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[HK 476] Alle Rassen

Dieses Thema im Forum "Archiv" wurde erstellt von Eddi, 8 Okt. 2015.

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Welcher Hengst bekommt deine Stimme?

Diese Umfrage wurde geschlossen: 18 Nov. 2015
  1. Burberry

    19,0%
  2. Sunday Morning

    4,8%
  3. Seattle's GT'aime

    4,8%
  4. CHH' Lamperd

    14,3%
  5. Phoenix

    0 Stimme(n)
    0,0%
  6. Absinth

    9,5%
  7. Leitz

    4,8%
  8. Capulet

    0 Stimme(n)
    0,0%
  9. Sacramento

    4,8%
  10. Genuine Lil Cut

    38,1%
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Eddi

    Eddi Modi

    [HK 476] Alle Rassen
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    Regeln:
    - Es dürfen nur Hengste teilnehmen! (Keine Stuten,Wallache oder Fohlen)
    - Jeder darf nur mit einem Hengst teilnehmen
    - Der Text darf maximal 3000 Zeichen enthalten, bitte überprüfen auf www.lettercount.com!
    - 5 Joellen an mich (Eddi) mit dem Grund: HK 476
    - Teilnehmerzahl ist auf 10 Pferde beschränkt!
    - Das Pferd muss unbewegt vor dem Kürtext und Steckbrief auf einem offiziellen Hintergrund ersichtlich sein (verlinken reicht nicht)
    - Zusätzlich darf ein Bewegungsbild auf einem beliebigen Hintergrund hinzugefügt werden (das Bild darf allerdings nicht vor dem Hauptbild stehen)

    Gründe für eine Disqualifikation:
    - die Zeichenzahl des Textes stimmt nicht
    - man hat mit Doppelaccounts abgestimmt
    - es wurde gebettelt
    - es wurde nicht überwiesen
    - die Teilnahme ist unvollständig
    - es liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor
    - die Aufgaben wurden nicht erfüllt

    Aufgaben
    Die Kür darf frei ausgedacht werden, jedoch muss sie folgendes beinhalten:
    - das Einreiten am Anfang der Kür mit anschließendem Grüßen
    - alle 3 GGA auf rechter und linker Hand
    - mindestens 2 verschiedene Hufschlagfiguren außer ganze Bahn
    - Richter verabschieden am Ende der Kür

    Die Gewinnerhengste werden durch folgendes System ermittelt:
    Aussehen Körungstext / Userabstimmung
    1 Punkt für jede Stimme

    Abstammung
    (muss verlinkt sein)
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Elternteil
    1 Punkt: Für jedes vorhandene Großelternteil
    -0,5 Punkte für Inzucht betreffend Eltern & Großeltern je Pferd/Pony

    Offizielle Turniere & Wettbewerbe
    1 Punkt für jede Turnierschleife erster Platz
    1 Punkt für jede Schönheits Wettbewerb Schleife
    1 Punkt für jede Turnierschleife zweiter Platz
    1 Punkt für jede Turnierschleife dritter Platz
    1 Punkt je Fohlenschau-Schleife

    Gesundheitscheck wenn vorhanden
    2 Punkte für Tierarztuntersuchung
    2 Punkte für Hufschmieduntersuchung
    Die Gesundheitschecks dürfen max. 6 Monate alt sein

    1 Punkt pro Ausbildungsbericht (nur Stufenerhöhungen zählen!)
    1 Punkt für ein Bild mit Zubehör
    2 Punkte für ein Bild mit Zubehör & Bewegung
    Es wird nur ein Bild gewertet.

    Mindestpunktzahl für die Gewinner: 20 Punkte

    Teilnahmen bitte nach folgender Reihenfolge gliedern:

    Username
    Pferdename
    Pferdebild
    Steckbrief (gespoilert) inkl. Turnierschleifen und korrekter Abstammungsverlinkung
    TA und HS Berichte (gespoilert)
    Trainingsberichte, nur die Stufenerhöhungen! (gespoilert)
    Kür + Zeichenzahl und Name des Prüfprogrammes


    Teilnahmen und Überweisungen
    [1] ... ✔
    [2] ... ✔
    [3] ... ✔
    [4] ... ✔
    [5] ... ✔
    [6] ... ✔
    [7] ... ✔


    Disqualifizierungen
    ...

    Viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
    Bei Fragen wendet euch an mich. :)
     
  2. Jackie

    Jackie Modi für SW's und SdMW/HdMW, Reiterspiele, Berufew

    Meine Teilnahme mit Burberry

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    Von L'ombre de la Figaro
    Von Jargo Aus der Little Baby

    Aus der Lady Äppel

    Von unbekannt Aus der unbekannt
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    Hengst
    4 Jahre
    Rasse Haflinger
    Stockmaß 152cm
    Deckhaar Lichtfuchs
    Abzeichen Blesse , v.l. weiß gestiefelt, v.r. weiß gestiefelt
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    „Der sture Bock? Na den können sie gerne haben!“ Das war die Meinung seines Vorbesitzers, der große züchterische Hoffnungen in den Hengst hatte. Doch der Hengst hatte ihn mit der vermeintlichen Sturheit wohl enttäuscht. Schnell fand ich heraus, dass nicht Sturheit der Grund für die Meinungsverschiedenheiten war, sondern das Burberry wohl ein kleines Sensibelchen war, der etwas zu hart angepackt worden war.
    Wegen dieser Eigenschaft benötigt er einen Reiter der weich in der Hand ist und ihm genug Zeit gibt wenn er etwas neues lernen soll und dabei vor allem viel Sitzfleisch hat, da ein Drängen eher zu einem Rückschritt führt, als zu dem gewünschten Erfolg.
    Ansonsten könnte man denken, Burberry wäre ein Mensch und kein Pferd. Er ist sehr menschenbezogen und es scheint als ob einem wirklich zuhören würde, wenn man mit ihm redet. Auch versucht er immer zu trösten, wenn man mal traurig ist, wodurch sich dieser Eindruck noch verstärkt. Der Hengst ist außerdem sehr gesprächig. Er muss immer seine Meinung kundtun, sei es durch ein missbilligendes Schnauben, ein wohliges Brummeln, oder sonstige Laute die in seinem Repartoire vorhanden sind. Da kanns auch schon mal sein, dass er wie ne Stute quietscht.
    Talentemäßig ist er eher in der Dressur zuhause, springt jedoch auch gerne. Wenn man mal den Draht zu ihm gefunden hat, kann man sicher bis auf M-Niveau erfolgreich Turniere gehen.
    Kein Anfängerpferd

    Besitzer Jackie (Amy Fleming)
    VKR/Ersteller Julie / HuskyJenny
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    76. Militaryturnier
    54. Synchronspringturnier
    55. Synchronspringturnier
    274. Springturnier
    273. Springturnier
    94. Synchronspringen
    97. Synchronspringen

    ——————————————————————————————————
    Galopprennen E
    Springen S***
    Military A
    Western E
    Dressur E

    Distanz A
    Fahren E
    Gang E

    Wendigkeit -N-
    Farbig = Trainer
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    Burberry ist sowohl eingeritten als auch eingefahren.
    Burberry wird außerdem klassisch geritten.

    Eingetragene Zucht Heartlandfarm
    Gekört Nein

    Nachkommen
    keine
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    Letzter Tierarztbesuch 19.09.2015
    Was wurde getan:
    Burberry wurde geimpft. Der Tierarzt konnte keine Beschwerden feststellen. Burberry ist in Top-Form

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    Letzter Hufschmiedbesuch 08.09.2015
    Was wurde getan:
    Der Hufschmied hat Burberrys Hufe kontrolliert, konnte aber nichts erkennen. Seine Hufe wurden gekürzt, ausgeschnitten und geraspelt. Burberry wurde mit Springeisen beschlagen, Stollen wurden beigelegt. Im Lager befindet sich noch eine 6er Packung Huföl.

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    PNG | Puzzel PNG | JPG

    Tierklinik Helsing
    Nachkontrolle und Impfen der Haflinger

    „Einen wunderschönen guten morgen Mirjam, was steht heute an sind alle schon da?“ fragte ich als ich gut gelaunt in die Praxis kam. „ Guten morgen Adria, für Sie und Zoey geht es heute nach England zu Amy Flemming, ich dachte der erste Kunde sollten Sie übernehmen. Ja die anderen sind schon da und warten auf den Aufenthaltsraum auf sie. Hier sind noch andere fälle!“ sagte sie und gab mir den Zettel. „ Gut Danke!“ bedankte ich mich und nahm den Zettel entgegen und ging zum Aufenthaltsraum. „Guten Morgen! Heute steht für Alfonso mit Marius eine Kolikop an, das Pferd wird gebracht. Für Alina und Corinna kümmern sich heute um meine eigenen Pferde und für Zoey und ich geht es heute nach England zur unseren ersten Kundin, Impfen und Nachkontrolle von drei Haflingern.!“ begrüßte ich die Truppe und wies sie gleich ein. Alle machten sich an die Arbeit und wir packten unsere Sachen was wir in England brauchten und fuhren zum Flughafen. Mirjam hatte bereits einen Flug gebucht. Sie war einfach die beste. Während des Fluges war zoey in ihr Lehrbuch vertieft. Sie hat morgen Prüfung und dementsprechend nervös war sie. Aber ich war zuversichtlich das sie das packen würde. Der Flug verlief ohne Probleme stiegen in unser Mietauto und fuhr dann zu Amy Flemming. Eine Stunde später kamen wir an, zoey immer noch im Buch vertieft. „ Hello and Welcome !“ wurden wir von Amy begrüßt. „ Hallo, entschuldigen Sie, zoey hat morgen Prüfung darum ist sie etwas abgelenkt!“ entschuldigte ich sofort meine Angestellte. Wir gingen zuerst zu einem Haflingerhengst namens Burberry. Professionell machte ich die Nachkontrolle und schaute ob er gesundheitliche Probleme hatte und ob ich ihn bedenkenlos impfen konnte. Ich schaute ihm zuerst ins Maul, das Zahnfleisch war schön feucht und rosig. Die Zähne könnten demnächst mal gemacht werden, ich wies sie darauf hin, sagte aber das es jetzt noch nicht sonderlich dringend wäre. Dann schaute ich mir seine Nüstern an, ob Ausfluss oder Verklebungen vorfinden würde. Dem war es nicht so und so ging es weiter . Seine Augen war klar und reagierten sofort auf die kleinsten Bewegungen. Dann hörte ich sein Herz ab und den Darmvorgänge. Auch dort war alles in Ordnung. So konnte ich problemlos die zwei Injektionen setzten sie ich für seine Impfung brauchte und somit war er nun fertig und Amy konnte das nächste Pferd herausholen. Zoey saß in einer ecke am lernen, ich verzieh ihr das, ich wusste wie wichtig sie die Ausbildung ist und sie sonst sehr zuverlässig ist. Nun kam sie mit einem weiteren Hengst namens Askan, benannt nach einem berühmten Löwen soweit ich mich erinnere, meinte ich zu mindestens. Der 14 jährige Hengst stand gelassen am anbinder und ließ sich alles gefallen. Auch da machte ich zuerst die Nachkontrolle kontrollierte wie bei seinem Vorgänger, Maul, zähen, Nüstern Augen, Herz und Darm. Und wie zu erwarten war alles ohne Befund und so konnte ich ihn auch impfen. Ich lobte den Hengsten. Und Amy holte das letzte Pferd für uns. Diesmal forderte ich Zoey auf die Nachkontrolle zu machen. Amy brachte nun Amsterdam Girl die stute machte jetzt schon einen guten Eindruck.

    „Na Zoey dann mal los!“ sagte ich und stand immer hinter ihr. „ Schleimhäute sehen gut aus, Zahnfleisch ist feucht und rosig, die zähen sind im guten zustand.!“ gab zoey zögerlich zur Antwort. „ Das ist korrekt!“ „ Nüstern und Auge sind auch in Ordnung“ dann hörte sie Herz und Darm ab und sie meinte das alles passen würde. Ich hörte dieses auch nochmal ab auch wenn ich ihr vertraue, muss ich es selber auch hören. DA auch bei Girl alles in Ordnung war gab ich die Impfungen und sagte zu zoey das sie alles aufräumen sollte. Ich unterhielt mich noch mit Amy. „ Also Burberry´s Zähne wären demnächst an der reihe, sonst sind alle drei Haflinger in Top-Zustand! Keine Befunde!“ sagte ich und verabschiedete mich von ihr und wir fuhren zurück zum Flughafen wo unser Flug nach Craignure bereits da stand.
    Von Elsaria

    Es war ein angenehmer, kühler Tag als ich auf Amy Flemings Hof ankam. Es tat mir wirklich leid, dass ich erst so spät kommen konnte, da der Auftrag in meinem Postfach untergegangen war. Dennoch war ich nun hier und ging mit meinem Hufschmiedköfferchen Richtung Stall, wo die berühmte Haflingerzüchterin schon auf mich wartete. Ich kannte sie bereits weshalb wir gleich zu plaudern begannen während wir zu den Pferden gingen.
    Als erstes gingen wir zu Sternsinger. Der hübsche Hengst zeigte sich freundlich und neugierig als ich kam. Seine Gelassenheit beeindruckte mir tatsächlich sehr und erleichterte mir nachher auch meine Arbeit. Er gab nämlich super brav seine Beine als ich seine Hufe untersuchte. Sie waren sehr gepflegt, weshalb eine große Korrektur nicht notwendig war. Trotzdem wollte ich ihn wieder einmal ausschneiden. Dazu nahm ich ihm erst seine Eisen und anschließend auch das altes, loses und überstehende Horn ab. Dann nahm ich eine Feile zur Hand und korrigierte Unebenheiten, damit der neue Beschlag bald auch problemlos saß. Als dies getan war ging ich mit den alten Hufeisen zu meinem Auto, wo ich die passende Größe des neuen Beschlages auswählte. Dabei handelte es sich um neue Aluminiumeisen mit Stollen für einen optimalen Halt auf weichem Untergrund. Nachdem ich die Eisen, fertig bearbeitet, auf seine Hufe aufgenagelt hatte war er dann auch schon fertig und bekam noch etwas Hufbalsam aufgepinselt.
    Mein nächster Patient war Burberry, ein hübscher Hengst, Sohn des berühmten L'ombre de la Figaro. Ihm schien das ganze Prozedere irgendwie spanisch vor zu kommen. Dies war allerdings kein Problem, da er dennoch bald Vertrauen in mich hatte. Somit verlief die Hufkontrolle, die sehr gut ausfiel, und das Ausschneiden seiner Hufe total problemlos. Erst als ich begann das komische, glänzende Zeug auf seine Hufe zu halten und die Größe zu testen wurde er wieder etwas ängstlich. Vor allem beim Aufbrennen musste ihn Amy öfter beruhigen, dann ging es aber und am Ende hatte er einen tollen, gut sitzenden Aluminiumbeschlag inklusive Stollen und hübsche, glänzende Hufe vom Hufbalsam.
    ,,Das ist sie.'',sagte Amy und stellte mir ihre Stute Amsterdam Girl vor. Auch sie sollte eine Hufkontrolle bekommen. Dabei gab sie aber hin und wieder wie zufällig den falschen Huf und zog ihn immer mal wieder weg. Sie testete mich. Doch da ich selbst auch ein kleines Zickchen zu Hause hatte schaffte ich es mich durchzusetzen und beim Eisenabnehmen und Ausschneiden war sie dann ganz brav. Nachdem dies getan war suchte ich auch für sie den perfekten Beschlag aus. Als die Größe gefunden war kamen sie in den Ofen und wurden erhitzt bis sie heiß genug waren um auf die Hufe aufgebrannt zu werden. Dabei zuckte Amsterdam Girl ganz kurz, blieb sonst allerdings cool und gehorsam. Danach kamen die Eisen ins Wasserbad zum auskühlen und anschließend auf die Hufe der hübschen Stute aufgenagelt. Anschließend bekam auch sie etwas Hufbalsam und durfte dann ihrer üblichen Tätigkeit weiter folgen.
    Als letztes war ein ganz besonderer Klient dran. Es handelte sich nämlich um Golden Samurai, einem sehr jungen und nicht erfahrenem Pferd. Ich wollte ihm darum ein möglichst positives Bild von der ganzen Sache vermitteln. Immerhin ist der erste Eindruck immer sehr wichtig. Ich ließ mir dabei sehr viel Zeit für die Kennenlernphase. Ließ ihn schnuppern und streichelte ihn erst spät, als ich wusste, dass er mir vertrauen würde und ich ihn nicht verschrecke. Dann bat ich ihn, mir sein Bein zu geben um seine Hufe zu kontrollieren. Erst kannte er sich nicht ganz aus und konnte erst nicht ganz koordinieren welchen er jetzt wie heben sollte. Doch mit viel Geduld bekam ich im Endeffekt, was ich wollte. Als ich fertig war wandte ich mich an Amy. ,,Er hat wirklich gutes Hufmaterial, weshalb er möglicherweise später einmal auch barfuß laufen kann, auch wenn er öfter auf hartem Boden läuft. Die Pflege scheint auch zu stimmen. Er hat kaum Risse oder ähnliche Schrammen, die groß auffallen. Weiter so.'',sagte ich und pinselte währenddessen vorsichtig seine Hüfchen ein, wobei er neugierig zuguckte. ,,Hufbalsam ist jedoch immer gut. Um den Zustand dennoch aufrechtzuerhalten ist es auch von Vorteil in den heißen Jahreszeiten immer mal wieder mit dem Schlauch drüber zu spritzen, dass gibt dem Material immer mal ein wenig extra Feuchtigkeit und kann bei gesunden Hufen auch mal das Hufbalsam ersetzen. Sonst habe ich eigentlich nichts mehr zu sagen. Wie gesagt, weiter so.''
    Danach verabschiedete ich mich auch schon wieder bei Amy und verließ Heartland nachdem ich noch eine 6er Packung Hufbalsam beim Lager abgeladen hatte.
    Von Bracelet

    28. September 2015 - Springtraining S**
    3083 Zeichen © Samanta


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    Jolympia. Ich konnte es noch gar nicht so richtig glauben, dass ich mich wirklich qualifiziert hatte, aber es war passiert und nun waren wir hier. Buberry würde mit mir ins Springen starten. Der Hengst stand entspannt neben mir, sah sich immer wieder interessiert um und schien meine Anspannung zu spüren, denn er stupste mich immer wieder an. Ich lächelte und klopfte ihm sanft den Hals. Nachdem ich ihn ausgestattet hatte, führte ich ihn auf den Abreiteplatz und gurtete nach. Ich stieg auf und wärmte ihn dann gemeinsam mit den anderen Startern auf. Es dauerte noch eine ganze Weile, aber schließlich war es soweit und etwas nervös ritt ich den Hengst in Richtung Springplatz. Das Stadion war restlos ausverkauft und natürlich wirkte sich die Umgebung auch auf meinen Hengst aus. Es war etwas ganz anderes, als ein Turnier. Ich atmete einmal tief durch und schließlich wurde der Start freigegeben. Im Trab betrat ich den Platz und grüßte dann die Richter. Wieder trabte ich an und ließ ihn dann angaloppieren. Buberry war nun auch etwas nervös, ließ sich aber äußerlich nichts anmerken. Er galoppierte in gemäßigtem Tempo auf das erste Hindernis zu. Ich gab leichten Schenkeldruck und der Hengst sprang ab. Erstes Hindernis geschafft. Die Anspannung verringerte sich etwas, nun war ich ganz auf den Pacours konzentriert. Burberry wurde mit jedem Sprung sicherer und auch ich gewann an Zuversicht. Zu Anfang war ich doch sehr vom Ausmaß des ganzen beeindruck gewesen und mal ehrlich: Wer wäre das nicht? Es folgte ein besonders kniffliges Hindernis, über das ich mir beim Ablaufen des Pacours schon Gedanken gemacht hatte. Es war besser, wenn ich den Hengst vorher etwas zügelte. Vorsichtig verringerte ich das Tempo. Das war das schwierige beim Springen mit diesem Hengst, er war sehr sensibel und strafte jede harte Hand oder jede ruckartige Zügelbewegung, sodass man immer reguliert und kontrolliert Paraden geben musste. Der Hengst wurde langsamer und achtete auf meine Hilfen, sprang ab und überwand das Hindernis. Ich atmete auf. Geschafft. Noch zwei Hindernisse lagen vor mir. Jetzt nur nicht in der Konzentration nachlassen, ermahnte ich mich. Das waren häufige Fehler, die man machte, wenn man das schwierigste Hindernis überwunden hatte. Eins, zwei, drei, vier Galoppsprünge. Sprung. Eins, zwei, drei, vier, fünf Galoppsprünge. Sprung. Geschafft. Aufatmend parierte ich den Hengst zum Trab durch und ritt ihn noch eine Runde über den Platz, bevor ich zum Schritt durchparierte und den Platz verließ. Entspannt schritt der Hengst am langen Zügel vom Platz. Nun mussten wir abwarten, wie wir abgeschnitten hatten. Ich hatte ein gutes Gefühl, aber natürlich war die Konkurrenz groß. Dennoch, ich war stolz auf meinen Hengst. Er hatte sich gut gemacht und wir konnten zufrieden sein. Ganz egal, wie das hier ausgehen würde. Es war schon eine Leistung, dass wir es überhaupt geschafft hatten. Durch unsere Teilnahme an diesem Turnier war Burberry eine Stufe aufgestiegen, da ich ihn für die nächsthöhere Klasse angemeldet hatte und er den Pacours mit Bravour bestanden hatte.
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    13. Oktober 2015 - Distanztraining E-A
    5174 Zeichen © Jackie


    Heartlandfarm

    "Sind wir dann soweit ?", ich blickte zu Ty, er nickte. Auch Lou war in bester Verfassung. Heute hatten wir uns vorgenommen ein Distanztraining dreier Haflinger zu starten. Ty gurtete Burberrys Sattel nach, während Lou mit dem noch unruhigen Sternsinger zu kämpfen hatte. "Na das kann ja heiter werden", dachte ich angespannt. Auch ich gurtete den Sattel von Nordstern nach, um sicher zu gehen, dass auch alles saß. "Amy, wie sieht denn das heutige Trainingsprogramm aus ? Burberry und Sternsinger können ja nicht so lange mit reiten" - "Ich weiß, ich weiß. Darum reiten wir einen Rundweg, welcher nicht zu lang ist. Seit ihr dann durch, reite ich eine weitere Strecke, ihr wisst ja wie ihr zurück zum Hof kommt !", Ty grinste breit "Wäre ein Wunder wenn nicht". Dann sah ich Lou nachdenklich an "Sollen wir am High River entlang?", sie nickte "klingt gut".
    Ich ritt vor den anderen. "Wir beginnen im Trab", rief ich nach hinten und trieb die Haflingerstute an. Nordstern war schon voller Energie, endlich konnte sie rennen. Sie war das geborene Distanzpferd. Im Trab ritten wir am Waldesrand entlang, es war recht anstrengend, da ich nicht durchgehend leichttraben wollte. "Alles ok dort hinten ?", Lou und Ty ritten schneller auf mich zu. "Ja, Burberry macht sich super. Wahrscheinlich denkt er wir gehen nur ausreiten". Ich musste schelmisch grinsen, "Na da wird er sich ja bald wundern". Louise jedoch klagte über Sternsinger. "Er hat heute wohl einen schlechten Tag, ich muss ihn fast durchgehend treiben." ihr Kopf war schon völlig rot angelaufen. "Ich denk mal das wird sich gleich legen, wenn er ordentlich warm geritten ist", antwortete ich nachdenklich. Nach knapp einem Kilometer, machten wir eine Schrittpause ehe wir angaloppierten. Immerhin hatten wir weitere 14km vor uns.
    "So, jetzt wirds aufregend! Wir werden jetzt die Pferde antraben und gleich danach angaloppieren. Nordstern ist heute super drauf, die anderen werden ihr wahrscheinlich nur nachgaloppieren." Klang doch plausibel oder ? Ty konnte mir nur zustimmen. Ich schnalzte, gab der Stute eine Galopphilfe und preschte über den Waldboden hinweg. Hinter uns war Burberry, er hatte keine Probleme mit der Stute mit zu halten. Ty musste ihn jedoch hin und wieder zügeln, da er hauptsächlich auf Schnelligkeitsspringen spezialisiert war. Doch Burberry erkannte schnell, dass dies kein Hindernisparcours war. Lou hatte nun weniger Probleme mit Sternsinger, er wurde schneller und holte fast Burberry ein. "Sieht doch gut aus", rief Lou nach vorne, ich lachte - es war ein super Wetter, die Pferde waren gut drauf und mein Freund war auch dabei. Es kann gar nicht schöner sein, oder doch ?. Wir galoppierten nicht all zu lange, damit die Pferde nicht zu schnell aus dem Ruder gerieten, darum trabten wir in einer Geschwindigkeit von 10km/h die restlichen 8 Kilometer, natürlich mit Schrittpausen. "So, ab hier machen wir eine Kontrollpause!", wir parierten die Pferde durch und stiegen ab. "Bitte einmal die Beine abtasten und dem Pferd Wasser geben. Anschließend müssen wir sie etwas kühlen.", es erforderte einige Kenntnisse, weshalb Ty der ideale Begleiter war. Er machte immerhin eine Ausbildung bei Scott, unserem Tierarzt. Ty tastete die dicken Beinchen ab "Sieht alles in Ordnung aus, Sternsinger schwitzt nur stark, wir sollten ihn als erstes kühlen." Die Pferde genossen das kühle Wasser, sowie die T-Touch Massage welche wir ihnen beim trinken 'verabreichten'. Nachdem wir uns um die beiden Hengste und auch die Stute gekümmert hatten, setzten wir uns auf einen Baumstamm. "Lass uns auch eine kleine Verschnaufspause machen", Lou war ja fast am dehydrieren. Ty reichte ihr eine Wasserflasche, ich verteilte die Brote welche in meiner Satteltasche aufbewahrt wurden. Genüsslich verschlang Ty seine Geflügelsalamiestulle, während ich in einen knackigen Apfel biss. Was gab es schöneres als frische Äpfel von der eigenen Ranch ? Ty liebäugelte mein verschwitztes Gesicht, lächelte mich dennoch genau so süß an wie sonst und gab mir schließlich einen verträumten Kuss. "Pass auf das du nachher nicht vom Pferd fällst, du siehst ja völlig benebelt aus", scherzte ich nachdem ich seinen Kuss erwiderte. Nach unserer Pause stiegen wir wieder auf die Pferde und ritten wie zu Beginn die restlichen 6 km Richtung Heartland. Ich verabschiedete mich von Ty und Lou, die nach Hause ritten. Nun konnte Nordsterns eigentliches Training endlich beginnen. Ich ritt mit einer Geschwindigkeit von 15 km / h den Feldweg entlang, zwischendurch Galoppphasen, welche immer wieder vom schnellen Trab und Schritt abgelöst wurden. Die Stute sollte immerhin ihre Kondition beibehalten. Nach 10 Kilometern machte ich wieder eine Pause, kontrollierte Nordstern und versorgte sie. Dieses Spektakel machte ich noch weitere 3 Mal, ehe ich nach Hause ritt. Ich kam erst gegen Abend wieder... völlig erschöpft und müde. Ty übernahm für heute die Stallarbeit, weshalb ich ihm sehr dankbar war. Als Nordstern in ihrer Box stand und vor sich her dampfte, legte ich ihr noch eine Abschwitzdecke auf ihren Rücken. "Gute Nacht meine Süße", ich kraulte ihren warmen Hals und drückte ihr ein Küsschen auf die Nüstern. Was ein Tag !

    Die Kür
    "Ty möchtest du diesmal Burberry reiten ? Du bist ja mit Figaro gut zurecht gekommen.", ich nickte, atmete tief ein und aus. Schließlich legte ich meine Hand am Sattel auf und schwang mich auf den Hengst. "Amy was meinst du wie stehen unsere Körungschancen ?", Amy zwinkerte mir zu "Wirst du dann ja sehen". Ich rückte mich zurecht, setzte meinen Helm auf und prüfte noch mal die Sicherheitsweste. Diese war für den 140cm Sprung notwendig. Ich glückte nervös, vielleicht wollte Amy mich auch nur vorschieben, damit sie nicht stürzte."...Ty Borden auf Burberry...", nun war es soweit ! Ein Remix des Liedes Blame von Calvin Harris ertönte aus den Lautsprechern und ich ritt im starken Trab in die Halle. In der Mitte hielt ich an und grüßte flott die Richter. Ich müsste Lächeln, durch die lockere Musik verlor ich meine gesamte Aufregung und ritt schließlich im Arbeitstrab auf die linke Hand, mein Körper tanzte innerlich mit dem Beat der Musik, Burberrys Hufe flogen durch die Luft. Das Fell des Haflingers glänzte und die weiße Mähne wirbelte nur so durch die Luft, ich wechselte mittels einer Traversale durch die ganze Bahn, ritt nun auf der rechten Hand im Arbeitstrab. Es machte richtig Spaß ! Ich war Amy dankbar das sie mich vorgeschickt hatte. Als die Musik schneller wurde schnalzte ich laut mit der Zunge, gab Burberry eine Galopphilfe und donnerte auf den Hufschlag. Ich ritt einen Zirkel, galoppierte weiter, wechselte schließlich die Hand und führte auf linker Hand seinen Galopp vor. Damit Burberry nachher noch genug Kraft zum springen hatte wurde ich langsamer, trabte eine Runde und parierte ihn in den Schritt. Im starken Schritt führte ich Burberry vor, machte in der Ecke kehrt und führte nun auf der rechten Hand seinen Schritt vor. Als sich sein Atem etwas gelegt hatte, galoppierte ich wieder auf der ganzen Bahn an. In einem gemütlichen Galopp wartete ich darauf das Amy und Lou den 140cm Sprung aufbauten. Ein paar Blumentöpfte setzten sie ebenfalls daneben, um zu zeigen das Burberry an allem Dekokram gewöhnt war. Amy und Lou liefen schnell aus der Halle, sodass ich das Hindernis anvisieren konnte. Ich ritt einen Zirkel, trieb Burberry etwas mehr an, steuerte auf das Hindernis zu und konzentrierte mich auf meinen Sitz. Ich beugte mich eng an den Hals des Fuchses, meine Hände streckte ich ein wenig nach vorne um ihn Zügel zu geben. Burberry hob ab, ich spürte wie ich eine Weile schwerelos mit ihm durch die Luft flog. Und schließlich auf den Boden aufkam. Mein Körper wurde nach hinten gerissen, doch ich fand mein Gleichgewicht schnell wieder, sodass ich wieder eine richtige Galopphaltung einnehmen konnte. Die Zuschauer applaudierten, ich atmete erleichtert aus, ritt auf die Bahn und sah, dass keine Stange zu Boden gefallen ist. Nun lobte ich den Hengst durch Halsklopfen. Damit war meine Vorführung fast beendet. Ich trabte wieder auf die Richter zu, blieb stehen und verabschiedete mich völlig außer Atmen und mit einem breiten Lächeln im Gesicht von ihnen.
    3000 Zeichen | © Jackie | geprüft mit www.charcounter.com
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    Ein Foto vom Training | © Hindernis Samarti
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Okt. 2015
  3. Occulta

    Occulta Schattenpferd

    Occulta
    Sunday Morning

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    Steckbrief:
    Offizieller HG

    Vom: Cantastor

    Aus der: -

    Rufname: Sunday
    Geburtstag: 14.06.
    Alter: 4 Jahre
    Stockmaß: 1.74 m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geschlecht: Hengst
    Fellfarbe: Bay
    (Ee,Aa)
    Abzeichen: -
    Gesundheit: sehr gut

    Sensibel, brav, liebt den Kontakt mit artgenossen und Menschen


    Hübscher brauner Hengst, extrem brav im Umgang. Sunday soll für Rennen trainiert werden. Er ist allerdings sehr fein im Maul und mag weder eine unruhige Hand, noch wenn man zu stark am Zügel zieht. Dann steigt er nämlich auch mal. Ausserdem mag er nicht zu viel Druck vom Reiter. Wenn man ihn stresst oder ihm Angst macht, geht gar nichts mehr. Eben ein richtiges Sensibelchen. Er liebt die Geschwindigkeit und er ist auch sehr sozal und möchte am liebsten immer ganz viele Leute oder Pferde um sich haben.


    Besitzer: Occulta
    Ersteller: Xadafii, umgemalt by Occulta
    VKR: Xadafii und Occulta
    Verkäuflich: Nein

    Gekört: Nein
    Nachkommen: -

    Galopprennen Klasse: S**
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: S
    Military Klasse: A
    Dressur Klasse: A
    Distanz Klasse: A

    Eignung: Galopprennen, Military
    Eingeritten: Ja


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    2. Platz 1. Wintercup Champions Rennen von Joelle-Galopp

    1. Platz 288. Galopprennen
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    1. Platz 153. Distanzturnier
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    3. Platz 242. Galopprennen
    3. Platz 300. Galopprennen
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    1. Platz Qualifikationslauf Wintercup (WCS)
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    3. Platz 207. Militaryturnier
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    1. Platz 310. Springturnier
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    3. Platz 312. Springturnier
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    3. Platz 328. Dressurturnier
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    Sunday's Spind

    HS-Bericht:
    Bracelet Der Hufschmied ist zu Besuch

    Gegen 5 Uhr nachmittags kam ich auf Pineforest Stable, Occulta Smiths Gestüt, an. Ich sollte heute 3 ihrer Pferde ausschneiden und anschließend beschlagen. Voller Tatendrang riss ich meine Autotür auf, was bei jener Hitze, die es heute hatte, wohl ein riesiger Fehler war. Schnaufend ging ich zum Kofferraum, hang mir meine Schürze um und nahm mein Hufschmiedköfferchen heraus.
    Als ich mich gerade umdrehen wollte, spürte ich plötzlich etwas auf meiner Schulter. Reflexartig fuhr ich zusammen. ,,Haha entschuldige.'', sagte eine Stimme aus dem Hintergrund. Ich guckte über meine Schulter: ,,Aah. Hallo. Du bist dann wohl Occulta Smith?'', entgegnete ich nun. Sie bejahte und führte mich, während sie mir einige Dinge über ihre 3 Schützlinge erzählte, zum Stall, wo in der Stallgasse auch schon das erste Pferd tip-top geputzt da stand.
    Es handelte sich dabei um Fly Fast of the Nightrunners. Ein hübscher, großer Vollbluthengst. Als ich auf ihn zukam musterte er mich erst einmal sehr genau. Er schien mir nicht so ganz zu vertrauen, was ich allerdings irgendwie auch verstand. Musste schon eine komische Situation für ein Pferd sein, dass dieses Prozedere noch nicht gewohnt war. Und wie hätte er auch sollen, mit seinen gerade mal 3 Jahren.
    ,,Na du?'', sprach ich ihn an. Occu hatte erzählt, dass er aufgrund seiner Vorgeschichte ehr viel Geduld benötigte. Umso vorsichtiger war ich, als ich sein Bein herunter fuhr um seinen Huf zu nehmen. Diesen gab er dann aber sehr brav. ,,Feein.'', lobte ich und nahm eines meiner Werkzeuge, mit welchen ich die alten Eisen vorsichtig entfernte. Dies ließ er brav über sich ergehen, somit konnte ich auch gleich mein Hufmesser zur Hand nehmen. Damit entfernte ich loses Horn von seiner Sohle und schnitt seinen Strahl in Form. Hier und da zog er seinen Huf weg, beziehungsweise versuchte er's. Im Großen und Ganzen waren wir dann aber doch bald fertig und der Huf war wieder einwandfrei.
    Nun ging es samt Pferd raus, zu meinem Auto. Hier hatte ich einige Hufeisen parat, die ich an seine Hufe probierte, wovon eine Größe perfekt passte. Die gewünschten, superleichten Renneisen fanden also einen neuen Besitzer. Ich erhitzte sie erst in meinem brandneuen Auto-Ofen und brannte sie erst mal auf. Anschließend wanderten sie ins Wasserbad und daraufhin sofort auf Fly's Hufe. Er tänzelte zwar herum, aber ich schaffte es dennoch eines nach dem anderen aufzunageln.
    Als er fertig war lobte ich ihn noch und ließ ihn mir von Occu vortraben. So konnte ich sehen, ob die Eisen gut saßen und den Bewegungsablauf nicht störten. ,,Sitzen 1A.'',stellte ich fest.
    Dann ging es auch schon zu Sunday Morning, ebenfalls einem englischen Vollbluthengst. Dieser war ebenfalls noch sehr jung. Doch er wirkte nicht skeptisch sondern sehr neugierig. Er akzeptierte mich sofort und ließ sich brav den alten Beschlag abnehmen. Er drehte seinen Kopf dabei so weit er konnte und beäugte ganz genau, was da vor sich ging. Seine Besitzerin strichelte ihn grinsend und auch ich musste schmunzeln.
    Nachdem die alten Eisen ab waren, nahm ich wieder mein Hufmesser. Ich machte einen kleinen Probeschnitt in die weiße Substanz des Hufes, um mich zu vergewissern wie viel Horn bereits heruntergenommen gehörte. Dies war eine ganze Menge, weshalb ich mich gleich an die Arbeit machte. Während ich dies tat schnaubte Sunday Morning ganz zufrieden vor sich hin. Entweder es war entspannend für ihn, oder er wollte Occulta auf die Möhre aufmerksam machen, welche nur knapp aus seiner Reichweite lag.
    Als auch der Strahl in Form geschnitten war, ging es wieder raus, zu meinem Auto. Eisengröße probieren, erhitzen, etwas in Form hammern, aufbrennen, ab ins Wasserbad und schon an Sundays Hufe. ,,Braav.'',lobte ihn seine Besitzerin, da er wirklich vorbildlich da stand. Fertig. Auch er zeigte im Trab keine Beschwerden; im Gegenteil. Ich hatte das Gefühl der besondere Rennbeschlag gefiel ihm.
    Zu guter Letzt ging es dann nochmal in den Stall zu Halluzination, einer wunderschönen, edlen Hannoveranerstute. Das Füchschen spitzte neugierig ihre Ohren. Occulta hatte erzählt, dass sie in letzter Zeit ein wenig stur war. Umso neugieriger war ich, wie das Ganze werden würde.
    Auch bei ihr begann ich damit ihre Eisen herunter zu nehmen. Um die Hufe ließ sie sich tatsächlich sehr bitten, da sie da ihren Sturschädel schon einbringen musste. ,,Na komm'', sagte ich, als sie beim abklipsen der alten Hufeisen ihr Bein wieder wegziehen wollte. Ich gewann - sie gab kurz nach und diese Zeit nutzte ich auch schon, um das Eisen ab zu nehmen. Daraufhin schnitt ich den Huf sorgfältig aus, wobei sie zwar auch nicht unbedingt still stand. Klappen tat es aber alle male.
    Als es auch für sie neue Eisen gab, zeigte sie dann aber doch, welche Flausen sie im Kopf hatte. Bei den ersten 3 war sie sehr brav, doch das letzte flog, gottseidank schon abgekühlt, durch die Gegend. Ich holte es zurück und bei diesem Versuch klappte es, es aufzunageln. Das Vortraben mit dem neuen Aluminiumbeschlag klappte auch gut.
    Bracelet - Hufschmiede Burning Spring - 5000 Zeichen
    24 Juli 2015

    TA-Bericht:
    Sevannie
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    Meine Reise ging heute nach England, auf Occu's Hof. Ja sie hatte mir einen riesen Gefallen getan und dafür hatte ich mich nun auf den Weg gemacht drei ihrer wundervollen Pferde zu verarzten, oder eher gesagt sie vor schlimmeren zu schützen. Denn diese drei Pferde sollten einmal eine Wurmkur bekommen, sowie durchgecheckt und geimpft werden. An ihrem Hof angekommen, parkte ich auf dem riesigen Parkplatz und lief zum Haupthaus, auf dem Weg dorthin fing sie mich ab und lief zusammen mit mir zu den Stallungen. ,,Als erstes machen wir uns an Fly Fast ran, da er in der Box am ruhigsten ist müssen wir das alles dort machen.'',erklärte sie und ich nickte. ,,Klar kein Problem.'',meinte ich dann daraufhin und lief mit ihr den Hauptstall entlang. Ein Englisches Vollblut nach dem anderen, bis wir an der Box des braunen Hengstes ankamen. ,,Von Fly wurde zu früh zuviel erwartet.'',murmelte sie knapp als sie ihn aufhalfterte und ihn in der Box anband. ,,Oh okay.'',murmelte ich und ließ mich von dem Hengst beschnuppern - was kein Problem darstellte. Als mich der Hengst fertig abgeschnuppert hatte, schaute ich mir seine Augen an und blickte ihm ins Maul. Hier war nichts auffälliges festzustellen also begann ich damit den Hengst von oben bis unten abzutasten. Auch hier war nichts ungewöhnlich, er hob nur wie fast jedes andere Pferd brav die Beine als ich diese abtastete. Sanft lobte ich ihn kurz und sprach gut auf ihn ein, ehe ich dann mir mein Stethoskop schnappte und ihn abhorchte. ,,Sein Puls und die Atemfrequenz liegen im Durchschnittsbereich, also er ist nichtmals aufgeregt wegen dem ganzen hier.'', erklärte ich schmunzelnd. Nachdem ich ihn abgehört hatte, das Stethoskop weg gepackt war und ich das Thermometer zu mir nahm, lief ich zur Hinterhand des Hengstes, während Occu dem Hengst vorne zusprach und ihn festhielt. Ich begann die Körpertemperatur zu messen und gleich beim ersten Mal funktionierte das Ganze. ,,37,9°C, Also auch kerngesund.'',erklärte ich schmunzelnd und lobte den Hengst, bevor ich dann das Thermometer desinfizierte. ,,Also mich wundert es ja jetzt das er bei allem ruhig bleibt.'' - ,,Naja ist er denn sonst nicht so?'' - ,,Ich kenne ihn in der Box anders wie außerhalb doch so totenbrav dann auch wieder nicht. Ich dachte beim Tierarzt macht er mehr Terz.'',lächelnd lobte ich dann Fly Fast. ,,Vielleicht mag er mich.'',meinte ich scherzend und zog dabei schon den Impf-Cocktail auf. Er sollte ja immerhin noch alle Impfungen bekommen, ehe es dann auch an die Wurmkur ging. Ich desinfizierte die Stelle mit einem Tupfer, wo ich gleich einstechen würde, ehe ich mir einen trockenen zur Hand schnappte und dann die Spritze injizierte. Kurz quickte der Hengst auf, doch kaum hatte er gequickt da hielt ich schon den trockenen Tupfer an die Einstichstelle und lobte ihn. ,,Alles gut, Großer. Nur noch die Wurmkur dann hast du es geschafft.'',schmunzelte ich und schmiss das ganze Zeug in den Müll, also die Einwegspritze und die Tupfer. Ich nahm mir die Wurmkurpaste zur Hand und mit Occu's Hilfe drückte ich ihm diese in sein Maul, wir hielten den Kopf oben damit er ja nicht auf die Idee kam das ganze wieder auszuspucken. Als wir dachten alles wäre hinuntergeschluckt, oder zumindest das meiste, bekam er noch etwas Müsli und durfte natürlich etwas trinken. ,,So Großer, wir sehen uns dann irgendwann vielleicht. Sofern mich Occulta nochmal zu dir lässt.'',schmunzelte ich und lobte ihn, ich packte meine Sachen zusammen und Occu machte das Halfter ab und die Tür zu. Sie führte mich zum nächsten Pferd..

    Ebenfalls ein EVB-Hengst, ebenfalls ein brauner Hengst. Doch im Gegensatz zu Fly Fast stand Sunday Morning auf dem Putzplatz. Doch Sunday hatte im Gegensatz zu Fly Fast gar keine Abzeichen. Sanft lobte ich den braunen Hengst und ließ mich wie bei Fly Fast abschnuppern. ,,Das neben an ist dann auch Arctic Blue.'', erklärte mir Occulta und ich blickte mich um, ehe ich hinunter sah. ,,Oh.'',murmelte ich verlegen und kniete mich etwas, damit ich auf Augenhöhe war und mich der American Minatur Horse- Hengst auf Augenhöhe hatte. ,,Ihr sollt brav sein, hab ich gehört, wobei ich von meinen anderen Patienten auch nichts anderes sagen kann.'',murmelte ich und lobte auch Artic kurz. So behandelte ich erst einmal den EVB Hengst. Ich tastete diesen ab, fand hier nichts Auffälliges, ehe ich dann mir die Augen und das Maul ansah. Das Zahnfleisch hatte eine gute Farbe und die Augen waren nicht trüb, sie tränten auch nicht. Also ging es an das Abhören. Sein Puls betrugt 40 Schläge pro Minute und er tat ca. 14 Atemzüge pro Minute. Also alles im Durchschnittsbereich wie bei Fly Fast. Sanft lobte ich ihn und schnappte mir mein Thermometer. Auch bei diesem Hengst gab es keinerlei Probleme beim Messen und das Thermometer zeigte mir am Ende 37,7°C an. ,,So auch er ist kerngesund also noch schnell impfen und entwurmen und dann gehts an den Kleinen ran.'',grinste ich und zog dabei den Impf-Cocktail auf, auch das Impfen ging wie bei Fly Fast schnell von statten und wurde genauso gehandhabt wir zuvor auch. Der Hengst brummelte kurz, schlug mit dem Schweif aber blieb ansonsten still. ,,So ist's brav.'',meinte ich und drückte ihm dann auch die Wurmkurpaste in das Maul, Occulta hielt den Kopf wieder nach oben, ehe ich den Eimer mit dem bisschen Müsli vor den Hengst hielt. Er verschlang es relativ schnell. Nun ging es an Arctic Blue heran. Bei diesem Hengst schien alles in Windeseile zu verlaufen. Schnell war auch er abgetastet, abgehört und die Körpertemperatur gemessen, wobei er als einziger dort etwas Probleme machte. Er schlug mit dem Schweif und tänzelnde etwas, doch beim zweiten Anlauf verlief dann doch alles gut. Nachdem er dann auch fertig durchgecheckt war, bekam er noch alle Impfungen und auch die Wurmkurpaste. Der kleine Hengst war brav und ruhig gewesen, bis auf das Messen der Körpertemperatur. Er und Sunday Morning bekamen beide zum Abschied eine Möhre, ehe ich mich von Occulta verabschiedete und zum Parkplatz stiefelte. Vorher hatte ich ihr noch erklärt das sie bitte die drei Pferde die nächsten Tage etwas schonen möchte, wegen ihrem Immunsystems und der Impfungen. Das alles müsste erst einmal ins Reine kommen, bevor sie wieder Sport ausgesetzt wurden.

    [6230 Zeichen by Sevannie / Tierklinik Briar Cliff]
    21 Sep. 2015

    Trainingsberichte [5]:
    Samanta Trainingsbericht 1 "Galopprennen von A auf L"

    Occulta hatte mir wieder einen Auftrag gegeben,kaum,dass ich bekannt gemacht hatte,dass ich wieder Zeit hatte.Es freute mich sehr und ich freute mich auch darauf,dass ich ein neues Pferd von ihr kennen lernen würde.Sie hatte mich gleich darauf vorbereitet,dass Sunday Morning ein richtiges Sensibelchen war und das tat mir gut,da ich die letzte Zeit irgendwie immer nur Pferde trainiert hatte,die eine strenge Hand brauchten.Ich kam am Hof an und machte mich dann direkt auf die Suche nach dem Hengst.Ich wurde im Hauptstall ziemlich schnell fündig.Neugierig beschnupperte der Hengst meine ausgestreckte Hand und schien sich zu freuen.Im Umgang war er auf jeden Fall ein Schatz,denn auch als ich ihn aufhalfterte und rausführte,blieb er gelassen,wieherte nur einmal nach seinen Kameraden,beruhigte sich aber schnell wieder.Ich brachte ihn zum Putzplatz und begann ihn dort gründlich zu putzen,ließ mir dabei viel Zeit,damit ich ihn und er mich besser kennen lernen konnte.Schließlich beendete ich die ausgedehnte Putzsession und holte Sattel und Trense.Nachdem ich ihm beides aufgezogen hatte,führte ich ihn auf den Platz,wo ich ihn heute nur zum Kennenlernen reiten wollte.Morgen würde dann das richtige Training beginnen.Ich gurtete nach und bekam bereits hier zu spüren,dass er sehr sensibel war,denn ich konnte nicht einfach fest nachgurten,sondern musste vorsichtig vorgehen.Sanft kraulte ich den Hengst und beruhigte ihn mit sanften Worten,bevor ich dann aufstieg.Man merkte sofort,dass er sensibel war,aber es machte mir auch Spaß.Als erstes ritt ich ihn im Schritt am langen Zügel warm.Er machte gut mit und ich brauchte ihn nicht zu tadeln.Als ich antraben wollte,erschrak er kurz und da ich zu heftig am Zügel zog,stieg er kurz.Ich gab sofort nach und er kam auch sofort wieder runter.Vorsichtig klopfte ich ihm den Hals und beruhigte ihn mit sanften Worten.Er schien mir das ganze nicht übel zu nehmen und ich passte von nun an auf.Als ich dieses Mal antraben wollte,klappte es besser und ich war sehr erleichtert darüber.Es würde schwer mit ihm werden,denn er war fleißig,man durfte ihn vorne aber nicht zu hart rannehmen.Aber mit der Zeit gewöhnten wir uns aneinander und ich fand heraus,wie ich ihn zu händeln hatte.Natürlich passierte es immer mal wieder,dass wir uns Missverstanden,aber an sich klappte es fürs erste Mal doch schon recht gut und ich war froh darüber.Seinem Vorwärtsdrang war zu entnehmen,dass er wohl gerne Galoppierte und für das Galopprennen wie geschaffen zu sein schien.Im Galopp war er schnell,ließ sich aber leicht bremsen und versammeln und machte an sich eine sehr gute Figur.Ich war dankbar dafür,denn ein sensibles,aber kaum händelbares Pferd war immer schwer zu trainieren.Er war zwar sensibel,aber reagierte fein auf meine Hilfen.Sanft lobte ich ihn und ritt ihn im Trab auf beiden Händen,baute einige Bahnfiguren ein,um mich an die Hilfengebung bei ihm zu gewöhnen und stellte fest,dass es mir wirklich eine große Freude bereitete,mit ihm zu trainieren.Er war ein tolles Pferd,wenn man erstmal wusste,wie man sich mit ihm arrangieren konnte und ich war mir sicher,dass er bestens geeignet für den Galopprennsport war.Schließlich beendete ich das Training und versorgte ihn gründlich.Abschließend schmuste ich noch eine ganze Weile mit ihm,bevor ich ihm noch ein Leckerli zur
    Belohnung gab und mich dann auf den Nachhauseweg machte.
    by IceLandGirl 3378 Zeichen
    25 Juni 2013

    Samanta Trainingsbericht 2 "Galopprennen von A auf L"

    Der zweite Trainingstag war angebrochen und ich machte mich früh an diesem Tag auf den Weg zu Sunday Morning.Der Hengst sah mir schon neugierig entgegen und schien mit seiner Umgebung und sich im Reinen.Er war ein sehr kontaktfreudiges Pferd,was ich bereits bemerkte hatte und es freute mich,denn das machte den Umgang mit ihm auf jeden Fall leichter.Ich halfterte ihn nach einem kurzen Begrüßungsstreicheln auf und führte ihn dann zum Putzplatz,wo ich ihn ausgiebig putzte.Heute würden wir zur Galopprennbahn fahren und uns dort mit den Gegebenheiten vertraut machen.Morgen würde dann ein weiteres Pferd mit uns auf die Rennstrecke gehen und wir würden seine Fähigkeiten verfeinern und ausweiten.Nachdem ich ihn geputzt hatte,lud ich alles,was ich brauchte ein und dann auch ihn auf den Hänger.Dabei war er zum Glück gelassen und auch,als ich ihn an der Rennbahn wieder auslud,blieb er vollkommen ruhig und sah sich neugierig um.Den anderen Pferden auf der Koppel wieherte er zu,blieb aber ansonsten ruhig und ließ sich brav zum Anbindeplatz führen.Dort sattelte und trenste ich ihn auf und führte ihn dann auf die Rennbahn.Ich gurtete nach und stieg dann auf.Er war doch ein wenig nervös,aber leichte Paraden brachten ihn wieder runter und mit der Zeit beruhigte er sich auch,sodass es einfacher war,ihn zu händeln.Ab und zu stießen wir beide noch aneinander,aber ansonsten klappte es und er stieg heute nicht,was mich erleichterte,denn das flößte mir bei fremden Pferden doch Respekt ein.Nachdem ich ihn im Schritt aufgewärmt hatte,trabte ich an und spürte sofort,dass er am liebsten sofort galoppiert wäre,aber ich hielt ihn zurück und versuchte nicht zu hart auf ihn einzuwirken.Mit der Zeit bekam ich das Mittelmaß zwischen harten und weichen Hilfen heraus und es klappte viel besser zwischen uns beiden.Nachdem er auch im Trab aufgewärmt war,wollte ich ihn abgaloppieren und dann ein kleines 'Rennen' mit ihm machen.Natürlich noch ohne Konkurrent,denn er sollte sich erstmal mit der Rennbahn vertraut machen.Ich galoppierte ihn also an und er lief sofort schneller,als erwartet.Er war einfach ein Rennpferd mit viel Energie,was ich schon vorher bemerkt hatte,aber ich konnte ihn wieder einfangen und auch versammelt galoppieren,auch wenn ihm das nicht so gut gefiel.Schließlich war er auch auf beiden Händen im Galopp abgeritten und ich ritt mit ihm an die Startlinie,die in dieser Klasse noch keine Startbox war.Dann ließ ich ihn angaloppieren und gab ihm die Zügel,sodass er so schnell,wie er konnte,laufen konnte.Er war enorm schnell und ich war mir sicher,dass er ein wundervolles Rennpferd werden würde.Wirklich beeindruckend.Ich parierte am Ende der Strecke durch und lobte ihn ausgiebig.Für heute reichte es mit dem Training und ich ritt ihn im Schritt trocken.Wir hatten unsere Mitte wohl gefunden,denn mittlerweile reagierte er gut auf meine Hilfen und benahm sich auch sonst sehr gut.Nachdem er trocken geritten war,sattelte und trenste ich ihn ab und lud dann alles,einschließlich ihm,wieder ein.Ich fuhr zurück zum Hof,brachte alle Sachen an ihren Platz und Sunday Morning in seinen Stall.Er bekam zum Abschied noch ein Leckerli und dann machte ich mich auf den Nachhauseweg.
    by IceLandGirl 3194 Zeichen
    26 Juni 2013

    Samanta Trainingsbericht 3 "Galopprennen von A auf L"

    Heute war der letzte Trainingstag und ich freute mich darauf Sunday Morning zu trainieren.Am Hof angekommen,ging ich sofort zu dem hübschen Hengst und kraulte ihn.Ich war froh,dass er im Umgang ein echter Schatz war und beim Reiten kamen wir mittlerweile auch ganz gut zurecht.Ich holte ihn aus seiner Box und brachte ihn dann zum Putzplatz,wo ich ihn gründlich und ausgiebig putzte.Es schien ihm zu gefallen,denn er senkte zufrieden den Kopf und schloss die Augen.Ich lächelte und beendete schließlich das Putzen,lud dann ihn und alles andere in den Hänger,um zur Rennbahn zu fahren.Ein Bekannter dort würde heute mit einem erfahrenen Rennpferd gegen uns antreten.Darauf freute ich mich,denn ich wollte herausfinden,wie gut Sunday Morning war.Er war schnell,unzweifelhaft,aber ob er schnell genug war?Wir kamen schließlich an und ich lud ihn aus,sattelte und trenste ihn dann und führte ihn auf die Bahn.Gemeinsam mit meinem Bekannten ritt ich den Hengst warm,während er sein Pferd ebenfalls warm ritt.Die beiden sollten sich so schon einmal aneinander gewöhnen.Zunächst ritt ich ihn im Schritt warm,bevor ich antrabte und sofort feststellte,dass er heute sehr gut drauf war und am liebsten sofort losgelegt hätte,aber ich parierte ihn und ließ ihn langsam traben,damit er sich erstmal locker machen konnte.Es dauerte ein bisschen,bis er wirklich locker war und der Galopp fiel ebenfalls schnell aus.Ich trabte und galoppierte ihn auf beiden Händen,damit er sich nicht irgendwie versteifte und dann war es soweit.Wir würden gegen den anderen Hengst antreten.Wir stellten uns an der Startlinie auf und ein Mann gab das Startzeichen.Wie auf Kommando schossen beide Pferde los und der Wind trieb mir und wohl auch meinem Mitreiter die Tränen in die Augen.Er war verdammt schnell,aber sein Gegner war auch sehr schnell und so lieferten sich die beiden ein richtig tolles Rennen.Offensichtlich war Sunday Morning ein hervorragendes Rennpferd und würde es wohl noch weit bringen.Ich kam beinahe gleichauf mit meinem Bekannten ins Ziel und lobte Sunday Morning.Er hatte sein bestes gegeben und wir waren ja sogar fast erster geworden.Ich ritt ihn eine Weile im Schritt,damit er wieder runterkam,bevor wir ein weiteres Rennen waren.Auch hier war er hervorragend und dieses Mal schlugen wir seinen Gegner.Ich hatte gemerkt,dass er sich sehr angestrengt hatte und dass sein Siegeswille voll entfacht war.Ich lobte ihn ausgiebig und ritt ihn derweil trocken.Mein Bekannter tat das gleich.Schließlich war er trocken geritten und ich sattelte und trenste ihn ab,lud alles,einschließlich ihm ein und fuhr dann zurück zum Hof.Dort versorgte ich Sunday Morning gründlich und verabschiedete mich mit einer langen Kuschelsession von ihm.Er schien sich darüber zu freuen und auch ich genoss es.Bevor ich ging,schrieb ich die übliche Nachricht an seine Besitzerin:
    Hallo Occulta,
    dein Pferd ist nun offiziell im Galopprennen auf Klasse L trainiert.Du kannst nun Rennen mit ihm in dieser Klasse gehen.Er wird es auf jeden Fall meistern können,denn er ist eine Kämpfernatur und ein hervorragendes Rennpferd.Fördere ihn weiter so und ihr werdet zu einem Superpaar heranwachsen.
    Liebe Grüße IceLandGirl

    Nachdem ich die Nachricht überbracht hatte,gab ich Sunday Morning zur Belohnung noch ein Leckerli.Dann machte ich mich auf den Nachhauseweg.
    by IceLandGirl 3320 Zeichen
    29 Juni 2013

    Samanta Trainingsbericht 1 "Galopprennen von L auf M"

    Occulta hatte mir wieder einen Auftrag gegeben.Ich sollte ein weiteres Mal Sunday Morning im Galopprennen trainieren.Ich freute mich darauf,denn der Hengst war wirklich ein ganz tolles Pferd,wenn man sich erstmal auf seine Sensibilität eingestellt hatte,dann war er ein wundervolles Pferd,mit einer Begabung für das Galopprennen.Fröhlich begrüßte ich den Hengst und kraulte ihm sanft den Rücken,bevor ich ihn zum Putzplatz führte und dort gründlich und ausgiebig putzte.Bereits gestern hatte ich meinen Bekannten angerufen und ihn gebeten das Rennpferd für ein Training mit Sunday Morning fertig zu machen und ihm auch die Uhrzeit genannt,an der wir antreffen würden.Ich putzte den Hengst und lud dann ihn und alles andere ein.Dann machte ich mich auf den Weg zur Rennbahn.Dort angekommen lud ich ihn aus,sattelte und trenste ihn und führte ihn dann auf die Rennbahn.Man merkte ihm an,dass er genau wusste,wo wir waren,denn er wurde nervös und tänzelte neben mir her.Ich bekam ihn aber mit sanften Paraden dazu,wieder ruhiger zu werden.Es war manchmal gar nicht so einfach,ruhig zu bleiben,wenn das Pferd neben einem den Hermann machte.Aber ich gab mir große Mühe,denn ich wollte Occulta nicht verärgern und auch Sunday Morning nicht verderben.Er war ein toller Kerl und würde sicher ein super Rennpferd werden.Er war schon super,aber mit dem jetzigen Training würde er noch besser werden.Ich führte ihn auf die Rennbahn,wo bereits mein Bekannter mit seinem Pferd wartete.Wir würden heute das erste Mal aus einer Startbox starten und das machte mich doch ein wenig nervös,denn manche Pferde bekamen darin Angst.Dennoch blieb ich äußerlich ruhig,um den Hengst nicht zu verunsichern und meine Nervosität nicht auf ihn zu übertragen.Ich stieg auf und ritt ihn erstmal im Schritt und Trab warm,damit er gut gelockert ins Rennen gehen konnte.Zunächst führte ich ihn in die Startbox,damit er sich daran gewöhnen konnet und keine Angst bekam,aber er blieb ruhig.Auch als die 'Tür' aufging blieb er gelassen,spitzte nur neugierig die Ohren.Ich führte ihn wieder hinaus und stieg auf.Dann wurde er von einem Mitarbeiter in die Startbox geführt und er blieb ruhig.So etwas war wichtig für ein Rennpferd.Es musste nervenstark sein.Er war zwar sensibel,hatte aber starke Nerven.Ich lobte ihn dafür und dann sprang auch schon die 'Tür' auf.Er galoppierte sofort an und schoss gemeinsam mit seinem Konkurrenten aus der Startbox.Ich spürte wieder die Tränen in meinen Augen,genoss aber diesen schnellen Ritt sehr.Er war eine schöne Abwechslung zu den strengen Regeln der Dressur.Ich trieb ihn an,damit er wieder aufholte,denn sein Gegner lag gerade mit einer Nasenlänge vorne.Er spannte sich an und ich spürte,wie er schneller wurde und zog knapp vor dem Ziel noch an seinem Konkurrenten vorbei.Ich lobte ihn immer wieder und sagte:"Gut gemacht,mein Junge,gut gemacht."Nachdem ich ihn ein bisschen hatte ausruhen lassen,wollten wir ein weiteres Rennen wagen.Wieder wurden wir beide in die Startbox geführt und dann ging es auch schon los.Dieses Mal verlor Sunday Morning,aber das war gar nicht schlimm,denn er hatte nur ganz knapp verloren und hatte sich ordentlich ins Zeug gelegt.Ich ritt ihn im Schritt trocken und sattelte und trenste ihn dann danach ab,lud alles wieder ein und fuhr zurück zum Hof,wo ich ihn am Putzplatz noch versorgte und dann zurück in den Stall brachte.Dort bekam er ein Leckerli zur Belohnung und dann machte ich mich auf den Nachhauseweg.Ich war mir sicher,dass wir morgen bereits gegen mehrere Pferde starten konnten.Das würde das Training verkürzen.Ein Vorteil,wenn man ein Pferd bereits kannte.
    by IceLandGirl 3610 Zeichen
    1 Juli 2013

    Samanta Trainingsbericht 2 "Galopprennen von L auf M"

    Ich hatte gestern keine Zeit mehr gefunden Sunday Morning zu trainieren,weshalb ich erst heute hin ging.Er sah mir entgegen und ließ sich brav von mir kraulen.Ich genoss diese Zweisamkeit und halfterte ihn schon mal auf.Nachdem ich noch ein bisschen mit ihm gekuschelt hatte,führte ich ihn zum Putzplatz und putzte ihn dort gründlich und ausgiebig.Er schien das zu genießen,jedenfalls machte der die Augen zu und ließ seinen Kopf locker hängen.Ich schmunzelte.Es war angenehm den sonst so hellhörigen Hengst auch mal entspannt zu sehen.Nachdem ich ihn geputzt hatte,lud ich alles - auch ihn - ein und fuhr dann zur Galopprennbahn.Heute würden wir gegen zwei Gegner antreten und aus der Startbox starten.Ich war gespannt,wie er damit umgehen würde.Wir kamen an und ich putzte ihn noch einmal über,bevor ich ihn sattelte und trenste.Dann führte ich ihn auf die Rennbahn,wo ich ihn erstmal im Schritt und Trab warm ritt.Das war gar nicht so einfach,denn er wollte liebend gerne losrennen und endlich galoppieren.Aber ich schaffte es - auch wenn er zwei Mal stieg - ihn ruhig zu halten und lobte ihn immer wieder,wenn er ruhiger wurde.Er war eben ein Sensibelchen und ab und an vergaß ich das natürlich.Ich hatte aber nie grob zugepackt,sondern nur ein bisschen zu viel Druck ausgeübt.Ich schaffte es meistens richtig zu parieren,aber manchmal passierte es mir,dass ich doch zu viel Druck aufbaute.Alles in allem klappte das Aufwärmen aber gut und ich ließ ihn einmal auf beiden Händen galoppieren,damit er wirklich richtig aufgewärmt war.Dann wurden Sunday Morning und seine Gegner in die Startboxen geführt und wenige Sekunden später ging es auch schon los.Sunday schoss gemeinsam mit seinen Konkurrenten aus der Startbox und blieb dicht auf.Er war zu Anfang eher weiter hinten,aber ich spürte,dass er sich sehr anstrengte und zirka auf der Hälfte der Strecke holte er mächtig auf.Ich lobte ihn dafür und ließ ihn weiter laufen.Er genoss es offensichtlich und strengte sich sehr an.Den einen Gegner überholte er,aber seinen zweiten Gegner schaffte er nicht mehr.Mit einem lächerlichen Abstand gewann das andere Pferd.Ich lobte ihn dennoch,denn er hatte sich unglaublich gut geschlagen.Nachdem ich ihn eine ganze Weile im Schritt geritten hatte,damit er sich erholen konnte,wollten wir ein weiteres Rennen wagen.Wieder wurden die drei in die Startboxen geführt und dann ging es auch schon los.Dieses Mal blieb Sunday Morning nicht zurück,sondern lag gleich von Anfang an gleich auf mit den Konkurrenten.Er zog kurz vor dem Ziel noch an beiden vorbei und ich lobte ihn überschwänglich.Er war ein hervorragendes Rennpferd und ich war mir sicher,dass er es weit bringen würde.Ich beendete das Training.Er hatte sich gut geschlagen und ich war mir sicher,dass er bereit für die Klasse L des Galopprennens war.Ich ritt ihn gemeinsam mit meinen Bekannten trocken und brachte ihn dann zum Putzplatz,wo ich ihn versorgte und dann sein Zeug in den Hänger lud.Danach lud ich auch ihn ein und fuhrt dann zurück zum Hof.Dort angekommen brachte ich ihn in die Box und kraulte ihn noch eine Weile."Gut gemacht,mein Süßer",sagte ich liebevoll.Dann gab ich ihm ein Leckerli zur Belohnung und schrieb die obligatorische Nachricht an seine Besitzerin.
    Hallo Occulta,
    ich habe dein Pferd Sunday Morning nun offiziell auf Stufe L des Galopprennens trainiert.Ich hoffe,dass du mit meiner Arbeit zufrieden bist und dass ihr beiden auch weiterhin gute Arbeit leisten werdet.Bitte übe doch ein wenig mit ihm auf der Rennbahn,damit er sicherer wird und auch du eine Ahnung von seinen Fähigkeiten bekommst.Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg auf eurem weiteren Weg.
    Liebe Grüße IceLandGirl

    Ich überbrachte die Nachricht,verabschiedete mich nochmal von Sunday Morning und machte mich dann auf den Nachhauseweg.
    by IceLandGirl 3784 Zeichen
    3 Juli 2013

    Occulta Stufenerhöhung Springen (E/A//E/A//M/S)
    6130 Zeichen // © Cascar

    Einmal mehr fahre ich bei Occu vor, die mich mal wieder mit einer Stufenerhöhung ihrer Vollblüter betraut hat. Dieses mal geht es um's springen.
    Ich freue mich ehrlich und bin beinahe ungeduldig, als mich mein Mitarbeiter Marc auf den Hof bringt. Etwas zu schwungvoll steige ich aus und tappe zielstrebig zum Wohnhaus, betätige die Klingel. Meine Auftraggeberin öffnet und wir fallen uns in die Arme - ein mustergültiges Wiedersehen. Heute ist also mal so richtig Arbeit angesagt. Drei Pferde. Aber ich habe ja Hilfe.
    So kommt es, dass ich kurze Zeit später den Engländern gegenüberstehe, die mich alle mit einer komplett anderen Grundeinstellung beäugen. Angebunden sind sie übrigens draußen (das Wetter ist nämlich heute mal schön..).
    Zuerst werde ich mit Felicita bekannt gemacht. Die Liebe ist mir gegenüber merklich scheu und unsicher. Eine gemütliche Putztour soll das beheben.
    Parallel zu mir putzen Marc und Occu Sunday und Light, sodass wir beinahe gleichzeitig mit dem Satteln beginnen. Ich muss ehrlich sagen, mein Plan für heute ist kühn und risikobehaftet, aber... No risk no fun.
    Unter dem Motto geht es auf den Reitplatz, wo irgendwie schon Sprünge aufgebaut sind. Mit Felicita an der Hand, die mich ständig nervös anschielt und denkt, ich würde das nicht merken, gehe ich den Parcours ab und korrigiere diverse Hindernisse. Das führt dazu, dass die Stute hin und wieder zwei Minuten allein klarkommen muss, sodass sie sich immer mal erholen kann. Als ich mit dem Longieren beginne, ist sie schon halbwegs locker.
    Marc hat sich den Nachbarzirkel gekrallt und lässt dort Gleam of Light, das einzige Pferd mit Springerfahrung, ordentliche Runden traben. Wie ich das so beobachte stelle ich fest, dass der Schwarzbraune nur mühsam seine Energie unterdrücken kann. Ich lächle und weise Marc darauf hin, worauf er etwas Abstand zu mir und meinem Schützling nimmt und den hübschen Hengst angaloppiert.
    Das wäre also soweit geklärt, mein Blick wandert zu Occu. Pure Ironie, dass die Hofbesitzerin, die sich noch selbst ausbildet, das liebste Pferd trainiert. Ich grinse und sehe meiner Freundin dabei zu, wie sie Sunday zu sich in die Mitte holt und seine Stirn krault. Es rührt mich irgendwie immer wieder, wenn ich solche herzerwärmenden Bilder sehe. "Herzerwärmend, Feli... Hör meinen Gedanken zu!" Die Stute dreht ein Ohr zu mir und schnaubt. Mein Grinsen wird immer breiter.

    Nach einer guten halben Stunde gründlicher Longenarbeit schwingen wir uns alle drei in den Sattel. Schon beim folgenden Warmreiten, lerne ich die fliegenden Gänge der Vollblüter wieder zu schätzen und ich lasse mein Pferd ordentlich arbeiten. Es gibt vor allem Bahnfiguren, Biegungen im Schritt und Trab und nach ein wenig Auspowerung auch einen annehmbaren und steuerbaren Galopp. Felicita hört mir zu, ob aus Angst oder Neugier oder Ehrgeiz - ich weiß es nicht, aber sie wird nicht aufmüpfig und gibt sich große Mühe.
    In dem Punkt von ich sehr zufrieden, wenn ich mir ansehe, dass Marc schon wieder im leichten Sitz ist, um erstmal sein Energiebündel auf Arbeitstemperatur zu bringen. Occu hat mir heute schonmal erzählt, dass Sunday sensibel ist, unter dem Sattel, insofern bin ich beinahe erleichtert, dass der Braune so fein aufgehoben ist.
    Nach zahlreichen Volten und Wechseln geht es schließlich ans Eingemachte, das Aufwärmen an den Sprüngen und im Gymnastikparcours. Ich glaube so langwierig und gründlich wie heute, habe ich noch nie ein Pferd aufgewärmt, aber in Felis Fall war das wohl ganz gut. Die Liebe braucht nämlich vor allem etwas Zeit, sich psychisch auf mich einzustellen.
    Letztendlich sind die Hühs von Occu und mir bereit für die neue Stute und Schimmer ist heillos unterfordert. Ganz so einfach ist das mit der gemeinsamen Stufenerhöhung eben nicht, aber wir haben ja Zeit.
    Weil außerdem niemand da ist, zum Sprünge bauen, steigen wir alle ab und brezeln die Hindernisse innerhalb von zehn Minuten auf die neuen Höhen. Für jedes Pferd entsteht erstmal eine Kombination, in der es sich der neuen Herausforderung stellen kann. Ich muss sagen, ich bin wirklich begeistert von meiner Kreativität. So begeistert, dass sich Feli anstecken lässt und vor Schreck fehlerfrei springt... Naja, hüpft.
    Ich lobe sie prompt und wiederhole parallel zu Occu die Prozedur, bis bei uns beiden alles sitzt. Dazu gehört auch, dass wir Ausbilder uns gegenseitig korrigieren, was Zügel- und Galoppsprunglänge angeht.
    Dann gönnen wir uns eine kurze Pause, in der wir Marc und Light bei ihrem S zusehen. Die zwei arbeiten gut zusammen, mit demselben Ehrgeiz und der gleichen Ausdauer. Ich klatsche, als sich der Hengst ein letztes Mal mit gewölbtem Hals streckt und sie die Kombination fehlerfrei überwinden.
    Nun steht nur noch der endgültige Qualifikationsparcours an und dafür müssen wir wieder absteigen. Die Pferde zupfen solange das schmächtige Gras an der Umzäunung.
    Als der Umbau abgeschlossen ist, muss ich Feli wieder kurz aufwärmen. Die Stute hat sich wohl mit mir abgefunden, denn sie steigt auf meine Motivation ein und überwindet im zweiten Durchgang auch als erste fehlerfrei den gesamten Parcours. Ich lobe sie überschwänglich und reite sie trocken, während Occu Sunday durch den Hinderniswald bringt. Der Hengst scheint ausgeglichen und in vollem Einklang mit sich. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen; ob das an Pferd oder Reiter liegt, ist allerdings schwer zu sagen.
    Kompliziert, wie wir sind, bauen wir kurz darauf alles für die letzten Männer um. Die nehmen letztendlich Kurs auf das S und schaffen es auch irgendwie heil und mit ziemlich gewagten Manövern. Ich gratuliere dann einfach allen Anwesenden zu einer gelungenen Stufenerhöhung; im Schein der untergehenden Sonne.
    Total romantisch.
    Während ich im Stall alles Neue eintrage, satteln meine beiden Freunde die Pferde ab und putzen das verschwitze Fell sowie die Hufe. Ich lasse es mir nicht nehmen, allen dreien einen Apfel zu reichen; Occu bekommt dann auch noch einen. Ich bedanke mich noch für die Arbeit und den schönen Tag und entschuldige mich für meine... Nun ja, für meine fehlende Effizienz, bevor es mit dem Jeep wieder Richtung Heimat geht.
    7 Okt. 2014

    SamantaTrainingsbericht "Springen von M auf S"


    Kaum war ich zu Hause angekommen, rief mich Occu ein weiteres Mal an und fragte, ob ich Sunday Morning trainieren könnte. Begeistert stimmte ich zu und machte mit ihr einen Termin aus. Direkt am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zu ihrem Hof Pine Forest Stable. Ich freute mich wahnsinnig den Hengst wiederzusehen und auch Occu mochte ich gerne, sodass ich froh war, dass sie mir ihre Pferde immer wieder im Training anvertraute. Bei Sunday Morning erinnerte ich mich daran, dass er ein wahrer Flitzebogen war und es gar nicht mochte, wenn man hart in der Hand wurde. Ich kam am Hof an. Es war immer wieder schön hierher zu kommen. Ich fühlte mich wohl hier, vor allem, weil es nicht weit von meinem neuen zu Hause war und auch, weil Occu und ihre Mitarbeiter immer sehr herzlich waren. Mit einem Lächeln auf den Lippen betrat ich den Stall, wo ich auf Occu traf, die mir ebenfalls ein strahlendes Lächeln schenkte."Hey",sagte ich und grinste."Da bin ich auch schon wieder,um dich zu nerven."Ich zwinkerte ihr zu und trat dann zu Sunday Morning."Nett, dass du ihn für mich reingeholt hast", sagte ich schmunzelnd. "Na, mein Hübscher", sagte ich sanft und kraulte ihn. Er schloss genießerisch die Augen."Sieh mal. Ich kenne sogar noch deine Lieblingsstelle." Der Hengst schnaubte und ich lächelte. Ich halfterte ihn auf und begann ihn dann ausgiebig zu putzen, was er offenbar sehr genoss. Er war sehr menschenbezogen, was ich sehr zu schätzen wusste. Es machte es um einiges leichter mit dem sensiblen Pferd zurecht zu kommen. Denn obwohl er einem eine harte Hand übel nahm und ab und zu auch steigen konnte, konnte man ihn schnell wieder besänftigen. "Kann ich in die Halle mit ihm",erkundigte ich mich und nachdem Occu kurz überlegt hatte, antwortete sie:"Ja, klar. Die dürfte gerade frei sein." Ich bedankte mich und ging erst einmal in die Halle, um dort einige Sprünge aufzubauen. Nachdem das geschehen war, kehrte ich zum Hauptstall zurück und fragte Occu:"Sag mal, kannst du mir beim Training helfen?"Sie überlegte kurz und nickte dann. "Heute schon, aber morgen hab ich schon was vor."Ich winkte ab und meinte:"Ich finde morgen schon jemanden, der mir hilft." Nachdem ich Sunday Morning gesattelt und getrenst hatte, ging ich gemeinsam mit ihm und Occu hinüber zur Halle. Der Hengst sah sich neugierig um und betrachtete schließlich die Sprünge. Ich hatte drei Sprünge aufgebaut, was für das Training reichen dürfte. Zumindest heute. "Wie gibt er sich im Springen",fragte ich nach, während ich nachgurtete und aufstieg."Er ist sehr schnell, aber mutig, muss zwischenzeitlich aber ganz schön gebremst werden. Man hat das Gefühl, dass er immer in einem Stechen ist." Sie lachte und auch ich musste lachen."Alles klar. Damit kann ich umgehen." Es war schwieriger ein Pferd zu trainieren, das vor den Sprüngen Angst hatte. Mit Schnelligkeit hatte ich kein Problem. Ich ritt ihn erst einmal warm, bevor ich mich ans Traben und Galoppieren machte. Er war wirklich schnell, aber das war ich von ihm ja auch nicht anders gewohnt. Ich trabte und galoppierte ihn ab und erst dann wendete ich mich dem ersten Sprung zu. Sofort zog er noch ein bisschen mehr an und ich musste ihn wirklich bremsen, durfte aber nicht zu viel Druck ausüben, denn sonst würde er wieder steigen. Es war ein Spiel zwischen Annehmen und Nachgeben. Das hatte ich schnell gemerkt, als ich ihn das erste Mal geritten war. Er überwand den Sprung ohne Probleme. Ich übersprang den Sprung noch einige Mal und machte es auch mit den anderen Sprüngen so. Er war wirklich nicht schlecht, nur sehr schnell. Ich lobte ihn und parierte zum Trab durch, versuchte ihn erstmal wieder etwas runter zu bekommen. Nachdem er sich ein bisschen beruhigt hatte, bat ich Occu die Hindernisse alle etwas zu erhöhen. Er riss das erste Mal, aber beim zweiten Mal kam er ohne Probleme rüber. Auch die anderen Hindernisse konnte er bald überspringen. Ich beendete das Training für heute und brachte ihn zurück in die Box. Ich verabschiedete mich von Occu und machte mich auf den Nachhauseweg.
    Am nächsten Tag war ich schon früh auf Occus Hof. Wie sie gesagt hatte, hatte sie heute leider keine Zeit für mich. Mein Weg führte mich zuerst in die Reithalle, wo ich erneut die drei Hindernisse aufbaute.Danach ging ich auf direktem Weg in den Hautstall, wo ich Sunday Morning fertig machte und eine der Angestellten bat, mir zu helfen. Die junge Frau nickte und folgte mir dann. Nachdem ich nachgegurtet hatte, stieg ich auf und wärmte ihn erstmal in allen drei Gangarten auf. Wieder sprang ich die Hindernisse einzeln, bevor ich sie von der jungen Frau noch einmal erhöhen ließ, sodass sie auf S-Niveau waren. Sunday Morning wurde immer heißer, sodass ich ihn schließlich erstmal wieder runterbringen musste, bevor ich noch einmal die Hindernisse übersprang. Er machte sich gut, sodass ich das Training schließlich beendete. Ich versorgte ihn und machte mich dann auf den Nachhauseweg.
    © Samanta Thomsen - Trainingsstall zur Roten Rose 4934 Zeichen (geprüft mit lettercount.com)
    11 Sep. 2015

    Occulta [​IMG] S*-S**
    Für Sunday, Caspian und Smelyalata (4yo)

    Nachdem wir mit den Zweijährigen schon fertig waren, kamen nun Sunday Morning, Caspian und Smelyalata in den Genuss eines Intervalltrainings. Man konnte die Jungspunde von eben, die wir gerade noch zugedeckt und mit einer Portion Heu in die Box geführt hatten, natürlich nicht mit den Vierjährigen Muskelprotzen vergleichen. Besonders Sunday hatte eine tolle Hinterhand entwickelt, aber auch Smelyalata hatte ordentlich aufgemuskelt, seit sie bei uns war. Caspian, den ich heute ritt, war sowieso ein kleines Kraftpaket. Man durfte ihn und seine kurzen Beine nicht unterschätzen: er hatte die Angewohnheit im letzten Moment von innen her aufzuholen. Smelyalata hingegen bevorzugte die Aussenseite, da sie dort mehr Platz für ihre raumgreifenden Bewegungen hatte. Wir putzten und sattelten die Vollblüter. „Ich liebe Rennsättel“, schwärmte Quinn hinter mir. „Die sind so leicht!“ Wir lachten und ich zog den Gurt bei Caspian an. Beim Zäumen streckte er den Kopf nach unten, sodass ich mich fast bücken musste, um ihm die Trense in den Mund zu legen. Dafür war es umso leichter, das Nackenband über die Ohren zu streifen. Sunday wurde heute probeweise mit Haube geritten, da er in letzter Zeit immer etwas abgelenkt gewesen war. Smelyalata hatte ein extra gepolstertes Nasenband und Caspian gar keines, sondern nur den Kehlriemen und das Stirnband. Wir führten die Drei zum Karussell und liessen sie dort für eine Viertelstunde im Schritt aufwärmen. In dieser Zeit begannen wir schon mal mit dem Misten. Dann wurden die drei wieder geholt und wir ritten eine Runde Trab auf der Bahn. Es war wichtig, die Rennpferde gut einzuwärmen, um Zerrungen und andere Überlastungsverletzungen zu vermeiden. Wir machten schliesslich einen freien Start, indem wir uns alle in einer Linie aufreihten und in Bewegung blieben, ohne die Startboxen. Es folgte ein flotter Canter, jedoch längst nicht auf Höchstgeschwindigkeit. Nur zwischendurch beschleunigten wir etwas, meist über 200 Meter, und liessen sie kurzzeitig ganz strecken. So ging das ganze über 1600 Meter. Diese Art des Trainings war standard, dazu kamen zweimal die Woche sogenannte ‚Galopptage‘ mit Kopf-an-Kopf Training, wobei meist auch die erfahrenen, bereits nicht mehr aktiv rennenden Vollblüter mitliefen, damit die Jungen von ihnen lernen konnten. Caspian arbeitete wie eine Maschine unter mir. Er ging etwas stärker als sonst gegen meine Hand und wollte den Kopf frei bekommen. Dich ich beharrte auf dem Canter-Tempo und hielt ihn zusammen. Er schäumte dafür umso mehr und kaute auf dem Gebiss herum. Smelyalata lief eine Weile neben uns, sodass ich sie gut beobachten konnte. Die Stute hatte einen guten Takt und wurde erst schneller, als Quinn sie antrieb. Sie hatte die Spielregeln anscheinend längst begriffen und tanzte auch danach über die Bahn. Sunday war etwas vor uns, aber das machte nichts. Oliver ritt ihn und strebte absichtlich ein etwas höheres Grundtempo an, denn der Hengst musste entsprechend seiner Kondition gefördert werden. Er machte sich so gut, dass Oliver ihn etwas härter rannehmen konnte. Offenbar schien das dem Braunen nichts auszumachen – im Gegenteil. Er schien fleissiger denn je und hielt die Ohren im Canter stets vorne. Am Ende des Trainings trabten wir noch eine Runde auf der anderen Hand aus und ritten dann im Schritt auf der Galoppbahn, wobei und Ajith die Fleece-Decken brachte. Alle drei waren nun langsam fit für die höher dotierten Rennen im Frühling, doch leicht würde es bei der guten Konkurrenz nicht werden. Trotzdem war ich stolz und freute mich auf die kommende Saison.
    15.11.2015

    Die Kür:

    Heute stand mal wieder etwas besonderes auf dem Plan: Occu hatte mich gebeten, ihren Hengst Sunday Morning auf der Hengstkörung vorzustellen. Liebend gerne erklärte ich mich dazu bereit und befand mich nun mit Occu und dem Hengst auf dem großzügigen Gelände, auf welchem die Prüfung stattfand.
    Während wir gemeinsam die Beine bandagierten, genoss Sunday die Aufmerksamkeit, war aber auch wachsam und überblickte genau, was um ihn herum geschah.
    „Ich bin aufgeregt“, grinste ich Occu an, während ich den Sattel vorsichtig auf den Pferderücken gleiten ließ.
    „Du machst das schon! Sunday ist artig, weißt du ja“, zwinkerte seine Besitzerin mir lachend zu, klopfte dann ihrem Pferd den Hals und machte eine einladende Kopfbewegung. Rasch schloss ich noch die restlichen Schnallen der Trense und führte den braunen Hengst zum Abreiteplatz.
    Während wir darauf warteten, aufgerufen zu werden, wärmte ich Sunday auf und holte mir noch wertvolle Tipps von Occu.
    „Startnummer 18 – Sunday Morning von Occulta mit seiner Reiterin Lisa bitte in die Halle“, tönte eine krächzende Stimme aus den Lautsprechern. Ein letztes, lächelndes Kopfnicken von Occu, dann betraten wir im versammelten Trab die Halle. Es waren viele Zuschauer da, ich konzentrierte mich aber voll und ganz auf das Pferd unter mir.
    Bei A bogen wir mit einem schönen Bogen auf die Mittellinie und trabten schnurgerade auf die Richter zu. Es reichte eine minimale Parade, um den Hengst zum Stehen zu bringen, sodass ich die Richter grüßte und erneut antrabte. Sunday stand wunderbar an den Hilfen, auch wenn ich ihn zeitweise etwas zügeln musste, damit er nicht zu schnell wurde.
    Bei C ging es auf die linke Hand, direkt im Anschluss ritten wir an der langen Seite eine einfache Schlangenlinie. Der Hengst war konzentriert und es schien, als könne er die nächste Aufgabe gar nicht abwarten.
    Ich ließ ihn auch nicht lange unbeschäftigt: An der kurzen Seite parierten wir zum Schritt durch und wechselten durch die ganze Bahn. Auf der Diagonalen baute Sunday einen kleinen Schlenker ein, aber nicht weiter schlimm und auch kaum erkennbar, sodass ich ihn bei den Richtern erneut antrabte.
    Bei M ging es nun auf den Zirkel, auf welchem ich Sundays Galopp präsentieren wollte. Wie von dem Hengst gewohnt, war sein Galopp recht flott, aber er war nun mal ein Rennpferd, so konnte man es ihm nicht verübeln. Eine ganze Runde ließ ich das Vollblut galoppieren, anschließend parierte ich ihn zum Trab, dann zum Schritt durch und wechselte so aus dem Zirkel.
    Das Umstellen im Mittelpunkt klappte gut und ich verlor nicht viel Zeit, bis ich den Hengst antrabte und kurz darauf angaloppierte. Auch auf dieser Hand zeigte Sunday seinen taktklaren, raumgreifenden Galopp und reagierte gut auf meine Hilfen. Das Durchparieren hingegen klappte nicht perfekt, der Hengst wehrte sich für einen Moment gegen die Parade, schlug unruhig mit dem Schweif und machte einen kleinen Bocksprung. Ich ließ mich nicht davon beeindrucken, sondern gab die Hilfe erneut, woraufhin Sunday dann auch durchparierte und sich brav auf die Mittellinie lenken ließ. Zum Abschluss der Kür hielten wir bei X an, ich grüßte die Richter und verließ dann unter Applaus die Halle.
    „Das ist doch super gelaufen“, rief Occu, die bereits auf mich wartete. Sie hielt die Zügel des Hengstes, sodass ich absteigen konnte. „Danke! Mal schauen, wie es ausgeht.“
    Während wir auf das Ergebnis warteten, versorgten wir gemeinsam Sunday und schauten dann noch bei den anderen Teilnehmern zu.

    Text by Mongofisch, 2'930 Zeichen ohne Leerzeichen, geprüft bei Charcounter.com

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    Zuletzt bearbeitet: 16 Nov. 2015
    Eddi gefällt das.
  4. Bracelet

    Bracelet Trakehner :D

    Meine Teilnahme mit
    Seattle's GT'aime
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    Steckbrief:
    Seattle's GT'aime
    Rufname: Seattle

    Abstammung:
    Von: Unbekannt
    Aus der: Greta Garbo

    Daten:
    Geburtstag: 15.06.2005
    Geschlecht: Hengst
    Rasse: Trakehner
    Fellfarbe: Schwarzbrauner - Seal Bay
    Stockmaß: 1.82 m
    Gesundheit: Sehr gut

    Zuchtinformationen:
    Gekrönt: Nein
    Vererbung-Farbcode: EeA^ta

    Qualifikationen:
    Spring Klasse: S
    Dressur Klasse: A
    Militairy Klasse: E
    Distanz Klasse: A
    Galopprennen Klasse: S**
    Western Klasse: A
    Fahren Klasse: L

    Beschreibung:
    ~ manchmal temperamentvoll, dennoch lieb und außerordentlich rittig ~
    Seattle, wie er liebevoll genannt wird, ist ein Pferd, wie ich kein Zweites kenne. Abgesehen von seinen hengstsichen Phasen, in denen er sich zu beweisen versucht, ist er nämlich ein absolutes Verlasspferd. Er will einem stets gefallen; Macht bei allem gut mit und zeigt gern seine guten Manieren.
    Ebenso lernt er wirklich schnell und gibt alles für seine Bezugsperson.
    Was seine Kariere als Turnierpferd betrifft wurde er wirklich allen Erwartungen gerecht. Vor allem bei Warmblutrennen und im Springen konnte er durch sein beeindruckendes Talent am Sprung und seine Schnelligkeit überzeugen.

    Erfolge:

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    Zweitplatzierter beim 116. Springturnier
    Zweitplatzierter beim 142. Galopprennen
    Zweitplatzierter beim 142. Dressurturnier
    Sieger des 226. Galopprennens
    Zweitplatzierter beim 1. Adventspringen
    Drittplatzierter beim 233. Westernturnier
    Zweitplatzierter beim 304. Galopprennen
    Sieger des 305. Galopprennens
    Sieger des 306. Galopprennens
    Drittplatzierter beim 245. Fahrturnier
    Zweitplatzierter beim 325. Springturnier
    Zweitplatzierter beim 249. Fahrturnier

    Tieratztbericht:
    Tierarztbesuch / von Loulou
    19. Oktober 2015

    Wie ich es vermisst hatte, bei Wind und Wetter zu den vierbeinigen Patienten zu fahren. Dieses Wetter begrüßte mich auch gleich, als ich auf Bracelets Hof aus dem Auto stieg. Der Wind peitsche mir den Regen ins Gesicht, als ich mit meiner Arzttasche über den Hof zu den Stallungen huschte. Dort begrüßte mich die junge Frau auch schon freundlich und führte mich zu ihrem Pferd. Bereits am Telefon hatte sie mir von Seattle's GT'aime erzählt, es stand bloß ein kleiner Kontrollbesuch mit Impfung an. "Hallo Großer.", begrüßte ich den riesigen Hengst. Allein seine Schulter überragte mich um einen Kopf. Doch ganz im Gegensatz zu seiner Erscheinung, stellte sich heraus, dass er brav wie ein Lamm ist. Dennoch bat ich seine Besitzerin, ihn festzuhalten. Mit einem Lächeln griff ich nach meinen Stethoskop und begann damit, die Vitalfunktionen des Tieres zu überprüfen. Ich achtete auf Geräusche an seinem herzen und seiner Atmung, welche nichts bei einem Pferd verloren haben, doch ging es dem Trakehner hervorragend. Dies bestätigte auch seine Körpertemperatur, die er mich nun doch etwas mürrisch nehmen ließ. "Braver Junge.", lobte ich ihn und streichelte ihm kurz den Hals, was ihm sichtlich gefiel. "Also sein Herz und seine Lunge sind vollkommen in Ordnung, ebenso seine Temperatur.", erklärte ich Bracelet. "Alles kann ich eine Infektion ausschließen und ohne Sorge impfen.", fuhr ich fort, während ich ein kleines Fläschchen aus meiner schwarzen Ledertasche nahm. Rasch zog ich die durchsichtige Flüssigkeit auf die Einwegspritze auf, welche ich soeben aus ihrer Packung genommen hatte und ging zu dem schicken Tier herüber. Kurz strich ich über seinen Hals um eine geeignete Stelle zu finden und nachdem ich die Schutzkappe von der Kanüle abgezogen hatte, injizierte ich ihm den Impfstoff. Ehe er reagieren konnte, war ich auch schon fertig und ich lobte das Tier. "Siehst du Großer, schon vorbei.", schmunzelte ich und steckte die Kappe wieder auf die Spitze, ehe ich sie in einer kleinen Tüte verschwinden ließ, um sie zu Hause zu entsorgen. Ich hatte alle Impfungen aufgefrischt, die in seinem Impfpass standen. Obwohl Slowenien nicht auf der Liste der Länder stand, die zu den Tollwut gefährdeten Gebieten gehörten, so hatte ich auch diese Impfung aufgefrischt. Vorsicht war meist besser, als Nachsicht, insbesondere bei Tieren, die unter anderen Verhältnissen lebten, als wir Menschen. Nun galt es sich von der jungen Frau zu verabschieden, um meinen nächsten Patienten zu besuchen.

    Hufschmiedbericht:
    Hufschmiedbericht / Bracelet
    1. November 2015

    ,,Na dann Bub.'',sagte ich seufzend und bat meinen hübschen Trakehnerhengst um sein Bein um mir seine Hufe anzusehen. Er gab es brav und ich verschaffte mir einen Überblick. Seine Hufe waren, wie ich sie von der täglichen Arbeit kannte, in bestem Zustand.
    Dennoch wollte ich ihn ein wenig Ausschneiden und die Hufe kürzen, wie wir Menschen unsere Nägel regelmäßig schneiden.
    Dazu nahm ich mein Hufrinnenmesser zur Hand und machte einen Probeschnitt in die weiße Substanz seines Hufes. Dadurch wusste ich, wie viel Horn schon lose war und welches weggenommen werden musste. Dieses entfernte ich dann vorsichtig und schnitt auch seinen Strahl etwas in Form. Anschließend raspelte ich mit der Feile noch die Trageflächen gerade und korrigierte somit kleine Unebenheiten. Dabei stand Seattle's GT'aime ganz brav da und genoss die Aufmerksamkeit. Er war wirklich ein angenehmer vierbeiniger Patient.
    Zu guter Letzt kürzte ich mit einer speziellen Zange das Horn noch etwas, damit diese nicht zu lang, beziehungsweise oval wurden.
    Nachdem dies getan war, war Seattle auch schon fertig und durfte wieder auf die Koppel.

    Trainingsbericht (1):
    Trainingsbericht Distanz E auf A / von Veija
    25. Oktober 2015

    Heute war ich auf dem Weg zu Backfett, wie ich sie immer so gerne nannte, um drei ihrer Pferde in Distanz zu trainieren. Alle drei Pferde sollten in der Distanz von E nach A gebracht werden. Costa de la Bryére, ein schicker Black Tobiano Hengst, Seattle's GT'aime, ein schwarzbrauner Hengst und Takada, eine Rappscheckstute. Zur Unterstützung hatte ich mir heute Aaron und Alexis mitgenommen, die die Pferde mit mir zusammen trainieren sollten. Bei Backfett angekommen begrüßten wir sie herzlich und ließen uns zunächst den Hof zeigen und uns eine Karte des Geländes geben, damit wir uns nicht verritten. Bracelet erzählte uns ein wenig über ihre Pferde, weshalb ich Aaron, der am schlechtesten von uns reiten konnte, Costa zuteilte. Bei Anfängern sollte er wohl wirklich ruhig und vorsichtig sein. Außerdem ritten wir ja alle zusammen, falls etwas sein sollte, hatte man ihn schnell wieder eingefangen. Schließlich war ich eine Westerneiterin durch und durch, die sich mal schnell von einem auf das andere Pferd schwingen konnte, ohne das eigentliche Reittier zu verlieren. Alles schon erprobt. Alexis teilte ich Seattle zu und ich, die am besten reiten konnte, schnappte mir die schicke Stute. Mal sehen, ob das die richtige Entscheidung war..
    Doch nun ging es ans putzen und satteln. Bracelet hörte gar nicht mehr auf zu reden und erzählte und erzählte, von allen Neuigkeiten, die sie so wusste. Kurz lachte ich, ehe ich Takada den Sattel auf den Rücken schmiss und den Gurt zuzog. "Hier passiert ja viel, auf deinem Hof. So viele Neuigkeiten", sagte ich und machte meine Stute fertig. Wir legten allen Pferden noch Geländegamaschen und Sprungglocken an, da ich nicht wusste, wie das Terrain hier so war und ob die Pferde über ihre eigenen Beine stolperten. Als Aaron und Alexis dann auch fertig waren, gingen wir auf den Platz, um die Pferde ein wenig abzureiten. Wir gurteten nach und stiegen auf. "Aaron, halt ihn kürzer, der rennt dir unter Arsch weg!", wies ich Aaron an und schaute zu ihm rüber. Das mit dem lammfromm stimmte wohl nicht immer. Da ich Aaron schon im Sand liegen sah, wies ich ihn an, den Hengst anzuhalten und die Plätze zu tauschen. "Na komm, Freundchen", sagte ich und trieb ihn an, ehe er einen Satz nach vorne machte. Ich hatte schon damit gerechnet, weshalb es der Sprung nicht aus dem Sattel gehauen hatte. So fing ich an, ihn von vorne runterzuriegeln, indem ich die Zügel kurz nahm, ihn mit den Beinen aber nach vorne schickte. "Na denk mal nach", sagte ich laut zu ihm und merkte, wie sein Galopp beständig langsamer wurde. "Geht doch", murmelte ich und sah zu Bracelet, die wohl nicht so begeistert von meiner Aktion war. Als Costa brav und langsam vor sich hin galoppierte, hielt ich nach einer Weile bei Bracelet an. "Weißt du was hier das Problem ist?", fragte ich sie und klopfte den Hals des Hengstes. "Wenn ich meine Reiner vorne kurz nehm und hinten treib, geben die Gas. Wenn ich meine Pleasurepferde vorne kurz nehm und hinten treib, werden die langsamer. Also geht probieren über studieren, wenn ich andere Warmblüter reite", erklärte ich ihr und nun verstand sie wohl auch, was ich eben gemacht hatte. Aaron kam viel besser mit der Stute klar, weshalb ich mich wohl weiter um Costa kümmern würde. "Gut, Alexis", lobte ich sie, als sie in einem lockeren Trab an mir vorbeikam. "Ich denke, wir können jetzt ins Gelände", erklärte ich meinen beiden Mitarbeitern und auch Bracelet, die sich nun auf den Weg zu ihren anderen Pferden machte. Schließlich wollten diese auch beschäftigt werden. "Alexis reite du vor, Aaron du kommst in die Mitte und ich geh hinten hin", erklärte ich die Reihenfolge und so ritten wir vom Hof in den Wald. Zunächst mussten wir an einigen Straßen vorbei, die wir schön im Schritt überritten. Dann ging es endlich auf einen Feldweg und wir konnten ein bisschen an Tempo zulegen. So ritten wir viele Trab und Galoppwechsel, bis wir uns doch verritten und in einer Sackgasse ankamen. "Hm..", sagte ich und schaute auf die Karte. "Ach, wir hätten hinten rechts reiten müssen, nicht links", schlussfolgerte ich und wir drehten um. An der Weggabelung ritten wir dann in den anderen Weg rein und konnten wieder eine Weile galoppieren, ehe wir auch umdrehten. Die Kondition der Pferde ließ doch sehr nach, weshalb wir uns im Schritt und Trab auf den Heimweg machten. Es dauerte länger, als ich gedacht hatte, ehe wir wieder auf dem Hof ankamen. Sofort machten wir die Pferde fertig für die Box, ehe ich mit Bracelet abmachte, dass wir doch noch einen Tag blieben. So teilte sie und zwei Zimmer zu und die Nacht war schneller vorbei, als mir lieb war. Schon morgens um 8 Uhr waren wir auf den Beinen und sattelten die Pferde, ehe wir sie auf dem Platz kurz abritten und wieder ins Gelände gingen. Heute ritten wir vermehrt Trab und Galopp, damit die Pferde an Kondition aufbauten. Es dauerte jedoch nicht lange, ehe wir wieder auf dem Hof reinschneiten. "So, ich denke die können jetzt in der Klasse A laufen", erklärte ich Bracelet beim Absatteln der Pferde. "Wir machen uns dann mal wieder auf den Heimweg", sagte ich lächelnd und schaute kurz zu meinen beiden Mitarbeitern, die jetzt auch fertig waren mit absatteln. "Bis dann, Backfett", rief ich unserer Kundin noch nach und winkte ihr, ehe wir vom Hof fuhren.

    Die Kür:
    ,,Und nun sehen wir Seattle's GT'aime, Sohn der Greta Garbo.'',dröhnte es aus den Lautsprechern des Platzes, als ich mit Seattle im Schritt ins Viereck ritt.
    Bei X hielt ich meinen dunkelbraunen Trakehnerhengst an und grüßte die Richter. Dabei stand mein Hübscher perfekt geschlossen da und schnaubte zufrieden, als wäre der ganze Trubel, der auf der Hengstkörung stattfand, nicht vorhanden wäre.
    Im Trab ritt ich ihn dann an. C rechte Hand. Anschließend zeigten wir sofort eine Schlangenlinie in zwei Bögen und anschließend eine Dur, aus welcher wir einen Durenwechsel vollführten. Dabei stellte ich Seattle korrekt um und ging nach einer Runde große Dur ganze Bahn, woraufhin eine einfache Schlangenlinie in einem Bogen folgte. Dann wechselten wir durch die ganze Bahn, wobei ich Seattles Trab verstärkte, was er brav und deutlich zeigte.
    Draufhin galoppierte ich ihn in der Ecke an und zeigte mit ihm eine Runde ganze Bahn ehe ich ihn in den Schritt durchparierte und durch die Halbe Bahn wechselte. Bei der nächsten Hälfte der ganzen Bahn trabte ich ihn kurz an und zeigte dann wieder Galopp, den er brav annahm. ,,Braaav.'',flüsterte ich unmerklich für Richter und Publikum. Aber mein Hengst schien es gehört zu haben. Dafür, dass er eigentlich ein springorientierter Hengst war, beziehungsweise gar Galopprennen lief, fand ich dies ganz gut. Ich war wirklich stolz auf ihn.
    Gehorsam parierte er dann zum Schritt durch und zeigte sehr schöne, raumgreifende Tritte. Als dies getan war kamen wir bei A aus der Mitte und hielten bei X wieder. In dieser Zweit kamen einige Arbeiter und bauten schnell zwei Oxer auf. Der eine ein Oxer der Klasse M und einen der Klasse S.
    Als sie fertig waren ging eine flippige Musik, zu der man im Takt klatschen konnte, los und ich galoppierte Seattle aus dem Stand an. Nun waren nochmal alle Augen auf uns gerichtet und ich dirigierte meinen Braunen auf den kleineren Sprung zu. Wie gewohnt ließ sich Seattle gut mit dem Sitz lenken und erwischte dadurch eine optimale Distanz. Hop. Schon flog er durch die Luft, höher als er musste, wie immer. Als er wieder aufkam wieherte er kurz und machte Anstalten einen Freudensprung zu machen. Von dieser Idee konnte ich ihn jedoch abbringen und ihn auf den nächsten Sprung zuzureiten. Diesmal wurde mein Hengst etwas schneller als er knapp vorm Sprung war und drückte sich mit enormer Kraft vom Boden weg. In der Luft schnaufte er noch einmal auf und korrigierte etwas seine Hinterhand, indem er hinten über dem Sprung ausschlug. Als wir wieder gelandet waren applaudierten die Zuschauer und ich parierte zum Trab durch. Grinsend ritt ich zu X, wo wir hielten. Ich grüßte die Richter.
    Dann ließ ich die Zügel lang und lobte Seattle glücklich beim verlassen der Bahn. ,,Brraaaver Junge.''
    2766 Zeichen

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  5. sadasha

    sadasha Gut Schwarzfels

    BearBrook
    CHH' Lamperd

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    PNG mit Langhaar | PNG ohne Langhaar

    CHH' Lamperd
    Rufname: Lam

    Geburtsdatum/Alter: 2012, 3 Jahre
    Geschlecht: Hengst

    Stammbaum
    aus der: unbekannt ~ von: unbekannt
    aus der: unbekannt ~ von: unbekannt | aus der: unbekannt ~ von: unbekannt

    Exterieur
    Größe: 1,65m
    Rasse: Englisches Vollblut
    Fellfarbe: Seal Brown Frame Overo
    Abzeichen: Laterne

    Interieur
    Lebensfreudig, lernwillig, herzensgut, temperamentvoll

    Der Junge Overo hat das spezielle Vollblüter Temperament das ihm jedoch kaum im Weg steht. Lamperd mag sogut wie alle Menschen und andere Artgenossen, Sachen, Leute oder andere Lebewesen ignoriert er wenn er keine Lust hat. Lam bewegt sich immer wann er kann, er mag das rumstehen eben nicht, das kann bei Menschen die ihn nicht kennen zu missverständnissen führen. Der Junghengst ist gegenüber Reiter, Pfleger und Besitzer loyal und eine treue Seele. Beim putzen kann es schonmal dazu kommen das er schnappt, liegt aber daran das er es nicht sonderlich mag, außer er ist müde.

    Beschreibung
    Lamperd ist einer der Rennpferde bei denen die Emotionen sehr schnell hoch Kochen, wie zum Beispiel 'Freude', wenn er eine grade rennbare Strecke sieht., somit ist er etwas schwieriger zu kontrollieren. Er hat jedoch nicht die Veranlagung dazu in so Situationen seine Konzentration zu verlieren, wie die meisten Pferde. Der Overo ist noch ziemlich Jung, weiß jedoch genau was auf ihn zukommt und macht bei jeder Trainingseinheit freudig mit. Lam, wie wir ihn nennen, hat jedoch ein Problem, er will nie still stehen, Lam will immer in Bewegung sein, das führt natürlich zu Nachteilen auf z.B Körungen oder anderen Tunieren.

    Lam wird weiterhin erstmal Trainiert und gezielt geformt, so das er später auf Tunieren und auf Körungen eine gute Figur macht, was wir alle hoffen. Später wird er dann in eine Zucht aufgenommen um dort seine Gene weiter geben zu können.

    Geschichte
    Lamperd stammt von einem Vollblüter Gestüt aus England, wie ich besitzen sie selbst eine Rennbahn und veranstalten dort ihre Rennen. Lamperd wurde viel zu früh Eingeritten und auf die Rennbahn gelassen wodurch er warscheinlich so fantat in grade Strecken ist und sie rennen will, egal was kommt, so wurde ihm das auch beigebracht. Der junge Hengst hatte aus ihrer Sicht aber keine guten Zeiten, somit wurde er verkauft und landete bei Cooper.

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: ✘
    Vorgesehen für die Zucht: ✔
    Decktaxe: -
    Nachkommen: -
    Geschwister: -

    Besitzer: BearBrook
    Vorbesitzer: Cooper
    Gezüchtet bei/Zucht:-
    VKR: Cooper

    Kaufpreis: -
    Zu Verkaufen: ✘
    Verkaufspreis: -

    Qualifikationen
    ☑ Eingeritten
    ☒ Eingefahren
    ☑ Halfter und Decke vertraut
    ☑ Longiert
    ☑ Hängerläufig
    ☑ Hindernisvertraut
    ☑ Schmiedefromm
    hat Angst vor dunklen Ecken + schnell bewegenden Dingen

    Eignung
    Dressur: A
    Galopprennen: S
    Springen: -
    Military: A
    Fahren: -
    Distanz: L
    Western: -

    Erfolge
    283. Galopprennen | 303. Galopprennen | 304. Galopprennen | 221. Militaryturnier | 306. Galopprennen | 227. Distanzturnier
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    Gesundheit
    Tierarzt: Tierärztliche Klinik für Pferde, Caen
    Gesundheitszustand: sehr gut
    Letzter Besuch: 21.08.2015

    Hufschmied: Hufschmiede Burning Spring
    Letzter Besuch: 24.08.2015
    Beschlag: Aluminiumeisen

    Zubehör & Andere Bilder
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    by Wolfszeit
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    Neue Kunden waren doch immer wieder spannend, denn durch sie konnte man neue Menschen und Pferde kennenlernen. Aus dem Grunde musste ich auch grinsen, als ich am Morgen einen Anruf von Jill K. Facer entgegen nahm. Wir machten direkt einen Termin für Nachmittag aus, an welchem ich ihre beiden Vollblüter untersuchen sollte. Dementsprechend musste ich mich jetzt auch langsam auf den Weg machen, denn es war bereits nach 14 Uhr und um drei sollte ich schließlich bei Jill sein. Ich kontrollierte noch einmal den Inhalt des Autos, um auch sicher zu sein, das alles dabei war und dann konnte es auch schon losgehen.
    Ich brauchte eine gute Dreiviertelstunde bis zum Gestüt. Es war groß, aber noch relativ leer, außer den beiden Vollblütern beherbergte es bisher keine weiteren Pferde, doch ich erahnte bereits, dass sich das in geraumer Zeit wohl noch ändern würde. Nachdem ich mir einen guten Parkplatz gewählt hatte, stieg ich motiviert aus und schritt auf das große Stallgebäude zu. Natürlich fand ich Jill auch im inneren des Stalles und sie kraulte gerade einen großen Schecken, als sie mich entdeckte.
    „Hallo Jill!“, begrüßte ich sie herzlich und musterte direkt neugierig das Boxenschild des Vollblüters. „Das ist Lamperd und wohl der erste Patient“, meinte Jill lachend und betrat die Box, um den Hengst aufzuhalftern und hinauszuführen. Ich bat sie direkt, ihn mir die Stallgasse einmal im Schritt und einmal im Trab vorzuführen. Reine Routinemaßnahme, die jedoch sehr viel über Takt, Muskeln und Spannung des Pferdes verriet.
    Bei Lamperd zeigte sie mir „nur“, dass sein Bewegungsapparat sehr fit zu sein schien, denn er hatte klare und flüssige Gänge, mit welchen er neben seiner Besitzerin daher schwebte. Zufrieden band Jill den Hengst am Putzplatz an und ich machte mich an die Untersuchung. Zuerst warf ich einen gründlichen Blick in Ohren, Augen, Nüstern und Maul. Ein kurzer Rundumcheck der mir verriet, dass seine Schleimhäute im gesunden Rosa gefärbt waren und er auch keinen Ausfluss hatte. Dann schaute ich mir direkt seine Zähne genauer an. Testweise öffnete ich sein Maul und nahm die Zunge zur Seite. Wenn auch nicht ganz freiwillig ließ Lamperd mich gewähren und ich konnte die Zahnreihen kontrollieren.
    Der Hengst war erst drei, dementsprechend sah man hier und da noch die Nachwirkungen des Zahnwechsels und seine Hengstzähne waren auch noch nicht ganz so klar zu sehen, aber ansonsten war alles vollkommen in Ordnung. Also konnte ich mich an das Abhören von Herz, Lunge und Darm machen. Schnelle bemerkte ich dabei auch Lamperds Schwäche: Er konnte nicht still stehen. Ungeduldig wanderte er von einer Seite zur anderen, bis Jill ihn ermahnte und festhielt.
    Nach dem Abhören kam noch das Abtasten der Wirbelsäule und der Beine. Auch das gefiel Lamperd nicht sonderlich, aber da musste er nun durch. Zu guter Letzt kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und konnte dann sicher sein, dass er fit für die Impfungen war. Doch vorher musste er noch geröntgt werden. Deshalb packte ich Jill und mich in Bleischürzen und ich holte das mobile Röntgengerät herbei. Mit Lamperd war Röntgen übrigens kein Spaß. Jedes zweite Bild ging daneben, weil er nicht stillhielt und ich war ehrlich gesagt echt dankbar, als dann nach einer halben Stunde endlich alle Aufnahmen im Kasten waren. Nun noch das Blut für das Blutbild abnehmen und danach standen nur noch die Impfungen an.
    Lamperd wurde gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft, er bekam also einmal das Gesamtpaket, dieses würde seinem Nachfolger auch noch blühen. Lamperd zappelte unterdessen vorbildlich hin und her und ließ mir kaum eine andere Wahl, als beinahe auf gut Glück die Spritze anzusetzen. Tatsächlich schafften es aber alle Impfstoffe unter seine Haut und nachdem er, wenn auch sehr unwillig, die Wurmkur geschluckt hatte, war er fertig. Ich war froh, als Jill den Hengst losband und in die Box brachte und ich hoffte ehrlich gesagt, dass zweitere nicht so anstrengend werden würde.
    Slap Happy war tatsächlich angenehmer, schon einfach wegen der Tatsache, dass ein Wort von Jill reichte und die Stute beruhigte sich sofort. Scheppi, wie sie liebevoll genannt wurde, besaß wirklich sehr schöne Gänge und lief vorbildlich neben ihrer Besitzerin her. Auch am Putzplatz blieb sie ruhig stehen und ließ sich in Ohren, Augen, Nüstern und Maul schauen. Nur bei der Zahnkontrolle musste ich leider zur Maulsperre greifen, denn so einfach wie Lamperd ließ mich die Stute nicht gewähren, sondern zwickte mich beinahe, wenn auch eher unbeabsichtigt.
    Dafür war sie die gefährliche Montur nach ein paar Minuten wieder los, denn in ihrem Maul war alles in bester Ordnung. Während ich sie nun abhörte, stand sie still, auch wenn sie anfangs leicht zusammengezuckt war, als ich mit dem Stethoskop aufgekreuzt war. Herz, Lunge und Darmgegend hörten sich gesund an. Ebenso fand ich beim Abtasten keinerlei Verspannungen, die Sehnen und Gelenke waren fest und gesund. Nun hieß es also nur noch die Temperatur messen und der erste Teil wäre geschafft.
    Die Temperatur lag im Idealbereich und so konnten wir uns nun auch bei Scheppi dem Röntgen widmen. Mit der Stute verlief das wesentlich schneller, innerhalb von zehn Minuten hatte ich alle Aufnahmen, welche auch auf Anhieb was geworden waren. Das Blut abnehmen gefiel der Vollblüterin zwar wesentlich weniger, aber man merkte, wie sie sich zusammenriss und benahm.
    Nachdem nun das geschafft war, musste auch sie das Gesamtpaket an Impfungen entgegen nehmen und Lamperds Nachfolge antreten. Bei Scheppi konnte ich die Stelle am Hals aber in Ruhe desinfizieren und die Impfung injizieren, ohne auf gut Glück zielen zu müssen. Ebenso schnell war die Stute dann fertig, denn die Wurmkur war auch kein Problem gewesen.
    Jill brachte auch Scheppi wieder in ihre Box und kehrte dann mit den Impfpässen zurück. Ich trug fix die neuen Impfungen ein und unterschrieb diese. Dann werteten wir am Computer die Röntgenbilder aus. Lamperd und Slap Happy besaßen ein ideales Exterieur und gehörten dementsprechend der Röntgenklasse I-II an, was für zwei Vollblüter die für Zucht und Sport vorgesehen waren, ideal war. Jill freute sich auch sichtlich über das Ergebnis und ich versprach ihr, ihr das ganze nochmals per Post zukommen zu lassen. Wegen der Blutbilder würde ich sie nachher noch einmal anrufen.
    Jetzt machte ich mich erst einmal auf den Heimweg, denn die Blutproben mussten im Labor untersucht werden, erst dann konnte ich Jill Bericht erstatten. Das Ganze würde aber nicht sonderlich lange dauern und tatsächlich wählte ich abends gegen 18 Uhr nochmals ihre Nummer, um ihr die frohe Kunde zu überbringen, dass beide Blutbilder keine Auffälligkeiten aufwiesen. Stattdessen lagen alle Werte im Normalbereich und Jill konnte sich über zwei kerngesunde Vollblüter freuen. Nachdem ich aufgelegt hatte, druckte ich alle wichtigen Dokumente nochmals aus und packte sie in ein A4-Kuvert. Direkt Morgen würden sie in die Post und auf den Weg zu Jill gehen.
    by Eddi
    Hufschmiedbesuch

    ,,Das hier ist Lamperd, wir nennen ihn aber immer Lam.'',sagte die stolze Besitzerin des Hengstes lächelnd während sie mir ihren 3-jähringen Vollbluthengst vorführte. Jill K. Facer hatte mir nämlich den Auftrag gegeben Lamperds Hufe zu kontrollieren und ihn neu zu Beschlagen.

    Als erstes ging es an die Kontrolle seines Bewegungsapparats. Dazu ließ ich mir den hübschen Scheckhengst an der Hand vortraben. Es war alles okay, weshalb ich mich nun speziell seinen Hufen widmete. Die Hufwände und die Längen der Hufe gefielen mir sehr gut. Abgesehen davon taten die alten Eisen einen wirklich guten Job, da der Hengst sonst wohl früher oder später lahm laufen würde, da - und das sahen meine geübten Augen schon an den Hufeisen - die Abnutzung der Hufe wohl schneller von statten gehen würde als das Nachwachsen. Somit fand ich die Entscheidung Jills wirklich sehr gut, ihm Eisen zu geben.
    Nun bog ich mit einer speziellen Zange die Nägel gerade, die mein Vorgänger verbogen hatte um die Eisen zu fixieren und schon flog das Eisen wie von selbst vom Huf. Bei dem Geräusch, dass es machte als es auf den Asphalt fiel zuckte Lam kurz zusammen und guckte skeptisch zu mir. Jill beruhigte ihn aber sofort wieder weshalb ich mich weiterhin meiner Arbeit widmen konnte. Diesmal legte ich ein Tuch unter um das Geräusch zu vermeiden.
    Als dies getan war schnitt ich seine Hufe gründlich aus und raspelte alle Unebenheiten glatt. Damit waren die Hufe auch schon wieder auf den neuen Beschlag vorbereitet, welcher als nächstes folgte.

    Dazu ging es zu meinem Wagen. Hier lagerte ich einige Größen von Aluminium Eisen. Ich probierte einige an Lamperds Hufen aus, um die richtige Größe zu finden. Anschließend kamen diese in meinen In-Auto-Ofen und wurden darin erhitzt. Als sie warm genug waren brannte ich sie auf die Hufe des Hengstes auf. Er ließ die Prozedur dabei brav über sich ergehen, weshalb Jill ihn glücklich immer wieder lobte. Auch ich lobte und ließ die Eisen in einem Wasserbad abkühlen ehe ich sie auf Lamperds Hufe aufnagelte.
    Als dies vollendet war ließ ich ihn mir nochmal in Schritt und Trab an der Hand vorführen. Dabei zeigte er wie vorhin ein völlig korrektes Gangbild. Darum konnte ich gutes Gewissens sagen, dass der neue beschlag gut saß und passte.

    Zum Schluss pinselte ich die Hufe noch mit Hufbalsam ein, wovon ich Jill noch einen Behälter voll damit mitgab bevor ich das Gestüt wieder verließ.

    by Bracelet
    [​IMG] A - L Galopprennen

    Ankunft & die ersten Tage

    Ich war gerade dabei gemeinsam mit meiner Bereiterin Julia die Boxen unserer Hengste auszumisten als das Telefon im Büro klingelte. Hastig lehnte ich die Mistgabel an die Wand und joggte ins Büro. "Clara Engelke? Was kann ich für sie tun?" erkundigte ich mich und wartete auf eine Antwort vom anderen Ende der Leitung. "Hallo! Hier ist Cooper Chattahoochee. Ich wollte mich erkundigen ob sie noch einen Ausbildungsplatz für einen Blüter frei haben." Ich warf einen Blick in den Termin Kalender. "Ja, ab ende diesen Monats wäre etwas Frei. Ich bräuchte dann mal ein paar Daten." Nachdem alles geschäftliche geklärt war erzählte mir Cooper noch etwas über ihre Pferdeklinik ehe wir auflegten. Ich ging wieder zu der unfertig ausgemisteten Box und erzählte Julia alles über unseren baldigen Mitbewohner.
    Es war der 29. Dezember als eine bekannte Frauenstimme "Tür frei bitte!" raf und auf meine Antwort "Ist frei!" ihren Kopf durch die Hallentür steckte. Sie schloss die Tür hinter sich und ging in die Zuschauer Ecke. "Ah Hallo, Frau Chattahoochee! Sind sie gut durchgekommen?" fragte ich freundlich und ließ Eyk vor ihr anhalten. Meine Kundin erzählte mir alles über den Transport und das Julia sie bereits eingewiesen hätte. Wir unterhielten uns noch über das Training und die Haltung ihres Pferdes. Da ich mir den Kandidaten mit der Besitzerin zusammen ansehen wollte ritt Julia meinen Hengst kurzer Hand trocken und ich ging mit Cooper in den Stall. Wir unterhielten uns noch ein wenig ehe sie zu ihrem nächsten Tierarzt Einsatz musste.
    Den ersten Tag nach der Ankunft hatte der große Scheckhengst nur lockeres Programm und wurde nach einem Spaziergang locker longiert, aber bereits am zweiten Tag begann ich mit etwas intensiverem Training. Ich ließ Julia Lamperd satteln und gemeinsam gingen sie, auf Lamperd und ich auf Eyk durchs Gelände, zum benachbarten Stall wo uns freundlicherweise die Galoppbahn zur Verfügung gestellt wurde. "Lass ihn erstmal sein Grundtempo galoppieren damit er warm wird!" rief ich Julia zu. Nach etwa einer halben Runde begann der Hengst locker abzuschnauben, und die Bereiterin begann mit dem richtigen Training. Man sah dem Schecken Hengst sein enormen Laufwillen deutlich an, und er hatte einen gewaltigen Raumgriff im Galopp. Zum abschluss übten wir noch den Gang in die Startmaschine und den Start. Er verhielt sich auf dem weg dahin und auch drinnen absolut souverän, und legte einige spektakuläre Starts hin. Noch auf dem Rückweg zum Stall schwärmte Julia von der unglaublichen Schubkraft des Hengstes. Lamperd hatte kaum geschwitzt, und schien sehr zufrieden mit sich und der Welt.
    Im heimischen Stall übernahm ich das absatteln. Ich bürstete die (minimalen) Schweißabdrücke weg und legte ihm seine Winterdecke drauf ehe er sein Struktur Energetikum mit Leinöl bekam und ich sein Heunetz auffüllte. Dies war ein erfolgreicher Trainingstag gewesen.

    © Napolitana
    2892 Zeichen
    Veija, 22.5.15

    Drag me to Hell Springen E auf A, Augen auf! Ich komme Springen L auf M, My lovely Horror Kid Springen E auf A, I've got the moves like Jagger Galopprennen M auf S, Faster Galopprennen M auf S, Firewalker Galopprennen M auf S, Zuckerschock Galopprennen M auf S, Wild Reflex Galopprennen E auf A, Nyanda Galopprennen E auf A, Seattle Slew Galopprennen E auf A, Priamos Ruffia Kincsem Galopprennen E auf A, CHH' Lamperd Galopprennen L auf M und Sacramento XX Galopprennen A auf L

    Etwas genervt sprang ich aus dem Bett. Mein Wecker klingelte früh- viel zu früh. Nach einem Blick auf die warf ich mich wütend zurück ins Bett. 6 Uhr am Morgen. Doch wenn man so eine große Ranch hatte, musste man damit leben, früh aufzustehen. Vor ein paar Wochen als die Fohlen kamen, war ich teilweise schon um 4 Uhr morgens wach, das war früh.
    Heute sowie die nächsten Tage mussten wieder alle Pferde dran glauben und trainiert werden. Anfangen wollten Aaron, Alexis und ich mit Hell, Abby und Horror. Die drei Stuten würden alle im Springen gefördert werden, wobei ich mir noch nicht sicher war, wer wen reiten sollte. Um halb sieben fanden wir uns also alle drei im Stall wieder und machten die Pferde fertig, ehe wir in die Halle gingen. Caleb und Aliena hatten schon E/A Sprünge aufgebaut und ein paar L/M Sprünge für Abby. Da unsere Halle wirklich riesig war, konnten wir alle noch eine kleine Stelle finden, wo wir die Pferde longieren konnten, ehe wir nach dem Nachgurten aufsaßen. Ich saß auf Horror, Alexis auf Hell und Aaron auf seiner geliebten Abby. Aaron würde jedoch nur die E/A Basics wiederholen, da er vom Niveau her nicht so hoch war, wie seine Stute. Da mussten wir mit Emilio nochmal üben.
    Horror behnahm sich heute wirklich vorbildlich und schien nicht die Absicht zu haben, mit abzusetzen, weshalb wir den E Parcours solide übersprangen, ehe wir uns auf die A Sprünge konzentrierten. Es war etwas kompliziert, mit 3 Pferden in der Halle zu sein, doch wenn man auf die anderen achtete, war das kein Problem. Als ich mit Horror soweit durch war, sah ich Alexis und Hell zu, bei denen alles klappte. Also schwang ich mich von Horror, drückte sie Aaron in die Hand und setzte mich selbst auf Abby, um mit ihr die L und M Elemente zu springen. Nach einer guten halben Stunde war Alexis schon lange verschwunden und auch Abby und ich machten Schluss, weil sie ihre Sache gut gemacht hatte. In zwei bis 3 Tagen würden wir das Ganze wieder machen.
    Doch nun waren die Vollblüter dran. Jagger, Faster und Walker mussten von M auf S gebracht werden, weshalb ich mir diesmal Alexis und Caleb schnappte. Ich ritt Jagger, Caleb Walker und Alexis Faster.
    Nach einem kurzen Aufwärmen ging es in die Boxen. Die Pferde kannten das schon alles, weshalb sie nur so aus der Box preschten. Allen voran Caleb mit Walker, der sich immer besser machte. Lächelnd trieb ich Jagger weiter an, bis sie und Faster gleich auf waren und sogar zeitgleich ins Ziel kamen. "Great job", sagte ich zu Caleb und nickte Alexis zu. Die Vollblüter mussten wieder jeden Tag trainiert werden, damit sie wieder in Form kommen und Rennen laufen können.
    Die nächsten waren Zuckerschock, Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew und Priamos Ruffia Kincsem, meine neuste Stute. Lächelnd klopfte ich Prias Hals, während sich Aliena, Alexis, Caleb und Aaron ein Pferd aussuchen konnten. Wir wärmten die Pferde alle ausgiebig auf, ehe wir auf die Bahn gingen und die Starts vor den Boxen probierten, ehe wir die Tiere mit den Startboxen bekannt machten. Pria war kaum zu halten, als die Tür aufflog und schoss lange vor den anderen auf die Bahn. Das lag daran, dass sie schon Rennen gelaufen war! Dementsprechend konnte keines der Pferde auch nur annähernd an sie ran. Mit großer Mühe bekam ich die Stute jedoch nach ein paar hundert Metern gezügelt. Irgendwann würde sie sich alles brechen, wenn sie weiterhin so raste. Deshalb standen in nächster Zeit Ausritte und Longenstunden auf dem Plan, ehe sie wieder auf die Rennbahn kommen sollte.
    Als wir mit den Pferden fertig waren, fehlten noch Lamperd und Sacramento. Die beiden Hengste waren schon erfahrener, weshalb es nicht lange dauerte, bis wie sie trainiert hatten. Nun war es auch genug, denn wir hatten schon sagenhafte 23°C!
    In den nächsten Tagen, um genauer zu sein 6, trainierten wir alle Pferde weiter. Mit Pria machte ich viele Ausritte und longierte sie ausgiebig, damit sie ein besseres Gefühl für ihr Tempo bekam, ehe sie am letzten Tag wieder mit auf die Bahn. Schon bei ihren ersten Galoppsprüngen merkte ich, dass sie viel konzentrierter lief und mehr auf mich achtete. Wie nicht anders erwartet kamen wir als erste ins Ziel. Diesmal jedoch mit nicht ganz so viel Vorsprung, wie beim letzten Mal. Stolz auf alle Pferde, kamen sie nach dem Trockenreiten auf die Koppel und- wie sollte es anders sein, wälzten sie sich.
    29. Juni 2015 by Veija
    Trainingsbericht
    Galopprennen A auf L: Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew, Priamos Ruffia Kincsem
    Galopprenen L auf M: Sacramento XX
    Galopprennen M auf S: CHH' Lamperd

    [...]Völlig erschöpft trommelte ich meine Mitarbeiter zusammen. Heute war wieder einer der Tage, wo wir der Arbeit nicht hinterher kamen. Es war 6 Uhr in der Früh und schon 16°C. Das ging eigentlich noch, aber schon für 10 Uhr hatten sie 23°C gemeldet! Nach einem Blick zum Himmel seufzte ich zufrieden. Es war noch bewölkt- und solange es bewölkt war, konnte man mit den Pferden gut draußen arbeiten. Alle Pferde, die wir normalerweise morgens rausstellten, hatten die letzte Nacht schon draußen verbracht, weshalb wir 5, also Aaron, Alexis, Aliena, Caleb und ich uns die Galopper schnappten. Wild Reflex, Nyanda, Seattle Slew und Priamos Ruffia Kincsem mussten von A auf L gebracht werden, Sacramento von L auf M und Lamperd von M auf S. Zunächst waren die 4 A'ler dran, die schnell gesattelt waren und sich auf der Bahn vorfanden. Aaron würde nicht mitreiten, es war mir noch immer zu gefährlich, ihn lange auf die Galopper zu lassen, weshalb er für den Start verantwortlich war. 3, 2, 1, GO!
    Schon schoss Pria nach vorne und streckte sich mit jedem Galoppsprung mehr! Sie lies Nyanda und Wild Reflex, die doch schon ein wenig erfahrener waren, einfach hinter sich. Einzig und allein Seattle Slew konnte mit ihr mithalten und hielt sich wacker an ihrer Seite. Seattle war Pria ein Jahr im Vorsprung, lief aber noch nicht lange im Sport. Ich wank Caleb rüber, dass er ihn etwas zurückhalten sollte und nahm Pria auch ein wenig zurück, schließlich war das hier kein richtiges Turnier, sondern nur Training. Wenn hier ein Pferd stürzte, weil wir es überforderten, waren wir schlechte Trainer. Die Tiere sollten nämlich hier auf den harten Turniersport vorbereitet werden und nicht schon alle Knochen im Training brechen- nicht, dass sie sich was beim richtigen Rennen tun sollten!
    Die nächsten paar Tage wiederholten wir das Training jeden Morgen um halb 7 und nachdem die A-L'ler fertig waren, ritten Caleb und ich noch Lamperd und Sacramento, wobei ich Lamperd ritt, da dieser von M auf S gebracht werden sollte und Sacramento "nur" von L auf M. Nach einer Woche Training hatten wir alle eine Stufe höher.[...]
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    Trainingsbericht Distanz E-A

    "Guten Morgen!", begrüßte ich BearBrook fröhlich, als ich an diesem lauen Sommermorgen auf ihren Hof fuhr. Nachdem ich ihre Vollblutstute Slap Happy im Military auf Klasse A trainiert hatte, stand nun Distanztraining mit ihrem Vollblut Hengst Chh`Lamperd auf dem Programm.
    Da das Distanztraining sehr komplex war, wollte ich Lamperd heute erst einmal kennen lernen und eine Runde mit ihm spazieren gehen, damit ich mir anschauen konnte, wie er sich im Gelände verhielt. Erst danach würde ich einen Trainingsplan aufstellen.
    BearBrook führte mich zu dem hübschen Schecken und erzählte mir dann, dass Lamperd ein sehr treues Pferd war, das jedoch eine gehörige Portion Temperament besaß und deshalb ab und an gebremst werden musste. Ich hörte mir alles an und streckte dem Hengst dann meine Hand hin. Sofort kam er zur Boxentür und schnoberte an mir herum, während ich ihm die weiße Stirn kraulte. Nachdem Bear gegangen war, holte ich Lamperds Putzzeug und begann in aller Ruhe, das gescheckte Fell des Hengstes zu säubern. Immerhin würden wir in der kommenden Zeit viel miteinander arbeiten, da sollte er sich so gut wie möglich an mich gewöhnen. Die Stellen, die Lamperd nicht mochte, bürstete ich schneller und bei anderen ließ ich mir mehr Zeit, bis die angelegten Ohren wieder nach vorn klappten. Außerdem redete ich mit dem Vollblut, um ihn an meine Stimme zu gewöhnen.
    Als ich schließlich fertig war, legte ich ihm Gamaschen an und hakte ein vier-Meter-Seil in sein Halfter ein. Dann führte ich den Hengst aus dem Stall und vom Hof herunter. Lamperd war gut aufgelegt und lief mit langen Schritten neben mir her. Ich ließ ihn immer wieder halten und schickte ihn ab und an rückwärts, um zu sehen, wie gut er auf mich hörte. Ich war sehr zufrieden: Der Hengst war zwar neugierig, ließ sich aber gut händeln und selbst wenn er sich einmal erschreckte, hatte ich ihn mit ein-zwei beruhigenden Sätzen wieder unter Kontrolle.
    Auf einer kleinen Lichtung ließ ich das Führseil länger und longierte Lamperd ein wenig. Das Vollblut hatte schöne, raumgreifende Gänge und reagierte auch jetzt gut auf meine Stimmkommandos. Das waren schon einmal hervorragende Voraussetzungen für unser kommendes Training. An der Ausdauer sollte es dem Hengst eigentlich auch nicht hapern, immerhin ging er im Galopprennen bereits auf S-Niveau.
    Ich parierte Lamperd wieder zum Schritt durch und setzte unseren Spaziergang fort. Als wir eine große, ebene Wiese erreichten, spürte ich, dass das Vollblut nervös wurde. BearBrook hatte mir ja erzählt, dass Lamperd falsch trainiert worden war und deshalb immerzu das Gefühl hatte, rennen zu müssen.
    "Brrr.", sagte ich bestimmt und führte das aufgeregte Pferd im Kreis. Dann beschloss ich kurzerhand, ihn auch hier zu longieren, damit er sich langsam daran gewöhnen konnte, nicht immer gleich loszurennen, wenn er eine offene Wiese sah. So etwas konnte ihn bei Distanzrennen nämlich ganz leicht den Sieg kosten, wenn er sich dadurch zu sehr verausgabte.
    Nach und nach merkte ich, dass sich der Hengst wieder entspannte und parierte ihn zum Halten durch, um seinen Puls zu fühlen. Dann führte ich ihn im Schritt zum Stall zurück, da ich für heute genug gesehen hatte und nun meinen Trainingsplan erstellen konnte.

    ~*~

    Am nächsten Tag kam ich mit meinen Satteltaschen, Proviant, Leckerchen und einem Pulsmessgerät bewaffnet wieder. Unser erster Ritt würde über 15 Kilometer gehen und das auch nur im Schritt und auf einer weitgehend ebenen Strecke. Dabei würde ich immer wieder absteigen und die P/A-Werte von Lamperd überprüfen, um mir ein Bild von seiner Kondition zu machen.
    Unser Ziel war es, eine 40 Kilometer lange Strecke mit leichten Anstiegen und längeren Trabphasen bewältigen zu können. Außerdem sollte Lamperd so schnell wie möglich auf den angestrebten Puls von 64/64 zurückkommen. Das würde zwar einiges an Arbeit bedeuten, doch ich war mir sicher, dass Lamperd den Anforderungen gewachsen war.
    Ich begrüßte Lamperd liebevoll, putzte den Hengst gründlich und sattelte ihn dann auf. Wenn er das Training heute ohne großartige Anstrengung meisterte, würden wir zwei bis dreimal die Woche solche Ritte unternehmen. An den restlichen Tagen sollte BearBrook ihn nur ein wenig führen und gymnastizieren, um ihn zu lockern und Muskelkater vorzubeugen.
    Nachdem ich meine Satteltaschen befestigt hatte, führte ich Lam aus dem Stall und schwang mich in den Sattel. Dann ritt ich in flottem Schritt vom Hof. Lamperd ging eifrig vorwärts und ich musste ihn ab und an bremsen, damit er nicht zu schnell wurde. Ansonsten hatten wir jedoch einen sehr schönen Ritt und Lamperd`s Werte waren auch vollkommen in Ordnung.
    Wieder zurück auf BearBrook`s Hof versorgte ich Lam fürsorglich und verabschiedete mich dann für diesen Tag.

    ~*~

    Einige Wochen später kam ich für Lamperd`s Abschlusstraining auf BearBrook`s Gestüt. Wir hatten fleißig trainiert und die Länge der Strecke zuerst auf ebenen Wegen immer mehr erhöht, bis wir schließlich auch den Trab hinzu genommen hatten. Vor zwei Wochen waren wir dann dazu übergegangen, schwierigeres Gelände in unsere Ritte einzubauen. Dies umfasste leichtere An- und Abstiege und unebeneren Waldboden. Auch dort hatte ich mit 15 Kilometern angefangen und die Anforderungen allmählich gesteigert. Nun war Lamperd soweit, die 40 Kilometer zu gehen.
    Es war erst halb sechs Uhr morgens, als ich bei BearBrook ankam. Da es bereits August war, wurde es mir über den Mittag zu heiß, dort wollte ich bereits den Großteil der Strecke geschafft haben. Ich kontrollierte zum letzten Mal unsere Ausrüstung, dann führte ich den Vollbluthengst aus dem Stall und schwang mich in den Sattel, bevor ich vom Hof ritt. Lamperd ging mittlerweile auch mit weiten, ebenen Strecken sehr viel gelassener um, als vor unserem Training. Er wurde zwar immer noch ein wenig schneller, blieb aber gut unter Kontrolle. Ich blieb den morgen über auf Feldwegen und stieg immer wieder ab, um Lamperd`s Werte zu messen. Gegen Mittag erreichten wir den Wald und ich ritt dankbar in die kühlen Schatten. Mit einem leichten Schenkeldruck brachte ich Lam zum antraben und wir ritten durch den ruhigen Wald. Das Vollblut ging brav vorwärts und war heute allgemein sehr gut drauf. Als wir an einen kleinen Bach kamen, den wir durchqueren mussten, stellte der Hengst die Ohren auf und hob unsicher den Kopf. Ich ermutigte ihn zunächst, doch als ich merkte, wie unsicher er war, stieg ich ab und führte ihn an das Wasser heran. Der Hengst prustete das Wasser an und schien dann zu dem Schluss zu kommen, dass es ihn nicht beißen würde. Ich führte ihn trotzdem in den Bach hinein und stieg erst danach wieder auf. Zur Übung ritt ich Lamperd dann noch einmal von beiden Seiten hindurch, um ihn daran zu gewöhnen.
    Nach einer Weile legten wir auf einer kleinen Lichtung eine Pause ein, in der ich Lamperd grasen ließ und mir selbst auch etwas zu essen genehmigte. Als es danach weiter ging, trabten wir eine längere Strecke, bevor ich Lamperd ein paar Anstiege hochklettern ließ.
    Gegen Abend kehrten wir im Bogen wieder zu BearBrook`s Gestüt zurück und ich konnte es kaum erwarten, unter die Dusche zu kommen. Aber natürlich war erst einmal mein Trainingspferd an der Reihe. Der hübsche Vollbluthengst bekam eine ausgiebige Dusche, wurde von mir trocken geführt und durfte dann zu seinem wohlverdienten Abendessen. Ich dagegen schaute noch bei BearBrook im Büro vorbei und verkündete ihr, dass Lamperd im Distanzreiten nun auf Klasse A trainiert war und auch defintiv Potential für mehr besaß.
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    Trainingsbericht Distanz A-L

    "Guten Morgen, Lam!", flötete ich fröhlich, während ich den wunderschönen Overo-Scheckhengst aus seiner Box führte. Für ihn stand ab heute das Training für den Aufstieg in Klasse L des Distanzreitens an und ich freute mich schon sehr darauf, bei diesem wunderbaren Herbstwetter so viel mit dem jungen Hengst auszureiten. Da unser letztes gemeinsames Training schon eine ganze Weile her war, würde das heute nur eine Art kleiner Einstiegsritt werden, immerhin mussten wir am Ende geschlagene 60 Kilometer an einem einzigen Tag zurück zu legen.
    Während ich Lamperd`s geschecktes Fell bürstete, kam Jill aus ihrem Büro. Ich drehte mich um und begrüßte sie mit einem freudigen Lächeln. "Oh, gut dass du da bist! Ich wollte dich nämlich noch etwas fragen. Und zwar habe ich mir überlegt, dass Lam ein bisschen Übung nicht schaden könnte. Deshalb würde ich am Ende des Trainings gerne bei einem Distanzrennen mit ihm starten. Ganz ohne Druck natürlich. Einer meiner Mitarbeiter hat sich bereit erklärt, auf meiner gut ausgebildeten Araberstute mitzureiten. Allerdings müsste entweder Hunter oder Florence unseren Versorger spielen, da ich unmöglich zwei Leute von meinem Hof abziehen kann." Gespannt sah ich Jill an, die erst nachdenklich die Stirn runzelte und dann lächelnd sagte: "Ich finde die Idee sehr gut! Am Ende des Trainings sollte er ja den Anforderungen gewachsen sein und die Erfahrung eines solchen Übungsrittes schadet sicherlich nichts!"
    Ich nickte erleichtert und fuhr dann damit fort, CHH`Lamperd fertig zu machen. Jill hatte mir erzählt, dass der Hengst die ganze Zeit über weiter trainiert worden war, so dass er eigentlich in einer perfekten Ausgangsform sein sollte. Ich plante für heute einen 40 Kilometerritt in nicht allzu anspruchsvollem Gelände ein, ließ mir aber die Option offen, früher abzubrechen, falls Lamperd`s Verfassung mir nicht gefiel. Nachdem ich den großen Hengst aufgesattelt und seine beine mit Gamaschen und Streichkappen geschützt hatte, befestigte ich umsichtig meine Satteltaschen. Darin befanden sich eine Wasserflasche und Müsliriegel für mich, Leckerlis für Lamperd und außerdem ein Pulsmessgerät, sowie eine kleine Notfalltasche, eine Karte und ein Kompass. Als ich den jungen Hengst aus dem Stall hinaus führte, tänzelte er unruhig neben mir her und ich konnte seine Ungeduld förmlich spüren. "Ganz ruhig mein Süßer, wir legen gleich los!", sagte ich lachend zu dem Hengst, während ich eine ruhige Minute nutzte, um mich in den Sattel zu schwingen. Lamperd ruckte an den Zügeln und schließlich erfüllte ich ihm seinen Wunsch und lenkte ihn im flotten Schritt vom Hof. Während ich die schaukelnde Bewegung des Pferdes unter mir genoss, ließ ich den Blick über die Felder in Richtung Wald schweifen. Bald schon würden wir unser Training dorthin verlegen, um Lamperd auch an lange und schwierige Strecken zu gewöhnen. Von Zeit zu Zeit rutschte ich aus dem Sattel, kontrollierte den Puls des Hengstes und genehmigte mir einen Schluck zu trinken. Noch war es angenehm warm, doch das würde sich sicherlich bald ändern. Die Blätter färbten sich bereits orange-rot und ich fragte mich, wie Lamperd wohl auf raschelndes Laub reagieren würde.
    Wir schritten gemütlich dahin, ab und an legte ich ein paar Trabphasen ein, doch die meiste Zeit bewegte sich Lamperd im Schritt. Dies war auch nur unser Einstiegstraining, was auf die Distanz ohne die gute Kondition des Hengstes überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Als wir schließlich auf das Gestüt zurückkehrten, hatte ich beste Laune und auch Lamperd machte einen sehr zufriedenen Eindruck. Ich parierte den jungen Hengst auf dem Hof zum Halten durch, saß schwungvoll ab und rieb dem Hengst liebevoll über den feinen Kopf. "Das hast du sehr gut gemacht, mein Großer! Wir werden noch viel Spaß mit einander haben, da bin ich mir sicher.", sagte ich zu Lam, während ich ihn in den Stall führte und ihn von der Ausrüstung befreite. Ich rieb seine Sattellage und seinen Kopf mit einem Schwamm ab und führte ihn anschließend noch einige Runden über den Hof, um danach ein letztes Mal seinen Puls zu kontrollieren. Dieser wurde auch in Wettkämpfen genommen und durfte zwanzig Minuten nach der Ankunft am Kontrollpunkt beziehungsweise im Ziel einen Wert von 64 Schlägen pro Minute nicht überschreiten. Zufrieden las ich Lamperds Wert ab, verfrachtete den Schecken zurück in seine Box und suchte Jill und Hunter, um ihnen von dem positiven Training zu berichten. Bei dieser Gelegenheit begrüßte ich auch gleich mein zweites Trainingspferd Slap Happy, sowie die beiden schönen Hengste Race is Hope und Mr. Raw Drepression, die noch nicht so lange auf dem Gestüt zu Hause waren.

    ~*~

    Während der nächsten Wochen intensivierte ich unser Training immer weiter. Lamperd arbeitete hervorragend mit und ich hatte richtigen Spaß am Training. Wie auch schon beim letzten Stufentraining begann ich mit langen, langsamen Ritten, bei denen ich das Englische Vollblut hauptsächlich im Schritt gehen ließ und nur ab und an ein paar kurze Trabintervalle einbaute. Dann legten wir zur Abwechslung ein paar kurze, flottere Ritte ein, bei denen ich Lamperd stellenweise auch galoppieren ließ. Auch schwierigeres Terrain mit häufigen Auf- und Abstiegen standen auf unserem Trainingsprogramm. Durch die vielen Einheiten, in denen ich meine Kommunikation mit Lamperd am Boden verbesserte, wurden wir bald zu einem eingespielten Team und ich hatte fast schon das Gefühl, der Hengst könnte meine Gedanken lesen. Oft reagierte er bereits, bevor ich ihm die entsprechenden Hilfen gab und er lernte auch, im Gelände selbstständig zu denken. Wurde langsamer, wenn es einen Abhang hinunter ging und stürmte auf ebenen Strecken los, sobald ich ihm die Erlaubnis dazu gab. Wir absolvierten zwei bis drei Ritte pro Woche, zwei Tage hatte Lamperd Pause und an den restlichen beiden Tagen gymnastizierte ich ihn mit Bodenarbeit oder Dressurlektionen. Alles in allem ging unser Training so hervoragend voran, dass ich schon bald das Anmeldeformular für einen kurzen Distanzritt über 60 Kilometer ausfüllte.
    Ca. eineinhalb Wochen bevor wir dort an den Start gingen, schraubte ich das Training stark herunter und legte mein Augenmerk mehr darauf, Lamperd an verschiedenste Gegenstände und Geräusche zu gewöhnen. Wir übten auch vermehrt, Wasser zu durchqueren, durch raschelnde Laubhaufen zu gehen und sogar, uns durch Büsche zu schlagen. Auch auf dem Reitplatz ließ ich mir ein paar nette Kleinigkeiten einfallen. So führte ich Lamperd zum Beispiel über eine Plastikplane, legte diese über seinen Rücken oder wedelte damit vor seiner Nase herum. Ich baute eine Gasse aus bunten Flatterbändern auf, eine Holzbrücke und auch eine Station mit Regenschirmen und Luftballons. Anfangs war das große Vollblut überhaupt nicht begeistert gewesen und hatte mich mit einem Blick angesehen, der sagte: "Geh du doch da durch, ich mache das sicherlich nicht!" Mit viel Zeit und Geduld hatte ich den Schecken jedoch an alles gewöhnt und mittlerweile folgte er mir wie ein Hund durch die verschiedenen Übungen. Eigentlich stand der großen Endprüfung nun nichts mehr im Weg.

    ~*~

    "Ja, Samuel, bleib einfach hier stehen, ich hole Lamperd!", rief ich zehn Tage später fröhlich, als mein Angestellter mit meinem Pferdehänger auf den Hof fuhr. Als der Hänger still stand, schlüpfte ich schnell durch die Tür, um meine Araberstute Melody`s Girl zu begrüßen, die im Distanzreiten bereits auf S-Niveau trainiert war. Sie würde hoffentlich eine gute Partnerin für Lamperd sein, wenn der seinen ersten richtigen Distanzritt absolvierte. Hunter, Florence und Jill würden alle drei im Auto mitkommen, um uns zu betreuen. Die Ausrüstung war bereits im Kofferraum verstaut und ich joggte hinüber zum Stallgebäude, um Lamperd hinaus zu führen. Der Hengst war auf Hochglanz geputzt und trug bereits Transportgamaschen und eine leichte Transportdecke. Als er den Hänger betrat, brummelte er Melody dunkel zu, doch die Stute beachtete ihn überhaupt nicht. Sicherheitshalber hatte ich trotzdem den Transporter mit der hohen Trennwand gewählt - man konnte ja nie wissen.
    Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir auf dem Gelände an, auf dem der heutige Distanzwettbewerb starten sollte und auch enden sollte. Wir stellten den Hänger ab und luden die Pferde aus. Währenddessen besorgte Florence uns unsere Startnummern. Lamperd drehte sich aufgeregt um seine eigene Achse und sah sich mit leuchtenden Augen um. "Tja mein Großer, das hier ist doch noch einmal etwas anderes, als ein Galopprennen, hm?", fragte ich ihn liebevoll, während ich ihn am Hänger festband. Wir nahmen Lamperd und Melody die Transportausrüstung ab und führten sie dann zur Kontrollstation. Der Tierarzt kontrollierte Herz, Kreislauf und Atmung der beiden Pferde, klopfte anschließend die Hufe ab und fuhr mit sachkundigen Händen über die muskulösen Rücken. Als er mit den Ergebnissen zufrieden war, nickte er uns zu und wir führten Lamperd und Melody im Trab vor. Auch hier hatte der Tierarzt nichts zu beanstanden und hakte uns auf seinem Klemmbrett ab. Ich lächelte Hunter, der uns begleitet hatte zu und führte Lamperd zum Hänger zurück. Nun sattelten wir die Pferde auf und befestigten unsere Ausrüstung an den Sätteln. In unseren Satteltaschen befanden sich eine Karte der Strecke, ein Kompass, zwei Thermoskannen mit Tee, Müsliriegel, Äpfel für die Pferde und ein kleiner Notfallkasten. Außerdem packten wir beide unsere Jacken und für jedes Pferd eine Nierendecke hinter den Sattel. Es war mittlerweile schon merklich kälter geworden und wir würden erst gegen Abend zurückkehren. Im Auto von Hunter befanden sich neben Ersatz-Sattelzeug und Ersatz-Gamaschen auch Halfter, Stricke, Abschwitzdecken, Futter und Eimer. Das alles würden wir bei der Kontrollstation auf der Hälfte der Strecke benötigen.
    Ich überprüfte ein letztes Mal Lamperd`s Ausrüstung und schwang mich auf den Rücken des großen Hengstes. Auch Samuel saß bereits in Melody`s Sattel und wir ritten einträchtig nebeneinander her zum Start. "Warte kurz, Samuel. Wir bleiben hier hinten, ich will nicht, dass unsere beiden gleich am Anfang losstürmen, wie die Verrückten. Das ist Lam`s erster Ritt, wir lassen es ganz langsam angehen und ich lege es auch auf keinen Fall darauf an, zu gewinnen. Er soll sich hauptsächlich an die Atmosphäre, die anderen Pferde und auch an die Verfassungskontrollen gewöhnen.", erklärte ich meinem Begleiter. Melody stand ruhig neben dem hibbeligen Lamperd, sie kannte das alles schon aus unzähligen Wettbewerben, weshalb ich sie auch als perfektes Begleitpferd für den Hengst ausgewählt hatte.
    Als das Startsignal ertönte, schossen die ersten Pferde in wildem Galopp los und ich hatte größte Mühe, Lamperd davon abzuhalten, ihnen nachzusetzen. Ich lenkte den Hengst in eine Volte und Samuel lenkte Melody vor uns. Die ruhige Ausstrahlung des älteren Pferdes beruhigte das junge Vollblut schließlich soweit, dass wir in gesittetem Trab vom Startplatz weg reiten konnten. Die ersten Reiter erreichten bereits den Waldrand und ich sah kopfschüttelnd zu, wie manche von ihnen ihre Pferde mit unverändertem Tempo auf den engeren Waldweg lenkten. Samuel und ich trabten ruhig auf den Waldrand zu und gönnten unseren Pferden im Wald die erste Schrittpause, bis sie sich an das Dämmerlicht gewöhnt hatten. Dann trabten wir weiter, einen sanft ansteigenden Hügel hinauf. Lamperd hatte sich wieder beruhigt und lief mit gleichmäßigen Tritten dahin. "Siehst du? Genau wie auf unseren Übungsritten. Alles überhaupt kein Problem!", sagte ich lächelnd zu ihm und kraulte ihm den Hals. Als wir etwa ein Viertel der Strecke zurückgelegt hatten, saßen wir an einem kleinen Bach kurz ab und ließen die Pferde ein paar Schlucke trinken. Außerdem legten wir beiden ihre Nierendecken auf und hüllten uns selbst in unsere Jacken. Für Ende September war es doch schon sehr kalt und der dunkle Wald machte das nicht gerade besser. Wir stiegen wieder auf und machten uns an die zweite Etappe der Strecke.
    Als wir bei der Verfassungskontroll-Station ankamen, herrschte dort bereits reges Treiben. Jill, Florence und Hunter winkten uns und wir lenkten die Pferde auf sie zu. Dort angekommen, rutschten wir aus den Sätteln und begannen sofort damit, die Pferde abzusatteln und umherzuführen. In zwanzig Minuten mussten wir mit ihnen zur tierärztlichen Kontrolle, doch da wir langsam geritten waren, würden wir damit keinerlei Probleme haben. Nachdem Lamperd und Melody abgekühlt waren, bekamen sie einen Eimer Wasser und ein wenig Futter, dann ging es auch schon zum Tierarzt. Dieser nahm den Puls der Pferde, kontrollierte Kreislauf, Stoffwechsel und begutachtet das Gangwerk der beiden. Nachdem er zufrieden genickt hatte, hakte er uns auf seiner Liste ab und unsere vorgeschriebene Pause begann. Wir ließen die Pferde am langen Strick grasen, setzten uns selbst in die wärmende Sonne und sattelten zum Ende der Pause hin in aller Ruhe wieder auf.
    "Okay ihr drei, wir sehen uns dann im Ziel!", rief ich fröhlich, als wir uns an die zweite Hälfte des Wettbewerbs machten. Die Pferde waren wieder frisch und munter und schritten eifrig aus. Einige der Teilnehmer, die anfangs so vorausgeprescht waren, waren nicht gut durch die Tierarztkontrolle gekommen und mussten nun länger warten. Sie sahen uns mit wütenden Mienen hinterher und ich lästerte mit Samuel über so viel Dummheit. Als wir einen recht steilen Abhang erreichten, rutschten wir von den Rücken unserer Pferde und führten Lam und Melody hinunter. Vor uns lag eine ewig lange, grüne Wiese, die an einem ruhigen Fluss entlang führte. Lamperd tänzelte aufgeregt auf der Stelle, sodass ich Samuel bitten musste, den übermütigen Hengst kurz zu halten, damit ich in den Sattel kam und der Hengst nicht sofort los stürmte. Wir hielten die Pferde eine Zeit lang im Schritt, doch dann gaben wir die Zügel nach und genossen das Gefühl der Freiheit, als wir über das Gras galoppierten. Es war recht anstregend, Lamperd zurück zu halten, doch mit der braven braunen Stute neben sich, fügte der Schecke sich schließlich in einen ruhigen Arbeitsgalopp. Als wir wieder in den Wald ritten, begann es bereits zu dämmern und wir mussten unser Tempo zu einem langsamen Trab drosseln, um genug zu sehen. "Bald haben wir es geschafft, Samuel.", sagte ich lächelnd zu meinem Begleiter, dem der anstrengende Ritt doch allmählich anzusehen war. Ich hatte meine Pferde schon durch viele Distanzrennen geführt, doch für Samuel war es der erste so lange Ritt. Auch Lamperd hörte auf, ein schnelleres Tempo zu fordern und schien mit dem gemächlichen Trab sehr zufrieden zu sein. Immerhin hatten wir auch schon 55 Kilometer zurückgelegt. Wir kletterten mit den Pferden im Schritt einen Hügel hinauf und fanden uns gleich darauf auf der Zielgeraden wieder. Wir ließen den Pferden nun einfach die Zügel lang und sie ließen sich von der euphorischen Stimmung um sie herum anstecken und vielen in einen lockeren Galopp. Im Ziel angekommen, sprangen wir sofort von den Rücken der Pferde, befreiten sie von der Ausrüstung und führten sie im Schritt über das Gelände. Momentan lagen wir im vorderen Mittelfeld, was ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis für Lam`s ersten Ritt war. Er hatte sich wunderbar gehalten, kam ohne Probleme durch die abschließende tierärztliche Kontrolle und kaute dann zufrieden an seinem Heunetz, während wir unsere Teilnehmerurkunden entgegen nahmen. Als ich zum Hänger zurückkehrte, schlief Samuel bereits im Fahrerhaus und ich lächelte nachsichtig. Er hatte sich die Ruhe genausosehr verdient, wie unsere beiden Vierbeiner.
    Jill, Hunter und Florence waren alle drei unglaublich stolz auf ihren Lamperd und überschütteten ihn und Melody mit Karotten und Äpfeln. "Glückwunsch, Lamperd geht jetzt im Distanzreiten auf gutem L-Niveau. Und er hat sicherlich auch Potenzial für mehr!", sagte ich, bevor ich mich ans Steuer setzte und unsere beiden fleißigen Pferde nach Hause fuhr. Schon morgen würde ich mit Melody und Samuel nach England auf mein eigenes Gestüt zurückkehren und im nächsten Monat ging es dann im Training mit Slap Happy und CHH`Lamperd weiter....
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    Trainingsbericht Military E-A

    Einheit 1 - Dressur
    "Morgen Hunter! Geht`s dir wieder besser?", fragte ich den jungen Mann fröhlich, als ich auf dem Gestüt eintraf. Jill hatte ich bereits begrüßt, als ich am Büro vorbeigelaufen war. Sie war völlig vertieft in ein Buch über den Fahrsport gewesen. Seit meinem letzten Besuch hatte das Gestüt auch einigen Zuwachs bekommen. So führte Hunter zum Beispiel gerade eine sehr hübsche gescheckte Reitponystute aus ihrer Box.
    "Ja, es ist zum Glück endlich alles verheilt und ich darf auch wieder reiten!", strahlte Hunter. Ich freute mich sehr für ihn. Für mich war es völlig unvorstellbar nicht mehr reiten zu dürfen, selbst wenn es nur für eine zeitlang so war. Ich streichelte samtige Pferdenasen, die sich mir entgegen reckten, verweilte kurz bei Slap Happy und ging dann weiter zu CHH`Lamperd. Mit dem schicken Englischen Vollbluthengst wollte ich heute mit dem Training für den Aufstieg im Military beginnen. Bisher hatte ich Lam für Distanzritte trainiert, doch nun war es an der Zeit, mit der anderen Disziplin anzufangen. Ich halfterte den Scheckhengst auf und band ihn auf der Stallgasse an. Es war noch recht früh am Morgen und über den Weiden hing dichter Nebel. Da wir jedoch sowieso mit der Dressur beginnen würden, konnte ich heute auch in der Halle trainieren.
    Leise vor mich hinsummend putzte ich Lam gründlich und wich dabei geschickt seinen schnappenden Zähnen zu, wenn ich an eine Stelle am Bauch kam, an der er heute wohl besonders kitzlig war. "Nana mein Lämmchen, hast du heute etwa schlechte Laune?", fragte ich tadelnd, als ich ein weiteres Mal meine Hand zurückziehen musste. Trotzdem putzte ich unbeirrt solange weiter, bis ich mit meinem Werk zufrieden war und das seidige Fell des Hengstes glänzte. Anschließend kratzte ich Lam`s Hufe aus, bandagierte seine Beine und sattelte den Hengst auf. Der starrte mich ein wenig missmutig an und ich hoffte, dass seine Laune sich im Verlauf des Trainings bessern würde. Seufzend strich ich ihm über das weiche Maul, setzte mir meinen Helm auf und legte Lam seine Abschwitzdecke über den Rücken, da es draußen doch schon empfindlich kalt war. Während ich den Hengst zur Reithalle führte, tänzelte er neben mir her und schlug immer wieder mit dem hübschen Kopf. Das schien heute eine recht anstrengende Trainingseinheit zu werden. Erleichtert schloss ich die Tür zur Bande hinter uns, als wir in der Halle waren, stellte Lam auf der Mittellinie auf, gurtete nach und sprang im selben Augenblick auch schon einen Schritt zur Seite. "Lamperd es reicht jetzt!", herrschte ich den Hengst an. Der hatte nämlich schon wieder nach mir geschnappt und mich diesmal auch fast erwischt. Stirnrunzelnd kontrollierte ich die Lage des Sattels und der Satteldecke, doch es war alles in Ordnung. Der energiegeladene Schecke schien heute nur einfach schlecht drauf zu sein. Ich machte mich wieder ans Nachgurten, diesmal schielte ich dabei allerdings in Lam`s Richtung, damit er mich nicht wieder so überraschen konnte. Als das geschafft war, schlug ich die Decke ein Stück zurück und schwang mich in den Sattel. Lamperd lief sofort los und ich dirigierte ihn seufzend zurück auf die Mittellinie. "Lämmchen das hatten wir doch schon. Du willst mich heute wirklich austesten, was?", fragte ich den Hengst mit ruhiger Stimme. Dem intelligenten Tier wurde das Spielchen schon bald zu langweilig und er blieb solange stehen, bis ich ihm das Kommando zum Antreten gab. Lächelnd streichelte ich das seidige Fell an seinem Hals und begann nun endlich mit dem Aufwärmprogramm. Ich bewegte Lamperd auf beiden Händen am langen Zügel im Schritt, ritt ein paar Zirkel und einfache Schlangenlinien. Dann parierte ich ihn an der Bande zum Halten durch, nahm die Decke von seinem Rücken und wollte sie auf der Bande ablegen. Der Hengst hatte jedoch nicht vor, es mir so leicht zu machen und schwenkte mit der Hinterhand herum. Ich rollte mit den Augen, stellte ihn wieder korrekt hin und legte schnell die Decke ab, bevor er mich wieder verhampeln konnte. Lam war erst drei Jahre alt, vielleicht kam er momentan auch einfach in seine Flegelphase.
    Ich drückte beide Beine leicht an die Seiten des Hengstes und Lamperd schoss nach vorn. "Wow, ganz ruhig mein Großer. Wir machten hier Dressurtraining und trainieren nicht fürs rennen.", sagte ich leise und nahm den jungen Hengst nach und nach auf, bis er in einem schönen, gleichmäßigen Trab lief. Unsere Aufgaben für heute waren die Schritt-Galopp-Übergänge, das Rückwärtsrichten, Viereck verkleinern und vergrößern und die Vorhandwendung. Doch erst einmal musste ich Lamperd dazu bekommen, mitzuarbeiten. Momentan machte der Scheckhengst es mir alles andere als leicht. Er lief zwar gut vorwärts, drückte aber den Rücken weg und hielt den Kopf ähnlich wie eine Giraffe. Kurz um: Nicht gerade die Haltung, die ich mir wünschte. Ich ritt alle paar Tritte einen Übergang vom Schritt zum Trab oder eben anders herum, ließ Lamperd Volten, Zirkel und Schlangenlinien gehen und endlich merkte ich, wie der Hengst sich fallen ließ. Seine Tritte wurden geschmeidiger, sein Rücken wurde weicher und endlich nahm er den Kopf herunter. "Feiner Junge, so machst du das toll!", lobte ich ihn sogleich. Ich beschloss mit dem Rückwärtsrichten zu beginnen. Laut Hunter kannte der Hengst das Kommando bereits vom Boden aus, sodass wir damit eher weniger Schwierigkeiten haben sollten. Ich parierte Lamperd auf dem Hufschlag bei A zum Halten durch, hob mich ein wenig aus dem Sattel, nahm die Zügel an und sagte: "Back!". Der Hengst spielte mit den Ohren und hob unsicher den Kopf, doch sobald er das Gewicht auch nur nach hinten verlagerte, nahm ich den Druck von den Zügeln und lobte den Schecken. So tasteten wir uns nach und nach an die Lektion heran, bis Lam zuverlässig eine Pferdelänge zurück trat. Dafür, dass das Training so bescheiden begonnen hatte, lief es nun wirklich hervorragend! Da Lamperd gerade so gut mitarbeitete, wollte ich mit den Schritt-Galopp-Übergängen weitermachen. Ich galoppierte den Hengst zuerst aus dem Trab heraus an, was auch gut gewesen war. Der übermütige Vollblüter legte nämlich erst einmal zwei Bocksprünge hin, bei denen ich mich nur mit Mühe im Sattel halten konnte. "So einer bist du also ja? Kaum lobt man dich, fängst du schon wieder das Spinnen an.", murmelte ich, als ich den Hengst wieder unter Kontrolle hatte. Dieser galoppierte nun seelenruhig dahin, als wäre nie etwas gewesen. Unglaublich wirklich, dachte ich grinsend. Etwa in der Mitte der langen Seite setzte ich mich tief in den Sattel und bereitete Lamperd mit halben Paraden auf den bevorstehenden Übergang vor. Zunächst weigerte der Hengst sich in die langsamere Gangart zu fallen, doch schließlich fügte er sich und wir umrundeten im Schritt die Bahn. Das Ganze wiederholten wir noch einige Male, da ich keine Lust hatte, vor jedem Übergang mit Lam zu diskutieren. Anschließend konnten wir uns auch an den Übergang vom Schritt zum Galopp wagen. Dazu ritt ich das Vollblut im Schritt um die Bahn und gab ihm in der zweiten Ecke der langen Seite die Hilfen zum angaloppieren. Hier brauchte der Hengst keine zweite Aufforderung. Im Gegenteil, er schoss los, wie von der Terantel gestochen. Wieder verbrachte ich eine ganze Weile damit, Lamperd mit halben Paraden in ein vernünftiges Tempo zu bekommen. Anstatt ihn jedoch gleich wieder durchzuparieren ließ ich den Hengst diesmal weiter galoppieren und ritt Zirkel, Mittelzirkel und große Volten mit ihm, um ihn durchlässiger zu machen. Beim zweiten Versuch klappte der Übergang schon sehr viel besser und ein paar Minuten später war ich vollends zufrieden. Wir konnten uns an die nächste Lektion wagen!
    Dies war Viereck verkleinern und vergrößern. Das Schenkelweichen beherrschte Lamperd bereits, trotzdem wiederholte ich es kurz auf jeder Hand. Da das gut klappte, begann ich sofort mit der neuen Aufgabe - wenn Lam sich langweilte, hatte ich wirklich keinen Spaß mehr. Ich führte den Schecken tief in die zweite Ecke der kurzen Seite hinein, stellte ihn dort schon leicht nach außen und trieb dann mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts, während ich den inneren verwahrend hinter den Gurt legte. So bewegten wir uns im Seitwärtsgang Richtung Mittellinie, bis ich Lam kurz vor B gerade richtete und ihn zwei Pferdelängen vorwärts gehen ließ. Anschließend stellte ich ihn nach innen und ließ ihn zurück zur Bande weichen. Es überraschte mich ein wenig, dass die Übung auf Anhieb so gut geklappt hatte, aber anscheinend hatte Lam Spaß an den schwierigeren Lektionen. Ich lobten das englische Vollblut und wiederholte die Lektion auf der anderen Hand, bevor wir uns der letzten Aufgabe für heute widmeten.
    Für die Vorhandwendung ritt ich Lamperd auf den zweiten Hufschlag und parierte ihn dort zum Halten durch. Dann stellte ich ihn leicht in Richtung Bande, trieb mit dem äußeren Bein seitwärts und fing die Bewegung mit dem inneren Bein ab, um Lam Schritt für Schritt wenden zu lassen. Dabei achtete ich vor allem darauf, dass er mir nicht nach vorn weglief. Als das geschafft war, ließ ich die Zügel lang, kraulte dem Hengst begeistert den glänzenden Hals und ritt ihn im Schritt um die Bahn. Auch die Decke legte ich wieder über seine Kruppe, ich wollte ja auf keinen Fall, dass das empfindliche Vollblut sich verkühlte. Als Lam trocken war, glitt ich aus dem Sattel, führte den Hengst zurück zum Stall und versorgte ihn liebevoll. Wenn wir die heute erarbeiteten Lektionen nun noch ein wenig festigten, war das Dressurtraining für den Aufstieg in Klasse A im Military geschafft.

    Einheit 2- Parcoursspringen
    "Na, wie macht sich das Lämmchen?", fragte ich Hunter, als ich an diesem schönen Donnerstagmorgen den Stall betrat. Heute stand das Parcoursspringen mit CHH`Lamperd auf dem Programm und ich konnte es kaum noch erwarten mit dem schönen Hengst über die Hindernisse zu fliegen. Bevor ich zum Stall gegangen war, hatte ich in der Halle bereits einen hübschen kleinen Parcours aufgebaut, der unseren Ansprüchen heute voll und ganz genügen sollte. Hunter fuhr erschrocken herum und sah mich mit gerunzelter Stirn an, bevor er lachte: "Musst du dich unbedingt so anschleichen? Und wer bitte ist das Lämmchen?"
    Ich errötete: "Ich meine Lamperd. Ich nenne ihn immer Lämmchen, das passt irgendwie." Hunter schüttelte nur lachend den Kopf, bevor er mir auf meine Frage antwortete: "Ich hab nicht mit ihm gearbeitet, aber seine Reitbeteiligung hat die Dressurlektionen mit ihm wiederholt und kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Soll heißen, er macht sich sehr gut." Ich nickte fröhlich, das war natürlich schön zu hören. Dann konnte unser Springtraining ja beginnen. Meistens fing ich mit dem Geländespringen an, doch da ich mit Lam noch nie gesprungen war, fühlte ich mich in der Halle mit beweglichen Hindernissen wohler. Ich begrüßte den Hengst mit einem Mörchen und führte ihn dann aus der Box. Heute schien er auch ein wenig besser aufgelegt zu sein, als bei unserem Dressurtraining - zumindest versuchte er nicht alle Nase lang, mich zu zwicken. Nachdem ich den Schecken gründlich übergeputzt hatte, legte ich ihm Gamaschen und Streichkappen an, sattelte und trenste ihn und verschnallte anschließend noch sein Martingal. Anschließend rüstete ich mich selbst mit Helm, Schutzweste und Handschuhen aus, bevor ich mein Lämmchen aus dem Stall führte. Wieder tänzelte Lamperd neben mir her, doch das war bei dem energiegeladenen Junghengst ja nichts neues. In der Halle angekommen, stöhnte ich dann jedoch erst einmal. Der Hengst konnte keine Sekunden still stehen, sondern drehte sich immer wieder um seine eigene Achse. Also wiederholte ich das Spielchen vom letzten Mal, heute vom Boden aus. Immer und immer wieder stellte ich Lamperd auf der Mittellinie auf, bis er schließlich solange still stand, dass ich mich in den Sattel schwingen und mich zurecht setzen konnte. Beim Aufwärmen im Schritt benahm sich das Vollblut noch vorbildlich, doch als ich antrabte zog er sofort auf das nächste Hindernis zu. Ich nahm die Zügel ein wenig auf und umrahmte den Hengst mit meinen Beinen. "Lamperd nein. Erst wärmen wir uns ordentlich auf, dann darfst du springen.", sagte ich streng, doch ich konnte den Übermut des Hengstes verstehen. Es war einfach ein herrliches Gefühl über die bunten Stangen zu fliegen. Dennoch lenkte ich den Hengst erst einmal in Zirkeln und Volten um die Hindernisse herum, ritt unzählige Übergänge und ließ Lam schließlich über ein paar Trabstangen gehen. Erst im Anschluss daran, galoppierte ich den Schecken locker an. Nun waren ein zwei Cavaletti an der Reihe, die der Hengst mühelos passierte. So weit, so gut. Dann konnten wir uns nun endlich meinem Parcours widmen. Er bestand aus sechs Hindernissen, die eine maximale Höhe von 1,10 Metern und eine maximale Weite von 1,25 Metern hatten. Es gab zwar keinen Wassergraben, dafür aber zwei zweifache Kombinationen.
    Ich ritt Lamperd schwungvoll auf das erste Hindernis - einen bunt gestrichenen Steilsprung zu und schon sekunden später flogen wir mit ordentlich Luft über den Sprung hinweg. Als es nun aber auf eine Tripplebarre zuging, nahm Lamperd mir zu viel Tempo auf und ich ritt eine Volte, um den stürmischen Hengst zu verlangsamen. Der zweite Anritt klappte schon bedeutend besser und wir setzten sauber über den Sprung. Nun musste ich Lamperd gut aufnehmen, da die erste Kombination vor uns lag. Sie bestand aus Steilsprung und Oxer und ließ Platz für zwei Galoppsprünge. Ich hatte zwar alle Hände voll zu tun, den Hengst zurückzuhalten, doch ansonsten klappte die Kombination sehr gut. Weiter ging es mit einem weiteren Oxer und schon sahen wir uns mit der zweiten Kombination konfroniert. Diesmal ging es erst über einen Oxer und dann über einen Steilsprung, wieder mit zwei Galoppsprüngen dazwischen. Diese Kombination war gerade mit Lamperd schwieriger, als die erste, da ich den Hengst noch in der Kombination zurücknehmen musste, um den richtigen Absprungpunkt für den Steilsprung zu treffen. Wir kamen sehr gut über den Oxer, doch dann riss Lamperd den Kopf hoch und versuchte sich meinen Hilfen zu entziehen, so dass ich den Anritt abbrach und aus der Kombination hinausritt. Wir wären zwar wahrscheinlich irgendwie über den Steisprung gekommen, doch das Risiko einer Verletzung war mir da einfach zu hoch. Ich ritt zunächst wieder ein paar Übergänge mit Lamperd, um ihn mehr an meine Hilfen zu stellen und versuchte die Kombination anschließend ein weiteres Mal. Diesmal hörte der große Hengst besser auf mich und wir setzten sauber auf der anderen Seite des Steilsprungs auf. Ich lobte Lamperd und lenkte das Vollblut auf den letzten Sprung- eine Mauer - zu. Diese überwanden wir ohne Probleme und ich wiederholte abschließend noch einmal den Parcours, um an unseren Problemstellen zu arbeiten.
    Danach ließ ich die Zügel lang und ritt Lamperd trocken, während ich ihn immer wieder lobte. Das englische Vollblut hatte wunderbar mitgearbeitet, sodass wir bereits übermorgen auf die Geländestrecke gehen konnten und damit das Training hoffentlich abschließen würden.

    Einheit 3 - Geländespringen
    "Hallo mein Lämmchen! Na, bereit fürs Gelände?", säuselte ich liebevoll, als ich an diesem herrlich herbstlichen Samstagvormittag Lamperds Box betrat. Heute war Halloween und am Abend würde ich mit meinem Traberhengst Damon`s Dynamo bei einem Schönheitswettbewerb antreten. Nun jedoch galt meine volle Konzentration dem hübschen Vollbluthengst vor mir. Heute stand unser Abschlusstraining auf dem Programm und wenn alles klappte, ging Lam danach im Military auf A-Niveau. Da das Springtraining gut gelaufen war, hatte ich was das betraf eigentlich auch keine Bedenken. Ich putzte Lam wie immer in aller Ruhe und freute mich, als der Hengst sich sogar dazu herabließ, mit freundlich anzustupsen. Anscheinend fand er allmählich sein gutes Benehmen wieder. Ich rüstete den Hengst genauso aus, wie zuvor beim Parcoursspringen, führte ihn hinaus auf den Hof und schwang mich in den Sattel. Auf dem Weg zur Geländestrecke wärmte ich Lamperd bereits auf, da er beim Anblick der Hindernisse sicherlich wieder übermütig werden würde. Hier im Gelände ging es gott sei Dank recht gut - was ich wahrscheinlich auch dem vielen Distanztraining verdankte, was der Hengst bereits absolviert hatte. Als der Anfang der Geländestrecke in Sicht kam, lenkte ich den Hengst erst einmal auf die einzelnen Stangenhindernisse zu, damit er sich ein wenig einspringen konnte, bevor es an die festen Hindernisse der Strecke ging. Der Hengst war zu meiner Freude heute sehr konzentriert und aufmerksam, sodass ich ihn schon bald auf den Start zulenkte. Wir ritten den ersten Sprung im kontrollierten Galopp an und flogen darüber hinweg, als wäre er nicht vorhanden. Genauso lief es auch an Hindernis zwei und drei ab. Danach kam die erste Herausforderung für uns - eine längere ebene Galoppstrecke. Hier würde ich Lamperd laufen lassen, musste aber gleichzeitig darauf achten, dass er mir nicht zu heiß wurde. Er war nun mal eben ein Vollblut und dazu auch noch eines, mit einer fundierten Ausbildung im Galopprennen. Lamperd wollte schon am Anfang der Strecke losschießen, doch ich lenkte ihn in eine Volte und gab ihm zu verstehen, dass er erst laufen durfte, wenn ich es ihm erlaubte. Als ich merkte, dass der Hengst sich gefügt hatte, lehnte ich mich im Sattel vor und gab die Zügel zwei Zentimeter nach, woraufhin das Vollblut sofort mit einem Schub nach vorn reagierte. Während dieser Galoppstrecke überprüfte ich immer mal wieder, ob ich noch Kontrolle über das dahinrasende Pferd hatte, doch tatsächlich reagierte Lamperd sofort, wenn ich mich zurücklehnte. Ich strahlte und genoss das schnelle Tempo, auch wenn der Wind wirklich eisig war. Wahrscheinlich sah ich nach dem Ritt aus wie Rudolf mit der roten Nase. Aber Hauptsache wir hatten Spaß und erreichten unser Ziel. Die erste Kombination bestand aus zwei Baumstämmen. Zwei Galoppsprünge hinter dem ersten Stamm ging es einen Abhang hinunter, in der Senke war dann der zweite Stamm zu überspringen und anschließend ging es auf der anderen Seite den Hang wieder hinauf. Hier war es wichtig, dass Lamperd schön Gewicht auf seiner Hinterhand aufnahm, damit wir den Abhang gut hinunterkamen. Ich ritt den Hengst im langsamen Galopp auf den Baumstamm zu, ließ ihn darüber springen und versammelte ihn sofort danach. Das klappte ausgesprochen gut und kurze Zeit später preschten wir bereits auf der anderen Seite wieder bergan. Ich parierte Lamperd durch und wendete ihn, um die Kombination auch einmal von der anderen Seite zu nehmen. Also galoppierten wir nun zuerst den Hang hinab, nahmen den Baumstamm in der Senke, dann ging es bergauf und zum Schluss über den zweiten Baumstamm. Lamperd schien richtig Spaß zu haben, er arbeitete einfach super mit und reagierte auf jede noch so kleine Hilfe. Eine wunderbare Voraussetzung für die höheren Klassen. Wir setzten die Strecke fort, bis wir schließlich das erste Wasserhindernis erreichten. Für Klasse A genügte es, wenn das Pferd einfach durch das Wasser hindurch lief und dann einen niedrigen Aussprung meisterte. Doch Lamperd schien den Schwierigkeitsgrad des Sprunges anders einzuschätzen. Er begann plötzlich im Galopp umzuspringen, hob den Kopf und spielte unsicher mit den Ohren. Ich sah bereits voraus, dass er den Einritt ins Wasser verweigern würde, als parierte ich den Hengst zum Schritt durch und ritt ihn so an das Wasser heran. Ca einen Meter vorher war Lam zu keinem Schritt mehr zu bewegen. Mit einem Seufzen rutschte ich aus dem Sattel und führte den Hengst an das Wasser heran. Lamperd folgte mir bis ans Ufer und senkte dann den Kopf, um mit geblähten Nüstern an dem unbekannten Nass zu schnuppern. Ich biss die Zähne zusammen und machte einen Schritt ins Wasser. Mein Pech, dass ich heute nur Stiefeletten anhatte, da schwappte das Wasser natürlich sofort hinein. Aber immerhin folgte mir der Vollbluthengst zaghaft und wurde natürlich postwendend gelobt. Ich führte den Hengst zwei Mal durch das Wasser hindurch, bevor ich mich wieder in den Sattel schwang und auch im Trab und Galopp hindurchritt. Als Lamperd schließlich nicht einmal mehr zögerte, bevor wir ins Wasser ritten, hängte ich auch den Aussprung an die Übung und lobte den Hengst anschließend wieder. Den Rest der Strecke bewältigten wir beinahe spielend und ich ritt den Vollbluthengst übers ganze Gesicht grinsend zum Hof zurück. Dort beeilte mich dann damit, ihn zu versorgen, da ich dringend aus meinen nassen Schuhen rausmusste. Ich verabschiedete mich flott von Hunter und Jill, die im Stall beisammen saßen und verkündete ihnen nur kurz die fröhliche Nachricht, dass Lamperd nun im Military auf A-Niveau trainiert war. Ich freute mich bereits jetzt auf das nächste Training mit dem jungen Hengst!
    Man könnte meinen ich würde den Overoschecken im Distanzreiten ausbilden und nicht in der Dressur. Emsig wie eine Biene trabte er Runde um Runde in der Halle. Für seine Körung wurde er von mir gerade in der Dressur vorbereitet. Schön aussehen allein half da nicht (wobei das bei ihm sicherlich auch ein Faktor war). Nach einer letzten Runde im Trab parierten wir durch. Lamperd schüttelte den Kopf und grummelte. „Gleich können wir traben, Lam. Jetzt üben wir erstmal im Schritt, dann geht’s flotter, okay?“, ich klopfte seinen Hals, nahm die Zügel mehr auf und begann damit, schon bereits Bekanntes abzufragen. Zirkel und Schlangenlinien kannte er wohl, denn wie ein Gewohnheitstier legte er den Kopf in die Wendung hinein. Das Vollblut argwöhnte beim Erreichen des Hufschlages, ob er antraben sollte. Die Ohren zuckten und ruckelten und er ging ein wenig flotter, blieb aber im Schritt. Von H aus übten wir einen Bahnwechsel aus, und trabten dann endlich an. Auch das klappte schon sehr gut. Zur 'Belohnung' durfte er dann einfach nur traben, denn das schien ihm mehr zu gefallen als eine Nascherei oder ein lobendes Klopfen. Eine Weile lang übten wir noch das Halten aus Trab und Schritt, und galoppierten dann auf dem Zirkel an. Der Hengst war so bequem wie ein breites Pony und wies dennoch ausladende und energiegeladene Bewegungen auf, die seinem Rassetypus entsprachen. Auch am nächsten Tag übte ich vor allem im Schritt und Trab die einzelnen Bahnfiguren mit Lamperd. Umso länger wir in einer Gangart blieben, umso ungeduldiger wurde er als wir nicht schneller ritten. Doch da musste der Hengst leider durch, denn bei einer vernünftigen Kür ging es um das Gesamtpaket, um das Verständnis von Pferd und Reiter und nicht um die Kraft des Vierbeiners. Das Halten klappte nun um einiges besser und auch das Abwenden vom Hufschlag assoziierte er nun mit Bahnfiguren, in denen er den Kopf gehoben, aber angelegt hielt. So machte es Spaß, mit Pferden zu arbeiten, und mehr als zufrieden durfte er mit seinen Gefährten Cadiz und Sansa zurück in die Heimat.
    2060 Zeichen|Catalina

    Die Kür

    Es ist Herbst. Ganz eindeutig, auch wenn die Temperaturen hier zu Lande noch ganz angenehm waren, so färbte sich die Natur um uns herum herrlich bunt. Lamperd passte perfekt in dieses Bild und wir alle hatten sichtlich Spaß daran gehabt ihn auf die heutige Kür vorzubereiten. Zuletzt gewann er ein Distanzturnier, was uns die absolute Siegeseuphorie brachte. Gerade befanden wir uns auf dem Abreiteplatz, der Hengstkörung. Wir waren als dritte an der Reihe und die Aufregung stieg mit jeder Minute des Vorbereitens. Lamperd arbeitete hier schon gut mit. Ließ sich brav an den Zügel stellen und reagierte feiner denn je auf die Hilfen. Dann schallte unsere Startnummer durch die Sprachanlage der Anlage und wir ritten in die hübsch dekorierte Halle ein. Ein paar dezent platzierte Kürbisse erinnerten daran, dass bald Halloween war.
    In der Hallenmitte hielt ich den bunten Hengst an und grüßte die Richter vor uns, die heute so wie immer, eine sehr ernste Miene zuzutragen wussten. Dann ging es im Schritt weiter auf die ganze Bahn, Lamperd hatte ein gutes Tempo, ab Hallenmitte ritt ich ihn auf den Zirkel und trabte an. Die Richter hatten so die Chance den Hengst und seinen Bewegungsapperat aus der Nähe zu betrachten. Nach drei Zirkelrunden ritten wir wieder ganze Bahn. Um nun den Hufschlag zu wechseln nutzten wir die Figur des Wechsels durch die ganze Bahn. Direkt nach der kurzen Seite galoppierte ich den Vollblüter an, genau auf den Takt der Hufe achtend schafften wir in der Hallenmitte den fliegenden Wechsel. Auf der anderen Hand spielten wir ein ähnliches Programm ab, allerdings band ich auch noch Schlangenlinien durch die ganze Bahn im Trab und eine Volte im Galopp ein. Zum Ende der Kür kamen wir wie zu Beginn auch, im Schritt auf die Richter zu und hielten in der Hallenmitte um uns zu verabschieden. Geschafft. Wir hatten jetzt unser Programm runtergerasselt wie ein Referat in der Schule und es war, als fiele mir eine riesige Last vom Herzen, als wir im Trab die Halle verließen und ich den jetzt etwas aufgedrehten Hengst für die gute Mitarbeit entlohnen konnte. Auch Jill und Maja standen bereits vor der Halle und begleiteten mich zum Abreiteplatz, wo Lamperd noch ein paar Runden im Schritt, am langen Zügel drehen durfte um sich abzukühlen.
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    Auf der Körung
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    Zuletzt bearbeitet: 7 Nov. 2015
    Vhioti und Cooper gefällt das.
  6. Snoopy

    Snoopy Bekanntes Mitglied

    Snoopy aka. Stefanie Westside

    Meine Teilnahme mit...
    Phoenix
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    Steckbrief
    Phoenix
    offizieller Hintergrund

    "Altgriechisch - Der Wiedergeborene"

    Rufname: -

    <_______________-_______________>

    Abstammung

    Aus der: Finally Fairy
    MM: Bella Vita
    MV: Finnigan
    Von: Taifun van Helsing
    VM: Hope in Grace
    VV: Hurricane

    Geburtsdatum: 10.10.2010
    Alter: 4.Jahre
    Geschlecht: Hengst

    <_______________-_______________>

    Exteieur

    Rasse: Hackney Pony
    Rassetyp: Pony

    Fellfarbe: Schwarzbrauner, EeAtaSty
    Abzeichen:
    - | - | h.r. Ballen, h.l. weiße Fessel
    Langhaar: Schwarz
    Augenfarbe: Haselnussbraun
    Stockmaß: 1,47 m


    Letzte Tierarztbesuch: Unbekannt
    Letzte Hufschmiedbesuch: 06.12.2014

    <_______________-_______________>

    Interieur

    Charakter:
    entschlossen, mutig, selbstbewusst, trittsicher, höflich, treu
    Beschreibung:
    Phoenix ist ein entschlossener Hengst der mit allen Vieren Stolz im Leben steht und sich von seiner Besten Seite präsentiert. Er ist mutig und selbstbewusst, sodass man keine Angst haben brauch mit ihm sicher durchs Leben zu schreiten. De Schwarzbraune Hengst, besitzt eine außergewöhnliche GGA, die ihm zu was ganz besonderen macht, da er somit einer der seltensten Hackney Ponys ist, die solch eine Präzision und Balance zugleich besitzen, viele muss sowas antrainiert werden, doch ihm war es angeboren. Somit viel das Training mir diesem Hengst immer leichter und auch seine Nachkommen, würden beste Voraussetzungen für das perfekte Reitpferd bekommen!

    Geschichte:
    Phoenix ist auf einen sehr berühmten Zuchtgestüt auf die Welt gekommen und von daher von bester Abstammung. Er lebte dort so lange bis er schließlich eingefahren und eingeritten wurde und dann zum Verkauf ausgestellt wurde. Seitdem ist der im Besitz von Snoopy


    Reitweise: Englisch
    Eingeritten: Ja
    Eingefahren: Ja

    <_______________-_______________>

    Daten

    Besitzer: Snoopy
    Vorbesitzer: -
    VorVorbesitzer: -


    Züchter: Ranga
    Ummaler: -

    Fohlenmaler: -
    Großmaler: -
    VKR:Ranga


    Reitbeteiligung: -

    <_______________-_______________>

    Zucht

    Zucht Platz: -
    Gekört? Nein
    Decktaxé: 600.-

    Nachkommen: //

    <_______________-_______________>

    Qualifikationen

    Galopprennen
    Western
    Spring
    (Max. M): M
    Militairy(Max. L): E
    Dressur(Max. L): E
    Distanz
    Fahren
    (Maximum): S*
    Gang
    Wendigkeit:
    E

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    Erfolge/Schleifen

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    221. Fahrtrunier (3.Platz)
    226.Fahrturnier (2.Platz)
    237. Fahrturnier (3.Platz)
    238.Fahrtrunier (3.Platz)
    244.Fahrturnier (3.Platz)
    -
    314. Springturnier (1.Platz)
    324. Springturnier (1.Platz)
    325. Springturnier (1.Platz)

    <_______________-_______________>

    Spind

    Tierarztbericht
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    4.November2015 Kontrolle-ohne Befund



    Zuguter letzt kam der Schwarzbrauner Hengst namens Phonix.Der Erfolgreiche Hengst sollte heute auch einfach nur kontrolliert werden darum ließ ich ihn mir zuerst vorlaufen, anschließend kam die Beugeprobe und da konnte ich nichts finden.Seine gänge waren leicht und federnd. Nun begann ich mit der Grundkontrolle. Ich schaute mir Zähne und Zahnfleisch genau an. Diese waren in Ordnung. Das Zahnfleisch zeigte eine schöne rosige Farbe und feucht. Seine Nüstern waren in guter gepflegter verfassung, dann kamen auch schon die Augen an die reihe auch da schien alles in ordnung zu sein. Nun begann ich den Hengst abzutasten, auch nach seinen Hoden ob dort unregelmäßigkeiten aufzufühlen gab, auch da können sich leicht geschwüre oder so bilden. auch dort war kein Befund. Als letztes kam noch das abhorchen von Herz Lunge und Darmgegend auch da war nichts beunruhigendes zu finden wie schon bei den anderen. . Phönix war vollkommen gesund. Ich teilte Snoopy mit das ich sehr zufriede mit ihrer Pflege bin und das alle drei in beser Verfassung sind. Nun konnte ich wieder nach Hause fahren.


    Hufschmiedbericht
    Hufschmiedbericht Phoenix

    ~Briar Cliff Farrier ~


    Eigentlich war ich schon fertig wie ein Lachsbrötchen, aber der letzte Auftrag des Tages rief mich vom Autositz auf den Hof von Stefanie Westside nach Canada, damit ich ihren Hengst neu beschlug und ihm davor eventuell die Hufe kürzte und davor noch kontrollierte. Ich stieg zusammen mit Smetti aus dem Auto aus und erkundete den Hof auf der Suche nach Stefanie Westside, fand diese dann auch im Haupthaus sitzend Bürokram erledigent. „Wir wären dann da“, kündigte ich uns an und lächelte. „Einen Moment, ich hol den Guten dann mal zum Putzplatz, dann könnt ihr den mal begutachten.“ „Alles klar.“ Wir begaben uns noch einmal raus und nahmen unsere Utensilien aus dem Wagen. Mein Azubi war so nett und trug den ganzen Krempel dann zum Ort des Geschehens und ich entfernte zunächst die alten Beschläge um die Hufe dann zu kontrollieren. Er hatte ziemlich kurze Hufe, umgangssprachlich hätte ich jetzt ‚Kurz vor Knapp‘ gesagt, also raspelte und feilte ich seine Hufe nur zurecht und führten ihn dann zu unserem Ofen. Er benahm sich vorbildlich auf dem Weg zum Wagen, ebenso auch beim Aufnagel der Stahlhufeisen mit Kunststoff. Ich erklärte Smetti noch den Sinn und die Funktion der Hufeisen und dann ließen wir ihn vortraben. So eine Knieaktion hatte ich lange nicht mehr gesehen und war nun mit meiner Arbeit mehr als zufrieden. Smetti übernahm freundlicherweise noch die Fahrt nach Hause nach New York. „Danke“, flüsterte ich ihm noch zu und schlief kurze Zeit später noch ein. Konnte aber schwören, dass ich seinen Blick noch auf mir spürte für eine Weile.


    Trainingsberichte
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    Ausbildung Fahren von Klasse E auf A


    Wieder führte mich mein Auftrag zu Snoopy, ich sollte ihren Pheonix im Fahren trainieren. Bei diesem Namen vermutete ich eigentlich einen Fuchs und war demzufolge überracht das Snoopy mich, nach der Begrüßung, zu einem schwarzbraunen Hackneyhengst führte. Kurz beschnupperte dieser mich, interessierte sich aber vor allem für seine Besitzerin. „Ja also von mir aus kannst du auch gleich anfangen, wo du was findest weißt du ja schon. Dann wünsch ich euch noch viel Spaß zusammen.“ Noch einmal kraulte Snoopy die Stirn den Hengsten und ging dann ihre Wege. Nun blieb es an mir mich mit dem Hengst bekannt zu machen. Vorsichtig holte ich den Hackney aus seiner Box und führte ihn zum Putzplatz. Dort beschmuste ich ihn etwas, bestach ihn mit Leckerchen und machte ihn für das erste Training an der Longe zurecht. Ich wollte seine Gänge kennen lernen und mir einen ersten Eindruck machen. Eingefahren war der Gute schon, so das ich eigentlich gleich ins Training einsteigen konnte. Beim Longieren arbeitete ich vor allem an der Durchlässigkeit und der Dehnungshaltung. Dabei nutzte ich nach dem Aufwärmen erst den Dreieckszügel und verschnallte diesen lang, denn erzwingen wollte ich die erwünschte Haltung auf gar keinen Fall. Pheonix machte sich prächtig an der Longe, wobei die Dehnungshaltung bei seiner hohen Knieaktion nicht ganz einfach zu erreichen war.
    Am nächsten Tag ging es dann das erste Mal für uns beide an die Kutsche, beim anspannen half mir freundlicherweise Snoopy. „Ich habe gerade Zeit und nichts zu tun, kann ich als Beifahrer mitkommen?“ Das Angebot freute mich natürlich, so machte der ganze Ausflug um so mehr Spaß und Snoopy konnte mir mehr von ihrem Hengst erzählen. Auf der ersten Fahrt wählte ich eine einfache Strecke, mit wenig Bodenwiderstand und wenig Bergauf/Bergab.
    Den Rest der Trainingszeit gestaltete ich Abwechslungsreich mit Arbeit an der Longe und auch an der Doppellonge, sowie Geländefahrten mit der Kutsche, welche immer mehr Anforderungen an den Hackneyhengst stellten. Auch auf dem Platz arbeiteten wir und zwar in Form von Dressurfahren, was dem Hengst besonders Lang. Auch Kegelfahren war regelmäßig mit auf dem Trainingsplan. Phönix entwickelte sich prächtig und am Ende konnte ich Snoopy erfreut mitteilen das wir die Stufenerhöhung auf A erreicht hatten.
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    Hackneytraining à la carte oder wie ich mit dem Tuntenpferd über einen Fluss sprang
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    [Chronicle's Sahara A-Fahren, Sugarlips Habasi M-Fahren, Pleasure's Harlekin A-Fahren, Fake Einfahren, Phoenix L-Fahren, Nadira A-Dressur; Funky Powerbabe L-Military, Cauldron of Renascene L-Springen, Genuine Lil Cut S-Distanz, Ravi E-Dressur]


    Es war wieder einmal soweit. Mit einem Koffer und einer kleinen Reisetasche schaute ich auf den Flugplan des Edinburg Central Airport. Mein Flug nach Calgary ging gleich los. Und dieses Mal blieb ich bestimmt einige Wochen dort. Nicht nur dass ich bei Joy wieder aufschlagen sollte; es ging um einen Kombiauftrag. Denn auch Stefanie brauchte Hilfe mit ihren Hackneyponys. Die meisten sollten vor die Kutsche gespannt werden. Aber vor allem freute ich mich auf ein erneutes Wiedersehen mit dem mittlerweile gekörten Powerbabe, der zudem der Vater von Wild Berry war. Aber erst musste ich wieder in den Flieger steigen.
    Wieder einmal erstaunte mich die schiere Größe und Kompaktheit der Kanaskins Rêver Ranch. Im Gästehaus erhielt ich meinen Zimmerschlüssel. Ich kam sogar in den Genuss eines Fernsehers. Der jedoch war jetzt völlig überflüssig. Es war später Vormittag und ich ging dann gestärkt für heute an Gebäuden und kleineren Weiden vorbei, bis ich am Hackneystall ankam. Heute und morgen wollte ich mich um Phoenix und Habasi kümmern. Da Sahara und Harlekin beide auf A aufgestuft werden sollten, dachte ich an eine Fahrt vor einem Zweiergespann. Und danach würden Fake und Nadira ihr Training erhalten. Somit hätte ich gut zwei Wochen mit den Ponys vor mir. Der schwarzbraune Phoenix ging sofort an seine Boxtür, als ich sein Halfter nahm und in seine Box ging. Der junge Hengst wurde dann angebunden und gründlich geputzt. Der Sulky wurde aus einem der Speicher geholt. Merkwürdig, dass ich heute keinen gesehen habe. Genau in dem Moment trat Stefanie ein. "Hi!", grüßte sie. Neben ihr stand Albatroaz. Ich streichelte ihn kurz und bat dann Stefanie, mir beim vorspannen zu helfen. Die Ovalbahn befand sich etwa zwanzig Meter vom Stall entfernt, und bisdahin konnte der Hengst sich etwas aufwärmen. Phoenix hatte richtig Lust daran im Trab über die Bahn zu ziehen. Auch mein Gewicht und das stetige Korrigieren der Laufbahn wirkte sich positiv auf ihn aus. Ich erhöhte das Tempo, und lehnte mich zurück. Die nächsten Tage würde ich wohl nur auf der Bahn im Oval kreisen. Haha. Gut, dass Bella, Tabea, Sarah und Hansi sich um meine Pferde kümmerten, fiel mir gerade ein. Phoenix schnaubte. Eine Stunde später war der Hengst total fertig. Verschwitzt wurde er von mir trocken gerieben und dann in seine Box gestellt. Er bekam noch ein Brötchen, dann kam Habasi vor die Kutsche. Die veredelte Palominostute sprang leichtfüßig auf der Bahn und wirkte sehr fleißig und ruhig. Das Training verlief super mit ihr, ich fand es aber etwas langweilig, nur auf der Bahn zu bleiben und lenkte sie runter. "Stef? Ich mach mit Habasi eine Fahrt auf der Straße.", rief ich ihr zu. Sie stand mit ihrer Freundin Loona an einer Weide und winkte mir dann zu, als ich mit Habasi vom Gestüt runterfuhr. Es fuhren kaum Wagen vorbei. Lediglich einige Reiter kamen mir entgegen, die sich kurz mit mir unterhielten, während sich die Pferde beschnupperten oder auch nur beäugten. Sobald eine längere Strecke vorhanden war, zogen wir im Trab über den Highway, bis wir an einem Ortsschild ankamen, dass daraufhin wies, dass Calgary nur noch sechs Meilen entfernt war, also etwa 8 Kilometer. Wir drehten um. Auch die restlichen sechs Kilometer gingen super, Habasi war ein perfektes Fahrpony.
    "Willst du nicht noch mit Nadira trainieren?" Mittagstisch. Es gab Fisch, Gemüse, Kartoffeln. Habasi und Phoenix bekamen noch einen Apfel von mir. Stefanie starrte mich verwundert an, als ich erklärt hatte, dass ich Chronicle und Harlekin zusammen vor die Kutsche packen wollte. "Trainiere heute lieber mal Nadira. Wenn du morgen noch so schnell bist, kannst du sie bis morgen etwas weiter eingewöhnt haben." Damit stand der weitere Plan für heute fest. Eventuell würde ich heute noch weiter mit Phoenix arbeiten. Nadira, die ebenfalls veredelte Schimmelstute, stand auf der Weide und guckte nur. Als ich ihr entgegen trat mit Halfter und Strick drehte sie sich um und senkte den Kopf. Somit kraulte ich ihre Ohren und streifte ihr das Halfter über. Etwas zaghaft stapfte sie neben mir her und lehnte sich an mich als ich das Gatter schloss und sie dann am Hackneystall anband. Dort hatte ich bereits ihr Putz- und Sattelzeug hingestellt. Bei ihr achtete ich darauf, sanfter zu putzen. Die etwas zurückhaltende Stute brauchte Zeit, bis sie sich an jemanden gewöhnte, und da sie nicht sehr dreckig war, brauchte ich nur einen Striegel und die Kardätsche. Beim Satteln spitzte sie die Ohren. Der Dressurplatz lag direkt neben den Stallungen und war leer. Daher konnten wir den Platz ganz für uns alleine beanspruchen und ich saß auf. Mit Gangwechseln und Zirkeln – die die Stute schon kannte – war sie gut bedient. Die Muskeln waren warm und auch ich war im Dressursport angekommen. Als wir bei C auf dem Zirkel angaloppierten, merkte ich wie sie den Kopf nach außen visierte. Die innere Hand nahm daher die Zügel auf und ich drehte die linke Schulter nach vorne, damit wir beide in der Biegung richtig gingen. Es folgte ein Bahnwechsel mit anschließendem Gang auf den Hufschlag. Wir parierten komplett durch und führten eine Schlangenlinie aus. Lobend streichelte ich ihren Hals und drückte ihr kurz die Hacken in den Bauch. Sie schnaubte, trabte an und wir gingen zwei Runden im Leichttrab. Bis jetzt verlief alles gut. Sie kaute stark auf dem Gebissstück herum und ließ ihre Ohren herum zucken. Plötzlich blieb sie stehen, hatte den Kopf bis zum Anschlag nach oben gerichtet und ging rückwärts. "Hey, hey, was ist denn los?", ich beugte mich kurz nach vorne und kraulte ihren zuckenden Hals. Sie verweigerte jeglichen Kommentar und stieß Luft durch ihre Nüstern aus. Ich schaute nach vorne. Nichts. Also stieg ich ab und blieb vor ihr stehen. Ich griff in die Zügel und streichelte ihr Maul. "Was ist los, Nadira?", fragte ich. Jetzt erst senkte sie den Kopf und wieherte leise. Nun ja, schade. Sie wirkte sehr unruhig und nervös. Obwohl wir nur eine halbe Stunde trainiert hatten, konnte ich so nicht weiter mit ihr machen. Kaum, dass ich im Stall angekommen war, bemerkte ich Maximilians komischen Blick. "Irgendwie ist sie heute nicht ganz bei der Sache." Er runzelte die Stirn, dann seufzte er. Stefanies Freund arbeitete auch regelmäßig mit den Pferden und wie er mir erzählte nachdem ich jetzt Phoenix wieder holte, war Habasi in der letzten Zeit draußen recht merkwürdig im Verhalten. Phoenix schien sich wieder erholt zu haben und durfte auch jetzt an die Kutsche. Aber nur für maximal eine halbe Stunde, denn der Hengst war immer noch fertig von dem morgigen Training, und so durfte er nur wenige Schritte traben – das schien ihm zu gefallen denn er sträubte sich nicht gegen das Geschirr und als ich am Abend noch nach ihm schaute wirkte der Dunkelbraune erschöpft, aber rundum zufrieden.
    Der nächste Morgen war durchaus nass. Es regnete als hätte jemand oben eine Dusche angemacht und vergessen, sie auszustellen. Durch den strömenden Regen rannte ich vom Gasthaus in den Stall und half Stefanie und den anderen die Fenster zu schließen. "Ich helfe dir mit Phoenix. Ich habe eine Regendecke extra für diesen Fall. Musst du halt den Sulky nehmen." "Gut, dass ich gestern meine Reitschuhe noch inprägniert habe.", murmelte ich. Stefanie lachte. Ich zurrte meine Regenjacke zu, und dann machten wir zwei Habasi fertig. Phoenix durfte noch Pause machen, denn vor ihm würde ich mein Glück noch mit Nadira versuchen. Habasi fand die Regendecke überhaupt nicht toll und wand sich. Doch dann fand sie sich damit ab und es ging wieder auf die Straße. Dieses Mal wollte ich mit ihr direkt in die Vororte Calgarys rein. Auf der nassen Straße rutschten die Räder etwas, daher gab es nur kurze Trabintervalle, damit der Sulky nicht schleuderte in den Kurven. "Ruhig, Habasi!", rief ich und bremste sie ab. Schade, denn die Stute bestand heute nur aus Energie. Am Ortsschild bogen wir nach links auf einen Feldweg ab, der gerade noch breit für den Sulky war. Dort durfte sie auch länger traben, und wir zogen an kleineren Eigentumsgrundstücken und Ställen vorbei. Plötzlich hörte das stetige Plätschern des Regens komplett auf. Ich sah nach oben, zügelte die Stute und streifte die Kapuze ab. Es war immer noch bewölkt. Dennoch; weiter ging es. Wir wollten ja heute noch mal ankommen. Zügigen Schrittes ging es zur Ranch, wobei ich jedoch neben dem Highway laufen musste. Ein Stau versperrte uns den Zugang zur Straße. Doch kein Problem, selten wurde gehupt, trotzdem hielt Habasi einen respektablen Abstand und schien sich sichtlich zu entspannen als wir das ihr bekannte Terrain betraten. Ich sprang vom Sulky und stöhnte auf. Die helle Stute hatte schlammige Beine und auch einen verdreckten Bauch. Ich ließ den Sulky an der breiten Überdachung des Stalles stehen, damit er nicht wieder nass wurde, und wusch die Beine der Stute ordentlich ab, rubbelte sie dann trocken und machte auch den Bauch sauber. Damit sie nicht auskühlte, bekam sie Bandagen angelegt und wurde entlassen.
    Nadira stand in ihrer Box. Die Apfelschimmelstute zuppelte an ihrem Heu und trat an ihre Boxtür. "Na?" Ich streichelte ihr Nasenbein und machte sie kurzerhand für die Halle fertig. Denn auf dem Platz wäre jetzt die Hölle los, so viel wie es geregnet hatte. Als ich ihren Stirnriemen zurecht zupfte legte sie ihr Maul auf meine Schulter und hauchte in mein Ohr rein. "Oh du liebes kleines Knuddelpony." Klein war übertrieben, aber sie wirkte heute so verschmust und zärtlich. Seufzend setzte ich meinen Helm auf und brachte sie in die Halle. Loona ritt gerade auf einem Reitpony eine Volte. "Leg dich etwas mehr in die Biegung, dann läuft's besser!", riet ich und stieg nach dem Nachgurten prompt auf. Es folgten einige große Wendungen und Gangwechsel, und weiter ging es mit dem Dressurtraining. Schon den ganzen Morgen hatte ich mich darauf gefreut, mit ihr zu reiten, denn stundenlang auf einem Kutschbock zu sitzen lag mir einfach nicht. Nach einem Zirkel und einem Wechsel in den Galopp zogen wir an Loona und dem Pony vorbei. Das Pony hatte einen recht schnellen Gang drauf und das Sitzenbleiben war schon etwas anders. Im Trab folgten einige Volten und eine Schlangenlinie. Ich legte die Hand auf ihren Mähnenkamm – Nadira trabte einfach weiter. Schnaufend parierte sie dann durch und pinkelte. Im Schritt gab machten wir eine Kehrtwende aus der Ecke und ich hielt sie bei X an, nachdem wir bei B auf die Mittellinie abgewichen waren. Ich ließ die Füße aus den Steigbügeln, ließ sie etwas herumbaumeln und saß ab. Meine Knie knarzten. Ich war 19 Jahre alt und hatte kaputte Knie. Super. Ich lockerte den Gurt des Sattels und brachte sie dann auf die Weide.
    Phoenix stand schon vorgespannt auf dem Platz. Stefanie saß auf dem Bock und bot mir die Zügel an. "Ich will mitkommen. Darf ich?" Ich nickte nur. Ich schwang mich neben Stef auf den Bock und nahm die Zügel auf. Diese gab ich vor, und Phoenix trottete los. Wie wär's wenn wir nach Calgary reinfahren? Die Straßen sind jetzt relativ leer.", sagte die Hufschmiedin geistesabwesend. Wir brauchten eine halbe Stunde bis wir im Vorort ankamen. Der dunkle Hengst war ein wahrer Blickfang. Leute machten Fotos und wollten ihn streicheln, und so hingen wir an der Hauptstraße eine Zeit lang fest, bis wir dann weiter kutschieren durften.
    Es war Mittag. Ich hatte – direkt nachdem der Hengst auf der Weide war – Stefanie und den anderen beim Ausmisten und Futtermachen geholfen. Und als ich gestärkt war, machte ich mit Harlekin und Sahara weiter. Die sollten gemeinsam an der Kutsche laufen. Die beiden waren neugierig und temperamentvoll. Damit also ein gutes Paar. Die Chestnutstute und der Red Roan kannten sich zur genüge; obwohl die beiden gemeinsam die etwas schwerere Kutsche ziehen sollten, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Zu viel Temperament, vor allem bei so unerfahrenen Fahrponys, konnte schlechte Auswirkungen haben. Als ich jedoch das Geschirr auf die Größe der Hackneys einstellte und es den beiden anlegte, ignorierten sich die beiden flissentlich. Erst als die beiden Scheuklappen angelegt bekamen schnabbelten sie los. Sie grummelten und brummelten, wieherten aber nicht sondern schäkerten eher. Als ich vorsichtshalber die Gurte nachkontrollierte und dann aufsaß, stampfte die junge Stute schon ungeduldig mit den Hufen. "Gedulde dich doch noch, ja?", ich streichelte sie und wischte ihr eine Strähne aus den Augen. Sie brummelte zickig und warf den Kopf zur Seite. Daher stieg ich auf, setzte mich richtig hin und ging auf die Ovalbahn mit den Ponys. Der Boden war zwar immer noch feucht und mit Schlammpfützen bedeckt, aber mehr als einige Trabsprünge wären heute nicht nötig; schließlich musste Fake eingefahren werden und heute sollte sie – nachdem die Stute nun von mir auch eingeritten wurde – an das Geschirr gewöhnt werden. Wobei Fake die Eingewöhnung an das Sattelzeug sehr gut überstanden hatte, so glaubte ich nun, nachdem wir den Eingang der Bahn das zweite Mal passierten, dass auch dies für die hübsche Fake kein Problem darstellen sollte. Das farblich ungleiche Paar vor mir trabte nun synchron an. Das Gespann strotzte nur so voller jugendlicher Energie. Gelegentlich tickte ich die Tiere abwechselnd an, damit sie ihr Tempo nicht verloren. Sie blieben weiterhin ruhig, zogen aber ganz schön schnell an den Zäunen vorbei. Als sie dann noch galoppierten, kam ihr Temperament zum Vorschein; die vorzüglichen Fahrponys gaben richtig Gas und der Wind fuhr mir harsch ins Gesicht. Ich lenkte die Kutsche auf die äußere Bahn und ließ sie dann auslaufen.
    Es war später Abend. Die Uhr in meinen Gästezimmer zeigte kurz nach elf und ich lag in meinem Bett. Fake war heute recht anstrengend. Gegen Nachmittag war es stürmischer gewesen und deshalb musste die Stute die Kutsche in der Dressurhalle kennenlernen. Das inprägnierte Holz und die Lederschnitte wurden ausgiebig beschnuppert und mit dem Maul besabbert – Fake blieb ruhig. Auch, als ich sie in die Halterung stellte und nur die Gurte auf ihren Rücken legte, dann ein paar Schritte weiter weg ging, zeigte die Stute keine ungewöhnliche Verhaltensweise. Lobend klopfte ich sie und gab ihr ein Stück Möhre. Dann, aus heiterem Himmel, hob sie ihren Hintern und fing an, zu buckeln. Besorgt, sie könne sich verletzen an dem Holz, ging ich einen Schritt zur Seite. Doch Fake ignorierte das Ungetüm und machte ein paar Galoppsprünge. Ich stieß einen Schwall Luft aus. Endlich etwas Schwung in der Bude! Doch erst musste ich die Stute beruhigen. Die Hände seitlich in die Höhe gestreckt, ging ich langsam auf sie zu. Sie regte sich etwas ab, und ließ sich argwöhnisch anfassen. Dann griff ich in ihre Mähne und umarmte sie. Erschrocken pustete sie mir ihren Atem in meine Haare. "Hey, shhhh. Noch ein Versuch, dann machen wir morgen weiter, ja?" Gesagt, getan. Ich stellte sie wieder an die Halterung und legte die Gurte und Schnallen an. Sanft Druck ausübend passte ich alles an, damit nix drückte oder locker lag. Fake tänzelte nervös zur Seite. Ich hielt sie am Halfter fest, und führte sie ein paar Schritte vorwärts. Die Dunkelbraune hatte ein angeborenes Fahrgen, das wurde mir jetzt erst klar.
    Schon am nächsten Morgen sah ich, wie Max Nadira ritt. Ich schaute ihm eine Weile zu, dann sah ich nach Fake. Die hatte ihre Morgenweide genossen und rieb sich an einem Baum. Putzen war angesagt. Denn so verdreckt, wie sie war, würde ich sie garantiert nicht an die Kutsche nehmen. Also säuberte ich ihr Fell gründlich von Rindestücken, Erde, Gras und sonstigen Hinterlassenschaften. Die Hufe waren verklebt und es dauerte, bis sie einwandfrei sauber waren. Dementsprechend unsauber sah ich aus, als ich meine Hände an meiner Hose abklopfte und der Stute hinter den Ohren kraulte. Fake brummelte leise und warf den Kopf kokett zur Seite, schielte mich an. Lachend klopfte ich ihre Flanke und holte dann vom schräg gegenüber liegenden Speicher den Sulky. Fake ließ sich vorspannen, hatte aber trotzdem die Ohren aufmerksam aufgestellt und die Augen aufgerissen. Beruhigend wisperte ich auf sie ein und wartete, bis sie ruhiger stand und ich sie dann vom Stall direkt zur Ovalbahn führte. Dort war Stefanie beschäftigt, die Zäune abzuklappern. "Irgendwas kaputt?", sie schüttelte ihren Kopf. Fake machte sich bemerkbar und wurde von ihrer Besitzerin begrüßt. "Eines der Ponys hat sich hier einen Splitter eingefangen, ich will wissen, wo." "Gut zu wissen. Ich bin heute mit dem Training deiner Hackneys fertig, Stef. Dann fahre ich rüber zu Verena." "Die Powertunte trainieren?" Ein Lächeln huschte auf ihr Gesicht. Die halbe Community, die mich kannte, wusste von meiner Liebe zu dem hübschen Paint von Verena, der mir nicht zuletzt indirekt ein Fohlen geschenkt hatte, das später wohl mal genauso werden würde wie der Schecke. Stefanie hielt Fake an der Trense fest, als ich auf den Bock sprang und die Stute antickte.
    Alles weitere ging sehr schnell. Die Stute lernte schnell, die Kutsche zu ziehen und ging auch im Trab. Mein Handy fiepste. Mein Wagen stand bereit. Leider etwas zu früh. Doch ich war mir bewusst, dass Fake, Nadira, Sahara, Harlekin, Phoenix und Habasi auf der Kanaskins Rêver Ranch gut aufgehoben waren.

    *

    "Verena!" Ungestüm fiel ich der Hofbesitzerin um den Hals. Es war Nachmittag. Ich war völlig zerupft (nicht wörtlich gemeint). Ich hatte mein übliches Zimmer erhalten. Danach suchte ich nach Verena. Die stand neben Goodbye Grace – die Mutter von Wild Berry. Auch Caleb war hier. Er grinste mich fröhlich an und umarmte auch mich kurz. "Du siehst grauenhaft aus." "Danke. Ich bin wirklich froh, wenn ich wieder daheim bin." "Was machst du heute noch?", Verena hievte einen Westernsattel auf Goodbye und lehnte sich dann dagegen. "Ich fange mit Ravi an. Aber zuerst schau ich nach Funky." Verena lachte. "Caleb, schaust du nach Goodbye? Ich komme mit dir.", damit wandte sie sich zu mir und nahm das Halfter der Ponymixstute. "Wie machen sich die drei?" Wir stapften über die Weide. Es war natürlich die Hengstweide. "Steel läuft nächste Woche ihre erste Krönung. Hoffentlich ihre einzige. Enjoy läuft super – danke übrigens für das Training. Er könnte ja mal eingeritten werden. Und Wild Berry ist schon an die Longe gewöhnt. Er hört gut auf mich und versteht sich mit den anderen Fohlen. Ich glaube, er wird schwul." Verena blieb stehen. "Nur weil die Tunte so tuntig ist, darfst du noch lange keine Witze über ihn oder seine Nachkommen machen.", meinte sie. "Das meine ich ernst. Er verbringt nur Zeit mit Tomenko. Hier.", ich zeigte ihr einige Fotos. Tatsächlich schmuste er sehr häufig und intensiv mit dem Noriker. Verena schmunzelte. "Habe noch nie was von einem homosexuellen Pferd gehört. Sieht mehr nach einer besonderen Freundschaft aus." Lachend hielten wir an. Ich pfiff einmal. Funky stand an einer Tränke. Sofort sah er mich und trabte auf mich zu. "Na?", ich umarmte ihn einmal kräftig. Habe ich den Kerl vermisst. "So, ich fang dann mal mit Ravi an. Aber nur eine halbe Stunde." "Es ist sieben.", stirnrunzelnd schaute Verena mich an. "Und? Ich bin kaputt!", damit ging es auf die nebenan liegende Weide. Der Norwegermix mit den karamellfarbenen Augen erkannte sofort das Halfter. Ohne auf mich zu achten ließ sie es sich aufstreichen. Äußerst brav, das perfekte Kinderpony. Es brauchte etwa einige Minuten, bis wir am Stall ankamen. Ich band sie an, holte ihr Putzzeug und ein einfaches Reitpad sowie Zügel und ihre Trense, und machte mich an die Arbeit.
    "Nein, weiter, na los!", seufzend drückte ich der Ponystute die Fersen in den Bauch. Sie hatte leider nicht viel Ausdauer und machte schon nach zwei Runden im Trab schlapp. Naja, ihr Schwung verlor sich gerade nach zweieinhalb Runden. So stark hatte ich mich lange nicht mehr abgekämpft. Wir passierten A. Die Stute parierte und hustete. "Super gemacht! Fein!", lobte ich sie. Drei Runden. Wir gingen einen Zirkel, machten dann einen Wechsel und als wir an der Bande ankamen schnappte ich mir eine der Gerten, die oben auf dem Holz lagen. Die Stute reagierte laut Verena sehr fein auf die Gerte und brauchte höchstens touchiert werden, um Gas zu geben. Der Handwechsel wurde durch einen Zirkel komplettiert und danach wurde eine Volte eingelegt. Das Prinzip hatte sie schon im Kopf – jedoch waren sie viel zu groß. Als ich sie an der Hinterhand touchierte, trabte sie an – und schaffte schon nach vier Versuchen eine richtig tolle Volte. Ich klopfte ihren Hals und ließ sie dann gerade aus gehen. Ich saß aus, drückte den Rücken durch und gab ihr den entscheidenen Impuls – nichts. Auch als ich notfallplanmäßig auf den Zirkel wendete und dann wieder die Galopphilfen angab, sprang sie nicht an. Eigentlich hatte ich mir das Training heute anders vorgestellt. Dafür hatte sie einen weichen Trab, der sich gut aussitzen ließ. Und als ich bei A einen erneuten Versuch startete, wechselte sie in den Galopp. Grinsend trieb ich sie weiter, schaute auf die Wand damit sie nicht abschnitt und ließ sie dann durchparieren. Schnaufend blieb Ravi stehen. Ich saß ab, drückte meinen Rücken durch. Ich wollte ausgerechnet jetzt keine Probleme kriegen. Ich nahm den Helm ab, legte die Gerte weg und kratzte ihr hier noch die Hufe aus. Von der Halle führte ich sie dann über den großen Platz zum Stall. Dort machte ich sie boxfertig, brachte ihre Sachen an den angehörigen Platz und reichte ihr noch eine Möhre. Und ich? Ich stieg nach einer angenehmen Dusche in mein kuschelweiches Bett und war binnen Minuten eingeschlafen.
    Ich war um vier Uhr kurz wach geworden. Weiß der Geier warum. Als ich drei Stunden später frühstückte und mich dann heute für Funky bereit machte, sah ich Alexis und und einen jungen Mann mir entgegen kommen. "Morgen Catalina. Das ist Aaron. Er ist einer der Trainer hier." Wir sagten Hallo. Derweil lief ich in den Stall. "Kann ich bei Ihnen zuschauen, wie Sie Cauldron trainieren?" Mit etwas Schmackes hievte ich den Vielseitigkeitssattel des Schimmelschecken vom Sattelbock. Aaron griff mir unter die Arme und brachte den Putzkasten mit. "Natürlich dürfen Sie zuschauen. Aber erst möchte ich mit Funky ausreiten." Aaaron nickte. Ich ging wieder zurück und holte Zaumzeug, Hufglocken, Bandagen und sein Martingal. Der Hengst wieherte mir schon entgegen als ich den Stalltrakt lang lief. Kaum stieß ich die Tür offen rammte mir der Schecke seinen Kopf in den Bauch und wärmte ihn mit seinem Atem. "Wir haben uns gestern schon gesehen, hast du das schon vergessen?!", natürlich hatte auch ich ihn vermisst und es gab erst einmal ein Wiedersehen der besonderen Art. Beim Putzen versuchte er, mich ständig im Visier zu haben. Auch beim Hufekratzen blieb er aufmerksam. Als ich ihn dann sattelte und für den Ritt durch die Wildnis Kanadas vorbereitete, schnubbelte er an meiner Schulter. "Oh ja, ich hab dich doch auch lieb, Tuntchen.", ich kraulte seine Ohren und führte ihn nach draußen auf den Platz. Alexis, die gerade ein Fohlen auf die Weide brachte, hielt den zappeligen Hengst fest während ich mich auf seinen Rücken schwang. Alexis wünschte mir "Gut Ritt!", klopfte dem Hengst kräftig auf die Flanke und wir trabten von der Ranch hinunter.
    Die Bluerock Mountains befanden sich zweiunddreizig Kilometer von hier entfernt. Da der Hengst sehr gut im Distanzreiten war, war dies auch kein Problem. Der kräftige Wind, der sich hier aber aufstaute schon. Ich schlug den Kragen meiner Jacke hoch, als wir vor dem Reservat ankamen. Ich gönnte dem Westernpferd eine Pause, damit er sich stärken konnte und 'Ballast' ablassen konnte, dann trabten wir auf den gekennzeichneten Pfaden in den Naturpark hinein. Stille. Pure Stille umgab uns. Gelegentlich zwitscherte ein Vogel oder ein Ast brach, Funky schnaufte oder trat gegen einen Stein. Die Militarystrecke befand sich noch gute zweihundert Meter von hier entfernt. Die Strecke war natürlichen Ursprungs. Flüsse, kleinere Abhänge, Büsche und Baumstämmte – sogar ein (heruntergeschliffener) Stein – und Zäune waren die Hindernisse der 2,4 Kilometer langen Strecke, die wir bezwingen wollten. Bei dem Springtalent des Hengstes war die Strecke gewiss ein leichtes, und wir brauchten ja kein Rennen zu veranstalten. Ein Holzschild mit Markierungen wies uns auf die Strecke hin. Zum Notfall standen auf der Strecke noch alle paar Meter rote Fähnchen. Los geht's. Der Weg war relativ ebengleich. Die Wurzeln die aus dem Boden herausragten waren für Funky kein Problem. Ein Strohballen wurde übersprungen. Es ging bergauf und nach links, direkt danach folgte eine kleine Brücke, die einen Fluss überspannte und dann setzte der Hengst zu einem Sprung über zwei Baumstämme an. Ehrgeizig wie eh und je galoppierten wir über einen kleinen Abhang, dann hielt Funky abrupt an und pinkelte. Danach trabten wir wieder an. Eine Weile lang kam nichts. Es ging mal rauf, mal runter, dann hüpfelten wir über kleinere Äste. In der Ferne hörten wir einen Fluss rauschen. Das Rauschen wurde lauter und lauter – wir überwanden gerade den Stein, der in etwa wie ein Zwergentisch aussah – und dann war er plötzlich da. Funky legte einen Sliding Stop hin, sodass Erde und kleinere Steine meine Beine trafen. Ich schätzte die Breite auf etwa einen Meter und ein paar gekrüppelte Zentimeter und die Tiefe auf zwanzig Zentimeter ein, plus/minus. Funky machte einen Spin, trabte einige Schritte zurück und drehte sich wieder um. Ich gab ihm die Sporen, und er preschte im Galopp auf das Wasser zu. 'Bitte geh nicht durch, bitte geh nicht durch!', dachte ich, doch es kam anders als geplant. Der Hengst streckte sich beim Sprung, ließ sich dann fallen und spritzte uns nass. Im Starktrab zogen wir dann den Pfad weiter. Innerhalb einer halben Stunde waren wir wieder im Park angekommen. Die Beine des Westernpferdes waren immer noch feucht und meine Reithose klebte an meinen Beinen.
    Kaum waren wir zurück auf dem Hof, kam mir ein grinsender Caleb entgegen. "So, Aaron wants to watch you train Cauldron? He called me to look after you.", er griff die Zügel der Tunte, ich saß ab und schaute mir die Hose an. "Well, you got wet on your ride-out." "Of course! We jumped over a river. Where's Aaron?" "He's warming Cauldron up. On the spring course. I'll bring Funky to the stable. It's time for his food." Ich nickte nur, und steckte dem Springpferd eine Möhre zu. Haps war sie weg, dann lief ich zum Springplatz. Schräg gegenüber sah ich Verena auf einem Pferd einige Spins drehen. Aaron führte den schmucken Ponyhengst an den Hindernissen vorbei, bis ich auf den Platz stiefelte und mich mit Cauldron bekannt machte. Neugierig stubste er mich ins Gesicht, dann gurtete ich nach, stellte die Steigbügel richtig ein und saß dann ohne Hilfe auf. "Ich bleibe am Tor.", sagte Aaron dann und schob hinter sich das Gatter zu. Ich orientierte mich kurz auf dem Platz. Neben dem üblichen Gedöns aus Stangenkombinationen und Hecken befand sich auch eine Mauer auf dem Platz. Doch vorher wärmte ich Callus auf. Der Hengst galoppierte an, und wir setzten über die ersten Hindernisse. Das Niveau lag bei A bis L. Seine Qualifikation war eh schon A, daher waren die Hürden für ihn gut zu überwinden. Callus erwies sich als lernfreudig heute, und obwohl es langsam kühler wurde zogen wir das Training weiter an. Während einer Schrittpause legte Aaron neue Stangen in die Hindernisse, damit wir weiter machen konnten.
    Nach dem Mittagessen holte ich Ravi von der Weide. Die gemütliche Stute schunkelte neben mir her, und beim Aufsatteln legte sie die Ohren etwas an. "Schon gut, Kleine." Wir gingen auf den Dressurplatz. Auch jetzt war sie sehr bequem, was das Traben anging. Mit der Gerte klappte es doch, dass wir eine Bahnseite im Galopp hinter uns bringen konnten und dann auf dem Zirkel blieben. Wir wendeten ab und führten zwei Volten hintereinander und einen Bahnwechsel aus. Als wir dann noch eine Kehrtwende hinten dran hängten flapperten die Ohren der Stute aufmerksam in die Luft. Zügig hob sie die Beine an, trabte stark durch und legte sich in die Wendung rein. Lobend streichelte ich ihren Hals, dann war auch für sie Schluss. Genuine Lil Cut stand am Weidezaun und knubbelte gerade mit Goodbye über den Zaun. Die Stute trabte daraufhin weg und ich holte den Paint Horse Hengst von der Hengstweide, damit wir uns für den heutigen Distanzritt warm machen konnten. Der äußerst gelassene Hengst durfte heute mit Westernsattel geritten werden. Es ging zum Banff National Park. Mit den gut 60 Kilometern vor uns würden wir gegen neun Uhr abends wieder daheim sein. Ich hatte einen Rucksack und die Satteltaschen mit Essen, Wasser und einem Hufkratzer bespickt und verabschiedete mich von Alexis und Verena.
    Der Sattel war äußerst bequem zum sitzen und ich hatte richtig Glück, einen so ruhigen Hengst zu haben, der sich von dem allmählichen Nachmittagsverkehr nicht ablenken lassen ließ und locker lief. Auch wenn die Zügel locker hängen durften hatte ich sie fest in den Händen und folgte mit ihm dem Highway Richtung Bluerock Mountains. Von dort aus folgten wir dem National Path, bis wir an dem Park ankamen. Doch erst als wir an dem bewaldeten Stück ankamen galoppierten wir ein Stück, trabten dann wieder und galoppierten wieder. Die Mountains waren hinter uns und wir legten eine Pause ein. Ich entfernte Steine und Dreck aus seinen Hufen und saß wieder auf. Das hügelige Terrain war schwer zu bezwingen, aber schließlich hatten wir es geschafft und kehrten zurück. Genuine hatte noch zwei Äpfel als Wegesnahrung erhalten, dann brachte er uns zurück. Es war schon dunkel, die Sterne strahlten vom Himmel herunter und der schnaufende Paint durfte nach einer intensiven Putz- und Lobphase auch in seine Box.
    "Ich will hier noch einmal kurz mit Funky die Militarystrecke reiten. Dann fliege ich nach Hause." Frühstückszeit. Ich berichtete Verena gerade von den Fortschritten und dem heutigen Plan. Kanada fehlte mir jetzt schon, aber ich wollte auch wieder nach Hause. Ich mümmelte mein Käsebaguette auf, schob mir noch zwei Kirschen in den Mund und stapfte mit vollem Mund zum Stall. Ich schnalzte mit der Zunge und machte Funky auf mich aufmerksam. Mit der Ausrüstung brauchte ich heute doppelt so lange. Der Hengst tänzelte heute unruhig am Anbindepfahl und starrte mich an, wenn er die Chance hatte. "Nimm den Kopf doch mal runter, Mensch!", ich drückte seine Stirn herunter und stellte die Riemen richtig ein, dann war er auch fertig und ich auch. Es war ja sehr früh, daher schafften wir die Strecke bis zum Ziel binnen kurzer Zeit. Funky hatte aber sein Springtalent trotz seiner Aufgewühltheit nicht vergessen. Wie ein typisches Springpferd – denn typisch war er sicher nicht – segelte er über die Hindernisse. Auch den Fluss übersprang er konsequent, von Wasserflecken war nichts zu sehen. Perfekter ging es nicht. Der Hengst hatte volle Arbeit geleistet. Ich konnte nicht aufhören, ihn zu loben und war geschafft, als ich am Stall ankam. Genau in dem Moment, als wir die Auffahrt hochtrabten fing es an zu gewittern. Funky wieherte einmal lauter und wurde zackiger. Etwas unruhig hielt er vor dem Stall an und lief neben mir her in den Trakt. Gelassen sattelte ich ihn ab. Verena und Alexis kamen mit Pferden und Ponys in den Stall gelaufen. Sie waren klatschnass. "Unwetterwarnung. Hilfst du uns, wenn Funky in seiner Box ist?" Ich nickte nur und beeilte mich, den Schimmelschecken in sein kleines Heim zu bringen. Abwesen reichte ich ihm ein Brötchen, und lief dann nach draußen, um die Pferde in Sicherheit zu bringen. Die Fohlen waren sehr aufgeschreckt, und als nach einer halben Stunde etwa alles in Ordnung war, es aber weiterhin stürmte, ging ich noch ein letztes Mal zu Funky. Der wälzte sich gerade in seiner Box und hatte die Beine schön in die Luft gereckt und schaute mich schon beinahe hilflos an. Lachend setzte ich mich an seinen Kopf und streichelte ihn. "Ich werd dich vermissen, Kleiner.", hauchte ich, als ich dann aufstand und durch den peitschenden Regen in das Gästehaus lief.

    A-Springtraining

    „Cataaa!“ Rrrums! Mit einem erstaunlich schnellen Umklammerungsgriff wurde ich an Ort und Stelle festgehalten. Verwirrt riss ich die Augen auf. Naja, ich hatte Stefanie eine Weile nicht mehr gesehen, ein Freudenausbruch dieser Coleur war ja nicht zu verübeln. „Hiii.“, quiekte ich glücklich zurück und atmete selig aus, als sie mich los ließ. „Du solltes öfters hierher kommen und meine Pferde trainieren!“, schimpfte sie los, doch in ihren Augen lag ein listiges Funkeln. Ich lächelte gutmütig und ließ mich von der blonden Reiterin und Züchterin über den halben Platz vorbei an Ställen und Scheunen zum Hackneystall ziehen. „Ich weiß dass du dich schon darauf freust, mit Phoenix zusammenzuarbeiten, deshalb habe ich schon einiges vorbereitet.“ Etwas besorgt schaute ich die Reiterin an, die mit fürsorglich vor dem Bauch zusammengefaltenen Armen und einem wippenden Bein wie ein Kind zu Weihnachten auf den Vorplatz des Stalls schaute. „Alles okay mit dir, Stef?“, fragte ich verdutzt. „Ja!“, sie lachte einmal auf und wünschte mir viel Spaß, ehe sie dann nach links zu den anderen Ställen lief. Ich hingegen musste einmal tief durchatmen und die Arme in die Seite stemmen. Aber dann schaute ich in den blaugrauen Himmel und lief vorbei an Sattelbock und Putzkasten in den Stall und sog dort den Duft von Heu, Pferdehaaren, Mist und was sonst noch alles hier war durch meine Nase.
    Der U-förmige Stall bot Platz für alle Hackneyponys. Viele der Tiere kannte ich schon gut von anderen Trainingseinheiten – Albatroaz, Harlekin, Sahara, Fake, Nadira, Sugarlips – jedes der Ponys wurde von mir begrüßt, bis ich dann bei Phoenix ankam. Der stand neben Albatroaz und schäkerte herum. Der junge Hengst stubste meine Hand mehrfach an, als ich ihn streichelte. Grinsend kraulte ich sein Maul und führte ihn dann heraus. Im Gegensatz zu vielen Ponys wartete er geduldig auf mich, damit ich die Boxentür zu machen konnte. Beim Putzen blieb er ruhig stehen, winkelte den Huf ein wenig ab, und schnaufte einmal, als ich den Sattel auf seinen Rücken setzte und ihn auftrenste. Von hier aus ging es dann hinter dem Dressurplatz zum Springplatz. Neben Cavalettistangen gab es hier auch niedrige Stangen, die mit einer Höhe von 30-40 Zentimetern ein guter Einstieg waren.
    Leicht verschwitzt rieb ich das Fell des Schwarzbraunen trocken. Irgendwie hatten wir die Zeit vergessen und so anderthalb Stunden auf dem Platz verbracht. Gut, dazu musste auch gesagt werden, dass der Hengst am Anfang nicht erpicht war, die Hindernisse zu überspringen. Ich musste ihn schonend heranführen, dass die Holzstangen nicht unbedingt böse waren, dann schien sich der Hengst daran zu erfreuen, über die Stangen zu springen. Auch wenn am Anfang viele am Boden lagen, spürte ich, wie er sich Mühe gab. Nun stand er brummelnd vor seiner Mox, während ich seine Muskeln mit dem Gummistriegel massierte. Danach durfte er auf die Weide, während ich mich frisch machte.
    Spätnachmittags war ich mit meinem Mittagsschlaf und dem Papierkram fertig. Denn auch ich musste Steuern zahlen, Nachweise einreichen und Aufträge bearbeiten. Die Sonne war langsam auf den Weg gen Westen, und ich wollte bevor es Abend wurde noch mit Phoenix etwas Bodentraining machen. Der Hengst lag auf dem Bauch inmitten einer grün-braunen Pampe. Natürlich. Schäkernd stand er auf, und rieb sich wie eine Katze an meinem Bein. Böse war ich ihm nicht; es würde nur lange dauern, sein dichtes Fell sauber zu machen. Phoenix schmiegte sich auf dem Weg zum Stall an mich. Der liebenswerte Hackneyhengst wurde daraufhin von mir geschrubbt und geputzt. Unterstützt wurde ich dabei von Stefanie (wobei diese eher mit ihrem Schützling kuschelte anstatt mir wirklich zu helfen), die mir dann beim Anlegen von Decke und Kappzaum half und eilig vorlief, um das Round Pen mit Cavalettistangen zu bestücken. Phoenix brummelte, als ich ihm noch rasch eine Möhre in die Schnute schob und mit ihm dann anfing, an der Longe zu arbeiten.
    *
    „Du musst ihn mehr antreiben, sonst wird das nichts!“, flötete die heitere Freundin. „Lass mich so machen, wie ich will!“, flötete ich zurück. Daraufhin zeigte sie mir die Kackbratze. Sehr nett, ihr Umgang mit mir. Wir blieben noch zwanzig Minuten hier. Der Abstand zwischen den Stangen war großzügig; ein bestimmtes Tempo gab es nicht. Daher war der Hengst sehr gelassen und ging fehlerfrei über die Stangen. Stefanie war trotzdem nicht gerade sehr happy mit meinen Lehrmethoden, schließlich soll es ja schnell gehen. Doch ich war ja der gemütlich Typ, und so war es ja auch gut so! Mit einem Mal zogen dunkle Wolken auf. Ich reagierte schnell. „Stef, sammel die Cavaletti ein! Es wird gleich-!“, Bam! Ein Blitz schlug irgendwo ein. Phoenix stoppte abrupt, die Ohren waren aufgestellt, und die Hufe mit dem Boden verschmolzen. Mit einer Hand an seinem Hals führte ich ihn in den Stall. Regen hatte derweil eingesetzt, und als der Hengst in seiner Box stand, half ich Stefanie dabei, die anderen Pferde in Sicherheit zu bringen.
    Auch die kommenden zwei Tage schüttete es wie aus Eimern, das Training wurde in die Reithalle verlegt. Das monotone Trommeln des Regens führte zu einer Art Dämmerschlaf bei mir. Wie in Trance – einer Wachtrance, hehe – ritt ich ihn an die Hindernisse heran, gab im genau richtigen Moment die richtigen Anweisungen und lenkte ihn minimal auf die Hürden zu. Eigentlich hatte er es schon drauf, auf die Stangen zuzugehen. Nur dieser kleiner Hopser vor dem Absprung musste noch korrigiert werden. Aber dafür gab es ja noch genug Zeit. So saß ich im Galopp bequemer und gab die Zügel ein Stück weit vor. Der Erfolg lag auf der Hand; schon nach einigen Minuten wurden seine Galoppsprünge größer und gelassener, sodass er zielgerichteter sprang.
    Für Dienstag und Mittwoch standen Ausdauertraining auf der Rennbahn und Konditionstraining auf dem Plan. Ein Glück war der Hengst sehr ausdauernd und geprägt auf langes Trainieren. Obwohl der liebe Hengst sich auch quer stellen konnte, war die Arbeit immer angenehm und leicht – eine perfekte Vorraussetzung für weitere Lektionen. So lernwillig wie er war nicht jeder Junghengst – und ich sprach tatsächlich aus Erfahrung.
    Im Verlauf der Woche steigerte ich die Höhe und Breite der Hürden auf 1 Meter und 7 Meter Distanz zwischen den Hindernissen. Somit entsprach der Parcours der LPO vom Stand 2014, recht aktuell, also. Das Aufbautraining hatte seine Muskeln gestärkt und so war es nicht verwunderlich, dass der Hengst sich zur Schau stellte. Stefanie staunte nicht schlecht. „Wow, du kannst also trotzdem noch Pferde ausbilden.“, sage sie mit einer ernsten Stimme. Verdutzt parierten wir durch. Stefanie winkte mir breit grinsend zu. „Du bist verrückt, Stef.“, erklärte ich lachend. Als wolle er meine Aussage bekräftigen nickte Phoenix und wieherte lauthals. „Tja, wenn das Pony schon so zusagt, muss es stimmen.“, fügte ich lächelnd hinzu und klopfte seinen Hals. „Ich denke, das reicht für das A-Springen, ja?“, sagte ich und stieg ab. Ich streckte mir gähnend den Rücken durch, band die Steigbügel nach oben, lockerte den Gurt und entfernte auch die Ausbinder. Gemeinsam mit Stefanie machte ich den Hengst weidefertig, schob ihm diesmal zwei Möhren ins Maul und machte mich dann wieder auf den Weg nach Hause.

    Die Kür!

    Sanft strich Stefanie Westside über den Hals das Hackneyhengstes und beruhigte ihn, sowie sich für die bevorstehende Aufgabe. Phoenix war zum ersten Mal auf einer solchen Kür, doch für sein erstes Mal ziemlich entspannt und ruhig, was Stefanies Selbstbewusstsein noch mehr stärkte. „Wir bitten nun, Stefanie Westside mit ihren Hackney Pony Hengst Phoenix in die Halle.“, krächzte es aus den rostigen Lautsprechern und Stefanie zuckte erst mal zusammen, ehe sie sich sammelte und zu den sich öffnenden Toren blickte.
    Sanft drückte Stefanie ihren Hengst in die Flanken und Beide betraten im Mitteltrab die Halle. Dort angekommen, hielt sie ihren Hengst an und grüßte die Richter. Nun trieb die junge Reiterin wieder den schwarzbraunen Hengst an und ritt mit ihm im Schritt auf die Ganze Bahn. Phoenix zeigte nun erst mal die Stäke seiner rechten Hand im Schritt. Fleißig marschierte der Hengst nun durch die ganze Bahn und machte bei dem nächsten Hufschlag einen Handwechsel. Brav hörte er auf die Anweisungen seiner Reiterin und wirbelte mit eifrigen Schritten den Sand weiter auf, ehe er in den Trab wechselte und auf den Zirkel zusteuerte. Mit federndem Gang bewegte er sich durch den Zirkel und machte dies mehrere Runden auf der rechten Hand. Sanft bog Phoenix sich in die Kurven und wechselte nach der dritten Runde sorgfältig durch den Zirkel, um auf der linken Hand nun sein Können zu beweisen. Auch hier musste man feststellen, dass der Hengst eine sehr kräftige Hinterhand besaß und sich gut nach vorne schieben konnte und mit der Vorderhand ebenso alles perfekt ausglich. Die Beiden drehten noch anmutig drei Runden und wechselten dann wieder auf die ganze Bahn. Die junge Reiterin gab nun ihren Hengst Gewichtshilfen und Schenkelhilfen, wo er sofort in den Galopp fiel und die Beiden nun auf die Schlangenlinien wechselten und hier die rechte Hand zuerst präsentierten. Nun wechselten die Beiden auf die rechte Hand und galoppierten mit raumgreifenden Sprüngen in Schlangenlinien durch die Halle. Zu allerletzt kam noch eine Piaffe und sie kehrten zur Mitte zurück. Dort verabschiedete sich die junge Reiterin von den Richtern und verließ die Halle am langen Zügel.


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    Zuletzt bearbeitet: 12 Nov. 2015
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  7. Eddi

    Eddi Modi

    Meine Teilnahme mit Absinth

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    Name: Absinth
    Geboren: 2010
    __________________

    Von: Parlay
    Aus der: Goldherz
    __________________

    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Braunschecke
    Stockmaß: 141cm

    Beschreibung:
    Absinth besitzt ein freundliches Wesen, das gerne gestreichelt und verwöhnt wird. Er ist am liebsten unter Artgenossen oder Menschen, Hauptsache nicht allein. Inzwischen ist er zu einem selbstsicheren, verschmusten Junghengst herangewachsen, welcher einem gern sein Vertrauen schenkt. Allerdings muss man auch öfters Geduld mit dem Kerl haben, denn er kann schon ganz frech werden. Er sucht allerdings auch gern in Taschen nach Leckerlis - und meistens wird er auch fündig.

    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Eddi
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetrose/Samarti

    Dressur L - Fahren L - Military A - Distanz L - Wendigkeit A - Springen A

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    2. Platz 223. Militaryturnier
    3. Platz 246. Fahrturnier
    2. Platz 223. Distanzturnier
    3. Platz 225. Distanzturnier
    2. Platz 250. Fahrturnier
    [RS 49] Mounted Games
    1. Platz 100. Synchronspringen
    __________________

    Gekört: nein

    Nachkommen:
    --




    Die Kür
    Momentan lief es für uns besser als gedacht. Beinahe jede von uns bestrittene Körung ging mit einem positiven Ergebnis aus und dass uns das freute, war logisch. Diesen Monat ruhten unsere Hoffnungen auf dem jungen Absinth. Gut vorbereitet waren wir, denn seitdem er bei uns war, hatten wir uns intensiv mit der Körungsvorbereitung beschäftigt und nun waren wir schon ganz nah an unserem Ziel. In aller Ruhe ritt ich deshalb Absinth gerade eben auf dem Reitplatz warm, denn wir würden schon bald an der Reihe sein.
    Und so ging es dann auch recht schnell, dass wir schon nach einer Viertelstunde aufgerufen worden und uns auf den Weg zur Halle machten. „Und selbst, wenn du es dieses Mal nicht schaffst, wirst du dein Bestes geben, das weiß ich. Obwohl du es natürlich schaffen wirst“, flüsterte ich meinem Hengst lächelnd ins Ohr und ließ ihn dann kurz vor den Toren antraben. Edel ritten wir in die Halle, um dann genau bei X geschlossen durch zu parieren und die Richter zu grüßen.
    Daraufhin ließ ich Absinth erneut antraben und ging auf die linke Hand. Locker flockig lief er die lange Seite entlang und galoppierte bei C einwandfrei an, ehe er sich auf die Zirkellinie bog und wir einige Runden ritten, ehe wir wieder ganze Bahn gingen. Eine Runde im Galopp, dann parierten wir erst zum Trab durch und dann zum Schritt.
    Auch diese Gangart präsentierten wir, ehe wir anhielten und drei Schritte rückwärts richteten. Absinth hörte auf jede noch so kleine Hilfe und reagierte sofort. So trabten wir aus dem Stand wieder an und wechselten durch die ganze Bahn, um das gesamte Schauspiel auf der anderen Seite nochmals vorzureiten.
    Zur Abwechslung bauten wir noch einige Zirkel, Volten und Schlangenlinien ein, damit es nicht gar so langweilig wurde, ehe wir dann zum Schritt durch parierten und uns eine kurze Pause gönnten, ehe die Seitengänge an der Reihe waren. Das war Absinths Königsdisziplin und auch heute zeigte er sie wieder exzellent.
    Generell war der Hengst topfit drauf. Seine Gänge waren schwungvoll und kamen gut von hinten, denn er trat ordentlich unter. Außerdem hatte ich fast gar nichts in den Händen und er trug sich wie von alleine und ließ sich federleicht stellen und biegen. Eigentlich blieb den Richtern nichts anderes übrig, als den Hengst gut zu bewerten. Nun musste ich meinen Job als Reiter auch noch ganz passabel hinbekommen und wir hätten es geschafft.
    Dementsprechend achtete ich vermehrt auf meinen Sitz und meine Haltung und als wir dann erneut im Trab auf die Mittellinie abbogen und bei X anhielten, standen und saßen wir beide kerzengerade. Die Richter machten wie immer fleißig ihre Notizen und nachdem ich mich verabschiedete hatte, verließen wir die Halle im Schritt am langen Zügel. Das wäre also auch geschafft! Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl und auch Absinth schnaubte zufrieden ab. Mein kleines Multitalent würde sicherlich auch seine Körung mit Bravour packen und schon hätten wir fix einen traumhaften Zuchthengst der Rasse Reitpony mehr im Stall!

    [3000 Zeichen | von Eddi | gezählt auf lettercount.com]

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    von Jackie
     
  8. Arktiswolf

    Arktiswolf Bekanntes Mitglied

    Arktiswolf
    Leitz
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    Name: Leitz
    Geboren: 2002
    -------------------------
    Von: Lord Winter
    Aus der: Harmony
    -------------------------
    Rasse: Holsteiner
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Palomino
    Stockmaß: 180cm
    -------------------------
    Beschreibung:
    Leitz hat im seinem Leben wohl so einiges durchgemacht und auch seine Höhen und Tiefen erlebt. Eine Zeitlang hat der Hengst, welcher eigentlich recht tough ist, sein Selbstvertrauen verloren.
    Mit den Jahren insensiver Betreuung jedoch, gewann er schnell zu alter Stärke zurück und ist so gut wie wieder ganz der Alte.
    Und zwar:
    Der Holsteiner ist wohl der Liebling von allen. Er arbeitet unglaublich gerne, ist ein tolles Turnierpferd und Springen ist sein Leben. Er hat seine Vergangenheit schon längst hinter sich gelassen und ist schon lange immer bei allem gerne mit dabei. Er ist ein klasse Verlasspferd, wenn man sich einmal sein Vertrauen erarbeitet hat. Dennoch ist er gerne mal noch ungestüm und ein Pferd was viel Kopfarbeit braucht.
    -------------------------
    Ersteller: sweetvelvetrose
    Besitzer: Arktiswolf
    Vorkaufsrecht: sweetvelvetorse
    -------------------------
    (E,A,L,M,S,S*,S**,S***)
    Dressur E -- Springen S* -- Military S** -- Distanz L
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    Schleifen:
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    Gekört: nein
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    Nachkommen:
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    Hufschmiedebericht für Leitz
    zuvor bei Graceful Eclipse
    Ailsa kam nach einer Weile mit einem Palomino Hengst aus dem Stall zurück und stellte ihn zu dem Platz wo Patrik Sanders. Leitz schaute den jungen Mann nur kurz an ehe er weiter an Ailsas Jacke herum schnoberte.
    Das rothaarige Mädchen erklärte Patrik kurz was sie mit ihm alles macht und das er dafür neue Eisen bräuchte und nach einem kurzem Beratungsgespräch, entschieden sie sich für einen Vielseitigkeitsbeschlag. Damit würde der Hengst dann erst einmal probeweise seine Wettbewerbe laufen und wenn sie sich bewährten, würde man dabei bleiben.
    Es kam auch darauf an wie lange Ailsa mit ihm noch trainieren und auf die verschiedene Tuniere gehen würde.

    Patrik kümmerte sich zuerst darum, dem Holsteinerhengst die alten Eisen abzunehmen.
    Nachdem das geschehen war, holte er die Hornfeile aus der Tasche und bearbeitete die Hufe des Tieres so, dass dort dann später die neuen Eisen perfekt drauf passen konnten.
    Leitz´ Hufe waren sehr stabil. Nur an dem rechtem Hinterhuf war der Strahl etwas weich, aber es war nichts worum man sich Gedanken machen sollte. Ailsa würde das nur im Auge behalten müssen und schauen das der Holsteiner weiterhin auf weitgehend trockenem Untergrund stand.

    Die Hufe bekamen einen neuen Schliff und während der Schmied danach die Eisen vorbereitete, stand Leitz ganz geduldig vor seiner Besitzerin und lies sich die Stirn und den Kopf kraulen.
    Das Mädchen war froh das ihre Beiden Schützlinge so brav waren. Sie hatte schon andere Pferde gesehen, die gar nicht ruhig stehen konnten und sogar scheuten wenn der Schmied an ihre Beine wollte. Aber zum Glück waren solche Fälle eher selten. Zumindest hatte sie bisher nur ein einziges erlebt, welches sich fast überschlagen hätte, als es sich vor dem qualmenden Hufeisen auf dem Horn erschrocken hatte. Sie hoffte das Leitz das nicht tun würde. Aber da er schon ein wenig Älter war und auch Erfahrung mit dem Hufschmied, war sie guter Dinge.

    Interessiert beobachtete Ailsa den Schmied, wie er ein Hufeisen nach dem anderen fertigte und dem Hengst auflegte. Es stank fürchterlich da die Eisen noch heiß waren als sie auf das Horn angepasst wurde.Aber außer das Leitz nur einmal den Kopf hob und die Ohren zurückstellte, passierte nichts.
    Das Mädchen fand das Einschlagen der Hufnägel irgendwie schrecklich. Patrik erklärte ihr, das da nichts passieren konnte, wenn man wusste wie. Es gab ja eine bestimmte Schicht an Horn wo das Pferd keine Nerven oder ähnliches hatte die man verletzten konnte. Diese Prozedur tat dem Tier also in keinster Weise weh.
    Bald schon hatte der Palominohengst seine neuen Schuhe an den Hufen und war entlassen. Ailsa bedankte sich natürlich ganz herzlich bei dem netten Mann und Patrik ging noch zum Haupthaus um dort mit dem Grundbesitzer zu sprechen. Denn auch er hatte noch ein paar seiner Pferde die eine Behandlung brauchten.
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    Tierarztbericht für Leitz
    Heute meinte es der Herbst ausnahmsweise mal wieder gut mit uns, denn die Sonne schien und der Himmel war blau, als ich mich auf den Weg zu dem kleinen schottischen Gestüt von Ailsa Johnson machte. Die Anfahrt dauerte heute etwas länger, doch trotz des Samstags verlief sie sehr entspannt und ich hatte oftmals freie Straßen. So kam ich wohlbehalten an und staunte erst einmal nicht schlecht. Dass Gestüt war an sich eine restaurierte Burg und man sah ihr sofort diesen schottischen Charme an. Begeistert fragte ich nach der Begrüßung auch direkt Ailsa nach dem Ort aus, denn für solche Sachen wie ehemalige Burgruinen war ich immer zu begeistern. Zu meiner Freude konnte sie mir auch allerhand erzählen und so verquatschten wir uns erst einmal, ehe es zu den Pferden ging.
    Meinen ersten Patient kannte ich sogar, denn es war der Holsteinerhengst Leitz. Es war schon ein Weilchen her, aber ich hoffte doch, dass er sich zumindest ein wenig an mich erinnerte, denn das würde die Untersuchung auf jeden Fall erleichtern. Zumindest brummelte er uns friedlich zu, was sicherlich aber auch an Ailsa lag, denn die kraulte den Palomino direkt hinter den Ohren und er ließ glücklich den Kopf sinken, damit sie besser ran kam. Lächelnd beobachtete ich die beiden ein wenig, ehe wir begannen. Zuerst sollte Ailsa mir den Hengst vorführen. Dementsprechend halfterte sie ihn auf und führte ihn aus der Box. "Einmal im Schritt und dann noch im Trab die Stallgasse entlang."
    Leitz Gänge waren taktklar und locker. Er lief sehr motiviert neben seiner Besitzerin her und schien keine Beschwerden zu haben. Zufrieden machten wir uns auf den Weg zum Putzplatz, wo Ailsa den Hengst anband und vorne am Kopf stehen blieb, um ihn gegebenenfalls zu beruhigen. Ich begann nun mit der Untersuchung und warf erst einmal einen gründlichen Blick in Augen und Maul. Die Schleimhäute besaßen eine gesunde Farbe, Leitz reagierte auf den Pupillenreflex und seine Zähne sahen auch in Ordnung aus. Also konnte ich mit dem Abhören direkt weitermachen und begann vorne an seiner Brust, denn zuerst mussten Herz und Lunge abgehört werden.
    Nach kurzer Zeit hatte ich die Werte aufgenommen und notiert, ehe ich auch noch die Darmgegend abhörte. Die Werte waren im Normalbereich und auch sonst ließ sich nichts auffälliges erkennen. Dementsprechend kontrollierte ich fix die Temperatur, ehe ich den Hengst noch abtastete. Auch dabei hielt er wunderbar still, als ich am Genick begann und mich dann die Wirbelsäule entlang bis zum Schweifansatz durchtastete. Leitz blieb durchweg entspannt und locker, so dass es keine Probleme gab. Der Gesamtüberblick seiner Gesundheit war also hervorragend.

    So kamen wir ziemlich schnell zum letzten Schritt für heute. Leitz würden noch einige Unannehmlichkeiten erwarten, aber dann war er fertig. Laut Impfpass waren heute nur zwei Impfungen fällig, dementsprechend blieb Leitz doch einiges erspart. So wurde er heute nur gegen Influenza und Herpes geimpft, die halbjährlich erneuert werden mussten. Da es diese in einem Kombinationspräparat gab, stand für Leitz nur eine Spritze an. Diese hatte er auch schnell geschafft und wunderbar still gehalten. Für ihn gab es ein großes Lob von Ailsa, während ich noch die Wurmkur vorbereitete. Gerne schluckte Leitz diese nicht, aber er tat uns den Gefallen und dann war er auch schon fertig und bekam zur Belohnung sogar einen Apfelschnitz, ehe es mit dem nächsten Patienten weitergehen würde.

    Früh am Morgen erwarteten mich schon zwei neue Vierbeiner auf der Ranch. Ich war extra eine Stunde eher aufgestanden, um die Stallarbeit schon fertig zu haben, ehe Eddi mit ihren beiden Pferden aufkreuzte. Dabei handelte es sich zum einen um einen Warmbluthengst namens Leitz und zum anderen um eine Araberstute namens Sun is Shining.
    Die beiden waren wirklich hübsch, aber auch arg gestresst, dementsprechend durften sie jetzt erst einmal beide auf ihre eigene Weide, um ein wenig Dampf abzulassen. Mit Eddi klärte ich derweil die beiden Verträge ab und dann verabschiedete sie sich auch schon wieder. Mir blieben nun zwei Pferde zum Arbeiten.
    Leitz sollte in der Military gefördert werden und Sun in der Dressur, eine einfache Aufgabe und ich war mir sicher, dass wir das recht schnell packen würden. Heute hatten sie frei und durften sich an ihre neue Unterkunft gewöhnen, aber ab Morgen sollte es losgehen. So hatte ich heute aber wenigstens noch Zeit die Trainingspläne zu erarbeiten.
    Am nächsten Tag machte ich mich erst einmal mit den beiden bekannt. Zuerst holte ich Leitz von der Weide und putzte ihn gründlich. Eddi hatte mich bereits gewarnt, dass er nicht immer unproblematisch war und auch eine schlechte Vergangenheit hatte. Dafür benahm er sich aber wirklich gut. Unter dem Sattel merkte ich dann aber das Feuer, was er unterm Hintern hatte und wir mussten erst einmal zueinander finden.
    Als ich mit Leitz einigermaßen gut klar kam, ritt ich ihn ab und versorgte ihn, denn Sun wollte heute auch noch an die Reihe. Die Araberstute putzte und sattelte ich auch, um sie heute das erste Mal zu reiten. Sun war eine liebe Stute und lief total problemlos, mit ihr würde ich schnell fertig sein.
    Der erste Tag verlief äußerst positiv und so konnte ich mit dem Training anfangen. Bei Leitz stellte ich zu Beginn noch die Arbeit auf den Platz, denn die Höhe wollte ich lieber erst einmal mit normalen Sprüngen testen, ehe wir ins Gelände gingen.
    Leitz enttäuschte mich aber nicht, sondern war motiviert bei der Sache. Durch Longenarbeit bauten wir zudem noch Ausdauer und Muskeln auf und so waren wir schon nach einer Woche wesentlich fitter als vorher. Auch Sun kam öfters an die Longe, es war ein schönes begleitendes Training zur restlichen Arbeit.
    Obwohl das M-Niveau schon eine andere Liga war und wir einen großen Sprung zu meistern hatten. Neben dem Halten aus dem Galopp kamen auch fliegende Galoppwechsel und Travers dazu. Anfangs eine wirkliche Hürde für die noch recht junge Stute. Einiges erklärte ich ihr zuerst vom Boden aus, ehe wir es erneut im Sattel probierten und dann Schritt für Schritt erarbeiteten.
    Zwei Wochen später sah es bei den beiden Pferden schon richtig gut aus. Mit Leitz ging ich nun regelmäßig ins Gelände und wir nahmen immer mehr S-Hindernisse hinzu, bis wir den S-Parcours fehlerfrei durchsprangen. Auch mit Sun war ich schon bald an dem Punkt, dass wir ohne Probleme eine M-Dressur reiten konnten, zwar noch nicht perfekt, aber alle Anforderungen waren enthalten.
    Die letzte Woche diente der Verfeinerung von dem bereits Gelernten und das klappte mit beiden wunderbar. Zufrieden konnte ich sie dementsprechend auch an Eddi zurück gegeben, die sich sehr über die Erfolge und Fortschritte ihrer Pferde freute.
    Wiedereinmal führte mich mein Weg nach Wyoming, dieses Mal sollte ich eine Lewitzer Stute und einen Holsteiner Hengst ausbilden. Die Stute hieß Amazed Marlin, ich sollte sie in der Dressur von der Klasse A nach L bringen. In den ersten zwei Tagen machte ich mir ihr Bodenabeit um ihr Vertrauen zu bekommen. Nachdem sie mir vertraute tastete ich mich an das Reiten dran. Zuerst wiederholte ich die Lektionen der A Dressur, Marlin machte alles sehr gut, und da das alles sicher saß trainierte ich die Gangarten der L-Dressur. Der versammelte Trab und der versammelte Galopp fiel ihr leicht, ebenso das Überstreichen im Trab, der Kurzkehrt und die Hinterhandwendung klappten. Jetzt fehlte nur noch der Außengalopp und der einfache Galoppwechsel. Als auf das saß war sie bereit für eine L Dressur. Nun war Leitz an der Reihe, ich hatte mir vorgenommen das Eddi ihn reitet und ich sie unterrichten würde. Leitz machte seine Sache sehr gut und er flog nur über die Hindernisse als wären es Cavaletties.
    Nach wenigen Trainingseinheiten erreichten Eddi und er die Höhe eines L** Springens, das bedeutet dass wir unser Ziel erreicht hatten.

    die Kür
    mit Ailsa und Leitz

    Erstaunlich gelassen putzte Ailsa Leitz ein letztes Mal ab, ehe sie dem Palominohengst den Sattel auflegte.
    Dieser kannte den ganzen Trubel schon und stand mit hängendem Kopf und geschlossenen Augen am Anhänger des White Wolf Stables. Dösend und mit einem angewinkeltem Hinterbein, genoß er das Betüteln seiner jungen Besitzerin. Doch als sie ihm den Sattel auf den Rücken legte, schob diese ihn ein wenig an, damit er sich gerade hinstellte und sie den Sattel richten, sowie den Gurt vernünftig anziehen konnte.
    Ein weiteres Mal schaute die rothaarige Schottin auf die große Uhr am Abreiteplatz. Nicht mehr lange und bald würden sie drann sein. Nur noch wenige Teilnehmer und dann würde sich zeigen ob ihr Training sich bezahlt gemacht hatte.

    Nachdem sie den Hengst fertig gemacht und ihn auf dem Abreiteplatz warm geritten hatte, war es dann auch bald soweit und ihre Startnummer und Name wurden aufgerufen.
    „Na dann mein Großer. Auf ins Gefecht.“ raunte Ailsa Leitz noch zu und trieb ihn in die Bahn.
    Vorschriftsmäßig ritt sie ein, hielt sich auf der Mittellinie und stoppte Mittig um die Richter zu grüßen.
    Dann nahm sie die Zügel wieder in beide Hande, straffte die Schultern und Leitz trabte aus dem Stand heraus an. Zunächst hielt sich das Paar rechts und nutze zu Beginn die Ganze Bahn.
    Leitz schnaubte entspannt und tat das was Ailsa von ihm verlangte. Das Mädchen wusste das Leitz keine so tolle Figur in der Dressur machen würde wie geübte Pferde in dieser Disziplin. Aber sie wollte ihn so gut sie es Beide vermochten, von seiner besten Seite zeigen. Und es kam ja auf so vieles an.
    Ailsa wechselte oft die Hand, parierte an einer langen Seite durch zum Schritt, ehe sie in der Ecke der kurzen Seite aus der Gangart in den Galopp wechselte um dort auf den Zirkel zu gehen.
    Zwei Runden zeigte sie den Hengst dort im Galopp, parierte zur offenen langen Seite in den Trab durch um die Halle in der Diagonale zu durchqueren.
    In der Mitte bei X hielt sie Leitz an damit er stand. Innerlich zählte sie bis fünf, ehe Leitz wieder in den Trab fiel, die Strecke beendete und an der kurzen neuen Seite auch auf der anderen Hand angaloppieren musste.
    Dort ritt sie nur einen Zirkel und brachte den Hengst zurück in den Trab. Der Hengst schnaubte kräftig und Ailsa war bis jetzt sehr zufrieden. Egal wie es ausgehen würde, für sie Beide war es ein sehr schöner Tag. Im Trab nahm sich das Paar nun die Schlangenlinien vor. Klassisch, fünf Stück an der Zahl durch die Länge der ganzen Bahn, ehe Ailsa den Hengst an der kurzen Seite abwendete und wieder auf die mitte zuhielt. Dort parierte sie den Palomino zum Stand durch und verneigte sich zum Abschied vor den Richtern.
    Nun waren sie für den Tag entlassen und Ailsa gab ihrem Freund nach und nach die Zügel hin, was Dieser auch dankbar annahm.
    Lobend strich sie über den hellen Hals und ritt mit einem strahlendem Lächeln aus der Bahn.

    bei Artiswolf| 2887 Zeichen |geprüft bei Lettercount
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    Zuletzt bearbeitet: 14 Nov. 2015
  9. Rhapsody

    Rhapsody 'uck oo 'ank

    Joline Carpani mit
    Capulet
    vom Pine Grove Stud


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    name: Capulet
    nickname: Katapult, Cap

    age/place of birth:
    8 years; N/A

    sire/dam: Golden Ebano (Call him Crack / Shew O'gold) / Seiryu

    gender: stallion

    ___________________________

    breed: Lewitzer (refined)

    coat: bay tobiano
    genotype: Aa Ee Toto

    height:
    144cm

    ___________________________

    character traits/biography: impulsive; strong nerves; lively

    Den Spitznamen Katapult hat Capulet durchaus verdient. Es ist nicht so, dass er Menschen nicht vertraut oder bösartig ist – das ist ein Pferd fast nie. Doch jedes Pferd geht mit neuen Situationen anders um, und Capulets erster Impuls ist eben das Bocken. Deswegen kann man den Hengst als durchaus impulsiv beschreiben, manchmal auch als schreckhaft. Trotzdem ist er kein Problempferd, das nur durch Monty Roberts heilige Hände (Achtung, Ironie) geheilt werden kann – nachdem er den Reiter eventuell in den Sand katapultiert hat, ist er sofort wieder zu fassen und mit viel Glück war das dann der einzige Abstieg für die Dauer des Rittes. Sein Rücken, die Zähne und der Sattel passen; er ist also nicht übersensibel. Was gut ist, denn er wurde in der Westernreitweise ausgebildet, trägt also einen schwereren Sattel und ab und an ein bisschen schärferes Gebiss. Auf Westernturnieren ist er ein Star dank des bunten Fells; mit den Profis kann er zwar nicht durchhalten, doch die starken Nerven, die die Rasse mit sich bringt, ist auf Turnieren ein klarer Vorteil.
    Irgendwo in seiner Linie müssen wohl auch ein paar Vollblüter stark vertreten sein, denn anders kann man sich das feurige Temperament des Hengstes kaum erklären. Er ist unruhig, tänzelt und, wie schon früher erwähnt, bockt viel. Das kann man natürlich auf das Blut schieben; doch es könnte auch einfach nur Hengstverhalten sein, denn davon hat Capulet reichlich. Doch viele Hengstbesitzer machen bei dominanten Hengsten den Fehler, dass sie ihn alleine halten. Für sie gilt jedoch das gleiche wie für andere Pferde: Sozialkontakte sind das A und O. So sollte Capulet trotzdem in einer Herde mit Gleichgesinnten leben; das könnte sein Hengstverhalten auch ein wenig ausgleichen.

    ___________________________

    training: reining S*; endurance M; driving L

    specialty: reining

    breeding confirmation: []

    competitions:
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    208. Distanzturnier | 209. Distanzturnier | 300. Westernturnier | 303. Westernturnier

    ___________________________

    offspring:
    ___________________________


    last vet check up: 10/08/15 - Klinik Caen
    last farrier check up:
    10/09/15 - Hufschmiede Pine Grove Stud

    ___________________________

    owner: Juli Mayers (Rhapsody)
    artist (+vkr):
    Elisa Cranfield (Samarti)

    ___________________________

    png - offizieller Hintergrund - zubehör

    points: 20

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    Die Kür
    2.992 Zeichen, gezählt auf lettercount.com

    „Keine Ahnung, ob die Idee so gut war,“ flüsterte mir Zoe zu, als wir am Abreiteplatz standen. In gewisser Weise musste ich ihr da zustimmen; zwar war es mit Jojo abgemacht – Capulet und Vaffanculo waren ja schon länger zur Körung angemeldet – aber mit zwei nicht gerade leicht händelbaren Hengsten auf eine Körung fahren? Zum Glück gab es ja Elena und Joline, die sich mutwillig als Reiter gemeldet hatten.
    Jetzt waren wir also hier, auf einem schlammigen Platz irgendwo in Kanada und ließen uns vollregnen, während Elena auf Val und Joline auf Cap die Lage regeln sollten. Letztere waren zuerst dran. Als Zoe und ich unsere Plätze auf der Tribüne einnahmen – bewaffnet mit heißem Tee und dicken Decken –, wurde unser Buckelmonster gerade aufgerufen. Jetzt mussten wir nur noch Daumen drücken.
    Es war fast ein bisschen unfair, dass Capulet unter Joline so traumhaft lief. So glaubte uns immer niemand, dass er daheim eine wahre Herausforderung war. Auch jetzt, als die beiden auf die Mitte des Platzes zuritten – natürlich waschecht im Westernoutfit – und die Richter grüßten, war bei dem Hengst kein Anzeichen von seinem normalen, hibbeligen Charakter. „Hut ab,“ flüsterte auch Zoe neben mir. Die Kür beobachteten wir dann gespannt; zuerst ritten die beiden im Schritt auf die rechte Hand und vollführten einen Mittelzirkel. Danach galoppierte Capulet an und kanterte (war das überhaupt ein Wort?) ruhig und gelassen den Hufschlag entlang, während Joline sich mental auf das Rückwärtsrichten vorbereitete. Man sah es ihr zwar nicht an, aber ich hatte oft genug beim Training zugeguckt, um zu wissen, dass Cap da gerne streikte. Letzten Endes klappte das dann doch super und ein bisschen selbstzufrieden trabten die beiden schließlich wieder an. Ein kleiner Handwechsel in Form eine Kehrvolte, dann waren sie auf der schwächeren Hand. Keine Ahnung, ob es den anderen Zuschauern ähnlich ging, doch ich sah, dass Caps Trab nicht ganz so ausladend war wie vor wenigen Minuten noch auf der rechten Hand. Das fiel aber gar nicht länger auf, denn die beiden galoppierten wieder an und ich spürte, wie Zoe neben mir den Atem anhielt. Keine Ahnung, ob es so klug war, auf einer ziemlich englischorientierten Veranstaltung einen Sliding Stop, komplett mit Run Down und allem drum und dran, zu zeigen, aber das Publikum fand es anscheinend gar nicht so schlecht (der Typ hinter mir hatte mir um ein Haar seinen Hot Dog auf die Haare gekippt, dankeschön!). Im Schritt ging es dann weiter, wieder zurück auf den Hufschlag, wo die beiden noch einmal eine Schlangenlinie mit drei Bögen zeigten. Dann ging es zurück auf die Mittellinie und mir fiel ein Stein vom Herzen. Nur noch Grüßen, dann war Capulet durch.
    Als Joline und Cap die Bahn verließen, drängten wir uns durch die Menschenmassen, um ihnen zu gratulieren. Cap war mächtig am Schwitzen, also nahmen wir ihm das Zubehör ab und schmissen eine Abschwitzdecke über seinen Rücken. „Jetzt nur noch Waffel,“ sagte ich mit einem unsicheren Grinsen.

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    Capulet am Morgen der Körung

     
  10. Samarti

    Samarti Sunshine Fluffy Tutu!

    Elisa Cranfield mit Sacramento

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    Rufname: --
    geboren: Januar 2002


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Hengst
    Farbe: Porzellanschecke (Ee aa Gg Toto)
    Stockmaß: 147 cm

    Beschreibung:

    Sacramento ist ein kluger und selbstbewusster Hengst, der schnell jegliches weibliches Wesen um den Finger wickelt. Selbst bei den männlichen Zweibeinern verfehlt der Porzellanschecke selten seine Wirkung.
    Zum einen sieht er einfach bezaubernd aus und zum anderen ist er ein wahrer Charmeur. Dementsprechend talentiert zeigt er sich auch in der Dressur und im Fahren, bei beidem macht er eine wunderbare Figur.
    Das Ganze ist gepaart mit einem aufmerksamen und lernwilligen Charakter zu dem man einfach nicht nein sagen kann, wenn er mit seinen weichen Nüstern ankommt und sich mal wieder von irgendwoher ein Leckerli herbeizaubern lässt.


    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Elii

    Dressur L - Fahren M - Springen M

    SW 430
    219. Distanzturnier
    99. Synchronspringen
    5. Synchronfahren
    312. Westernturnier
    100. Synchronspringen

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    Offizieller Hintergrund

    Naiv wie ich war, hatte ich Elisa zugesagt, mir ein paar Tage frei zu nehmen und sie auf Townsend Acres zu besuchen. Als Tierarzt. Ein Tierarztbesuch also. Ich hatte mich außerdem bereit erklärt, gleich alle Vierbeiner durchzunehmen, die es brauchten – großer Fehler! Rückgängig konnte ich es aber nicht mehr machen und nachdem ich gestern relativ spät angekommen und dann direkt ins Bett gefallen war, warf mich Elisa heute schon kurz nach sieben aus den Federn. Wenigstens mit der guten Begründung, dass ich sonst das Beste vom Frühstück verpasste.
    Nachdem ich mich gestärkt hatte, wurde ich auch direkt hinaus in den Stall geschleppt. Elisa koordinierte kurz ihr Team (eigentlich wusste jeder, was er zu tun hatte, aber sie machte es trotzdem, aus Prinzip) und erstellte dann mit mir den Plan, für welches Pferd was anstand. Da ich relativ weit weg von zu Hause war, hatte ich mich dementsprechend auch mit allen nötigen Dingen versorgt, auch wenn ich bei Elisas Pferden sowieso nur Impfungen und Wurmkuren benötigen würde.
    „Ach! Am besten fangen wir mit Jojos an, sonst vergesse ich die noch!“ – „Jojos?!“ – „Ja, sie ist momentan leider nicht da, deshalb hat sie Newt und Q von Zoe heute Morgen bringen lassen. Brauchen beide einen Grundcheck und Quixo hat irgendwas im Rücken.“
    Im Rücken… Das klang beinahe so, als wäre der Hengst ein Rentner, der einen Hexenschuss bekommen hatte, während er in die Badewanne gestiegen war. Bei dem Vortraben auf dem Hof stellte sich auch schnell heraus, dass es in der Nähe der Lende war, eine besonders beliebte Stelle für Ausrenkungen. Elisa hielt den Hengst ordnungsgemäß fest, während ich vorsichtig die Wirbelsäule hinab fuhr. An der besagten Stelle zuckte Quixo stark zusammen und legte die Ohren an. Elisa wollte schon zur Seite springen, bis ich sie daran erinnerte, dass sie ihn festhalten musste.
    Mit kreisenden Bewegungen näherte ich mich der empfindlichen Stelle, denn die Muskeln rund um den Wirbel mussten erst einmal gelockert werden und sich entspannen, vorher würde ich gar nichts machen können. Quixo war davon gar nicht angetan, hielt aber einigermaßen still. Nach einer Weile kam ich an besagter Stelle an und tat mein Bestes, um den Urzustand seines Wirbels wieder herzustellen.
    Außerdem führte ich kurz darauf einige Dehnübungen für sein Hinterbein aus, welche der Verspannung entgegen wirken sollten und der Einrenkung helfen sollten. Diese schrieb ich Jojo beziehungsweise Zoe auch noch auf, damit sie diese täglich machen konnte. Ansonsten hieß es für Quixo erst einmal Boxenruhe, maximal Schrittspaziergänge und Paddock waren erlaubt, nicht dass er sich den Wirbel gleich wieder durch wilde Tobereien heraushauen würde.
    Dennoch rettete ihn das nicht vor seinen Impfungen. Stattdessen erhielt der Hengst nun noch vier Spritzen und war so kurz darauf gegen Influenza, Tetanus, Herpes und Tollwut geimpft. Abschließend gab es noch die Wurmkur und schon konnte er mich verlassen. Sichtlich unzufrieden folgte er Elisa zurück in seine Gastbox. Dort würde er jetzt noch so lange warten müssen, bis auch Newt fertig war.
    Newt war ein schicker Lewitzerhengst, der den Tierarzt bereits kannte und selten Probleme machte, dementsprechend würden wir auch schnell fertig sein. Doch zuerst musste Elisa mir auch den Hengst vorführen, erst im Schritt und dann im Trab. Danach warf ich einen Blick in Augen und Maul. Dabei kontrollierte ich erst den Pupillenreflex, ehe ich auch noch die Zahnstellung überprüfte.
    Als nächstes war das Abhören an der Reihe, ich kontrollierte die Werte von Herz und Lunge und hörte auch noch kurz die Darmgegend ab. Nun tastete ich nur noch die Wirbelsäule und die Beine entlang und kontrollierte die Körpertemperatur. Bei Newt war alles im grünen Bereich, dementsprechend bekam auch er seine vier Impfungen und die Wurmkur und schon war er offiziell bereit für seine Körung.
    Die wurde auch direkt bei Quixo nochmal Gespräch, denn Zoe kam pünktlich zum Abholen der Hengste, als ich mit Newt fertig war. „Keine Sorge, in einer Woche sollte das Ganze schon viel besser aussehen. In drei Tagen darf Quixo dann auch wieder auf die Weide und leicht bewegt werden. Die Kür schafft er mit links“, beruhigte ich Jojos Freundin, ehe sie TSA auch schon verließ.
    „So. Nun zu meinen“, meinte Elisa zufrieden und ich kreuzte kurz beide Finger und hoffte inständig darauf, dass wir schnell fertig sein würden. Elisa hatte einen festen Plan, mit wem wir begannen und wer danach an der Reihe war und natürlich hatte ich die besten Absichten, diesen Plan auch einzuhalten.
    Aus diesem Grund begannen wir mit Namida – potenzielle Zuchtanwärterin und für Elisa schon so gut wie gekrönt. „Die packt das locker“, meinte sie zufrieden, während sie mir die dunkle Stute im Schritt und Trab vorführte. Danach kontrollierte ich die allgemeinen Dinge, ehe ich Namida abhörte und abtastete. Auch wenn sie den Tierarzt nicht mochte, hielt sie still und konnte kurz darauf als kerngesund aus der Untersuchung gehen. Nur die Impfungen und die Wurmkur musste sie noch ertragen. Vier Spritzen waren nicht ohne für eine zickige Namida, aber wir schafften es.
    Als nächstes war Adona an der Reihe und ich war sehr gespannt darauf, dieses berühmt berüchtigte Pferd kennenzulernen. Elisa schwärmte zu gerne von der inzwischen schon 27-jährigen Stute, welche sich auch als wahrer Engel entpuppte. Für ihr Alter war sie auch noch mehr als fit, so dass ich sie guten Gewissens impfen und entwurmen konnte.
    Danach gab ich Elisa nur noch ein paar altersgerechte Tipps in Bezug auf Bewegung und Fütterung der Stute, ehe ich ihr versprach, dass die Stute sicherlich noch gut weitere zehn Jahre an ihrer Seite bleiben könnte. Das war tatsächlich gut möglich, wenn auch selten, aber Adona erfüllte alle nötigen Aspekte dafür.
    Nun kamen wir zu der wesentlich jüngeren Never look back. Die hübsche Stute kannte mich noch und ich musste grinsen, als ich sie wiedersah. Schweif und Mähne waren ordentlich geschnitten und Never sichtlich herausgeputzt, außerdem nahm Elisa sie allmählich ins Training und das machte sich bei der Stute deutlich bemerkbar. „Feuervogel könnte es auch so gut haben!“, raunte Elisa mir zwinkernd zu.
    Ich rollte genervt die Augen und schickte Elisa zum Vorführen, ehe ich auch Never genau unter die Lupe nahm. Alles war in bester Ordnung, zufrieden füllte ich fix das Formular aus, ehe ich die Impfungen aufzog und nacheinander verabreichte. Never hielt vorbildlich still und bekam dafür auch ausreichend Lob von ihrer Besitzerin.
    Die nächste Patientin kannte ich auch und ich war überrascht, Raunchy’s Limited wiederzusehen. Irgendwie erinnerte sie mich jedes Mal an ihren Vater, aber irgendwie auch nicht. Limo war eben doch ein anderes Pferd und nicht haargenau Raunchy. Während Elisa mich damit aufzog, schaute ich in Limos Augen und ins Maul, hörte und tastete sie ab und desinfizierte dann die zu impfende Stelle am Hals. Nacheinander setzte ich die Impfungen und klopfte dann leicht die besagte Stelle ab, ehe es für Limo auch noch die Wurmkur gab.
    Die hübsche Fuchsstute hatte es also schnell hinter sich gebracht und durfte gehen. Während Elisa die Stute wegbrachte, stand Matthew schon mit dem nächsten Kandidaten am Putzplatz. Elisa begann zu kombinieren, damit es schneller vorwärts ging. Interessant!
    Ihr Konzept funktionierte aber tatsächlich und als sie wiederkam, hatte Matthew mir Filly bereits vorgeführt und ich hörte die Stute ab. „Apropos Filly… Joyce würde fantastisch zu ihr…“ – „Nein.“ – „Aber…“ – „Nein. Elisa. Nein.“
    Damit war das Gespräch beendet. Ich beeilte mich mit den Impfungen und der Wurmkur, damit ich Elisa wieder wegschicken konnte. Die verließ den Putzplatz samt Filly mit einem leicht bockenden Ausdruck. „Wie kannst du es nur wagen, Elisa Cranfield Pferde vorzuenthalten!“, meinte Matthew tadelnd, während er mit Azrael im Schlepptau die Stallgasse entlanggeschlendert kam. „Tja, ich kann es mir leisten!“
    Azrael war ein Vorzeigehengst. Seine Gänge waren fantastisch und taktrein, seine Augen klar und aufmerksam und seine Zähne eindeutig weißer als die anderer Pferde. „Hey, ist das der neue Cardillac?“, meinte ich neckend, doch Matthew schüttelte nur den Kopf. „Den neuen Cardillac wirst du heute noch kennenlernen, aber der hört auf Ted“, warnte er mich nur vor. Oh je.
    Das „neue Cardillac“ bezog sich mehr auf das Verhalten von Elisa als auf das Verhalten des Pferdes. Denn Ted – eigentlich Intoxicated – lernte ich kennen, nachdem Azrael geimpft und entwurmt war. Ted war der Inbegriff eines perfekten Deutschen Reitponys, ich spürte Cardillacs neidische Aura bis hierher und der Hengst stand irgendwo draußen auf der Weide.
    Und da Ted so ein Inbegriff von Perfektion war, war auch Elisa hin und weg. Eine gefühlte halbe Stunde lang durfte ich mir anhören, wie viele Schleifen ihr Prachtkerl schon mit nach Hause gebracht hatte und das, obwohl er erst einen Monat auf TSA war! „Tja, Aussehen ist alles“, murmelte ich nur und kontrollierte Teds Pupillenreflex. Danach warf ich einen Blick in sein Maul, ehe ich ihn abhörte und abtastete.
    Auch gesundheitlich war Ted der Inbegriff von Perfektion (ich wiederhole mich), denn seine Werte lagen allesamt im Idealbereich. Dementsprechend konnte ich ihn guten Gewissens impfen und entwurmen. Die vier Impfungen hielt er auch locker flockig aus und dann ging es für ihn auch zurück auf die Weide. Begleitet wurde er dabei von einer immer noch schmachtenden Elisa. „Das ist eindeutig ein neues Level an DRP-Sucht“, mutmaßte ich.
    Das hörte leider auch nicht wirklich auf, denn Kandidat Nummer zwei der „DRP-Sucht“ näherte sich bereits: Tenacious, kurz T. Auch er war so ein Schmacht-Kandidat, wobei er da eher mit seinem dunklem Gesicht und der Süßheit punktete. Nebenbei war er vollkommen unproblematisch im Umgang, so dass wir die Tierarztuntersuchung schnell hinter uns gebracht hatten. Es gab noch vier Impfungen und die Wurmkur zum Schlucken, ehe mich Prachtkerl Nummer zwei wieder verlassen durfte.
    Danach traf ich erneut auf ein bekanntes Gesicht, wie viele DRPs hatte ich eigentlich an Elisa abgetreten?! Dead Memories war ein prachtvoller junger Hengst geworden und konnte sich wirklich sehen lassen. Das kam natürlich alles nur von Elisas bestens auf DRPs abgestimmter Haltung! Den Tierarzt mochte der Hengst trotzdem noch nicht. Dementsprechend war es mit Memo wesentlich anstrengender als mit seinen Vorgängern.
    Schaffen taten wir es dennoch relativ schnell und schon war der Rotfalbe geimpft und entwurmt und bereit, ein nächstes halbes Jahr ohne Tierarzt auszukommen. Das galt eine Viertelstunde später auch für Sacramento, der kommende Körungsanwärter in Elisas Stall. Seine Anmeldung war sogar schon eingegangen, der Porzellanschecke wartete also nur noch darauf, sich in feinster Manier zu präsentieren.
    Dafür brauchte er jedoch erst einmal frische Impfungen und eine kürzlich gemachte Wurmkur und beides erhielt er von mir. Genauso wie das Gesundheitszertifikat für seine Körung, was ich Elisa direkt ausfüllte, da es bei Sacramento mehr als nur eilte. Ich wünschte dem Hengst alles Gute, ehe er mich verließ.
    Oh. Und dann traf mich der Schlag: Vor mir stand ein Araber. Ein ARABER. Gut, er war ein Zuchtfohlen des Gestüt Sanssouci, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass er ein Araber war. Oder war das jetzt zu rassistisch? „Voll hetero, Eddi!“, wies Elisa mich zurecht und hielt mir einen Vortrag über Gleichberechtigung und Weltoffenheit von Townsend Acres. Klaro.
    Der Hengst hörte im Übrigen auf den Namen Shakoor und wurde witzigerweise sogar Western geritten. Woran ich das sah? Gar nicht, Matthew drückte es mir direkt aufs Auge. Shakoor war drei Jahre und ein schicker Rabicano, der nebenbei kerngesund war. Leider hatte Elisas geliebter Babyhai ein kleines Wehwehchen im Maul, denn er hatte sich ein Stück Zahn abgebrochen, also musste ich mit der Feile dran. Für das kleine Sensibelchen der absolute Hass.
    Überstanden hat er es aber trotzdem, auch wenn Elisa beinahe den Tränen nahe war, so sehr hatte sie mitgelitten. Geimpft und entwurmt war der Araber (ARABER) am Ende auch und durfte mich beleidigt wieder verlassen. Ich wollte schon das Zeug fürs nächste Pferd bereitlegen, bis Elisa mich kurz umarmte und feierlich erklärte, dass wir für heute fertig waren.
    „Und Morgen machen wir die Jungpferde!“

    „Bitte sag mir, dass es wenigstens schnell geht,“ grummelte ich, als ich frühmorgens (9 Uhr) bei Elisa auf der Matte stand. Diese grinste mich nur breit an. „Natürlich! Ich hab ihm sogar schon die Hufe ausgekratzt, damit du das nicht machen musst!“

    „Ihm“ in diesem Fall war Sacramento. Anscheinend mussten seine Hufe „DRINGLICHST!“ (das ist ein Zitat) kontrolliert werden, damit bei der anstehenden Körung auch alles glatt lief. Und das musste an meinem freien Tag passieren! (Das war natürlich ein Witz, ich hatte keinen freien Tag. Aber Declan und Adèle hatten netterweise das Füttern übernommen und ich hätte heute länger schlafen können. Das bedeutet: freier Tag)

    Mehr oder weniger griesgrämig folgte ich Elisa in den Stall, während sie mich mit etwas volltextete – ich sollte wahrscheinlich zuhören, aber irgendetwas zusammenbasteln und dann so tun als wäre das genau das, was ich erreichen wollte, war schon immer meine Stärke gewesen. Als ich dann aber „Eisen“ und „beschlagen“ raushörte, blieb ich stehen. „Soll der beschlagen werden?“

    Elisa sah mich ausdruckslos an. „Ja. Das hab ich dir gerade eben gesagt.“

    Grummelnd drehte ich mich auf den Absatz um und kam ein paar Minuten später mit dem supermegaobertollen Van mit Ofen wieder. Mal gucken, ob ich das überhaupt noch konnte – in den letzten Monaten waren Aluminiumbeschläge angesagter gewesen, und die wurden ja kalt beschlagen.

    Aber das war bestimmt wie Fahrradfahren – das verlernte man nicht.

    Zuerst musste ich Sacramento aber die alten Eisen abnehmen und so behandeln, dass sie später gut mit den Eisen funktionierten.

    Und Eisen formen war wirklich wie Fahrradfahren – Ofen anheizen, Eisen erhitzen, auflegen, Würgereiz unterdrücken. Rinse and repeat, bis alles passt, dann abkühlen. Erst dann aufnageln und ordentlich vernieten. Und weil Sacramento ein Fahrgenie war (sagte zumindest Elisa), wiederholte ich die Prozedur noch dreimal, damit alle vier Hüfchen neue Schuhe hatten.

    Schlussendlich packte ich noch mein Zeug weg und verabschiedete mich. Mich erwartete jetzt erstmal eine Reit-/Rodeostunde auf Capulet.

    „Na dann zeige mir mal deinen Wunderknaben“, meinte ich gähnend und folgte Elisa in den Stall. Ich hatte gar nicht erst überlegen brauchen, wer wohl am anderen Ende der Leitung war, als heute Morgen (um sechs!) mein Handy klingelte und mich aus dem Tiefschlaf riss. Natürlich Elisa, wer sonst?
    Und warum? Wegen ihren neusten Liebling im Stall. Einem Reitponyhengst, welchen Elena ihr angeschleppt hatte und wer war heute da? Richtig, Elena! Meine Freude hielt sich in Grenzen, immerhin war ich noch hundemüde, hatte bisher nicht gefrühstückt und lief so ziemlich schnell Gefahr, das Opfer von schlechten Witzen zu werden.
    Wenigstens schien Sacramento ein Lichtblick zu sein. Der hübsche Porzellanschecke wirkte aufmerksam und freundlich, das Training mit ihm würde sicherlich einfach werden, zumindest wenn nicht gerade Elisa oder Elena anwesend waren. Während ich mich mit dem Hengst bekannt machte und ihn putze, begann Elena fröhlich zu plappern. Anfangs hörte ich nicht wirklich zu, aber dann wurde ich stutzig.
    „Erinnerst du dich noch an Beauty? Ich habe heute Nacht von ihr und dir geträumt! Beauty war ein Schaf und du hast versucht sie zu bandagieren. Hast es natürlich nicht hinbekommen. Stattdessen hatte sie dann einen Klumpfuß. Und dann sind wir alle ganz klein geworden und durch Beautys Blutbahn geflogen! Da waren auch zwei heiße Kerle, aber die habe ich nur zwei Sekunden gesehen und dann waren sie schon wieder weg!“
    Elisa und ich starrten uns einvernehmlich an. „Wer soll ihr zuerst eine klatschen, ich oder du?“, fragte ich grinsend und Elena starrte uns fuchsteufelswild an. „Übe du mit dem erst einmal die Galoppwechsel, danach können wir weiter reden“, meinte sie knapp und verließ erhobenen Hauptes den Stall.
    Als ich mit einem gesattelten Sacramento den Stall verließ, stand sie bereits am Zaun des Reitplatzes, weit gekommen war sie also nicht. Schweigend schritt ich an ihr vorbei, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Sacramento war zwar gemessen nur 147cm groß, aber er wirkte optisch viel größer, typisch Hengst.
    Wir wärmten uns in aller Ruhe auf, wobei ich mir viel Zeit ließ, in der Hoffnung Elena würde doch noch gehen. Stattdessen gesellte sich Elisa mit zwei Capri-Sonnen dazu und nun standen da schon zwei gaffende Affen. Aber Sacramento enttäuschte mich nicht.
    Der Hengst war wahrlich ein Charmeur, locker flockig ließ er sich reiten, stand weich und sehr fein an den Hilfen und machte das Training somit mehr als angenehm. Die beiden Grazien am Zaun hatten den Schecken auf einer A-Dressur aufgegabelt, dass ließ doch sehr vermuten, dass er bereits weiter ausgebildet war, als angegeben.
    Tatsächlich zeigte Sacramento nicht nur fehlerfrei die Grundlagen einer E, sondern auch der Rest saß. Mitteltrab und Mittelgalopp ließen sich mit einer kleinsten Hilfe abrufen und man konnte beinahe wie bei einem Schalter zwischen den Tempi hin und her schalten.
    Der Schritt-Galopp-Übergang war eh kein Problem, da hatte ich eher Probleme, ruhig sitzen zu bleiben, denn es kam ein ordentlicher Schub aus der Hinterhand. Generell trug sich Sacramento angenehm selbst und trat ordentlich unter. Er hatte auf jeden Fall eine gute Ausbildung genossen, aber man durfte auch nicht vergessen, dass der werte Herr schon 13 Jahre alt war, da sollte man schon das ein oder andere können.
    Viereck verkleinern und vergrößern klappte fast einwandfrei, wenn ich mich nicht so verhaspelt hätte und die Hilfe ein wenig zu stark gegeben hätte. Beim zweiten Anlauf klappte es wesentlich besser. Nun kamen wir zu meiner größten Angst: dem einfachen Galoppwechsel.
    Irgendwas sagte mir, dass es da einen Haken gab, denn Elena grinste schon so hämisch, das war nie ein gutes Zeichen. Tatsächlich klappte es die ersten zwei Male gar nicht. Aber alle guten Dinge waren drei! Und dann hatte ich endlich raus, wie ich die Hilfe bei Sacramento geben musste und schwupp sprang er fehlerfrei um. So schwer war es doch gar nicht!
    Zum Schluss testeten wir noch das Rückwärtsrichten und das Zügel aus der Hand kauen. Prüfung bestanden! So großartig war das Training jetzt nicht gewesen, denn Sacramento konnte das alles eigentlich schon, nur als Reiter musste man sich erst einmal einfitzen und verstehen, wann man welche Hilfe geben musste.
    Also wurde ich zum Glück direkt wieder aus dem Dienst entlassen. Sacramento und ich hatten unser Können unter Beweis gestellt und damit war es geschafft. Wie ich Elena hörte, durfte direkt Morgen Elisa ihr Glück versuchen. Heute hatte sich Elena ja regelrecht mit Kommentaren zurückgehalten.
    Dafür war ich ihr sehr dankbar und gab ihr direkt einen Latte Macchiato und ein Stück Erdbeertorte aus. Beides ließ sich in Elisas Küche finden, aber pst.
    „Ich hab keine Lust auf Dressurfahren! Lass uns Geländefahren machen, bitte“, nörgelte ich und schmollte, als Matthew mein Bitten und Betteln geflissentlich ignorierte und einfach seinen Weg in Richtung des Hengststalls fortsetzte, um Sacramento zu holen. Der Porzellanschecke sollte heute im Fahren trainiert werden, denn das war das, worin wir ihn am meisten fördern wollten – ein schicker Schimmelschecke vor der Kutsche machte eben doch so einiges her! Und wenn ihn dann jemand vor der Kutsche würde laufen sehen … hach, allein bei der Vorstellung lief ich selbst schon mit Herzchenaugen durch die Gegend.
    Natürlich wusste ich, dass dazu zunächst das Dressurfahren fällig war, aber das war so langweilig! Seit ich mit Teddy das Geländefahren ausprobiert hatte, war ich hin und weg von der Disziplin. Meinetwegen könnten wir gleich alle meine Pferde aufs Geländefahren umschulen, das machte Spaß und hielt frisch, besonders, wenn eine gewisse Elena dabei Badeausflüge unternahm.
    „Dann mach wenigstens vernünftige Musik an!“ Schon fast beleidigt zupfte ich an Matthews Ärmel herum, bis dieser sich schließlich einfach zu mir umdrehte und meine beiden Hände fasste, damit ich aufhörte, an ihm herumzufummeln. Hey, sonst mochte er das auch immer ganz gerne, wenn ich das tat! Bei dem Gedanken konnte ich nicht anders, als schelmisch zu grinsen und zu ihm hoch zusehen. Dann wippte ich auf meinen Füßen nach vorn und wieder zurück, sah ihn abwartend an und wartete auf seinen nächsten Zug. Der bestand aber leider nur daraus, den Kopf zu schütteln, mir herablassend den Kopf zu tätscheln und dann seinen Weg fortzusetzen. Pfff! Ich quittierte seine Aktion mit einem hitzköpfigen Schnauben und rannte ihm dann einfach wie ein Hund hinterher.

    Sacramento sollte erst einmal die Gangarten einer gefahrenen A-Dressur lernen, dabei stand der Gebrauchstrab ganz vorn auf der Liste. Der bezeichnete das Tempo zwischen dem versammelten und dem starken Trab, wobei Sacramento frei und gerade vorwärts treten sollte, indem er mit der Hinterhand untertrat und entsprechend weich an den Leinen stand. Durch das Untertreten und die raumgreifenden Bewegungen folgte dann automatisch eine dem Rahmen entsprechende Aufrichtung. Es war nicht sonderlich schwer, meinem Hengst das beizubringen, denn er war genauso schlau wie ich! Okay, eigentlich war er nur aufmerksam und lernwillig und lernte auch entsprechend schnell. Das war wahrscheinlich eher der Grund dafür.
    Danach widmeten wir uns dem Tritte verlängern. Dies konnte man als Vorstufe des Mitteltrabs verstehen. Sacramento sollte raumgreifendere Tritten machen, ohne in der Trittfolge eiliger zu werden. Zudem sollte er übertreten und durch den Schub aus der Hinterhand leichter abfedern und vermehrt vortreten, um ihn noch mehr zu gymnastizieren.
    Auch wichtig in einer gefahrenen Dressur waren die ganzen Wendungen, die das Pferd können musste. Dazu gehörten Kreisbögen, die Ecken, Achten und auch Kehrtwendungen. Sie alle sollten ohne Unterbrechung und fließend gefahren werden. Sacramento führte das schon zu Beginn ziemlich gut aus und bog sich im Genick, im Hals und sogar mit den Rippen in die Richtung, in die auch die Wendungen gingen. Wir mussten uns also hier nur noch darum kümmern, dass er die Wendungen noch etwas enger und nicht mehr ganz so steif laufen konnte, wobei dies wirklich nur eine sehr perfektionistische Äußerung war.
    Das Leinen aus der Hand kauen lassen war irgendwie das Gegenstück zur Lektion Zügel aus der Hand kauen lassen in einer gerittenen Dressur. Da Sacramento dies schon drauf hatte, ging es hier nur noch um die richtige Technik, denn eigentlich konnte er das schon – nur nicht vor der Kutsche. Demnach war dies keine Hürde, die wir nicht bewältigen konnten.
    Zu guter Letzt stand nur noch das Halten auf dem Trainingsplan, bis Sacramento A-fertig eingetragen werden konnte. Beim Übergang zum Halten musste man darauf achten, die Vorwärtsbewegung des Pferdes geschmeidig aufzufangen und kein abruptes Stehen herauszufordern. Sacramentos Hinterbeine sollten also gleichmäßig in Richtung unter den Körperschwerpunkt fußen, bis er zum endgültigen Halten kam. Dann stand er gerade gerichtet, unbeweglich, ausbalanciert und geschlossen. Das kannte er allerdings ebenfalls aus der gerittenen Dressur, weshalb wir auch hier nicht viel üben mussten.

    „Maaaatthew! Jetzt können wir aber bald mit Sacramento und dem Geländefahren anfangen, oder? ODER?“
    „Nerv mich nicht, Elisa.“
    „DAS hast du nicht gesagt?!“
    „Oh, anscheinend schon. Ups?“, grinste er mich hämisch an und kam einen Schritt auf mich zu, um mich rückwärts zu drängen. Dabei kam mir der 1,90 Meter große Mann ziemlich nah, viel zu nah! Vergeblich versuchte ich, mich unter seinen Armen wegzuducken, doch das klappte nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Stattdessen traf ich mit dem Rücken später auf eine kalte Wand und war der Hohlbirne vor mir hilflos ausgeliefert. Das fand der wohl ziemlich lustig, weshalb ich ihm einfach in die Seite boxte und auf Rettung hoffte, die allerdings nichts kam.
    Natürlich war auf meinem Hof immer was los. Nur dann, wenn ich die ganzen Menschen hier am meisten brauchen konnte, ließen sie mich mit dem Blödmann vor mir einfach allein.
    Es war mal wieder eine dieser Trainingseinheiten, die mich wie einen vollkommenen Idioten aussehen ließen.

    Mein dreizehnjähriger Reitponyhengst Sacramento trottete mir wie ein Dackel hinterher, während ich allerdings mit den auffälligen Pylonen auf dem Kopf herumlief und es als Partyhut benutzte. Wahrscheinlich würde ich mich mit dieser Methode wahnsinnig lächerlich machen, wenn ich dabei beobachtet werden würde, aber glücklicherweise war ich momentan allein und so sah das Ganze schon gleich viel besser aus, denn so konnte ich mich vor niemandem mehr blamieren. (Außer vor Gwen. Und Elena. Und Jojo. Und Matthew. Und den ganzen anderen Leuten auf meinem Gestüt – aber die kannten mich ja eigentlich auch nicht anders. Wäre ja auch zu schön, wenn doch.)

    Sacramento ließ sich davon aber nur wenig beeindrucken und zeigte mir schnell, dass ihn meine Tanzeinlagen mehr als nur langweilten. Zwar war der Hengst immer eifrig und konzentriert bei der Arbeit dabei, war lernwillig und klug, aber gerade deshalb wurde es für ihn wahrscheinlich einfach nur öde.
    Dementsprechend widmeten wir uns schon bald dem eigentlichen Training, denn der Anfang hatte nur dazu gedient, meinen Pony zu zeigen, wie das Hindernisfahren funktionierte. Ihn wollte ich diesmal auf das L-Niveau im Fahren trainieren, was für ihn bedeutete, dass er vorerst das Dressurfahren hinter sich lassen könnte und sich erst einmal auf das Hindernisfahren und die zu bewältigenden Hürden konzentrieren sollte.
    Tatsächlich hatte Daniel mir nämlich großzügigerweise erlaubt, mein Pferd zu trainieren und ihn während meiner Arbeit auf meinem Gestüt als Beifahrer zu missbrauchen. Nicht so wie das letzte Mal, als er mich als Groom benutzt beziehungsweise gar nicht ins Training integriert hatte. Und das war sogar noch das Geländefahren gewesen, so ein doofer A … meisenkopf!

    Dass Sacramento mehr als talentiert war, wenn es um das Fahren ging, war auf dem Gestüt längst kein Geheimnis mehr. Aber auch heute musste er mal wieder zeigen, was er tatsächlich drauf hatte und das ließ er sich nicht nehmen. Gerade, als Matthew an den Zaun trat, um das Training ein wenig zu beobachten (er hatte halt trotz allem noch (mehr oder weniger (eher weniger)) viel zu sagen), gab er sich gleich noch dreimal mehr Mühe, als er es eh schon tat und versuchte um jeden Preis, dem Mann zu imponieren, obwohl er eben ein Mann und keine Stute war. Aber gut, Hengste und Männer waren halt die Dinge, die man sowieso nicht immer nachvollziehen musste. Hätte mich vielleicht schon damals mehr von ihnen fernhalten sollen, aber jetzt steckte ich nun mal mittendrin und bereute es manchmal zutiefst. Auch, wenn ich froh war, ihn zu kennen, so würde ich doch oft genug einfach gerne in einer Welt voller Männer leben; fortpflanzen würde man sich bestimmt auch ohne sie können. Ich war nicht sonderlich bewandert auf dem Gebiet, aber zur Zeit konnten Kerle mir einfach gestohlen bleiben – menschliche natürlich. Meine Hengste und Pebbles würde ich niemals plötzlich von mir verstoßen wollen. Menschliche Kandidaten gab es da aber durchaus genügend.

    Das Hindernisfahren nutzten wir alle gern als Vorbereitung auf das Geländefahren. Sacramento musste hier durch Tore fahren, die aus zwei Pylonen bestanden, die den Rand markierten. Das Tor war immer so breit, wie das Gespann war – plus eine Mindesttoleranzgrenze von etwa zwanzig Zentimetern, um die Durchfahrt zu erleichtern.
    Auf den Pylonen lagen lose Bälle, die bei dem leichtesten Kollidieren mit einer Pylone schon herunterrollen könnten, wenn man zu unvorsichtig war. Sobald ein Ball fiel, musste man mit Strafpunkten rechnen, also sollte man bestenfalls vermeiden, auch nur einen Ball herunter- oder eine Pylone umzuwerfen.
    Mein Porzellanschecke war hingegen mehr als nur intelligent und vermied es daher schon von Anfang an, auch nur eine nähere Beziehung zu den Pylonen aufzubauen, sodass auch keine Gefahr auf Körperkontakt bestand. Auch, wenn wir hin und wieder mal an eine Pylone stießen und der Ball von der Spitze fiel und auf dem Boden herumkugelte, so verlief das Training doch größtenteils nach Plan.

    „Wollen wir heute nochmal trainieren?“, fragte Daniel mich eines Morgens, als ich gerade im Stall bei den Hengsten unterwegs war und diese bei der Morgenfütterung beobachtete. Auch ich stand hie und da mal früher auf, gerade als Trainerin und Gestütsbesitzerin sollte man nun mal ein waches Auge haben – zu jeder Zeit. Leider. Aber ich übte schon fleißig, denn ich war inzwischen nachts und auch tagsüber war! Ich schlief nur noch zwölf Stunden und dann lief ich im Wechsel am Tag oder in der Nacht über das Gestüt und trainierte. Es war sogar schon vorgekommen, dass ich Avanti um drei Uhr nachts einfach aufgeweckt und zum Springtraining verdonnert hatte. Man musste sich eben zu helfen wissen, und das tat ich.
    „Nö, Sacramento ist schon L-fertig“, tat ich Daniels Frage ab, der mich nur irritiert ansah. „Hä? Wie meinst du das?“
    „Na ja, ich hab mit ihm trainiert. Hab mir 'nen anderen Groom gesucht. Gwen war da ganz geeignet.“
    „Du kannst doch nicht einfach ohne mich trainieren!“

    Ich grinste, winkte ab und biss desinteressiert in den roten Apfel, den ich in der Hand hielt, bevor ich mich zum Gehen wandte. „Aber wieso denn? Kannst du doch auch!“
    „Deine armen Pferde. Ständig werden sie nur im Fahren trainiert. Das kann nicht gut sein!“, belehrte ich Elisa, auch wenn wir eine Diskussion ohne jegliche sinnvolle Argumentation führten. Diese endete damit, dass ich Elisa erneut den Führstrick von Cardillac aus der Hand nahm und den hochedlen, königlichem Blut entstammenden, Reitponyhengst mit mir nahm. Unwillig stiefelte der Perlino hinter mir her zum Putzplatz. Dort band ich ihn an und machte da weiter, wo ich vorhin von Elisa unterbrochen wurde.
    Geputzt war er schon, nur noch die Hufe auskratzen und satteln. Ich hatte vorhin mit Cardillac geschimpft, weil er so gezappelt hatte und sofort war Mama Elisa aufgekreuzt und ihren kleinen Prinzen in Schutz zu nehmen. Sie hatte ihn beinahe am liebsten direkt wieder raus auf die Weide gebracht, aber ich bestand auf unsere letzte Trainingseinheit.
    Seit zwei Wochen stand der hübsche Kerl nämlich unter meiner Obhut und sollte in der Dressur von L auf M gebracht werden. Ich hatte mich für die Dressur entschieden, da dort das Training am einfachsten war und die meisten Pferde schon mehr konnten als man dachte. Dementsprechend hatte es bei Cardillac auch nicht lange gedauert, bis er die verstärkten Gangarten beherrscht hatte.
    Das Halten aus dem Galopp war ebenso ein Kinderspiel für Cardillac, genauso wie die fliegenden Galoppwechsel. Aber an den Seitengängen hatte es gehapert, denn Ruhe und Geduld waren nicht wirklich Cardillacs Stärken. Stattdessen hatten wir lange mit Schulterherein, Traversale und Travers gekämpft, bis es endlich gesessen hatte.
    Nun war Cardillac so gut wie fertig, aber ein letztes Mal wollte ich sein Können überprüfen und schauen, ob wirklich alles saß, oder manches einfach nur Glück gewesen war. Erst einmal wärmte ich Cardillac auf. Auch wenn er heute etwas zickig war, arbeitete er ordentlich mit und so hatten wir schnell sämtliche Lektionen durch. Gut, was hieß schnell. Wir hatten immerhin trotzdem eine gute Stunde auf dem Reitplatz verbracht und waren beide froh, als wir ihn wieder verließen.
    Im Stall drückte ich Elisa lächelnd Cardillacs Zügel in die Hand, vorhin hatte sie sich ja schließlich auch darum gerissen, und machte mich auf den Weg zu Sacramento, Elisas schönen Porzellanschecken. Mit Sacramento hatte das Training tierischen Spaß gemacht und das hatte nicht nur an seinem Charme gelegen, na ja, fast. Auf jeden Fall war er ein sehr schneller Lerner und die Lektionen einer L-Dressur hatte er sehr schnell auf dem Kasten gehabt.
    Seit zwei Wochen stand auch der hübsche Kerl unter meiner Obhut und sollte in der Dressur von A auf L gebracht werden. Ich hatte mich auch bei ihm für die Dressur entschieden, da wir so am schnellsten fertig waren. Dementsprechend hatte es bei Sacramento auch nicht lange gedauert, bis er den versammelten Trab und den versammelten Galopp beherrscht hatte.
    Den Außengalopp hatte er bereits mit Elisa einige Male geübt und so war auch dieser kein Problem gewesen. Etwas nervenaufreibender waren hingegen die Kehrtwendungen gewesen. Es hatte ein Weilchen gedauert, bis Sacramento wirklich ruhig durch die Lektionen gegangen war, ohne mir etwas beweisen zu müssen.
    Auch ihn ritt ich heute zum letzten Mal, vor allem zur Kontrolle des bereits Gelernten. Diesmal schauten uns auch Elisa und Elena zu und naiver Weise hoffte ich auf den ein oder anderen sinnvollen Kritikpunkt. So wirklich erhalten tat ich den aber nicht, wobei ich mir da sowieso keine Hoffnungen hätte machen müssen. Aber Sacramento schlug sich wirklich gut und nach einer Stunde waren auch wir beide fertig.
    Schneller als gedacht hatte ich also Elisas beiden Hengste fertig und konnte nun noch Sacramento versorgen, ehe ich die Zertifikate ausstellte und dann eine Runde Chillen ging. „Dein Pool ist doch bestimmt noch frei?“, fragte ich Elisa grinsend und nachdem Sacramento wieder auf der Weide stand, machte ich mich direkt auf den Weg in Richtung Garten.
    Sacramento brummelte mir schon leise zu, als ich mit dem Halfter mühsam (und tatsächlich sehr unbeholfen) über das Weidetor kletterte. Zum Glück gab es Holzzäune, da konnte man so etwas machen. Wäre sonst ja langweilig.
    Für den Hengst sollte es in einigen Wochen auf eine Körung gehen, sodass ich ihn noch perfekt darauf vorbereiten musste. Dazu wollte (musste, Matthew hatte mich dazu verdonnert) ich ihn in der Dressur nochmal auf das M-Niveau trainieren, um die Richter mit seinen supertollen Skills zu beeindrucken. Hoffentlich würde Matthew wenigstens die Kür selbst reiten, ich wäre das Ganze viel lieber gefahren. Im Gelände, Dressurfahren war auch ziemlich öde im Gegensatz zum Geländefahren.
    Okay, Hindernisfahren wäre auch noch in Ordnung gewesen.

    Da Gwen ihn letzten Monat L-fertig in der Dressur trainiert hatte, wollten wir diesen Monat dort anknüpfen und ihn dann M-fertig machen.
    Die M-Dressur forderte zusätzlich zum versammelten Trab und dem versammelten Galopp noch den versammelten Schritt – außerdem wurden sowohl der Trab auch als auch der Galopp im starken Tempo erwartet.
    Neue Hufschlagfiguren traf man diesmal keine an, stattdessen lief es aber auf eine Hand voll neuer Lektionen hinaus, obwohl ich die Lektionen nicht einmal an einer Hand abzählen konnte. Das betraf also die Seitengänge: Schulterherein, Travers, Renvers und Traversalen. Außerdem gefordert waren fliegende Galoppwechsel und Schrittpirouetten.
    Wir kümmerten uns zunächst um die verlangten Gangarten. Sacramento hatte es bereits verstanden, den Trab und den Galopp zu versammeln – auch im Schritt zeigte er eine ordentliche und saubere Versammlung, bei der ich nicht einmal mehr sonderlich viel korrigieren musste, nachdem wir sie erst mal in Angriff genommen hatten.
    Die Verstärkung im Trab und im Galopp hatten wir ebenfalls schon bald erarbeitet. Es erfolgte eine Rahmenserweiterung und die Tritte beziehungsweise Galoppsprünge des Reitponyhengstes wurden raumgreifender, ohne dass er in der Bewegung eiliger wurde.
    Auf die Gangarten folgten noch die Lektionen. Zunächst einmal beschäftigten wir uns mit den Seitengängen. Da er das Schulterherein bereits beherrschte, gingen wir gleich zum Travers über.
    Beim Travers sollte Sacramento auf dem Hufschlag bleiben – zumindest mit der Vorderhand. Die alternative Bezeichnung der Lektion, „Kruppe herein“, sagte dabei schon alles aus: Die Hinterhand musste der Porzellanschecke ins Bahninnere führen.
    Dahingegen gab es noch das Renvers, auch genannt „Kruppe zur Wand“ oder „Kruppe heraus“. Schon an den anderen Bezeichnungen wird klar, dass hier praktisch das Gegenteil verlangt wird: Die Hinterhand bleibt auf dem Hufschlag, während die Vorderhand in die Bahn geführt wird. So ist es praktisch ein spiegelverkehrtes Travers.
    Beide Lektionen dienten zur Vorbereiterung auf die Traversalen.
    Zu guter Letzt widmeten wir uns noch dem fliegenden Galoppwechsel und den Schrittpirouetten. Bei beidem zeigte Sacramento aber keine Probleme, sodass ich dies nicht lang mit ihm üben musste.

    „Beim nächsten Mal entscheide ich mich wirklich lieber wieder fürs Fahren. Das ist einfach cooler. Wenigstens ist er jetzt M-fertig“, grummelte ich, als ich Matthew am Ende der letzten Trainingseinheit Sacramentos Zügel in die Hand drückte und mich dann verabschiedete. Ich musste meinem Ruf, meine Pferde nie selbst zu verpflegen, ja auch mal gerecht werden – immerhin kam der von Jojo, Gwen und Elena, also musste irgendwas Wahres dran sein.
    Damit konnte man arbeiten.
    „Gweeeeeen?“ – „Hm.“ – „Magst du mir bei meinen Pferden helfen?“ – „Was bekomme ich dafür?“
    „Nichts, was ist das denn für ne blöde Frage?“, warf Elena augenrollend ein und schob Elisa zur Seite, um zum Kühlschrank zu gelangen. „Hach, ich weiß gar nicht, warum du nur kein Trainer bist“, murmelte Elisa genervt und schaute mich dann erneut flehend an.
    „Ist ja gut, ich machs“, knickte ich ein und wurde dann direkt von einem Schwall an Planungen überhäuft. Nacheinander reichte mir Elisa die Trainingspläne ihrer Pferde und ganz oben stand Sacramento und das war auch nicht Elena entgangen. „Sackhaar! Hey, den kann ich dir doch trainieren! Kostet nur 20 Froops“, versuchte Elena zu verhandeln, doch Elisa schon sie erneut zur Seite. „Vergiss. Es.“

    Eine halbe Stunde später waren wir im Stall. Elisa putzte gerade Sacramento, während ich mich auf den Weg nach draußen machte, um Azrael zu holen. Er sollte auf M-Niveau in der Dressur trainiert werden und das traute mir Elisa eher zu als Sacramentos S-Training. Ich hatte das schweigend zur Kenntnis genommen und war froh, dass ich nicht gar so viel zu tun hatte, wobei das an sich auch nicht wirklich stimmte. Der Sprung von L auf M war auch groß genug.
    Heute wollte ich mich erst einmal mit Az bekannt machen, immerhin ritt ich den Hengst nicht täglich, im Gegensatz zu Elisa, die mit Sacramento direkt ins Training einstieg und nach dem Aufwärmen mit der Arbeit an seinen fliegenden Galoppwechseln begann. „Die kann Shakoor schon!“, johlte Elena vom Zaun aus.
    Nachdem ich ihren ehemaligen Araber im Western trainiert hatte, hatte sie sich vor Frust erst einmal mit Tequila volllaufen lassen, seitdem sah sie das nicht mehr ganz so eng, sondern sah das Positive darin. „Dann haben wir wenigstens ein Pferd, mit dem wir es gewissen Personen auswischen können!“, lächelte sie fröhlich und schien sichtlich stolz darauf zu sein, dass es „ihr“ Shakoor war.
    Elenas Auftreten hatte mich so abgelenkt, dass Az mir beinahe gegen den Zaun lief, weil er brav auf meine Hilfen reagierte und erst abbog, als ich es auch forderte. Ganz knapp bekam ich noch die Biege ins Schulterherein, was ich nämlich aus einer Kehrtvolte erarbeiten wollte. Oh Gott und das vor Elenas Augen, noch blöder hätte ich mich nicht anstellen können.
    Elena besuchte ab sofort übrigens jedes unserer Trainings. Also blieb das Erarbeiten von Traversale und Travers nie kommentarlos und ich war meistens am Ende total genervt, so dass ich mich nicht einmal über Az‘ Fortschritte freuen konnte, sondern Elena viel lieber eine runterhauen wollte. Elisa schien es da nicht viel anders zu gehen.
    Elena hatten die Traversalverschiebungen von Sacramento im Galopp nicht gefallen, deshalb hatte sie Elisa vom Pferd gezerrt, sich selbst draufgesetzt und uns gezeigt, wie man es richtig machte. Natürlich reagierte Sacramento sofort, so viel Unterschied konnte ich zwischen Elisas und Elenas Traversalen zwar nicht sehen, aber natürlich tat ich so. Die restliche Stunde blieb auch Elena auf dem Pferd und ritt noch Pirouetten und fliegende Galoppwechsel, während Elisa grummelnd am Reitplatzrand stand.
    Ab sofort planten wir dann unser Training so, dass Elena es nicht mehr mitbekam oder wir bestochen einen der Kerle, dass er uns Elena vom Leib hielt. Klappte nicht immer, aber wenigstens jeden zweiten Tag konnten wir in Ruhe trainieren. So waren die Fortschritte bei beiden DRPs allmählich sichtbar.
    Mit Az hatte ich mir schnell noch die fliegenden Galoppwechsel und die verstärkten Gangarten erarbeitet und auch die Kür von Elisa und Sacramento konnte sich sehen lassen, da konnte selbst Elena nicht mehr meckern. An sich standen beide Hengste sowieso regelmäßig im Training, aber dennoch demonstrierte Elisa das Ende des Trainings mit den nötigen Zertifikaten, damit die Hengste in der jeweils höheren Turnierklasse würden starten können.
    „Wie wärs Elena? Willst du Sacramento in seiner ersten S-Dressur reiten?“, neckte Elisa sie, wobei das irgendwie Selbst-Ironie war, weil Elena momentan regelmäßig auf den TSA-DRPs startete…
    Für Sacramentos Training hatte ich mir den wohl blödesten Zeitpunkt überhaupt ausgesucht.
    Erst vor kurzer Zeit hatte er an einer Hengstkörung teilgenommen – gerade rechtzeitig, um mich nicht gleich zu verhindern. Denn als ich an diesem Morgen aufwachte, war es nicht, weil mich mein Wecker aus dem Schlaf riss. Stattdessen wachte ich durch einen stechenden Schmerz in meinem rechten Bein auf, was mich sogar fast davon abhielt, in die Küche zu humpeln und zu frühstücken. Tja, das war es dann wohl mit dem Training.
    Matthew, der gerade in die Küche kam, zog nur die Augenbrauen hoch (diesmal sogar beide, so überrascht war er) und sah mich dann fragend an. Der Mann hatte in letzter Zeit echt erstaunlich gute Laune, und als er den Raum betrat, hatte er mich sogar angelächelt. Zumindest, bis er meinen wohl eher nicht sonderlich begeisterten Gesichtsausdruck sehen konnte.
    „Das ist doch jetzt nicht wieder dein Bein, oder? Das hatten wir doch vor anderthalb Jahren schon einmal.“ Während diese Worte seinen Mund verließen, nahm er sich einen Apfel aus dem Obstkorb und biss dann hinein. Noch als er am Kauen war, sprach er weiter: „Und auch wenn nicht, wenn dein Bein dir Schmerzen bereitet, ruh dich aus.“
    „Nein, Sacramentos Training steht heute auf dem Plan“, seufzte ich auf. „Ich kann mich jetzt nicht hinlegen und nichts tun, der kann ohne seine tägliche Portion Aufmerksamkeit nicht.“
    „Dann übernehme ich das. Aber versprich mir dafür im Gegenzug, dass du dich wieder hinlegst. Okay?“
    Erneut musste ich aufseufzen, ergab mich aber. Mit Matthew zu diskutieren hatte eh keinen Sinn, das würde nur in einem hitzigen Wortwechsel enden und uns beide wieder so weit bringen, dass wir uns gegenseitig mal wieder für Wochen aus dem Weg gehen würden.
    „Okay.“

    Matthew saß bereits auf dem Reitponyhengst und hatte ihn bereits warm geritten, als ich ankam. Gegen seinen Willen hatte ich mich auf den Weg zur Reithalle gemacht, und auch wenn Matthew mich dafür später wieder zurechtweisen wollen würde, so müsste er jetzt damit leben. Das Training eines Pferdes unterbrach man einfach nicht.
    Es waren elf Hindernisse in der Halle aufgebaut worden, was die Reithalle etwas enger wirken ließ, als sie tatsächlich war. Dennoch war es genug Platz und stellte keinerlei Probleme dar.
    Während ich noch in meinen Gedanken versunken war, galoppierten Sacramento und Matthew bereits in einem angemessenen Tempo auf das erste Hindernis zu, ein Rick mit einer Höhe von geschätzten 130 Zentimetern. Da ich ziemlich oft mit Sprüngen zu tun hatte, konnte ich oft schon aus der Ferne in etwa einschätzen, wie hoch eines war. Ich hörte Matthews ruhige Stimme, wie er die Galoppsprünge laut mitzählte und den Hengst so gut, wie es ihm möglich war, unterstützte, als der Schecke über das Hindernis sprang. Es dauerte nicht lange, bis sie auf der anderen Seite ankamen und schon weiter galoppierten, direkt auf das nächste Rick zu. So ging es einige Zeit weiter, bis sie auf den weitesten Oxer zusteuerten, der in der Halle aufgestellt worden war. Er hatte eine Weite von sage und schreibe anderthalb Metern und war somit kurz vor der Schmerzensgrenze der M-Klasse. Dies schien Sacramento anfangs zu irritieren, was auch erklärte, warum er verweigerte – doch nach dem zweiten Anlauf sprang er gekonnt ab und flog über das Hindernis. Viel Freiraum befand sich dort zwar von der Höhe her nicht mehr, aber das spielte vorerst keine Rolle, ging es hier doch um die Weite und nicht um die Höhe. Ich lächelte stolz aufgrund von den Fortschritten des Deutschen Reitponys und begab mich wieder in das Haus. Ich hatte genug gesehen, der Hengst war so weit, auf M-Turnieren präsentiert zu werden.
    Und zum Glück hatte Matthew mich auch nicht gesehen (ich war fast wie ein Ninja – na gut, ein humpelnder) und so konnte ich mich auch vor der Standpauke retten, die mich sonst erwartet hätte.
    Aber ich hatte meinen Willen: Sacramento war im Springen M-fertig und ich konnte mich wieder ins Bett kuscheln.

    Es war fast, als hätten alle meine Ponys zeitgleich beschlossen, nun wirklich bereit für Körungen und Krönungen zu sein. Hatte ich zuletzt erst Cardillac und Avanti durch Hengstkörungen gescheucht (erfolgreich, um es nebenbei ganz leicht anklingen zu lassen), so startete ich nun schon wieder mit dem nächsten meiner Reitponyhengste auf einer Körung, um auch ihn hoffentlich bald zur Zucht zulassen zu können.
    Momentan könnte es dabei nicht besser laufen – auch zwei meiner Reitponydamen wären bald dazu imstande, an SKs teilzunehmen und diese mit etwas Glück für sich zu gewinnen. Never Look Back und Namida hatten beide alle Bedingungen erfüllt, sodass es auch für sie bald losgehen würde. Dann gab es da noch Intoxicated, bei dem es auch nicht mehr allzu lange dauern dürfte, da er sich auf den letzten Turnieren mehr als nur unter Beweis gestellt hatte. Letztendlich stand mir eine stressige Zeit voller Küren bevor.

    Elena, die direkt nach mir für Jojo mit Vaffanculo an den Start gehen würde, sah nicht sonderlich gesund aus. Ihrem Gesicht schien jegliche Farbe gewichen zu sein, was aber bei dem Hengst, den sie gleich vorführen dürfte, kein Wunder war. Auf Vaffanculo hatte ich mich zugegebenermaßen auch nicht immer wohl gefühlt und meistens war ich froh, als ich mich von seinem Rücken gleiten lassen durfte.
    Sacramento hingegen stand ruhig und gelassen auf der Stelle und wartete darauf, dass das Paar vor uns (also Joline und Capulet, die das Ganze wirklich erstklassig gemeistert hatten) den Platz verließ. Als sie dann an uns vorbeiritten, grinste Joline mich überglücklich an und ich reckte beide Daumen in die Höhe, ehe ich die Zügel wieder aufnahm und mich auf unsere Kür gefasst machte.
    Nachdem wir aufgerufen worden waren, ritten wir im Arbeitstrab in die Halle ein, auf direktem Wege zum Bahnmittelpunkt X. Dort nahm ich Sacramento wieder zurück, bis er schließlich zum Stehen kam, und achtete verstärkt darauf, dass er auch geschlossen stand. Beim Training hatte er hier ein paar Problemchen gehabt, aber als er dann stand, konnte ich mir ein lautes, erleichtertes Ausatmen nur knapp verkneifen.
    Das geschlossene Stehen und das damit verbundene Grüßen der Richter meisterten wir glücklicherweise problemlos (und hier konnte ich wirklich von Glück sprechen!), danach folgten die drei Grundgangarten auf der rechten Hand. Die war Sacramentos schwächere, sodass ich mit einem etwas mulmigen Gefühl heranging, doch allem Anschein nach wusste der Hengst, dass seine Performance hier wichtig war.
    Danach wechselten wir auf den Zirkel und schließlich wieder aus dem Zirkel heraus, um im Galopp die drei GGA auf seiner stärkeren, der linken, Hand einzuleiten.
    Zum Schluss gab es für die Richter noch eine Schlangenlinie mit vier Bögen und einen fliegenden Galoppwechsel zu sehen; dann ging es auch schon wieder auf die Mittellinie und zum Punkt X, um sich von eben jenen Richtern zu verabschieden.
    Im Schritt verließen wir die Halle – und liefen gleich einer nervösen Elena in die Arme.

    3000 Zeichen, geprüft auf lettercount.com

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    Bewegung, Zubehör erstellt von Elii
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Nov. 2015
    Eddi gefällt das.
  11. Veija

    Veija Bekanntes Mitglied

    Aliena O'Dell mit Genuine Lil Cut
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    by Veija

    Exterieur
    Name: Genuine Lil Cut
    Rufname: Gen
    Geburtsdatum/Alter: 2010, 5 Jahre
    Geschlecht: Hengst
    Größe: 1,52m
    Rasse: American Paint Horse
    Fellfarbe: Sorrel Splash
    Abzeichen: 4 hochweiße Beine, Laterne


    Stammbaum
    von: unbekannt
    von: unbekannt
    aus der: unbekannt


    aus der:
    Colonels Smokin Gun
    von: Blue See
    aus der: Mountan Game


    Charakter:
    Gen macht seiner Gattung alle Ehre. Als wunderschöner Gunnernachkomme bringt er alles mit was diese Pferde auch haben- ausgelassen den weißen Kopf. Der Hengst braucht eine starke Hand die ihm zeigt, was er darf und was nicht. Zudem hat er beim Reiten seinen eigenen Kopf. Wenn er etwas nicht will, will er nicht. Da kann der Reiter oben drauf machen was er will. Es sei denn, eben genannter hat längeren Atem als der Hengst und dieser gibt klein bei.

    Zuchtinfos

    Gekört/Gekrönt: nein
    Vorgesehen für die Zucht: ja
    Decktaxe:
    Nachkommen:
    Geschwister:

    Besitzer: Veija
    Vorbesitzer:
    Gezüchtet bei/Zucht:
    VKR: Nuray

    Kaufpreis:
    Zu Verkaufen: nein
    Verkaufspreis:

    Qualifikationen:

    Eingeritten: ja
    Eingefahren: nein


    Eignung:
    Dressur:
    Galopprennen:
    Springen: A
    Military:
    Fahren:

    Distanz: S
    Western:

    Reining: LK 3| Trail: | Pleasure:
    Erfolge:
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    3.Platz 167. Militaryturnier, 3. Platz 244. Westernturnier, 3. Platz 294. Westernturnier

    Gesundheit:
    Gesundheitszustand: geeimpft, gechippt, entwurmt
    Letzter Besuch: September 2015


    Hufschmied
    Letzter Besuch: Juli 2015

    Beschlag:


    Original HG

    Tierarztbericht

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    Untersuchung, Impfauffrischung & Wurmkur für Wimpys Little Devil, Drag me to Hell & Genuine Lil Cut

    Heute machte ich mich auf den Weg zu Verena O’Connor. Wir kannten uns bereits sehr gut und ich freute mich sie mal wieder zu besuchen. Vor ein paar Tagen war sie bei mir gewesen und hatte meine zwei Lieblinge trainiert. „ Hallo Verena“ meinte ich und grüßte sie dann mit einer herzlichen Umarmung. Ich lächelte und fragte dann „ Um wen geht es denn bei dir heute?“ Sie sagte mir die Namen der Pferde nochmal und fügte alles hinzu was ich machen sollte. „ Gut dann fangen wir doch gleich mal mit Wimpsy Little Devil an, damit wir das schlimmste hinter uns haben“ sagte ich zu ihr und wir versuchten die Stute aus der Box zu bringen. Verena tat sich damit halbwegs leicht, dennoch bewunderte ich sie wirklich. Ich lobte die Stute sanft und ging dann zu meinem Arztkoffer. Aus diesem holte ich das Stethoskop, welches ich dann vorsichtig an ihr platzierte. Ich hörte sie ab und aus einer schnelleren Atmung war nichts zu hören. „ Ihr Herz hört sich gut an. Ihre Lunge ist auch frei, aber sie atmet ein bisschen schneller. Das kann aber daran liegen, dass sie sich über das alles sehr aufregt“ meinte ich und sah mir dann vorsichtig ihren Kopf an. Während ich mir ihre Nüstern ansah, versuchte die Stute nach mir zu schnappen. Ich machte einen Schritt nach hinten und wich ihr kurz aus. Ich ließ mich jedoch nicht von ihrem Gezicke beirren und sah mir dann noch ihre Augen und Ohren an. Diese sahen auch sehr gut aus und ich konnte mir ihren weiteren Körper an. Ihre Beine waren weder geschwollen, noch warm. Ich klopfte kurz ihren Hals und ging dann wieder zu meinem Koffer. Aus diesem holte ich als erstes die Tetanusspritze und die Spritze gegen Herpes. Vorsichtig impfte ich ihr diese und gab ihr dann die restlichen Spritzen. Die Stute legte ihre Ohren tief in den Hals und versuchte nach mir zu treten. Ich wusste auch, dass ich mich mit der nächsten Aktion nicht noch beliebter machen würde, denn die Wurmkur stand nun an. Verena hatte mir schon gesagt, dass sie dies nicht so sehr mochte. Vorsichtig drückte ich ihr die Paste in ihr Maul und ließ Verena sie dann wieder in ihre Box bringen. Danach desinfizierte ich meine Sachen und sie holte Drag me to Hell. Ich begrüßte die Stute und sah mir dann ihren Kopf an. Die Nüstern, Augen und auch Ohren sahen sehr gut aus. Ich tastete ihren weiteren Körper ab und sah mir dann ihre Beine an. Diese waren weder dick noch geschwollen. Ich hörte sie ab und auch hier war alles okay. Hell war um einiges einfacher wie ihre Vorgängerin. Ich lobte die Stute und suchte dann am Hals schon Mal die richtige Stelle für die Spritze. Diese war auch schnell gefunden und ich konnte beginnen sie zu impfen. Als erstes ging es bei ihr auch wieder mit Tetanus und Herpes los. Dann folgte der Rest. Ich lobte sie und gab ihr ein Leckerlie. Ruhig verabreichte ich ihr noch die Wurmkur und klopfte ihren Hals. „ Gut mit ihr sind wir auch fertig“ meinte ich und lächelte schließlich. Die Stute war in einem sehr guten Zustand und auch mit ihr war ich sehr zufrieden. Verena brachte Hell wieder in ihre Box und holte mir im gleichen Moment Genuine Lil Cut. Ich desinfizierte meine Sachen nochmal und begrüßte dann den Hengst. Ein wirklicher Prachtkerl, genau wie die Stuten vor ihm schon. Ich sah mir den Kopf des Hengstes an, welcher in einer guten Verfassung war. Danach folgte der Körper des Paint Horse. An diesem war eine kleine Wunde zu sehen, welche ich desinfizierte und dann Verena mitteilte. Ich klopfte den Hals des Hengstes und sah mir diesen dann nochmal genauer an. Ich fand dann auch schnell den Punkt für die Spritzen und verabreichte sie ihm. Dies dauerte nicht lang und so konnte ich ihm noch die Wurmkur verabreichen. „ Gut dann wären wir jetzt fertig. Soll ich dir wegen den Impfungen noch was erzählen oder weißt du das schon alles?“ fragte ich sie und sie antworte mir, dass sie bereits über alles Bescheid wusste. Gemeinsam gingen wir zu meinem Wagen und ich fuhr den kurzen Weg zu ihr zu mir in den Stall.

    Hufschmiedbericht
    Der Hufschmied ist da ~


    Gegen 9 Uhr morgens kam ich auf Veijas Ranch an. Ich sollte mir heute drei ihrer Pferde ansehen. Kurz nachdem ich aus dem Auto gestiegen war kam sie auch schon auf mich zu und begrüßte mich freundlich. Anschließend nahm ich meine Schürze, welche ich mir umhing, und meine Arbeitsbox aus dem Kofferraum.
    Zuerst ging es zur Vollblutstute Drag Me To Hell. Veija hatte ihr bereits die Hufe ausgekratzt und sie in die Stallgasse gestellt. ,,Na du?'',sagte ich als sie mich neugierig mit ihren großen, runden Pferdeaugen betrachtete. Ich hielt ihr ein Möhrenstück hin, welches sie vorsichtig von meiner Hand nahm. Nachdem sie sich ein wenig an meine Anwesenheit gewöhnt hatte, ließ ich mir auch schon ihr erstes Vorderbein geben. Obwohl sie ein Rennpferd war, wobei die Hufe ja bekanntlich sehr stark beansprucht werden, waren diese in einem top Zustand. Klar, ein wenig Ausschneiden war auch hier fällig, aber dies nur in minimalstem Ausmaß. Also nahm ich erstmal ihre Eisen herunter und legte diese neben mir ab. Sie waren noch so gut in Schuss, dass ich sie wohl nicht mal austauschen musste. Nun nahm ich ihren Huf wieder und entfernte mit meinem Hufmesser ein wenig loses Horn von der Sohle. Dann schnitt ich noch den Strahl in Form und schon konnte ich der Hübschen ihr Aluminiumeisen wieder aufnageln. Als dies geschehen war, bat ich Veija sie noch einmal vor meinen prüfenden Augen vortraben zu lassen. Dadurch, dass sie einwandfrei lief, konnte sie auch sofort wieder zurück in ihre Box, wo sie zufrieden an einer Extraportion Heu knabberte.
    Für mich und Veija war der heutige Tag allerdings aber noch nicht zu Ende. Wir gingen nämlich zum nächsten Pferd, Genuine Lil Cut, einem Paint Horse Hengst. Auch er bekam eine Untersuchung und sollte ausgeschnitten werden. Ganz so aufgeschlossen mir gegenüber wie Hell war er allerdings nicht. Aber Veija hatte ihn auch super im Griff und half mir, seine Hufe zu kontrollieren. Ihr Zustand war ganz gut, auch wenn hier und da ebenso etwas Horn zu viel auf der Sohle war. Sorgfältig machte ich wieder meinen Probeschnitt, um zu sehen wie viel Horn weg gehörte. Anschließend entfernte ich dieses und schnitt die Form des Strahles wieder in Form. Da er keine Eisen hatte, war dies auch schon wieder das Ende der Prozedur und auch er durfte wieder in seine Box.
    Zu guter Letzt folgte ich Veija zu What Lies Ahead, welchem seine Besitzerin auch schon die Hufe gesäubert hatte und ihn bereit gestellt hatte. Als er mich sah spitzte er aufmerksam die Ohren. Er beobachtete mich, nicht ängstlich, eher amüsiert nach dem Motto ,,Ah-heute-gibt's-wieder-Abwechslung''. Auch mit ihm machte ich mich ein wenig vertraut ehe ich seine Hufe kontrollierte. In dem einen steckte ein kleines Steinchen, welches ich vorsichtig entfernte ehe es noch einmal ans Ausschneiden ging. Nach dem Probeschnitt hebelte ich wieder das überschüssige Horn aus und schnitt den Huf wieder in seine perfekte Form. Zu guter Letzt wollte ich ihn allerdings nochmal vorlaufen sehen, da ich aus huftechnischen Gründen etwas mehr Horn am Huf gelassen habe als üblich. Doch er lief einwandfrei.
    Damit war meine Arbeit auf der Ranch getan und ich verabschiedete mich, ehe ich auch wieder weiter fuhr.
    by Bracelet

    Trainingsberichte (8)
    Western E auf A
    Heute war wieder einer der Tage, an denen ich gar nicht aus dem Bett aufstehen wollte. Ich hatte mir so viel vorgenommen, was ich am Ende des Tages erledigt haben wollte, dass ich es jetzt schon für einen Fehler hielt und am morgigen Tag vor Muskelkater sterben würde.
    Seufzend erhob ich mich aus dem Bett und ging duschen, ehe ich mir meine Thermoreithose und einen warmen Pulli anzog. Dazu meine gefütterten Stiefel. Mit einer dicken Jacke bewaffnet ging ich nach unten, um etwas zu essen. Caleb und die anderen waren schon im Stall und machten ihre Pferde fertig. Natürlich war ich wieder die Letzte. Doch da ich die Chefin war, war das egal.
    Ich zog also meine dicke Jacke an und ging in den Stutentrakt, wo ich zunächst Bella auf die Koppel brachte. Sie brauchte heute nicht trainiert zu werden, weshalb sie ihr Leben heute im Schnee genießen durfte. Zwar stand sie alleine draußen, doch es kamen später noch andere Pferde dazu.
    Caleb hatte sich Lil Princess Gun geschnappt, Aaron machte Vice fertig, ich holte Devil aus der Box und Alexis sattelte gerade Cherokee Rose. Princess sollte in Western von der LK 5 auf die LK 4 in der Reining gebracht werden, Vice ebenfalls, Devil von der LK 4 auf die LK 3 und Rosy ebenfalls auf die Lk 4. Doch das war noch nicht alles. Ich wollte heute alle meine Pferde mit Hilfe meiner Angestellten weiterbilden. Also ans Werk:
    Devil zickte mal wieder rum wie sie es so oft tat, doch nach einer Weile war sie genau wie die anderen Pferde gesattelt und wir gingen in die Halle. Nach dem Nachgurten schwangen wir uns alle in die Sättel und ritten die Pferde warm. Während Caleb Alexis und Aaron erklärte, wie sie die Pferde zu trainieren hatten und anfingen erste Spins zu drehen, übte ich mit Devil das angaloppieren auf der richtigen Hand, das Stoppen und die Roll Backs. Immer wieder schaute ich zu meinen Angestellten rüber, wie sie die Pferde ritten. Doch mit Calebs Hilfe hatten sie die Tiere bald so weit, dass sie ordentliche Spins konnten, Back Ups kein Problem mehr waren, sie einfache Galoppwechsel ritten konnten und die Tiere langsame Roll Backs konnten. Zufrieden lächelte ich und klopfte Devil den Hals, ehe ich eine leichte Pattern durchritt und sie definitiv in der LK 3 starten konnte. Ich schwang mich vom Pferd, schnappte mir Vice und schwang mich auf ihren Rücken, während Aaron Devil wegbrachte. Auch mit Vice ritt ich eine einfache Pattern um zu schauen, ob sie in der LK 4 starten konnte. Ja, sie konnte. Ich stieg ab, übergab sie Alexis und setzte mich auf Cherokee, die natürlich total rumzickte und es nicht einsah, mit Sporen geritten zu werden. Doch sie fügte sich ihrem Schicksal und ritt Caleb und Princess genau hinterher, da wir die selbe Pattern ritten. Es war zwar etwas umständlich, doch es klappte. Sehr zufrieden lobten wir die Pferde und brachten sie wieder in den Stall, wo Aaron und Alexis schon Summer und Honey sattelten. Ich machte mein Pferd fertig und brachte sie mit Decke auf die Koppel zu den Anderen. Auch Princess kam auf die Koppel, ehe Caleb und ich uns Amarula und Moon fertig machten. Moon wurde mit Bosal geritten, weshalb ich sie lieber selber übernahm, als sie dem radikalen Caleb zu überlassen. Auch wenn es mir nicht gefiel, dass er meine Zicke Amarula ritt. Nach und nach waren wir fertig mit satteln und gingen in die Halle, wo wir uns nach dem Nachgurten in die Sättel schwangen. Da wir alle Pferde von der LK 5 in die LK 4 bringen mussten, war das Training klar: Caleb und ich machten vor, Aaron und Alexis machten nach. So dauerte es nicht lange, bis die Pferde langsame Spins beherrschten, Back Ups kein Problem mehr waren und die Roll Backs einigermaßen klappten. Alles musste heute etwas schneller gehen, weshalb wir die Pferde schon in den Stall brachten, sie absattelten, ihnen die Decken auflegten und sie auf die Koppel brachten.
    Die nächsten Pferde waren die neueren Pferde, mit denen wir etwas langsamer machen mussten. So waren wir sehr schnell mit Angelic Desolation, Born to Die, Goddess und Croatoan in der Halle und brachten ihnen die Grundlagen der Westernkunst bei. Jedoch dauerte es bei ihnen doch etwas länger, so dass wir Goddess, also das Pferd, das schneller lernte, gegen Sheza tauschten. Sheza war durch ihre Platzierungen sehr talentier, weshalb wir sie auch sehr schnell fertig hatten und alle Pferde absatteln und auf die Koppel bringen konnten. Nun folgten die Hengste.
    Genuine Lil Cut, Funky Powerbabe, Dead or Alive und What Lies Ahead waren die nächsten Kandidaten. Auch diese mussten in der Westernklasse von der LK 5 auf die LK 4 gebracht werden.
    Nach dem putzen und satteln waren wir erneut schnell in der Halle und ritten die Pferde warm, ehe die Übungen an der Reihe waren. Die 4 lernten schnell, weshalb wir nach knapp einer halben Stunde richtigem Training fertig waren und wir sie wieder in den Stall bringen konnten. Wir sattelten ab, legten die Decken auf und brachten sie auf die Koppel. Mittlerweile schneite es einzelne Flöckchen, weshalb die nächsten Pferde leider nicht mehr auf die Koppel kommen würden.
    Es folgten die letzten vier Pferde. Zues konnte man ja sowieso nicht anpacken- noch. So machten wir Gun and Slide, Flintstone, Sympathy for the Devil und Siku fertig. Auch sie waren alle relativ neue Pferde und brauchten lange zum warm werden mit uns. Doch es dauerte nicht lange, da liefen sie einzelne Figuren der Westernreitere beinahe perfekt, weshalb wir hier auch nach knapp einer Stunde fertig waren. Wir brachten sie zurück in den Stall und stellten sie dann doch auf die Koppel. Hengste waren nicht so empfindlich wie die Stuten oder unsere Fohlen.
    Draußen war es jetzt schon dunkel, doch die restlichen Pferde wollten auch noch trainiert werden. Doch nun wurde es kompliziert: Ich sollte Gipsy reiten und von der LK 4 in die LK 3 bringen, Aaron würde Emilio im Springen von E nach A bringen, Alexis würde Black Ops von E nach A im Springen bringen und Caleb würde Snuff in der Dressur weiterbringen. Das sah nach einem riesen Durcheinander in der Halle aus, als Caleb Trabstangen aufbaute, Alexis und Aaron die Hindernisse richteten und ich mittendrin mit Gipsy lief. Wir entschieden uns dann um, so dass Alexis und Aaron die Hälfte der Halle nutzen konnten, sowie Caleb und ich die Andere, da wir weniger Utensilien brauchten. Gipsy war wie immer leicht zu reiten und war sehr schnell in allen Lektionen sicher, weshalb ich ihn rasch gegen Steel Heart tauschte, die ich vor kurzem erst eingeritten hatte. Aber auch sie machte gut mit und wir hielten und sehr an Snuff und Caleb, da sie ja die selben Übungen machten wie wir. Aaron und Alexis waren schon vor uns aus der Halle verschwunden, da sie ja auch früher angefangen hatten. Auch Caleb ging irgendwann, so dass ich alleine mit Snuff in der Halle war. Lächelnd lobte ich die Stute, als sie sich schön bog, um die Kehrtvolte zu reiten. Sie war wirklich talentiert, weshalb ich es auch für heute gut sein lies.
    Als ich mit ihr in den Stall ging um sie abzusatteln, waren schon alle Boxen gemistet und alle Pferde wieder in ihren Boxen. Zufrieden sattelte ich die Stute ab und stellte sie weg, nachdem ich sie gelobt hatte. Nächsten Monat hatte ich mehr Zeit für die Pferde und würde sie alle ordentlich trainieren.
    by Veija

    Veija 28.2 2015
    Distanztraining: Gen E auf A
    Im Moment war mal wieder gar keine Zeit für die Pferde. Ein Wunder, dass ich mit dem Trainieren nachkam. Doch heute würden wir uns um alle Tiere kümmern, schließlich sollten sie bald Kör- und Krönbereit sein!
    Ich schmiss Bellas Vielseitigkeitssattel auf ihren Rücken, Aliena kümmerte sich um Princess, Alexis kümmerte sich um Wimpy, Caleb um Amarula und Aaron um Shadow, die mit Abstand die bravste von allen war.
    Die Strecke war schnell ausgesucht: die selbe wie für alle anderen Pferde, die wir auf A bringen wollten. Also ging es nach dem satteln schon los. Zunächst über den Hof, auf den Feldweg. Dann eine lange Schrittstrecke, einen Berg hoch im Galopp, ein wenig Trab, eine lange Schritstrecke, eine Galoppstrecke und eine lange Trabstrecke. Dann waren wir auch schon wieder daheim und konnten sagen, dass die Pferde mit ein wenig mehr Training fertig für die Klasse A waren. Fertig für ihre Box stellten wir die 5 Pferde weg, ehe 5 andere an der Reihe waren.
    Nun ging es um Summer, Honey, Ally, Bailey und Goddess. Wir entschieden uns spontan, wer wen reiten sollte, wobei ich mich für Goddess entschied. Schließlich konnte ich nicht immer die selben Pferde reiten- aber es gab welche, auf die ich niemand sonst lies; normalerweiße. Zu diesen Pferden gehörten Gipsy und Bella.
    Also ging es ans satteln. Wir brauchten ein wenig länger, als vorher, weil die 5 auf der Koppel gestanden hatten und dementsprechend aussahen. Doch endlich ging es los!
    Wir ritten die selbe Strecke wie eben: zunächst über den Hof, auf den Feldweg. Dann eine lange Schrittstrecke, einen Berg hoch im Galopp, ein wenig Trab, eine lange Schritstrecke, eine Galoppstrecke und eine lange Trabstrecke. Dann waren wir auch schon wieder daheim. Leider dämmerte es nun, weshalb diese fünf die Letzten für heute waren. Nach dem absatteln kamen sie in die Box, wo sie reichlich Heu und Kraftfutter bekamen, damit das Training in den nächsten Tagen besser weitergehen konnte. Nun gingen alle ins Bett und freuten sich auf morgen- oder auch nicht. Denn es stand noch mehr Arbeit an.
    Schon am frühen Morgen waren wir alle auf den Beinen und machten Toy, Sheza, Grace, Gen und Spooky fertig.
    Nun standen wir vor der Frage, wer die Hengste reiten sollte. Zum Schluss entschieden wir uns dafür, dass ich meinen geliebten Spooky ritt und Caleb sich Gen schnappte. Aliena ritt Toy, Alexis Sheza und Aaron Grace. Nach dem satteln also ritten wir auf den Hof, wo wir uns nach dem nachgurten auf die Pferde setzten. Wir ritten die selbe Strecke wie am Tag zuvor und konnten am Ende des Trainings 5 erfolgreich in der Klasse A laufenden Pferde vorstellen. Etwas schneller als gestern machten wir die Tiere für die Koppel fertig, ehe neue fünf folgten. Funky, Ali, Winny, Blue und Flint. Auch mit ihnen waren wir ruck zuck auf der Strecke und wieder zurück. Für zehn Pferde hatten wir heute noch Zeit. Doch wir alle wollten Feierabend machen, weshalb wir uns doch sehr beeilten. Die nächsten waren: Dash, Suke, Sol, Gipsy und Emil.
    Hier waren die Reiter sofort klar- naja, zwei davon. Gipsy würde ich reiten und Emilio würde von keinem Anderen außer außer Aaron geritten werden. Nach dem satteln ging es auf die Pferde und auf die Strecke. Weil wir ein wenig auf den alten Wallach achten mussten, blieben Aaron und ich ein wenig zurück, während die anderen drei ihre Pferde ganz normal trainierten. In dieser Zeit verquatschten Aaron und ich uns, so dass wir viel zu spät am Hof ankamen, und es schon dunkel wurde. Da wir nichts riskieren wollten, beließen wir es für heute dabei und brachten alle Pferde weg.
    Am morgigen Tag waren alle ziemlich schlecht gelaunt. Sie hatten alle Muskelkater- verständlicherweise. Doch die Arbeit musste getan werden und wir waren fast fertig!
    Es fehlten nur noch: Skrudi, Vin, Hartmut, Letty, Ops, Snuff, Heart und Maracuja, die bald wieder zurück an Ofagwa gehen würde. Nichts desto trotz, trainierte ich sie mit.
    Wir mussten die Pferde zwar aufteilen, und mit Snuff, Heart und Cuja zu dritt gehen, doch es lohnte sich allemal.
    Am Ende des Tages waren alle Pferde in Distanz auf der Klasse A angelangt! Wir hatten zwar über einen Monat mit dem ganzen Training gebraucht, doch hauptsache wir konnten sie jetzt weiter fördern.

    Veija, 30.3.15
    Distanztraining A auf L mit Genuine Lil Cut, Spooks Gotta Gun, Funky Powerbabe, Dead or Alive und What Lies Ahead
    Ein Blick auf meine Uhr sagte mir, dass es Zeit war, aufzustehen. Wow.. Müde erhob ich mich aus meinem Bett und schlurfte ins Bad, wo ich mir die Haare zu einem Zopf zusammenband und kurz die Zähne putzte, ehe ich nach unten in die Küche ging. Natürlich nicht, ohne alle meine Mitarbeiter zu wecken, die komischerweise genauso wie ich verschlafen hatten.
    Ebenfalls müde kamen alle nacheinander in die Küche. "So.. heute wollte ich wieder ein paar Pferde trainieren.. Ich reite Spooky, Caleb und Gen, Aaron du Funky, Aliena Ali und Alexis, du reitest Winny. Auf auf!", sagte ich und verschwand selbst im Stall, nachdem ich mir meine Jacke vom Mantelbrett genommen hatte. Im Stall angekommen machte ich mir Spooky fertig und schnwang mich auf dem Hof in den Sattel, wo ich auf die Anderen wartete.
    Als dann alle da waren, ging es los. Die Pferde waren alle ziemlich gelassen und so konnten wir ohne große Probleme unsere Runde gehen. Da die Tiere doch noch sehr fit waren, schlug ich einen etwas anderen Weg ein, bei dem wir einen langen Galopp einlegen konnten. Am Schluss war Ali doch ein wenig am Schnaufen, weil er sonst nie so lange Strecken galoppieren musste und seine Gesundheit auch ein wenig angeschlagen war.
    So ritten wir also zurück auf den Hof, schwangen uns von den Pferden und kümmerten uns darum, dass die Tiere wieder in ihre Boxen kamen. Nach Ali würde bald mal ein Tierarzt schauen, sobald ich wieder einen erreichen konnte.

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    Distanztraining
    Genuine Lil Cut (M-Distanz), What Lies Ahead (M-Distanz), Eldrian Anthrax (A-Dressur), Cauldron (A-Dressur)

    "Ladies and Gentlemen, we approach Calgary Airport in approximately 25 minutes. Due to the heavy storms in Alberta we will land ten minutes later. We apologize for the circumstances. This is captain Steven Corth, thank you for flying with Air Transat and have a nice stay in Canada.", es knackte in den Lautsprechern. Eine Stewardess fragte nach meinem Befinden. Ich gab zurück, dass ich nur sehr müde sei. Das stimmte auch. Nach der ganzen Fliegerei, mal nach Kanada, dann nach Deutschland, Schottland und jetzt wieder Kanada. Nichts gegen Amerikas kleinen Bruder, aber ich war sehr geschafft und musste direkt danach wieder zu der Ranch von Verena. Merkwürdig, sie gab in der letzten Zeit häufig Aufträge bei mir...Auf Eldrian freute ich mich sogar ehrlich gesagt. Und auf einen schönen Distanzritt. 70 km waren ein gutes Stück. Und zusammen mit dem Strahlemann Caleb würde ich mir dann das schöne Kanada (haha!) ansehen.

    Dieses Mal fuhr ich mit dem Taxi. Da ich für mindestens anderthalb Wochen in Calgary bleiben würde, wären die ungefähr 87$ pro Fahrt ein Geschenk. Ich winkte gerade ein Taxi zu mir und nannte ihm mein Ziel. Sofort ging es wieder los. Die doch kleine Großstadt Calgary wich kleineren Farmen und größeren Eigentumsgrundstücken. Schließlich fuhr das Taxi die lange Auffahrt bis zum Parkplatz. Der Taxifahrer bekam seine 88$ und brauste wieder weg. Es herrschte reger Betrieb. Pfleger und andere Personen führten Pferde – gesattelt wie ungesattelt – in verschiedene Richtungen, und ich fand mich wieder bei den Ferienwohnungen ein. Dort hatte ich ein Zimmer erhalten, obwohl ich mehrmals dankend abgelehnt hatte. Mir wurde das Zimmer gezeigt, danach zog ich meine Reitstiefeletten an und schaute in den Stallungen nach, auf welcher Weide sich Eldrian befand. Er stand derzeit auf der kleineren Koppel, die direkt hinter der größten hinter den Gaststallungen war. Vorerst aber bereitete ich alles vor für das Satteln und Putzen. Plötzlich trat eine junge Brünette vor mir. "Ja?" "Sind Sie eine neue Trainerin?", fragte sie leicht argwöhnisch. Ich stellte mich gerade hin und musterte sie. Sie wies gewisse Ähnlichkeiten mit Verena auf. Musste ihre Cousine sein. "Ich soll über die nächste Zeit drei von Verenas Pferden trainieren." "Ach, Sie sind Catalina? Wie läuft's mit Steel?", fragte sie. "Recht gut. Gewöhnt sich so langsam an mich, hat aber immer noch Probleme mit Menschen.", antwortete ich und marschierte los zu den Weiden. Unhöflich, aber ich war nicht zum Tratschen hier her geflogen. Auf der Koppel grasten einige Hengste, darunter auch der Criollo, den ich suchte. "Eldrian!", rief ich einmal laut und hielt ihm die geschlossene Faust hin. Klug wie er war, trabte er auf mich zu und griff sich mit den Lippen die Möhre, die zwischen meinen Fingern hervorlugte. "Braver Kerl.", ich streichelte seinen Kopf und halfterte ihn auf.
    Die Putzgasse war leer. Eldrian kratzte seinen Kopf an einer nahestehenden Säule. Währenddessen kramte ich in seinem Putzkasten nach einer Wurzelbürste. Ein Gummistriegel wäre heute nicht nötig, ebenso wenig wie ein Schweißmesser. Ich arbeitete still den oberflächlichen Dreck aus seinem Fell, und stützte mich dabei an seinem Körper ab, damit ich die Balance nicht verlor. Auch am Bauch war genug Gras für einen halben Sommer, und so war der Boden nach geraumer Zeit von Fell, Dreck und Gras bedeckt. Dann ging ich mit der Kardätsche noch einmal rüber und kämmte sorgsam seinen Behang. Am Kopf angekommen, schnippte ich ein paar Erdkrumen aus der Nähe seiner Augen weg; er schloss die Lider, danach stubste er mich an und wollte gestreichelt werden. Doch dann wand er den Kopf ab und stampfte mit den Hufen. "Sturkopf.", brummte ich und sattelte den Hengst auf. Geduldig zuppelte ich die Schabracke gerade und gurtete langsam nach. Wie bei meinem alten Reitpferd zeigte auch er, aus was für einem Holz er geschnitten war. Auch beim Trensen riss er wieder den Kopf hoch, den Stirnriemen konnte ich fast nicht korrigieren. "So, los gehts." Auf dem Platz angekommen, führte ich ihn direkt zum Dressurplatz.
    Dort kontrollierte ich den Gurt ein weiteres Mal, bevor ich mich am Sattel festhielt und schwungvoll Platz nahm. Der Criollohengst lief gut unter seinem Sattel und folgte meinen Anweisungen, auf ganzer Bahn im Schritt zu gehen. Der Hengst kannte das folgende Prozedere nur zu gut; nach einigen Runden im Trab – er ging sehr schnell, wollte schon galoppieren – gurtete ich noch einmal nach, dann durfte er weiter gehen. Um die Muskeln und Gelenke vorzubereiten bedurfte es nun auch großer Schlangenlinien und Zirkel.
    Nach einer halben Runde im Galopp zügelte ich ihn und trabte mit ihm auf dem zweiten Hufschlag und wägte die heutige Lektion mit ihm ab. Ich hatte die nächsten Tage noch genügend Zeit, ihn zu trainieren, heute würde es nur ein paar Bahnfiguren geben. Also fing ich direkt mit Schlangenlinien an. Schwungvoll setzte er sich in Bewegung. Über die Runden verkleinerte ich die Bögen, und am Ende des zweiten Bogens bei K bereitete ich eine Kehrtwende vor. Die war leider etwas holperig, also ging ich mit dem Hengst weiter und stellte dann die Zügel aufrechter hin, damit er sich gut in die Wendung biegen konnte und kurz vor E wieder auf dem Hufschlag ganze Bahn ging. Ein Ruf erschallte über den Platz. Vom Platz schräg gegenüber, der Westernplatz, wie ich gelernt hatte, ritt Verena auf Silver an das Gatter. Im flotten Trab hielt ich vor ihr an, streckte kurz meine Arme aus und lachte auf, als Silver und Eldrian sich lautstark begrüßten. "Na, hattest du einen guten Flug?" "Ich hasse Turbulenzen." "Tja, Alberta ist halt ein windiges Plätzchen.", erwiderte Verena. "Heute abend gibt es ein kleines Barbecue am Haupthaus. Du bist gerne eingeladen, sofern du möchtest." Mit einem kurzen Blick auf die Uhr nickte ich. "Ich mache noch zwanzig Minuten mit Eldrian weiter, dann nehme ich mir Gen für einen kleinen Ausritt vor. Ich dachte an Millarville. Sind ungefähr 20 Kilometer. Über die Wochen will ich es mit ihm nach Bluerock Wildland schaffen." "Das sind aber nicht genau 70 km, Cata." "Die zweihundert Meter schenk ich dir." "Also, schaffst du das? Um acht geht's los." "Naja, müsste knapp werden. Und ein schönes Stück Fleisch kann ich niemals ablehnen!", Verena pflichtete mir lachend bei, dann trieb sie Silver auf das Stallgebäude zu. Eldrian hingegen hatte andere Pläne. Der Overo wollte nicht mehr und so waren die nächsten Minuten eine Qual im wahrsten Sinne des Wortes. Ich verfluchte mich, keine Gerte beizuhaben, und trieb den Hengst mit kurz gehaltenen Zügeln zurück auf den Hufschlag. Es folgten leichtere Lektionen der E-Dressur und auch ein Bahnwechsel. Zum Abschluss galoppierte er auf dem Zirkel beim Erreichen des Hufschlages an, und wirkte beinahe schon enttäuscht, als ich ihn schon nach einer Runde durchparieren ließ und auf der Mittellinie von ihm abstieg. Ich band die Steigbügel hoch, lockerte den Gurt um zwei Löcher und kratzte direkt die Hufe aus. Dann führte ich ihn über den Weg zum Stall, sattelte ihn ab und gab ihm einen halben Apfel. Da er ab 15 Uhr in die Box sollte, kniff ich einmal ein Auge zu und ging weiter zu Gen.

    Das Paint Horse stand in seiner Box, und schaute aus dem Tor nach draußen. Als er mich hörte, drehte er sich um. "Hallo, Gen.", sagte ich und musste einen Schritt zurück gehen, da er sich einmal lange schüttelte und dann flemmte. Doch vorerst führte ich ihn nach draußen und schaute ihn mir einmal an. Der typisch hängende Kopf lehnte leicht an seinem Strick, und gelangweilt knabberte er an ihm. Also putzte ich ihn und nahm dann einen Fellsattel für den Hengst. Eigentlich konnte ich auch gut mit einem Vielseitigkeitssattel auf ihm reiten, aber meine Rückenschmerzen plagten mich immer noch und der Lammfellsattel war immer bequem. Ich trenste den Hengst auf, und weil mir langweilig war, flocht ich seine Mähne noch kurz. Auf dem Hof dann liefen mir Caleb und ein anderer Hengst entgegen. "Verena told me to go with you. That's Winny. Nice blaze, right?" Tatsächlich hatte der Foxtrotter, wie mir später bekannt wurde, eine außergewöhnliche Kopfzeichnung. Caleb reichte mir dann einen Rucksack mit Wasser. Als wir anschließend aufsaßen, erklärte der Pfleger mir grob den Weg, stellte sich aber bei diesem Ritt als Vorreiter heraus und trabte dann direkt vom Grundstück.

    Zuerst ging es von den belebten Straßen hinunter. Glücklicherweise trug ich eine gefütterte Jacke, ansonsten würde ich wohl frieren. Caleb führte uns auf einen kleinen Feldweg, der zwischen Feldern und kleinen, abgezäumten Weiden hindurch ging, der sich mehr oder weniger durch die Umwelt wand. Bei einem arg mitgenommenen Baum verging die Zeit im Fluge – im Galopp ging es halt einfach schneller. An einer Weggabelung, die teilweise von hohen Büschen gesäumt war, blieb Caleb kurz stehen und zeigte dann auf das Grün. Es hoppelten zwei Wildhasen heraus. Sie blieben am Boden gekauert, und schnüffelten angeregt an der Luft. Winny beäugte die Hoppler misstrauisch. gen ging einen Schritt zurück. Dann rasten die Hasen weg, schlugen Hacken und waren schon bald verschwunden. Hatte Caleb das gewusst? Nach der kleinen Pause ging es dann weiter. Es wurde ländlicher; in raschen Trab-/Schrittübergängen hatten wir dann so nach einer dreiviertel Stunde laut Caleb 5 Kilometer (plus die drei von dem Gestüt bis zu der Abzweigung) hinter uns gebracht. Daher gab es bei einer kleinen Scheune, die mitten im Nichts stand, eine Pause. Der Foxtrotter und das Painthorse grasten ein wenig, während wir ihnen die Hufe auskratzten, und soffen dann das Wasser, das wir mit hatten. Wolken zogen auf. "Those ain't rain clouds. Still we'd better hurry up.", sagte der Pfleger mit einem Blick nach oben und setzte sich dann synchron mit mir in den Sattel. Im Mitteltrab zogen wir dann an Feldern und kleineren Höfen vorbei, Kinder und Hunde rannten uns ein wenig hinterher und lachten beziehungsweise bellten laut. Just in diesem Moment machte der Hengst einen Sliding Stop. Staub und Gras wirbelte auf, und für diese Glanzleistung gab ich ihm 9 von 10 möglichen Punkten. Einen Punkt Abzug gab es dafür, dass sich der Hengst ab jetzt komplett weigerte, weiter zu gehen. "Ach, komm schon!", genervt stieß ich einen Schwall Luft aus. Antreiben oder mit der Gerte anticken funktionierte nicht; er ging dann immer zurück. Also ging ich mit ihm in kleinen Kreisen um seine Achse, bis er irgendwann so vertieft darin war, dass er überhaupt nicht gemerkt hatte, wie ich mit ihm gerade aus hinter Winny her trabte. Erwischt. Der Hengst schüttelte den Kopf, als hätte er sich darüber geärgert, so ausgetrickst zu werden. Ich gab die Hände etwas vor, als wir wieder galoppierten, und nach wenigen Metern wieder trabten. Langsam schwitzten die Pferde schon. Daher veranschlagten wir eine Schrittpause. Aber auch dabei gingen die Hengste flott.

    Es war Abend. Gen hatte zwar noch zweimal so eine Sache versucht, musste dann aber weitergehen. Tja, leg dich niemals mit einer Trainerin an, hatte ich gedacht, als ich den verschwitzten Hengst abrieb und dann auf die Weide entließ. Nach einer entspannenden Dusche ging es nun zum Grillen. Dort stellte Verena mir nacheinander die Pfleger, Trainer und Azubis vor, die auf ihrer Ranch lebten und arbeiteten. Und dann ging es schon mit dem Grillen los. Neben verschiedenen Sorten Fleisch, Fisch und Geflügel standen uns Baguette, Brötchen, Salate und Saucen zur Verfügung. "Also, wie läufts bei euch gerade?" Ich bestrich ein Brötchen mit Kräuterbutter und legte dann zwei Gurkenscheiben drüber. "Ganz gut. Ich bin vor ein paar Tagen nach Schottland umgezogen. Steel geht es gut, wir mussten sie etwas sedieren. Und wir arbeiten jetzt viel mit einander. Jeden Tag zweimal eine Stunde, Bodenarbeit mit Vertrauensübungen." Verena nickte. "Fleisch ist fertig!", rief Alexis kurz darauf. Und so machten wir uns über das Essen her.

    Am nächsten Morgen machte ich mit Cauldron weiter. Das Pony stand auch auf der Weide, war allerdings nicht so verdreckt wie Eldrian. Obwohl auch er Bekanntschaft mit der Wurzelbürste und der Kardätsche machen musste. Der Hengst erinnerte mich sofort an Blacky. Wobei mein Isländer dabei nicht so ruhig war, wenn ich seine Mähne kämmte. Die paar Strohhalme in seinem Behang konnten rasch herausgefriemelt werden. Mein Magen grummelte. Das Grillen gestern war unglaublich lustig. Es gab Annekdoten aus dem Leben der Arbeiter, halbverbranntes Fleisch – welch ein Graus – und Lagerfeuerlieder. Und dabei spreche ich auch von Spongebobs Lagerfeuerlied-Lied. Ich wurde krebsrot und versteckte mein Gesicht am Hals des Ponys. Callus, wie er auch genannt wurde, knabberte sogleich an meiner Jacke herum. Dann schnaubte er einmal und stampfte kräftig mit dem Huf auf. "Ja ja, ist ja gut." Ich stellte seinen Putzkasten weg und brachte direkt danach sein Sattelzeug mit.
    Die rote Schabracke mit den weißen Schriftzügen sah einfach nur schnieke aus. In Gedanken beschloss ich, Verena nach dem Händler zu fragen, während ich meinen Helm aufsetzte, die Steigbügel einstellte und mich dann auf seinen Rücken setzte. Vom Stall bis zum Platz brauchten wir in etwa drei Minuten, das Gatter war bereits offen. Der Grund dafür war, dass Verena auch auf dem Dressurplatz war. Sie ritt auf einem Rappschecken. "Verena? Woher hast du Callus' Schabracke?" Die Ausbilderin ritt im Schritt neben mir her. "War ein Geschenk von seinem Vorbesitzer. Ich kann gleich mal schauen, woher ich sie habe, warum?" "So eine könnte ich für Steel und Blacky gut gebrauchen. Und ich habe da noch ein Auge auf diese Rennstute geworfen..." Verena lachte auf. Sie ging nun neben mir her auf dem Zirkel. "Ich sehe, du wirst zu einer richtigen Pferdebesitzerin." "Was soll das denn heißen?" "Dass du dich auf jede Richtung hin konzentrierst. Fehlt dir halt nur ein Westernpferd..." "Bin noch nie Western geritten."
    Nach einer Viertelstunde Aufwärmen neben Verena gab es dann auch einen Galopp- und Trabwechsel. Der Hengst war gut auszusitzen in den Ecken und übertrieb es auch nicht. Das war sehr löblich. Nach etwa anderthalb Runden Galopp trabte er dann locker aus. Er ging recht raumgreifend, was das Abwenden auf den Zirkel für ihn sehr leichter machte. Ich überprüfte die Anlehnungen der E- und A-Dressur, da, wie mir Alexis gestern berichtet hatte, sie mit ihm einige Bahnfiguren gegangen war. Das Prinzip der Mittelzirkel und der Volten waren ihm nicht unbekannt, auch wenn er die Volte am liebsten über den halben Platz gezogen hätte. Nach und nach verkleinerten wir die Volte, und legten dann eine Schrittpause ein. Diese nutzte das 6-jährige Pony dazu, zu pinkeln. Dann trat er auch noch in die Pfütze hinein. Wir trabten wieder an und versuchten eine weitere Volte bei B, anschließend eine Wendung aus der Ecke und dann eine Kehrtwende auf der Vorderhand. Der Arme war gerade etwas überfordert, daher durfte er locker auf der ganzen Bahn traben, bis wir drei Zirkel bei A ritten und dann beim Hufschlag eine Schlangenlinie machten. Noch etwa zwanzig Minuten weiter übten wir die Figuren der A-Dressur, bis ich die Füße aus den Steigbügeln nahm und ihn dann einfach herumstromern ließ. Dann stieg ich ab, band die Steigbügel hoch und führte ihn an den Zügeln direkt in den Stall.
    Als ich den Hengst absattelte, stieß ich in der Sattelkammer mit Caleb zusammen. Der schnappte sich gerade ein Westernpad und eine Trense. Auch ich wollte jetzt mit Eldrian kurz weiter machen, und danach auf der Ovalbahn mit Gen trainieren.

    Drei Tage später...
    Eldrian und Callus machten sich gut. Ich hatte jeden Tag mit ihnen insgesamt zwei bis drei Stunden geübt, bin dabei auf Kleinigkeiten wie das korrekte Hufaufsetzen eingegangen oder den Gangwechsel in den Ecken oder bei X. Weil mir das Training mit Callus aber so viel Spaß gemacht hatte, erfolgten auch Anlehnungen der L-Dressur. Er schien richtig Spaß daran zu haben, enge Volten zu gehen oder Kehrtwendungen zu bestreiten. Eldrian brauchte etwas mehr 'Liebe' und Geduld, bis er sich in den Kopf gesetzt hatte, doch einfach mal mitzumachen anstatt gegen mich zu kämpfen.
    Und heute stand die Distanzprüfung, wie ich sie still und heimlich getauft hatte, an. Auch Caleb hatte mit mir fleißig auf der Ovalbahn und in der näheren Umgebung trainiert, und schon am frühen Morgen – okay, es war 8 Uhr, standen wir in der Küche und packten Proviant ein. Der Ritt zu den Bluerock Wildlands würde mindestens drei Stunden dauern. Daher befanden sich Wasserflaschen und Putzzeug in den Rucksäcken, und auch ein paar Äpfel und Brote. "Did you ever rode such a long distance?" "Never. The longest distance I had was like 40 kilometers." Caleb nickte nur. Wir brachten die Taschen zum Stall, wo wir dann die Pferde holten und putzten. Doch bevor wir dann aufsaßen durften sie noch an der Tränke vor dem Stall saufen, ehe wir aufsaßen. Ich hatte wieder meinen Lammfellsattel, Caleb schien im Westernsattel sehr bequem zu sitzen und schnalzte dann.
    Wie bei den letzten Ritten ging es erst einmal nach Millarville. Der Wind frischte auf und zog dunkle Regenwolken mit sich. Von Millarville aus gingen wir in Galopp- und Trabsequenzen weiter westlich, bis uns der nun eintretende Regen dazu zwang, bei einem Stall anzuhalten. Es war ein recht langer Regenschauer, und so durften die Pferde ungesattelt etwas an einem Platz innerhalb des Stallgebäudes trinken und einen Apfel fressen. Caleb und ich nutzten die Zeit, um uns auch etwas aufzufrischen und gelegentlich einen besorgten Blick nach draußen zu werfen. Natürlich hatten wir beide das Wetter der vergangenen Tage und auch das zukünftige verfolgt. Es wäre natürlich schrecklich, wenn es länger als eine halbe Stunde regnen würde. Nicht nur, dass dadurch Tageslicht verloren gehen würde; die Wege könnten auch unpässlich werden. Schließlich hörte es auf und wir machten uns wieder auf den Weg.
    Spätestens jetzt war ein Umkehren angeraten. Wir trabten nun durch ein Reservat. Außer einer Hütte an der Grenze – wir mussten unsere Pässe zeigen – waren wir auf keine Menschen getroffen. Das Reservat war ein Territorium der hier ansässigen Pioniere gewesen. Jetzt bewohnten Elche, Hirsche, Wölfe und Kleinbären das etwa 15 ha große Gebiet. Zum Glück kamen die Wölfe nur zur Dämmerung heraus, und die Bären waren zu scheu, um sich blicken zu lassen. Gen musste einmal pinkeln und einen Haufen hinterlassen. Ich saß ab, und schauffelte den Dung in eine Papptüte und beseitigte sie in einem der Komposteimer, die hier am Wegesrand standen. Sofort danach trabten wir weiter. Winny schien die Gegend gut zu kennen und achtete so nicht wirklich darauf, über die Holzbrücke zu stapfen, unter der sich ein tosender Flusslauf befand. Gen setzte zögerlich einen Huf nach dem anderen auf das Holz, schaute das rauschende Nass an und trabte dann plötzlich dem Foxtrotter hinterher. Ansonsten geschah nichts besonderes. Außer Vogelrufen, einem Falken und raschelnden Büschen war es sehr ruhig, und ich konnte die Stille wirklich geniessen. Die letzten hundert Meter des Reservats brachten wir im Galopp hinter uns, danach mussten wir weitertraben, da wir nun bergaufwärts ritten und der Boden kieselig war.

    Tatsächlich hatte es gut 8 Stunden gedauert, die insgesamt 140 Kilometer hinter uns zu bringen. Als wir beide noch die Auffahrt hochjagten, seufzten wir glücklich auf, festen Boden unter den Füßen zu spüren und schnell die Hengste zu versorgen. Und sobald die auf der Weide waren, wälzten sie sich im Matsch und rieben sich genüsslich. "Oh I'd like to do that, too.", sagte ich und lehnte mich an den Zaun. "You want to get dirty?" Ich lachte. "Jesus, Caleb no! I was thinking about something more relaxing. I'll take a long shower. Luckily my flight is tomorrow in the evening. I can just take some time of, before I need to train my own horses." Somit verabschiedete ich mich langsam von allen Leuten der Ranch und machte mich fertig für den Flug nach Hause.

    Genuine Lil Cut Western Reining LK 4 auf LK 3
    Kurz blickte ich auf die Uhr. Halb 6. Tja, heute und die nächsten Tage hatten meine Leute und ich viel vor. Genuine Lil Cut, Cherokee Rose, What Lies Ahead, Gun and Slide, Moonrise Shadow, Lovely Summertime, Like Honey and Milk, Flintstone, Sympathy for the Devil, Comeback of a fallen Goddess, Sheza bat cat, Siku und Solitary mussten in der Reining von der LK 4 auf die LK 3 gebracht werden, Eldrian Antrax, Marly's Pluie, Cauldron und Annie get your Gun in Springen von E auf A, Hollywood's Silver Dream in Springen von A auf L, My Blue Gun, My Possible Pasts, Hot Smoking Chex und Wimpys Little Devil in Reining von LK 5 auf LK 4 und Lil Princess Gun in Reining von LK 3 auf 2. Dann waren endlich alle wichtigen Pferde trainiert und fertig für die Turniersaison.
    Nachdem ich also mein Team geweckt hatte, schnappte sich jeder eines der LK 4/3 Pferde und machte es fertig, ehe wir mit 5 Pferden in der Halle standen. Draußen war es noch zu kalt zum Training, weshalb auch die Vollblüter, die normalerweise früh am Morgen trainiert wurden, erst gegen 11 oder 12 Uhr auf die Bahn kamen.
    Insgesamt mussten wir 3 Teams "bilden". Das erste und zweite Team waren je 5 Pferde, im dritten Team dann nur 3 Pferde. Da wir genau wussten, was wir trainieren mussten, war die erste Trainingseinheit der ersten 5 Pferde auch schon rum. Nun war es schon 9 Uhr, eher gesagt halb 10, ehe wir die nächsten 5 in der Halle hatten. Und es waren 13 Uhr, bevor wir die letzten 3 Pferde der Truppe in der Halle waren. Sagenhafte 15 Uhr, bis wir verschnaufen konnten.
    Nun waren die 5 Springpferde dran. Heute ritten wir nur die E Hindernisse und einfache A Hindernisse, morgen würden wir das Niveau steigern.
    Also letztes waren die 5 Westernpferde dran. 4 davon mussten von LK 5 auf 4, eins von 3 auf 2. Also ritt ich letztere, welche übrigens Lil Princess Gun war und überlies den anderen die anderen 4 Pferde. Caleb hatte ständig ein Auge auf die 3 und auch Aliena machte ihre Sache gut, auch wenn My Blue Gun sie ab und an einfach verarschte. Nach eineinhalb Stündigem Training beendeten wir den Tag und brachten alle Pferde wieder auf die Koppel.
    Am nächsten Tag gönnten wir den Reinern eine Pause und arbeiteten nur mit den Springpferden. Am Tag darauf waren dann die Westernpferde wieder dran, die wir in Reining trainierten. Am Abend konnte man sagen, dass sie alle eine Stufe höher starten konnten.

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    Genuine Lil Cut S-Distanz
    Es war wieder einmal soweit. Mit einem Koffer und einer kleinen Reisetasche schaute ich auf den Flugplan des Edinburg Central Airport. Mein Flug nach Calgary ging gleich los. Und dieses Mal blieb ich bestimmt einige Wochen dort. Nicht nur dass ich bei Joy wieder aufschlagen sollte; es ging um einen Kombiauftrag. Denn auch Stefanie brauchte Hilfe mit ihren Hackneyponys. Die meisten sollten vor die Kutsche gespannt werden. Aber vor allem freute ich mich auf ein erneutes Wiedersehen mit dem mittlerweile gekörten Powerbabe, der zudem der Vater von Wild Berry war. Aber erst musste ich wieder in den Flieger steigen.


    Wieder einmal erstaunte mich die schiere Größe und Kompaktheit der Kanaskins Rêver Ranch. Im Gästehaus erhielt ich meinen Zimmerschlüssel. Ich kam sogar in den Genuss eines Fernsehers. Der jedoch war jetzt völlig überflüssig. Es war später Vormittag und ich ging dann gestärkt für heute an Gebäuden und kleineren Weiden vorbei, bis ich am Hackneystall ankam. Heute und morgen wollte ich mich um Phoenix und Habasi kümmern. Da Sahara und Harlekin beide auf A aufgestuft werden sollten, dachte ich an eine Fahrt vor einem Zweiergespann. Und danach würden Fake und Nadira ihr Training erhalten. Somit hätte ich gut zwei Wochen mit den Ponys vor mir. Der schwarzbraune Phoenix ging sofort an seine Boxtür, als ich sein Halfter nahm und in seine Box ging. Der junge Hengst wurde dann angebunden und gründlich geputzt. Der Sulky wurde aus einem der Speicher geholt. Merkwürdig, dass ich heute keinen gesehen habe. Genau in dem Moment trat Stefanie ein. "Hi!", grüßte sie. Neben ihr stand Albatroaz. Ich streichelte ihn kurz und bat dann Stefanie, mir beim vorspannen zu helfen. Die Ovalbahn befand sich etwa zwanzig Meter vom Stall entfernt, und bisdahin konnte der Hengst sich etwas aufwärmen. Phoenix hatte richtig Lust daran im Trab über die Bahn zu ziehen. Auch mein Gewicht und das stetige Korrigieren der Laufbahn wirkte sich positiv auf ihn aus. Ich erhöhte das Tempo, und lehnte mich zurück. Die nächsten Tage würde ich wohl nur auf der Bahn im Oval kreisen. Haha. Gut, dass Bella, Tabea, Sarah und Hansi sich um meine Pferde kümmerten, fiel mir gerade ein. Phoenix schnaubte. Eine Stunde später war der Hengst total fertig. Verschwitzt wurde er von mir trocken gerieben und dann in seine Box gestellt. Er bekam noch ein Brötchen, dann kam Habasi vor die Kutsche. Die veredelte Palominostute sprang leichtfüßig auf der Bahn und wirkte sehr fleißig und ruhig. Das Training verlief super mit ihr, ich fand es aber etwas langweilig, nur auf der Bahn zu bleiben und lenkte sie runter. "Stef? Ich mach mit Habasi eine Fahrt auf der Straße.", rief ich ihr zu. Sie stand mit ihrer Freundin Loona an einer Weide und winkte mir dann zu, als ich mit Habasi vom Gestüt runterfuhr. Es fuhren kaum Wagen vorbei. Lediglich einige Reiter kamen mir entgegen, die sich kurz mit mir unterhielten, während sich die Pferde beschnupperten oder auch nur beäugten. Sobald eine längere Strecke vorhanden war, zogen wir im Trab über den Highway, bis wir an einem Ortsschild ankamen, dass daraufhin wies, dass Calgary nur noch sechs Meilen entfernt war, also etwa 8 Kilometer. Wir drehten um. Auch die restlichen sechs Kilometer gingen super, Habasi war ein perfektes Fahrpony.

    "Willst du nicht noch mit Nadira trainieren?" Mittagstisch. Es gab Fisch, Gemüse, Kartoffeln. Habasi und Phoenix bekamen noch einen Apfel von mir. Stefanie starrte mich verwundert an, als ich erklärt hatte, dass ich Chronicle und Harlekin zusammen vor die Kutsche packen wollte. "Trainiere heute lieber mal Nadira. Wenn du morgen noch so schnell bist, kannst du sie bis morgen etwas weiter eingewöhnt haben." Damit stand der weitere Plan für heute fest. Eventuell würde ich heute noch weiter mit Phoenix arbeiten. Nadira, die ebenfalls veredelte Schimmelstute, stand auf der Weide und guckte nur. Als ich ihr entgegen trat mit Halfter und Strick drehte sie sich um und senkte den Kopf. Somit kraulte ich ihre Ohren und streifte ihr das Halfter über. Etwas zaghaft stapfte sie neben mir her und lehnte sich an mich als ich das Gatter schloss und sie dann am Hackneystall anband. Dort hatte ich bereits ihr Putz- und Sattelzeug hingestellt. Bei ihr achtete ich darauf, sanfter zu putzen. Die etwas zurückhaltende Stute brauchte Zeit, bis sie sich an jemanden gewöhnte, und da sie nicht sehr dreckig war, brauchte ich nur einen Striegel und die Kardätsche. Beim Satteln spitzte sie die Ohren. Der Dressurplatz lag direkt neben den Stallungen und war leer. Daher konnten wir den Platz ganz für uns alleine beanspruchen und ich saß auf. Mit Gangwechseln und Zirkeln – die die Stute schon kannte – war sie gut bedient. Die Muskeln waren warm und auch ich war im Dressursport angekommen. Als wir bei C auf dem Zirkel angaloppierten, merkte ich wie sie den Kopf nach außen visierte. Die innere Hand nahm daher die Zügel auf und ich drehte die linke Schulter nach vorne, damit wir beide in der Biegung richtig gingen. Es folgte ein Bahnwechsel mit anschließendem Gang auf den Hufschlag. Wir parierten komplett durch und führten eine Schlangenlinie aus. Lobend streichelte ich ihren Hals und drückte ihr kurz die Hacken in den Bauch. Sie schnaubte, trabte an und wir gingen zwei Runden im Leichttrab. Bis jetzt verlief alles gut. Sie kaute stark auf dem Gebissstück herum und ließ ihre Ohren herum zucken. Plötzlich blieb sie stehen, hatte den Kopf bis zum Anschlag nach oben gerichtet und ging rückwärts. "Hey, hey, was ist denn los?", ich beugte mich kurz nach vorne und kraulte ihren zuckenden Hals. Sie verweigerte jeglichen Kommentar und stieß Luft durch ihre Nüstern aus. Ich schaute nach vorne. Nichts. Also stieg ich ab und blieb vor ihr stehen. Ich griff in die Zügel und streichelte ihr Maul. "Was ist los, Nadira?", fragte ich. Jetzt erst senkte sie den Kopf und wieherte leise. Nun ja, schade. Sie wirkte sehr unruhig und nervös. Obwohl wir nur eine halbe Stunde trainiert hatten, konnte ich so nicht weiter mit ihr machen. Kaum, dass ich im Stall angekommen war, bemerkte ich Maximilians komischen Blick. "Irgendwie ist sie heute nicht ganz bei der Sache." Er runzelte die Stirn, dann seufzte er. Stefanies Freund arbeitete auch regelmäßig mit den Pferden und wie er mir erzählte nachdem ich jetzt Phoenix wieder holte, war Habasi in der letzten Zeit draußen recht merkwürdig im Verhalten. Phoenix schien sich wieder erholt zu haben und durfte auch jetzt an die Kutsche. Aber nur für maximal eine halbe Stunde, denn der Hengst war immer noch fertig von dem morgigen Training, und so durfte er nur wenige Schritte traben – das schien ihm zu gefallen denn er sträubte sich nicht gegen das Geschirr und als ich am Abend noch nach ihm schaute wirkte der Dunkelbraune erschöpft, aber rundum zufrieden.

    Der nächste Morgen war durchaus nass. Es regnete als hätte jemand oben eine Dusche angemacht und vergessen, sie auszustellen. Durch den strömenden Regen rannte ich vom Gasthaus in den Stall und half Stefanie und den anderen die Fenster zu schließen. "Ich helfe dir mit Phoenix. Ich habe eine Regendecke extra für diesen Fall. Musst du halt den Sulky nehmen." "Gut, dass ich gestern meine Reitschuhe noch inprägniert habe.", murmelte ich. Stefanie lachte. Ich zurrte meine Regenjacke zu, und dann machten wir zwei Habasi fertig. Phoenix durfte noch Pause machen, denn vor ihm würde ich mein Glück noch mit Nadira versuchen. Habasi fand die Regendecke überhaupt nicht toll und wand sich. Doch dann fand sie sich damit ab und es ging wieder auf die Straße. Dieses Mal wollte ich mit ihr direkt in die Vororte Calgarys rein. Auf der nassen Straße rutschten die Räder etwas, daher gab es nur kurze Trabintervalle, damit der Sulky nicht schleuderte in den Kurven. "Ruhig, Habasi!", rief ich und bremste sie ab. Schade, denn die Stute bestand heute nur aus Energie. Am Ortsschild bogen wir nach links auf einen Feldweg ab, der gerade noch breit für den Sulky war. Dort durfte sie auch länger traben, und wir zogen an kleineren Eigentumsgrundstücken und Ställen vorbei. Plötzlich hörte das stetige Plätschern des Regens komplett auf. Ich sah nach oben, zügelte die Stute und streifte die Kapuze ab. Es war immer noch bewölkt. Dennoch; weiter ging es. Wir wollten ja heute noch mal ankommen. Zügigen Schrittes ging es zur Ranch, wobei ich jedoch neben dem Highway laufen musste. Ein Stau versperrte uns den Zugang zur Straße. Doch kein Problem, selten wurde gehupt, trotzdem hielt Habasi einen respektablen Abstand und schien sich sichtlich zu entspannen als wir das ihr bekannte Terrain betraten. Ich sprang vom Sulky und stöhnte auf. Die helle Stute hatte schlammige Beine und auch einen verdreckten Bauch. Ich ließ den Sulky an der breiten Überdachung des Stalles stehen, damit er nicht wieder nass wurde, und wusch die Beine der Stute ordentlich ab, rubbelte sie dann trocken und machte auch den Bauch sauber. Damit sie nicht auskühlte, bekam sie Bandagen angelegt und wurde entlassen.
    Nadira stand in ihrer Box. Die Apfelschimmelstute zuppelte an ihrem Heu und trat an ihre Boxtür. "Na?" Ich streichelte ihr Nasenbein und machte sie kurzerhand für die Halle fertig. Denn auf dem Platz wäre jetzt die Hölle los, so viel wie es geregnet hatte. Als ich ihren Stirnriemen zurecht zupfte legte sie ihr Maul auf meine Schulter und hauchte in mein Ohr rein. "Oh du liebes kleines Knuddelpony." Klein war übertrieben, aber sie wirkte heute so verschmust und zärtlich. Seufzend setzte ich meinen Helm auf und brachte sie in die Halle. Loona ritt gerade auf einem Reitpony eine Volte. "Leg dich etwas mehr in die Biegung, dann läuft's besser!", riet ich und stieg nach dem Nachgurten prompt auf. Es folgten einige große Wendungen und Gangwechsel, und weiter ging es mit dem Dressurtraining. Schon den ganzen Morgen hatte ich mich darauf gefreut, mit ihr zu reiten, denn stundenlang auf einem Kutschbock zu sitzen lag mir einfach nicht. Nach einem Zirkel und einem Wechsel in den Galopp zogen wir an Loona und dem Pony vorbei. Das Pony hatte einen recht schnellen Gang drauf und das Sitzenbleiben war schon etwas anders. Im Trab folgten einige Volten und eine Schlangenlinie. Ich legte die Hand auf ihren Mähnenkamm – Nadira trabte einfach weiter. Schnaufend parierte sie dann durch und pinkelte. Im Schritt gab machten wir eine Kehrtwende aus der Ecke und ich hielt sie bei X an, nachdem wir bei B auf die Mittellinie abgewichen waren. Ich ließ die Füße aus den Steigbügeln, ließ sie etwas herumbaumeln und saß ab. Meine Knie knarzten. Ich war 19 Jahre alt und hatte kaputte Knie. Super. Ich lockerte den Gurt des Sattels und brachte sie dann auf die Weide.
    Phoenix stand schon vorgespannt auf dem Platz. Stefanie saß auf dem Bock und bot mir die Zügel an. "Ich will mitkommen. Darf ich?" Ich nickte nur. Ich schwang mich neben Stef auf den Bock und nahm die Zügel auf. Diese gab ich vor, und Phoenix trottete los. Wie wär's wenn wir nach Calgary reinfahren? Die Straßen sind jetzt relativ leer.", sagte die Hufschmiedin geistesabwesend. Wir brauchten eine halbe Stunde bis wir im Vorort ankamen. Der dunkle Hengst war ein wahrer Blickfang. Leute machten Fotos und wollten ihn streicheln, und so hingen wir an der Hauptstraße eine Zeit lang fest, bis wir dann weiter kutschieren durften.
    Es war Mittag. Ich hatte – direkt nachdem der Hengst auf der Weide war – Stefanie und den anderen beim Ausmisten und Futtermachen geholfen. Und als ich gestärkt war, machte ich mit Harlekin und Sahara weiter. Die sollten gemeinsam an der Kutsche laufen. Die beiden waren neugierig und temperamentvoll. Damit also ein gutes Paar. Die Chestnutstute und der Red Roan kannten sich zur genüge; obwohl die beiden gemeinsam die etwas schwerere Kutsche ziehen sollten, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Zu viel Temperament, vor allem bei so unerfahrenen Fahrponys, konnte schlechte Auswirkungen haben. Als ich jedoch das Geschirr auf die Größe der Hackneys einstellte und es den beiden anlegte, ignorierten sich die beiden flissentlich. Erst als die beiden Scheuklappen angelegt bekamen schnabbelten sie los. Sie grummelten und brummelten, wieherten aber nicht sondern schäkerten eher. Als ich vorsichtshalber die Gurte nachkontrollierte und dann aufsaß, stampfte die junge Stute schon ungeduldig mit den Hufen. "Gedulde dich doch noch, ja?", ich streichelte sie und wischte ihr eine Strähne aus den Augen. Sie brummelte zickig und warf den Kopf zur Seite. Daher stieg ich auf, setzte mich richtig hin und ging auf die Ovalbahn mit den Ponys. Der Boden war zwar immer noch feucht und mit Schlammpfützen bedeckt, aber mehr als einige Trabsprünge wären heute nicht nötig; schließlich musste Fake eingefahren werden und heute sollte sie – nachdem die Stute nun von mir auch eingeritten wurde – an das Geschirr gewöhnt werden. Wobei Fake die Eingewöhnung an das Sattelzeug sehr gut überstanden hatte, so glaubte ich nun, nachdem wir den Eingang der Bahn das zweite Mal passierten, dass auch dies für die hübsche Fake kein Problem darstellen sollte. Das farblich ungleiche Paar vor mir trabte nun synchron an. Das Gespann strotzte nur so voller jugendlicher Energie. Gelegentlich tickte ich die Tiere abwechselnd an, damit sie ihr Tempo nicht verloren. Sie blieben weiterhin ruhig, zogen aber ganz schön schnell an den Zäunen vorbei. Als sie dann noch galoppierten, kam ihr Temperament zum Vorschein; die vorzüglichen Fahrponys gaben richtig Gas und der Wind fuhr mir harsch ins Gesicht. Ich lenkte die Kutsche auf die äußere Bahn und ließ sie dann auslaufen.
    Es war später Abend. Die Uhr in meinem Gästezimmer zeigte kurz nach elf und ich lag in meinem Bett. Fake war heute recht anstrengend. Gegen Nachmittag war es stürmischer gewesen und deshalb musste die Stute die Kutsche in der Dressurhalle kennenlernen. Das inprägnierte Holz und die Lederschnitte wurden ausgiebig beschnuppert und mit dem Maul besabbert – Fake blieb ruhig. Auch, als ich sie in die Halterung stellte und nur die Gurte auf ihren Rücken legte, dann ein paar Schritte weiter weg ging, zeigte die Stute keine ungewöhnliche Verhaltensweise. Lobend klopfte ich sie und gab ihr ein Stück Möhre. Dann, aus heiterem Himmel, hob sie ihren Hintern und fing an, zu buckeln. Besorgt, sie könne sich verletzen an dem Holz, ging ich einen Schritt zur Seite. Doch Fake ignorierte das Ungetüm und machte ein paar Galoppsprünge. Ich stieß einen Schwall Luft aus. Endlich etwas Schwung in der Bude! Doch erst musste ich die Stute beruhigen. Die Hände seitlich in die Höhe gestreckt, ging ich langsam auf sie zu. Sie regte sich etwas ab, und ließ sich argwöhnisch anfassen. Dann griff ich in ihre Mähne und umarmte sie. Erschrocken pustete sie mir ihren Atem in meine Haare. "Hey, shhhh. Noch ein Versuch, dann machen wir morgen weiter, ja?" Gesagt, getan. Ich stellte sie wieder an die Halterung und legte die Gurte und Schnallen an. Sanft Druck ausübend passte ich alles an, damit nix drückte oder locker lag. Fake tänzelte nervös zur Seite. Ich hielt sie am Halfter fest, und führte sie ein paar Schritte vorwärts. Die Dunkelbraune hatte ein angeborenes Fahrgen, das wurde mir jetzt erst klar.
    Schon am nächsten Morgen sah ich, wie Max Nadira ritt. Ich schaute ihm eine Weile zu, dann sah ich nach Fake. Die hatte ihre Morgenweide genossen und rieb sich an einem Baum. Putzen war angesagt. Denn so verdreckt, wie sie war, würde ich sie garantiert nicht an die Kutsche nehmen. Also säuberte ich ihr Fell gründlich von Rindestücken, Erde, Gras und sonstigen Hinterlassenschaften. Die Hufe waren verklebt und es dauerte, bis sie einwandfrei sauber waren. Dementsprechend unsauber sah ich aus, als ich meine Hände an meiner Hose abklopfte und der Stute hinter den Ohren kraulte. Fake brummelte leise und warf den Kopf kokett zur Seite, schielte mich an. Lachend klopfte ich ihre Flanke und holte dann vom schräg gegenüber liegenden Speicher den Sulky. Fake ließ sich vorspannen, hatte aber trotzdem die Ohren aufmerksam aufgestellt und die Augen aufgerissen. Beruhigend wisperte ich auf sie ein und wartete, bis sie ruhiger stand und ich sie dann vom Stall direkt zur Ovalbahn führte. Dort war Stefanie beschäftigt, die Zäune abzuklappern. "Irgendwas kaputt?", sie schüttelte ihren Kopf. Fake machte sich bemerkbar und wurde von ihrer Besitzerin begrüßt. "Eines der Ponys hat sich hier einen Splitter eingefangen, ich will wissen, wo." "Gut zu wissen. Ich bin heute mit dem Training deiner Hackneys fertig, Stef. Dann fahre ich rüber zu Verena." "Die Powertunte trainieren?" Ein Lächeln huschte auf ihr Gesicht. Die halbe Community, die mich kannte, wusste von meiner Liebe zu dem hübschen Paint von Verena, der mir nicht zuletzt indirekt ein Fohlen geschenkt hatte, das später wohl mal genauso werden würde wie der Schecke. Stefanie hielt Fake an der Trense fest, als ich auf den Bock sprang und die Stute antickte.
    Alles weitere ging sehr schnell. Die Stute lernte schnell, die Kutsche zu ziehen und ging auch im Trab. Mein Handy fiepste. Mein Wagen stand bereit. Leider etwas zu früh. Doch ich war mir bewusst, dass Fake, Nadira, Sahara, Harlekin, Phoenix und Habasi auf der Kanaskins Rêver Ranch gut aufgehoben waren.

    *

    "Verena!" Ungestüm fiel ich der Hofbesitzerin um den Hals. Es war Nachmittag. Ich war völlig zerupft (nicht wörtlich gemeint). Ich hatte mein übliches Zimmer erhalten. Danach suchte ich nach Verena. Die stand neben Goodbye Grace – die Mutter von Wild Berry. Auch Caleb war hier. Er grinste mich fröhlich an und umarmte auch mich kurz. "Du siehst grauenhaft aus." "Danke. Ich bin wirklich froh, wenn ich wieder daheim bin." "Was machst du heute noch?", Verena hievte einen Westernsattel auf Goodbye und lehnte sich dann dagegen. "Ich fange mit Ravi an. Aber zuerst schau ich nach Funky." Verena lachte. "Caleb, schaust du nach Goodbye? Ich komme mit dir.", damit wandte sie sich zu mir und nahm das Halfter der Ponymixstute. "Wie machen sich die drei?" Wir stapften über die Weide. Es war natürlich die Hengstweide. "Steel läuft nächste Woche ihre erste Krönung. Hoffentlich ihre einzige. Enjoy läuft super – danke übrigens für das Training. Er könnte ja mal eingeritten werden. Und Wild Berry ist schon an die Longe gewöhnt. Er hört gut auf mich und versteht sich mit den anderen Fohlen. Ich glaube, er wird schwul." Verena blieb stehen. "Nur weil die Tunte so tuntig ist, darfst du noch lange keine Witze über ihn oder seine Nachkommen machen.", meinte sie. "Das meine ich ernst. Er verbringt nur Zeit mit Tomenko. Hier.", ich zeigte ihr einige Fotos. Tatsächlich schmuste er sehr häufig und intensiv mit dem Noriker. Verena schmunzelte. "Habe noch nie was von einem homosexuellen Pferd gehört. Sieht mehr nach einer besonderen Freundschaft aus." Lachend hielten wir an. Ich pfiff einmal. Funky stand an einer Tränke. Sofort sah er mich und trabte auf mich zu. "Na?", ich umarmte ihn einmal kräftig. Habe ich den Kerl vermisst. "So, ich fang dann mal mit Ravi an. Aber nur eine halbe Stunde." "Es ist sieben.", stirnrunzelnd schaute Verena mich an. "Und? Ich bin kaputt!", damit ging es auf die nebenan liegende Weide. Der Norwegermix mit den karamellfarbenen Augen erkannte sofort das Halfter. Ohne auf mich zu achten ließ sie es sich aufstreichen. Äußerst brav, das perfekte Kinderpony. Es brauchte etwa einige Minuten, bis wir am Stall ankamen. Ich band sie an, holte ihr Putzzeug und ein einfaches Reitpad sowie Zügel und ihre Trense, und machte mich an die Arbeit.
    "Nein, weiter, na los!", seufzend drückte ich der Ponystute die Fersen in den Bauch. Sie hatte leider nicht viel Ausdauer und machte schon nach zwei Runden im Trab schlapp. Naja, ihr Schwung verlor sich gerade nach zweieinhalb Runden. So stark hatte ich mich lange nicht mehr abgekämpft. Wir passierten A. Die Stute parierte und hustete. "Super gemacht! Fein!", lobte ich sie. Drei Runden. Wir gingen einen Zirkel, machten dann einen Wechsel und als wir an der Bande ankamen schnappte ich mir eine der Gerten, die oben auf dem Holz lagen. Die Stute reagierte laut Verena sehr fein auf die Gerte und brauchte höchstens touchiert werden, um Gas zu geben. Der Handwechsel wurde durch einen Zirkel komplettiert und danach wurde eine Volte eingelegt. Das Prinzip hatte sie schon im Kopf – jedoch waren sie viel zu groß. Als ich sie an der Hinterhand touchierte, trabte sie an – und schaffte schon nach vier Versuchen eine richtig tolle Volte. Ich klopfte ihren Hals und ließ sie dann gerade aus gehen. Ich saß aus, drückte den Rücken durch und gab ihr den entscheidenen Impuls – nichts. Auch als ich notfallplanmäßig auf den Zirkel wendete und dann wieder die Galopphilfen angab, sprang sie nicht an. Eigentlich hatte ich mir das Training heute anders vorgestellt. Dafür hatte sie einen weichen Trab, der sich gut aussitzen ließ. Und als ich bei A einen erneuten Versuch startete, wechselte sie in den Galopp. Grinsend trieb ich sie weiter, schaute auf die Wand damit sie nicht abschnitt und ließ sie dann durchparieren. Schnaufend blieb Ravi stehen. Ich saß ab, drückte meinen Rücken durch. Ich wollte ausgerechnet jetzt keine Probleme kriegen. Ich nahm den Helm ab, legte die Gerte weg und kratzte ihr hier noch die Hufe aus. Von der Halle führte ich sie dann über den großen Platz zum Stall. Dort machte ich sie boxfertig, brachte ihre Sachen an den angehörigen Platz und reichte ihr noch eine Möhre. Und ich? Ich stieg nach einer angenehmen Dusche in mein kuschelweiches Bett und war binnen Minuten eingeschlafen.

    Ich war um vier Uhr kurz wach geworden. Weiß der Geier warum. Als ich drei Stunden später frühstückte und mich dann heute für Funky bereit machte, sah ich Alexis und und einen jungen Mann mir entgegen kommen. "Morgen Catalina. Das ist Aaron. Er ist einer der Trainer hier." Wir sagten Hallo. Derweil lief ich in den Stall. "Kann ich bei Ihnen zuschauen, wie Sie Cauldron trainieren?" Mit etwas Schmackes hievte ich den Vielseitigkeitssattel des Schimmelschecken vom Sattelbock. Aaron griff mir unter die Arme und brachte den Putzkasten mit. "Natürlich dürfen Sie zuschauen. Aber erst möchte ich mit Funky ausreiten." Aaaron nickte. Ich ging wieder zurück und holte Zaumzeug, Hufglocken, Bandagen und sein Martingal. Der Hengst wieherte mir schon entgegen als ich den Stalltrakt lang lief. Kaum stieß ich die Tür offen rammte mir der Schecke seinen Kopf in den Bauch und wärmte ihn mit seinem Atem. "Wir haben uns gestern schon gesehen, hast du das schon vergessen?!", natürlich hatte auch ich ihn vermisst und es gab erst einmal ein Wiedersehen der besonderen Art. Beim Putzen versuchte er, mich ständig im Visier zu haben. Auch beim Hufekratzen blieb er aufmerksam. Als ich ihn dann sattelte und für den Ritt durch die Wildnis Kanadas vorbereitete, schnubbelte er an meiner Schulter. "Oh ja, ich hab dich doch auch lieb, Tuntchen.", ich kraulte seine Ohren und führte ihn nach draußen auf den Platz. Alexis, die gerade ein Fohlen auf die Weide brachte, hielt den zappeligen Hengst fest während ich mich auf seinen Rücken schwang. Alexis wünschte mir "Gut Ritt!", klopfte dem Hengst kräftig auf die Flanke und wir trabten von der Ranch hinunter.
    Die Bluerock Mountains befanden sich zweiunddreizig Kilometer von hier entfernt. Da der Hengst sehr gut im Distanzreiten war, war dies auch kein Problem. Der kräftige Wind, der sich hier aber aufstaute schon. Ich schlug den Kragen meiner Jacke hoch, als wir vor dem Reservat ankamen. Ich gönnte dem Westernpferd eine Pause, damit er sich stärken konnte und 'Ballast' ablassen konnte, dann trabten wir auf den gekennzeichneten Pfaden in den Naturpark hinein. Stille. Pure Stille umgab uns. Gelegentlich zwitscherte ein Vogel oder ein Ast brach, Funky schnaufte oder trat gegen einen Stein. Die Militarystrecke befand sich noch gute zweihundert Meter von hier entfernt. Die Strecke war natürlichen Ursprungs. Flüsse, kleinere Abhänge, Büsche und Baumstämmte – sogar ein (heruntergeschliffener) Stein – und Zäune waren die Hindernisse der 2,4 Kilometer langen Strecke, die wir bezwingen wollten. Bei dem Springtalent des Hengstes war die Strecke gewiss ein leichtes, und wir brauchten ja kein Rennen zu veranstalten. Ein Holzschild mit Markierungen wies uns auf die Strecke hin. Zum Notfall standen auf der Strecke noch alle paar Meter rote Fähnchen. Los geht's. Der Weg war relativ ebengleich. Die Wurzeln die aus dem Boden herausragten waren für Funky kein Problem. Ein Strohballen wurde übersprungen. Es ging bergauf und nach links, direkt danach folgte eine kleine Brücke, die einen Fluss überspannte und dann setzte der Hengst zu einem Sprung über zwei Baumstämme an. Ehrgeizig wie eh und je galoppierten wir über einen kleinen Abhang, dann hielt Funky abrupt an und pinkelte. Danach trabten wir wieder an. Eine Weile lang kam nichts. Es ging mal rauf, mal runter, dann hüpfelten wir über kleinere Äste. In der Ferne hörten wir einen Fluss rauschen. Das Rauschen wurde lauter und lauter – wir überwanden gerade den Stein, der in etwa wie ein Zwergentisch aussah – und dann war er plötzlich da. Funky legte einen Sliding Stop hin, sodass Erde und kleinere Steine meine Beine trafen. Ich schätzte die Breite auf etwa einen Meter und ein paar gekrüppelte Zentimeter und die Tiefe auf zwanzig Zentimeter ein, plus/minus. Funky machte einen Spin, trabte einige Schritte zurück und drehte sich wieder um. Ich gab ihm die Sporen, und er preschte im Galopp auf das Wasser zu. 'Bitte geh nicht durch, bitte geh nicht durch!', dachte ich, doch es kam anders als geplant. Der Hengst streckte sich beim Sprung, ließ sich dann fallen und spritzte uns nass. Im Starktrab zogen wir dann den Pfad weiter. Innerhalb einer halben Stunde waren wir wieder im Park angekommen. Die Beine des Westernpferdes waren immer noch feucht und meine Reithose klebte an meinen Beinen.
    Kaum waren wir zurück auf dem Hof, kam mir ein grinsender Caleb entgegen. "So, Aaron wants to watch you train Cauldron? He called me to look after you.", er griff die Zügel der Tunte, ich saß ab und schaute mir die Hose an. "Well, you got wet on your ride-out." "Of course! We jumped over a river. Where's Aaron?" "He's warming Cauldron up. On the spring course. I'll bring Funky to the stable. It's time for his food." Ich nickte nur, und steckte dem Springpferd eine Möhre zu. Haps war sie weg, dann lief ich zum Springplatz. Schräg gegenüber sah ich Verena auf einem Pferd einige Spins drehen. Aaron führte den schmucken Ponyhengst an den Hindernissen vorbei, bis ich auf den Platz stiefelte und mich mit Cauldron bekannt machte. Neugierig stubste er mich ins Gesicht, dann gurtete ich nach, stellte die Steigbügel richtig ein und saß dann ohne Hilfe auf. "Ich bleibe am Tor.", sagte Aaron dann und schob hinter sich das Gatter zu. Ich orientierte mich kurz auf dem Platz. Neben dem üblichen Gedöns aus Stangenkombinationen und Hecken befand sich auch eine Mauer auf dem Platz. Doch vorher wärmte ich Callus auf. Der Hengst galoppierte an, und wir setzten über die ersten Hindernisse. Das Niveau lag bei A bis L. Seine Qualifikation war eh schon A, daher waren die Hürden für ihn gut zu überwinden. Callus erwies sich als lernfreudig heute, und obwohl es langsam kühler wurde zogen wir das Training weiter an. Während einer Schrittpause legte Aaron neue Stangen in die Hindernisse, damit wir weiter machen konnten.
    Nach dem Mittagessen holte ich Ravi von der Weide. Die gemütliche Stute schunkelte neben mir her, und beim Aufsatteln legte sie die Ohren etwas an. "Schon gut, Kleine." Wir gingen auf den Dressurplatz. Auch jetzt war sie sehr bequem, was das Traben anging. Mit der Gerte klappte es doch, dass wir eine Bahnseite im Galopp hinter uns bringen konnten und dann auf dem Zirkel blieben. Wir wendeten ab und führten zwei Volten hintereinander und einen Bahnwechsel aus. Als wir dann noch eine Kehrtwende hinten dran hängten flapperten die Ohren der Stute aufmerksam in die Luft. Zügig hob sie die Beine an, trabte stark durch und legte sich in die Wendung rein. Lobend streichelte ich ihren Hals, dann war auch für sie Schluss. Genuine Lil Cut stand am Weidezaun und knubbelte gerade mit Goodbye über den Zaun. Die Stute trabte daraufhin weg und ich holte den Paint Horse Hengst von der Hengstweide, damit wir uns für den heutigen Distanzritt warm machen konnten. Der äußerst gelassene Hengst durfte heute mit Westernsattel geritten werden. Es ging zum Banff National Park. Mit den gut 60 Kilometern vor uns würden wir gegen neun Uhr abends wieder daheim sein. Ich hatte einen Rucksack und die Satteltaschen mit Essen, Wasser und einem Hufkratzer bespickt und verabschiedete mich von Alexis und Verena.
    Der Sattel war äußerst bequem zum sitzen und ich hatte richtig Glück, einen so ruhigen Hengst zu haben, der sich von dem allmählichen Nachmittagsverkehr nicht ablenken lassen ließ und locker lief. Auch wenn die Zügel locker hängen durften hatte ich sie fest in den Händen und folgte mit ihm dem Highway Richtung Bluerock Mountains. Von dort aus folgten wir dem National Path, bis wir an dem Park ankamen. Doch erst als wir an dem bewaldeten Stück ankamen galoppierten wir ein Stück, trabten dann wieder und galoppierten wieder. Die Mountains waren hinter uns und wir legten eine Pause ein. Ich entfernte Steine und Dreck aus seinen Hufen und saß wieder auf. Das hügelige Terrain war schwer zu bezwingen, aber schließlich hatten wir es geschafft und kehrten zurück. Genuine hatte noch zwei Äpfel als Wegesnahrung erhalten, dann brachte er uns zurück. Es war schon dunkel, die Sterne strahlten vom Himmel herunter und der schnaufende Paint durfte nach einer intensiven Putz- und Lobphase auch in seine Box.

    "Ich will hier noch einmal kurz mit Funky die Militarystrecke reiten. Dann fliege ich nach Hause." Frühstückszeit. Ich berichtete Verena gerade von den Fortschritten und dem heutigen Plan. Kanada fehlte mir jetzt schon, aber ich wollte auch wieder nach Hause. Ich mümmelte mein Käsebaguette auf, schob mir noch zwei Kirschen in den Mund und stapfte mit vollem Mund zum Stall. Ich schnalzte mit der Zunge und machte Funky auf mich aufmerksam. Mit der Ausrüstung brauchte ich heute doppelt so lange. Der Hengst tänzelte heute unruhig am Anbindepfahl und starrte mich an, wenn er die Chance hatte. "Nimm den Kopf doch mal runter, Mensch!", ich drückte seine Stirn herunter und stellte die Riemen richtig ein, dann war er auch fertig und ich auch. Es war ja sehr früh, daher schafften wir die Strecke bis zum Ziel binnen kurzer Zeit. Funky hatte aber sein Springtalent trotz seiner Aufgewühltheit nicht vergessen. Wie ein typisches Springpferd – denn typisch war er sicher nicht – segelte er über die Hindernisse. Auch den Fluss übersprang er konsequent, von Wasserflecken war nichts zu sehen. Perfekter ging es nicht. Der Hengst hatte volle Arbeit geleistet. Ich konnte nicht aufhören, ihn zu loben und war geschafft, als ich am Stall ankam. Genau in dem Moment, als wir die Auffahrt hochtrabten fing es an zu gewittern. Funky wieherte einmal lauter und wurde zackiger. Etwas unruhig hielt er vor dem Stall an und lief neben mir her in den Trakt. Gelassen sattelte ich ihn ab. Verena und Alexis kamen mit Pferden und Ponys in den Stall gelaufen. Sie waren klatschnass. "Unwetterwarnung. Hilfst du uns, wenn Funky in seiner Box ist?" Ich nickte nur und beeilte mich, den Schimmelschecken in sein kleines Heim zu bringen. Abwesen reichte ich ihm ein Brötchen, und lief dann nach draußen, um die Pferde in Sicherheit zu bringen. Die Fohlen waren sehr aufgeschreckt, und als nach einer halben Stunde etwa alles in Ordnung war, es aber weiterhin stürmte, ging ich noch ein letztes Mal zu Funky. Der wälzte sich gerade in seiner Box und hatte die Beine schön in die Luft gereckt und schaute mich schon beinahe hilflos an. Lachend setzte ich mich an seinen Kopf und streichelte ihn. "Ich werd dich vermissen, Kleiner.", hauchte ich, als ich dann aufstand und durch den peitschenden Regen in das Gästehaus lief.

    Genuine Lil Cut Springen E auf A
    Seufzend strich ich ein paar Namen auf einer Liste durch, wo die Trainingspferde drauf standen. Es waren im Endeffekt einfach viel zu viele Pferde, die wir mit 6 Leuten trainieren mussten, weshalb ich wohl bald an Personal aufstocken müsste- schon wieder.
    Heute hatten wir uns My lovely Horror Kid, Eldrian Antrax, Cauldron, Hell, Zuckerschock und Wimpys Little Devil vorgenommen. Nach dem satteln fanden wir uns auch schon auf dem Platz wieder, wobei Horror, Antrac und Cauldron in der Halle trainiert wurden, da sie schon eine Stufe höher waren als die anderen 3 Pferde. Den ganzen Vormittag verbrachten wir damit, den Pferden die Hindernisse schmackhaft zu machen und ließen es dann gut sein, damit die nächsten 6 an die Reihe kommen konnten. Diesmal waren es Pluie, Annie, Blaze, Jagger, Faster und Genuine. Ich ritt die stürmische Blaze, die sich heute nicht kleinkriegen lassen wollte. Ständig verweigerte sie oder warf die Stangen ab. Ich seufzte kurz und legte die Stangen ein Stück nach unten, ehe ich das Ganze nochmal versuchte. Dann klappte es und ich legte sie wieder hoch. Siehe da, die Stute konnte also doch springen!
    Als die Pferde dann fertig waren aßen wir etwas zu mittag, ehe wir weitere 6 Pferde aus ihren Boxen holten. Princess, What Lies Ahead, Gun and Slide, Shadow, Summertime und Sympathy for the Devil. Mit ihnen waren wir sehr schnell fertig, da sie alle sehr schnell lernten, so dass wir uns nun den restlichen Pferden widmen konnten. Es fehlten uns noch My Blue Gun, Possible Pasts, Smoking Chex, Ravi, Snuff, Enjoy Nature, Woodstock Lady und Augen auf, wobei letztere in Dressur trainiert wurde. Ich selbst schnappte mir Abby, mit der ich alleine auf den Dressurplatz ging. Es dauerte eine ganze Weile bis ich so ordentlich aufgewärmt hatte und sie locker an meinen Hilfen ging. Doch nach einer guten Stunde hatte ich ein schön gelassenes, locker laufendes Pferd unter mir, mit der es Spaß machte, zu trainieren. Ich schaute nun bei den anderen 5 vorbei, die immer wieder die Pferde unter sich tauschten und fleißig am Springen waren. Ich lachte kurz und brachte Abby dann weg, ehe ich den anderen half.

    Reining LK 3 auf LK 2
    by Veija

    Heute war Genuine an der Reihe trainiert zu werden. Ich hatte mir vorgenommen ihn am Ende des Abends in der LK 2 laufen zu haben, so dass ich schon am frühen Morgen im Stall stand und den Hengst putzte. Freudig rieb er seinen Kopf an meiner Schulter, ehe ich kurz seinen Hals klopfte und ihn fertig putzte, so dass wir kurze Zeit später gesattelt in die Halle gehen konnten. Nach ausgiebigem Aufwärmen ritten wir zunächst eine leichte Pattern, ehe wir die Spins verfeinerten. Genuine hatte das Problem, dass er immer "überdrehte". Das heißt, statt seiner 4 Runden 4 1/4 oder 4 1/2. Das gab natürlich massiv Punktabzug, wehsalb wir da besonders grünlich dran arbeiten mussten.
    Als wir damit fertig waren, übten wir noch einmal Speed Control und Back Ups, ehe wir zum Schluss hin Rollbacks übten, mit denen er am meisten Probleme hatte. Nach einer gefühlten Ewigkeit sprang er halbwegs sauer rum, so dass ich ihn lobte und zurück in seine Box brachte.

    Der Ritt
    Ich atmete nochmal tief durch. Nein, es würde schon nichts schiefgehen! Genuine Lil Cut war ein toller Hengst und ich konnte mir nicht vorstellen, dass etwas schiefgehen sollte.
    In Gedanken schon längst bei der Kür, richtete ich den schicken Sattel des Paint Horses nun schon zum dritten Mal und merkte gar nicht, dass ich voller Anspannung an meinen Nägeln kaute. Das sollte ich besser sein lassen, sonst würde die ganze Kür den Bach hinab gehen, wenn Gen meine meine Unruhe aufnehmen würde.
    Als der Reiter mit seinem Pferd, welches vor mir an der Reihe war, aus der Halle kam, setzte ich meinen Fuß in den Steigbügel und schwang mich hinauf in den Sattel. Er war mehr als bequem und ich schloss kurz die Augen, bevor ich den Hengst in Richtung Halle lenkte. Trotz der vielen Zuschauer blieb der Hengst recht ruhig und auch meine Anspannung fiel langsam von mir ab.
    Als ich die Halle betrat, verschwand die Aufregung ganz und ich war nur noch mit mir selbst und dem hübschen Hengst hier.
    Im Schritt steuerte ich auf X zu. Gen lief gleichmäßig und folgte meinen Anweisungen mit viel Eleganz. Am Mittelpunkt grüßten wir die Richter.
    Danach ging ich mit ihm im Schritt weiter und wendete auf die linke Hand ab. Nach einer langen Seite wechselte ich auf den Zirkel und ließ in antraben. Seine Schritte waren von vornherein gleichmäßig und ein weiterer Stein fiel mir vom Herzen; der Trab war noch nie meine Gangart gewesen. Nach einer Runde Zirkel wechselten wir aus dem Zirkel, ich saß um und nun ging es auf der rechten Hand im Trab weiter. Dieser war zwar etwas wackliger, aber ich hoffte, dass das nicht der Weltuntergang sein würde. Nach zwei Runden Trab parierten wir wieder zum Schritt durch. Ich ließ Gens Zügel lang und war stolz auf die gute Haltung des Pferdes.
    Im Schritt lief ich auf der rechten Hand drei Schlangenlinien durch die Bahn und kam dann wieder auf der linken Hand heraus. Dort ging ich wieder Zirkel und zur geschlossenen Seite hin, gab ich dem Hengst die Galopphilfen. Er galoppierte leichtfüßig an und ich konnte mich entspannt zurücklehnen, während das Paint Horse eine wunderschöne Runde ganze Bahn lief. Nach der Runde parierte ich ihn ihn den Schritt durch, wechselte durch die ganze Bahn und galoppierte auf der anderen Hand noch einmal an. Auch hier lief der Hengst ohne Probleme. Jetzt war es fast geschafft! Ich parierte den Hengst durch, lief nochmal eine einfache Schlangenlinie an der langen Seite und wendete dann bei C auf die Mittellinie ab. Bei X hielt ich den Hengst an, verabschiedete die Richter, während ein leichtes lächeln auf meinen Lippen lag, und verließ dann im Schritt mit Genuine Lil Cut die Halle. Draußen ließ ich mich von seinem Rücken gleiten und musste ihm erstmal einen dicken Kuss auf die Stirn drücken. Er hatte wunderbar mitgearbeitet und es hatte alles so geklappt, wie ich es mir vorgenommen hatte. Nun musste er die Richter nur noch überzeugt haben und seine Körung war vollbracht.
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    HG by Samarti, Zubi by Lou, Bewegung by Veija​
     
  12. Eddi

    Eddi Modi

    Abstimmung da! Sie geht bis zum 18.11.2015 um 20 Uhr!​
     
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