. Ich schmiegte mich an ihren Hals und feuerte sie an. Wir bogen recht fix auf die Ziellinie ein, wo der Trainier bereits an der Reling stand und uns akribisch beobachtete. Wir durchritten die Lichtschranke mit einer schönen Zeit. Da abschließende Gespräch war zufriedenstellend, wir müssen zwar immernoch an unserer Schnelligkeit arbeiten, aber sie hatte es geschafft. Golden Highlight rennt ab heute nun auf der Klasse A mit. Ich war sehr stolz auf meine Stute, aber mussten natürlich weiter dranbleiben und uns stetig verbessern. Auch Fürstenherz hatte sich zur vorherigen Woche nochmal gesteigert. Wir sind wieder viel gesprungen und hatten an seiner Technik gearbeitet. Und wirklich, im Vergleich zu seiner Anfangszeit als Springpferd war keine Spur mehr zu sehen. Er war Mutig am Sprung geworden, machte sich auch schon selbst die Distanzen passend. Der Abschlusspacours war eine Leichtigkeit für ihn geworden. Fehlerfrei sprang er den ein Meter hohen Pacours mit Freude durch. Ich war begeistert von ihm! Ich war mir sicher, dass er mit wachsender Selbstsicherheit auch in anderen Sparten ein tolles Turnierpferd werden wird. Zu guter Letzt konnte ich auch zufrieden mit er Entwicklung von Shavalou sein. Kurzerhand entschloss ich, mich an die fünfundvierzig Kilometer lange Distanz zu trauen. Die Strecken vorher waren schon keine Herausforderung mehr für ihn, hatte mich aber noch nicht an längere Strecken getraut. Zu meiner Überraschung nahm er die lange Strecke aber mit ziemlicher Coolness. Und das auch in einer vorzeigbaren Zeit. Stolz wie Bolle berichtete ich meinem Freund von diesem Fortschritt. Auch er war nun zu guter Letzt auf A-Niveau angekommen. Nun konnte es mit allen Pferden weitergehen!


    Distanz A -> L
    Und zack, war das Jahr auch schon fast wieder rum. Mittlerweile hatten wir schon November. Nächsten Monat ist schon Weihnachten und auch Silvester. Wahnsinn, wie die Zeit gerannt war. In der Zeit war auch nicht viel los. Corona wütete immernoch durch unsere Pläne und Vorhaben, deswegen hatte ich viel Zeit, mich meinen Pferden zu widmen. Daher plante ich einen neuen Trainingsabschnitt für meine Vierbeiner. Diesen Monat betrifft es Grey Rose, welche ich in der Distanz von Klasse E auf A trainieren wollte, Fürstenherz, der in der Dressur von E nach A trainiert werden soll, genau wie sein Boxennachbar Leviathans Levisto. Shavalou wollte ich auch im Distanzbereich weiter fördern und Sezuan wollte ich ebenso in dieser Disziplin von Klasse E auf A trainieren. Also hatte ich drei Pferde in der Distanz und zwei in der Dressur. Ich freute mich riesig drauf, denn so konnte ich mehrere Pferde auf einmal mit zum Training nehmen.
    Also ging es auch schon relativ schnell los, nachdem ich den Trainingsplan geschrieben hatte. Ich begann heute mit dem Distanztraining von Grey Rose, Shavalou und Sezuan. Da ich aber nicht alle Pferde auf einmal reiten konnte, was sehr schade ist, teilte ich mir das Training mit meinem Freund. So konnten wir uns prima gegenseitig unterstützen. So machten wir Grey Rose und Shavalou fertig. Heute nahm ich die Stute und mein Freund den Hengst. Im Distanzsport war es wichtig, dass man die Ausdauer und nachher auch die Schnelligkeit trainiert. Somit widmeten wir uns heute dem Punkt der Ausdauer. Wir sattelten beide Pferde und gingen ins Gelände. Wir wählten für den heutigen Tag eine Strecke mit vielen Hügeln, Steigungen und Hängen, damit wir gleichzeitig auch an der Kraft feilen konnten. Zuerst ritten wir gemütlich im Schritt, nachher aber auch im Trab und Galopp die Steigungen hinauf. Bergab ging es nur im Schritt, da ich zu viel Sorge um die Beine habe. Generell, immer. Meine Pferde müssen nicht auf Biegen und Brechen trainiert werden, die Gesundheit steht dabei immer an erster Stelle. Wir merkten, dass Grey Rose und Shavalou schon ziemlich schnell müde waren, weswegen wir das Training langsam beendeten. Mit Sezuan wählte ich die gleiche Strecke, nachdem wir Grey Rose und Shavalou weggebracht hatten. Sezuan war schon mehr ‚an‘ als die anderen Beiden. Ihm fiel die Hanglage deutlich einfacher, er hatte aber einfach auch einen unheimlichen Ehrgeiz entwickelt. Aber auch hier ließ ich es nach einer halbe Stunde klettern gut sein, damit die Muskulatur nicht übersäuerte. Ich war gespannt, wie die Pferde sich morgen im Training zeigen würden. Als ich wieder Zuhause war waren noch Fürstenherz und Leviathan’s Levisto dran, die mein Freund bereits beide gesattelt hatte. Die zwei Hengste müssen langsam näher an die Dressur gebracht werden, und wir würden heute den Grundstein dafür legen. Beide befinden sich zum aktuellen Zeitpunkt auf einem soliden, vielleicht auch ausbaufähigem E-Niveau. Schritt, Trab und Galopp konnte man in sicherer Anlehnung abrufen, vielleicht auch mal ein Schenkelweichen reiten, mehr aber auch nicht. Ich war gespannt, wie sich die Beiden machen würden. Auch hierbei half mir mein Freund, der wegen Corona ähnlich wenig zu tun hatte wie ich. Er schwang sich auf Levi’s Rücken, ich ritt heute Fürstenherz. Wir ritten die Hengste erstmal ordentlich warm, bevor wir locker antrabten und erstmal leichttrabten. Wir lösten die Beiden erstmal in einem schönen vorwärts-abwärts mit vielen Handwechseln und Hufschlagfiguren. Im Galopp nahmen wir erstmal ein frisches Grundtempo ein, bevor es an die Arbeit ging. Im Trab saßen wir nun aus, auch das war kein Problem für Leviathan’s Levisto und Fürstenherz. Levi hob sich ab und an Mal raus, was aber sofort korrigiert werden konnte. Im Trab hieß es nun: versuchen, das Genick etwas weiter oben zu halten, während wir aussitzen. Das klappte gut, aber schließlich war das auch Teil unseres täglichen Trainings. Eigentlich mussten die Hengste nur die Verstärkungen und das Viereck verkleinern/vergrößern lernen. Heute widmeten wir uns aber zuerst nur den Basics. Ansatzweise testeten wir, ob das Viereck verkleinern möglich war, einzuleiten. Fürstenherz verstand auf Anhieb, was ich von ihm wollte. Levi hingegen war am Anfang recht klemmig und wollte kaum seitwärts treten, aber nach dem dritten Anlauf machte es auch bei ihm langsam ‚klick‘.
    In der ersten Woche des Trainings gingen wir mit Grey Rose, Shavalou und Sezuan viel ins Gelände. Abwechselnd ritten wir viel am Hang, denn das steigerte enorm die Kraft und somit die Ausdauer. Es war gut, dass wir zu zweit waren, denn die Pferde motivierten sich täglich gegenseitig. Wir ritten aber auch immer in anderen Konstellationen. Mal Grey Rose mit Shavalou, mal Sezuan und Shavalou, oder Grey Rose mit Sezuan. Wir Pferde wurden zum Mal zu Mal eifriger. Grade, wenn es auf die lange Galoppstrecke ging. Mittlerweile mussten wir die Trainingseinheiten von Dressur und Distanztraining splitten, denn die Distanzritte wurden immer länger und ausgedehnter. Bei den Galoppstrecken versuchten wir, die Pferde anfangs immer in einem ruhigen Grundtempo zu halten und die Energie nicht auf einmal zu verbraten. Das ging anfansg nur mäßig gut, grade die beiden Hengste Sezuan und Shavalou schaukelten sich gegenseitig ziemlich hoch, weswegen wir diese Konstellation zum Ende der Woche hin eher nicht mehr wählten. Bei Levi und Fürstenherz machte sich das Dressurtraining auch ganz gut. In der ersten Woche konnten wir noch eine signifikanten Unterschiede feststellen, was aber ok und auch normal war. Lieber step by step aber dafür richtig. Wir hatten uns so langsam an die Verstärkungen in Trab und Galopp rangetastet. Da beide Pferde mit einem netten Gangwerk ausgestattet sind, macht das die Verstärkungen einfacher. Nur das Abfangen brauchte noch mehr Durchlässigkeit und musste schneller gehen. Das ist fohl der Fokus für Woche zwei des Trainingsprogramms.
    In der zweiten Woche begannen wir auch hier wieder mit der Distanzarbeit. Es war toll, die Pferde so zu erleben. Gefühlt täglich bekamen sie mehr Kraft und Ausdauer und hatten einfach Spaß an der Arbeit im Gelände. Wir nahmen trotzdem immer mal wieder die Hanglage mit, damit auch weiterhin die Hinterhand gestärkt wird. Aber der Fokus lag definitiv auf den langen Strecken, die wir im Schritt, aber natürlich auch Trab und Galopp nahmen. Die Pferde hatten mittlerweile gelernt, in einem gleichmäßigen, ruhigen Tempo zu laufen, um sich die Kraft einzuteilen. Ziel dieses Trainings im November war, dass die Pferde an der vierzig Kilometer Marke kratzten. Neununddreißig Kilometer mussten sie bis zur Klasse A in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zehn km/h zurücklegen. Wir schafften mittlerweile gute dreizig Kilometer, danach waren die Pferde aber auch ziemlich erschöpft und am Ende der Kräfte. Es hieß also: Weitertrainieren und dran bleiben. Ich hatte das Gefühl, in zwei Wochen dürften alle Pferde die vierzig Kilometer in geeigneter Zeit schaffen. Grey Rose konnte nach meinem Gefühl jetzt schon beinahe die vierzig Kilometer schaffen, denn sie hatte einen unglaublichen Ehrgeiz. Die Hengste waren etwas schwächer als sie, grade Shavalou brauchte recht lange um Kraft und Ausdauer aufzubauen. Sezuan befand sich nach Woche zwei in einem guten Mittelfeld. Daher hieß es weiter Ausdauer trainieren. Bei den Dressurlern verlief die zweite Woche ähnlich erfolgreich. Fürstenherz hatte mittlerweile verstanden, dass Rahmenerweiterung gefragt wurde bei den Verstärkungen. Er konnte seine Beinchen sehr gut in Szene setzen, was mich unheimlich stolz machte. Aber auch Leviathan’s Levisto verstand das Prinzip so langsam, auch wenn er mehr Springpferd als Dressurpferd werden wollte. Dennoch glaube ich an das Potenzial des Fuchshengstes. Wir übten auch viel am Seitwärtsgehen und somit war das Viereck verkleinern und vergrößern seit dieser Woche bei beiden Hengsten kein Problem mehr.
    Woche drei des Workouts war großartig. Meine fünf Pferde machten einen gewaltigen Sprung nach vorne, das Training trug endlich Früchte. Leviathan’s Levisto und Fürstenherz waren mittlerweile wirklich auf einem guten A-Niveau der Dressur angekommen. Sobald es auf die Diagonale ging im Trab, gingen die Öhrchen nach vorne und ab die Post. Man musste beide regelrecht bremsen, mal nicht zuzulegen wenn man durch die ganze Bahn wechseln wollte. Zum krönenden Abschluss wollte ich auf beiden Pferden eine A-Dressur zur Überprüfung des Leistungsstandes durchreiten. Zuerst machte ich Leviathan’s Levisto dafür fertig. Wenig später konnte es dann auch schon losgehen. Aufgewärmt und bereit für unsere erste richtige A-Dressur. Mein Freund saß am Rand des Reitplatzes und laß mir die Aufgabe vor. Mittellinie einreiten und Grüßen war grade und geschlossen. Das Antraben vom Fleck weg war schonmal besser und durchlässiger, alles aber noch im Rahmen. Mittlerweile konnte ich wirklich spüren, wie Levi unter mir anfing zu schwingen. Schritt, Trab und Galopp waren kein Problem. Auch das Zulegen im Trab und Galopp war deutlich sichtbar herausgeritten, auch das Abfangen wurde immer besser. Das Viereck verkleinern war nach vielem Üben auch keine Hürde mehr für den KWPN-Hengst. Ich war sehr zufrieden mit seinem Werdegang als zukünftiges Springpferd auf Abwegen. Danach war die Leistungsüberprüfung von Fürstenherz dran. Auch mit ihm ritt ich die gleiche Aufgabe. Die erbrachte Leistung war sogar noch besser als die von Levi. Fürstenherz war einfach ein tolles Dressurpferd, der wusste, wie man sich präsentiert. Er wusste auch einfach, dass er schön ist. Auch hier waren die Kernlektionen wie Tritte verlängern im Trab und Galopp sowie Viereck verkleinern im Schritt sauber geritten und deutlich erkennbar. Auch hier konnte man vermerken, dass sich Herzi auf sicherem A-Niveau befand. Somit war dieser Part der Trainingssession im November abgeharkt und beide Pferde liefen zuverlässig auf A. Nun mussten wir noch das Distanztraining abschließen. In der Woche waren wir wieder viel im Gelände und erweiterten jeden Tag peu a peu die Strecke. Sie hatten mittlerweile enorm Kraft und Ausdauer bekommen. Auch Shavalou, der immer erst ein wenig brauchte, bis er mithalten konnte. Grey Rose und Sezuan hatten eine unglaubliche Entwicklung in der doch eher kurzen Zeit gemacht. Somit konnten wir sonntags auswärts fahren, um unser Können unter Beweis zu stellen. Damit wir nicht zwei Mal fahren mussten, fragte ich eine Freundin, ob sie eins meiner Pferde auf dem Distanzritt reiten konnte. Sie willigte ein und nach einem Probetraining, welches super war, konnten wir zu Dritt in den Kampf ziehen. Ich ritt Sezuan, mein Freund Shavalou und Lara, meine Freundin, Grey Rose. Nachdem wir die Pferdehänger bepackt hatten, ging es los zur auswärtigen Distanzstrecke. Die Pferde waren auf fremden Terrain relativ entspannt und ich konnte es kaum erwarten, bis es losging und wir das harte Training endlich abschließen konnten. Nachdem wir gesattelt hatten, ging es los. Der Prüfer nahm die Zeit, jedoch ließen wir es ganz entspannt angehen. Wir hatten eine Menge Spaß auf unserem Distanzritt und bauten viele Trab und Galoppstrecken abwechselnd ein. Wir waren einige Stunden unterwegs, wie lange wusste ich gar nicht. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und war fast traurig, als der Ritt schon vorbei war. Shavalou musste jedoch noch eine Runde weiter, um die neunundfünfzig Kilometer für das L-Niveau voll zu machen. Aber auch das war ein Klacks für ihn, obwohl er es nicht so lustig fand, erst von seinen Pferdefreunden wegzureiten. Der Ritt danach war aber weiter entspannt und harmonisch. Jedoch war Shavalou nach fast sechzig Kilometern ganz schön kaputt, auch von der innerlichen Aufregung. Der Richter gratulierte uns recht herzlich zu den bestandenen neununddreißig Kilometer in einer guten Zeit. Somit war es amtlich: Grey Rose, Shavalou und Sezuan liefen auf A-Niveau, Shavalou auf L-Niveau, was Distanzritte betrifft. Glücklich und zufrieden mit den Leistungen der Pferde und deren Werdegänge in den letzten Wochen machten wir uns auf den Weg Richtung Heimat, wo wir die Stufenerhöhungen der Pferde ausgiebig in kleinem Kreis bei einer Flasche Sekt feierten.

    Kürbericht von Shavalou bei der HK 508 für alle Hengste - geritten
    Nachdem ich mein erstes Pferd weggebracht hatte, machte ich Kandidat Nummer zwei fertig für seinen großen Tag. Ich hatte neben Sezuan auch Shavalou mitgebracht, einen fünfjährigen Hannoveranerhengst. Shavalou war, anders als Sezuan, etwas aufgeregter. Macht aber nix, denn dann konnte er sich nochmal schöner präsentieren als sonst. Gesattelt, aufgesessen und warmgeritten, bevor es losging. Ich klopfte meinem braunen Hengst noch einmal den Hals, bevor ich die Zügel nachfasste und antrabte. Als wir in die Prüfungshalle einritten, zuckte Shavalou kurz in sich zusammen, beeindruckt von der Arena. Jedoch ließ er sich nichts weiter anmerken, sondern wartete gespannt auf meine nächste Hilfengebung. Ein Ohr wanderte immer wieder aufmerksam zu mir nach hinten. Ich trabte die ganze Bahn entlang, auf dem Weg zur kurzen Seite, wo ich auf die Mittellinie abwendete und mein Pferd bei X zum halten brachte. Ich grüßte die Richter, welche sich kurze Notizen machen, bevor ich weitermachen konnte. Ich trabte aus dem Halten heraus wieder an und ging ganze Bahn. Nach einer Runde wechselte ich durch die ganze Bahn. Nach einer weiteren Runde galoppierte ich aus dem Trab heraus an. Shavalou war sehr konzentriert. Ich galoppierte auf dem Zirkel, bevor ich wieder ganze Bahn galoppierte. Mit einem schön durchgesprungenen fliegenden Wechsel wechselte ich die Hand und zeigte den Richtern den Galopp nochmal auf der anderen Hand. Ich nahm den Hengst enorm zurück, um dann zum Schritt durchzuparieren. Sofort ließ ich die Zügel länger, sodass Shavalou das volle Ausmaß seines beeindruckend überfußenden Mittelschritts zeigen konnte. Ich wechselte durch die halbe Bahn und nahm nach einer halben Runde die Zügel wieder etwas mehr auf, um daraufhin anzutraben. Nun ging es ein zweites Mal auf die Mittellinie. Wieder kamen wir bei X zum Halten, wo ich mich von den Richtern verabschiedete. Ich lobte Shavalou und ritt am langen Zügel im Schritt aus der Prüfungshalle.
    1956 Zeichen (c) Stelli, gezählt auf www.lettercount.com


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  4. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    Gwendolyn Campbell mit Caspian

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    Rufname: Caspian
    Geburtsjahr: 2014

    Von: Blue Moon's Caradoc

    von: Caspar -- aus der: Precious Scream

    Aus der: Golden Flair
    von: unbekannt -- aus der: unbekannt

    Rasse: New Forest Pony
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Braunschecke
    Stockmaß: 149cm

    Beschreibung:
    Caspian erinnert in vielerlei Hinsicht an seinen Vater. Neben der geerbten Fellzeichnung und dem vollen Langhaar, ist der junge Hengst genauso stürmisch und selbstbewusst wie BM's Caradoc in jungen Jahren. Man könnte sagen, dass Caspian ein wahres Charakterpferd ist und er es seinen Menschen mitunter nicht besonders leicht macht, mit ihm in Kontakt zu treten. Doch hat man den Jungspund erst einmal für sich begeistert, ist er, ähnlich seiner Mutter, ein Pferd, was für einen durchs Feuer gehen würde. Auch im Sport zeigt er großes Potenzial, sowohl am Sprung, als auch im Dressurviereck und wir nicht sehr gespannt, was aus ihm werden wird.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose


    Springen S*** - Dressur E - Military E

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    Tierarztbesuch 15.11.2020 - Pferdepraxis Sapala
    [von Eddi]
    Heute machte ich mich auf den Weg zu Gwendolyn Campbell. Mein heutiger Patient war ein schicker gescheckter New Forest Pony Hengst. Routinemäßig stand eine simple Untersuchung mit Impfen und Entwurmen an. Geplant pünktlich kam ich an und wurde herzlich in Empfang genommen. Caspian stand bereits angebunden am Platz und spitzte neugierig die Ohren, als wir um die Ecke kamen. Nachdem ich meine Tasche abgestellt hatte, machte ich mich direkt an die Arbeit.
    Von Gwen ließ ich mir Caspian im Schritt und Trab auf dem Hof vorführen. Einmal auf der geraden Linie und einmal gebogen. Die Gänge waren taktklar und auch in der Biegung zeigte Caspian keinerlei Schwierigkeiten. Somit war beim Bewegungsapparat alles einwandfrei. Also konnten wir zum Putzplatz zurückkehren und mit der Untersuchung weitermachen.
    Zunächst schaute ich in die Ohren, danach leuchtete ich die Augen ab und zuletzt der Blick ins Maul und auf die Zähne.
    Alles war in bester Ordnung und ich konnte mit dem Abhören weitermachen. Herz, Lunge und Darm hörte ich in Ruhe ab, aber alles klang einwandfrei. Kurz lobte ich das Pferd, ehe ich noch die Lymphknoten abtastete und zu guter Letzt die Beine hinabtastete. Ich konnte keine Auffälligkeiten entdecken und machte mich noch daran, die Körpertemperatur zu messen. Alles war im grünen Bereich.
    Damit konnten wir guten Gewissens impfen. Ein kurzer Blick in den Impfpass genügte und ich wusste, was heute alles anstand. Wir begannen mit dem Kombipräparat für Influenza und Herpes. Danach folgten noch Tetanus und Tollwut und dann waren die Impfungen auch schon geschafft. Abschließend gab es noch die Wurmkur ins Maul und direkt hinterher einen Apfel, damit die Paste auch schon im Pferd landete.
    Ich lobte Caspian ausgiebig und erneuerte noch den Impfpass, während Gwen den Hengst bereits wieder wegbrachte. Zu guter Letzt stellte ich noch das Gesundheitszertifikat für entwaige Wettbewerbe aus und verabschiedete mich dann von Gwen, ehe ich mich auf den Weg zum Auto und damit zum nächsten Patienten machte.

    "Du siehst toll aus", murmelte ich lächelnd, während ich vorsichtig über Caspians geflochtene Mähne strich. Es war gar nicht so leicht gewesen, das volle Langhaar meines Hengstes zu bändigen. Letztendlich hatte ich es geschafft, doch einige Strähnen verabschiedeten sich bereits wieder. Caspian war eben durch und durch ein Springpony. Heute hatte er aber einen ganz besonderen Tag. Es der Tag seiner Körung. Ich hatte bisher alle meine Hengste zur Zucht zugelassen bekommen und bezweifelte das auch bei Caspian nicht.
    Wir waren bereits gut aufgewärmt, als wir aufgerufen wurden und in die Halle ritten, um dort unsere kleine Kür vorzuzeigen. Diese begann standardmäßig mit dem Aufreiten bei X und dem Gruß der Richter. Dann folgte eine kleine, abwechslungsreiche Kür in allen drei Gangarten, wobei jede Hand einmal zur Schau gestellt wurde. Es war der Standard und sowohl für Caspian als auch für mich beinahe öde. Dennoch konzentrierten wir uns und gaben unser Bestes.
    Abschließend ritten wir erneut bei X auf, hielten an und verabschiedeten uns von den Richtern. Das magere Publikum applaudierte und wir verließen im Schritt am langen Zügel die Halle. Draußen erwartete uns bereits Ciaran, welcher dem Hengst direkt die Abschwitzdecke überwarf, damit dieser sich bei den Temperaturen und dem ständigen Wechsel von Draußen zur Halle nicht verkühlte. Dann ritt ich Caspian in Ruhe ab und wir warteten auf unser Endergebnis.

    [1424 Zeichen, von Gwen, gezählt auf zeichenzähler.de]
     
    Canyon und Stelli gefällt das.
  5. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Veija aka Caleb O'Dell mit GRH's Unbroken Soul of a Devil aka "Damon"
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    Steckbrief
    Exterieur
    Name: GRH's Unbroken Soul of a Devil
    Rufname: Damon
    Alter: 4 Jahre, 2016
    Geschlecht: Hengst
    Größe: wächst
    Rasse: American Paint Horse
    Fellfarbe: Dappled Smoky Black Splashed White (EeaanCrSplSpl)



    Stammbaum
    von: Unbroken Soul of a Rebel
    von: Equality
    aus der: Amanda


    aus der: Wimpys Little Devil

    Charakter:
    Soul ist ein nicht ganz einfaches Pferd, da er sehr viel negatives von seiner Mutter geerbt hat. Die Charaktereigenschaften, die sie ihrem Fohlen weitergegeben hat, hat sie schon lange abgelegt. Der Hengst ist stur, hasst Wasser und lässt nicht jeden an sich heran. Im Umgang mit ihm muss man wahnsinnig dominant und konsequent sein, sonst hat man sofort verloren. Platzt einem aufgrund seiner Sturheit irgendwann der Kragen, so verzeiht er Fehler nur sehr schwer.

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: nein

    Besitzer: Veija
    Vorbesitzer:
    Gezüchtet bei/Zucht: Gips Reminder Ranch- O'Connor Racing Horses, Veija


    VKR: Snoopy (Nuray Fohlenmaler)

    Kaufpreis: 0 Joellen
    Zu Verkaufen: nein


    Qualifikationen:

    eingeritten
    nicht eingefahren


    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen E

    Western
    Pleasure LK 4


    Erfolge:
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    3. Platz 538. Westernturnier, 2. Platz 591. Springturnier, 3. Platz 529. Springturnier, 2. Platz 593. Dressurturnier, 2. Platz 521. Rennen, 3. Platz 464. Distanzturnier, 1. Platz 595. Dressurturnier, 2. Platz 441. Militaryturnier, 3. Platz 522. Rennen, 2. Platz 443. Militaryturnier, 1. Platz 597. Dressurturnier, 2. Platz 445. Militaryturnier, 3. Platz 546. Westernturnier, 3. Platz 598. Dressurturnier, 3. Platz 598. Springturnier, 3. Platz 548. Westernturnier

    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch: September 2015


    Hufschmied:
    Letzter Besuch: Dezember 2017(inoffiziell)
    Beschlag: keiner

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    Offizieller Hintergrund

    Trainingsbericht (1)
    Pleasure LK 5 - LK 4
    Februar 2020, by Veija
    Caleb
    Die nächsten Wochen ging es den Pleasuregerittenen Pferden an den Kragen. Anfangen würden Cayce, Laurence und ich heute morgen mit Easy Going, Chou und Honey's Aleshanee. Die drei Pferde sollten in die LK 1 gebracht werden. Ich teilte Shanee Laurence zu und Easy Cayce. Chou würde ich selbst reiten, da ich sie auf der bevorstehenden Krönung auch selbst vorstellen würde. Ich war mich noch nicht ganz sicher, wie ich das machen sollte. Am sinnvollsten wäre es natürlich von allem etwas zu zeigen, das heißt, aus der ganzen Westernsparte. Ein bisschen Pleasure, ein bisschen Trail, ein bisschen Reining. So konnten die Richter am Besten die Vielfalt des Pferdes beurteilen. Bis zur Krönung waren es jedoch noch ein paar Wochen, so dass ich noch Zeit zum Überlegen hatte.
    "Hier Caleb", sagte Murphy und gab mir Chou in die Hand. Er war so lieb gewesen und hatte mir geholfen sie fertig zu machen und zu satteln. "Kann ich eigentlich mit zur Krönung kommen? Ich war noch nie dabei und würde mal gerne sehen, wie das da abläuft", fragte er mich und ich nickte.
    "Klar, warum nicht."
    Als auch Laurence und Cayce fertig waren gingen wir zusammen zum Platz, wo wir nachgurteten und uns dann in den Sattel setzten. Wir ritten die Pferde kurz warm und dann konnte es losgehen. Viele Übergänge, an gleichmäßigem Tempo arbeiten und und und. Die Pferde wussten genau was zu tun war, weshalb wir auch nicht allzulange brauchten und uns direkt der zweiten Gruppe widmen konnten. Striga, Unbroken Magic und A Walking Honor. Magic würde ich natürlich reiten, sie wa reines meiner Lieblingspferde und würde irgendwann mit Gangster ein wunderschönes, aber vermutlich sehr kompliziertes Fohlen zur Welt bringen, da beide Pferde ziemliche Sturköpfe waren und Magic dazu noch ziemlich sensibel ist.
    So schwierig gestaltete sich dann auch das Training. Bee war wie immer unkompliziert. Wusste, das man von ihr wollte und strengte sich an. Striga war wie immer voll in ihrem Element. Die Stute präsentierte sich wahnsinnig gerne und lief dann noch eleganter und noch raumgreifender.
    Auch wenn Strigas Schritte vielleicht größer waren, Magic und ich waren trotz allem immer schneller. Magic lief hastiger, hatte noch nicht wirklich so viel Ruhe. Sie war noch immer sehr sensibel im Maul und zeigte deutlich, wenn ich die Zügel mal zu viel annahm. Ich würde sie trotzdem in nächster Zeit einmal umsattel und versuchen, was sie zum Zügelkontakt in einer Hunder under Saddle sagte. Ich vermutete, dass sie darüber nicht wirklich erfreut sein würde.
    Natürlich war Magic auch Reining gezogen, wie konnte es anders sein. Bis jetzt war sie jedoch nie weiter darin gefördert worden, was sich ab nächstem Monat jedoch ändern sollte.
    Nach einer guten Stunden intensiven Trainings ritten wir die Pferde ab und brachten sie in den Stall. Um A Shining Chrome und Chocolate Shades, die beide für die LK 3 trainierten, kümmerten sich Laurence und Cayce. Ich derweil schnappte mir schon mal den ersten Kandidaten für die LK 4. Snapper Little Lena. Wer sollte sie auch anderes reiten als ich. Die Stute wuchs mir immer mehr ans Herz, auch wenn sie mir schrecklich leid tat. Es war wirklich Pech gewesen, dass sie ihr Augenlicht verloren hatte... durch eine dumme Krankheit. Lena bedeutete viel Arbeit. Wirklich viel. Und das am Besten nur von einer Person, damit sie sich immer auf die ihr bekannte Stimme verlassen konnte. Ihr Potenzial war hoch, nicht nur in der Pleasure, auch in der Reining. Es bedarf einfach nur sehr viel mehr Arbeit, sie zu trainieren.
    Neben Lena gab es noch vier weitere Pferde in dieser Gruppe zur LK 4. Unbroken Soul of a Devil, Bittersweet Temptation, Kholáya und My sweet littel Secret. Alle Pferde waren schon längere Zeit unter dem Sattel und wussten, was sie zu tun hatten. Es bedurfte natürlich noch einiger Trainingseinheiten, aber der Grundstein war gelegt.


    Vorstellung des Pferdes
    Heute war es endlich für GRH's Unbroken Soul of a Devil soweit. Ich würde mit dem Hengst an der 508. Hengstkörung für 'Alle Hengste' starten. Ich, der schon unzählige Turniere geritten war, schien die Ruhe selbst. Ganz im Gegenteil zu Damon, wie der Hengst seit kurzem liebevoll von uns genannt wurde. Schon im Hänger hatte er die ganze Zeit unruhig gestanden, war nervös gewesen und dementsprechend beim Ausladen klitschnass gewesen.
    Also hieß es erstmal trockenführen, bevor an ein aufbürsten des Fells zu denken war. Das Putzen verlief langsam und anstrengend, weil Damon nicht ruhig stehen bleiben wollte und nur hin und her tänzelte.
    Nach dem Satteln ging es auf den Abreiteplatz, an dem er sich auspowern konnte- im wahrsten Sinne des Wortes. Da viele der Vorsteller ihre Pferde an der Hand vorstellten, war auf dem Abreiteplatz so gut wie niemand und ich konnte dem Klischee der Reiningreiter alle Ehre machen, indem ich den Hengst nicht nur eine ganze Weile zirkelte sondern auch die Run Linien zur Genüge für mich beanspruchte. Damon fing nach zwanzig Minuten endlich an, sich zu konzentrieren und mir in der Hand nachzugeben, so dass ich an dieser Stelle das anstrengende Aufwärmen beendete und ihn im Schritt trocken ritt. Er war zwar schon wieder klatschnass geschwitzt, was wohl wirklich positiv für eine Schur sprach.
    Mehr oder weniger nass betraten wir kurze Zeit später die Reithalle. Dort grüßte ich die Richter, indem ich an X anhielt und meine Hand zum Hut hob. Dann arbeitete ich die Langweilige Abfolge der Aufgaben ab, die bei jeder Körung und Krönung verlangt wurden: alle drei Gangarten auf beiden Händen. Das wars schon.
    Nun konnte ich endlich ein paar Manöver aus der Reining zeigen. Damon war dort noch nicht so weit ausgebildet, aber ein paar saubere Stops, einen langsamen Roll Back sowie schnelle und langsame Zirkel waren schon drin.
    Nachdem ich damit fertig war, ritt ich zu X zurück, verabschiedete die Richter und verließ die Halle wieder, um Damon auf dem Abreiteplatz ordentlich trocken zu reiten. Es war super kalt, weshalb ich ihn unter keinen Umständen einfach stehen lassen wollte. Selbst für die Rückfahrt im Hänger wäre es sehr von Vorteil, wenn er zumindest ein wenig getrocknet wäre.
    In meinem Kopf ging ich nun die Schermuster durch, die ich ihm für den Winter verpassen könnte, sollte ich mich dazu entscheiden, ihn vorher noch aktiv ins Training zu nehmen.
    2403 Zeichen mit Leerzeichen gezählt auf zeichenzähler.de, by Veija

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    HG Mohi, Pferd Snoopy, Sattel Trense Gamaschen peachyes, Reiter adoptedfox Lou Veija, Pad Bewegung & Rest Veija
     
  6. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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    präsentiert
    Eskador

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    Eskador
    Eski

    ● ○ ● ○

    Hengst | *2013 | 170cm
    Englisches Vollblut x Hannoveraner
    Chestnut Sabino

    ● ○ ● ○

    Von El Davino
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der Oricono Flow
    Von Black Soul Aus der Tears in Heaven

    ● ○ ● ○

    Eskador hat nur das Beste von seinen Eltern geerbt, vor allem die ruhige Ader im Reitsport. Wenn Konkurrenz ansteht, dann ist er ebenso ruhig aber beweist ebenso viel Ehrgeiz, er weiß wie er sich präsentieren soll und wie er am besten seine Konkurrenz austricksen kann. Ebenso wie seine Eltern hat er ein gutes Manier in Dressur, ebenso im Galopprennen und Distanz kann er sich beweisen. Springen ist eher weniger sein Talent, er kann es zwar nur nicht so extrem hoch, weswegen man ihm in Military eher bewundern kann.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: Canyon
    im Besitz seit: 29-02-2020
    Kaufpreis: x

    ● ○ ● ○

    Galopp E

    Military E A L M S

    Distanz E A L M S S*

    Dressur E A L

    Springen E A

    Fahren E A

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

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    441. Distanzturnier | 434. Militaryturnier | 444. Distanzturnier

    ● ○ ● ○

    [Schleife]
    Thema

    Abstammung: 4
    Schleifen: 3
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 9
    Zubehör: 0
    Gesamt: 20

    Gencode: ee Aa nSb
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Phoenix Valley (PV)

    Nachkommen:
    -

    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: 10-11-2020 durch Sevannie

    Letzter Hufschmiedbesuch: 20-08-2020 durch Snoopy

    ● ○ ● ○
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    Hufkontrolle & Verlorenes Eisen
    Heute hatte ich einen Spontanbesuch bei Phoenix Valley in Kalifornieren, da ich momentan sowieso wegen einem anderen Anliegen hier war, sagte ich nach Malte Tordenværson Anruf sofort zu und beschloss bei dem Gestüt vorbei zuschauen. Der Name des Pferdes kam mir ziemlich bekannt vor aber ich wusste nicht woher, Eskador, er hatte ein Eisen verloren, welches noch in Schuss sein sollte. Sicherheitshalber hatte ich natürlich trotzdem noch den Amboss dabei, da Hufeisen manchmal nochmal angepasst werden mussten. Ich rollte nach einer halben Stunde fahrt auf dem ruhigen Gestüt ein, momentan tobten in der Gegend viele Waldbrände und die Pferde hatten alle Hufschuhe um, bei Eskador hatte Malte beim Anlegen entdeckt das ein Eisen weg war, er hatte es auf der Weide gefunden und gleich mitgenommen. Nachdem ich meinen Transporter nähe des Stalls geparkt hatte, erblickte ich Malte welcher gerade mit einen stattlichen EVB Mix raus kam: ,,Eskador! Der Gute aus meiner damaligen Stute Oricono Flow, Wahnsinn das ich den wieder treffen darf!´´, schrie ich fast vor Freude und strich dem brummelnden Hengst über die Stirn. ,,Hätte ich mir denken können, dass er bei euch ist, ihr liebt ja diese Mixrassen! Aber niemals hätte ich damit gerechnet´´, grinste ich über beide Ohren und schmuste noch einen Moment mit dem Hengst. Ich war froh das es ihm gut ging und das Schicksal ein Wiedersehen mitmachte, natürlich nicht um ihn zurück zu holen, hier hatte er das beste Zuhause von allen.
    ,,Na dann machen wir uns an die Arbeit!´´, grinste ich und kontrollierte den Huf mit dem verlorenen Eisen. Ich tastete den Hornrand ab, kontrollierte die inneren Stellen und musste mit der Raspel alles einmal wieder glätten. Also hob ich erneut den hinteren Huf an und begann die Stellen gründlich zu raspeln. "Sehr gut, das ihr das alte Hufeisen gefunden habt und kontrolliert habt, ob noch Nägel drin steckten.", lobte ich Malte und war froh das alle am Stall so vorausschauen waren, es gab nämlich leider immer wieder Fälle wo die Leute dies nicht taten... Malte gab mir das Eisen welches ich mit dem Auge einmal kontrollierte und anlegte und fest stellte das ich es nicht nochmal anpassen musste. Also holte ich mir gleich neue Hufnägel aus der Bauchtasche und nagelte das Eisen mit wenigen Schlägen wieder fest. Ich knipste die nun überstehenden Nägel ab, schlug Kerben mit meinen Kerbenhammer rein und bettete anschließend gründlich mit der Krokodilszange die Nägel ins Horn ein. Nun platzierte ich Eskadors Huf auf dem Hufbock und glättete gründlich die Nagelstellen im Außenhorn.
    Schon stand Eskador wieder auf vier Eisen und ich kontrollierte die restlichen Hufe, das machte ich immer bei einen Hufschmiedbesuch um sicher zu gehen das die anderen Hufe in Ordnung waren. Beim ersten Huf, saß das Eisen gut genug fest und das Innenhorn sah gut aus. Beim zweiten Vorderhuf musste ich den Strahl etwas anpassen, was nur eine kleine verwachsene Stelle anging, auch hier war das Hufeisen so fest wie es sein sollte. Beim zweiten Hinterhuf saß auch alles beim Alten, das Eisen war gut in Schuss und der Innenstrahl sowie das Innenhorn gesund.
    Somit war mein Besuch hier auch schon beendet und ich klärte Malte auf: ,,Also die Hufe sehen super aus, das Eisen ist wieder fest am Huf und bei dem Vorderhuf habe ich eine leichte aber kleine verwachsene Stelle behandelt. Ihr oder du könnt wieder normal mit Eskador arbeiten!´´. Malte bedankte sich bei mir und ich durfte noch ein paar Minuten bei Eskador bleiben und ihn kraulen: ,,Dann mach ich mich wieder auf den Weg! Viel Glück bei den Bränden hier in der Gegend, ich hoffe es beruhigt sich langsam. Wenn wieder was ist, ihr wisst ja wie ihr mich erreichen könnt!´´, lächelte ich und winkte noch einmal zum Abschied.
    20-08-2020 | 3.474 Zeichen | Snoopy
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    Körungsuntersuchung für die Hengste
    Fröhlich summend bog ich gerade auf den Parkplatz des Gestüts 'an der Nordwacht' heute sollte ich hier wieder vier Hengste durchchecken und auch entwurmen. Bei einem kleinen Spezialfall noch eine Zahnkontrolle durchführen. Heute stand mir nicht Nico zur Seite sondern Malte. Auch ihn kannte ich ja schon flüchtig - hatte ihn immer wieder mal bei dem Makeover-Event gesehen und ich glaube auch sogar einmal gesprochen. Wollte mich diesbezüglich aber sicher nicht festlegen.
    Ich stieg aus dem Wagen aus und lief zum Kofferraum, bereitete hier meine übliche Tasche vor mit den Wurmkuren, dem Stethoskop, Thermometer und was ich sonst noch alles brauchte. Ebenso packte ich die Kopflampe ein und die Vorrichtung für's Pferdemaul damit ich mir die Zähne in Ruhe angucken konnte. Mal sehen ob wir den Hengst etwas wegdösen lassen mussten oder ob er doch keine Probleme hatte. Es war ja nur vorsorglich, weil der Hengst wohl öfter mal Zahnprobleme bekam.
    Ein Schicksal das ich wohl mit diesen Hengst weitestgehend teilte.. Zähne waren manchmal grauenvoll und es gab keine schlimmeren Schmerzen als Zahnschmerzen! Meine persönliche Meinung - versteht sich, nicht?
    Nachdem ich meinen Kram zusammen hatte machte ich mich auch auf den Weg zu den Stallungen, hier stand schon der junge Mann mit einem breiten Lächeln und einen mir bekannten Pferd: Chromed Highwind! Wieso beschlossen die Arbeiter hier immer diesen hübschen Hengst zuerst dran zu nehmen? Sicher weil er so ein Zappelpferd war und damit das 'Schlimmste' erst einmal gegessen wäre.
    ,,Guten Tag.'', grinste ich ihm entgegen und er streckte mir seine Hand entgegen und erwiderte die Begrüßung. ,,Malte Tordenværson.'', stellte er sich noch einmal vor und ich nickte, tat es ihm gleich und nannte ihm ebenso meinen Namen. ,,Soso, Chromed Highwind wieder als Erster?'', fragte ich lächelnd nach und er nickte schmunzelnd. ,,Unseren ungeduldigen Hengst als Erstes, so haben wir ihn schon mal von der Kante.'', erklärte er und ich nickte. ,,Mir soll's recht sein.'', murmelte ich und hielt dem Hengst meine Hand zum Beschnuppern hin, ehe ich seinen Hals streichelte. Er schien sich wohl nicht wirklich mehr an mich zu erinnern, denn eine sonderliche Reaktion bekam ich von ihm nicht. Das Einzige was seine Reaktion war, war auf der Stelle zu treten oder den Po etwas nach links und rechts zu bewegen. ,,Jaja, ist ja gut. Ich beeile mich wie das letzte Mal.'', kicherte ich auf und streichelte seinen Hals entlang, ehe ich auch schon damit begann ihn abzutasten. Hier und da hielt er auch kurz still, wohl um sich selbst zu fragen was ich da eigentlich tat. Gerade an den Beinen wurde er minimal ruhiger oder hob den Huf einfach an, als wolle er sagen: 'Hier dann kratz' die Dinger endlich aus und los gehts!' Doch so schnell ging es eben nicht, dass dieser Hengst hier meist unter Dauerstrom stand sähe wohl ein anderer Tierarzt als medizinisch fraglich, denn dann würde etwas nicht passen. Aber Nico hatte mir das letzte Mal schon versichert, dass sie alles versucht hätten. Ob mehr auspowern, also mehr Training sowohl Körper und Geist, als auch Futterumstellen und Reduzierung.. Es war einfach sein eigenes Wesen, welches so aufgedreht war und dagegen konnte man wohl schlecht was machen. Wobei es ja irgendwie auch was Schönes hatte wenn ein Pferd dauerhaft so motiviert war oder nicht?
    Nachdem ich alle Beine und auch den Rumpf abgetastet hatte, nahm ich mir das Stethoskop zur Hand und man hörte Malte wie er das erste Mal den Hengst mahnte endlich still zu stehen. - Als Tierarzt fand man sich damit irgendwann ab, wobei ich es selber von einigen meiner Pferde kannte, dass es einem Besitzer auch durchaus peinlich sein konnte wenn das Tier nicht mal fünf Sekunden stillstehen konnte. So erging es mir öfter beim Hufschmied..
    Ich hörte den Hengst ab, achtete auf die Herzfrequenz und auch die Atmung und konnte auch hier wiedereinmal nichts auffälliges feststellen, außer das es ein bisschen erhöht war. Was nicht zu verdenken war bei der Aktivität und Nervosität des Hengstes, immerhin könnten wir ja gleich mit ihm einen Marathon laufen. Ich musste bei dem leicht spöttischen Gedanken etwas schmunzeln und packte das Stethoskop weg, nahm mir das Thermometer. ,,So dann wollen wir mal. Am besten wir stellen ihn mit einer Körperseite zur Wand, dann kann er nicht ständig in beide Richtungen.'', erklärte ich Malte und er nickte. Er schob den Hengst wie verlangt an die Wand und hielt ihn vorne am Halfter, begrenzte ihn aber auch mit seinen Körper an der Schulter damit er nicht mehr so arg viel Spielraum zum Zappeln hatte. Ich hingegen machte mich an die Hinterhand und nahm den Schweif etwas hoch, maß dann die Temperatur des Hengstes. Er brummelte etwas unzufrieden und hob abwechselnd die Vorderhufe hoch, doch Malte mahnte ihn erneut und touchierte ihn an der Schulter. ,,Gib' Ruhe..'', brummelte der große Mann und kurz darauf hielt der Hengst für wenigen Sekunden wieder still. Genau so lange bis das Piepen des Thermometers ertönte und ich es rauszog. Ich sah auf das Display und nickte zufrieden, wollte gerade zu meiner Tasche um ein Desinfektionstuch zu holen, da rempelte mich schon der Apfelschimmelpo an und fast um. ,,Chrom!'', brummte Malte verärgert und ich winkte ab. ,,Alles gut, ist ja nichts passiert.'', schmunzelte ich und reinigte nun das Thermometer, legte es dann vorerst weg und begab mich zum Kopf des Pferdes. Hier sah ich mir noch die Augen genauer an, genauso wie die Nüstern und erhaschte so gut es ging einen Blick auf die Zähne und das Zahnfleisch. ,,Soweit so gut, auch wenn er hibbelig wie eh und je ist, aber er ist gesund. Ich glaube wenn er dann mal nicht so viel zappelt sollte man sich eher sorgen machen.'', grinste ich und Malte lächelte mir verlegen zu. ,,Jeder hat doch so ein Pferd im Stall, nicht?'', hakte ich nach und er grinste nun auch. ,,Sicherlich.'', gestand er sich dann selbst ein und ich nahm die Tube mit der Wurmkur heraus. ,,So die übliche Prozedur, ich drücke ihm das nach und nach ins Maul und du hältst am besten einfach den Kopf immer wieder soweit hoch, dass er es nicht rausspucken kann.'', erklärte ich ihm und er nickte. Gesagt getan, nach und nach drückte ich den Inhalt der Tube in die Mauspalte an der Seite und der Hengst begann zu schlecken und mit den Kaubewegungen, wenn ich absetzte dann hielt Malte den Kopf hoch, eben solange bis der Hengst das Zeug hinunter schluckte. Nachdem auch schon die Tube leer war, entsorgte ich die Packung in den Müllbeutel den mir Malte schon netterweiße an die Seite gehängt hatte. ,,Damit wäre Chromed Highwind fertig und wir können zum Nächsten übergehen.'', erklärte ich ihm und er nickte, brachte den Apfelschimmel weg und dann kam er auch sogleich wieder mit einem mir ebenso bekannten Hengst:
    Golden Sugar. Der interessante Fuchsschecke der Vollblutklasse. ,,Na Großer.'', schmunzelte ich, hatte die letzte Begegnung mit dem Hengst noch als sehr gut im Kopf, wusste ja noch nicht, dass das heute anders laufen sollte. So ließ ich den Hengst auch wieder erst meine Hand beschnuppern ehe ich mit dem Abtasten anfing. Hier und da warf er mal den Kopf empört in die Luft und die Ohren waren eigentlich stetig angelegt. ,,Na Großer, heute nicht gut drauf?'', hakte ich also nach und legte den Kopf leicht schief. Dachte eigentlich, dass Sugar immer ein so freundliches Kerlchen wäre. ,,Manchmal hat er schlechte Tage..'', erklärte mir Malte und ich nickte. ,,Ich muss auch gestehen er kam gestern und heute nicht zum Training, vielleicht auch daher etwas .. aufmüpfig.'', erklärte er mir und ich nickte. ,,Naja, Pausen gehören eben auch dazu, gerade bei jüngeren Tieren wie ihm.'', meinte ich und schmunzelte Malte zu. Ihm war es sichtlich etwas unangenehm, dass sich seine Pferde heute wohl wieder von der Glanzseite zeigten, aber das gehörte eben zu meinem Beruf. Dafür gab es auch gute Tage.. Nicht wie bei Pferden die von Anfang an mir schon negativ entgegen kommen.. Golden Sugar jedoch blieb nicht ganz so ruhig wie das letzte Mal, im Gegenteil als ich gerade seine Hinterhand abtasten wollte schnellte der Huf unter den Bauch und er deutete zwei kleine Tritte an, führte sie jedoch nicht aus. Definitiv eine Warnung die man mit Vorsicht genießen sollte - gerade eben bei jungen Pferden oder Pferden wo es im allgemeinen bekannt war, dass sie gerne mal auskeilten. ,,Tut mir Leid.'' - ,,Ach quatsch. Es ist ja nichts passiert und wird es auch nicht.'', meinte ich zuversichtlich und wartete einen Schritt des Sicherheitsabstandes darauf, dass der Hengst den Huf wieder abstellte. Als er dies tat begann ich erneut das Bein abzutasten und wieder zog er dieses unter den Bauch und brummte leise auf. ,,Na na. Sugar.'', mahnte ich leise und sah zu dem Kopf, ehe ich leicht gegen die Flanke drückte um ihn etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wieder ließ er den Huf ab, sammelte seine Beine und das Gleichgewicht ehe ich einen erneuten Versuch wagte. Nun endlich hob er den Huf normal an, trotzdem konnte ich weiter Abtasten, ehe ich den Huf in die Hand nahm und mir den Strahl ansah. ,,Auch hier ist alles super.'', meinte ich und umrundete den Hengst, natürlich auch hier wieder mit Abstand zur Hinterhand, ehe ich mir die andere Seite vornahm. ,,Heute eine kleine Zicke, hm?'', grinste ich als der Hengst unruhig anfing zu tänzeln und Malte mahnte ihn zum Stillstehen. Nachdem auch diese Seite geschafft war machte ich mich wieder an den Kopf des Hengstes, wie bei Chrom zuvor sah ich mir die Augen, Nüstern, Maul und Zähne an. Bei der Maulkontrolle wollte er mir gerne in die Fingerschnappen - vermeintlich ein Leckerli abstauben aber das gab es heute nicht. Zumindest noch nicht. Üblicherweiße bekam jedes Pferd am Ende eines zugeschoben. ,,Du kriegst gleich was zwischen die Zähne, auch wenn du es nicht sonderlich kauen musst.'', besänftigte ich ihn und nahm mir dann mein Stethoskop. Auch ihn hörte ich ab, ehe es mit dem Thermometer an die Hinterhand ging - wie auch schon bei Chrom stellten wir ihn wieder zu Wand hin. Es war einfacher für alle Beteiligten. Auch wenn Malte kurz eine kleine Diskussion mit dem Hengst hatte ob er jetzt wirklich sich da an die Wand stellte oder es eben beließ. Heute war wohl ein guter Tag, oder eher nicht, für alle Pferde. Mal schauen was die Anderen noch so zu bieten hatten. ,,So reicht schon denke ich.'', murmelte ich leise doch Malte wollte das nun ausdiskutieren, eigentlich ja auch richtig so. Immerhin hätte man sonst schnell verloren bei den jungen Tieren wenn man sich nur mit der Hälfte des Verlangten zufrieden gab. Somit stand nach kurzer Zeit auch Sugar an der Wand und ich ging mit dem Thermometer bewaffnet zur Hinterhand. ,,Benimm dich!'', mahnte Malte noch einmal. Ich hingegen war mir sicher, dass sie mir Sugar wohl das nächste Mal wieder nur frisch trainiert vorbei brachten. In den jungen Köpfen steckte halt einfach noch viel zu viel Energie. Ich begann mit der Messung und wie es kommen wollte zog der Hengst seinen Kopf hoch und tänzelte unruhig auf der Stelle. Malte und ich versuchten ihn fixiert zu halten, doch bevor er einem von uns noch auf die Füße trat nahmen wir Abstand - angebunden war er ja sowieso. Also erneut das Spielchen und diesmal von Anfang an etwas mehr Druck und siehe da, der Hengst benahm sich und ließ mich meine Arbeit machen. Auch wenn Malte immer wieder mahnte und auf ihn einsprach. Auch seine Körpertemperatur war im Normbereich und so konnten wir ihm genauso die Wurmkur geben wie Chrom zuvor. Auf die gleiche Art und Weise und siehe da, da war Golden Sugar auch schon durch. ,,So Großer, das nächste Mal bitte wieder besser drauf sein! Ich will dir doch nichts böses.'', erklärte ich ihm nachdem er nun wieder so treudoof drein sah und ich ihm die Nüstern streichelte.
    Kurz darauf brachte ihn Malte auch schon weg und brachte mir den nächsten Hengst. Es ging nun um Eskador und Malte sagte mir schon, dass er ein ganz braver sei und sicher eine Abwechslung und Erholung zu den zwei Stürmern vorher. ,,Na dann wollen wir mal sehen.'', schmunzelte ich und ließ den Hengst erstmal schnuppern, ehe ich ihn abtastete. Und siehe da, bis auf dass er Malte etwas Liebe in Form von Schleckeinheiten zukommen ließ stand er still und war artig. Wirklich eine Erholung. Eskador war mit seinen sieben Jahren ja auch schon etwas 'älter'. Aber noch voll da. Ein braver, sauber gebauter Hengst mit Vollblutanteil und schöner Farbe. Ein Augenschmaus, wie jedes Pferd dieses Gestüts eben. Ich tastete Eskador ab und überlegte derweil woher ich den Hengst schon kannte. Irgendwo hatte ich ihn schon einmal gesehen.. Ehe es dann auch schon Klick machte. ,,Er stammt von Chattahoochee Hills, oder?'', hakte ich nach und Malte nickte schmunzelnd. ,,Ja, im Frühjahr kam er zu uns.'', erklärte er mir und ich nickte. ,,Gesehen hab ich ihn schon einmal aber behandelt glaube ich noch nicht.'', meinte ich etwas glüberisch, machte aber dabei weiter mit meiner Arbeit. Nach dem Abtasten, Abhören und dem Messen der Körpertemperatur waren wir auch schon fertig mit der Hälfte. Die Wurmkur bekam er erst nach seinem Zahncheck. So setzte ich meine Kopflampe auf und bat Malte doch noch drum das Maul aufzuhalten damit ich erste Einblicke bekam. Auch hier machte der Hengst kaum Anstalten, die übliche Kaubewegung setzte ein und ich entschloss mich ihm die Maulsperre draufzumachen. Mal schauen was er davon hielt. Nachdem diese befestigt war, schien Eskador nicht mehr ganz so fröhlich aber er ließ es wohl über sich ergehen. Wie Malte schon erwähnt hatte, hatte der Hengst öfter Probleme mit den Zähnen und kannte daher die Sperre wohl auch schon recht gut. Malte hielt seinen Kopf etwas hoch und ich bekam nun einen besseren Einblick auf die Zähne. ,,Da ist ein minimaler Haken, den würde ich einfach weg machen dann kann sich daraus nichts größeres entwickeln. Sonst bin ich vermutlich in den nächsten Wochen zum Zähne machen hier weil er Schmerzen hat.'', murmelte ich und sah zu Malte, welcher nickte. Ich sagte ihm, dass er den Hengst erst einmal los lassen könnte und suchte mir die passende Raspel aus meinem Koffer und zog die Handschuhe wieder an. Die Ärmel krempelte ich hoch, ehe ich Malte zunickte der daraufhin den Kopf wieder hoch hielt damit ich mich nicht so elendig bücken musste. So begann ich mit dem Rapseln und kurz entzog sich Eskador dem Griff von Malte, doch Beide fingen sich schnell wieder und so konnte ich weiter raspeln. Sicherlich war es nur der erste Schreck, den das laute Geräusch ausgelöst hatte. Ich holte die Raspel hervor und fasste nochmal an den Zahn um zu erkennen ob es noch eine scharfe Kante oder dergleichen gab, doch von meiner Seite aus fühlte sich alles super an. Somit beließ ich es auch dabei und befreite den Hengst auch gleich wieder von der Maulsperre. Sanft lobte ich ihn, ehe wir auch schon damit begannen ihm nach und nach die Paste ins Maul zu drücken, welche er recht genüsslich vor sich her kaute. Zu guter Letzt gab es dann auch noch ein Leckerli. ,,So alles gut überstanden und die Zähne sehen nun auch wieder gut aus. Wenn was sein sollte einfach durch klingeln. Er ist ja super lieb bei der Sache.'', schmunzelte ich zufrieden und Malte brachte ihn daraufhin auch schon weg.
    Nun kam der letzte 'Patient' zum Durchchecken. Ein weiterer bunter Hengst, genau genommen ein Brauner mit einer seltenen Farbzeichnung. ,,Oh wow.'', hauchte ich etwas erstaunt und sah mir den Hengst genauer an, während er meine Hand zum beschnuppern hingehalten bekam. ,,Du bist aber ein sehr hübscher.'', stellte ich fest und schmunzelte Candlejack entgegen. Neugierig sah mir der Hengst entgegen und spielte aufmerksam mit den Ohren. ,,Und du bist heute brav? Oder eher wie deine jungen Kollegen etwas ungehalten?'', hakte ich nach und kurz legte er dir Ohren an. Sollte das etwa ein Zeichen sein? Wie bei allen anderen Hengsten begann ich mit den Abtasten, hier verhielt er sich recht ähnlich wie Golden Sugar. Er zappelte etwas, gab die Hufe nicht richtig oder zog das Hinterbein gerne als Warnung unter den Bauch. Immer wieder wollte er etwas mit der Lippe nach meinem Finger schnappen und schien im Allgemeinen auch eher reserviert zu wirken als wirklich begeistert. ,,Wenn du brav bist haben wir die ganze Sache hier schnell abgehakt, Candlejack.'', erklärte ich dem Hengst und hatte die Hoffnung, dass dies was bringen würde - doch ich wurde eines Besseren belehrt. Alles in Allem verheilt er sich eher wir eine Mischung aus Chrom und Sugar. Zappelig und doch sehr reserviert, dennoch aufmerksam dabei aber gleichzeitig will er sich entziehen und hampelt rum. Nicht einfach auf alle Fälle und auch beim dritten Pferd dieser Art etwas Kräfte- und Nervenzehrend. Aber es war mein Job und ich konnte ja schlecht die Kundschaft drum bitten nur zwei solcher aufgedrehten oder unruhigen Pferde mir für den Tag hinzustellen. Da würde ich wahrscheinlich zu jedem Hof fünf Mal fahren nur um diese Nervenbündel irgendwann mal abgehakt zu haben. Nach dem Abhören von Candlejack - was recht gut verlief - ging es weiter zum Thermometer. Auch ihn fixierten wir an der Wand und wie erwartet sträubte er sich gegen das Ding und hampelte. Er machte einen Schritt zur Seite, stieß mir seinen Po mehr entgegen oder machte vorne Faxen bei Malte - ruhig stehen war eher weniger die Devise. ,,Führ' ihn doch einfach mal kurz eine Runde, damit er seine Beine kurz mal vertreten kann und dann versuchen wir es noch einmal.'', schlug ich nach dem dritten Versuch vor und Malte nickte. ,,Gute Idee..'', murmelte er und band den Hengst ab. Er führte ihn eine Runde und kam wieder zu mir. Wieder stellten wir ihn in die richtige Position und wieder zappelte er, doch das Ausmaß war etwas geringer und so konnten ich die Messung endlich einmal ausführen. ,,Gut.'', meinte ich knapp, tätschelte etwas unbewusst den Po des Braunen und desinfizierte nach dem Ablesen das Thermometer. ,,So die letzte Wurmkur für heute.'', erklärte ich Malte schmunzelnd, der sich auch um ein halbherziges Lächeln bemühte. ,,Danach reicht's auch erstmal.'', meinte er grinsend und ich nickte zustimmend. So gaben wir auch Candlejack die Wurmkur und wie es der Zufall so wollte zappelte er auch hier nicht viel weniger als seine Artgenossen und zu allem Glück bekam ich noch einen letzten Rest auf mein Shirt von der Wurmkur. ,,Oh Candlejack.'', brummte Malte genervt und ich begann zu kichern. ,,Wenns sonst nichts ist.'', meinte ich lachend und lobte den Hengst, er bekam noch das Abschlussleckerli, ehe ich mich von ihm verabschiedete und Malte auch ihn wegbrachte.
    Ich packte in der Zeit meine Sachen und wischte mir den Fleck etwas sauber von der Wurmkur auf meinem Shirt. ,,Darf's noch ein Kaffee als kleine Entschädigung und vor der langen Fahrt sein?'', grinste mir Malte dann entschuldigend entgegen und ich schmunzelte. Für Kaffee war ich doch immer zu haben! ,,Aber gerne doch!'', grinste ich und wir brachten noch meine Sachen zum Auto, ehe wir in das Haus gingen und uns noch gemütlich bei einer Tasse Kaffee unterhielten.
    10-11-2020 | 18.971 Zeichen | Sevannie
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    Training
    Military E → A
    Vor kurzer Zeit hatte mich mein Weg in die Vereinigten Staaten von Amerika geführt, dieses Mal führte er mich noch ein Stück weiter und zwar nach Kanada. Eine gute Bekannte hatte mich wegen der Ausbildung zweier ihrer Pferde angefragt. Da ich gerade keinen anderweitigen Auftrag hatte sagte ich ihr sofort zu. Am Wochenende nachdem mich die Anfrage erreicht hatte flog ich nach Kanada. Cooper Chattahoocheeholte mich am Flughafen ab und brachte mich zu ihrem Hof. Dort angekommen bezog ich mein Zimmer und ging anschließend nach draußen. Cooper half mir dabei Eskador und Losco fertig zu machen. Ich übernahm zuerst Eskador, denn Military zu trainieren ist schwerer als Distanz. Für die Distanz würde ich Cooper einweihen und mit ihr zusammen trainieren, während ich Eskador im Gelände trainiere. Der hübsche Halbblutwallach ließ sich leicht reiten, bevor ich testete wie er sprang, ging ich mit ihm auf den Dressurplatz um zu sehen wie weit er ausgebildet ist und was ich weiter trainieren muss. Er war bereits A fertig, aber noch nicht gestartet. Da ich ihn nicht mehr in der Dressur fördern musste ging es weiter zu Springplatz, dort machte ich einige Sprünge und bemerkte welchen Spaß Eskador daran hat. Cooper ritt Losco locker vorwärts. Für die erste Einheit reichte das und wir beendeten das Training. Am Nachmittag des ersten Tages fand die nächste Einheit statt, Cooper ritt erneut Losco und ich Eskador. Dieses Mal ging es raus in das Gelände, dort machten wir etwas Ausdauertraining und sprangen über die Geländehindernisse die auf dem Geländeplatz standen. Cooper gab ich noch tipps wie sie Losco weiterhin trainiert, denn hier hatte ich nichts mehr zu tun. Losco war Top Fit und Eskador ebenso. Ich freute mich darauf von den beiden zu hören und auf einen weiteren Besuch bei ihnen.
    unbekannt | AliciaFarina
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    Distanz E→A
    Ich fand Bartholomäus in der Box von Joline. Nicht, dass ich ihn aktiv gesucht hatte, aber es war immer ratsam, ein Auge auf ihn zu haben, vor allem weil er zur Zeit etwas Liebestoll war. Einerseits hatte es ihm die neue Perlinostute angetan, aber auch eine unserer Praktikantinnen, die Nico angestellt hatte, um uns als Trainer das Training mit den Pferden etwas zu erleichtern. „Praktikanten“ war allerdings etwas das falsche Wort. Immerhin arbeiteten sie den Tag über auf dem Gestüt und bekamen dafür mehr als nur etwas Hungerlohn.
    »Cjara hat zugestimmt mitzukommen«, sagte ich. »Du kannst also ruhig deine gute Hose anziehen, wenn du etwas Eindruck machen möchtest.« Ich bedachte die ausgewaschene Jeans mit misstrauischen Augen.
    »Malte, alter Mann«, sagte Bart und kam aus Jolines Box. »Du weißt gar nicht mehr, wie man heutzutage gut bei Frauen ankommt.« Er grinste und wischte sich die dreckigen Hände absichtlich an der Hose ab.
    Cjara war eine unserer Praktikantinnen und Bart hatte mehr als nur ein Auge auf sie geworfen. Sagen wir, er hatte zwei Augen auf sie geworfen. Normalerweise ritt sie eine unserer Stuten, aber Bart hatte mich dazu überredet, sie zu diesem Distanztraining mitzunehmen und ihr den neuen Hengst Eskador aufzubinden.
    »Allerdings wird nicht sie Eskador reiten, sondern ich selbst werde ihn übernehmen«, sagte ich und wartete auf Barts Reaktion. Als diese jedoch ausblieb, fügte ich hinzu: »Deswegen wirst du wie immer Blue Soul nehmen und Cjara wird Joline reiten.«
    »Was?!« Bart war entrüstet. »Das ist ein Scherz, ich habe mich schon bei Jolines Ankunft für sie verpflichtet!«
    »Tja«, sagte ich. »Wie du bereits meintest: Ich bin hier der Profi.«
    Ohne noch etwas zu sagen, drehte ich mich um und verließ den Stall. Ich hätte diese Situation gerne vermieden, leider gab es keine andere Möglichkeit, wenn Cjara mitkommen sollte. Eskador kannte ich noch nicht und heute sollte sein erster Trainingstag werden. Ich ritt die Pferde gerne selber einmal, bevor ich sie an unerfahrenere Hände weitergab. Ich hoffte, dass Bart ruhig bleiben würde und ausnahmsweise sich nicht peinlich jugendlich verhielt. Immerhin würde uns heute eine Kundin begleiten. Sie hatte angefragt, ob wir sie bei einem Training mit einer neuen Stute etwas unterstützen konnten und natürlich hatte ich ihr zugestimmt.
    Reyna Huntington war mit ihrer Stute Venetia extra zu uns gereist. Nico hatte sie bereits begrüßt, Reyna Venetias Paddockbox für ihren Aufenthalt gezeigt und dann bereits das wichtigste mit ihr geklärt.
    Ich würde heute also nicht nur Bart haben, um den ich mich kümmern musste, sondern auch die unerfahrene Cjara, zwei neue Pferde und eine Kundin, die sich über etwas Hilfe und Aufmerksamkeit bestimmt nicht beklagen würde.
    Alle Pferden liefen noch auf E-Niveau, Ziel des heutigen Rittes war es allerdings, die 33km zu knacken und die Pferde aufzustufen. Reyna hatte mir erzählt, dass ihre Stute zwar noch nicht lange bei ihnen war, jedoch bereits Vorerfahrungen hatte und auch mit Reyna schon kleinere Trainingseinheiten hatten. Sie hatte mich auch vorgewarnt, dass beide noch etwas brauchen würden, um ein Team zu werden, ich machte mir da jedoch überhaupt keine Sorgen. Reyna war eine begabte Reiterin und alles, was ich von Venetia gehört hatte, hatte sie viel Geduld und Ruhe.
    Cjara war aufgeregt, Bart cool und angeberisch wie immer, als wir unsere Pferde vorbereiteten. Ich verteilte wasserdichte Brusttaschen für die Karte und die Check-Karte und nahm gleich die ersten Pulswerte von den Pferden. Auch wenn dies ein offizieller Distanzritt war, führte ich eine solche immer mit, um jeder Zeit auf jeden einzelnen Wert des Pferdes zugreifen zu können.
    »Da alle Pferde noch sehr unerfahren sind«, sagte ich in die Runde, bevor wir aufstiegen. »Bleiben wir heute in der Umgebung. Die Strecke ist genau 33,2 km lang. Auf euren Karten seht ihr die verschiedenen Punkte, an denen Pausen und Vet-Checks duchgeführt werden. Natürlich kenne ich den Weg, vielleicht müssen wir uns aber trennen und so hat jeder die Chance, den Ritt auch alleine fortsetzen zu können.«
    Alle saßen auf. Reyna und Cjara hatten sich bereits während des Putzens unterhalten, sodass Bart etwas abseits stand und das fand er gar nicht witzig. Ich war froh, dass die beiden sich gut verstanden und auch während des Rittes sich unterstützen würden.
    Ich hatte etwas Bedenken, dass Venetia mit den großen Vollblütern nicht mithalten würde können. Aber so hatten wir einen Grund, das Training heute langsam angehen zu lassen.
    Wir wärmten die Pferde auf, als wir im Schritt das Gestüt verließen. Als wir den Wald und seinen weichen Boden erreichten, trabten wir an. Venetia reihte sich weiter hinten ein. Ich war froh, dass Bart mit I‘ve got a blue soul die Führung übernahm und sich etwas mit Cjara und Joline beschäftigte. So konnte ich nun ein Auge auf Reyna haben, die zwischendurch immer wieder etwas Probleme hatte, mit Venetia mitzuhalten. Die Stute war im Schritt allerdings etwas trödeliger, als im Trab. Für einen Tinker und ihr Körpervolumen hatte sie durchaus viel Kraft. Ich riet Reyna, sich nicht zu viel Stress mit Treiben zu machen. »Lieber entspannt laufen lassen. Am Ende verlierst du die Punkte nicht wegen deiner Geschwindigkeit, sondern weil Venetias Puls in die Höhe schießt.«
    Unsere erste Pause fand an einem kleinen Bachlauf statt, so musste niemand vorher bereits Wassereimer verteilen. Wie tränkten die Pferde schnell, nutzen die Chance für einen Blick auf die Karte, bevor es auch schon weiter ging.
    Mittlerweile galoppierten wir an den Stellen, die es uns erlaubten. Joline und Blue Soul, die reinrassigen Warmblütern, mussten hier immer wieder gestoppt werden, ohne dabei sie so in Rage zu versetzen, dass sie sich gegenseitig aufschaukelten. Bart und Cjara ritten so immer etwas vor uns. Eskador blieb eher ruhig und bekam einen gemütlichen, kräftesparenden Galopp hin. Venetia legte sich ganz schön ins Zeug und hielt mit Eskadron gut mit.
    Durchnässt waren wir trotzdem alle, als wir uns dem Vet-Check näherten. Wir parierten bereits einige hundert Meter vorher durch und beruhigten den Puls. Es war immer ein schmaler Grad, zwischen einem schwachen Puls und einer guten Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Erfahrung hatte allerdings gezeigt, dass die Zeit zum Luftholen vor dem Vet-Check der beste Weg war. Oft gab es unangekündigte Tierarztkontrollen, bei denen es nicht möglich war, die Pferde vorher etwas abzukühlen.
    Wir stiegen von den Pferden ab und nahmen sofort den Puls. Es war erstaunlich, wie gut Venetias Werte waren. Auch Reyna freute sich über die positive Kritik an ihrer Stute. Vermutlich hatte sie sich etwas von den schlanken Rennpferden einschüchtern lassen, mit denen sie unterwegs war.
    Nach einigen Minuten nahmen wir abermals die Werte. Mittlerweile hatten sich die Pferde beruhigt und auch die beiden Vollblüter waren etwas zu Atmen gekommen. Ihre Werte waren nicht die besten gewesen, während Eskador in einem guten Bereich lag und gemütlich neben Venetia an dem bisschen Gras an unserer Raststätte knabberte.
    Wir hatten den Pferden für einen Moment die Sättel vom Rücken gezogen und Abschwitzdecken drüber gelegt. Im Sommer hätte ich ihnen einen kalten Eimer Wasser über den Rücken gekippt, aber heute war es recht windig und die Sonne hatte sich hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Das würden wir also auf ein andermal verschieben.
    Der zweite Teil der Strecke war genauso angenehm wie der erste. Die Reihenfolge der Pferde hatte sich mittlerweile gut gefestigt und auch die Tipps an Reyna und Cjara wurde immer weniger. Vor allem bei Reyna hatte ich das Gefühl, dass sie durch das Training ein gutes Gefühl zu ihrer Stute hatte aufbauen können und ihr nun bewusst war, dass selbst unsere Vollblüter ihre Problemstellen in der Distanz hatten. Venetia konnte auf ihre eigene Weise gut mit uns mithalten.
    Am Ende des Rittes parierten wir durch, kühlten die Pferde im Schritt langsam ab, um dann die letzten Werte auf unserer Check-Karte eintragen zu können. Bei einem richtigen Distanzritt würde dies ein Tierarzt machen, der außerdem noch kontrollieren würde, ob die Pferde auch gesundheitlich und kräftemäßig für den Weiterritt freigegeben waren. Im Training übernahm ich diese Rolle und gab mein bestes, diese so gut wie möglich auszufüllen.
    Beim Absatteln unterhielt ich mich mit Reyna und sie bestätigte mir, was ich bereits selber gemerkt hatte. „Vergleiche dich niemals mit den Reitweisen der anderen. Im Distanzreiten kann jeder seine Stärken zeigen und die sind eben oft unterschiedlich zu denen der Konkurrenten«, sagte ich zum Abschluss zu ihr. Sie bedankte sich bei mir und brachte ihre Stute zurück in den Stall. Heute Nacht würde sie noch auf dem Gestüt bleiben und erst morgen früh wieder abreisen. Hoffentlich mit einem besseren Gefühl für ihre Stute und der Motivation, weiterhin mit Venetia an ihren Distanzfähigkeiten zu arbeiten.
    28-02-2020 | 8.877 Zeichen | Canyon
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    Distanz A → L
    „Das ist der Trainingsplan für die nächsten Tage. Haltet euch an eure Zeiten und an die Pferde, ich habe dringenderes zu tun, als mich mit euren nichtigen Problemen zu beschäftigen.“
    „Was ist denn mit dem los?“, fragt mich Helia. Ich zucke nur mit den Schultern.
    „Es heißt, dass er seinen Óslogi nach Frankreich gibt, natürlich nicht für immer, aber für kurze Zeit“, mischt sich Elsi ein.
    „Ach echt?“, frage ich. Sie nickt.
    „Elsi, du stehst gar nicht auf dem Plan drauf.“ Helia fährt mit dem Finger über den Trainingsplan.
    „Ich weiß, ich habe etwas Urlaub. Ihr könnt ruhig alleine den Stress hier ausbaden, wenn Nico nicht da und Malte genervt von der Welt ist.“
    „Oh, wo geht es hin?“, frage ich wahrlich interessiert.
    „Nach Hause, Ferre“, sagt sie schnippisch. „An die Küste.“ Dann dreht sich Elsi um und verlässt den Stall. Helia und ich schauen uns fragend an.
    „Ich bin zu erst bei Wild Reflex eingeteilt“, sage ich. „Heute Nachmittag, 16:00 Uhr.“
    „Oh cool, da bin ich auch dabei. Wollen wir zusammen trainieren? Cinnada Mistik soll nun auch anscheinend mehr ins Military gehen, jetzt wo Peace und Gräfin erstmal Trainingspause haben.“
    Wir verabreden uns für den Nachmittag und jeder geht seine Wege.
    Leider ist es nicht nur das spannende Training, sondern auch viel anderes, was auf dem Gestüt anfällt. Wir als niedrigste haben oft allein den Stalldienst zu verrichten und da es die letzten Tage sehr regnerisch war, sind die Boxen von dem nassen Stroh durchweicht. Ich rüstete mich also mit einer Schubkarre aus und machte mich auf den Weg zu den Weiden, um diese abzuäppeln. Auf dem Weg dorthin ging ich an Cjara, Bartholomäus und Malte vorbei. Sie hatten in letzter Zeit viel mit den drei Pferde Joline, Eskador und I‘ve got a blue soul im Gelände trainiert. Laut Plan sollten sie spätestens am Ende des Monats auf L-Niveau laufen. Bart schien von dem Nieselwetter und dem anstehenden Geländeritt nicht begeistert, während Malte, genervt jeden nervösen Handgriff von Cjara kommentierte.
    An den Weiden traf ich noch auf Alba, welche vor dem morgigen Galoppritt in Canby BR Prias Raveday noch etwas unter der Longe lockern wollte und mir überschwänglich von ihren Fortschritten erzählte. Irgendwann wimmelte ich sie ab, zeigte auf die noch leere Schubkarre und machte mich an die Arbeit.
    Am Nachmittag traf ich durchnässt und voller Mist im Stall wieder auf Helia. Sie hatte Cinnada schon gesattelt und musterte mich kritisch, sagte jedoch nichts zu meiner Verspätung. Wild Reflex war dann zum Glück schnell gesattelt. Sie war noch neu und hatte heute nur wenige Zeit draußen auf einem der Paddocks verbracht, war also trotz ihres weißen Fells noch sauber. Ich ließ mir gerne Zeit mit der Vorbereitung, was heute leider nicht möglich war. Nicht nur wegen Helia, die immer mal wieder an meiner Box vorbeischaute, sondern auch wegen Malte, der nachher zur gleichen Zeit auf dem Militarygelände trainieren würde und sehr auf die Einhaltung seines Zeitplans pochte.
    Als Helia und ich eintrafen, ritten Malte und Bart bereits die leichteren Hindernisse mit den beiden Hengsten Lap de Loupe und Chromed Highwind an.
    „Da seid ihr ja endlich“, rief Malte. Er war zur Zeit wirklich unerträglich. Ein Wunder, dass Bart es so lange mit ihm aushielt.
    Wir trainierten bis in die frühen Abendstunden. Ritten die Hindernisse immer wieder an, erhöhten den Schwierigkeitsgrad und versuchten es solange, bis jedes der Pferde bei jedem erdenklichen Hindernisse den Absprungspunkt traf. Cinnada Mistik und Helia waren beide sehr begabte Springer. Selbst Malte, der auch bis in die höheren Stufen trainierte, konnte mit dem etwas Springfaulen Lap heute nicht mithalten. Am Ende des Trainings war Malte tatsächlich zufrieden mit der Leistung von uns und schickte uns in den verdienten Feierabend.

    Am nächsten Morgen ging es bereits sehr zeitig nach Canby. Jeder sollte in seinem Ermessen entscheiden, wann ein Aufstehen, ein Losreiten und ein Aufwärmen nötig war. Helia war heute nicht mit am Start, dafür belagerte mich Alba wieder. Sie war eine begabte Jockey und konnte genauso wenig Ruhe geben wie die junge Stute an ihrer Seite. Raveday und Alba waren also das geborene Team.
    Natürlich waren auch wieder Malte und Bart mit am Start. Sie schienen ihren gesamten Tag auf dem Rücken der Pferde zu verbringen. Nachdem sie gestern bereits mehrere Trainingseinheiten hinter sich gebracht hatten, blieben für heute nur noch Golden Sugar und Delightful Cinnamon, welche ich auch längere Zeit geritten war, bis mir Nico den Aufstieg auf Candlejack ermöglicht hatte.
    Jack und ich waren erst seit kurzem gemeinsam unterwegs, aber wenn ich nicht gerade für Pferde einsprang, die keinen festen Reiter hatten, war es immer er, für den ich mich entschied. Ich liebte seine Art, die Weisheit und Humor ausstrahlte – es schien, als könne er immer zwischen gut und böse entscheiden.
    Zum Schluss war noch Eyvind und Sir Golden Mile dabei. Gemeinsam mit Cinnamon war Miles ein eher untalentiertes Pferd, welches trotzdem trainiert wurde, in der Hoffnung, dass zumindest die Leistung seiner Nachkommen besser sein würde. Eyvind Engh störte sich nicht daran. Er mochte den selbstbewussten Junghengst, egal, wie schnell seine Beine waren.
    Ich hatte mit Jack bereits auf dem Weg zur Rennbahn einige Aufwärmübungen gemacht, sodass ich zwar als letzter, aber dafür am vorbereiteten aufkreuzte.
    „Kann‘s losgehen?“, schallte Maltes Stimme über die Rennbahn hinweg. Wir hatten uns alle an der Startlinie eingefunden und warteten auf sein Zeichen. Es sollte eines der letzten Rennen werden, bevor wir die Galopper bei den nächsten Turnieren auch auf L-Niveau anmelden konnten – Maltes Trillerpfeife erschallte und die donnernden Hufe von fünf energiegeladenen Vollblütern erklangen auf dem feuchten Sandboden.
    30-04-2020 | 5.756 Zeichen | Canyon
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    Distanz L → M
    „Diesen Monat übernimmt Bartholomäus Candlejack“, hatte Malte gesagt. „Halte dich aber bitte trotzdem als Springer jeder Zeit bereit.“
    „Bart übernimmt Jack?“, hatte ich dann gefragt. „Wie meinst du das?“
    „Er und Cjara haben ein Auswärtsstraining bei einer anderen Trainerin.“ Mehr hatte er nicht gesagt. Neben Wild Reflex, die ich nebenbei auf die Krönung vorbereitete, was aber, zugegebener Maßen nicht ganz mein ganzes Können forderte, wurde ich also nun von Malte konsequent übers ganze Gestüt geschickt. „Weil mein Pferd ja nicht abkömmlich war“. Mein Pferd, als würde Jack mir gehören.
    Ich hatte die letzten Tage viel Zeit mit Helia verbracht. Da Bart und Cjara ja unterwegs waren. Hin und wieder war Alba dazugestoßen, aber da sie ja nebenbei noch studierte, hatte sie nicht so viel Zeit wie wir anderen und trainierte ansonsten alleine zu unchristlichen Zeiten mit BR Prias Raveday.
    Helia und ich bereiten unsere beiden Stuten auf den Aufstand in die L-Klasse im Military vor, aber auch auf die anstehende Krönung. Im Endeffekt war eine solche Krönung nichts besonderes. Viel weniger als irgendein Turnier, an dem wir dauernd teilnahmen. Aber es hing viel davon ab. Nicht für Wild Reflex oder Cinnada Mistik, die konnten die Krönungen ein andermal wiederholen, aber Nico und Malte wären sehr wahrscheinlich weniger gnädig mit mir oder Helia.
    Malte hatte einen Plan entwurfen, wer wann unsere kleine Militarystrecke nutzen durfte, da auch er und Nico regelmäßig mit den beiden Hengsten Lap de Loupe und Chromed Highwind trainierten. Nico stritt es noch ab, aber alle anderen auf dem Gestüt, abgesehen von dem zur Zeit so grummeligen Malte, fieberten bei all den neuen Zuchtpferden auf die alsbald neuen Fohlen hin. Auch wenn uns dafür vorher einige andere verlassen mussten. Ich hatte mit den Fohlen nicht viel zu tun, aber wenn ich ihnen doch mal begegnete, dann blühte mein Herz auf. Nico hatte mir noch nicht sagen können, welche der Pferde uns verlassen würden. Ich wusste, dass jeder seinen geheimen Favoriten hatte und nicht nur ich mich in drei Jahren auf einem von ihnen die ersten Turniere reiten sah.
    Neben Wild Reflex, in die ich mich auch ein kleines bisschen verguckt hatte, wurde ich diesen Monat auch für Sir Golden Mile eingeteilt. Er war einer der unbeliebteren Pferde. Seine Bewegungen erschienen manchmal etwas stumpf und Motivation war für ihn ein Fremdwort. Auch wenn das für ihn keinen Abschlag bei seinen Fähigkeiten auf der Rennbahn gab. Mittlerweile lief er auf einem guten M-Nievau, was zu Anfang kaum ersichtlich gewesen war. Neben ihm gaben aber auch Golden Sugar, Raveday und Delightful Cinnamon Gas. Die vier waren mittlerweile ein eingespieltes Team und auch wenn diesen Monat mein geliebter Jack in der Truppe fehlte, so war es doch wie immer eine Freude, im Renngalopp über die Sandbahn zu fliegen.
    Aber neben dem vergleichsweise ereignislosen Sandbahntraining war das anstehende Distanztraining die härtere Prüfung. Viele dachten es, aber keiner sagte es: Wir waren alle einfach keine ausgebildeten Distanzreiter. Natürlich griffen wir Malte und Bart immer mal wieder unter die Arme, da nun aber Bart auch einige Zeit unterwegs gewesen war und Nico schon wieder neue Pferde angeschafft hatte, nicht, dass ich etwas dagegen hatte, Pferden waren toll, war es am Ende des Monats ziemlich stressig. An vielen Tagen konnte ein Training auch nicht wie geplant aufgrund der unvorhersehbaren Wetterschwankungen stattfinden.
    Wie immer waren es am Ende Bart und Malte, die mit I‘ve got a blue Soul und Eskador die meisten Kilometer gingen und dazu auch gerne mal 60 Kliometer weit in die Pampa fuhren, um neue Gelände zu erkunden.
    Elsi, Cjara und ich hingegen wurden mit den drei neuen Pferden beauftragt. Alle noch fast roh und nur mit dem nötigsten ausgestattet. Da ich auch grundsätzlich mit jedem zurecht kam, als auch mit Elsi und Cjara, erschien es auf den ersten Blick kein Problem, wenn die beiden es auch noch schaffen würden, nicht ständig aneinander zu geraten. Elsi war älter als ich und somit erst recht auch älter als Cjara und auch wenn es nur ein paar Jahre waren, taten die beiden so, als würde sie fünf Universen trennen.
    Ich ritt Monkey 47. Hübsche Stute, der Name brachte bei den meisten einen Brechreiz hervor. Die ersten Male verhielt sie sich sehr unscheinbar. Blieb immer etwas hinter den anderen zurück, zeigte keine Eigenarten und machte immer gut mit. Nach den ersten Geländeritten arbeitete ich mit ihr aber auch immer wieder im Roundpen oder auf dem Platz und da zeigte sie gerne ihr wahres Gesicht. Sie war unausstehlich stur, interessierte sich mehr für das Gras am Rand und hatte große Probleme, sich an der Longe zu lockern. Es waren Welten zwischen der 4 und der 7 bei Monkey.
    Auf dem Gestüt erfreute sie sich allerdings größter Beliebtheit. „Moni“ war nach außenhin gerne die Brave, aber irgendwie hatte sie eine Abneigung gegen mich entwickelt und das machte das gemeinsame Training mit Malte und Bart nicht besser, die immer wieder besorgt oder grimmig auf die bockende Stute blickten, als wir an einem Trainingstag gemeinsam unterwegs waren.
    Elsi hatte es besser erwischt, wie ich fand. The Illusionist war zwar ein sehr wechselnder Charakter, der viele Facetten hatte und gerne Übersprungshandlungen vollzog, aber durch und durch ein homosexueller Hengst, dem Stuten egal waren und Hengste in ihm ein Feuer entzündeten. „Auch Pferde können homosexuell sein“, erklärte Cjara immer wieder Elsi, welche zu Anfang erheblich mit den interessanten Charakterzügen ihres neues Schützlings zu kämpfen hatte. „Das ist nichts schlimmes und ganz natürlich.“
    „Ich weiß“, fauchte Elsi dann immer wieder zurück. „Ich bin auch nicht… du weißt schon, aber etwas nervt es schon.“
    „Jeder sollte seine Liebe so ausleben dürfen, wie er will“, flötete Cjara dann mit ihrer Engelstimme zurück und ich konnte sehen, wie in Elsis Augen ein Feuer entbrannte, das in jedem Moment Cjara und ihre Stute Sister of Crime verbrannte.
    Ich wunderte mich, dass Cjara noch ein Pferd zugeteilt bekommen hatte, da Joline gerne die gesamte Aufmerksamkeit auf sich nahm und Cjara mit ihr auch alle Hände voll zu tun hatte. Aber Sister war nun wirklich die einfachste, nur etwas zu faustdick hatte sie es hinter den Ohren, ansonsten war sie eine entzückende Champagne Stute mit schönen Augen.
    Alle drei Pferde waren extra als Distanzpferde gekauft wurden und Nico wollte wie immer nur das perfekte Training für sie. Das hieß also Longen- und Bodenarbeit, ständiges Intervalltraining und regelmäßiges Pulsmessen. Distanzreiten war eine Qual, zumindest für mich. Die anderen sahen es als das Freizeitreiten unter den Pferdesportarten an und machten sich nicht so viel daraus. Wie gesagt, wir waren alle keine Distanzreiter, aber das schien niemand zu bemerken. Sister, Illusionist und Moni waren zumindest fürs Gelände geboren und auch wenn der Start etwas holprig war, hatten wir in den ersten Wochen bereits einen guten Grundstein gelegt.
    31-05-2020 | 6.959 Zeichen | Canyon
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    Dressur E → A
    In diesem Monat hatten wir zwei neue Reiter. Für mich Neue. Nico, Malte und Bart kannten zumindest den einen davon. Petyr Holmquist hieß er, ein Schwede oder Norweger, der wohl damals ein guter Freund gewesen war. Er und sein internationaler Freund Momo waren angereist. Eigentlich nur für ein paar Tage, jetzt verweilten sie schon zwei Wochen hier und hatten sogar neue Pferde mitgebracht. Momo konnte nicht reiten. Also wirklich nicht. Auch nicht mal so gut wie Eli, noch viel schrecklicher. Aber Graf Heinrich, Heini genannt, nahm ihm das in keinster Weise übel. So hatte auch Heini seine Ruhe und musste sich nicht besonders anstrengen. Malte gab Momo nun Unterricht. Vorerst in der Dressur, um die Grundlagen zu erlernen. Malte war ein Fan davon, anderen Reiten beizubringen, während er selber auf dem Pferd saß und alles am leibhaftigen Körper vorführen konnte. Derzeit hielt Eskador als Vorzeigepferd her. Er war zwar noch kein Dressurcrack, hatte aber wunderbare Anlagen dazu und außerdem viel Geduld.
    Momo hatte eindeutig Spaß an der Sache und auch wenn sich Elsi immer wieder darüber aufregte, dass er das ganze nicht ernst nahm.
    Diesen Monat musste ich mir leider auch meine neue Trainingsstute Monkey 47 mit Helia teilen. Ich mache Helia wirklich sehr, aber teilen konnte ich auch mit ihr weniger gut. Sie hatte die Erlaubnis bekommen, mit Moni an einem Wettbewerb zu starten. Nichts großes, wir Praktikanten freuten uns immer über die Möglichkeit, unser Können unter Beweis zu stellen.
    So trainierte ich die ersten zwei Wochen des Trainingsmonats mit Moni für einen Aufstieg in der Distanz. Cjara und Elsi waren mit The Illusionist Sister of Crime mit von der Partie. Gemeinsam machten wir zu den heißeren Tageszeiten viel Muskelaufbau in der Halle, während wir in den frühen, noch kühleren Morgenstunden die Zeit im Gelände nutzten. Auf allen drei Pferden lag die Hoffnung auf erfolgreiche, spätere Distanzpferde.
    Unser Training überschnitt sich hin und wieder mit dem Training von Alba, Malte, Petyr und Eyvind. Auch sie trainierten gleich mehrere Pferde in der Distanz, anscheinend war Petyr ein überaus begabter Distanzreiter. Ich wollte es zwar nicht zugeben, aber genau das hatte dem Gestüt noch gefehlt. Mit dem Junghengst Sunka verfolgte er einen straffen Trainingsplan, der nur wenige Verschnaufpausen zuließ, und ich war froh, diesen Monat nicht in seiner Trainingsgruppe zu sein. Eyvind ritt wie immer Sir Golden Mile. Auf dem Papier war es zwar nicht sein Hengst, aber da sich niemand anderes für das mittelmäßig begabte Rennpferd zu interessieren schien, gehörte er inoffiziell durchaus ihm. Neu war, dass ich Alba das erste Mal im Distanzsattel sah. Nachdem BR Prias Raveday die letzten Monate nur im Galopprennsport gegangen war, war es auch für die Stute eine große Umstellung. Auch wenn es holprig begann, am Ende des Monats schienen beide jede Menge gelernt zu haben.
    Malte ritt Delightful Cinnamon. Cinna war um einiges älter und der Rennsport war eher etwas zur Auslastung, weniger für den Erfolg gewesen, aber der Distanzsprt lag ihr eindeutig mehr. Auch Malte schien das erste Mal deutlich zufrieden mit der Stute gewesen zu sein.
    Die zweite Hälfte des Monats verbrachte ich ziemlich einsam auf der Rennbahn. Candlejack und ich genossen die Ruhe, aber ein Adrenalinschub, ohne die anderen Pferde neben uns, blieb deutlich aus. Jack lief mittlerweile Rennen auf mittlerem Niveau und die Rennbahn in Canby reichte dafür nur noch knapp aus. Tempo und Ausdauer hatten sich seit ich ihn ritt deutlich verbessert und das gab mir ein gutes Gefühl für die Zukunft. Ich war gespannt, wie lange sich seine Fähigkeiten noch weiterentwickeln würden.
    Cjara und Bart hingegen belegten diesen Monat als einzige die Crossstecke. Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen war, die beiden gemeinsam trainieren zu lassen, aber seitdem sie sich in einer Beziehungspause befanden, herrschte tiefer Winter zwischen den beiden. Cjara ritt wie immer Joline und Bart I‘ve got a blue soul. Dass die beiden immer noch aufeinanderstanden, war trotzdem weithin zu erkennen. „Ein richtiges Reiterhofdrama“, sagte Helia immer voller Freude, worüber ich nur den Kopf schütteln konnte. Ich mochte beide auf ihre Art und Weise und hoffte sehr, dass, was auch immer zwischen den beiden stand, es sich bald wieder bereinigen ließ.
    31-07-2020 | 4.330 Zeichen | Canyon
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    Military A → L
    Im Süden von Kalifornien wüteten seit Tagen schlimme Brände. Erst vor kurzem war meine Tante in Los Angeles gewesen, nun war die Großstadt von verheerendem Feuer umringt. Es war viel zu warm, auch bei uns, auch wenn die Brände noch nicht bis in den Modoc National Forest vorgedrungen waren. Den ganzen Tag brannte die Hitze auf der Haut, der Sand flimmerte vor unseren Augen und die Pferde schwitzten selbst in den kühlen Boxen. Überall standen Ventilatoren und machten Jagd auf unser Karma.
    Die Trainingseinheiten waren auf fünf Uhr verlegt worden. Ab spätestens neun Uhr war Schicht im Schacht. Die Pferde standen nur noch in der Nacht auf der Weide und unsere Uhren gingen andersherum. Es war der Horror.
    Die Sonne war nichtmal aufgegangen, als ich mich mit Bart, Malte und Cjara an der Crossbahn traf. Die Stimmung glich einer Beerdigung, jeder ging seiner eigenen Wege und hoffte nur, das letzte Hindernis überwunden zu haben, bevor die ersten Sonnenstrahlen den Boden wieder zu trockener Lava verwandelten. Normalerweise hatte unsere Militarystrecke mehrere Wasserstellen. Diese waren ausgetrocknet und ich galoppierte mit Candlejack über brüchigen Sandstein. Auch Eskador und I‘ve got a blue soul, sowie Joline erging es nicht besser. Alle Pferde waren letztens erst vom Hufschmied beschlagen wurden, damit ihre Hufe in dem Feuer nicht verbrannten.
    Wir alle erwarteten das Schlimmste.
    Ich erinnerte mich an das Distanztraining der letzten Tage, welches auch noch in finsterster Nacht begonnen hatte. Eyvind war die gesamte Strecke mit dem Jeep und einem Pferdeanhänger nebenhergefahren, um uns aller drei Kilometer einen Wassereimer über den Kopf zu kippen oder zur Not eines der Pferde zurück zur Ranch fahren zu können. Irgendwer von uns würde bestimmt in nächster Zeit den ersten Hitzeschlag erwarten.
    Wir waren eine riesige Truppe gewesen. Ich und meine Monkey 47 waren zusammen mit The Illusionist und Sister of Crime, geritten von Elsi und Cjara, die weniger erfahrenen Pferde. Wir beendeten den Ritt deutlich früher.
    Petyr auf Sunka erzählte uns immer wieder, wie die Distanzritte der Trekkenreiter in Asien aussahen und dass dort sogar die Luft brannte und dieses Wetter hier nichts im Vergleich dazu war, aber wirklich aufmuntern konnte er uns definitiv nicht. Außerdem dabei waren noch Alba auf BR Prias Raveday, Malte mit Delightful Cinnamon und natürlich Bart mit Sir Golden Mile. Trotz der kühlen Wärme des Mondes war uns allen warm und vor allem waren wir übermüdet mit einem völlig am Boden liegenden Biorhythmus.
    Der einzige, der sich nicht unterkriegen ließ, war Momo. Er war sowieso ein südländischer Typ, der die warme Sonne auf der Haut, seinen eigenen Worten nach, liebte. Graf Heinrich musste also durch das Training der Dressur, welches Momo seit zwei Monaten mit ihm vollzog. Er lernte gerade erst Reiten, meist von Petyr oder Malte, und war immer noch stets motiviert dabei. Mittlerweile waren die beiden über die Grundkenntnisse hinaus und übten stetig weiter.
    Nicolaus hatte außerdem einige Sicherheitsvorkehrungen gegen die Waldbrände geschaffen. Brennbares Material wurde von Weiden und Gebäuden großzügig entfernt und alles, was ein Feuer beschleunigen könnte, war zur Seite geräumt worden.
    Wir hofften alle auf das Beste.
    20-08-2020 | 3.258 Zeichen | Canyon
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    Military L → M
    Auch wir waren Flüchtige des Feuers. Am letzten Mittwoch hatten wir die Rauchwolken gesehen, Donnerstag die ersten Flammen und am Freitag war eine der Gelbkiefern einige Meter vor dem Gestüt in Feuer aufgegangen und hatte den Boden in schwarze Asche verwandelt.
    Die Pferden waren zu diesem Zeitpunkt schon längst in den Ställen, war die Gefahr doch zu groß, dass sie flüchten würden, sobald etwas unvorhersehbares geschah. Nun standen wir allerdings vor einem anderen Problem. Das Gestüt war nicht für nahezu siebzig Pferde ausgelegt. Vor allem die Mustangs waren ganzjährig draußen, hatte doch niemand erwartet, dass auch sie bald einen Platz benötigten.
    In der Nähe von Alturas hatten wir am Sonntag eine Notunterkunft gefunden. Einige unserer gesunden, reisefähigen und im Training stehenden Pferde lebten jetzt auf einem durchaus edlen Gestüt mit festen Mauern aus Stein und gut geschützten, am Wasser liegenden Weiden und Trainingsplätzen.
    Mary Ann, Eli und Bart waren dort stationiert, während wir anderen immer die 20 Meilen mit dem Auto hin und her fuhren.
    Das Training der Pferde ließen wir trotz allem nicht ausfallen. Es war auf das Minimum begrenzt, aber die Pferde sollten auch nach der Tragödie noch gut im Training stehen, Verluste hatten wir so schon genug. Hinzukam, dass zwei unserer besten Hengste aus unerfindlichen Gründen die letzte Körung nicht bestanden hatten. Die Themen für den Krisentisch waren also gegeben.
    Golden Sugar und Chromed Highwind mussten jetzt nochmal auf die Trainingsbank. Malte und Mary Ann höchstpersönlich kümmerten sich nun um die beiden, die bei einem Militarytraining auf der Crossbahn der Alturas Ranch nochmal richtig zulegen sollten. Auch Eyvind, Petyr, Eli und ich waren dafür angereist, obwohl es für mich wohl mit die größte Ehre war, zwischen all dem Guten Reitern mich auf Candlejack beweisen zu dürfen. Im Military hatten wir mittlerweile eine gute Basis gelegt und sollten uns diesen Monat für die nächste Stufe qualifizieren. Etwas ungewohnt war es, dass Eyvind auf The Illusionist „Ulli“ ritt, normalerweise war das Elsis Aufgabe. Aber diesen Monat war sowieso alles anders.
    Während wir auf der grandios ausgebauten Crossstrecke das Können unserer Pferde erprobten, wurde auch Zuhause auf Phoenix Valley hart trainiert. Unsere drei Zuchtanwärterstuten BR Prias Raveday, I’ve got a blue soul und Delightful Cinnamon trainierten gemeinsam mit Momo und seinem Hengst Graf Heinrich, auch einfach „Heini“ genannt, ihre Springkünste. Während die drei Stuten kurz vor ihrer Krönung standen, arbeiten Heini und Momo noch an den Grundlagen, nachdem sie die letzten Monate die Basis für die Dressur geschaffen hatten. Heini war nicht sonderlich begabt, aber Momo war ein Fan des manchmal recht lethargischen Hengstes und ich musste zugeben, dass die meisten über die Fortschritte der beiden sehr erstaunt waren.
    Auch Eli, Bart und Cjara trainierten fleißig. Seit diesem Monat waren auch die beiden Araberjunghengste Arias und Mytos mit ins Training eingestiegen, nachdem sie die letzten Jahre ihre Jungpferdezeit genießen durften. Zusammen mit der etwas erfahreneren Joline erprobten sie ihre ersten Schritte in der Distanz, dies jedoch aufgrund der Waldbrandgefahren und dem Wetter vorrangig auf dem Gestütsgelände. Muskelaufbau und Ausdauer standen da an erster Stelle. Auch ich und meine Trainingsstute Monkey 47 und Elsi mit Sister of Crime hatten diesen Monat bereits viel für einen Aufstieg in der Distanz trainiert und mittlerweile gingen beide auf S-Niveau.
    Candlejack zeigte heute auf der Crossbahn erstaunliche Ausdauer und Aufmerksamkeit, die selbst seine eigenen Rekorde zu übertreffen wagte. Eli und Eskador hielten gut mit uns mit, während Highwind noch einen Ticken genauer die Hindernisse anritt und gemeinsam mit Mary Ann nur so übers Gelände flog. Golden Sugar, Sunka und Ulli waren noch etwas rangniedriger, gaben aber für ihren Trainingsstand das beste.
    Wir zogen das Training nicht in die Länge und noch bevor die Sonne am Mittagshimmel stand, waren die Pferde geduscht und gefüttert wieder in ihren kühlenden Boxen untergebracht.
    30-09-2020 | 4.098 Zeichen | Canyon
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    Springen E → A
    Die Wahlen waren vorbei und obwohl wir im roten Gebiet lebten, war der Überschwung der Freude viel mehr als die Wut der Gegenseite. Natürlich wurde sich auch über Politik unterhalten, aber je mehr Menschen aus verschiedenen Gegenden auf einem Fleck lebten, desto mehr konnte man sich in lange Gespräche verstricken, was denn nun für unser Amerika das Beste sei.
    Diesen Monat hatte Malte den Trainingsplan umgestellt. Wir trainierten nun in zweier Teams, das sollte unsere Produktivität steigern und uns näher bringen. Meine Partnerin war Cjara. Cjara war okay, aber meist hatten wir keine Gesprächsthemen und obwohl ich mich versuchte von den Gedanken fernzuhalten, war ich auch äußerlich einfach das genaue Gegenteil. Cjara war groß, hatte lange blonde Haare und blaue Augen, die Schultern immer straff nach hinten und die Nasenspitze immer einen Tick höher. Nicht, dass sie eingebildet oder arrogant war, aber sie zeigte sich sehr gerne. Ich war der kleine Asiate mit der Schuhgröße 39. Mehr musste ich da wohl noch sagen. Und so sehr ich mir wünschte, dass diese Fakten keine Rollen spielen sollten, selbst ein Demokrat an der Spitze der USA konnte daran nichts ändern.
    Cjara und ich waren die ersten, die an diesem verregneten und nebligen Dienstag für die Militarybahn eingeteilt waren. Unsere beiden Stuten Sister of Crime und Monkey 47 sollten das erste Mal ihr Können auf die Probe stellen, nachdem wir den letzten Monat neben dem Distanztraining auch angefangen hatten, ihre Springfähigkeiten zu trainieren. Durch das viele Geländetraining in den letzten Monaten, waren beide zu unerschrockenen und vor allem trittsicheren Pferden geworden, ein großer Vorteil auf dem Crossgelände.
    Cjara und ich wechselten nicht viele Worte. Meistens ritten wir schweigend unsere Runden, auch wenn wir hin und wieder den anderen baten, doch mal ein Auge auf den Absprungspunkt, oder die gerittene Kurve zu haben.
    Nach guten anderthalb Stunden Training lösten uns Malte und Elsi auf Golden Sugar und The Illusionist ab. Die beiden Hengste waren schon etwas weiter im Training und sollten diesen Monat den Schwierigkeitsgrad L erreichen. Wir tauschten mit Malte kurz ein paar Eindrücke des Trainings aus, wünschten viel Glück und ritten unsere Pferde am langen Zügel zurück zum Stall. Dort trennten sich unsere Wege. Stumm brachte Cjara Sister in ihre Box am anderen Ende des Stalls, während ich Moni in ihre Box am Anfang der Stallgasse stellte und absattelte. Die große Stute freute sich sichtlich über das frische Heu und die Abschwitzdecke.
    Gerade als ich den Sattel in die Sattelkammer bringen wollte, fing mich Cjara ab. „Du weißt schon, dass wir heute Nachmittag wieder raus müssen, oder?“
    „Heute schon?“, fragte ich. Ich hatte selten einen Plan im Vorraus. Wer sollte sich das ständige hin und her auch merken können.
    „Ja. Heute. Wir treffen uns um drei an der Crossbahn“, sagte Cjara und wendete sich mit wehenden Haaren von mir ab.
    Bis um drei waren es zum Glück noch ein paar wenige Stunden. Einen Teil davon schaute ich Saga, Petyr und Momo dabei zu, wie sie mit ihren drei Pferden den Springplatz unsicher machten. Die hatten’s gut, die wurden nicht von Malte dazu gezwungen und sie schienen sogar auch Spaß zu haben.
    Ich kannte Saga noch nicht, aber ihr Hengst Wallenstein war ein Prachtpferd. Wirklich wunderschön. Kennst du das Pferd, dann kennst du den Menschen, hatte mein damaliger Reitlehrer immer gesagt und es traf auch wirklich gut zu. Momo ritt wie immer Graf Heinrich, während Petyr Heide Eskador quälte, der noch nicht wirklich Spaß am Hindernisse überspringen zeigte.
    Gerade als ich mich wieder abwenden wollte, sah ich Nico, der zwischen den Säulen am Hauptstall in seinem Rollstuhl saß und das Geschehen auf dem Platz beobachtete. Er sah alt aus. Vor allem verglichen mit den Reitern auf dem Platz, die ihm altermäßig eigentlich in nichts nachstanden. Es machte mich traurig, ich wollte nicht, dass Nicolaus alt wurde.
    „Warum reitet Nico eigentlich nicht mehr?“, fragte ich, als im Stall auf Alba traf. Sie war mit meine beste Freundin im Stall, nur zur Zeit leider viel mit ihrem Studium beschäftigt, sodass wir uns nur noch selten sahen.
    „Äh Ferre, er sitzt im Rollstuhl!“, sagte sie, während sie Prias Halfter vom Hacken nahm.
    „Ja, ich weiß doch, aber es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten dahingehend.“
    „Die einzige Möglichkeit, die du kennst, ist bestimmt die aus Game of Thrones“, lachte sie und stieß mich dabei freundschaftlich in die Seite.
    Auch ich musste daraufhin lächeln. Alba hatte ein wunderschönes und ehrliches Lächeln, man konnte ihm einfach nicht widerstehen. Trotzdem ließ mich der Gedanke auch den Rest des Tages nicht los.
    Gegen Mittag holte ich Candlejack und, weil mich Malte darum gebeten hatte, auch noch Chromed Highwind und Sunka von der Weide. Jack bereitete ich gemütlich auf das anstehende Training auf der Crossbahn vor und die anderen beiden würden von Eyvind und Petyr ein Distanztraining bekommen. Eli und Bart waren mit Arias und Mytos gegen Mittag auch bereits losgezogen, um die jungen Araberhengste in ihren Distanzfähigkeiten zu fördern. Bei dem Wetter war ich relativ froh darüber, dass mich nur die matschige Crossbahn erwartete und nicht auch noch das stundenlange Gereite durch die triste Landschaft.
    Ich ließ mir mit Jack genügend Zeit, pflegte sogar nochmal Sattel und Trense, während meine Kopfhörer mir Tony Bennett’s Body and Soul ins Ohr dröhnte. So bekam ich es relativ spät mit, dass Cjara vor meiner Box stand und vergeblich versuchte, meine Aufmerksamkeit zu erreichen.
    „Was hörst du denn da?“, fragte sie mich skeptisch, als ich endlich die Kopfhörer aus den Ohren gezogen hatte.
    „Tony Bennett“, sagte ich.
    „Wenn du es singst, klingt es grässlich“, sagte sie, ohne Rücksicht auf Verluste.
    „Danke“, sagte ich, dabei war es mir super peinlich, dass ich anscheinend wieder laut mitgesungen hatte. „Was willst du? Ist es schon um drei?“
    „Nein, aber du musst heute alleine trainieren. Joline lahmt etwas und soll heute Pause machen. Aber das Training diesen Monat reicht für uns trotzdem für einen gelungenen Aufstieg, sagt Malte.“
    „Oh okay, na dann trainiere ich alleine.“
    Sie nickte und verschwand wieder. Ich wusste nicht, ob ich über diese untergründige Kritik verärgert sein sollte, oder mich einfach auf ein entspanntes Training ohne sie freuen sollte. Aber als ich dann ganz alleine zur Crossbahn ritt, der Nebel sich immer noch nicht gelichtete hatte und der leichte Nieselregen auf mich tropfte, war die Situation durchaus schon sehr trist. Die Sonne hatte ich den ganzen Tag noch nicht gesehen und als es zwei Stunden später noch dunkler wurde, musste ich mir eingestehen, dass ich sie heute auch nicht nochmal sehen würde.
    Das Training mit Jack war allerdings trotzdem gut gewesen. Er war gut bei der Sache, nahm die Hindernisse mit großartiger Präzision und ließ sich selbst durch meine gedrückte Stimmung nicht demotivieren, sodass ich dann doch zufrieden zurück zum Stall kam. Für den nächsten Monat, sollte ich wieder mit Cjara trainieren, nahm ich mir definitiv vor, dem ganzen selbstbewusster entgegen zu treten. Das war ein guter Plan.
    31-10-2020 | 7.117 Zeichen | Canyon
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    Dressur A → L
    Am Tag vor unserer Abreise zur Körung für Golden Sugar, Chromed Highwind und Eskador, beraumte ich nochmal eine Trainingseinheit ein. Durch mehrere unvorhergesehene Zufälle, hatten es Chrom und Sugar beim letzten Mal nicht geschafft und das durfte uns nicht nochmal passieren. Es war schädlich für den Ruf und für unsere Zucht, hatten wir doch fest mit zwei neuen Zuchthengsten gerechnet, bevor der Herbst kommen würde.
    Nun war es schon November. Ich kümmerte mich also selber drum, auch Bart und Eyvind halfen, wie immer. Sie waren meine zuverlässigsten Trainer und es erstaunte mich selbst, dass ich mich das über Bart denken hörte. Auch Ferre war gut mit dabei, oft nur noch zu fahrig und unsicher, aber auch das würde sich ändern.
    Da bei einer Körung auch auf die dressurmäßigen Aspekte Wert gelegt wurde, sollten, vor allem Chrom und Sugar heute etwas in den Sparten trainiert werden, die sie so noch nicht kannten. Eskador hingegen hatte für die Dressur gute Anlagen und auch bereits etwas mehr Erfahrung, eine weitere Dressureinheit war allerdings auch bei ihm nicht schädlich.
    Sugar und ich hatten uns in den letzten Monaten gut angefreundet. Ich hatte mir selbst das Training des Exotenhengstes auf die Fahne geschrieben und hatte so jeden seiner Schritte gut verfolgen können, auch wenn nicht immer ich im Sattel saß. Sugar war in vielem ziemlich gut, aber auch noch ziemlich jung. Die Erfahrung und Gelassenheit würde dann im Alter kommen.
    Wir trafen uns am frühen Vormittag auf dem kleinen Reitplatz am Stall. Die Sonne kam gerade erst über die roten Ziegeldächer der Gebäude und der Platz lag noch im frostigen Schatten. Eyvind und Eskador ritten sich bereits warm, während Bart, gähnend und in Stallklamotten, mit Chromed Highwind einen Torbogen durchquerte.
    Jeder von uns hatte sich einen Plan für die Körung zurechtgelegt, der alle geforderten Aspekte umfasste, und trotzdem nicht zu langweilig wurde. Vor allem Bart wusste, dass ich es nicht ertragen konnte, wenn es auch dieses Mal nicht klappen würde. Augenmerk lag auf den Kleinigkeiten, denn wenn die gut passten, dann konnte die Jury überzeugt werden. Eskador merkte man seine Sicherheit sehr an. Er hatte Spaß an den neuen Lektionen, lernte schnell und brauchte als Halbblut nicht so lange, um seine Füße zu sortieren. Chrom und auch Sugar waren sehr langbeinig und für die Rennbahn, nicht für das koordinierte Platzreiten gezüchtet wurden. Aber auch sie gaben ihr Bestes. Vor allem Bart war wieder in bester reiterlicher Form und forderte, den nicht immer einfachen, Hengst in allen Maßen. Gegen Mittag beendet wir einer nach dem anderen unser Training. Morgen würde ich mit Bart und den drei Pferden zur Körung fahren und hoffen, dass wir diesmal alles erdenkliche für eine gelungene Reise getan hatten, damit die Pferde dann in ihren verdienten Winterurlaub gehen konnte.
    16-11-2020 | 2.844 Zeichen | Canyon

    Die Kür
    Bart und ich waren heute wieder zu zweit auf dem Weg zu einer Hengstkörung. Im Gepäck drei unserer stattlichen Zuchtanwärter, in der Hoffnung, dass sie in der nächsten Fohlenzeit als Deckhengste mit von der Partie sein können.
    Der erste Hengst, den ich vorstellen durfte, war Eskador, der vom Gestüt von der Nordwacht stammende, wagemutige Hengst mit der besonderen Farbe. Ihn hatten wir in den letzten Monaten vorrangig in der Distanz und im Military ausgebildet – eine gute Wahl, wie ich fand.
    Einige Pferden waren bereits vor uns noch dran und die Vorstellungen zogen sich etwas in die Länge, sodass ich nach dem Aufwärmen leider noch einige Zeit mit Eskador vor dem Platz warten musste. Die Anforderungen für die heutige Teilnahme waren nicht besonders hoch, sodass die Vielfalt der teilnehmenden Pferde nur logisch war. Eskador hatte viel Training in den letzten Monaten bei uns erhalten und war eigentlich schon länger für eine Körung bereit. Heute sollte es nun endgültig soweit sein.
    Als wird dann endlich an der Reihe waren, spulte ich das oft einstudierte Programm problemlos ab. Herrschaftliches Einreiten und das Begrüßen der Richter und die nachfolgenden Bahnfiguren mit den häufigen Tempowechseln. Eskador musste auf beiden Händen ausreichend in allen Gangarten vorgestellt werden und auch ein paar einfache Bahnfiguren waren für den Hengst, den wir in der Dressur nicht sonderlich viel gefördert hatten, gut zu meistern. Zirkel, aus dem Zirkel wechseln, dann durch die Bahn geritten, alles nur dafür, dass irgendwelche fremden Menschen beurteilen konnten, ob Eskador für die Zucht als herausragend bezeichnet werden könne.
    Eskador war wie immer erstaunlich gut in allem was er tat, sodass die Körung für uns kein Problem war. Am Ausgang erwartete mich sogleich Bart, der die nächste Kür mit seinem weißen Schimmel bestreiten würde.
    1.846 Zeichen | gezählt auf zeichenzähler.de | Canyon
     
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  7. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

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    präsentiert
    Candlejack

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    Candlejack
    Jack

    ● ○ ● ○

    Hengst | *2014 | 178cm
    Englisches Vollblut
    Bay with Reverse Dapples

    ● ○ ● ○

    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    ● ○ ● ○

    Candlejack stammt aus einer erfolgreichen Zucht aus England. Als Jährling wurde er nach Saudi Arabien verkauft und dort eingeritten, bis er wenig später in die USA weiterverkauft wurde. Er hat bereits Erfahrungen auf der Rennbahn gesammelt und hat viel Potential.

    Jack ist ein ruhiger Vertreter seiner Rasse, eher vorsichtig als stürmisch. Dennoch besitzt er das Feuer eines Vollblüters. Eine Kombination die ihn nicht nur für die Rennbahn geeignet macht. Er ist ein aufmerksamer und intelligenter Beobachter mit Kraft und Schnelligkeit, was ihn zu einem perfekten Sportpferd macht. Er konzentriert sich zu 100% auf seinen Reiter und arbeitet fleißig mit.

    ● ○ ● ○

    Besitzer: Canyon
    VKR/Ersteller: verfallen/Kira
    Bei Verkauf zurück an Veija oder Gnandeweide
    im Besitz seit: 03-04-2020
    Kaufpreis: 2500 Joellen

    ● ○ ● ○

    Galopp E A L M
    Military
    E A L M S
    Distanz E A L M S
    Dressur E A
    Springen E A
    Fahren E A L

    ● ○ ● ○

    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    [Schleife]
    Thema

    ● ○ ● ○

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    444. Distanzturnier | 464. Fahrturnier | 447. Distanzturnier | 474. Fahrturnier

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    454. Distanzturnier | 458. Distanzturnier | 608. Dressurturnier | 338. Synchronspringen

    Abstammung: 0
    Schleifen: 8
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 7
    Zubehör: 2
    Gesamt: 21

    Gencode: EeAa
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Phoenix Valley (PV)

    Nachkommen:
    -

    ● ○ ● ○

    Letzter Tierarztbesuch: 10-11-2020 durch Sevannie

    Letzter Hufschmiedbesuch: 17-11-2020 durch Laraya13

    ● ○ ● ○
    ► ▼ ◄
    Hufschmied
    Swedish Steels - Körungsvorbereitungen
    Björn | Mein Weg führte mich dieses mal in den Modoc National Forest, im norden Kaliforniens in den USA. 1920 km mit dem Auto? Kein Problem für den Schweden. Mein Navigationsgerät zeigte mir noch 50 km Restweg an – die sehr schnell vergingen. Drei Vollbluthengste erwarteten mich heute für eine kleine Allgemeinüberholung der Hufe. Malte Tordenværson erwartete mich bereits an der Einfahrt und ich parkte das Auto dort, wohin mir gezeigt wurde und stieg aus. „Meine Güte, ich brauch ein neues Auto.“, jammerte ich auf höchstem Niveau als ich mich streckte und dann Malte begrüßte. Ich legte mir alle notwendigen Instrumente zurecht, während Malte den ersten Hengst holte, einen schönen, großen Schimmel. „Chromed Highwind hier ist zuerst dran heute. Da stillstehen an sich für ihn etwas langweilig ist, halte ich Ihn einfach fest. Er tritt nicht, keine Sorge.“, wurde mir versichert und ich nickte, streichelte den Hengst kurz am Hals ehe ich mir die Hufe ansah. „Schönes Horn hat er.“, gab ich zu als ich mir die Sohlen ansah und mir die Feile nahm. „Viel ist hier nicht, ein wenig feilen und innen ein wenig altes weg, dann ist er schon fertig.“, erklärte ich nebenbei, fing an den ersten Huf zu bearbeiten. Man merkte deutlich, das der Hengst wirklich nicht viel vom Stillstehen hielt, benahm sich aber sonst sehr lieb. Insgesamt war er bereits nach 10 Minuten fertig, da die Hufe sehr gut waren. „Das war's schon.“, lobte ich das Pferd mit einem Keks und säuberte alles, während Malte nun das nächste Pferd holte. So schnell war ich lange nicht mehr mit Raspeln und Ausschneiden fertig. Candlejack war nun als nächstes dran, ein noch etwas größerer Hengst, wunderschön in Bay und reversed Dappels, was man selten sieht. „Du bist ja ein hübscher.“, begrüßte ich den Hengst und Malte machte das Pferd fest. „Ich hole uns mal einen Kaffee, bin gleich wieder da.“
    Candlejack und ich kamen gut zurecht, der Hengst hatte ein wenig weiches Horn , jedoch auch nicht sehr viel zum wegmachen. Er gab mir gehorsam alle Hufe, hielt wunderbar still. Die hinteren Hufe liesen sich besonders schnell knipsen und schleifen, da die deutlich härter waren. Nach ungefähr zwanzig Minuten kam der Kaffeeservice und ich war gerade am Pferd fertig geworden, streichelte den Hengst ein wenig am Hals. „Ah, Lebenselexir.“, scherzte ich und nahm dankend den Kaffee entgegen, während mir nun das letzte Pferd gebracht wurde. „Candlejack hat hinten sehr weiche Hufe, passt da mal ein wenig auf und füttert was unterstützendes zur Hufstärkung.“, merkte ich noch schnell an, stellte den Kaffee bei Seite und sah mir die Hufe des letzten Vollblüter an, Golden Sugar. „Ihr habt schöne, farbige Engländer. Wäre ich nicht so stämmig, würde ich glatt eines klauen.“, merkte ich teils sogar ernst gemeint an und wir lachten. Golden Sugar schnupperte an mir herum, während ich den ersten Huf feilte. „Alle drei haben super Hufe. Ich musste nur bei Candlejack bis jetzt mit dem Knipser ran.“, lobte ich damit die Pferde und schnitt nun innen den Strahl zurecht, ehe ich mich an den Rest machte. Auch dieses Pferd war nach ungefähr fünfzehn Minuten fertig und durfte dann wieder zurück. Ordentlich wie ich war, machte ich alles sauber und räumte die Utensilien ordentlich zurück den Van, dann wurde ich noch auf einen Kaffee und nette Gespräche eingeladen, ehe ich mich wieder auf den Weg nach Kanada machte. Dies war seit langem der entspannteste Arbeitstag.

    17-11-2020 | 3.418 Zeichen | Laraya13
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    Körungsuntersuchung für die Hengste[...]Nun kam der letzte 'Patient' zum Durchchecken. Ein weiterer bunter Hengst, genau genommen ein Brauner mit einer seltenen Farbzeichnung. ,,Oh wow.'', hauchte ich etwas erstaunt und sah mir den Hengst genauer an, während er meine Hand zum beschnuppern hingehalten bekam. ,,Du bist aber ein sehr hübscher.'', stellte ich fest und schmunzelte Candlejack entgegen. Neugierig sah mir der Hengst entgegen und spielte aufmerksam mit den Ohren. ,,Und du bist heute brav? Oder eher wie deine jungen Kollegen etwas ungehalten?'', hakte ich nach und kurz legte er dir Ohren an. Sollte das etwa ein Zeichen sein? Wie bei allen anderen Hengsten begann ich mit den Abtasten, hier verhielt er sich recht ähnlich wie Golden Sugar. Er zappelte etwas, gab die Hufe nicht richtig oder zog das Hinterbein gerne als Warnung unter den Bauch. Immer wieder wollte er etwas mit der Lippe nach meinem Finger schnappen und schien im Allgemeinen auch eher reserviert zu wirken als wirklich begeistert. ,,Wenn du brav bist haben wir die ganze Sache hier schnell abgehakt, Candlejack.'', erklärte ich dem Hengst und hatte die Hoffnung, dass dies was bringen würde - doch ich wurde eines Besseren belehrt. Alles in Allem verheilt er sich eher wir eine Mischung aus Chrom und Sugar. Zappelig und doch sehr reserviert, dennoch aufmerksam dabei aber gleichzeitig will er sich entziehen und hampelt rum. Nicht einfach auf alle Fälle und auch beim dritten Pferd dieser Art etwas Kräfte- und Nervenzehrend. Aber es war mein Job und ich konnte ja schlecht die Kundschaft drum bitten nur zwei solcher aufgedrehten oder unruhigen Pferde mir für den Tag hinzustellen. Da würde ich wahrscheinlich zu jedem Hof fünf Mal fahren nur um diese Nervenbündel irgendwann mal abgehakt zu haben. Nach dem Abhören von Candlejack - was recht gut verlief - ging es weiter zum Thermometer. Auch ihn fixierten wir an der Wand und wie erwartet sträubte er sich gegen das Ding und hampelte. Er machte einen Schritt zur Seite, stieß mir seinen Po mehr entgegen oder machte vorne Faxen bei Malte - ruhig stehen war eher weniger die Devise. ,,Führ' ihn doch einfach mal kurz eine Runde, damit er seine Beine kurz mal vertreten kann und dann versuchen wir es noch einmal.'', schlug ich nach dem dritten Versuch vor und Malte nickte. ,,Gute Idee..'', murmelte er und band den Hengst ab. Er führte ihn eine Runde und kam wieder zu mir. Wieder stellten wir ihn in die richtige Position und wieder zappelte er, doch das Ausmaß war etwas geringer und so konnten ich die Messung endlich einmal ausführen. ,,Gut.'', meinte ich knapp, tätschelte etwas unbewusst den Po des Braunen und desinfizierte nach dem Ablesen das Thermometer. ,,So die letzte Wurmkur für heute.'', erklärte ich Malte schmunzelnd, der sich auch um ein halbherziges Lächeln bemühte. ,,Danach reicht's auch erstmal.'', meinte er grinsend und ich nickte zustimmend. So gaben wir auch Candlejack die Wurmkur und wie es der Zufall so wollte zappelte er auch hier nicht viel weniger als seine Artgenossen und zu allem Glück bekam ich noch einen letzten Rest auf mein Shirt von der Wurmkur. ,,Oh Candlejack.'', brummte Malte genervt und ich begann zu kichern. ,,Wenns sonst nichts ist.'', meinte ich lachend und lobte den Hengst, er bekam noch das Abschlussleckerli, ehe ich mich von ihm verabschiedete und Malte auch ihn wegbrachte.[...]

    10-11-2020 | 18.971 Zeichen | Sevannie
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    Training
    Galopp E → A

    Octavia | Ein Umzug bedeutete nicht gleich, dass die Arbeit liegen bleiben durfte. Schon seit einer geraumen Zeit trainierten meine neuen Jockeys mit den Rennpferden für die nächste Stufe. Heute war das letzte Training und ich wollte zuschauen, um die Zeiten zu stoppen und zu sagen, wie das Training im nächsten Monat weiter gehen sollte. Zur Zeit hatte ich hier auf der Farm nur Travis, der mir wirklich mit allem, was er hatte, zur Seite stand und mir half, wo er nur konnte. Heute morgen hatte er meinen Dienst übernommen und sich um Priamos Ruffia Kincsem und Zuckerschock gekümmert. Die Beiden waren von mir aus dem Rennsport gezogen worden und standen zur Zeit auf der Koppel. Bald würde ich jedoch anfangen, sie in der Dressur, im Springen und im Geländespringen zu trainieren. Denn nur für die Zucht waren sie auf jeden Fall zu wertvoll, sie konnten ruhig noch ein wenig selbst tun. Auch die Fohlen und Jungpferde, It's me, Amira!, Culain, I've got a blue Soul, Prias Colourful Soul, Sir Golden Mile und Sweet Revenge hatte er freundlicherweise schon gefüttert und gemistet und mir sogar Tasmania geputzt und fertig gemacht. Tasmania war mein neues Track- Pony. Sie war eine Quarab- Stute. Also eine Kreuzung aus Quarter Horse und Araber und selbst schon vereinzelt Rennen gelaufen, doch das war nicht ihre Welt gewesen. Ich hatte sie bei einem Rennen entdeckt und natürlich war mir ihre Farbe direkt ins Auge gestochen. Auch, dass ihre Besitzer absolut unzufrieden mit ihr waren. Ich hatte also ein Angebot abgegeben und sie auch tatsächlich sehr zügig gekauft. Kaum zu glauben, dass sie jetzt schon einen Monat bei uns war- und ich bereute keine Sekunde. Ich liebte dieses Pferd jetzt schon. Und auch Travis hatte sie lieb gewonnen. "Hallo meine Süße.", sagte ich und hielt ihr meine Hand hin, damit sie einmal daran schnuppern konnte. Ich stellte mich neben sie, gurtete nach und band sie los, ehe ich auf dem Hof aufstieg und zur Rennbahn ritt. Dort waren schon Wildfire xx, PFS' Snap in Style und Peacful Redemption auf der Rennbahn. Sie sollten im Galopprennnen heute auf die Stute A gebracht werden und es sah wirklich gut aus, auch wenn sie sie noch aufwärmten. Tassi merkte man an, dass sie sich an ihr altes Leben noch immer erinnerte, denn sie legte manchmal noch die Ohren an, wenn wir die Rennbahn betraten und schien sich daran zu erinnern, wie sie bei nicht betreten der Bahn ausgepeitscht und sogar schon misshandelt wurde. "Ist gut, Tassi.", sagte ich und klopfte ihren Hals, ehe ich sie nach rechts wandte und stehen blieb. Ich setzte mich aufrecht in meinem Westernsattel hin und sah den drei Hengsten zu, wie sie in die Startbox geführt wurden. "Ging es schon los?", kam auf einmal eine Frage wie aus dem Nichts, rechts von uns. Tassi riss den Kopf hoch und starrte Travis mit aufgerissenen Augen an. "Woah... du hast uns aber erschreckt. Aber nein, geht gleich los.", sagte ich und warf ihm zwei Stoppuhren in die Hand. "Wildfire und Schnappi, ich messe Clyde.", erklärte ich ihm. Er hasste noch immer Snap in Styles Spitznamen, doch damit musste er sich abfinden. Snap in Style war von Anfang an Schnappi für mich gewesen und so würde es auch bleiben. "Boxen zu und... los!", sagte ich und drückte auf den Knopf meiner Uhr. Eine Zeit lang sah es so aus, als würde Snap in Style ganz klar die Führung übernehmen, doch Wildfire holte auf und auch Clyde kam auf einmal wie von der Tarantel geschossen nach vorne. Wildfire schaffte es schließlich, als erster an uns vorbei zu rauschen, jedoch dicht gefolgt von Schnappi und Clyde. "Zeig mal die Zeit von deinen. Oh wow... die sind alle drei schon super gut!", freute ich mich und drehte mich einmal nach hinten um. Jetzt waren Candlejack und Daryl Gone Mad an der Reihe, ebenfalls auf Stufe A zu bringen. Auch sie waren schnell aufgewärmt und würden heute einen fliegenden Start machen, denn Daryl hasste die Startbox noch immer. Ab und zu ging er rein, aber heute war nicht daran zu denken. Ich stoppte dieses mal Jack, Travis Daryl. Beide Pferde schossen nach vorne und es war lange nicht klar, wer sich an die Spitze setzen würde. Beide Pferde waren wahre Kämpfer und konnten es nicht leiden, wenn sie verloren. Jack kam ein wenig eher ins Ziel, da Daryl nach ihm geschnappt hatte und so Zeit verloren hatte. "Mist..", murmelte ich, lenkte Tassi herum und trabte in die Richtung der beiden Pferde. "Halt Daryl das nächste mal ein wenig von Jack weg, damit er gar nicht die Chance hat, zu schnappen. Bei einem richtigen Rennen müsst ihr euch sofort an die Spitze setzen. In der Gruppe ist pure Hölle für unseren Braunen.", erklärte ich seinem Jockey und er nickte. Er ärgerte sich schon seit dem ersten Tag über Daryl, doch ich wusste, dass er dieses Pferd liebte, denn er liebte die Herausforderung und da war dieses Pferd genau das richtige für ihn.
    Es ging nun weiter mit den Stuten, die alle zusammen laufen würden. Drama Baby, PFS' Blossom Magic, Wolfs Bane und auch unsere neue Rappstute, Tigres Eye, sollten auf die Stufe A gebracht werden. Ich packte bei vier Pferden mit an und hielt mit Tassi Tigres Eye im Zaum, ehe wir sie in die Startbox brachten und dann im gestreckten Galopp zurück zu unserer Position ritten. Tassi liebte es auf der Bahn oder im Gelände zu galoppieren, aber sie war eben kein Rennpferd.
    "Travis stopp bitte Draga und Magic, ich hole unsere neue und Bane.", sagte ich und packte die vierte Stoppuhr aus meiner Jackentasche aus. Ich lief die ganze Zeit mit mindestens fünf Uhren über das Gelände, was oft für verwirrte Blicke sorgte, schließlich war Vollblütertraining immer nur morgens und nicht den ganzen Tag lang. Als alle vier Stuten in der Box waren, flogen die Türen auf und sie hielten das Feld sehr lange geschlossen, bis auf Wolfs Bane waren die Pferde sehr, sehr stark, was das Rennen anging. Bane war auch gut, jedoch hatten wir sie erst spät gestartet und sie brauchte eben einfach länger, so dass sie nach zweihundert Metern zurück fiel und das Tempo nicht mehr halten konnte. Ich stoppte trotzdem weiter, denn wir brauchten Zeiten, mit denen wir arbeiten konnten. Ich konnte am Ende gar nicht sagen, wer als erstes an uns vorbei geschossen war, aber die Zeiten waren bei allen drei Pferden super, bei Bane noch annehmbar und ausbaufähig.
    Auch Stiffler, der heute alleine laufen würde und L fertig gemacht werden sollte, machte sich super und lief eine gute Zeit. Seattle Slew, der nun seit heute auf Stufe S* lief, stand Firewalker ein wenig nach, denn dieser hatte sich auf der neuen Ranch wirklich aufgerappelt und lief nun S**. Ich freute mich riesig, dass alle Pferde sich hier so gut machten und blicke positiv auf die Zukunft.

    Mai 2018 | Veija
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    Galopp A → L
    „Das ist der Trainingsplan für die nächsten Tage. Haltet euch an eure Zeiten und an die Pferde, ich habe dringenderes zu tun, als mich mit euren nichtigen Problemen zu beschäftigen.“
    „Was ist denn mit dem los?“, fragt mich Helia. Ich zucke nur mit den Schultern.
    „Es heißt, dass er seinen Óslogi nach Frankreich gibt, natürlich nicht für immer, aber für kurze Zeit“, mischt sich Elsi ein.
    „Ach echt?“, frage ich. Sie nickt.
    „Elsi, du stehst gar nicht auf dem Plan drauf.“ Helia fährt mit dem Finger über den Trainingsplan.
    „Ich weiß, ich habe etwas Urlaub. Ihr könnt ruhig alleine den Stress hier ausbaden, wenn Nico nicht da und Malte genervt von der Welt ist.“
    „Oh, wo geht es hin?“, frage ich wahrlich interessiert.
    „Nach Hause, Ferre“, sagt sie schnippisch. „An die Küste.“ Dann dreht sich Elsi um und verlässt den Stall. Helia und ich schauen uns fragend an.
    „Ich bin zu erst bei Wild Reflex eingeteilt“, sage ich. „Heute Nachmittag, 16:00 Uhr.“
    „Oh cool, da bin ich auch dabei. Wollen wir zusammen trainieren? Cinnada Mistik soll nun auch anscheinend mehr ins Military gehen, jetzt wo Peace und Gräfin erstmal Trainingspause haben.“
    Wir verabreden uns für den Nachmittag und jeder geht seine Wege.
    Leider ist es nicht nur das spannende Training, sondern auch viel anderes, was auf dem Gestüt anfällt. Wir als niedrigste haben oft allein den Stalldienst zu verrichten und da es die letzten Tage sehr regnerisch war, sind die Boxen von dem nassen Stroh durchweicht. Ich rüstete mich also mit einer Schubkarre aus und machte mich auf den Weg zu den Weiden, um diese abzuäppeln. Auf dem Weg dorthin ging ich an Cjara, Bartholomäus und Malte vorbei. Sie hatten in letzter Zeit viel mit den drei Pferde Joline, Eskador und I‘ve got a blue soul im Gelände trainiert. Laut Plan sollten sie spätestens am Ende des Monats auf L-Niveau laufen. Bart schien von dem Nieselwetter und dem anstehenden Geländeritt nicht begeistert, während Malte, genervt jeden nervösen Handgriff von Cjara kommentierte.
    An den Weiden traf ich noch auf Alba, welche vor dem morgigen Galoppritt in Canby BR Prias Raveday noch etwas unter der Longe lockern wollte und mir überschwänglich von ihren Fortschritten erzählte. Irgendwann wimmelte ich sie ab, zeigte auf die noch leere Schubkarre und machte mich an die Arbeit.
    Am Nachmittag traf ich durchnässt und voller Mist im Stall wieder auf Helia. Sie hatte Cinnada schon gesattelt und musterte mich kritisch, sagte jedoch nichts zu meiner Verspätung. Wild Reflex war dann zum Glück schnell gesattelt. Sie war noch neu und hatte heute nur wenige Zeit draußen auf einem der Paddocks verbracht, war also trotz ihres weißen Fells noch sauber. Ich ließ mir gerne Zeit mit der Vorbereitung, was heute leider nicht möglich war. Nicht nur wegen Helia, die immer mal wieder an meiner Box vorbeischaute, sondern auch wegen Malte, der nachher zur gleichen Zeit auf dem Militarygelände trainieren würde und sehr auf die Einhaltung seines Zeitplans pochte.
    Als Helia und ich eintrafen, ritten Malte und Bart bereits die leichteren Hindernisse mit den beiden Hengsten Lap de Loupe und Chromed Highwind an.
    „Da seid ihr ja endlich“, rief Malte. Er war zur Zeit wirklich unerträglich. Ein Wunder, dass Bart es so lange mit ihm aushielt.
    Wir trainierten bis in die frühen Abendstunden. Ritten die Hindernisse immer wieder an, erhöhten den Schwierigkeitsgrad und versuchten es solange, bis jedes der Pferde bei jedem erdenklichen Hindernisse den Absprungspunkt traf. Cinnada Mistik und Helia waren beide sehr begabte Springer. Selbst Malte, der auch bis in die höheren Stufen trainierte, konnte mit dem etwas Springfaulen Lap heute nicht mithalten. Am Ende des Trainings war Malte tatsächlich zufrieden mit der Leistung von uns und schickte uns in den verdienten Feierabend.

    Am nächsten Morgen ging es bereits sehr zeitig nach Canby. Jeder sollte in seinem Ermessen entscheiden, wann ein Aufstehen, ein Losreiten und ein Aufwärmen nötig war. Helia war heute nicht mit am Start, dafür belagerte mich Alba wieder. Sie war eine begabte Jockey und konnte genauso wenig Ruhe geben wie die junge Stute an ihrer Seite. Raveday und Alba waren also das geborene Team.
    Natürlich waren auch wieder Malte und Bart mit am Start. Sie schienen ihren gesamten Tag auf dem Rücken der Pferde zu verbringen. Nachdem sie gestern bereits mehrere Trainingseinheiten hinter sich gebracht hatten, blieben für heute nur noch Golden Sugar und Delightful Cinnamon, welche ich auch längere Zeit geritten war, bis mir Nico den Aufstieg auf Candlejack ermöglicht hatte.
    Jack und ich waren erst seit kurzem gemeinsam unterwegs, aber wenn ich nicht gerade für Pferde einsprang, die keinen festen Reiter hatten, war es immer er, für den ich mich entschied. Ich liebte seine Art, die Weisheit und Humor ausstrahlte – es schien, als könne er immer zwischen gut und böse entscheiden.
    Zum Schluss war noch Eyvind und Sir Golden Mile dabei. Gemeinsam mit Cinnamon war Miles ein eher untalentiertes Pferd, welches trotzdem trainiert wurde, in der Hoffnung, dass zumindest die Leistung seiner Nachkommen besser sein würde. Eyvind Engh störte sich nicht daran. Er mochte den selbstbewussten Junghengst, egal, wie schnell seine Beine waren.
    Ich hatte mit Jack bereits auf dem Weg zur Rennbahn einige Aufwärmübungen gemacht, sodass ich zwar als letzter, aber dafür am vorbereiteten aufkreuzte.
    „Kann‘s losgehen?“, schallte Maltes Stimme über die Rennbahn hinweg. Wir hatten uns alle an der Startlinie eingefunden und warteten auf sein Zeichen. Es sollte eines der letzten Rennen werden, bevor wir die Galopper bei den nächsten Turnieren auch auf L-Niveau anmelden konnten – Maltes Trillerpfeife erschallte und die donnernden Hufe von fünf energiegeladenen Vollblütern erklangen auf dem feuchten Sandboden.

    30-04-2020 | 5.756 Zeichen | Canyon
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    Military E → A
    [...]Diese Übung meisterten alle Reiter mit ihren Pferden auf Anhieb überaus gut, weshalb es schon rasch an die Gräben, erst ohne und dann mit Sprung darüber, ging.
    Zum Schluss war das Wasser an der Reihe. ,,Gut meine Lieben! Dann wagen wir uns ans Wasser. Ihr reitet jetzt hintereinander. Dabei ist es wichtig, dass immer die Verbindung Kopf-Schweif erhalten bleibt, also keine Lücke entsteht. So machen wir uns den Herdentrieb zu Nutzen. Sheena, du und Nurja geht als Letzte weil sie das ja nicht sonderlich mag, wenn ihr ein Pferd hinten zu nahe kommt.’’,erklärte ich zur Einstimmung: ,,Luchy? Du und Keks geht als erstes. Weil sie doch Hengste sind gehen Civil War und Candlejack nach der Stutengruppe rein, Jack dabei als erster. Alicia du klemmst dich dann dahinter. Versuchen wir das Mal!’’
    Lunchy ritt ihre Stute an, auf das Wasser zu. Die Braune zeigte sich gewohnt unerschrocken und marschierte los. ,,Geenau. Ruhig näher zusammen bleiben, der Kopf vom einen Pferd kann auch an der Gruppe des vorangehenden sein.’’,kommentierte ich das Geschehen. Als Keks und Gealach schon im Wasser angelangt waren rief ich: ,,Super, loben. Stoopp, ganz langsam. Cinja ist sich noch unsicher, ob sie da wirklich rein möchte. Octavia reite du ruhig mit Raspberry kurz vorbei.’’ Die eben genannte Stute setzte sich unerschrocken in Bewegung. ,,Sooh. Jetzt langsam hinterher, Hunter.’’,sagte ich mit ruhiger Stimme und der blonde Reiter drang wieder zu seiner Stute durch. Er klopfte ihr lobend den Hals und lächelte: ,,Braav.’’, woraufhin Cinja einmal durchschnaufte und sich an Berry Krupp hing. ,,Jawoll, jetzt schließt sie sich an. Jetzt ganz langsam vor, mit Cinja immer dran bleiben.’’
    Keine Minute später waren dann alle Stuten im Wasser. ,,Alle Pferde bleiben jetzt erstmal im Wasser, reitet ruhig einen kleinen Zirkel oder sowas. Hunter, du kommst mit Cinja noch einmal zu mir her, aus dem Wasser heraus.’’,sagte ich dann. ,,Gut, leicht sitzen und nochmal hinein.’’,trug ich ihm schließlich auf und die Fuchsstute sprang über ihren Schatten. Ich ging dabei ein paar Schritte mit ihr mit, ließ sie dann ins Wasser gehen und ließ Hunter dann noch einmal aus dem Wasser heraus und wieder hinein gehen. ,,Sehr schön! Looben!’’,rief ich dann begeistert: ,,Als nächstes die Hengste.’’
    Jack schritt voran, Civil War auf der Höhe dessen Kruppe. Letzterer stockte kurz, ließ sich dann aber von seiner Reiterin ebenfalls gut ins Wasser führen. ,,Guut. Bart du bleibst im Wasser, geh ruhig zu den Stuten hinüber. Alicia du kommst noch einmal raus und gehst alleine noch einmal rein.’’,sagte ich schließlich und übte das gesagte noch zwei Mal mit dem großen Rappen.
    ,,Feuertaufe bestanden würde ich mal sagen, meine Lieben!’’,scherzte ich schließlich, da sich nun alle Pferde, mehr oder weniger begeistert, im Wasser befanden. ,,Alle einmal auf der anderen Seite raus aus dem Wasser und im Schritt nocheinmal hinein. Danach trabt ihr nach der Reihe an, einzeln aus dem Wasser heraus und auf der anderen Seite erst im Schritt, dann im Trab wieder heraus.’’,wies ich schließlich an.
    Nachdem dies bei jedem Pferdreiterpaar gut klappte und auch jeder einmal hindurch galoppiert war ließ ich die Gruppe die ersten Sprünge, aus dem Wasser heraus machen, bevor sie den selben Sprung hinein machten. Erst waren noch zwei Galoppsprünge zwischen Wasser und Baumstamm, dann ritten die Reiter den Sprung auf der anderen Seite des Wassers an, wo dies nahtlos ineinander überging.
    ,,Cjara? Aufpassen, dass du die Hand schön nach vorne gibst wenn du ins Wasser hinein springst. Genau genommen haben wir hier ja wieder einen Tiefsprung, bei dem deine Stute nach unten springt. Da du sie so schön am Sitz hast kannst du ruhig die Zügel auch mal ein wenig durchrutschen lassen. Probier das ruhig mal aus.’’,gab ich ein paar Anregungen an die Blondine. Sie nickte und ritt den Sprung ins Wasser erneut an. ,,Schau, schon viel besser!’’,lobte ich, nachdem die Reiterin meinen Tipp umgesetzt hatte und sich die Stute überm Sprung noch einmal mehr entfaltete.
    Und auch für Ocatvia hatte ich einen weiteren Tipp, denn ihr Schenkel verrutschte ihr im Bergab ein wenig nach hinten, weshalb sie sich selbst aus dem Gleichgewicht brachte: ,,O, achte darauf, dass deine Zehenspitzen immer vor der Hüfte sind. Im Zweifelsfall kannst du sie bei Tiefsprüngen sogar, für dein Gefühl, etwas zu weit nach vorne nehmen, damit du auch gut zum Stehen kommst, wenn die Sprünge dann höher werden oder Berry mal einen größeren Sprung machte.’’
    Wer einen beinahe perfekten Job machte waren Gwen und ihre Stute Gealach. Obwohl die Connemarastute wohl die kleinste der Truppe war, zeigte sie sich von Anfang an überaus mutig, weshalb ich sie auch einsetzte um Cinja, die beim ersten Wassersprung hinein noch etwas unsicher war, den Weg zu weisen. Hier dockte die Fuchsstute am Schimmel an und sprang danach den gleichen Sprung ohne zu zögern.
    Am Ende der Einheit waren alle Pferde über sich hinaus gewachsen, was sowohl die Reiter als auch mich sehr freute.
    Die zweite Gruppe, die nur aus Gwen und Alicia bestand, durfte die Hindernisse vom Vormittag nun auch mit ihren beiden zweiten Stuten üben. Dabei bot, vor allem am Wasser, Hannifee einen Ruhepol, der allerdings fast nicht nötig war, da die Vier einen sehr guten Job machten und es keine spektakulären Ausreißer oder Verweigerungen gab. Zum Glück![...]

    31-05-2019 | Bracelet
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    Galopp L → M
    In diesem Monat hatten wir zwei neue Reiter. Für mich Neue. Nico, Malte und Bart kannten zumindest den einen davon. Petyr Holmquist hieß er, ein Schwede oder Norweger, der wohl damals ein guter Freund gewesen war. Er und sein internationaler Freund Momo waren angereist. Eigentlich nur für ein paar Tage, jetzt verweilten sie schon zwei Wochen hier und hatten sogar neue Pferde mitgebracht. Momo konnte nicht reiten. Also wirklich nicht. Auch nicht mal so gut wie Eli, noch viel schrecklicher. Aber Graf Heinrich, Heini genannt, nahm ihm das in keinster Weise übel. So hatte auch Heini seine Ruhe und musste sich nicht besonders anstrengen. Malte gab Momo nun Unterricht. Vorerst in der Dressur, um die Grundlagen zu erlernen. Malte war ein Fan davon, anderen Reiten beizubringen, während er selber auf dem Pferd saß und alles am leibhaftigen Körper vorführen konnte. Derzeit hielt Eskador als Vorzeigepferd her. Er war zwar noch kein Dressurcrack, hatte aber wunderbare Anlagen dazu und außerdem viel Geduld.
    Momo hatte eindeutig Spaß an der Sache und auch wenn sich Elsi immer wieder darüber aufregte, dass er das ganze nicht ernst nahm.
    Diesen Monat musste ich mir leider auch meine neue Trainingsstute Monkey 47 mit Helia teilen. Ich mache Helia wirklich sehr, aber teilen konnte ich auch mit ihr weniger gut. Sie hatte die Erlaubnis bekommen, mit Moni an einem Wettbewerb zu starten. Nichts großes, wir Praktikanten freuten uns immer über die Möglichkeit, unser Können unter Beweis zu stellen.
    So trainierte ich die ersten zwei Wochen des Trainingsmonats mit Moni für einen Aufstieg in der Distanz. Cjara und Elsi waren mit The Illusionist Sister of Crime mit von der Partie. Gemeinsam machten wir zu den heißeren Tageszeiten viel Muskelaufbau in der Halle, während wir in den frühen, noch kühleren Morgenstunden die Zeit im Gelände nutzten. Auf allen drei Pferden lag die Hoffnung auf erfolgreiche, spätere Distanzpferde.
    Unser Training überschnitt sich hin und wieder mit dem Training von Alba, Malte, Petyr und Eyvind. Auch sie trainierten gleich mehrere Pferde in der Distanz, anscheinend war Petyr ein überaus begabter Distanzreiter. Ich wollte es zwar nicht zugeben, aber genau das hatte dem Gestüt noch gefehlt. Mit dem Junghengst Sunka verfolgte er einen straffen Trainingsplan, der nur wenige Verschnaufpausen zuließ, und ich war froh, diesen Monat nicht in seiner Trainingsgruppe zu sein. Eyvind ritt wie immer Sir Golden Mile. Auf dem Papier war es zwar nicht sein Hengst, aber da sich niemand anderes für das mittelmäßig begabte Rennpferd zu interessieren schien, gehörte er inoffiziell durchaus ihm. Neu war, dass ich Alba das erste Mal im Distanzsattel sah. Nachdem BR Prias Raveday die letzten Monate nur im Galopprennsport gegangen war, war es auch für die Stute eine große Umstellung. Auch wenn es holprig begann, am Ende des Monats schienen beide jede Menge gelernt zu haben.
    Malte ritt Delightful Cinnamon. Cinna war um einiges älter und der Rennsport war eher etwas zur Auslastung, weniger für den Erfolg gewesen, aber der Distanzsprt lag ihr eindeutig mehr. Auch Malte schien das erste Mal deutlich zufrieden mit der Stute gewesen zu sein.
    Die zweite Hälfte des Monats verbrachte ich ziemlich einsam auf der Rennbahn. Candlejack und ich genossen die Ruhe, aber ein Adrenalinschub, ohne die anderen Pferde neben uns, blieb deutlich aus. Jack lief mittlerweile Rennen auf mittlerem Niveau und die Rennbahn in Canby reichte dafür nur noch knapp aus. Tempo und Ausdauer hatten sich seit ich ihn ritt deutlich verbessert und das gab mir ein gutes Gefühl für die Zukunft. Ich war gespannt, wie lange sich seine Fähigkeiten noch weiterentwickeln würden.
    Cjara und Bart hingegen belegten diesen Monat als einzige die Crossstecke. Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen war, die beiden gemeinsam trainieren zu lassen, aber seitdem sie sich in einer Beziehungspause befanden, herrschte tiefer Winter zwischen den beiden. Cjara ritt wie immer Joline und Bart I‘ve got a blue soul. Dass die beiden immer noch aufeinanderstanden, war trotzdem weithin zu erkennen. „Ein richtiges Reiterhofdrama“, sagte Helia immer voller Freude, worüber ich nur den Kopf schütteln konnte. Ich mochte beide auf ihre Art und Weise und hoffte sehr, dass, was auch immer zwischen den beiden stand, es sich bald wieder bereinigen ließ.

    31-07-2020 | 4.330 Zeichen | Canyon
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    Military A → L
    Im Süden von Kalifornien wüteten seit Tagen schlimme Brände. Erst vor kurzem war meine Tante in Los Angeles gewesen, nun war die Großstadt von verheerendem Feuer umringt. Es war viel zu warm, auch bei uns, auch wenn die Brände noch nicht bis in den Modoc National Forest vorgedrungen waren. Den ganzen Tag brannte die Hitze auf der Haut, der Sand flimmerte vor unseren Augen und die Pferde schwitzten selbst in den kühlen Boxen. Überall standen Ventilatoren und machten Jagd auf unser Karma.
    Die Trainingseinheiten waren auf fünf Uhr verlegt worden. Ab spätestens neun Uhr war Schicht im Schacht. Die Pferde standen nur noch in der Nacht auf der Weide und unsere Uhren gingen andersherum. Es war der Horror.
    Die Sonne war nichtmal aufgegangen, als ich mich mit Bart, Malte und Cjara an der Crossbahn traf. Die Stimmung glich einer Beerdigung, jeder ging seiner eigenen Wege und hoffte nur, das letzte Hindernis überwunden zu haben, bevor die ersten Sonnenstrahlen den Boden wieder zu trockener Lava verwandelten. Normalerweise hatte unsere Militarystrecke mehrere Wasserstellen. Diese waren ausgetrocknet und ich galoppierte mit Candlejack über brüchigen Sandstein. Auch Eskador und I‘ve got a blue soul, sowie Joline erging es nicht besser. Alle Pferde waren letztens erst vom Hufschmied beschlagen wurden, damit ihre Hufe in dem Feuer nicht verbrannten.
    Wir alle erwarteten das Schlimmste.
    Ich erinnerte mich an das Distanztraining der letzten Tage, welches auch noch in finsterster Nacht begonnen hatte. Eyvind war die gesamte Strecke mit dem Jeep und einem Pferdeanhänger nebenhergefahren, um uns aller drei Kilometer einen Wassereimer über den Kopf zu kippen oder zur Not eines der Pferde zurück zur Ranch fahren zu können. Irgendwer von uns würde bestimmt in nächster Zeit den ersten Hitzeschlag erwarten.
    Wir waren eine riesige Truppe gewesen. Ich und meine Monkey 47 waren zusammen mit The Illusionist und Sister of Crime, geritten von Elsi und Cjara, die weniger erfahrenen Pferde. Wir beendeten den Ritt deutlich früher.
    Petyr auf Sunka erzählte uns immer wieder, wie die Distanzritte der Trekkenreiter in Asien aussahen und dass dort sogar die Luft brannte und dieses Wetter hier nichts im Vergleich dazu war, aber wirklich aufmuntern konnte er uns definitiv nicht. Außerdem dabei waren noch Alba auf BR Prias Raveday, Malte mit Delightful Cinnamon und natürlich Bart mit Sir Golden Mile. Trotz der kühlen Wärme des Mondes war uns allen warm und vor allem waren wir übermüdet mit einem völlig am Boden liegenden Biorhythmus.
    Der einzige, der sich nicht unterkriegen ließ, war Momo. Er war sowieso ein südländischer Typ, der die warme Sonne auf der Haut, seinen eigenen Worten nach, liebte. Graf Heinrich musste also durch das Training der Dressur, welches Momo seit zwei Monaten mit ihm vollzog. Er lernte gerade erst Reiten, meist von Petyr oder Malte, und war immer noch stets motiviert dabei. Mittlerweile waren die beiden über die Grundkenntnisse hinaus und übten stetig weiter.
    Nicolaus hatte außerdem einige Sicherheitsvorkehrungen gegen die Waldbrände geschaffen. Brennbares Material wurde von Weiden und Gebäuden großzügig entfernt und alles, was ein Feuer beschleunigen könnte, war zur Seite geräumt worden.
    Wir hofften alle auf das Beste.

    20-08-2020 | 3.258 Zeichen | Canyon
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    Military L → M
    Auch wir waren Flüchtige des Feuers. Am letzten Mittwoch hatten wir die Rauchwolken gesehen, Donnerstag die ersten Flammen und am Freitag war eine der Gelbkiefern einige Meter vor dem Gestüt in Feuer aufgegangen und hatte den Boden in schwarze Asche verwandelt.
    Die Pferden waren zu diesem Zeitpunkt schon längst in den Ställen, war die Gefahr doch zu groß, dass sie flüchten würden, sobald etwas unvorhersehbares geschah. Nun standen wir allerdings vor einem anderen Problem. Das Gestüt war nicht für nahezu siebzig Pferde ausgelegt. Vor allem die Mustangs waren ganzjährig draußen, hatte doch niemand erwartet, dass auch sie bald einen Platz benötigten.
    In der Nähe von Alturas hatten wir am Sonntag eine Notunterkunft gefunden. Einige unserer gesunden, reisefähigen und im Training stehenden Pferde lebten jetzt auf einem durchaus edlen Gestüt mit festen Mauern aus Stein und gut geschützten, am Wasser liegenden Weiden und Trainingsplätzen.
    Mary Ann, Eli und Bart waren dort stationiert, während wir anderen immer die 20 Meilen mit dem Auto hin und her fuhren.
    Das Training der Pferde ließen wir trotz allem nicht ausfallen. Es war auf das Minimum begrenzt, aber die Pferde sollten auch nach der Tragödie noch gut im Training stehen, Verluste hatten wir so schon genug. Hinzukam, dass zwei unserer besten Hengste aus unerfindlichen Gründen die letzte Körung nicht bestanden hatten. Die Themen für den Krisentisch waren also gegeben.
    Golden Sugar und Chromed Highwind mussten jetzt nochmal auf die Trainingsbank. Malte und Mary Ann höchstpersönlich kümmerten sich nun um die beiden, die bei einem Militarytraining auf der Crossbahn der Alturas Ranch nochmal richtig zulegen sollten. Auch Eyvind, Petyr, Eli und ich waren dafür angereist, obwohl es für mich wohl mit die größte Ehre war, zwischen all dem Guten Reitern mich auf Candlejack beweisen zu dürfen. Im Military hatten wir mittlerweile eine gute Basis gelegt und sollten uns diesen Monat für die nächste Stufe qualifizieren. Etwas ungewohnt war es, dass Eyvind auf The Illusionist „Ulli“ ritt, normalerweise war das Elsis Aufgabe. Aber diesen Monat war sowieso alles anders.
    Während wir auf der grandios ausgebauten Crossstrecke das Können unserer Pferde erprobten, wurde auch Zuhause auf Phoenix Valley hart trainiert. Unsere drei Zuchtanwärterstuten BR Prias Raveday, I’ve got a blue soul und Delightful Cinnamon trainierten gemeinsam mit Momo und seinem Hengst Graf Heinrich, auch einfach „Heini“ genannt, ihre Springkünste. Während die drei Stuten kurz vor ihrer Krönung standen, arbeiten Heini und Momo noch an den Grundlagen, nachdem sie die letzten Monate die Basis für die Dressur geschaffen hatten. Heini war nicht sonderlich begabt, aber Momo war ein Fan des manchmal recht lethargischen Hengstes und ich musste zugeben, dass die meisten über die Fortschritte der beiden sehr erstaunt waren.
    Auch Eli, Bart und Cjara trainierten fleißig. Seit diesem Monat waren auch die beiden Araberjunghengste Arias und Mytos mit ins Training eingestiegen, nachdem sie die letzten Jahre ihre Jungpferdezeit genießen durften. Zusammen mit der etwas erfahreneren Joline erprobten sie ihre ersten Schritte in der Distanz, dies jedoch aufgrund der Waldbrandgefahren und dem Wetter vorrangig auf dem Gestütsgelände. Muskelaufbau und Ausdauer standen da an erster Stelle. Auch ich und meine Trainingsstute Monkey 47 und Elsi mit Sister of Crime hatten diesen Monat bereits viel für einen Aufstieg in der Distanz trainiert und mittlerweile gingen beide auf S-Niveau.
    Candlejack zeigte heute auf der Crossbahn erstaunliche Ausdauer und Aufmerksamkeit, die selbst seine eigenen Rekorde zu übertreffen wagte. Eli und Eskador hielten gut mit uns mit, während Highwind noch einen Ticken genauer die Hindernisse anritt und gemeinsam mit Mary Ann nur so übers Gelände flog. Golden Sugar, Sunka und Ulli waren noch etwas rangniedriger, gaben aber für ihren Trainingsstand das beste.
    Wir zogen das Training nicht in die Länge und noch bevor die Sonne am Mittagshimmel stand, waren die Pferde geduscht und gefüttert wieder in ihren kühlenden Boxen untergebracht.

    30-09-2020 | 4.098 Zeichen | Canyon
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    Military M → S
    Die Wahlen waren vorbei und obwohl wir im roten Gebiet lebten, war der Überschwung der Freude viel mehr als die Wut der Gegenseite. Natürlich wurde sich auch über Politik unterhalten, aber je mehr Menschen aus verschiedenen Gegenden auf einem Fleck lebten, desto mehr konnte man sich in lange Gespräche verstricken, was denn nun für unser Amerika das Beste sei.
    Diesen Monat hatte Malte den Trainingsplan umgestellt. Wir trainierten nun in zweier Teams, das sollte unsere Produktivität steigern und uns näher bringen. Meine Partnerin war Cjara. Cjara war okay, aber meist hatten wir keine Gesprächsthemen und obwohl ich mich versuchte von den Gedanken fernzuhalten, war ich auch äußerlich einfach das genaue Gegenteil. Cjara war groß, hatte lange blonde Haare und blaue Augen, die Schultern immer straff nach hinten und die Nasenspitze immer einen Tick höher. Nicht, dass sie eingebildet oder arrogant war, aber sie zeigte sich sehr gerne. Ich war der kleine Asiate mit der Schuhgröße 39. Mehr musste ich da wohl noch sagen. Und so sehr ich mir wünschte, dass diese Fakten keine Rollen spielen sollten, selbst ein Demokrat an der Spitze der USA konnte daran nichts ändern.
    Cjara und ich waren die ersten, die an diesem verregneten und nebligen Dienstag für die Militarybahn eingeteilt waren. Unsere beiden Stuten Sister of Crime und Monkey 47 sollten das erste Mal ihr Können auf die Probe stellen, nachdem wir den letzten Monat neben dem Distanztraining auch angefangen hatten, ihre Springfähigkeiten zu trainieren. Durch das viele Geländetraining in den letzten Monaten, waren beide zu unerschrockenen und vor allem trittsicheren Pferden geworden, ein großer Vorteil auf dem Crossgelände.
    Cjara und ich wechselten nicht viele Worte. Meistens ritten wir schweigend unsere Runden, auch wenn wir hin und wieder den anderen baten, doch mal ein Auge auf den Absprungspunkt, oder die gerittene Kurve zu haben.
    Nach guten anderthalb Stunden Training lösten uns Malte und Elsi auf Golden Sugar und The Illusionist ab. Die beiden Hengste waren schon etwas weiter im Training und sollten diesen Monat den Schwierigkeitsgrad L erreichen. Wir tauschten mit Malte kurz ein paar Eindrücke des Trainings aus, wünschten viel Glück und ritten unsere Pferde am langen Zügel zurück zum Stall. Dort trennten sich unsere Wege. Stumm brachte Cjara Sister in ihre Box am anderen Ende des Stalls, während ich Moni in ihre Box am Anfang der Stallgasse stellte und absattelte. Die große Stute freute sich sichtlich über das frische Heu und die Abschwitzdecke.
    Gerade als ich den Sattel in die Sattelkammer bringen wollte, fing mich Cjara ab. „Du weißt schon, dass wir heute Nachmittag wieder raus müssen, oder?“
    „Heute schon?“, fragte ich. Ich hatte selten einen Plan im Vorraus. Wer sollte sich das ständige hin und her auch merken können.
    „Ja. Heute. Wir treffen uns um drei an der Crossbahn“, sagte Cjara und wendete sich mit wehenden Haaren von mir ab.
    Bis um drei waren es zum Glück noch ein paar wenige Stunden. Einen Teil davon schaute ich Saga, Petyr und Momo dabei zu, wie sie mit ihren drei Pferden den Springplatz unsicher machten. Die hatten’s gut, die wurden nicht von Malte dazu gezwungen und sie schienen sogar auch Spaß zu haben.
    Ich kannte Saga noch nicht, aber ihr Hengst Wallenstein war ein Prachtpferd. Wirklich wunderschön. Kennst du das Pferd, dann kennst du den Menschen, hatte mein damaliger Reitlehrer immer gesagt und es traf auch wirklich gut zu. Momo ritt wie immer Graf Heinrich, während Petyr Heide Eskador quälte, der noch nicht wirklich Spaß am Hindernisse überspringen zeigte.
    Gerade als ich mich wieder abwenden wollte, sah ich Nico, der zwischen den Säulen am Hauptstall in seinem Rollstuhl saß und das Geschehen auf dem Platz beobachtete. Er sah alt aus. Vor allem verglichen mit den Reitern auf dem Platz, die ihm altermäßig eigentlich in nichts nachstanden. Es machte mich traurig, ich wollte nicht, dass Nicolaus alt wurde.
    „Warum reitet Nico eigentlich nicht mehr?“, fragte ich, als im Stall auf Alba traf. Sie war mit meine beste Freundin im Stall, nur zur Zeit leider viel mit ihrem Studium beschäftigt, sodass wir uns nur noch selten sahen.
    „Äh Ferre, er sitzt im Rollstuhl!“, sagte sie, während sie Prias Halfter vom Hacken nahm.
    „Ja, ich weiß doch, aber es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten dahingehend.“
    „Die einzige Möglichkeit, die du kennst, ist bestimmt die aus Game of Thrones“, lachte sie und stieß mich dabei freundschaftlich in die Seite.
    Auch ich musste daraufhin lächeln. Alba hatte ein wunderschönes und ehrliches Lächeln, man konnte ihm einfach nicht widerstehen. Trotzdem ließ mich der Gedanke auch den Rest des Tages nicht los.
    Gegen Mittag holte ich Candlejack und, weil mich Malte darum gebeten hatte, auch noch Chromed Highwind und Sunka von der Weide. Jack bereitete ich gemütlich auf das anstehende Training auf der Crossbahn vor und die anderen beiden würden von Eyvind und Petyr ein Distanztraining bekommen. Eli und Bart waren mit Arias und Mytos gegen Mittag auch bereits losgezogen, um die jungen Araberhengste in ihren Distanzfähigkeiten zu fördern. Bei dem Wetter war ich relativ froh darüber, dass mich nur die matschige Crossbahn erwartete und nicht auch noch das stundenlange Gereite durch die triste Landschaft.
    Ich ließ mir mit Jack genügend Zeit, pflegte sogar nochmal Sattel und Trense, während meine Kopfhörer mir Tony Bennett’s Body and Soul ins Ohr dröhnte. So bekam ich es relativ spät mit, dass Cjara vor meiner Box stand und vergeblich versuchte, meine Aufmerksamkeit zu erreichen.
    „Was hörst du denn da?“, fragte sie mich skeptisch, als ich endlich die Kopfhörer aus den Ohren gezogen hatte.
    „Tony Bennett“, sagte ich.
    „Wenn du es singst, klingt es grässlich“, sagte sie, ohne Rücksicht auf Verluste.
    „Danke“, sagte ich, dabei war es mir super peinlich, dass ich anscheinend wieder laut mitgesungen hatte. „Was willst du? Ist es schon um drei?“
    „Nein, aber du musst heute alleine trainieren. Joline lahmt etwas und soll heute Pause machen. Aber das Training diesen Monat reicht für uns trotzdem für einen gelungenen Aufstieg, sagt Malte.“
    „Oh okay, na dann trainiere ich alleine.“
    Sie nickte und verschwand wieder. Ich wusste nicht, ob ich über diese untergründige Kritik verärgert sein sollte, oder mich einfach auf ein entspanntes Training ohne sie freuen sollte. Aber als ich dann ganz alleine zur Crossbahn ritt, der Nebel sich immer noch nicht gelichtete hatte und der leichte Nieselregen auf mich tropfte, war die Situation durchaus schon sehr trist. Die Sonne hatte ich den ganzen Tag noch nicht gesehen und als es zwei Stunden später noch dunkler wurde, musste ich mir eingestehen, dass ich sie heute auch nicht nochmal sehen würde.
    Das Training mit Jack war allerdings trotzdem gut gewesen. Er war gut bei der Sache, nahm die Hindernisse mit großartiger Präzision und ließ sich selbst durch meine gedrückte Stimmung nicht demotivieren, sodass ich dann doch zufrieden zurück zum Stall kam. Für den nächsten Monat, sollte ich wieder mit Cjara trainieren, nahm ich mir definitiv vor, dem ganzen selbstbewusster entgegen zu treten. Das war ein guter Plan.

    10-11-2020 | 7.117 Zeichen | Canyon

    Wir hatten zur Zeit nicht das größte Glück. Immer wieder schafften Hengste die Hengstbucheintragungen nicht, dabei hatten wir sie fest für die nächste Fohlensaison eingeplant, bei der sie bereits als gekörte Hengste aufgeführt werden sollten. Umso froher war Malte, als ich ihm eines Tages erzählt hatte, dass Candlejack bereit für seine Körung war. Eigentlich sollte er erst im nächsten Jahr zu unseren Deckhengsten gezählt werden, umso schöner war es, dass wir in den letzten Monaten nun doch soweit gekommen waren.
    Candlejack war einfach ein Hingucker, das konnte niemand abstreiten. Auch auf der Körung merkte ich die Blicke vieler Menschen auch uns und ich freute mich, dass ich diesen Sonderhengst reiten durfte.
    Wir betraten bei einer etwas angespannten Stimmung die Halle. Zumeist waren Pferde in Sonderfarben nicht so talentiert, das traf bei Jack allerdings so gar nicht zu und das würden wir heute beweisen.
    Bei X hielten wir an, ich grüßte die Richter und dann ging es im Trab auf die linke Hand. Ich ritt erst ganze Bahn und wechselte dann auf den Zirkel. Als ich aus dem Zirkel wechselte, galoppierte ich an und zeigte Jacks langbeinigen Galopp in voller Pracht. Ich ging eine einfache Schlangenlinie und parierte dann aus dem Galopp in den Schritt durch. Jetzt wechselte ich durch die ganze Bahn und galoppierte zum Schluss nochmal auf der anderen Hand an. Im Trab ging es dann zurück zu X, wo ich aus dem Trab anhielt und die Richter höflich verabschiedete. Damit fiel eine große Last von mir und ich hoffte, nicht nur mit Candlejacks Farbe Aufmerksamkeit erregt zu haben.
    1.589 Zeichen | zeichenzähler.de | Canyon

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    Bewegung und Zubehör Jackie | Hintergrund Samarti | Reiter Loulou
     
    Veija gefällt das.
  8. Elii

    Elii #ELeCtRâ-GiiÂdÂ

    Meine Teilnahme mit Rockford

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    Steckbrief
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    Rufname: Rocky

    geboren: März 2012



    von: Pajero – Holsteiner

    von: Prince, aus: Ividi

    aus: Rockabella – Württemberger

    von: unbekannt, aus: unbekannt



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    Rasse: Württemberger

    Geschlecht: Hengst

    Farbe: Buckskin

    Endmaß: 172 cm



    Besitzer: Elii

    Ersteller: Elii

    Vorkaufsrecht: Elii



    Beschreibung

    Rockford ist ein Pferd das begeistert. Die Arbeit mit ihm fällt einem spielend leicht, denn dieser Hengst liebt es zu gefallen und alles richtig zu machen. Dabei verfällt er nicht in Aufregung, wenn etwas nicht sofort funktioniert, sondern passt sich der Ruhe seines Reiters an. Wer sich einmal in den Sattel gesetzt hat, möchte am liebsten nicht mehr heraus.



    Rockford wird in die Fußstapfen seiner Mutter treten und neben der klassischen Dressur, in der Working Equitation eingesetzt werden. Durch sein spanisch anmutendes Aussehen, welches durch seine, vom Vater geerbten, Farbe geprägt ist, passt er dort noch besser hinein.



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    Erfolge

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    3. Platz 439. Westernturnier

    2. Platz 441. Westernturnier

    1. Platz 444. Westernturnier

    1. Platu 537. Westernturnier

    3. Platz 539. Westernturnier

    2. Platz 541. Westernturnier

    2. Platz 542. Westernturnier

    3. Platz 543. Westernturnier

    1. Platz 545. Westernturnier

    1. Platz 546. Westernturnier

    3. Platz 551. Westernturnier



    Dressur M -- Western L (Working Equitation)



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    offizieller Hintergrund

    Zubehör

    Trainingsberichte (5 Stück)
    Trainingsbericht 26. Juni 2018 - Western E-A (Working Equitation)
    Die Wochenenden waren vollgepackt mit Turnieren und unter der Woche ging es von einem Training direkt ins nächste über. Das Durchgehen des Parcours für den Stiltrail mit Rockford war eine angenehme Abwechslung, auch wenn es anstrengend war. Im Dressurtraining hatte ich mit dem Hengst viel an Schritt-Galoppübergängen gearbeitet, da diese essentiell für den Stiltrail waren. Der Trab war hier unerwünscht und bei Rockford musste man die Hilfen ganz genau geben, damit er dies auch einhielt.
    Die Hindernisse hatten wir schon einige Male durchgemacht und heute wollte ich nur noch einmal die Aufgabe durchgehen, bevor wir uns am Wochenende beweisen mussten. Die Aufgabe startete mit dem Öffnen eines Tores. Im Galopp ritt ich darauf zu, kam davor zum Halten und stellte den Hengst seitlich, um das Tor zu öffnen. Ich ritt hindurch, stellte ihn erneut seitlich und schloss das Tor wieder.
    Kurz musste der Hengst stehen bleiben, dann ging es erneut im Galopp los, dieses Mal auf einen Hütchenslalom durch. Um die Hand zwischen den Hütchen zu wechseln, musste ein einfacher Galoppwechsel gezeigt werden. Für Rockford war dies kein Problem, denn durch seine Abstammung war er prädestiniert für die Dressur.
    Anschließend ging es zur Brücke, die im Schritt überquert werden musste. Vorsichtig schritt der Falbhengst darüber und blieb völlig ruhig, als die Hufeisen über das Holz klapperten.
    Auch das nächste Hindernis, zwei parallelliegende Stangen, musste im Schritt überquert werden. Erst ging es seitwärts über die eine Stange, dann seitwärts in die andere Richtung über die Andere. Abschließend galoppierten wir auf ein Stangen L zu. Kurz davor parierte ich zum Schritt durch, durchritt das Stangen L und hielt am Ende kurz innen, bevor ich rückwärts hindurch ging.
    Als auch das geschafft war, lobte ich den Hengst ausgiebig und beendete das Training mit einer Runde ins Gelände.

    Trainingsbericht 23. August 2018 - Dressur E-A
    Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen.
    Seit 20 Tagen machte ich jeden Tag Yoga und das morgens, noch bevor ich in den Stall ging. Es schlauchte mich mittlerweile ganz schön, doch hatte auch eine Menge positiver Seiten. Ich hatte noch einiges mehr an Körperspannung und Aufrichtung gewonnen, sodass ich mich im Sattel viel größer, aber auch in mir gefestigter fühlte. Das Ritual an sich ließ mich viel fröhlicher in den Tag starten, allerdings freute ich mich danach immer sehr auf eine kurze Dusche und eine Tasse Kaffee.
    Momentan hatten wir das Trainingspensum der Hengste noch einmal deutlich erhöht. Am ersten September fand eine Hengstparade statt mit mehreren Vorführungen für die natürlich alles perfekt sein musste. Einige meiner Zuchtpartner aus der ganzen Welt waren eingeladen und dementsprechend musste alles stimmen.
    Heute wollte ich mich als ersten Rockford zuwenden. Mit ihm wollte ich nächste Saison L Turniere gehen, weshalb wir uns dieses Jahr noch ranhalten mussten. Dadurch dass er zwei Wochen lang lahm ging, wurde unser Trainingsplan verworfen und wir starteten erst jetzt so richtig mit den Anforderungen der A-Dressur durch. Neben den Arbeitstempi mussten nun auch Mitteltrab und Mittelgalopp gezeigt werden, was dem dressurveranlagten Hengst zum Glück keine Probleme machten. Die Seitengänge die wird für das Verkleinern und Vergrößern des Viereckes benötigten konnte er mittlerweile im Schlaf und auch das Rückwärts richten war schon lange fester Bestandteil unseres Trainings.
    Nachdem wir den einfachen Galoppwechsel unerlässlich geübt hatten, sprang er auch hier locker nach mehreren Tritten im Schritt in den Galopp und umgekehrt. Eigentlich kannte er dies schon lang aus den Trailaufgaben der Working Klasse, doch das genaue Zählen der Schritte und das Abwarten nervten ihn, sodass er unruhig wurde.
    Je höher er die Dressurleiter erklomm, desto mehr Spaß machte der Württemberger Hengst. Auch wenn ich ihn gerne bereits jetzt als gekörten Hengst im Stall stehen hätte, sollte er sich erst noch eine Weile im Sport erproben.
    Nach dem Training lobte ich den Pseudo-Spanier und duschte ihn ausgiebig ab, bevor er wieder zurück auf die Koppel durfte.

    Trainingsbericht 29.04.2020 - Western A-L (Working Equitation)
    Langsam aber sicher sah Rockford aus wie ein Spanier. Und zwar komplett. Seine Mähne hatte ich im vergangenen Jahr vielleicht etwas zu viel wachsen lassen, denn sein Hals war mittlerweile komplett bedeckt. Und obwohl ich lange Mähnen hasste, brachte ich es momentan nicht übers Herz ihm die Mähne zu kürzen.
    Das Schicksal hatte andere Pläne und so passierte es, dass Rocky sich ganz allein mehrere Strähnen aus- und abriss und kein Weg mehr an der 0815 Warmblut Frisur vorbei führte. Doch auch das tat der Schönheit des Buckskins keinen Abbruch, es machte seinen Hals sogar noch eindrucksvoller.
    Wir hatten heute wieder den Trail auf dem Trainingsplan, bereits kurz nachdem Frühstück hatte ich diesen mit Nate und Colin gemeinsam aufgebaut. Auch mit von der Partie war Noell, eine kräftige Halbblutstute. Auch hier war die Mähne bereits etwas länger, wurde aber immer wieder von Nate gekürzt, damit es nicht auch so ausarten konnte wie bei Rocky.
    Das Trailtraining der Beiden würde hintereinander stattfinden, da ich die Einzige am Hof war, die in der Working startete und somit auch ganz allein die Pferde durch den Parcours bringen musste.
    Noell befand sich noch am Anfang ihrer Karriere als Pseudo-Spanier und übte weiterhin fleißig den Stiltrail. Rocky hingegen brauste im Galopp durch den Parcours, schließlich galt für ihn schon eine Weile der Speedtrail als schwierigere Variante.
    Ein Tor öffnen, über eine Brücke oder auch seitwärts über eine Stange war kein Problem. Selbst das Cavaletti war für die beiden Pferde kein Problem.
    Noell hatte etwas Probleme mit dem Stangen L, da sie im Rückwärts gerne hektisch wurde und so über das Ziel hinausschoss. Hier brachte uns Beharrlichkeit ans Ziel. Ich übte mit ihr immer wieder nur einen Schritt rückwärts zu gehen, damit sie feiner auf meine Hilfen achtete und nichts vorweg nahm. Auch bei den einfachen Galoppwechseln, die wir für den Hütchenslalom brauchten, musste ich bei der Stute ganz vorsichtig beginnen. Viele Galopp-Schritt Übergänge ohne hastig zu werden, aber dafür Punktgenau.
    Bei Rocky wurden einfache Galoppwehsel daraus, die er sowieso im Schlaf konnte. Der Galopp war seine stärkste Gangart, was uns in Zukunft auf Turnieren sehr zu Gute kommen würde.
    Das Training beendete ich mit beiden Pferden gleich. Mit einer schönen Runde ins Gelände.

    Trainingsbericht 25.05.2020 - Dressur A-L
    Kandaren, Kandaren, Kandaren. Jeden Abend hatte ich mich zwei bis drei Stunden hingesetzt, nur damit meine Hengste Rockford, Räuberfürst, Romerico und Real Steel für die nächste Saison eine tolle Kandare in der Dressur tragen konnten. Bis auf Rockford brauchten alle etwas Zeit um sich daran zu gewöhnen. Der Buckskin Hengst trug in der Working sowieso meist ein Stangengebiss und auch mit einer portugiesischen Kandare hatten wir ein paar Testritte hinter uns.

    In der L Dressur gab es zwar noch genügend Prüfungen auf Trense, aber da der Schritt in die M auch bald folgen würde, mussten wir auch auf Kandare üben.

    Zurzeit waren die vier Pferde alle blendend drauf. Die Verkleinerung der Volten auf 8 Meter war kein Problem und auch eine stärkere Versammlung war ein Kinderspiel für die Hengste. Beim Außengalopp hatten wir bei Romerico einige Stolpersteine, da er etwas brauchte, bis er die Hilfe richtig verstand und nicht sofort wieder in den Handgalopp umsprang.

    Räuberfürst und Real Steel hatten damit keine Probleme, da sie durch ihr Springtraining schon viel Arbeit am Galopp genossen hatten.

    Und nachdem ich nun auch endlich die Kandaren perfekt angepasst hatte, konnten die Hengste auf den Turnierplätzen nur noch gut abschneiden.

    Trainingsbericht 29.06.2020 - Dressur L-M
    Die klassische M-Dressur war mit meinem Working Pferd Rockford kaum mehr als ein einfaches Training. Da wir bereits immer wieder am Rind arbeiteten, ließ er sich problemlos in allen drei Gangarten zurücknehmen und versammeln. Auch im Speedtrail waren diese Tempiwechsel enorm wichtig. Ebenso gehörten die Seitengänge schon lang zu unserem Standardprogramm, nur an den Traversalen mussten wir etwas länger üben.
    Einzig und allein die Schrittpirouette gehörte so gar nicht zu unserem normalen Training. An dieser feilten wir immer mal wieder und ich forderte sie gern zwischendurch, um die Konzentration des Hengstes zu bekommen.
    Ganz anders war es mit Lichterloh. Die Stute lief bei den Vorbesitzern zwar bis in die schwere Klasse und hatte nichts verlernt, tat sich aber schwerer mit Tempiwechseln und vor allem mit dem zeigen einer deutlichen Rahmenerweiterung im Schritt. Bei den Seitengängen war sie genau so fit wie Rocky, ihre etwas in die Jahre gekommenen Knochen brauchten nur etwas, um richtig in Schwung zu kommen.
    Alles in Allem war ich sehr zufrieden mit beiden Pferden.

    Ich führte Rockford in die Halle und stellte ihn bei X auf, um dann die Richter zu grüßen. An der Hand wurde er anschließend im Schritt und Trab vorgestellt und drehte danach noch frei seine Runden im Galopp. Der stattliche Hengst präsentierte sich auf beiden Händen von seiner besten Seite. Bei seinem mächtigen Galopp ging das ein oder andere Raunen durch die Zuschauertribüne und auch die Blicke des ein oder anderen Züchterkollegen war zu spüren. Gedanklich bereitete ich mich also vor zu erklären, wieso Rockford noch einige Zeit ausschließlich im Sport bleiben sollte.
    Ich fing ihn ein, stellte ihn noch einmal vor den Richtern auf und grüßte erneut, bevor ich die Halle verließ.

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    Bewegung+Zubehör Elii, Hintergrund Samarti
     
    Zuletzt bearbeitet: 25 Nov. 2020 um 8:24 AM Uhr
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  9. Elii

    Elii #ELeCtRâ-GiiÂdÂ

    Meine Teilnahme mit Romerico

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    Steckbrief
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    Rufname: Teufel

    geboren: Mai 2011



    von: Victim – Hannoveraner

    aus: Cassinis Girl – Hannoveraner



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    Rasse: Hannoveraner

    Geschlecht: Hengst

    Farbe: Rappe

    Stockmaß: 179 cm



    Besitzer: Elii

    Ersteller der Fohlenversion: rawr

    Ersteller: Elii

    Vorkaufsrecht: Elii



    Beschreibung

    Eigentlich könnte Romerico das perfekte Dressurpferd sein. Sowohl Veranlagung, als auch Aussehen passen in dieses Bild, doch der eher klägliche Versuch von Erziehung in seiner Kindheit macht ihn momentan zum schwarzen Teufel. Der Hengst hat kein Interesse daran mit dem Menschen zu kooperieren und wenn, dann tut er das sehr ungern und erst nach langer Zeit.

    Er versteht es, sich aus unangenehmen Situationen herauszuwinden und benötigt einen Reiter an seiner Seite, der genauso stur wie der Hengst selbst ist. Man darf ihm nicht genug Zeit zum Denken und Testen geben und wenn es doch einmal passiert ist, muss man es mit akribischer Konsequenz wieder aus Romerico heraustreiben.

    Es wird sich zeigen, ob er seine Karriere als Sportpferd in der nächsten Zeit beginnen kann, zeigt er zurzeit noch, dass er von dieser Idee überhaupt nichts hält.

    Möchte man allerdings nichts von ihm, ist er ein ausgeglichenes Pferd, dass man sich ruhiger nicht vorstellen könnte.

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    Erfolge

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    Gewinner des [SW 457]

    Gewinner des [BSW 480]



    Gewinner des [RS 71] Gerittene Gelassenheitsprüfung



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    2. Platz 515. Rennen

    1. Platz 516. Rennen

    3. Platz 521. Rennen

    1. Platz 522. Rennen

    1. Platz 523. Rennen

    2. Platz 448. Distanzturnier

    1. Platz 449. Distanzturnier

    3. Platz 450. Distanzturnier

    2, Platz 525. Remmem

    3. Platz 526. Rennen

    3. Platz 454. Distanzturnier

    3. Platz 455. Distanzturnier



    Springen A – Dressur A – Military E -- Wendigkeit E



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    offizieller Hintergrund

    Zubehör


    Trainingsberichte (2 Stück)

    Trainingsbericht 05. Januar 2020 - Springen E-A
    In ein paar Monaten startete die Turniersaison, viel Zeit war also nicht mehr um Real Steel und Romerico Routine im A Parcours beizubringen. Zumindest wenn man in der gleichen Saison auch noch ins L wollte.
    Nate saß auf Real Steel, während ich den kleinen Teufel Romerico ritt. Im letzten Jahr war dieser zu einem gelassenen Reitpferd herangewachsen, vom Teufel war kaum noch etwas zu merken. Er vertraute mir und ich vertraute darauf, dass er seine Rodeoqualitäten auf der Koppel ausgelebt hatte.
    Die Sprünge auf A-Höhe waren bereits aufgebaut und Colin stand bereit für herunterfallende Stangen. Rando und Nate hatten absolut keine Probleme den Parcours in Bestzeit durchzureiten. Der Teufel und ich hatten hin und wieder Verständigungsschwierigkeiten. Mit viel Ruhe ging ich die Hindernisse erneut an, wenn es mal nicht klappte und siehe da - Auch mein schwarzer Hengst konnte am Ende den kompletten Parcours bewältigen.

    In den nächste Tagen und Wochen verbrachten viel Zeit damit den Hengsten weiter viel Sicherheit zu geben und bauten hin und wieder die Hindernisse sogar schon höher als 105 cm. Das Vermögen hatten die beiden Hengste zur Genüge, nur das Training wurde bei den Vorbesitzern auf die leichte Schulter genommen. Wenigstens konnten wir jetzt direkt weiter machen. Denn zumindest für Real Steel stand dieses Jahr auch noch die Hengstkörung an.

    Trainingsbericht 09.04.2020 - Dressur E-A
    „Hast du es eigentlich zu deiner persönlichen Mission gemacht, sämtliche Hengste mit Anfangsbuchstaben ‚R‘ zu kaufen?“


    Ich ignorierte Nates Kommentar. Schließlich begannen viele meiner Hengste auch mit ‚C‘ oder ‚D‘. Er hatte schlichtweg keine Ahnung. Zu allem Übel waren wir gleichzeitig mit dem Herrichten der Pferde fertig geworden und waren damit zusammen in der Halle unterwegs. Die Runde außenherum zum Aufwärmen gab es natürlich auch für Räuberfürst und Romerico. Auf dem Plan stand für die Beiden heute leichtes Training und viel am langen Zügel.


    Wir ritten viel mit großen Bögen und ließen die Pferde dem Schenkel weichen, damit sie schön locker wurden. Lektionen sollte es heute nicht geben, aber den ein oder anderen einfachen Galoppwechsel ließ ich mir nicht nehmen. Durch den Übergang von Galopp zu Schritt und wieder Galopp musste Romerico mitdenken und sich konzentrieren, was ihm mit zunehmenden Frühlingsgefühlen schwer viel. Nate und Räuberfürst arbeiteten auch viel am Schenkelweichen, denn der Trakehnerhengst sollte dieses Jahr in die Klasse S aufsteigen und musste die Basics daher perfekt beherrschen.

    Wechsel vom Arbeits- ins Mitteltempo waren Standard in unserem Training, genau wie kurze Reprisen Rückwärtsrichten.


    Romerico und ich blieben bei Turnieren der unteren Klasse. Würde er es dieses Jahr ohne Zwischenfälle durch ein A schaffen, wäre ich zufrieden. Der schwarze Teufel hielt weiterhin nichts von zu viel Druck und so schafften wir es kaum durch den Parcours. Zumindest auf Turnieren.


    Im Winter waren wir viel außer Haus mit ihm und er war tatsächlich deutlich entspannter als die letzte Saison. Allerdings sollte man sich bei diesem Hengst nie zu sicher sein, da er immer für eine Überraschung bereit war.


    Das Training für heute endete nach knackigen 30 Minuten, mehr mussten die Beiden nicht Arbeiten um sich ihre Koppelzeit zu verdienen.

    Aus meinem kleinen Teufel war mittlerweile ein anständiges Pferd geworden. Romerico hatte sich in den mittlerweile vier Jahren bei mir so prächtig entwickelt, dass ich ihn endlich zur Körung anmelden konnte. Lange hatte ich damit gehadert, doch mittlerweile gehörte er zu den einfachsten meiner Hengste.
    Ich führte ihn in die Halle, stellte ihn bei X auf und grüßte die Richter. Anschließend wurde er im Schritt und Trab an der Hand auf beiden Händen vorgestellt. Den Galopp lief er frei.
    Danach folgte eine erneute Aufstellung mit Gruß und wir gingen zu einer anderen Halle zum Freispringen. Auch hier durfte Romerico noch einmal sein Talent zeigen.

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    Bewegung+ Zubehör Elii
     
    Rhapsody gefällt das.
  10. MeisterYoda

    MeisterYoda Jedi-Meister

    Aleksi Laukkanen mit Calle Cool
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    Von
    unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

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    Rasse: Friese
    Geburtsdatum: 18.05.2010
    Geschlecht: Hengst
    Stockmaß: 166 cm
    Fellfarbe: Rappe
    Kopfabzeichen: //
    Beinabzeichen: //

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    Geschichte:
    Calle stammt aus einer gut geführten niederländischen Zucht.
    Er kam mit 4 Jahren, frisch von der Koppel, nach Luggala und genoss hier eine langsame und wohl überlegte Ausbildung.
    Nun ist er bereits hoch platziert in der großen Dressur und zeigte sich auch an kleinen Sprüngen, dem Gelände und vor dem Wagen sehr begeistert.


    Charakter:
    Calle Cool ist ein junger dynamischer Friesenhengst. Momentan ist er zeitweise echt schwierig. Er zeigt seine hengstigkeit offen, ist jedoch mit gewisser Konsequenz gut handelbar. Trotz alledem ist er ein eigentlich ausgeglichener und motivierter Mann, der sich einem immer von der besten Seite zeigen will.
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    Zuchtpapiere: Nein
    Gekört/Gekrönt: Nein

    Vererbung:
    Farbe: unb.
    Charakter: unb.
    Gangarten: unb.

    Nachkommen:
    //

    Besitzer: MeisterYoda
    VKR/Ersteller: Sweetvelvetrose
    Pferdewert: //

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    Springen: L
    Western: L
    Dressur: S**
    Military: M
    Distanz: A
    Rennen: A
    Fahren: M

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    Fohlen ABC ✔
    Eingeritten ✔
    Eingefahren ✔
    Verladefromm ✔
    Schmiedefromm ✔

    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen x | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) x
    Abstand zum Pferd x | Wenden & Handwechsel x | Auf Komando kommen x

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Spanischer Schritt x | Steigen x | Kompliment x

    PNG I PuzzlePNG

    jojomaus - 29. Januar 2015
    Ausbildung Dressur von Klasse A auf L
    Ein neuer Tag, ein neuer Auftrag und für mich hieß es endlich mal wieder in der Dressur tätig zu werden. Auf dem Weg zu Zasa hörte ich meine Lieblingsmusik und kam dem zu Folge gut gelaunt bei ihr an. Ich sollte ihren Friesenhengst Calle Cool auf L-Dressurniveau bringen. Ein bildschöner Hengst, der sich auch gerne wie einer benahm. Freundlich wurde ich begrüßt und auch promt herum geführt. Ordentlich war es hier und auch sehr geschäftig. Am Ende der Runde waren wir im Stall an der Box von Calle Cool. Der Hengst nahm vorsichtig Kontakt zu mir auf. „So, ich würde dich vorerst einmal alleine mit meinem Guten lassen. Wenn was sein sollte, du findest mich im Büro. Viel Spaß euch beiden.“ Damit verabschiedete sich Zasa und ich war mit dem Friesen allein. Nachdem ich mir Halfter und Führstrick besorgt hatte holte ich Calle Cool aus der Box heraus und führte ihn zum Putzplatz. Ein wenig aufmüpfig und guckig verhielt er sich sich schon, ließ sich aber noch händeln. „Schon gut Großer, du kannst mir ja gleich zeigen was du kannst.“ Mit einem Leckerchen bestach ich Calle und holte schnell die Putzbox damit ich ihn zurecht machen konnte. Das Putzen und satteln nahm einige Zeit in Anspruch, machte ich mich doch nebenbei mit dem Hengst bekannt. Als Calle für das Training fertig zurecht gemacht war ging es zur Reithalle und auf dem Weg dorthin unternahm ich mit dem Friesen ein kleines Führtraining. „Sieht so aus als würdet ihr beide miteinander zurecht kommen.“ Zasa gesellte sich zu uns und begleitete uns die letzten Schritte zur Reithalle. Drinnen angekommen stieg ich in den Sattel und begann mit dem Aufwärmen. Schon jetzt spürte ich die Kraft in seinen Bewegungen und freute mich umso mehr aufs Training mit ihm. Zasa meinte das der Hengst Probleme mit dem Galopp hatte und daher begann ich mit Schritt-Trab Übergängen und verband diese Übung mit Zirkel, Volten, Schlangenlinien und Bahnwechsel. Nach und nach erlangten wir eine konstante Anlehnung und Durchlässigkeit und die bisher geforderten Lektionen waren für Calle nichts Weltbewegendes. Danach ging es an den Galopp, diesen übten mittels vieler Übergänge welche wir auf gebogenen Linien vollführten da es den Pferden dort leichter fiel. Nachdem wir das auf beiden Händen genügend geübt hatten, klopfte ich dem Friesen ein letztes mal anerkennend den Hals und ließ die Zügel lang, um ein wenig zu entspannen und uns ein Päuschen zu gönnen. „Das mit dem Galopp könnten wir heute vielleicht hinbekommen. Ein wenig verbessert hat er sich ja schon.“ Ich hatte mich zu Zasa gewandt und ritt nun in ihre Richtung, die Zügel annehmend. Calle schritt anmutig dahin, fast schon schwebend und trat fleißig mit der Hinterhand unter. Die Pause hatte ihm gut getan und wir erreichten fast eine Versammlung und ich lobte ihn umgehend und versuchte es gleich noch einmal. Danach wechselte ich in den Trab und versuchte auch dort eine Versammlung. Calle war äußerst konzentriert und arbeitete hervorragend mit und so war der Versammelte Trab auch bald schon abgehakt. An den Galopp wagte ich mich aber noch nicht sondern ging vorerst an den Kurzkehrt heran. Langsam entwickelte ich diesen aus einer Volte heraus und nutzte zusätzlich die Bande als Begrenzung. Nach und nach hielt ich die Vorwärtsbewegung auf und ließ Calle seitwärts treten. Diese Seitwärtsbewegung verstärkte ich um eine Wendung zu entwickeln, bei der die Hinterhand einen Kreis beschrieb. Durch versammelten Trab und stärkeres Aufnehmen gelang uns eine komplette Wendung. Unser erstes Kurzkehrt war somit geglückt und ich lobte den Friesen dafür ausgiebig. Nach einer weiteren Pause und einem Plausch mit Zasa übten wir noch einmal den Galopp mit seinen Verstärkungen, bis hin zur Versammlung und dem Außengalopp und erzielten zunehmend Erfolge. „Zasa, dein Hengst ist nun in der L-Dressur, herzlichen Glückwunsch.“ Ich lächelte Zasa zu und tätschelte dabei bestätigend den Hals von Calle Cool. Anschließend begann ich mit dem abreiten, denn der Hengst hatte tüchtig geschwitzt.
    Islandpony - 18. Februar 2015
    Pferdeausbildung Mystical II Calle Cool II Dressur L-M
    Tag 1 – Ausprobieren, Lektionen aus der L-Dressur
    Ich saß im Auto und meine Scheibenwischer wedelten durchgängig. Das Mistwetter draußen war auch Schuld an meiner schlechten Laune. Ausgerechnet heute, kurz bevor ich zu meinem ersten Auftrag losfuhr, musste mein Pony mich in den Dreck schmeißen. Natürlich hatte mir die Zeit gefehlt, mich zu säubern, sodass ich jetzt dreckverschmiert im Auto saß und dem Navi nach höchstwahrscheinlich zwanzig Minuten zu spät kommen würde. Der Navi hatte Recht. Zwanzig Minuten nach der verabredeten Zeit fuhr ich auf den Hof, parkte eilig, sprang aus dem Auto und stürmte zum Reiterstübchen, wo wir uns treffen hatten wollen. Dort angekommen klopfte ich an die Tür und ging leise rein. Meine Auftraggeberin saß noch da. „Hallo, ich bin Maya Kaiser. Tut mir Leid, dass ich so spät bin, aber ich hatte leichte Probleme mit meinen… Klamotten“, begrüßte ich sie. Die Frau stand auf und reichte mir die Hand. „Ich bin Zasa Levy. Und ja“, sie blickte auf meine Hose und ein Grinsen huschte über ihr Gesicht. „Das sehe ich. Ist aber gar kein Problem, ich habe Zeit.“ „Dankeschön“, sagte ich, erleichtert, dass sie nicht allzu ärgerlich schien. Dann erklärte ich ihr, wie ich mit ihrem Pferd arbeiten wollte. „Heute werde ich ihn mal normal reiten, also einfach ausprobieren, wie er so auf mich reagiert und ab morgen fange ich dann mit den neuen Lektionen an“, erklärte ich. Zasa nickte und fing an, mir etwas über mein Trainingspferd zu erzählen. „Er heißt Calle Cool, ist ein Friesenhengst und eigentlich relativ leicht händelbar, aber im Moment kommt bei ihm immer wieder ein bisschen der Hengst raus und er macht Theater oder erschreckt sich vor völlig vertrauten Dingen“, sagte sie. „Okay“, meinte ich. „Dann wollen wir mal. Wo steht er denn?“ Zasa ging mit mir zu einem der Ställe und zeigte in die erste Box. Darin stand ein bildschöner Friesenhengst mit einer Wahnsinnsmähne. „Wow“, meinte ich.

    Zasa blieb dabei, während ich zu dem Hengst herein trat und ihn mit freundlichen Worten begrüßte. „Na du Großer?“, sagte ich. Er kam mir gleich entgegen und ließ sich an seinem großen Kopf kraulen. Vorsichtig zog ich ihm das Halfter über und führte ihn auf die Stallgasse. Dort band ich ihn beidseitig an und ließ mir von Zasa den Putzkasten reichen. Ich bürstete ein wenig, aber da er nicht schmutzig war, ging das schnell. Zasa brachte mir Sattel und Trense und ich befestigte Selbige. Dann zog ich meinen Helm auf und führte den Hengst in die Halle. Dort ritt im Moment niemand, sodass ich die gesamte Bahn für mich hatte. Ich gurtete nach, stellte meine Bügel ein und saß dann auf. Die Höhe war ein wenig ungewohnt, war ich doch nur Ponys gewohnt. Aber die weiten Tritte fühlten sich toll an. Ich ließ die Zügel erst einmal lang und der Hengst streckte sich nach unten und vorne. Zehn Minuten ritt ich warm, bevor ich die Zügel aufnahm und mit ein paar Bahnfiguren begann. Erst einmal lenkte ich ihn im Schritt auf den Zirkel und merkte, dass er sehr sensibel auf die Hilfen reagierte. Ein Pluspunkt schon mal. Nach ein paar weiteren Zirkeln und Schlangenlinien trabte ich an. Als ich die Schenkel anlegte, machte Calle einen Sprung nach vorne und schnaubte. Ich ließ mich davon nicht irritieren, sondern ritt einfach weiter. Auch im Trab war er gehorsam und ließ sich gut lenken. Nach ein bisschen Trabarbeit ließ ich ihn angaloppieren und in dem Moment ging eine Verwandlung mit dem Hengst vor. Er bockte und schlug hoch aus. Da ich das von meinem Pony gewöhnt war, schaffte ich es aber schnell, ihn unter Kontrolle zu bringen. Kurz schimpfte ich, dann galoppierte ich erneut an. Diesmal gab ich nur einen ganz leichten Druck und es klappte. Er galoppierte brav an und bockte nicht im Geringsten. Ich konnte ihn gut halten und ritt ein paar Volten und Zirkel. Nachdem wir auch das auf beiden Händen gemacht hatten, entschied ich ein paar Lektionen aus L-Dressur zu Reiten, um zu überprüfen, wie weit es dort mit der Ausbildung stand. Ich trabte auf der langen Seite im Arbeitstrab an und saß aus. Bei den weiten Bewegungen war das gar nicht so einfach. Da Arbeitstrab noch nicht so schwer war, lief er brav und auch gut am Zügel. An der kurzen Seite parierte ich durch, um an der nächsten langen im Mitteltrab anzutraben. Hierbei trabte ich leicht. Nun spürte ich schon, dass er ein wenig hart war. Aber das würde schon noch werden. Trotzdem blieb er brav. Ich parierte wieder durch und setzte mich ruhiger hin. Kurz ließ ich ihn ein Travers gehen und dann trabte ich erneut an, diesmal im versammelten Trab. Es klappte. Er ließ sich gut versammeln und es fühlte sich auch wirklich so an. Eine Runde trabte ich schon, dann machte ich das Gleiche im Galopp. Der versammelte Galopp klappte überraschend gut und Mittel- und Arbeitsgalopp waren überhaupt kein Problem. Nun ritt ich einen Kurzkehrt aus dem Schritt. Hier musste ich den Schenkel ziemlich fest einsetzen, um durchzukommen, aber sonst klappte es gut. Dann hielt ich an und gab die Hilfen zur Hinterhandwendung. Das machte er gut und so langsam war ich sicher, dass er auf jeden Fall für Lektionen der M-Dressur bereit war. Nun noch der Außengalopp. Ich stellte ihn im Trab ein wenig nach außen und gab die Hilfen. Er galoppierte brav im Außengalopp und ließ sich auch leicht wieder durchparieren. Ich ließ ihn noch abtraben und ritt ab. Damit hatte er frei. Ich schwitzte heftig. Es war anstrengender gewesen, als ich gedacht hatte. Ich saß ab und führte Calle aus der Halle. Zasa nahm ihn mir ab. „Ich sattle ihn schon ab. Du siehst ja völlig aus, als wärst du am Ende. Dabei sah es super aus mit den beiden.“ Ich bedankte mich für das Kompliment und dafür, dass ich nicht absatteln musste und verabschiedete mich dann.

    Tag 2 – Starker Trab, Starker Schritt, Starker Galopp
    Heute kam ich bereits früh zu Calle. Wir wollten uns den Verstärkungen widmen. Ich ging zu seiner Box und begrüßte ihn. Er streckte seine Nase zu mir und bekam eine Karotte. Da auf der Stallgasse noch gefegt wurde, putzte und sattelte ich in der Box und ging dann in die Halle. Heute konnte mir Zasa leider nicht zusehen, aber sie hatte gemeint, es würde ja sowieso klappen. Ich gurtete nach und ließ mir wieder die Steigbügel runter. Heute schien Calle es eiliger zu haben. Er lief bereits los, als ich aufsitzen wollte. Großer Fehler. Ich ließ ihn erst einige Schritte rückwärts gehen und dann vom Boden aus seitwärts treten. Danach blieb er beim Aufsitzen brav stehen. Ich ritt als erstes ab und ritt danach im Schritt und Trab einige Wendungen und Zirkel. Dann ließ ich ihn einmal angaloppieren. Und er schoß los. Zwar bockte er nicht, aber er rannte wie eine gesengte Sau. Mit Mühe brachte ich ihn auf dem Zirkel zu stehen. „Gleich noch mal“, sagte ich kurz und ließ ihn wieder angaloppieren. Diesmal klappte es. Danach fingen wir mit der Arbeit an. Als erstes widmeten wir uns dem starken Trab. Ich ließ ihn im versammelten Trab antraben, trieb dann stärker, gab minimal mehr Zügel und erstmal wurde er nur unkontrolliert schneller. Ich parierte ihn wieder durch und versuchte es dann erneut. Diesmal klappte es besser und er erweiterte seine Tritte. Nach ein paar Schritten parierte ich durch und machte das ganze erneut. Immer wieder und wieder, bis es wirklich klappte. Dann ließ ich ihn zwei Runden und einen Zirkel durchgängig im starken Trab gehen, lobte ihn und widmete mich dem starken Schritt. Ich ritt normal Schritt, rahmte ihn ein, gab ein bisschen mehr Zügel und trieb ein wenig stärker. Das begriff er schnell und innerhalb von einer Viertelstunde hatte ich ihn in einem starken Schritt. Nun fehlte nur noch der starke Galopp. Ich galoppierte an, wobei er diesmal keine Probleme machte und erweiterte die Galoppsprünge. Auch das klappte und nach ein paar Übungen im starken Galopp begann ich, abzureiten. Er hatte heute wirklich einen großen Schritt gemacht und seine Erholung verdient. Nach dem Abreiten saß ich ab, sattelte ab und deckte ihn ein, bevor ich den Stall verließ.

    Tag 3 – Schulterherein, Travers, Renvers, Traversalen
    Heute bekam ich eine Überraschung, als ich am Hof ankam. Zasa wartete mit dem gesattelten Calle auf dem Hof und übergab ihn mir gleich. „Ich habe ihn schon mal gesattelt, weil du ja meintest, deine Zeit ist heute knapp“, sagte sie. Sie hatte Recht, ich war heute Abend noch zum Essen verabredet. Trotzdem wäre das doch nicht nötig gewesen. Ich bedankte mich und ging mit Calle in die Halle. Heute wollten wir an den Seitengängen arbeiten. In der Halle saß ich auf und ritt erst ab. Dann ritt ich in allen Gangarten einige Wendungen, damit er locker wurde. Nun fing es mit dem Schulterherein an. Ich trieb mit dem inneren Schenkel, mein Äußerer lag verwahrend. Mit dem äußeren Zügel führte ich die Vorhand nach innen. Als würde er es jahrelang tun, lief Calle ein Schulterherein. Ich lobte ihn. Jedoch sprang er plötzlich, mitten in den Seitengängen bockend nach vorne. Ich nahm ihn energisch zurück und schimpfte. Dann machte das ganze noch ein paar Mal auf beiden Händen. Dann merkte ich, dass er lockerer wurde. Nun wollten wir das Travers reiten. Ich ritt tief in die Ecke, trieb verstärkt mit dem äußeren Schenkel, so ging seine Hinterhand leicht in die Bahn. Dann nahm ich beide Hände leicht nach innen. Beim ersten Mal klappte es noch nicht wirklich, er war noch ziemlich unsicher, was er tun sollte, aber nach einiger Zeit wurde er sicherer und trat besser unter. Ich gab die Hilfen deutlicher und es war schon recht annehmbar. Da ich ihn nicht dauernd mit der gleichen Lektion langweilen wollte, gingen wir nun über zum Renvers. Da dieses ähnlich funktionierte wie das Travers, dauerte es nicht lange, bis er es begriff. Nun kam der schwerste Schritt. Die Traversale. Erst einmal ritt ich ein Travers auf dem Zirkel, dann arbeiteten wir uns langsam auf die Traversale hin. Erst von der Mittellinie zur Bande. Calle schien heute extrem lerneifrig und sein Spaß an der Sache war nicht zu übersehen. Nach fast eineinhalb Stunden machten wir Schluss. Ich war zufrieden, wir würden in den nächsten Tagen auch an diesen Sachen weiterarbeiten. Ich ritt ab und sattelte und trenste ihn dann ab. Damit verabschiedete ich mich von ihm.

    Tag 4 – Fliegender Galoppwechsel
    Heute stand Calle auf der Koppel und ich brauchte erst einmal eine halbe Stunde, um die gefühlt meterdicke Dreckschicht von seinem Fell zu kratzen und dann noch zu satteln. Aber irgendwann wurde ich dann auch fertig. Diesmal ging ich auf den Reitplatz, da in der Halle zu viel los war und ich meine Ruhe brauchte. Heute kamen nämlich die fliegenden Galoppwechsel an die Reihe. Ich legte mir gleich ein 20 cm hohes Cavaletti für die Übungen bei X hin, dann saß ich auf, wobei Calle heute brav ruhig stand, und ritt erstmal ab. Danach machte ich ihn ein bisschen locker, wobei ich heute auch einfache Galoppwechsel mit einbrachte. Dann übte ich noch ein bisschen Seitengänge, um das zu festigen, was wir gestern geübt hatten. Dann ging es richtig los. Ich galoppierte erst einmal in den Unterschiedlichen Galopparten und ritt dann durch die ganze Bahn wechseln. Aber da lag ja das Cavaletti im Weg. Erstmal wollten wir normal drüber gehen, ohne Wechsel. Zuerst schien Calle ein wenig verunsichert, dann hüpfte er jedoch brav über das Cavaletti. Das machten wir ein paar Mal, dann fing ich wirklich an. Über dem Hindernis stellte ich ihn um und verlagerte das gewicht. Es klappte überraschend gut. Er zeigte nicht den geringsten Widerstand, sondern schien Spaß an der Sache zu haben. Nach ein paar Wechseln räumte ich das Cavaletti weg und nun klappte es auch ohne. Das hatte er wirklich schnell begriffen. Ich ritt ab und brachte ihn dann in den Stall, wo ich absattelte und eindeckte.

    Tag 5 – Schrittpirouette
    An diesem Morgen wartete Calle bereits auf mich. Er streckte mir die Nase entgegen und begrüßte mich. Langsam fingen wir an uns zu verstehen. Gerade jetzt, wo morgen doch unser letzter, gemeinsamer Tag sein würde. Ich seufzte. Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen. So ein motiviertes, lernwilliges Pferd hatte ich selten erlebt. Aber Zasa würde ihn sicher nicht verkaufen. Ich schob den Gedanken aus meinem Kopf und putzte und sattelte Calle erstmal. Dann gingen wir in die Halle. Dort saß ich auf, wärmte ihn in allen Gangarten auf und übte noch einmal Seitengänge und fliegende Galoppwechsel, bevor wir uns dem widmeten, was wir eigentlich vor hatten. Eine Schrittpirouette. Da diese nichts anderes war, als zweimal das Kurzkehrt, erarbeiteten wir uns das gleich so. Wir ritten zwei Kurzkehrt hintereinander. Anfangs verstand er das nicht, aber nach einer Zeit schien er es zu begreifen und machte brav mit. Nachdem er es so schnell verstanden hatte, ritten wir noch ein bisschen einfach so und machten vor allem Galopparbeit. Ich war erstaunt, wie er sich seit dem ersten Tag gebessert hatte. Er ging nicht mehr zu schnell und man musste auch nicht stark mit treiben. Nach einer halben Stunde beendeten wir das Training und ich ritt noch ab. Danach brachte ich ihn zurück in den Stall, sattelte ab und verabschiedete mich dann. „Denk dran, morgen ist unsere Feuerprobe“, flüsterte ich ihm noch zu.

    Tag 6 – Fertig?
    Ich kam heute ein wenig deprimiert zu Calle. Es war der letzte Tag zusammen. Außerdem war ich nervös. Heute sollte ich Zasa eine M1-Aufgabe vorreiten. Hoffentlich schafften wir das. Als ich an Calle Box kam, stand er nicht darin. Überrascht ging ich zur Halle um Zasa zu fragen. Und darin ritt sie auch. Auf Calle. „Da ist er ja“, rief ich von der Bande aus. Zasa kam zu mir geritten. „Ich bin nur ein bisschen Schritt und Trab, ich hoffe, das macht dir nichts aus. Aber er ist wirklich ein Traumpferd geworden in der vergangenen Woche. Richtig brav“, meinte sie. Ich lächelte stolz. „Danke. Und nein, das macht mir gar nichts. Ist ja dein Pferd“, sagte ich und ging dann zu ihr in die Halle. Wir tauschten Pferd. Ich ritt noch einmal alle Lektionen und Gangarten durch, dann begann Zasa vorzulesen. Ich „ritt ein“ und grüßte. Dies im versammelten Trab. Calle benahm sich toll. Dann ritt ich im versammelten Trab bis M, dort ritt ich ein durch die ganze Bahn wechseln im Mitteltrab und ritt auf der anderen Hand im versammelten Trab weiter. Dann ritt ich ein paar Übergänge vom versammelten zum Mittel und vom Mittel zum versammelten Trab. Zwischen D und H ließ ich ihn traversieren. Auch das konnte er nach dem Training in den letzten Tagen ziemlich gut. Erneut ritt ich Mittel- versammelter Trab Übergänge und traversierte dann noch einmal an der gleichen Stelle wie vorher. Dann ein Schulterherein. Bei A hielt ich, ließ ihn rückwärts treten und ritt daraus wieder im Mittelschritt an. Dann wechselte ich im starken Schritt durch die ganze Bahn. Nun kam eine halbe Pirouette. Auch das meisterten wir. Dann ritt ich im versammelten Schritt weiter. Daraus galoppierte ich an, wechselte die Hand und ließ ihn auf X einen Wechsel vollführen. Dann parierte ich zum Trab durch, um wenig später wieder im Außengalopp anzugaloppieren. Nun kamen einige Übergänge vom Mittel- zum versammelten Galopp und andersherum. Danach marschierte ich wieder auf, grüßte und lobte Calle begeistert. Zasa kam zu uns. „Das sah super aus“, sagte sie begeistert und kraulte Calle. „Danke“, ich wurde ein wenig rot. Dann saß ich ab und überließ Zasa den Sattel. Nun ritt sie einige Lektionen und ich sah ihr noch zehn Minuten zu, bevor ich mich von ihr verabschiedete und Calle noch einmal streichelte und lobte. Danach ging ich vom Hof. Aber wer wusste es schon, vielleicht war ich bald wieder hier…
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    Vhioti - 26. November 2015
    S-Dressur|by Catalina|3884 Zeichen
    Eines schönen Tages Ende November hatte ich so wenig zu tun, dass ich Danielle beim Wändestreichen half. Ja, sie wollte ihrem neuen Zimmer etwas Eleganz verleihen und so stand ich in Malerklamotten und einem dicken Pinsel in dem Zimmer des Teenagers und fing mit Lavendel an. Meine Aufmerksamkeit wurde dann durch einen Transporter abgelenkt, der dann auf dem Parkplatz hielt. Luggalla stand auf der Seite geschrieben. "Zasa Levy?", sonst fiel mir keiner ein. "Tut mir Leid, aber du musst jetzt alleine weiterstreichen, ich habe Kundschaft!" Ich warf den Pinsel platschend in den Farbeimer – ein Glück war auch der Boden abgedeckt – und lief dann aus dem dritten Stock ins Erdgeschoss.

    Die blond-brünette Schönheit ließ die Klappe ihres Transporters geräuschvoll runterfallen. "Guten Morgen Ms Levy." Wir gaben uns die Hand, dann half ich ihr beim Ausladen ihrer Schützlinge. Das sehr ungleiche Paar guckte sofort auf die Weiden. "Ist die Fahrt gut verlaufen?", fragte ich und kratzte mich dann an der Nase. Zasa guckte mich erst verwundert an und fing dann an zu kichern. Mein Blick fiel auf meine Hand, an der noch Farbe war. "Na toll.", brummte ich. "Du kannst deine Pferde schon in den Trainingsstall da vorne bringen. Ich wasche mir kurz die Farbe ab und fange dann direkt mit Calle an, wenn das okay ist?"
    *
    Schon am nächsten Morgen zahlte sich das Anfangstraining aus. Ich kam mit Rückenschmerzen in den Stall. Denn der Friese hatte ein gutes Tempo drauf und gab die Vorderhand gut vor. Wer auch immer den Hengst vorher trainiert hatte, hatte gute Arbeit geleistet. Trotz oder gerade wegen seiner gemächlich-schnellen Gänge hatte ich das Gefühl auf einem Edeldressurhengst zu sitzen, der aber bei Zirkelwechseln den Kopf unruhig hin- und herriss. Auch im Galopp war es schwer ihn vorwärts treiben zu können. Genau deshalb tat mir auch der Rücken weh. Aus dem Grund begann ich heute mit Dragon Fly. Die Jungstute war selber erst kürzlich bei Zasa eingezogen.
    Das Kleinpony ließ sich nicht davon begeistern, aus seiner Box zu gehen. Mit einer Möhre kam Dragon dann aber doch raus und ließ sich putzen. Dann band ich sie außen an, klopfte ihren Hals und lief dann einmal um das Gebäude herum, um aus der Scheune eine kleine Kutsche zu holen. Sie war auch für zwei Ponys geeignet, aber ich hatte keines in der Größe des Shettys und so musste sie sich alleine dem stellen. Doch die Stute war neugierig und scheute sich nicht, das Geschirr anzusabbern. Auch das Anlegen stellte sich als keine große Herausforderung heraus. Lediglich das Auftrensen klappte bei ihr nicht so toll. Trotz ihrer Größe von knapp einem Meter wehrte sie sich dagegen, dass – zu meiner Verteidigung angewärmte – Gebissstück in ihr Maul zu nehmen. Dann aber begnügte sie sich damit, auf dem Stück herumzukauen, sodass ich noch einmal ein letztes Mal die Gurte kontrollieren konnte und prüfenden Blickes gen Himmel schaute. Noch war der Himmel grau. "Komm, Dragon. Aufi, wir machen eine kleine Runde."

    Eine Woche später

    Wie ein Rohrspatz schimpfend schüttelte ich mich und klopfte den Dreck von meiner Hose ab. Als deutsches Landei war ich es gewohnt im Mist zu stehen, durch Schlamm zu waten oder sonst wie mit Unrat in Berührung zu kommen, aber dass direkt vor der Veranda ein See aus Schlamm war, hätte niemand erahnen können. Nun gut, meine Stiefel waren eh schon dreckig. Dann lief ich rüber zum Stall. Das Training der beiden Schützlinge von Zasa Levy war abgeschlossen. Insgeheim fehlte mir jetzt schon der recht aktive Friese, der gestern beim Abschlusstraining freudig über den Platz gedonnert war. Ich öffnete sämtliche Türen und Fenster, um die doch stickige Luft da rauszuholen. Calle und Dragon beschwerten sich kurz darauf. Einen Blick in ihre Boxen werfend scheuchte ich sie direkt auf ihre Paddocks, und begann zu misten. Gegen elf Uhr fuhr dann auch Zasa Levy auf den Hof und holte ihre Pferde ab.
    Samanta - 19. April 2016
    Trainingsbericht "Springen von E auf A"
    Kaum hatte ich meine Anzeige ins Internet gestellt, hatte ich auch schon meinen Auftrag. Faszinierend wie schnell das geht, dachte ich belustigt. "Ich freue mich wirklich sehr dich wieder zu sehen", sagte ich zu Zasa Levy, die mich auf meine Anzeige hin kontaktiert hatte. Irland. Wie sehr ich dieses Land schätzte. Ich hatte sogar kurzzeitig überlegt, ob ich mich nicht dort niederlassen sollte, aber letztlich hatte ich mich doch für England entschieden. Fast 8 Stunden würde ich mit dem Auto unterwegs sein. Ich hätte auch fliegen können,aber irgendwie war ich einfach gerne mobil. Ich machte mich also am nächsten Morgen auf den Weg in die Wicklow Mountains zu den Ställen von Luggala. Gepackt hatte ich am Abend noch und alles mit meinen Leuten auf dem Hof besprochen. "Viel Spaß",wünschte mir Allison und grinste. Diese zwei Worte waren mehr, als manch anderer in einer Woche zu hören bekam. "Danke", sagte ich und winkte ihr zum Abschied. Auf der Hälfte der Strecke machte ich eine kurze Pause, bevor ich weiterfuhr und schließlich nach achteinhalb Stunden am Hof ankam. Zasa erwartete mich bereits. Ich hatte sie von unterwegs angerufen und ihr mitgeteilt, dass ich bald da sein würde. Zur Begrüßung umarmte ich sie und sagte:"Schön dich zu sehen und schön mal wieder hier zu sein." Eine wundervolle Landschaft und nette Leute. Ich war gerne hier. "Soll ich dich zum Gästehaus führen oder weißt du noch, wo du dein Zimmer findest?" Ich grinste und sagte dann:"Wäre echt freundlich. Ich hab nämlich keinen blassen Schimmer mehr." Zasa lachte und brachte mich zu meinem Zimmer, wo ich meine Sachen abladen konnte. Anschließend gingen wir zu meinem Trainingspartner. Calle Cool. "Oh wow",entfuhr es mir, als ich den Friesenhengst sah. "Schicker Kerl, was?" Ich nickte und sagte:"Ich bin neidisch." Zasa schmunzelte und sagte:"Aber nicht klauen, klar?" Ich konnte nicht anders als zu lachen und sagte:"Keine Sorge. Das werde ich nicht." Gemeinsam begannen wir den Hengst zu putzen und ich merkte schnell, dass er ziemlich hengstig war. Ziemlich war sogar untertrieben. "Bei dem spielen wohl die Hormone verrückt, richtig?" Zasa nickte und meinte:"Ja, im Frühling ist es besonders schlimm." Ich nickte und ließ mir von Zasa seine Sachen zeigen. Nachdem ich ihn gesattelt und getrenst hatte, ging ich mit ihm in die Halle. Erst überlegte ich, ob ich ihn longieren sollte, aber ich entschied mich dagegen. Er wirkte auf mich nicht unbezwingbar. Ich gurtete nach und stieg dann auf. Calle Cool wirkte entspannt und ich ritt ihn an. Sofort begann er zu tänzeln. Offenbar wollte er mich testen. Ich ließ mich von seinem Gehabe nicht beeindrucken und trieb ihn weiter vorwärts. Er versuchte es noch einmal, in dem er einen Satz zur Seite machte und zu tänzeln begann,aber auch das ließ ich ihm nicht durchgehen. Zasa nickte anerkennend und sagte:"Nicht schlecht für den Anfang." Ich streckte ihr die Zunge raus und meinte:"Der hat echt Power." Ich ritt ihn erstmal im Schritt warm. Es machte keinen Unterschied, ob eine Stute in der Nähe war, oder nicht. Calle versuchte immer mal wieder mir zu imponieren. Teilweise war das wirklich nervig, aber mit der Zeit harmonierten wir immer besser. Ich trabte und galoppierte ihn schließlich. Seine Gänge waren raumgreifend und ich hatte das Gefühl, dass er eher für die Dressur, als für das Springen geeignet war. Dennoch, ein A-Springen würde er auf jeden Fall schaffen. Eventuell auch L, aber das würde sich noch zeigen. Heute wollte ich ihn nur kennen lernen, weshalb ich es bei der Dressur beließ und das Training schließlich beendete. Die nächsten Tage verbrachte ich damit Calle zu zeigen, dass ich der Boss war und schon ein paar Übungssprünge mit ihm zu absolvieren. Zunächst nur ein paar Cavalettis und schließlich auch die ersten E-Sprünge. Nach zweieinhalb Wochen versuchte ich den ersten A-Sprung mit ihm und es klappte ganz gut. Noch nicht perfekt, denn beim ersten Mal verweigerte er und beim zweiten Mal riss er eine Stange. Erst der dritte Sprung gelang. Ich lobte ihn und beendete an diesem Punkt das Springtraining, ritt ihn noch trocken und verbrachte dann den Tag damit ihn zu betüddeln. Mittlerweile schien er mich beim Reiten einigermaßen zu akzeptieren. Manchmal ließ er immer noch den Hengst raushängen, aber es hielt sich in Grenzen. Am nächsten Tag musste ich das Training verzögern, denn der Hengst war absolut unausstehlich und versuchte immer wieder zum Ausgang zu gelangen. Ich legte mich also darauf fest, mit ihm auszufechten, wer heute das Sagen hatte. Nach 45 Minuten hatten wir unsere Diskussion beendet und ich war schweißnass. "Schluss für heute", beschloss ich und versorgte den Hengst, bevor ich ihn auf die Koppel ließ. Er bockte sich dort erstmal richtig aus. Das hatte ihm bestimmt gut getan. Am nächsten Tag klappt es wieder besser und drei Wochen später war der Hengst bereit einen A-Pacours zu gehen. Gemeinsam mit Zasa baute ich den Pacours auf. Calle war den Tag über auf der Koppel gewesen, sodass ich mir wegen seiner Energie keine Sorgen machte. Ich machte ihn schließlich fertig und wärmte ihn auf, bevor ich mich an den Pacours machte. Erst einmal überwand ich mit ihm die schwierigeren Hindernisse, bevor ich den Pacours komplett überwand. Es hatte gut geklappt. Ich lobte ihn und besprach alles mit Zasa, die auch der Meinung war, dass es reichen würde, wenn sie morgen mit Calle den Pacours springen würde. Ich versorgte den Hengst und verbrachte den Rest des Tages mit Calle. Am nächsten Tag war Zasas und Calles 'großer Tag'. Die beiden überwanden den Pacours ohne Probleme. Man merkte, dass Zasa die 'Macken' ihres Hengstes kannte. Nachdem wir alles geklärt hatten, verabschiedete ich mich von ihr und machte mich auf den Heimweg. Es war schön gewesen, wieder mal auf Achse zu sein, aber jetzt freute ich mich einfach nur auf zu Hause, wo ich schon von Jonathan erwartet wurde. Eines meiner Pferde hatte sich auf der Koppel verletzt. Ein Tritt offenbar. Ich sah mir das an.

    © Samanta | 5972 Zeichen (überprüft mit lettercount.com)
    Friese - 26. Mai 2016
    Heute stand ein Training im eigenen Stall an, jedoch nicht auf einem meiner Pferde. Es handelte sich um einen der wunderschönen, großen Rappen von Zasa. Um es genau zu sagen um Calle Cool. Er sollte im Springen von A auf L trainiert werden. Dadurch, dass ich dies erst vor wenigen Tagen erst gemacht hatte, konnte ich mich noch an alles genau erinnern und musste mich nicht erst nochmal genauer einlesen. Ich baute die Hindernisse auf A-Höhe auf und ging dann wieder zum Offenstall. Ich suchte nach dem Hengst und konnte ihn nicht finden. Ich ging zum Putzplatz, denn ich hatte so eine grobe Vermutung. Dort stand dann auch ein bereits gesattelter Hengst vor mir. Ich lächelte. Simon hatte mir mal wieder tatkräftig unter die Arme gegriffen. Ich war ihm echt dankbar, dass er mir immer wieder half. Ich klopfte den Hals des Hengstes und führte ihn dann nach draußen. Ich zog meinen Helm auf und stieg in der Halle auf seinen Rücken. Sanft klopfte ich seinen Hals noch ein weiteres Mal und ritt ihn dann warm. Danach zeigte ich ihm die Sprünge nochmal genauer und ließ ihn an ihnen vorbeilaufen. Sanft klopfte ich seinen Hals und ließ ihn dann angaloppieren. Ich ließ ihn erst mal in Ruhe an den Sprüngen vorbei galoppieren und nahm dann zum weiteren Dehnen ein kleines Cavaletti. Der Hengst sprang über das Hindernis und buckelte danach kurz. „ Calle!“ ermahnte ich ihn laut. Der Hengst legte die Ohren kurz an und schnaubte genervt ab. Er schüttelte den Kopf und trat dann nochmal aus. Ich setzte mich tiefer in seinen Sattel und trieb ihn weiter nach vorne. Nun ließ ich ihn auf ein höheres Hindernis zugehen. Ich merkte wie er sich überlegte, ob er verweigern sollte oder nicht und trieb ihn darauf weiter nach vorne. Ihm schien das gar nicht zu passen und er riss kurz entnervt seinen Kopf nach oben. Er merkte, dass es nichts brachte und sprang über das Hindernis. Unser Training erzog sich insgesamt über eine Stunde. Hierbei handelte es sich aber nur um eine halbe Stunde springen. Der Rest war für ordentliches Warm- und Abreiten erforderlich gewesen. Das Training war sehr anstrengend gewesen, da der Hund nicht wirklich mitmachen wollte und mir war klar, dass es mit meinem zweiten Pferd auch nicht besser werden würde. Ich sattelte und trenste Calle Cool ab und putzte ihn dann nochmal. Noch komplett genervt brachte ich ihn auf die Weide und holte von einer der Weiden neben an Nightstorm, welcher noch alleine stehen musste. Heute war das erste Mal, dass ich ihn reiten wollte. Ich putzte ihn vor der Box und holte dann das Sattelzeug aus der Box. Ich legte die Satteldecke vorsichtig auf seinen Rücken und schon waren die Ohren tief im Genick. Dann legte ich den Sattel auf die Decke und er drehte mit einem bösen Blick den Kopf zu mir. Na das konnte ja jetzt spaßig werden! Ich trenste den Hengst und führte ihn dann auf den kleineren Platz. Dort stieg ich auf seinen Rücken und ritt ihn dann erst mal ausgiebig warm. Die Vorbesitzer hatten gesagt, dass er auf einem soliden E-Niveau sein sowohl in der Dressur als auch im Springen. Ich wollte ihn heute erst mal ein bisschen normal reiten und dann in den nächsten Tagen trainieren. Nachdem er warm war, trabte und galoppierte ich ihn dann auch. Das reiten war etwas anstrengender als ich mir vorher vorgestellt hatte. Mir war ja klar gewesen, dass es nicht leicht war, aber so arg war mir nicht klar gewesen. Der Hengst hatte immer wieder den Kopf nach oben gerissen und gebuckelt. Ich ließ ihm nach dem Reiten die Zügel lang und stieg dann von seinem Rücken. Zum trocken werden, führte ich den Hengst. Ich wollte ihn nicht noch weiter aufregen, was das reiten ja scheinbar gerade ausgelöst hatte. Ich brachte den Hengst wieder in seine Box und räumte dann alles auf. Am Abend sprach ich noch mit Zasa, wegen dem heutigen Training mit Calle Cool. Im Bett erklärte ich Simon genaueres über Nightstorm. Erschöpft von dem anstrengenden Tag schlief ich ein.
    Am nächsten Tag bestand mein Training mit Nightstorm in einem kurzen Geländeausritt und mit Calle Cool wollte ich die Stangen ein bisschen höher legen. Ich putzte beide Pferde vor dem jeweiligen Training und ließ mir dann den ganzen Tag nur für sie Zeit. Simon und Zasa übernahmen die Versorgung meiner anderen Pferde und ich war ihnen dafür echt dankbar. Heute lief das Training mit beiden um einiges besser. Calle machte konzentrierter mit und Nightstorm riss nicht die ganze Zeit seinen Kopf nach oben. Ich putzte die beiden Hengste nach ihrem jeweiligen Training und klopfte danach den Hengsten die Hälse. Die zwei durften heute noch auf die Weide und abends holte ich Calle nochmal von der Weide. Um seine Ausdauer ein bisschen zu stärken ging ich mit ihm auch nochmal eine Runde ins Gelände. Ich ging die Strecke in die Berge, damit wir über ein paar Hügel reiten konnten. Dies stärkte seine Hinterhandmuskeln, welche für das Springen äußerst wichtig war. Ich klopfte seinen Hals nach der Schritt- und Trabrunde. Danach gab es noch für meine zwei Trainingspferde ihr Kraftfutter und schließlich durften sie für heute ruhen. Ich ging nach drinnen und markierte mir auf den Trainingsplänen in unterschiedlichen Farben die unterschiedlichen Einheiten. Für morgen stand ein kleiner Parcours mit Nightstorm an und ein weiterer höherer Parcours mit Calle Cool.
    Unser Training war die nächsten Tage relativ abwechslungsreich. Sowohl mit Calle Cool als auch mit Nightstorm. Am Ende konnte Nightstorm ohne weitere Probleme die A-Parcours gehen und Calle den L-Parcours. „ Wollen wir die beiden vielleicht einmal synchronspringen?“ fragte Simon mich und ich konnte bei diesem Angebot ja nur noch zustimmen. Wir bauten den Parcours auf, diesen jedoch nur in A-Höhe, und putzten dann die Pferde. Wir platzierten das Sattelzeug auf den Rücken und Simon stieg draußen auf Nightstorm. Ich gab ihm seinen Helm und stieg auf Calle Cools Rücken. Ein weiteres Mal streckte ich mich und nebeneinander ritten wir die Pferde warm. Wir ließen die beiden an den Sprüngen schnüffeln und sowohl ich als auch Simon nahmen die Zügel auf. Wir trabten ein bisschen nebeneinander und galoppierten die Hengste dann auch nebeneinander. Nach und nach ritten wir über die Sprünge, wobei der erste noch nicht ganz so synchron war wie der letzte. Nachdem Training brachten wir die beiden auf die Weiden und räumten alles auf. Wir füllten die Heunetzte auf und das Kraftfutter. Ich kontrollierte beide Tränken und ich fegte noch die Stallgasse. Simon hängte im Haupthaus die Trainingspläne ab. Diese legte er zu den Akten ab und kam dann wieder nach draußen. Wir holten die zwei Hengste wieder rein und ließen sie in Ruhe fressen.

    Kürbericht Calle Cool bei der 508. Hengstkörung
    Heute war ein großer Tag, sowohl für mich, als auch für Calle Cool und das Gestüt.
    Gemeinsam mit dem Hengst, war ich heute auf einer Hengstkörung. Seine Körung ist ein Meilenstein, der erreicht wird und eine zukünftige Zucht näherrücken lässt.
    Calle stand ruhig neben unserem Hänger und ließ sich von mir seine Hufe nochmal auskratzen und sie etwas einölen. Mit einem Lammfellhandschuh brachte ich sein Fell nocheinmal extra zum Glänzen. Mähne und Schweif richtete ich erneut zurecht, den Schopf flocht ich neu, sollte doch alles sitzen. Kurz bevor wir aufgerufen wurden, prüfte ich den Sitz des Zaumzeugs und tätschelte dem Hengst den Hals. Mit einem aufmerksamen Calle an der Hand betrat ich die Halle in der doch einiges los war. Bei X angekommen, stand Calle geschlossen da und ich grüßte die Richter, ehe ich, ein leichtes Lächeln auf den Lippen, mit dem Hengst an meiner Seite zuerst seinen Schritt auf beiden Seiten betrachten ließ. Calle benahm sich vorbildlich und trotz der Aufregung die um uns herrschte wirkte er reichlich entspannt. Der Wechsel zum Trab folgte flüssig, der Richtungswechsel durch die Länge der Bahn war tadellos und sein Trab ausdrucksstärker als bei unseren Probedurchgängen. Als der Trab auf beiden Seiten gezeigt war, klinkte ich die Führkette aus, damit er seinen Galopp im Freilauf zeigen konnte. Von einem der Helfer ließ ich mir eine Peitsche geben, damit Calle nicht irritiert war, wenn ich nichts tat, und trieb den Rappen zum Galopp an. Gekonnt sprang er direkt in einen schönen, schwungvollen Dreitakt. Eine Runde lang ließ ich ihn auf der rechten Hand galoppieren, ehe ich ihn mit einem kurzen Kommando dazu brachte umzudrehen und seinen schönen Galopp auf der linken Hand zu zeigen. Eine Runde später, gab ich die Peitsche wieder ab und ging zu Calle, der aufmerksam zu mir sah und sich die Führkette wieder einklinken ließ. Bei X grüßte ich zum Abschied, auch Calle schlug kurz mit dem Kopf Richtung Hals, als würde er ebenfalls grüßen wollen. Als wir hinausgingen, senkte der Rappe seinen Kopf in Entspannung und schnaubte. Bei unserem Hänger, putzte ich ihn kurz über, bevor ich ihm seine Decke überwarf und die Transportgamaschen befestigte. So konnte ich ihn einladen und schließlich Richtung Heimat fahren.​

    [2255 Zeichen mit Leerzeichen|überprüft mit lettercount.com]

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    [Trense by MeisterYoda]
     
  11. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    Gwendolyn Campbell mit Pinero

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    Rufname: Pinero
    Geburtsjahr: Mai 2013

    Von: unbekannt
    Aus der: Falada

    Rasse: Knabstrupper
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Black Leopard
    Endmaß: 165cm

    Beschreibung:
    Pinero ist ein Publikumsliebling wie er im Buche steht. Mit seinem fast schwarzen Gesicht und den blauen Augen konnte er bisher jeden in seinen Bann ziehen. Auch mit seinen Artgenossen konnte er bisher ohne Probleme in kürzester Zeit Freundschaft schließen.
    Er lernt außergewöhnlich schnell, was nicht immer von Vorteil ist. Man muss mit ihm sehr korrekt arbeiten, damit er keine Fehlverknüpfungen bildet und mit Fehlverhalten seinerseits Erfolg beim Menschen verbindet.

    Ersteller: Elii
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Elii


    Dressur A -- Springen S*** -- Military A

    [24 Schleifen]
    2. Platz 486. Dressurturnier
    2. Platz 369. Militaryturnier
    1. Platz 512. Springturnier
    2. Platz 514. Springturnier
    2. Platz 272. Synchronspringen
    2. Platz 273. Synchronspringen
    3. Platz 276. Synchronspringen
    2. Platz 277. Synchronspringen
    3. Platz 278. Synchronspringen
    2. Platz 279. Synchronspringen
    3. Platz 280. Synchronspringen
    3. Platz 281. Synchronspringen
    3. Platz 282. Synchronspringen
    2. Platz 283. Synchronspringen
    2. Platz 284. Synchronspringen
    3. Platz 285. Synchronspringen
    3. Platz 286. Synchronspringen
    1. Platz 287. Synchronspringen
    2. Platz 288. Synchronspringen
    2. Platz 289. Synchronspringen
    3. Platz 290. Synchronspringen
    3. Platz 292. Synchronspringen
    3. Platz 293. Synchronspringen
    1. Platz 294. Synchronspringen

    Amüsiert grinste ich, als Ciaran versuchte, schnell wieder den Turnierzopf zu erneuern, welchen er soeben zerstört hatte, als er Pinero liebevoll über die Stirn gewuschelt hatte ohne daran zu denken, wie viel Arbeit er kurz vorher investiert hatte. "Ach lass, mach einfach den Zopf raus, kämm den Schopf nochmal durch und lass uns dann endlich starten!", meinte ich lachend und während Ciaran versuchte, das Übel zu retten, schwang ich mich bereits in den Sattel. Der Knabstrupper unter mir war die Ruhe selbst und ich auch.
    Schon viel zu lange hatten wir uns vor Pineros Körung gedrückt. Das Ergebnis wussten wir jetzt schon: Der Hengst würde locker zur Zucht zugelassen werden. Immerhin stammte er aus Elenas Zucht, mit toller Abstammung, super Aufzucht und bei uns hatte er abschließend das nötige Training erhalten und auf Turnieren allerhand Erfahrung sammeln dürfen. Das heute würde ein Kinderspiel werden.
    Wir wärmten uns entspannt auf, dann wurden wir auch schon aufgerufen und ritten in die Halle. Der Sprecher stellte uns vor, wir hielten wiederum bei X und grüßten die Richter. Dann konzentrierten wir beide uns circa fünf Minuten und zeigten unsere Kür. Auf jeder Hand wurden alle drei Gangarten präsentiert. Aus Jux und Tollerei hatte ich noch einige Bahnfiguren und Lektionen eingebaut. Ein einfacher Galoppwechsel dort, eine Traversale da.
    Pinero war zwar schlechthin ein Springer, aber dennoch war mir die dressurmäßige Ausbildung meiner Springpferde unglaublich wichtig. Je rittiger sie waren, desto besser liefen sie im Parcours. Pinero mit seiner Schleifensammlung war das beste Beispiel.
    Zufrieden verabschiedete ich mich am Ende der Kür von den Richtern, warf Pinero förmlich die Zügel hin und verließ im Schritt die Halle. Draußen wartete Ciaran, um seinen Schützling entgegen zu nehmen und mit einem wohlig warmen Glühwein und leckeren selbstgebackenen Lebkuchen (keine Sorge, nicht von mir, Celeste hatte uns extra welche gebacken) verbrachten wir die Zeit bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse.

    [2018 Zeichen, von Gwen, gezählt auf zeichenzähler.de]
     

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