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Pepe

Yorick Halsnaes // Fjordpferd

Punkte: 13 [Stand 02.11.15]

Yorick Halsnaes // Fjordpferd
Pepe, 3 Juni 2015
    • Pepe
      Ankunft

      Lange hatte ich auf diesen Moment gewartet. Yorick war der Sohn von Kvest Halsnaes, gezogen in Norwegen. Die Idee kam vor 4 Jahren, währenddessen ist viel passiert. Ungeduldig wartete ich am Fenster, bisher hatte ich nur Fotos von ihm gesehen. Ben drückte mich, ging aus dem Haus und bereitete die Abendfütterung vor.
      Kurz darauf bog ein Hänger um die Ecke. Ich stürmte hinaus und erwartete meinen angeheuerten Fahrer bereits auf dem Hof. „Da freut sich ja jemand!“, rief er mir entgegen und stieg aus dem Wagen. „Der Kleine hat alles gut überstanden, das Vet hat ihn auch einige Tage früher gehen lassen. Der Bursche ist kerngesund und hat schon ordentlich Kraft.“, grinste er und wir öffneten die Ladeklappe. Da stand er, Yorick Halsnaes, und blickte mich schüchtern an. Ich ging auf den Hänger und ließ den Hengst rückwärts treten. Neugierig sah er sich auf dem Hof um. „Hier ist auch dein Papi!“, raunte ich ihm zu und brachte ihn erstmal in eine Paddockbox. Morgen würde ich ihn dann auch den großen Paddock stellen, die Zeit bis dahin konnte er sich mit frischem Heu und einigen Äpfeln in der Krippe vertreiben.
      Verträumt blieb ich noch einige Minuten an seiner Box stehen und betrachtete meinen kleinen Erfolg. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen würden.​
    • Vhioti
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      A-Western | by Catalina | 4366 Zeichen

      "Und nun die Staumeldungen. Der Verkehr auf dem Highway 7 von Glastonbury bis nach Aithonargh ist zum Erliegen gekommen. Eine Umwegstraße wird eingerichtet." Genervt haute ich mein Lenkrad. Gerade jetzt, wo Lea mit ihrem Norweger Yorick nach Morvern Castle fuhr, steckte ich genau zehn Kilometer von der Heimat entfernt im Stau. Mein Handy vibrierte. Ich stellte auf Sprechanlage und antwortete. "Hey Catalina. Wo bist du?" "Stecke im Stau.", antwortete ich seufzend. "Oh. Wie lange brauchst du? Naja, ich habe Yorick auf den Paddock gestellt. Hübscher Esel, den du da hast." "Danke, Lea. Dante ist schon ein Hübscher. Ich weiß nicht, wann ich ankomme." Der Stau lichtete sich. Ich stieß ein 'Hallelujah' aus und gab Gas. "Ich komme!", rief ich und drückte den roten Hörer.
      Eine Viertelstunde später war ich auf dem Hof. Was ein Glück. Lea saß im Gemeinschaftsraum und las eine Zeitung. Nach einer kurzen Umarmung gingen wir auf den Paddock. Benny lag an der Tränke und döste. "Was ist mit dem Kalti?", fragte Lea. "Alt und schon angeschlagen." "Wie alt?" "16." "Geht doch noch." "Naja...", wandte ich ein und machte mich mit dem Norweger bekannt. Der neugierige Junghengst knabberte an meinen Fingern. "Er hatte letztens seine 'erste' Kolik und die war nicht gerade einfach für ihn. Seitdem ist er recht schwach und wird meistens als Handpferd genutzt." Auf dem Weg zum Anbindeplatz tratschten wir eine Runde, Yorick blieb direkt neben mir. Lea machte den Hengst fertig zum Reiten. Ich holte einen Westernsattel und eine passende Trense, und als wir dann auf dem Platz ankamen, war auch ich bereit für die heutige Lektion. Der Hengst war an den Sattel gewöhnt. Daher war das Aufwärmen ein leichtes. Natürlich war es für eine eingefleischte englische Reiterin wie mich etwas ungewohnt, die Zügel locker in der Hand zu halten und deutlich mehr mit dem Gewicht zu arbeiten, aber als er Hengst nach zwei Runden im Trab sich nach einer feinen Linksbeuge auf den Zirkel bei C einklinkte, war alles wieder da. Natürlich gab es Leute, die besser waren als ich, aber ich war sehr glücklich, dass ich das noch konnte. Lea stellte vier Stangen auf den Boden. Sie waren mit Wimpeln gekennzeichnet. Die beweglichen Stangen wurden noch reingerammt, dann zogen wir zweimal um diese herum, damit Yorick sie begutachten konnte. Der gutmütige Norweger dunkte den ersten Wimpel und zuckte, als er hin und her wippte. Dann stibbte er es erneut an und wandte sich ab. Der Abstand lag bei ca 1,50. Also groß genug, und ich hoffte, dass seine Wendigkeit ein Vorteil sein würde. Was heißt, Vorteil. Im Trab visierten wir dann die Hindernisse an. Mit leichten Hilfen schlurfte der Hengst los und streifte das Plastik. "Nein, Yorick. Bisschen flotter, bitte schön.", bat ich und trieb ihn wieder an, sobald wir auf dem Hufschlag angelangt waren. Dieses Mal klappte es doch besser, und wir legten noch eine Pause ein. "Ich kann ihm noch den Spin beibringen. Sliding Stops sind ja Verenas Spezialität." Lea hatte nichts einzuwenden und unterhielt kurz ihren Hengst, während ich Alicias Stuten Mina und Frieda in Empfang nahm. Glücklicherweise hatten sowohl Alicia Grey als auch Occulta Smith sich damit einverstanden erklärt, ihre Pferde zu mir zu bringen. Denn da ich immer noch alleine war – Clark kam erst in zwei Tagen an – wollte ich meine Pferde nicht alleine lassen. Die Stuten durften nach der Anreise auf die Weide, dann machte ich mit Yorick weiter. Die Wimpelstangen waren weg, und ich arbeitete mit ihm auf der Mittellinie. Wir ritten kleinere Wendungen – eine gute Übung für die Dressur -, die noch recht eirig waren, aber der Norweger gab sein Bestes, sodass wir die Grundlagen eines Spins schon bald vertieft hatten. Auch wenn er noch langsam um seine Körpermitte herum trippelte und den Kopf noch nicht so ich die Richtung legte, damit wenig Reibung entstand. Also nahm ich die Zügel strammer in die Hand und übte weiter.

      Es dauerte eine halbe Stunde, bis der Hengst den Kopf schön an die Seite legte. Auch das Trippeln hat sich zu einem schön platzierten Aufsetzmuster der Hufe ausgebildet, auch wenn er manchmal stolperte. Er stand ja noch am Anfang seiner Westernausbildung und durfte dann am Ende noch schön galoppieren, wie es ihm passte. Schließlich sollte er sich keine Halsmuskeln strapazieren bei den Spins, und dafür waren ein paar Galoppsprünge doch super geeignet!

      Yorick Halsnaes hat erfolgreich am A-Westerntraining der Legacy of Scotland Trainerin Catalina teilgenommen.
    • Sevannie
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      Nach einer kleinen tierärztlichen Pause rief mich eine gute Freundin, Pepe, aus dem 'Ruhestand' zurück. Sie hatte gestern angerufen, ob ich Zeit hätte ihr Pferd Yorick mal durchzuchecken und zu impfen. Sie hatte ihn noch nicht allzulange und somit hatte ich auch ja gesagt, da ich ja nun auch etwas mehr Zeit hatte. So hatte ich mich heute früh gleich nach dem Füttern meiner Pferde auf den Weg gemacht. Ich war auch recht flott bei Pepe angekommen. Ich lief in den Stall und dort begrüßte mich Pepe schon fröhlich pfeifend. ,,Halli Hallo Joyce.'',schmunzelte sie und ich nickte. ,,Hey, wo ist denn dein Neuling?'',hakte ich nach und sie führte mich rasch zu diesem. Ich hatte ja zum Glück schon Zuhause meinen Koffer gepackt und alles hineingetan was ich heute brauchen würde. Bei dem hübschen Fjordpferdhengst angekommen öffnete sie die Box und ich ließ mich abschnuppern. Es dauerte nicht lang da schien der Kleine schon etwas frecher zu werden. ,,Noch recht jung, hm?'' - ,,Vier ist er jetzt.'',erklärte sie und ich nickte. ,,Okay. Kannst du mir sonst noch irgendetwas sagen, also Charaktermäßig oder ist er noch nicht so lange hier?'' - ,,Naja er testet gerne seine Grenzen!'',meinte sie etwas lächelnd und ich nickte erneut. ,,Okay gut zu wissen.'',meinte ich und streichelte den Hals des Braunfalbens entlang, ehe ich dann begann ihn abzutasten. Pepe stand immer am Kopf des Hengstes und achtete auf dieses. Er zappelte etwas, schien mir in der Situation eher nervös als testend aber das war ja auch nicht so schlimm. Das Abtasten lief somit relativ ruhig ab, abgesehen davon das der Hengst etwas hin und her lief aber auch nicht im großen Sinne. Ich lobte ihn etwas, ehe ich dann begann ihn abzuhören. Er zuckte bei dem Stethoskop an seiner Haut etwas zusammen, doch beruhigte sich auch hier recht schnell. Ich schien ihm eher etwas Respekt einzuflößen als das er mich testen wolle. Naja auch gut, solang er so brav blieb. Seine Atemfrequenz lag bei 16 Atemzügen pro Minute, zwar leicht an der Grenze aber auch noch im grünen Bereich, immerhin war er vorher zusammen gezuckt. Sein Puls lag bei 44 Schlägen pro Minute, somit leicht über dem Durchschnitt aber bis 48 Schläge pro Minute war eigentlich noch Normal, es war eben nur über dem Durchschnitt. Somit war dies auch alles hinter uns und er bekam von mir ein kleines Möhrchen. Vielleicht konnte ich ja so etwas Freundschaft schließen, denn ich war ihm nicht ganz so geheuer. ,,Ach mein Kleiner..'',murmelte Pepe vor sich her und strich den Pony den Nasenrücken entlang. Ja der Pony war etwas länger, zumindest länger als die Mähne. Ich schmunzelte. Naja Fjordi's brauchten auch einfach eine Stehmähne, alles andere fand ich nicht so schön, vor allem weil man mit denen so vieles anstellen konnte. Nach meinem kleinen Gedankensprung ging es dann auch an das Messen der Körpertemperatur. Ich stand neben der Hinterhand und hob den Schweifansatz an, wobei Pepe den Hengst beruhigte welchen wir vorher zur Sicherheit angebunden hatte. Er war vorhin schon als etwas herum gelaufen, wer sagt das es nun nicht noch schlimmer werden würde. So konnte er nicht allzu weit. Als ich das Fieber maß war jedoch alles in Ordnung, am Anfang hatte er zwar gezuckt aber naja. Spätestens nach der Spritze fand er mich sicherlich bösartig. Ich lobte ihn kräftig und blickte auf das piepsende Thermometer. 37,9°C. ,,Dein Hengst ist kerngesund.'',schmunzelte ich und lächelte, ihr kam auch gleich das Lächeln auf die Lippen. Somit waren ja dann alle zufrieden. Nur noch Impfen und dann konnte Yorick sich von mir erholen. Also machte ich die Spritze bereit und Pepe redete immer noch gut auf ihn zu, jedoch war der Hengst anderen Ansichten wie sie. Ich lief zum Hals und stellte mich neben die Vorderhand. So suchte ich mir eine Vene am Hals, welche ich etwas mit streicheln suchte. Nachdem ich diese gefunden hatte ging alles auch ganz schnell. Ein Piecks ein Quicker und alle waren glücklich. Naja manche mehr und manche weniger. Ich drückte noch einen Moment einen Tupfer auf die kleine 'Wunde' und machte mich dann aus der Box heraus. Pepe band ihn ab und so verabschiedete ich mich auch schon wieder von ihr. Schnell war alles andere geregelt. ,,Dann viel Spaß mit deinem frisch geimpften Hengst.'',lächelte ich und sie nickte. ,,Danke nochmal.'',murmelte sie und ich lief wieder zu meinem Auto.

      [4341 Zeichen by Sevannie / Tierklinik Briar Cliff]
    • Gwen
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      Dressur E-A

      Mit dem Kauf von Papermoon’s Yakari hatte ich auch direkt einen neuen Auftrag für unseren WHT Ausbildungsbetrieb erhalten – diesmal war es Pepe, die mich ihren Fjordhengst Yorick Halsnaes trainieren ließ. Ein Fjordpferd hatte man nicht so oft im Stall, dementsprechend neugierig war ich natürlich auch auf Pepes Schützling. Mit der Rasse hatte ich an sich sowieso wenig zu tun, obwohl ich die Falben mit der rassetypischen Stehmähne eigentlich immer sehr faszinierend fand. Yorick würde vermutlich keine Ausnahme sein.
      Pepe traf erst relativ spät am Abend ein, da die Fahrt von England nach Kanada allerhand Zeit in Kauf nahm. Dementsprechend war es schon dunkel, als sie eintrafen, was für uns alle aber eigentlich eher angenehm war, denn so entgingen wir der sommerlichen Hitze und trafen uns erst, als es bereits abkühlte und man sich ohne Probleme draußen aufhalten konnte. Das war sicherlich auch für Yorick angenehmer.
      Unsicher fuhr Pepe die Auffahrt zur Ranch hinauf und ich musste mir das Grinsen verkneifen. Öfters kämpften meine Kunden mit der buckeligen Einfahrt und ich musste sie eindeutig endlich mal begradigen, am besten noch vor dem nächsten Winter, ehe sie dann wieder voller gefrorener Pfützen war. Pepe parkte das Auto direkt neben dem Stall, genau dort, wo ich sie hingelotst hatte, also ich fand das klappte doch richtig gut!
      Wir begrüßten uns und klärten das Wesentliche, also worauf ich bei Yorick Halsnaes achten musste und was für Charakterzüge den Hengst ausmachten. Dabei erfuhr ich, dass Yorick der typische Junghengst war: absolut selbstsicher und ein Tester. Des Weiteren hieß es, dass er sehr viel Potenzial hatte und dieses auch gerne unter dem Sattel zeigte. Die Problematik, dass man mit ihm sehr konsequent sein musste, konnte ich aber eigentlich beruhigt zur Seite schieben. Ich achtete bei dem Training und der Ausbildung stets darauf, dem Pferd einen klaren Weg zu zeigen, bei welchem es sich mit einbringen konnte, aber dennoch nicht selbst die Führung übernahm.
      Nach einer ausführlichen Beschreibung des Fjords, half sie mir beim Ausladen und Unterbringen in die Box, bevor wir schließlich die Ausrüstung in der Sattelkammer verstauten und uns fürs Erste voneinander verabschiedeten.
      Da die Fahrt mit Sicherheit sehr anstrengend für Yorick gewesen war, durfte er am ersten Tag noch etwas verschnaufen – das Training würde erst beginnen, wenn er sich ein wenig eingelebt hatte.

      Nach einigen Tagen war es dann schließlich soweit und wir konnten mit dem Training beginnen. Laut Informationen von Pepe war der Hengst bereits auf E-Niveau und kannte die groben Abläufe, doch ich sollte die Gangarten und Figuren noch einmal vertiefen, bevor ich mit dem Training für das A-Niveau beginnen würde.
      Als ich das erste Mal auf dem Rücken des Fjords saß, musste ich mich zunächst an den etwas anderen Körperbau gewöhnen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich, als eingefleischte Ponyreiterin, sowieso keine Probleme haben würde, aber Yoricks Rücken war tatsächlich etwas breiter und er hatte sehr weiche, leicht schaukelnde Gänge. Mit 1,47m Stockmaß und einer stattlichen Statur wirkte er dennoch nicht wirklich wie ein Pony. Nach der Aufwärmphase hatte ich mich dann auch an den Hengst gewöhnt. Während des Aufwärmens achtete ich darauf, dass Yoricks Bewegungen fließender wurden, sodass ich mir sicher sein konnte, dass seine Muskeln genügend aufgewärmt waren. So wurde der Hengst immer elastischer und konnte sich von selbst ohne großartige Hilfe meinerseits dehnen und strecken.
      Die Gangarten waren, wie sich schnell herausstellte, kein Problem. Sowohl der Mittelschritt als auch der Trab und der Galopp im Arbeitstempo ließen sich gut regulieren und ich staunte nicht schlecht über die Gänge des Hengstes – hatte ich sie mir doch nicht so kraftvoll vorgestellt, wie sie letztendlich waren. Aber ich war schnell absolut begeistert von dem Hengst. Auch das Leichttraben im Arbeitstrab war keine Hürde, die nicht zu bewältigen war und so begannen wir mit den Tempo-Übergängen.
      Zunächst einmal war da der Schritt-Trab-Übergang. In einer E-Dressur wurden häufig Übergänge erwartet, doch diese immer nur über eine Gangart – also nie ein Schritt-Galopp-Übergang. Das Einzige, was eine Ausnahme bildete, war das Halten aus dem Trab.
      Anfangs schien Yorick noch ein wenig steif zu sein, doch je häufiger wir den Schritt-Trab-Übergang und den Trab-Galopp-Übergang wiederholten und ausführten, desto elastischer und bewegungsfreudiger wurde er. Schließlich machten wir uns noch daran, das Halten aus dem Trab zu üben. Während wir an der langen Seite trabten, saß ich aus und parierte Yorick irgendwann durch. Zu Beginn fiel er in den Schritt und daraufhin blieb er erst stehen, doch nachdem er das Prinzip verstanden hatte, setzte der junge Hengst es wirklich wunderbar um. Auch das aus dem Stand antraben probten wir heute noch ein bis zweimal und Yorick trat dabei herrlich weit unter.
      So konnten wir das Training für heute mit einem sehr positiven Ergebnis beenden und ich konnte Yorick abreiten. Dabei streckte er sich wunderbar und schnaubte auch zufrieden ab. Unser erstes Training war eindeutig ein Erfolg gewesen.

      Meine kleine Schwester stand an der Bande in der Reithalle und beobachtete uns interessiert, während ich mit Yorick die Hufschlagfiguren einer E-Dressur vertiefte. Der Falbe schien mächtig Spaß an der Arbeit zu haben und bisher hatte ich noch keinerlei Differenzen mit ihm erlebt. Yorick schien also genau zu wissen, bei wem es sich lohnte zu testen und bei wem man es am besten gar nicht erst versuchen sollte.
      Die Hufschlagfiguren, die in der Klasse E von Belang waren, waren die ganze Bahn, der Zirkel, der Wechsel aus dem Zirkel, der Wechsel durch die ganze Bahn und einfache Schlangenlinien. Es war nichts, was man nicht ziemlich oft beim alltäglichen Training verwendete, um das Pferd vernünftig zu stellen und sie waren wohl einige der grundlegendsten Dinge, die man beim Reiten benötigte.
      Auch der Zirkel war eigentlich eine klare Sache, ebenso aus dem Zirkel zu wechseln. Blieben also nur noch die Schlangenlinien. Je nachdem, wie viele Bögen sie hatte, desto größer waren sie – ich begann mit Yorick bei einer einfachen Schlangenlinie mit drei Bögen.
      Die Schlangenlinie begann bei dem Bahnpunkt A, und wurde durch drei Bögen, zwei auf der linken, einen auf der rechten Hallenseite, bis zum Bahnpunkt C fortgeführt. Schließlich steigerte ich die Schwierigkeit ein wenig und baute einen vierten Bogen ein, der die Wendungen etwas enger machte, sodass der Hengst noch biegsamer werden musste. Die Schlangenlinie mit vier Bögen war sogar bereits Bestandteil einer Prüfung der Klasse A – und für das Pferd schien dies kein Problem darzustellen.
      Als abschließenden Schwierigkeitsgrad bauten wir in jeden Bogen eine Volte ein. Diese Übung erforderte sowohl von Yorick als auch von mir echte Kopfarbeit, denn sonst kam man schnell durcheinander. Aus dem Grund gingen wir sie auch erst im Schritt durch, damit der Hengst die Bewegungsabläufe verstand, ehe wir sie auch im Trab erarbeiteten. Yorick war sehr motiviert und wenn er doch einmal in die Schräglage fiel, ließ er sich wiederum schnell wieder gerade und auf die Hinterhand richten.

      Nach einigen Tagen, in denen ich weiterhin intensiv mit Yorick gearbeitet hatte und auch seine Kondition mittels längeren Spaziergängen und anderen Übungen gesteigert hatte, war ich der Meinung, dass er für das Einsteigen in die Klasse A gewappnet wäre.
      Viele neue Hufschlagfiguren, die wir üben mussten, kamen nicht auf uns zu. Es waren lediglich die Schlangenlinie mit vier Bögen, die wir bereits zur Genüge gemeistert hatten und die 10 Meter-Volten im Trab. Um die Schlangenlinie machte ich mir dementsprechend keine Sorgen, doch die 10 Meter-Volten bereiteten mir einige Zweifel. Es war gar nicht so leicht, aus der Volte wirklich eine Volte zu machen, gerade wenn es um die 10 Meter ging. Aber nun ja – Probieren ging bekanntlich über Studieren.
      Ich beließ den Durchmesser der Volte zunächst einmal nicht bei zehn Metern, sondern kümmerte mich darum, dass der Hengst verstand, was von ihm verlangt wurde und wie er das wirklich korrekt erarbeiten konnte. Nur ganz grob konnte ich einschätzen, welchen Durchmesser die Volte nun hatte, doch mit jeder Volte, die wir ritten, wurde der Durchmesser etwas kleiner, bis wir schließlich, einige Reibereien inbegriffen, bei einer Volte ankamen, die der 10 Meter-Volte schon ziemlich nahe kam. Als dies geschafft war, gönnte ich uns beiden eine kurze Pause; das Training war anstrengender als geplant.
      Weiter ging es mit den neuen Gangarten. Zum Mittelschritt und dem Trab und Galopp im Arbeitstempo kamen nun noch der Mitteltrab und der Mittelgalopp hinzu. Diese sollten schnell erreicht werden, denn durch Regulieren des Tempos wurde Yorick ohne Probleme ein wenig langsamer und wechselte somit vom Arbeits- in den Mitteltrab, ebenso beim Galopp. Es stellte keine sonderlich große Hürde für ihn dar, weshalb wir uns bald dem wohl anstrengendsten Teil widmen konnten: den Lektionen. Doch das heutige Training würde wohl erst einmal beendet sein, denn wir hatten für diesen Tag genug Neues dazu gelernt.

      Wir hatten gerade das Zügel aus der Hand kauen lassen hinter uns gebracht, als meine Mutti in die Halle trödelte und mir eine Tasse Tee anboten. Seufzend erklärte ich ihr, dass dafür gerade keine Zeit war und ich mit Yorick arbeiten musste. Dem musste ich wiederum auch erst einmal erklären, dass das Sandwich in Mamas Hand definitiv nicht für ihn bestimmt war.
      Insgesamt gab es vier neue Lektionen, die in einer A-Dressur verlangt wurden. Dies waren das Viereck verkleinern und vergrößern, der einfache Galoppwechsel, das Zügel aus der Hand kauen lassen und das Rückwärtsrichten – eine davon hatten wir soeben erfolgreich ausgeführt.
      Ich trieb Yorick wieder an und wir ritten an der langen Seite entlang, bis wir einen Bahnpunkt erreichten, den ich als Wechselpunkt ansah. Von dort aus bewegten wir uns vorwärts-seitwärts in Richtung Bahnmitte, der Pferdekörper blieb jedoch annähernd parallel zur Bande. Als wir uns mithilfe dieser Bewegungsabfolgen etwa fünf Meter von der Bande entfernt hatten, ließ ich Yorick eine Pferdelänge nach vorn gehen und stellte ihn dabei um. Ich ließ ihn schließlich dem anderen Schenkel weichen und wir kehrten erneut mit einer vorwärts-seitwärts-Bewegung um. Anfangs haperte es bei der Übung noch tüchtig und wahrscheinlich hätte Mamas Sandwich also Motivation große Hilfe geleistet, aber so hatten wir heute wenigstens noch etwas zum ordentlich üben.
      Nachdem wir diese Lektion einige Male wiederholt hatten und ich mir sicher war, dass der Falbe das Prinzip verstanden hatte und umsetzen konnte, widmeten wir uns dem einfachen Galoppwechsel. Da Yorick noch keine Erfahrungen damit gemacht hatte, mussten wir von ganz klein beginnen – dies bedeutete, dass wir Galopp-Schritt-Übergänge machen mussten.
      Beim Galoppieren parierte ich Yorick also in den Schritt durch und nach circa vier Schritten ließ ich ihn wieder angaloppieren. Anfangs noch erleichternd in dem Sinne, dass er auf der gleichen Hand durchparierte und wieder angaloppierte – nach dem dritten Mal jedoch begann ich, die Hand während des Durchparierens zu wechseln. Das fand Yorick anfangs ein wenig verwirrend. Aber ich merkte, wie sein Kopf ratterte und er schon bald das Prinzip dahinter verstand. Je öfter wir diese Prozedur nun wiederholten, desto kürzer ließ ich die Schrittphasen werden, bis sie eigentlich fast gar nicht mir existent waren. Immer wieder wechselten wir somit die Hand, auf der wir galoppierten und als es schließlich beinahe einwandfrei funktionierte, beließen wir es für diesen Tag dabei. Wir hatten heute wirklich allerhand geschafft und das hieß für uns beide, dass wir uns eine Pause verdient hatten, immerhin würden wir uns Morgen an das Rückwärtsrichten wagen.

      Bevor ich in der kommenden Stunde die einfachen Galoppwechsel noch einmal verlangte, wandten wir uns wie bereits gestern geplant einmal dem Rückwärtsrichten zu. Dies würde auch für ein wenig Abwechslung sorgen – ich war mir ziemlich sicher, dass Yorick sonst, wenn wir nur den Galoppwechsel üben würden, schnell den Reiz verlieren würde und das wollte ich auf keinen Fall riskieren.
      Um diese Lektion durchzuführen, hatte ich mir die Hilfe von Elisa geholt. Während ich auf dem Rücken des Hengstes saß, kontrollierte Elisa ihn vom Boden aus und half mir somit, ihm ohne jeglichen Druck das Rückwärtsrichten anzueignen. Ich entlastete mich im Sattel ein wenig, legte mein Bein an und Elisa tippte mit der Gerte vorsichtig die Vorderbeine des Hengstes an. Der kannte das zum Glück schon aus der Bodenarbeit und so war der Reflex bereits gefestigt, so dass er direkt rückwärts trat. Yorick verstand schnell, was ich von ihm verlangte und so klappte das Rückwärtsrichten bald auch schon ohne eine Hilfsperson. Also konnten wir uns heute tatsächlich noch einmal den Galoppwechseln widmen.
      Yorick kaute fleißig und ich merkte, wie er allmählich Gefallen an der Arbeit fand. Er würde Pepe später sicherlich ein traumhaftes Reit- und Turnierpony sein, so wie er jetzt schon mitmachte. Wir galoppierten erst eine ganze Bahn, bevor wir dort begannen, wo wir gestern aufgehört hatten. Yorick schien die gestrige Übung noch gut im Gedächtnis zu haben und wir kamen schnell zu unserem Ziel: Yorick sprang schon fast im Galopp um. Wenn auch noch etwas holprig, aber er verstand die Idee dahinter. Am Ende haperte es zwar noch etwas und war sicherlich noch nicht perfekt, aber es war ein großer Schritt, den wir heute geschafft hatten, dementsprechend beendete ich das Training auch zufrieden. Lobend ritt ich Yorick ab und ehe es für ihn auf die Weide ging, wollte ich ihm noch die Beine abspritzen. Diese Abkühlung schien der Hengst auch sichtlich zu genießen und stand vorbildlich still. Als wir dann den Weg zur Weide antraten, kamen seine jugendlichen Spinnereien mal wieder zu Tage und er tänzelte aufgeregt neben mir her und versuchte auch einmal kurz mich zu zwicken nach dem Motto „Nun beeil‘ dich doch mal! Ich will auf die Weide!“, aber das konnte ich ihm nach dem guten Training auch gar nicht sonderlich übel nehmen.

      „Und? Wie hat er sich gemacht? Ich hoffe er hat sich benommen?“, war das Erste, was Pepe mich fragte, nachdem sie mich begrüßt hatte. Ich grinste nur breit. „Super. Seinen Unsinn hat er größtenteils wirklich gelassen und sich wie ein Großer benommen. So hat er übrigens auch die Aufgaben gemeistert! Ein wirklich tolles Pferd hast du dir da gezüchtet“, erwiderte ich lächelnd, „aber ich glaube, da hat dich schon jemand gehört“, lachte ich und horchte dem lauten Wiehern, was aus dem Stall erklang. Yorick stand in der vordersten Box und schien seine Besitzerin nicht nur gehört, sondern auch gesehen zu haben.
      „Dann wollen wir sie mal fertig machen, oder?“, stellte ich Pepe die eher rhetorisch gemeinte Frage und machte mich mit ihr gemeinsam auf den Weg in den Stall. Dort zog Yorick schon ungeduldig Kreise in seiner Box und schien sich wirklich tierisch über seine Besitzerin zu freuen, so machte er uns nicht einmal beim Verladen Probleme, sondern marschierte vorbildlich in den Hänger und so verabschiedete ich mich auch schon von meinem Berittpferd.
    • Pepe
      Rund-um-Pflege
      13.07.2015

      Mit der Umbenennung unseres Teilstückes des Hofes war auch wieder ein neuer Pflegetag nötig. Wärend Ben sich um den Stall, das Futter und die Stallarbeit kümmerte, erledigte ich die Pferde.
      Ich begann mit Annakiya, unserer Jährlingsstute. Wir hatten viel gearbeitet, Halfter und Hufe geben ging mittlerweile problemlos. Heute schnappte ich mir ihr neues Halfter und holte sie vom Paddock. Die kleine Stute war sehr pingelig und oftmals nur etwas staubig. Schnell war sie geutzt, die Hufe hatte sie heute morgen neu gefeilt bekommen. Neugierig schnupperte Anna an mir herum, wie immer erwartete sie ein Leckerchen. „Jetzt noch nicht, meine Süße!“, grinste ich und löste den Strick. Ich wollte heute etwas mit ihr spazieren gehen, manchmal war sie noch etwas ungestüm und ließ sich schwer bremsen. Mit spielenden Ohren verließen wir den Hof. Nach etwa einer Viertelstunde kamen wir beide entspannt am langen Strick zurück. Annakiya hatte erstmals nicht gezickt oder sonst irgendwelche Gespenster gehen. Ich war stolz auf die und brachte sie zu den anderen,die Ben gerade reinstellte, in den Stall.
      „Lässt du mir die Jungs grade noch draußen?“, bat ich Ben und schnappte mir einige Stricke. Kvest Halsnaes, Oaklands Cloudbreaker, Osita, Fajir El Assuad, Blettur und Soul Dance durften sich gemeinsam in der Halle austobene; die kleine Herde genoss diese Stunde einmal in der Woche sehr. Rangeleien gab es bisher noch keine, ausgelassen tobte und spielten sie immer miteinander.
      In der Zwischenzeit sattelte ich mir Cylon Blue und brachte den Hengst auf den Reitplatz, lange hatten wir nichts mehr getan. Ich stieg auf, gurtete nach und ritt los. Der Hengst war sehr sensibel, er ließ sich auch bisher nur von mir reiten. Etwas Druck im Zügel und der Trakehner kaute zufrieden auf seinem Gebiss.
      „Brauchst du Hilfe?“ ertönte es plötzlich am Zaun. Es war Ben, der zur untergehenden Sonne zeigte. Mist. Ich hatte ganz vergessen wie spät es schon war. „Kannst du Joy longieren? Nur bisschen in den Gangarten, das reicht schon…“, rief ich ihm zu.
      Zehn Minuten später kam Ben mit Hope of Joy auf den Reitplatz. Ich befand mich mit Blue bereits im lockeren Trab und versammelte ihn leicht. Ben schickte die Stute auf einen etwas kleineren Zirkel und begann mit ihr zu arbeiten. Während ich mit Cylon Blue zu Trab-Galopp-Übergängen anfing, gab ich Ben immer wieder mal ein paar Tipps. Die Stute lief nach kurzer Zeit sehr locker, Ben kam mit ihr auch mehr als gut zurecht, so unkompliziert wie sie war. Ich ließ Blue im Schritt am langen Zügel etwas entspannen, und ließ Ben mit Joy an der Longe galoppieren. Die Stute hatte etwas viel Energie, etwas musste ich meinen Hengst bremsen. „Okay, das ist gut so. Bringst du sie zurück und sammelst die anderen aus der Halle zusammen? Ich schwing mich noch kurz auf Yorick.“ Geschwind war Cylon Blue abgesattelt und versorgt.
      Yorick Halsnaes war erst seit wenigen Tagen aus dem Training zurück. Von der ersten Minute an hatte ich eine besondere Beziehung zu dem Junghengst. Er brummelte mir bereits entgegen und nahm das Gebiss sanft an. Ich führte das Fjord auf die Stallgasse, putzte mit einer Kardätsche kurz über und lief mit ihm zur Halle. Dort machte ich etwas lockere v/a-Arbeit, die letzten Tage hatte er sich wegen Muskelkaters kaum selbst bewegt, so wollte ich ihm etwas Lockerung verschaffen. Yorick schnaubte nach zehn Minuten im Trab locker ab und streckte sich. Ich klopfte ihn glücklich und drehte noch einige Schrittrunden durch die Halle. Zurück im Stall versorgte ich ihn und brachte ihn in seine Box für die Nacht.
      Ben hatte die Abendfütterug bereits vorbereitet und zu zweit war die letzte Arbeit des Tages schnell erledigt.


    • Vhioti
      A-Springen (Soul Dance), A-Western (Fajir El Assuad), Bodenarbeit (Yorick Halsnaes)
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      Clarence's Bein wippte unruhig im Takt von – ja, was eigentlich? Die Musik passte überhaupt nicht zum Takt, als ich mit dem Wagen zum Hof von Lea brauste. Doch vorher musste ich auftanken. "Warum so nervös?", ich schmunzelte. "Keine Ahnung." Ich lachte schallend auf. Clarence feierte in acht Tagen seinen 24. Geburtstag und er war nervös? Mit meinen 19 Jahren hatte ich wohl mehr drauf. Der Tank wurde gefüllt, ich leerte mein Portemonnaie und brachte uns beiden gleich einen Ti. Eistee namens Ti, was eine Einfallsgabe. "Hier, trink. Wir sind gleich da." Clarence tat wie ihm geheißen. Kurz darauf hielten wir schon am Willmore Stud auf dem Parkplatz. "Na los, nimm deine Tasche, wir checken ein. Wir haben nicht alle Zeit der Welt – beeil dich!", mir floss der ganze folgende Ablauf mittlerweile ins Blut – Zimmer beziehen, Fenster auf (es war warm), und dann ab zu den Stallungen. Clarence folgte mir wie ein Geist. Lea war an der Box eines edlen Arabers. Nach einer Begrüßung, die doch etwas herzlich ausfiel, zog sie eine Augenbraue hoch. "Das ist Clarence. Mein Azubi. Er kann gut mit Pferden umgehen. Trotzdem bleibe ich in seiner Nähe.", damit warf ich ihm einen belustigten Blick zu. Binnen Sekunden hatte seine Gesichtsfarbe von einem gesunden zu einem roten und dann blassen Hautton gewechselt. "Ich fange an mit Yorick. Da ich auf dem Platz bleibe, kann er auch schon mit Fajir langsam anfangen.", erklärte ich ihr nun. Lea nickte nur. "Wie dem auch sei – ich bin heute den halben Tag nicht da. Die Arbeit, du weißt schon.", auch ich nickte, und zog dann meinen Azubi zu den Boxen des Vollbluts und Norwegers. "Fajir ist ein recht schwieriger Kamerad, so weit ich weiß. Aber du weißt ja, freundliche Annäherung ist alles!" Yorick schnaubte, als ich ihn aufhalfterte und dann zu mir führte. Clarence sah den stolzen Hengst einen Moment lang starr an.

      Clarence's Sicht
      Ich durfte nicht zeigen, wie nervös ich war. Der Hengst vor mir beobachtete jede meiner Bewegungen, als ich ihn striegelte und nach der Sattelkammer fragte. Der Norweger, um den sich Catalina gerade kümmerte, brummelte zufrieden als sie seinen Rücken mit dem Gummistriegel massierte. Es gab in der Kammer nur ein Westernset. Hoffentlich passte es dem Hengst. Cata war immer noch emsig dabei, den Ponyhengst zu verwöhnen. Doch zuerst – weiter mit Fajir. Etwas unruhig kratzte ich seine Hufe noch aus, dann trat ich zurück. Fajir wurde aufgesattelt. Catalina nickte mir zu, sie war schon fertig mit dem Pony und hatte nur noch ein Pad, Gurt und einen Kappzaum angelegt gekriegt.
      "Und jetzt?" "Jetzt reitest du auf Fajir, Dummerchen. Aber bleib einfach auf der oberen Hälfte. Fang mit lockeren Gleichgewichtsübungen an, es geht ja um die richtige Handhabung im Sattel." Das war klar. Nicht umsonst hatte ich Bücher gelesen in den letzten Tagen. Aber die Praxis war wohl schon anders. Bei den Seminaren hatten wir einiges gelernt, und auch die junge Frau, mit der ich dort gesprochen hatte, wollte sich im Westernbereich vertiefen. Lydia hieß sie. Wenn Catalina wüsste...

      "Hey!", Fajir lief ganz gut. Der schwere Sattel war zwar eine andere Klasse für den sonst englisch gerittenen Vollbluthengst, aber daran hatte er sich wohl schnell gewöhnt. Jetzt aber buckelte er. Catalina, die gerade Yorick longierte und ihn nur gelegentlich touchierte, damit er schneller lief, hielt ihn an und schaute zu mir rüber. "Zieh nicht so am Zügel!", rügte sie mich. Ich hielt sie lockerer; der Henst beruhigte sich. "Mein Gott, hast du den gar nichts gelernt? Du musst sensibler sein. Beim Westernreiten..." "...geht es um die kleinsten und minimalsten Hilfen, ich weiß!", rief ich und ließ Fajir antraben. War wohl doch schwerer, als gedacht. Ich hatte dennoch Spaß daran. Nicht zuletzt deshalb, weil der Hengst gute GGA hatte und gelehrig war. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Catalina mit dem Norweger die Seite wechselte. "Clark? Holst du gleich ein paar Stoffstangen aus dem Lager?" "Gerne.", erwiderte ich. Nach einem Galoppstart zogen wir einmal über den Platz. Der Norweger machte sich direkt 'schlank' – gut für ihn, denn Fajir legte einmal die Ohren an, als wir ihn passierten. "Gut! Das reicht für heute!", etwas enttäuscht ließ ich den Hengst durchparieren. "Warum?" "Ich brauche deine Hilfe bei Yorick. Der lässt sich zwar gut longieren, mehr aber auch nicht. Mach Fajir fertig für die Weide und komm dann bitte wieder." "Mit den Stoffstangen, klar."
      Fajir schnaubte, als ich ihn auf die Weide brachte. Er hob den Kopf, zuckte mit den Ohren und trabte dann stolz auf eine der Tränken zu. Ich brachte den Sattel noch schnell weg und holte im Anschluss die gelb-blauen Stoffstangen. Auf dem Platz legte ich sie an einer der Seiten hin, schob sie gerade und stellte mich neben Catalina. Die kleine Brünette mit der kecken Persönlichkeit trieb den nun longefreien Hengst über den Platz – und das nur mit einer kleinen Gerte. Trotzdem lief der Hengst fleißig, auch wenn er in den Ecken sich einrollte. "Und jetzt?" Catalina warf mir einen scharfen Blick zu. Dann schnalzte sie mit der Zunge und holte Yorick zu sich. "Lauf neben ihm her, damit er nicht die Stangen überläuft.", befahl sie. Also ging ich auf Yorick zu und hielt ihm am Kappzaum fest, dann gingen wir auf den Stoff zu. Die nachgebenden Stangen waren ein Graus für den Hengst, da der nicht verstand, wie sie so weich und doch so ... naja, existent waren. Argwöhnisch wurden die Stangen mit den Hufen betastet. Dann sogar umgerollt. Mit einem kessen Wiehern scharrte er erst im Belag herum, und stuppelte dann über die Stangen.

      Catalinas Sicht
      Es war später Nachmittag. Lea hatte lange Zeit gearbeitet und war jetzt froh, auf der Bank vor dem Round Pen zu sitzen und mir beim Arbeiten mit Yorick zuzusehen. Soul Dance war heute den ganzen Tag auf der Weide – laut ihrem Stalltagebuch hatte sie heute ihren Weidetag. Den durfte sie auch einhalten. Dafür wollte ich heute mit Fajir einen Ritt durch die Umgebung machen. Clark würde dann Lea helfen. Ich wusste nicht, warum, und er hatte mir auch nichts erzählt. "Bist du sicher, dass du das alleine schaffst?" Da hatte er sich eine Kopfnuss eingehandelt. Ich schmunzelte, als der Hengst stehen blieb und sich mehrfach um die eigene Achse drehte. "Jah, du hast keine Lust mehr, richtig?" Gedankenverloren kraulte ich seine Ohren. Er war merkwürdig ruhig, dafür, dass er Longen überhaupt nicht mochte.
      Fajir schnaufte und legte leicht die Ohren an, als ich aufsaß. Ich wollte nur einen kleinen Ritt in den Wald machen und dann wieder zurück. "Ho, ho. Ruhig Kleiner.", ich klopfte seinen Hals, und ritt mit ihm los.

      Tag 2

      Fajir war doch ein schwieriger Kamerad. Wir mussten eine leere Straße überqueren. Überhaupt nicht sein Fall. Aber jetzt, wo Clark wieder auf ihm über den Platz ritt, wirkte er gelassener als gestern. Mit Yorick hatte ich genug gearbeitet. Ich vertraute Clark mittlerweile genug, Fajir nicht zu verärgern und holte daher die Ponystute Soul Dance von ihrer morgendlichen Weiderunde ab. Die dunkle Stute mit dem hübschen Mähnenschnitt knabberte an meinen Fingern, als ich ihr das Halfter aufstrich und sie dann zum Stall führte. Auf dem Platz wurden gerade Hindernisse aufgebaut, die ich heute mit ihr überwinden wollte. Die schicke Stute schnabulierte gerade eine Möhre während ich sie aufsattelte; anscheinend war sie von Sätteln nicht sehr angetan. Ich lobte sie ausführlich, als sie auch beim Nachgurten ruhig blieb. Langsam führte ich sie zum Platz. Lea und Clark saßen auf der Bank. "Handy weg, Clark. Du kannst später mit deiner Freundin schreiben, wenn wir auf dem Weg zu Occulta sind.", warnte ich den Auszubildenden. "Ihr wollt noch zu Occu?", wiederholte Lea. Ich saß auf und ließ Soul im Schritt über den Platz gehen. "Genau. Da kommt er auch mit. Kira und Cascar haben auch noch Aufträge. Da letztere nur ein Pferd angegeben haben, sind Kira und Cascar als erstes dran." "Und damit hat Occu kein Problem?" "Warum sollte sie? Sie ist einige Tage verreist und ich will ihr ne Überraschung liefern." Lea lachte auf, als sie meine halb grimmig, halb lustige Miene sah. Soul wieherte, und trabte an. Ich ließ es ausnahmsweise mal durchgehen. Im flotten Trab klappte das Aufwärmen eh besser. Aber das war nicht alles, was die Stute haben wollte. Sie ging zielstrebig um die Hindernisse herum, begutachtete sie und sprang in den Galopp, als ich meine Fersen an ihren Bauch gedrückt hielt. Alles weitere klappte schon fast ohne meine Hilfe. Auch wenn die letzten Schritte vor den Sprüngen hastig waren und sie anschließend regelrecht trippelte, um dann wieder in die Sprünge zu finden. Daher ließ ich sie im langsamen Galopp auf die Hindernisse zu gehen, damit die Schritte noch recht groß waren und sie sich dann mit Kraft abstoßen konnte. Durch diesen Umstand geprägt streifte sie auch keine Stangen und hufte dann wieder elegant auf. Meine Arbeit war getan; auf Clark und mich warteten nun andere Aufträge, die wir zu erledigen haben. Aber Leas Pferde wollte ich immer wieder gerne trainieren.
    • Pepe
      Pflege - 06.01.2016
      Auf in's neue Jahr!

      "Guten Morgen!", rief Ben fröhlich aus der Küche. Ich brummelte zurück; wie konnte ein Mensch so früh morgens schon so fit sein? Bevor ich drüber nachdenken konnte, drückte er mir eine warme Tasse Kaffee in die Hand und gab mir einen Kuss. "Ich muss los.", flüsterte er und drehte sich um in Richtung Tür. Ben hatte seit einigen Wochen eine neue Arbeit in der Stadt und musste früh los, die Stallarbeit blieb komplett an mir alleine hängen. Ich nahm einen großen Schluck warmen Kaffees, stellte die Tasse auf den Tisch und griff nach meiner Jacke. Frühstück würde ich verschieben.
      Draußen war es kalt, aber geschneit hatte es bisher noch nicht. Im Stall wurde ich bereits erwartet und jeder meiner Fellnasen bekam sein Frühstück. Ich setzte mich in die Mitte des Stalls auf einen dort abgestellten Heuballen, schloss die Augen und genoss das friedliche Kauen der Tiere.
      Chestnut war natürlich als erstes fertig, steckte seinen kleinen Kopf über die Tür und krümelte die Stallgasse voll. Ich ging zu ihm und kraulte ihn am Ohr. „Lust was zu machen, Kleiner?“, raunte ich ihm zu und griff zum Halfter. Der Hengst trug eine leichte Stalldecke, so wie die meisten am Stall, war sehr praktisch kaum putzen zu müssen. Ich bürstete kurz mit der Kardätsche über, trenste ihn auf und wir gingen hinaus auf den Hof. Ich schwang mich ohne Sattel auf das Reitpony und wir verließen den Hof. Es war noch etwas neblig auf den Felder, wir beschränkten uns auf einen gemütlichen Schrittausritt. Bevor wir am Hof wieder eintrafen kam die Sonne heraus und tauchte die Welt in wundervolles Zauberlicht. Zurück auf dem Hof trenste ich Chestnut ab und brachte ihn so wie alle anderen auf den Paddock. Der Ausritt hatte mich hungrig gemacht und ich beschloss, erst gemütlich zu frühstücken, bevor es weiter ging.
      Nach dem Frühstück gab es heute Freilaufen in der Gruppe. Ich holte Yorick Halsnaes, Kvest Halsnaes und Soul Dance vom Paddock, putzte beide kurz über und brachte beide auf den Winterauslauf, den ich zum Toben mitbenutzte. Ein kurzer Blick in die Halle - sie war ebenfalls frei. Dort durften sich Annakiya, My Lovely Horror Kid und Laheeb al Amara austoben. Ich schaute den Stuten einige Minuten zu, wie sie ausgelassen durch die Halle rannten und miteinander spielten. Es war schön mit anzusehen, dass alle meine Pferde sich prima verstanden. In der Zeit in denen sich die beiden Gruppen austobten, mistete ich die Boxen und die Paddocks. Anschließend kamen alle 6 wieder zurück auf ihre Paddocks, Annakiya, Horror Kid und Laheeb bekamen ihre Decken auf, für das wenige Fell war es doch zu kalt.
      Auch die Hengste sollten heute nicht zu kurz kommen. Fajir el Assuad und Oaklands Cloudbreaker konnte ich gefahrenlos zusammen in der Halle laufen lassen, die beiden verstanden sich prima und rauften sich immer freundschaftlich, ohne aggressiv zu werden. Oak liebte es auch, den Vollblüter in sich rauszulassen, da war Fajir der ideale Spielgefährte.
      Osita hatte heute ihren freien Tag, ich putzte sie ausgiebig. Vor ein paar Tagen hatte sie eine leicht warme Sehne gehabt, sie lahmte aber nicht. Vermutlich hatte sie sich nur vertreten, aber ich wollte sicher gehen und sie keiner großen Belastung aussetzen.
      Cylon Blue war der letzte, der heute an die Reihe kam. Der Trakehnerhengst war seit einigen Tagen etwas ungeduldig, die Kälte ließ ihn immer etwas aktiver werden. Ich zog ihm die Stalldecke ab, putzte ihn und ging mit ihm in die Halle. Dort longierte ich ihn eine halbe Stunde, in einem flotten Mix aus Trab und Galopp, nachdem ich ihn im Schritt aufgewärmt hatte. Cylon buckelte im ersten Galopp ein paar Mal, das ließ ich ihm aber durchgehen, weil ich wusste, dass er es brauchte. Danach lief er flüssig und entspannt und ließ sich auch leicht biegen. Nachdem ich die Arbeit mit ihm beendet hatte, kam er mit Decke zurück auf seinen Paddock.

      Nachmittags traf ich mich mit einer Freundin, als Ben von der Arbeit nach Hause kam, half er mir bei der Abendfütterung und steckte einigen Pferden, mal wieder heimlich, eine Möhre zu.
      Ich war glücklich so wie unsere Situation momentan war und freute mich auf das neue Jahr.
    • Pepe
      Besuch von Canyon

      Zwei Tage vor Sommerbeginn! Ich seufzte tief, als ich daran denken musste. So schnell verging die Zeit!
      Da man leider mit einem eigenen Gestüt keine Ferien hatte, hatte ich mir etwas frei genommen und die tägliche Arbeit bei meinen Freunden und Gehilfen abgeladen, welche sich um alles kümmern würden, solange ich etwas in England verweilte.
      Ja genau, England. Ich hatte mich dafür entschieden, einen kleinen Abstecher zu einer Bekannten zu machen, welche etwas Hilfe auf ihrem Gestüt benötigte.Ich würde nicht lange bleiben, immerhin warteten zu Hause genug Arbeit auf mich, aber ein bisschen konnte ich meine Unterstützung ja anbieten.Ich fand auch einen verhältnismäßig billigen Flug, welcher mich in kurzer Zeit aus meinem geliebten Süden in den verregneten Norden brachte.Ich hatte nicht viel mitgenommen, immerhin würde ich gleich morgen früh den nächsten Flieger zurück nehmen.
      England, ich roch es schon, als ich aus dem Flieger stieg. Es hatte etwas ganz besonderes an sich und jetzt war die Stimmung hier noch wärmer.Das einzige, was mich störte, war, dass es unentwegt regnete! Vielleicht hatte ich mich bei meinem Ausflug für den Norden entschieden, weil ich gehofft hatte, dass ich dieses Jahr schon die erste Hitze erleben würde. Aber so wie es jetzt aussah, hatte ich mir dafür das falsche Land ausgesucht.
      Ein schwarzes Taxi mit einem ebenso trist dreinschauenden älterem Fahrer brachte mich vom Flughafen zu dem Gestüt, zu dem ich wollte.
      Ich wollte es schon immer mal besuchen und nun hatte ich die Chance ergriffen und es endlich mal getan.
      Als ich auf dem Gestütsgelände aus dem kleinen Wagen stieg, wurde ich sofort herzlich von Lea begrüßt, einer weit entfernten Bekannten.Sie schien sich wirklich darüber zu freuen, dass ich mir Zeit für sie und ihre Pferde nahm und zeigte mir sogleich mein kleines Gästezimmer, wo ich die heutige Nacht verbringen würde.
      „Möchtest du dich erst noch ein bisschen ausruhen, oder soll ich dir die Pferde zeigen?“, fragte sie mich, sobald ich meinen Rucksack auf mein Bett geworfen und meine Regenjacke heraus gekramt hatte. Warum die auch ganz unten drin war, vielleicht hatte ich gehofft, damit den Regen zu vertreiben?
      Meine Antwort darauf war eindeutig. „Pferde!“
      Immerhin war ich ja nicht hier um zu schlafen, sondern um die vielen tollen Pferde kennenzulernen, von denen ich schon so viel gehört hatte.Lea nahm mich also mit in den Stall, wo mich sofort der Duft von frischem Stroh und Heu umschwebte und ich mich gleich wie zu Hause fühlte.
      Das erste Pferde was mir gezeigt wurde, war Oaklands Cloudbreaker, welcher mir wohl bekannt war.
      Den Namen des Zuchthengstes hatte ich schon auf vielen Tafeln gesehen und es überraschte mich nicht, dass er noch viel schöner und stattlicher war, als ich gedacht hatte. Ich streichelte dem hübschen Araber das Gesicht, was ihm sichtlich zu gefallen schien.Lea stellte mir natürlich auch noch im Schnelldurchgang die anderen Zucht- und dann Privatpferde vor, wobei jeder schöner war als der andere.
      „Hilfst du mir, sie mit auf ihre Weiden zu bringen?“, fragte mich Lea, als wir die Vorstellungsrunde beendet hatten.
      Ich nickte freudig. „Klar! Deswegen bin ich ja hier!“
      „Ok, dann fangen wir am besten mit den Hengsten an, die warten schon ungeduldig.“
      Ich hatte sechs Hengste gezählt und diese brachten wir nun nach draußen. Wir fingen natürlich mit Oaklands Cloudbreaker an, dann kamen Cylon Blue, in welchen ich mich sofort wegen seiner besonderen Farbe verliebte, Kvest Halsnaes, Chestnut's Bailey, Yorick Halsnaes und zum Schluss Fajir El Assuad.
      Jeder von ihnen hatte etwas ganz besonderes an sich und es machte mir sichtlich Spaß, sie alle endlich mit all ihren Macken kennenzulernen. Die Hengste erfreuten sich, trotz des Dauerregens, an ihrer Freiheit und es war ein Genuss dabei zuzusehen, wie sie über die schlammige Erde galoppierten.
      Die Stuten, welche alle viel geduldiger gewartet hatten, mussten natürlich auch noch aus ihren Boxen auf die Weiden.
      Wir fingen hier mit Annakiya an, Oaks Tochter, welche ich zur Koppel bringen durfte. Dann folgten die restlichen Stuten: Osita, Laheeb al Amara, Soul Dance und My Lovely Horror Kid. Lea schien erstaunt, wie schnell wir alle auf ihren Weiden hatten und ich freute mich, hier aushelfen zu können.
      Als nächstes stand, wie wohl jeden Tag, das ausmisten auf dem Plan. Lea zeigte mir schnell die wichtigsten Dinge und die nächste Zeit verbrachten wir damit, in den geräumigen Boxen zu stehen und die Hinterlassenschaften der nach draußen zu befördern.
      Stetig prasselte der Regen immer noch auf das Dach und gab der Arbeit einen kaum merklichen Rhythmus. Als alle Boxen sauber waren, lud mich Lea ein, einen Tee mit ihnen zu trinken und natürlich stimmte ich freudig zu. Obwohl es nicht allzu kalt war, konnte ich eine Erwärmung echt gebrauchen. Die Pause tat echt gut und nachdem wir uns ordentlich erwärmt hatten, ging ich wieder mit Lea nach draußen.
      „Was steht nun an?“, fragte ich sie interessiert.
      „Ich hatte vor, etwas mit Cylon Blue in die Halle zu gehen. Vielleicht möchtest du uns ja dabei zu schauen?“
      „Gerne! Das klingt gut.“
      Zusammen holten wir den Hengst wieder von der Koppel, putzten und sattelten ihn anschließend. Dann führte Lea ihn in die Halle und ich ließ mich, eingehüllt in eine wollige Decke, am Rand nieder und schaute zu, wie die Frau mit viel Gefühl den Hengst durch die Gangarten führte. Es sah fantastisch aus uns fast hatte ich die Kälte schon aus meinen Gliedern verdrängt, als sie nach etwa einer Stunde Arbeit von dem Rücken des Hengstes abstieg.
      Schwerfällig stand ich von meinem Platz auf und folgte ihr in den Stall, wo wir zusammen den Hengst absattelten und überputzten, bevor wir ihn wieder in seine Box stellten. Mittlerweile war es später Nachmittag und somit auch schon dämmrig draußen, als wir auch die anderen Pferde wieder von ihren Weiden einsammelten und zurück in ihre Boxen brachten. Zusammen mit Lea bereitete ich für sie das Futter zu und verteilte es dann unter den wartenden Pferden. Die ursprüngliche Farbe vieler der Pferde war unter der dicken Schlammschicht kaum noch zu erkennen, was mir einige Mühe bereitete, allen das richtige Futter zu geben. Bei Oak war es nicht schwer. Der hübsche Hengst sah fast noch perfekt sauber aus, wo ich mich fragte, wie so etwas ging, da draußen das Wetter nicht gerade dazu einlud, sauber zu bleiben.
      Nachdem alle Pferde versorgt waren, verzogen wir uns wieder nach drinnen, wo wir den Abend gemütlich zusammen vor dem Fernseher verbrachten und lustige Geschichten austauschten. Ich kam erst recht spät in Bett, was nicht gerade gut war, in Anbetracht dessen, dass mein Flug schon in früher Frühe zurück nach Hause ging.
      Mein Wecker schmiss mich noch lange vor dem hell werden aus meinem gemütlichen Gästebett und wohl oder übel musste ich wohl aufstehen und mich anziehen, bevor ich mir ein Taxi rief, welches mich zurück zum Bahnhof bringen würde. Ich verabschiedete mich von Lea und bedankte mich herzlich dafür, dass sie mich aufgenommen und liebevoll umsorgt hatte. Dann stieg ich, mit meinem Rucksack beladen, in ein weiteres schwarzes Taxi und fuhr Richtung Flughafen.
      (c) Canyon​
    • Pepe
      Alltag

      "Guten Morgen zusammen!", pfiff ich in die Stallgasse. Einige Pferde hörte auf am Stroh zu knabbern und blickten mir über der Tür entgegen. Ich streichelte einige Nasen und ging sofort in die Futterkammer, bevor die Meute noch laut wurde. Jedes Pferd hatte seinen Eimer, in dem ich am Abend das Morgenfutter vorbereitet hatte. In Windeseile kippte ich jedem Pferd seinen Eimer in die Futterkrippe und trank meinen Kaffee zu Ende, während ich im Stall stand und den Kaugeräuschen lauschte.
      Ich ging zurück ins Haus und erledigte einige Hausarbeiten die anfielen. Nach einer Stunde zog es mich wieder zurück in den Stall. Es hatte angefangen zu schneien! 'Vielleicht sollte ich langsam mal weihnachtlich dekorieren', überlegte ich. Seitdem ich mich von Ben getrennt hatte, war alles sehr trostlos. Ich beschloss den Jungs eine kleine Freunde zu machen und führte nacheinander Yorick Halsnaes, Kvest Halsnaes, Cylon Blue, Dreaming of Revenge, Chestnut's Bailey und Oaklands Cloudbreaker auf den großen Springplatz. Ich hatte so großes Glück, dass sich meine Jungs zusammen so gut verstanden, selten kam es schwere Zankereien. Etwa zehn Minuten schaute ich der Gruppe beim Toben durch den immer stärker einsetzenden Schneefall, es war so schön anzusehen! Zurück im Stall mistete ich die Boxen, das wärmte auf und stimmte mich in so gute Stimmung, dass ich anfing Melodien zu summen. Anschließend kamen alle in ihren Gruppen auf den Paddock, es schneite immer noch und der Hof war bereits weiß.
      Eigentlich wollte ich heute reiten, doch angesichts des Wetters beschloss ich, meine Mädels ebenfalls nur laufen zu lassen. Und so kamen Soul Dance, My sweet little Secret, Motte, Laheeb al Amara, Annakiya und Osita auch auf den Platz und tobten wild durcheinander auf dem verschneiten Sand. Die Pferde machten auch hier keinen Unterschied zwischen klein oder groß, ich hatte einfach tolle Pferde. Leider musste ich mich wegen zeitlicher Gründe bald von einigen Trennen, eine zweite Hand fehlte dringend am Hof und ich kann alleine einiger Ziele nicht mehr umsetzen. Ich mistete die Boxen der Stuten und brachte sie dann auch raus auf die Weiden. Nachdem ich das Futter für den Abend gerichtet hatte, ging es zurück an den warmen Kamin; die Zukunft musste geplant werden.​
    • Pepe
      Ab in den Urlaub!

      "Morgen gehts los!", rief ich freudig ins Telefon. Meine Freundin erzählte mir nun schon zum dritten Mal, wie neidisch sie auf meine Tour ist. Ich legte auf und machte mich bis Juli das letzte Mal auf den Weg in den Stall.

      In der Futterkammer kontrollierte ich die Futterlisten für meine Abwesenheit und mischte das Abendfutter. Wie sehr ich meine Tiere doch trotzdem vermissen werde!
      Da ich daheim noch mit Packen beschäftigt war, wollte ich alle in Gruppen laufen lassen. Ich begann mit der Stutengruppe. Von der Koppel holte ich Osita, Soul Dance, Annakiya und My sweet little Secret. In der Halle konnten sich alle austoben, Osita und Soul Dance tobten wie immer wild umher. Ich schaute gerne zu, ließ die Gruppe jedoch alleine in der Halle und machte ihre Boxen fertig. Danach durfte alle in den Stall zurück.
      Als nächstes kamen die beiden Fohlen Motte und Dreaming of Revenge an die Reihe. Die zwei Jungspunde verstanden sich gut und teilten sich auch einen Paddock zusammen. Die beiden ließ ich jedoch nicht alleine in der Halle sondern spielte etwas mit. Danach schauten sie mir aufmerksam zu, wie ich ihr Zuhause wieder schön sauber machte.
      Danach kam die erste Hengstgruppe an die Reihe. Chestnut's Bayile, Oaklands Cloudbreaker, Yorick Halsnaes und Kvets Halsnaes. Die vier Männer konnte man alleine lassen und so durften sie sich austoben und ich konnte mit der Stallarbeit weiter machen.
      Zum Schluss war die zweite Hengstgruppe an der Reihe. Meine Urlaubsvertretung hatte bereits die restlichen Pferde reingeholt und so holte ich Cylon Blue, Ezio Auditore da Firenze und I'm an Albatraoz dran. Nachdem auch deren Boxen gesäubert waren und alle wieder im Stall standen; verteilte ich unter grummelnden Pferden das Abendheu sowie individuelles Zusatzfutter. Ich ließ mir viel Zeit und steckte jedem Pferd noch einen Apfel oder eine Karotte zu und knuddelte jedes Einzelne.
      Bis bald!​
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    Himmel - ungepflegte Pferde
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    Pepe
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    3 Juni 2015
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    Height:
    400px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Yorick Halsnaes
    Socke
    [​IMG]


    Vater » Kvest Halsnaes
    VV » Mischak
    MV » Novalis


    Mutter » unbekannt
    MM » unbekannt
    VM » unbekannt

    [​IMG]

    Rasse »
    Fjordpferd
    Geschlecht » Hengst ♂
    Geburtsdatum » 2011
    Stockmaß » 1,47m
    Fellfarbe » Braunfalbe
    Langhaar » schwarz/weiß
    Abzeichen » -
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    Charakter »
    selbstsicher, neugierig, interessiert
    Beschreibung » Yorick ist ein selbstsicherer Junghengst, der immer versucht, den Menschen auszutesten. Ist man konsequent genug, hat man mit ihm einen tollen Partner.
    Er zeigt unter dem Sattel bereits in seinen jungen Jahren sehr viel Potential, mit der richtigen Förderung kann er es weit bringen; so wie sein Vater.

    Eignung » Dressur / Springen / Western / Fahren / Zucht

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    Zur Zucht zugelassen » nein

    Decktaxe » -
    Vererbung » -
    Nachkommen » -
    Besitzer » Pepe
    In meinem Besitz seit dem » 02.06.2015
    Ersteller » kira
    VKR » kira
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    Qualifikationen »

    Eingeritten »
    ja
    Eingefahren » ja

    Dressur M (max. S)
    Springen L (max. L)
    Military L (max. L)
    Western A (max. L)
    Fahren E (max. S)
    Distanz E (max. A)

    Zirzensik »Plié, Kompliment, Spanischer Schritt, Knien, Liegen, Tanzen, Podest, Freiarbeit

    Pfleger » /

    Erfolge »
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    3. Platz 309. Springturnier

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    3. Platz 85. Syncronspringen

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    3. Platz 212. Militaryturnier

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    2. Platz 319. Dressurturnier

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    2. Platz 222. Militaryturnier

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    1. Platz 363. Dressurturnier
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    Letzter Hufschmiedbesuch » -
    Letzter Tierarztbesuch » -
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