Gewinner des 34. KGs - IceLandGirl

Dieses Thema im Forum "Gewinner" wurde erstellt von deivi, 20 Mai 2012.

  1. deivi

    deivi Don't drink and daif Staff

    Gewinner des 34. Kurzgeschichtenwettbewerbs ist IceLandGirl

    Thema: Grusel/Horror/Mord​


    Stammdaten der Kurzgeschichten:
    - Titel der Kurzgeschichte: Stille Nacht
    - Thema der Kurzgeschichte: Kriminalgeschichte
    - Verfasst am: heute abend

    Stille Nacht
    ~
    Blut. Überall Blut. Entsetzt sieht sie auf ihre blutverschmierten Hände. Ein stummer Schrei entweicht ihr und sie krabbelte ängstlich zurück. "Nein", wimmert sie, "nein." Er lacht und sagt:"Alles ist gut. Alles ist gut." Erschrocken wendet sie ihm den Blick zu. "Hilfe", will sie schreien, "so helfen Sie mir doch." Aber kein Laut dringt aus ihrem Mund. Sie kann ihn nur anstarren, wie ein verängstigtes Tier, das auf der Straße steht, vom hellen Scheinwerferlicht des herannahenden Autos geblendet wird und auf seinen Tod wartet.
    ~
    Sie lacht, das helle Mondlicht lässt ihre fahle Haut noch weißer erscheinen, ihre Backen so rot wie Blut. Er lächelt. Sie ist sein Augenlicht. Sie weiß nichts von ihm, doch irgendwann wird sie erkennen, dass er der Richtige für sie ist.
    Sie steht unter der Dusche, er sieht ihr zu. Das warme Wasser lässt ihre sonst so helle haut rosig werden und ihre kräftigen Oberschenkel Glitzern im Sonnenlicht. Er lächelte, lässt seinen Blick höher wandern und erzittert, als er ihre vollen Rundungen mit seinem Blick abtastet. Sie ist sein Augenlicht. Sie weiß nichts von ihm, doch irgendwann wird sie erkennen, dass er der Richtige ist.
    Sie ist mit ihren Freundinnen in der Stadt, gerade gehen sie in die Dessousabteilung. Er folgt ihnen. Drinnen wird er von einer Verkäuferin angesprochen. Er sagt, dass er ein Dessous für seine Frau sucht. Die Verkäuferin will ihm helfen, aber er schüttelt abwehrend den Kopf und geht weiter. Er beobachtet wie sie sich einen BH aussucht. Es ist ein teurer BH mit Spitze und passendem Höschen. Er wartet bis sie in der Umkleide verschwunden ist, dann nimmt er den BH und kauft ihn. Sie ist sein Augenlicht. Sie weiß nichts von ihm, doch irgendwann wird sie erkennen, dass er der Richtige ist.
    ~
    "Kommen wir zu den Nachrichten. Am späten Abend des 28. Augusts ist eine junge Frau spurlos verschwunden. Sie trug zur Zeit ihres Verschwindens eine Jeans in hellem Blau und ein dazu passendes schwarzes Top." Er schaltet den Fernseher aus, denn er will es nicht hören. Er weiß ja wie sie aussieht.
    Er lächelt und wendet sich ihr zu. "Hörst du, mein Engel", sagt er, "sie suchen nach dir. Sie wissen nicht, dass du jetzt bei mir bist. Dass du bei deinem Geliebten bist." Sie wimmert leise und flüstert: "Bitte. Bitte lassen Sie mich gehen."
    ~
    "Noch immer sucht die Polizei nach der seit 14 Tagen vermissten Anna S. Bisher weiß man, dass sie am Abend des 28. Augusts auf dem Weg von Frankfurt nach Offenbach gewesen ist und irgendwann zwischen 21:00 und 21: 30 Uhr verschwunden sein muss." Er schaltet den Fernseher auf stumm und verfolgt die flimmernden Bilder, bevor er aufsteht und nach unten in den Keller geht. Dort ist sie sicherer. Sie weint oft, aber wenn er kommt, dann sagt sie nichts. Manchmal schreit sie ihn an. Warum nur versteht sie nicht, dass sie sein Augenlicht ist und er ohne sie nicht leben kann? Er bringt ihr jeden Tag dreimal Essen. Entweder hat sie es nicht angerührt oder sie hat es verschüttet. Er muss sie dann immer bestrafen. Sie hat Angst im Dunkeln sagt sie. Wenn sie nicht artig ist, dann schaltet er das Licht aus. Er kann sie manchmal weinen hören. Warum weint sie nur? Sie ist doch bei ihm sicher.
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    Sie weint oft. Wieso hat er sie hier unten eingesperrt. Wieder einmal ist es stockdunkel um sie herum und sie fürchtet sich. "Lassen Sie mich raus. Lassen Sie mich doch bitte raus. Bitte." Ihre Stimme versagt und sie schluchzt heftig. Sie weiß nicht wie viel Zeit vergangen ist, seit er das letzte Mal dagewesen ist. Es kommt ihr ewig vor. Ob er sie vergessen hat? Als sie schon fast nicht mehr daran glaubt, dass er zurückkommt, öffnet sich die Tür und sie hört Schritte auf dem Gang. Das Licht flackert auf und sie muss die Augen schließen. Ihre Augen gewöhnen sich nur langsam an das Licht und als sie sie wieder öffnen kann, ist er bereits verschwunden. Nur der Teller steht wie immer an seinem Platz. Gierig macht sie sich über das Essen her. Es schmeckt gar nicht so schlecht, wie es aussieht. Sie fühlt sich beobachtet. "Hallo", fragt sie. Keine Antwort. Ob er noch hier ist?
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    "Die vor 3 Monaten als vermisst gemeldete Anna S. ist laut Polizei vermutlich schon tot. Von ihr fehlt jegliche Spur. Sachdienliche Hinweise bitte an die Frankfurter Kriminalpolizei oder jede andere Polizeidienststelle." Wieder einmal steigt er die Treppe hinunter, während hinter ihm der Fernseher dröhnt. Es ist auffällig leise im Keller. Vielleicht schläft sie. Voller Vorfreude geht er hinab, denn wenn sie schläft, dann kann er sie ungestört bewundern. Sie schläft tatsächlich. Er stellt sich ganz dicht vor ihre Zelle und sieht auf sie herunter. Das einzige was er ihr erlaubt zu tragen ist ihre Unterwäsche, doch auch die darf sie ab heute nicht mehr tragen. Sie soll nackt sein. Nackt, wie Gott sie geschaffen hat. Er geht in ihre Zelle und fesselt sie, so wie jedes Mal wenn er sie auszieht. Sie wacht auf, sieht ihn erschrocken an und will zurückweiche, aber es geht nicht, denn sie ist gefesselt. Er lächelt gutmütig und streicht ihr über die Wange. Sie wimmert. "Keine Angst", sagt er und streicht ihre Wange hinab, über ihren Hals und lächelt. "Du bist wunderschön", haucht er und beginnt dann ihren BH und ihre Unterhose auszuziehen. Er erzittert bei ihrem nackten Anblick und lässt seinen Blick über ihren Körper wandern. "Zufrieden, du perver*es Schwein", schreit sie ihn an und versucht sich zu befreien. Er lächelt. Dann schlägt er sie. So fest, dass sie das Bewusstsein verliert. Wieder streicht er über ihre Wange,bevor er die Fesseln löst und geht.
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    "Die Polizei hat die Suche nach der seit 5 Jahren verschwundenen Anna S. eingestellt und für Tod erklärt." Er lächelt. Endlich haben sie verstanden, dass sie zu ihm gehört. Er geht nach unten und betrachtet sie. Sie vertraut ihm jetzt. schreit ihn nicht mehr an und tut alles was er sagt. Heute will er ihr seine Sammlung zeigen. Sie wird staunen. Wie stolz sie auf ihn sein wird. Er lächelt zufrieden und öffnet die Zellentür. "Komm", sagt er freundlich und hält ihr die Hand hin. Sie ergreift sie und folgt ihm. Mittlerweile trägt sie wieder ihre Kleidung, aber wenn er es von ihr verlangt, dann zieht sie sich aus und präsentiert ihm ihren makellosen Körper. "Wohin gehen wir", fragt sie unterwürfig und sieht ihn nicht an. "Ich will dir meine Sammlung zeigen", sagt er und lächelt. Langsam schiebt er die Tür auf und zieht sie hinein. Hier befindet sich seine Sammlung, hierher hat er bisher niemanden gebracht.
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    Sie schnappt entsetzt nach Luft. "Was", bringt sie hervor, "was ist das?" Er lächelt. "Meine Sammlung", sagt er und schließt die Tür. Er führt sie zum ersten Schaukasten, nimmt ihre Hand und lässt sie darüber fahren. "Fass sie ihn an", sagt er, "sie war meine erste Geliebte." Blut. Überall Blut. Entsetzt sieht sie auf ihre blutverschmierten Hände. Ein stummer Schrei entweicht ihr und sie krabbelt ängstlich zurück. "Nein", wimmert sie, "nein." Er lacht und sagt:"Alles ist gut. Alles ist gut." Erschrocken wendet sie ihm den Blick zu. "Hilfe", will sie schreien, "so helfen Sie mir doch." Aber kein Laut dringt aus ihrem Mund. Sie kann ihn nur anstarren, wie ein verängstigtes Tier, das auf der Straße steht, vom hellen Scheinwerferlicht des herannahenden Autos geblendet wird und auf seinen Tod wartet.


    Ende


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    Herzlichen Glückwunsch [​IMG]
     

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