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EM Vielseitigkeit: Deutschland nach Dressur und Gelände auf Platz zwei

Dieses Thema im Forum "Reiten" wurde erstellt von Libbie, 15 Sep. 2007.

  1. Libbie

    Libbie Reitlehrerin

    Pratoni del Vivaro/ITA (fn-press). Die britischen Titelverteidiger haben bei den Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter im italienischen Pratoni del Vivaro einmal mehr ihre Übermacht im Geländereiten demonstriert. Nach der zweiten von drei Teilprüfungen liegt das britische Team mit einem deutlichen Vorsprung vor den Mannschaftsweltmeistern aus Deutschland und der Mannschaft aus Frankreich. In der Einzelwertung hat der französische Ex-Europameister Nicolas Touzaint mit Galan de Sauvagère die Nase vorn. Als letzter Starter war er der Einzige, der in dem 6.020 Meter langen, anspruchsvollen Geländekurs ohne Zeit- und Hindernisfehler bewältigte. Als beste Deutsche belegte Bettina Hoy (Gatcombe/GBR) mit Ringwood Cockatoo den dritten Platz vor dem abschließenden Springen.

    Eine der Klippen des rund 6.000 Meter langen Kurses mit seinen 28 Hindernissen zeigte sich bereits beim Ritt von Ingrid Klimke (Münster), die mit FRH Butts Abraxxas als erste deutsche Mannschaftsreiterin an den Start ging. Sie kassierte für einen "Vorbeiläufer" am letzten Element der Rifle Range (Hindernis elf) 20 Strafpunkte sowie Zeitfehler durch das Reiten der Alternative und fiel damit vom vierten auf den zehnten Platz zurück (60,7). "Die Distanz passte einfach nicht", sagte die dreifache Deutsche Meisterin, die ansonsten mit ihrem Nachwuchspferd FRH Butts Abraxxas hoch zufrieden war. "Das wird ein richtig 'Großer", sagte sie.

    Dass etwas mit der Distanz "nicht stimmte", konnte kurze Zeit später auch ihr Teamkollege Peter Thomsen (Lindewitt) bestätigen. "Solche Kombination aus schmalen Sprüngen springen wir im Training ständig, aber dass sie dieses Mal an einem steilen Hang standen, hat die Pferde wohl doch etwas verwirrt", suchte Thomsen nach einer Erklärung, dem dasselbe Malheur wie seiner Vorreiterin passierte. Allerdings kam der Holsteiner mit The Ghost of Hamish nur 20 Sekunden zu spät ins Ziel und belegte damit Platz 17 in der Zwischenwertung (75,5).

    Mit den Problemen an Hindernis elf waren die beiden Deutschen nicht alleine. Schon bald versuchte kein Reiter mehr, hier den geraden Weg zu nehmen, stattdessen wählten alle von vorne herein die mögliche, längere Variante. So auch die deutsche Einzelreiterin Beeke Kaack (Schmalensee), die ihr Championatsdebüt mit einer sicheren Geländerunde schmückte. Nur einmal, am zweiten Wasserhindernis (Nummer 18), rumpelte ihr Holsteiner Sinjang einmal kurz, doch hatten Ross und Reiter die Lage sofort wieder im Griff und kamen mit nur 16,80 Zeitstrafpunkten ins Ziel. Damit belegt die 29-jährige Sportsoldatin nach Dressur und Springen Platz elf (65,1).

    Wie an der Schnur gezogen lief der 16-jährige Schimmel Ringwood Cockatoo der zweiten deutschen Einzelreiterin Bettina Hoy durch den anspruchsvollen Geländekurs. Hoy wählte als eine von nur wenigen Reitern an der Hinderniskombination neun, drei, auf gebogener Linie angeordneten Hinderniselementen den geraden Weg, ging an der Rifle Range allerdings auf Nummer sicher und nahm für die Alternative Zeit in Kauf. Mit einem Zwischenstand von 38,3 Minuspunkten musste die nach Dressur Führende schließlich nur Titelverteidigerin Zara Phillips (Großbritannien) mit Toytown (32,6) und dem Franzosen Nicolas Touzaint mit Galan de Sauvagère den Vortritt lassen (29,4).

    Auf ihren Spuren wandelte auch Hinrich Romeike (Nübbel) mit Marius Voigt-Logistic, der als dritter deutscher Mannschaftsreiter mit einer fehlerfreien Runde ins Ziel kam. Auch für ihn schlugen am Ende nur einige Zeitfehler zu Buche (46,9), womit er auf Platz sieben im Zwischenstand rangiert. "Ich war schon etwas erleichtert im Ziel zu sein", sagte der Zahnarzt. Wie schon seine Vorreiter bestätigte er, dass der Kurs nicht nur von den Pferden, sondern auch von den Reitern konditionell viel abforderte.

    Allerdings war es zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass die Briten an diesem Tag "das Rennen" machen würden. So waren bis dahin alle drei britischen Teamreiter ohne Hindernisfehler ins Ziel gekommen - Daisy Dick mit Spring Along (45,1/Platz fünf), Oliver Townend mit Flint Curtis (68,2/Platz 14) und Zara Phillips mit Toytown - und auch die vierte Reiterin, Mary King blieb mit Call Again Cavalier ohne Hindernisfehler (41,30/Platz vier). Somit hätte auch der deutsche Schlussreiter Frank Ostholt (Warendorf) - selbst mit einer Nullrunde - nichts mehr am Führungswechsel durch die Briten ändern können. Doch es kam gänzlich anders, denn nach einem souveränen Beginn endete das Championat für den Mannschaftsweltmeister kurz vor dem Ziel nach zwei Verweigerungen an Hindernis 24. Das Ergebnis seiner drei Mitstreiter reichte jedoch aus, den Deutschen mit 183,1 Minuspunkten Platz zwei hinter England (119,0) und vor den Franzosen (208,9) zu sichern, die ebenfalls nur noch mit drei Paaren im Wettbewerb liegen. Bis auf die Briten und die italienischen Gastgeber kam keines der zwölf Teams "komplett" ins Ziel. Insgesamt beendeten 44 Paare die Prüfung.
     

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