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[HK 485] Hengste mit Abstammung

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Eddi, 29 Sep. 2016.

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Welchem Hengst gibst du deine Stimme?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 25 Dez. 2016
  1. PFS' Heart of Ocean

    20,0%
  2. Fleming

    20,0%
  3. Shamal

    20,0%
  4. Loveletter

    30,0%
  5. Dr. Insektor

    10,0%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Eddi

    Eddi Modi

    [HK 485] Hengste mit Abstammung
    [​IMG]
    Regeln:
    - Es dürfen nur Hengste teilnehmen! (Keine Stuten,Wallache oder Fohlen)
    - Jeder darf nur mit einem Hengst teilnehmen
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com!
    - 5 Joellen an mich (Eddi) mit dem Grund: HK 485
    - Teilnehmerzahl ist auf 10 Pferde beschränkt!
    - Bitte nur vollständige Teilnahmen einfügen
    - Das Pferd muss unbewegt vor dem Kürtext und Steckbrief auf einem offiziellen Hintergrund ersichtlich sein (verlinken reicht nicht)
    - Zusätzlich darf ein Bewegungsbild auf einem beliebigen Hintergrund hinzugefügt werden (das Bild darf allerdings nicht vor dem Hauptbild stehen)

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, sie darf geführt oder geritten werden:
    - Betreten der Halle/des Platzes und anschließendes Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerhengste werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    (muss verlinkt sein)
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz

    1 Punkt für jede Schönheitswettbewerb-Schleife
    1 Punkt für jede Fohlenschau-Schleife
    2 Punkte für jede Reiterspiel-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Bild mit Zubehör
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Bild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:

    Username
    Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Teilnahmen und Überweisungen
    [1] ... ✔
    [2] ... ✔
    [3] ... ✔
    [4] ... ✔
    [5] ... ✔
    [6] ... ✔
    [7] ... ✔


    Disqualifizierungen
    ...

    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
    Bei Fragen wendet euch an mich.
     
    Canyon, Muemmi und Rhapsody gefällt das.
  2. sadasha

    sadasha Gut Schwarzfels

    sadashas Teilnahme mit
    PFS' Heart of Ocean
    [​IMG]
    PFS' Heart of Ocean
    Geburtsdatum/Alter: 2010, 7 Jahre
    Geschlecht: Hengst


    Stammbaum
    aus der: Ocean Water ~ von: Donut
    aus der: ?? ~ von: ??| aus der: ??~ von: Douglas

    Exterieur
    Größe: 147cm
    Rasse: Deutsches Reitpony
    Fellfarbe: Black Varnish Roan Blanket
    Geno: Ee/aa/nLp/nPATN2
    Abzeichen: -


    Interieur
    Nach einer missratenen Trainingseinheit ist Ocean's sonst sehr ruhiges gemüt aus dem Gleichgewicht geraten. Der hübsche Hengst ist nun schreckhaft im Umgang mit Menschen und lässt sich nur mit sehr viel Ruhe und Sanftmut wieder einigermaßen händeln. Er ist aber immer noch sehr aufmerksam und gelehrig, sodass er sich nach einiger Zeit wieder an die Menschen gewöhnt, denen er vertrauen kann. Für diese Menschen ist er dann auch sehr verlässlich.

    Beschreibung
    Heart of Ocean weist einen schönen Stammbaum auf, aus welchem sich auch sein Talent in Dressur und Springen zurückführen lässt.
    Seit dem Unglückstag in Kanada benötigt Ocean eine besonders ruhige Hand und viel Aufmerksamkeit im Trainings, sowie im alltäglichen Umgang. Das Vertrauen in Menschen muss sich langsam wieder erarbeitet werden. Es ist nicht daran zu denken jemals wieder Kinder oder unerfahrene Reiter an diesen Hengst heranzulassen, da er sich bis heute gegen einige der Standardhilfen wehrt und dann den Kopf hochreißt, buckelt, steigt oder wenn er einen besonders schlechten Tag hat, auch nach Menschen schnappt.


    Geschichte
    Geboren auf den Pine Forest Stables wurde Ocean als Jungpferd verkauft. Bei diesen Besitzern verbrachte der Rapproan seine Jungpferdezeit und wurde nach bestem Wissen und Gewissen aufgezogen und ausgebildet. Schließlich fand er über einen Privatverkauf zum Bear Brook EC wo er weiter gefördert und gefordert wird um später einmal ein einer Zuchtzulassung teilnehmen zu können. Das bisher einschneidenste Erlebnis, das Ocean bis heute prägt, ist eine missratene Trainingseinheit in Kanada. Er wurde falsch trainiert und hat damit sein Vertrauen in fremde Personen vollends verloren.

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: ✘
    Vorgesehen für die Zucht: ✔
    Decktaxe: -- Joellen

    Besitzer: sadasha
    VKR/Ersteller: Occulta (VKR verfallen)
    Kaufpreis: 750 Joellen


    Qualifikationen
    Dressur: E A L M
    Springen: E A L M
    Military: E A L
    Distanz: E A L
    Fahren: E A L

    Potential • Aufstieg durch Turnier | Training

    Erfolge
    215. Distanzturnier | 346. Springturnier | 349. Springturnier | 371. Springturnier | 282. Fahrturnier
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    Gesundheit
    Gesundheitszustand: sehr gut
    Beschlag: keiner

    Offizieller HG | Puzzle-PNG
    25. September 2016
    Tierärztliche Klinik Caen
    PFS' Heart of Ocean | Majd

    Heute ging es für mich auf das Gestüt Bear Brook EC, wo einige Patienten auf mich warten würden. Hunter Crowley hatte mich vor einigen Tagen angerufen und so hatten wir recht spontan einen Termin ausgemacht, denn er wollte seine Pferde demnächst auf Körungen schicken. Zuerst musste mich aber mein Navi richtig durch die Gegend Englands navigieren, damit ich auch wirklich dort ankam, wo ich hinwollte.
    Auf dem Gestüt wurde ich fröhlich von Hunter in Empfang genommen und nach kurzem Smalltalk ging es direkt in den Stall. Mein erster Patient war mir gar nicht unbekannt, denn es war PFS' Heart of Ocean, ein junger Reitponyhengst, welchen ich bereits kannte. Ich begrüßte ihn herzlich und bat Hunter dann, ihn mir erst einmal im Schritt und Trab die Stallgasse entlang zu führen. Aufmerksam beobachtete ich den Bewegungsablauf des Hengstes, aber es schien alles in Ordnung zu sein.
    Deshalb ging es für uns auch direkt zum Putzplatz, wo ich den Hengst anbinden ließ, ehe ich einen Blick in Ohren, Augen und Maul warf. Reine Routineuntersuchung, aber abgehakt werden musste es trotzdem. Danach hörte ich direkt Herz und Lunge ab, ehe ich auch noch die Darmgegend auf seltsame Geräusche kontrollierte.
    Abschließend überprüfte ich die Körpertemperatur und tastete dann noch die Lymphknoten und die Wirbelsäule des Hengstes ab. Alles war in bester Ordnung und so konnte ich zufrieden nachschauen, welche Impfungen dem Hengst fehlten. Dabei handelte es sich um Herpes und Influenza. Beides Pflichtimpfungen für Wettbewerbe und so frischte ich diese direkt auf.
    Kurz darauf erhielt Ocean noch seine Wurmkur und dann war er auch schon komplett fertig und durfte mich wieder verlassen. Während ich nun die Sachen erneuerte, holte Hunter den nächsten Patienten: Majd. Ein Araber, gescheckt und für seine Rasse schön groß. Auch ihn begrüßte ich vorsichtig, ehe ich ihn von Hunter im Schritt und Trab vorführen ließ.
    Ebenso war auch bei Majd alles in Ordnung und so kontrollierte ich Ohren, Augen und Zähne. "Kann's noch gar nicht fassen, dass er vielleicht bald gekört ist", meinte Hunter und ich lächelte nur wissend. "Ja, bei manchen Pferden geht es schneller als man denkt", stimmte ich zu, denn auch ich hatte einige Kandidaten im Stall, die schneller durch die Körungen gekommen waren als gedacht.
    Auch bei Majd kontrollierte ich alle Werte auf ihre Richtigkeit und tastete ihn dann noch gründlich ab. Wie man es von Hunters Pferden gewöhnt war, benahm sich auch Majd vorbildlich und so waren wir ebenso schnell mit Impfen und Entwurmen fertig. Ich erneuerte die beiden Impfpässe und stellte Hunter die Gesundheitszertifikate für die Körungen aus. Nachdem wir mit allem fertig waren, verabschiedete ich mich und machte mich auf den Heimweg.
    2736 Zeichen | by Eddi | Tierärztliche Klinik Caen
    03. November 2016
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    Hufschmiedbericht

    „HUNTER!“ Es traf mich wie ein Schlag ins Gesicht, als Gine mir sagte welcher Tag nächste Woche bevor stand. „Man hau rein!“ riet sie mir und zog mich hoch. Eigentlich war mir gerade nicht zum Reiten zu mute. „Das können wir doch später machen...“ murmelte ich schlaftrunken. „NEIN!“ sie schrie mich schon fast an. „Du machst das jetzt sofort, sonst ruf ich einen Hufschmied an, den du dann zahlen darfst!“ Flüche murmelnd machte ich mich fertig und stand schließlich fertig für eine Unterrichtsstunde aus der Hölle in der Stallgasse. Doch Ocean war lediglich geputzt, nicht gesattelt. Verwirrt sah ich Gine an. „Machen wir heute einen auf Rodeo ohne alles oder was hast du vor?“ Verständnislos musterte Gine mich. „Du Trottel. Du sollt ihn neu beschlagen, dem fallen die Eisen fast von selbst ab, guck doch mal!“ sie deutete auf die Hufe meines kleinen Hengstes. „Oh...“ sagte ich nur und machte auf dem Absatz kehrt um alles Nötige bereit zu stellen. Keine zehn Minuten später begann ich damit die Hufe von PFS' Heart of Ocean auszuschneiden. Der Hengst war heute geduldig mit mir und ließ die Prozedur ruhig über sich ergehen. Nachdem alle alten Eisen runter und die Hufe ausgeschnitten waren bearbeitete ich den Satz neuer Eisen und nagelte sie nacheinander auf. Nach knapp zwei Stunden hatte Ocean vier frisch beschlagene, glänzende Hufe. Damit war er bereit für die Kür die nächste Woche.
    Dressur E-A 30. Dezember 2015
    Heart of Ocean A-Dressur

    Der Wagen legte sich gefährlich in die Kurve der Einfahrt, die so versteckt lag, dass ich fast daran vorbei gefahren war. Hunters Gestüt, welches erst frisch bezogen wurde, war einfach gehalten und besaß nur das Nötigste. Ein Parkplatz war aber vorhanden, und mit einer kleinen Reisetasche stieg ich aus. Da die Haustür nur angelehnt war, stellte ich die Tasche ab und lief auf den Stall zu, der sich gleich hier befand, und fand Hunter auf dem Innenhof beim Fegen. Er wirkte sehr konzentriert und so merkte er nicht wie ich ihm den Besen aus der Hand nahm und ihn küsste. "Morgen, Hunter." Verdutzt blickte er mich an und wollte sogleich wieder fegen, aber ich hielt die Hand noch weiter weg. "Nicht sehr gesprächig, wie?" Kichernd reichte ich ihm den Besen. "Warum bist du hier?", brummte Hunter und folgte mir dann in den Stall, aus dem ich Heart of Ocean holte und den jungen Hengst bürstete. "Du hast vor einem Monat einen Auftrag bei mir gegeben, und ich konnte jetzt erst kommen.", antwortete ich und kratzte noch die Hufe des Ponys aus. Der Mann brummte nur ein wenig. Heart of Ocean wurde aufgesattelt, dann führte ich ihn auf den Dressurplatz, halb versteckt unter den Bäumen. Hunter fegte weiter emsig den Vorplatz des Stalles; von Steven hatte ich bis jetzt gar nichts gesehen.
    *
    Vier Stunden später trabte Ray flüssig unter mir. Obwohl das Pony am Morgen schon genug Herausforderung war, freute ich mich auf den Vollbluthengst, der mich schon länger kannte und dementsprechend auch seine Begrüßung einforderte. Da es nieselte, wurde das Dressurtraining in die Halle verlagert, und es war kühler als erwartet. Der Hengst aber war fix genug, sodass die Überprüfungsstunde schnell vonstatten ging. Auch mit Cadiz, dem Letzten im Bunde, vollzog ich eine Überprüfung, und begann daraufhin direkt mit seinem Training. Über die Tage hinweg lernte ich auch Steven kennen, der eher desinteressiert bei meinem M-Dressurvorgang zuschaute. Der Trakehner kam bei den Bahnfiguren gut mit, blieb aber unruhig, sobald andere Stuten die Halle betraten. Mit dem Trio zu arbeiten, war herausfordernd; denn jeder war anders geeicht und so auch reaktionsfreudiger oder auch nicht. Schon am letzten Trainingstag saß sogar Hunter mit auf Ray, ich auf Cadiz. Heart of Ocean hatte seit gestern 'frei' von seinem Training, denn die A-Qualifikation war ein Leichtes; lediglich die L- bzw. M-Quali hatte es in sich; und so war ich froh, dass Hunter mir dabei unterstützend unter die Arme gegriffen hatte.

    Heart of Ocean hat erfolgreich die A-Dressur bestanden.
    Mr Raw Depression hat erfolgreich die L-Dressur bestanden.
    Cadiz hat erfolgreich die M-Dressur bestanden.
    by Catalina
    10. März 2016
    Dressurtraining A-L

    "Willkommen auf Briar Ridge", sagte Vel Stanton mit ihrem niemals endenden Lächeln. Dabei bildeten sich richtige Grübchen in ihrem Gesicht von denen Ashley meinen könnte, sie hätten niemals existiert. "Eh ja vielen Dank. Miss Stanton ? Ich muss aber leider wieder gehen, ich wollte ihnen nur die Pferde vorbei bringen", Hunter Crowley war etwas in Eile. "Ich habe noch nicht eingecheckt", sagte er ziemlich nervös und spielte dabei immer wieder mit seinen Fingern an seiner Jacke. Vel, schien begriffen zu haben, sie nickte und hob ihre Augenbrauen in die Höhe. "Können sie sich nur eben eine Minute Zeit nehmen ? Sie müssen noch die Papiere unterschreiben, danach kümmern sich unsere Trainer um ihre Beiden.", er nickte und folgte Vel ins Büro. In der Stallgasse hantierte währenddessen Ashley mit Redneck (Darly Gone Mad). "Ashley lass das Pferd in Ruhe ! Es wird dich noch verletzen", schimpfte Vel ihr hinterher. "Aber Mum!", Ashley sah das Vollblut etwas enttäuscht an "Meine Mutter hat doch gar keine Ahnung von dir". Liebevoll streichelte sie Rednecks Gesicht, es war untypisch für ihn, dass er sich anfassen ließ. "Nun aber zu ihnen", sprach Vel zu Hunter. "Hier steht ihr Wohnort, dort der Name ihrer Pferde sowie sonstige Informationen. Sie müssen nur noch unterschreiben. Bear Brook EC in Lincolnshire stimmt aber oder?"
    "Ja alles richtig", hektisch unterschrieb Hunter den Trainingsvertrag. "Sehr gut. Kommen sie wirklich von so weit her ?"
    "Ja, jetzt muss ich aber los!", glatt stieß Hunter den Stuhl beim aufstehen um, so eilig hatte er es. Vel blickte den jungen Burschen verwundert hinterher und folgte ihm im schnellen Schritt. "Bis bald!", Hunter warf ihr noch ein letztes Lächeln zu und stieg in seinen Wagen um sich auf zum Hotel zu machen. Nun waren die Pferde an der Reihe. Vel teilte Rick McSullen den Auftrag zu, welcher Thomas befahl die Pferde zu versorgen. Morgen sollten sie dann trainiert werden.
    *
    Am nächsten Morgen übernahm Jarret den zierlichen Rapproan Hengst, Heart of Ocean. Er holte das bereits gesattelte Pferd aus der Box, um ihn in der Halle warm zu reiten. Dabei fasste Jarret die Zügel kurz, sodass Ocean wenig Halsfreiheit hatte. Nach 10 Minuten gab Jarret dem Hengst die Haken um anzutraben. Da Ocean bereits einige Lektionen aus der A Dressur kannte, fehlte nicht mehr viel was dem Pferd beigebracht werden musste. Jarret ritt an F vorbei zu A und wechselte bei K durch die halbe Bahn, bei B angekommen ritt er schließlich wieder auf dem Hufschlag weiter. Nun musste Ocean das gleiche Spektakel auf der anderen Hand bewältigen, also ritt Jarret zunächst nach E um von dort aus in einem Bogen nach A zu reiten, nun konnte er an K vorbei Richtung H reiten. Im Trab ritt er zunächst auf den Hufschlag bis nach M um erneut durch die halbe Bahn zu wechseln. Bei E machte er zunächst halt. Auf Dauer wurde Ocean das Gebiss jedoch zu unangenehm, er schüttelte den Kopf und versuchte die Zügel los zu reißen, Jarret jedoch blieb hart und zog die Zügel bloß noch straffer an. Ocean begann zu quietschen und versuchte den Kopf nach unten zu reißen, da gab Jarret ihm die Gerte und trieb ihn in kleinen 8-Meter Volten. Ocean gab nach und beruhigte sich. Als nächstes galoppierte Jarret Ocean an. Nach einem Zirkel parierte er Ocean wieder in den Schritt durch und galoppierte ihn nach vier Schritten auf der neuen Hand wieder an. Ocean jedoch stockte etwas, darum wollte Jarret die Übung wiederholen. Er parierte Ocean durch, gab ihn nach drei Schritten eine halbe Parade und gab mit dem neuen inneren Zügel nach. Ocean galoppierte an. Nun gab er dem Hengst eine Parade und setzte sich tief in den Sattel, schloss dann seine Fäußte und spannte seinen Oberschenkel an, Jarret gab nach und trieb Ocean wieder an. "Perfekt", sagte er nüchtern und fuhr das Training fort indem er im versammelten Trab das Viereck verkleinerte und wieder vergrößerte. Zu guter letzt hielt er Ocean an und ließ ihm die Zügel aus der Hand kauen, dann stieg Jarret ab um Ocean an Thomas zu übergeben. "Bitte", sagte er kühl und drückte dem Pfleger die Zügel in die Hand. Thomas betrachtete den hübschen Hengst und rieb seine Stirn. "Mensch du schwitzt ja richtig", schnell brachte er den Rapproan in den Stall um ihn abzusatteln und ihm eine Decke aufzulegen damit er nicht krank wurde. "Jarret kann ein richtiges Arschloch sein oder ?", Thomas seufzte und verweilte eine Weile bei Hunters Pferd.
    *
    Nun war Sven damit beschäftigt Missy (Chuckling Dancing Mess) zu trainieren. Sie war mit der Dressur noch gar nicht vertraut, weshalb ihr Trainingsprogramm relativ klein ausfallen würde. Zunächst ritt Sven in die Reithalle ein und gurtete Missys Sattel nach. Schließlich trieb er die Vollblutstute an, sodass sie im Mittelschritt durch die ganze Bahn ging. Sven hielt die Zügel angenehm locker und achtete auf Missys Körpersprache. Zunächst ritt Sven nach C, auf den Zirkelpunkt bei M über X und schließlich zum Zirkelpunkt H. Erneut ritt Sven eine ganze Bahn, daraufhin trieb er Missy an um auf der linken Hand leichtzutraben. Nun ritt er in Schlangenlinien durch die ganze Bahn. Von A nach K, vorbei am Zirkelpunkt nach B und schließlich vom Zirkelpunkt von H nach C. Seine Hände lagen dabei konstant und ruhig am Hals der Stute. Nachdem Missy zehn Minuten lang getrabt wurde, gab er eine Parade und galoppierte Missy an. In Missy wurden Instinkte ausgelöst die sie dazu verleiten wollten schneller zu laufen, Sven jedoch hielt sie im Zaum, sodass sie in einem angenehmen Arbeitstrab auf der linken Hand lief. Nun wollte Sven die Seiten tauschen, also wechselte er durch die ganze Bahn und galoppierte auf der rechten Hand einen großen Zirkel. "Klopf Klopf", rief auf einmal eine sanfte Frauenstimme. Nein es war nicht Ashley. Sven drehte sich um und blickte zur Bande. Dort stand Judy, welche ihn temperamentvoll anlächelte. "Kann ich dir einen Ratschlag geben ?", sie lächelte.
    "Was denn ?" Sven zog ein wenig an den Zügeln bis Missy, wenn auch widerwillig stehen blieb. "Die Stute braucht etwas zu tun. Ich würd mit ihr Stangenarbeit machen, dann ist sie konzentrierter als wenn sie lächerliche Hufschlagfiguren laufen muss.", nun betrat Judy die Halle und nahm sich die ersten Holzstangen von der Wand. "Ich leg dir welche hin", sie schleppte die schwere Stange in die Mitte der Halle und holte 4 weitere. Dann klopfte sie sich die Hände ab und stellte sich an die Hallenwand. "So, dann reit mal im Trab über die Stangen". Sven taxierte die Holzbalken an und ließ Missy schnellen Schrittes drüber traben. PLONG. Die Stute stolperte über das Holz und schlürfte zurück auf den Hufschlag. "Guck. Sie ist gar nicht ganz bei Sache. Also noch mal". Erneut taxierte Sven die Stangen an. "Treib sie ein wenig", Missys Kopf schnellte hoch als Sven ihr etwas in den Bauch drückte. Schnell hob sie die Hufe weiter an und trabte diesmal etwas ordentlicher über die Stangen. "Das sieht schon besser aus Sven, allerdings war es nicht perfekt. Versuchs noch mal". Sven steuerte erneut auf die Stangen zu. Diesmal blieb die Stute konzentriert und trabte sauber über die Stangen hinweg. "Perfekt. Als Abschluss des Tages galoppier mit ihr über die Stangen. Aber warte, ich muss einen größeren Abstand legen". Bis Judy fertig war, ritt Sven die Stute im Galopp auf den Zirkel. Nun galoppierte er direkt auf die Stangen zu, allerdings in einem Mittelgalopp. Missy berührte einige Stangen, wurde kurz darauf aber direkt konzentrierter. Nach einem zweiten Anlauf, berührte sie nur noch eine Stange. "Gut. Ich möchte jetzt 5 Runden auf den Zirkel sehen, ohne dass du, bzw. das Pferd die Stangen berührt. Sven schwitzte bereits, ritt auf den Zirkel und über die Stangen hinweg. Nun war keine Zeit zum ausruhen, Sven musste erneut auf den Zirkel reiten um über die Stangen zu galoppieren. Nach den weiteren Versuchen konnte Sven endlich in den Schritt und auf die ganze Bahn reiten. Er ließ die Zügel locker, klopfte Missys Hals und lehnte sich erleichtert in den Sattel. "Man bist du eine Mimose", scherzte Judy und warf ihm einen neckenden Blick rüber. "Hey, kannst du mir mal die Decke rüberreichen?"
    "Ist dir kalt?", Judy lachte laut. "Natürlich nicht, aber das Pferd dampft" Sven konnte ein Männer-Kichern dennoch nicht unterdrücken. Er nahm ihr dankbar die Decke entgegen und deckte das Vollblut beim Trockenreiten ein. Es war als würde alle Last von Missy fallen, ein lautes Furzgeräusch ertönte, gefolgt von einem großen Apfelhaufen. "Mach ich schon", sagte Judy amüsiert und bewegte sich zum Mistboy. "Danke". Nach einigen Minuten stieg Sven vom Pferd und führte es in den Stall. Den Rest übernahm Thomas.
    *
    Als Thomas am nächsten Tag den Stallrundgang machte, bekam er einen Schrecken als er Ocean erblickte. Er stand an der hintersten Ecke der Box mit angelehnten Ohren und aufgerollten (?) Augen. "Hey alles gut", sagte Thomas mit einer sanften, leisen Stimme. Bei den Klang seiner Stimme, richtete Ocean seine Ohren wieder auf, blieb dennoch weiterhin hinten in der Box stehen. Eigentlich sollte Ocean in kürze von Jarret geritten werden. Also wartete Thomas einfach auf den Trainer und fütterte in der Zeit die anderen Pferde. Als Jarret reindonnerte und Ocean aus der Box führen wollte, sah er, dass das Pferd nicht gesattelt war. Wütend brüllte er durch die Stallgasse "WARUM IST ER NICHT GESATTELT ?" Thomas lief schnell zu ihm und versuchte ihm den Zustand des Pferdes zu erklären. "Hör mal! Das ist mir Scheiß egal! Deine Aufgabe ist es die Pferde vor dem Training zu satteln! Ansonsten siehste dich auf der Straße wieder". Das hat gesessen, Thomas blickte verschämt zu Boden. Er hielt es nicht für richtig das Pferd in solch einem Zustand zu reiten, geschweige denn überhaupt zu satteln. Aber was sollte er bloß tun, er konnte doch nicht gefeuert werden. Also ging er schnellen Schritts in die Sattelkammer um alles nötige zu holen. Ocean zu satteln war jedoch mehr als eine Herausforderung. Der Hengst wusste genau was geschehen wird und drehte sich ständig weg. Das er Thomas nicht angriff war schon ein Wunder. Als Thomas es jedoch geschafft hatte die Trense und den Sattel anzulegen, dampfte Jarret wütend davon. Thomas konnte ihm nicht folgen da er zuerst seine Arbeit zu ende machen musste. Also beeilte er sich mit seinen Verpflichtungen und betrat Augenblicklich die Halle um Jarret beim Training zu zusehen. Was er jedoch sah war mehr als nur erschreckend. Jarret riss an den Zügeln, hielt sie unangenehm kurz sodass Ocean keine Freiheit mehr hatte. Die Dressurlektionen beherrschte er zwar nun - aber Thomas bezweifelte, dass er sich in Zukunft gut reiten lassen würde. Zwischendurch tat Ocean sogar den ein oder anderen Buckler, Jarret jedoch gab ihm einen Hieb mit der Gerte und anschließend einige Volten um das Pferd wieder zu beruhigen. "Was wird bloß Hunter sagen", murmelte Thomas enttäuscht. Er ging noch mal zurück in den Stall um dem Pferd eine Decke zu holen wenn es vom 'Training' wieder kam. Dann brachte er den völlig verstörten Ocean eingedeckt in die Box. Thomas blieb etwas länger als nötig in der Box "Oh mein armer armer Junge. Was soll ich denn bloß tun. Es tut mir so Leid!" Das Training mit Missy hingegen verlief gut. Sven hatte die Stute gut unter Kontrolle und konnte ihr Temperament zum Vorteil nutzen.
    *
    Hunter bekam nach eineinhalb Wochen einen Anruf. Ocean und Missy seien soweit. Also fuhr Hunter nach GreenBriar Ridge. "Hallo", Vel lächelte ihn begeistert an. "Schön dass es so schnell ging", sagte Hunter etwas verunsichert. "Thomas verlädt die Pferde jetzt in den Hänger, wenn sie wollen können sie in der Zeit einen Kaffee trinken"
    "Oh nein Mrs. Stanton! Ich helfe Thomas, sind ja schließlich meine Pferde" - "Ok", Vels Lächeln verflog und sie blickte verunsichert in den Stall. Offensichtlich hatte Hunter dies mitbekommen denn er fragte "Ist etwas?", als er das schrille wiehern seines Pferdes hörte. Langsam und zögerlich betrat er den Stall um zu sehen was vorgefallen war. Ocean bäumte sich mehrfach auf, versuchte sich zu wehren und weigerte sich einen Schritt weiter zu gehen. Hunters Herz wäre beinahe in die Hose gerutscht als er sein Pferd erblickte. Schnell lief er auf Ocean zu "Ruhig mein Junge", erst als Ocean mit allen Vieren auf den Boden stand, blickte er zu Thomas und sagte wütend "Was habt ihr mit meinem Pferd gemacht!?", Thomas kamen beinahe die Tränen. Er war doch unschuldig. Er wollte Jarret doch immer wieder davon abhalten. Schnell klärte er die Situation auf, enttäuscht streichelte Hunter sein Pferd. "Oh mein Junge. Wie konnt ich denn nur ahnen". Thomas führte in der Zwischenzeit Missy in den Hänger, wartete vor dem schließen noch auf Hunter, der sein Pferd beruhigt hatte und zu der Stute stellte. "Hunter es tut mir wirklich Leid. Jarret kann reiten, hat aber absolut kein Feingefühl was die Pferde betrifft", Hunter antwortete nichts darauf, sondern stieg stumm in den Wagen. Mit dieser jämmerlichen Verabschiedung fuhr er schließlich zurück nach England.
    12.945 Zeichen | © Jackie
    18. Mai 2016
    Trainingsbericht "Military von E auf A"

    "Hier", Allison reichte mir das Telefon. Bevor ich fragen konnte, wer denn dran war, war sie auch schon wieder verschwunden. "Hallo, Thomsen am Apparat."
    "Hunter Crowley hier. Könnten Sie vorbeikommen?"
    "Sehr gerne, wenn Sie mir auch sagen wohin und wofür", gab ich zur Antwort. "Bear Brook EC in Lincolnshire. Wir haben hier ein Pferd, das trainiert werden müsste. Kaum Vertrauen zu fremden Menschen, beißt, steigt, buckelt, aber man hat mir gesagt, Sie kämen auch damit klar."
    "Das ist richtig." Ich schlug schon mal meinen Kalender auf. Lincolnshire war nur eine Stunde von Stoke Goldington enfernt, aber wenn es sich um ein Pferd mit wenig Vertrauen handelte, dann wollte ich so viel Zeit wie möglich mit meinem Trainingspartner verbringen. "Ich könnte in einer Woche bei Ihnen sein."
    "Gut, dann bis dann." Bevor ich nach der genauen Adresse fragen konnte, hatte Hunter bereits aufgelegt. Ich seufzte und recherchierte im Internet. Ich wurde fündig und fragte mich was für einen netten Zeitgenossen ich mir da wohl angelacht hatte. Eine Woche später machte ich mich auf den Weg nach Lincolnshire. Ungefähr eine Stunde später war ich angekommen und stieg aus. "Nette Gegend", sagte ich und sah mich um. Niemand zu sehen. Ich wollte auch nicht einfach auf fremdes Gelände gehen, weshalb ich erstmal ziemlich planlos in der Gegend rumstand. Schließlich entdeckte mich ein junger Mann mit langen Haaren, die ebenso wie der Bart ein bisschen Pflege dringend nötig gehabt hätten. Nett sah er aber aus. "Hallo, ich bin Sam..."
    "Kommen Sie." Okay. Ich folgte ihm also. Er zeigte mir zuerst mein Zimmer,wo ich meinen Koffer abstellte und brachte mich dann zu PFS' Heart of Ocean. "Das wäre dann Ocean. Falls sie Hilfe brauchen, dann wenden Sie sich an mich." Ich nickte und bedankte mich, kurz bevor er auch schon verschwunden war. Ich wendete mich also Ocean zu und streckte ihm meine Hand hin. Der Hengst beäugte mich misstrauisch und drückte sich in die hintere Ecke. Das würde wohl noch eine Weile dauern. Ich schob vorsichtig die Boxentür auf und setzte mich dann in die Box. Ocean beäugte mich weiterhin. Als ich mich nicht rührte, begann er langsam wieder zu fressen, war aber immer mit einem Ohr bei mir. Er näherte sich mir an diesem Tag nicht, schien aber mit der Zeit etwas entspannter geworden zu sein. Hunter bekam ich an diesem Tag nicht mehr zu Gesicht. Die nächsten Tage verbrachte ich stundenlang in der Box des Hengstes. Ocean entspannte sich jeden Tag ein bisschen mehr und nach einer Woche schnupperte er das erste Mal an mir. Trotzdem dauerte es noch fast zwei Wochen, bis ich den Hengst das erste Mal putzen und noch ein paar weitere Tage, bis ich mit ihm spazieren gehen konnte. Als ich ihn die ersten Male putzte, versuchte er regelmäßig nach mir zu beißen. Ich unterband das energisch, achtete aber darauf, dass ich das sowieso schon brüchige Vertrauen nicht zerstörte. Ich nahm mir viel Zeit, um das Vertrauen des hübschen Hengstes zu gewinnen. Hunter sah ich zwischendurch mal, aber viel redeten wir nicht. Er erkundigte sich immer mal, wie es voranging und ob ich Hilfe brauchte, aber bisher kam ich noch gut alleine klar. "Ich denke in einer Woche kann ich mit dem richtigen Training anfangen." Er schien soweit zufrieden zu sein. Genau wusste ich das aber nicht, denn wie bereits festgestellt, war er nicht besonders mitteilsam. Eine Woche später hatte der Hengst sich einigermaßen an mich gewöhnt, sodass ich es wagte, ihn das erste Mal zu reiten. Ich sattelte und trenste ihn, führte ihn dann in die Halle und gurtete nach. Erstmal longierte ich Ocean, bevor ich es schließlich wagte, ihn auch zu reiten. Bei Pferden, bei denen ich mir einfach noch unsicher war, machte ich das gerne, um zu sehen, wie sie an der Longe waren. Es klappte gut und so stieg ich ein paar Minuten später auch schon auf. Zunächst war Ocean sehr angespannt und als ich versuchte ihn anzutreiben, ging er hoch. Ich hatte mich so etwas gerechnet, sodass ich nicht aus dem Sattel geworfen wurde, aber angenehm war es nicht. Ich trieb erneut und nach einigen energischen Treibern, ging der Hengst wieder runter und machte einen gewaltigen Satz inklusive Buckler nach vorne. "Ist ja gut, mein Junge", sagte ich sanft, als er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. "Wir müssen uns wohl aneinander gewöhnen, hm?" Ich strich ihm vorsichtig über den Hals und beließ es für heute bei einigen Schrittrunden. Die nächsten Tage arbeitete ich daran, dass der Hengst mich und meine Hilfen kennen lernte. Immer wieder buckelte er los oder stieg und ein paar Mal hob es mich auch aus dem Sattel, aber ich stieg immer wieder auf und nach einiger Zeit wurde offenbar, dass er mir langsam vertraute. Das Beißen hatte er fast vollständig eingestellt, ebenso wie das Steigen. Zwischendurch setzte er nochmal mit einem Buckler ein, aber ansonsten schien er mir soweit zu vertrauen, dass ich ihn im Schritt und Trab reiten konnte. Der Galopp war noch etwas holprig, aber auch das würden wir in den Griff bekommen. Gerade hatte es mich mal wieder aus dem Sattel gehauen, als Hunter die Halle betrat. "Alles klar bei Ihnen?" Ich nickte und sagte:"Ja, wir gewöhnen uns langsam aneinander." Lächelnd klopfte ich mir den Staub von den Klamotten und stieg erneut auf. "So ists gut, mein Junge." Ich hatte festgestellt, dass es ihn beruhigte, wenn ich mit ihm redete und so tat ich das. Schließlich waren wir soweit, dass ich Schritt, Trab und Galopp mit ihm gehen konnte, ohne dass er mich absetzte. Also fragte ich Hunter, ob er mir beim Springen helfen würde. Er stimmte zu, erklärte mir aber, dass er nicht lange Zeit hatte. Das war grundsätzlich kein Problem. Wir trainierten eine Stunde. Eine Woche später war ich bereit den ersten Tag mit ihm ausreiten zu gehen. Ocean vertraute mir schon viel mehr, als am Anfang und der Ausritt gelang - bis auf einen Buckler - wirklich gut. "Gut gemacht, mein Süßer." Ich brachte ihn zurück in seine Box. Die nächsten Tage ritt ich immer mal wieder mit ihm aus und trainierte springen mit ihm. Schließlich hatte ich das Gefühl, dass wir bereit für unseren ersten Militarypacours waren. Dazu wollte ich aber Hunter dabei haben. Bloß zur Sicherheit. "Was muss ich tun, um Sie davon zu überzeugen, mit mir zum Militarytraining zu gehen?"
    "Gar nichts. Ich komme auch so mit. " Ich nickte und schweigend machten wir uns auf den Weg. Ocean war zunächst etwas nervös, aber mit der Zeit beruhigte er sich und als ich begann mit ihm zu reden, schien alles wieder in Ordnung zu sein. "Er mag es offensichtlich, wenn man mit ihm redet. Das ist mir aufgefallen." Hunter schwieg. Das war offenbar nicht so seine Stärke, aber vielleicht würde er ja bei dem Hengst eine Ausnahme machen. Schließlich waren wir da und ich sah mich erstmal ein bisschen mit Ocean um. Ich entschied, dass wir zunächst die Einsteigerstrecke gehen würden. Eineinhalb Wochen trainierte ich mit Ocean auf dieser Strecke, bevor wir den ersten A-Sprung mit einbauten. Der Hengst war konzentriert und trotz unserer Anfangsschwierigkeiten fühlte ich mich sicher mit ihm. Hunter hatte uns in den ersten Tagen begleitet, aber mittlerweile traute ich mich auch alleine mit dem Hengst, sodass er nicht mehr dabei sein musste. Ab und an sah er aber doch mal rein und fragte nach dem Trainingsstand. "Noch zwei Wochen, dann müssten wir fertig sein." Er nickte, beobachtete uns beim Training. Ich sollte Recht behalten. Zwei Wochen später war der Hengst sicher im Pacours. Die Grundlage war gelegt, auch wenn es eine schwere Geburt gewesen war. Es hatte Spaß gemacht. Ich liebte ja sowieso Herausforderungen. Trotzdem blieb ich noch einen weiteren Tag, um mit dem Hengst zu trainieren, bevor ich Hunter und ihn in den Pacours schickte. Er war ein unglaublich mutiger Reiter und Ocean vertraute ihm so sehr, dass ich ja schon fast neidisch auf die beiden war. Das nannte ich mal ein Team. "Unglaublich",sagte ich, als die beiden zurück waren. "Das war großartig. Bei Ihnen mache ich mir überhaupt keine Gedanken." Er hätte dem Hengst ebenso das beibringen können, was ich ihm mühsam beigebracht hatte, aber vielleicht gerade das der Grund, dass er sich für einen externen Trainer entschieden hatte. "Auf Wiedersehen, Ms. Thomsen."
    "Bitte, nennen Sie mich doch Samanta." Er nickte. "Hunter." Das wusste ich. Es war nicht gerade eine freundschaftliche Beziehung, die ich zu ihm pflegte, aber ich wollte es wenigstens versuchen. "Viel Erfolg mit Ocean." Ich winkte zum Abschied, bekam ein knappes Nicken, aber das war sicherlich schon mehr, als es anderen vergönnt war. Nachdem ich um die Ecke gebogen war, schaltete ich das Radio ein und sang lautstark mit. Zwei Stunden später - ich hatte eine kurze Pause eingelegt - war ich wieder zu Hause, umschwärmt von meinem Team. Wie hatte ich sie doch alle vermisst. Endlich wieder die gewohnte Lautstärke um mich herum, wobei ich ihnen nach einigen Stunden androhte, dass ich wieder fahren würde, wenn sie nicht mal die Klappe hielten. Heimat, die hatte ich hier definitiv gefunden.
    © Samanta | 8993 Zeichen
    05. Juni 2016
    Dressur L-M

    Ein hartes, aber doch ziemlich gleichmäßiges Trommeln gegen die Fensterscheiben weckte mich aus dem Schlaf, den ich gerade gehalten hatte. Als ich meinen Kopf hob, klebte noch ein Blatt Papier an meiner Wange. Mit noch immer halb geschlossenen Augen sah ich in Richtung Fenster, entledigte mich des Blatts Papier und konnte so den Auslöser für den tosenden Lärm ausmachen: Es hagelte. Mal wieder. Dennoch ein wenig verwundert stand ich auf, stellte mich vor die Glasscheibe und realisierte dann erst, dass ich noch eine Box herzurichten hatte.
    Grob sortierte ich den Papierkram auf meinem Schreibtisch wieder und hastete dann zur Tür, wo bereits meine Regenjacke und Gummistiefel standen. Eigentlich hatte ich nicht mit solch einem Wetter gerechnet, denn der Wetterdienst hatte angekündigt, dass es heute nur leicht bewölkt werden sollte – da sah man mal wieder, wie viel Vertrauen man diesen Leuten schenken durfte, bevor es unrealistisch wurde.
    Durch den Hagel kämpfte ich mich in die Richtung des Trainingsstalls. Ein wenig spürte ich es auf der Haut, wenn ein Hagelkorn mich traf (und das war nicht gerade selten der Fall), aber es war ein erträglicher Schmerz, was ich dem dicken Innenpolster meiner Jacke zu verdanken hatte.
    Ein kurzer Blick auf die große Uhr an der Stallwand sagte mir, dass ich noch knapp eine halbe Stunde Zeit hätte, bis Matthew mit dem neuen Trainingspferd im Gepäck wiederkommen würde. Die Box hätte ich schon lange herrichten sollen, aber das würde ich noch schaffen. Jetzt war ich tatsächlich ein wenig dankbar über den plötzlichen Wetterumschwung, denn so war Matthew gezwungen, etwas langsamer und vorsichtiger zu fahren, als es eh schon der Fall war, wenn er Pferde im Gepäck hatte. Diesmal war das der Reitponyhengst PFS' Heart of Ocean, Sohn von meiner Ocean Water und tatsächlich genau derselbe Hengst, den auch Ally mal bei sich stehen hatte. Ich hatte es gar nicht mitbekommen, dass sie ihn verkauft hatte, aber momentan beschränkte sich unser Austausch über unsere Pferde auch auf ein Minimum.
    Als ich gerade die Box eingestreut und die automatische Tränke überprüft hatte, war ich genau pünktlich fertig. Nur der Wagen mit Pferdeanhänger, den ich erwartete, blieb momentan noch aus. Stattdessen vibrierte plötzlich mein Handy, das ich in der Hosentasche stecken hatte und ich wusste auf Anhieb, dass es Matthew sein müsste – im Fall der Fälle hatte ich ihn extra als Priorität eingespeichert. So wurde ich von anderem, wahrscheinlich unnötigem Zeug (zum Beispiel Gruppenchats …) nicht genervt und würde seitens Matthew dennoch nichts Wichtiges verpassen.

    Matthew
    Bin in fünf Minuten da. Richte zwei Boxen mehr her.

    Mit flinken Finger tippte ich „Leg das Handy beim Autofahren weg!“ auf dem Display und drückte dann auf Senden. Würde Matthew irgendwann einmal Vater sein, würde er sich das hoffentlich abgewöhnen. Egal, wie oft ich ihm Predigten darüber hielt, wie schnell etwas passieren konnte und wie gefährlich Handys am Steuer waren, diese Angewohnheit legte der Sturkopf einfach nicht ab.

    Matthew
    Nennt sich Spracheingabe. Der Begriff sollte in deinem Wortschatz eigentlich existieren.
    Drei Minuten, Elisa.

    Von mir folgte noch ein kurzes „Glück gehabt“ als Antwort, dann steckte ich das Handy wieder weg und seufzte. Ich hatte Matthew schon oft genug gesagt, er sollte keine neuen Pferde ohne Absprache kaufen und was tat er? Kam mit zwei weiteren Pferden nach Hause zurück.

    Der große Pferdetransporter bog gerade, als ich die erste Box fertig hatte, um die Ecke und folgte der langen Einfahrt. Am Steuer konnte ich bereits Matthew erkennen, der ein wenig grimmig dreinschaute, aber ich konnte mir nicht erklären, warum er das tat.
    „Und da denkt man, zu Hause wäre besseres Wetter“, war das Erste, was seine Lippen verließ, als der schwarzhaarige Mann aus dem Wagen stieg und die Fahrertür hinter sich zuschlug. Es regnete noch immer in Strömen und es schien auch heute nicht aufhören zu wollen. Wenigstens der Hagel war weg. Dennoch stand ich draußen, völlig zitternd und bestimmt bis auf die Knochen durchnässt. Ich verdrehte nur die Augen. „Leider nicht.“
    Matthew sprach kein weiteres Wort mehr zu mir, stattdessen ging er schweigend zum großen Tor des Transporters und öffnete dies. „Was hast du denn für einen Fang gemacht, wenn du gleich zwei Pferd kaufst?“
    „Kaufen? Wer spricht vom Kaufen?“, verwundert starrte er mich an und hielt deshalb in der Bewegung inne, um sich ganz auf mich zu konzentrieren.
    „Was sollte das denn sonst mit den zwei Boxen?“ Verwirrt sah ich zurück und verschränkte dann die Arme vor der Brust. „Hast du das extra gemacht, um mir mehr Arbeit aufzuhalsen?“, fauchte ich ihn an und schenkte ihm einen bösen Blick.
    „Komm runter“, setzte er an. „Ich habe mit Mrs. Crowley, der Mutter von Hunter Crowley, mit dem du das Training von PFS' Heart of Ocean abgesprochen hast, nochmal geredet, weil sie angerufen hatte. Sie wollte relativ kurzfristig zwei weitere Pferde ins Training geben. Mit dem Flug hat zum Glück alles noch geklappt, aber eigentlich habe ich dir das auch gesagt.“
    „Oh.“ Mehr verließ meinen Mund nicht mehr, als ich Matthews Erklärung hörte. Ich konnte mich zwar nicht daran erinnern, wollte aber auch keinen Streit provozieren – den hatten wir in der Vergangenheit mehr als genug gehabt. „Wen hast du denn mitgebracht?“
    „Eine Vollblutstute, Chuckling Dancing Mess, und die Reitponystute Eismärchen. Ich weiß nicht, ob die dir was sagen.“
    „Nur das Vollblut, hab ich mal auf einem Turnier gesehen“, kommentierte ich und half dann Matthew, die drei Pferde auszuladen.
    Beim Anblick von Heart of Ocean blieb mir das Herz stehen. Hunter, mit dem ich zuvor bereits Informationen ausgetauscht hatte, hatte mir zwar erzählt, dass der Hengst inzwischen wohl ziemlich misstrauisch wäre, doch nun stand er in die hinterste Ecke der Transportbox gepresst und legte die Ohren an, als würde er mir drohen wollen. Innerlich hatte ich gehofft, er würde mich noch kennen, aber sonderlich realistisch war das nicht. Er hatte mich vielleicht ein paar Mal relativ kurz gesehen, großartig mit ihm beschäftigt hatte ich mich nie.
    Ein kleiner Seitenblick zeigte mir, dass Matthew mit Chuckling Dancing Mess ein paar Schwierigkeiten hatte. Die Vollblutstute wollte ihn nicht so recht an sich heranlassen, Matthew aber blieb ruhig und näherte sich ihr nur, wenn er sich sicher war, dass er sie so nicht weiter bedrängte. Die Skepsis, die die Stute hegte, war nicht zu übersehen, aber ich vertraute meiner rechten Hand, dass er es schaffen würde, sie in ihre neue Box zu bringen.
    Auch bei Heart of Ocean benötigte ich eine gehörige Portion Geduld und Ruhe, bis er sich schließlich von mir anfassen ließ, ohne mir mit seinen angelegten Ohren drohen zu wollen, dass ich mich lieber von ihm fernhalten sollte. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit schnupperte er, etwas neugierig geworden, an meiner Hand und nahm das Stück Karotte zwischen seine weichen Lippen, ehe er es genüsslich zerkaute.
    Und danach noch eins suchte.
    Das war der Punkt, an welchem ich mich ihm immer weiter nähern durfte, bis er sich schließlich von mir aus dem Transporter führen ließ. Matthew hatte Chuckling Dancing Mess inzwischen ebenfalls soweit, dass sie ihm folgte, und so brachten wir zuerst die beiden Kandidaten in ihre neuen, einzugsbereiten Boxen, ehe Matthew die dritte Box einstreute und ich mich währenddessen um Eismärchen kümmerte. Diese Stute war das Gegenteil der anderen beiden: Sie beschnupperte mich direkt freundlich, ließ sich von mir problemlos anfassen und streicheln und folgte mir auch direkt willig aus dem Transporter.
    Als dann auch sie im Stall stand, konnten Matthew und ich uns endlich etwas Anderem widmen: Essen! Mein Magen knurrte so laut, dass Matthew mich schon ansah, als wäre ich ein brüllender Löwe. Aber nach getaner Arbeit durfte man auch hungrig sein.

    Die erste Zeit handhabten wir mit PFS' Heart of Ocean so, wie wir es mit jedem anderen Pferd auch machten: Wir machten uns die vielfältige kanadische Landschaft zunutze und lernten uns mithilfe von Ausritten erst einmal näher kennen. Da wir zunächst einmal immer in der Halle gewesen waren, um erst einmal ein Fundament an Vertrauen aufzubauen, mit dem man arbeiten konnte, hatte es schon einige Weile gedauert, bis wir aus der Halle nach draußen kamen und ich mich wagte, mit Heart of Ocean ins Gelände zu gehen. Ich musste zugeben, dass ich anfangs tatsächlich einmal im Sand gelandet war – fremden Reitern gestaltete der Hengst das Leben eher schlecht als alles Andere. Demnach wollte ich nicht riskieren, ihn im Nationalpark zu verlieren, weil er mich absetzen wollte und es eventuell sogar schaffte.
    Hunter hatte mir schon davon erzählt, wie es dazu gekommen war, dass das Vertrauen des bunten Ponys eher einem ungesunden Misstrauen gegenüber Menschen gewichen war. Er hatte immer wieder von einem „Unglückstag“ gesprochen, der Heart of Ocean komplett gebrochen hatte. Es war wohl ein Trainer gewesen, welcher sich seinem Beruf mehr als unangemessen verhalten hatte. Dass gerade das in Kanada geschehen musste, erfreute mich auch nicht sonderlich. Einen direkten Namen hatte ich nicht bekommen, aber es gab schon den ein oder anderen, der mir direkt in den Sinn kam, weil er keinen so guten Ruf hatte. Nichtsdestotrotz wollte ich meine Meinungsbildung nicht als überstürzt bezeichnen wollen und hielt mich demnach damit zurück.
    Man merkte es dem Reitpony schon deutlich an, dass etwas hochgradig schiefgelaufen war, denn ich hatte ihn völlig anders kennengelernt. Laut Hunter jedoch verbarg sich hinter der harten Fassade, die Heart of Ocean aufgebaut hatte, noch immer ein doch sehr gutmütiger Kern, der nur darauf wartete, entdeckt zu werden. Dazu musste man allerdings erst einmal das Vertrauen des Ponys für sich gewinnen und diese Prozedur stellte sich doch als sehr schwierig heraus. Denn auch, wenn ich es geschafft hatte, dass Heart of Ocean mich auf seinem Rücken duldete, so konnte es sich nur noch um Wochen handeln, bis er sich nicht gegen jede noch so kleine Hilfe auflehnen wollte.
    Die Zeit im Gelände verbrachten wir oft mit Intervall- und Ausdauertraining. Dies sorgte nicht nur dafür, dass sich (natürlich) Heart of Oceans Ausdauer und auch die gesamte Kondition verbesserte, sondern stärkte auch das Band zwischen uns, welches sich langsam aufgebaut hatte. Das teilweise unebene Gelände im Nationalpark tat hier sein Übliches: Schon bald wurde Heart of Ocean nicht nur ausdauernder und schneller, sondern auch sehr viel stärker und unerschrockener. Auch, wenn man ihn zu Beginn nicht als schreckhaft gegenüber Unbekanntem bezeichnen konnte, so spürte ich doch, dass er innerlich etwas ruhiger wurde, je öfter ich mich mit ihm beschäftigte. Zur Abwechslung brachten wir auch immer mal wieder Boden- und Longenarbeit oder Spaziergänge mit ein; so wurde dem Hengst nicht langweilig und er gewöhnte sich langsam an den Alltag auf unserem Gestüt.

    Eine ganze Weile verging, ehe wir mit dem eigentlichen Training beginnen konnten und ich mir sicher war, dass Heart of Ocean auch wirklich bereit dafür war und mich annahm. Ich sollte den bald sechsjährigen Hengst in der Dressur auf M-Niveau trainieren.
    Anfangen tat ich mit dem Abfragen der Lektionen und Gangarten, die bis zu diesem Zeitpunkt verlangt worden waren, doch ich schien hier ein besonders gelehriges Exemplar unter mir zu haben, denn fast alles wurde von Heart of Ocean fehlerfrei durchgeführt. Es haperte hie und da mal an dem Verständnis zwischen Pferd und Reiter, doch angesichts der Tatsache, dass ihm auch die „Standardhilfen“ ab und zu noch ein wenig was ausmachten, klappte es doch schon sehr gut und seine Kenntnisse schienen mir eine durchaus stabile Grundlage zu sein.
    Normalerweise nahm ich mir immer zunächst einmal die Hufschlagfiguren vor, um den Einstieg in die nächsthöhere Klasse so leicht wie möglich zu gestalten. Das Problem an der Sache war nun aber, dass hier keine neuen Hufschlagfiguren dazukamen, weshalb wir also direkt mit dem Erlernen der Gangarten anfingen.
    Auf dem Trainingsplan standen hierbei der versammelte Schritt, der starke Trab und auch der starke Galopp. Was ebenfalls eine Neuheit war, war das Einreiten im versammelten Galopp – diesen allerdings hatte Heart of Ocean lang drin, weshalb ich mir sicher war, dass hier keine sonderliche Übung gefragt war, auch wenn wir es dennoch hin und wieder einbrachten, um ihn daran zu gewöhnen.
    Der normale Ablauf einer Trainingseinheit gestaltete sich momentan jedoch so, dass ich die Lektionen und Gangarten der niedrigeren Niveaus immer mal wieder abfragte, aber stets Neues einbrachte. So erlernte Heart of Ocean spielerisch, wie er den Schritt versammelte. Wir wandten hier bei A ab und ritten auf die Mittellinie, um dort in einen etwas langsameren Schritt überzugehen. Dabei ging ich mit dem Sitz ein wenig ins Hohlkreuz, um die Bewegung zu blockieren, meine Beine blieben strikt von Heart of Ocean weg, da er sich selbst ausbalancieren sollte. Meine Hände hielt ich so still wie möglich, um nicht an den Zügeln zu ziehen – Heart of Ocean musste sich so gesehen selbst tragen. Indem ich abwechselnd auf die Zügel „drückte“, je nachdem, welche Schulter zurückging, beeinflusste ich die Hinterbeine beim Vortreten. Heart of Ocean sollte mit den Hinterbeinen nämlich nicht über die Spuren der Vorderhufe fußen und sich somit weiter aufrichten. Dies sorgte dafür, dass seine Schritte an Ausdruck gewannen und erhabener aussahen. Auch, wenn ich anfangs die Verwirrung bei dem Hengst nahezu spüren konnte, so klappte es doch besser, je öfter wir dies übten. Und irgendwann streckte Matthew bei Daumen in die Höhe, als er einmal beim Training vorbei sah und mich kontrollierte. Es war eben doch von Vorteil, wenn der Großteil der Leute auf dem Gestüt Ausbilder waren.
    Daraufhin folgte noch die Verstärkung im Trab und Galopp: Hierbei sollte PFS' Heart of Ocean nicht eiliger werden, sondern raumgreifendere Tritte beziehungsweise Galoppsprünge erreichen. Das Pony trat vermehrt über uns so erfolgte eine Rahmenerweiterung, ohne, dass es versuchte, in der Bewegung schneller zu werden. Dies übten wir ebenfalls so lange, bis die Verstärkung im Trab und im Galopp ordentlich und sauber ausgeführt wurden.
    Selbst, als ich mit den Gangarten mehr als zufrieden war, brachten wir diese immer wieder ins fast tägliche Training mit ein und auch, wenn wir im Gelände unterwegs waren, kam der Reitponyhengst nicht drum herum, denn ich nervte ihn immer wieder damit, sodass sie am Ende auch wirklich perfekt saßen und ich Hunter ein gut ausgebildetes Pferd nach Hause schicken konnte.
    Dennoch widmeten wir uns dann größtenteils den Lektionen, obwohl ich auch diese immer nur spielerisch und zur Abwechslung ins Training einfließen ließ, statt sie zwanzig Minuten am Stück zu üben. So sorgte ich dafür, dass Heart of Ocean nicht am Ende total gelangweilt und zu leicht abzulenken wäre, sondern arbeitete eben genau dagegen an.
    Für die M-Dressur würden wir uns mit den Seitengängen, also Travers, Renvers und Traversalen, beschäftigen müssen. Dazu kamen noch die fliegenden Galoppwechsel und Schrittpirouetten.
    Da der Schecke das Schulterherein bereits beherrschte (Matthew hatte es sich nicht nehmen lassen, mir einmal vorzuschreiben, ich solle es jetzt schon ins Training einbringen), fuhren wir direkt mit dem Travers fort. Hierbei sollte Heart of Oceans Hinterhand noch elastischer werden und seine Versammlung und Durchlässigkeit weiter gefördert. Diese Lektion, die auch „Kruppe herein“ genannt wurde, blieb die Vorhand stets auf dem Hufschlag, während ich die Hinterhand des Hengstes in das Bahninnere zu führen versuchte. Die Betonung lag hier auf „versuchte“, denn zu Beginn sträubte er sich noch ziemlich und lehnte sich gegen die Hilfen, die ich ihm gab, auf. Mit genug Ruhe und Geduld schaffte ich es irgendwann doch noch, dass Heart of Ocean genau das tat, was ich hier von ihm verlangte: die Stellung und Biegung in die Bewegungsrichtung.
    Der Gegenspieler zum Travers war das Renvers, was auch als „Kruppe zur Wand“ oder „Kruppe heraus“ bezeichnet wurde. Die Bewegung war die gleiche wie beim Travers, allerdings spiegelverkehrt: Während die Hinterhand auf dem Hufschlag blieb, wurde die Vorhand in die Bahn geführt. Beide Übungen dienten zur Vorbereitung auf die Traversale, also der Vorwärts-Seitwärts-Bewegung im Trab oder Galopp entlang einer diagonalen Linie in der Bahn, wobei der Körper aber immer parallel zu den langen Seiten ausgerichtet war. Heart of Ocean sollte sich also diagonal durch die Bahn bewegen, ohne sich diagonal zu stellen. Der Einstieg war hier etwas holprig, aber durch die präzise Vorarbeit stellte es nach einer Weile keine Schwierigkeit mehr dar.
    Zu guter Letzt standen uns noch die fliegenden Galoppwechsel und die Schrittpirouetten bevor, welche jedoch beide keine nennenswerten Schwierigkeiten machten. Bei den fliegenden Galoppwechseln achtete ich darauf, anfangs immer von der schlechten Seite zur guten zu wechseln – dies gestaltete die Übung für Heart of Ocean um einiges einfacher. Da die Übung keine leichte war, sondern ziemlich anstrengend für das Pony, legten wir immer wieder Verschnaufpausen ein, die dem bunten Hengst auch sichtlich gut taten.
    Die Schrittpirouette, was grob genommen nur die Bewegung der Vorhand in einem ziemlich engen Kreis um die Hinterhand beschrieb, hatten wir alsbald erarbeitet. Dass dies so schnell ging, hatte ich selbst auch nicht erwartet. Dennoch hatte das Deutsche Reitpony mir so bewiesen, dass sein alter Charakter nicht vollkommen verloren war. Stattdessen zeigte er sich höchst konzentriert, aufmerksam und gelehrig, aber auch lernwillig und, hatten wir uns erst einmal miteinander befreundet, auch ziemlich gehorsam. Obwohl Heart of Ocean auch zum Ende unseres Trainings hin immer mal wieder kleinere Aussetzer hatte, so war ich doch im Großen und Ganzen ziemlich stolz auf unseren Fortschritt in der letzten Zeit, denn inzwischen konnte ich ihn mit gutem Gewissen als M-fertig bezeichnen.

    Die letzte Etappe des Trainings war also nun nur noch das Warten darauf, dass Matthew mit der Vollblutstute fertig wurde und ihr Training beendete, während ich mich um Eismärchen kümmerte. Wir waren beide zu dem Entschluss gekommen, dass ich ihm das Training von Dancing Chuckling Mess in die Hände legen würde, weil ich mit Heart of Ocean mehr als genug Beschäftigung hatte. Dennoch hatte ich parallel noch Eismärchen trainiert, die aber schon sehr viel früher mit dem Training fertig geworden war als Heart of Ocean, der eben eine Extraportion Zeit gebraucht hatte. Aber das konnte und wollte ihm hier keiner übelnehmen, denn so liebenswürdig, wie der Hengst sich gezeigt hatte, nachdem man sich mit ihm beschäftigt und er bemerkte hatte, dass man ihm nichts Böses wollte, war er so ziemlich jedem hier ans Herz gewachsen. Aber bei Pferden und Ponys, die so lange bei uns verweilten, blieb das häufig nicht aus.
    Dennoch war ich überglücklich, als ich Hunter Crowley, den Besitzer des Reitponys, anrufen und ihm die Nachricht mitteilen konnte. Bereits bei unserem ersten Telefonat hatte ich Hunter als sehr schweigsam erleben dürfen, weshalb ich es ihm auch heute nicht verübeln konnte, dass er seinen Emotionen nicht vollen Ausdruck verlieh, sondern relativ gelassen auf die Botschaft reagierte. Allein das Wissen, dass er innerlich ziemlich stolz auf seinen Hengst war (zumindest war es das, was ich inständig hoffte), machte das doch sehr kurze Telefonat zu einem vollen Erfolg.
    Aus gutem Grund hatte ich ihm nicht per Mail Bericht erstatten wollen, sondern per Telefon. Auch, wenn er immer mal wieder Updates per Nachricht erhalten hatte, so wollte ich ihm diese eine Nachricht nicht einfach per geschriebener Nachricht überreichen.
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    21. August 2016
    Fahren E - A

    Heute führte mich mein Weg das erste Mal auf das Bear Brook EC. Natürlich hatte ich davon schon gehört, aber selbst dorthin zu fahren war etwas ganz anderes und ich freute mich schon riesig darauf, dass Gestüt und meinen diesmaligen Trainingspartner kennenlernen zu dürfen.
    Hunter hatte mir bereits am Telefon das nötigste erklärt, damit ich mich auf ihn hatte einrichten können was bei ihm wirklich nötig gewesen war. Ihm, damit meinte ich einen hübsch gepunkteten Reitponyhengst namens Heart of Ocean. Natürlich hatte mir Hunter von seinem etwas schwierigen Charakter erzählt, aber ich freute mich darauf, ihn persönlich kennenlernen zu dürfen.
    Auf dem Bear Brook EC wurde ich bereits erwartet und das von niemandem anderen als Hunter Crowley, welchen ich nun das erste Mal persönlich kennenlernen durfte. Nach einer ausführlichen Begrüßung führte er mich zu Ocean, welcher bereits in seiner Box stand und erklärte mir dann nochmal von Mann zu Mann, was ich vor allem bei ihm beachten musste und zeigte mir dann all seine Ausrüstung und, das wichtigste, den kleinen Einspanner, welchen ich für das Fahrtraining mit dem kleinen Ocean brauchte.
    Als ich keine Fragen mehr hatte, widmete ich mich ganz dem Training des kleinen Hengstes.
    Vorhin war er noch ganz gelassen gewesen, doch jetzt, da Hunter den Stall verlassen hatte, zuckten seine Ohren unruhig von einer Seite zur anderen und er schnaubte nervös, als ich vorsichtig den Riegel seiner Tür zur Seite schob. Natürlich hatte mir Hunter erzählt, dass er fremden Gegenüber sehr ängstlich und scheu war und genau darauf freute ich mich dies Mal. Ich ließ mir viel Zeit, betrat auch die ersten Minuten nicht seine Box, sondern ließ ihm die Möglichkeit, sich an meine Anwesenheit zu gewöhnen. Ein kleines Möhrenstückchen bekam er als Belohnung, als er nach einiger Zeit nicht mehr die Ohren anlegte. Mit einer Bürste bewaffnet ging ich zu ihm hin und ich war froh, als er mich zwar noch misstrauisch beobachtete, allerdings nicht mehr aggressiv wirkte. Gründlich putzte ich ihn, war jedoch stets vorsichtig, ihn nicht an Stellen zu berühren, die er nicht mochte. Erleichtert verließ ich die Box. Na wenn das jetzt geklappt hatte, dann würde das Training doch ein Klacks sein! Ich nahm Oceans Halfter von der Boxentür und halfterte ihn vorsichtig auf.
    Der Spaziergang war der nächste Schritt, bei dem Versuch, mit Ocean eine Freundschaft aufzubauen. Ich hatte schon immer die Ländereien rund um das Bear Brook EC kennenlernen wollen und da war ein Spaziergang perfekt dafür geeignet!
    Wie ich es gehofft hatte, schien auch Ocean Spaziergänge zu mögen und je länger ich mit ihm unterwegs war, ihm die lateinischen Namen aller Bäume und Blumen nannte an denen wir vorbeikamen, desto ruhiger und ausgeglichener wurde der Hengst, sodass ich mit ihm am Ende sogar ein kleines Stückchen trabte.
    So langsam war ich mir sicher, dass Ocean das Fahrtraining gut tun würde, was die nächsten Tage anstand.
    *
    Bereits am frühen Morgen des nächsten Tages stand ich bereits wieder vor Oceans Box. Die Nacht hatte er auf der Weide verbringen dürfen, denn den Tag würde ich mit ihm fleißig üben.
    Für heute stand nur ein kleines Doppellongentraining in der Halle, sowie am Abend ein kleiner gemütlicher Ausritt an, um unsere Beziehung weiterhin zu festigen.
    Da Ocean kaum Erfahrungen vor der Kutsche gemacht hatte, verbrachte ich den Vormittag damit, ihn in das Geheimnis der Doppellonge einzuweihen und ich war erstaunt, wie präzise er meine Befehle ausführte und vor allem jetzt schon viele Stimmkommandos beherrschte, was das Training mit ihm zu einem richtigen Spaß werden ließ.
    Manchmal machte ich zu schnell eine ungewohnte Bewegung für Ocean, sodass er sich das ein oder andere Mal erschrocken umdrehte und ich wieder einige Minuten brauchte, um das Vertrauen zu ihm wieder aufzubauen.
    Am späten Nachmittag, als ich ihn für den Ausritt sattelte, begrüßte er mich nicht mehr mit angelegten Ohren, ein großer Fortschritt wie ich fand. Auch der Ausritt wurde zu einem puren Erfolg, von einigen wenigen Buckelattacken, schienen wir beide die frische Luft und den Wind in unseren Gesichtern zu genießen.
    Morgen, wenn ich ihn vor die Kutsche spannen würde, würden wir sehen, ob das Training der letzten beiden Tage dafür reichte.
    *
    Beim Fahren war es vor allem für die Pferde immer ein komplett anderes Gefühl, als beim Reiten. Nicht nur, dass der Reiter plötzlich weit hinter einem saß und von dort Befehle erteilte, auch dass das Gewicht vom Rücken plötzlich nach hinten gewandert war. Die ersten Schritte waren somit sehr ungewohnt, vor allem dann, wenn die Pferde lange nicht mehr kutschiert wurden waren.
    Ich war gespannt, wie sich Ocean machen würde, ging aber mit guten Vorahnungen ans Werk. Bereits gestern hatte ich den Einspänner von Hunter nochmal gründlich gereinigt und ältere Stellen wieder mit etwas Öl zum Fahren gebracht. Heute wurde auch Oceans Geduld auf die Folter gespannt, denn ich musste das Geschirr an seinen Körper anpassen und das musste möglichst genau passieren, denn ich wollte wunde Stellen um jeden Preis vermeiden. Die ersten Minuten ließ er alles über sich ergehen, aber je länger er angebunden stehen musste, desto nervöser wurde er und ich befürchtete schon, dass ich das mit ihm nie hinkriegen würde, allerdings schien ich Glück zu haben, denn kurz bevor Ocean durchdrehte, befestigte ich den letzten Hacken am Fahrgeschirr. Ich hoffte das alles passte, als ich ihn zu der Kutsche führte und mit etwas hin und her ihn auch an dieser angeschnallt bekam. Es konnte also losgehen, meine erste Kutschfahrt mit ihm.
    Heute wollte ich nur eine kleine Runde zur Eingewöhnung drehen. Ein paar Kilometer durch ungefährliches Gelände, damit er sich an das Gefühl der Kutsche gewöhnen konnte. Natürlich gefiel es ihm nicht, dieses riesen Gefährt hinter sich herzuziehen, aber ich merkte, dass ich sein Interesse geweckt hatte und bestimmt war auch er etwas gespannt, was das werden würde. Die ersten Meter verliefen deswegen sehr holprig und Ocean spielte ein bisschen sturer Ochse bevor er wirklich laufen wollte.
    Er kannte die Kutsche bestimmt schon, denn eingefahren war er ja bereits, allerdings schien er viel vergessen zu haben und ich hoffte, dass das alles heute wieder zurückkam
    Die Runde die wir drehten war nicht groß. Ein Stückchen durch den Wald, dann am Feldrand entlang und dann die holprige Straße zurück zum Gestüt. Außer einem kleinen Stückchen im Trab zwischendrin, blieben wir im Schritt und ich übte mit ihm heute vor allem die verschiedenen Kommandos, welche im Straßenverkehr später noch mehr Wichtigkeit erlangten.
    Ich merkte, dass es ihn wieder Richtung Zuhause zog und ich konnte mir gut vorstellen, dass das heute bestimmt viel Neues für ihn gewesen war, weswegen ich seinem Drang nachgab und die Kutsche wieder Richtung Heimat lenkte.
    *
    Am nächsten Tag hatte ich nicht vor, wieder eine Ausfahrt zu machen sondern verlegte das Training auf den Platz, auf welchem ich gestern den ganzen Nachmittag zusammen mit Hunter einen kleinen Parcours aufgebaut hatte, mit welchem ich Oceans Genauigkeit und Exaktheit verbessern wollte. Bei den Hindernissen war es vor allem wichtig, dass er genau auf meine Kommandos hörte.
    Wie auch gestern schon brauchte ich etwas länger um ihn anzuschirren. Für ihn war das Gefühl noch unangenehm, weswegen ich extra alles langsam und vorsichtig machte. Die Kutsche wartete bereits auf dem Platz auf uns, weswegen ich Ocean ohne Kutsche zum Platz dirigieren musste und ihn dort erst anschirrte. Die ersten Meter waren wieder sehr holprig und ungenau, sodass ich erstmal außen um die verschiedenen Hindernisse vorbeiging, um ihn langsam wieder einzufahren.
    Danach lenkte ich ihn in Schlangenlinien an den verschiedenen Hindernissen entlang, hielt bei jedem an und ließ ihm Zeit, diese kennenzulernen. Ich hatte versucht meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und so war der Platz nun mit Flatterbändern, Heuballen und Holzbrettern zugestellt und ich wusste jetzt schon, womit ich meinen Nachmittag verbringen würde.
    Als ich Ocean langsam auf das erste Hindernis zusteuerte (kleinen Kegeln, um welche ich ihn im Slalom kutschieren sollte), wurde Ocean zunehmend nervöser. Ihn schien die Situation noch etwas zu überfordern, denn jetzt war wirklich Genauigkeit gefordert. Trotzdem ließ er sich dazu überreden, es zu versuchen und tatsächlich, außer ein paar umgefallenen Kegeln schafften wir den Parcours, jedenfalls fast. Nachdem ich die Kegel wieder aufgerichtet und mich wieder auf dem Bock niedergelassen hatte, versuchte ich es einfach nochmal und siehe da, ein Umgefallener und bei diesem war ich mir sicher, dass es der Wind gewesen war und nicht das Rad der Kutsche.
    Auch die Flatterbänder machten Ocean zu schaffen, aber mit viel Geduld meinerseits, ging er auch an diesen vorbei. Dann ging es weiter über eine große Plane, welche gefährlich knisterte und zwischen zwei Trabstangen entlang, wo wirklich Genauigkeit gefordert war.
    In einer Ecke hatte ich ein kleines Radio aufgestellt, aus welchem (ich lobte mich selber für meinen kreativen Einfall) in unregelmäßigen Abständen Motorengeräusche von den verschiedensten Fahrzeugen kam. Die CD hatte mir schon oft gute Dienste geleistet und auch jetzt merkte ich wieder, wie wichtig es war, die Pferden auf den Straßenlärm vorzubereiten. Immer wenn sich wieder ein Auto näherte, zuckte Ocean zusammen und blieb wie angewurzelt stehen. Erst als die Geräusche für ihn langsam weniger gefährlich wurden, schaffte ich es, dass er weiterging.
    Den Tag beendete ich damit, dass ich alle Hindernisse nochmal abfuhr und mich versicherte, dass ihm keines mehr zu schaffen machte.
    *
    Das finale Training am nächsten Tag würde daraus bestehen, dass ich Ocean mit hinaus in den gefährlichen Straßenverkehr nehmen würde und dann auch mit ihm längere Strecken traben wollte. Wie immer startete ich bereits früh am morgen, wenn die Insekten noch nicht wach waren und die Sonne nicht auf uns herab prallte. Ich schnallte Ocean diesmal wieder direkt vor der Kutsche an und startete dann auch sogleich. Die Strecke würde heute lang und anstrengend werden und ich war gespannt, wie Ocean diese meistern würde.
    Den ersten Teil kannte der Hengst schon und erst als wir an einer Kreuzung den linken anstatt den rechten Weg nahmen, wurde er unsicherer. Selbstsicher lenkte ich ihn jedoch weiter und ließ ihn auch schon ein Stück auf ebenem Weg traben. Erst als wir eine größere Landstraße erreichten, parierte ich ihn wieder durch und lenkte ihn im gemütlichen Schritt auf diese zu. Der Straße folgten wir ein Stückchen und ich konnte es kaum fassen, dass wir so viel Glück mit dem Verkehr hatten. Kaum ein Auto begegnete uns und bei den wenigen blieb der Hengst entspannt, auch wenn ich merkte, dass er aufgeregt war.
    Erleichtert atmete ich durch, als wir die große Straße verließen und einen Feldweg entlang fuhren. Doch so als würde es irgendwer nicht gut mit uns meinen wollen, hörte ich kurz darauf das bekannte Geräusch eines Traktors, welcher sich uns von hinten näherte. Ich seufzte etwas, war aber auch froh darüber, dass Ocean diese Erfahrung jetzt zusammen mit mir machte.
    Entschlossen lenkte ich Ocean im Schritt weiter, auch wenn er, je näher das Gefährt kam, immer unruhiger wurde und fast dabei war, nach hinten auszutreten. So schnell wie der Traktor dann bei uns war, genauso schnell hatte er uns überholt und Ocean schien erstaunt, dass es so schnell gegangen war. Ich stoß ein Wort der Erleichterung aus und entspannte mich merklich auf dem Bock.
    Auf dem Rest der Strecke passierte nichts Ungewöhnliches mehr. Ein paar kleine Trabstrecken gab es noch und schon tauchte das Bear Brook EC wieder vor meinen Augen auf. Wir hatten es also geschafft! Ich konnte es selbst noch nicht fassen. Auch Hunter schien erstaunt und erleichtert zugleich, als ich ihm seinen Hengst zurückbrachte und schien wahrscheinlich zu erkennen, dass Ocean während der letzten Tage wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht hatte.
    Ausführlich bedankte er sich bei mir, bevor ich mich von ihm und natürlich von Ocean verabschiedete, welchen ich jetzt schon vermisste. Dann stieg ich in mein Auto, winkte den beiden nochmal und machte mich auf dem Weg zu meinem nächsten Kunden.
    Ocean hatte das Fahrtraining erfolgreich bestanden und lief von nun an erfolgreich auf der Stufe A.
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    Trainingsbericht Military A-L
    31. Oktober 2016

    Vorbereitungen
    Gähnend stieg ich aus meinem Wagen, warf die Tür hinter mir zu und streckte mich erst einmal ausgiebig. Soeben war ich auf dem Hof von Hunter Crowley angekommen, wo ein neues Trainingspferd auf mich wartete. Da ich mich hier mittlerweile ja schon ein wenig auskannte, lief ich gleich hinüber zu den Stallungen. Mein Auftrag würde diesmal wohl ein wenig schwieriger werden, als sonst. Ich sollte mich um einen jungen Reitponyhengst namens PFS' Heart of Ocean kümmern und ihn im Military auf Klasse A trainieren. Allerdings hatte Hunter mir erzählt, dass Ocean falsch trainiert worden war und seitdem ein gehöriges Misstrauen gegenüber fremden Personen hegte. Dies brachte er unter anderem mit Steigen, buckeln und beißen zum Ausdruck. Ich war schon sehr gespannt darauf das Pony kennen zu lernen und hatte auf meinem Gestüt alles soweit geregelt, dass ich eine längere Zeit hier bleiben konnte. Ich Stall traf ich auf Hunter, welcher mich gleich zu dem Reitpony führte. Ocean kam zunächst an die Boxentür, um Hunter zu begrüßen, doch als ich vorsichtig einen Schritt nach vorn machte, legte der Hengst sofort die Ohren an und verzog sich rückwärts in die hinterste Ecke seiner Box. Ich sah Hunter an und meinte: "Vielleicht lässt du mich mal eine halbe Stunde mit ihm alleine. Danach würde ich dann mal meine Sachen auf mein Zimmer bringen, wenn das okay wäre?" Hunter stimmte zu und ging die Stallgasse hinunter. Er hatte sicherlich selbst noch mehr als genug zu tun. Ich schloss die Ocean's Boxentür wieder und stellte mich stattdessen direkt davor. Da Ocean so deutlich reagiert hatte, als er mich sah, hielt ich es für keine gute Idee jetzt seine Box zu betreten. Damit würde er sich vielleicht in die Enge getrieben fühlen, wohingegen das Gitter zwischen uns ihm hoffentlich ein wenig Sicherheit gab. Ich blickte in die Richtung des Hengstes, schaute jedoch auf den Boden vor Ocean's Vorderhufen. Dann begann ich ganz leise eine ruhige Melodie zu summen. Ocean rührte sich angangs keinen Millimeter. Irgendwann senkte er seinen Kopf ein klein wenig. Er wendete zwar den Blick noch nicht von mir ab, aber dennoch war dies schon ein Anfang. Damit ließ ich es für heute auch gut sein. Mir steckte die lange Autofahrt noch ein wenig in den Knochen und ich freute mich auf eine Kleinigkeit zu essen und mein Bett.
    Am nächsten Morgen war ich schon vor den Stallburschen auf den Beinen, da ich die morgendliche Stille nutzen wollte, um Ocean's Vertrauen zu gewinnen. Ein paar Pferde streckten mir ihre Köpfe entgegen, als ich die Stallgasse entlanglief, doch ich ging sofort zu dem Ponyhengst. Wieder stellte ich mich zuerst vor seine Box und summte dieselbe Melodie wie auch gestern schon. Diesmal gab Ocean seine "Hab-acht-Stellung" schon wesentlich früher auf, sodass ich mich bald darauf zu ihm in die Box setzte. Dabei ließ ich die Tür einen Spalt offen und setzte mich direkt davor - ich konnte ja schließlich nicht wissen, wie aggressiv der Hengst reagieren würde. Er trat sofort wieder den Rückzug an und drohte mit angelegten Ohren in meine Richtung, ging aber nicht auf mich zu. Das war schon einmal gut. Dennoch konnte ich nur den Kopf darüber schütteln, was dieser Trainer damals angestellt haben musste, um so ein Misstrauen in dem Hengst zu wecken. Bis ich mich das erste Mal auf Ocean's Rücken schwingen konnte, würde mit Sicherheit noch einige Zeit vergehen, doch momentan war es einfach am Wichtigsten, das Vertrauen des Hengstes zu gewinnen. Ich saß eine ganze Stunde in Ocean's Box, bevor die ersten Leute in den Stall kamen. Der Hengst hatte sich kaum bewegt, meine Anwesenheit bereitete ihm sichtlich Unbehagen. Als Hunter vorbeilief, hielt ich ihn auf und sagte: "Könntest du mir Ocean nach der Morgenfütterung bitte in die Reithalle bringen? Die Box ist einfach zu klein, da fühlt er sich mit mir nicht wohl. Vielleicht würde ihm mehr Bewegungsfreiheit helfen." "Das ist eine gute Idee, ich bring ihn dir raus, sobald er gefressen hat.", antwortete Hunter nach kurzem Überlegen. Wahrscheinlich hätte ich es auch selbst geschafft, den Hengst in die Halle zu führen, doch ich hatte Angst, damit zu schnell voran zu preschen und ihn so noch mehr zu überfordern. Während die Stallburschen sich um die Morgenfütterung kümmerten, ging ich zurück ins Haus und packte meine Reisetasche aus. Dazu war ich gestern einfach nicht mehr gekommen. Außerdem richtete ich auch alles für die nächsten Trainingstage her. Wie immer bei Pferden mit Vertrauensproblemen, fanden ein Buch, eine Thermoskanne Tee, ein Bund Möhren und mein langes Bodenarbeitsseil den Weg in meinen Rucksack. So ausgestattet machte ich mich schließlich wieder auf den Weg zu den Stallungen. Hunter wartete bereits vor Ocean's Box und führte den Hengst vor mir her in die Reithalle. Dort löste er den Strick und ließ Heart of Ocean laufen. Der hübsche Ponyhengst trabte mit schwebenden Tritten los. Hunter drehte sich zu mir und meinte: "Wenn du Hilfe brauchst, sag einfach Bescheid. Ich werde die nächsten Stunden wohl im Büro verbringen müssen. Aber ich helfe dir natürlich gerne." Ich bedankte mich und sah Ocean erst einmal ein paar Minuten zu, bevor ich durch die Bandentür in die Bahn schlüpfte. Sofort legte der Hengst eine Vollbremsung hin, sein Kopf flog in die Höhe und er legte die Ohren wieder flach an den Kopf. Ich beachtete seine Reaktion diesmal überhaupt nicht, sondern ging in die Mitte der Halle und ließ mich im Sand nieder. Auf einen Stuhl hatte ich dieses Mal ganz bewusst verzichtet, weil ich nicht wusste, ob er Ocean nicht noch mehr Angst machen würde. Nun klappte ich mein Buch auf und begann zu lesen. Dabei summte ich wieder die Melodie vor mich hin. Zwischendurch biss ich ein Stück von einer Möhre ab oder nahm einen Schluck Tee, aber ich vermied es immer, in Ocean's Richtung zu blicken. Dennoch nahm ich die Bewegungen wahr, die der Hengst machte. Die ersten Minuten stand er wirklich stock steif da, irgendwann begann er unruhig, von einem auf das andere Bein zu treten und schließlich senkte er den Kopf und lief ein paar Schritte an der kurzen Seite der Halle entlang. Ich beobachtete ihn aus den Augenwinkeln. Es dauerte gar nicht lang, dann schien dem Hengst ein wenig langweilig zu werden. Äußerst langsam lief er im Schritt die lange Seite entlang. Da ich ja in der Mitte der Halle saß, war er mir beim Punkt B am nächsten. Er trabte kurz an, flüchtete sich zur anderen kurzen Seite und blieb dort wieder stehen. Ich drehte mich nicht mit, auch wenn dies bedeutete, dass ich ihn nun nicht mehr sehen konnte. Stattdessen biss ich wieder genüsslich von einer Möhre ab und kaute sie geräuschvoll. Die Geräusche hinter mir verrieten mir, dass Ocean einen Satz gemacht haben musste, doch auch jetzt beachtete ich ihn nicht. Im Endeffekt hatte ich keine Ahnung, wie lange ich so am Boden saß. Meine Position wechselte ich nur, wenn mir die Beine einschliefen, ansonsten bewegte ich mich so wenig wie möglich. Irgendwann hörte ich, dass Ocean sich auf mich zubewegte. Er blieb alle paar Tritte stehen und ich unternahm auch keine Versuche, ihn zu mir zu locken. Er sollte einfach nur sehen, dass ich ihm nichts Böses wollte. Als ich das Gefühl hatte, dass Ocean nun recht nah bei mir stand, streckte ich in Zeitlupe eine Hand nach hinten aus, auf der ich ein Stückchen Möhre hielt. Mit zusammengebissenen Zähnen wartete ich ab. Es war wirklich verdammt anstrengend, sich so zu verdrehen, doch solange Ocean und ich dadurch voran kamen, war mir so ziemlich alles recht. Tatsächlich vergingen nur ein paar Minuten, bevor der Hengst die Leckerei vorsichtig von meinen Fingern nahm. Ich zog die Hand zurück und verharrte noch eine Weile so. Ich war mir vollkommen bewusst, wie nah mir das Pony war und irgendwann spürte ich seine vorsichtig tastende Samtnase in meinem Rücken. Ich traute mich kaum zu Atmen, solche Angst hatte ich diesen Moment zu zerstören. Es war der erste rießengroße Schritt auf dem Weg zum Erfolg und ich wusste genau, wie wichtig dieser Augenblick für uns beide war. Als Ocean sich wieder ein wenig entfernt hatte, krabbelte ich auf dem Boden herum, sodass ich nun in seine Richtung blickte. Aufstehen wollte ich noch immer nicht - vom Boden aus wirkte ich ganz einfach weniger bedrohlich. Ocean's Kopf flog sofort wieder nach oben, aber seine Ohren blieben dieses Mal vorne, was mich schon rießig freute. Ich hielt ihm wieder ein Stück Möhre hin und konzentrierte mich dabei auf den Boden zu meinen Füßen. Es dauerte nun wesentlich länger als beim ersten Mal, doch Ocean kam wieder zu mir und glaubte die Möhre vorsichtig von meiner Hand. Als er anschließend vor mir stehen blieb, begann ich wieder die Melodie zu summen. Ocean senkte den Kopf und schaute mich nun mit mehr Neugierde als Angst an. In diesem Moment erklang ein leises Räuspern von der Bande her. Als ich den Kopf drehte, sah ich Hunter dort stehen. "Ich dachte ich sehe mal nach euch, ihr scheint ja große Fortschritte zu machen.", sagte er instinktiv leise. Ich erwiderte ebenso ruhig: "Ja, das tun wir. Würdest du ihn bitte wieder zurück bringen? Er hat seine Sache heute toll gemacht, da möchte ich ihm jetzt nicht mehr mit etwas Neuem kommen." Hunter nickte zustimmend, fing den Hengst ein und führte ihn aus der Halle. Erst als das Pony außer Sichtweite war stand ich auf, streckte meine verspannten Gliedmaßen und klopfte mir den Sand von der Hose. Meine Arbeit für heute war getan, jetzt hatte ich mir eine schöne heiße Dusche verdient....

    ~*~

    Am nächsten Tag brachte Hunter Heart of Ocean erneut für mich in die Halle. Ich begann wieder in meiner altbewährten Sitzposition und freute mich sehr, als der Hengst diesmal schon nach kurzer Zeit zu mir kam. Ich richtete mich nun ganz behutsam auf. Sofort flackerte die Angst wieder in Ocean's Augen auf und er rannte beinahe rückwärts. Ich blieb still wie eine Statue stehen und stimmte erneut die Melodie an, die Ocean bereits kannte. Erst als er sich ein wenig entspannte, bot ich ihm ein Stückchen Apfel an. Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht jeden Tag das gleiche essen wollte, störte den Ponyhengst ein wenig Abwechslung sicherlich auch nicht. Es dauerte wieder eine ganze Weile, bis Ocean zu mir kam, doch er kannte mein Verhalten nun bereits und so schien es ihn nicht ganz so sehr zu ängstigen, dass ich nun aufrecht stand. Als er genüsslich den Apfelschnitz kaute, hob ich langsam die Hand und legte sie auf den schlanken Hals des Hengstes. Ein Zittern durchlief Ocean, aber er blieb stehen. Ich lobte ihn mit leiser Stimme und bewegte die Finger in sanften Kreisen. Als Ocean den Kopf etwas senkte, trat ich an seine Seite und massierte ihn an der Wirbelsäule entlang. Währenddessen sprach ich mit ruhiger Stimme auf ihn ein. Ich erzählte ihm von meiner Fahrt hier her und anschließend von meinem eigenen Gestüt und den vielen wunderbaren Pferden, die dort lebten. Als ich mich einmal um Ocean herumgearbeitet hatte, stand der Hengst mit halb geschlossenen Augen da und hatte das rechte Hinterbein angewinkelt. Ich lächelte stolz und bot ihm erneut ein Stückchen Apfel an. Der wichtigste Schritt war nun getan, ab jetzt konnten wir langsam mit dem Training beginnen. Ich fing sofort damit an, dass ich den Führstrick in Ocean's Halfter einhakte und ihn in der Halle umherführte. Dies schien den Hengst nicht aufzuregen, sodass ich ihn kurz darauf schon wieder in die Box brachte. Morgen würden wir weiter sehen.

    Dressur
    "Morgen Hunter!", sagte ich fröhlich, als ich an diesem wunderschönen Herbsttag die Stallungen betrat. Ocean hatte in den letzten Tagen unheimlich große Fortschritte gemacht, sodass es nun an der Zeit war, ihn zum ersten Mal zu reiten. Ich war mit dem Pony jeden Tag mindestens eine Stunde spazieren gelaufen - anfangs nur auf dem Hof, irgendwann auch im Gelände - hatte Stangenarbeit in der Halle gemacht und vom Boden aus Lektionen wie Rückwärtsrichten, Schenkelweichen oder Vorhandwendung erarbeitet. Mit all diesen Dingen hatte Ocean keine Probleme gehabt, nachdem er gelernt hatte, dass ihm nichts passierte, wenn ich ihn aus der Box holte. Allerdings war sein misslungenes Training ja auch unter dem Sattel abgelaufen, also würde sich heute zeigen, wie sehr mir der Hengst tatsächlich vertraute. Wie üblich putzte ich Ocean zuerst in aller Ruhe auf der Stallgasse und erzählte ihm dabei wie immer von meinem Tag. Als das gescheckte Fell des Hengstes glänzte, seine Hufe ausgekratzt, der Schweif verlesen und die Mähne gekämmt war, legte ich ihm Bandagen an. Das hatte ich auch in den letzten Tagen schon mehrfach getan, sodass es nichts Neues für den Hengst war. Als ich jedoch beim nächsten Gang in die Sattelkammer mit Dressursattel und Kopfstück zurückkam, riss der junge Hengst den Kopf nach oben. "Ganz ruhig, es passiert dir nichts, versprochen.", sagte ich leise zu ihm. Behutsam legte ich Ocean den Sattel auf den Rücken, zog den Gurt locker an und trenste ihn anschließend auf. Allerdings war mir nach einem Blick in die weit aufgerissenen Augen des Hengstes klar, dass ich ihn heute auf keinen Fall reiten würde. Stattdessen führte ich das Pony aus dem Stall und gleich darauf weg vom Gestüt. Wir liefen unsere übliche Runde im Gelände und genossen das Herbstwetter. Ocean war sehr viel angespannter als die letzten Tage, doch als ich ihn nach unserer Rückkehr auf das Gestüt sofort wieder absattelte, beruhigte er sich. Ich seufzte und strich ihm den seidigen Schopf aus der Stirn: "Du hast ja recht, ich war wohl etwas voreilig. Dann nehmen wir uns eben noch ein paar Tage mehr Zeit, das ist auch kein Problem." Also wiederholten wir diese Prozedur während der gesamten nächsten Woche. Ich machte Ocean immer reitfertig, dann gingen wir spazieren, machten Boden- oder Stangenarbeit auf dem Platz oder ich longierte ihn in der Reithalle. Mir kam es einfach darauf an, dass er mit der Reitausrüstung nicht automatisch etwas schlechtes verband. Ich achtete auch darauf den Hengst sehr viel zu loben und so viel positive Verstärkung einzusetzen wie nur irgendwie möglich.
    Als ich ihn schließlich am achten Tag aufsattelte und er völlig ruhig blieb, beschloss ich heute mein Glück zu versuchen. Ich zog mir Reithelm und Schutzweste an, führte Ocean in die Halle und gurtete dort wie jeden Tag nach. Auch die Steigbügel hatte ich schon ein paar Mal heruntergezogen. Im Unterschied zu all den anderen Trainingseinheiten schwang ich mich diesmal jedoch im Anschluss daran auf Ocean's Rücken. Sofort versteifte der Hengst alle Muskeln, warf den Kopf nach oben und rollte so sehr mit den Augen, dass ich das weiße in ihnen sehen konnte. "Ocean es ist alles gut. Ich bin es doch und ich würde dir niemals wehtun.", sagte ich leise zu dem Hengst, während ich unablässig seinen Hals kraulte. Das hübsche Pony bewegte sich keinen Zentimeter von der Stelle, sondern stand einfach starr vor Angst da. Ich redete weiter leise mit ihm, summte zwischendurch ein paar Minuten lang meine Melodie und streichelte jede Stelle des seidigen Fells, die ich erreichen konnte. Ganz allmählich löste sich Ocean's Verspannung und irgendwann drehte er den Kopf, um zu mir nach hinten zu sehen. Ich streckte die Hand aus und ließ ihn daran schnuppern. Als Ocean sich endlich fallen ließ, drückte ich so leicht ich konnte meine Schenkel an, um den Hengst antreten zu lassen. Er zögerte kurz und lief dann mit kurzen, abgehackten Tritten los. Ich ließ die Zügel lang und ließ ihn einfach laufen. Weder störte ich ihn in seinem Tempo, noch dirigierte ich ihn in eine bestimmte Richtung. Nach einiger Zeit wurden Ocean's Schritte länger und gleichmäßiger, er streckte den Hals und schnaubte. Überglücklich über diese Veränderung lobte ich ihn. Nun lenkte ich ihn allein über meine Schenkelhilfen zurück zur Mittellinie, wo ich mich aus dem Sattel gleiten ließ. Ich würde das Training mit diesem positiven Erlebnis beenden, sodass Ocean es hoffentlich in guter Erinnerung behielt.

    ~*~

    So vergingen weitere drei Tage, in denen ich immer nur kurzzeitig auf Ocean's Rücken verbrachte. Einmal ritt ich mit ihm kreuz und quer über das Gestüt, beim nächsten Mal dirigierte ich ihn durch einfache Bahnfiguren in der Halle und beim dritten Mal nahm ich auch den Trab und den Galopp mit dazu. Hunter's Worte hatten sich wieder einmal bewahrheitet: Bei diversen Standardhilfen sperrte sich Ocean. Beispielsweise war das Durchparieren aus dem Trab anfangs eine rießen Sache gewesen. Bei dieser einfachen Hilfe hatte Ocean den Kopf nach oben gerissen und war mir das ein oder andere Mal auch buckelnd durchgegangen, bevor ich es geschafft hatte ihn zu beruhigen. Weiterhin hatte ich gelernt, dass es in solchen Situationen ein absolut fataler Fehler war, die Zügel anzunehmen - das machte alles nur noch schlimmer. Beim ersten Mal, als ich dies versucht hatte, hatte Ocean eine Vollbremsung hingelegt und war gestiegen. Ich vermutete nun, dass besagter Trainer, der so fürchterlich versagt hatte, mit sehr harter Hand geritten war und den Hengst wahrscheinlich auch so gut wie nur über Zügelhilfen im Zaum gehalten hatte. Also griff ich nun jedes Mal, wenn Ocean wieder mit mir durch die Halle raste, in seine Mähne und sprach so ruhig wie möglich auf ihn ein. Die Zügel hielt ich lediglich so gespannt, dass sie nicht gegen seinen Hals schlugen. Diese Methode zeigte auch Wirkung. Manch ein Trainer würde mich für meine Herangehensweise vielleicht belächeln, doch für mich war es einfach ein Unterschied, ob ein Pferd aus Angst oder Ungehorsam durchging. Ich hatte durchaus auch schon Pferde unterm Sattel gehabt, die Durchgegangen waren, weil sie gelernt hatten dann nicht weiter arbeiten zu müssen, doch bei Ocean war der Fall ja nun wirklich völlig anders gelagert.
    Heute war nun der erste Tag, an dem ich die Lektionen abfragen wollte, die für Klasse A im Military gefordert waren. Da Ocean in der Dressur schon auf M-Niveau lief, sollte er die Lektionen alle kennen. Namentlich waren dies der Außengalopp, der einfache Galoppwechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung. Wie üblich machte ich Ocean zuerst in aller Ruhe fertig, bevor ich ihn in die Reithalle führte. Dort angekommen, gurtete ich nach, ließ die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Dann ließ ich Ocean erst einmal eine Minute stehen, in der ich seinen glänzenden Hals kraulte und lobend auf ihn einsprach. Diese Routine hatte sich irgendwie eingebürgert und da sie dem Ponyhengst gut zu tun schien, behielt ich sie bei. Nach dem lockeren Aufwärmen, parierte ich Ocean wieder zum Schritt durch. Da dies die Gangart war, in der wir kaum noch Probleme miteinander hatten, hielt ich es für sinnvoll mit den Schrittlektionen zu beginnen. Die Kurzkehrt leitete ich ein, indem ich den Anfang einer Volte ritt und Ocean dann mehr in die Biegung hineinführte. Zu meiner Freude ging er brav Tritt für Tritt um seine Hinterhand herum, sodass ich sofort die auf der Kurzkehrt aufbauende Hinterhandwendung anhängen konnte. Auch diese beherrschte das Hengstchen aus dem "ff". Ich atmete tief durch und galoppierte Ocean mit einer leichten Hilfe an. Solange ich die Zügel gerade im Galopp so wenig wie möglich benutzte und viel mit dem Pony sprach, lief er wirklich schön. Ich parierte ihn erst einmal so vom Galopp in den Schritt durch, bevor ich im Galopp auf den Zirkel abwendete, kurz vor X die Hilfen zum Durchparieren gab, ihn umstellte und auf der anderen Hand erneut angaloppierte. Man merkte Ocean die fundierte Dressurausbildung wirklich an und ich war froh, nicht von Null beginnen zu müssen. Da Heart of Ocean bisher alle Lektionen so toll gemeistert hatte, parierte ich ihn zum Trab durch und versuchte einfach einmal, ihn gleich im Außengalopp anspringen zu lassen. Auch das klappte so hervorragend, dass ich das Training ein paar Minuten später bereits beendete. Ocean war dressurmäßig absolut fit und würde mit Hunter im Sattel wahrscheinlich eine noch bessere Figur abgeben.

    Parcoursspringen
    Einen Tag später hatte ich auf dem Reitplatz einen netten kleinen Parcours für uns aufgebaut. Er bestand aus E-, A- und L-Hindernissen, würde für Ocean jedoch wieder nur eine kleine Wiederholung darstellen, da das Pony auch im Springen schon auf M-Niveau lief. Dennoch wollte ich ihn unbedingt zuerst in der Halle springen, bevor ich mich mit ihm auf die Geländestrecke wagte. Wir machten auch jeden Tag entweder vor oder nach dem Reiten ein wenig Bodenarbeit oder kurze Spaziergänge, um Ocean's Vertrauen in mich weiterhin zu festigen. Für die Geländestrecke war es unerlässlich, dass er mir vertraute, sonst konnte das für uns beide ganz schön ins Auge gehen. Diesmal rüstete ich das hübsche Pony mit Gamaschen, Streichkappen und Springglocken aus und legte ihm außerdem ein Martingal an. Als ich Ocean anschließend zum Reitplatz führte, tänzelte das Pony mit geblähten Nüstern neben mir her, anscheinend ahnte das intelligente Tier bereits was nun kam. Ich ließ jedoch nicht zu, dass Ocean sich zu sehr von den bunten Sprüngen ablenken ließ, sondern ritt erst einmal ein paar Dressurlektionen um die Hindernisse herum. Das machte ich solange, bis Ocean den Rücken aufwölbte, den Kopf senkte und seine Tritte lockerer wurden. Erst danach ritt ich mit ihm über ein paar Trabstangen, ließ ihn über Cavaletti gehen und galoppierte schließlich auf den ersten E-Sprung zu. Ich wusste nicht genau wie lange Ocean schon nicht mehr gesprungen worden war, deshalb fing ich lieber klein an. Zwei Minuten später tauchte auch Hunter am Zaun auf. Ich hatte ihn gebeten zum Training zu kommen, damit er mir die Stangen, die eventuell fallen würden, wieder auflegen konnte. Außerdem vertraute Ocean dem jungen Mann und alles was dem Pony Sicherheit gab, konnten wir gebrauchen. Ich merkte sofort, dass der Hengst hier in seinem Element war: Er flog mit eng angezogenen Vorderbeinen und gespitzten Ohren über jedes Hindernis, auf das ich ihn zuritt und als ich Ocean schließlich durchparierte, wehrte er sich ein wenig gegen meine Hilfen. Das war diesmal jedoch keine Panikreaktion, sondern lediglich ein wenig Übermut. Ich lachte, als ich ihm den Hals klopfte und zeigte Hunter den erhobenen Daumen. Der grinste nur stolz zurück. Man konnte ihm die Erleichterung darüber, dass das Training nun doch so gut vorangging förmlich ansehen.

    Geländespringen
    Voller Vorfreude lief ich am heutigen Tag hinüber zu den Stallungen. Die letzten Wochen waren insgesamt sehr ereignisreich gewesen, doch nun war ich zuversichtlich, dass Heart of Ocean den letzten Teil des Military-Trainings, den Geländeparcours meistern würde. Naja, ein wenig aufgeregt war ich selbstverständlich trotzdem. Hunter würde uns auf dem Reitponyhengst Pendargon begleiten. Dieser war Ocean's Weidekumpane und somit perfekt geeignet. Ich atmete tief durch, als ich den Stall betrat, um Ocean nicht gleich mit meienr Aufregung anzustecken und holte den Hengst aus der Box. Er schnoberte wie üblich an meinen Taschen und ich gab ihm sein tägliches Begrüßungsleckerli. Ehrlich gesagt war ich selbst ein wenig überrascht, dass wir nun doch so schnell solch große Fortschritte gemacht hatten - am Anfang des Trainings hätte ich damit niemals gerechnet. Ich putzte Heart of Ocean, bis sein Fell glänzte, stattete ihn mit Gamaschen, Streichkappen, Vielseitigkeitssattel, Zaumzeug und Martingal aus und warf mich dann selbst in meine Ausrüstung. Hunter war bereits fertig und führten seinen braunen Ponyhengst hinaus auf den Hof. Ich band Ocean los und folgte den beiden. Mit einem leichten Kribbeln im Magen schwang ich mich auf den Rücken des Reitponys und wir ritten im Schritt nebeneinander vom Hof. Den Weg zur Geländestrecke nutzten wir um die beiden Ponys aufzuwärmen. Ocean war schön an meine Hilfen gestellt und reagierte sofort, wenn ich ihm ein Kommando gab. Er reagierte zwar immer noch sehr empfindlich auf jegliche Zügelhilfen, aber immerhin war er mir die letzten Tage nicht mehr durchgegangen. Auch Hunter war sichtlich stolz auf seinen Hengst und sah immer wieder zu ihm herüber. Vor dem Start der Geländestrecke hatten Hunter und ich drei kleine Stangenhindernisse aufgebaut, die Ocean zum Aufwärmen dienen sollten. Ich wollte ihn nicht sofort über die festen Hindernisse springen lassen. Indem ich mein rechtes Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte und Ocean leicht nach links stellte, galoppierte ich das Pony an und ritt sofort auf den ersten Steilsprung zu. Wie gewohnt flog Ocean voller Elan über die bunten Sprünge und schon bald konnten wir zu unserer eigentlichen Aufgabe übergehen. Hunter selbst würde mit Pendragon nicht springen, aber er vor uns herreiten, um gleich vor Ort zu sein, falls etwas schief ging. Bei den größeren Hinderniskomplexen würde er jeweils auf uns warten. Aber eigentlich glaubte ich nicht, dass Ocean heute Probleme machen würde. Unsere größte Hürde war sein großes Misstrauen gewesen und seit ich herausgefunden hatte, wie ich ihn beim reiten händeln musste, klappten unsere diversen Trainingseinheiten wirklich gut. Ich ritt im versammelten Galopp einen Zirkel, bevor ich Ocean auf den ersten Sprung - eine niedrige Bürste - zusteuerte. Der Hengst spitzte die Ohren, legte ein klein wenig an Tempo zu und sprang mit einem gewaltigen Satz über die Bürste. Ich grinste und nahm ihn wieder ein wenig auf. "Süßer, wenn du so lossprintest, hast du nicht genug Kraft, um die gesamte Strecke zu schaffen. Lass es uns nur ein klein wenig langsamer angehen, ja?", sagte ich leise zu ihm. Ocean drehte ein Ohr in meine Richtung und gehorchte. Ich strich ihm lobend über den Hals, als auch schon das nächste Hindernis vor uns auftauchte. Diesmal ein Baumstamm. Ocean taxierte das Hindernis von ganz alleine und ich ließ ihn soweit wie möglich gewähren. Immerhin war es ja sehr gut, wenn die Pferde selbstständig dachten und ich nur eingreifen musste, wenn der Abstand oder das Tempo einmal nicht passten. Wir sahen Hunter und Pendragon immer mal wieder vor uns, doch Ocean konzentrierte sich ganz auf die vor ihm liegende Aufgabe. Ich störte ihn so wenig ich konnte, unterstützte ihn mit lobenden Worten und führte ihn vorsichtig durch den Geländeparcours. Nicht einmal die Kombinationen oder die Wasserhindernisse stellten für Ocean ein Problem dar und in diesem Moment konnte ich mir absolut vorstellen, wie er vor der missratenen Trainingseinheit gewesen war. Als das Ziel in Sicht kam, kauerte ich mich tief über seinen Hals und trieb ihn mit meiner Stimme an, noch einmal sein bestes zu geben. Hunter klatschte begeistert, während wir durch das Ziel schossen und ich Ocean behutsam aufnahm. Übers ganze Gesicht strahlend ritt ich das schwitzende Reitpony zu seinem Besitzer und sagte: "War er nicht einfach unglaublich? Du hast da wirklich ein unfassbar tolles Pony im Stall stehen!" Hunter nickte nur stolz, rutschte aus Pendragons Sattel und lobte seinen Ocean. Dieser hatte mit dem eben geleisteten Ritt den Stufenaufstieg in die Klasse L des Military mit Bravour gemeistert und ich war schon sehr gespannt darauf, ihn vielleicht auf irgendeinem Turnier oder sogar seiner Körung wieder zu sehen....
    [26.957 Zeichen | by Sammy]

    Die Kür
    Ocean war schon seit einiger Zeit grundsätzlich fertig für seine Körung. Trotzdem hielten wir uns zurück, ließen noch einmal einen Trainer die letzten Unsicherheiten bearbeiten. Heute waren wir uns sicher: PFS' Heart of Ocean würde seine Zuchtzulassung mit Bravur bestehen. „Siehst gut aus.“ meinte Isaac, als ich zum Rand des Abreiteplatzes kam. „Ich sehe total bescheuert aus.“ korrigierte ich ihn, worauf hin er in schallendes Gelächter ausbrach. „Ja ja... Bis gleich.“ meinte ich schmunzelnd als meine Startnummer aufgerufen wurde. Nach einiger Zeit das wieder eine gerittene Kür und mir tat die Abwechslung gut, wenngleich ich mir wirklich lächerlich groß vorkam auf einem Reitpony. Im Trab betraten wir den Platz und hielten bei X. Nach einem kurzen Gruß an die Richter ging es auf der linken Hand und im Trab weiter. Bei der nächsten Möglichkeit lenkte ich ihn auf den Zirkel, ich spürte wie er sich ein wenig gegen die Hilfen wehrte, konnte ihn aber dennoch überzeugen in den Galopp zu springen. Nach drei Runden parierte ich ihn durch zum Schritt und wechselte nach einer Runde auf den nächsten Zirkel. Nun auf der rechten Hand galoppierte ich ihn nach einer Schrittrunde wieder an. Diesmal reagierte er sofort und ließ sich ganz entspannt auf meine Hilfen ein. Nach abermals drei Runden verließen wir den Zirkel und parierten zum Trab. Die Kür war damit so gut wie geschafft. Wir hatten alle drei Gangarten sowohl auf der linken, als auch auf der rechten Hand vorgestellt und trabten jetzt zurück zur Platzmitte um uns von den Richtern zu verabschieden. Im geschlossenem Stand wartete Ocean darauf, dass wir den Platz verließen. Draußen angekommen ließ ich meinen Hengst noch ein paar Runden im Schritt auf dem Abreiteplatz drehen. Irgendwann kam Isaac von der Tribüne und war hellauf begeistert. „Ich hätte ja nie gedacht, dass der nochmal wird!“ sagte er stolz als ich abstieg. „Er hatte ein Trauma und viel Zeit um sich davon zu erholen.“ meinte ich schulterzuckend. Gemeinsam warteten wir auf die Richtnoten, damit wir den Tag als erfolgreich abhaken konnten.​
    2074 Zeichen | gezählt mit charcount.com | by sadasha

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  3. Muemmi

    Muemmi Alter Hase

    Meine Teilnahme mit
    Fleming

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    Steckbrief
    Fleming

    Stammbaum
    Mystical Star ♀ x Ravallo
    Pacey ♂ x Ysun | Rasputin II ♂ x Ibiza
    Possibility ♂ x Daughter of Glory | Royal Champion x Mon Cherie || Raven x Marah (von Yin Yang x Miami Blood Moon) | unbekannt x unbekannt

    Zuchtdaten
    Geburtsdatum: 30.03.2012/ 4 Jahre
    Zucht: Gestüt Naundorf/Van Helsing

    Gekört/Gekrönt: Nein

    Besitzer: Muemmi
    VKR/Ersteller: Muemmi

    Exterieur
    Geschlecht: Hengst ♂
    Rasse: Trakehner
    Stockmaß: 1,69 m
    Fellfarbe: Brauner
    Abzeichen: Stern, weiße Krone

    Interieur
    Charakter: intelligent, neugierig, lernbereit, feurig, stolz

    Fleming ist als Nachkomme von Ravallo aus der Mystical Star eine wunderbare Mischung. Seine Spritzigkeit hat er von seiner Mutter und Großmutter übernommen und ist daher nicht immer einfach zu händeln. In ihm ruht aber dennoch ein absolut verlässlicher Partner, mit dem man in ausdauernden Disziplinen sehr viel Spaß haben kann. Fleming soll nach seiner guten Ausbildung auf dem Gestüt Van Helsing weiter auf dem Gestüt Naundorf gefördert werden. Seine Besitzerin Luisa entschied sich recht schnell für den Schwerpunkt des Springreitens, startet Fleming aber auch gerne mitunter auf Military und Distanzturnieren. Die Dressur liegt Fleming zwar auch, unterfordert ihn aber zuweilen, für Fahren und Western ist Fleming gänzlich ungeeignet.

    Qualifikationen
    Eignung: Springen, Military, Distanz
    Ausbildung: Bodenarbeit, Doppelonge, Eingeritten
    Galopp: E A L M
    Dressur: E A L
    Springen: E A L M S S* S** S***
    Military: E A L M S S* S** S***
    Western: E
    Distanz: E A L M S S*
    Fahren: E
    Turnier | Training | Potenzial

    Gesundheit: Sehr gut

    Erfolge
    243. Militaryturnier | 357. Springturnier | 250. Distanzturnier| 376. Springturnier
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    Steckbrief in Anlehnung an sadashas Vorlage
    Tierarztbericht | 26.08.2016
    Tierarztbericht Scott Cardinal | 26.08.2016
    Der nächste Patient


    Eine Stunde später erreichte auch Luisa Goeke die Klinik. Sie kam von weiter her, nahm sich jedoch für wenige Tage Urlaub in Kanada. Diese Gelegenheit nutzte sie, um ihr Pferd Fleming checken zu lassen. Schließlich sollte Fleming später erfolgreich für die Zucht verwendet werden. Die junge Frau fuhr vor die Klinik und hielt schließlich an. Ty hörte den Jeep und begab sich zurück zum Tresen um auf seine Kundin zu warten.

    "Guten Tag!" Luisa schüttelte freundlich seine Hand und erzählte ihm weshalb sie hier wäre. "Könnten Sie ihn bitte kontrollieren ? Ich will sicher sein, dass ihm nichts fehlt. Außerdem wäre es schön wenn sie ihn impfen und eine Wurmkur verabreichen könnten", Ty lächelte freundlich "Sicher doch. Ich muss ihn nur vorher durchchecken, damit wir sicher gehen können, dass er fit genug für die Impfung ist" Der junge Tierarzt nahm sich seine Tasche und begab sich draußen auf den Hof. Dort führte Luisa ihren Hengst aus dem Hänger um ihn für Ty festzuhalten. Cassandra blickte dabei über die Schulter von ihm, um ihm bei der Arbeit zuzusehen. Ty bittete Luisa, den Hengst vorzuführen - damit er seine Gänge mustern konnte. Doch alles schien ok zu sein. "Er geht flüssig und taktklar, alles gut soweit. Er ist ein klein wenig zu dick, etwas weniger Futter sollte genügen", Luisa nickte gespannt und wartete ab. Schließlich tastete Ty den Körper des Pferdes ab, langsam strich er mit den Händen über die dünnen, muskulösen Beine und beugte die Hufe nacheinander bis zum Bauch. "Das Fell fühlt sich gut an, Beine und Hufe sind auch in Ordnung. Ich schau mir jetzt die Nüstern an." Ty richtete sich auf und leuchtete mit einer kleinen Taschenlampe in die Nüstern des Pferdes. Ein wenig irritiert tänzelte Fleming auf der Stelle. Luisa wies ihn kurz zurecht, damit Ty sich das Pferd besser ansehen konnte. Er griff mit den Fingern in das Maul des Pferdes, ein wenig unfreiwillig öffnete es den riesigen Kiefer , sodass Ty in die Luke blicken konnte. Als er hier nichts finden konnte, leuchtete er ganz kurz in die Augen, um die Reflexe zu testen. "Alles normal. Ich höre noch sein Herz ab und messe die Temperatur, dann sind wir durch mit ihm". Ty klopfte die Schulter des Tieres um es für das Stillstehen zu loben. Cassandra reichte ihm schließlich das Stethoskop, damit er den Herzschlag abhören konnte. Konzentriert lauschte Ty den Herzschlägen ehe er das Stethoskop um seinen Hals legte. Er nahm ein Thermometer, ging hinter Fleming und misste die Themperatur. Fleming gefiel diese Prozedur weniger, wodurch Luisa ein wenig Schwierigkeiten hatte ihn festzuhalten. Dafür wurde er kräftig gelobt, als Ty fertig war und eine Temperatur von 37.4° messen konnte. "Super, dein Pferd ist in einem Top Zustand. Cassandra gibt ihm jetzt die nötigen Impfstoffe, während ich ihm die Wurmkur verabreiche". Luisa sah zu, wie die junge Assistenzärztin einen Impfstoff in den Hals des Tieres spritze, während Ty die Tube Wurmkur oral verabreichte. Erneut griff er in das Maul des Tieres, welches sich zu wehren versuchte. Doch da musste Fleming leider durch.

    "So ich denke mal wir sind mit allem durch. Ich wünsche euch noch eine sichere Heimfahrt", Ty verabschiedete sich lächelnd von Luisa und begab sich zurück in die Klinik.

    3259 Zeichen | © Jackie
    Hufschmiedbericht | 22.10.2016
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    Als Lesja mit dem dritten Koffer um die Ecke bog, konnte ich das Augenrollen nicht mehr unterdrücken. „Wir sind für ein paar Tage weg, nicht für ein paar Wochen.“ Seine Antwort verstand ich aber nicht so ganz – aber, so wie ich ihn kannte, war es irgendeine lahme Rechtfertigung. Bevor ein vierter Koffer im Auto verschwinden konnte, schlug ich lieber den Kofferraum zu und schob den Hünen in Richtung Beifahrersitz. Zoe hinterm Lenkrad startete schon den Motor, als ich gerade einmal die Tür öffnete. Aber gut, unser Flug nach Deutschland ging auch schon in ein paar Stunden, wir waren noch nicht eingecheckt und allgemein noch ein bisschen weit weg vom Flughafen.

    Für Lesja und mich war es die erste Reise ins Heimatland in diesem Jahr. Dabei waren wir – oder viel mehr ich – nicht wirklich zum Urlaub machen hier. Es ging erst auf das Gestüt Naundorf in Brandenburg, und dann auf einen kleinen Roadtrip gen Süden. Aber irgendwie schien Lesja das einfach komplett vergessen zu haben; während des dreizehnstündigen Fluges plante der nämlich genauestens unsere Woche in Deutschland, was wir alles machen mussten, wen wir besuchen mussten. Pipapo. Nach etwa zweieinhalb Stunden stöpselte ich mir die In-Ear Kopfhörer ein und ließ ihn einfach weiterplappern.

    Müde und jetlagged aber einigermaßen heil kamen wir in Cottbus an und machten uns sofort auf den Weg Richtung Naundorf. Luisa Goeke würde uns bestimmt einen kleinen Powernap gönnen, bis ich mich an die Hufe ihrer zwei Pferdchen machte. Und so kam es dann auch; als Lesja und ich uns an die Haustür geschleppt hatten und uns eine junge Frau geöffnet hatte (die sich auch noch zufälligerweise als Luisa Goeke herausstellte! Was ein Zufall!), führte sie uns in ein kleines Zimmer mit einer großen, sehr bequem aussehenden Couch und bot uns an, dass wir uns erst einmal ein wenig ausruhen könnten. „Die Pferde laufen euch ja nicht weg,“ scherzte sie und schloss die Tür. Danach gab es kurz Gerangel um den besten Platz, fünf Minuten später waren wir aber auch schon eingeschlafen. Geplant war ein Powernap, aus dem dann aber ein eineinhalb Stunden Nickerchen wurde, und selbst dann fühlte ich mich noch mehr als gerädert. Ein paar Minuten, nachdem ich mich endgültig von der Couch hatte rollen lassen und den Versuch gestartet hatte, mich mit Laufen wach zu kriegen, klopfte es leise an der Tür und ein Kopf steckte sich durch die Tür.

    Luisa warf einen kurzen Blick auf den noch schlafenden Lesja, dann flüsterte sie „Kaffee?“ und Gott, das war jetzt genau das Richtige.

    ***

    Nach zwei Tassen Kaffee wollte ich mich dann doch wirklich mal an die Arbeit machen. Es war zwar gerade einmal Kaffeezeit (ha!), aber die Tage wurden kürzer und ich persönlich war ja der Meinung, dass Arbeit nur bei Tageslicht ging. Während ich mit einem immer noch ziemlich steifen Rücken mein Werkzeug auspackte und auch den Ofen schon einmal anfeuerte, holte Luisa das erste Pferd und kam bald darauf mit einer schlanken, rotbraunen Stute zurück. Etwa in meiner Größe und mit einem wachen, aufmerksamen Blick – da konnte eigentlich nichts schiefgehen. Mit einem Leckerli begrüßte ich Mon Amie erst einmal, ehe Luisa sie auf der Stallgasse anband, und dann fing die Arbeit an.

    Eigentlich müsste ich es ja gewohnt sein, jetlagged zu arbeiten. Aber schon nach dem ersten Huf brannten mir die Augen und ein dumpfer Kopfschmerz bahnte sich an. Trotzdem kontrollierte ich die Eisen, entschied mich dann dafür, sie abzunehmen und lieber neue Eisen anzupassen. „In spätestens eineinhalb Wochen sind die dann auch zu nichts mehr zu gebrauchen,“ prophezeite ich, als ich die Nägel aus dem rechten Hinterhuf zog. „Und lieber machen wir jetzt neue drauf, als dass du in zehn Tagen wieder jemanden holen musst.“ – und schwupps war auch der letzte Huf ohne Eisen. Jetzt ging es ans Kürzen; nachdem die Hufsohle ausgeschnitten war, knipste ich mit einer Zange den Tragrand weg und griff nach der Feile. Erst, als der Huf zu meiner Zufriedenheit plan auf dem Boden auflag, ging es der Tragwand an den Kragen. Dazu schob ich den Bock an und mit ein wenig Überzeugungsarbeit ließ Mon Amie den Huf auch aufgebockt.

    Nachdem dann alle vier Hufe wieder auf die richtige Länge gekürzt waren, war es an der Zeit, die neuen Eisen anzupassen. Einzeln kamen sie in den Ofen und dann auf den Amboss, um sie schon ein bisschen zurecht zu biegen. Mehrmals wiederholte ich das, legte das heiße Hufeisen immer wieder auf Mon Amies Hufe, bis sie dann super passten. Mit den Nägeln zwischen den Lippen machte ich mich dann daran, das erste Eisen aufzunageln. Eine gute viertel Stunde später war dann auch schon alles vorbei und nach einem allerletzten Check, dass auch ja alles passte, durfte Mon Amie zurück auf die Koppel. Kein einziges Mal war sie während der gesamten Prozedur zusammengezuckt, hatte alles brav und gelassen über sich ergehen lassen. Eigentlich müsste sich Bucky mal eine Scheibe von Amie abschneiden. In der Zeit, in der ich meine Stute mit Luisas verglich und mit einem Besen die ganzen alten Hornreste zusammenkehrte, war meine Gast- und Auftragsgeberin dabei, den zweiten Freund für heute zu holen.

    Fleming, so der Name, überragte mich dann dafür um gute zehn Zentimeter, und auch sonst machte er einen recht imposanten Eindruck; gut bemuskelt, selbst post-Turniersaison, mit glänzendem Fell, herumspielenden Ohren und einer Ausstrahlung, die man sich von einem erfolgreichen Turnierpferd vorstellte. Trotzdem merkte man schon als Außenstehender, dass er nicht das brave, unkomplizierte Pony war – auf den Weg zum Stall sah ich, wie Luisa öfters mit ihm anhielt und ihn ein paar Schritte rückwärts schickte, wohl, um seine Aufmerksamkeit wieder auf den Menschen an seiner Seite zu lenken. Auch, als er angebunden war, war sein Blick immer auf den Hof vor ihn gerichtet – kurze Reaktionen auf mich oder Luisa inbegriffen, aber der Hauptfokus lag auf den Trubel vor der Stalltüre. Insgeheim hoffte ich, dass er mich dann problemlos an seinen Hufen rumwerkeln lassen würde, aber siehe da: der Mann war multitaskingfähig! Die alten Eisen ließ Fleming mich noch begutachten (und auf den gleichen Schluss wie bei Mon Amie kommen), dann fand er das Hufe geben ziemlich doof und zog jedes Mal ruckartig das Bein zurück. Das führte dazu, dass ich das ein oder andere Mal fast das Gleichgewicht verlor, aber ich war mit sturen Ponys aufgewachsen, die genau das Gleiche probiert hatten. Mit viel Ausdauer und Sturheit bekam ich dann aber die alten Eisen auch noch ab und konnte nach dem Hufmesser greifen.

    Als Fleming sich dann scheinbar beruhigt hatte, war die restliche Arbeit auch recht schnell erledigt. Ein paar Schritte Tänzeln waren zwar dabei, aber damit konnte ich arbeiten. Beim Aufnageln wollte er dann auch noch mal in alte Verhaltensmuster fallen, aber dabei war sein Pech, dass ich eigentlich so gut wie fertig war. Nur noch ordentlich Vernieten, dann war auch der zweite Kunde mit neuen Schuhen unterwegs. Während wir zusammen die Stallgasse fegten und ich fast gleichzeitig auch meine Werkzeuge wieder in den Van packte, bot Luisa an, uns eine Nacht aufzunehmen. Dankend lehnte ich aber ab; Lesja lag wahrscheinlich noch in den Federn und sollte für eine Nachtfahrt in den Süden wach genug sein. Außerdem erwarteten uns unsere Familien morgens bereits und hatten ein volles Programm vorbereitet. So gerne ich natürlich die Nacht in einem schönen, weichen Bett verbracht hatte, etwa eine Stunde nach dem Gespräch waren wir auf dem Weg zur Autobahnauffahrt.
    Trainingsberichte | 3 x
    Trainingsbericht August 2016
    Dressur von E Niveau auf A Niveau

    Heute war ein wirklich verrückter Tag, denn gleich kamen direkt 3 Pferde an. Die Besitzerin Muemmi brachte den Trakehner Hengst Fleming, den Holsteiner Hengst Dante und die Stute Caja. Ich stand bereits auf dem Hof um die Pferde zu empfangen und hoffte, dass alle Pferde lernwillig waren. Bei diesem Gedanke kamen auch schon zwei Wagen mit Anhängern auf die Anlange gefahren. Sobald beide Fahrer ausgestiegen waren ging ich zu ihnen. „Willkommen im Ausbildungscenter der Mountain Ridge Ranch!“ begrüßte ich sie und eine Frau stellte sich als Muemmi vor. „Also, ich zeigen ihnen die Anlage und dann fangen wir auch direkt mit ihren Pferden an!“ Im Schnelldurchlauf zeigte ich die ganze Anlage und zum Glück waren bereits alle Pferde einsatzbereit. Ich entschied mich mit Flaming anzufangen und sobald ich im Sattel saß fing er an nervös zu tippeln. „Das ist normal bei neuen Reitern.“ meinte Muemmi ruhig. Ich ritt den Hengst erst warm und machte viele Volten um ihn zu dehnen, danach find ich mit den neuen Lektionen an und ich war erstaunt wie schnell er lernte ihn der kürze der Zeit lernte Fleming zwei neue Gangarten, denn Mitteltrab und den Mittelgalopp, außerdem Schritt- Galopp Übergänge und auch und auch das Rückwärtsrichten hatte er schnell drauf. „Muemmi das ist ein wunderbares Pferd!“ gab ich zu als ich auf Dante stieg um ihn auf A Niveau im Springen zu bringen. Ich hatte vorher ein paar Sprünge aufgebaut und nun musste man Dante nur zeigen, wann er abspringen musste. Denn beim ersten Sprung zeigte er mir direkt, dass die Höhe kein Problem war. Jedoch merkte ich schnell, dass er stark auf Hilfen reagierte und nachdem ich ich auf das Pferd eingestellt hatte lief es wie ein Länderspiel. Ein Sprung nach dem andern meisterten wir und auch hier dauerte es nicht lange, dass ich ihn aufstufen könnte. „So, die einzige Dame.“ ich lächelte und stieg auf Caja. Sie schien ein ruhig Pferd zu sein, welches sich nicht aus dem Konzept bringe ließ. „Muemmi, ich glaube bei ihr brauchen wir noch weniger Zeit.“ Sie lachte „Gut, möglich ich freu mich schon auf die Turniere.“ Und dann legte ich los und meine Güte, dieses Pferd konnte springen. Ich brauchte keine Hilfen geben, Caja wusste wann sie abspringen musste und nach 3 Durchläufen war auch dieses Pferd fertig. Ich steig ab und ging ins Haus um die Zertifikate auszufüllen, in der Zeit machen Muemmi und er andere Fahrer die Pferde transportbereit. Ich überreichte Muemmi die drei Zertifikate „Herzlichen Glückwunsch und eine gute Heimfahrt!“ wünschte ich ihnen. „Vielen Dank bis bald!“ verabschiedete sich Muemmi und düste vom Hof. (2.612 Zeichen)

    Springtraining
    auf dem Gestüt Naundorf

    Trainerin: Luisa Goeke
    Klassenaufstieg: L auf M
    Monat: Oktober 2016

    "Aufgehts mein Süßer, guuut so." Ich lobte Fleming immer wieder, während ich ihn sauber vorwärts ritt und ihn aufwärmte. Der Gute hatte heute mal wieder Training auf dem Springplatz, nachdem das Wetter es leidlicherweise grade so zu ließ. Ich hatte den Platz vorher halbwegs abgezogen, damit keine Pfützen standen, allerdings war Fleming jetzt schon nicht mehr schwarz, sondern sandfarben an den Beinen. Ich würde ihn wohl später warm duschen, abziehen und unter das Solarium stellen. Dann würde er auch nicht gar so großen Muskelkater haben. Flemi, mein kleines Baby, war nämlich langsam kein Baby mehr, sondern würde mit dem heutigen Training die Leistungsklasse L erreichen. Wir sprangen uns nach gut 20 Minuten leichter Dressur an einigen niederen Aufbauten und den zwei Oxern warm, auch ich musste erst wieder richtig rein kommen. Ich ritt zu wenig Springen, in letzter Zeit hatte ich vorzugsweise Amber und Webster dressurmäßig geritten. Aber ich war schnell wieder bei der Sache, ebenso fix ritten wir korrekt an und er landete mir sauber hinter jedem Hindernis. Auch die Abstände klappten von Runde zu Runde besser. Mia, meine zweite Ausbilderin am Hofe und zuständig für die Betreuung meiner Welshis, assistierte mir in der ersten dreiviertel Stunde. Sie legte mir die Hindernisse zusätzlich auf und korrigierte meinen Sitz, gab Ratschläge zum Anritt und ließ mich danach für den Stalldienst alleine weiter machen. Es war später Nachmittag und mir saß die Dämmerung schon fast im Nacken, als ich den ersten der 9 M-Sprünge nahm. Der letzte der L hatte 1,20m, wie der erste nun, aber dann würde ich schon auf die maximalen 1,30m gehen. Fleming spitzte die Ohren, schnellte nach oben und hob sauber die Hinterhand. Ohne Fehler ließen wir diesen hinter uns, ich nahm ihn wieder etwas zurück und warnte ihn mit der Stimme. "Vorsicht, der ist höher Großer!" Fast schaffte er ihn, mit der Vorderhand zog er die oberste Stange ab und buckelte danach leicht, was ich schon von ihm gewohnt war. Ich war mir immer noch nicht ganz schlüssig, ob er sich ärgerte, oder ob es ihn eher freute. Letzteres nahm ich nur wage an, denn ab dem zweiten Sprung merkte ich, dass er erst deutlich zu hoch, aber dann sauber abschließend die weiteren M-Sprünge nahm. Das liebte ich so an Fleming. Da war noch deutlich Luft nach oben, aber er überarbeitete sich nicht, wenn er mal die Höhe eingestellt hatte. Nun ritt ich ihn auf unseren obligatorischen Wassergraben zu, eine Buchsbaumhecke mit auf dem Boden liegender, blaubemalter Holzplatte dazwischen. Ich hatte den Abstand der Sprungweite von 1,40m, also etwas mehr als maximal bei L belassen. Diese würde ich erst nach und nach erhöhen auf die maximalen 1,55m. Ich machte mir darüber auch kaum Gedanken, Fleming schaffte die Weite gut. Mit 1,69m Stockmaß war dies auch wirklich fast ein Kinderspiel. Mir war wichtiger, dass er die Höhen gut schaffte. Zwischendrin ritt ich ihn immer wieder in Trab und Schritt Intervallen, damit er sich nicht überanstrengte. Insgesamt ging ich mit Aufwärmen 5 Runden, dann ließ ich es gut sein. Er riss insgesamt vier Mal, was ich durchaus in Ordnung fand. Morgen würde ich ihn wegen dem Muskelkater leichte Dressur reiten und den Tag darauf noch einmal im Gelände unseren Waldparcour abreiten, dann sollte den ersten erfolgreichen Turnieren in der Klasse M im Springen nichts mehr im Wege stehen. Nach der getanen Arbeit ritt ich ihn mit aufgelegter Fleecedecke ab, führte ihn in den Stall und wusch ihn sauber mit warmen Leitungswasser ab. Unter dem Solarium dampfte er glücklich vor sich hin, während er die ein oder andere Möhre und Streicheleinheiten von mir bekam, bevor er mit seinem wohlverdienten Abendessen in seiner Box seinen Feierabend genießen durfte.
    (c) Muemmi | Offizielle Springreit-Trainerin | 3736 Zeichen

    - Springreiten -
    Possy Pleasure Mainstream (S -> S*)
    Fleming (M -> S)
    Mon Amie (S -> S*)


    Heute hatte ich ziemlich viel zu tun. Es standen drei Pferde für die Ausbildung auf den Plan und ich hatte mit der Klasse S, bzw. deren Teilbereiche, mittlerweile richtige Spitzenpferde unter mir. Da Fleming aus den Dreien noch der war, der von der Klasse M auf S wechseln würde, sprang ich mich mit ihm als Trainerin warm. Er war genauso fleißig wie beim letzten Mal und arbeite gut mit, auch wenn er doch noch etwas übermütig war. Auch bei diesem Training peilte Fleming ersteinmal alle Hindernisse zu hoch ein. Er merkte langsam, dass es hier nicht mehr um Klasse A oder L ging, sondern er jetzt bei den ganz Großen angekommen war. Dennoch schaffte er sie verhältnismäßig mit einer solchen Leichtigkeit, dass es mich, Luisa Goeke, die beste Springreiterin auf dem Hof, fast aus dem Sattel katapultierte. Ich war schlicht und ergreifend nicht darauf gefasst gewesen! Willi stand am Hallentor und lachte sofort los, als ich verdutzt schaute und dann fluchte. "Von wegen Einspringen!" Fleming spitzte die Ohren und buckelte leicht, ich fing ihn wieder ein und trainierte ihn gut eine Stunde. Fleming versorgte ich noch selbst, während Mia, meine zweite Hilfe in Sachen Ausbildung, schon Possy warmritt. Die Scheckenstute war mein ganzer Stolz der neuen Pferde, ich konnte mich gar nicht genug an ihr satt sehen. Sie hatte schon auf ihrem vorherigen Hof eine unglaublich gute Ausbildung genossen. Sie stand bereits in der Klasse S und hatte schon einige Schleifen abgeräumt. Als ich mit Fleming fertig war, ging ich in die Halle und übernahm Possy von Mia. "Ich geh nochmal durch den Stall, dann mach ich Mittagessen!" meinte sie, drückte mir die Zügel in die Hand und lächelte. "Das wäre super, wenn du mir eine Stunde gibst, bin ich da und helfe beim Hinrichten." "Ok, bis später!" "Vergiss Willi nicht! Der fährt draußen den Mist zusammen!" rief ich noch, sie gab mir einen Daumen nach oben und war schon aus der Halle. Fest im Sattel sitzend, ritt ich Mainstream an. Sie war vom Gang her ganz anders als Fleming, geschmeidiger und feiner auf die Hilfen. Ich musste bei ihr nicht so sehr aufpassen, ob wir richtig absprangen oder nicht. Sie hatte schon so viel Erfahrung, dass sie die Hindernisse richtig anpeilte, hob aber die Beine nicht immer sauber. Wir fegten in der ersten Runde zwei Stangen ab, bevor wir die dritte und vierte Runde perfekt und ohne Fehler meisterten. Es dauert Anfangs immer, bis sich neuer Reiter und Pferd verstehen. Mainstream würde neben ihrer Ausbildung und Teilnahme an Springturnieren in der oberen Liga auch die Zucht etwas aufwerten. Ich hatte schon öfter Ysun-Pferde unter dem Sattel, aber ganz sicher keine Red Diamond - Kombination dieser Linie. Hier war nicht mein Hannoveraner gemeint, sondern der Scheckentrakehner von Stelli, den ich schon vor Jahren für seine Springkünste und seine Farbvererbung vergöttert habe. Und jetzt hatte ich eine direkte Nachfahrin, eine schön gemusterte, talentierte, feinrittige Trakehnerstute. Loben klopfte ich ihr den Hals und ritt sie ab. Mainstream stellte ich trockengerieben und mit einer Decke in ihre Box, da es bis zum Mittagessen etwas knapp werden würde mit dem Duschen und Solarium. So würde sie morgen ihre Spezialbehandlung bekommen, um den eventuellen Muskelkater auszutreiben. Auf meinem Weg zum Haupthaus kam ich an Mon Amie vorbei. Die Holsteinerstute schnobberte mir entgegen, ich rieb ihr über den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Nüstern. "Mit dir mache ich gleich weiter Süße, aber lass mich erstmal Mittag machen und meinen Rücken schonen." meinte ich, steckte ihr ein Leckerli zu und ging hinüber. Im Flur stolperte ich dann fast über Idefix, der auf seine alten Tage hin jetzt lieber mal die ein oder andere Stunde im Wohnzimmer blieb und auf seinem Knochen herum kaute. Ich kraulte ihn ausgiebig, bis Willi zur Tür herein kam und Mia aus der Küche rief. Mit dabei waren jetzt auch Tom, Susan, und Leo. Zusammen aßen wir so oft es ging Mittag, wenn nicht gerade Heuernte oder ein großes Turnier außerhalb war. Wir waren mittlerweile wie eine richtige Familie geworden.
    Nach dem Mittagessen ging ich mit Idefix über die Weiden und kontrollierte die Tränken und Zäune. Die Youngsters liefen neugierig neben mit her, immer auf Möhren und Äpfel aus. Aber heute bekamen sie nur Streicheleinheiten und mussten sich mit dem Heu zufrieden geben, dass sie heute morgen bekommen hatten. Ich lief mit meinem Jack Russel noch eine größere Runde, brachte ihn dann zurück zum Haupthaus und machte mich dann an die letzte Ausbildung. Mon Amie war schnell geputzt, gesattelt und getrenst. Langsam gingen wir hinüber zur Halle und ich schwang mich auf den Rücken der hübschen Stute. Die "Kleine" wie ich sie oft nannte, avancierte langsam zu meiner Lieblingsstute auf dem Hof und es machte mir wahnsinnigen Spaß, mit ihr zu arbeiten. Auch sie reagierte feiner auf die Hilfen, als mein spritziger Fleming, aber sie stand ihm in Eifer nichts nach. Sauber galoppierte sie unter mir dahin und nahm den ersten Sprung. Bei ihr fühlte ich mich richtig wohl und schaffte die erste Runde sofort fehlerfrei. Wir arbeiteten uns immer besser an die Sprünge heran und konnten in der Schnelligkeit drauflegen. Nach einer halben Stunde ritt ich sie dressurmäßig noch ab und ließ sie ordentlich dehnen. Dann stieg ich ab, lobte sie ausgiebig und führte sie über den Hof zurück. Während Mon Amie unter ihrer Decke trocknete, bürstete ich noch Mainstreams und Flemings Fell aus, warf ihnen eine andere Decke über und machte mich an den Stalldienst. Als dieser erledigt war, widmete ich mich mit derselben Prozedur noch einmal Mon Amie, fütterte die Pferde und ging nach getaner Arbeit ins Haupthaus. Nachdem ich geduscht war, Idefix sein Fresschen bekommen hatte und der Arbeitsplan für morgen mit allen anderen durchgesprochen war, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und vermerkte folgende Fortschritte im Register:
    "Mon Amie war auf Stufe S* zugelassen, ebenso Your Red Possy Pleasure Mainstream. Fleming hatte die Stufe S erreicht. Gezeichnet: Luisa Goeke, Ausbilderin für Springreiten, Military, Dressur, Distanz und Einreiten, Sportpferdezentrum Naundorf, 8. November 2016"
    Zufrieden und müde schloss ich das schwere Buch, kraulte Idefix hinter den Ohren und stand auf. "Los Kleiner. Gönnen wir uns noch eine heiße Schokolade und ein Hundeleckerchen?" meinte ich, löschte das Licht und ging mit dem Rüden in die Hofküche.
    (c) Muemmi | 6399 Zeichen | 08.11.2016

    Die Kür
    Gerade noch rechtzeitig fand ich meinen Platz auf der Tribüne, ehe die Hengstkörung anfing. Mit meinem Getränk in der Hand beobachtete ich das Geschehen. Den Anfang machte ein deutsches Reitpony in Sonderfarbe. Als zweites startete ein sehr hübscher brauner Trakehnerhengst namens Fleming. Durch die Lautsprecher grölte eine Männerstimme "Hier zu sehen der großrahmige braune Trakehner Fleming vom Gestüt Naundorf! Abstammend von Mystical Star und Ravallo hat der Junge Hengst eine Menge Potenzial im Reitsport. Präsentiert wird er von seiner Besitzerin Luisa Goeke." Die beiden ritten im versammelten Trab in auf den Platz und hielten bei X und grüßten die Richter. Anschließend ritten sie im lockeren Schritt auf den ersten Hufschlag und wechselten nach einer Runde durch die ganze Bahn, ritten dort eine Runde im Schritt und trabten dann bei C an. Was für ein toller Hengst dachte ich im Stillen, es steckte so viel Energie in den fließenden Bewegungen und er hatte Temperament, was es Luisa Goeke nicht ganz einfach machte ihn bei Konzentration zu halten. Im Allgemeinen harmonierten die beiden aber super. "Nebenbei bemerkt stammt Fleming vom Gestüt Van Helsing die schon seit längerer Zeit Trakehner züchten und den Hengst an das Gestüt Naundorf verkauften, der dort nun auf die Körung vorbereitet wurde, wir wünschen den beiden Viel Glück!" ertönte die Stimme erneut in den Lautsprechern. Nach einer kurzen Schrittpause galoppierten sie bei A an. Der schwungvolle Galopp war beeindruckend! Nachdem die beiden mit einer gekonnten Galopptraversale die Seite wechselten und dort im versammelten Galopp eine Runde ritten, kamen sie bei E zum stehen. Luisa gab Fleming die Hilfen, sodass er ein paar Schritte lief und anschließend wieder antrabte. Sie vollendeten die Runde und kamen wieder bei X zum stehen und grüßten die Richter. "Vielen Dank für diese großartige Vorstellung! Einen großen Applaus für Luisa Goeke und ihren Hengst Fleming!" Als sie den Platz im Trab verließen, schoss ich rasch ein Foto von den beiden. Noch fasziniert von Fleming schaute ich mir die weiteren Teilnehmer an und machte weiterhin fleißig Fotos.

    Reiterin: Luisa Goeke vom SPZ Naundorf | 2131 Zeichen | (c) Zion

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  4. Sammy

    Sammy Bekanntes Mitglied

    Samantha O'Neill
    mit
    Shamal

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    Besuche Shamal!

    Steckbrief
    Shamal
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    Spitzname: /

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    ~ Abstammung ~
    Von:
    Arsil
    V: Azón
    M: Nayl
    Aus der: ?
    V: ?
    M: ?

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    Rasse: Arabisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Geburtsdatum: 09. September 2011
    Stockmaß: 1,56 m
    Fellfarbe: Dunkelfuchs mit windfarbenem Langhaar
    Kopfabzeichen: unregelmäßige Blesse
    Beinabzeichen: 4 x hochweiß gestiefelt

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    ~ Beschreibung & Charakter ~
    Shamal ist ein wilder Hengst, der gerne mal die Sau raus lässt. Er ist ein typischer Araber mit hohen Temperament und wird schnell mal nervös. Der dunkle Hengst ist ein wahrer Renn-Künstler und macht seiner Schnelligkeit alle Ehre. Zudem braucht man Zeit um den Hengst ordentlich kennen zu lernen, geschweige denn zu zähmen. Doch trotz seines hohen Temperaments, ist er des öfteren ziemlich verschmust und liebevoll. Er lässt aber auch nicht jeden an sich ran, da er einen Menschen erst richtig kennen muss um ihm Beistand zu leisten. Sonst ist er im großen und ganzen selbstbewusst und mutig. Er merkt sich alles, was man mit ihm macht. Auch seine GGA und sein Springvermögen sind bemerkenswert.
    Shamal wurde auf einem arabischen Gestüt, auf die Anweisung seiner Vorbesitzerin hin gezüchtet. Er hat einen sehr hohen Vollblutanteil von seinen Vater geerbt, welcher etliche Vollblutrennen gewonnen hat. Seine Mutter ist eine liebe verschmuste aber auch selbstbewusste Stute. Als er 1 Jahr alt wurde hat seine Vorbesitzerin Jani ihn zu sich auf das Gestüt Fearie Hills geholt. Dort ist Shamal durch den Kontakt zu einem von Jani's Junghengsten deutlich ruhiger geworden.

    Nachdem Shamal schon zum Einreiten nach Hollybrook Stud kam und mich völlig verzauberte, ist es mir gelungen ihn Jani abzukaufen. Nun wird der Hengst in England weiter gefördert und trainiert und hat schon einige Erfolge einheimsen können. Wir sind gespannt was noch alles in unserem wilden Charmeur steckt.
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    Besitzer: Sammy
    Vorbesitzer: Sweetvelvetrose
    Ersteller: Sweetvelvetrose
    Vkr: Sweetvelvetrose

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    ~ Qualifikationen ~
    Dressur:
    S
    Galopprennen: E
    Distanz: A
    Springen: S***
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    ~ Schleifen ~

    1. Platz beim 139. Synchronspringen
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    3. Platz beim 373. Springturnier
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    1. Platz beim 144. Synchronspringen
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    3. Platz beim 145. Synchronspringen
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    3. Platz beim 149. Synchronspringen
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    3. Platz beim 380. Springturnier
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    1. Platz beim 382. Springturnier
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    3. Platz beim 270. Distanzturnier
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    ~ Sonstiges ~
    Zuchtfähig:
    Nein
    Nachkommen: ///
    Geschwister: ///

    Tierarztbericht vom 23.11.2016, by Eddi
    Fröhlich vor mich hinsummend lief ich hinüber zu den Stallungen auf Hollybrook Stud. Da ich gerade sowieso ein paar Tage hier bei meiner Freundin Sammy verbrachte, um ihr bei der Geburt zweier Fohlen beizustehen, hatte ich mich gerne bereit erklärt ihren Araberhengst Shamal für eine Körung durchzuchecken. Nun, da beide Vollblutfohlen gesund und munter das Licht der Welt erblickt hatten, war es an der Zeit sich um den Hengst zu kümmern. Sammy wuselte wie üblich irgendwo im Stall umher, doch ich fand sie schließlich bei den beiden neugeborenen Fohlen. Gedanklich schlug ich mir mit der Hand an den Kopf, das hätte ich mir eigentlich auch gleich denken können. Ich sammelte die völlig verzückte Pferdebaby-Besitzerin ein und ging mit ihr in den Hengsttrakt. Dort erwartete uns Shamal bereits auf Hochglanz poliert auf der Stallgasse. Wie üblich waren Sammy's Angestellte auf Zack, wenn es um die Pferde ging. Ich stellte meine Tasche außer Reichweite des Hengstes ab und trat auf ihn zu. Shamal war wirklich wunderschön und er hatte sich in letzter Zeit so toll entwickelt, dass Sammy ihn schon in diesem Monat bei einer Hengstkörung anmelden wollte, obwohl sie ihn noch gar nicht allzu lange besaß. Shamal beäugte mich misstrauisch und schielte immer wieder zu meiner Tasche hinüber. Er schien genau zu wissen was ihm nun blühte. Sammy trat an seinen Kopf und der Hengst schmiegte sein Maul gegen ihre Hand. Auch ich kraulte den Araber erst einmal, bevor ich mich an die Untersuchung machte. Sammy hielt Shamal's Kopf fest im Griff und redete leise auf ihn ein, während ich die Wirbelsäule des Hengstes abtastete, an den Beinen hinunter fuhr, Herz und Lunge abhörte und schließlich in Augen, Ohren und Maul sah. Bis auf die Hampelei des Hengstes war alles vollkommen in Ordnung, aber das hatte ich nach Sammy's Beschreibung eigentlich auch nicht anders erwartet. Ich bat Sammy dennoch mir Shamal auf der Stallgasse vorzuführen und beobachtete aufmerksam den Bewegungsablauf des Hengstes, als Sammy ihn im Schritt und Trab auf und ab führte. Ich zeigte ihr den erhobenen Daumen und sie führte den Hengst zu mir zurück. Fehlte nur noch das Impfen. Ich machte die Spritzen bereit und Sammy griff wieder fest in Shamal's Halfter. Ich spritzte dem Araber den Impfstoff und sofort stieß er ein hohes Quieken aus und trat mit dem Huf nach hinten aus. "Shamal, was fällt dir ein!", wies Sammy ihn zurecht. Ich wusste wie viel Wert sie auf gut erzogene Pferde legte, doch bei manchen Kandidaten dauerte eben gerade die Gewöhnung an den Tierarzt ein wenig länger. Glücklicherweise waren wir hiermit ja auch schon fertig. Sammy führte ihren Shamal zurück in die Box und entschuldigte sich nochmals bei ihr. Ich winkte grinsend ab und Sammy entschädigte mich mit einer großen Tasse Kaffee und einem Stück selbstgebackenem Kuchen.

    Hufschmiedbericht vom 05.12.2016, by Ionia
    Es war ein angenehmer sonniger Tag. Vor ein paar Tagen hatte mich Sammy angerufen, denn es ging um ihren Hengst Shamal. Der junge Araber soll das Starterpaket bekommen, aber sie warnte mich vor, dass er nicht einfach war. Ich meinte es wäre kein problem und buchte den nächst besten Flug. Zum Glück ging der nächste in einer Stunde und so schnappte ich mir meine Notfalltasche und lief vom Hof. Schnell schrieb ich noch meinem Pfleger, dass ich weg musste und dass er sich um die Pferde kümmern sollte. Ich stieg in meinen Wagen und fuhr so schnell wie möglich los. Ich war in Rekordzeit am Airport, rannte in das gebäude und checkte ein. Ich musste oft wegfliegen, somit kannten mich viele schon und während der kurzen Wartezeit hatte ich wen zum reden. Ich hatte im Flugzeug einen entspannten Platz am Gang und während der eineinhalb Stunden Flug las ich ein bisschen. In England holte mich Sammy ab, sie hatte mir das angeboten, damit ich kein Taxi nehmen musste. Wir kamen auch ziemlich schnell bei ihr auf dem Hof an und wir entschieden uns direkt mit der Arbeit anzufangen. Wir brachten meine Tasche ersteinmal ins Haupthaus, da ich heute hier übernachten werde und dann gingen wir nach links und auf dem Putzplatz stand bereits der Araberhengst und tippelte energiergeladen hin und her. „Wie ich gesagt habe er ist nicht leicht.“, sagte Sammy verlegend lachen. Ich meinte, dass er wunderschön ist und zu erst machte ich mich Shamal bekannt. Er sah mich sehr skeptisch an und war sih unsicher, was er von mir halten sollte. Ich lächelte beruhigend und strich ihm vorsichtig über den Hals. Shamal schnaubte zufrieden ab und ich fuhr mit der Hand über seinen Nasenrücken. Ich fing nach 10 Minuten an mit dem Ausschneiden und dies machte er auch wirklich gut mit hin und wieder zog ere mal den Huf weg, was ich jedoch nicht zuließ. Als es jedoch zum Korrigieren und Kürzen mit der Raspel war ihm das sehr suspekt. Er wich zur Seite aus und legte die Ohren an zum Glück stieg er jedoch nicht und so holten wir in bisschen zum Knabbern. Sammy fütterte und lobte Shamal, während ich die Hufe so geräuschlos wie möglich kürzte und korrigierte. Ich atmete auf als ich endlich fertig war und wusch den Schweiß von meine Stirm. Sammy ließ Shamal wegbringen und dann gingen wir zusammen erstmal reden und den Tag ausklingen.

    Trainingsberichte (4 Stück)
    Dressur E-A, 29. September 2016
    Herzhaft gähnend, schlug ich meine Bettdecke zurück und sprang aus dem Bett. Gleich darauf hüpfte ich bibbernd in mein Badezimmer und schaltete erst einmal die Heizung an. Es war zwar erst Ende September aber offensichtlich hatte der Sommer beschlossen dieses Jahr direkt in den Winter überzugehen. Das galt besonders für die frühen Morgenstunden. Ich packte mich so warm wie nur irgend möglich ein und joggte dann hüber zu den Stallungen. Heute stand zuallererst das Dressurtraining mit meinen beiden neuen Arabern Saddy und Shamal an. Beide hatten sich bereits prächtig eingelebt und die ersten Trainingseinheiten für den Aufstieg in Klasse A perfekt gemeistert. Saddy war bereits seit vielen Jahren gekrönt und hatte vier Fohlen zur Welt gebracht. Turniertechnisch war sie jedoch noch nicht allzu oft vorgestellt worden. Dies wollte ich nun ändern. Die hübsche Scheckstute hatte enormes Potential, weshalb sie auch perfekt in meine gerade entstehende Zucht passte. Shamal dagegen war noch ein richtiger Jungspund. Ich hatte ihn für seine Vorbesitzerin eingeritten und hatte mein Glück dann kaum fassen können, als sie ihn mir tatsächlich verkauft hatte. Ich wollte den aufgeweckten Hengst nun langsam weiter fördern und ihn sobald die Zeit reif war selbstverständlich auch auf Turniere schicken. Bei dem heutigen Abschlusstraining würde mir meine Angestellte und Freundin Meg behilflich sein. Damit hatte ich mich zugegebenermaßen erst ein wenig schwer getan, da ich die etwas schwierigeren Pferde eigentlich immer selbst trainierte. Doch Meg hatte inzwischen solche Fortschritte gemacht, dass ich ihr die Gelegenheit geben wollte, mit Saddy zu arbeiten. Die Stute hatte zwar eine gehörige Portion Temperament und stellte sich auch beim Reiten gerne einmal quer, wenn ihr etwas nicht passte, ansonsten war sie aber umgänglich. Meg erwartete mich bereits im Stall. Sie war ein bisschen blass, grinste aber über das ganze Gesicht, als sie zu der wunderschönen Araberstute in die Box schlüpfte. Ich dagegen lief hinüber in den Hengsttrakt, um mich um meinen kleinen Jungspund zu kümmern. Shamal begrüßte mich zu meiner großen Freude mit einem dunklen Brummeln, als ich seine Box betrat und ich strich ihm liebevoll den langen Schopf aus der Stirn. Eigentlich war ich mit meinen beiden bisherigen Araberhengsten vollkommen zufrieden gewesen, doch Shamal hatte mich mit seinem Charme einfach völlig verzaubert. Ich putzte den jungen Hengst in aller Ruhe, verlas seine Mähne und seinen Schweif und kratzte ihm die Hufe aus. Anschließend bandagierte ich seine Beine, legte ihm den Dressursattel auf den Rücken und trenste ihn auf. Kaum zehn Sekunden später kam Patrick aus dem Stutentrakt herüber und fragte mich, ob ich fertig sei. Meg hatte ihn geschickt und ich nickte zustimmend. Ich traf die junge Frau vor dem Stall, während sie versuchte die gescheckte Araberstute neben sich ruhig zu halten. Saddy stand mit hoch aufgerichtetem Hals und gespitzten Ohren vor dem Stall und tänzelte immer wieder zur Seite. "Na, war sie brav bisher?", fragte ich Meg. Die zog eine Grimasse und meinte nur: "Naja, sie hat versucht mich beim Putzen und beim Satteln zu beißen, aber das funktioniert ja dann nicht mehr, wenn ich erst einmal auf ihrem Rücken sitze." Ich lächelte mitfühlend. Ich hatte außer Saddy nur ein bissiges Pferd auf dem Hof und das war ein Hengst - Meg hatte mit ihm also nichts zu tun. Ich führte Shamal vorwärts in die Reithalle. Es war mir heute entschieden zu kalt, um auf dem Platz zu trainieren und außerdem würde es uns die Arbeit mit den aufgedrehten Vollblütern erleichtern. In der Halle angekommen, schloss ich die Hallentür hinter Saddy und Meg und führte Shamal zur Mittellinie. Dort gurtete ich behutsam nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich in den Sattel. Gleich darauf lobte ich den jungen Hengst, weil er so brav stehen geblieben war. Das war beim Einreiten ein großes Problem gewesen und auch jetzt hibbelte das Jungpferd ab und zu noch herum, wenn ich aufsitzen wollte. Meg hatte mit Saddy größere Probleme. Die Scheckstute drehte sich permanent um die eigene Achse oder rannte seitwärts. "Stell sie mit dem Kopf voran in eine Ecke Meg, dann hast du es leichter.", riet ich meiner Freundin. Meg folgte dem Rat und saß schon zwei Minuten später auf dem Rücken der Stute. Leider wurde das Training ab diesem Punkt nicht gerade besser. Shamal sprang zwar zweimal zur Seite, absolvierte seine Aufgabe ansonsten aber tadellos. Wir übten den Schritt-Galopp-Wechsel, das Rückwärtsrichten, die Vorhandwendung und Viereck verkleinern und vergrößern. Wieder einmal genoss ich Shamal`s herrliche Gänge und lobte den Hengst immer wieder. Als Meg Saddy immer noch im Schritt um die Bahn ritt, während ich mit Shamal schon beinahe fertig war, rief ich ihr zu: "Meg, jetzt arbeite sie mal ordentlich. Das hier ist ein Abschlusstraining und Saddy kennt die Aufgaben. Du darfst dich von ihr nicht so einschüchtern lassen!" Meg verzog das Gesicht zu einer grimmigen Grimasse und drückte ihre Beine viel zu fest zusammen, um Saddy anzutraben. Die Araberstute riss den Kopf in die Höhe und schoss im Galopp los. Mit angelegten Ohren legte sie ein paar Bocksprünge hin, bevor Meg es schaffte sie zum Trab durchzuparieren. Aber auch jetzt lief Saddy alles andere als schön: Sie rannte Meg mit weggedrücktem Rücken unter dem Hintern weg - von Stellung und Biegung keine Spur. Nach zwei solchen Runden auf dem Zirkel, parierte Meg Saddy zum Schritt durch und ritt zu mir herüber. Tränen glänzten in ihren Augen. "Sammy ich kann das nicht. Ich komme mit ihr einfach nicht zurecht, ich weiß auch nicht warum.", sagte sie mit zitternder Stimme. "Meg, du weißt genau was ich vom Aufgeben halte. Du musst einfach länger mit ihr Arbeiten, ihr kennt euch doch noch gar nicht.", versuchte ich sie umzustimmen, doch Meg schüttelte trotzig den Kopf und rutschte aus dem Sattel. Kurz bevor sie auf dem Boden aufkam, machte Saddy einen Satz nach vorn und riss Meg von den Füßen. Ich sprang aus Shamal`s Sattel und führte ihn zu Saddy und Meg. Wortlos drückte ich ihr Shamal`s Zügel in die Hand und übernahm Saddy. Als ich im Sattel der Stute saß und Meg mich immer noch anstarrte, atmete ich tief durch und meinte: "Du musst Shamal trocken führen. Er hat seinen Aufstieg super gemeistert. Wenn er trocken ist, versorg ihn bitte. Ich beende das Training mit Saddy." Meg ließ den Kopf hängen und führte den jungen Araberhengst um die ganze Bahn. Ich dagegen trabte Saddy mit einem leichten Schenkeldruck an und trieb sie ordentlich vorwärts, wenn sie wieder anfing herumzuzicken. Nach etwa zehn Minuten nahm die eigensinnige Stute den Kopf herunter, ließ den Rücken locker und ersetzte ihre abgehackten Tritte durch schöne, gleichmäßige Trabschritte. Ich lobte sie und ritt nun einmal sämtliche Aufgaben durch. Wie erwartet beherrschte Saddy sie alle ohne Probleme. Meg hatte mit Shamal inzwischen die Halle verlassen, doch ich wusste, dass ich noch einmal in aller Ruhe mit ihr sprechen musste. Zuvor ritt ich jedoch Saddy trocken und führte sie zurück zu den Stallungen...

    Dressur A-L, 31. Oktober 2016
    "Guten morgen meine wunderhübschen Lieblinge, wie geht es euch denn an diesem bitterkalten Tag so?", säuselte ich fröhlich vor mich hin, als ich an diesem windigen Halloween-Morgen meinen Stutentrakt betrat. Brian, der gerade mit der hochträchtigen Kagami El Assuad von einem kleinen Morgenspaziergang zurückkam, rollte nur grinsend mit den Augen, doch Samuel und Donald prusteten wie immer laut los. Sie alle waren meine kindliche "Klein-Mädchen-Stimme" wann immer ich mit meinen geliebten Vierbeinern sprach bereits gewöhnt und zogen mich nur noch ab und an damit auf. Ich begrüßte jede meiner Stuten, bevor ich mich dem Neuankömmling My lovely Horror Kid widmete. Heute wollte ich meine drei Araber, also Horror, den jungen Hengst Shamal und meine zweite neue Stute Saddy in der Dressur auf Klasse L trainieren. Sie alle sollten mittlerweile soweit sein, daher freute ich mich auf das Training. Als ich die Box der schönen und temperamentvollen Horror betrat, ging Meg vorbei. Die Stimmung zwischen uns war seit dem letzten Training mit den Arabern recht angespannt, da Meg überhaupt nicht mit Saddy zurechtgekommen war und am Ende einfach aufgegeben hatte. Es fiel mir unglaublich schwer diese Stille zwischen uns zu ertragen, doch ich wusste nicht, wie ich die Angelegenheit regeln sollte. Meg weigerte sich darüber zu sprechen, doch bevor wir das nicht geklärt hatten, würde ich sie nicht mehr am Training der Pferde beteiligen. Meg war normalerweise keine ängstliche Reiterin, doch ich befürchtete, dass sie nach diesem kleinen Zwischenfall zu genau einer solchen werden könnte. "Na komm meine Schönheit, jetzt zeig mir mal, was du alles kannst und bring mich auf andere Gedanken,ja?", sagte ich leise zu Horror, als ich die Fuchsstute geputzt und gesattelt aus dem Stall führte. Horror riss ihren feinen Kopf in die Höhe und tänzelte aufgeregt neben mir her, als das laute Wiehern eines Hengstes von den Koppeln herüber schallte. Jetzt, wo es langsam aber sicher auf den Winter zuging, waren die Pferde tagsüber nur einige Stunden auf den Koppeln und ansonsten auf ihren Paddocks. Die Trainingspferde hatten den Morgen über im Stall bleiben müssen. Horror erwiderte das Wiehern lautstark und riss an den Zügeln. Auch sie war wahrlich kein einfaches Pferd, doch ich hatte mich einfach auf den ersten Blick in die Stute verliebt. Außerdem besaß sie traumhafte Gänge und eine schier unglaubliche Ausdruckstärke - man musste sie nur zu händeln wissen. In der Halle angekommen gurtete ich nach, zog die Steigbügel herunter und schwang mich anschließend auf Horror`s Rücken. Das Stütchen blieb brav stehen und ich lobte sie dafür, denn diese einfache Lektion hatte uns nach Horror`s Ankunft viel Zeit gekostet. Anschließend wärmte ich die Fuchsstute in aller Ruhe auf und fragte dann die neuen Lektionen ab. Das waren der Außengalopp, der einfache Wechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung. Dank unserer guten Vorbereitung saßen all diese Lektionen perfekt und Horror schwebte förmlich unter mir dahin. Nach den ersten - zugegebenermaßen leicht katastrophalen - Trainingseinheiten mit ihr, hatte sich bei Horror ein Schalter umgelegt. Sie war zwar immer noch sehr, sehr stürmisch und wenn sie sich erschreckte kaum zu halten, doch ansonsten lief sie sehr ordentlich. Bei meinem zweiten Ritt auf ihr war ich nämlich recht unsanft im Dreck gelandet und hatte danach eine lange Diskussion im Sattel mit ihr ausgetragen. Seit diesem Tag schien Horror mich zu akzeptieren und darüber war ich mehr als froh. Ihre seidige Mähne umspielte sacht meine Finger, als ich Horror um die Bahn galoppierte und sie schließlich freudig trocken ritt. Wenn die Trainingsstunden mit den beiden anderen Arabern genauso gut liefen, war der Tag gerettet.
    Nachdem ich Horror an Patrick übergeben hatte, lief ich hinüber in den Hengsttrakt, um Shamal fertig zu machen. Doch das wunderschöne Hengstchen sah mir bereits mit gespitzten Ohren aufgesattelt von der Stallgasse aus entgegen. "Oh Jungs ihr seid die Besten!", sagte ich dankbar, doch Donald und Samuel sahen sich nur etwas betreten an und Samuel meinte: "Das Kompliment nehmen wir natürlich gerne an, aber Meg hat Shamal fertig gemacht. In ihrer Pause." Ich schaute ihn überrascht an und meinte dann: "Und wo ist sie jetzt?" "Sie hat gesagt, sie will sich in ihrer Wohnung aufwärmen und vielleicht kurz heiß duschen gehen.", antwortete Samuel, während er von einem Fuß auf den anderen trat. Auch meinen anderen Angestellten war die Anspannung zwischen mir und Meg unangenehm. Ich seufzte, band Shamal los und führte ihn über den Hof zur Reithalle. Der junge Araberhengst hatte bereits eine gewaltige Entwicklung durchgemacht, seit er auf Hollybrook Stud war. Er erkannte mich bereits und ich fühlte nicht zu all meinen Pferden ein solch tiefes Band der Zuneigung, wie es zwischen Shamal und mir bestand. In der Halle angekommen, stellte ich meinen Hübschen auf der Mittellinie auf und saß bereits ein paar Sekunden später im Sattel. Mit Shamal hatte ich das Stillstehen bereits beim Einreiten geübt, doch ich freute mich immer noch jedesmal rießig, wenn es auch klappte. Mit einem unsichtbaren Schenkeldruck ließ ich den Hengst antreten und ritt ihn am langen Zügel um die Bahn. Shamal schritt eifrig aus, doch eins seiner Ohren zeigte aufmerksam zu mir nach hinten. Ich strich ihm über den seidig weichen Hals und trabte ihn locker an. Nach einer kanppen Stunde beendete ich das Training mit einer sehr gelungenen Dressurkür auf L-Niveau. Wenn Shamal so weiter machte, würde er sich zu einem absoluten Tophengst entwickeln und würde ein Prachtstück meiner Zucht werden, da war ich mir sicher.
    Wieder im Stall kraulte ich Shamal noch einmal, übergab ihn an Donald und lief hinüber zu Saddy. Auch die Scheckstute war bereit geputzt und gesattelt, doch diesmal war Meg noch mit Trensen beschäftigt. Als sie mich sah, wurde sie rot und wollte sich umdrehen, doch ich hielt sie auf. "Meg warte. Das geht so nicht weiter. Hol dir deine Reitsachen, ich möchte, dass du Saddy's Training übernimmst." Meg starrte mich mit großen Augen an und schüttelte stumm den Kopf. Doch ich blieb hart und meinte: "Ich werde diesmal selbst nicht reiten und nehme dich Anfangs auf ihr an die Longe. Vielleicht war es etwas voreilig, dich gleich für ein Stufentraining auf sie zu setzen, aber du musst dein Selbstvertrauen wieder gewinnen. Und mit verlaub, das wirst du nicht, indem du mit Melody oder Golden Flair ins Gelände gehst." Meg wurde wieder rot, verschwand jedoch in der Sattelkammer und kam gleich darauf mit Schutzweste, Reitkappe und Handschuhen zurück. Ich nickte aufmunternd, band Saddy los und führte sie zur Halle. Die Scheckstute war heute sehr übermütig und hibbelte auf dem Weg zur Halle so sehr herum, dass ich sie zweimal anfahren musste, um ihre Aufmerksamkeit wieder zu bekommen. Meg beobachtete das überdrehte Pferd mit ängstlichem Blick. In der Halle angekommen, gurtete ich selbst nach und wich Saddy's schnappenden Zähnen aus. Jedesmal, wenn sie es versuchte, bekam sie dafür einen leichten Klaps auf die Nase und gleich darauf konnte ich in Ruhe neben ihr stehen, ohne einen blauen Fleck zu riskieren. Meg stand unschlüssig am Eingang der Bande, sodass ich sie irgendwann zu mir rief. Ich griff fest in Saddy's Zügel und wies Meg an aufzusteigen. Doch sobald die junge Frau einen Fuß in den Steigbügel setzte, schwenkte Saddy das Hinterteil herum und Meg musste von vorn beginnen. Ich runzelte die Stirn: "Meg, wir können dieses Spiel auch eine Stunde lang machen, also würdest du bitte einfach aufsteigen? Ich dachte du möchtest Rennreiterin werden? Da hast du mit genau solchen Pferden wie Saddy zu tun. Nur dass du sie nicht allein in einer geschützten Halle reitest, sondern in einem Feld voller dahinrasender Vollblüter." Das hatte gesessen und Meg schaffte es endlich auf den Rücken der Araberstute. Sofort verspannte Saddy sich und legte die Ohren an. Die intelligente Stute hatte die letzte Trainingseinheit mit Meg wohl noch sehr genau vor Augen und wusste nun, dass sie ihr nicht gewachsen war. Doch ich ließ Saddy nicht los, sondern führte sie im Schritt um die Bahn, bis Meg sich auf ihrem Rücken ein wenig entspannte. Sofort wurde auch die Araberstute ruhiger. Schließlich hakte ich die Longe in die Trense ein und ging in die Mitte des Zirkels. "Meg, locker lassen!", wies ich Meg sofort an, da ihre Schultern sogleich wieder in Richtung ihrer Ohren rutschten. Meg gab sich wirklich Mühe und allmählich harmonierten sie und Saddy besser zusammen. Schließlich ließ ich die Stute anhalten und sah erwartungsvoll zu Meg auf: "Na, versucht du es jetzt mit dem Stufentraining?" Als Meg nickte, meinte ich aufmunternd: "Super! Denk dran, gibt ganz leichte Hilfen, Saddy ist sehr sensibel." Und Meg ritt die Araberstute behutsam um die Bahn. Die L-Lektionen klappten zwar nicht so sauber, wie bei mir, aber dafür, dass Meg und Saddy gerade erst zusammenfanden, war ich mehr als zufrieden. Als Meg schließlich aus dem Sattel rutschten, umarmte ich sie froh und lobte auch die erfolgreiche Araberstute. Fröhlich miteinander lachend und scherzend führten wir Saddy zum Stall zurück. Die Jungs atmeten erleichtert auf, als sie uns so zusammen sahen und Samuel zeigte mir den erhobenen Daumen. Drei Pferde trainiert und eine Freundschaft/Reitkarriere gerettet, das konnte man wirklich nur einen überaus guten Tag nennen!

    Dressur L-M, 21. November 2016
    "Brian, Meg, ich brauche euch heute für das Dressurtraining mit den Arabern!", rief ich, als ich vom Abfohlstall hinüber in den Stutentrakt lief. Ich hatte gerade die beiden jüngsten Hollybrook-Bewohner Kazumi Princess El Assuad und Successful Dream besucht. Sofort kamen meine beiden Angestellten an. "Es geht um die Stufenerhöhung auf Klasse M. Meg du reitest Saddy, Brian dich setze ich auf My lovley Horror Kid. Ich selbst werde Shamal reiten." Meg und Brian starrten mich beide überrascht an. Bei Brian konnte ich das nachvollziehen, da er bisher nicht am Training von Horror Kid beteiligt gewesen war, doch Meg hatte die hübsche Scheckstute Saddy die ganze Zeit über bewegt. "Was habt ihr denn?", fragte ich. Brian lächelte: "Nichts, ich war nur ein bisschen überrumpelt. Hatte nicht damit gerechnet, dass du dein Versprechen mich mehr am Training zu beteiligen so schnell einlöst!" Mit diesen Worten drehte sich der junge Mann um und verschwand in der Box der Fuchsstute, um sie fürs Training fertig zu machen. Meg dagegen zögerte. "Du lässt Brian Horror Kid trainieren? In einer so hohen Klasse?", fragte sie mich leise. Neugierig sah ich auf: "Ja, warum?". "Naja, er hat ja bisher noch nicht so richtig beim Training mitgeholfen, da dachte ich er würde mit leichteren Sachen beginnen...", druckste Meg herum. Ich runzelte die Stirn: "Meg, dir ist aber klar, dass Brian die schwierigsten Pferde auf dem Hof reitet und sie sozusagen für das jeweilige Abschlusstraining vorbereitet? Aber keine Sorge, du wirst noch genauso am Training beteiligt wie bisher." Nun schien Meg erleichtert und trollte sich zu Saddy. Ich erhob mich ebenfalls und lief hinüber in den Hengsttrakt um meinen kleinen Chameur Shamal fürs Training fertig zu machen. Während Saddy bereits seit langem gekrönt war, hatte ich sowohl Shamal als auch My lovely Horror Kid für die nächste Hengstkörung beziehungsweise den nächsten Stutbuchwettbewerb gemeldet. Auch mein American Miniature Horse Darkwood's Storm Dancing Feather war gemeldet und die Welsh A Stute Mississle war ebenfalls bereit für diese wichtige Prüfung. Nachdem im letzten Monat erst Rainbow prämiert worden war, konnte man momentan wirklich nur davon sprechen, dass es auf meinem Gestüt ausgesprochen gut lief. Deshalb hoffte ich nun natürlich, dass auch Shamal und Horror Kid erfolgreich durch ihre Prüfungen kamen. Davor wollte ich jedoch ihre Dressurausbildung noch weiter vorantreiben. Shamal begrüßte mich mit einem tiefen Brummeln und ich strich ihm liebevoll über das samtweiche Maul. Da alle Pferde momentan Stalldecken gegen die Kälte trugen, war ich knapp eine Viertelstunde später vor dem Stall. Weder Meg noch Brian waren hier, also schickte ich Samuel in den Stutentrakt, damit er ihnen ausrichten konnte, dass ich schon einmal in die Halle ging. Shamal lief mit großen Schritten neben mir her und prustete ab und an die kleinen Schneehaufen an, die zu beiden Seiten des Weges aufgehäuft waren. Ich lachte über den dahinstaksenden Hengst, war aber dennoch froh, als ich den kalten Wind in der Reithalle aussperren konnte. Ich stellte Shamal auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich leichtfüßig in den Sattel. Das Stillstehen beim Aufsteigen war mittlerweile kein Problem mehr für den Araberhengst, doch ich lobte ihn immer noch dafür. Als ich Shamal gerade am langen Zügel im Schritt um die Bahn ritt kamen Meg und Brian mit den Stuten. Sie stellten beide auf der Mittellinie auf, doch während Brian innerhalb von zwei Minuten in Horror's Sattel saß, hatte Meg wieder Schwierigkeiten mit Saddy. Als Brian Horror im Schritt antreten ließ, wurde Saddy noch nervöser. Sie reckte die Nase in die Luft und drehte sich im Kreis. "Meg stell sie wieder mit dem Kopf in die Ecke. Wir bleiben so lange bei C.", rief ich ihr zu. Kurz darauf saß auch Meg im Sattel, doch sie sah nicht gerade glücklich aus. Während der letzten Wochen hatte ich mit allen drei Pferden den Halt aus dem Galopp, den fliegenden Wechsel, Renvers, Travers, Traversale, Schulterherein und die halbe Pirouette im versammelten Schritt erarbeitet. Für das Abschlusstraining heute wollte ich alle drei Pferde in einer M-Dressuraufgabe sehen. Wir wärmten unsere Pferde im Schritt und Trab auf, dann machte ich mit Shamal den Anfang. Bei A wendete ich im versammelten Trab auf die Mittellinie ab und parierte den Hengst bei X zum Halt durch. Gleich darauf ritt ich wieder im versammelten Trab an, wechselte im starken Trab durch die ganze Bahn und versammelte Shamal bei Erreichen des Hufschlags sofort wieder. Bei A wendete ich erneut ab und traversierte mit Shamal nach rechts. Den Rest der langen Seite zeigten wir das Schulterherein. Bei C parierte ich Shamal erneut zum Halt durch, richtete ihn vier Tritte rückwärts und trabte daraus wiederum versammelt an. Beim Ritt durch die Länge der Bahn folgten nun zwei halbe Pirouetten im versammelten Schritt. Danach fehlte nur noch die Galopptour. Mit einer kaum sichtbaren Hilfe ließ ich den eifrigen Hengst anspringen, wendete auf den Zirkel ab und wechselte mit einem fliegenden Wechsel aus selbigem. Dann galoppierte ich die Mittellinie hinunter, brachte Shamal bei X zum Stehen und lobte ihn ausgiebig. Er hatte seine Sache unglaublich gut gemacht und ich war sehr zuversichtlich, dass er auch gut durch seine Körung kommen würde. "Okay, Brian?", fragte ich. Der junge Mann nickte entschlossen und trieb Horror Kid vorwärts. Mit leuchtenden Augen sah ich dem Paar zu. Horror war keineswegs einfach, doch Brian ging genau richtig mit ihr um. Er zeigte in der richtigen Situation das nötige Feingefühl, ließ ihr aber auch ihre Buckelei am Anfang der Galopptour nicht durchgehen. Als er Horror bei X wieder zum Stehen brachte zeigte ich ihm begeistert den erhobenen Daumen. Er grinste und strich Horror Kid lobend über den glänzenden Hals. Nun waren Meg und Saddy an der Reihe. Meg machte ein hochkonzentriertes Gesicht, doch ich bemerkte, dass sie die Finger starr um die Zügel gekrampft hielt. Saddy war ein wunderbares Dressurpferd, doch die Stute war auch hochsensibel. Sie riss sofort den Kopf hoch und kam sehr unsauber zum Stehen. Das zog sich durch die gesamte Kür. Brian hatte Horror Kid schon trocken geritten und auch Shamal war abgekühlt. Ich bat Brian also die beiden Pferde zurück in den Stall zu bringen und Shamal Samuel oder Donald zu übergeben. Sie würden sich gut um den braven Hengst kümmern. Ich dagegen sah mit gerunzelter Stirn zu ihr auf. "Meg, was ist los mit dir? Beim letzten Training hat es doch so gut geklappt mit euch beiden.", sagte ich ernst zu ihr. "Bei Brian hat alles so toll geklappt und ich hab es nichtmal ohne Probleme aufs Pferd geschafft! Bestimmt trainierst du bald nur noch mit ihm, weil er einfach so viel besser ist als ich!", brach es aus Meg hervor und Tränen strömten über ihre Wangen. Ich griff in Saddy's Zügel, da die Araberstute nervös mit den Ohren spielte. Ein solcher Gefühlsausbruch auf ihrem Rücken war ihr ganz offensichtlich nicht geheuer. "Also Meg ich erkenne dich im Moment kaum wieder. Ich werde dich nie durch Brian ersetzen, aber wir haben doch wirklich mehr als genug Pferde hier. Möchtest du das Training beenden oder soll ich Saddy fertig machen? Aber egal wie du dich jetzt entscheidest, wir müssen uns diese Woche mal zusammensetzen und reden.", erklärte ich ihr. Meg nickte, nahm die Zügel auf und ritt die Kür ein zweites Mal. Diesmal zeigte ich auch ihr den erhobenen Daumen und ging grinsend zu den beiden. "Das war wunderbar! Und das kannst du auch, wenn Brian dabei ist. Davon bin ich fest überzeugt!" Wir gingen hinüber zu den Stallungen und ich stufte Saddy, My lovely Horror Kid und Shamal in der Dressur auf Klasse M auf. Ich war wahnsinnig stolz auf meine drei Vierbeiner!

    Dressur M-S, 05. Dezember 2016
    Mit einen seeligen Lächeln im Gesicht wandte ich mich von der Fohlenkoppel ab, auf der momentan lediglich Kagami El Assuad und Success Story xx mit ihren beiden winzigen Stutfohlen Kazumi Princess und Successful Dream standen. Ich kam gerade vom Mittagessen und hatte wie immer einen Abstecher zu den jüngsten Hollybrook-Bewohnern unternommen. Nun war es an der Zeit, ein weiteres Stufentraining mit meinen talentierten Pferden zu absolvieren. Diesmal stand eine S-Dressur-Abschlussprüfung auf dem Programm. Diesen Aufstieg sollten heute meine Arabischen Vollblüter Saddy, Shamal und My lovely Horror Kid schaffen und ich war schon sehr gespannt, wie sie sich alle schlagen würden. Das galt vor allem für Shamal und Horror Kid, da diese beiden bereits für Körungen angemeldet waren. Als ich in den Stutentrakt kam, waren meine beiden Angstellten Meg und Brian bereits damit beschäftigt, Saddy und My lovely Horror Kid zu putzen. Ich grinste sie an und verschwand gleich darauf mit Shamal's Putzkoffer im Hengsttrakt. Brian hatte den wunderschönen Araber bereits für mich von der Koppel geholt und ich begann sofort mit der Arbeit. Doch zuerst begrüßte ich meinen kleinen Liebling liebevoll. Etwa zwanzig Minuten später traf ich Meg und Brian mit den beiden Stuten vor dem Stall. Alle drei Pferde glänzten in der kalten Mittagssonne und waren jeweils mit Bandagen, Dressursattel und Kandarre ausgerüstet. In letzter Zeit hatten wir alle sehr hart trainiert, um Saddy, Horror und Shamal die schwierigen Dressurlektionen der Klasse S beizubringen. In der Halle angekommen, schloss ich die großen Hallentüren hinter uns und führte Shamal in die Bahn. Wir gurteten nach, zogen die Steigbügel herunter und schwangen uns in die Sättel, die zu dieser eiskalten Jahreszeit mit herrlichem Lammfell bezogen waren. Die Araber waren zwar alle immer noch sehr hitzig, blieben mittlerweile aber wenigstens während des Aufsitzens brav stehen und warteten alle auf unsere Kommandos. Wir ritten die Schönheiten ein wenig im Schritt am langen Zügel um die Bahn, dann legten wir die Abschwitzdecken auf die Bande und trabten an. Shamal lief gleichmäßig unter mir daher und ich konnte es immer noch kaum glauben, wie sehr sich der junge Hengst in dieser kurzen Zeit gemacht hatte. Auch Saddy und My lovely Horror Kid sahen unter ihren Reitern top aus. Ich war sehr froh zu sehen, dass Meg ihre Eifersucht auf Brian einigermaßen im Griff zu haben schien. Wir hatten ein sehr ernstes Gespräch miteinander geführt und ich hatte Meg zu meinem großen Missfallen klipp und klar sagen müssen, dass ich sie vom Stufentraining abziehen würde, wenn sie sich nicht zusammen riss. Ich war unsagbar froh, zwei so talentierte Dressurreiter auf meinem Gestüt zu haben, da konnte ich weder Streit noch Eifersucht gebrauchen. Gerade jetzt, da die meisten erwachsenen Pferde durch die Körung durch waren und es bald verstärkt mit dem Training der Fohlen und Jährlinge losgehen würde. Shamal erinnerte mich mit einem unwilligen Buckler daran, dass ich mich gefälligst auf ihn konzentrieren sollte und holte mich damit in die Wirklichkeit zurück. Mit einem leichten Schenkeldruck galoppierte ich ihn an und grinste wie immer, wenn ich den wunderbaren Hengst bewegte. Alle drei Pferde beherrschten mittlerweile die Passage, die Piaffe, die Schaukel und die Traversale im Galopp. "Meg, fängst du bitte an?", rief ich meiner Angestellten zu. Ich hatte entschieden, sie heute als erstes reiten zu lassen, damit sie sich nicht von Brian oder mir verunsichern ließ. Sie nickte entschlossen, nahm Saddy auf und galoppierte im versammelten Galopp die Mittellinie hinunter. Bei X parierte sie die Scheckstute zum Halt durch, ließ sie ein paar Sekunden lang still stehen, grüßte imaginäre Richter und ritt im versammelten Trab an. Anschließend wechselten die beiden im starken Trab durch die ganze Bahn, wendeten bei A auf die Mittellinie ab und zeigten eine Zick-Zack-Traversale und präsentierten gleich darauf auf der Diagonale die Passage. Nun folgten vier Übergänge von Passage zu Piaffe und andersherum. Saddy hatte die Kruppe dabei abgesenkt und hatte schön Gewicht mit der Hinterhand aufgenommen. Ich nickte zufrieden und verfolgte jede Bewegung des Paares. Es folgte die Galopptour mit der Traversale, den fliegenden Wechseln im Einer-Rhythmus, dem versammelten und dem starken Galopp, bevor Meg die Araberstute erneut zum Trab durchparierte. Nun folgte die Abschlusstour die Mittellinie hinunter. Dieser Schluss erfolgte wieder mit Wechseln aus Passage und Piaffe, bis Meg Saddy bei X erneut zum Halten durchparierte. Ich grinste ihr begeistert zu und wies sie an, die Stute trocken zu reiten. Als nächstes war Brian auf Horror Kid an der Reihe. Die wunderschöne Fuchsstute hatte sogar noch mehr Esprit als Saddy und bewegte sich tänzerisch durch die Bahn. Brian ging wie üblich hervorragend auf das sensible Tier ein und kam auch mit Horror's kleinen Aussetzern bestens zurecht, sodass ich auch ihm begeistert den erhobenen Daumen zeigte. Brian blieb nun auch in der Halle, um Shamal und mich zu beobachten. Wie üblich reagierte der feinfühlige Hengst prompt auf jede noch so kleine Hilfe meinerseits und schwebte regelrecht durch die Aufgabe. Shamal's besondere Stärke waren Piaffe und Passage und es bereitete mir eine große Freude, diese Lektionen abzufragen. Als wir bei X ankamen, ließ ich begeistert die Zügel lang und kraulte Shamal den schlanken Hals. Brian und ich ritten die Araber in aller Ruhe trocken, brachten sie dann zurück in den Stall und versorgen sie umsichtig. Gleich darauf eilte ich in mein Büro und änderte die Akten von Saddy, My lovely Horror Kid und Shamal ab. Ich war unglaublich stolz auf meine drei Wüstentänzer.

    Die Kür
    "Shamal, steh!", sagte ich streng zu dem herumhampelnden Hengst. Der junge Araber war aufgrund zahlreicher Siege eigentlich an die hektische Turnieratmosphäre gewohnt, doch die Anspannung bei einer Hengstkörung war doch noch einmal eine ganz andere. Überall wurden Pferde auf Hochglanz poliert, Besitzer, Trainer und Reiter hetzten mit kalkweißen Gesichtern durch die Gegend und den Startern wurden letzte Tipps hinterher gerufen. Ich selbst versuchte zwar ruhig zu bleiben, doch ich war mir nicht sicher wie gut mir das gelang. Ich kraulte Shamal den glänzenden Hals und war froh, als schließlich unser Aufruf aus den Lautsprechern schallte. Jetzt hatten wir wenigstens etwas zu tun. Mit einem leichten Schenkeldruck trieb ich Shamal in den Trab und wir ritten in die vollbesetzte Halle ein. Bei X brachte ich den Hengst geschlossen zum Stehen und grüßte die Richter. Als ich Shamal gleich darauf erneut antraben ließ, merkte ich die Veränderung die in dem Hengst vorging. Nun, da er eine Aufgabe hatte war er wieder voll bei mir. Seine Tritte wurden im Vergleich zu unserem Einritt länger und schwungvoller, er wölbte den Hals und schwang im Rücken mit. Ich strich ihm lobend über den Hals und konzentrierte mich dann voll und ganz auf unsere Kür. Wir wendeten auf den Zirkel ab und ich galoppierte Shamal zur geschlossenen Seite hin im Arbeitstempo an. Nach einer weiteren Runde auf dem Zirkel wechselte ich im starken Galopp durch die ganze Bahn und ließ meinen Araberhengst eine Pferdelänge vor Erreichen des Hufschlags einen fliegenden Wechsel ausführen. Nun versammelte ich Shamal und wir zeigten an der langen Seite ein Schulterherein im Galopp. Bei A kamen wir erneut zum Stehen, ich richtete Shamal vier Tritte rückwärts und ritt ihn daraus im Schritt am langen Zügel an. Wir wechselten nun im starken Schritt durch die halbe Bahn, ich nahm Shamal wieder etwas auf und wir wendeten bei C ab, um gleich darauf zwei halbe Pirouetten im versammelten Schritt zu zeigen. Nun fehlte nur noch die Trabtour und Shamal hatte sich bisher wirklich wunderbar geschlagen. Ich trabte ihn an und wendete sogleich bei A auf die Mittellinie ab, um den Hengst von dort aus zur langen Seite traversieren zu lassen. Shamal's Seitengänge waren spektakulär, was mir erst im Dressurtraining auf M-Niveau so richtig bewusst geworden war. Als wir die lange Seite erreichten, ritt ich Shamal im Travers weiter, versammelte ihn an der kurzen Seite und machte aus der Ecke kehrt, um den Trab auch auf der anderen Hand zu präsentieren. Wieder ließ ich den Hengst traversieren, diesmal zeigten wir allerdings die technisch anspruchsvollere Zick-Zack-Traversale. Als wir diesmal bei A auf die Mittellinie abwendeten, stahl sich schon ein Grinsen in mein Gesicht. Ich parierte Shamal bei X zum Halten durch, verabschiedete mich mit einem Gruß von den Richtern und verließ unter lautem Beifall die Halle. Mein kleiner Schatz hatte sich wirklich ganz hervorragend geschlagen und ich war schon gespannt auf unsere Bewertung.
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    Zuletzt bearbeitet: 5 Dez. 2016
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  5. Canyon

    Canyon Denkwerkstattbesitzerin

    Artemis Fortounis mit
    Loveletter

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    → Loveletter ←

    (Letter)

    Abstammung

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    Von Asis Bashir
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    Aus der Saddy

    Von El Sorit ox Aus der Santila ox

    Exterieur

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Hengst
    *2007
    (9 Jahre)
    Rasse: Pintoaraber
    Stockmaß: 154cm
    Deckhaar: Bay Tobiano
    Abzeichen: x

    Interieur / Beschreibung

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    liebevoll | verspielt | respektvoll
    Auch wenn Loveletter noch ziemlich jung ist mit seinen 9 Jahren, versucht er aber sowohl im Umgang, als auch unter dem Reiter, alles richtig zu machen und jede Hilfengebung richtig auszuführen. Allerdings ist der Schecke relativ anfällig für Verletzungen, denn er nimmt keine Rücksicht auf sich, wenn er auf der Weide mit den anderen tobt und legt sich öfter auf die Nase. Letter ist wie ein Liebesbrief, denn er liebt alle anderen Tiere, sowohl Hengste, Kühe, Hunde, Ziegen oder andere Tiere, er kommt mit allen Klar. Aber er hat eine Angst, was Tiere angeht, und das sind kleine, bellende Hunde. Er fürchtet sich manchmal so sehr, dass er, wenn er auf der Weide ist losprecht und wenn er im Stall angebunden ist, tänzelt und am liebsten sich losreißen würde. In der Herde benimmt er sich immer wie ein Absetzer und spielt mit den anderen dauerhaft rum, scheint es kaum zu akzeptieren, das man auch eine Pause braucht. Er zeigt immer Respekt vor dem Reiter und ist im Handling echt ein Engel, vor allem wenn er Mais bekommt.

    Besitzer: Canyon (Artemis)

    VKR/Ersteller: verfallen/Juu
    im Besitz seit: 11. November 2016
    Kaufpreis: x

    Qualifizierungen & Erfolge

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    Schleifenaufstieg Trainingsaufstieg Potential

    Dressur E A L M S S* S**


    Western E A L M S S* S**


    Springen E A L M


    Military E A L M


    Galopprennen E A L M S


    Distanz E A L M S S* S** S***


    Fahren E A


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    227. Westernturnier | 218. Dressurturnier | 184. Distanzturnier | 226. Distanzturnier | 227. Distanzturnier | 334. Springturnier | 102. Synchronspringen | 342. Dressurturnier | 341. Springturnier | 325. Militaryturnier | 349. Dressurturnier | 240. Distanzturnier

    Inoffiziell

    Tag der offenen Tür, 3. Platz Western A

    Zuchtverband

    -

    Ausbildung und Zuchtdaten

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    Fohlen ABC | Eingeritten | Eingefahren

    Distanz- & Westernpferdeausbildung (ab 3 Jahre)

    Einreiten | Einfahren | Geländetraining | Gelassenheitstraining | Stangenarbeit

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    [Schleife]
    Thema

    Gencode: x

    Zur Zucht zugelassen: nein
    Eingetragene Zucht: Hara Artemis

    Nachkommen

    -

    Gesundheitszustand

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    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck:

    Aktue Krankheit/en:
    Chronische Krankheit/en:
    Erbkrankheit/en:

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

    Ausgeschnitten/Korrigiert:
    Hufbeschaffenheit:
    Hufkrankheit/en:

    Beschlag vorne:

    Beschlag hinten:

    Zubehör

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    November 2015 | (c) Veija
    Reining LK 5 - LK 4
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    Heute war ich auf dem Weg zu Rachel Wincox und ihrem Bria Cliff Stabes, wie ihre Ranch so schön hieß. Sie war die letzte Kundin, bei der ich einen Hausbesuch machen würde. In Zukunft würden meine Kunden zu mir auf den Hof kommen und ich würde ihre Pferde bei mir trainieren. Schließlich gab es bei mir alles- naja, fast. Einen Strand oder die Fähigkeit, Gangpferde zu trainieren, fehlte komplett. Aber Annabell würde mir da bald auf die Sprünge helfen, da war ich mir sicher.
    Bei Rachel angekommen kündigte ich mich kurz an und ging promt zu den falschen Pferden. Naja, nicht ganz. Ich begrüßte meine beiden alten Pferde Sue und Croatoan. Letzteren hatte ich schon ewig nicht mehr gesehen. Dann ging es jedoch zu meinem eigentlichen Kunden, Loveletter, ein Pinarabianhengst, bei dem ich keine Ahnung hatte, wie so eine Rasse überhaupt entstand. Loveletter war ein richtig schicker Hengst, der mir auch sofort wie ein Dackel folgte. Am Putzplatz angekommen band ich ihn fest, um kurz noch sein Putzzeug zu holen. Als ich wiederkam, stand er mit gestrecktem Hals und schiefgelegtem Kopf in meine Richtung da, um zu schauen, wann ich denn endlich wiederkommen würde. "Du bist mir einer", sagte ich lachend und stupste seine Nase an, ehe ich mit dem Putzen anfing, was auch relativ zügig von statten ging. Beim Satteln benahm er sich auch wirklich super, bis draußen ein Hund bellte. Mit einem Satz sprang er von mir weg und schaute sich so lange panisch um, bis der Hund ruhig war. "Oh je, da muss aber dran gearbeitet werden..", murmelte ich und dachte an Ausritte, bei denen sowas wirklich sehr gefährlich werden konnte. Ich legte ihm noch Gamaschen, Skid Boots und Springglocken an, was mir Rachel empfohlen hatte, weil der Hengst manchmal ein richtiger Trampel war und sich sehr schnell verletzte. In der Halle angekommen gurtete ich nach und ritt ihn ein wenig warm, ehe ich angaloppierte und zunächst Speed Control und Galoppwechsel übte. Auf dem Zirkel konnte er schon sehr gut langsam, aber auch schnell galoppieren, weshalb ich diesen Teil flink abharkte und mich um den Galoppwechsel kümmerte. Für die LK 4 brauchte er diesen nicht wirklich, weshalb ich kurz vor X in den Trab durchparierte, den Zirkel wechslete und ihn dann wieder angaloppierte. Das übte ich ein paar Mal, bis es wirklich gut funktionierte.
    Nun waren die Stops dran, die ich zunächst aus dem Schritt und Trab versuchte, ehe ich mich an den Galopp wagte. Der Hengst war sehr flink im Kopf und verstand sofort, was ich von ihm wollte. Die Sliding Stops waren ausbaufähig, aber für die LK 4 reichte es. Auch die Rollbacks bekamen wir nach einer Weile hin, so dass nur noch die Spins fehlten, bei denen mir Caleb einen Trick gezeigt hatte.
    Ich stieg ab, knotete den rechten Zügel locker am Sattelhorn fest und hielt den linken Zügel in der Hand, ehe ich den Hengst wie beim Longieren um mich herum schickte. Dann knotete ich auch den linken Zügel am Sattel fest, aber so, dass der Hengst seinen Hals stark nach links beugen musste, damit kein Zug auf den Zügeln war. Langsam ging ich einen Schritt von ihm weg, hob die Arme und schnalzte ein paar Mal. Da der Hengst wegen seines Kopfes nicht nach vorne gehen konnte, ging er nach links und fing ganz langsam an, sich nur noch auf den Hinterbeinen zu drehen. Nach einer Weile wechselte ich die Zügel, so dass der Rechte nun auf Zug stand und wiederholte die Übung. Auch hier verstand er sofort, so dass ich mich wieder auf seinen Rücken setzen konnte und das Ganze von oben übte. Es dauerte recht lange, bis er genau verstand, aber dann machte er wirklich super mit, weshalb ich es dann für heute gut sein ließ. Für die LK 4 reichte sein Wissen allemal. "Braver Junge", sagte ich nachher beim Absatteln noch und klopfte seinen verschwitzten Hals. Dann löste mich Rachel ab und ich konnte nach Hause fahren.

    Dezember 2015 | (c) BellaS

    Dressurtraining A → L
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    Ein kleine Motivationsproblem hatte ich öfter und gerade bei anstehendem Dressurtraining erwischte mich oft eine derartige Aufschieberitis, dass ich mich heute wirklich zusammenreißen musste um die Reise nach New York anzutreten. Es ging auf die Barier Cliff Ranch, einen Ort an den es mich innerhalb des letzten Jahres öfter verschlagen hatte. Zudem waren sowohl meine Hufschmiedin als ach meine Tierärztin hier zu Hause, sodass wir uns öfter in die eine oder andere Richtung besuchten. Heute ging es zu Rachel Wincox, eben jener Hufschmiedin und ihrem Hengst Loveletter. Ich wurde freundschaftlich und herzlich begrüßt und direkt zu meinem heutigen Trainingspartner geführt. Loveletter war ein Pintarabien, allerdings keine explosives Exemplar, wie sie öfter bei diesem Mix auftraten, sondern ein freundliches und aufmerksames Pferd. Seine erste Stufe in der Dressur hatte er sich durch eine Turnierplatzierung verdient und so würde das Arbeiten heute wohl recht entspannt verlaufen, da ich davon ausgehen konnte, dass Rachel bereits in der Dressur mit ihn trainierte. Zwar war ich grundsätzlich kein großer Fan von Pferden die in zwei Reitweisen gingen, aber in der Dressur würde das hoffentlich keine allzu große Rolle spielen. Ich kannte Westernpferde unterm Dressursattel, die Probleme mit der angespannten, strammen Haltung hatten, aber komische Prophezeiungen aus schlechter Laune verbot ich mir schnell. Putzen, satteln, Helm und Handschuhe greifen, auf in die Reithalle. Noch war es hier zwar wärmer als zu Hause in Dänemark, aber man bemerkte schon, dass der Winter sich ankündigte. Also lieber in die Halle.
    Wir begannen mit ein paar Runden Schritt. Nicht nur zum aufwärmen waren diese gut sondern auch um sich aneinander zu gewöhnen. Ich ließ mir Zeit, doch dann begann ich mit dem eigentlichen Training. Erst war eine kurze Überprüfung des Wissensstandes, also die Grundlagen dran. Loveletter kannte und beherrschte das ganze Prozedere offensichtlich, arbeitete aber sehr gut mit und gab sich redlich Mühe alles perfekt und mir recht zu machen. Ein Verhalten, das erst angenehm, doch auf Dauer immer anstrengender wurde. Für die Dressur auf L gab es einiges neues zu lernen, ganz besonders die Verstärkten Grundgangarten. Wie immer begann ich beim Schritt und arbeitete mich langsam und immer wieder von Pausen unterbrochen bis zum verstärkten Galopp hoch. Schnell bemerkte ich: Loveletter hatte durchaus Motivation und wollte lernen, er machte seine Sache recht gut doch ein bestimmtes Etwas, eine angeborene Eleganz, wie man sie bei Barockpferden und Dressurspezialisierten Warmblütern öfter fand, fehlte hier. Gut, das Ganze ließ sich lernen, aber daran würde wohl Rachel arbeiten müssen, die an der Bande stand und mir zu sah. Noch einmal Galoppverstärkung. Zurück in den Arbeitstrab. Auf den Zirkel. Durchparieren. Pause. Antraben. Trab verstärken. Loben. Pause. Angaloppieren. Loben. Pause. Ein recht ereignisloses, aber erfolgreiches Training. Als ich den Hengst schließlich wieder an seine Besitzerin übergab, war meine Motivation noch immer nicht großer als noch vor kurzem zu Hause in meinem Büro. Seltsam. Da mir aber alles gut von der Hand gegangen war, gab es wohl keinen Grund zur Beschwerde. Kurze Zeit später war ich bereits auf dem Weg nach Hause.


    Die Kür
    Es war das erste Mal, dass ich ein Pferd von mir auf einer Körung vorstellen wollte. Bis jetzt hatte das immer Akif gemacht, doch nun, wo er im Ruhestand war und alles an mir lag, musste auch ich dies tun. Ich mochte Wettbewerbe, Turniere und Körungen nicht. Menschen über Menschen, viele Pferde und laute Geräusche. Nicht, aber auch gar nichts für mich. Für meinen Hengst Loveletter war dies jedoch genau das Richtige. Er liebte sie alle, er liebte die Aufmerksamkeit und er liebte es, wenn er sich beweisen konnte und das konnte er heute wirklich. Ich wusste, dass er einiges drauf hatte, dass hatte ich selbst erfahren dürfen, und ich war mir sicher, dass er heute sein Bestes geben würde.
    Für eine ganz große Stange Geld hatte ich mir einen Anhänger ausgeliehen und hatte Letter dann in diese hinein verfrachtet. Nun stand ich also hier. Mit der einen Hand Letter festhaltend, mit der anderen nervös am Fingernagel kauend. Das tat ich im übrigen sonst nie, aber heute war eben eine dieser seltenen Ausnahmen, wo ich es nun mal brauchte. Mein Reittalent, vor allem was die Dressur anging, war nicht gerade groß und dann würde ich auch noch ein Pferd vorstellen, was bereits S-Lektionen ging?! Himmel!
    Leider war es irgendwann wirklich soweit und ich betete zu Gott, dass ich mich nicht allzu stark blamieren würde.
    Im Mitteltrab betrat ich die Halle und ritt Letter auf die Mittellinie und blieb dann bei X, nein, so ein Mist, knapp vor X stehen. Letters Beine standen auch nicht gerade korrekt, aber egal. So, nun Richter grüßen! Die machten aber ein ödes Gesicht, sehr motivierend.
    Noch einmal tief durchgeatmet und dann begann ich meine Kür. Im Mitteltrab ging es los. Die rechte Hand war meine erste Wahl, ich hatte einfach so einen Rechtsklatsch. Im Trab ritt ich eine einfache Schlangenlinie und ging dann an der nächsten Seite sofort auf den Zirkel. Zirkel, was genau wollte ich hier nochmal tun? Vor lauter Aufregung war anscheinend jeder anständige Gedanke aus meinem Kopf geblasen wurde, was außerordentlich hilfreich war. Zum Glück wechselte Letter selbstständig in den versammelten Galopp. Ja selbstsändig. Oder hatte ich doch etwas getan? Kein Plan.
    Nun wechselte ich aus dem Zirkel und präsentierte einen etwas misslungenen Galoppwechsel. Auch auf der anderen Hand galoppierte ich zwei Runden und verließ dann den Zirkel. Das war schon mal geschafft! Nun nur noch eine Schlangenlinie mit drei Bögen im Trab und zurück ging es in den Schritt. Der starke Schritt sah gar nicht so schlecht aus, oder jedenfalls fühlte es sich nicht schlecht an und auch das Rückwärtsrichten klappte besser als gedacht. Zum Schluss zeigte ich noch eine fleißig eingeübte Traversale und ritt dann im Arbeitstrab zurück zur Mittellinie und tatsächlich hielt mein Freund Letter diesmal auch genau bei X an. Punkt für uns, würde ich sagen!
    Vollkommen fertig und verschwitzt verließ ich die Halle, während Loveletter anscheinend seinen Kopf noch ein Stückchen höher hielt.
    (c)Canyon | 2963 Zeichen | zeichenzähler.de

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    Bewegung (c)BellaS | Halfter (c)AlfurElfe
     
  6. Eddi

    Eddi Modi

    Meine Teilnahme mit Dr. Insektor

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    Name: Dr. Insektor
    Geboren: 2008
    __________________


    Von: Code Of Honor
    von: Connor
    aus der: Crucifére


    Aus der: Scream from The Abyss

    von: Forsaken Horizon
    aus der: Senseless Fight

    __________________


    Rasse: Schweres Warmblut
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Rappe

    Stockmaß: 173cm

    Beschreibung:
    Dr. Insektor ist ein eher unsicherer Hengst. Er braucht eine Bezugsperson und klare Ansagen, sonst wird er entweder ängstlich und zieht sich sehr zurück oder er macht einfach was er will. Er ist ein ziemlich talentiertes Dressurpferd, doch aufgrund seines Alters hat er dies noch nicht auf Turnieren zeigen können. Er hat viel von seiner Mutter Scream From The Abyss geerbt. Seine Dressurbegabung geht vermutlich auf ihr Konto. Seine stattliche Statur und das erstklassige Exterieur hat er von seinem Vater Code Of Honor. Dr. Insektor ist im Umgang nicht ganz einfach. Auf der Weide ist er ein Unruhestifter, daher sollte man ihn nur mit Pferden auf die Weide lassen, von denen man weiß, dass sie sich gut verstehen. Auch beim Schmied und beim Tierarzt gibt es des Öfteren mal Theater. Alles in Allem ist Dr. Insektor jedoch ein erfolgversprechendes Dressurtalent, dass mit einem konsequenten Reiter und Trainer sicher viel schaffen wird.

    Ersteller: Ente
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: Ente


    Dressur A -- Springen S -- Fahren L -- Distanz A

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    278. Fahrturnier
    149. Synchronspringen
    151. Synchronspringen
    386. Dressurturnier
    152. Synchronspringen
    290. Fahrturnier
    153. Synchronspringen
    271. Distanzturnier

    __________________


    Gekört: nein

    Nachkommen:
    Keine zu verzeichnen.
    __________________
    Offizieller Hintergrund

    Tierärztliche Klinik Caen - 22.12.2016 von Eddi
    Kurz vor dem Jahreswechsel wollte ich endlich noch ein Ziel erreichen: Den Warmbluthengst Dr. Insektor durch eine Hengstkörung bringen. Er war mir immer durchgerutscht, aber dieses Jahr sollte es noch klappen. Deshalb hatte ich eine Tierärztin zu Besuch, welche ihm das tierärztliche Attest abnehmen sollte. Als Besitzerin durfte ich dies nicht selbst durchführen. Da ich aber genau wusste, was dran war, kamen wir fix voran. Sie lobte den Hengst für seine positive Ausstrahlung und den guten Körperbau, ehe sie nickend seinen Zustand absegnete. Doc erhielt das erwünschte Zertifikat und war nun offiziell für die Hengstkörung bereit. Geimpft und entwurmt durfte er zurück in seine Box und sich für heute noch ausruhen.

    Crescent Acres Farriery - 19.11.2016 von Zaii
    „Hier bin ich, huhu!“, ich drehte mich suchend nach der Stimme im Kreis und konnte schließlich einen winkenden Arm auf einem der Allwetterreitplätze entdecken. „Da ist sie ja“, strahlte Tami, wie sie sich mir vorgestellt hatte und eilte ihrer Chefin entgegen. Ich schnappte mir meine Tasche, warf den Kofferraum meines Wagens zu und folgte dem jungen Mädchen.
    „Guten Tag, ich bin The-„ „Theodor Brooks, hallo, du kannst mich Eddi nennen“, legte die junge Frau los, die ich nur um wenige Zentimeter überragte. Ich versuchte mich an einem Lächeln, allerdings war ich zu aufgeregt, als dass es als ehrlich durchgegangen wäre.
    Vor kurzem hatte ich meine Ausbildung abgeschlossen und nachdem sämtliche Behördengänge getätigt gewesen waren, konnte ich endlich in die Selbstständigkeit starten. Und hier stand ich nun! Mein erster Auftrag.. „Zai hat mir schon viel von dir erzählt, sie schwärmt quasi von dir, aber natürlich nur auf professioneller Ebene, du bist ja mit Alexandra zusammen“, fuhr Eddi fort und während Tami beim Reitplatz blieb, um der Reitschülerin zuzusehen, die gerade eine kräftige Buckskin-Stute trocken ritt, zeigte Eddi mir den Weg zu dem Stallgebäude, in welchem ich meinen heutigen Kunden vorfand.
    Zugegebenermaßen hatte ich noch hier und da Probleme, die deutschen, schnellgesprochenen Wörter und Sätze zu verstehen, aber es half mir, meine Nervosität loszulegen, sodass ich mich endlich konzentrieren konnte, als wir vor einer Box stehen blieben. Erst jetzt fiel mir auf, dass es die einzige Box war, die besetzt war und Eddi erklärte mir schnell, dass die restlichen Pferde noch auf den Weiden waren. „Nur du musst hier drin sein, du armer Kerl. Wegen mir..“, murmelte ich und hielt dem schwarzen Hengst meine Hand hin, dass er mich beschnuppern konnte. Ich hoffte stark, dass mein Akzent nicht zu sehr auffiel, aber falls das der Fall sein sollte, war Eddi so professionell, es sich nicht anmerken zu lassen.

    „Dann wollen wir mal!“, meinte ich gut gelaunt, nachdem Eddi mir den Hengst in Schritt und Trab vorgeführt und ich mir meine Schürze umgebunden hatte. Der Doc, wie ich den Hengst Dr. Insektor bereits in meinem Kopf getauft hatte, hatte klare, sehr schöne Gänge und so konnte ich direkt mit dem ersten Huf beginnen. Naja.. das dachte ich zumindest. Der Rappe schien da anderer Meinung zu sein und musste erst überzeugt werden, sein Gewicht doch auf den restlichen drei Beinen zu verteilen und sich nicht gegen mich zu lehnen. Das hielt ich zwar eine Zeit lang aus, aber mehrere hundert Kilogramm machten sich irgendwann dann doch bemerkbar.
    So war Eddi damit beschäftigt, ihrem Pferd gut zu zureden, während ich nun endlich meiner Arbeit nachgehen konnte und die Hufwand kürzte, ehe ich das Zerfallshorn aus der Sohle schnitt. Auch das plan Raspeln der Hufwand und das abschließende Berunden der Kanten ließ der Hengst nun über sich ergehen. Fast schon euphorisiert machte ich zügig mit dem zweiten Huf weiter und sogar der linke Hinterhuf konnte ohne größere Zwischenfälle ausgeschnitten werden. Nur beim letzten seiner vier Beine befand Dr. Insektor, dass es wirklich nicht nötig war, diesen anzusehen. Zumindest wollte er ihn mir partout nicht geben. „Zu früh gefreut“, erklärte ich Eddi, die das Ganze mit einem Lachen abtat und mir von ihren ersten Aufträgen nach Eröffnung ihrer Klinik erzählte. Damit schien sie nicht nur mir die erneute Anspannung zu nehmen, sondern auch ihrem Pferd, sodass der wahrscheinlich siebenundzwanzigste Versuch, den Huf aufzunehmen endlich erfolgreich war. Während der Rappe weiter der Stimme seiner Besitzerin lauschte, beendete ich nun meine angefangene Arbeit und war mehr als zufrieden mit mir selbst, als ich den Huf absetzen konnte.

    Auch das anschließende Kontrollieren der Gänge zeigte, dass ich gute Arbeit geleistet hatte und so würde Dr. Insektor schon bald seine Ruhe vor mir haben. Bevor Eddi den Hengst allerdings an Tami übergab, wann hatte die sich eigentlich dazu gesellt? Schien, als wäre ich sehr vertieft in meine Arbeit gewesen, steckte ich ihm noch ein Stück Möhre zu, schließlich sollte er mich und auch den Besuch eines Hufschmieds ja in guter Erinnerung behalten.

    Nachdem ich mein Werkzeug wieder verstaut hatte, ließ ich mich von Eddi und Tami gern noch auf eine Limo in ihre Reiterstube einladen. Die beiden hatten allerhand Geschichten zu erzählen und natürlich war es für mich auch interessant zu sehen, von wem Zai Already übernommen hatte.
    Es war schön, endlich Gesichter zu den Namen zu haben und so verabschiedete ich mich dem Versprechen, Zai die herzlichsten Grüße auszurichten, wenn ich wieder auf Crescent Acres in Kanada angekommen war.

    Dressur E auf A - 10.10.2016 von Samanta
    Nachdem ich meinen Trainingsstall hatte schließen müssen, weil ich umgezogen war, hatte ich ihn in meiner neuen Heimat wieder aufgebaut. Mein erster Auftrag kam von Eddi. Sie hatte mir ihren Hengst Dr. Insektor in Pension gegeben. "Freut mich sehr, dich wiederzusehen", sagte ich lächelnd zu ihr, als sie und ihr Pferd ankamen. Er würde für 3 Tage in meiner Obhut bleiben. Ich lud Eddi erstmal zum Tee ein, während wir Dr. Insektor in seine Box brachten."Darf er auf die Koppel", erkundigte ich mich und Eddi nickte."Ja, aber nicht mit fremden Pferden. Er versteht sich nicht mit allen." Ich nickte und versprach ihr, dass ich ihn nicht mit anderen auf die Koppel stellen würde. Erst einmal durfte er sich in der Box umschauen, während ich mit Eddi einen Tee trank. "Erzähl mir mal, wie Dr. Insektor so ist." Sie hatte mir schon ein bisschen was bei der Anmeldung erzählt, aber ich hörte mir gerne auch nochmal persönlich alles an. "Er ist ziemlich zögerlich und braucht eine starke Hand, die ihm zeigt, wo es lang geht. Ansonsten ist er aber brav, verträgt sich nur nicht so gut mit anderen Pferden auf der Koppel", erzählte sie mir und ich antwortete:"Okay, damit komme ich klar."Ich schenkte ihr ein Lächeln. "Er wird in ungefähr drei Tagen soweit sein. Ich werde dafür sorgen, dass er dann zu dir zurück gebracht wird. Die Kosten trage ich." Sie nickte. Wir unterhielten uns noch eine Weile, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machte. Ich war froh, dass sie mitgekommen war, denn viele ließen ihr Pferd einfach zu mir bringen, aber das war meistens falsch, denn vor allem scheue Pferde brauchten eine Bezugsperson in fremder Umgebung. Nachdem Eddi losgefahren war, ging ich zu Dr. Insektor und hielt dem Hengst meine Hand hin. Er schnupperte daran und ließ sich dann von mir kraulen. Ein bisschen misstrauisch blieb er jedoch. Ich beschloss ihn erst einmal zu putzen. Er entspannte sich zusehends. Bevor es morgen ans Training gehen sollte, wollte ich ihn heute erstmal eingewöhnen lassen. Ich kraulte ihn noch eine Weile und fütterte dann meine Pferde und Dr. Insektor. Danach aß ich noch etwas und ging schließlich schlafen.
    Der nächste Tag begann früh für mich. Ich fütterte erst einmal alle Pferde. Nach einer Stunde hatten die Pferde aufgefressen und ich machte mich an das Training mit Dr. Insektor. Zunächst putzte ich ihn ausgiebig und sattelte und trenste ihn. Dann begann das Training. Zunächst longierte ich ihn etwas ab, um mir ein Bild über seine Gänge zu machen. Er hatte schöne Gänge und da er entspannt wirkte, beschloss ich ihn zu reiten. Ich merkte schnell, dass er wirklich sehr zögerlich war und bestimmte Hilfen und ein bestimmtes Auftreten brauchte. Ansonsten hatte er aber Talent. Ich fragte zunächst alle Lektionen ab, die er drauf haben musste und nachdem ich klar gestellt hatte, dass ich das Sagen hatte, gab er sich willig und lernbereit. Er lernte rasch, sodass ich am Ende des Trainings sehr zufrieden mit ihm war. Während meines Trainings hatte er heute Rückwärtsrichten, Zügel aus der Hand kauen lassen, Überstreichen und Übergang vom Schritt in den Galopp gelernt. Ich brachte ihn nach dem Reiten für ein paar Stunden auf die Koppel. Am Nachmittag schob ich eine weitere Trainingseinheit ein und wieder musste ich ihm erst einmal klar machen, dass er keine Angst brauchte und dass ich der Chef war. Er testete wirklich gerne und das machte ihn zu einem etwas schwierigeren Partner, aber er war nicht bösartig, sodass man ihm sehr schnell zeigen konnte, dass er machen sollte, was man wollte. Am Abend fütterte ich die Pferde und ging schließlich schlafen. Am nächsten Tag nahm ich die Feinschliffe bei ihm vor. Er machte sich gut und obwohl er mir nicht vollkommen vertraute, gab er sich brav. Schließlich war ich zufrieden mit ihm und organisierte den Transport zurück zu Eddi. Heute hatte ich mit ihm Viereck verkleinern und vergrößern und Kehrtwendung auf der Vorderhand beigebracht. Der Hengst hatte sich gut gemacht und ich war mir sicher, dass Eddi mit ihm noch viel Spaß haben würde.

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    Die Kür
    Es war so weit. Der Doktor ging auf seine erste Hengstkörung. Lange Zeit war er auf meinem Gestüt immer nebenher gelaufen, doch für dieses Jahr hatte ich mir noch eine Sache zum Ziel genommen: Meinen Rapphengst gekört zu bekommen. Bestens vorbereitet waren wir deshalb heute auf dem Turniergelände unterwegs und wärmten uns gerade auf. Motiviert trabte der Hengst unter mir eine Volte, als wir aufgerufen wurden: "Eddi Canary mit Dr. Insektor!".
    Ein wenig aufgeregt war ich schon, doch ich hatte bereits so viele Pferde vor ihm durch Körungen gebracht, dass ich mich schon fast einen alten Hasen nennen konnte. Also ritt ich zum Halleneingang und wartete auf Einlass. Kurz darauf ritten wir in die Halle und im Trab auch direkt auf X zu. Dort blieben wir geschlossen stehen und ich grüßte die Richter. Danach nahm ich wieder die Zügel auf und trabte an.
    Es ging auf die linke Hand, wo ich direkt auf den Zirkel abbog und die Galopphilfe gab. Brav reagierte Doc und sprang an. Mit ihm hatte ich noch nie Probleme gehabt und er war ein wahres Dressurass. Das hatte er ganz klar seiner Abstammung und seiner Züchterin zu verdanken. Dementsprechend wurde es auch langsam Zeit, dass eine gewisse Schleife seine Sammlung schmücken würde.
    Wir parierten zum Schritt durch und wechselten alsbald durch die ganze Bahn. Auf der anderen Hand blieben wir noch etwas im Schritt, ehe ich wieder antrabte und eine Volte ritt. Dann ging es auf die ganze Bahn und wir galoppierten nochmals an. Motiviert sprang Doc vorwärts und ich lobte ihn flüsternd. Wir parierten wieder zum Trab durch und ritten noch eine kleine Ehrenrunde.
    Dann bog ich auf die Mittellinie ab und hielt bei X an. Ich verabschiedete lächelnd die Richter und gab dann Doc die Zügel hin. Er wurde ausgiebig gelobt und dann verließen wir im Schritt am langen Zügel die Halle. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl und war mir sicher, dass wir heute wirklich sehr glücklich nach Hause fahren würden. Nun mussten wir nur noch ungeduldig auf unser Ergebnis warten...

    [2008 Zeichen von Eddi, gezählt auf zeichenzähler.de]
     
  7. Eddi

    Eddi Modi

    Abstimmung da! Sie läuft bis zum 25. Dezember 2016 um 20 Uhr!
     
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