Cascar

Worgait

Hengst | Achal Tekkiner | * 13.06.2009 | im Besitz seit 31.08.2014 / 20.05.2017 | gekört: nein | gechippt: ja | geimpft: nein | Decktaxe/Leihgebühr: - (9 Punkte + HS + TA + Bild)

Worgait
Cascar, 10 Apr. 2018
    • Cascar
      Einstige Ankunft von Worgait
      [31.08.2014]

      Am Abend, gegen halb zehn, fuhr ein Hänger auf unserem Hof vor. Ich beobachtete ihn von meinem Zimmer aus, hörte dann aufgeregte Rufe von draußen und sah, wie mein Dad auf der Bildfläche erschien. Er grüßte den Fahrer, den ich wohl nicht kannte und machte sich daran, die Rampe zu öffnen. Als aus dem Inneren des Wagens ein Krachen ertönte, sprang ich auf, nahm meine Jacke vom Haken und lief barfuß nach unten und auf den Hof. Mein Dad versuchte nun, den schlagenden Hinterhufen des Pferdes zu entkommen. Ich erkannte auch im Dunkeln, dass es schrecklich schwitzte. "Cascar, hol Marc!", rief mein Dad mir zu. In dem Moment kam der auch schon um die Ecke und lief auf uns zu.
      Gemeinsam bekamen sie das Pferd schließlich vom Hänger, ein Hengst. "So. Das ist Worgait.", raunte mein Vater schließlich und hatte Mühe, das Tier auf seinen vier Hufen zu halten. Soweit ich das in der Dunkelheit erkennen konnte, war er sehr schon.. Obwohl er verbundene Augen hatte und abgekämpft und mager aussah.
      Er wurde weggebracht. Von Marc und Dad, in den Roundpen.
    • Cascar
      Tierarztbericht (Eddi)
      [08.09.2014]

      Schon ein paar Tage später verschlug es mich wieder auf Cascars Hof. Diesmal hatte ihr Vater einen jungen Tekken gekauft. Der war leider gar nicht so umgänglich und stammte zudem noch aus schlechter Haltung.
      Cascar hatte mich schon vor Worgait gewarnt, doch ihn in real kennenzulernen war noch einmal eine ganz andere Liga. Von Tierärzten war dieses Pferd gar nicht angetan und ich konnte erst mit der Untersuchung beginnen, als die Beruhigungsspritze wirkte.
      Zuerst nahm ich ihn äußerlich in Augenschein. Schaute ins Maul, in die Augen und Ohren. Er hatte ein paar Milben, dafür gab ich Cascar direkt ein Spray. „Einmal täglich in die Ohren sprühen, wenn er es zulässt. Notfalls gehen die auch selbst weg.“
      Dann hörte ich ihn ab und tastete seine Beine und den Rücken ab. Sonst schien es dem Hengst aber recht gut zu gehen, auch wenn er sehr abgemagert schien.
      Er hatte keine erhöhte Körpertemperatur, so dass wir ihn impfen konnten. Er bekam das Rundumpaket bestehend aus Influenza, Herpes, Tollwut und Tetanus. Danach gab es direkt die Wurmkur.
      Trotz der Beruhigung war Worgait noch sehr aktiv, versuchte zu zwicken und zu treten, so dass Cascar ihn vorne mit ihrem Vater gemeinsam festhielt, ohne dass er mir schaden konnte.
      Cascar meinte, dass er mehr oder weniger unter Einfluss vieler Medikamente stand. Aus dem Grund beließen wir es bei den Impfungen. Stattdessen gab ich Cascar noch ein Aufbaupräparat und einen Futterzusatz mit.
      Danach noch eine Salbe für seine aufgescharbten Wunden und dann hatte er es auch schon geschafft. „Der Hufschmied sollte nur schauen, dass der kleine keine Hufrehe hat.“ meinte ich noch und verabschiedete mich dann auch schon von Cascar, nachdem ich kurz bei der kleinen vor ein paar Tagen geborenen Stute vorbeigeschaut hatte.
    • Cascar
      Bericht
      [11.10.2014]

      Ich laufe sicheren Schrittes zu Worgait, der noch immer im Roundpen steht und den Schweif aufstellt, die Ohren anlegt, als er mich kommen sieht.
      Ich rede nicht, behandle ihn wie er mich. Dieser Hengst ist definitiv kein Fluch, ganz im Gegenteil. Er ist wacher als jedes andere Pferd, das ich bisher kennengelernt habe. Ihn von mir scheuchend stelle ich einen schwarzen Eimer mit Futter vor ihn. Als er skeptisch näher tritt, sehe ich die Rippen, die sich unter seinem Fell abzeichnen. Ihm geht es nicht gut.
      Wie um diesen Gedanken zu unterstreichen tritt er gegen den Eimer und reißt den Kopf nach oben, entfernt sich taumelnd Richtung Zaun. Der Falbe hat weder Kraft, noch Appetit und obendrein viel zu viel Angst und Selbstbewusstsein. Das Futter verweigert er seit langem.
      Manchmal zittert er bei wärmsten Wetter, was mich darüber nachdenken lässt, ob er Entzugserscheinungen von den Beruhigungsspritzen hat.
      Putzen kann ich ihn nicht, eine Decke bekommt er nie. Wie auch.
      Aber Angst? Angst habe ich nicht vor ihm, wenn ich den aufgewühlten Boden betrete und es wieder und wieder versuche, ihn zum Fressen zu überreden.
      Ich schließe das Tor einmal mehr und entferne mich frustriert Richtung Wohnhaus. Mein Pferd schreit förmlich nach dem Tierarzt.
    • Cascar
      Bericht
      [12.10.2014]

      Ich gehe über den Trampelpfad zum Roundpen. Worgait sehe ich erst nicht, dann bemerke ich, dass es auf dem Boden liegt. Der Hengst legt die Ohren an, als er mich bemerkt und steht dann ruckartig auf. Den Sand schüttelt er nicht von seinen mageren Schultern, dafür fehlt ihm die Kraft.
      Kraft, die er nicht hat, aber ich.
      Flott hole ich aus dem Südstall ein altes Halfter und betrete Worgaits Gatter. Die Gegenwehr des Pferdes ist müde, aber entschlossen. Er würde gerne steigen, ich sehe es ihm an. Stattdessen beschränkt sich der Dunkelfalbe auf gesenkten Kopf und angelegte Ohren. Ich gehe auf ihn zu und er schnappt nach mir.
      Ich bin ratlos.
      Irgendwie von mir treiben will ich ihn auch nicht, denn das Tier stößt jetzt schon an seine Grenzen. Als die Beine zu zittern beginnen, verlasse ich mit einem Seufzer sein Revier. Ich kann nur hoffen, dass Eddi demnächst eintrifft und mir, sagt, was mit ihm los ist.
    • Cascar
      Tierarztbericht (Eddi)
      [16.10.2014]

      Cascar hatte sehr verzweifelt geklungen, als sie mich gestern Abend angerufen hatte. Also hatte ich alle Termine nach hinten verschoben und machte mich schon früh Morgens auf den Weg zu den Winterscape Stables. Es ging wieder um ihren neuen Hengst Worgait, welchen ich bereits vor einigen Wochen untersucht hatte. Ich hatte die Hoffnung gehabt, dass er sich erholen würde, aber anhand der Informationen von Cascar schien genau das Gegenteil der Fall zu sein.
      Ich hatte die ganze Nacht darüber gegrübelt, was dem Hengst fehlen konnte, hatte im Internet nach Informationen gesucht, doch ich war nicht fündig geworden – bis ich heute Morgen in das Protokoll meines letzten Besuches geschaut hatte und dort die Worte „- stand unter permanenten Medikamentenzufluss“ las und mich an ein damaliges Pflegekind meiner Mutter erinnerte, welches während der Schwangerschaft unter dem Einfluss des Nikotins stand, weil seine leibliche Mutter geraucht hatte. Als dieses Kind als Säugling dann bei uns war, schrie er oftmals ohne ersichtlichen Grund am Tag. Doch die Ärzte fanden die Lösung schnell, der kleine Säugling war auf Entzug (und das in seinem jungen Alter!) und natürlich quälten ihn in dieser Zeit Entzugserscheinungen.
      Als ich die Auffahrt von Winterscape hinauffuhr, erahnte ich also schon, was mich bei Worgait erwarten würde. Cascar lief im Zickzack ungeduldig über den Hof und schien mich schon zu erwarten. „Eddi! Oh ich kann kaum noch schlafen!“, seufzte sie vollkommen übermüdet. Während sie mich zu Worgaits Roundpen führte, erzählte ich ihr von meiner Vermutung. „Ich brauche eine Haar- und eine Blutprobe. Dann kann ich dir mehr sagen.“, meinte ich und nun forderte der Hengst mein gesamtes tierärztliches Geschick.
      Worgait ließ niemanden an sich heran und trat, sobald er nur die Möglichkeit hatte. Mit Futter locken, konnte man ihn auch nicht, weshalb ich also geschickt daran musste. So bat ich Cascar, ihren Vater zu holen. Die beiden sollten Worgait an den Zaun drängen, so dass ich ein paar Sekunden die Chance hatte, ihm von außen die Betäubungsspritze zu verabreichen. Wir brauchten lange, aber wir schafften es. „Für nächstes Mal brauche ich ein Betäubungsgewehr.“, seufzte ich genervt und wartete darauf, dass der Hengst müde in sich zusammen sank.
      Als erstes holte ich die mitgebrachte Infusion. Cascar hatte bereits gesagt, dass er nichts fraß, aber der Gute brauchte Flüssigkeit und Nahrung, also gab es diese erst einmal in Form von Infusionen. Die Betäubung würde lang genug anhalten, um ihm zwei große Infusionen zu verabreichen. Während die Infusionen liefen, nahm ich ihm eine Probe Blut ab und dann zupfte ich noch ein paar Härchen aus seiner Mähne. Beides verpackte ich gut und untersuchte Worgait noch einmal kurz. Körperlich sah er schlimmer aus als bei meinem ersten Besuch. Ich ließ die Infusionen fertig laufen und dann verließen wir den Roundpen. „So, ich fahre jetzt direkt am Labor vorbei, heute Abend hört ihr noch einmal von mir!“, meinte ich zu Cascar und ihren Vater und verabschiedete mich dann.
      Im Labor war auch heute wieder viel los und wenn man keine guten Beziehungen zu gewissen Wissenschaftlern hatte, war man aufgeschmissen. Zum Glück arbeitete eine gute Freundin von mir hier und als ich ihr die Geschichte Worgaits erzählte, nahm sie meine Untersuchungen sofort auf. Zum Dank lud ich sie am Abend auf ein Essen ein und nachdem wir fertig waren, besprachen wir noch bis spät in die Nacht das weitere Vorgehen mit Worgait.
      Ich musste den Winterscapes allerhand erklären, weshalb ich am nächsten Morgen noch einmal vorbeifuhr. Außerdem wollte ich wissen, wie es Worgait ging. Sein Verhalten hatte sich nicht verändert, er wendete sich stets teilnahmslos von uns ab. „Also.“, begann ich und blickte in die unruhigen Gesichter. „Worgait steht unter schweren Entzug von enorm starken Medikamenten. Das was er momentan durchmacht sind „normale“ Entzugserscheinungen, welche ihn sowohl körperlich als auch seelisch beeinträchtigen.“, erklärte ich den beiden. „Die einfachste Möglichkeit, aber auch härteste für ihn, wäre der kalte Entzug. Allerdings habe ich beschlossen, dass dies in seinem Zustand unmöglich ist, er würde zu Grunde gehen. Deshalb müssen wir ihn allmählich von den Medikamenten absetzen. Das heißt er bekommt jetzt ein ähnliches Präparat, was die Wirkungen der Medikamente nachahmt, aber nicht solche Schäden anstellt. Allmählich wird die Dosis dieses Präparates heruntergesetzt bis wir dann zum endgültigen Ende kommen. Das wird ein langer und gewiss nicht einfacher Weg, aber es ist der einzige für Worgait.“
      Ich erklärte Cascar und ihrem Vater die Zeiten für das Präparat. „Und macht euch keine Gedanken, sobald er merkt, was für eine Wirkung es hat, wird es euch aus der Hand fressen.“, meinte ich, nur das erste Mal würden die beiden schwer werden, aber dann würden sie das schon schaffen. Worgait würde in dieser Zeit auch wieder anfangen zu fressen und ehe er komplett abgesetzt werden würde, würde sein Körper auch stabil genug dafür sein.
    • Cascar
      Bericht
      [24.10.2014]

      "Er wusste, dass er mich brauchte."
      Der Tag war kühl und ziemlich windig, aber auch heute gab es viele Vierbeiner, die gut versorgt werden sollten.
      Also stolperte ich schon ziemlich früh in den Südstall, wo mir prompt meine drei lieben Stuten entgegenwieherten. Zuerst gab es Futter, dann putzte ich Spotti. Natürlich unter den wachsamen Augen ihres Fohlens. Das ganze wurde mehr eine ausgiebige Kuschelrunde. So gesagt, genoss ich die Zeit bei den Beiden, bevor auch Everyday, nicht weniger lieb und zutraulich, sauberes Fell und saubere Hufe bekam.
      Die Drei brachte ich dann zum Toben in die Halle, wobei der Weg durch den Wind über den Hof schon abenteuerlich war. Nur wollte ich Araberstute und Ponyfohlen nicht dem rauen Klima aussetzen.
      Der Stall war damit bis hierher erledigt. Ich wechselte meinen Standort in die Nordstallungen, in den Hengstteil.
      Auch dort fütterte ich und putzte anschließend Nacorde. Der Braune war mir wohlgesinnt und kassierte auch die ein oder andere Streicheleinheit. Er musste allerdings auf die Weide, solange er noch nicht geschoren war.
      Dann ging es zu meinen Tekken. Zumindest zu Kazoom, der derzeit allein im riesigen Stalltrakt stand. Estragon war auf einem Turnier und Worgait dümpelte noch immer auf seinem Roundpen herum.
      Also fütterte und putzte ich nur dieses eine Pferd, der dann (mit Decke..) auf die Koppel durfte.
      Von den Weidegebieten tappte ich dann auch zum Roundpen.
      Worgait fror, ich sah es ihm an. Immerhin nahm er mit dem Präparat wieder Futter auf und die Rippen zeichneten sich nicht mehr ganz so doll ab. Das machte mich optimistisch. Ich holte eine Thermodecke aus der Sattelkammer, band den Hengst mit viel Krach an den Zaun und legte ihm unter zarter werdenden Huftritten die Decke an. Er wusste, dass er mich brauchte.
      Ich sagte nichts zu ihm, verhielt mich ebenso abweisend, wie er sich. Nicht mal ein "Tschüss." gab es.
    • Cascar
      Sammelbericht
      [02.12.2014]

      Ich war weihnachtlich gestimmt. Draußen, auf der Wiese hinter unserem Haus, vermischte sich der Reif mit pludrigem Schnee. Ich frühstückte.
      Und dann ging es los. Zum Stall. In letzter Zeit hatte ich meine Aufgaben hier stark vernachlässigt. Schulbedingt, muss man sagen. Umso mehr freute ich mich, als ich Spearmint hell wiehern hörte.
      Ich lächelte, tappte zu meinem Pferd und begrüßte sie herzlich. Zum Teddybären war sie mutiert und das veranlasste mich, sie noch zehn Minuten länger zu streicheln und vernarrt zu betrachten. VGold und Feuerzauber empfing ich ähnlich, dann gab es Futter für alle.
      Während die Hühs auf dem Paddock, unter klarem und doch irgendwie dunklem Himmel fraßen, mistete ich die Boxen aus, sodass es pünktlich zum Abschluss des Mahls auf die Weide gehen konnte.
      Danach musste ich leider weiter, denn wir hatten ja hier nicht nur drei Pferde... Also begab ich mich in den Südstall, wo ich ähnlich erfreut wie im Norden empfangen und gründlich beschnüffelt wurde. Ich fütterte auch hier meine drei Schützlinge und während des Fressens beschäftigte ich mich mit Spotti Junior und dem Halfter.
      Die kleine Stute war zu klug, um etwas dagegen zu haben; viel zu oft hatte sie sich das bei ihrer Mutter angesehen, sodass sie wirklich still hielt.
      Ich nahm das Halfter dann wieder mit und begann stolz mit dem Ausmisten der Boxen. So kam es, dass die Spottis und Ever auch bald auf der Koppel untergebracht waren.
      Ich wandte mich als nächstes den ausladenden Nordstallungen zu. Das Gewieher hier war eher verhalten. So viel hatte ich mit den Bewohnern ja auch nicht zu tun.
      Ich begrüßte trotzdem alle gründlich, bevor ich fütterte und ausmistete. Jessica kam dann auch direkt, kuschelte mit Serafino und half dann.
      Und hier war es dann auf einmal Arbeit, alle Pferde heil und sicher auf die Weide zu bekommen. Mein Dad und Jess halfen mir, vierzig Minuten dauerte das trotzdem.
      Im Hengststall war die Freude riesig. Empire und vor allem Bemme konnten es kaum erwarten, mich mit der Nase anzutippen und ich konnte meine Schützlinge nur grinsend streicheln. So gehörte sich das!
      Ich befütterte den Stall und mistete schon deutlich unmotivierter und langsamer die Boxen, bevor es für Empire, Locki, Jimmy und Bemme auf die große Wiese ging.
      Mittlerweile war es 10 und ich beeilte mich, zu den Tekken zu kommen. Estragon und Kazoom waren wie immer eher still, Choco sah mir immerhin neugierig entgegen und die kleine Sysah wieherte unglaublich eifrig und hoch. Über Worgait, der in der letzten, großen Paddockbox stand, müssen wir ja gar nicht reden.
      Für diesen Stall nahm ich mir wieder viel Zeit. Die Hottas hier wurden nicht nur gefüttert, sondern auch geputzt und eingedeckt, bevor es auf die Weide ging.
      Der Winter ist nicht gut für Tekken.
      So kam es allerdings, dass ich plus ausmisten um eins fertig war. Mit allem.
      Und weil ich das schon lange nicht mehr gemacht hatte, setzte ich mich an Spearmints Weide auf den Zaun und sah meiner ersten Stute beim Grasen zu.
    • Cascar
      Schmiedbericht (Rasha)
      [23.12.2014]

      Heute hatte ich einen Termin bei Cascar. Sie hatte mich bereits vorgewarnt, dass ein Kanditat etwas kompliziert sei und zudem gerade aus schlechter Haltung gerettet worden war.
      Als ich auf dem Hof ankam, parkte ich meinen Wagen und sah bereits eine junge Frau aus dem Stallgebäude kommen. „Hallo, ich bin Cascar. Am besten fangen wir mit Kazoom an, er ist unkompliziert und muss nur ausgeschnitten werden“, begrüßte sie mich. „Alles klar, dann bereite ich mich vor, während du das Pferd holst“, antwortete ich und ging zum Kofferraum, um mir meine Arbeitskleidung anzuziehen und das Werkzeug vorzubereiten.
      Dann kam Cascar auch schon mit Kazoom um die Ecke und band ihn am Putzplatz an. Behutsam begrüßte ich den Hengst, welcher freundlich an meiner Hand schnupperte. Dann nahm ich den Hufkratzer und entfernte den groben Dreck, um mir einen Überblick zu verschaffen. Mit der Zange kürzte ich die Hufe. Anschließend brachte ich sie mithilfe der Raspel in Form. Die Hufe auf den Hufbock zu legen, war für den ruhigen Hengst kein Problem und daher konnte ich dies auch zügig erledigen. Zum Schluss schnitt ich das lose Sohlenhorn mit dem Hufmesser weg und brachte den Strahl wieder in Form.
      „Das wär’s schon“, sagte ich, während Kazoom ein Belohnungsleckerli erhielt. Cascar führte mir den Hengst noch einmal in Schritt und Trab vor. Da er gut lief, konnte sie ihn wieder wegbringen.
      Dann kam sie mit Worgait zum Putzplatz. Hier hatte sie mich bereits vorgewarnt, dass der Hengst sehr aggressiv und schwer zu händeln sei. Das konnte man ihm leider auch von weitem ansehen. Aufgeregt trippelte er neben ihr her und ließ sich auch kaum bändigen.
      Da der Hengst leider zudem noch aus sehr schlechter Haltung kam, war sie sehr in Sorge, was seinen Hufzustand anging. Ich bat sie, den Hengst in einer engen Wendung zu führen. Hier zeigte sich bereits, was alle vermutet hatten. Worgait verlagerte sein Gewicht auf die Hinterbeine, um so die Vorderbeine zu entlasten.
      Ein Zeichen für leichte Hufrehe. „Leider ist hier nun meine Kompetenz erschöpft. Das sollte sich zunächst ein Tierarzt ansehen und den Verdacht mit einem Röntgenbild bestätigen. Wenn dann die Diagnose steht, kann man sich mit dem Tierarzt in Verbindung setzen und die Hufe entsprechend behandeln. In der Zwischenzeit solltet ihr die Hufe kühlen, das Pferd richtig füttern und auf eine weiche, nicht fressbare Einstreu stellen“, erklärte ich Cascar.
      Vorsichtig sah ich mir die Hufe aber noch einmal an. Der Hengst war sehr unruhig, schlug mit dem Kopf und schnappte nach mir. Ich musste sehr aufpassen, dass er mich nicht erwischte. Da ich nun aufgrund der noch ausstehenden Diagnose nicht an den Hufen arbeiten konnte, brachte Cascar den Hengst zurück in den Stall.
      Ich räumte mein Werkzeug zusammen und verabschiedete mich mit der Vereinbarung, dass sie nach dem Tierarztbesuch mich telefonisch über den Zustand des Hengstes informieren würde. Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.
    • Cascar
      Weihnachten
      [24.12.2014]


      Weihnachten. Mit einem Lächeln auf den Lippen schloss ich die Haustür und tappte Dampfwölkchen in den kalten Abend pustend Richtung Turnierstall.
      Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir noch in Deutschland gewohnt - der absolute Wahnsinn.
      Ich begrüßte Spearmint schon, bevor ich sie sah und bekam prompt eine wunderbar klare Antwort - ein Wiehern, in das Gold und Feuer gleich darauf einstimmten. Für meine drei Stuten hatte ich den klassischen Kuchen mitgebracht; heute gab es außerdem noch Rüben und Äpfel, die begeistert auf dem schneebedeckten Paddock verspeist wurden.
      Ich stand zu diesem Zeitpunkt bei meinen treuen Gefährten; streichelte wo ich konnte und bedankte mich ehrlich für dieses herrliche Jahr.
      Dann musste ich leider weiter. Mein Weg führte mich direkt in den Südstall, wo ich ähnlich begeistert von Ever und den Spottis begrüßt wurde. Hier drehte ich meine Handlung um, zumal es nicht für alle Kuchen gab: ich streichelte und kuschelte, bevor es ausgiebig Rüben und kleinere Leckereien gab.
      Ich ließ mich eben im Stroh, zu Käses Hufen nieder, um die kleine Stute hinter den Ohren zu kraulen, als ich vor dem Stalltor ein eindringliches Wiehern und darauf folgendes Geflüster hörte.
      Ich grinste, sprang auf und begrüßte zehn Minuten später lachend meine Freunde.
      Sie boten einen prächtigen Anblick: Marc saß, als Weihnachtsmann verkleidet, auf dem als Rentier geschmückten Empire; neben ihm Oliver, irgendwie total grau, auf Locki. Letzterer hielt meinen Jimmy am Strick als Handpferd und bedeutete mir nun, mich auf dessen Rücken zu schwingen. Die Flanken des Schecken waren mit wunderbaren Stoffen im charakteristischen WCS-Blau mit goldenen Stickereien bedeckt. Ich war irgendwie glücklich, als ich an der Seite meiner Kameraden im Dunkeln über den Hof ritt.
      "Was bist du eigentlich, Oli?", wagte ich schließlich zu fragen.
      "Der Maulwurf", war die Antwort, "Der Maulwurf des Weihnachtsmanns."
      Unser Lachen hörte man weit; so war es kein Wunder, dass der bereits ausrastende Bemme uns schon lange bemerkte, bevor wir in Sicht kamen. Den jungen Hengst und Klappstuhl nahmen wir einfach als Handpferd mit zum Tekkenstall, um die allgemeine Aufregung zu mindern.
      Trotz allem der erste Stall, in dem das Wiehern erst einsetzte, als wir eintraten.
      Nunmehr zu dritt wurden Essig, Kazoom, Late, Devri und Sysah begrüßt, gestreichelt, gefüttert und irgendwie auch beschenkt: Oliver hatte für die junge Fuchsstute ein hellblaues Halfter genäht, dass der Lieben ganz ausgezeichnet stand und Devri bekam eine neue Renntrense von Marc.
      Während sich meine Freunde mit den übrigen Tekken abgaben, suchte ich mir einen Weg in den hinteren, dunkleren Teil des Gebäudes.
      Hier stand noch immer Worgait, der an diesem Abend keine Reaktion zeigte, als ich mich näherte. Er starrte aus seinem Boxenfenster in die anbrechende Nacht, als würde er in der Dunkelheit etwas suchen.
      Ich ging nicht in die Box, ließ nur mit einem "Frohe Weihnachten" eine Rübe in den Trog fallen und kehrte zu meinen Begleitern zurück. Zurück ins Licht.
      Unsere nächste Station war der Nordstall. Zugleich auch unsere Letzte, aber der Tumult der uns empfing, machte allein schon die Begrüßung zum Erlebnis.
      In diesem Stall waren außer Marc, Oli und mir auch noch Jessica und mein Dad, die ihren jeweiligen Pferden wohl auch frohe Weihnachten wünschen wollten.
      Ich hingegen begab mich gleich nach dem Absitzen zu Cheetah und Razita, die sich ebenfalls einen der begehrten Weihnachtskuchen teilen durften. Lotte bekam eine Rübe und dann tappte ich in das Nebengebäude der Hengste. Sol kassierte dort neben seinem Futter einige liebevolle Streicheleinheiten; ebenso wie Corde und Fino, die ja aber im Grunde genommen schon genug versorgt worden waren, von ihren Besitzern.
      Der Letzte im Bunde war schließlich Karthago, dem ich seine Freude förmlich ansah. Es war einfach allgemein ein wunderbarer Abend und als wir uns im Hengststall, nach dem absatteln, putzen und Kuchen-füttern der Hengste voneinander verabschiedeten und uns frohe Weihnachten wünschten, geschah das ungemein feierlich und im Schall der zufrieden kauenden und schnaubenden Pferde.
    • Cascar
      Sammelbericht
      [23.03.2015]

      Die Lehrer meiner Schule streiken, sodass ich mir händereibend am frühen Morgen meine Reitstiefel anziehe und noch Müsli kauend über den sonnenbeschienen Hof in den Südstall tappe. Dort erwarten mich Spotti, Spotti Junior und Ever. Die drei Stuten begrüßen mich mit einem herzlichen Wiehern – im Vorbeigehen kraule ich jedem die Stirn, dann gibt es Futter. Kurz darauf putze ich meine Schützlinge auf der Stallgasse, für den restlichen Tag geht es auf die Koppel.
      Gegen zehn betrete ich dann also den Turnierstall, wo ich Spearmint und VGold begeistert umarme. Mit diesen engsten Freunden habe ich schon seit Ewigkeiten keine Zeit mehr verbracht, sodass ich mir beim Füttern, Putzen und auf die Weide bringen, auch von Feuerzauber, Zeit lasse und auf dem Weg zur Wiese einige unnötige Schlenker laufe.
      Als auch diese Hühs entspannt grasen, mache ich mich auf den Weg zum Hengststall. Das Gewiher hier ist beinahe nicht zu toppen und ich füttere die ganze Zeit grinsend. Gegen elf treffen außerdem Marc und Oliver ein, sodass wir uns mit dem Putzen und Herumführen von Empire, Locki, Jimmy, Dumb, Bemme und Jack getrost aufteilen können. Dank des guten Wetters und der motivierten Pferde geht uns die Arbeit leicht von der Hand und die Hottas sind schnell versorgt und untergebracht.
      Nunmehr zu dritt begeben wir uns in den Tekkenstall, wo uns ein unendlich energiegeladener Kazoom, sowie die immer ruhigen Choco und Estragon erwarten. Wieder wird gefüttert und geputzt; ich nehme mir besonders Zeit für Distraction und CH's Unglück, da diese Pferde noch nicht so lange auf dem Hof leben. Insgesamt scheinen sich meine Kameraden, jedoch gut eingelebt zu haben; es läuft alles glatt, als sie zusammen mit Drevri, Walla und Sysah auf die Weide dürfen; einzig Worgait bleibt im Stall.
      So geht es für uns, mittlerweile kaputten, Menschen noch in den Nordstall. Es ist Mittag und die Pferde hier wurden bereits von meinem Dad gefüttert. Insgesamt sind die Hühs also ruhig und lassen sich dösend anbinden und putzen. Letztendlich geht es damit auch für Law, Corde, Karthago, Fino auf die eine und für Cheetah, Zita und Lotte auf die andere Weide.
      Damit ist unser Alltag selbstverständlich nicht vorbei: jetzt ziehen wir los, um noch vor dem Mittagessen zumindest die Hälfte aller Boxen ausgemistet und mit frischem Rau- und Kraftfutter für den Abend ausgestattet zu haben.
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  • Album:
    WCS - Südweststallung
    Hochgeladen von:
    Cascar
    Datum:
    10 Apr. 2018
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  • Stallinterne Informationen
    _________________________________

    Zuchtname des Pferdes: Worgait
    Rufname(n):
    Besitzer: Cascar Winterscape
    Reitweise: Rennen, Englisch
    Vorbesitzer:
    Vorkaufsrecht: Canyon

    Tierarzt: Eddi Caen
    Hufschmied:
    Ausbilder: Cascar Winterscape,
    Ruby Cearns
    Reitbeteiligung:

    Stall: Oststall
    Weide: nordöstlich des Stalls
    mit beheiztem Unterstand
    Einstreu: Stroh
    Futter: Heu, Saftfutter;
    Kraftfutter 2x täglich
    Anmerkungen: Achtung - aggressiv!

    Portrait:


    Abstammung
    _________________________________


    Von: Alazar
    Kir Sakar x Azalija

    Aus der: Sonja
    Glint of Gold x Soulfly

    Zur Zucht zugelassen:

    Züchter: unb.
    Eingetragene Zucht:
    Akhal Teke Breeding Association (ATBA)
    / Winterscape Stables
    Gencode: n.g
    Vererbung: n. g.
    Nachkommen:


    Exterieur
    _________________________________

    Geschlecht: Hengst (männlich)
    Geburtsdatum: 13.06.2009
    Rasse: Achal Tekkiner
    Herkunft: Turkmenistan

    Stockmaß/Endmaß: 163 cm
    Art: Pferd
    Typ: Vollblut

    Fellfarbe: Buckskin
    Langhaar: schwarz
    Abzeichen: Unregelmäßige Blesse, v. r. Socke
    Sonstige Erkennungsmerkmale: markante Körperhaltung


    Interieur
    _________________________________


    freundlich ◆◆◆ bösartig

    introvertiert ◆ extrovertiert

    intelligent ◆◆◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆ unsicher

    sozial ◆◆◆◆ unsozial

    nervös ◆◆ beständig

    ausgeglichen ◆◆ unausgeglichen

    temperamentvoll ◆◆◆◆ ruhig

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    streitlustig ◆◆◆◆ friedlich

    naiv ◆◆ dominant

    loyal ◆◆◆ untreu

    arbeitsfreudig ◆◆◆◆ faul

    geduldig ◆◆ ungeduldig


    Charakterbeschreibung: Worgait ist vom Chrakter her ein unzugängliches Pferd, das die
    Ohren anlegt, sobals sich der Mensch auf mehr als drei Meter nähert. So zeigt er sich stets
    recht unsozial und bösartig, auch im Umgang mit Artgenossen.
    Schwierig ist es, Worgaits Vertrauen zu erlangen - noch schwieriger ist es, sein Vertrauen zu
    behalten. Trotzdem schlummert in dem sandfarbenen Hengst ein unheimliches Temperament
    und Potential, das in Form des Distanzreitens und des Galopprennens zum Ausdruck gebracht
    werden kann - auf der Bahn ist Worgait schlicht legendär.

    Geschichte: Worgait, einst über einen Fernvertrag von Russland nach
    Neuseeland verkauft, ist wohl ein Pferd wie kein anderes. Schon als man in
    seinem Heimatgestüt in Turkmenistan erkannte, dass das Fohlen ein
    ausgezeichnetes Rennpferd sein würde, trennte man ihn frühstmöglich von
    seiner Mutter und trainierte ihn. Mit knapp zwei Jahren lief Worgait sein
    erstes Rennen - und unsägliche Trainingsmethoden brachen den Hengst in
    frühen Jahren. Nachdem die daraus resultierenden Charakterzüge des Pferdes
    sichtbar wurden, sollte er den Besitzer unzählige Male wechseln, wurde
    immer unsicherer, verschlossener und unzugänglicher und landete schließlich
    in Neuseeland, in den WCS. Auch dort wurden Trainer und Pfleger vor eine
    mächtige Heruasforderung gestellt, aber auch vor ein respekteinflößendes,
    eindrucksvolles Tier, dass seinen Bedürfnissen notfalls gewaltsam Luft macht.
    Nach einem einzigen Weiterverkauf nach Norwegen ist der Hengst nun wieder
    Zuhause und wird langsam und vorsichtig sozialisiert.



    Qualifizierungen & Erfolge
    _________________________________


    Eignung: Rennen, Distanz

    Springen: E A L M
    Military: E A L
    Western: LK5 LK4 LK3
    Distanz: E A L M S S* S** S***

    Galopprennen: E A L M S S* S** S***
    Fahren:

    Dressur: E A L
    Gangreiten:
    Wendigkeit: E A L M S

    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential


    Auszeichnungen:

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    2. Platz; 267. Dressurturnier | 3. Platz; 408. Galopprennen
    1. Platz; 436. Galopprennen



    Ausbildungsstand
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    Fohlen ABC:
    Longiert:
    Eingeritten:
    Eingefahren: ✘

    Beurteilung: Drohend und aggressiv im Umgang;
    stellt Bezugsperson fortlaufend infrage

    Gelassenheitstraining:
    Hindernisgewöhnung:
    Hängergewöhnung:
    Startboxgewöhnung:

    Roundpen: energievoll, buckelnd
    Reitplatz/Reithalle: geht gerne einfach mal los,
    wenn es ihm zu langweilig wird; unnachgiebig, hart
    Gelände: kaum zu halten, nicht herdengebunden


    Gesundheitszustand
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    Gechippt:
    Geimpft:
    Bekannte Krankheiten:
    Anmerkungen: keine Auffälligkeiten

    Hufzustand: gut
    Prüfstand: verfallen
    Beschlag vorn:
    Beschlag hinten:
    Anmerkungen: einigermaßen schmiedtauglich,
    nicht beschlagen