Death Soul

Dieses Thema im Forum "Eigene Geschichten" wurde erstellt von Jukie, 8 Apr. 2012.

  1. Jukie

    Jukie Neues Mitglied

    Death Soul
    (c) by Jukie


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    Mit letzter Kraft und salzigen Tänen in meinen Augen, brachte ich es zu Ende.
    Die Scherbe des Spiegels glitt aus meinen geschundenen Händen und fiel klirrend auf den Boden des Badezimmers.
    So lange hatte ich mich mit den seelischen Schmerzen herum geschlagen und nun war es vorbei.
    Endlich
    ...

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    Kapitel 1:
    Licht

    Langsam zog sich die Dunkelheit zurück und dumpfer Schmerz überkam mich.
    Nur die Schmerzen, mein hektischer Atem und mein geschwächt klopfendes Herz drangen mir den Gedanken in den Kopf, dass ich noch lebte.
    Langsam, Sekunde für Sekunde, wurde ich mehr ins Bewusstsein gedrängt. Und je mehr ich um mich herum wahrnahm, desto schlimmer wurden die Schmerzen.
    Desto stärker wurde das Verlangen, mich einfach sinken zu lassen.
    Einfach den Weg zu Ende zu gehen.
    Aber ich schaffte es nicht.
    Mit einem Mal fühlte ich mich geblendet und riss meine Augen auf.
    Direkt über mir, sah ich ein Wesen.
    Halb Schatten, halb Licht.

    "Endlich bist du gekommen. Ich dachte schon du würdest es nie schaffen."
    Ein grummelndes Lachen begleitete die raue, tiefe Stimme.
    "Es tut mir Leid, aber die Schmerzen sind unumgänglich."

    Blanke Angst kroch mir in den geschundenen Leib und meine weit aufgerissenen Augen sahen nichts als das Wesen und Licht.
    Mein Atem ging stoßweise und ich wollte mich aus meinen Fesseln aufbäumen.
    Mich befreien, doch ich war zu schwach.
    Und als mich der Schmerz überkam, weinte ich.
    Ich schluchste und schrie.

    Doch trotzdem fühlte ich wie Krallen, scharf wie Messer über meine Schulter strichen und Muster in meine Haut schnitten.
    Das warme Blut bahnte sich einen Weg über meinen Körper und ich schrie.
    Ich schrie um mein Leben und kniff meine Augen zu sammen, doch sah ich weiterhin dieses Wesen, dass mir die schlimmsten Schmerzen zufügte, die ich je vernommen hatte.

    Es kam mir vor, als wenn dieses Wesen seit Jahren, meinen Körper schändete, doch es hörte auf.
    Das leise schmatzen der Messer, hörte auf und ich wimmerte.
    Ich öffnete meine Augen und sah wie das Wesen sich kurz von mir entfernte. Wie es förmlich auf und ab ging.
    Erst nach einigen Sekunden konnte ich den Blick abwenden und sah auf meinen geschundenen Körper.
    Was ich erblickte, nahm mir den Atem.
    Überall auf meinem nackten Körper verteilt, waren Schnitte, aus denen Blut troff.
    Wieder fing ich an zu wimmern und zu schluchzen, doch ich musterte die Schnitte.
    Sie ergaben ein Muster.
    Ein Muster, dass mich an Tod, aber auch an Leben erinnerte.
    Mit einem gedrängten Seufzer, erinnerte ich mich an meine Familie, an meine Freunde.
    An alles, was ich verloren hatte, als ich den ersten Schnitt gesetzt hatte.
    Es war so schnell gewesen, aber wann?
    Ich wusste es nicht mehr.
    Ich versuchte mich zu errinnern, doch es war nichts dort.
    Blanke Panik überkam mich, als ich sah, wie das Wesen auf mich zukam und einen goldenen Faden, der von meinem Herzen ausging, in seinen Händen bündelte.
    Immer stärker wurde die Angst und ich fing an zu schreien, doch der Faden wurde immer kürzer, immer blasser.

    Wieder versuchte ich mich aus den Fesseln aufzubäumen, doch ich war immer noch "nur" der Betrachter, des Schreckens.
    Das Wesen kam immer näher. Kauerte sich über mich, berühte mich mit seinem schwarzen Umhang, der sein Gesicht in Schatten tauchte.
    Immer gepresster wurde mein Atem und als ich den Atem des Wesens auf meinen blutverschmierten Wangen spürte, erblickte ich sein Gesicht.

    Ich hatte erwartet, dass er keines hätte, oder dass er aussah wie ein Monster aus den schlimmsten Filmen, doch er war hübsch.
    Er war wie ein Engel.

    Ein Engel der sich über mir äufbäumte, um dann mit gepressten Atem auf meine Brust zu blicken.
    Und als er dann seinen Blick hob und in meine Augen sah,
    brach ich fast zusammen.
    Blanke Panik spiegelte sich in meinen Augen.

    Langsam, wie in Zeitlupe, kam sein Gesicht mir immer näher und seine Lippen berührten die meinen.
    Sie waren kalt wie Eis aber zart wie Rosenblüten.
    Ich war zu entsetzt um mich von ihm zu lösen, was ich ohnehin nicht geschafft hätte, und starrte einfach in seine blutroten Augen.
    Wie auf ein unausgesprochenes Kommando, fühlte ich mich leer.
    Keine Errinnerungen, nichts.
    Und ein eigenartiges Ziehen fuhr durch meine Augen.

    Als sich das Wesen von mir löste, starrte ich einfach nur.
    Meine Gedanken waren wirr und als das Wesen sprach erschrak ich.
    Das was er sagte verstand ich nicht doch diese Worte brannten sich auf das leere Blatt in mir, das einst die Seele eines 16-jährigen Mädchens gewesen war:

    "Hör auf zu weinen. Wenn du erwachst wirst du wissen was du tun sollst. Und vergiss mich nie" ...

    Irgendwie überkam mich ein Gefühl des Wohlseins und ich fühlte mich gerborgen.
    Minuten lang musterten die blutroten Augen, die meinen.
    Und es kam mir vor, als wenn ich ihn kannte.
    Als wenn er mein Engel wäre.
    Nein
    -
    Er war mein Todesengel.

    Und als dieser Gedanke durch meinen Kopf schoss, sank ich in Dunkelheit
    ...


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    Die Geschichte wird noch überwarbeitet, aber ich wollte wissen, ob ich weiterschreiben soll, oder nicht (-.-)
    Würde mich über Kommis freuen ^^
     
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  2. annette9774

    annette9774 Crazyyy

    Ich finde die ist echt gut geschrieben ;) aber das mit dem goldenen faden verstehe ich iwie nich ;)
     

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