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[HK 491] Turnierpferde

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Rhapsody, 17 Juni 2017.

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Welcher Hengst bekommt deine Stimme?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 30 Juli 2017
  1. Deo Volente

    9,1%
  2. Framed in History

    18,2%
  3. Ashqar

    0 Stimme(n)
    0,0%
  4. Ohnezahn

    18,2%
  5. River's Haru

    13,6%
  6. Flavor of the Weak

    4,5%
  7. Aquentino

    13,6%
  8. Kazoom

    13,6%
  9. Brego II

    9,1%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    [HK 491] Turnierpferde
    [​IMG]
    Regeln:
    - Es dürfen nur Hengste teilnehmen! (Keine Stuten, Wallache oder Fohlen)
    - Jeder darf nur mit einem Hengst teilnehmen
    - Es dürfen nur Hengste teilnehmen, die mind. 4 Schleifen gewonnen haben!
    - Bei Fragen: PN an mich (Rhapsody)
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com!
    - 5 Joellen an mich (Rhapsody) mit dem Grund: HK 491
    - Teilnehmerzahl ist auf 10 Pferde beschränkt!
    - Bitte nur vollständige Teilnahmen einfügen
    - Das Pferd muss unbewegt vor dem Kürtext und Steckbrief auf einem offiziellen Hintergrund ersichtlich sein (verlinken reicht nicht)
    - Zusätzlich darf ein Bewegungsbild auf einem beliebigen Hintergrund hinzugefügt werden (das Bild darf allerdings nicht vor dem Hauptbild stehen)

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, sie darf geführt oder geritten werden:
    - Betreten der Halle/des Platzes und anschließendes Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerhengste werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    (muss verlinkt sein)
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz

    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerb-Schleife
    1 Punkt für jede Fohlenschau-Schleife
    2 Punkte für jede Reiterspiel-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Bild mit Zubehör
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Bild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:

    Username
    Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Teilnahmen und Überweisungen
    [1] ... ✔
    [2] ... ✔
    [3] ... ✔
    [4] ... ✔
    [5] ... ✔
    [6] ... ✔
    [7] ... ✔


    Disqualifizierungen
    ...

    Viel Erfolg!
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Juli 2017
    adoptedfox gefällt das.
  2. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    meine Teilnahme mit
    Deo Volente

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    Deo Volente
    (Deo)

    Abstammung
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    Von Until Tomorrow
    Von unbekannt Aus der Silmpy's Ronja

    Aus der Nisi de la Bryère
    Von Cor de la Bryère Aus der Vanni

    Exterieur
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    Hengst
    *2010
    (7 Jahre)
    Rasse: Trakehner
    Stockmaß: 169cm
    Deckhaar: Black
    Abzeichen: 2x weiße Socke | weißer Kronenrand | gebrochene Blesse

    Beschreibung
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    talentiert | energievoll | ruhelos
    Deo Volente ist ein junger Hengst mit viel Talent. Er ist jedoch sehr oft hengstig und zickig. Im Moment ist er sehr stark und hat besonders viel Energie mit der er seinen Reiter ganz besonders auf die Palme bringen kann, wenn er einfach nicht still stehen kann, was man allerdings beim Geländereiten für sich nutzen kann. Deo Volente, lat. so Gott es will, hat viel Talent am Sprung und gute Eltern. Ein Ausnahmepferd? Das wird sich zeigen.

    Besitzer: Canyon (Nicolaus du Martin)
    VKR/Ersteller: verfallen/Hafifreund11
    im Besitz seit: 16. Februar 2017
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Dressur E A L M S S* S**

    Western E A

    Springen E A L M S S* S** S***

    Military E A L M S S* S**

    Galopprennen E A L

    Distanz E A L M S

    Fahren E A L M



    Erfolge
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    Offiziell
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    172. Synchronspringen | 173. Synchronspringen | 179. Synchronspringen | 302. Militaryturnier | 182. Synchronspringen

    Inoffiziell
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    1. Platz beim 1. Militarytunier Lake Mountain

    Zuchtverband
    -

    Ausbildung
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    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Spring- und Dressurpferdeausbildung
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    [Schleife]
    Thema

    Gencode: Ee aa
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Tyrifjord Ranch

    Nachkommen
    -

    Gesundheit
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Letzter Tierarztbesuch: 14. März 2017 durch "Horse Heaven"
    gechippt [] zuletzt kontrolliert [x]

    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: 20. März 2017 durch "Tänzelndes Pony"
    Ausgeschnitten/Korrigiert: Ja
    Hufbeschaffenheit: x
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: Aluminium
    Beschlag hinten: Aluminium
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    Aluminiumbeschläge
    20. März 2017 | 3244 Zeichen | Arktiswolf
    Fröhlich summte der Mann hinter dem Steuer eines Lieferwagens zum Takt der Musik die aus den Lautsprecherboxen plärrte und schien allgemein gut gelaunt zu sein. Der Tag war klar und zur Abwechslung mal etwas wärmer als sonst in dem frühem Jahr und die Straßen waren frei und ohne viel Verkehr.
    Sein Weg führte den Hufschmied des tänzelden Ponys wieder einmal zu einem ihm schon sehr bekanntem Hof. Der Tyrifjord Ranch.
    Fast schon konnte man behaupten, das diese Ranch ein gern gesehener Stammkunde war. Nicolaus du Martin hatte die Schmiede abermals kontaktiert und um einen Termin gebeten.
    Wie immer kam Malte Osswald diesem Termin persönlich nach.
    Als Malte sein Fahrzeug auf den Hof lenkte, sah er das er bereits erwartet wurde.
    Nicolaus du Martin stand am Putzplatz wo er gerade einen hübschen Rappen abstriegelte.
    Nachdem der Schmied den Wagen daneben geparkt hatte, kam ihm auch schon der andere Mann entgegen und hielt ihm die Hand zur Begrüßung hin.
    Nach einem kleinem Plausch über das Wetter und das Wohlergehen, kam man auch gleich zur Sache und du Martin erzählte dem Schmied noch einmal persönlich, was er an dem Rapphengst gern getan haben wollte.
    Deo Volente hieß der Trakehner und sollte die Eisen herunter bekommen. Bei der Gelegenheit sollten dann gleich Neue beschlagen werden.
    Malte machte sich wie immer mit einem neuem Pferd erst einmal bekannt ehe er an die eigentliche Arbeit ging. Deo Volente schien recht neugierig auf den Fremden zu sein und beschnupperte ihn dementsprechend. Zufrieden schnaubte das Pferd und beobachtete den Schmied dabei, wie er seine Arbeitsutensilien aus dem Wagen holte. Der kleine mobile Ofen wurde auch schon einmal angeheizt ehe Malte dazu überging, dem Hengst seine alten Eisen abzunehmen.
    Nach und nach löste er die Nägel aus dem Horn und achtete dabei darauf nichts zu beschädigen. Es gehörte schon ein bestimmtes Maß an Kraftaufwand dazu die Beschläge von den Hufen zu nehmen und selbst der kräftige Mann kam dadurch ein klein wenig ins Schwitzen.
    Nachdem alle Eisen entfernt waren wurden die Hufe noch einmal von Grund auf neu bearbeitet. Überschüssiges Horn wurde abgeraspelt und sauber gefeilt um so den neuen Eisen den bestmöglichsten Untergrund zu schaffen.
    Um zu sehen ob er seine Arbeit auch ordentlich gemacht hatte, musste Deo Volente einmal auf den `Laufsteg´ damit der Hufschmied nach möglichen Unebenheiten sehen konnte. Er entschied das alles in Ordnung war und begann nun damit die neuen Eisen anzufertigen. Waren die alten reine Eisen, so bekam der Rapphengst nun Aluminium.
    Diese wurden passgenau im Wagen fertig gemacht und nach mehrmaligem überprüfen auch an die Hufe geschlagen.
    Der Hengst blieb bei der gesamten Prozedur relativ friedlich. Nur manchmal schien es ihm doch ein wenig zu langweilig zu werden und zappelte dann ein etwas auf der Stelle herum. Doch da Nicolaus du Martin sein Pferd kannte, wusste er wie er den Hengst so beschäftigen musste damit Malte in Ruhe arbeiten konnte.
    Bald war es auch geschafft und nach einem kleinem Probelauf auf dem Hof, durfte der schwarze Hengst dann auch wieder gehen.
    Malte unterhielt sich noch etwas mit dem Besitzer und irgendwann wünschten sich beide noch einen schönen Tag und dann trennten sich ihre Wege.
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    Routineuntersuchung & Wurmkur
    14. März 2017 | 2453 Zeichen | Möhrchen
    Nur wenige Tage nach meinem letzten Besuch machte ich mich wieder auf den Weg zur Tyrifjord Ranch. Ich wurde gebeten, den Trakehnerhengst Deo Volente zu untersuchen und wurde schon auf dem Parkplatz von seinem Besitzer Nicolaus du Martin erwartet. Ich begrüßte ihn und er führte mich über den Hof zu seinem Hengst. Da es ein bisschen regnete, hatte er ihn am Putzplatz in der Stallgasse angebunden.
    Ich streichelte dem Hengst zur Begrüßung den Hals und schaute mir dann seine Augen und Ohren an. Dann öffnete ich sein Maul ein wenig, um einen Blick auf seine Zähne und Schleimhäute werfen zu können. Alles sah völlig unauffällig aus, also tastete ich seine Hals- und Rückenwirbel Stück für Stück ab und achtete dabei auf seine Reaktionen. Er tänzelte kurz herum, aber als Nicolaus ihn ermahnte, stand er wieder still. Er schien eindeutig keine Schmerzen zu haben.
    Als er draußen auf dem Hof ein paar Runden im Schritt und Trab geführt wurde, schaute ich mir seine Bewegungen ganz genau an. Es sah sehr schwungvoll aus und der junge Hengst war sehr flott unterwegs. Immer wieder versuchte er, Nicolaus mit der Schulter in eine andere Richtung zu drängeln, aber dieser setzte sich durch. Ansonsten belastete er aber alle Beine gleichmäßig und lief taktrein.
    „Ich würde beim nächsten Hufschmiedbesuch darauf achten, dass an der äußeren Kante ein bisschen mehr weggenommen wir“, sagte ich zu Nicolaus, als wir mit dem Hengst zurück zum Putzplatz gingen. „Er tritt ein bisschen schief auf, wenn außen ein bisschen mehr gekürzt würde, könnte er wohl besser auftreten“.
    Zum Schluss holte ich noch mein Stethoskop aus meiner Tasche und hörte Deos Herz, Lunge und Bauch ab. Der Rappe ließ es brav über sich ergehen und ich konnte auch keine Auffälligkeiten entdecken. Also holte ich die Wurmkur heraus und stellte sie auf die richtige Menge ein, die sich nach dem Gewicht des Pferdes richtete. Geschickt hielt ich seinen Kopf am Halfter auf meiner Schulter fest und steckte ihm die Spritze seitlich ins Maul, sodass ich sie verabreichen konnte, bevor er sich wieder entziehen konnte. Er spuckte zwar ein paar Tropfen wieder aus, aber das machte nichts, denn das hatte ich bei der Mengeneinstellung schon berücksichtigt. Ich klopfte dem Hengst den Hals und Nicolaus entließ ihn zurück in seine Box. Dann verabschiedete ich mich von den beiden und machte mich auf den Weg nach Hause.
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    » Fahrtraining E A
    31. August 2016 | 2478 Zeichen | Bracelet
    Diesen Monat stand ein ganz besonderes Projekt auf dem DVTS an. Meine Hengste Deo Volente, Master Of Gold, Party Shaker und Sir Donnerhall sollten im Geschirr zur Klasse A ausgebildet werden. Anforderungen dafür gab es jede Menge und das auch noch in drei verschiedenen Sparten. Dressur auf dem Platz, Geländefahren und Hindernisfahren. Doch langweilig Ein- oder Zweispännerfahren war mir zu langweilig - wenn schon denn schon. Dies dachte ich mir an diesem Tag, als ich mutig wie ich war den Trainingsplan ans Whiteboard schrieb. Diese Entscheidung würde ich wohl noch bereuen. Immerhin waren es vier Hengste und dann bestand der Vierspänner auch noch aus Deo Volente, der mich wirklich immer auf die Palme brachte und Master, bei dem ich das Fahren mit dem Einspänner aufgegeben hatte. Er hatte einfach zu viel Energie um ruhig vor dem Wagen herzutrotten.
    ,,Wüüh.'',gab Deo schon von sich als ich zum Putzen in die Stallgasse kam und schnaubte hengstisch. Ich seufzte genervt und bat mein Personal ihn mir fertig zu machen. Master und Party wurden von meiner Bereiterin geputzt. Dann machte ich mich an meinen Hannoveraner Sir Donnerhall. ,,Na mein Schatzi?'',murmelte ich während ich den Großen mit zwei Fingern am Nüstern streichelte. Anschließend putzte ich ihn und stattete ihn mit Geschirr und Trense aus. Ebenfalls bekam er dunkelbraune Gamaschen, Streichkappen und Hufglocken, damit er sich nicht verletzte.
    Dann ging ich mit ihm zum Wagen, wo ich ihn mit den anderen Pferden vor die Kutsche spannte. Master Of Gold und Deo Volente kamen am nächsten an den Wagen. Sie hatten die meiste Energie und Kraft um die Kutsche zu ziehen. Vorne Sir Donnerhall und Party Shaker. So ging es dann auch schon los.
    Zuerst ging es auf den Platz, wo das Gespann sich erstmal einlaufen sollte. Wie erwartet führten Donnerhall und Party ausgezeichnet. Deo machte Probleme. Ebenso wie ich es mir gedacht hatte. Doch durch die anderen Drei war er mehr oder weniger gezwungen sich halbwegs zu benehmen.
    Die darauffolgende Woche arbeitete ich mit ihnen an ihren Dressurskills. Die nächste an dem Hindernisfahren und dann am Geländefahren. Von Tag zu Tag wurde es besser und auch Deo benahm sich, da ich ihn sehr vorderte; zusah, dass er in den Wendungen das meiste Gewicht ziehen musste. Klang unfair, war aber außerordentlich effektiv und ihm schien das Training gefordert auch mehr Spaß zu machen.
    Am Ende des Monats konnte ich stolz sagen, dass mein kleiner Vierspänner auf A-Niveau lief.

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    » Militarytraining EA
    31. Oktober 2016 | 1373 Zeichen | Bracelet
    Mal wieder war das Programm für diesen Monat gestopft voll. Ja gestopft - verzeih mir jeder für meine Ausdrucksweise aber es war wirklich absolut furchtbar. Takada und Party Shaker wurde im Springen auf die Klasse L trainiert, was sich als schwieriger als gedacht erwies. Taka wollte nämlich momentan die Füße einfach nicht heben und rannt teilweise fünf Anläufe hintereinander in ein Hindernis und Party schien ebenfalls lustlos. Irgendwie schien sich meine negative Stimmung auf die Pferde zu übertragen und alles noch schlimmer zu machen. Einzig und alleine Deo Volente, und dies hätte ich nie erwartet, stimmte mich bei jeder seiner Trainingseinheiten glücklich. Er sollte die Militaryklasse A erreichen und schien in dieser Disziplin absolut gut aufgehoben zu sein. Er kämpfte für mich, gab alles. Zum ersten Mal blühte er wirklich unter mir auf und arbeitete nicht gegen mich; er wurde ruhiger und entwickelte sich in eine sehr positive Richtung. Des weiteren trainierte ich im Oktober auch Sir Donnerhall in der Dressur auf Klasse M und Herbstblüte auf A. Die kleine, flinke Stute mauserte sich wirklich zu einem prächtigen Dressurpferd. Sie stand gut an den Hilfen und hörte immer gehorsam zu.
    Am Ende des Monats hatte ich es doch wirklich geschafft: Alle Pferdchen hatten ihre Ziele für diesen Monat erreicht und ich konnte nun ein Wochenende Stresspause einlegen.

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    » Distanz E → A
    25. Februar 2017 | 5707 Zeichen | Canyon
    Argwöhnisch betrachte ich die große Stute vor mir, welche mir noch nicht so ganz geheuer ist. Vor allem was Petyr so anschleppt ist es eine Pflicht von mir, erstmal Respekt zu haben. Bei seinem Papagei bin ich das erste und auch das letzte Mal darauf reingefallen, bevor ich drei Tage lang einen blutenden Finger gehabt habe und ja, das hat wehgetan!
    "Alter Malte, die tut dir nichts! Die ist lieb und artig und brav und alles drum und dran, glaube mir man!" Petyr ist schon wieder von mir genervt. Trotz seiner Worte halte ich zu der hübschen Stute einen gewissen Sicherheitsabstand, als ich ihr den Distanzsattel auf den Rücken hieve. Petyr, Charly und auch Nico tun mir es gleich und so blöd wie ich es finde, schon wieder mit Nico trainieren zu müssen, so sehr freue ich mich auch, dass Charly und Petyr mitkommen. Mit zwei Freunden und einem Feind einen Distanzritt zu machen wird bestimmt witzig.
    Petyr hat Charly erlaubt, seinen Hengst Humor zu nehmen, während Nico niemanden als sich selbst an seinen Deo Volente ran gelassen hat. Sein Leitspruch schien zu sein: "Vetraue nur dir selbst!" Ich mag ihn nicht.
    Für mich ist also, nachdem Petyr unbedingt seine Phenomena hatte reiten wollen, nur noch diese Scheckstute mit dem unnatürlich langem Haar namens Give me Chocolate übrig geblieben. Ja, Schokolade könnte ich jetzt auch gut gebrauchen, das wäre nicht schlecht.
    Auch heute scheint die Sonne, wie bereits die letzten Tage und so können wir den geplant gewesenen Distanzritt ohne Probleme beginnen. Ich muss zugeben, Choco ist eine angenehme Partnerin. Ruhig, gelassen und mit viel Selbstbewusst sein, reiht sie sich gleich hinter den beiden Hengsten Humor und Volente ein, während Phenomena den Schluss bildet.
    Die ersten hundert Meter bleiben wir im Schritt, sortieren unsere Zügel und bereiten die Pferde seelisch und körperlich auf den Ritt vor. Für uns vier ist das Ganze mittlerweile Routine, während die Pferde jedoch in diesem Gebiet noch vollkommene Neulinge sind. Nach einigen hundert Metern die Landstraße am Fjord entlang, geben wir ihnen das Zeichen zum Antraben und beginnen unseren Distanzritt.
    Selbst im Winter ist die Landschaft wunderschön. Die Sonne spiegelt sich auf dem leicht welligen Wasser und an den Bäumen glitzert der letzte Tau der Nacht. Kurz gesagt, es ist ein Distanzritt zum genießen. Während ich mich fröhlich mit Petyr über seine Erlebnisse in Deutschland austausche, welche er in der letzten Woche dort gesammelt hatte, unterhalten sich Charly und Nico über etwas wo von ich anscheinend nichts wissen soll. Sie sind einige Pferdelängen vor uns unterwegs und so vertieft in ihr Gespräch, dass ich Angst habe, dass der ungeschickte Humor über eine der Wurzel strauchelt, welche hier in Massen aus dem Waldboden sprießen. Charly ist jedoch eine geschickte Reiterin und wie es scheint, auch noch multitaskingfähig.
    Unsere erste Pause legen wir auf einer kleinen Lichtung mit einem kleinen Bächlein ein. Die Pferde können trinken und wir können auch einen Schluck Wasser zu uns nehmen, nachdem wir die Pulswerte genommen haben. Obwohl alle vier Pferde keine typischen Distanzpferde sind, liegen ihre Werte im ordentlichen Bereich. Wir notieren diese auf unseren Checkkarten, nein, nicht alle tun dies. Nico hat eine nagelneue App und darauf notiert er sich die Werte von Volente. Petyr ist sofort neidisch, ich empfinde es als überflüssig und Charly hat dazu keine Meinung. Perfekte Misschung, wie immer. Nachdem alle erholt sind, länger durften wir sowieso nicht warten, da es dann kein Distanzritt mehr war, schwingen wir uns wieder in die Sättel und setzen unseren Weg fort.
    Im zweiten Teil des Ritts galoppieren wir längere Strecken, machen dafür öfter Schrittpausen, vor allem dann, wenn das Gelände gerade nicht so einfach zu reiten ist. Die langen Strecken durch den Wald bieten sich aber perfekt dafür an, einfach zu galoppieren. Bei Choco ist es kein Problem, die Zügel einfach über den Hals hängen zu lassen. Sie genießt dies sogar und läuft freier und unbeschwerter. Ich beginne tatsächlich die Stute zu mögen.
    Nach der zweiten Pause ist es nicht mehr weit bis nach Hause. Die Pferde sind erschöpft, das merke ich, jedoch wird bei allen die Kraft bis nach Hause reichen. Das letzte Stückchen führt wieder die Landstraße am Fjord entlang, diesmal kommen wir jedoch aus dem Süden. Ich merke, wie Choco ihre Heimat erkennt und obwohl sie so langsam schwächelt, ist nun die Motivation wieder da, nach Hause zu kommen. Kurz vor dem Ziel parieren wir aus dem Trab in den Schritt durch und versuchen den Puls unserer Tiere soweit wie möglich zu senken. Ich mache mir bei Choco keine Sorgen, jedoch pustet Volente ganz schön und seine Nüstern sind stark geweitet. Ich bin gespannt, ob er die Kontrolle schaffen wird.
    Endlich zurück auf dem Gestüt werfen wir vier unseren Pferden die Abschwitzdecken über und während Phenomena, Humor und Choco es geschafft haben, ist Volente wie befürchtet einen Punkt drüber. Nico scheint ziemlich enttäuscht, Charly schafft es jedoch, ihn schnell wieder zu beruhigen. Während wir anderen unsere Pferde absatteln und dann auf die Weiden bringen, muss Nico zwanzig Minuten warten, bevor er den Puls nochmal nehmen kann.
    Nico sieht erleichtert aus, als auch Volente den richtigen Puls hat und er seinen neuen Hengst auf die Weide bringen darf.
    Zufrieden flätze ich mich nun auf der Couch von Petyr, während dieser seinem blöden Vogel einen sich noch windenden Mehlwurm entgegen hält. Napoleon scheint den genauso eklig zu finden wie ich und dreht sich angewidert weg, während Petyr noch einen vergeblichen Versuch unternimmt.
    Ich stoße einen glücklichen Seufzer aus und schließe die Augen. Ich mochte mein Leben an solchen Tagen.

    Die Kür
    Stolz blickte Nico auf seinen Hengst an seiner Seite. Deo Volente hatte sich in den letzten Wochen zu einem hervorragenden Turnierpferd entwickelt und war nun bereit für die Krönung. Charly hatte sein kurzes Haar zu einer hübschen Turniermähne umgeformt und auch der weiche Schwarzton seines Fells glänzte vor Schönheit.
    Zum richtigen Zeitpunkt sattelte Nico den Hengst, brachte ihn auf dem Aufwärmplatz ordentlich in Schwung und bereitete sich dann auf den Start vor. Punkt um zehn wurde er in die Halle gelassen, welche er im ruhigen Trab, passend zu der noch gemächlichen Musik, betrat. An der kurzen Seite bog er auf die Mittellinie ab und brachte seinen Hengst bei X zum stehen. Die Musik verstummte, als Nico schwungvoll die Richter grüßte und erst nachdem er seine Zügel wieder sortiert hatte, begann sie von neuem. Diesmal jedoch um einiges wilder und verwirrender, passend zum Charakter des Pferdes. Nico galoppierte seinen Hengst aus dem Stand an, eine seiner Spezialitäten, und begann die Vorführung auf der rechten Hand. Erst eine einfache Schlangenlinie im kraftvollen Galopp, dann folgte der Zirkel und als er aus diesem wechselte kam ein einfacher Galoppwechsel und die andere Hand. Auf dieser parierte er in den Trab durch und die Musik tat es ihm gleich. Er verließ den Zirkel, zeigte eine Schlangenlinie mit drei Bögen und machte dann im Trab aus der Ecke kehrt. Volente schien gut in Form und auch der Part im Schritt funktionierte ohne jegliche Probleme. Einmal durch die ganze Halle wechseln und an der langen Seite ein Rückwärtsweichen, und schon war Nico mit seinem Pferd auf dem Weg zur Mittellinie, auf welche er Volente abbog und gekonnt abermals bei X anhielt. Freundlich, aber auch erleichtert grüßte er die Richter und verließ dann am langen Zügel die Halle.
    Vor dieser wurde er bereits von seiner Freundin erwartet, welche ihm einen Kuss auf die Wange drückte und aus ihrer Tasche für Deo Volente eine Möhre zauberte, welche der gierige Hengst zufrieden verschlang.
    1995 Zeichen | zeichenzähler.de | Canyon

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    Bewegung (c) Bracelet | Decke (c) Jackie
     
  3. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    meine Teilnahme mit...
    Framed in History

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    Steckbrief
    Offizieller HG

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    Vom: -

    Aus der: -


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    Rufname: Frame
    Geburtstag: 25.04.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: 1.73 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Bay frame overo
    (Ee,Aa,Oo)
    Abzeichen: - (scheckungsbedingt grosse Laterne)
    Gesundheit: sehr gut


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    Scheu, schreckhaft, aber loyal


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    Frame ist ein schwieriger Fall. Er kommt aus einem bekannten Zuchtgestüt, dort musste er leider schon als Fohlen viel durchmachen: Zuerst starb seine Mutter, er wurde also zum Flaschenkind. Der Pfleger, der ihn grossziehen sollte misshandelte ihn jedoch regelmässig, er wurde getreten oder geschlagen, wenn er nicht sofort gehorchte. Als er ein Jährling war, wurde klar dass der Besitzer des Gestüts bankrott gegangen war und die Pferde nicht behalten konnte. Deshalb wurde auch Frame mit den anderen Zwangsversteigert, wobei er wohl ebenfalls nicht besonders sanft behandelt wurde. Zu allem Überfluss landete der junge Hengst damals vorübergehend auf einer Weide, auf der er ziemlich vernachlässigt wurde und sich schliesslich an einem Pfosten durch einen Unfall beinahe selbst erstach. Sein Leben hing am seidenen Faden, doch dank dem schnellen Einsatz der Tierärztin überlebte Frame. Zuhause trafen wir schliesslich einen völlig verstörten Zweijährigen an, der sich kaum anfassen, geschweigedenn führen liess. Mittlerweile lässt sich der Hengst von Occulta und auch von Quinn reiten und führen, jedoch von kaum jemandem sonst.


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    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Occulta
    VKR: Occulta
    Verkäuflich: Nein


    [​IMG]

    Gekört: Nein
    Nachkommen: -


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    Galopprennen Klasse: S***
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: L
    Military Klasse: L
    Dressur Klasse: L
    Distanz Klasse: E

    Eignung: Galopprennen, Springen
    Eingeritten: ja


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    2. Platz 387. Dressurturnier
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    2. Platz 277. Militaryturnier
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    3. Platz 356. Galopprennen
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    3. Platz 389. Dressurturnier
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    Frame's Spind

    HS-Bericht

    TA-Bericht
    Calypso
    Tierarztbericht

    Mein Weg führte mich mal wieder nach Birmingham zu Occulta Smith. Heute sollte ich zwei ihrer Pferde vorsorglich untersuchen, da die beiden bald auf einer Körung auftreten sollten. Der Verkehr war heute leider nicht auf meiner Seite, so verspätete ich mich um 40 Minuten. Ich hatte während der Fahrt bei Occulta angerufen und ihr Bescheid gegeben das ich mich verspäten würde. Ein bisschen genervt von der Fahrt kam ich schließlich an, stieg aus dem Auto und suchte sogleich die Pferdebesitzerin auf. „Hallo, entschuldige nochmal vielmals.....der Verkehr!“ stöhnte ich auf und rollte mit den Augen. „Ach kein Problem, ich habe heute keinen Zeitdruck.“ antwortete Occulta und führte mich sogleich zu der Stute Sugar and Sweets. Eine noch junge Deusche Reitpony Stute in wundervoller Scheckung. „Ich würde sagen wir gehen erstmal mit ihr raus und du führst sie mir im Schritt und Trab vor.“ ihr Gangbild war unauffällig und so machte ich mit der restlichen Untersuchung weiter. Occulta band sie in der Stallgasse an und ich tastete sie ab und hörte sie mit dem Stethoskop ab. „Na du kleine Maus, du bist ja neugierig.“ sie stupste mir in die Taille und ab und zu spürte ich ihre Nüstern zart an meiner Jeans herum knabbern. Aber sie wurde in keinster weise grob oder zeigte sonstige Unarten. Wie ein neugieriges, junges Pferd eben ist. Nach der Kontrolle des Allgemeinzustandes konnten wir mit dem Impfen weiter machen. Als ich mit der ersten Spritze an sie heran trat, zog sie am Strick und nahm den Kopf etwas hoch. Nichts dramatisches, aber man merkte das es ihr doch nicht ganz so geheuer war. „Feines Mädchen, ist gleich vorbei“ beruhigte ich sie und Occulta streichelte sie über die Nüstern. Die nächsten paar Spritzen brachten wir schnell hinter uns und so konnten wir danach noch die Wurmkur geben. Zum Schluss kontrollierte ich noch den Chip und Sweets durfte wieder in die Box. „So ein nettes Pony.“ schwärmte ich und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen.

    Occulta kam dann mit einem wunderschönen Vollblut Hengst um die Ecke und ließ auch ihn vor mir vorlaufen im Schritt und im Trab. Occulta erzählte mir dann einiges über Framed´s Vergangenheit. Da konnte man wirklich nur den Kopf schütteln „Schrecklich sowas. Aber dafür umso schöner wie weit ihr jetzt mit ihm schon gekommen seit.“ erwiderte ich und machte mich erstmal bekannt mit dem etwas schüchternen Hengst. „Er wurde bis jetzt nur von einem anderen Tierarzt behandelt.“ sagte Occulta und ich nickte „Ja wir werden das ganz ruhig machen, oder Süßer? Du brauchst keine Angst vor mir haben“. Framed schnaubte und bei jeder Berührung von mir zuckte er zuerst ein wenig zusammen. Ich verhielt mich ruhig und geduldig und redete ihm gut zu. Beim abtasten gab es keine Auffälligkeiten und auch nicht beim abhören. Als es ans Impfen ging war nochmal viel Einfühlungsvermögen verlangt. Wir brauchten zwar ein wenig länger, aber dafür überstand der Hengst die Untersuchung ohne überflüssigen Stress. Die Wurmkur gab Occulta im selbst. Dann las ich mit dem Lesegerät noch den Chip ab und verglich die Nummer mit der im Pass. „Gut das war´s dann!“ meinte ich zufrieden und streichelte Framed nochmal. Dann verabschiedeten wir uns voneinander „Bis bald!“
    3214 Zeichen by Calypso
    12 Feb. 2017

    Trainingsberichte [9]
    Occulta
    Galopptraining E-A

    Um sechs Uhr stand ich auf, schnappte mir ein Brot mit Konfitüre und machte mich auf den Weg zum Hauptstall, um wie fast jeden Morgen pünktlich beim Vollblütertraining zu sein. Heute wurden zuerst die meisten der Zweijährigen trainiert (nur Pointless war nicht dabei, sie bekam wiedermal Spezialbetreuung), insgesamt also ein Feld von fünf Pferden. Ich selbst ritt Frame, da der junge Hengst sonst mit niemandem konzentriert lief. Es ging heute primär darum, die Jungspunde an Trackponys zu gewöhnen, aber es war zudem auch wie die letzten vier Wochen das Ziel, eine Strecke von 1000 Metern zu laufen, mit den letzten 400 Metern in 30 Sekunden. Wir befanden uns mitten in einem speziellen Trainingsplan, nach dem die Pferde auf Pineforest Stable schon seit Jahren erfolgreich trainiert wurden. Ich sattelte Frame, während ich ausgelassen mit Rosie plauderte, die Caligari vorbereitete. Als wir fertig waren, führten wir die Pferde nach draussen und stiegen einer nach dem anderen auf. Danach ging’s im Gänsemarsch mit Sumerian an der Spitze zur Bahn. Ich hatte im Moment noch lange Steigbügel, da wir zuerst mit den Trackponys arbeiten mussten und ich so mehr Kontrolle hatte. Als Ponys dienten diesmal Shadow, Anubis, Unbroken, Islah und Moon. Ich schloss zu Soul auf, der von Jonas geritten wurde. Frame blieb die ganze Zeit über fast noch entspannter als der Painthengst neben ihm, aber das überraschte mich nicht. Wir blieben zunächst im Schritt, später auch im Trab immer schön neben den Begleitpferden, wobei die anderen Reiter gelegentlich die Zügel der Vollblüter hielten. Die Renncracks mussten lernen, ihr Tempo dem der Begleitpferde anzugleichen und ruhig daneben zu bleiben, das würde uns später in den Rennen vieles erleichtern. Während One Cool Cat und Shio die ganze Zeit am zappeln und rumzicken waren (Cool Cat wohl eher, weil ihn die vielen Stuten nervös machten, was sich der Italienische Macho noch nicht gewöhnt war), verliessen sich Sumerian und Caligari blind auf ihre Trackponys und Frame orientierte sich ja sowieso nach mir. Einmal stieg Cat bolzengerade in die Luft, wobei April fast runtergefallen wäre. Spätestens da hörte der Spass mit dem Rappen auf und sie packte ihn härter an. Ich gab ihr als Hilfe meine Gerte, da sie die ihrige zurückgelassen hatte um die Hände freier zu haben. Nun begleiteten uns die ‚Ponys‘ zu den Startboxen, danach war ihr Part erledigt und sie wurden versorgt. Eines war überraschend positiv: sämtliche der zweijährigen Blüter gingen ohne Murren in die Boxen. Das zeigte mir, dass wir auf einem guten Weg waren, was den Grundgehorsam und die Basics des Rennens anging. Doch nun kamen wir zum interessantesten Teil: die Tore flogen auf und die Pferde schossen los, doch schon nach hundert Metern bremsten wir sie wieder in einen lockeren, aber noch immer einigermassen lockeren Canter. Erst beim 600m-Pfosten feuerten wir sie erneut an, um sie auf die gewünschte Höchstgeschwindigkeit von 13 Metern pro Sekunde zu treiben. Alle der fünf Athleten hielten bis zum Finish durch, aber Caligari schnaufte durch weit aufgerissene Nüstern und war an Schulter, Hals und Flanke nassgeschwitzt. Sie war etwas weniger lange als die anderen im Training und hatte dementsprechend noch eine schlechtere Kondition. Da sie aber, mit der Fleecedecke auf dem Po, noch beim Auslaufen auf der Galoppbahn wieder trocknete, hatte Oliver keine Bedenken, dass sie in wenigen Wochen auch fit sein würde. Ich war ganz zufrieden mit dem Training; die jungen Pferde hatten gezeigt, dass sie reif für die nächste Stufe waren.
    15 Nov. 2015

    Occulta
    Galopptraining A-L

    Wir machten uns auf zum morgendlichen Training, welches heute wegen der anhaltenden Kälte erst um 9 Uhr stattfand. Da es Winter war, wurden die Vollblüter nicht so ausgiebig und häufig auf der Bahn trainiert wie sonst, sondern eher bei einer guten Dressurstunde in der Halle oder im Gelände. Sie mussten aber trotzdem in Form bleiben und zwei bis drei Mal wöchentlich auf die Bahn; so auch heute. Ich ritt Sumerian, Rosie übernahm Caligari, Quinn hatte ausnahmsweise Frame und April Cool Cat. Pointless, die zwar ebenfalls zu den Dreijährigen zählte, aber die Mitarbeit mit aller Macht verweigerte, wurde vorläufig nicht mehr mittrainiert, erst recht nicht bei Minustemperaturen. Ich bürstete das graublaue Fell von Sumerian und bearbeitete liebevoll die komplexen weissen Abzeichen an ihren Beinen. Sie war einfach ein Bild von einem Pferd – mit wunderbarem Körperbau und ausdrucksstarken Augen. Nur ihr Langhaar liess zu wünschen übrig, denn es wuchs sehr spärlich. Ajith scherzte immer, dass sie die Energie eben für die Bahn brauche, und nicht für ihre Haarpracht verschwende. Ich mochte diese Ausrede auch, zumal die Stute wirklich Talent hatte. Ich kratzte die Hufe aus und stellte freudig fest, dass diese trotz der vielen Feuchtigkeit, der sie im Winter ausgesetzt waren, gesund und kräftig waren. Die leichten Aluminiumeisen versah ich mit Stollen, damit die Stute auf dem Schnee nicht rutschte. Wir trainierten auch, wenn genügend Schnee auf der Bahn war. Nur wenn der Schnee schmolz und das Gras nass war, wurden die Trainingsrennen abgesagt, da das Laufen auf rutschigem Untergrund zu gefährlich war. Zum Schluss sattelte ich Summer und führte sie mit den anderen nach draussen. Wir stiegen alle vier auf und ritten gemeinsam zur Galoppbahn, wo wir erstmal im Schritt und Trab warm wurden. Die dichten Äste der Tannen hatten nicht so viel Schnee durchgelassen, aber man musste aufpassen, dass nicht plötzlich eine kleinere Lawine über einem zusammenbrach. An manchen Ästen hingen Eiszapfen, die im Sonnenlicht glänzten. Die Pferde waren richtig aufgedreht, wie immer, wenn sie längere Zeit nicht auf die Bahn gedurft hatten. Auch Sumerian tänzelte bereits im Schritt und blieb nur ungern mit mir zuhinterst. Wir wechselten alsbald auf die Bahn und gingen in einen leichten Canter über, der immer flotter wurde. Als alle bereit waren, liessen wir die Pferde anziehen und über die folgenden 1000 Meter mit einem guten, aber nicht maximalen Tempo laufen. Danach feuerten wir alle zu einem Sprint über 2 furlongs (400 Meter) an. Sofort schoss Sumerian unter mir nach vorne und verlängerte die Tritte nochmals, bis sie auf ihrer aktuellen Rekordgeschwindigkeit war. Ich war jedes Mal aufs Neue beeindruckt von der Kraft der Stute. Doch auch Caligari folgte uns dicht, und – zu meiner Überraschung – Cool Cat, der sich langsam von hinten vorarbeitete. Er holte meine Stute sogar beinahe ein. Nur Frame schüttelte wieder unwillig den Kopf und kam irgendwie nicht so richtig in Fahrt. Ich hatte den Rappen Cool Cat immer unterschätzt, da er beim Kauf nur meine zweite Wahl gewesen war. Doch er hatte mir inzwischen gezeigt, dass er womöglich sogar mehr drauf hatte als mein ehemaliger Favorit, den sich mein Kumpel geschnappt hatte. Ich brannte schon darauf, die beiden beim ersten Rennen im Frühling gegeneinander laufen zu sehen. Ich war sicher, dass Cool Cat eine von Erfolgen gekrönte Zeit vor sich hatte. Und auch Frame wird irgendwann noch aufblühen, dachte ich schmunzelnd und beobachtete den Schecken, als wir bremsten und zurück in den Trab fielen. Er hatte schliesslich genug Startschwierigkeiten gehabt. Ich klopfte Sumerian zufrieden auf den grauen Hals und wischte ihre feine Mähne wieder auf die richtige Halsseite. Wir trabten noch eine Weile, dann führten wir die vier zurück zum Hauptstall, wo sie zum Trockenlaufen mit der Abschwitzdecke in den Freilauftrainer kamen.
    19 Jan. 2016

    Occulta
    Galopptraining L-M

    Zuallererst stand heute das Renntraining mit der unerfahrendsten Gruppe an. Kaythara, Dublin, Ciela, Sumerian und Frame machten zwar täglich Fortschritte, konnten aber noch lange nicht mit der Geschwindigkeit und Ausdauer der älteren Rennpferde mithalten. Ich übernahm den Ritt auf Ciela, für die ich diesen Monat eingetragen war. Die schneeweisse Winter Nachkommin hatte das letzte bisschen Winterfell schon vor Wochen verloren und hatte nun sehr feines, kurzes Sommerfell. Nur dass es weiss war, erschwerte das Putzen. Man sah jeden Grasflecken darauf, weshalb ich mir Zeit nahm und sie schon früher in der Stallgasse anband als die anderen. Zunächst striegelte ich den ganzen Körper mit dem Gummistriegel gründlich durch. Sogar auf der Stirn löste ich so ein paar weisse Haare raus. Danach wischte ich den groben Schmutz und Staub mit einer langen, weichen Bürste raus. Ausserdem passte ich auf, dass ihr keine Haare in die Augen kamen. Als nächstes bearbeitete ich das Fell mit der normalen Bürste, bis auf den ersten Blick alles sauber war. Und zum Schluss kam noch die ‚Politur‘, indem ich mit dem Lammfellhandschuh die letzten Rückstände entfernte. Nun war Ciela, bis auf einen bösen grünen Flecken am Bein, durch und durch sauber. Ich kratzte die hellen Hufe aus, bürstete das weiche Langhaar und holte schliesslich den Rennsattel. Ciela wippte etwas vor und zurück beim Auflegen des Sattels, stand aber still sobald ich angurtete. Manchmal kam es mir vor, als sei sie einfach ungeduldig. Die Trense nahm sie ohne zu zögern in den Mund und kaute sofort darauf herum, während ich versuchte, die Riemen zu schliessen. Als ich es endlich geschafft hatte, standen die anderen Jockeys mit ihren Reittieren schon draussen bereit. Eilig führte ich Ciela raus und stieg auf, dann ritten wir alle gemeinsam in einer Einerreihe zur Bahn. Zunächst wurde gründlich eingewärmt. Ciela war heiss und explosiv; sie wollte kaum im Trab bleiben. Ich liess mich davon aber nicht beeindrucken und sass einfach ruhig obendrauf. Kaythara war genauso hibbelig und zickte gegen Frame, der heute von Quinn geritten wurde. Sie war die einzige, die den Schecken ausser mir einigermassen im Griff hatte, beziehungsweise die einzige, der Frame sonst noch einigermassen vertraute. Bis heute war die Narbe am Hals zu sehen, wo er sich damals fast am Zaun erstochen hatte. Seitdem war er sehr vorsichtig und führte quasi ständig seinen eigenen kleinen Überlebenskampf, auch wenn dazu kein Grund bestand. Er entspannte sich nur wirklich in der Box oder wenn ich dabei war. Sogar auf der Weide erwischte ich ihn manchmal dabei, wie er in unsicheren Runden dem Zaun entlang trabte und nach einem Weg in den Stall suchte. Auch heute war der Junghengst aufgrund der allgemeinen Anspannung etwas verklemmt und guckig, aber Quinn hatte sie Situation im Griff. Sie wusste, dass bei Frame nicht viel mit Druck zu erreichen war, und stattdessen beruhigende Stimmhilfen und sanftes Halskraulen zur Besserung beitrugen. Er hatte in seiner Misslichen Lage beim Zaun gelernt, dass Druck und Schmerz nicht nachliessen, selbst wenn man aufgab. Mein Kraulen hingegen war damals mit seiner Rettung einhergegangen, woran er sich noch gut zu erinnern schien. Sumerian war heute wohl die angenehmste Athletin. Sie arbeitete still mit und reagierte brav auf Aprils Anweisungen. Auch hielt sie sich im Vergleich zu den anderen beim Einwärmen noch vornehm zurück. Die Letzte im Bunde, Dublin, war nicht viel anders als sonst. Sie zog ihr eigenes Ding durch und wartete nur ungerne, bis wir endlich zu den Startboxen ritten. Charly schien etwas unsicher, und das spürte die Stute sofort. Doch sie trug ihn zuverlässig, wenn auch in ihrem Tempo voran. Sie schien fast schon wie ein alter Hase im Rennsport und liess sich ohne grosse Zickereien von Ajith in die Gitterbox führen, zappelte dann jedoch ungeduldig. Mit Ciela hatte ich mehr Mühe überhaupt rein zu kommen – wir brauchten fünf Minuten, bis die Stute endlich ganz drin war. Sobald alle Pferde und Jockeys bereit waren, löste Ajith den Start aus und die Klappen flogen auf. Sofort setzte sich Dublin an die Spitze und brachte eine ordentliche Distanz zwischen sich und uns restlichen. Oliver schrie vom Zaun her „Slow her down you moron, she has to wait or she will be tired after 2 furlongs!“ Genau das geschah. Schon nach kurzer Zeit fiel Dublin wieder zurück und galoppierte den anderen am Ende abgeschlagen auf der letzten Position hinterher. Ich liess Ciela im richtigen Moment ziehen, sodass wir Sumerian beinahe einholten. Es fehlte am Ende nur eine Kopflänge, doch Sumerian entschied diese Runde für sich. Gleich hinter uns folgten Kaythara und Frame, ziemlich genau gleichzeitig. Wir lobten die Blüter und machten noch etwas lockere Galopparbeit, danach ritten wir sie trocken und versorgten sie.
    30 Mai 2016

    Occulta
    Galopptraining M-S

    “Straffer Zeitplan heute, bewegt euch Leute“, verkündete ich fröhlich, als ich den Hauptstall betrat. Die Pfleger wünschten mir einen guten Morgen und fingen sogleich emsig mit dem Füttern an. Wir hatten viel vor: Galopptraining, danach Springstunde mit den Jungpferden, anschliessend Military auf einer auswärtigen Trainingsstrecke. Ausserdem war heute Freitag und damit wie immer öffentliche Reitstunde um 19:00 Uhr. Bis dahin wollte ich den Hof aufgeräumt und sauber haben. Sheela sah mich mit erwartungsvollen, schwarzen Augen an. Ihre gelblichen Krokodilzähne wurden sichtbar, als sie bei meinem Blick zu hecheln begann. „What do ya want? You had your food.“ Sie verdrehte den Kopf nach hinten, denn in diesem Moment kam Jonas rein. Sie sprang ihm freudig entgegen, kehrte dann schwanzwedelnd in seiner Begleitung zu mir zurück. „Soll ich heute Artemis nehmen oder willst du ihn?“, fragte mich der Pfleger, in Bezug auf das Military Training. „Ach nimm du ihn, ich hab ja für diesen Monat Satine, und mit der mach ich eh auch mit.“ Er nickte zufrieden und fuhr mit seiner Arbeit fort. Ich holte Caligari aus ihrer Box um sie zu putzen. Die braune Stute mit dem weissen Gesicht hatte bereits seidig glänzendes Fell und bloss ein paar Strohhalme im Schweif, da Ajith sie am Vortag abends nochmal gründlich geputzt hatte. Das machte er manchmal einfach so aus Spass, wenn er nichts mehr zu tun hatte. Manchmal fragte ich mich, ob der dunkelhäutige Pfleger überhaupt ein Privatleben hatte. Mir kam sein Einsatz jedenfalls gerade gelegen. Ich bürstete den Schweif und die Mähne durch, kratzte die Hufe aus und bandagierte Cab’s Beine. Die Stute hob die Vorderbeine dauernd, sodass ich etwa viermal neu starten musste. Dafür hielt sie diesmal beim Satteln still. Ich schob ihr noch die Trense ins Maul, dann war ich fertig und führte sie hinaus. In der ersten Morgengruppe waren ausser uns noch Frame, Chiccory, Kaythara, Ciela und Coulee. Heute standen Kopf-an-Kopf Sprints an, also war das Training besonders anspruchsvoll. Cab arbeitete sich wie eine Dampflock Zentimeter um Zentimeter vor, doch immer wenn sie etwas nachliess, schloss Kaythara wieder zu ihr auf. Ich lobte April, die ihr Reittier hervorragend unter Kontrolle hatte. Auch Charly und Rita schlugen sich heute ausnahmsweise sehr gut: sie fegten nach uns mit Ciela und Coulee über die Bahn und blieben wie befohlen dicht beieinander. Mein Herz wurde warm als ich Coulee und Rita beobachtete. Die scheue Stute war in letzter Zeit schon viel offener geworden. Weil Rita noch nicht so erfahren als Jockey war, machte sie der Stute auch nicht so viel Druck, sodass sie sich optimal entfalten konnte. Es kam mir fast vor, als nehme Coulee die Aufgabe wahr, auf Rita aufpassen zu müssen. Dadurch war sie wohl zu beschäftigt um sich wie üblich zu verspannen oder vor harmlosen Dingen zu erschrecken. Jedenfalls lief Coulee erstaunlich schwungvoll und konstant für ihre bisherigen Verhältnisse. Ciela nahm Charly, der ebenfalls noch Anfänger war nicht ganz ernst; das erkannte ich daran, dass sie nicht richtig untertrat und immer wieder den Kopf runterzog, um ihm die Zügel zu klauen. Oliver hatte es bemerkt und rief ihm ein paar Tipps zu, bevor ich selbst den Mund aufmachen konnte. Ich nickte still und zufrieden, dann beobachtete ich Quinn mit Frame und Lily Parker, die auf Chiccory mal wieder eine tolle Figur machte.

    Gleich im Anschluss fand ein spannendes Trainingsrennen zwischen Sumerian und Cool Cat statt, das ich mir nicht entgehen lassen wollte. Ich versorgte Cab und ihr Zubehör, und hastete dann zur Bahn, wo auch schon Oliver, Lisa und Lewis standen. Quinn folgte hinter mir. Wir waren alle gespannt, welches von den zwei Rennpferden gewinnen würde, denn sie waren in den letzten Trainingseinheiten immer gleichauf gewesen. Cool Cat war innert kürzester Zeit in die höheren Rennklassen aufgestiegen und holte einen Sieg nach dem anderen. Hatte man mich ein halbes Jahr vorher gefragt, hätte ich das nicht für möglich gehalten. Der Hengst war schliesslich nur meine zweite Wahl gewesen, nachdem das Pferd das ich eigentlich gewollt hatte schon vergeben gewesen war! Nun brachte mich dieser Italienische Charmeur immer wieder zum Schmunzeln, weil er mit Leichtigkeit an den eigentlichen Favoriten vorbeizog. So auch heute: er schlug Sumerian knapp aber eindeutig mit einer halben Länge Vorsprung.

    Auch beim Training der Top-Pferde sah ich kurz zu, ehe ich meinen weiteren Aufgaben folgte. Hier lief seit neustem auch Caspian mit, der dank des harten Trainings mittlerweile in den höchstdotierten Rennen glänzte.
    31 Juli 2016

    Occulta
    Galopptraining S-S*

    “Occu, Paint has remarkably improved in both speed and strength. I almost believe she was never better“, überlegte Oliver laut. „Guess you’re right. See, back then I told you it would be too early to retire her just because of that weak leg.“ „Das geht nicht, ein Rennpferd kann kein Comeback nach Beinproblemen haben. Das ist einfach nicht möglich“, hatten sie gesagt. „Sie wird nie mehr dieselben Leistungen bringen wie zuvor.“ Ich sah in die eisblauen Augen der Stute. Ihr Blick war kein bisschen müde oder ausgebrannt, sondern entschlossen wie eh und jeh. Sie zuckte gelangweilt mit der Unterlippe und stampfte zwischendurch ungeduldig. Ihre Vorderbeine waren schlank und wohlgeformt, die Sehnen frei von Knubbeln und schön strukturiert. Defying the odds? Challenge accepted. „It was mainly your hard training, that made this possible.“ Oliver klopfte mir auf die Schulter und meinte scherzend: „Of course. She’s one of my favourite athletes – those are the ones, who suffer the most.“ Ich grinste und klopfte der Stute Mitleidvoll auf den Hals. „You’re gonna ride her by your self today, right?“, fragte Oliver, die Antwort bereits kennend. „Schau, dass du sie wirklich forderst, sie darf ruhig an ihr Konditionslimit kommen. Wir müssen sie weiterhin hart rannehmen, damit sie trotz ihres zunehmenden Alters mit den Jungspunden mithalten kann.“ Ich nickte, erstaunt, dass er sich die Mühe machte auf Deutsch mit mir zu reden. „You wanna practise your language skills or what? I can speak perfect English u know”, neckte ich ihn. Wir lachten und ich wandte mich wieder Painting Shadows zu. „Alright baby, we’ll do this.“, sagte ich leise und liebevoll zu ihr. Ich striegelte und bürstete sie gründlich; auch am Bauch, wo sie etwas kitzlig war. Das Langhaar pflegte ich, bis man mit den Fingern ohne hängenzubleiben hindurchfahren konnte und es wieder seidig glänzte. Die paar weissen Strähnen die sie im Schweif hatte, sahen ein wenig aus wie altersbedingte Grauheit, aber irgendwie passten sie doch ganz gut ins Gesamtbild der jungen Stute. Sie liess mich ihre Hufe ohne Probleme auskratzen und hielt auch still, als ich ihre Nüstern mit dem Schwamm reinigte. Obwohl es erst halb sechs Uhr war, fühlte ich mich fit und wach nach unserem Entscheid. Auch Paint war es gewohnt, früh aufzustehen und dafür über den Mittag noch ein wenig zu dösen, wie es die allermeisten meiner Vollblüter taten. Ich massierte die Schulter des nachtfarbenen Vollbluts, um allfällige Verspannungen zu lösen und es fit für die bevorstehende Anstrengung zu machen. Die intelligente Stute drehte den Kopf und zeigte mir mit der Schnauze, dass eine Stelle am Vorderbein sie juckte. Ich kratzte und knetete; die Stute verzog genüsslich die Oberlippe. Ich prüfte auch gleich, ob ihre Hufe schön kühl und die Strukturen alle intakt waren. Dann bandagierte ich alle vier Beine mit Paints anthrazitfarbenen Bandagen, sodass sie schön gleichmässig und fast wie aufgemalt aussahen. Ich fand, dass sie ihr äusserst gut standen, doch in erster Linie dienten sie natürlich dem Schutz der Beine. Im Training trugen die meisten der Rennpferde Bandagen, mit Ausnahme derjenigen, die sie nicht mochten und dadurch abgelenkt wurden. Nun holte ich Paints Sattel und Zaumzeug. Es war ziemlich neblig draussen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und wegen des nahen Flusses. Auch kam es mir heute Morgen zum ersten Mal wieder richtig frisch vor, sodass ich beschloss, die Nierendecke mitzunehmen. Als erstes legte ich das Gelpad auf Paints Rücken. Dann warf die königsblaue Decke darüber, darauf achtend, dass nichts verrutschte. Ich zupfte sie zurecht, dann legte ich den Trainingssattel auf, der etwas schwerer und stabiler als der richtige Rennsattel war. Ich befestigte den elastischen Gurt auf der rechten Seite und legte dann von links her die Schaumstoffunterlage darunter, ehe ich den Gurt anzog. Nun folgte der Übergurt, der ein Verrutschen des Sattels verhinderte. Er wurde ordentlich über die Mitte des Sattels und den ersten Gurt gelegt, sodass man von aussen fast nicht sah, dass zwei elastische Bänder vorhanden waren. Nun legte ich noch den Lederriemen um ihren Hals, an dem ich mich beim Start und zwischendurch festhalten konnte. Ich holte meinen Helm und die Jockeybrille und kleidete mich damit ein, bevor ich Paint zäumte und rausführte. In unserer Gruppe waren auch Iskierka und Winter, die nach ihren Wehwehchen wieder voll einsatzfähig waren; ausserdem Sympathy of the Devil, Coulee, Rosenprinz und Pointless. Rosenprinz war nur dabei zum Konditionsaufbau für seine Military Karriere, von ihm erwartete ich keine Bestzeiten. Wir stiegen alle auf und folgten Lisa und Moon, die heute als Trackpony im Einsatz war, zur Bahn. Beim Galoppweg bogen wir ab und trabten an. Zunächst wärmten wir die Vollblüter auf einer ganzen Runde im Trab auf, allen voran ging wieder Moon. Dann folgte eine Runde flotter, aber kontrollierter Canter auf der richtigen Rennbahn, wobei wir in Zweiergruppen nebeneinander blieben. Es war auch eine Gehorsamkeitsübung für die Pferde, die wohl am liebsten einfach im Renngalopp davongeschossen wären. Moon war inzwischen wieder verschwunden – Lisa und sie gingen heute noch ins Gelände. Wir formierten uns nun, noch immer im Galopp, zu einer Front, bis alle etwa auf gleicher Höhe waren. Ein ‚freier Start‘. Auf Olivers Kommando hin, der neben der Null-Marke der Bahn stand, starteten wir das Trainingsrennen. Es ging weniger darum, wer dabei gewann, sondern vielmehr um die individuellen Intervallziele der einzelnen Pferde. Wir ritten in einem ordentlichen Grundtempo und bauten alle paar Hundert Meter Sprints ein, die die Vollblüter in einer gewissen Zeit durchlaufen mussten. Kontrollieren taten wir das mit Gefühl und mit Armbandstoppuhren. Über die letzten zwei furlongs, also 400 Meter, wurde nochmal alles gegeben, wobei es auch hier eine Mindestzeit gab, die wir einzuhalten versuchten. Gemäss dem aktuellen Trainingsstand kam Iskierka als erste durchs Ziel. Danach folgten Winter und Paint. Pointless war mal wieder am rumzicken, schaffte es aber trotzdem, vor Devil im Ziel zu sein. Potential hatte sie eben doch genug, nur an der Einstellung mussten wir arbeiten. Devil war noch immer rasch ausser Puste und hatte ordentlich geschwitzt, trotz der kühlen Temperaturen. Von Coulees Leistung war ich begeistert, denn die Stute hatte sich deutlich gesteigert, was für mich bedeutete, dass sie sich wieder zunehmend wohler fühlte auf der Bahn. Rosenprinz trudelte als letzter ein, hatte aber seine Leistung bestens erfüllt. Wir trabten die Pferde aus und ritten zum Hauptstall zurück. Der Nebel war verschwunden und die Morgensonne begann damit, die frische Luft langsam aufzuwärmen. Es war erst halb sieben, aber die Natur erwachte bereits in allen Ecken des Hofes. Es würde bestimmt wieder ein schöner Tag werden. Wir sattelten die Pferde ab und übergaben die Ausrüstung gleich der nächsten Gruppe, die schon in der Stallgasse blitzblank geputzt bereitstand. Ich ritt bei denen nicht mit, aber musste Coach spielen, weil Oliver diesmal im Sattel von Frame mit dabei war. Ausser Ihm waren noch Spotted Timeout, Chiccory, Shades of Gray, Cassiopeia und Sumerian mit dabei. „Die Nicht-Invalidengruppe“, scherzte Jonas, der Trackpony Calico ritt. Wir setzten jetzt wieder mehr auf die ‚Ponys‘, weil es gerade die Jungpferde deutlich beruhigte und einfach praktisch war. Ich folgte der Gruppe, die im Gänsemarsch zum Galoppweg ritt, nachdem ich Paint wie die anderen in die Führanlage zum Auskühlen gebracht hatte. Während sie sich eintrabten, plauderte ich mit Ajith, der es ebenfalls liebte, seinen Schützlingen beim Training zuzusehen. Er hatte während der ersten Trainingseinheit die meisten der neuen Pferde geputzt. Ohne ihn lief hier gar nichts. Das Training der zweiten Gruppe verlief reibungslos. Ich war immer froh, wenn alles so gut klappte, denn im Hinterkopf hatte ich immer die Bilder von stürzenden Pferden und wüsten Beinverletzungen. Der Rennsport war ein Risiko, das konnte niemand bestreiten. Aber Pineforest war bisher von solch dramatischen Bildern verschont geblieben, was sicherlich auch mit unseren sorgfältigen Trainingsmethoden zu tun hatte. So legten wir beispielsweise grossen Wert darauf, dass die Jungen Pferde genügend Muskeln aufgebaut hatten, bevor sie in höheren Rennen starteten, auch wenn sie die nötigen Geschwindigkeiten schon erreichten. Auch das Skelett und das gesunde Wachstum waren mir sehr wichtig, weshalb Tierärzte und Osteopaten regelmässig zu Routineuntersuchungen bestellt wurden. Mein Ziel war es nicht, möglichst viele Erfolge in kurzer Zeit zu erzielen, sondern vielmehr kontinuierlich ein ganzes langes Pferdeleben hindurch gute Leistungen zu sehen. Daher wurden Pineforests Rennpferde auch öfter Dressur geritten als andere – nämlich um die Grundlage für später und eine solide Ausbildung trotz Rennkarriere aufzubauen.

    Sumerian stach heute besonders hervor. Das Kraftpaket von Stute war mittlerweile so gut, dass Oliver und ich beschlossen, sie wie Caspian und Cool Cat in den höchstdotierten Rennen starten zu lassen. Mit ihren geschmeidigen, raumgreifenden Galoppsprüngen schien sie spielend leicht den Abstand zwischen sich und den anderen zu vergrössern. Nach dem Training lobte ich April dafür, dass sie Sumerian heute so gut geritten hatte. Auch diese Pferde wurden noch im Führkarussell abgekühlt, Cassy und Chiccory durften danach ausserdem unter die beiden Solarien.
    31 Aug. 2016

    Occulta
    Springtraining E-A

    Es war Freitag und heute stand wieder viel auf dem Plan. Zuerst wollte ich ein Spezialtraining ausserhalb der Rennbahn mit den Vollblütern machen. Es ging dabei um ein ausgezeichnetes Training für die Hinterhand und den Gehorsam: Springen. Dran kamen One Cool Cat, Framed in History, Kaythara, Cabinet of Caligari, Sumerian, Sympathy of the Devil und Rosenprinz. Sie alle (ausser Rosenprinz natürlich) waren bisher nur beim Einreiten ein paarmal über Cavaletti gesprungen, also noch völlig unerfahren. Wir hatten deshalb für den Anfang ein paar niedrige, einfach anzureitende Steilsprünge und Kreuze aufgestellt. Wir ritten in der Halle, damit die jungen Pferde durch nichts abgelenkt wurden. Doch zuerst mussten wir natürlich Putzen und Satteln. Ich holte Sympathy aus ihrer Box und begann, dass grau gesprenkelte Fell zu bürsten. Die blauen Augen der Stute musterten mich dabei immer mal wieder – vielleicht hatte ich ja ein Leckerli in der Tasche. „Nach der Arbeit, meine Süsse“, murmelte ich nach einer Weile schmunzelnd. Ich kratzte die Hufe aus und entwirrte das Langhaar, dann holte ich auch schon den Sattel. Ich sah, dass Quinn und Rosie, die heute endlich auch mal wieder bei uns mitritt, auch schon fast fertig waren. Wir führten Sympathy, Frame und Kaya zur Halle. Vor dem Aufsteigen liefen wir noch eine Weile am Boden neben den Pferden mit und plauderten miteinander, denn wir hatten es ja nicht eilig, bis die anderen auch hier waren. Frame wollte immer wieder abbiegen und zu mir kommen. „Tut mir Leid, mein Grosser, du musst heute wiedermal bei Tante Quinn bleiben“, murmelte ich liebevoll zu dem Schecken. Ich wusste, dass er am liebsten mit mir arbeitete – das zeigte er allen anderen Pflegern immer überdeutlich. Aber ich konnte in nunmal nicht 365 Tage im Jahr babysitten. Ich hatte ausser ihm noch viele andere Lieblinge, die meine Aufmerksamkeit verlangten. Wenigstens akzeptierte er Quinn als Reiterin, nachdem sie mühsam sein Vertrauen gewonnen hatte. Charly, April, Parker und Rita kamen schliesslich ebenfalls in die Halle und wir stiegen allesamt auf, um unsere Pferde einzuwärmen. Elliot gab uns schon jetzt lockernde Lektionen vor. Bei ihm wurde jede Minute des Trainings ausgenutzt. Sympathy ging fleissig vorwärts und streckte sich sofort in die Triefe, wannimmer ich sie liess. Wir drehten Volten und übten ein paar Seitengänge. Ausserdem mussten wir viele Übergänge reiten und die Pferde in den Ecken korrekt biegen. Als auch das letzte Pferd entspannt mit den Ohren wackelte und ans Gebiss trat, begannen wir mit einem Kreuz. Rita und Rosenprinz machten es allen vor, denn der buckskin farbene Hengst kannte das Springen natürlich schon vom Military her. Trotzdem war es auch für ihn etwas anderes, den begrenzten Platz in der Halle ausnützen zu müssen. Ich ritt den beiden in gesundem Abstand hinterher, damit sich meine Stute gleich anhängen konnte. Sympathy wusste gar nicht so recht, wie ihr geschah: ich trieb sie darauf zu und versuchte, einfach mitzugehen ohne sie zu behindern. Ich begrenzte sie jedoch trotzdem ausreichend seitlich, damit sie nicht ausweichen konnte. Sie hüpfte etwas zögerlich über die bunten Stangen und machte danach ein paar Galoppsprünge, dann parierte ich sie in den Trab zurück und lobte sie ausgiebig. Hinter uns folgten Charly und Caligari. Kaythara wollte zuerst vor dem Kreuz abbremsen, doch Rosie trieb sie weiter, bis sie im Schritt darüber stolperte. Sie ritt danach gleich nochmal heran und diesmal klappte es. Manchmal scheint es, als müssten sie zuerst eine unsichtbare Mauer durchbrechen, überlegte ich schmunzelnd. Auch Frame wollte zögern, doch Quinn reagierte rechtzeitig und schickte ihn vorwärts. Er nahm einen etwas unschönen Satz über das eigentlich total niedrige Hindernis, aber immerhin landete er sicher auf der anderen Seite. „Aus dir wird wohl kein Springtalent“, bemerkte ich lachend an Quinn und den Schecken gewandt, als sie zu uns stiessen, um den anderen nicht im Weg zu sein. Nachdem alle das erste Hindernis überwunden hatten, fuhren wir mit einem Steilsprung fort. Danach folgten bereits zwei Steilsprünge hintereinander. Mehr mussten die Pferde heute noch nicht leisten; das reichte Elliot und mir für’s Erste. In den folgenden Wochen würden wir sie langsam an einen kleinen Parcours gewöhnen und uns danach wieder auf die Dressur konzentrieren.

    Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes. Lewis, Lisa, Jason und Linda kamen mit fünf der Miniature Horses in die Halle. Lewis übergab Nachtfalke an Elliot, der ein überraschtes Gesicht machte. „Now it’s your turn. Show them how you do it“, erklärte Lewis grinsend. Er trabte mit seinem Lieblingsmini Kicks-a-Lot ein paar Runden auf der Volte, dann führte er sie auf das erste Hindernis zu und hüpfte mit ihr darüber. „Sehr elegant, Lewis!“, kommentierte ich lachend. „Kannst du das nachmachen, Elliot?“, meinte Lisa herausfordernd, und lief mit Lady Diva from the Sky hinterher. Auch Silhouette of a Rose und Papillon d’Obscurité waren dabei. Wir sahen noch eine Weile zu und bewerteten Elliots Springstil, dann versorgten wir die Vollblüter, die das Geschehen ebenfalls interessiert beobachtet hatten. Die Minis blieben noch in der Halle für ein ernsthafteres, halbstündiges Training.
    30 Sep. 2016

    Occulta
    Military E-A

    Auch ein Militarytraining stand heute Vormittag an. Doch nach dem Galoppieren mit den Jungpferden wollten wir uns alle erstmal einen Tee gönnen. Wir versammelten uns in der Reiterstube und besprachen den weiteren Tagesablauf. Ich nippte entspannt an meiner Tasse und lehnte mich an Jonas. Er würde zum Militarytraining nicht mitkommen, weil er in der Zwischenzeit hier auf dem Hof zu tun hatte. Aber ich war sowieso nicht der Typ Frau, die ständig an ihrem Liebhaber kleben musste. Solange ich wusste, dass wir abends Zeit für uns hatten, war alles in bester Ordnung.

    Wenig später putzten wir die Pferde und trafen uns im Inneren der Ovalbahn, dem hauseigenen kleinen Geländeparcours. Es waren zwar nur wenige bescheidene Hindernisse hier, aber das reichte für unser Vorhaben, nämlich ein paar der Vollblüter ans Geländespringen zu gewöhnen. Ich ritt natürlich wieder auf Framed in History, der an mir hängte wie eine Klette. Er war total zufrieden und wackelte mit den Ohren, sobald ich aufstieg und losritt. „Wenn du nur bei den anderen Pflegern auch so brav laufen würdest“, murmelte ich kopfschüttelnd. Ausser Frame waren auch Coulee, Cabinet of Caligari, Kaythara, Captured in Time, Sympathy of the Devil und Cassiopeia dabei. Ausserdem hatten sich David, Lisa und Thomas mit Bluebell, Sugar and Sweets und Parányi dazugeschlichen. So waren es ganz schön viele Pferde für den kleinen Parcours, aber mit etwas Management durch Oliver kamen wir aneinander vorbei. Zunächst wärmten wir uns alle ein, wobei die Jockeys mit den Vollblütern Olivers Anweisungen folgten und die anderen drei ihr eigenes Programm abspulten. „Occu hands up, you’re holding them too deep“, erinnerte der Trainer mich, als ich gerade kleine Volten ritt. Frame gab sofort im Genick nach und wurde ganz leicht. Ich lächelte vergnügt über den Eifer des Hengstes und lobte ihn. Als die Aufwärmphase durch war, übersprangen wir ein paar leichte Hindernisse. Zunächst einzelne, und gegen Schluss des halbstündigen Trainings einen einfachen Parcours aus fünf Hindernissen. Frame zögerte ab und zu, aber sobald ich ihm nochmals durch Schenkeldruck versicherte, dass er auf dem richtigen Weg war, sprang er jeweils mutig über die Naturhindernisse hinweg. Devil hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit mit Charly beim Wassergraben, ging aber nach zwei Versuchen wiederwillig doch hindurch. Cassy wurde im Verlaufe des Trainings ziemlich heiss und Rita musste sie gut zusammenhalten, damit sie nicht zu flach über die Hindernisse kam. Coulee schien das Springen ebenfalls zu gefallen, jedenfalls machte sie einen Fahnenschweif und hielt die Ohren stets nach vorne gerichtet, ausser wenn sie gerade absprang; dann klappte sie sie konzentriert nach hinten. Caligari und Kaythara wussten beide nicht so recht, was sie von dem Busch-Hindernis halten sollten. Caligari verweigerte sogar einmal, was aber laut Oliver einzig und allein Parkers Fehler gewesen war. Die beiden Reitponys hielten sich übrigens auch nicht schlecht unter ihren ganzen langbeinigen Kollegen. Bluebell und Sweets flitzten wendig und geschickt um die Kurven und galoppierten uns ordentlich um die Ohren. Parányi und Tom übten an schwierigeren Hindernissen, denn die schwarze Stute war bereits fortgeschritten im Geländespringen. Einmal streifte Frame mit den Vorderbeinen den Baumstamm – ein Zeichen für mich, dass er langsam müde wurde. Zum Glück hatte ich ihm die besonders gut schützenden Geländegamaschen angezogen. Ich machte also nur noch ein paar letzte Sprünge, bevor ich es gut sein liess. Am Ende lobte ich ihn ausgiebig und liess ihn am langen Zügel austraben. Es war ein erfolgreiches, Unfallfreies Training gewesen.
    30 Nov. 2016

    Occulta
    Galopptraining S**-S***

    Es war bereits der letzte Januartag, und ein besonders schöner noch dazu. Der Himmel war tiefblau und der eisige Wind, der den Schnee auf den Feldern verwirbelte, zauberte skurrile Landschaften. Während Oliver sich ärgerte, weil die seit wenigen Tagen endlich wieder eisfreie Strasse nun wieder mit Schnee bestaubt wurde, freute ich mich auf das heutige Training mit den Pferden. Es war harte Arbeit angesagt; in erster Linie ging es um die Körungsvorbereitung. Die jungen Pferde mussten noch viel lernen und es machte für mich keinen Sinn, ein ‚grünes‘ Pferd vorzustellen. Den Richtern gefielen wohlbemuskelte, ausbalancierte und gut erzogene Pferde schliesslich auch besser. Als erstes stand Renntraining auf dem Plan. Während die meisten Vollblüter am Morgen bereits ihr Winter-Fitness-Programm genossen hatten, kamen nun am frühen Nachmittag Coulee, Framed in History, Cabinet of Caligari und die sechs jüngsten Rennpferde auf ihre Kosten. Mir blieb wiedermal fast nichts anderes übrig, als meinen Frame zu reiten, da der Hengst bei mir einfach am besten lief und Quinn noch bis nächste Woche in den Ferien war. Ein Hauch Missmut erweckte das aber schon, zumal ich doch so gerne einen der Youngsters trainiert hätte. Nächste Woche eben wieder, dann ist Quinn auch wieder da. Ich holte den Schecken aus seiner Box und begann ihn zu putzen. Zunächst massierte ich ihn gründlich mit dem Gummistriegel, um den Staub und ausgefallenes Fell zu lösen. Dann spickte ich alles mit der langborstigen Staubbürste weg. Bereits danach begann Frames Fell schön zu glänzen, aber ich bearbeitete es trotzdem noch mit der Kardätsche und zuletzt mit der feinen Bürste, wie es Routine war. Wären wir jetzt an ein Rennen gegangen, hätte ich sogar zusätzlich noch mit einem Tuch oder Fellhandschuh und etwas Glanzspray den ultimativen Feinschliff gemacht. Das Langhaar hatte ich vor dem Durchgang mit der Kardätsche gekämmt, sodass der daraus fallende Staub nicht zuletzt noch auf das saubere Fell rieselt. Auch Frame’s zweifarbiger Schweif war bereits seidig und knotenfrei, wie es sich gehörte. Nun musste ich nur noch Hufauskratzen, danach konnte ich satteln. Frame gab seine Hufe artig, zog mir aber nach einer Weile den einen Vorderhuf aus der Hand und scharrte ungeduldig. Ich stupste ihn streng, woraufhin er ihn wieder stillhielt. Nun legte ich ein Stück Chamois Leder auf seinen Rücken, damit der Sattel während dem Training nicht verrutschen konnte. Darüber kam die dünne Baumwoll-Satteldecke. Dann legte ich das schützende Pad auf und faltete die Satteldecke vorne ein Stück weit darüber. Bevor ich den Sattel auflegte und mit dem gepolsterten Trainingsgurt festgurtete, platzierte ich noch ein kleines Lammfellpad hinter dem Widerrist, damit dieser auch wirklich ausreichend geschützt war. Manche Pferde brauchten das, andere nicht, da die Sättel nicht individuell auf die Pferde angepasst waren, sondern grundsätzlich für jedes Pferd verwendet wurden. Manche hatten auch anstelle eines Pads einfach eine dicke Satteldecke, manchmal sogar zwei, oder eine halb gefaltete. Für Frame war aber meine soeben angewandte Lösung bisher die beste und hatte noch nie Druckstellen oder abgebrochene Haare verursacht. Ich zäumte den Hengst und führte ihn nach draussen, gemeinsam mit den anderen Jockeys. Ajith und Oliver halfen uns beim Aufsteigen, dann ritten wir im Gänsemarsch zum Galoppweg, um uns auf einer Trabrunde aufzuwärmen. Merino lief zufrieden direkt hinter Simba Twist. Die beiden waren richtig gute Kumpel und hatten schon als Fohlen immer zusammen gespielt. Kaythara platzte fast vor Energie und tänzelte ungeduldig, wannimmer wir bremsen mussten. Auch Caligari liess sich davon etwas anstecken, aber das Gezapple der beiden war harmlos. Wir machten auf der Bahn einen freien Start, indem wir eine saubere Linie bildeten. Danach trainierten wir zwar alleine, aber so hatten es die Pferde einmal mehr geübt. Ich überholte mit Frame Miss Moneypenny und Cryptic Spots, damit ich niemanden mehr im Weg hatte. Dann nahm ich ihn wieder etwas zurück und gleiste ein anspruchsvolles Intervalltraining mit 2-furlong-sprints auf. Frame kam dabei ganz schön ins Schwitzen, sodass ich ihn nach dem Training gründlich mit dem Schwamm waschen musste. Den ganzen Körper wollte ich aufgrund der Aussentemperaturen nicht abspritzen. Auch Primo Victoria hatte viel geschwitzt und schnaufte noch lange nach dem austraben. Wir wuschen alle Pferde mit dem Schwamm und brachten sie danach direkt mit Abschwitzdecke in die Führmaschine oder übergaben sie einem Pfleger, damit sie sich trockenlaufen konnten. Zwischendurch boten wir ihnen auch etwas zu trinken an. Nach einer guten halben Stunde brachten wir die Pferde in die Boxen und gaben ihnen ihre Karotten zur Belohnung.
    31 Jan. 2017

    Occulta
    Springtraining A-L

    Nach dem Renntraining mit den Ponys wurde es nochmal etwas ernster: eine Springstunde bei Elliot stand an, das bedeutete Arbeit. Heute mit dabei waren Calico, Flintstone, Coulee, Framed in History, Kaythara und Sumerian. Und weil Lily mit ihren Hausaufgaben schon fertig war, hatte ich ihr erlaubt auf dem Viereck mit Rumpelstielzchen ebenfalls ein paar Sprünge zu üben – natürlich vom Boden aus. Für diesen Monat war mir eigentlich Kaythara zugeteilt worden, aber ich musste mal wieder Frame reiten, weshalb Jonas für mich die blue roan Stute übernahm. Frame war nunmal immernoch schwierig zu händeln, ausser bei ganz bestimmten Personen – wie mir und Quinn. Aber Quinn war ausser Haus. Wir putzten die Pferde und ritten sie in der Halle warm bis Elliot kam. Der Parcours stand schon, aber er hatte noch seinen Kaffee fertig trinken wollen. Er liess uns die Zügel aufnehmen und zunächst über ein paar Stangen traben. Danach machten wir Gymnastiklinien mit den noch am Anfang der Springpferdeausbildung stehenden Pferden. Flint war ein Sonderfall, er machte eigentlich nur mit, weil das ganze auch eine gute Stärkung für seine Hinterhand war und den Rücken lockerte. Die Hindernisse waren nicht höher als 70 Zentimeter, also kam er auch als spring-unerfahrenes Westernpferd mit Leichtigkeit darüber. Für Sumerian, Frame und Kaya stellte Elliot die Hindernisse am Ende der Stunde noch etwas höher, denn sie waren schon ein wenig weiter als die anderen. Sumerian warf dann doch noch eine Stange runter, aber sonst lief sie einwandfrei. Kaya hingegen war manchmal noch etwas skeptisch was Plankensprünge und Oxer anging. Wenn es ihr zu bunt wurde (im wahrsten Sinne des Wortes) drehte sie in letzter Sekunde doch noch ab und machte Lewis so das Leben schwer. Wir liessen trotzdem alle zufrieden austraben und ritten noch etwas Schritt draussen auf dem Galoppweg.
    31 März 2017

    Die Kür

    So lange hatte ich für diesen Moment geübt. Gut, eigentlich war Framed in History als Rennpferd ja Publikum gewöhnt, aber es war eben doch etwas anderes, wenn keine anderen Pferde mitliefen und man in langsamem Tempo brav neben einem selbst schon aufgeregten Zweibeiner laufen musste. Mit jemand anderem als mit mir oder Quinn wäre der Hengst wohl einfach durchgebrannt, ganz nach dem Motto „Ohne mich, Leute.“ Doch er nahm für mich all seinen Mut zusammen, das sah man ihm förmlich an. Die Ohren gespitzt, die Augen misstrauisch schielend, der Gang etwas verkürzt und tänzelnd – aber das Führseil hing durch und er folgte brav jedem meiner Schritte. Immer wieder strich ich ihm beruhigend über den Hals und redete mit ihm, um ihn von all den anderen Geräuschen abzulenken. Bei Frame war nunmal eine unvorteilhafte Kombination aus schwierigem Charakter und Schicksal zusammengekommen, resultierend in einem verstörten, hyperempfindlichen, jungen Pferd das sich nur von ganz bestimmten Personen händeln liess. Trotzdem wollte ich keinen Moment mit ihm missen, denn wenn er Vertrauen gefasst hatte, gab er einem alles zurück und wuchs über sich selbst hinaus. Vielleicht nicht der beste Renner aller Zeiten, bestimmt nicht das Charakterfesteste Pferd aller Zeiten, und ganz sicher nichts für Anfänger oder Kinder – dafür aber ein echter Hingucker mit grossem Herz. Und gerade weil er so ungewöhnlich war, war der heutige Tag so unglaublich wichtig und machte mich überaus stolz, dass wir es überhaupt so weit geschafft hatten. Ohne die Hilfe von grossartigen Tierärzten und geduldigen Pflegern wäre das nie möglich gewesen. Das dunkle Auge mit der weissen Sclera wandte sich immer wieder rückversichernd an mich, genau wie das nähergelegene der beiden Ohren. Immer wieder huschte ein Lächeln über mein Gesicht, wenn wir ein weiteres ‚Hindernis‘ in Form von Hunden, farbigen Regenschirmen oder Mülltonnen passierten. Es war nicht gerade das beste Wetter, das man sich hätte aussuchen können für eine Körung, aber so war es jetzt und damit mussten wir umgehen. Ich führte den Hengst auf den Sandplatz und hielt vor den Richtern. Ich begüsste sie, dann warfen sie einen ersten Blick auf das Exterieur meines gescheckten Gefährten. Als sie fertig waren, nickten sie zum Zeichen und ich führte Frame in allen, der Aufregung entsprechend etwas verklemmten Gangarten vor. Ob es dennoch reichen würde? Wir machten auch hin und wieder Seitenwechsel, damit beide Richtungen begutachtet werden konnten. Den Galopp musste Frame natürlich alleine meistern, da ich schlichtweg nicht hinterherkam. Er war nicht wirklich begeistert von der Idee und heidenfroh, als er wieder zu mir kommen und sich hinter mir verstecken durfte. „So ein kleiner Angsthase“, schmunzelte ich liebevoll und grüsste die Richter zum Abschied. Der weite Weg hatte sich für mich bereits gelohnt, egal wie das Resultat ausfallen würde.
    Text by Occu, 2892 Zeichen mit Leerzeichen, geprüft bei Lettercount.com

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    Zuletzt bearbeitet: 28 Juli 2017
  4. Cascar

    Cascar Bekanntes Mitglied

    Cascar Wintercape
    Ashqar

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    Stallinterne Informationen
    _________________________________

    Zuchtname des Pferdes: Ashqar ("Kastanie")
    Rufname(n):
    Besitzer: Cascar Winterscape
    Reitweise: Western, Englisch
    Vorbesitzer: Flair
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose

    Tierarzt: Eddi Caen
    Hufschmied:
    Ausbilder: Cascar Winterscape
    Reitbeteiligung:

    Stall: Hengststall
    Weide: außerhalb des Hofes;
    nordwestlich m. Offenstall
    Einstreu: Stroh
    Futter: Heu, Saftfutter;
    Kraftfutter 2x täglich
    Anmerkungen:

    Portrait:

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    Abstammung
    _________________________________


    Von: unb.
    - x -

    Aus der: unb.
    - x -

    Zur Zucht zugelassen:

    Gencode: n. g.
    Vererbung: n. g.
    Nachkommen:


    Exterieur
    _________________________________

    Geschlecht: Hengst (männlich)
    Geburtsdatum: (unb.) 2010
    Rasse: Araber
    Herkunft: Deutschland

    Stockmaß/Endmaß: 155 cm
    Art: Pferd
    Typ: Vollblut

    Fellfarbe: Braunschecke, Tobiano
    Langhaar: schwarz u. weiß
    Abzeichen: Blesse; 4x hochweiß gestiefelt
    Sonstige Erkennungsmerkmale: weißer Fleck,
    innen am rechten Vorderbein


    Interieur
    _________________________________


    freundlich ◆◆◆ bösartig

    introvertiert ◆ extrovertiert

    intelligent ◆◆◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆◆ unsicher

    sozial ◆◆◆ unsozial

    nervös ◆◆◆ beständig

    ausgeglichen ◆◆◆ unausgeglichen

    temperamentvoll ◆◆◆◆ ruhig

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    streitlustig ◆◆◆◆ friedlich

    naiv ◆◆ dominant

    loyal ◆◆◆ untreu

    arbeitsfreudig ◆◆◆◆ faul

    geduldig ◆◆ ungeduldig


    Charakterbeschreibung: Die wohl treffenste Beschreibung für Ashqars Charakter bietet
    das Wort "pfiffig": Der junge Hengst, äußerst menschenbezogen und treu, liebt die
    Arbeit und gibt sich dort als fleißig und zuvorkommend. Er verfügt über ein gewisses,
    rassetypisches Temperament, was ihn zum einen zu einem aufgeweckten, für den
    Distanzsport geeigneten Pferd macht, zum anderen zu einem Gefährten für den
    fortgeschrittenen Reiter.

    Geschichte: Ashqar wurde im Jahr 2010 in Deutschland geboren und siedelte im Jahr
    2017 nach Neuseeland um. Der Liebe genoss eine sorgfältige Grundausbildung und
    verfügt schon im Alter von sieben Jahren über beträchtlich breite Kenntnisse. Nun
    soll er trainiert und langsam auf die Körung vorbereitet werden, allerdings auch im
    Sinne seines Wesens einfach mal Hengst sein dürfen.


    Qualifizierungen & Erfolge
    _________________________________


    Eignung: Distanz, Dressur

    Springen: E A L M
    Military: E A L M S
    Western: LK5 LK4 LK3 LK2
    Distanz: E A L M S S* S** S***

    Galopprennen: E A L M
    Fahren: E A L M S

    Dressur: E A L M S S*
    Gangreiten:
    Wendigkeit: E A L M S S*

    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential


    Auszeichnungen:

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    2. Platz; 253. Fahrturnier | Gewinner der 50. Reiterspiele
    1. Platz; 304. Fahrturnier | 2. Platz; 306. Fahrturnier
    1. Platz; 379. Westernturnier | Gewinner der 67. Reiterspiele
    3. Platz; 309. Fahrturnier | 2. Platz; 299. Militaryturnier
    1. Platz; 400. Westernturnier | 2. Platz; 426. Dressurturnier
    3. Platz; 431. Dressurturnier


    Ausbildungsstand
    _________________________________


    Fohlen ABC:
    Longiert:
    Eingeritten:
    Eingefahren:

    Beurteilung: Ashqar gilt als fleißig, aufgeschlossen,
    lernwillig und ehrgeizig. Er ist aufgrund seiner ansehnlichen
    Grundausbildung vielseitig einsetzbar.

    Gelassenheitstraining:
    Hindernisgewöhnung:
    Hängergewöhnung:
    Startboxgewöhnung:

    Roundpen: lauffreudig, aber schnell unterfordert
    Reitplatz/Reithalle: temperamentvoll, mag die Geschwindigkeit und
    anspruchsvolle Beschäftigung
    Gelände: extrem lauffreudig und abenteuerlustig


    Gesundheitszustand
    _________________________________

    Gechippt:
    Geimpft:
    Bekannte Krankheiten:
    Anmerkungen: top fit

    Hufzustand: gut
    Prüfstand: verfallen
    Beschlag vorn:
    Beschlag hinten:
    Anmerkungen: schmiedtauglich,
    nicht beschlagen

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    Heute hatte ich wieder einen vollen Terminkalender, aber immerhin spielte das Wetter mit. Es war zwar bewölkt, aber die Unwetter der letzten Tage schienen heute aus zu bleiben, so dass ich auch pünktlich auf den Winterscape Stables ankommen würde. Und siehe da, genau 9 Uhr parkte ich vor dem Stall. Cascar hatte mein Auto gehört und kam bereits aus dem Stall gelaufen, um mich herzlich in Empfang zu nehmen.
    Wir tauschten kurz Neuigkeiten aus, ehe wir uns auf den Weg in den Stall machten, wo bereits mein heutige Patient auf mich warten würde. Es war eine reine Routineuntersuchung, dementsprechend standen keine besonderen Aktivitäten auf dem Plan. Ashqar hieß der gescheckte Araber, welcher am Putzplatz auf uns wartete. Er war sieben Jahre alt und aktiv im Sport.
    Sein Steckenpferd war die Distanz und umso wichtiger war es natürlich, dass der Hengst fit und gewappnet war für die langen Etappen. Deshalb hatte Cascar auch immer ein genaues Auge auf ihn. Und aus diesem Grund ließ ich mir den Hengst auch in allen drei Gangarten auf beiden Händen in der Halle einmal vorlongieren. Für ein Distanzpferd war ein gesundes Gangwerk unvermeidbar, weshalb ich heute darauf besonders Acht gab.
    Auch die Beugeprobe führten wir durch, doch bisher sah alles bestens aus. Dann kontrollierte ich die Werte von Herz und Puls, ehe ich noch Lunge und Darm abhörte. Auch die Körpertemperatur lag im Normalbereich und weder Ohren, noch Augen oder Zähne wiesen Probleme auf. Also war Ashqar topfit und ich konnte den Hengst guten Gewissens impfen.
    Herpes und Influenza waren für Turnierpferde Pflicht, ebenso wie Tollwut und Tetanus. Alle vier standen heute an und danach bekam Ashqar noch seine Wurmkur. Cascar bat mich auch, nachzuschauen, ob der Hengst gechippt sei und natürlich kam ich der Bitte direkt nach. Mit dem Lesegerät entdeckte ich den Chip und die Nummer, überprüfte sie mit der im Pass angegebenen und nickte zufrieden. Alles war in bester Ordnung.
    Ashqar hatte es geschafft und durfte zurück in die Box, während ich noch kurz mit Cascar redete, ehe auch ich mich auf den Heimweg machte. - Eddi

    Ashqar wieherte, wie ich es mittlerweile von ihm kannte, als ich am Morgen den Stall betrat. Wie üblich war hier die Luft erfüllt, vom Pferde- und Heugeruch und ich hörte meine Schützlinge friedlich ihr Heu kauen. Einige, wie Empire und Klappstuhl, dösten auch in der Morgensonne auf ihrem Paddock. Und mein Ashqar sah mir mit erwartungsvoll glitzernden Augen und gespitzten Ohren entgegen. Ich trat zu ihm und streichelte seine Stirn, bevor ich vorerst Putz- und Sattelzeug herbeitrug. Dann ging es auch schon an die Säuberung von Fell und Hufen, kurz darauf folgten Sattel, Trense und Martingal. Pünktlich 11:00 verließen wir somit den Hof in Richtung des altbekannten Waldes. Eine Prozedur, die wir nun seit mehreren Tagen durchzogen. Mittlerweile schafften wir im Schritt schon eine knappe Tagestour in angemessenem Tempo und eher geringer Erschöpfung. In den folgenden Tagen wollten wir das ertragbare aber noch steigern. …und das einzige, was dabei half, waren Geländeritte. Am heutigen Tag, bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein und einmal mehr frühlingshaften Temperaturen ging es auf einer bekannten Route um den See, also durch flaches Gelände. Das dauerte insgesamt circa viereinhalb Stunden. Ich maß danach Ashqars Puls und notierte die ersten Trainingswerte in einem bordeauxroten Heft. Dir Prozedur wiederholten wir in den folgenden Tagen. Mein Pferd erhielt jeden restlichen Nachmittag Weidegang und außerdem zweimal täglich entsprechend Kraftfutter. Das Niveau steigerten wir außerdem langsam. Kurz gesagt: der Araberhengst brachte viel Potential mit, dass ich langsam zu fördern versuchte. Eine knappe Woche später trabten wir unsere altbekannte Strecke schon beinahe ausschließlich und bezogen noch das etwas hügeligere Gelände jenseits des Sees in unseren Weg ein. Und auf diese Weise arbeiteten wir uns bis in Richtung der Berge und somit steilen, steinigen Gebirgspfaden heran. Die wurden natürlich im Schritt passiert, aber grundsätzlich stieg der Streckenanspruch in kurzer Zeit enorm. Ashqar schien das nichts auszumachen. Der Hengst hatte Freude an der frischen Luft und allen Herausforderungen und bewies immer wieder seine Kondition und Trittsicherheit. Ich hatte eigentlich keine Zweifel, dass er einen Distanzritt auf ER-Stufe, also A, bestand. Um genau das zu erproben meldete ich uns zu einem Distanzritt in der entsprechenden Klasse, einem Eröffnungsritt für die kommende Saison südlich von Auckland, an und verordnete uns am folgenden Tag einen gut gemeinten Ruhetag. Tags darauf, an einem Samstag, verluden Oliver und ich mein Pferd, bevor es mit dem Jeep nach Süden ging. Das Wetter war heute eher schlecht. Das hieß ich wusste, Ashqar würde strömender Regen nichts ausmachen, aber trotzdem würde es die Muskeln meines Pferdes kalt halten und ich musste uns aufgrund möglicher Rutschgefahr zur Vorsicht zwingen. Ich erzählte Oliver auf der Fahrt von meinen Gedanken; er stimmte mir zu, ermutigte mich aber auch: "Wer soll es denn bei diesem Wetter meistern, wenn nicht Ashqar!?"
    Mit diesen Worten im Ohr sattelte ich am Startparkplatz wenig später meinen Schecken, kontrollierte noch einmal seinen Puls, der aufgrund der Aufregung (hier waren ja schon einige viele Pferde und es war ziemlich laut) ein wenig höher als normal war. Der Regen hingegen schien meinem Partner tatsächlich nichts auszumachen. Trotzdem ritten wir mit einer grauen Nierendecke zum Start, die und Oliver erst etwa vier Minuten vorher abnahm. Dann standen wir noch eine Weile im Gedränge verschiedenster Pferde und Menschen, bevor das Startsignal ertönte und sich alles in Bewegung setzte. Ashqar fiel gleich in einen aufgeregten Trab und riss den Kopf nach oben; ich hatte ein wenig Mühe, mich zu ordnen und ihn zu bändigen. Doch als sich das Feld auflockerte, würden wir beide ruhiger. Um Ashqars Temperament ein wenig Raum zu geben, ließ ich ihn locker traben. Er konnte es dabei natürlich nicht lassen, den Schweif entsprechend hoch zu tragen. Ich lobte ihn trotzdem immer mal und wir erreichten den ersten Medizincheck problemlos. Der Tierarzt stempelte eine Teilnahmeliste ab, klopfte Ashqar die Schulter und wir durften weiter reiten. Mittlerweile waren wir beide vom Regen völlig durchweicht, doch aufgrund unserer Trabstrecke war mir nicht kalt. Und dem Pferd scheinbar auch nicht; es dampfte im Schritt und immer wenn das Gelände es zuließ, trabten wir weiter. Ansonsten näherten wir uns langsam bergigeren Wegen. Somit wurde der Untergrund steiniger und mein Pferd langsamer. Für ebendiese Passagen ließen wir uns Zeit. Das hieß aber auch, dass mein Schecke nach guten fünf Stunden immer noch Energie hatte. Es wurde dann allmählich dunkel, als wir das Ziel erreichten und ich glücklich durchparieren konnte. Oliver wartete schon auf uns und half mir aus dem Sattel; er hatte außerdem einen gefüllten Wassereimer für mein Pferd mitgebracht, wofür ich ihm herzlich dankte. Dann lobte ich mein kauendes Pferd und küsste es auf den Hals. Ashqar hatte das heute ganz wunderbar gemacht und unsere Platzierung konnte sich sogar sehen lassen: Wir hatten, laut Bekanntgabe nach dem Gesundheitscheck im Ziel, Platz 34 von 113 belegt. Das war ein deutliches Ergebnis in der forderten Hälfte und mehr, als ich zu hoffen gewagt hatte. Ich war unheimlich stolz auf mein Pferd, das wir im übrigen für die Heimfahrt in eine kuschlige Abschwitzdecke packten. Ich könnte Oliver im Auto gar nicht aufhören von unseren Erlebnissen zu erzählen.
    So herrschte eine recht feierliche Stimmung, als ich Ashqar gegen 8:30 am Abend im Hengststall putzte und nebenbei fressen ließ. Der Araber schien jetzt doch ein bisschen müde und ehrlich erleichtert, als ich ihn in das dicke Strohbett seiner frisch ausgemisteten Box entließ. - Cascar

    shqars Distanzfähigkeiten standen fast seit Beginn des Jahres unter ständigem Training. In dieser Phase der Forderung blühte der Junge Hengst regelrecht auf; stets energievoll und gespannt erwartete der Schecke mich morgens im Stall und wieherte, sobald er meine Schritte hörte. Meistens ging es dann nach einer Putzrunde für mehrere Stunden in das Gelände, das stets neue Pfade und Herausforderungen bot. So kam es, dass der Araber von Woche zu Woche ausdauernder, fordernder und trittsicher wurde - und somit auch auf langen Strecken an Tempo zulegte.
    Am heutigen Tag stand deshalb ein Proberitt auf L-Niveau an. Mein Pferd und ich, wir trafen uns morgens gegen acht, beide schon gefrühstückt, und ich begann ihn in der Box zu striegeln und die Mähne einzuflechten. Meine Mum fuhr inzwischen den LKW vor und räumte Heunetz und Sattelzeug ein. "Cassi, wir müssen los!", drängelte sie schließlich, worauf ich die letzten beiden Zöpfchen einfach an Ashqars Hals hängen ließ und den Hengst aus der Box, über Hof und Parkplatz und dann sicher in den Hänger führte. Dort schnaubte er und begann am Heu zu knabbern, während ich die Rampe sorgfältig verschloss. Danach ließ ich mich auf dem Beifahrersitz nieder und wir starteten zu der knapp 90 Kilometer entfernten Veranstaltung.

    Es handelte sich um eine Art offiziellen Eröffnungsritt der Distanzgemeinschaft Neuseelands. Verschiedenste Anforderungen und Pferde waren anzutreffen - darunter viele Vollblüter und Ponies. Sogar Matthew sah ich kurz (er mich nicht) mit einem Australian Stock Horse, wie mir schien.
    Ashqar indes ließ ich bis ca. eine Stunde vor dem Start 12:30 im Hänger stehen und sein Heu mümmeln. Da blieb er am entspanntesten und außerdem waren wir niemanden im Weg, als ich die übrigen Zöpfe hochband und den Schweif verlaß. Mich umziehen musste ich mich auch noch - aufgrund der harmlosen Schäfchenwolken und der recht trockenen Hitze entschied ich mich für Sonnencreme, ansonsten aber nur ein T-Shirt, Reithosen und eine Sonnebrille. In Ashqars Satteltaschen packte ich zwei kleine Flaschen Wasser und zwei Karotten (für jeden eine). Nachdem dann auch Sattel und Trense ihren wahren Platz am Pferd gefunden hatten, ging es einige Runden durch den Trubel auf dem Parkplatz, zum warm werden, und anschließend - für mich im Sattel - an die Startlinie. Außer mir gab es noch etwa 60 weitere Paare, die das leichte Niveau heute versuchten. Insgesamt würden wir wohl fast fünf Stunden unterwegs sein; drei Vet-Checks lagen auf der Strecke und der Weg führte sowohl durch Wälder, als auch durch Seen und die steinigen Hänge der beginnenden, neuseeländischen Alpen.
    Ich freute mich auf unsere kleine Weltreise und Ashqar sich auch, zumindest tänzelte er übermütig, Aussicht die ersten Pferde am Start nach dem durchdringenden Signal in Bewegung setzten. Zu Beginn des Weges und in der brütenden Hitze des freien Feldes zwang ich mein Pferd zum Schritt. Da schon begann Ashqar mächtig an Brust, Hals und Bauch zu schwitzen. Ungeziefer und das lange Gras juckten ihn dann noch und ich musste den Schecken mehrmals entschlossen treiben und mit einem "Na!", zur Ordnung rufen, da er mit den Vorderbeinen einzuknicken drohte, um sich hinzulegen und zu wälzen.
    Als wir den Wald erreichten, atmete ich deshalb vorerst auf - um darauf zu stoßen, dass die Mücken hier recht häufig waren. Ich kam mir vor wie bei den Hungerspielen und der einzige Ausweg war, Ashqar traben zu lassen. Der Wind kühlte und hielt die Insekten fern.
    Nach knapp einer Stunde erreichten wir so den ersten Checkpoint, an dem ein schnauzbärtiger Tierarzt Puls und Gesamteindruck meines Schützlings abnahm. Das dauerte keine fünf Minuten und ehe ich mich's versah, waren wir wieder zu zweit alleine und auf direktem Weg einen Berg zu erklimmen. Wieder kamen wir nur im Schritt voran; der Pass war schmal und steinig, Ashqar musste sich tierisch konzentrieren. Das folgende Bergab war nicht besser - nur dass nun auch noch die Sonne direkt auf meinen Nacken schien. Trotzdem machte ich meinem Hengst Mut und nach weiteren anderthalb Stunden erreichten wir Checkpoint zwei, der nun wieder im Wald lag.
    Auf dieser Seite des Berges war es kühler, aber auch so feucht, dass der Boden matschig war und die Mücken- und Fliegenschwärme graue Wolken formten, wenn Ashqar auf die weiche Erde trat.
    Die Krönung in diesem Abschnitt war allerdings ein See. Ashqar fand Wasser bisher zwar spannend, war aber noch kein begeisterter Schwimmer und ließ sich gerade mal dazu herab, etwas Wasser zu trinken. Danach spornte ich ihn an. Ich wusste, er hatte noch gute Reserven und der letzte Vet-Check war noch eine gute Stunde von uns entfernt. So legten wir gut Weg im Trab bis dorthin zurück und auch anschließend, bis zur Ziellinie, schienen wir unseren gemeinsamen Takt gut gefunden zu haben und trafen heil, aber völlig verklebt und zerstochen wieder am Parkplatz ein. Jeannine erwartete mich dort und nahm Ashqar mit mir auf dem Rücken gleich an den Strick, als wir schwer atmend an ihr vorüberzogen. Ich saß kurzerhand ab und klopfte im Gehen zufrieden den Hals meines Pferdes. Trotz der Strapazen leuchteten Ashqars Augen und er sah sich mit geblähten Nüstern und gespitzten Ohren um. "Gut gemacht, mein Junge.", flüsterte ich ihm zu, bevor ich ihn wieder in den LKW führte und Sattel und Trense abnahm. Das Pferd schüttelte sich daraufhin ausgiebig und ich wusste genau, wer Zuhause nach einer Dusche unter dem Gartenschlauch als erstes auf der Weide im Dreck liegen würde.

    Auf der Rückfahrt jedoch schlief ich erstmal ein. Mit meiner Mum hatte ich mich nur kurz unterhalten - sie hatte vollstes Verständnis dafür, dass ich ganz schön kaputt war. Ansehen, dass sie sich mit mir über diesen gelungene Ritt und die Stufenerhöhung Ashqars freute, könnte ich es ihr trotzdem. - Cascar

    Ashqar, mein Freund, begrüßte mich auch an diesem Morgen, bevor auf der Koppel hoch das Gras stand, mit einem freudigen, hellen Wiehern. Wie es bereits Routine war, folgte er mir am Zaun bis zum Tor, ließ sich dort bereitwillig aufhalftern und von mir mit zum Training nehmen. Es war noch früh und der Tau glänzte in den Gräsern, die Vögel sangen.
    Auf dem Weg zum Putzplatz begegneten uns Oliver und Himmawallajugaga - unseren neuen Trainingspartnern. Denn Himmi und Ashqar liefen auf der gleichen Stufe und sollten in den kommenden Wochen und Monaten zu wahren Weggefährten werden.
    Oli und ich begrüßten uns an diesem Tag mit einem Handschlag, während sich die Pferde beschnupperten. Ich ging eigentlich davon aus, dass Ashqar ein vernünftiger Hengst war und mit Stuten klarkam - wie sich im Laufe des Putzens herausstellte, war das sicher der Fall. Das Problem war eher, dass der Schecke Himmi selbst einfach toll fand. Das äußerte sich durch einiges Imponiergehabe; kurz nach dem satteln musste ich mein Pferd ein wenig maßregeln, da es so unaufmerksam war, dass ich seine Hinterhand kaum mehr wegbewegt bekam. Oliver quittierte das mit einem Grinsen.
    Abgesehen davon verlief aber alles problemlos und wir konnten wohlbehalten gegen halb zehn in die Sättel steigen und den Hof nebeneinander verlassen. Es ging in den Wald, in Richtung Stadt. Insgesamt fünf Stunden würden wir unterwegs sein; Verpflegung, Regensachen, Handys und das Pulsmessgerät für die Pferde hatten wir dabei.
    Wir ließen es locker angehen, ritten viel Schritt und Trab und eher selten, in Anstiegen, Galopp. Beide Pferde standen gut im Training, Ashqar vielleicht etwas besser, und bestanden das L-Niveau dieses Tages - auch pulsmäßig.
    Als wir am späten Nachmittag heimkehrten war es wohl Oliver, der etwas blass und müde war und der Distanzreiterei offensichtlich nicht zu viel abgewinnen konnte.

    Trotzdem ging es gleich am nächsten Morgen wieder nach draußen. Und am Tag darauf, wie am Tag darauf. Insgesamt vier Wochen lang trainierten wir mit den beiden Pferden, die sich im Übrigen grundsätzlich gut verstanden, auf verschiedenen Strecken, in verschiedenen Tempi und allmählich zunehmender Streckenlänge, bis ich überzeugt davon war, dass Beide in einem mittleren Distanzritt starten konnten.

    Probiert wurde das knappe anderthalb Wochen später. Dieses Mal fand der Ritt, eine offizielle Veranstaltung, nördlich der WCS statt. Wieder fuhr meine Mum, Jeannine, Oli und mich mit dem LKW und den Pferden. Nur dieses Mal war das Wetter eher schlecht - es regnete hin und wieder und dichte Wolken bedeckten den Himmel.
    Dafür war es nicht so warm. Schon halb zehn verschlug es Oliver, Himmawallajugaga, Ashqar und mich zur Startlinie und anschließend auf die Bahn. Die Pferde waren in Topform und sprühten nach einer Ruhewoche nur so vor Energie. Ich hatte das Gefühl, auf einem Pulverfass zu sitzen.

    Genau so verlief der Ritt letztendlich. Ashqar und ich hängten Himmi und Oli relativ früh ab und trabten beinahe die gesamte Strecke, ausgenommen einem Teil des zweiten Drittels, das wir aufgrund des steinigen Bodens im Schritt gingen. Es lief alles recht gut, nur war mein Pferd nach dem Lauf sichtlich erschöpft - der Schweiß machte weiße Flocken an Ashqars Hals und er atmete schwer. Ich führte ihn mit einer Decke auf der Kruppe trocken, bis das zweite Pärchen auch eintraf, mit einem Wiehern begrüßt wurde und anschließend mit uns seine Runden zog. Nachdem unsere Schützlinge auch etwas getrunken hatten und im Hänger am Heu zupften, kümmerten wir Reiter uns erst um uns. Dazu gehörten auch Essen und Trinken, vor allem aber trockene Sachen anziehen. Erst gegen 17:00 traten wir den Heimweg an.

    Auf der Fahrt ventilierten Oli und ich unseren Ritt und kamen ehrlich zu dem Schluss, dass die Pferde der heutigen Herausforderung mehr als gewachsen gewesen waren und ohne Sorge M-Distanzen laufen konnten.


    Die Kür

    Heute war es also Ashqar, dessen Fell im matten Licht der Sonne glänzte, als wäre es nass. Tatsächlich aber
    hatte ich ihn "nur" mehr als eine Stunde gestriegelt, außerdem seine Mähne sorgsam eingeflochten und den
    Schweif verlesen. Nun thronte der Schecke neben mir, an einem edlen Lederband, am Eingang des
    Abreitplatzes. Mit wachen Augen, gespitzten Ohren und gewölbtem Hals verfolgte er das dortige
    geschäftige Treiben. Als ich ihn um mich herum laufen ließ, hob er außerdem vornehm den Schweif.
    Unser neu eingeschlagener Weg, weg vom Abreitplatz, führte uns direkt zu dem Reitplatz, auf dem die Kür
    eines jeden Hengstes gezeigt wurde, und bereitwillig stellten wir uns an. Erst als die Startnummer 78
    aufgerufen wurde, betraten Ashqar und ich den heiligen Sandboden.
    Noch immer führte ich ihn an der langen Showleine und das eine halbe Runde lang, bevor wir uns bei X
    einfanden und ich mit korrekter Geste die Richter grüßte. Daraufhin signalisierte ich meinem Hengst mit
    ausgestrecktem Arm und leisem Schnalzen, neben mir vorwärts zu gehen und wir präsentierten stolz den
    Schritt auf der rechten Hand. Es folgte ein Wechsel durch die Länge der Bahn und ein Schritt auf der linken
    Hand, den ich ein wenig zu verstärken versuchte. Das Resultat war, dass Ashqar neben mir kurz in einen
    imposanten Trab fiel, bevor er sich durchparieren und bereitwillig auf den mittleren Zirkel lenken ließ.
    Ich lobte ihn leise, bevor er noch einmal gewollt antrabte und schließlich auch galoppierte. Den Trab und
    Galopp auf der anderen Hand zeigten wir nach einem Wechsel aus dem Zirkel im Schritt auf dem zweiten
    Hufschlag und während ich neben dem Pferd herlief. Zum Schluss nahm ich Ashqar den Lederstrick ab und
    ließ ihn frei laufen - aus diesem Grund hatte ich mich gegen eine gerittene Kür entschieden. Ein Araber
    konnte sich meiner Meinung nach am allerbesten selbst und frei präsentieren. So auch mein Hengst, der in
    kraftvollen Galoppsprüngen, lautem Gewieher und hoch getragenem, wehenden Schweif die Zuschauer zu
    Begeisterungsrufen brachte.
    Einfangen ließ sich mein Partner trotzdem recht problemlos - wenn auch mit geblähten Nüstern und
    wachsamem Blick - sodass wir die Richter am Ende unserer Kür gemeinsam verabschieden konnten.


    2229 Zeichen - zeichenzaehler.de - (c) Cascar

    ashqar_koerung.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Juli 2017
    Veija und adoptedfox gefällt das.
  5. Gwen

    Gwen Jolly Tickled Pink!

    Gwendolyn Campbell mit
    Ohnezahn

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    Rufname: Ohnezahn
    Geburtsjahr: 2008

    Von: Ostinato
    Aus der: Sarabi

    Rasse: New Forest Pony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Schimmel
    Stockmaß: 1.46m

    Beschreibung:
    Ohnezahns Weg sollte bei einem Abdecker enden, nachdem der junge Hengst für unberechenbar deklariert wurde. Knapp konnte er diesem Schicksal entrinnen, machte es seinen neuen Besitzern aber dennoch nicht leicht. Durch eine schnelle und grobe Ausbildung hatte Ohnezahn sich zu einem scheuen, teils aggressivem, Hengst entwickelt, der ein großes Misstrauen gegenüber Fremden hegte und kaum jemanden an sich heran ließ.
    Es dauert lange, bis Ohnezahn einen Menschen in seiner Nähe voll und ganz akzeptiert, aber wenn das geschehen ist, kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein. Denn Ohnezahn ist eigentlich ein herzensguter Hengst, welcher wahrscheinlich nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun könnte.
    Besonders viel Spaß bereitet ihm die Boden- und Freiarbeit, wo er regelrecht aufblüht. Aber auch unter dem Sattel kann sich der Schimmel sehen lassen. Ohnezahn liebt es, wenn man sich mit ihm beschäftigt, braucht gleichzeitig aber einen gewissen Freiraum und Pausen. Wenn man nicht aufpasst, kann man den Hengst schnell überfordern und dann macht er direkt wieder zu. Lässt man ihm aber die Chance, dass er mitreden darf, ist er ein tolles Pferd, was mit einem sicherlich durch dick und dünn geht.

    Ersteller: Ofagwa
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Ofagwa

    Dressur L - Springen S*** - Military A - Fahren A

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    [12 Schleifen]
    1. Platz 188. Synchronspringen
    2. Platz 190. Synchronspringen
    1. Platz 416. Dressurturnier
    2. Platz 418. Springturnier
    3. Platz 424. Dressurturnier
    2. Platz 424. Springturnier
    2. Platz 425. Springturnier
    2. Platz 318. Militaryturnier
    2. Platz 198. Synchronspringen
    1. Platz 426. Springturnier
    2. Platz 327. Fahrturnier
    1. Platz 430. Springturnier

    Tierarztbesuch 05.07.2017 - Pferdepraxis Sapala
    © Eddi

    Es war noch früh am Morgen, als ich mich von der Zeitung losriss und mich auf den Weg zum ersten Termin machte. Ein wenig unsicher blickte ich hinauf zum Himmel, welcher heute komplett bewölkt war, während ein recht kalter Wind ging. Deshalb eilte ich noch einmal zurück und schnappte mir im Flur meine dickere Jacke. Ich wollte heute ungern erfrieren, denn ich bezweifelte, dass es auf der Nahanni Rivers Ranch großartig wärmer sein würde.
    Eine Dreiviertelstunde Fahrt brauchte ich bis zu dem friedlichen Hof von Gwendolyn Campbell. Schon länger war ich dort nicht mehr gewesen, durfte dafür heute aber direkt drei Pferde untersuchen. Ich parkte kurz vor dem Stall und wurde dann auch schon direkt von Gwen in Empfang genommen. Wie immer war sie an Gastfreundschaft nicht zu übertreffen und reichte mir eine Tasse frischen Kaffee, ehe wir in den Stall gingen.
    Dort breitete ich mich in aller Ruhe am Putzplatz aus, ehe Gwen das erste Pferd für heute holte. Dabei handelte es sich um Ohnezahn, dem ersten Pferd von Gwen. Ich kannte den Schimmel bereits und ich wusste auch, wie anstrengend er damals gewesen war. Heute machte er mir als Tierarzt keinerlei Probleme mehr. Er ließ sich brav vorführen und dann untersuchen. Zuerst warf ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul, ehe ich Herz und Lunge abhörte. Dann kontrollierte ich die Körpertemperatur und abschließend tastete ich noch Wirbelsäule und Beine ab.
    Alles war in bester Ordnung und Ohnezahn war topfit. Ich lobte ihn ausgiebig und machte die Impfungen bereit. Ohnezahn wurde dieses Jahr nur gegen Influenza und Herpes geimpft, der Rest hatte noch Zeit. Dafür bekam er heute direkt noch seine Wurmkur hinterher und durfte dann zurück in seine Box. Ich erneuerte alle Materialien und nahm einen Schluck vom Kaffee, ehe schon das nächste Pferd vor mir stand.
    Wieder ein New Forest Pony und wieder ein Schimmel. "Oh, die ist aber neu", meinte ich lachend und so wurde mir Show White Cassedy vorgestellt, der neuste Neuzugang auf der Nahanni Rivers Ranch. Gwen versprach mir jedoch, dass das Pony keine Probleme machen würde und wie immer, konnte man ihren Worten Glauben schenken.
    Snow White Cassedy benahm sich genauso gut wie ihr Vorgänger, so dass weder die Untersuchung, noch das Abtasten oder die Impfungen ein Problem waren. Alles lief routiniert und zackig ab, so dass die Stute schneller als gedacht fertig war und sich allerhand Lob einheimste. "So wünsche ich mir das doch", grinste ich und entließ auch die Stute wieder zurück in ihre Box.
    Die letzte Kandidatin war erneut eine Stute, fiel aber sehr aus dem typischen Muster von Gwen heraus, denn Ginny My Love war ein Paint Horse. Ich kannte sie bereits, aber bei meinem letzten Besuch war sie noch vollkommen unförmig und fohlenhaft gewesen. Nun stand vor mir eine erwachsene Stute, die auch ordentlich an Muskeln aufgebaut hatte.
    Auch Ginny My Love benahm sich während der Untersuchung einwandfrei und zuckte auch kaum bei den Impfungen, sowie sie die Wurmkur brav schluckte. Dementsprechend waren wir schnell mit allen drei Pferden durch und ich hatte den Termin schneller als gedacht abgehandelt. Ich unterhielt mich noch kurz mit Gwen, ehe ich mich verabschiedete und mich auf den Weg zum nächsten Hof machte.

    Hufschmiedbericht 30.06.2017 - Männertag
    © Zaii

    „Waka waka, eh eh!“, schmetterte Zai, als sie ihre Freundin Eli mit ihrem Hengst Flavor of the Weak entdeckte. Eli warf Gwen einen bösen Blick zu, denn wie mir erzählt wurde, war sie es gewesen, die Waka damals zu seinem Spitznamen verholfen hatte. Gwen aber war sich keiner Schuld bewusst und kraulte etwas zu auffällig die Stirn von Ohnezahn, der seelenruhig neben ihr her spazierte.
    Und dann war da noch Elisa, die (zum Vergnügen aller anderer) gut zu tun hatte, mit zwei Hengsten links und rechts von sich. Hinter ihr folgte Matthew, der Tenacious führte. „Mit allen dreien wäre es noch lustiger gewesen“, flüsterte Zai mir zu und ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen.

    Zais Freundinnen kamen wild durcheinander plappernd am Putzplatz vor dem Oststall an und es sah fast etwas ulkig aus, wie Waka da zwischen den ganzen Ponys stand und irgendwie nicht so ganz reinpassen wollte, überragte er die anderen Hengste um mehr als zwanzig Zentimeter.

    „Gut, wer macht den Anfang?“, mein Blick glitt fragend in die Runde. Ich konnte im Nachhinein nicht mehr beantworten, was mich dazu veranlasst hatte, zuzustimmen, fünf Hengste der Freundinnen meiner Partnerin an einem Mittag anzunehmen. Immerhin konnte ich aushandeln, dass sie zu mir kommen mussten, das machte die Sache doch schon wieder angenehmer.
    Auf die anfängliche Stille war schnell eine rege Diskussion gefolgt, aus der Elena als Sieger hervor ging und so begann ich direkt, Wakas alte Eisen abzunehmen, nachdem ich mich mit einem Stück Möhre vorgestellt hatte.
    „Ganz schön hibbelig“, bemerkte Zai stumpf, als der Schimmel immer wieder versuchte, mir das Bein weg zu ziehen und überhaupt sehen wollte, was ich da so anstellte. Eli warf ihrer Freundin einen bösen Blick zu und hätte sie nicht bei Waka gestanden, hätte Zai sich wahrscheinlich auch noch einen schmerzhaften Tritt gegen das Schienbein eingefangen. So blieb sie aber verschont und konnte ohne Blessuren Chesmu von Elisa übernehmen, denn dieser zankte sich gerade immer mehr mit seinem Kumpel Allelujah.
    „Du bist trotzdem mein Liebling, Chessi“, säuselte sie ihrem Hengst nach und winkte berührt mit der Hand hinter ihm her. Wenigsten war meine Arbeit heute ausgesprochen unterhaltsam.
    Nachdem ich Wakas alte Eisen mit vier neuen abgeglichen hatte, wanderten diese in den Ofen. In der Zwischenzeit schnitt ich die Hufe des Hannoveraners aus und raspelte die Hufe anschließend wieder plan. Die Eisen waren mittlerweile heiß und konnten nach und nach angepasst werden.

    Die lauten Schläge machten Ohnezahn, Chesmu und Tenacious wenig aus, auch Waka ließ sich nach anfänglicher Unruhe wieder beruhigen, nur Allelujah schien ganz und gar nicht angetan, wenn ein Mann auch noch wilde Bewegungen und Krach veranstaltete.
    So machte sich Elisa daran, eine Runde um die Reithalle zu drehen und Matthew folgte ihr ergeben. Gwen und Zai hingegen machten es sich am Grünstreifen neben dem Stall gemütlich und ließen ihre Hengste grasen.

    Waka hielt mittlerweile erstaunlich still und so konnte ich meine Arbeit zügig zu Ende bringen. Schnell war der letzte Nagel gebogen und gekürzt und so hatte es der erste schon wieder geschafft. Die Gänge des Hengstes ließen auf nichts Ungewöhnliches schließen, also konnte es direkt mit dem nächsten weitergehen.

    Zai setzte sich gegen Gwen durch, die nun schmollend im Gras saß und sich von Eli trösten ließ („Zai ist so gemein!“ – „Sch, sch. Ich weiß doch“ – „Wieso sind wir überhaupt mit ihr befreundet?“ – „Der Hufschmied, Gwen..“).
    Chesmu freute sich sehr über die Leckerei und war fortan beschäftigt, Zai nach noch mehr Möhrenstücken abzusuchen. Das machte mir die Arbeit sehr einfach, denn er hielt still und ließ mich ohne Zwischenfälle alle vier Hufe ausschneiden und kürzen.
    „Gut gemacht“, lobte Zai, als der glänzende Hengst (was tat Elisa nur in ihr Futter?) auch die Gangprobe überstanden hatte und zurück zum Gras durfte.

    Als nächstes folgte Ohnezahn von Gwen, der hingebungsvoll den lobenden Worten seiner Besitzerin lauschte, als ich nach und nach jeden seiner Hufe aufnahm, kürzte, ausschnitt und abschließend plan raspelte. Nicht einmal hatte der Schimmel versucht, mir den Huf zu entziehen und so schob ich ihm nach getaner Arbeit nochmal ein kleines Stück Möhre zu. Hoffentlich hatten das Waka und Chesmu nicht gesehen!

    „Ich bin dran!“, schallte es bestimmt über den Hof, als Matthew mir gerade T in Schritt und Trab vorgeführt hatte. Es folgte eine Diskussion zwischen Elisa und dem Gestütsleiter (oder Sklaven, ich war mir da gerade nicht sicher), den die junge Frau zur Überraschung von niemandem für sich gewann. So mussten Tenacious und Matthew den Platz wieder räumen und machten es sich stattdessen am anderen Ende des Stalls gemütlich. Matthew würde nun also erstmal seine Wunden lecken, während ich das Vergnügen mit Allelujah hatte. Der Hengst ließ sich von Elisa bitten und betteln und folgte trotz der Überredungskunst seiner Besitzerin nur zögerlich. Ich hielt ihm lange meine Hand hin, doch obwohl ein schmackhaftes Stück Möhre auf dieser ruhte, traute sich Allelujah nicht nah genug an mich ran. Na das würde sicher spaßig werden. Nachdem Elisa die Nascherei verfüttert hatte, stellte sie sich dicht an den Kopf des Palominos und begann, ihm Mantra-artig eine Beruhigungsformel ins Ohr zu flüstern. Ich machte mich zeitgleich an die Arbeit, die sich als nervenaufreibender erwies, als bei Allelujahs Stallkumpanen. Bei jedem Huf versuchte der Hengst, von mir wegzukommen und wann immer ich die Stimme minimal erhob, zuckte der Zehnjährige merklich zusammen. Vielleicht war er durch Elisas hohe Stimme aber auch schlichtweg so traumatisiert, dass tiefere Stimmen ihm nun Unbehagen bereiteten. Die einen sagten so, die anderen so.
    Mit der ein oder anderen kleinen Pause und vielen Möhrenstücken klappte es letztendlich aber doch und Allelujah zeigte mir einen äußerst flotten Trab, als er bei der Bewegungsprobe von mir weg traben konnte.

    Den Abschluss sollte nun Tenacious machen. Der Hengst war das komplette Gegenteil zu seinem Vorgänger, denn er war durch nichts aus der Ruhe zu bringen und so war ich in Windeseile fertig damit, die Hufe Dunkelbraunen auszuschneiden und zu kürzen. Auch beim Planraspeln hielt das Pony still und während Matthew noch lobte, war ich bereits fertig mit meiner Arbeit.

    „So..“, ich streckte mich und drehte den Oberkörper einmal nach links und rechts. Fünf Pferde hintereinander und auch ein Hufbeschlagsschmied fühlt sich, als würde er am Fließband arbeiten. „Sag mal..“, diesen Ton, den Zai da an den Tag legte, konnte ich leider allzu gut einordnen, „.. wenn du schon dabei bist..“, ich drehte mich ungläubig um, „.. bitte Theo!“, schloss Zai flehend und ich sah sie hinter mir stehen. Mit Turf Runner an der Hand. „Noch einer?!“, fragte ich ungläubig, doch Zai war nicht von ihrem Plan (der nicht so spontan wirkte, wie sie ihn mir verkaufen wollte) abzubringen. „Es ist Tuffi. Unser toller, süßer, lieber Tuffi“, säuselte Zai. Wenn es um Arbeit ging waren es immer unsere Pferde. Turnierplatzierungen und –siege hingegen zogen ihre Pferde ein. Seufzend gab ich meinem Schicksal geschlagen und so folgte Hengst Nummer sechs an diesem Tag.
    Wenigstens hatte Zai nicht gelogen, denn das Vollblut war wirklich unkompliziert und so dauerte es nicht lange, bis ich die routinierte Arbeit des Ausschneidens, Kürzens und Planraspelns hinter mich gebracht hatte.

    „Das wars für heute! Keine Chance“, schwor ich, als ich Tuffis letzten Huf abgesetzt hatte. Gwen, Eli, Elisa und Matthew hatten sich nach dankenden Worten bereits wieder auf den Heimweg gemacht, es waren also nur noch Zai und Alex, die sich mit Friedrich vor wenigen Minuten zu uns gesellt hatte, anwesend. Hugo, der gerade Emie und Every auf den Platz führte, musste bei meinen Worten schmunzeln und das war schon etwas, was dem schallenden Gelächter anderer Menschen nahe kam. „Zai, nein“, sagte ich energisch, als diese den Mund öffnete, um etwas zu sagen. Zu meiner Freude schloss die Braunhaarige den Mund wieder und ließ mich dann tatsächlich in Ruhe. Während sie Tuffi zurück in seine Box brachte, packte ich mein Werkzeug zusammen und machte mich dann mit Alex und Friedrich auf zu unserem Häuschen. Zai würde mich heute nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn sonst würde sie bestimmt noch eine Arbeit für mich finden.

    Da hatte man selbst nun schon zahlreiche Küren hinter sich gebracht und war vor dieser einen trotzdem so unfassbar aufgeregt wie noch nie. Es war an sich nichts Großes, sondern ein schlichtes Vorreiten für die 491. Hengstkörung, aber da ich auf Ohnezahn saß, wurde es zu etwas Großem. Zum Glück lebten wir nicht in einem dieser Staaten, wo gefühlt jeder jeden kannte und der Tratsch sich schneller verbreitete, als man schauen konnte. So hatte ich mit meinem Ex-Problempferd immerhin meine Ruhe.
    Eigentlich war Ohnezahn bestens vorbereitet, immerhin bestritt er auch schon regelmäßig Turniere, aber irgendwie fühlte ich mich gerade trotzdem nicht sowohl. Eher gesagt wurde mir leicht übel, je länger ich darüber nachdachte. Ein Glück also, dass wir genau in dem Moment aufgerufen wurden und mir gar keine Zeit mehr blieb, irgendwelche verrückten Gedanken zu spinnen.
    Ich atmete tief ein, nahm die Zügel auf und ließ Ohnezahn antraben, um in Richtung Halle zu reiten. Wir wurden hereingelassen und ritten geradewegs auf X zu, wo wir auch direkt geschlossen stehen blieben. Ich grüßte die Richter vor mir und zwang mir ein Lächeln auf die Lippen. Danach nahm ich die Zügel wieder auf und ließ Ohnezahn erneut antraben, um dann auf die linke Hand zu gehen.
    Wir ritten in aller Ruhe ganze Bahn, ehe wir bei C auf den Zirkel gingen und ich Ohnezahn die Galopphilfe gab. Sofort sprang der Schimmel unter mir an und lief vorbildlich auf der Zirkellinie entlang. Innerlich lobte ich ihn dafür ausgiebig, auch wenn er das wahrscheinlich nun schon gut seit einem Jahr beherrschte. Wir parierten wieder zum Trab durch und dann zum Schritt.
    Ich gab Ohnezahn etwas mehr Zügel und wir gingen erneut auf die ganze Bahn. Nun stand der Wechsel von der linken auf die rechte Hand an und ich wählte den einfachsten Weg: Einmal durch die ganze Bahn zu wechseln. Ohnezahn reagierte fein wie immer auf meine Schenkel- und Zügelhilfen und sie blieben wir auch auf der Diagonalen immer schön gerade.
    Auf der anderen Seite blieben wir vorerst im Schritt und gingen auf den Zirkel. Dort trabten wir wieder an und ich ließ Ohnezahn direkt angaloppieren, ehe wir erneut auf die ganze Bahn gingen. Eine Runde ritten wir im Galopp, dann parierte ich zum Trab durch und ritt nochmals eine Runde, ehe wir auf die Mittellinie abbogen und X ansteuerten.
    Nochmals blieben wir geschlossen stehen und ich verabschiedete mich von den Richtern, diesmal mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen. Danach gab ich Ohnezahn die Zügel hin und verließ im ruhigen Schritt die Halle. Wir hatten es hinter uns gebracht und wie zu erwarten auch ohne Probleme. Es gab auch kaum Dinge, die bei so einer Kür wirklich hätten schiefgehen können, seitdem man nicht einmal mehr Lektionen reiten musste.
    Aber stolz war ich auf den Hengst trotzdem, den sowohl das Publikum als auch die Richter und die fremde Umgebung egal gewesen waren. Sogar dieses verrückte Huhn auf seinem Rücken hatte ihn in keinster Weise gestört. Nun hieß es also nur noch abwarten.

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    Hintergrund von sadasha, Bewegung von Gwen, Zubehör und Langhaar von Elii ♥
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Juli 2017
    Ofagwa, Zaii, Veija und 3 anderen gefällt das.
  6. Möhrchen

    Möhrchen Bekanntes Mitglied

    Meine Teilnahme mit
    River's Haru


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    Unterbringung: Hengstoffenstall #1

    Haltungsform: Offenstall

    Besitzer: Jessica

    Privat-/Schulpferd: Privatpferd



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    Abstammung

    Von: Hell in a Cell

    Aus der: Radetta





    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Exterieur

    Hengst

    Pony

    *2012

    (5 Jahre)

    Rasse: DRP x Isländer

    Stockmaß: 156cm

    Farbe: Dunkelfuchs m. heller Mähne und Spins





    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Interieur & Beschreibung



    Charaktereigenschaften:

    Ausgeglichen ●●●● Unausgeglichen

    Aufmerksam ●●●● Unaufmerksam

    Intelligent ●●●● Unintelligent

    Sozial ●●●● Unsozial

    Begabt ●●●● Unbegabt

    Ruhig ●●●● Nervös

    Loyal ●●●● Untreu

    Gutmütig ●●●● Boshaft

    Nervenstark ●●●● Scheu

    Temperamentvoll ●●●● Faul



    Haru ist ein neugieriger und aufgeweckter Hengst, der lernwillig und fleißig mitarbeitet. Auf der Weide ist er sehr spielerisch und geht den anderen Pferden gerne auf die Nerven. Im Umgang mit Menschen ist er ziemlich unvorsichtig und temperamentvoll, liebt es aber, neue Dinge zu lernen und zu arbeiten.





    Beschreibung

    Haru wurde für den Pferdesport gezüchtet, soll später aber auch als Deckhengst arbeiten. Er zeigt jetzt schon viel Potential im Springen, in der Dressur wird er aber auch genutzt werden, da er schwungvolle Gänge hat. Durch seinen Isländeranteil wird er später eventuell auch den Tölt erlernen.







    Besitzer: Möhrchen

    Vorbesitzer: Alicia Farina

    Züchter: Van Ghosts

    VKR/Ersteller:Mohikanerin

    Reitbeteiligung: /

    im Besitz seit: 15.01.2017

    Zu verkaufen: Nein

    Kaufpreis: /

    Bei Abgabe zurück an: AliciaFarina





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    Qualifizierungen & Erfolge



    Dressur E A L M S S* S** S***

    Western E A L M S S* S** S***

    Springen E A L M S S* S** S***

    Military E A L M S S* S** S***

    Galopprennen E A L M S S* S** S***

    Distanz E A L M S S* S** S***

    Fahren E A L M S S* S** S***

    Gangreiten E A L M S S* S** S***

    Aufstieg durch: Turniersieg | Training



    Gangveranlagung

    Tölt

    aber nicht für hohe Klassen geeignet (nicht ausgeprägt genug)



    Erfolge



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    ~ 2. Platz - 55. Gangturnier ~

    ~ 1. Platz - 394. Springturnier ~

    ~ 2. Platz 364. Galopprennen ~

    ~ 3. Platz 375. Westernturnier ~

    ~ 2. Platz 377. Westernturnier ~

    ~ 3. Platz 112. Gangturnier ~

    ~ 1. Platz 113. Gangturnier ~

    ~ 3. Platz 312. Fahrturnier ~

    ~ 2. Platz 304. Militaryturnier ~

    ~ 2. Platz 408. Dressurturnier ~





    Abstammung: 2

    Schleifen: 10

    HS: 2 (03.04.2017)

    TA: 2 (07.07.2017)

    Trainer: 1 (04.04.17)

    Zubehör: 2

    Gesamt: 19





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    Ausbildung & Zuchtdaten



    Eingeritten

    Eingefahren

    Halfter und Decke vertraut

    Verladefromm

    Longiert

    Schmiedefromm

    Geländesicher





    Bodenarbeit/ Zirkuslektionen



    Spanischer Gruß

    Spanischer Schritt

    Flehmen

    "Ja" sagen

    "Nein" sagen

    Küsschen geben

    Beine überkreuzen

    Bergziege

    Schaukelpferd

    Plié

    Kompliment

    Knien

    Liegen

    Flachliegen

    Sitzen

    Steigen

    Podest

    Slalom

    Teppich ausrollen

    Drehen







    Zur Zucht zugelassen: Nein

    Eingetragene Zucht: x



    Nachkommen

    -





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    Unterbringung



    Hengstoffenstall #1



    Zusatzfutter: Hafer, Mineralfutter







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    Gesundheitszustand



    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt

    gechippt [] zuletzt kontrolliert []



    Gesamteindruck: sehr gut

    Aktue Krankheit/en: x

    Chronische Krankheit/en: x

    Erbkrankheit/en: x



    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    Ausgeschnitten/Korrigiert: x

    Hufbeschaffenheit: sehr gut

    Hufkrankheit/en: x



    Beschlag vorne: x

    Beschlag hinten: x



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    PNG-Datei

    Puzzle-PNG

    Haru als Fohlen

    Haru beim Toben

    Haru bei der Sattelanprobe

    Haru beim Eintölten

    Haru bei seiner Ankunft

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    Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“ | River’s Haru

    |07.07.2017 ©Möhrchen ( 1.491 Zeichen, 238 Wörter)

    Langsam wurde es ernst: nach langer Vorarbeit wollte ich Haru endlich bei der Körung vorstellen. Er war nun so weit, hatte schon einige Turniere in verschiedenen Disziplin für sich entscheiden können. Heute wollte ich ihn einmal durchchecken, denn für die Körung brauchte er ein aktuelles Attest, dass er gesund war.

    Seine Bewegungen brauchte ich mir nicht mehr anschauen, die kannte ich aus der täglichen Arbeit mit ihm. Ich schaute mir also seine Augen, Ohren und Nüstern an, kontrollierte seine Zähne und Schleimhäute. Es sah alles wunderbar aus und Haru ließ mich ohne Probleme alles untersuchen.

    Mit dem Stethoskop hörte ich mir seinen Bauch, seine Lunge und sein Herz an. Auch hier: alles völlig normal. Auch seine Temperatur war normal, obwohl er das Fieberthermometer nicht ganz so lustig fand.

    Ich hob seine Hufe einzeln an, kontrollierte seine Gelenke und schaute, ob er irgendwo Schmerzen hatte. Das war aber nicht der Fall, auch am Rücken nicht. Insgesamt war ich wirklich zufrieden mit meinem Hengst. Noch dazu sah er toll aus: er hatte glänzendes Fell und einen wachen, stolzen Ausdruck. Ich freute mich sehr darauf, ihn endlich den Richtern vorstellen zu können und war sehr gespannt auf das Urteil. Ich kontrollierte noch seinen Impfstatus in seinem Pass, dann stellte ich ihm das nötige Attest aus. Jetzt stand uns nichts mehr im Weg: wir waren bereit!

    Möhrchen mit River´s Haru

    Barhufpaket
    03.04.2017

    Bürokratie über Bürokratie. Die Leitung eines Rettungshofs und einer Schmiede gestaltete sich schwerer als ich es angenommen hatte, doch Fayenne erleichterte mir die Arbeit etwas, auch wenn sie es mir nicht wirklich leicht machte. Während ich gerade eines der neuen Formulare unterschrieb, klingelte das Telefon der Schmiede. RACHEL, stand es in Großbuchstaben auf dem Bildschirm und ich seufzte, ging aber dennoch ran. “Ja?” “Wir haben ein neues Angebot und eine neue Preisliste, falls du es noch nicht gesehen hattest.” Ich konnte ihr Grinsen im Inneren meines Kopfes schon fast sehen. “Mhm, was gibts denn? Warum hast du mir nicht einfach eine E-Mail geschrieben. Ich hab noch viel Bürokram zu machen…”, auch wenn ich abweisender zu ihr war, als ich es wollte oder gar vorhatte. Fayenne würde sie am liebsten umbringen, wenn sie wüsste, dass wir noch einen guten Draht hatten. “Ich wurde eben von einer Pferdebesitzerin aus Deutschland angerufen, dass sie gerne das Barhufpaket für ihren Mixhengst haben möchte. Da du ja näher an Deutschland wohnst, als wir, übergebe ich dir jetzt den Auftrag. Die Besitzerin des Aufragspferdes River’s Haru heißt Jessica und die Stardust Ranch liegt in Deutschland. Ich geb dir gleich die Koordinaten dazu.” “Alles klar, ich mach mich gleich auf den Weg, ciao”, sagte ich und legte auf. Ich schaute mir noch einmal die nächsten Dokumente an und überschlug einmal kurz die Zeit, die ich dafür noch brauchen würde. Ach egal, das mach ich später. Ich packte meinen Wagen und rief bei Jessica, sie sollte Haru in 3 Stunden bereit für mich stellen, damit ich ihm die Hufe kürzen konnte.

    Ich fand mich sogar etwas früher auf dem Hofgelände der Stardust Ranch wieder und bereitete meine Werkzeuge für den Hengst vor. Es dauerte nicht lange und ich wurde von Jessica in Empfang genommen und zu Haru geführt. Der Dunkelfuchs mit der hellen Mähne schaute mich aufmerksam, jedoch nicht nervös, an. Ich machte mich kurz mit ihm vertraut und schon führte Jessica, nachdem sie die Hufe ausgekratzt hatte, vom Offenstall runter und führte ihn auf meine Bitte vor. Ich nickte, mein geschultes Auge hatte genug gesehen. “Er hat ja schon etwas längere Hufe, wissen Sie denn wie lange der Hufschmied nicht da war?”, fragte ich vielleicht etwas zu barsch und sah sie schlucken. “Nein, ich besitze ihn noch nicht so lange”, sagte sie und ich nickte. “Ich schau mir seine Hufe mal an”, sagte ich und strich dem Hengst erstmal über die Schulter und ließ meine Hand dann runter zur Fessel runter gleiten. Haru hob sofort den Huf und ich schaute mir ihn an. Genauso ging ich mit den restlichen Hufen vor und fand vorne rechts einen Kronentritt. “Er hat hier vorne einen Kronentritt. Die Hornproduktion der Glasurschicht ist dadurch gestört und erhält so diesen Baumrindenhuf. Das sind hier diese Wellen”, zeigte ich ihr und erklärte ihr, dass es durch gewisse Ursachen entstehen konnte und am besten von einem Tierarzt behandelt werden sollte, bevor es sich zu einer Saumbandentzündung kommen konnte, die weitaus verheerende Folgen haben könnte. “Ich säubere und desinfiziere die Wunde jetzt, das sollte bis sie verheilt ist. Da sie nicht wirklich groß und tief war, wird es wohl nur drei oder vier Tage dauern bis die Wunde weg ist.” Ich säuberte die Wunde und begann dann mit dem Ausschneiden. Angefangen mit dem freischneiden der Strahlfurchen und schnitt im Anschluss nur das nötigste vom Strahlkeil aus. Haru blieb währenddessen ruhig und Jessica, seine Besitzerin, hielt mir die Hufe hoch. Dann kürzte ich die Eckstreben der Hufe und schnitt die Hufsohle weg. Mit dem Hufmesser machte ich dann einen Kontrollschnitt. Es musste einiges weg, das war schon zu Beginn klar. Ich kürzte ihm die Trachten mit der Hauklinge und dem Schlegel und raspelte dann die Hufe im. Mit der Feile machte ich den Feinschliff und lobte den ruhigen aufmerksamen Hengst für die Kooperation. “So, ich stelle dann die Rechnung aus. Ich würde ihn den heutigen Tag noch schonen, damit er sich einlaufen kann. Er wird etwas fühlig sein, aufgrund der Langen Hufe die er vorher hatte”, informierte ich sie und gab ihr die Rechnung einen Moment später. Auch sie als Besitzerin hatte gute Arbeit geleistet in dem sie die Hufe aufgehalten hatte.

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    04.04.2017 | (c)FrauHolle | Dressur E -> A

    Ich schnappte mir meinen Rucksack und knallte die Kofferraumklappe zu. Während ich Richtung Wohnhaus schlenderte, verstaute ich meinen Autoschlüssel im vorderen Fach meines Rucksackes und holte meine Sonnbrille hervor. Das Wetter war wunderschön und obwohl es noch früh am Morgen war, brannte mir bereits die Sonne ins Gesicht. Ich drückte auf die Klingel, die links neben der Haustür hing. Kurze Zeit später öffnete Jessi mir dir Tür. Mit zerzausten Haaren, Schlafklamotten und einem Tee in der Hand begrüßte sie mich. Es war Sonntag und Jessi hatte sich auf einen gemütlichen Morgen gefreut. So früh hatte sie mit mir nicht gerechnet. Während meine Schwester sich im Bad fertig machte, machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich. Knappe 20 Minuten später hatte Jessi sich Stallklamotten angezogen und ihre Haare zu einem langen Zopf geflochten. "Ich bin bereit", Jessi war voller Tatendrang. Gemeinsam gingen wir raus auf den Hof und begrüßten die Pferde. Die Stuten dösten in der Morgensonne, doch als wir um die Ecke kamen, schauten sie uns neugierig entgegen. "Hier scheint alles in Ordnung zu sein", sagte Jessi zu mir. Am Stallgebäude, wo Baileys und Nocciola standen, vorbei, schlenderten wir zu den beiden Hengstoffenställen. Callimero hatte sich gemütlich in die Sonne gelegt und auch Haru genoss die warmen Sonnenstrahlen auf seinem Fell. "Jetzt ist Schluss mit Entspannung", rief ich den beiden zu. Wir schnappten uns die Halfter und öffneten das Tor vom Offenstall. Zögerlich stand Callimero auf und auch Haru setzte sich in Bewegung. Wir führten die beiden Hengste zum Putzplatz und Jessi holte die Putzkisten aus der Sattelkammer. Nach einer guten halben Stunde waren die Ponys blitzblank und wir holten gemeinsam die Sättel und die Trensen.
    "Soll ich gegenhalten?", fragte Jessi mich, als ich mich in den Sattel schwingen wollte. Als wir beide auf den Pferden saßen, ritten wir nebeneinander los. Locker liefen Haru und Callimero im Schritt am langen Zügel und wir unterhielten uns, was genau ich mit Haru üben sollte. Nachdem die Pferde warm waren, gurteten wir noch einmal nach und trabten dann an. Ich nahm die Zügel etwas auf und fing an, viele Wendungen zu reiten. Haru war ein typisches Gangpferd. Da ich noch nie eines geritten war, hatte ich ziemliche Probleme damit, seine Gänge auseinander zu halten. Ich versuchte, ihn mit vielen Übergängen und klaren Hilfen in einen flüssigen und eindeutigen Trab zu bekommen. Für eine A-Dressur war die klare Trennung der Gänge sehr wichtig und daran mussten wir dringend arbeiten. 20 Minuten lang machten wir Trabarbeit. Neben vielen Übergängen und Handwechseln standen auch Rückwärtsrichten, Halten und Zügel aus der Hand kauen lassen auf dem Trainingsplan. Die letzten 10 Minuten machten wir Galopparbeit, bevor ich in ein entspanntes Leichttraben ging und schließlich trocken ritt. Meine Schwester hatte währenddessen mit Callimero geübt und ritt nun völlig durchgeschwitzt neben mir her. "Na wie war's?", fragte sie neugierig. "Haru muss lernen dem Reiter besser zuzuhören. Die Hilfen müssen präziser sein, ich hänge bei ihm viel zu sehr am Zügel. Ich werde es morgen mal mit dem Halsring probieren, um in etwas feiner zu kriegen", erklärte ich ihr.
    Am Nachmittag hatte meine Schwester noch einiges auf dem Hof zu tun und während sie sich um die Sauberkeit der Offenställe kümmerte, wollte ich mit Haru ein bisschen Bodenarbeit machen. Jessi hatte sich gewünscht, dass Haru den Trick "Bergziege" lernt und genau daran wollten wir uns heute machen. Mit meiner Gerte brachte ich Haru dazu, seine Hinterbeine immer näher an die Vorderbeine zu stellen. Das hörte sich einfach ein, doch in der Praxis sah die Sache ganz anders aus. Für Haru war diese Lektion äußerst kompliziert, doch mit viel Geduld kamen wir in kleinen Schritten voran. Zur Hilfe stellte ich Haru zwischen zwei Stangen, die ich, je näher er mit den Beinen zusammen stand, weiter zusammenschob. Diese Übung erfordert viel Konzentration, weshalb wir nach einer halben Stunde Feierabend machten.
    Die Nacht hatte ich auf dem Sofa meiner Schwester verbracht. Mit leichten Rückenschmerzen startete ich in den Tag. Da Jessi heute Vormittag zu einem Auftrag fahren musste, machte ich mich alleine an das Training mit Haru. Mit einem Halsring im Gepäck machte ich mich zusammen mit Haru auf den Weg zum Reitplatz. Weil Haru den Halsring bis jetzt noch nicht kannte, wollte ich zuerst mit Halsring und Trense arbeiten. Schon beim Warmreiten setzte ich nach und nach den Halsring ein. Die ersten 10 Minuten lenkte ich ihn sowohl mit Halsring, als auch mit den Zügel, wobei ich besonders darauf achtete, mit Gewichtshilfen zu arbeiten. Auch wenn Haru und ich uns noch einige Male uneinig waren, wurden wir immer besser und Haru lernte, wir er die Hilfen mit dem Halsring zu verstehen hat. Genau wie im Schritt, versuchte ich auch im Trab, die Zügel immer weniger, und den Halsring immer mehr einzusetzen. Durch viele Wendungen und Übergängen wurde Haru mit der Zeit immer weicher und achtete auf meine Hilfen. Zufrieden kraulte ich ihm den Hals. Da ich mich sicher auf Haru fühlte, beschloss ich kurzerhand, die Trense abzumachen. Nur mit Halsring ritt ich zuerst ein paar Runden Schritt, bevor ich antrabte. Für Haru war dieses Gefühl neu und ich merkte, dass er sich erst daran gewöhnen musste. Unsere Lenkung klappte an manchen Stellen noch nicht ganz so gut, dafür machten wir große Fortschritte in den Übergängen und Tempounterschieden in den einzelnen Gangarten. Auch die einzelnen Gänge konnten wir erstaunlich gut trennen. Nach einer guten Stunde waren sowohl Haru, als auch ich völlig durchgeschwitzt und ich brachte Haru zufrieden zurück zu seinem Freund Callimero.
    Meine Schwester war von ihrem Patienten noch nicht wieder zurück, also übernahm ich heute die anstehenden Hofarbeiten. Auf der Stardust Ranch kannte ich mich inzwischen ziemlich gut aus und ich wusste genau, wo ich die Schubkarre und die Harke finden konnte. Knappe zwei Stunden äppelte ich die Paddocks ab, stopfte Heunetzte und füllte Tränken. Nachdem ich mich kurze Zeit auf der Bank ausgeruht hatte, schnappte ich mir erneut Haru und übte mit ihm weiter an der Bergziege. Genau als ich fertig war, hörte ich ein Auto auf den Parkplatz rollen. Es war das Auto meiner Schwester, die kurz darauf die Autotür öffnete. Ich brachte Haru zurück in den Offenstall und Jessi und ich machten es uns im Haus gemütlich.
    Einen letzten Tag wollte ich mit Haru verbringen. Da ich mich am Nachmittag auf den Weg nach Hause machen wollte, musste sowohl Bodenarbeit, als auch Dressurtraining am Vormittag stattfinden. Gegen 9 Uhr stand ich mit Haru auf dem Reitplatz und übte mit ihm ein letztes Mal die Bergziege. Wir waren auf einem ziemlich guten Weg und der Hengst wurde immer besser. Meine Schwester stand begeistert am Zaun und guckte zu, was wir in den letzten beiden Tagen geschafft hatten. Ich zeigte ihr genau, wie ich Haru diesen Trick beigebracht hatte und erklärte ihr, wie sie mit ihm weiter üben konnte: "Auch wenn das schon ziemlich gut aussieht, musst die dringend weiter mit ihm üben. Im Moment fällt Haru diese Ungewohnte Haltung noch ziemlich schwer, aber wenn du weiter machst, wird es ihm schon bald leichter fallen".
    Am Putzplatz sattelte ich Haru und machte mich daraufhin wieder auf den Weg zum Reitplatz. Jessi wollte uns heute ganz genau beim Training zugucken und ich erklärte ihr, während ich ritt, einige Sachen, damit sie bald an einer A-Dressur teilnehmen konnte. Am Anfang ritt ich Haru mit Halsring und Jessi war begeistert, wie gut die Kommunikation zwischen uns klappte. "Siehst du? Eigentlich braucht man gar keine Trense zum reiten. Wenn du mit Trense reitest, denk immer daran und setzte diese so wenig wie möglich ein". Nach guten 20 Minuten trenste ich Haru auf und wir ritten weitere 30 Minuten mit Trense, denn schließlich konnte Jessi beim Turnier nicht mit Halsring reiten. Auf dem Plan stand ein vielseitiges Programm. wobei ich besonders auf die Präzision meiner Hilfen achtete. Völlig erschöpft hielt ich neben meiner Schwester an. Auch Haru war ganz schön am Schnaufen. "Ich glaube, ich kann euch mit einem guten Gewissen aufs Turnier lassen", sagte ich zu Jessi. Nachdem ich Haru versorgt hatte, packte ich meine Sachen zusammen, verabschiedete mich von meiner Schwester und machte mich schließlich auf den Rückweg, denn zu Hause wartete nach den drei Tagen viel Arbeit auf mich.


    Die Kür | River’s Haru

    Ich atmete noch einmal tief durch, während ich den Sattelgurt fest zog und noch ein letztes Mal die Trense kontrollierte. Ich war wirklich aufgeregt, denn es war die erste Körung, auf der ich selbst meinen eigenen Hengst vorstellte. Wir hatten so lange darauf hin gearbeitet und nun war es soweit: jetzt ging es um alles. Ich tätschelte Haru noch einmal den Hals, der nicht im Entferntesten so nervös war wie ich. Ein Mädchen auf einem schicken Schimmel ritt aus der Halle und dann war es soweit.

    Ich ritt mit Haru in die Halle und er war im Gegensatz zu mir total ruhig. Die Atmosphäre kannte er von vielen Turnieren, die wir schon gemeinsam gestartet waren. Ich ritt im Trab in die Halle, das Publikum applaudierte und ich blieb in der Mitte stehen, um die Richter zu grüßen. Haru spitzte die Ohren, blieb aber vorbildlich stehen. Ich ritt wieder an, im Schritt auf die linke Hand. Es folgten einige Bahnfiguren: durch die ganze Bahn wechseln, eine Runde auf dem Zirkel. Eine Volte, dann trabte ich ihn an. Ich wechselte durch den Zirkel, variierte ein wenig das Tempo und ließ ihn auf dem Zirkel die Zügel aus der Hand kauen. Er streckte sich toll an das Gebiss und trabte schwungvoll vorwärts. An der nächsten Ecke galoppierte ich ihn an, legte an der langen Seite zu und fing ihn dann direkt wieder ab. Er ließ sich butterweich reiten, wir hatten diese Kür hundertmal geübt. Ich parierte wieder durch, wechselte die Hand, ging auf den Zirkel und galoppierte auf der anderen Hand erneut an. Wir waren wunderbar im Takt der Musik. So langsam wurde ich ruhiger und fing an, den Ritt richtig zu genießen. Haru zeigte sich wirklich von seiner allerbesten Seite.

    Ich beendete meine Kür mit ein paar Bahnfiguren im Trab, dann ließ ich die Zügel aus der Hand kauen, ließ ihn einige Runden vorwärts-abwärts traben und parierte dann durch zum Schritt. Am langen Zügel hielt ich nochmal in der Mitte, grüßte die Richter und verließ dann entspannt und unter dem Applaus des Publikums die Halle.

    Draußen vor der Halle fiel ich Haru um den Hals. Er hatte wirklich alles gegeben und schien gewusst zu haben, um was es heute ging. Ich war zum Zerreißen gespannt und konnte es kaum erwarten, das Ergebnis zu hören. Allerdings dauerte es noch etwas, bis alle Teilnehmer durch waren. Ich löste den Sattelgurt, nahm Haru das Gebiss ab und brachte ihn zurück zum Hänger, wo ich ihm einen kleinen Paddock abgesteckt hatte. Am Strick ließ ich ihn ein bisschen Heu knabbern, etwas trinken und steckte ihm zwischendurch einige Möhren zu Belohnung zu. Nun konnten wir nur noch warten und hoffen, dass es gereicht hatte...

    |©Möhrchen, 2.630 Zeichen (geprüft bei lettercount.com)

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    Reiterin (c)Waldvoegelchen; Bewegung + Zubehör (c)AliciaFarina?
     
  7. Elii

    Elii #ELeCtRâ-GiiÂdÂ

    Meine Teilnahme mit Flavor of the Weak

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    Steckbrief


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    Rufname: Waka
    geboren: Februar 2007

    von: Flavor of the Month – Hannoveraner
    aus: Golden Lights – Westfale

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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Schimmel (Grundfarbe Rappe)
    Stockmaß: 170 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Flavor of the Weak kommt ganz nach seinem Vater. Wie jener kann auch dieser Wirbelwind nicht stehen bleiben und braucht seine Bewegung. Ohne ausreichende Auslastung wird er nervig und die Arbeit mit ihm erweist sich dann zunehmend schwieriger.

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    Erfolge

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    2. Platz 183. Synchronspringen
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    2. Platz 305. Militaryturnier
    1. Platz 186. Synchronspringen
    3. Platz 406. Springturnier
    3. Platz 191. Synchronspringen
    3. Platz 413. Springturnier
    3. Platz 380. Galopprennen
    1. Platz 314. Militaryturnier
    3. Platz 196. Synchronspringen


    Springen L – Military E


    Tierarzt - 15. Juni 2017
    von Eddi
    Trotz meiner knapp bemessenen Zeit ging es heute für mich aufs Gut Sanssouci, denn der Termin bei Elena Redling stand schon seit längerem fest. Aber statt von der eigentlichen Gestütsbesitzerin, wurde ich von zwei wild herumtollenden Welpen begrüßt, die mich und meine Doktortasche höchst interessant fanden. Doch eine Ermahnung ihrer Besitzerin reichte und die beiden verzogen sich in Richtung Stall, so dass ich Elena in Ruhe begrüßen konnte.
    Gemeinsam gingen wir in den Stall, denn wir hatten einiges vor. Vier Pferde standen auf unserer Liste und wir wollten im Verlauf des Tages ja auch noch fertig werden. Wir begannen mit dem wichtigsten Kandidaten: Flavor Of The Weak. Der hübsche Schimmel sollte demnächst auf einer Körung vorgestellt werden und dementsprechend war sein Gesundheitszustand von hoher Priorität.
    Zu Beginn führte Elena mir ihren Hengst im Schritt und Trab auf dem Hof vor. So konnte ich mir die Bewegungsabläufe des Pferdes genauer anschauen und eventuelle Lahmheiten oder Ähnliches entdecken. Doch bei Weak war alles in bester Ordnung und auch die Beugeprobe bestand er ohne Probleme. So kehrten wir zum Putzplatz zurück, wo ich in aller Ruhe einen Blick in Ohren, Augen und Maul warf, um zu schauen, ob alles so war, wie es sich gehörte.
    Dann wurde Weak an der Brust abgehört, um die Werte von Puls und Herz kontrollieren zu können. Abschließend wurde die Körpertemperatur gemessen und nachdem alles bestens war, konnte Weak geimpft werden. Dabei hielt ich mich an seinen Impfpass, so dass er nur gegen Influenza und Herpes geimpft werden musste.
    Die Wurmkur übernahm die Besitzerin selbst und diese war auch sehr regelmäßig vorhanden, so dass alle Pferde gut geschützt waren. Weak war dann für seinen Teil fertig und durfte zurück in die Box. Doch ein paar Minuten später stand bereits das nächste Pferd vor mir: Dark Rubin. Eine junge und aufgeweckte Fuchsstute, die beim Vorführen bereits ihre schönen Gänge zeigte.
    Auch sie tastete und hörte ich ab, kontrollierte, ob alles so war wie es sein sollte und dann musste auch Dark Rubin für eine Impfung stillhalten, ehe sie direkt fertig war. Die nächste Stute, Rockabella, war ebenso brav und gut erzogen, wie ihre Vorgänger. Es kam sicherlich auch sehr selten vor, dass ein Pferd auf Sanssouci mit Unarten daher kam und mir meinem Job schwer machen würde.
    Rockabella ließ sich einwandfrei vorführen, abtasten und abhören. Auch bei der Impfung zuckte sie kaum zurück und somit waren wir hier wirklich mehr als schnell fertig und konnten zum letzten Pferd übergehen. Bei Dark Chocolate handelte es sich um eine Halbschwester zu Dark Rubin, was bereits der Name verriet. Auch sie war mit tollem Gangwerk und einem schönen Exterieur gesegnet und konnte ebenso mit Benehmen punkten.
    Zwar vertraute sie weder dem Stethoskop noch der Spritze in meiner Hand so recht (und wohl auch berechtigt), ließ sich aber von ihrer Besitzerin schnell beruhigen und stand brav still, während ich an ihr herumhantierte. So war auch das vierte Pferd schnell erledigt und durfte zurück in seine Box. "Tolle Pferde!", meinte ich lobend zu Elena, denn ihre Zucht bewunderte ich seit langem. Umso schöner war es, wenn dann eben bereits die dritte Generation einer Linie immer noch in meiner Obhut stand. Dennoch musste ich mich vom Gestüt losreißen und den Heimweg antreten, denn zu Hause wartete noch allerhand eigene Arbeit auf mich.

    Hufschmied - 30. Juni 2017
    von Zaii
    „Waka waka, eh eh!“, schmetterte Zai, als sie ihre Freundin Eli mit ihrem Hengst Flavor of the Weak entdeckte. Eli warf Gwen einen bösen Blick zu, denn wie mir erzählt wurde, war sie es gewesen, die Waka damals zu seinem Spitznamen verholfen hatte. Gwen aber war sich keiner Schuld bewusst und kraulte etwas zu auffällig die Stirn von Ohnezahn, der seelenruhig neben ihr her spazierte.
    Und dann war da noch Elisa, die (zum Vergnügen aller anderer) gut zu tun hatte, mit zwei Hengsten links und rechts von sich. Hinter ihr folgte Matthew, der Tenacious führte. „Mit allen dreien wäre es noch lustiger gewesen“, flüsterte Zai mir zu und ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen.

    Zais Freundinnen kamen wild durcheinander plappernd am Putzplatz vor dem Oststall an und es sah fast etwas ulkig aus, wie Waka da zwischen den ganzen Ponys stand und irgendwie nicht so ganz reinpassen wollte, überragte er die anderen Hengste um mehr als zwanzig Zentimeter.

    „Gut, wer macht den Anfang?“, mein Blick glitt fragend in die Runde. Ich konnte im Nachhinein nicht mehr beantworten, was mich dazu veranlasst hatte, zuzustimmen, fünf Hengste der Freundinnen meiner Partnerin an einem Mittag anzunehmen. Immerhin konnte ich aushandeln, dass sie zu mir kommen mussten, das machte die Sache doch schon wieder angenehmer.
    Auf die anfängliche Stille war schnell eine rege Diskussion gefolgt, aus der Elena als Sieger hervor ging und so begann ich direkt, Wakas alte Eisen abzunehmen, nachdem ich mich mit einem Stück Möhre vorgestellt hatte.
    „Ganz schön hibbelig“, bemerkte Zai stumpf, als der Schimmel immer wieder versuchte, mir das Bein weg zu ziehen und überhaupt sehen wollte, was ich da so anstellte. Eli warf ihrer Freundin einen bösen Blick zu und hätte sie nicht bei Waka gestanden, hätte Zai sich wahrscheinlich auch noch einen schmerzhaften Tritt gegen das Schienbein eingefangen. So blieb sie aber verschont und konnte ohne Blessuren Chesmu von Elisa übernehmen, denn dieser zankte sich gerade immer mehr mit seinem Kumpel Allelujah.
    „Du bist trotzdem mein Liebling, Chessi“, säuselte sie ihrem Hengst nach und winkte berührt mit der Hand hinter ihm her. Wenigsten war meine Arbeit heute ausgesprochen unterhaltsam.
    Nachdem ich Wakas alte Eisen mit vier neuen abgeglichen hatte, wanderten diese in den Ofen. In der Zwischenzeit schnitt ich die Hufe des Hannoveraners aus und raspelte die Hufe anschließend wieder plan. Die Eisen waren mittlerweile heiß und konnten nach und nach angepasst werden.

    Die lauten Schläge machten Ohnezahn, Chesmu und Tenacious wenig aus, auch Waka ließ sich nach anfänglicher Unruhe wieder beruhigen, nur Allelujah schien ganz und gar nicht angetan, wenn ein Mann auch noch wilde Bewegungen und Krach veranstaltete.
    So machte sich Elisa daran, eine Runde um die Reithalle zu drehen und Matthew folgte ihr ergeben. Gwen und Zai hingegen machten es sich am Grünstreifen neben dem Stall gemütlich und ließen ihre Hengste grasen.

    Waka hielt mittlerweile erstaunlich still und so konnte ich meine Arbeit zügig zu Ende bringen. Schnell war der letzte Nagel gebogen und gekürzt und so hatte es der erste schon wieder geschafft. Die Gänge des Hengstes ließen auf nichts Ungewöhnliches schließen, also konnte es direkt mit dem nächsten weitergehen.

    Zai setzte sich gegen Gwen durch, die nun schmollend im Gras saß und sich von Eli trösten ließ („Zai ist so gemein!“ – „Sch, sch. Ich weiß doch“ – „Wieso sind wir überhaupt mit ihr befreundet?“ – „Der Hufschmied, Gwen..“).
    Chesmu freute sich sehr über die Leckerei und war fortan beschäftigt, Zai nach noch mehr Möhrenstücken abzusuchen. Das machte mir die Arbeit sehr einfach, denn er hielt still und ließ mich ohne Zwischenfälle alle vier Hufe ausschneiden und kürzen.
    „Gut gemacht“, lobte Zai, als der glänzende Hengst (was tat Elisa nur in ihr Futter?) auch die Gangprobe überstanden hatte und zurück zum Gras durfte.

    Als nächstes folgte Ohnezahn von Gwen, der hingebungsvoll den lobenden Worten seiner Besitzerin lauschte, als ich nach und nach jeden seiner Hufe aufnahm, kürzte, ausschnitt und abschließend plan raspelte. Nicht einmal hatte der Schimmel versucht, mir den Huf zu entziehen und so schob ich ihm nach getaner Arbeit nochmal ein kleines Stück Möhre zu. Hoffentlich hatten das Waka und Chesmu nicht gesehen!

    „Ich bin dran!“, schallte es bestimmt über den Hof, als Matthew mir gerade T in Schritt und Trab vorgeführt hatte. Es folgte eine Diskussion zwischen Elisa und dem Gestütsleiter (oder Sklaven, ich war mir da gerade nicht sicher), den die junge Frau zur Überraschung von niemandem für sich gewann. So mussten Tenacious und Matthew den Platz wieder räumen und machten es sich stattdessen am anderen Ende des Stalls gemütlich. Matthew würde nun also erstmal seine Wunden lecken, während ich das Vergnügen mit Allelujah hatte. Der Hengst ließ sich von Elisa bitten und betteln und folgte trotz der Überredungskunst seiner Besitzerin nur zögerlich. Ich hielt ihm lange meine Hand hin, doch obwohl ein schmackhaftes Stück Möhre auf dieser ruhte, traute sich Allelujah nicht nah genug an mich ran. Na das würde sicher spaßig werden. Nachdem Elisa die Nascherei verfüttert hatte, stellte sie sich dicht an den Kopf des Palominos und begann, ihm Mantra-artig eine Beruhigungsformel ins Ohr zu flüstern. Ich machte mich zeitgleich an die Arbeit, die sich als nervenaufreibender erwies, als bei Allelujahs Stallkumpanen. Bei jedem Huf versuchte der Hengst, von mir wegzukommen und wann immer ich die Stimme minimal erhob, zuckte der Zehnjährige merklich zusammen. Vielleicht war er durch Elisas hohe Stimme aber auch schlichtweg so traumatisiert, dass tiefere Stimmen ihm nun Unbehagen bereiteten. Die einen sagten so, die anderen so.
    Mit der ein oder anderen kleinen Pause und vielen Möhrenstücken klappte es letztendlich aber doch und Allelujah zeigte mir einen äußerst flotten Trab, als er bei der Bewegungsprobe von mir weg traben konnte.

    Den Abschluss sollte nun Tenacious machen. Der Hengst war das komplette Gegenteil zu seinem Vorgänger, denn er war durch nichts aus der Ruhe zu bringen und so war ich in Windeseile fertig damit, die Hufe Dunkelbraunen auszuschneiden und zu kürzen. Auch beim Planraspeln hielt das Pony still und während Matthew noch lobte, war ich bereits fertig mit meiner Arbeit.

    „So..“, ich streckte mich und drehte den Oberkörper einmal nach links und rechts. Fünf Pferde hintereinander und auch ein Hufbeschlagsschmied fühlt sich, als würde er am Fließband arbeiten. „Sag mal..“, diesen Ton, den Zai da an den Tag legte, konnte ich leider allzu gut einordnen, „.. wenn du schon dabei bist..“, ich drehte mich ungläubig um, „.. bitte Theo!“, schloss Zai flehend und ich sah sie hinter mir stehen. Mit Turf Runner an der Hand. „Noch einer?!“, fragte ich ungläubig, doch Zai war nicht von ihrem Plan (der nicht so spontan wirkte, wie sie ihn mir verkaufen wollte) abzubringen. „Es ist Tuffi. Unser toller, süßer, lieber Tuffi“, säuselte Zai. Wenn es um Arbeit ging waren es immer unsere Pferde. Turnierplatzierungen und –siege hingegen zogen ihre Pferde ein. Seufzend gab ich meinem Schicksal geschlagen und so folgte Hengst Nummer sechs an diesem Tag.
    Wenigstens hatte Zai nicht gelogen, denn das Vollblut war wirklich unkompliziert und so dauerte es nicht lange, bis ich die routinierte Arbeit des Ausschneidens, Kürzens und Planraspelns hinter mich gebracht hatte.

    „Das wars für heute! Keine Chance“, schwor ich, als ich Tuffis letzten Huf abgesetzt hatte. Gwen, Eli, Elisa und Matthew hatten sich nach dankenden Worten bereits wieder auf den Heimweg gemacht, es waren also nur noch Zai und Alex, die sich mit Friedrich vor wenigen Minuten zu uns gesellt hatte, anwesend. Hugo, der gerade Emie und Every auf den Platz führte, musste bei meinen Worten schmunzeln und das war schon etwas, was dem schallenden Gelächter anderer Menschen nahe kam. „Zai, nein“, sagte ich energisch, als diese den Mund öffnete, um etwas zu sagen. Zu meiner Freude schloss die Braunhaarige den Mund wieder und ließ mich dann tatsächlich in Ruhe. Während sie Tuffi zurück in seine Box brachte, packte ich mein Werkzeug zusammen und machte mich dann mit Alex und Friedrich auf zu unserem Häuschen. Zai würde mich heute nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn sonst würde sie bestimmt noch eine Arbeit für mich finden.

    Training [2 Berichte]
    Springen E-A, von Gwen
    In Elenas Stall stand der Fortschritt nie still und das betraf auch ihre Zucht. Zwar züchtete sie nur noch für sich selbst, aber die Nachkommen konnten sich sehen lassen. So auch Flavor of the Weak, der zehnjährige Hannoveranerhengst, welcher Anfang des Jahres auf Gut Sanssouci eingezogen war.
    Schon öfter hatte ich ihn und einige andere Nachwuchspferde bewundert und nun war es so weit, dass Elena mir ihren neuen Lieblingsschimmel unter Obhut stellte. Ich sollte den Hengst im Springen trainieren, wo er bereits inoffiziell auf L-Niveau lief, so, wie es bei fast allen von Elenas Pferden der Fall war. Sie waren den Trainern immer einen Schritt voraus.
    Da Elena sich bisher noch nicht um einen Spitznamen gekümmert hatte, sah ich mich gezwungen, meinem neuen Patenkind einen zu verpassen. Bei meiner grenzenlosen Kreativität fiel mir das gar nicht schwer und ich taufte den Schimmel auf Waka. „Deine Zuchtnamen kann man sich nicht antun“, verteidigte ich den Namen am darauffolgenden Tag gegenüber Elena, welche mächtig gestikulierend vor mir stand und überlegte, mich als hauseigene Trainerin direkt wieder abzuziehen.
    Ich ignorierte ihr Gehabe und musterte neugierig die drei Outfits, welche Elena uns herausgesucht hatte. Sie hatte sich selbst bisher nicht entscheiden können und so auf meine Meinung gewartet. „Ich weiß wie sehr du Mango liebst, aber ich hätte gerne Skyblue“, meinte ich und wartete gar nicht erst Elenas Meinung ab. Wenn ich mich schon passend kleiden musste, dann wollte ich mitentscheiden und es Waka würde die Farbe ausgezeichnet stehen. Immerhin war er ein Schimmel, dem stand sowieso alles.
    Nach dem Putzen und Satteln konnte ich dann auch Elena von dem ihr viel zu normalen Blauton überzeugen und mich endlich an unser Training machen. „Ach übrigens hab ich Colin gesagt, dass er dir helfen soll“, meinte Elena noch beiläufig und entschwand dann. Ich blickte ihr kurz mit offenen Mund nach, aber mir fiel nichts Gescheites dazu ein.
    In der Halle traf ich dann auch auf Colin, der entspannt an der Bande lehnte und sich anscheinend ein wenig fragte, wozu er überhaupt hier war. „Na? Heute mal nüchtern hoch zu Ross?“, fragte er mich grinsend und ich starrte ihn nur an. „Das letzte Mal ist schon…lange her!“, jammerte ich und schwang mich danach schweigend in den Sattel.
    „Aber, wenn du schon da bist, kannst du gerne noch Stangen schleppen. Die gehören zum Springtraining dazu“, meinte ich knapp und riss mich zusammen, nicht allzu böse zu grinsen. Heute wollte ich Waka nur locker arbeiten und schauen, was er schon alles konnte und welche Grundlagen wir noch vertiefen mussten.
    Deshalb baute Colin uns auch Trabstangen und Cavaletti auf. Ebenso einen kleinen In-Out-Sprung und einen Slalom aus Pylonen. Zum Glück besaß Elena eine große Halle, da hatten wir genug Platz für solche Späße. Ich wärmte in der Zwischenzeit Waka in allen Gangarten auf und lockerte ihn mit Seitengängen und Handwechseln.
    Der Schimmel ließ sich sehr gut reiten, aber man merkte förmlich, wie ein Vulkan unter einem brodelte und Waka scharf auf die Hindernisse war. Wir begannen deshalb in aller Ruhe mit den Trabstangen auf beiden Händen. Dann nahmen wir auch Galoppstangen und einige Cavaletti.
    Mir ging es vor allem darum, dass der Hengst ein gutes Gefühl für den Takt bekam, so dass er auch ohne Probleme passend auf die Stangen kam. Außerdem nahm ich so ein wenig den Vorwärtsgang heraus, da Waka sich definitiv konzentrieren musste, wenn ihn auf dem Zirkel auf der einen Seite erhöhte Cavaletti im Trab und auf der anderen Seite ein kleines Kreuz im Galopp erwarteten.
    Ein Springpferd musste zu jederzeit gut kontrollierbar sein, damit man das Tempo und den Abstand abschätzen konnte, dementsprechend feinfühlig musste der Hengst auch auf meine Hilfen reagieren. Die ersten Runden waren auch noch sehr holprig und schlecht abgestimmt, aber die jeweils letzten zwei auf beiden Händen ließen sich schon sehen.
    Deshalb widmete ich mich auch noch dem In-Out-Sprung, eine weitere gute Übung für Distanz und Takt. Nur wenn man passend hineinkam, kam man auch gescheit wieder heraus. Ein Glück hatten wir Colin dabei, denn obwohl Waka sich sehr konzentrierte, war er manchmal einfach noch zu schnell, um die Distanz zu schaffen.
    Am Ende der Stunde waren wir beide recht k.o., aber es hatte sich definitiv gelohnt. Grundlagentraining durfte man nie vergessen und manchmal hatte ich das Gefühl, dass mich Elena genau deshalb anheuerte, damit sie es nicht selber machen musste. Nach dem Training gab es für Waka auf jeden Fall eine Portion Müsli als Belohnung und dann ging es direkt wieder hinaus auf die Weide.
    Colin war derjenige, der sowohl Vater als auch Sohn regelmäßig im Training ritt, weshalb Elena ihn mir wohl auch zur Seite gestellt hatte. Deshalb sprach ich mich mit Colin bezüglich des Trainingsplans ab und baute ihn auch fest mit ein. Er nahm mir unglaublich viel Arbeit ab, wenn er die Tage übernahm, wo Waka nur locker geritten oder longiert werden sollte.
    So konnten wir den Hengst effektiv sechs Tage die Woche arbeiten und kamen selbst kaum unter Zeitdruck. Außerdem brachte es auch im Nachhinein mehr, wenn Colin derjenige wäre, der den Hengst auch später weiter im Training ritt. Bei Elena machte ich mir keine Sorgen, aber wie man sie kannte, war sie auch regelmäßig anwesend und beobachtete unser Training.
    Die Wochen verstrichen auch wie im Flug und wir hatten Waka in allen Grundlagen bestens gefestigt. Er war bisher vor allem auf Höhe gesprungen worden, weil er dank seiner Abstammung schon von Natur aus über eine gute Manier verfügte. Dann vernachlässigten die meisten allerdings dennoch das Fundament, auf welchem die höheren Klassen aufbauen würden. So tat Waka unser „einfaches“ Training auf alle Fälle auch sehr gut.
    Es dauerte auch gar nicht so lange, da wechselten wir von Stangen-Hindernis-Kombinationen zu einem reinen A-Parcours. Ich arbeitete mit Waka sowohl am Stil als auch am Tempo. Mir war es sehr wichtig, dass er Feuer im Parcours zeigte, aber dennoch auf mich hörte. Mit dem Hengst war das kaum ein Problem, denn er wurde täglich bewegt und stand den ganzen Tag auf der Weide, so dass er gut ausgelastet war.
    Als der A-Parcours in unterschiedlichsten Variationen funktionierte, erhöhten wir auch schon auf L-Höhe. Für Waka absolut kein Problem und er sprang souverän wie eh und je. Wenn man beständig auf seine Manier achten würde, wären S-Springen ein leichtes für den Hengst und seine Sternchen würde er sich auch ohne Probleme verdienen.
    Ebenso schien Elena äußerst zufrieden mit der Entwicklung ihres Hengstes zu sein und auch mit seinen Outfits. Ich freute mich schon auf den Tag, wo ich mir wieder einfach zufällig Sachen aus dem Schrank nehmen könnte, ohne mir Sorgen um eine gerichtliche Anzeige von Elena zu machen. Am Ende hatte sie eine Kleiderordnung in ihren Gestütsrichtlinien festgelegt, oder heimlich in unserem Trainer-Besitzer-Vertrag im ganz Kleingedruckten.
    Man wusste ja nie. Blondinen durfte man keineswegs trauen! Außer beim Pferdekauf und Pferdekleidung, da hatten die hellhaarigen auf jeden Fall die Nase vorn. Sah man ja an Waka, der gerade sehr zufrieden in Lime gemeinsam mit Colin durch den L-Parcours galoppierte und über ein Hindernis nach dem anderen segelte.

    Springen A-L, von Elii
    Für heute war ein einfacher Trainingsritt für Flavor oft he Weak geplant. Auch wenn der Hengst den L Parcours bereits rückwärts mit verbundenen Augen springen konnte, wollte ich vor dem nächsten Turnier sichergehen. Normalerweise waren wir schon weiter, heute war für ihn also ein eher leichtes Training mit einer Höhe von 1,20m und einer Weite zwischen 1,05m bis 1,35 m angesagt.

    Auf dem Springplatz war bereits alles aufgebaut. Acht Sprünge standen dort, darunter auch ein Wassergraben, vor dem Waka gerne einen Rückzieher machte, wenn man ihm nicht energisch genug heran trieb.

    Zuerst ritt ich ihn in allen drei Gangarten war, gerade im Galopp achtete ich darauf, dass er schwungvoll vorwärtslief. Dadurch dass ich Tempounterschiede ritt, würde ich später weniger Probleme im Parcours haben. Normalerweise war Colin derjenige, der Waka auf Turnieren vorstellte und im Training ritt. Dieses Mal jedoch wollte ich selbst auf den Hengst steigen.

    Nach einer Schrittpause, in der der Hengst noch einmal verschnaufen konnte, galoppierte ich erneut an und steuerte auf den ersten Sprung zu. Waka kannte seinen Job in und auswendig und setze problemlos darüber. Auch die folgenden Hindernisse waren ein Kinderspiel für den Hengst, der nun etwas mehr Tempo draufhatte. Damit er nicht zu sehr rannte, legte ich eine Pause ein und galoppierte ihn im versammelten Tempo zwei Runden auf dem Zirkel, bevor ich wieder startete. Wieder war Wakas Konzentration voll auf den Hindernissen, über die er in einem Rutsch flog. Da nun der Wassergraben anstand, galoppierte ich erneut eine Runde auf dem Zirkel und erhöhte das Tempo, damit er im richtigen Grundtempo an den Sprung kam und sich nicht mehr gegen das Springen entscheiden konnte. Unser Wassergraben war 2,50 m weit, konnte auf dem Turnier aber auch etwas weiter sein, weshalb ich gerne mit etwas mehr Tempo anritt. Auch wenn er kurz davor versuchte zu stoppen, so konnte ich ihn mit energischem Treiben vom Gegenteil überzeugen. Er sprang, wenn auch etwas holpriger als sonst.

    Bei der Kombination musste der Hengst voll bei mir sein, weshalb ich wieder eine Zirkelrunde einlegte, bei der ich das Tempo variierte. Waka war unglaublich fein an den Hilfen, weshalb ich mir keine Gedanken mehr über die Kombinationen machte. Auch hier zeigte er sich wieder völlig unproblematisch. Sowohl die zweifachen, als auch die dreifachen Kombinationen waren ein Klacks, auch wenn Colin mir bestimmt noch ein paar Tipps geben konnte. Somit sollte dem Turnier nichts mehr im Weg stehen und wenn es gut lief, konnten wir eine weitere Schleife an die Wand des Hengstes hängen.

    Es war soweit. Auch Flavor of the Weak sollte bei einer Körung vorgestellt werden. Der zehnjährige Hengst hatte so einiges an Schleifen gesammelt und sollte noch diese Saison seine ersten S Springen gehen.
    Wie von meinen Pferden gewohnt hatte ich Waka morgens auch Hochglanz poliert und eingeflochten. Statt einer weißen Schabracke trug der Schimmel eine Dunkelgrüne, passend zu den Hoffarben. Das Stalllogo prangerte in der Ecke und ja, ich hatte es dieses Mal mit Swarovski-Steinen verziert.
    Vor dem Hallentor standen wir also und warteten auf unseren Aufruf, der kurz darauf auch kam.
    Waka ging auf Kommando los; im Trab ging es zu X, wo ich durchparierte und die Richter grüßte. Erneut trabte ich an und ging auf den Hufschlag. Nach einer Runde parierte ich zum Schritt durch und drehte eine Weitere. Auch im Galopp blieb ich auf der ganzen Bahn und wechselte die Hand dann geschickt mit einem fliegenden Galoppwechsel.
    Auf der anderen Hand stellte ich ebenfalls alle Gangarten vor und parierte schließlich bei X zum Halten durch. Ein erneutes Grüßen und ich konnte die Halle im Schritt am langen Zügel verlassen.
    Draußen sattelte ich ab, denn mal wieder sollte der Hengst zum Freispringen. Auch wenn eigentlich die Dressur mein Steckenpferd war, so waren meine Pferde irgendwie mehr im Springsport daheim. Auch von meinen Freundinnen hatte ich dafür schon einige Sprüche einstecken müssen.
    Beim Freispringen zeigte sich Waka von seiner besten Seite, wenn seine Noten auch nicht an die von Clouded Sky heranreichten. Ich lobte ihn ausgiebig und ging dann mit ihm zurück zum Anhänger.

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    Zaii gefällt das.
  8. Rinnaja

    Rinnaja Bekanntes Mitglied

    Meine Teilnahme mit ...
    Kirin
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    Von
    unbekannt
    Aus der unbekannt

    22.09.2012
    Rasse: Deutsches Reitpferd
    Stockmaß: 168cm
    Deckhaar: Fuchs Schecke


    Intelligent|Aufmerksam|Ruhig|Faul|Neugierig

    Der Schecke ist unglaublich intelligent, dies merkt man im täglichen Umgang mit ihm. Sowohl wenn ihm Unsinn einfällt, als auch wenn man ihm beim Reiten oder vom Boden aus Aufgaben stellt. Generell sieht er aber alles als großes Spiel und freut sich über fast alles. Er ist stets aufmerksam und neugierig. Dennoch ist er hin und wieder auch faul und ruhig, dann muss man ihn einfach nur ein bisschen motivieren und ihm den Spaß aufzeigen.

    Besitzer: Rinnaja
    VKR/Ersteller: sadasha


    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Dressur E A L M S S*
    Western E A L M
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S*
    Galopprennen E A L M
    Distanz E A L M
    2.Platz 413.Dressur
    2.Platz 419.Dressur
    2.Platz 424.Dressur
    1.Platz 401.Western
    1.Platz 410.Springen
    ´1,Platz 419.Springen
    3.Platz 192.SySpringen
    1.Platz 199.SySpringen
    3.Platz 200.SySpringen
    3.Platz 310.Military
    3.Platz 318.Military
    1.Platz 321.Military
    2.Platz 386.Galopp
    1.Platz 292.Distanz
    1.Platz 299.Distanz
    1.Platz 301.Distanz
    Schleife
    HK/SK
    Decktaxe/Leihgebühr: 175J

    Gencode: unbekannt
    Nachkommen
    0/5
    -
    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    Letzter Hufschmiedbesuch: 11. Juli 2017


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    Hufschmiedbericht | 11. Juli 2017 | 3686 Zeichen von sadasha

    Die Anfahrt zur Zauberwald Ranch verlief dieses Mal reibungslos. Das Wetter hielt sich, die Straßen waren mehr oder weniger frei und so kam ich gut eine Stunde früher als gedacht bei Rinnaja an. “Hey, was machst du denn schon hier? Und wer ist das?” fragte sie mit Blick auf Pitch, begrüßte mich dann aber herzlich. “Ist Kirin noch nicht fertig?” umging ich eine Antwort, während ich meine Tasche aus dem Wagen holte. Rinnaja schüttelte den Kopf. “Der ahnt noch nichts. Und der Kaffee ist auch nicht fertig!” Ich lächelte sanft. “Du machst Kaffee und ich hole Kirin zum Putzplatz.” schlug ich vor und verschwand zur Weide um den Scheckhengst abzuholen. Er hatte heute wohl einen faulen Tag und ließ sich sehr bitten mitzukommen. Mit dem ein oder anderen Leckerlie konnte ich ihn trotzdem motivieren.

    Einige Minuten später stand der Hengst angebunden am Putzplatz und Rinnaja brachte zwei Tassen Kaffee. Eine für sie, eine für mich. Dankend nahm ich die meine entgegen und nahm einen großen Schluck. “Magst du ihn kurz vorführen?” bat ich sie anschließend und hockte mich hin um die Hufe besser beurteilen zu können. Kirins Hufe waren soweit in Ordnung. Ausschneiden musste ich sie trotzdem.
    Mit dem linken Vorderhuf fing ich an, indem ich zuerst mit dem Hufmesser das alte Horn entfernte und anschließend den Hufrand zurückknipste. Zum Schluss raspelte ich Ecken und Kanten rund. Bei den übrigen Hufen verfuhr ich genauso. “Was für eine Pflege soll er bekommen?” fragte ich Rinnaja, die noch neben uns stand. Sie zog die Schultern hoch. “Was du meinst, du bist der Schmied.” Meine Entscheidung fiel auf den Hufbalsam. Er war eine gute Universalpflege und da Kirin keine Probleme mit den Hufen hatte bot es sich an, wenn überhaupt, den Hufbalsam zu verwenden. Als ich alle vier Hufe eingepinselt hatte packte ich sämtliche Utensilien zurück in meine Tasche und brachte diese zurück in den Wagen. Rinnaja hatte Kirin in der Zwischenzeit schon wieder auf die Weide gebracht.

    Pitch lag immer noch am Putzplatz und schlief. Die Autofahrt war wohl sehr ermüdend für den kleinen Hund. Vorsichtig nahm ich ihn hoch und lief über den Hof um Rinnaja zu suchen. Ich fand sie bei Schneemann. “Wann ist er eigentlich fertig für die Körung?” fragte ich neugierig und schien Rinnaja damit erschrocken zu haben, da sie den Striegel urplötzlich fallen ließ und sich umwandte. Pitch war jetzt auch wieder wach. “Bald.” antwortete sie schließlich. “Du kannst schonmal ins Haus gehen, ich komme gleich nach.”

    Als Rinnaja in der Küche erschien tapste Pitch schon wieder ganz munter durch die Gegend. “Jetzt erzähl mal!” forderte Rinnaja und hockte sich zum Welpen um mit ihm zu spielen. “Das ist Pitch und er ist mein Hund.” erklärte ich knapp und nahm einen Schluck meines mittlerweile kalten Kaffees. Böse sah Rinnaja auf. “Geht das auch detaillierter? Wie alt ist er, welche Rasse? Woher hast du ihn?” hakte sie nach. Kopfschüttelnd grinste ich, antwortete aber trotzdem. “Er ist ein paar Monate halt, ein Flat-coated Retriever und ich hab ihn von einer Züchterin, die ich auf der Pferdemesse letzte Woche kennengelernt hab.”
    Rinnaja erzählte mir von ihren eigenen Hunden und wir vergaßen wie immer die Zeit, bis ich irgendwann aufsprang und klagte, dass ich schon längst wieder zu Hause hätte sein müssen. Der Abschied fiel recht knapp aus. Da Pitch im Wagen anfing zu weinen wie ein Bescheuerter, wollte ich ihn nicht zu lange warten lassen.
    Auf dem Heimweg kam ich dann auch in den Feierabendverkehr. Mein Hof war schon wie leer gefegt, als ich eintraf, was mich ein wenig knickte. Ich hatte gehofft noch mit den Claytons sprechen zu können, was ich jetzt auf den nächsten Tag verschieben musste.
    Springen Stufenerhöhung von L auf M 20.05.2017 von FrauHolle

    Völlig durchnässt stürmte ich in die Stallgasse. Draußen regnete es in Strömen und ich war schon auf dem Weg vom Auto zum Stall komplett nass geworden. „Hey, du musst Denise sein?“, aus einer der Boxen lugte eine Frau hervor, „ich bin Rin, schön dass du da bist“. Rin zeigte mir die Pferde, mit denen ich heute arbeiten sollte, denn das Dressurtraining von Magnus, das Springtraining von Kirin und das Galopptraining von Der Physiker und Mystic Fantasy Dahlia stand an. Ich freute mich sehr auf den Tag mit den vier Pferden und hoffte sehr, dass es heute Nachmittag aufhörte zu regnen, denn ich wollte für das Galopptraining gerne ins Gelände.
    Zuerst schnappte ich mir den Isländerhengst Magnus von Störtal. Es war noch sehr früh am Morgen, sodass die Pferde noch in ihren Boxen standen. Vor seiner Box band ich Magnus an und fing an, ihn zu putzen. Ich kämmte seine Mähne und seinen Schweif, striegelte sein Fell, kratzte seine Hufe aus und holte schließlich den Sattel und die Trense aus der Sattelkammer. Damit der Sattel auf dem Weg zur Halle nicht nass wurde, legte ich eine Decke über den Sattel. Ich setzte meine Kapuze auf und lief mit Magnus durch den Regen bis zur Halle. Ich legte die Decke und meine Jacke auf die Bande zum Trocknen und führte Magnus zwei Runden im Schritt durch die Halle. Danach parkte ich ihn neben der Aufstiegshilfe ein und stieg auf. Artig wartete er, bis ich meine Zügel sortiert hatte. Ich ließ ihn losgehen und ritt zum Warmreiten locker ein paar Bahnfiguren im Schritt. Am Anfang ließ ich den Zügel noch etwas länger, nahm ihn allerdings immer mehr auf. Magnus war sehr flott unterwegs und ich brauchte wenig treiben. Ich hielt einige Male an, um seine Aufmerksamkeit zu testen. Nachdem ich noch einmal den Sattelgurt kontrolliert hatte, trabte ich an. Unsere ersten Runden im Trab drehten wir auf dem Zirkel, bevor ich mit Volten, Schlangenlinien und Handwechseln anfing. Ich fühlte mich von Schritt zu Schritt sicherer auf ihm und gewöhnte mich an seine Gänge. In einer kleinen Verschnaufpause übten wir die Kurzkehrtwendung, die von Mal zu Mal besser klappte. Nach einer guten halben Stunde ging ich zur Galopparbeit über. Magnus Galopp war sehr flott und ich hatte anfangs Probleme, diesen zu sitzen. Doch nach und nach gewöhnte ich mich an ihn und der Galopp wurde etwas entspannter. Ich ritt auf den Zirkel bei A, stellte ihn bei X um und wechselte auf den Zirkel bei C. Etwas unkoordiniert sprang Magnus um, doch ich hatte ihn schon kurz darauf wieder eingefangen und probierte es gleich noch einmal. Diesmal klappte es schon viel besser und ich lobte ihn zufrieden mit meiner Stimme. Ich ritt ganze Bahn und verlängerte an der langen Seite die Tritte. Kurz vor der Ecke nahm ich ihn wieder etwas auf und parierte schließlich an der kurzen Seite durch zum Trab. Bevor ich in eine Schrittpause überging, übte ich das Überstreichen im Trab. Im Schritt ließ ich die Zügel etwas länger und ließ ihn einige Male stehen. Zwischendurch übte ich immer wieder die Kurzkehrtwendung, bis ich schließlich in die zweite Galopprunde startete. Nun stand der Außengalopp auf dem Plan, den Magnus für eine L-Dressur noch beherrschen musste. Wir brauchten ein paar Anläufe, bis Magnus im Außengalopp war, denn er sprang einige Male nicht richtig an. Immer wieder ritt ich einen Übergang vom Galopp zum Trab und übte das Angaloppieren in den Außengalopp. Bei jedem Versuch klappte es besser und schließlich brauchte ich nur noch eine sehr feine Hilfe, um Magnus in den Außengalopp zu bekommen. Ein letztes Mal machte ich einen fliegenden Galoppwechsel und ging dann in die Trabarbeit über. Zufrieden kraulte ich ihm den Hals, während ich ihn die Zügel aus der Hand kauen ließ. Das erste Pferd war geschafft!
    Nun stand das Springtraining mit Kirin, einem Reitpferdhengst an. Schon länger hatte ich kein Springtraining mehr gemacht und ich freute mich riesig darauf, endlich mal wieder einen richtigen Parcours zu reiten. Ich holte Kirin von der Weide und stellte ihn an den Putzplatz. Bis jetzt zeigte er sich sehr umgänglich und trottete etwas unmotiviert hinter mir her, als ich ihn in die Halle führte. Der starke Regen hatte inzwischen aufgehört und es nieselte noch leicht. Trotzdem war der Boden noch sehr nass, weshalb ich auch mit Kirin in die Halle ging. Ich führte ihn eine Runde durch die Halle und stieg schließlich auf. Die Sprünge hatte Rin mir netterweise schon hingestellt, weshalb ich mich um den Aufbau nicht kümmern musste. Bevor ich mich an das Springen machen konnte, musste ich Kirin jedoch erst gründlich aufwärmen. Dies tat ich zuerst im Schritt am langen Zügel, danach im Trab, während ich ein paar Bahnfiguren ritt, und schließlich locker im leichten Sitz im Galopp. Kirin zeigte sich etwas faul und ich musste ziemlich treiben, doch er kam so langsam immer mehr in Schwung. Schließlich nahm ich die ersten kleinen Sprünge. Unser erster Sprung war ein kleines Kreuz, was noch nicht sehr hoch war. Wir kamen etwas zu früh an den Sprung, doch Kirin rettete die Situation und wir kamen heil auf der anderen Seite an. An den nächsten Sprung ritt ich etwas weiter ran und wir legten einen nahezu perfekten Absprung hin. Wir gewöhnten uns immer mehr aneinander und ich traute mich langsam auch an die höheren Sprünge ran. Zwischendurch parierte ich immer mal wieder durch zum Schritt oder Trab und gönnte dem Hengst eine Pause. Ich hatte immer mehr Spaß an der Sache, auch wenn wir beide schon ziemlich nassgeschwitzt waren. Ich startete eine letzte Runde. Im Kopf dachte ich mir einen Parcours aus, in dem alle Sprünge noch einmal vorkamen und ritt ihn danach fehlerfrei durch. Kirin war wirklich ein super Pferd und hatte sich toll geschlagen. Etwas kaputt vom Training ging ich zum Trockenreiten über, brachte Kirin zurück auf die Weide und machte mich ans nächste Pferd.
    Mein nächstes Pferd war Der Physiker, der zusammen mit Kirin auf der Weide stand. Nach Rins Beschreibung ist Physiker heute der härteste Fall für mich, denn er ist im Umgang nicht gerade einfach. Dies behielt ich zwar immer im Hinterkopf, entschied mich allerdings dazu, positiv an die Sache ranzugehen. Schon beim Putzen merkte ich, dass er unruhiger war als die Pferde zuvor. Ich hingegen ließ mich von ihm nicht beunruhigen und zog mein Programm durch. Der Regen hatte zum Glück aufgehört, sodass ich ohne Bedenken auf die Galoppstrecke konnte. Bevor ich mich ans Galopptraining machen wollte, ging ich zuerst auf den Platz, um Physiker aufzuwärmen und mich an ihn zu gewöhnen. Schon beim Aufsteigen lief er los, ohne dass ich richtig im Sattel saß. Ich nahm die Zügel etwas auf und sortierte im Schritt meine Bügel. Sofort fing ich an, ihn mit vielen Wendungen und Bahnfiguren zu beschäftigen. Nach der Schrittphase trabte ich an. Viel zu schnell raste Physiker los und ich musste die Zügel noch etwas aufnehmen, um ich zurückhalten zu können. Ich ritt viele Volten, um das Tempo etwas rauszunehmen, was mir allerdings nur teilweise gelang. Nach guten 20 Minuten ritt ich vom Platz herunter und lenkte den Hengst Richtung Galoppstrecke. Physiker wusste genau, was jetzt kommt und zog das Tempo an. Immer wieder versuchte er anzutraben und ich hatte Mühe, ihn zurückzuhalten. Nachdem wir ein Stück vom Hof weg waren, trabte ich ihn an. Physiker hatte Lust, so richtig Gas zu geben, das sah man ihm an, doch ich musste die Kontrolle über ihn behalten. Ich gab ihm etwas mehr Zügel und schnalzte kurz, woraufhin er sofort buckelnd lospreschte. Mein Griff in die Mähne bewahrte mich davor, in den Sand zu plumpsen. Physiker schmiss seine Beine, wie ich es noch nie bei einem Pferd gesehen hatte. Mit angelegten Ohren rannte er die Galoppstrecke entlang und ich konzentrierte mich darauf, oben zu bleiben. Das Durchparieren gestaltete sich äußerst schwierig und Physiker war völlig außer Atmen, als ich ihn endlich zum Traben bringen konnte. Auch ich brauchte dringend eine Pause, doch an Entspannung war nun nicht zu denken. Ich ging ins Leichttraben und gab immer wieder halbe Paraden, um das Tempo zu regulieren. Mit vielen Trab-Galopp Übergängen schaffte ich es, ihn einigermaßen kontrollierbar zu kriegen. Er hörte mir immer besser zu und ich hatte das erste Mal das Gefühl, irgendeine Einwirkung auf ihn zu haben. Der zweite lange Galopp lief eindeutig ruhiger ab als der erste. Ohne mich in der Mähne festzukrallen ging ich in den leichten Sitz und Physiker galoppierte zwar schnell, aber immer noch kontrollierbar die Strecke bis zum Hof zurück. Schweißgebadet kamen wir auf dem Hof an. Auf dem Reitplatz trabte ich ihn noch entspannt am langen Zügel ab und ging schließlich ins Trockenreiten über. Dieses Training hatte mir wirklich einige Nerven gekostet.
    Als letztes war Mystic Fantasy Dahlia an der Reihe. Auch mit ihr wollte ich heute Galopptraining machen. Rin hatte mir erzählt, dass auch Dahlia eine sehr wilde Stute war, allerdings nicht so schnell wie Physiker, und ich war sehr gespannt, wie ich mit ihr zurechtkommen würde. Das Warmreiten verlegte ich, genau wie mit Physiker, auf den Reitplatz. Artig wartete sie, bis ich fest im Sattel saß und wir ritten entspannt los. Bis jetzt merkte ich noch nichts von ihrer wilden Ader, doch das änderte sich, als ich zur Trabarbeit überging. Ungeduldig schlug Dahlia mit dem Kopf und ich brauchte ein bisschen Zeit, bis ich mich an sie gewöhnt hatte. Ich ritt einige Bahnfiguren und Übergänge, bis ich schließlich vom Platz ritt und mich ans Galopptraining machte. Auch Dahlia kannte diese Strecke und wusste, was ich von ihr wollte. Ich konnte sie allerdings gut zurückhalten und sie wartete geduldig, bis ich ihr das Kommando zum Antraben gab. Der Trab war im Gegensatz zu Physikers Trab sehr entspannt, wenn auch ziemlich flott. Unruhig guckte Dahlia einige Male zurück zum Hof und wieherte nach ihren Freunde, denn ihre Herde zurückzulassen fiel ihr sehr schwer. Als sie zögerte und umdrehen wollte, trieb ich sie weiter vorwärts und als ich sie schließlich angaloppierte, waren ihre Sorgen wie weggeblasen. Dahlia war sehr schnell unterwegs, doch ich hielt sie anfangs noch etwas zurück. Nachdem wir einige Zeit galoppiert waren, erhöhte ich das Tempo und gab ihr etwas mehr Zügel. Im gestreckten Galopp zogen die Bäume an uns vorbei. Dahlia hatte sichtlich Spaß an der Sache, doch auch ihre Kräfte verließen sie langsam. Ich parierte durch zum Trab und danach zum Schritt, um ihr eine Verschnaufpause zu geben. Zufrieden schnaubte die Stute ab und streckte ihren Hals nach unten. Nach einer kurzen Pause nahm ich die Zügel wieder auf und wir ritten das letzte Stück im vollen Galopp zurück zum Hof. Ich holte nochmal alles aus ihr raus und versuchte, die Geschwindigkeit so viel es ging zu erhöhen. Dahlia war völlig am Ende, als ich mit ihr auf dem Platz gute 20 Minuten Schritt ritt. Auch ich merkte jetzt meine Knochen, denn ich war ziemlich erschöpft. Das Training mit den vier Pferden hatte wirklich Spaß gemacht und ich war mir sicher, dass alle vier bald auf einem Turnier gut abscheiden werden. Nachdem ich Dahlia zurück auf die Weide gebracht hatte, verabschiedete ich mich von Rin und machte mich schließlich erschöpft und müde, aber mit einem sehr guten Gewissen, auf den Weg nach Hause.

    Kirin Kürtext
    18. Juli 2017 | 2697 Zeichen von sadasha
    Gut, dass die Kür heute in der Halle stattfinden würde. Es stürmte, als würde noch heute die Welt untergehen. Mit Pauken und Trompeten dank des tosenden Gewitters. Rinnaja hatte mich damit beauftragt Kirin auf dieser Hengstkörung vorzustellen. Der Scheckhengst war soweit unkompliziert, das wusste ich, weil ich ihn schon einmal geritten bin auf einem Besuch. Er war heute einer der ruhigeren Kandidaten und ließ sich auch von Blitz und Donner nicht aus dem Konzept bringen, was mir große Hoffnung machte, den Tag unbeschadet zu überstehen. Lobend klopfte ich den Hals des Hengstes unter mir, nachdem er ein paar Lektionen zum Aufwärmen gut gemeistert hatte. ‘Na das klappt doch!’ freute ich mich und ließ ihn am lockeren Zügel traben, damit er sich dehnen konnte. Als wir aufgerufen wurden nahm ich die Zügel wieder auf und ritt zum abgesteckten Dressurviereck, wo die Kür stattfinden würde.
    Die Musik spielte an und wir trabten zur Hallenmitte um dort die Richter zu grüßen. Wir starteten mit der Vorstellung auf der linken Hand, zeigten neben dem Trab und Galopp auch Kirins wunderbare Seitengänge. Nach zwei Runden auf dem Zirkel im Galopp parierte ich den Reitpferdehengst zum Schritt und ließ mir dabei die Zügel aus der Hand kauen. Kirin schnaubte und dann trabte ich ihn auch schon wieder an um die Hand durch die Ganze Bahn zu wechseln. Nun befanden wir uns auf der rechten Hand. Kirins Hufe huften im Takt der Musik auf. Er war unglaublich klar bei der Sache und ließ sich auch von dem Grellen und Grollen des Sturms nicht ablenken. Lediglich an seinen Ohren merkte man ihm an, dass er sich vielleicht einen besseren Ort als diesen vorstellen konnte. Immer wieder zuckten sie zur Seite, wenn ein großer Wasserschwall vom Hallendach klatschte oder ein besonders lauter Donner zu hören war. Auch auf dieser Hand stellten wir die drei Grundgangarten vor und legten, um die Kür interessanter zu gestalten, auch die ein oder andere Verstärkung und Versammlung dazwischen. Zuletzt einen starken Galopp über eine der langen Seiten, gefolgt vom versammelten Trab, der auch das Ende der Kür begleitete; bis wir schließlich in der Hallenmitte standen und uns von den Richtern verabschiedeten.
    “Gut gemacht.” flüsterte ich Kirin zu, als wir das Dressurviereck verlassen hatten und ich ihn noch etwas am langen Zügel laufen ließ, damit er sich abkühlen konnte. Als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte zog ich gleich mein Telefon aus der Tasche, damit ich Rinnaja berichten konnte wie vorbildlich sich ihr Pferd verhalten hatte. Sie war nicht minder begeistert und so sattelte ich den Hengst ruhigen Gewissens ab. Er würde diese Veranstaltung mit Bestnoten verlassen, da war ich mir sicher.

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    Bracelet, BellaS, Cascar und 2 anderen gefällt das.
  9. Muemmi

    Muemmi Alter Hase

    Meine Teilnahme mit Aquentino alias "Socke"

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    Abstammung
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    Von Ardanos Sirius
    Von Ifrandir Aus der Pandorra

    Von Armani Aus der Asula | Von Minus Aus der Tatanka

    Aus der Perfect Image
    Von Pacific Image Aus der Palmira

    Von unbekannt Aus der unbekannt | Von unbekannt Aus der unbekannt


    Exterieur
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    Hengst
    01.12.2008 | 8 Jahre

    Rasse: Dänisches Warmblut
    Stockmaß/Endmaß: 173cm
    Gewicht: 490kg
    Fellfarbe: Palomino
    Geno: x


    Interieur + Beschreibung
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    Verhalten in der Box: Neutral
    Verhalten auf der Weide: Sozial


    Charaktereigenschaften:

    Schlau, Mutig, Neugierig

    Vorgeschichte

    Charakter

    Weide: Hengstweide
    Unterbringung: Box/Weide

    Einstreu: Sägespäne
    Futtersorte: Kraftfutter, Saftfutter, Heu
    Fütterungszeiten: morgens und abends


    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Muemmi


    Qualifizierungen + Erfolge
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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Qualifikation durch TB's

    Dressur E A L M S
    Lektionen der Dressur: E A L LM LP M S

    Doma Classica: WE WA WL WM WS
    Alta Escuela: WE WA WL WM WS
    Doma Vaquera: WE WA WL WM WS

    Military E A L M S
    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI*** CIC/CCI****

    Western E A L M S
    Western Pleasure: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1

    Reining: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Trail: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Cutting: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Barrel Racing: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Pole Bending: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Roping: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1
    Hunter under Saddle: LK5 LK4 LK3 LK2 LK1

    Distanz E A L M S
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2 EVG3 EVG4 CEN* CEN** CEN***

    Fahren E A L M S
    Dressurprüfung: CAI-A1 CAI-A2 CAI-A4
    Ausdauerprüfung: CAI-M-A1 CAI-M-A2 CAI-M-A4
    Hindernisfahren: CAI-C-A1 CAI-C-A2 CAI-CA4
    Trabrennen: 800m 1000m 1600m 1760m 1900m 2100m 2300m

    Galopprennen E A L M S

    Ausgleichsrennen|Hindernisrennen: AIV AIII AII AI | AU AM AG
    Flachrennen: 800m 1000m 1250m 1500m 1750m 2000m 2250m 2500m 3000m 3400m


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    Offiziell
    257. Westernturnier | 345. Westernturnier | 283. Distanzturnier | 311. Fahrturnier
    403. ZSW | 6. BZSW | 465. ZSW

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    Inoffiziell
    -

    Gewinnsumme: 24.00


    Ausbildung + Zuchtdaten
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    Trainingsplan
    Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔

    Abstammung: 2
    Schleifen: 7
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 1
    Zubehör: 2
    Gesamt: 17


    Springpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Hindernisgewöhnung x | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Dressurpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Westernpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    Kutschpferdeausbildung (ab 3 Jahre)
    Einreiten ✔ | Einfahren ✔ | Stangenarbeit ✔ | Gelassenheitstraining ✔

    1 = Sehr gelassen, 6 = schlechtes / unsicheres Verhalten
    ● Angeboren
    Antrainiert Prüfung Abgeschlossen


    Fremde Umgebungen: 6 5 4 3 2 1
    Platz/Halle: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Hufschmied: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Tierarzt: 6 5 4 3 2 1
    Wasser: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Gelände: 6 5 4 3 2 1 ✪
    Straßen: 6 5 4 3 2 1

    Stangenarbeit: 3 2 1 ✪
    Longenarbeit: 3 2 1 ✪
    Verladefromm: 3 2 1 ✪

    Schrecktraining: 3 2 1

    Bodenarbeit
    Treiben + Bremsen ✔ | Rückwärtsrichten ✔ | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Halten ✔
    Abstand halten ✔ | Wenden + Handwechsel ✔ | Abruf ✔

    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Kompliment ✔ | Knien x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Rückwärtsrichten x | Spanischer Schritt ✔ | Spanischer Trab x
    Passage x | Piaffe x | Seitengänge x | Traversalen x | Fliegender Wechsel ✔ | Pirouette x
    Steigen (undefiniert) x | Levade x | Pesade x | Ballotade x | Croupade x
    Kapriole x | Courbette x | Lancade x


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    Pferdepass

    Schleife

    HK/SK

    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: x
    Züchter/Herkunft: x

    Nachkommen
    0


    Gesundheitszustand
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    Letzter Tierarztbesuch: überfällig!

    Letzte Zahnpflege (jedes Jahr) überfällig

    Wurmkur (jedes Jahr) überfällig
    Tollwut Impfung (jedes Jahr) überfällig
    Tetanus Impfung (alle 2 Jahre) überfällig
    Influenza Impfung
    (alle 6 Monate) überfällig
    EHV-1 + EHV-4
    (alle 6 Monate) überfällig


    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: keine
    Chronische Krankheit/en: keine
    Erbkrankheit/en: keine


    Letzter Hufschmiedbesuch: April 2017
    Ausgeschnitten/Korrigiert: Ausgeschnitten
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: keine

    Beschlag vorne: Eisen
    Beschlag hinten: Eisen


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    PNG | Puzzel PNG | Offizieller Hintergrund

    Tierarztbericht | April 2017

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    Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“ | Aquentino, Amber und Your Red Possy Pleasure Mainstream
    |26.04.2017 ©Möhrchen ( 4.222 Zeichen, 683 Wörter)

    Ein ganz spontaner Termin führte mich heute auf das Gestüt Naundorf. Luisa Goeke hatte mich gebeten, drei ihrer Pferde vor der Vorstellung zur Körung durchzuchecken. Das Gestüt war gar nicht weit von meinem Hof entfernt, und so kam ich schnell und entspannt bei strahlendem Sonnenschein an.

    Luisa erwartete mich bereits am Putzplatz, wo sie schon den ersten Patienten angebunden hatte. Aquentino war ein wunderschöner Warmbluthengst, dessen Fell in der Sonne golden schimmerte. Ich hielt ihm meine Hand hin und er beschnupperte sie neugierig. Dann streichelte ich vorsichtig seine Stirn und warf dabei schonmal einen Blick auf seine Augen und Nüstern. Anschließend schaute ich mir seine Zähne und Schleimhäute an und tastete dann an seinem Hals entlang jeden einzelnen Wirbel ab. Er zeigte keinerlei Schmerzen und benahm sich sehr vorbildlich. Auch bei Abtasten des Rückens blieb er entspannt und zeigte keine Anzeichen von Schmerzen. Nacheinander hob ich seine Beine an und tastete seine Gelenke ab. Ich bat Luisa, ihn eine Runde über den Hof zu führen, damit ich mir seine Bewegungen anschauen konnte. Er lief flüssig und gleichmäßig hinter Luisa her, ich hatte nichts zu beanstanden. Zum Abschluss hörte ich noch sein Herz und seine Lunge ab. Auch hier: alles in bester Ordnung. „Bei ihm kann ich schon mal Entwarnung geben“, sagte ich zu Luisa „Der Kleine ist vollkommen fit.“ Zufrieden brachte sie ihn zurück auf die Wiese und ging dann auf die Stutenweide, um die zweite Kandidatin zu holen.

    Als sie mit Your Red Possy Pleasure Mainstream, die sie der Einfachheit halber Possy rief, auf mich zukam, schaute ich mir schon einmal ihre Bewegungen an. Sie lief sehr raumgreifend, und belastete dabei alle vier Beine gleichmäßig. Als sie bei mir angekommen waren und Possy am Putzplatz angebunden war, begrüßte ich die Feuerrote Stute. Im Gegensatz zu Aquentino legte sie sofort die Ohren an, als ich ihren Hals streichelte. Daher ging ich ein bisschen vorsichtiger vor, als ich mir ihre Augen, Ohren und Nüstern genau anschaute. Als ich ihr Maul ein wenig öffnen wollte, um mir ihre Zähne anzusehen, schnappte sie nach meiner Hand, die ich aber zum Glück noch rechtzeitig weg ziehen konnte. Beim zweiten Mal klappte es besser und mit ihren Zähnen war alles in Ordnung. Ich tastete ihre Hals- und Rückenwirbel nach und nach ab und achtete dabei auf ihre Reaktionen. Ihr Blick war zwar nicht gerade freundlich, aber sie stand still und ihr Rücken fühlte sich weich und gleichmäßig bemuskelt an. Auch die Beine zeigten keine Auffälligkeiten, außer dass sie versuchte, nach meinem Hintern zu schnappen, als ich ihr beim Hufe aufheben den Rücken zudrehte. Zum Schluss hörte ich mit meinem Stethoskop noch ihre Lunge und ihr Herz ab, aber es war alles in Ordnung. Luisa brachte Possy wieder zurück auf die Koppel und kam kurz darauf mit die letzte Patientin für heute.

    Amber war eine Cremello Stute und wirklich wunderschön. Als ich ihr meine Hand hinhielt, schnupperte sie freundlich daran und fing dann sogleich an, in meinen Taschen nach etwas Essbarem zu suchen. Ich kraulte ihr den Hals und sie schmiegte ihren Kopf an meinen Arm. Ich fing an, ihre Augen, Ohren und Nüstern zu untersuchen und schaute mir auch ihre Zähne an. Sie war sehr freundlich und ließ sich problemlos überall anfassen. Ich nahm nacheinander alle vier Hufe hoch und tastete ihre Gelenke ab. Sie beobachtete mich interessiert und gab artig die Hufe. Auch beim Abtasten der Hals- und Rückenwirbel war sie sehr artig und zeigte keinerlei Anzeichen von Schmerzen. Ich bat Luisa, sie eine Runde im Schritt und Trab über den Hof zu führen und dabei ein paar enge Wendungen einzubauen und Amber folgte ihr brav und aufmerksam. Ihre Bewegungen waren taktklar und flüssig, ich hatte nichts zu beanstanden. Zurück am Putzplatz hörte ich noch ihr Herz, ihre Lunge und ihren Bauch ab, was sich ebenfalls alles unauffällig anhörte.

    Während Luisa und Amber mich zurück zum Parkplatz begleiteten, wünschte ich ihr viel Glück für die anstehenden Körungen und machte mich dann auf den Weg nach Hause.

    Hufschmiedbericht | April 2017
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    Die Reise meiner Hufschmiede ging weiter. Dieses Mal führte sie mich zurück in meine alte Heimat: Deutschland. Genauer gesagt in den schönen Spreewald, welcher gerade durch die vielen Flusslaufvezweigungen der Spree für eine herrliche Atmosphäre sorgten. Der heutige Auftrag kam von dem Sportpferdezentrum und Gestüt Naundorf. Luisa Goeke, Besitzerin der Pferde Aquentino und Amber hatte mich gebeten über ihre Zwei noch einmal ein Auge zu werfen und den Beschlag zu wechseln. Wie viele meiner Kunden, sollten auch die zwei bald für die Zucht vorgestellt werden und bestenfalls als gekörte Zuchtpferde nach Hause kommen. Nach einiger Fahrtzeit erreichte ich das große Gestüt und stellte meinen Wagen auf einen dafür vorgesehenen Parkplatz ab und lief in Richtung Stallung. Dort wartete Luisa bereits mit einer cremefarbenen Stute auf mich. Das musste Amber sein. Ein traumhaft schöner Cremello. Stark, hochgewachsen und sehr edel durch die nicht häufig vorkommende Fellfarbe. Mit einem freundlichen „Hallo, Frau Goeke“ begrüßte ich die Besitzerin und warf bereits einen ersten Blick auf die Hufe der Stute. Nach einem kurzen „Aufnahme"-Gespräch, platztierte ich mir die Stute an dem Putzplatz und knotete den Strick schließlich dort fest, ehe ich mein Equipment hervorholte und vorbereitete. Für beide Pferde war das Eisenpaket angefordert, sprich alte Eisen runter, Korrektur und neu beschlagen. Bei Amber startete ich mit dem linken Vorderhuf und nietete zu Beginn die Nägel des Hufeisens auf und holte das alte Eisen herunter. Amber hatte bisher nur vorne einen Springbeschlag, was sich heute ändern sollte. Anschließend säuberte ich den Huf und entfernte mit dem Messer das abgestorbene Horn an der Innenfläche und dem Huf wieder eine korrekte Form zu verleihen. Auch der Strahl wurde wieder ordentlich korrigiert und die zu langen Zehen vorne am Huf abgeknipst, sodass eine ebene Fläche enstand. Als Nächstes nahm ich das Bein der Stute von meinem Bein herunter und bockte es nach vorne auf meinen Dreifuß auf, um den Huf auch von Außen mit einem Hobel zu raspeln. Das Gleiche folgte bei den nächsten drei Hufen, sodass alle Hufen vorerst einmal grundbearbeitet waren. Nun folgte der spannendere Teil. Und zwar die neuen Hufeisen. Anhand der alten, konnte ich die ungefähre Größe des Eisen ermitteln und glich diese an meine vorhandenen an. Schnell waren passende gefunden, welche nun an die Hufe angepasst werden mussten. Mit einem ersten Abgleich, direkt am Huf, schaute ich mir an wie sie anlagen und welche Zehenrichtung vorhanden war. Das Eisen wurde nun mit dem Hammer in die beliebige Form gehämmert, erneut abgeglichen und wieder bearbeitet. Bis der Huf gut anlag. Anschließend wurde das Eisen nochmals heiß gemacht und auf den Pferdehuf angelegt, damit ich bei dem daraus entstandenen Abdruck sehen konnte wie er anlag. Des Weiteren konnte ich so wunderbar erkennen wo die Nägel später eingeschlagen werden mussten. Mit einem kurzen Schwenker ins Wasser, kühlte ich das Eisen wieder ab und began, das Eisen anzubringen. Dazu wurden die Nägel in Position gebracht und mit 3 Schlägen in den Huf geschlagen. Amber blieb während der gesamten Prozedur tiefenentspannt und ließ brav alles über sich ergehen. War leider nicht immer so unkompliziert wie bei ihr. Anschließend würden die Nägelenden, die am Außenhuf hervortraten umgeklappt, abgeknipst und eine kleine Kerbe unterhalb der Spitze in den Huf eingearbeitet. Zu guter Letzt hobelte ich den Außenhuf erneut ab um kleine Unebenheiten auszugleichen. Der Allgemeinzustand der Hufen waren hervorragend, weshalb trotz vierfachen Neubeschlag alles relativ zügig verlief. Die neuen Eisen saßen sehr gut und auch das Gangbild hatte sich deutlich verbessert, wie ich später feststellte, als Luisa die Stute mehrfach vorführte. Als Nächstes folgte Aquentino. Luisa brachte Amber zurück auf den Paddock und übernahm den hübschen Palominohengst, welcher ihr gerade von einem jungen Mädchen gebracht wurde. Auch er schien äußerst ausgeglichen und lieb. Aquentino hatte bereits einen Vollbeschlag, welcher heute angeschaut und gegebenenfalls ausgewechselt werden sollte. Selbes Spiel wie bei Amber: Die alten Beschläge wurden mit der Zange vom Huf genommen und kontrolliert. Bis auf einem Eisen, waren alle in einem super Zustand, weshalb sie weiterverwendet werden konnten. Lediglich etwas korrigiert. Aber das würde sich nachher zeigen. Das vierte Eisen hatte sich vorne in Zehenrichtung zu weit verbogen und demnach auch stark abgenutzt. Ein optimales Gangbild würde hierdurch nicht begünstigt. Ich schnappte mir den ersten Huf des Hengstes und hob ihn mir an. Auch hier trug ich das abgestorbene Horn mit dem Messer ab und formte den Huf wieder in Optimalzustand. Auch hier konnte man am Hufrand super sehen, wo die Zehe zu lang geworden war und abgeknipst werden musste. Gesagt getan, flogen die Hornstückchen auf den Boden. Von Zange zum Hobel, schliff ich mit gezielten Handbewegungen über die Ränder, um einen ebenerdigen Huf zu formen. Schließend verlagerte ich die Hufe auf den Bock und formte den Huf auch hier. Nun konnte ich die neuen Eisen aufziehen. Das erste Eisen lag relativ schnell Plan auf, also konnte ich die Nägeln wie auch zuvor einschlagen und am Ende sachgemäß umschlagen und kürzen, sodass sie später für keine Beeinträchtigung sorgten. Bei dem zweiten Eisen, musste ich mehrmals anpassen, anlegen.. wieder abnehmen und korrigieren, bis das Eisen ordentlich und sicher am Huf anlag. Dann folgten auch hier die Nägel. Das Dritte war das Eisen, welches ich komplett neu anpassen musste, da das Alte sich zu sehr abgenutzt hatte. Nach mehrmaliger Korrektur mit dem Hammer saß nun auch dieses wie angegossen. Mit den entsprechenden Hufnägel befestigte ich dieses nun unter dem Huf. Mit gezielten Schlägen schlug ich nun auch hier die Nägel auf der sich abgezeichneten weißen Linie innerhalb des Hufes. Die Spitzen schauten nun wenige Centimeter am äußeren Tragrand des Huf heraus, welche nun umgebogen wurden. Die Zehenkappe des Eisen lag mittig und der Eisenrand parallel zum Horn. Hinten, wo der Huf etwas enger verließ, lag der Rand des Eisens parallel zum Kronrand des Pferdes, um so einen festen Tritt zu sichern. Genau wie es sein sollte. Anschließend wurden die Enden wieder mit einer Zange abgeknipst und eine Kerbe mit einem speziellen Werkzeug in den Huf eingearbeitet. Nun wurden mit Hilfe der sogenannten Krokodilzange die Nägel ordentlich eingebettet und zu guter Letzt mit einem Hobel den Feinschliff gegeben. Die letzte Hinterhand war ebenso unkompliziert wie die Erste. Es dauerte nicht besonders lange um dieses Eisen anzupassen. Ganz zum Schluss saßen nun alle vier Eisen. Ein prüfender Blick folgte jedem Huf erneut. Die linke Hinterhand weiste noch kleine Unebenheiten auf, welche ich beim ersten Mal wohl übersehen hatte, also bockte ich Aquentinos Huf nochmals auf und hobelte alles in Form. Mit einem starken pusten beendete ich meine Arbeit und ließ mir den Hengst vorführen. Alles schien in bester Ordnung zu sein, also nickte ich kurz und beendete die „Behandlung“ mit einem freundlichen „Geschafft!... alles sollte soweit gut passen“ Nun dürfte der Körung eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Die Maniküre und Pediküre saß, optisch waren beide ein Traum... Langsam verstaute ich meine Materialien im Wagen und klopfte dem Palomino auf den Hals. Er war wirklich ein Traum von einem Pferd. „Dann wünsche ich euch Drei alles alles Gute und viel Glück auf der Leistungsprüfung... ich sehe allerdings bei beiden nichts, was dafür sorgen könnte, dass sie NICHT gewinnen“
    7593 Zeichen | (c) Floooh

    Trainingsbericht Galopp | März | E - A

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    Der Trainingsmonat März verschlug mich und meinen Kollegen Edward auf das Wunderbare Gestüt Naundorf. Hier sollten wir zwei Pferde in der Sparte Galopp trainieren. Es handelte sich dabei um zwei Warmblüter, die keineswegs Galopprennpferde werden sollten. Jeder weiß jedoch, dass Galopp von der Dressur, über die Distanz bis hin zum harten Vielseitigkeitssport gefragt war. Schnelligkeit und Ausdauer gepaart mit Eleganz und Leichtigkeit. Dies waren meine Ziele wenn ich ein Pferd in dieser Kategorie trainierte und auch so war es bei diesem Auftrag der Fall.
    Auf Naundorf angekommen wurden uns am ersten Tag zuerst unsere Zimmer, das Anwesen und die beiden Pferde gezeigt. Ich entschloss mich die hübsche dänische Warmblutstute zu betreuen, wohingegen Edward sich absolut in den großen Palominohengst Aquentino verliebte.
    Die kommenden 3 Tage nutzte ich mich mit Caja vertraut zu machen. Von dem her was ich von Edward hörte schien sie genau das Gegenteil von ihrem Trainingskollegen zu sein. Möglicherweise nicht komplett aber ein wenig. Bereits bei der anfänglichen Dressurarbeit auf dem Platz merkte ich, dass sie sehr oft gedanklich abwesend zu sein schien sobald eine Tätigkeit den Anschein machte einen gewissen Anteil an Monotonie aufzuweisen zu können. Doch sobald ich sie im Galopp flüssig vorwärts schickte und sie sich auspowern konnte schien sie wie ausgewechselt. Ich spürte wie viel Energie sie dann aufbrachte und wie sie immer mehr geben wollte. Am dritten Tag, an dem sie im Umgang mit mir schon sicherer war, ließ sie sich kaum mehr halten, da sie immer größeren Bewegungsdrang verspürte.
    Dies war dann auch der letzte Tag unserer Dressurarbeit. Es sollte endlich ans Galoppieren gehen. Die kommenden zwei Wochen waren unfassbar gut. Von Tag zu Tag brachte die hübsche Fuchsstute mehr Leistung. Die Distanzen konnten länger werden und die Sprints, die ich oft in ihren ,,narrischen 5 Minuten'' einbaute, brachten Geschwindigkeiten von über 50 km/h zustande. Es war unfassbar wie gut sich die Große schlug.
    Aquentino machte in der Zwischenzeit separat ebenfalls große Fortschritte. Er schien zwar nicht das größte Rennpferd zu werden, doch der Wille war da. Edward berichtete mir, dass er sich vorallem über die langen Distanzen machte. Ein ,,Steher'' also, würde man in der Sprache der Pferderennen sagen. Diese Eigenschaft würde sich wohl bald im Military bezahlt machen wenn sie weiterhin gefördert würde.
    Nach diesen beiden sehr erfolgreichen Wochen begannen wir Aquentino und Caja jeden Nachmittag gegeneinander laufen zu lassen. Am Anfang waren wir uns darüber nicht ganz im Reinen, da es sich doch um Hengst und Stute handelte. Das Ergebnis war jedoch überraschend erfrischend. Aquentino animierte Caja dazu ihre Schnelligkeit über die Distanz zu halten und auszubauen. Caja wirkte sich umgekehrt positiv auf Aquentinos Tempo aus. Sie duellierten sich regelrecht und schienen dabei aufzublühen miteinander durchs Gelände zu galoppieren.
    Am Ende des Monats stand dann auch schon wieder unsere Abreise an. Davor gaben wir der Besitzerin jedoch einen kleinen Einblick in unsere Arbeit. Sie nahm sich dabei die Zeit unsere Aufwärmroutine mit anzusehen, sich Tipps geben zu lassen, was sie in nächster Zeit mit den beiden machen sollte und beobachtete insgesamt drei kleine Minnirennläufe. Zweimal gewann Caja, die sich am Ende durch einen absolut unfassbaren Sprint den Sieg sicherte. Das dritte Mal siegte Aquentino, da er noch die Ausdauer hatte sein solides Grundtempo zu halten, welches ebenfalls mittlerweile 52 km/h betrug. Als wir abreisten hinterließen wir zwei toll trainierte Pferde und eine glückliche, strahlende Besitzerin.

    (c) Bracelet | 3656 Zeichen


    Kür

    Ich ritt mit Aquentino in die Halle ein, grüßte die Richter und ritt eine hübsche Prüfung, auf der ich alle drei Gangarten auf jeder Hand zeigte. Danach verabschiedete ich mich mit einem ordentlichen Gruß und verließ mit meinem Dänenhengst die Halle im Schritt am langen Zügel.

    (c) Muemmi | 278 Zeichen | lettercount.com

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  10. Eddi

    Eddi Modi

    Eddi mit Kazoom

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    Stallinterne Informationen
    _________________________________

    Zuchtname des Pferdes: Kazoom
    Rufname(n):
    Besitzer: Cascar Winterscape
    Reitweise: Rennen, Englisch
    Vorbesitzer:
    Vorkaufsrecht: Cascar

    Tierarzt: Eddi Caen
    Hufschmied:
    Ausbilder: Cascar Winterscape,
    Ruby Cearns
    Reitbeteiligung:

    Stall: Oststall
    Weide: nordöstlich des Stalls
    mit beheiztem Unterstand
    Einstreu: Stroh
    Futter: Heu, Saftfutter;
    Kraftfutter 2x täglich
    Anmerkungen:

    Portrait:


    Abstammung
    _________________________________


    Von: Kalapitissimi
    unb. x unb.

    Aus der: Mokka
    Glint Of Gold x Mousse au Chocolat

    Zur Zucht zugelassen:

    Züchter: unb.

    Eingetragene Zucht:
    Akhal Teke Breeding Association (ATBA)
    / Winterscape Stables (WCS)
    Gencode: AA Ee chch
    Vererbung: Kazooms Nachkommen
    werden meist Rappen und Braune sein. Lediglich in
    Kombination mit einem dominanten Champagner-Gen
    (CHCH) sind Amber-Champagner-Färbungen möglich.
    Nachkommen:


    Exterieur
    _________________________________

    Geschlecht: Hengst (männlich)
    Geburtsdatum: 03.09.2012
    Rasse: Achal Tekkiner
    Herkunft: Frankreich

    Stockmaß/Endmaß: 156 cm
    Art: Pferd
    Typ: Vollblut

    Fellfarbe: Dunkelbrauner
    Langhaar: schwarz
    Abzeichen:
    Sonstige Erkennungsmerkmale: Reinbraunes
    Pferd; keine weißen Stellen o. Abzeichen;
    Tekkiner-typischer Fellglanz


    Interieur
    _________________________________


    freundlich ◆◆◆ bösartig

    introvertiert ◆◆◆ extrovertiert

    intelligent ◆◆◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆◆ unsicher

    sozial ◆◆◆◆ unsozial

    nervös ◆◆◆ beständig

    ausgeglichen ◆◆◆ unausgeglichen

    temperamentvoll ◆◆◆◆ ruhig

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    streitlustig ◆◆◆◆ friedlich

    naiv ◆◆ dominant

    loyal ◆◆◆ untreu

    arbeitsfreudig ◆◆◆◆ faul

    geduldig ◆◆ ungeduldig


    Charakterbeschreibung: Kazoom, ein mittlerweile fünfjähriger Hengst, ist im wahrsten Sinn
    ein Pferd mit zwei Gesichtern: Im alltäglichen Umgang und im Training zeigt er sich ruhig,
    aufgeschlossen und personenbezogen, wenn auch manchmal etwas voreilig, und leistet
    sorgfältig das von ihm Geforderte ab. So scheint er recht ausgeglichen und sozial.
    Dieses Bild wendet sich abrupt, wenn sich der Dunkelbraune auf der Rennbahn befindet: Dort
    entwickelt er einen erstaunlichen Ehrgeiz, der nicht selten mit allen Mitteln geltend gemacht
    wird - so kommt es vor, dass Kazoom auf der Bahn die Ohren anlegt oder sogar beißt, bzw.
    bisweilen kurz vor dem Eintritt in die Startbox steigt und ausschlägt.
    Alles in allem, wenn man ihn zu händeln weiß und das Vertrauen in ihn nicht verliert,
    findet man aber einen zuvorkommenden, friedlichen und vor allem treuen Freund.

    Geschichte: Kazoom wurde in Frankreich geboren und grundlegend ausgebildet. Ein eher
    untypisches Herkunftsland für einen Achal Tekkiner und tatsächlich entspricht der Hengst
    körperbaulich keinesfalls dem Rasseideal. Dennoch, oder gerade wegen seiner geringen Größe
    und der verhältnismäßig langen Beine schlägt er sich sehr gut im Rennen: Er bringt es fertig,
    recht flach und raumgreifend zu galoppieren und ist deshalb eine Goldmine für diesen Sport.
    So wurde Kazoom schon früh eingeritten und lief erste Rennen. Mittlerweile gehört er
    zweifelsfrei zu den schnellsten lebenden Pferden und hat viel Erfahrung gesammelt.



    Qualifizierungen & Erfolge
    _________________________________


    Eignung: Rennen, Distanz

    Springen: E A L M
    Military: E A L
    Western:
    Distanz: E A L M S S* S**

    Galopprennen: E A L M S S* S** S***
    Fahren:

    Dressur: E A L M S
    Gangreiten:
    Wendigkeit: E A L M S

    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential


    Auszeichnungen:

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    3. Platz; 275. Galopprennen | 2. Platz; 276. Galopprennen
    2. Platz; 193. Distanzturnier | 2. Platz; 278. Galopprennen
    3. Platz; 365. Galopprennen | 3. Platz; 369. Galopprennen
    3. Platz; 380. Galopprennen | 2. Platz; 381. Galopprennen
    3. Platz; 385. Galopprennen


    Ausbildungsstand
    _________________________________


    Fohlen ABC:
    Longiert:
    Eingeritten:
    Eingefahren: ✘

    Beurteilung: Ausgeglichen und ruhig
    in der Arbeit; bemüht sich stets, lernwillig
    und leistungsbereit

    Gelassenheitstraining:
    Hindernisgewöhnung:
    Hängergewöhnung:
    Startboxgewöhnung:

    Roundpen: lauffreudig, energievoll
    Reitplatz/Reithalle: Mag Herausforderungen,
    aufmerksam, lernwillig, gibt immer alles
    Gelände: sehr lauffreudig, schwer zu halten


    Gesundheitszustand
    _________________________________

    Gechippt:
    Geimpft:
    Bekannte Krankheiten:
    Anmerkungen: kerngesund

    Hufzustand: gut
    Prüfstand: verfallen
    Beschlag vorn:
    Beschlag hinten:
    Anmerkungen: schmiedtauglich,
    nicht beschlagen

    Tierarztbericht – Pferdeklinik & mobiler Tierarzt „Horse Heaven“ | Kazoom und Klappstuhl | 06.06.2017 ©Möhrchen ( 4.470 Zeichen, 729 Wörter)

    Ich kämpfte mich durch den starken Regen zu meinem Wagen und machte mich auf den Weg Richtung Winterscape Stables. Ich hatte einen Termin zur Untersuchung von zwei Hengsten mit Cascar vereinbart. Ich brauchte nicht sehr lange, schon fuhr ich auf den Hof. Ich stieg aus dem Auto und zog mir die Kapuze tief ins Gesicht. Im Eingang eines Stallgebäudes entdeckte ich Cascar, die zu mir herüber winkte und hastete zu ihr ins Trockene. Sie begrüßte mich freundlich und führte mich dann zu einer der Boxen, vor den sie bereits den ersten Patienten angebunden hatte.

    Klappstuhl war ein pechschwarzer Paso Fino Hengst, der mich kritisch beäugte. Er hatte glänzendes Fell, wache Augen und stand selbstbewusst und ohne Angst an seinem Platz. Ich näherte mich ihm und hielt ihm meine Hand hin. Er schnuppert kurz halbherzig daran, schien sich aber nicht großartig für mich zu interessieren. Ich schaute mir seine Augen, Nüstern und Zähne an. Sein Fell und seine Mähne waren noch nass vom Koppelgang, aber da ich eh komplett durchnässt war, machte das nichts. Ich tastete mich weiter über seinen Hals und Rücken und tastete jeden einzelnen Wirbel ab. Dann hob ich jedes seiner Beine an und tastete Gelenke und Hufe ab. Er zeigte keinerlei Schmerzen und stand artig an seinem Platz. Zum Schluss hörte ich noch sein Herz, seine Lunge und seinen Bauchraum ab. Auch hier war alles in bester Ordnung. Nun sollte er noch eine Auffrischungsimpfung und eine Wurmkur bekommen.

    Ich holte die Wurmkur aus meiner Tasche, stellte die richtige Menge ein, hielt Klappstuhls Kopf geschickt am Halfter fest und drückte ihm die Wurmpaste seitlich ins Maul. Noch ehe er sich wehren konnte, hatte er die weiße Paste schon im Maul und schlabberte verdutzt darauf rum. Ich klopfte ihm den Hals und gab ihm einen Keks, um den ekligen Geschmack zu überdecken. Anschließend holte ich den Impfstoff heraus, zog ihn in der Spritze auf und suchte mir die richtige Stelle an seinem Hals. Cascar hielt ihn vorne am Halfter fest und ich setzte die Spritze. Er zuckte zusammen, machte aber kein Theater. Schnell hatte er es geschafft und bekam noch einen Keks zur Belohnung. Dann entließ Cascar ihn zurück in seine Box und kam mit dem zweiten Patienten zurück.

    Für Kazoom war es der erste Tierarztbesuch und wir wussten nicht, wie er reagieren würde. Er war ein junger dunkelbrauner Achal Tekkiner und kam sehr freundlich auf mich zu. Er ließ sich sofort den Hals streicheln und schnupperte an meiner Hand. Ich find langsam an, mir seine Augen und Ohren anzuschauen, was alles gut aussah. Auch die Zähne ließ er mich brav anschauen und es sah alles einwandfrei aus. Ich hob seine Beine an und begutachtete seine Gelenke und auch seine Hufe. Er hob brav jeden Huf und zeigte keine Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein. Auch beim Abtasten der Hals- und Rückenwirbel blieb er brav und entspannt stehen und ich konnte nichts Auffälliges finden.

    Aus meiner Tasche holte ich den benötigten Impfstoff, die Wurmkur und den Mikrochip, den er heute gesetzt kriegen sollte. Ich bat Cascar, eine Schale mit seiner Kraftfutterration zu holen. Gerade beim ersten Besuch sollte der Tierarzt eine positive Erfahrung sein und nicht als unangenehm in Erinnerung bleiben. Während Kazoom fraß, setzte ich ihm zuerst die Impfung in die Halsvene. Er schien die kleine Nadel kaum zu bemerken und fraß nach einer kurzen Schrecksekunde weiter. Zwischendurch nahm ich kurz seinen Kopf aus der Futterschale und verabreichte ihm die Wurmpaste. Er schien sie gar nicht eklig zu finden, wie die meisten anderen Pferde, sondern schlabberte sich sogar die letzten Reste vom Maul. Anschließend widmete er sich wieder seinem Futter. So ein unkomplizierter Patient! „Die Nadel des Mikrochips ist ein bisschen größer, kann sein, dass er sich erschreckt“, warnte ich Cascar vor, bevor ich den Chip an seinem Hals unter die Haut setzte. Er zuckte zwar zusammen und wich einen Schritt zurück, aber das war es dann auch schon. Ich klopfte ihm zufrieden den Hals, das hatte er wirklich super gemacht.

    Kazoom durfte zurück in die Box, während ich Impfung und Mikrochipnummer in die Pässe beider Pferde eintrug. Dann verabschiedete ich mich von Cascar und wünschte ihr viel Glück für die bevorstehende Körung. Der Regen hatte mittlerweile nachgelassen und ich kam fast trocken zu meinem Auto. Auf in den Feierabend!

    Stufenerhöhung Rennen (E/A)
    [31.08.2014]

    Tag 1: Kazoom war zwei Jahre alt und er sollte auf die Bahn. Vorraussetzungen dafür gab es genug und der Hengst hatte keine schlechten Anlagen, besonders von der Ausbildung her. Ursprünglich kam er aus einer Tekkinerzucht in Schweden; von Berichten wusste ich nur, dass er im Rennen ehrgeizig und intolerant war. Auf meiner heute beginnenden Stufenerhöhung sollte ich das erfahren. Optimistisch betrat ich den Stall und fütterte den lieben Kerl. Zurückhaltend und freundlich nahm er alles entgegen, ich putzte ihn während des Fressens in der Box. Wie immer war Maria mit von der Partie. Zur Qualifikation würde sie VGold reiten.. Als Ansporn für diesen Kleinen. Aber bis dahin lag Arbeit vor uns und ich sattelte zügig. Der Hengst wurde nun wachsamer und legte die Ohren an, als ich den Gurt festzog. Als der Liebe bemerkte, dass es auf den Platz ging, nahm seine Aufregung zu und noch vor dem longieren begann er zu schwitzen. Während der Arbeit zog er seine Aufgaben souverän durch. Als Maria übernahm, war sie begeistert von seinem ruhigen, flachen Galopp. Ich zog mich um und befand mich wenig später auf dem Pferderücken. Anfangs an der Longe, dann auch frei auf dem Hufschlag. Kazoom war anders als Versatilely. Nicht so weich im Maul und deutlich empfindlicher im Schenkeldruck. Ein ausgebildetes Rennpferd eben. Auf der Bahn konnte er sicherlich ordentlich hochgehen und ich beschloss, in den kommenden Tagen eher an seiner Kondition zu arbeiten, denn an Motivation oder Konzentration fehlte es ihm nicht. Tag 2: Mein Hengst war gestern gut weggekommen. Kaum in der Box, war er wieder still und lieb. Ich unterschätzte ihn nicht länger und heute, beim freien longieren im Roundpen, machte er sich gut. Ich ließ ihn lange laufen, von gestern hatte er nicht mal ansatzweise Muskelkater. Auf die Weide durfte er nachher sogar auch noch - es war schließlich nicht verkehrt, wenn er sich seine Kondition selbst erarbeitete. Tag 3: Wie gewöhnlich wollten Maria und ich heute mit Kazoom den Start üben. Dazu putzte ich den Hengst und sattelte ihn. Er war nicht ganz so aufgeregt, wie am ersten Tag, was womöglich daran lag, dass er jetzt ausgelastet war. Freundlich schnaufend kamen wir an der Sprintstrecke an. Der Dunkelbraune spitzte angesichts der Startboxen die Ohren. Ich führte ihn ein Weilchen, dann traf Maria ein und das Training konnte beginnen. Kazoom war minimal hibbelig, als wir ihn zum ersten Mal in die Startbox führten. Er sah mich mit gewölbtem Hals fragend an, aber vorerst öffneten sich nicht die Türen nach vorn. Als der Liebe sich an die Enge im Dunkelgrünen Käfig gewöhnt hatte, warf mich meine Partnerin in den Sattel. Nun schien das Pferd zu verstehen, worum es eigentlich ging - und überrannte beinahe Maria. Ich nahm die Zügel kurz, als sich die Tür hinter uns schloss und ging hoch. Als wir die Startlinie überquerten, zog Kazoom vorbildlich die Beine unter den Leib und sprang los. Auf der 200m langen Sprintstrecke lenkte ich ihn noch an den linken Rand. Es klappte. Nur, wie schon bemerkt, reagierte der Hengst sehr grob auf Hilfen, er zog beispielsweise den Kopf energisch hoch, wenn man Schenkeldruck gab und nahm dann die Biegung zu steil. Aber deshalb trainierten wir ihn und am Ende des Tages lief er nicht nur ruhiger, sondern auch professioneller. Er akzeptierte mich auf seinem Rücken und begann mit mir zusammenzuarbeiten. Tag 4: Nachdem gestern soweit alles gut gegangen war, gab es heute wieder Konditionstraining. Kazoom kannte meine Methoden und arbeitete zügig und souverän. Er schwitzte deutlich weniger als am Tag zuvor und ließ sich nach einer großangelegten Galoppade auf dem Platz bereitwillig einfangen. Tag 5: Kazoom wieherte hell, als ich den Stall betrat. Ich warf ihm im Vorbeigehen eine Möhre in den Trog und holte dann sein Putzteug und den Sattel. In der Sonne trafen wir auf der Sprintstrecke ein; Maria longierte den Hengst, während ich mich umzog. Heute gab es nur Wiederholungen. Ein langsamer, leichter Start, Optimierung der Lenkung und die allgemeine Reaktion auf Hilfen trainierten wir über zwei Stunden. Danach waren wir alle ziemlich platt, aber Kazoom war so in etwa bereit für seine Runde übermorgen. Tag 6: Der Letzte Ruhetag und wieder ein Tag, um Kazooms Kondition unter die Lupe zu nehmen. Allerdings nur kurz, damit der Hengst für morgen Energie sammeln konnte. Nach dem Training putzte ich den Lieben ausgiebig und stellte ihn dann wieder in seine frische Box. Tag 7: Kazoom war hellwach und schon während des Fütterns aufgeregt. Als würde er wissen, was heute anstand. Ich putzte den Dunkelbraunen in seiner Box und nahm ihn dann, mit einer Stalldecke auf dem Rücken, mit zum Hänger. Er lief mir ohne zu zögern hinterher und wieherte beruhigend, als er am Heunetz zu knabbern begann. Ich lächelte und verließ ihn, um das Sattelzeug zu holen. Eine knappe Stunde später trafen wir auf der Auckland-Bahn ein. Mein Dad sattelte den Hengst, während ich mich anständig in Schale warf. Dem folgte eine angemessene Vorführrunde, bevor ich in den Sattel geworfen wurde. Kazoom kaute unruhig auf dem Gebiss und als mein Vater auf dem Sandstreifen die Arme hochriss, galoppierte er zügiger als gewollt. Ich wandte viel Kraft auf, um ihn ruhig zu halten. Dennoch kamen wir wohlbehalten bei Maria an; während sie uns in die Startbox führte, begann es zu regnen und mein Pferd schwitzte. Das Signal ertönte, die Tür öffnete sich und unser Rennen begann. Der Hengst legte die Ohren an und ließ sich nach einem flotten Start wiederwillig nach Innen lenken. Das einzig gute daran war, dass er weich im Maul blieb. Der Regen klatschte mir ins Gesicht und unter stetigem Hufgetrommel erreichten wir die Kurve. Mein Hüh lief gut und gleichmäßig; er blieb souverän, als wir die Biegung verließen. Dann gab ich Kazoom die Zügel vor und er jagte los, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her. Trittsicher auf dem nassen Rasen und unglaublich schnell überquerten wir die Ziellinie, mein Gesicht brannte von den scharfen Tropfen. Ich parierte durch und das Pferd ließ mich gewähren. Er war schneller als Versatilely Gold und gut, um seine Gegner bei schlechtem Wetter auszustechen. Als Maria mein Hotta am Zügel griff, saß ich ab und nahm den Sattel direkt vom Rücken. Meine Klamotten waren nass und später, im Auto, fror ich. Dennoch wärmte mich die Erinnerung an unseren, noch nicht ganz einwandfreien Ritt und die gelungene Stufenerhöhung von Kazoom.


    Stufenerhöhung Rennen (L/M)
    [18.10.2014]

    Ich betrete im dichten Nebel des Morgens den Tekkenstall, wo ich von erfreutem Gewieher empfangen werde. Lächelnd tappe ich zu Kazoom. Der braune Hengst streckt mir seinen hübschen Kopf entgegen und pustet mir Luft in das Gesicht. Ich kraule seine Wange, sodass er mit der Nase auf meinem Schlüsselbein etwas wegdöst.
    Ich rede noch ein wenig mit ihm, dann gibt es Futter. Während mein Kamerad frisst, bandagiere ich gründlich Vorder- und Hinterbeine, er bekommt eine geliehene Transportdecke und es geht Richtung Transporter.
    Dort erwarten mich Maria, mein Dad und zu meiner Überraschung Arthur. Letzterer ist Karthagos Reitbeteiligung. Er lächelt mir zu, ich verdrehe die Augen und bringe mein Pferd weg.
    Kazoom macht kaum Probleme, zehn Minuten und er knabbert friedlich am Heunetz. Dann geht es im voll beladenen Jeep Richtung Auckland.
    Die Bahn ist für uns reserviert; auch hier liegt dichter Nebel über dem geharkten Sand. Marc und Arthur satteln meinen Hengst, ich ziehe mich derzeit um. Als ich zurückkomme, gibt es für Kazoom beinahe kein Halten mehr - er tänzelt seitwärts und steigt mit aufgeregt leuchtenden Augen, während Marc ihn mit einem einfachen, schonenden Strick zu bändigen versucht.
    Angst habe ich keine, als ich mich von Arthur in den Sattel werfen lasse. Er sieht mich merkwürdig an, bevor Marc meinem Hüh einen Klaps auf den Hintern gibt und der Dunkelbraune mit hoch erhobenem Kopf davonprescht.
    Ich muss zur Startbox und halte das Hüh mühsam kurz, während meine Hände kalt werden und ein Gemisch aus Wind und Nebel auf mein Gesicht trommelt.
    Maria angelt erfolgreich nach dem Leder und bringt uns zügig in das grüne Metallgestell. Dort bereite ich mich sorgfältig auf den Start vor und danke auch Kazoom für seine Mitarbeit.
    Das Horn ertönt, die Tore öffnen sich und Kazoom gräbt mit einem gewaltigen Satz seine Vorderhufe in den Boden. Im eher gezügelten Galopp geht es nach innen, Augenblicke später nehmen wir die Kurve in Angriff. Ich sehe wirklich wenig, die Sonne beginnt gerade erst, unsere Bahn zu erhellen. Dafür kann ich mich auf Kazoom verlassen, der mit angelegten Ohren und jetzt schon ausgreifenden Schritten seinen Weg über den feuchten Rasen findet.
    Ich halte ihn auch nach der Biege kurz und achte auf Gleichmäßigkeit, Sicherheit und Abstand zur Bande. Meinem Hengst scheint das einfach mal egal zu sein; er fordert mit energischen Kopfbewegungen mehr Zügel. Bekommt er schließlich auch, als wir die letzten sechzig Meter passieren. Die Ziellinie überqueren wir im überaus gestreckten Galopp, Kazoom wird danach schlagartig langsamer. Ich lobe ihn.
    Marc empfängt mich, ich Steige mit wackeligen Beinen ab. Mein Pferd dampft in der aufgehenden Sonne. Wenig später, Pferd und Mensch sind verschwunden, bestätigt mir mein Dad eine gelungene Stufenerhöhung. Ich freue mich ehrlich, aber mir ist irgendwie kalt und ich habe Hunger.
    Die Rückfahrt verbringen wir schweigend; auf dem Hof geht es für das Vollblut mit einer Abschwitzdecke in die frisch gemistete Box, wo Kazoom erstmal ordentlich trinkt. Ich verabschiede mich für heute von ihm - er hat wirklich vorbildlich gearbeitet.


    Stufenerhöhung Rennen (S*/S**)
    [27.12.2014]

    Kazoom stand seit unserer Platzrunde gestern im Stall und so vermutete ich richtig, dass der Liebe wieder einmal extrem unausgelastet war. Schwerer zu Händeln, besser für seine heutige Aufgabe, denn es ging wieder auf die Bahn.
    Pfeifend suchte ich das Putzzeug und die Bandagen zusammen und beschäftigte mich kurz darauf mit der Fellpflege des Hengstes. Ich bandagierte die Beine äußert gründlich, denn der Boden würde gefroren sein, sodass die Strapazierung von Sehnen und Gelenken ungemein hoch war.
    Marc und mein Dad beschäftigten sich damit, Rennsattel und alles andere schonmal in den Hänger zu räumen.
    Als ich mit meinem Pferd nach draußen trat, empfing mich eine knackige Kälte, die Kazoom praktisch steigen ließ. Er war in eine dicke Thermodecke eingewickelt und ließ sich nunmehr bereitwillig die Rampe nach oben führen.
    Pünktlich neunzehn Uhr, es war stockdunkel, trafen wir auf Aucklands Rennbahn ein. Mein Dad schaltete die Fluter ein, während Marc meinen tänzelnden Hengst sattelte und führte, während ich mich umzog, um die beiden auf der Bahn zu treffen.
    Zu besagtem Zeitpunkt knackte der Rasen vor Kälte unter meinen dünnen Stiefeln und ich zitterte. Kazoom auch. Aber er vor Aufregung.
    Mit starrem Blick betrachtete er die Schatten unter den Flutern und erwachte praktisch erst, als er mit mir in die Startbox geführt wurde. Vor uns lagen 4000 Meter auf steinhartem Boden. Bei -6°C.
    Ich grinste und hob kurz die Hand, weil Marc mir Glück wünschte, ich hörte meinen Dad rückwärts zählen, dann öffneten sich die Tore.
    Kazoom schoss davon. Mit unglaublicher Anstrengung und geöffnetem Mund nahm ich die Zügel zurück und hielt den Braunen dort, bis ich ihn zur inneren Bande gelotst hatte. Mein Pferd war unheimlich schnell, ich registrierte trotz allem die schmerzende Kälte auf meinen Wangen und war heilfroh, dass ich eine Brille trug.
    Wir erreichten indes die erste Kurve, vergeblich versuchte ich den Hengst zu halten, er wollte laufen, er hatte Energie und Kondition und obwohl das nicht geplant war, schickte ich Kazoom davon. Sollte er die Schatten jagen und sich am unnachgiebigen Boden erfreuen. Ich glaubte an ihn und musste nur dafür sorgen, dass er Innen blieb.
    So war es dann also. Zweitausend Meter gewollt im Sprint, eintausend gekonnt getrieben. Als ich durchparierte wusste ich, dass wir es geschafft hatten, aber als ich Marcs entsetztes Gesicht sah, runzelte ich die Stirn.
    »Alles gut?«
    »Klar. Nur ein bisschen.. Kalt.«
    »Kalt.. Cas? Er ist gerannt wie der Teufel.«
    Grinsend übergab ich Kazoom und tappte zu meinem Dad, der mir stolz unsere Zeit durchgab. Demnach hatten wir es freilich geschafft, sodass wir müde wieder zurück auf den Hof fahren konnten, wo ich Kazoom mit Decke, Futter und Wasser in der frisch gemachten Box zurückließ.

    Die Kür
    Das dunkelbraune Fell des Achal Tekkiners unter mir schien im fahlen Licht der Sonne, die zwischen den Wolken in zaghaften Strahlen hervorschien, förmlich zu leuchten. Es war Kazoom, der nunmehr fünfjährige Hengst; das erste Pferd, das die Winterscapes in Neuseeland gekauft hatten, das erste von uns trainierte Pferd auf der Galopprennbahn und nun - in Zukunft - auch unser Pionier auf dem Gebiet der Tekkinerzucht. So erfüllte es mich mit Stolz, den Hengst auf der Körung vorstellen zu dürfen.
    Für den Anfang drehten wir einige Runden und Bahnfiguren im Schritt und Trab auf dem Abreitplatz. Die geplante Kür für heute hatten wir sorgfältig eingeübt - ein Rennpferd in korrekter Anlehnung zu reiten war grundsätzlich eine Herausforderung. Hinzu kam allerdings heute Kazooms Nervosität; auf dem Abreitplatz äußerte die sich durch gelegentliches Kopfschütteln und vereinzelt angelegten Ohren gegen andere Reiterpaare. Ich tat mein bestes, den Hengst mit ruhiger Stimme und konzentrationsfordernden Übungen bei mir zu halten und als wir schließlich auf den Reitplatz gerufen wurden, war ich zufrieden mit dem Resultat.
    Ohne Probleme ritt ich Kazoom im Schritt zu X und eröffnete die Kür mit einem Gruß der Richter. Anschließend galoppierten wir aus dem Stand an und zeigten den Rechtsgalopp auf der ganzen Bahn. An einer langen Seite ließ ich dem Pferd dabei die Zügel lang und nahm es dann an der nächsten kurzen Seite wieder auf. Von dort ging es weiterhin im Galopp auf den Zirkel, es folgte ein Wechsel aus dem Zirkel, mit einem Galoppwechsel bei X, und so auch die schnellste Gangart auf dem Zirkel und der linken Hand. Nach zwei Runden parierte ich Kazoom zum Schritt durch. Bereitwillig nahm er die Anlehnungsaufforderung an; im verstärkten Schritt passierten wir den Hufschlag, nach einem Wechsel durch die halbe Bahn auch auf der anderen Hand. Zuletzt stand noch unsere Trabpräsentation aus - beim Antraben tat Kazoom zwar kurz ein Paar Galoppsprünge, ließ sich aber zügeln und trabte ordentlich. Dieses Mal wurde die Gangart auf auf dem mittleren Zirkel gezeigt und nach einem Wechsel durch den Zirkel auf der zweiten Hand fortgeführt. Von dort ging es wieder auf die ganze Bahn und nach einer Runde parierte ich Kazoom zum Schritt durch und hielt erneut bei X, um mit einer klaren Geste die Richter zu verabschieden.
    Am langen Zügel, ich das Pferd glücklich lobend, verließen der Hengst und ich schließlich den Platz.

    2431 Zeichen // zeichenzaehler.de // (c) Cascar

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    Cascar gefällt das.
  11. Zion

    Zion spricht chinesisch rückwärts

    meine Teilnahme mit
    Brego II

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    Brego II
    (x)

    Abstammung
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    Von unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der unbekannt
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Exterieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Hengst
    *2014
    (3 Jahre)
    Deutsches Sportpferd | 173cm
    Buckskin Overo
    x

    Interieur
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Beschreibung folgt

    Besitzer: Canyon (Nicolaus du Martin)
    VKR/Ersteller: Canyon
    im Besitz seit: 4. Mai 2017
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯

    Dressur E A L

    Military E A

    Springen E A L M S S*

    Distanz E A L


    Erfolge
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    395. Westernturnie | 294. Distanzturnier | 419. Dressurturnier | 425. Dressurturnier| 425. Springturnier | 382. Galopprennen | 318. Militaryturnier | 426. Springturnier | 428. Springturnier | 200. Synchronspringen | 430. Springturnier | 386. Galopprennen

    Ausbildung
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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    Abstammung: 0
    Schleifen: 12
    HS: 2
    TA: 2
    Trainer: 1
    Zubehör: 2
    Gesamt: 19

    Zucht
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    Schleife
    HK/SK

    Gencode: x
    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: Tyrifjord Ranch

    Nachkommen
    -

    Gesundheit
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    Letzter Tierarztbesuch: 23. Juli 2017 durch "Horse Heaven"
    gechippt [] zuletzt kontrolliert [x]

    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: 27. Juli 2017 durch "Big Bear Farrier"
    Ausgeschnitten/Korrigiert: ja
    Hufbeschaffenheit: sehr weich -Behandlung mit Bierhefe
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne: Aluminium
    Beschlag hinten: Aluminium
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    Hufeisen für Brego
    27. Juli 2017 | 2.493 Zeichen | ceres

    „Xavier“, murmelte er und warf einen Blick in den Seitenspiegel, bevor er abbog. „Xavier, warum nimmst du immer Aufträge in so schönen Gebieten an?“ Keine Ahnung, antwortete Xavier sich selbst in Gedanken, parkte sein Auto nur wenige Meter vom Stall entfernt und stieg aus. Er kannte die Tyrifjord Ranch bereits. Vor nicht allzu langer Zeit war seine Hilfe gefragt gewesen und auch heute hatte war er eilends in seinen Wagen gestiegen, um Charlotte Eylenstein und ihre Pferde zu besuchen.
    Charly war wie immer fleißig und hatte bereits für Xavier alles nötige vorbereitet. Der Hengst Brego stand angebunden in der Stallgasse, geschützt vor dem andauernden Nieselregen vor den Toren. „Er ist etwas wasserscheu“, sagte Charly lachend und streichelte dem großgewachsenen Sportpferd den Hals. Xavier lächelte ihr kurz zu und widmete sich dann den Hufen des Tieres. Nach einer kurzen Kontrolle stellte er fest, dass die Hufe außerordentlich weich waren und auch ein erster Probeschnitt bestätigte dies. „Ihr habt hier in der Gegend sehr steinigen und vor allem harten Boden, das könnte seine Hufe sehr beschädigen. Es ist erstaunlich, dass sie noch so gut aussehen.“
    Charly blickte Xavier betrübt an. „Und was können wir dagegen machen?“
    „Ich empfehle immer gerne etwas Bierhefe, das stärkt nicht die Hufe, sondern liefert auch einige wichtige Mieralstoffe, die Brego gut gebrauchen kann.“ Meinte Xavier. „Also alles halb so wild, ich gebe ihnen nachher gleich alle wichtigen Infos.“
    Charly schien zufrieden mit seiner Antwort. „Gerne, wenn das hilft.“
    „Natürlich“, sagte er mit einem breiten Grinsen.
    Bregos vier Hufe wurden zügig von dem Hufschmied korrigiert, sodass die Aluminiumeisen, die er bekommen sollte, herausgesucht werden konnten. Schnell hatte Xavier die richtigen gefunden, legte alle nochmal kurz zur Kontrolle an die Hufe an und passte diese dann passgenau an Bregos Hufe an. Auch das Aufnageln der Hufe ging schnell von Statten, Brego schien ein sehr geduldiger und angenehmer Hengst zu sein. Charly hielt ihren Schützling durchgängig selber fest und hielt ihm Heu zur Ablenkung unter die Nase.
    Xavier klopfte sich nach getaner Arbeit die Hände an seiner Hose ab und entließ den Hengst zurück in seine Box. Dann nahm er sich kurz noch die Zeit, die wichtigen Infos für die Bierhefe aufzuschreiben, drückte Charly das Stück Papier in die Hand und stieg wieder zurück in den leuchtend orangenen Bus der Hufschmiede. Er wusste, der nächste Auftrag würde nicht lange auf sich warten lassen.
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    Tierarztbericht
    23. Juli 2017 | 3.511 Zeichen | Möhrchen

    Am Wochenende machte ich mich auf den Weg auf die Tyrifjord Ranch zu Charly und ihren zwei Warmblütern, die heute untersucht werden sollten. Ich war bereits mehrere Male zu Tierarztterminen auf dem Gestüt und kannte mich bereits aus. Wie angekündigt wartete Charly schon mit ihren beiden Pferden am Putzplatz. Sie begrüßte mich herzlich und stellte mir die beiden Patienten vor: die Fuchsstute Sawanna und den schicken Schecken Brego.
    Brego machte den Anfang. Ich ließ ihn an meiner Hand schnuppern und der junge Hengst war kein bisschen zurückhaltend. Frech stupste er meine Hand weg und machte sich an meiner Jackentasche zu schaffen. Ich fing mit der Untersuchung an und schaute mir seine Augen, Nüstern und Zähne an. Er ließ mich brav agieren und öffnete auch artig das Maul. Als ich am Kopf nichts Auffälliges feststellen konnte, tastete ich mich langsam weiter vor, über die Halswirbel zum Rücken. Brego zeigte keinerlei Schmerzreaktionen und stand völlig entspannt da. Sein Rücken fühlte sich locker und gleichmäßig an, also machte ich mit den Beinen weiter. Ich hob seine Beine nacheinander an, schaute mir seine Hufe und Gelenke an. Er wollte die Hinterbeine nur ungerne geben, sonst schien aber alles in Ordnung zu sein. Ich hörte noch sein Herz, seine Lunge und seinen Bauch ab, dann hatte er die Untersuchung geschafft: es war alles in Ordnung.
    Anschließend machte ich mit Sawanna weiter. Im Gegensatz zu Brego war sie etwas schüchternen, ließ sich aber trotzdem brav anfassen. Ihre Augen waren klar und sauber, Nüstern und Zähne sahen einwandfrei aus. Also tastete ich auch bei ihr einzeln jeden Hals- und Rückenwirbel ab und achtete auf ihre Reaktionen. Sie zeigte keine Schmerzen, weder am Rücken, noch an den Beinen. Auch ihre Hufe sahen gerade und hart aus, ich war sehr zufrieden. Zum Abschluss holte ich mein Stethoskop heraus und zeigte es ihr. Sie schnaubte und wich ein Stück zurück, letztendlich siegte aber doch die Neugier und sie beschnupperte es vorsichtig. Anschließend ließ sie sich auch artig und entspannt damit abhören: auch hier alles in Ordnung.
    Nun holte ich zwei Wurmkuren und zwei Leckerlis heraus. Brego machte wieder den Anfang: geschickt hielt ich seinen Kopf am Halfter auf meiner Schulter fest und drückte ihm die weiße Paste seitlich ins Maul. Er riss den Kopf hoch, doch ich hatte ihm bereits die ganze Menge verabreicht. Genervt schmatzte er und einige Tropfen liefen ihm wieder aus dem Maul. Um den Geschmack zu überdecken, gab ich ihm das Leckerli, dann hatte er es auch schon geschafft.
    Nun war Sawanna wieder an der Reihe: auch ihr gab ich die Wurmkur ohne große Vorarbeit fix ins Maul, so konnten sich die Pferde gar nicht groß dagegen sträuben. Sie nahm den unangenehmen Geschmack weitaus gelassener hin und zeigte keine Gegenwehr.
    Als Letztes bat ich Charly, die beiden Pferde einmal über den Hof zu führen, im Schritt und im Trab. Beide folgten ihr willig und zeigten schwungvolle und taktklare Bewegungen. „Alles klar, das reicht schon!“, rief ich ihr zu. Sie kam zu mir zurück und band die beiden wieder an. „Alles in Ordnung, ich konnte nichts finden. Gönne ihnen morgen am besten einen Ruhetag, dann kann der Körper die Wurmkur besser verarbeiten. Danach kannst du wieder ganz normal loslegen.“ Charly nickte und verabschiedete sich von mir. Es fing gerade an zu regnen und ich beeilte mich, zurück in mein Auto zu kommen.
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    Distanz E → A
    18. Mai 2017 | 4275 Zeichen | Canyon

    »Stört dich das nicht? Das mit den Namen?« fragt Petyr Nico. Nico zieht jedoch nur seine Augenbrauen nach oben und blickt Petyr herablassend an.
    »Stört es dich, lieber Petyr, dass es hier in Norwegen ganz viele Jonsens gibt?« Petyr antwortet nicht. »Na also. Und jetzt putze Sawanna, auch nur die kleinste Schürfstelle würde ich dir übel nehmen.«
    Grimmig blicke ich Nico an, was er jedoch nicht zu bemerken scheint. Ich hasse es, wenn er so großkotzig ist, vor allem wenn er so mit meinen Freunden umgeht. Ich halte mich jedoch davon ab, mich einzumischen und konzentriere mich weiter auf das Putzen von Prejudice.
    »In zehn Minuten ist Abflug!« Ruft Charly etwas weiter über den Rücken von Samarra hinweg. Ich seufze genervt, beeile mich jedoch mit Judis Sattelzeug, sodass ich wenig später pünktlich im Sattel sitze und ungeduldig auf die anderen vier Reiter mit ihren Pferden warte, welche alle mal wieder länger brauchen.
    Mit etwas Verspätung reiten wir jedoch dann vom Hof. Meine Motivation auf das Training war sehr gering, dafür würde ich nächste Woche zwei Freitage haben und endlich mal wieder Zeit für meine eigenen Pferde finden.
    Der Himmel war stark bewölkt und es war kälter als in den letzten Tagen. Eigentlich die perfekten Voraussetzungen für ein Distanztraining. Jedoch hatten wir hier fünf unerfahrene Pferde im Gelände. Alle waren jung und auch wenn sie die Umgebung durch unsere Ausritte schon kannten, war ein Distanztraining nochmal härter und anstrengender.
    Vuyo ritt dieses Mal Shyvana. Eine neue und recht wenig trainierte Stute, welche jedoch bereits in den letzten Tagen unter dem Sattel große Fortschritte gemacht hat. Außerdem ist Nico ja bekannt für sein schnelles Training. Zum Glück hat er damit bis jetzt durchgängig Erfolg gehabt.
    Nach einem gemächlichen Start erhöhen wir das Tempo, als wir die weichen Waldwege erreichen, welche sich rings um das Gestüt erstrecken. Nico und der Hengst Brego führen die weitere Stutengruppe an. Da Judi bereits in den höheren Klassen in der Dressur und im Springen mitspielt, ist sie dementsprechend trainiert und erkämpft sich nach kurzer Zeit den Platz direkt dahinter. Hinter mir kam Charly mit Sammy und den Schluss bildeten Vuyo und Shyvana.
    Im langsamen und gleichmäßigen Trab führt uns Nico die Waldwege entlang. Dreißig Kilometer stehen auf unserem Plan und ich befand meine Idee als immer noch gut, bereits am Vorabend Wasser auf dieser Strecke zu verteilen. Nicos Einschätzung ist, dass wir nur etwas mehr als zwei Stunden brauchen würden. Ich zweifele daran etwas, lasse ihm jedoch seine Hoffnung. Keins der Pferde ist lange Trabstrecken im Gelände gewöhnt und so müssen wir immer wieder kleine Schrittpausen einlegen. Hin und wieder zwingt uns auch das Gelände zu einer Verringerung des Tempos, sodass Nico auf Grund des nicht Einhaltens seines Zeitplans immer muffliger wird. Ich versuche ruhig zu bleiben und mich vor allem auf Judi zu konzentrieren, welche sich zwischendurch den ersten Platz sogar mit Brego teilt. Nico scheint jedoch es nicht für nötig zu sehen, den Hengst davon abzuhalten, Judi immer wieder mit Kopf und Huf zu drohen, sodass ich das Tempo wohl oder übel etwas zügeln muss.
    Nach der Hälfte der Strecke legen wir unsere Pause ein. Bereits auf der ersten Hälfte gab es kurze Wasserpausen, diesmal steigen wir jedoch ab, nehmen die Pulswerte und gönnen den Pferden eine kurze Pause. Kurz nachdem jedes Pferd wieder bereits für den zweiten Teil ist, steigen wir auf und führen den Ritt weiter. Mittlerweile galoppieren wir im ruhigen Tempo an geeigneten Stellen, geben den Pferden dafür mehr Schrittpausen, denn auch ihre Kraft versiegt so langsam.
    Petyr und Vuyo haben mittlerweile sogar aufgehört, ununterbrochen zu sprechen, sodass ich nur noch umgeben von den Geräuschen der Natur und dem Geklapper der Hufe bin.
    Nach etwas mehr als dreißig Kilometern kommen wir durchnässt wegen des eingesetzten Regens und mit müden Pferden wieder auf der Tyrifjord Ranch an. Bella und Tjarda sind zum Glück bereits zur Stelle und werfen allen Pferden zügig Abschwitzdecken über, sodass wir nur noch den Puls unserer Tiere nehmen brauchen und sie nach dem Absatteln auf die Weiden entlassen können.
    Wir waren uns einig, dass jeder der Fünf einen Aufstieg in die nächsthöhere Klasse verdient hatte.

    Die Kür
    Endlich war es soweit, ich konnte es selbst gar nicht fassen, so schnell war es gegangen, dass mein Mustanghengst Chosposi bereit für die Körung war. Er war ein wahrer Prachthengst und hatte innerhalb weniger Sekunden nach seiner Ankunft jedes Herz auf dem Gestüt erweicht.
    Für uns hieß es heute also: Unser bestes geben zu zeigen, was er für ein großartiges Pferd war.
    Erst wenige Tage zuvor war unser Hufschmied da gewesen und hatte die harten und unbeschlagenen Hufe wieder etwas in Form gebracht, sodass er nun wie geschmiert aussah.
    Ausgerüstet mit unserer Turnierkleidung warteten wir nun vor der Halle darauf, dass unser Vorreiter diese verließ, damit wir an der Reihe waren. Jo hatte die Ohren gespitzt und nach vorne gerichtet, so als würde er wissen, dass es gleich losging.
    Als es dann endlich soweit war und unsere beiden Namen aufgerufen wurden, ritten wir im Trab ein, bogen dann auf die Mittellinie ab und blieben akkurat bei X stehen, um dort die Richter zu grüßen, bevor es im Trab gleich wieder losging.
    Nach einer Runde ganze Bahn vollführten wir eine Schlangenlinie mit drei Bögen durch die ganze Bahn und landeten, was für ein Wunder, auf der anderen Hand. Noch eine Runde Trab, um diesen auch auf dieser Hand den Richtern zu präsentieren, bevor ich auf den Zirkel abwendete und in den Schritt durchparierte. Eine Runde auf dieser Hand, dann eine Runde auf der Anderen, in dem ich aus dem Zirkel wechselte. Perfekt, nun fehlte nur noch der Galopp.
    Unsere Spezialität war es, aus dem Stand anzugaloppieren, dass hatten wir beide einfach im Blut, weswegen ich mit Jo bei A anhielt, ihm dann die Galopphilfen gab und er nahezu perfekt in einen Galopp verfiel. Auf der ganzen Bahn sah man seinen so typischen Mustanggalopp am Besten, weswegen ich stolz eine Runde galoppierte, bevor ich wieder in den Trab durchparierte, durch die ganze Bahn wechselte und das Ganze nochmal auf der anderen Hand zeigte. Das nannte man doch mal gelungen!
    Zurück im Schritt lenkte ich Jo wieder auf die Mittellinie, hielt ein zweites Mal bei X an, verabschiedete diesmal jedoch die Richter. Geschafft, ich konnte es selbst noch gar nicht glauben, aber wir schienen es wirklich so geschafft zu haben, dass wir stolz auf uns sein konnten. Im ruhigen Trab verließ ich die Halle wieder, ein netter Helfer hielt uns das Tor offen, und glitt dann zufrieden aus dem Sattel. Eine Möhre als Belohnung hatte ich bereits vorbereitet und kaum hatte ich sie Jo unter die Nase gehalten, war sie auch schon in seinem hellen Maul verschwunden.
    2525 Zeichen | geprüft auf zeichenzähler.de | (c) Canyon

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    Bewegung & Zubehör (c) Veija
     
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  12. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Die Abstimmung läuft bis zum 30. Juli um 22:30 Uhr!

    Kirin wurde disqualifiziert, da weder Startgeld eingegangen noch der Steckbrief vollständig ist ​
     
Status des Themas:
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