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Der Mond aus Beton

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von BiZzArE.o_O, 19 Dez. 2008.

  1. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Der Mond aus Beton



    Leis´, mein Freund, mein Schatten,
    weht dich der Wind hinfort,
    ich werde auf dich warten,
    an einem andren Ort.​



    In "Der Mond aus Beton" geht es um ein 16-jähriges Mädchen namens Johanna, dass sich bei einer Talentshow bewirbt und schlagartig in der Welt der Stars landet. Ihre wunderbare Stimme bezaubert die Menschen. Doch der Druck wird immer größer, Termin folgt auf Termin. Dann bekommt sie einen Brief. Er ist von "Kater". Er erzählt ihr von der Stille. Immer mehr Briefe von ihm treffen ein und machen Johanna verrückt. Plötzlich scheint die Stille mit ihr zu sprechen, sie kann sich vor den Stimmen nicht retten, nimmt Drogen und trinkt, um sie zum Schweigen zu bringen. Doch dann wendet sich das Blatt scheinbar. Tommy tritt in ihr Leben und verändert alles...
     
  2. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Der nasse Asphalt glänzt im Mondlicht. Stille hallt zwischen den verkommenen Häusern wieder und tut mir in den Ohren weh.
    Du fragst dich, seit wann Stille hallt? Sie hallt schon immer. Sie flüstert, wispert, knistert. Verspricht, vergibt, hört zu. Du kannst ihr alles erzählen. Sie wird es sicherlich Anderen weitergeben, doch nur die, die den Mond aus Beton kennen, können sie auch wirklich verstehen.
    „Hallo Swyrel.“ Die Stille flüchtet in die dunklen Schatten zwischen den Häusern. „Red nicht so laut, ich habe Kopfschmerzen“, bringe ich mühsam hervor und versuche, mich aufzusetzen, wobei ich den Wodka neben mir umstoße. „Verflucht! Schau, was du angerichtet hast, Tommy!“, kommt es pfeifend zwischen meinen zusammengekniffenen Zähnen hervor. Tommy guckt besorgt. Ich hasse es, wenn er mich so anschaut. Dann werde ich ganz weich.
    „Deine Augen, Swyrel.“ „Was ist mit denen?“ „Sie leuchten noch.“ „Was bringen mir leuchtende Augen? Ich brauche endlich Glück, Tommy.“ „Nein, du brauchst mich.“ „Du bist eingebildet.“ „Und du bist ein verdammter Dickschädel.“ Er läuft davon. ´Geh nicht, Tommy!`, flehe ich, doch er kann keine Gedanken lesen. Da sitze ich nun. Die Stille kommt wieder aus ihrem Schatten gekrochen und umfängt mich. Sie wispert. Sie flüstert. Sie redet von Dingen, die ich nicht hören will. Und mir wird klar, dass die Stille ein verdammt hinterlistiges Biest ist. „Verschwinde!“, schreie ich heiser, doch sie bleibt. Und wispert und flüstert immer weiter.

    Ein Jahr zuvor…

    „…my da-arling“, beendete das braungelockte Mädchen ihr Lied. Noch eine Weile klang ihre Stimme in den Köpfen der Menschen um sie herum nach. „Sie kann herrlich singen.“ „Aus ihr wird ein großer Star“, wisperten sie. Das Mädchen bin ich. Johanna. Ich lächelte. War glücklich, dass jemand mein Talent zu würdigen wusste. ´Sweet sweet sixteen`, trällerte ich in Gedanken und schlenderte aus der Halle. Mit meiner Karriere war es in den letzten Wochen steil bergauf gegangen. Entdeckt in einer Talentshow wurde ich bald zum Liebling der Medien. Und ich genoss es. Oh ja, ich genoss es sogar sehr.
    Ich stellte mich den Fotografen, lächelte für die Kamera, zeigte immer meine Schokoladenseite. Endlich konnte ich gehen. ´Sweet sweet sixteen`. Eine Show morgen. Und zwei übermorgen. Talkshow um drei Uhr am 14., es war ok. So wies war.
     
  3. vikulja

    vikulja Bluub :3

    Geil
    Machst du bald weiter???
     
  4. Safer

    Safer Neues Mitglied

    ich mags..du hast nen tollen schreibstil find ich^^
     
  5. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Dankeschön x)

    Wochenende! Oh wie ich mich darauf freute. Die ganze Woche über war ich von einem Termin zum anderen gehetzt. Ich hatte jetzt einen Manager. Hörte sich echt cool an, war´s aber nicht. Er vereinbarte hinter meinem Rücken immer neue Termine und Auftritte. Ich konnte nicht einmal was dagegen tun.
    Mein Handy klingelte.
    „Hey Süße, ich wollte dich nur daran erinnern, dass du morgen um halb neun die neue Choreo mit Livia einstudierst.“ Ich hasste es, wenn er Süße zu mir sagte. „Verdammt, Mike, morgen ist Samstag!“ Kurzes Schweigen. „Ja…und?“ „Wochenende! Ich will ausschlafen!“ „Du bist jetzt ein Star, Darling, ausschlafen gibt’s nicht!“, lachte Mike und legte auf.
    Ich starrte bitterböse mein Handy an und schmiss es schließlich aufs Bett.

    „MIKE!“, brüllte ich, stocksauer. In der einen Hand hatte ich den verschütteten Kaffee, in der anderen die unglückselige Zeitung. „Waisenkind wird zum Star, Johanna enthüllt schreckliche Vergangenheit“, stand fett gedruckt auf der Titelseite. Mein Manager sah kurz auf. „Was gibt´s?“ Ich knallte ihm die Zeitung vor die Nase, wie ich´s schon oft in Filmen gesehen hatte. „Meine Mutter hat sich nicht umgebracht und mein Vater wurde nicht bei einem Attentat getötet!!“ Als ich die Schlagzeilen gelesen hatte, war mir echt die Spucke weggeblieben. Wer glaubte so einen haarsträubenden Unsinn? Mike lachte. „Süße, reg dich ab. Du musst immer präsent sein, sonst vergisst man dich schnell.“ Vielleicht wollte ich ja vergessen werden. „Das glaubt doch eh niemand!“ „Nein, nur die Menschen, die Zeitung lesen. Und das sind verdammt viele.“ Ich hätte ihm am liebsten in sein selbstgefälliges Grinsen gespuckt. „Ich mach das nicht mehr.“ Sein Grinsen verschwand. „Wie, du machst das nicht mehr? Weißt du, verdammt noch mal, eigentlich wie viele Teenager davon träumen, reich und berühmt zu sein?“ Sein Gesicht war nahe an meinem und sein Tonfall nahm eine bedrohliche Schärfe an. „Durch dich bin auch ich groß rausgekommen. Und das lass ich mir von so einer Göre wie dir nicht wieder nehmen!“ Er ließ sich zurück in seinen Sessel sinken und registrierte zufrieden meine eingeschüchterte Miene. „Und jetzt verschwinde, Darling, die Welt wartet auf dich.“
     
  6. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Nun wart´ich schon lang,
    doch der Wind kam noch nicht,
    mein Herz, es bangt,
    mein Freund, um dich.

    Mein Schädel brummte, meine Kehle schmerzte. Der Auftritt war eine einzige Qual. Ich wusste nicht, was plötzlich mit mir los war. Das grelle Licht der Scheinwerfer hatte mich geblendet, das Toben der Menge war zu einem undurchsichtigen, wummernden Lärm geworden. „Nervenzusammenbruch. Sie braucht Ruhe“, hatte der Arzt nachher gesagt. Endlich war ich in meinem Hotelzimmer. Wohltuende Dunkelheit umfing mich, als ich es betrat. Ich ließ mich aufs Bett fallen und vergrub meinen Kopf in der kühlen Bettwäsche. Etwas knisterte, als ich mich zur Seite rollte. Ich tastete mit geschlossenen Augen danach. Es war ein Briefumschlag. Mühsam setzte ich mich auf und schaltete die Nachttischlampe ein. „Für meinen Singvogel“, stand in schiefen, kindlichen Lettern auf dem schmutzig-weißen Umschlag. Ich runzelte die Stirn. Wenn der von Mike war, würde ich ihn verbrennen. Oder zerreißen. Aber er war nicht von Mike. Er war von Kater.

    Hallo, mein Singvogel.
    Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich umso besser. Ich heiße Kater.
    Ein Kater mit räudigem Fell und schlechter Vergangenheit. Doch das tut hier nichts zur Sache.
    Zuerst sollst du wissen, dass ich dein größter Fan bin, ich verehre dich und deine Stimme. So wie ein Kater eben einen Singvogel verehrt, der wie auf dem Präsentierteller jeden Tag vor einem auf und ab hüpft. Ich sehe dich, mein Singvogel. Ich sehe dich sogar jetzt, wie du mit pochenden Kopfschmerzen im Schein deiner Lampe meine Botschaft liest.


    Ich schluckte. Gänsehaut kroch mit langen Fingern meinen Rücken hinauf und ich sah mich mit pochendem Herzen um. ´So ein Unsinn!`, schallte ich mich im nächsten Moment. Hier ist niemand.

    Nun, mein Singvögelchen, hab keine Angst. Deine Stimme besänftigt immer wieder das Raubtier in mir.
    Ich kenne den Druck, der auf dir lastet. Immer präsent sein, gut aussehen, gut dastehen. Du bist ständig von Menschen und Geräuschen umgeben, auch wenn du dich alleine glaubst. So will ich dir helfen, mein hübscher Singvogel. Ich will dir von jemandem erzählen, der dir helfen kann. Sein Name ist Stille. Stille ist wohltuend, wie Balsam für deine Seele, habe ich Recht? Doch du verlierst unseren Freund, die Stille, immer mehr aus den Augen. Ich will dir die Stille wieder geben. Horch nur genau, sie ist nicht einmal ein Herzschlag.


    Und obwohl mich die blödsinnige Angst vor diesem unbekannten Irren, der sich selbst Kater nannte, fast lähmte, befolgte ich seinen Ratschlag. Und da war sie, die Stille.
     
  7. Cranberry

    Cranberry Aktives Mitglied

    DAs klingt super, schreib weita! :D
     
  8. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Am nächsten Morgen fühlte ich mich, als wäre ich betrunken. Das Gefühl ließ auch bis Mittag nicht nach, als Mike kam um mit mir zu sprechen. Wir saßen unten im Hotelrestaurant. Ich hatte einen unberührten Teller mit Meeresfrüchten vor mir.
    „Darling, das ist perfekte Publicity. Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir: ´Junger Star am Rande ihrer Kräfte – Setzt ihr der Tod ihrer Eltern doch mehr zu, als alle glaubten?`.“ Ich sah, wie er sich in Gedanken selbstgefällig auf die Schulter klopfte. „Nein, Mike“, sagte ich ganz ruhig und stocherte in den Calamaris herum. Mike fixierte mich mit seinem Blick, den er immer aufsetzte, wenn ihm etwas nicht passte und der heißen sollte: „Ich bekomme ja doch, was ich will, also gib lieber schon mal auf.“ Doch ich würde nicht aufgeben. „Nein“, wiederholte ich und aß nun doch etwas. Schmeckte nicht mal schlecht. „Darling, du musst immer im Bewusstsein der Menschen bleiben, sonst…“ „Ja, ja ich weiß, sonst vergessen sie mich. Aber nach dem Vorfall von gestern bin ich sowieso für die nächsten 3 Tage in der Zeitung.“ Ich aß noch einen Bissen, dann stand ich auf und ging nach oben. Und ein herrliches Gefühl der Stärke mit mir.
     
  9. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Was wollt ich erreichen,
    auf dieser Welt,
    die ohne dich
    in Schatten fällt.

    Das Jahr verstrich langsam und die Angst zerfraß mich. Es war kein weiterer Brief von Kater mehr gekommen, doch seine letzten geschriebenen Worte gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Gib Acht, Singvögelchen… und Ich kann dich sehen. So oft ich mir auch einredete, dass es Schwachsinn war, sie saßen fest in meinem Kopf.
    Die vielen Auftritte, der Stress, das ständige Vorhandensein anderer Menschen in meinem Leben überstiegen meine Kraft. Ich konnte einfach nicht mehr. Dann, eines Tages ließ mich Mike in sein Büro kommen. Er hatte die Hände aneinander gelegt, als wolle er beten und deutete mit seinen Fingerspitzen auf mich, als ich mich setzte. „Du, Darling, bist nicht bei der Sache. Die Presse wittert das. Wir können keine negativen Schlagzeilen gebrauchen, verstehst du.“ Er formulierte das als Tatsache, aber ich verstand nicht. Konnte nicht verstehen. Ich wollte doch einfach nur meine Ruhe! „Ich brauche Zeit, Mike. Das alles wird mir zu viel.“ „Ach papperlap, wo sind wir hier denn? Du bist ein Star!“ Was machte das schon? Auch ein Star war nur ein Mensch. Ich wandte mich ab und ging hinaus, Mikes bohrenden Blick im Nacken.
    Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien und ließ den matschigen Schnee am Straßenrand glitzern, für einen Moment vergessen, wie hässlich er war. Das Leben schien träge und ermüdet von der warmen Sonne, die zum Nichtstun einlud. Ich schlenderte durch die Straßen, das Gesicht hinter Schal und Sonnenbrille verborgen. Aber die Leute erkannten mich doch. Gefühlte 350 Autogramme später konnte ich mich endlich in einen kleinen Schmuckladen retten. Ich sah durchs Schaufenster hinaus und wartete darauf, dass sich die Leute verzogen, als ich hinter mir ein Räuspern vernahm. Ein junger Mann von geschätzten 20 Jahren stand an der Theke des schmucken kleinen Geschäftes. Er hatte schwarze Locken, die ihm bis in die Stirn fielen und braune Augen. Anziehende braune Augen. Es war mir peinlich, so offensichtlich ohne Kaufwunsch in dem Laden herum zu stehen, also widmete ich mich den Auslagen. Sie hatten wirklich schöne Sachen. Besonders ein kleiner Anhänger gefiel mir gut. Es war eine kreisrunde Scheibe aus poliertem Silber. An den Rändern waren goldene Linien und Zeichen eingeprägt, die alle auf einen herrlichen, geschliffenen blauen Stein in der Mitte zu liefen. „Gefällt es Ihnen? Das Amulett ist aus einem feinen Silbergemisch, die Einprägungen sind zu 50% aus Gold. Der Lapislazuli in der Mitte hat feine Pyriteineinschlüsse“, erklärte Tommy, als den ihn sein Namenschild auswies. Er deutete auf die feinen Goldadern, die den Stein durchzogen. „Es ist ein Einzelstück. Mein Vater schildert es gern als Mondamulett aus.“ Als Tommy lachte, hüpften seine vorwitzigen schwarzen Locken und ein kleines Grübchen erschien in seiner Wange. Ich sah ihm fasziniert zu, bis mir bewusst wurde, dass ich ihn anstarrte. Schnell senkte ich meinen Blick wieder auf den Anhänger. „Es ist sehr schön.“ ´Der Preis allerdings weniger.` Als hätte er meine Gedanken gelesen, lächelte er ein wenig schief. „Aber Einzelstücke haben nun mal ihren Preis.“
     
  10. Leaenna

    Leaenna Killjoy

    wow, das ist total hammer! Wunderschöner Schreibstil, gefällt mir eins A ! :lol:
    gehts noch weiter? *gespannt bin*
     
  11. Izzy92

    Izzy92 Neues Mitglied

    wow, das ist klasse! das hat echt viel potential, denkst du daran, es wegzuschicken?
    besonders die gedichte am anfang der einzelnen kapitel oder absätze gefallen mir gut!
    auch der etwas verwirrende prolog am anfang, der auf den rest der geschichte neugierig macht!
    mir fällt da grade wirklich keine kritik ein, nur manchmal ist mir aufgefallen, dass ein paar sätze etwas verwirrend vom satzbau sind. ;)
     
  12. BiZzArE.o_O

    BiZzArE.o_O I have nothing to say

    Dankeschön x)

    @Izzy: Endlich mal ne richtige Meinung xPP Ja, das mitm Satzbau is so ne Sache. Ich schreib manchmal einfach voll irre drauflos und will dann alles in eines packen xD Ich les es mir aber meistens nachher nochmal durch und besser dann das, was mir nich so ganz passt aus.
    Wenn ich mehr zusammenkriege, werde ich es sicher abschicken. Im Moment siehts aber noch eher mager aus ^^.



    Ich seufzte leise. „Ja, ich seh´s. So viel habe ich leider nicht.“ Ich fühlte mich nicht wohl dabei, ihn zu belügen. Er zog eine Augenbraue hoch. „Ich wusste nicht, dass berühmte Menschen so wenig Geld haben.“ Ich schluckte. Hatte er mich also doch erkannt. Ich versuchte, mich mit einem Lächeln zu retten. „Jedenfalls nicht in bar.“ Tommy nickte nur. Ich sah mich unsicher um und wandte mich schließlich zum gehen, sein Blick brannte in meinem Nacken.



    „Es ist mein Geld!“, rief ich wütend und lief hinter Mike her. Dieser drehte sich genervt um. „Natürlich ist es das, Schätzchen. Aber meine Aufgabe ist es, darauf aufzupassen, dass du es nicht für so einen Schnickschnack ausgibst!“ „Das ist kein Schnickschnack. Ich gönne mir sonst nie etwas, und das weißt du.“ Mike lächelte nachsichtig. „Das weiß ich doch“, meinte er und ging, ohne mir eine konkrete Antwort zu geben. Bebend vor Zorn blieb ich stehen. Es war mit unerklärlich, aber aus irgendeinem Grund hatte sich das Amulett fest in meinem Kopf verankert. Oder war es Tommy? Ich wollte es auf jeden Fall haben. Und für was stellte ich mich eigentlich Abend für Abend auf eine Bühne und sang? Es machte mir schon lange keine Freude mehr. Früher hatte mich das singen befreit. Ich hatte mich äußern können, wie ich es in normalen Worten niemals vermocht hätte. Ich konnte mir den Schmerz über mein Los, dass mir zugedacht war, einfach von der Seele laden. Jetzt war es mein ein Job, anderen Leuten dabei zu helfen, durch meine Musik. Egal, wie es mir dabei ging? Wenn ich es schon tat, wollte ich auch wenigstens Ergebnisse. In diesem Fall das Geld, das ICH ganz alleine mit meiner Stimme verdient hatte. Doch es schien unerreichbar, wie die Torte auf dem Schrank für die Maus.

    Ich schmunzelte leicht über den Vergleich und trat ans Fenster. Mir wurde bewusst, wie alleine ich eigentlich war. Ich hatte keine Eltern, keine Freunde, keine Verwandten. Ich hatte nur Mike. Obwohl ich ihn eigentlich gar nicht haben wollte. Mein Blick glitt zu dem blauen Kleid, dass am Schrank in meinem Hotelzimmer hing. Ich würde es heute Abend auf einer Benefiz-Gala tragen, wenn ich mein neues Lied singen würde. „Don´t cry little Girl.“ Ironie des Schicksals.
     
  13. Galoppwunder

    Galoppwunder Tschüüüs!

    Das ist soo schön, und du hast auch nicht immer immer die gleichen Satzanfänge genommen, wie das andere hier machen. Echt geil!
    Wann machst du weiter? Ich bin schon gespannt!
     
  14. almanya

    almanya inaktiver User

    Sehr schön, wirklich. Die Geschichte eines aufsteigenden Sternchens aus einer etwas anderen Perspektive. Die Idee gefällt mir und dein Stil ist auch nicht schlecht. Nur steckt noch viel mehr in der Geschichte. Ich habe jetzt alles in einem Rutsch durchgelesen und habe das Gefühl, gerade mal ein wenig an der Oberfläche gekratzt zu haben. Das heißt, dass ich mir an einigen Stellen mehr Ausführlichkeit wünschen würde. Den Prolog finde ich zum Beispiel sehr gut, doch dann wird es so schnell. Ihr geht es gut, Castingshow, ihr geht es gut, Manager, es wird schlechter, Zusammenbruch, zack zack zack. Gib dem Leser mehr Zeit und Stoff sich in sie hineinzuversetzen, zeige dem Leser, wie sie am Anfang denkt, spricht, sieht, fühlt und ihre Umwelt wahrnimmt. Und zeige dem Leser, wie sich ihre ganze Perönlichkeit und ihre Ansichten, ihr Verhalten bis zum Schluss verändert haben.
    lg, headless
     

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