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Samarti

Yuki, DRP *

*2006, im Besitz seit dem 12. September 2014 (nur noch für die alten Pflegeberichte, bis ich Zeit zum Übernehmen + neu hochladen habe!)

Yuki, DRP *
Samarti, 21 Juli 2015
Elii und Veija gefällt das.
    • Samarti
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      Das perfekte Gegenstück
      15. September 2014
      Williston war der Ort, der mir wieder mal ein neues Pferd in den Stall verfrachtete.
      Auf meinem Weg nach Wyoming, um endlich mal Eddi zu besuchen, legte ich einen Zwischenstopp in Williston, North Dakota, ein und wollte mir die Umgebung auch mal genauer ansehen. Wann hatte ich dazu denn sonst die Chance? Auch wollte sich Julien dort unbedingt ein wenig umsehen und so ergriffen wir kurzerhand die Möglichkeit und verweilten dort. Glücklicherweise lag dies nicht sonderlich weit von dem Flughafen entfernt, an dem wir umsteigen mussten, sodass es auch nicht wehtat – eine Nacht hätten wir hier sowieso in einem Hotel verbringen müssen.
      An einem Tag schlenderten wir gemütlich über eine nicht geteerte Sandstraße, die wohl des Öfteren zum Reiten genutzt wurde. Während wir uns über den bisherigen Trip unterhielten, stoppte der Mann neben mir auf einmal und deutete mit dem Zeigefinger in die Richtung eines bunten, fröhlichen Werbeplakats, auf dem als Highlight ein schneeweißes Pferd angekündigt wurde. „Circus Lelouche“ stand dort in goldenen Lettern und es sprang einem so eindringlich ins Auge, dass man den Blick nicht mehr abwenden konnte, egal, wie sehr man es auch versuchte.
      „Ich war lange nicht mehr im Zirkus“, stellte ich fest und begutachtete schmunzelnd das Plakat, doch Julien hatte schon den nächsten Plan und zog mich einfach in die Richtung, in die der knallrote Pfeil auf der Werbung zeigte. „Die nächste Vorstellung ist um 18 Uhr, das schaffen wir noch!“

      Gute zehn Minuten später hatten wir noch Tickets ergattern können und begaben uns ins das riesige Zirkuszelt. Ich staunte nicht schlecht, als ich die riesige Arena sah, die mit Sand gefüllt worden war, die Trapeze in der Luft und die Reifen, die aus dem Boden ragten.
      Nach weiteren fünf oder sechs Minuten ertönte eine Trompete, bei der ich mir gezwungenermaßen die Ohren zuhielt, denn der Ton der Trompete wurde durch Lautsprecher abgespielt und war einfach erbarmungslos laut. Eingeleitet wurde das Spiel durch den … Zirkusdirektor?, der uns alle herzlich willkommen hieß und dann den ersten Akt ankündigte.
      Mir wurde in diesem Moment klar, warum ich so ewig nicht mehr im Zirkus gewesen war – es war nicht mein Geschmack, man hörte oft genug über die miserablen Zustände der Tiere und irgendwie fand ich keinen Gefallen an dem Spektakel, während besonders die kleinen Mädchen im Publikum jedoch euphorisch in die Hände klatschten und die Akteure anfeuerten.
      Es dauerte eine ganze Weile, bis mich etwas überzeugen konnte, dem Ganzen doch etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, denn nach einiger Zeit trabte ein schneeweißes Pony in die Manege und wurde von allen Seiten bestaunt. Gewissermaßen konnte man sagen, dass das Pony dies wusste, denn es trat selbstbewusst und stolz auf, präsentierte sich viel und genoss die Aufmerksamkeit und den Moment, in dem es im Mittelpunkt jener Aufmerksamkeit stand. Es war faszinierend, diese innere Ruhe und die Art und Weise, wie das Pony sich ausdrückte, zu betrachten und ich konnte meine Augen gar nicht mehr von der Schönheit losreißen. Das bemerkte auch Julien, der mich grinsend von der Seite anstieß und mir ein „Na, verguckt?“ ins Ohr murmelte. Paralysiert stieß ich ihm meinen Ellbogen in seine Seite, um ihm zu verdeutlichen, dass er seine nervige Klappe halten sollte.

      „Ich will nochmal zu dem Pony, kommst du mit?“
      „Nein, danke“, lehnte Julien meinen Vorschlag ab und schüttelte mit dem Kopf, dabei schielte er in die Richtung einer Frau. Murmelnd fügte er hinzu: „Ich hab noch was zu erledigen“, dann war er auch schon von der Bildfläche verschwunden. Schulterzuckend ging ich dann allein durch die Zelte der Tiere und wurde von Elefanten, Affen, Tigern und noch anderen typischen Zirkustieren in großzügig ausgestatteten Gehegen begrüßt. Ein Augenpaar verfolgte mich neugierig und interessiert; es war das des weißen Ponys. Der zierliche Körperbau und der freundliche Blick ließen mich im ersten Moment direkt an ein Deutsches Reitpony denken – und weg war meine Vernunft, alles, was ich über die Bestandsverkleinerung gedacht hatte und alles, was ich mir vorgenommen hatte. Das Pony war wunderschön: Die lange, lockige und dennoch seidige Mähne fiel auf den blank geputzten Hals, der Schopf verdeckte die großen, dunklen Augen, die so freundlich dreinschauten und der lange Schweif mit den leichten Wellen schlug sanft hin und her, um die Fliegen zu vertreiben.
      Es kam mir vor, als würde ich Stunden dort stehen und die Schönheit des Vierbeiners bewundern, doch irgendwann vibrierte mein Handy und ich erblickte eine neue Nachricht bei WhatsApp, die nur von Julien sein konnte.
      „Komm endlich zurück, ich warte schon ewig.“
      Seufzend verstaute ich mein Smartphone wieder in der Hosentasche meiner hellblauen Jeans und machte nach der Verabschiedung von dem Pony auf dem Absatz kehrt.

      „ … wir können uns das nicht mehr leisten, einige müssen weg!“ Eine barsche Stimme ließ mich aufhorchen und ich blieb auf der Stelle stehen, um – unhöflicherweise – dem Gespräch zuzuhören, das sich so sehr von der sonstigen Stille abhob.
      „Muss es denn Yuki sein? Warum denn keiner von den Löwen?“, fragte die verzweifelte Stimme einer Frau, deren weinerlicher Unterton kaum auszuhalten war.
      Lautes Seufzen. „Sie würde uns das Geld einbringen, das uns fehlt, um den Zirkus aufrechterhalten zu können. Ich habe dir doch schon von Anfang an gesagt, dass du dich nicht zu sehr an sie binden sollst, Jess.“
      „Das kann doch nicht dein Ernst sein! Weißt du, wie lange wir trainiert haben, damit sie so ist, wie sie heute ist?!“ Die feminine Stimme erhob sich und wurde immer lauter, bis sie von der anderen ermahnt wurde. „Halt dich zurück, es muss nicht jeder gleich mitkriegen! Ich werde morgen eine Verkaufsanzeige schalten, Ende.“
      Zögerlich trat ich hinter der Abtrennung hervor und sah zwischen den beiden hin und her. Der Mann war der Zirkusleiter, der auch zuvor die Vorstellung angekündigt hatte, die Frau erkannte ich als die Reiterin des Schimmels.
      „Entschuldigen Sie, aber habe ich das richtig verstanden, dass Sie daran denken, den Schimmel zu verkaufen?“, hakte ich vorsichtig nach, fragend, voller Hoffnung blitzten meine Augen auf.
      „Ja, leider.“
      Bei der Antwort musste ich leider lächeln, zögerte noch einen Moment. „Wie viel wollen Sie?“

      Julien schaute mich entgeistert an, als ich ihm davon erzählte, wie ich vor einigen Minuten eine neue Reitponystute gekauft hatte, die ich nun neben mir stehen hatte. Ihre Nase steckte an meiner Hosentasche, auf der Suche nach einem Leckerli.
      „Wirklich, Elisa? Du kannst es auch nicht lassen, oder?“
    • Samarti
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      Verluste
      20. September 2014
      » So langsam merk ich alles klappt, yeah
      Und jeden Tag geh ich die Straße entlang und denk
      Is' schon ok, die Sonne lacht viel mehr
      Und jede Nacht wird zum blassen Farbenmeer. «


      Mit dem Kopf hin und her wippend, summte ich leise die Melodie des Liedes mit und tippte dabei im Takt mit dem Fuß auf den Boden. Es war einige Zeit vergangen, seit ich das vertraute Gemurmel meiner Freunde gehört hatte, seit Joline mir vor Freude in den Arm gefallen war und vor allem, seit ich Matthew zuletzt gesehen hatte. Einige Wochen hatte ich mich nicht in Kanada blicken lassen und wenn ich ehrlich war, hatte mir die Auszeit gutgetan. Momentan befand ich mich nur auf dem Gestüt, weil ich Yuki hatte einfliegen lassen, die sich inzwischen schon prächtig eingelebt hatte. Der Stute merkte man kaum an, dass sie einen langen Flug hinter sich hatte und obwohl sie dennoch ein wenig ruhig war und nicht so euphorisch wie in der Manege, wusste ich, dass sich dies noch bessern würde. Lächelnd kraulte ich die Stirn des Reitponys, dessen aufmerksamer Blick schon lange nicht mehr auf mir lag. Dösend hatte sie das rechte Hinterbein angewinkelt, die Unterlippe entspannt und die großen Augen geschlossen. „Ach, Yuki“, meinte ich leise, „dir geht’s auch gut, hm?“
      Wie zur Bestätigung nickte das Pony mit dem Kopf und ein noch viel breiteres, strahlendes Lächeln umspielte meine Lippen. Sie war zwar erst knappe drei Tage auf dem Gestüt, doch schon jetzt verstand sie sich prima mit meinen anderen Stuten, besonders Star hatte sich von ihrer Aura anstecken lassen und immer, wenn die normalerweise so zappelige Braune in der Nähe des Schimmels war, war ihre Unruhe verflogen.
      Als hätte sie meine Gedanken lesen können, trottete Star nun mit gesenktem Kopf auf das Zauntor zu und stupste Yuki sanft an, ehe sie sich mir zuwandte und sich ebenfalls eine Streicheleinheit abholen wollte. Meine freie Hand legte ich auf ihre Stirn, kraulte sanft das weiße Fell ihres Gesichts und stand dort nun, hatte beide Hände auf der Stirn jeweils einem Ponys und war vollkommen überfordert.
      „Wie gern würde ich euch jetzt einfach mitnehmen und durch die kanadische Pampa reiten“, seufzte ich sehnsüchtig, „aber ich muss langsam los, mein Flug geht in ein paar Stunden.“
      Richtig, Flug – mich verschlug es ein weiteres Mal nach Deutschland ins schöne Ostwestfalen, denn vor nicht allzu langer Zeit hatte ich eine Nachricht erhalten, die mich irgendwie … verstörte?
      Es ging darum, dass Larissa sich erst einmal zurückziehen wollte, weshalb sie ihren Bestand auflöste. Sie hatte sich dazu entschlossen, da sie selbst gemerkt hatte, dass sie nicht mehr ihr ganzes Herzblut in ihr Gestüt steckte. Kurz, nachdem ich diese Mitteilung gelesen und ihr viel Glück gewünscht hatte, erinnerte ich mich an Unbroken Soul of a Rebel, einen Paint Horse-Hengst, den ich seit einiger Zeit im Auge behalten hatte. Unbroken war ein wahnsinnig schickes Pferd mit einer außergewöhnlichen Scheckung, die mir direkt in eben jene Augen gesprungen war. Seine Ausstrahlung war beneidenswert und auch, wenn er überhaupt nicht meine Rasse war – ich hatte kurzen Prozess gemacht, mich wegen ihm gemeldet und da Larissa mich gut genug kannte, um zu wissen, wie es meinen Pferden ging, hatte ich nur wenige Minuten später eine Zusage und ein weiteres Pferd, das den Weg nach Kanada antreten würde.
      Im Eifer des Gefechts hatte ich zuerst nicht daran gedacht, Eddi zu kontaktieren, doch als ich daran dachte, dass sie nun ihre eigene kleine Ranch besaß und Larissa die dazu passenden Pferde, hatte ich bei ihr Sturm geklingelt. Gehofft hatte ich nur, dass sie ihr Handy nicht irgendwo vergessen hatte, wie es üblich für sie war.
      Ganze elf Male hatte ich anrufen müssen, damit sie auch endlich den Anruf entgegengenommen und mit einem „Ja, hallo?“ das Gespräch begonnen hatte.
      „Eddi! Eeeendlich erreicht man dich mal! Schalt sofort deinen Laptop ein, ich habe dir einen wichtigen Link geschickt!“ Direkt hatte ich aufgelegt und nur kurze Zeit später eine Nachricht von ihr erhalten, in der sie mich gebeten hatte, ihr doch bei meinem Urlaub in Wyoming gleich noch Dissident Aggressor und Outlaw Torn, bei dem ich zuerst Outlast Torn gelesen hatte und an das Horrorspiel hatte denken müssen, mitzubringen. Bei mir hatte das Fohlen seinen Spitznamen bereits gefunden, ganz im Gegenteil zu Eddi. Die suchte noch verzweifelt nach einem, meinen Vorschlag hatte sie aber nicht annehmen wollen.
      Tja, selbst Schuld.

      Mit Matthew hatte ich noch immer keine Worte außer „Hallo“ und „Hey“ gewechselt, obwohl ich nun schon wieder im Flieger saß. Es ging mir gehörig auf die Nerven, wie wir uns schon wieder aus dem Weg gingen, doch nach den Erzählungen von Gwen und Joli, die ich mir stundenlang anhören durfte, war der Mann wohl in der Zeit, in der ich fort gewesen war, unerträglich und vor allem unausstehlich gewesen.
      „Wir sind da.“
      Total in meinen Gedanken versunken, hatte ich tatsächlich nicht bemerkt, dass der Flieger sicher auf deutschem Bogen gelandet war und dass die Passagiere bereits eifrig klatschten, weil wir unbeschadet angekommen waren. Seufzend wartete ich darauf, dass die Lichtzeichen ausgingen, die uns damit besagten, dass wir uns abschnallen und das Flugzeug verlassen durften.

      „Larissa!“ Stürmisch fiel ich meiner langjährigen Freunde in die Arme, die ich schon so ewig nicht mehr gesehen hatte – und das nicht zuletzt wegen des großen Abstands, der uns voneinander trennte; lagen unsere Gestüte doch fast Welten voneinander entfernt.
      „Lange nicht gesehen, Else“, grinste diese verschmitzt und drückte mich ebenfalls. Als ich einen unterdrückten Lacher seitens Julien hörte, drehte ich mich zu ihm und zog eine Augenbraue in die Höhe.
      „Else? Wirklich?“, brachte er mühsam hervor und ich grinste. „Geil dich ruhig daran auf, wenn du unbedingt musst.“
      „Also, wie geht’s dir? Kannst doch nicht einfach abhauen und eiskalt von der Bildfläche verschwinden, melde dich doch einfach mal! Ich hab mir total Sorgen gemacht“, machte ich ihr Vorwürfe und stieg dann ins Auto, setzte mich auf den Beifahrersitz. Julien wurde dazu verdammt, hinten zu sitzen.
      Die ganze Autofahrt über sprachen wir darüber, was bei uns momentan alles passierte, hatten wir uns doch so viel zu erzählen.

      „Er ist so ein toller Kerl“, schwärmte ich, „du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich dafür liebe, dass du ihn mir überlässt!“ Verträumt strich ich über das sanfte Fell des Halses von Unbroken, den ich so zum ersten Mal in Natura sah. Natürlich hatte ich Fotos von ihm gesehen, Berichte über ihn gelesen und hier und da war er auch einmal erwähnt worden, doch letzten Endes war es eigentlich ein totaler Blindfang, den ich da gemacht hatte. Dies war jedoch bereits alles entschuldigt, als ich ihm dann gegenüber stand und ihn mit eigenen Augen sehen durfte. Auch Julien war hellauf begeistert, nicht zuletzt, weil er ein weiteres Westernpferd war, mit welchem er sich beschäftigen konnte.
      „Finger weg, das ist meiner“, stellte ich allerdings direkt klar, als des Mannes Augen voller Vorfreude leuchteten, durch meine Aussage verloren sie ein wenig an Glanz.
      „Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder?“
      „Natürlich nicht.“
      Und sofort glänzten seine Augen wieder auf.
      „Wie sieht es mit Eddis Neuzugängen aus? Geht’s beiden gut?“, erkundigte ich mich dann nach Dissi und Outlast, die ich ja ebenfalls mitnehmen sollte. Sie würden zunächst einmal einige Zeit bei mir auf dem Gestüt stehen und dann gemeinsam mit Julien und mir den Weg nach Wyoming antreten.
      „Sie freuen sich schon total auf ihr neues Zuhause“, scherzte Larissa und führte mich dann zur nächsten Box; die des Grullos mit dem wilden Langhaar.
      War mir vorher nie aufgefallen, dass der Hengst sogar einen zweifarbigen Schweif hatte, so sprang es mir nun umso eindringlicher ins Auge, beinahe mehr als der ausdrucksstarke Kopf des Pferdes.
      Auch Outlast, das zweijährige Jungpferd, das beinahe komplett weiß war und nur einige braune Flecken (die im Übrigen aussahen wie kleine Farbflecken, wie man sie vom Pinsel kannte, wenn die Farbe auf den Boden tropfte) aufweisen konnte, schien gesundheitlich auf dem besten Stand zu sein. Dennoch verkroch er sich zurückhaltend in einer Ecke der Box und betrachtete Julien und mich skeptisch, wagte dann aber doch einige Schritte nach vorn, als Larissa ihn zu uns rief. „Er ist ein wenig schüchtern, nicht persönlich nehmen“, lächelte sie ermunternd und ich nickte nur, wollte den Junghengst allerdings nicht verschrecken und hielt mich daher bedeckt, auch wenn ich gern seinen Fleck im Gesicht nachgezogen hätte.
      „Durch den VET-Check am Flughafen sollten sie alle drei ohne Probleme kommen, der Tierarzt war erst letztens da und hat sie nochmal alle kontrolliert.“
      „Dann steht dem neuen Heim ja nichts mehr im Wege.“
      Larissas Gesicht bekam einen trüben Ausdruck, doch sie riss sich wieder zusammen. „Passt mir bloß gut auf meine Lieblinge auf“, ermahnte sie uns spielerisch, „wann geht denn euer Flug?“
      „In zwei Stunden müssen wir wieder am Flughafen sein“, seufzte ich theatralisch, „also haben wir noch gut eine Stunde Zeit, um die Pferde vorzubereiten und den ganzen Kram.“

      Vorwurfsvoll wedelte ich mit dem Zeigefinger vor Larissas Gesicht hin und her. „Und vergiss ja nicht, dich zu melden! Einmal ist das in Ordnung, bei einem zweiten Mal müsste ich persönlich vorbeikommen und dir die Leviten lesen, also tauch nicht wieder einfach so unter, ohne mich vorzuwarnen!“
      Lachend nickte meine Freundin, stimmte mir somit zu und versprach mir, von sich hören zu lassen.
      „Indianerehrenwort?“
      „Pinkie Pie-Schwur!“
      Bei der Wortwahl musste ich laut lachen, verdrückte dann im nächsten Moment aber peinlich berührt die Tränen. Wieso musste ich bei Abschieden immer so sentimental werden?
      „Na dann … wir sehen uns.“ Eine letzte Umarmung, letzte Worte, ein letztes, aufmunterndes Lächeln, ein letztes Winken, dann verschwanden Julien und ich auch schon beim Check-In, in den Larissa uns leider nicht begleiten konnte.

      „Wie soll ich diese ganzen Flüge in der kurzen Zeit nur überleben?“, stöhnte Julien genervt, als er sich in den Sitz rechts neben mir im Flugzeug sinken ließ.
    • Samarti
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      Das erste Treffen
      22. Dezember 2014
      „Julieeeen! Wach auf!“, zischte ich leise, als der Flieger auf dem Boden aufsetzte und wir amerikanischen Boden unter den Reifen jenes Fliegers hatten. Das Flugzeug, in dem wir saßen, hatte ungefähr drei Monate Verspätung. Ursprünglich sollte es bereits im September angekommen sein! Immer diese Flughäfen, nichts bekamen sie auf die Reihe …
      Wir wollten zu Eddi, die inzwischen in Wyoming auf einer echt schönen, alten Ranch lebte. Zumindest konnte ich durch die Fotos, die ich von dort gesehen hatte, darauf schließen, dass sie wenigstens alt war.
      Unbroken Soul of a Rebel hatte sich inzwischen bestens daheim eingelebt, ebenso wie Yuki, die wir in Kanada vor drei Monaten bereits abgeladen hatten. Der Paint Horse Hengst und die schneeweiße Reitponystute hatten schnell Kontakt zu den anderen Pferden geknüpft. Während Rebel sich blendend mit Laurencio verstand, war Yuki die beste Freundin von Star geworden. Die zwei Stuten traf man auf der Weide nur selten allein an, und wenn, dann wurden beide nervös. Auch, wenn man sie voneinander trennen konnte, merkte man ihnen doch an, dass sie sich schon irgendwie Sorgen um die jeweils andere machten, wenn diese zu lang fort war.

      In einem geliehenen Jeep mit Anhänger ruckelten wir die unebene, lange Einfahrt zur Silver Creek Ranch hoch.
      Dort angekommen, brachte Julien den Wagen zum Stehen und nachdem er ausgestiegen war, machten wir uns auf den Weg zur Haustür.
      „Hey, Eddi! Tut mir leid, dass wir drei Monate zu spät sind, aber der Flieger hatte Verspätung!“, sabbelte ich sofort wie ein Wasserfall los und fiel meiner Freundin in die Arme. Grinsend begrüßte Eddi auch Julien und führte uns dann zu den großen Weiden.
      Das Wetter war momentan wohl nicht gerade auf unserer Seite, denn das Thermometer zeigte satte zwei Grad an. Welch' schönes Wetter in Wyoming!
      „Übrigens hätte ich da eventuell eine kleine Überraschung für dich auf Lager“, schmunzelte Eddi verschwörerisch und musste sich ein breites Grinsen verkneifen.
      Bereits als wir am Weidetor ankamen, entdeckte ich neue Pferde auf der Ranch, die ich zuvor noch nicht so kennengelernt hatte. Eines dazwischen erweckte direkt meine Aufmerksamkeit. Es war ein Tier mit einem Stockmaß, welches sich zwischen 140 und 150 Zentimetern bewegte – ein Bay Roan mit nur mittelmäßig groß ausfallender Sabinoscheckung und einer einzigen cremefarbenen Strähne in der Mähne. Auch wurde das graue Fell von dunkelbraunen Sprenkeln geziert, das wohlgeformte Abzeichen im Gesicht, welches ich in solch einer Form noch nie zuvor gesehen hatte, vollendete die Schönheit des Ponys schon. Aufgrund des Körperbaus ordnete ich das Pferd als ein Deutsches Reitpony ein, und meinte Augen weiteten sich unmerklich.
      „Na, gefällt Pina dir?“, klopfte Eddi mir auf die Schulter und streckte die Handfläche aus, als das Pony gemütlich und ruhig in unsere Richtung trottete, dabei jedoch geradewegs auf ihre Besitzerin zulief und Julien und mich geflissentlich ignorierte, beinahe misstrauisch von uns abließ.
      „Ist das 'ne neue Freundin für Naimibia?“ Neugierig erkundigte ich mich nach der Stute, weshalb Eddi seufzen musste. „Nein, es war eher zufällig, dass es sie hierher verschlagen hat. Als ich auf die Ranch hier gezogen bin, haben mich Kat und Ethan direkt beansprucht, die die Farm ihres Onkels geerbt haben – mitunter auch Pina. Sie war völlig heruntergekommen, hatte eine total zerfetzte Trense und einen weitaus zu großen Sattel am Körper, stumpfes Fell und etliche Wunden. Ihre Koppel wurde von Stacheldraht eingegrenzt.“
      „Und was möchtest du jetzt mit ihr machen?“
      „Ich hatte gehofft, du würdest sie mit zu dir nehmen können. Ich glaube, die würde perfekt auf dein Gestüt passen.“
    • Samarti
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      Weihnachtliche Vorbereitungen
      22. Dezember 2014
      „Star's Diamond und Trés Jolie befinden sich in den Boxen, holst du eben Ace of Clubs und Romantica? Dann kümmere ich mich noch um Monsta und Goldherz. Julien, nimm du bitte noch Beverly und bring sie in die Box!“, bat ich Joline und Julien im Vorbeigehen im Stall, eilte dann zu den Halfterhaltern und zückte die Halfter der beiden Reitponystuten, welche ich in ihre Boxen bringen wollte. Die verbleibenden Stuten Audio Delite at Low Fidelity, Sambuca, Pina, Star, Yuki, Star und neuerdings auch Hall of Fame standen auch nicht mehr auf der Weide.
      Unbridled Dreams, Skyrim und Bacardi Mojito waren schon gut versorgt und standen in ihrem Stall, ebenso wie Pinero.
      Auch die Hengste des Gestüts – Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth, Levi, Unbroken Soul of a Rebel und Cardillac – machten sich bereits eifrig über ihr Futter her.
      Es war ein anstrengender Tag gewesen und die Kälte machte dies nicht besser. Nächsten Samstag sollten es bis zu -25 Grad Celsius werden! Minus!
      Umso glücklicher war ich, als ich endlich mit Julien im Haus verschwinden und mich vor den Kamin schmeißen konnte. Doch natürlich musste diese schöne Stille direkt unterbrochen werden.

      »Last Christmas I gave you my heart,
      But the very next day, you gave it away.
      This year, to save me from tears,
      I'll give it to someone special.«

      „Mach es sofort aus!“, rief ich verzweifelt und stürzte in Richtung des Radios, um dieses schreckliche Lied endlich zum Verstummen zu bringen. Es war genau wie letztes Jahr, als wir an Heiligabend alle beisammen waren und plötzlich Last Christmas ertönte. Jedes Jahr war es dasselbe, dämliche Lied, welches die Radiosender in Dauerschleife auf und ab spielten, und es nervte mich. Umso schöner war die Stille, wenn die letzten Töne verklungen und ich diese Melodie nicht mehr hören musste.
      Möglicherweise war ich ein Weihnachtsmuffel, den man erst einmal in Stimmung bringen musste, doch genau mit diesem Lied ging es in die ganz falsche Richtung, weshalb das Radio bei uns an Heiligabend ein totales No-Go war.
      „Ich sag' es zwar nicht gern, aber Matthew hat mich geschickt, um dir zu sagen, dass er mit dir reden möchte“, stürmte Joline in das Zimmer und vergewisserte sich erst dann, dass niemand in der Nähe war. Bis auf Julien war dies nicht der Fall – und der konnte es meinetwegen wissen.
      Woher der plötzliche Sinneswandel?“, wollte ich fragen, doch ich hielt lieber meinen Mund und nickte ihr dankend zu, ehe ich zu Matthew ging, von dem ich wusste, dass er sich in seinem Schlafzimmer verkrochen hatte.
      „Hey“, lächelte Matthew mich zaghaft an, nachdem ich sein Zimmer betreten hatte und wir uns einige Minuten stillschweigend und irgendwie steif angesehen hatten. Still erwiderte ich sein Lächeln und seufzte dann.
      „Äh, ich wollte dir nur sagen, dass ich es total schade finde, wie es gelaufen ist und … na ja, es tut mir leid.“ Der Mann hob den Blick und sah mir direkt in die Augen, was mir einen Schauer über den Rücken sandte.
      „Schon … okay“, stammelte ich nervös und nickte dann, „mir tut es auch leid. Vergeben und vergessen?“
      „Ich verspreche dir, ich versuche, mich zu bessern. Du hast mir wirklich gefehlt.“ Angespannt stand er von seinem Stuhl auf und bewegte sich auf mich zu.
      „Ich hab dich wirklich vermisst“, flüsterte ich in Matthews Schulter, als er mich in seinen Arm genommen hatte und ich mich an seine Brust kuschelte. Ich liebte es, wenn Männer gut rochen – und dieses Exemplar tat dies momentan ganz besonders gut.
      Nach einer Weile entfernten wir uns etwas voneinander, doch der Mann vor mir beobachtete mich noch immer ganz genau und sah mir eindringlich in die Augen. Seine Augen wanderten zwischen den meinen und meinen Lippen hin und her, und auch, wenn ich intuitiv wusste, worauf er hinaus wollte, zögerte ich keine Sekunde, als der Abstand zwischen unseren Mündern immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwunden war und wir unsere Lippen versiegelten. Und Gott, fühlte sich das gut an!
    • Samarti
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      Nostalgie
      28. Februar 2015
      » I got my first real six-string
      Bought it at the five-and-dime
      Played it till my fingers bled
      Was the summer of 69! «
      Laut, schief und eher schlecht als recht sang ich mit, während Summer Of 69 von Bryan Adams auf Spotify gespielt wurde. Wie lange ich dieses Lied nicht mehr gehört hatte! Es weckte direkt Erinnerungen und schlich sich bereits mit den ersten Klängen, die angespielt wurden, in meinen Kopf ein – so schnell entstanden also Ohrwürmer!
      „Eliiiisa! Gwen ist da! Die meint, du würdest Hilfe brauchen oder so, also beweg deinen Arsch gefälligst nach draußen, wir wollen ausreiten, bevor der Schnee schmilzt!“
      Seufzend stand ich auf und folgte Joline nach draußen, wo uns auch schon besagte Nachbarin erwartete.
      Neben ihr standen drei meiner Reitponystuten nebeneinander, bereits fertig gesattelt und bereit zum Abmarsch. Goldherz, die mich sofort erkannte, brummelte mir freundlich zu und bei ihrem Anblick wurde mir sofort warm ums Herz. Es war kein Geheimnis, dass sie nach all den Jahren noch immer zu meinen Lieblingen gehörte und ich sie um nichts in der Welt hergeben würde.
      „Da es also klar ist, wen Elisa nimmt – wen willst du, Gwen?“, fragte Joline dann jene und Gwen deutete auf Yuki. „Ich glaube, ich nehme das Zirkuspony“, grinste sie begeistert und fuhr dem Schimmel durch die seidige, lockige Mähne.
      Nachdem wir alle aufgestiegen waren, ritten wir also auf Goldherz, Star's Diamond und Yuki vom Hof und schlugen eine Richtung ein, welche wir nicht sonderlich oft wählten. Statt westlich den Hof zu verlassen, entschieden wir uns diesmal für den Nordosten und ritten nun also an den verschneiten Feldern entlang.
      Die drei Stuten stapften munter durch den noch immer viel zu tiefen Schnee (der bald hoffentlich endlich verschwinden würde, an der Zeit war es nämlich definitiv mal) und steckten ab und zu ihre Nasen in das weiße Etwas, das sich überall auf dem Weg fand: Ob es nun auf dem Boden oder in Sträuchern am Wegesrand waren, irgendeine Möglichkeit, ihre Mäuler in weiß zu färben, fanden die Damen immer wieder und es schien fast, als würden sie sich einen Wettkampf daraus machen, wessen Maul am meisten weiß war. Bei Yuki fiel das so gut wie kaum auf, wenn sie ihre Nase in den Schnee tauchte, auch bei Goldherz war es längst nicht so auffällig wie bei Diamond, bei welcher sich der Schnee aufgrund des hohen Kontrastes von weiß und schwarz sehr stark von ihrer restlichen Farbe abhob.

      Nachdem wir wieder daheim angekommen waren, ich mich schon unter die Dusche gestellt hatte und in dem Moment darauf wartete, dass Joline und Gwen zu mir stoßen würden, hatte ich längst wieder eine Playlist von Bryan Adams Songs geöffnet und wippte mit den Füßen im Takt der Musik.
      Als die letzten Töne verklangen, war ich beinahe traurig, wurde im nächsten Moment jedoch sofort hellhörig, da ein mir nur zu gut bekanntes Lied eingespielt wurde, das mich sofort an den dazugehörigen Film erinnerte und mir deshalb relativ schnell Tränen in die Augen trieb, die ich mir sofort wegwischte, was wahrscheinlich dazu geführt hatte, dass ich nun eher einem Panda als einer Frau ähnlich sah, doch das Lied war es mir definitiv wert.

      » Here I am, this is me
      There's nowhere else on Earth I'd rather be
      Here I am, it's just me and you
      Tonight we make our dreams come true. «
    • Samarti
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      Wenn auf den Rest kein Verlass ist
      31. März 2015
      „Im Ernst? Ihr könnt doch nicht einfach abspringen!“, entgeistert starrte ich Joline und Matthew an, aber die waren schon so gut wie fast weg. Na toll, wenn ein Mann fehlte, da ging es hier auch direkt drunter und drüber! Dementsprechend hatten nun sechs Stuten für heute bisher keine Beschäftigung. Alleine würde ich die aber definitiv auch nicht schaffen und großartig Lust hatte ich dazu ehrlich gesagt auch nicht, also hieß es nun schnell eine Lösung zu finden.
      Aber vorher wollte ich zumindest zwei davon alleine machen, als Gestütsleiterin musste schließlich (und leider) auch ich Initiative zeigen. Deshalb holte ich meine hübsche Namida von der Weide und putzte sie erst einmal gründlich. Die Stute hatte mal wieder jedes Matschloch auf der Weide ausfindig gemacht und so sah sie auch aus. Also begann ich seufzend zu putzen und brauchte eine gute halbe Stunde.
      Danach stattete ich sie mit Kappzaum und Longe aus und auf ging es. Ein wenig Bodenarbeit und Muskelaufbau würde ihr sicherlich nicht schaden. Demnächst sollte immerhin auch Namida Turniere gehen und wenn mein Team dann auch mal wieder Zeit hatte, würde sie auch in Form kommen, aber heute war nun einmal leider ich dafür zuständig.
      Anfangs war ich recht unmotiviert, aber Namida machte gut mit und so arbeiteten wir tatsächlich eine halbe Stunde recht anständig mit guten Resultaten. Danach spritzte ich Namidas Beine ab und die Stute durfte zurück auf ihre Weide. So konnte ich sie zumindest schon einmal von der Liste streichen, wer nun? Diamond? Yuki? Oder doch Sambuca?
      Auf keine hatte ich wirklich Lust, stattdessen holte ich mir Romantica von der Weide, putzte und sattelte meine Scheckstute und ging mit ihr auf den Reitplatz. Ein wenig lockeres Reiten würde auch ihr mal wieder gut tun. Und sie machte gut mit, ich sollte eindeutig mal wieder öfter meine Stuten reiten, dachte ich mir grinsend.
      Nach der entspannten Stunde, gönnte ich mir eine kleine Pause und entschied dann, Gwen anzuhauen. Die hatte immer Zeit, also ja wohl auch heute! Mein Plan war einfach und hoffentlich ging er auch auf. Zumindest stand schon einmal Gwen eine halbe Stunde später vor dem Stall.
      Vier Stuten brauchten noch Bewegung und ich dachte an einen gemeinsamen Ausritt. Gwen und ich und jeder mit einem Handpferd. Risikoreich? Vielleicht. Praktisch? Auf alle Fälle!
      Und so war es entschieden: Gwen setzte ich auf Sambuca und als Handpferd bekam sie Yuki, da würde schon nichts schiefgehen. Ich würde Très Jolie, kurz Teddy, reiten und Star’s Diamond als Handpferd nehmen. Also machten wir die Stuten fertig und schon ging es los.
      Anfangs war es echt anstrengend und schwer, aber allmählich hatten wir beide den Bogen raus und dann klappte es besser als gedacht und wir kamen gut vorwärts. Es war ein recht entspannter ausritt ohne großartige Vorfälle und so kamen wir sechs auch heile wieder auf CHS an.
      „Perfekt!“, meinte ich lächelnd, nachdem auch die restlichen Stuten wieder auf der Weide standen, da hatte ich doch mal wieder alle unter einen Hut bekommen, ich war ein wahres Naturtalent! Aber das wusste ich ja schon.
    • Samarti
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      Zukunftspläne
      30. April 2015
      Ich war wirklich mehr als erleichtert darüber, dass ich ständig Leute hatte, die mir mit allen Pferden unter die Arme griffen. So auch heute: Zum Monatsende hin wurde es auf dem Gestüt immer wieder viel zu stressig für mich allein und ich hätte das alles niemals auf die Reihe bekommen, hätten meine Freunde mir nicht geholfen.
      Star's Diamond und Hall of Fame CU hatten sich Sophia und Domenic, die sich überraschend gut verstanden, für einen Ausritt entführt – gegen neun Uhr waren die vier losgezogen und erkundeten nun ein weiteres Mal die kanadische „Prärie“, falls man das so nennen konnte. Ich hoffte nur, dass sie rechtzeitig vor dem Gewitter wieder auf dem Gestüt aufkreuzen würden, denn die Unwetterwarnung ließ mich ein wenig erschaudern, wenn ich daran dachte, dass sie mitten hinein geraten könnten.
      Namida und Ocean Water hatten Joline und ich heute bereits bewegt – ich auf Namida, die ich inzwischen problemlos reiten konnte, und Joline auf dem Gegenstück. Ein wenig sahen die zwei aus wie Yin und Yang, wenn sie so nebeneinander standen: die eine schwarz mit weißen Pünktchen, bei der anderen war es genau andersrum.
      Yuki hatte heute ein wenig Zirkuslektionen wiederholen dürfen, die sie noch von ihren Vorbesitzern kannte. Ich merkte immer wieder, wie viel Spaß sie bei der Arbeit hatte und wie sie es teilweise vermisste, diese Übungen durchzuführen.

      Nach den Stuten folgten noch Rapsoul, Kronjuwel, Capriciasso, Diggin' in the Dirth und mein liebster Levi. Letzterer würde demnächst für erste Nachkommen sorgen – das Fohlen aus ihm und Ace of Clubs, die auch endlich zur Zucht zugelassen worden war, hatte ich schon ewig geplant und so war es nur noch eine Frage der Zeit, bis es wirklich geschehen würde.
      Dann würden Jojo und ich vielleicht auch bald die Zucht eröffnen können. Paramour war inzwischen gekört, bei Chepa standen die Chancen auf einen Erfolg sehr gut und wir waren uns sicher, dass sie es ganz einfach durch die Prüfung schaffen würde. Aber das hatte alles noch Zeit und vorher mussten wir uns darum kümmern, dass wir die zukünftigen Zuchtpferde angemessen vorbereiteten.
    • Samarti
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      Turnierausbeute
      17. Mai 2015 - von Elii
      „Du kannst jetzt nicht einfach ein Pferd anschauen! Wir sind in ein paar Miunten dran!“, schrie Elisa mir nach, doch wer wäre ich, wenn ich auf sie hören würde. Zwar war ich heute eigentlich wegen ihr auf diesem Turnier, aber man konnte ja zwei Minuten zum anderen Springplatz laufen, um sich ein potenzielles neues Pferd anzusehen.
      Der Hannoveraner Hengst war ein Riese im Vergleich zu mir, aber er schwebte förmlich mit seinem Reiter über den Platz. Probegeritten hatte ich ihn vor zwei Wochen schon, doch wollte ich ihn nun im Parcours sehen. Man sah deutlich wie sehr der Hengst vorm Sprung anzog und der Reiter Mühe hatte ihn zurückzuhalten, doch war er immer passend am Sprung und riss kein einziges Mal.
      Später würde er noch an einer Dressurprüfung teilnehmen, die ich ebenfalls nicht verpassen wollte, doch zuerst musste ich selbst aufs Pferd.
      Als ich zurückkam sah ich schon von weitem wie Elisa zeternd hin und her rannte, immer wieder auf die Uhr schaute und kurz davor war ihren Reithelm auf den Boden zu pfeffern. „Bin doch schon da.“, murmelte ich genervt und zog mir Handschuhe und Helm an. „Matthew musste Teddy abreiten! Du weißt ganz genau, dass das nichts wird! Wir haben gerade mal einen Sprung synchron geschafft. EINEN!!!“ Sie hörte nicht mehr auf zu meckern und alles was ich machen konnte war, es mir anzuhören. Mein Mund bildete eine gerade Linie und ich starrte einfach nur gerade aus. Sie würde bestimmt nicht merken, dass ich nicht zuhörte.
      „Wir gehen jetzt los. KOMM!“ Ein letzter Schrei von ihr, dann stieg sie auf Yuki und deutete mit ihrer Gerte auf Teddy, die vom eingeschüchterten Matthew gehalten wurde.
      Ein letztes Mal dehnte ich meinen Nacken nach rechts und links, bevor ich aufsaß und zum Eingang des Springplatzes ritt. Elisa schwatze mir nicht wie üblich das Ohr ab, sondern sah mich nur verächtlich an. Das Abreiten mit Matthew musste ihr die letzten Nerven geraubt haben, auch wenn er wahrscheinlich nicht besser davon gekommen war.
      Die vorherigen Reiter verließen den Platz und wir durften hinein. Wir konnten von Glück sprechen, dass Yuki ein so ruhiges Pferd war, Elisa saß im Moment wie ein aufgescheuchtes Huhn auf ihr und hätte jedes andere Pferd schon völlig verunsichert. Teddy sah sich neugierig nach allen Seiten um, vor allem die Blumentöpfe am Rand des Platzes und das Richterhäuschen waren besonders spannend.
      Als die Klingel ertöhnte stellten wir uns nebeneinander auf und grüßten wie gefordert die Richter. Auf mein Kommando galoppierten wir in einem ruhigen Tempo an und steuerten auf den ersten Steilsprung zu. Auch wenn ich etwas zu weit nach rechts driftete, schafften es beide Pferde zetigleich über das Hindernis und konnten in frischem Tempo auf das Kreuz zugaloppieren. Hier sprang Yuki etwas zu spät ab, jedoch waren wir hinter dem Sprung wieder gleich auf.
      Die restlichen Sprünge konnten wir mehr oder weniger gleichzeitig nehmen, ob es für eine Platzierung reichen würde, würden wir allerdings erst später erfahren. Die Teilnehmerzahl war heute besonders hoch. Während Matthew uns die Pferde hielt, während wir abstiegen und uns dann auch beim Absatteln hielt, suchte ich am Handy heraus wann Cloud Nine, der Hannoveranerhengst, starten würde.
      „Was schaust du jetzt schon wieder?“, zischte Elisa und nahm mir mein Handy ab. Nachdem ich ihr ausführlich erklärt hatte, wieso ich unbedingt zu der Prüfung musste, kam sie, unaufgefordert, mit. Matthew musste wie immer, selbst sehen wie er zurecht kam.
      Bis mein Hengst auftreten sollte, waren es noch gute fünfzehn Minuten, weshalb wir beschlossen solange die anderen Pferde am Dressurplatz zu begutachten. Kaum standen wir, kam ein grau-weißer Hengst herein. Elisa war sofort hin und weg, als er als 13-jähriges Deutsches Reitpony angesagt wurde. Sacramento hieß der Porzellanschecke, den auch bei den anderen Zuschauern viel Zuspruch bekam. Ich stupste Elisa mit dem Ellenbogen in die Seite und deutete auf die weiße Schleife in seinem gleichfarbigen Schweif. Sie war kaum zu sehen, doch sie zeigte an, dass dieses Pferd zum Verkauf stand.
      Nach seinem Aufritt lief Elisa gezielt zum Abreiteplatz um dort Pferd und Reiterin abzufangen. Wie gern ich auch mitgegangen wäre, doch die Prüfung von Cloud Nine konnte ich nicht verpassen.
      Er war in der Dressur deutlich weniger gefördert worden und patzte an mehreren Stellen, auch wenn es nur eine einfache A-Dressur war. Doch auch das würde man mit etwas Training verbessern können und da er sowieso mehr als Springpferd bei mir laufen sollte, spielte es kaum eine Rolle.
      Kurz vor Schluss ging ich bereits zum Abreiteplatz und begrüßte den Besitzer des Hengstes, der schon auf mich wartete. Zwar sagte ich ihm zu, den Hengst zu kaufen, jedoch wollte ich ihn noch ein letztes Mal bei ihm auf dem Hof testen.
      Auch Elisa hatte gute Neuigkeiten, hatte sie doch tatsächlich zugeschlagen und den Schimmelhengst mal eben gekauft. Während ich bei der Prüfung zu sah, ritt sie ihn auf dem Abreiteplatz Probe und sagte ohne lange zu überlegen zu.
      „Weiß das Matthew schon?“, fragte ich vorsichtig, doch sie schüttelte nur grinsend den Kopf. Natürlich. Der arme Kerl musste Elisas Entscheidungen schon lange hinnehmen, egal was er davon hielt.


      Zwei Wochen später kamen zwei Pferdeanhänger hintereinander die Landstraße entlang. Einer bog zu den Corwn Hills Stables ab, der andere kam zu mir. Drinnen befand sich Cloud Nine, bei dem ich nach dem zweiten Probereiten beim besten WIllen nicht mehr nein sagen konnte. Nach der langen Fahrt durfte er erst einmal auf die Koppel und sie dort etwas austoben, das schöne Wetter bot es einfach an.
      Da ich mit Elisa, Gwen und Jojo zum Kaffeetrinken verabredet war, setzte ich mich kurze Zeit später in mein Auto und fuhr zu Elisas Hof. Dort stand der Rest der Gruppe um ein Pferd herum, bei dem es sich um den Porzellanschecken vom letzten Turnier handelte. Auch dieser durfte, nachdem alle einmal gekuschelt hatten, auf die Koppel und sich sein neues Zuhause ansehen.
    • Samarti
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      Fahren A-L
      29. Mai 2015
      Obwohl Yuki im Fahren bereits auf A-Niveau war und Namida hingegen immer noch auf E, hatte ich beschlossen, die zwei gemeinsam ins Training zu nehmen. Und das nicht zuletzt aus dem Grund, dass die schwarze Stute eigentlich schon viel weiter fortgeschritten war als E-Niveau (was nicht zuletzt an Daniels fleißigem Training lag), sondern viel mehr, weil die beiden lernen mussten, auch zweispännig durch einen Hindernisparcours zu fahren.

      Daniel hatte ich mir also zur Hilfe zur Seite gezogen, denn er gehörte nun einmal zu denen, die sich bei uns auf dem Gestüt am besten mit dem Fahrsport auskannten. Er war in letzter Zeit nicht oft hier, doch wenn er hier war, widmete er jede freie Minute dem Training Namidas, und das machte sich mehr als gut bemerkbar.
      „So … und so“, beendete ich schließlich meine Arbeit und Daniel klopfte mir auf die Schulter. „Das hast du toll gemacht, hätte ich echt nicht von dir erwartet!“
      „Spar dir den Sarkasmus.“
      „Wenigstens erkennst du ihn. Bist du ja sonst nicht sonderlich gut drin.“
      „Wohl!“
      „Du hast doch eh keine Ahnung von irgendwas, Madame.“
      „Und wie ich das hab!“
      „Achja? Dann zeig mir mal, wie viel Ahnung du vom Hindernisfahren mit 'nem Zweispänner hast.“
      „… du kannst mich mal!“, erwiderte ich beleidigt und verschränkte die Arme vor der Brust.
      Blödmann!
      Tief atmete ich ein; ich wusste zwar, dass er Spaß machte, doch wenn er das konnte, konnte ich das erst recht. „Beleidigt“ ging ich also zum Kutschbock, setzte mich drauf und nahm die Zügel in die Hand. „Und?“, fragte ich dann Daniel, „Willst du hierbleiben oder nicht?“
      Grinsend schüttelte Daniel den Kopf und ließ sich neben mir auf dem Kutschbock nieder. „Na dann, auf auf!“

      Unsere erste Trainingseinheit umfasste eine ganze halbe Stunde, in der wir die beiden Ponys jedoch größtenteils daran gewöhnten, auch einmal nebeneinander zu laufen und sich dem Tempo des jeweils Anderen anzupassen. Besonders Namida hatte anfangs Schwierigkeiten damit, denn sie war eher die eine der beiden, die die Geschwindigkeit heranzog und das Tempo erhöhte. Yuki hingegen versuchte schon von Anfang an relativ oft, sich der Geschwindigkeit von Namida anzupassen. Man merkte eben doch, wer hier mehr Erfahrung hatte, doch so viel langsamer war Namida in ihrem Training nicht einmal.
      Zu Beginn war es wirklich kompliziert gewesen, das Paar aufeinander abzustimmen. Das hatten wir hauptsächlich erst einmal ohne die Hütchenhindernisse gemacht, die es zu durchqueren galt. Und es war auch garantiert nicht nur eine einzige Trainingseinheit, die wir damit verbrachten, „Yin und Yang“ – wie Daniel sie insgeheim wohl nannte – dazu zu bringen, sich aneinander anzupassen.

      Hatten wir das jedoch erst einmal geschafft, ging es dann den Hindernissen an den Kragen. Es waren simple Tore, die durch zwei Pylonen an den Seiten begrenzt wurden. Dennoch war das nicht ganz so einfach, denn ich hatte hier gleich zwei Pferde, die ich kontrollieren und durchführen musste, nicht mehr nur eins. Mit dem ganzen Zeug in der Hand machte es die Sache auch nicht gerade noch einfacher!
      Waren die Hütchen anfangs noch sehr weit voneinander entfernt aufgestellt, so machten wir die Kurven und auch die Hindernisse langsam enger, um das Potential beider Stuten bestmöglich zu fördern, denn auch sie schienen langsam, aber sicher Spaß an der Arbeit zu finden.

      Hauptsächlich führten wir das ganze Training im Trab durch, denn noch war das die Hauptgangart – und auch, wenn Namida etwas übermütig war und ständig galoppieren wollte, um irgendwie Yuki neben sich abzuhängen (anscheinend dachte die dunklere Stute nämlich, das sei ein Rennen oder so), ließ sich Yuki davon nicht beirren, denn auf die Gute war halt absoluter Verlass. Durch ihre Vergangenheit als Zirkuspferd konnte sie nichts so leicht schocken und das war anscheinend auch echt gut so.
      Ab und zu warfen wir den Ball einer Pylone ab, was dann zu Strafpunkten geführt hätte, wäre es ein Turnier gewesen. Irgendwie schafften wir es aber dann auch noch, dass wir die aufgebauten Strecken nach einer gewissen Übung fehlerfrei bewältigten.
      Daniel trainierte zwar noch sehr viel weiter mit den Stuten, da er einfach mehr Spaß am Fahren hatte, doch ich hatte meine Aufgabe erfüllt: Namida lief im Fahren jetzt auf A-Niveau, Yuki war schon L-fertig!
    • Samarti
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      Fahren L-M
      01. Juni 2015
      „Und wer begleitet mich, jetzt, wo Daniel weg ist?“, schmollte ich und ließ mich auf den Boden fallen, was ich im nächsten Moment schon wieder bereute. Daniel hatte mir für heute abgesagt, dabei hatte ich gerade für heute eine Trainingseinheit mit Namida und Yuki eingeplant. Und eigentlich hätte ich da seine fachmännische Hilfe echt gut gebrauchen können!
      Stattdessen sonnte der sich jetzt irgendwo in der Karibik, weil er sich Urlaub genommen hatte. Gemeinsam mit seiner Frau gönnten die sich eine zweiwöchige Auszeit. Es machte mich so neidisch. Irgendwann würde ich auch nochmal in den Urlaub fliegen! Egal, was daheim so los war!
      Gwenny meldete sich dann voller Vorfreude freiwillig. In dem Moment war ich mir nicht sicher, ob sie das von Elena gehört oder unser Training in irgendeiner Art und Weise mitgekriegt hatte, aber eigentlich hatte ich ihr davon direkt danach berichtet und ich meinte, mich daran erinnern zu können, dass Gwen sich vor Lachen über den Boden gerollt hatte. (Das war jetzt keine Anspielung auf ihr Gewicht – mein Name ist schließlich nicht Elena Reese. Ich kenne Manieren.)

      „Ähm, Gwen. Kurze Einweisung: Du sagst mir den Weg vor und stabilisierst den Wagen in den Kurven. In Ordnung?“
      Zweifelnd starrte meine Nachbarin auf den Platz, auf den sie sich als Beifahrer stellen sollte. Dann runzelte sie die Stirn, kratzte sich am Hinterkopf und stotterte verunsichert: „Ich glaube nicht, dass ich da stehen sollte …“
      „Hast du Angst, dass es dir genauso ergeht wie Elena?“, provozierte ich sie, doch sie ging einfach nicht weiter drauf ein.
      „Können wir nicht … irgendwie tauschen? Ich bin Fahrer und du Beifahrer?“ Flehend blickte Gwen in mein Gesicht und ich seufzte nur, es hätte eh keinen Zweck, ihr widersprechen zu wollen. Gwen hätte sich zwar gefügt, aber sie wäre wohl die ganze Zeit leichenblass im Gesicht gewesen. Eigentlich war das nicht meine Intention, eine sterbende und verreckende Freundin hinter mir her zu schleppen.
      Als wir beide unsere Plätze eingenommen hatten, konnte es dann auch endlich losgehen – auf, auf!

      „In zweihundert Metern rechts abbiegen“, dirigierte ich Gwen herum und äffte eine Navi-Stimme nach. Von vorne ertönte nur ein leises Kichern. Ja, wir hatten ziemlich viel Spaß beim Training!

      … zumindest, bis ich das erste Mal von meinem Platz fiel, weil das Gespann ins Schwanken geriet. Es war das erste Mal, dass Namida sich weigerte, ein Hindernis zu durchqueren, und ich spürte schon, wie mir das gleiche Schicksal widerfahren würde wie Elena zuvor. Namida hatte vor dem Wasser einen abrupten Stopp eingelegt, sodass die automatischen Bremsen des Wagens plötzlich betätigt worden waren, damit der Wagen nicht in Namida herein fuhr. Yuki erschrak dabei, weil der Stopp für sie aus heiterem Himmel kam und sie damit definitiv nicht gerechnet hatte – wer hatte das schon?
      Durch die Wucht des Stopps kippte ich mit dem Oberkörper nach vorn und rutschte mit den Füßen vom Boden ab, weshalb ich verzweifelt versuchte, mich davor zu bewahren, auf Gwens Schoß zu fallen. Die drehte sich relativ schnell und geschockt um, um nachzusehen, ob bei mir alles in Ordnung war, dann riss sie ihre Augen völlig paranoid auf und schubste mich rückwärts, damit ich ihr auch ja nicht zu nahe kam. Das beförderte mich ein ganzes Stück nach hinten, diesmal fiel ich mit dem Oberkörper nach hinten und unternahm einen letzten Rettungsversuch, indem ich wie verrückt mit den Armen in der Luft herumfuchtelte, um irgendwie Gleichgewicht zu erlangen. Dann hatte Gwen endlich bemerkt, was hier geschah, und packte meine Arme, um mich zu stabilisieren.
      „Uff“, brachte ich nur hervor, „danke! Du bist eine Rettung!“
      Gwen nickte nur und ließ mich dann los. Gerade wollte ich die Griffe fassen, da rannte Namida wie von der Tarantel gestochen los, zog Yuki logischerweise mit und ließ mich dann mit dem Hintern zuerst auf den Boden knallen – na, wenigstens blieb ich trocken!
      Das war dann aber auch nur eine kurze Freude, die mich da übermannte, denn ich sah nur noch den Marathonwagen, auf dem Gwen sich völlig überfordert zu halten versuchte, welcher langsam gen Horizont stürmte und irgendwann aus meinem Blickfeld verschwunden war.

      Sonst verlief das Training eigentlich ganz gut. Nach dem Zwischenfall (der zum Glück der schwerwiegendste war) war nicht mehr viel passiert, was man als sonderlich nennenswert bezeichnen konnte.
      Stattdessen waren wir das Ganze jetzt noch langsamer angegangen, indem wir Namida sogar erst an der Hand an die Hindernisse heranführten, damit es auf dem Weg keine bösen Überraschungen mehr gab. Yuki hatten wir oft genug dabei, wenn es darum ging, Namida zu beweisen, dass das alles gar nicht biss oder gar nicht so böse war, wie sie es sich vorstellte; aber wahrscheinlich war sie auch einfach schlau genug, so zu tun, als hätte sie panische Angst davor, das konnte ich mir auch ziemlich gut vorstellen.
      Dennoch waren die Geländehindernisse – Planen, Wasserläufe, enge Wendungen und Kurven, labyrinthähnliche Wege, lange Strecken (die einiges an Ausdauer erforderten) und auch Brücken – irgendwann auch mal langweilig. Auch, wenn immer wieder Neues hinzukam, hatte meine schwarze Stute irgendwann einfach keine Lust mehr, irgendwie einen auf „Oh mein Gott, ich bin so ängstlich!“ zu machen und unterließ es, weshalb wir wieder auf das Fahren umsteigen konnten.

      Das klappte dann auch gleich viel besser: Yuki und Namida hatten sich mit der Zeit wirklich aufeinander abgestimmt, auch wenn eher Yuki sich assimiliert hatte, als dass es Namida getan hätte. Die war halt einfach ein wahnsinniger Sturkopf, komme und geschehe, was wolle.
      Trotzdem hatten wir irgendwann einen 1A-Durchlauf hinter uns und nachdem das die nächsten Male auch immer wieder klappte, kam ich aus dem Grinsen nicht mehr raus und streckte zwei erhobene Daumen in die Luft.
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  • Album:
    5 - Sonstiges
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    21 Juli 2015
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    EXIF Data

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    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: --
    geboren: Februar 2006


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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Schimmel mit Tobiano-Scheckung (Ee Aa Gg TO)
    Stockmaß: 141 cm

    Beschreibung:

    Schneeweiß - und so macht sie ihrem Namen alle Ehre. Yuki, was auf Japanisch Schnee bedeutet, stammt aus einem kleinen Zirkus, in welchem sie stets liebevoll umsorgt und gepflegt wurde. Aus diesem Grunde tritt sie jedem Menschen ohne Misstrauen und offenherzig entgegen.
    Was die Zuschauer so faszinierend an ihr fanden, war ihre innere Ruhe und die Art und Weise, sich auszudrücken. Das reinweiße Pony liebt es mit ihrem Gegenüber zu kommunizieren und reagiert auf die kleinsten Körpersignale.
    Selbst bringt sie sich auch sehr gerne mit Ideen in das Training ein, sie ist überaus fleißig und weist schon jetzt ein großes Repertoire an Kunstlektionen auf.
    Manchmal überschätzt sie sich selbst aber auch gerne einmal und schreitet naiv durch die Welt. Aber gerade das macht die Stute so besonders, denn sie sieht in allem nur das Gute und das zeigt sie auch.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: sweetvelvetrose

    Dressur A -- Springen L -- Fahren S -- Military L
    SK 434
    ZSW 407
    BZSW 11
    291. Galopprennen
    221. Fahrturnier
    296. Westernturnier
    87. Synchronspringen
    319. Dressurturnier
    88. Synchronspringen
    216. Militaryturnier
    300. Westernturnier

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    Offizieller Hintergrund