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kira

White Dance

Welsh D | Stute | Körpunkte: 6

White Dance
kira, 2 Apr. 2013
    • kira
      Hoch und Tief
      Pflegebericht

      Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich vielleicht mal etwas in die Pötte kommen sollte. Schnaufend befreite ich mich aus der Umarmung. Lars brummelte. Vorsichtig rutschte ich zur Bettkante und schlüpfte mit meinen nackten Füßen in meine Pantoffeln. Es war kalt im Zimmer, bloß schnell in die Küche. Ich reckte mich noch, um mich wieder bewegen zu können und stupste meinen Freund leicht an „Wir müssen aufstehen Lars. Ich bin schon mal unten.“ „Hmmhh..“, er drehte sich rum. Mit einem leichten grinsen und kopfschüttelnd bewegte ich mich die Treppe runter. In der Küche angekommen deckte ich den Tisch, nicht sehr viel Aufwand bei zwei Personen. Grade fertig mit decken tauchte auch Lars auf. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Morgen erstmal, ne?“, meinte ich dann grinsend. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Guten Morgen mein Schatz“, ein Kuss folgte. Am Frühstückstisch würde der Schlachtplan für den heutigen Tag folgen. Ich setzte mich schon mal und begann mein Brötchen fertig zu machen, während Lars sich noch Kaffee kochte. Brrr.. Kaffee – nicht so meins – mit meinem Kakao war ich sehr glücklich. Einen kräftigen Bissen nahm ich von meinem Käsebrötchen, während Lars sich setzte. „So. Was steht heut an? Die Kleinen kommen heute, oder?“ Ich nickte, denn ich war immer noch mit meinem Käsebrötchen beschäftigt. „ Ist alles dafür schon fertig?“ Noch am kauen nickte ich, aber hob die Hand um ihm zu verdeutlichen, dass ich dazu noch etwas sagen wollte. Der letzte Bissen war runtergeschluckt: „ Prinzipiell schon, die kommen doch zu Gracie in den kleinen Laufstall.“ „Meinst du das geht gut?“ Die Kleinen waren nicht nur vom Alter klein, was Grace auch war, sondern wirklich klein. Zwei Miniature Horses. Und Grace war normal groß. „Hoffe ich doch.“ „Okay.“, meinte er nickend. Wir Frühstückten zu Ende ehe wir uns fertig anzogen und auch schon nach draußen verschwanden um das Tageswerk zu beginnen.

      Als wir vor der Tür standen genoss ich es einen Augenblick mein Gesicht der Sonne entgegen zu strecken, die letzte Zeit hatte es viel geregnet, richtiges Winterwetter hatte es diesen Winter bisher kaum gegeben, dennoch war es kalt und ekelhaft gewesen. Dann folgte ich Lars zu den Ställen. Er hatte schon begonnen den Pferden ihr Frühstück zu geben. „Stutenstall ist fertig, ich mach jetzt die Hengste.“ „Gut, dann nehm ich was übrig bleibt.“, meinte ich und schnappte mir einen Futterwagen, womit ich mich aus dem Hauptstall, welcher die Zuchthengste und Anwärter beherbergte, auf dem Weg zu einem der Nebengebäude machte. Hier waren die Pferde und Ponys untergebracht, welche nicht eine unserer Hauptzuchtlinien waren. Also eher die Hobby Pferde. Nacheinander bekamen Davour, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Pancake Killer und Umpalumpa ihr Futter. Ebenso wie die Araber, gekört und ungekört, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann und Famiah und meine Berber Stute Pangäa, die auch hier untergebracht waren, da sie nur eine Nebenzucht waren. Am Ende des Gebäudes befand sich der Jungpferde Laufstall, in welchen heute die beiden neuen Jährlinge einziehen sollten. Eigentlich schon anderthalb, bald zwei. Am Tor stand Graceful Eclipse. „Na Gracie?“, begrüßte ich die Stute. Das große Mädchen steckte mir freundlich ihren Kopf entgegen, sodass ich sie krabbelte während ich ihr Futter in die Raufe schüttete. Auch hier kontrollierte ich routinemäßig die Tränke und nahm mir kurz die Zeit die Stute in Augenschein zu nehmen, aber wie immer war alles in Ordnung. Glücklich klopfte ich Grace den Hals, worauf hin sie mich an stupste. So ein freundliches Pferd hatte ich selten erlebt und mit Spannung wartete ich darauf wie sie sich unterm Sattel und bei sonstiger Arbeit machen würde. Sie war echt ein Herzenspferd. Aber weiter ging es, also wieder in den Hauptstall und den Futterwagen weggebracht und neu aufgefüllt. Beim Verrichten davon kam ich bei All Pride vorbei, im Gegensatz zu sonst kam er nicht zur Boxentür um sich ein Leckerchen zu egammeln. Noch so eines meiner Lieblingspferde, auch wenn er jetzt wohl noch faul im Stroh lag. Generell haben wir viele wundervolle Pferde. Was würde ich nur ohne sie machen? Und ohne Lars? Aber sie sind alle hier. Glücklich machte ich weiter. Vom Heuboden schmiss ich einen kleinen Quarder Stroh runter und transportierte ihn mit einer Schubkarre zum Hänger. Eine neue Schubkarre könnten wir mal gebrauchen, diese hier war etwas schrottig. Aber es reichte, ich und das Stroh kamen beim kleinen Hänger an, wo ich eine Schicht drin verteilte. Der Hänger war eigentlich ein Schafhänger. Aber wofür den riesen Häger mitnehmen, dieser war für zwei so winzige Pferdchen viel sicherer und auch angenehmer zu fahren. Würde Lars fahren? Das müsste ich ihn noch fragen. Aber so oder so würde ich auf jeden Fall mit zum Abholen. Mit dem restlichen Stroh ging ich zurück zum Hauptstall. Eigentlich könnte ich es auch im Stutenstall verteilen. Wieso nicht? Die würden sich freuen. Also nahm ich einen kleinen Umweg und brachte das restliche Stroh zu den Stuten. Das ganze wurde im Laufstallverteilt, wo die Zuchtstuen standen. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Siana, Knifes and Pens, Antigone, Vanity und Lillifee freuten sich drüber und ein Großteil stürzte sich sofort drauf. Vanity zickte etwas herum doch Siana bot ihr direkt Einhalt. Dennoch musste ich lachen als Knive lieber reißaus nahm und sich mit etwas Stroh davon machte. Frisches Stroh war recht beliebt, Heu und Kraftfutter oder Frischfutter natürlich mehr, aber momentan gab es für die Zuchtstuten fast nur Heu. Ein paar Zusätze gabs dennoch, für die Entwicklung der Fohlen. Aber es passt so. Es gab immer gesunde kräftige Fohlen. Und ab Frühjahr sind sie ja auch draußen. Nach kurzen Recken nahm ich die Schubkarre wieder auf und ging an den Einzelboxen der ungekörten Stuten, sie standen alle noch im Training, Wie konntest du nur, Drachenlady, I like it, De Luxe, White Dance, Snow Whites Beauty und Juwel der Stille vorbei. Einige neugierige Nasen reckten sich mir entgegen, aber es gab keine Leckerchen. Like versuchte es mit quitschen und empörten treten gegen die Boxentür. „Hör auf du Zicke! Ich hab nichts!“, vesuchte ich ihr klar zu machen. Zufrieden war sie dennoch nicht, sie warf mir einen trotzigen Blick zu. Einfach ignorieren, sie war eben so. Eine der kleinen Stalldiven.

      Grade als ich die Schubkarre abstellte kam Lars an: „Kommst du gleich mal?“ Er machte so ein besorgt-wichtiges Gesicht. Nickend fragte ich: „ Klar, was ist denn?“ „Gleich. Ich muss wieder zu Dracula.“ Schon war er wieder verschwunden. Anscheinend hat er Dracula bewegt. Gut, dann muss ich das nicht mehr machen, der Kerl war auch heute mit Training dran. Worums aber geht..? Hoffentlich ist nichts mit Dracula passiert. Sorgen breiteten sich aus. Das Zurecht legen des Sattelzeuges der Pferde die heute geritten werden sollten müsste warten, erstmal würde ich nach schauen was los ist.
      Lars war grade Dracula am abbürsten. Dee hatte ordentlich geschwitzt sah ansonsten aber quitsch lebendig aus und hibbelte wie immer ein bisschen herum und machte uns das Leben schwer. „HEY!“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Lars verpasste Dee einen kräftigen Klaps. „Er hat mich gezwickt.“, entschuldigte er sich und verzog das Gesicht. „Frechdachs. Aber er ist dennoch gut.“ „ Ich hab ihn mal ein bisschen gefordert, Medy hat gute Arbeit geleistet, der geht ne super L Dressur mitlerweile.“ „Wir könnten sie ja nochmal kommen lassen oder meinst du er wäre mit mehr Überfordert?“, fragte ich nachdenklich und kam naher um den Ponyhengst zu krabbeln. Dee ließ mal seine hengstige Seite fallen und drückte sich meiner Hand entgegen. „was du nur immer mit den Pferden machst!“, meinte Lars lächelnd. Dees Lippe zuckte, der Mascho genoss es sichtlich. „Achja und wir können ja mal mit Medy telefonieren was sie dazu meint.“, er schwieg kurz, setzte an etwas zu sagen, aber überlegte es sich doch anders. Nach einem Moment der Stille und einem Stirnrunzeln von mir kam er doch noch zu Punkt: „Ich glaub Pride geht’s nicht so gut.“ Nein! Ich verkrampfe leicht, „ Könnte ne Kolik sein.“ Dracula wurde unruhig, ich hatte unbewusst aufgehört ihn zu krabbeln. Meine Hand hing nur noch angespannt an seinem Hals, ich nahm sie weg. „Es ist noch nicht so schlimm. Ich hab den Tierarzt vorhin schon angerufen er kommt nachher.“ Ich nickte. „Magst du nach ihm schauen? „, fragte er sanft und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du kannst am besten mit ihm. Ich kümmer mich hier um den Rest. „Ja“, kam es leicht krazig aus meinem Mund. Er schenkte mir einen mitleidigen Blick, denn er wusste wie viel mir Pride bedeutete. Dann nahm er Dracula um diesen wieder in seine Box zu bringen. Also auf zu Pride. Wird schon nicht so schlimm sein. Warum hab ich das nicht gemerkt heute Morgen als er nicht raus geschaut hat! Ich hätte nach ihm schauen sollen.
      So schnell war ich noch nie bei einer Box gewesen. Vorsichtig lugte ich durch das Boxen Gitter. Da lag er im Stroh. Zumindest wälzt er sich nicht. Schwitzig sah er aus und er blähte auch die Nüsten. „Hallo Kleiner!“, begrüßte ich ihn leise und schob den Riegel zu Seite um einzutreten. Prides Blick wanderte zu mir. Langsam ging ich zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Er legte mir pracktisch seinen Kopf in den Schoß, mir kamen beinahe die Tränen. Ich streifte ihm sein Halfter über und stand dann auf. „Komm! Hoch!“, versuchte ich ihn zum Aufstehen zu bewegen. Schnaufend kam er hoch. Zumindest das Geschafft. Er spannt den Bauch. Jetzt mal ein bisschen Bewegung, dass hilft. Hoffentlich kommt der Arzt bald. Mit einem sanften zupfen am Strick brachte ich ihn dazu mir zu folgen. Aus der Box raus, er sah nicht gut aus. Die Tränke hatte aber funktioniert, also lag es nicht daran. Erstmal würden wir ein paar Runden drehen.
      Es dauerte bis der Tierarzt kam. In der Zwischenzeit war ich mit Pride Runde um Runde gegangen und hatte immer wieder versucht ihm etwas Wasser anzubieten – bisher ohne Erfolg. Lars schaute auch immer wieder vorbei: „Wie geht’s ihm?“ „Nicht so gut.“ „Wenn du was brauchst sag mir Bescheid. Ich hab mein Handy dabei.“ „Klar“, meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln. „Looki ist jetzt auch bewegt. Ich war eben mit ihm in der Halle und bin ein bisschen gesprungen..“, er hielt inne und grinste mich leicht an, „.. es war intressant, aber ich glaube nicht das er ein großes Springpferd wird. Cavalettis schafft er aber.“ Lars zwinkerte mir zu. Bei dieser Vorstellung wie er Looki wohl mit großem Aufwand zum Springen gebracht haben musste musste ich lachen. „Überlass das besser uns.“, ich schaute etwas wehleidig zu Pride. Er und ich – das war ein Team – wir waren beide unglaublich springbegeistert und kamen super miteinander aus. Aber ans Springen war momentan nicht im Entferntesten zu denken. „Ich bring jetzt erstmal die Zuchthengste in die Führmaschiene und dann reit ich noch Club.“ Ich nickte. Dann waren zumindest schon mal Admiral, Frisco, Coco´s Landzauber, Legacy of Gold, Golden Pirate, A le Hop und Club Can´t Handle Me bewegt.
      Endlich traf der Tierarzt ein. Ein schaute sich Pride genau an, tastet ihn ab. Drückte hier und da. Armer Kerl, er hatte echt Schmerzen. Und jetzt drückt der Arzt auch noch an ihm rum. Beruhigend streichelte ich ihn. „Also „, setzte der Tierarzt an, „ es ist wie sie dachten eine Kolik. Das Führen war schon eine gute Maßnahme, ebenso wie das Anbieten von Wasser. Ich werde ihm jetzt eine Krampflösende Spritze geben und ein Schmerzmittel.“ Den Strick fest in der Hand streichelte ich Pride und redete mit ihm um ihm abzulenken: „Schau her Junge! Alles wird gut. Hhmm? Ja, mein lieber Pride.“ Der Arzt setzte die Spritzen geschickt und Pride blieb brav. Er war aber auch fertig. “ Sie können ihn dann wieder in die Box stellen. Achten Sie darauf ob er trinkt. Aber er sollte erstmal noch nichts fressen. Wenn es sich bessert kann er wieder kleine Portionen Heu bekommen, was dann langsam gesteigert werden kann. Wenn es aber nicht besser wird sollten sie mich nochmal Kontaktieren, aber ich denke hiermit sollte es getan sein.“, wies der Arzt mich an. „Okay alles klar.“, ich verabschiedete mich mit einem Händeschütteln und brachte Pride etwas erleichtert in seine Box zurück. Dort räumte ich alle Futter Reste raus und stellte ihm zusätzlich zur Tränke einen Eimer mit lauwarmen, frischen Wasser in die Futterraufe. Es schien ihm schon jetzt etwas besser zu gehen. Zumindest steht er und ist nicht mehr schwitzig.
      Nach kurzem Tätscheln ließ ich ihn dann alleine, mein Magen grummelte schon seit geraumer Zeit und es waren noch andere Pferde um die ich mich heute kümmern müsste. Und die zwei Neuen! Erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Vier Uhr. Mist. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde bei der Züchterin sein sollen. Hastig zog ich mein Handy aus der Hosentasche – kein verpasster Anruf. Also machte ich mich auf die Suche nach Lars. Wie es schien hatte er inzwischen schon alle Hengst wieder in ihre Boxen gebracht, denn die Führmaschine war leer. Als ich die Futter- und Sattelkammer betrat bemerkte ich eine Notiz am Brett
      ‚Bin die Kleinen abholen. Hoffe du bist nicht sauer, dass du nicht mit bist ;)
      Lars‘
      Glückgehabt, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn niemand pünktlich dar gewesen wäre. Und ich war nicht sauer. Auch wenn ich natürlich schon sehr gerne mitgekommen wäre. Hatte er gut gemacht. Aber ich sehe die Kleinen ja nachher. Motte und Porcelain Doll. Beim Überprüfen der Tabelle stellte ich auch fest das Lars auch anscheinend noch unseren alten Herren Wild Dream geritten war, so hatte ich jetzt eigentlich nur noch ein Pferd heute zu reiten. Bei übriger Zeit würde natürlich sich auch keines der restlichen Pferde dagegen wehren, aber es gab immer einige „Pflicht“-Pferde, danach kamen die Optionen. Aber erstmal ging ich jetzt ins Haus. In der Küche stellte ich auch fest, dass Lars sogar gekocht hatte. Wie ich ihn liebe! Er hatte heute echt gerackert.
      Nach dem Essen ging ich wieder gestärkt erstmal nach Pride schauen, ich erwischte ihn grade mit dem Maul im Wassereimer. Erleichtert seuftze ich, worauf hin er seine Nase hob und ans Gitter presste. „Nein, Pride du kriegst nichts. Du willst doch wieder Gesund werden.“, wähnte ich. Weil ich ihn aber nicht so stehen lassen wollte kraulte ich ihn, es schien ihm schon deutlich besser zu gehen. Wie schön! Ich merkte wie ich deutlich entspannter wurde. So und jetzt kommt der Spaßige Teil des heutigen Tages.
      Roi du Soleil stand schon ungeduldig an seiner Boxen Tür, er war noch ziemlich neu doch hatte er sich schnell eingelebt und wartete nun jeden Tag auf seine Beschäftigung. "Hey du!", begrüßte ich den hübschen Hengst. Roi stampfte mit dem Huf auf und nachdem ich ihm diese ausgekratzt hatte und ihn mit Halfter am Strick aus der Box führte schien er fast etwas beleidigt. Armer Kerl, musste er heute so lange warten bis er dran war. Sonst war er früher.. Also schnell geputzt bis das rote Fell in der restlichen winterlichen Sonne funkelte und dann den Sattel drauf gepackt. Schnell flitze ich noch in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen und nahm dabei wieder die halbe Tür mit "Autsch!" "Was für´n Mist!", fluchend ging ich wieder zu Roi zurück, darauf bedacht nicht weitere Ecken mit zu nehmen, der blaue Fleck würde nun reichen. Relativ flott war der Kerl gesattelt und als würde er sich bedanken wollen, dass er jetzt endlich seine heiß ersehnte Bewegung bekäme, stupste er mich sanft an. Lächelnd krabbelte ich ihn zwischen den Ohren. Brav folgte er mir zum Reitplatz, das Wetter war heute wirklich gnädig, blauer Himmel und Sonne. Naja kalt war es immer noch. Und feucht. Vom ganzen Regen. Aber was sollte man erwarten? Mit dem was man hat sollte man sich zufrieden geben und sich freuen. Ich öffnete unter einiger Anstrengung das Tor, da müsste man noch mal was dran machen, es funktionierte nicht mehr ganz so wie es sollte. Darum war ich froh als ich es wieder geschlossen hatte und im weiß umzäunten Reitplatz stand. Roi war hibbelig, das merkte ich schon beim aufsteigen. "Hey!", stehen bleiben war wohl nicht drin.. Schnell schwang ich mich hoch und ihn dann, er war einfach losgelaufen, anzuhalten und rückwärts wieder zum Ursprungsort zurück zu kehren. Dort ließ ich ihn erstmal stehen. Passte ihm natürlich nicht und er schlug mit dem Kopf. "Selber Schuld, wer sich bewegen will muss dennoch auf mich hören.", meinte ich etwas genervt. Als er es dann doch schaffte ruhig zu stehen durfte er dann endlich auch gehen. Im Schritt ging es einige Minuten über den Platz bis Roi gut aufgewärmt war. Dann sollte er traben. Die nächste Hürde an diesem Tag. Lief heut nichts wie es sollte? Sanft berührte ich seine Flanke und Roi preschte los als würde er ein Rennen laufen. Ein Galopprennen. Gegen die Schnellsten. Und er hält mit. "Hör auf!", schnauzte ich ihn an. Ein paar sehr eindeutliche Paraden und Volten ließen ihn zu seinem Glück wieder langsamer werden. So geht man nicht mit mir als reiter um. Hatte er jetzt gemerkt, würde er, hoffte ich für ihn, nicht nochmal machen. "Nächstes mal wirst du vorher longiert!", meinte ich zu ihm. "Was?", kam es zurück. Verwirrt schaute ich mich um und entdeckte Lars am Zaun, der musste natürlich lachen, ich schien wohl recht verdutzt zu schaune. Ich manovrierte Roi im lockeren Trab zu Zaun und ließ ihn dort anhalten. Na bitte, ging doch. Er stand ruhig. "Dachtest du dein Pferd spricht mit dir?", meinte Lars schmunzelnd. "Ich war mir nicht ganz sicher und habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt!", erwiederte ich lachend. "Wo sind denn die Kleinen?" "Ordentlich verstaut im Stall. Alles super gelaufen, sind brav in den Hänger und haben es sich dort bequem gemacht. Zwei ganz süße sind das!" "Super! Ich schau sie mir an, wenn wir hier fertig sind." "Lass dir Zeit mit Roi die Kleinen rennen schon nicht weg!", meinte Lars frech. Ich zog eine Schnute, doch musste dann lächeln, er kannte mich einfach zu gut. "Jaja." Also widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder Roi. Erst lobte ich ihn natürlich, dass er so lange brav und ruhig gestanden hatte. Da hatte es wohl klick gemacht wer das sagen hatte. Als ich antrabte meinte Lars noch:"Ich mach schon mal die Abendrunde." Ich nickte nur. Ich hatte gar nicht wirklich wahrgenommen das es schon recht düster wurde, aber der Tag würde bald zuende sein. Roi stellte sich beim restlichen Reiten vorbildlich an, er arbeitete toll mit und bot sich von selber an. Fleißiger Junge! Als ich schließlich beendete schien er mit sich selbst sehr zufrieden zu sein und sich, zum Glück, gut ausgepowert zu haben. Ich würde mit Lars besprechen ein Paddock an seine Box zu Bauen, denn umziehen lassen wollte ich ihn nicht. Dort wo er momentan stand stand er eigentlich gut. Umzüge waren immer so große Pferde hin und her Schieberreien. Denn es konnte ja uch nicht jeder überall stehen. Also wäre ein neues Paddock die simpelste Möglichkeit. Klar, es müsste auch noch ein Durchgang nach Außengebaut werden, aber hey! Wofür hatte man einen handwerklich begabten Freund? Als Roi wieder in seiner Box stand könnte ich gar nicht schnell genug Sattel und Putzzeug wegräumen. Beinahe vergaß ich zu kehren. Doch der drohend in der Stall Gasse stehende Besen erinnerte mich daran. Seuftzend nahm ich ihn und beseitigte den Dreck vor Rois Box. Schließlich konnte ich mich doch endlich in Richtung Laufstall auf machen, auf dem Weg kam mir Lars entgegen. "Sie stehen doch im Laufstall?" "Ja, ich hab ihnen aber erstmal ein eigenes Stück abgetrennt, dass sie nicht sofort zu Gracie müssen." Ich nickte. "Bin gleich auch mit Füttern fertig. Dann geh ich rein. Pride geht es übrigens schon eindeutig besser." Erleichtert lächelte ich, er war mein Liebling, ohne ihn.. ich wollte es mir gar nicht vorstellen. Lars und meine Wege gingen wieder auseinander, ich betrat das Gebäude in welchem sich der Laufstall befand. Dunkelheit empfing mich. Licht an. Da standen sie.. zusammen gekuschelt bei Gracie. Absperren hatte wohl nichts gebracht. Motte und Porcelain Doll hatten sich einfach durch den sorgfältig aufgestellten Zaun gequetsch, wie war auch mir ein Rätsel. Verschlafen blintzelten mir drei Augenpaare entgegen. Lars hatte recht, sie würden mir nicht weglaufen, daher beschloss ich den dreien ihre ruhe zu lassen. Für die beiden Minis war der Tag schon aufregend genug gewesen. Lich aus und wieder raus. Lars war warscheinlich schon fertig. Auf dem Weg zum Haus ging ich nochmal bei Pride vorbei. Ruhig lag er im Stroh. Als ich langsam den Riegel aufschob und zu ihm rein ging, reckte er mir den Kopf entgegen und blieb völlig entspannt liegen. Vor seinem Bauch ließ ich mich nieder und lehnte mich gegen ihn, seinen Kopf legte er mir nun fast in den Schoß. Die Ruhe die er ausstrahlte ging auch direkt auf mich über. Nach diesem stressigen und aufregenden Tag könnte ich endlich wieder durchatmen. Vertrauensvoll ließ er sich von mir umarmen und krabbeln. Wir beide, das war was. Ich liebte diese Momente, die einem beinahe verzaubert vorkamen, etwas unreal, aber dennoch wundevoll. Ich strich noch einige male über sein braunes, weiches Ponyfell, bevor ich auf stand, aus der Box ging und mich, wieder etwas unbefangener, zum Haus und zu Lars aufmachte.
    • kira
      Kurzer Zwischen-Pflegebericht
      Ich hatte in letzter Zeit ein bisschen Fehlplanung, weshalb ich schnell aus dem Bett sprang als mein Wecker schrillte. Im Hengststall versorgte ich flott All Pride, Roi du Soleil, Cocos Landwein, Admiral, Look at my Hair, A le Hop, Frisco,Legacy of Gold, Club cant Handel me, Golden Piratmit Frühstück nacheinander. Dann kamen die Zuchtstuten oder solche die es werden sollten dran. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Lillifee, Vanity , Knives and Pens, Siana, Antigone , De luxe, White Dance, I like it, Juwel der Stille, Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, Drachenlady bekamen auch ihr Futter, worüber sie sich wie jeden Tag her machten. Danach brachte ich Davour, Pangäa, Famiah, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann , Flaschenzieherin, Wild Dream auf ihre Koppeln. Ich hoffte niemanden in meiner Eile vergessen zu haben, hinterließ Lars noch eine Nachricht auf dem Küchentisch. Er war noch nicht aufgestanden, aber ich hatte heute Termine so das ich so früh raus musste. Zum Glück hatte ich bald wieder Zeit meinen Pferden die Pflege zukommen zu lassen, die sie brauchten und verdienten.
    • Samanta
      Trainingsstall "Project Second Chance"
      Dressur von E auf A
      26.10.2015 © Samanta

      Es hatte wieder eine kleine Flaute in meinem Betrieb gegeben, aber irgendwann kamen eben auch immer bessere Zeiten und ich hatte direkt einen Großauftrag an Land gezogen. Wieder führte mich mein Auftrag in mein altes Heimatland. Dieses Mal in die schöne Eifel. Da ich dieses Mal jedoch nicht nur ein Pferd trainieren sollte, hatte ich beschlossen zu fliegen. Es ging schneller und ich konnte zwischen England und Deutschland hin und her reisen. Ich hatte mit der Besitzerin abgemacht, dass ich zwischen den einzelnen Trainingseinheiten jeweils eine Woche nach Hause fliegen würde, um danach wieder frisch erholt zurückzukommen. Obwohl ich mich auf meine Angestellten verlassen konnte, sah ich doch immer lieber nach dem Rechten und blieb ungern über Monate von zu Hause weg. Alan brachte mich zum Flughafen. Die anderen wollten erst beim letzten Mal mitkommen und mich natürlich auch immer in Empfang nehmen. Ich war froh, dass Alan mich fuhr,denn er war nicht so schweigsam, wusste aber, wann es besser war, die Klappe zu halten. Am Flughafen verabschiedete ich mich mit einer Umarmung und zu meinem großen Glück verlief der Flug ohne weitere Schwierigkeiten. Der Mietwagen wartete ebenfalls am Flughafen bereits auf mich und so konnte ich mich direkt zu Kiras Hof aufmachen. Bald erreichte ich das Zuchtgestüt 'Milky Way'. Ein lustiger Name, aber auch irgendwie passend. Kaum hatte ich das Auto verlassen, kam mir auch schon eine junge Frau entgegen. Sie schüttelte mir gleich die Hand und stellte sich als Kira vor."Freut mich, ich bin Samanta",antwortete ich ihr und ließ mir von ihr dann meine Unterkunft zeigen."Schön habt ihr es hier",sagte ich, als ich wieder runterkam und Kira bestätigte das. "Möchtest du gleich zu den Pferden?"Ich nickte und sagte:"Auf jeden Fall. Ich will sie alle schon mal kennen lernen und am liebsten sofort anfangen. Kira zeigte mir zuerst alle vier Pferde. Drei Welsh-Ponys und ein Fellpony. Ich wollte mich zunächst mit White Dance beschäftigen. Die Stute machte einen ruhigen Eindruck auf mich. Kira bestätigte diesen Eindruck, fügte aber hinzu, dass sie mit wenig Vertrauen auch sehr schreckhaft sein würde. Das war ein hilfreicher Hinweis, denn so würde ich zunächst einmal an ihrem Vertrauen zu mir arbeiten müssen. Kira blieb erstmal bei uns und wir putzten gemeinsam White Dance. Ich merkte schnell, dass sie in Kira ihre Bezugsperson sah und mich noch eher etwas misstrauisch beäugte, da ich sie aber offenbar nur putzte, schien das für sie in Ordnung zu gehen. Da es heute sowieso schon zu spät zum Reiten war, putzten wir sie nur und ich blieb noch eine Weile bei der Stute stehen und machte mich mit ihr bekannt, bevor ich schließlich ins Bett ging. Den nächsten Morgen verbrachte ich damit die Stute zu putzen und etwas spazieren zu führen. Sie gewöhnte sich etwas an meine Anwesenheit und da ich keine Angst vor schreckhaften Pferden hatte, beschloss ich sie heute auch zu reiten. Kira stieß im Stall wieder zu uns und zeigte mir dann White Dances Ausrüstung. Ich sattelte und trenste die Stute und ging dann mit ihr in die Halle."Hmm, meine Süße. Das schaffen wir schon, was?"Ich gurtete noch einmal nach und stieg dann auf. Sie war unsicher mit mir auf dem Rücken, versuchte aber weder mich abzuwerfen, noch wurde sie panisch. Das würden wir auf jeden Fall in den Griff bekommen. Ich bat Kira am Anfang einfach dabei zu bleiben, damit sie sich an ihre Bezugsperson halten konnte und das wirkte. Sie war zwar immer noch etwas unsicher, stellte sich aber nach und nach auf mich ein, sodass Kira nicht mehr die ganze Zeit beim Training dabei bleiben musste. Ich verbrachte die folgenden Tage damit das Vertrauen zwischen der Stute und mir zu stärken und die ersten Lektionen von ihr zu fordern. Sie stellte sich gut an und auch das Vertrauen wurde mit der Zeit besser. Natürlich war die Zeit einfach zu kurz, um vollkommenes Vertauen zu erlangen, aber das war auch gar nicht mein Ziel. Ich wollte nur mit ihr auskommen können und das konnte ich nach einigen Tagen. Nachdem ich mir sicher war, dass sie mit mir und meinen Hilfen vertraut war, begann ich mit dem eigentlichen Training. Ich baute das Training so auf, dass ich mich zuerst mit den Gangarten und der Art der Versammlung beschäftigte. Die Stute war gut ausgebildet soweit ich das beurteilen konnte und reagierte feinfühlig auf meine Hilfen. Ab und zu war sie zu eifrig oder reagierte sensibel, sodass ich erst einmal das richtige Maß an Hilfen hatte finden müssen, aber mit der Zeit hatte ich das richtige Maß raus. Ich machte mich zunächst an Mitteltrab und Mittelgalopp. Hier kam es darauf an, dass das Pferd seinen Rahmen erweiterte, den Takt aber beibehielt und vermehrt über die Hinterhand arbeitete. Ich arbeitete intensiv an diesen beiden Gangarten und natürlich klappte es zu Anfang nicht besonders gut, aber das konnte man auch einfach nicht erwarten. Wer etwas anderes behauptete, der hatte entweder keine Ahnung oder war ein Hexenmeister. Neben den Gangarten trainierte ich auch das Zügel aus der Hand kauen lassen im Trab und im Schritt. Das klappte schon nach wenigen Tagen entschieden besser, als am Anfang. Mitteltrab und Mittelgalopp nahmen mehr Zeit in Anspruch, aber White Dance war bemüht die Lektionen zu erlernen und bot sich gut an, sodass ich nach zwei Wochen sagen konnte, dass sie gute Fortschritte gemacht hatte. Natürlich arbeitete ich auch den Rest des Trainings an der Verfeinerung der beiden Tempi. Nach und nach nahm ich die schwierigeren Lektionen mit dazu und begann mit den Übergängen aus dem Galopp in den Schritt und andersherum. White Dance fiel es einfacher aus dem Galopp in den Schritt zu wechseln. Diese Lektion hatte sie schneller raus, als vom Schritt in den Galopp, aber auch das klappte mit der Zeit immer besser. Wir arbeiteten jeden Tag an den Lektionen. Mal einmal am Tag und wenn es sein musste auch zweimal am Tag und von Tag zu Tag wurde sie besser und aufmerksamer, auch feiner auf die Hilfen. Ansonsten wäre mein Training wohl auch nicht zielführend gewesen. Die Abende verbrachte ich oft mit Kira und wir unterhielten uns stundenlang. Über das Training, aber auch über meine Zeit in Deutschland und wie es mir nun in England gefiel. Auch über sie erfuhr ich eine Menge und ich konnte sagen, dass ich sie wirklich sehr mochte. Sie war nett und man konnte sich gut mit ihr unterhalten. Nach einigen weiteren Wochen konnte ich das Training für erfolgreich abgeschlossen erklären. Die Stute hatte gute Fortschritte gemacht und ihre 'Reifeprüfung' auch mit Kira bestanden, sodass ich beide getrost sich selbst überlassen konnte. "Ich hoffe du bist soweit zufrieden mit meiner Arbeit",sagte ich zum Abschied,"wenn irgendwelche Probleme auftauchen, dann melde dich ruhig bei mir und wir werden eine Lösung finden. Da bin ich sicher."Ich stieg winkend ins Auto und machte mich auf den Weg zurück zum Flughafen. In London angekommen, fiel mir Isabella um den Hals und drückte mir sofort eine Scheibe Brot in die Hand. "Selbstgebacken mit Wurst aus dem Supermarkt",sagte sie grinsend und da ich tatsächlich hungrig war, biss ich dankbar hinein. Es war schön wieder zu Hause zu sein, aber ich freute mich auch darauf, wenn ich in einer Woche wiederum nach Deutschland aufbrechen würde.

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    • kira

      So viele Helfer

      Pflegebericht
      Croccantino, Butterblume, Verdine, Roi du Soleil, Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe

      Es war schon Winter, aber zu meiner Freude erinnerte das Wetter einen noch eher an laue Herbsttage. Somit wehte mir auch kein eisiger, schneidender Wind entgegen, als ich aus dem großzügig gebauten Einfamilienhaus trat. Seit kurzem hatten wir zwei Wohnungen in unserem Haus abgetrennt, aus vorher mehr oder weniger genutzen Räumen. Weniger, musste ich eingestehen. Und Lars hatte schon Pläne für weitere Wohnungen. Nicht das er neuerdings sich als Vermieter versuchte, nein, wir hatten nun Angestellte. Wie merkwürdig das klingt. Ich hatte mich immer alleine um meine Pferde, meinen Hof gekümmert. Aber nun war ich doch glücklich über Lars rationale Denkweise, denn inzwischen war die Größe des Hofes und Menge der Tiere nur noch schwer alleine zu bewältigen. Und somit hatten sich jetzt Peter, alteingesessener Pferdewirt, und Alexandra, welche bisher im Beritt und Reitunterricht tätig gewesen war, aber sich hier auch um die Pflege kümmern würde, dort einquartiert. Bisher verstand ich mich mit beiden recht gut, aber was konnte man schon nach so kurzer Zeit sagen.

      Alex kam grade aus der Tür hinter mir, „Ausnahmsweise kein Regen.“ Nickend stimmte ich ihr zu, denn es war zwar immer noch recht mild, aber wir hatten einige Tage des Dauerregens erlebt. „Ich hoffe der Boden ist nicht mehr so schlammig, ich wollte heute mit Blümchen eine Trainingseinheit im Gelände absolvieren.“, auf diese Idee war ich gekommen nachdem Cata mal wieder da gewesen war. Denn momentan schien Butterblume wohl eine Blockade, mental gesehen, zu haben. Denn trotz Talent und Können hatte sie nun beim Springen Schwierigkeiten. Im Gelände, kleine Hindernisse und Motivation durch andere Pferde(ich hatte Lars dazu verdonnert mir Gesellschaft zu leisten und eine Freundin würde auch mitkommen), hoffte ich würde sie den Spaß bei der Sache wieder finden und über ihren Schatten springen und letzteres wohl auch wortwörtlich. Alex nickte verstehend. „Du bewegst am besten heute erstmal die Zuchtstuten.“, teilte ich ihr mit. Wiederum nickte sie und verschwand Richtung der Besagten.

      Zu den Zuchtstuten zählten alle meine prämierten Stuten, welche zumeist gerade tragend waren und somit nur für einige Zeit aufs Paddock gelassen werden mussten oder für einige Runden in die Führmaschiene kamen. Zum Glück konnte man die Paddocks wieder nutzen. Schweigsames Mädchen, dachte ich noch kopfschüttelnd und machte mich Richtung Nebenstall auf, denn erst würde ich mich heute noch um meinen liebsten Croccantino kümmern. Auf dem Weg zu dessen Box kam ich an Peter vorbei, welcher eifrig, aber dennoch irgendwie gemütlich, dabei war die Boxen zu misten. „Morgen, Frau Esenbeck!“, grüßte er mich. „Morgen Peter, schon so weit?“ „Ja man muss doch anpacken!“ Lächelnd reichte ich ihm den Stroballen, welcher vor der Box lag. Er hat trotz der frühen Stunde schon gute Arbeit geleistet. „Machst du gleich mal Pause und teilst die Morgenrationen aus?“, fragte ich ihn. „Ist schon in Arbeit!“, kam die Antwort, die von der Tonlage nicht hätte passender für so einen alten, bodenstämmigen Mann hätte sein können.

      Mit dem gesattelten Croccantino machte ich mich Richtung Halle auf. Die Reitplätze sahen noch zu unfreundlich aus, auch wenn die Sonne sich gerade durch die Wolkendecke gekämpft hatte. Wenn es so bliebe würde der Ausritt heute schön werden. Croc war derzeit in allen wichtigen Sparten auf L Stand und hatte beste Aussichten ein top Sport- und Zuchtpferd zu werden. Die Körung hatte er zu meiner großen Freude erfolgreich absolviert und würde nun im nächsten Frühjahr mit 5 Jahren bei den Großen anfangen mit zu mischen. Eine lockere Stunde hatte ich angesetzt und so ließ ich ihn nach einer Aufwärmphase ruhig antraben. Mittlerweile war er recht routiniert unter dem Sattel und wundervoll feinfühlig. Nach einigen einfachen Übergängen war der Gute auch munter bei der Sache dabei . Wir nahmen Galopp – Schritt Übergänge hinzu und nachdem er diese talentiert meisterte wagte ich mich auch an den Halt aus dem Galopp. Zu meiner Freude schaffte er es nach ein paar Anläufen. Zwar schien er mir etwas nervös, dass ich etwas von ihm forderte, was er noch nicht kannte, und der Halt war noch ein wenig ruckelig. Dennoch machte er seine Sache super und schien aufmerksam dabei zu sein. Seine Ohren schlackerten etwas hin und her aufmerksam was als nächstes folgen würde. Fröhlich klopfte ich ihm den Hals. Im weiteren Verlauf fragte ich nur bekannte Lektionen ab. Etwas Außengalopp, Kehrtwendungen und das Vergrößern und Verkleinern des Viereckes. An der Bande lag die Abschwitzdecke bereit, welche ich nach dem Training mit Schwung über den Pferderücken schmiss.

      Als Croc wieder in seiner Box stand, nun auch verspätet sein Müsli mampfend und ich aus der Box trat kam eine grinsende Gestalt die Stallgasse entlang auf mich zu. Mit lauter Stimme trällerte sie mir fröhlich entgegen: „Da versteckst du dich also! Wie geht’s dir? Hier findet man ja niemanden ohne GPS-Gerät und Lageplan!“ Ebenfalls grinsend trat ich ihr entgegen:“Louisa! Schön dich zu sehen! Gut, ich hab viel zu tun, aber das macht mich ja alles nur glücklich. Hast du Lars schon begrüßt?“ Besagter kam in diesem Moment um die Ecke, lächelte und beantwortete meine Frage: „Noch nicht, aber das holen wir schon nach! Na kleine Schwester? Gut hergefunden?“ Er umarmte Louisa herzlich, welche darauf im Anschluss mir in die Arme fiel. Als sie von mir abließ schaute mich meine Freundin und jündere Schwester meines festen Freundes an: „Wie ich dich kenne hast du schon was geplant oder?“ „Wir gehen ausreiten, das schöne Wetter muss man doch nutzen!“ „Dann geh ich mich mal grade umziehen, okay?“ „Mach das! Mich hat sie auch noch zum Ausritt abkommandiert.“, Lars klopfte seiner Schwester auf die Schulter. „Als ob du was dagegen hättest!“, meinte diese keck und verschwand richtung Stalltür. „Ich steh nicht so auf Kaffeklatsch !“, rief Lars Louisa noch hinter her. Danach verschwand auch er um Roi du Soleil fertig zu machen. Ich selber wandte mich Butterblume zu, als ich mit dieser ferig war, ging ich nach Louisa schauen, welche bei Verdine zugange war. „Diese hier ist aber neu, oder?“ „Ja, ich dachte mir sie passt zu dir! Lieb ist sie … und sie springt nicht gerne!“, kicherte ich wofür ich eine rausgestreckte Zunge erntete. „Aber gut, dass ich nicht springen muss.“, meinte Louisa sanft lächelnd. Als ich mir sicher war das Louisa problemlos mit Verdine klar kam, die Stute schien meine Freundin zu mögen, wurde diese doch sachte angestupst, ging ich auf die Suche nach Alex.

      „Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens und Siana?“,zählte ich alle auf, man konnte ja nicht wissen ob schon alle Pferde im Petto hatte. „Ja, alle bewegt und wieder glücklich und sauber in der Box!“, meinte sie lächelnd. Ich musste auch grinsen: “Sehr schön! Ich bin jetzt mit Lars und seiner Schwester auf Butterblümchen, Verdine und Roi im Gelände. Du kannst ja noch Drachenlady zusammen mit De Luxe aufs Paddock bringen und White Dance und Juwel der Stille reiten, was du mit den beiden genau machst kannst du dir aussuchen!“ „Mir fällt schon was ein!“

      Das Gelände schien wie gedacht eine positive Wirkung auf Blümchen zu haben. Motiviert lief sie an der Spitze auch wenn Roi immer wieder versuchte sich vor zu drängeln. Darauf hin beschlossen wir ihn ans Ende zu verbannen. Lars war ganz froh nach hinten etwas Platz zu haben, denn der Hengst schien es heute echt hinter den Ohren zu haben und machte Lars das leben schwer. Währenddessen genossen Louisa und ich vor ihm den Ausritt und Verdine und Butterblümchen schienen sich zusammen stark gegenüber dem hinter ihnen randalierendem Hengst zu fühlen. Mit Verdine hatte ich das Richtige Pferd für Louisa ausgesucht, die Stute war brav zu bewegen, wenn auch etwas ängstlich, doch damit konnte meine Freundin umgehen. Als wir eine Strecke erreichten, welche von einigen kleineren Hindernissen gesäumt wurde gingen wir in den Galopp. Die ersten Sprünge ließen wir noch aus, doch dann merkte ich wie Blümchen unter mir zappelig wurde und den an ihr vorbei ziehenden Hürden nachschielte. Louisa und Lars würden nicht Springen, dazu war Roi zu aufgekratzt heute. Louisa und Verdine waren sich einstimmig sicher, dass der Ausritt ohne Sprünge spaßiger sei. Somit lenkte ich vor dem nächsten Baumstamm alleine ab und ging auf die Nebenspur des Waldweges. Gekonnt zog Blümchen an, taxierte und übersprang sorgenfrei das kleine Hinderniss. Neben uns galoppierten die zwei anderen Paare. Vorne ruhig Verdine, hinten zwei etwas muffelige Männer.

      Als wir wieder am Hof ankamen war Roi doch endlich mal zu ruhe gekommen und Lars konnte grade verschnaufen. Aber dieses Glück währte nicht lange, schon fing der Hengst wieder an zu blödeln. Etwas missmutig saß Lars ab und verschwand, sich im gehen eine Gerte und Longe greifend Richtung Halle. „Da wird jetzt aber einer Ärger bekommen.“ „Das ist der Doofe selber Schuld, soll er doch Lars nicht so ärgern!“, meinte ich schmunzelnd. „Aber lustig wars auch irgendwie“, gedankenverloren streichelte Louisa Verdine, welche das sichtlich genoss. Als ich absaß betrachtete ich Butterblümchen, welche endlich wieder eine Freude an den Tag gelegt hatte beim Springen, wie früher. Vielleicht ist sie noch nicht reif für Tuniere? Louisa verschwand ebenso wie ich in einen der Stalltrakte und das Pfderd abzusattel und zu putzen. Später würden wir uns noch alle im Haus wieder sehen, wo sie für die Dauer ihres Aufenthaltes ein Gästezimmer mit Bad bezogen hatte. Ich freute mich jedes Mal wieder wenn eine meiner Freundinnen für einige Zeit zu Besuch kam.
    • kira
      Reitunterricht
      Pflegebericht
      Lillifee, Star, Vanity, Angel´s Kiss, Nesquik, Sally, Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Antigone, Knives and Pens, Siana, Drachenlady, White Dance, Juwel der Stille, De Luxe, Butterblume, Croccantino, Fairy Tale, Baroness of the Guard

      Der Sommer ließ dieses Jahr auf sich warten, auch wenn man hier auf dem Gestüt in mancher Hinsicht darüber eher froh war. Nicht nass geschwitzt nach dem Reiten, keine nervigen Horden von Fliegen und Bremsen – dafür ab mieses Wetter und Massen an Mücken. „Mist!“, missmutig schlug ich auf eine dieser Plagen, welche sich gemütlich auf meinem Ar niedergelassen hatte um mich dann zu stechen. „Schon wieder?“ Lars und ich waren zusammen zu einem morgendlichen Ausritt mit Croccantino und Butterblume aufgebrochen. Lars hielt sich wacker auf dem hochmotivierten Hengst, während ich eher die größeren Schwierigkeiten hatte. Zwar hatte sich Butterblumes Verhalten im Gelände schon deutlich verbessert in den letzten Wochen, dennoch war sie immer noch gefährlich. Aus diesem Grund trug auch ich, ein völliger Reitwesten-Hasser, eine dieser steifen Dinger. Noch war es ruhig unter mir und mit energischen Hilfen ließ sich die Stute ruhig halten.

      Als wir zum Stall zurück kamen war ich einerseits froh drum, andererseits hätte ich noch Stunden zusammen mit meinem Freund und den Pferden durch den Wald dümpeln können. Nun gut ich war völlig zerstochen trotz Insektenspray und Butterblume nach einer erwarteten Panikattacke nass geschwitzt, aber ich war oben geblieben und sie hatte sich wieder beruhigt. Wie sensibel nur ein Pferd sein kann. Der Absturz einer Trainerin hatte sie sehr mitgenommen, weshalb das Gelände immer noch schwer war bei Blümchen. Croc sah im Gegensatz dazu aus als hätte er nichts gemacht. „Ich bring Croc noch auf das Paddock!“, rief mir Lars zu schon auf dem Weg dahin. Als ich Richtung Anbindeplatz ging sah ich auch Peter schon geschäftig die Boxen misten, während mir Marion entgegenkam. Links und rechts die Welsh Stuten Lillifee, Star und Vanity, während dessen Fohlen hinterher sprangen. Die Gruppe bewegte sich gemütlich durch die Stallgasse hinaus Richtung Weiden. Butterblue und ich konnten unseren Weg fortsetzen. Hier im Stall war sie wie immer das liebste und süßeste Stütchen überhaupt, auch etwas schreckhaft, aber nicht so panisch wie im Gelände. Nachdem ich Blümchen abgesattelt und Abgeduscht hatte stellt ich die Stute unter das Solarium zu trocknen. Auch ihre Muskulatur konnte das zum entspannen gebrauchen.

      Währenddessen machte ich mich auf den Weg White Dance zu holen. Ich hatte recht gehabt, denn die Stute sah mal wieder eher braun als cremellofarben aus. So hatte ich nun genügend Zeit dies wieder zu korrigieren, denn meine Reitkinder würden erst in einer Stunde fertig auf den Ponys sitzen. Die Stunde würde ich von White Dance aus halten, was aber kein Problem darstellte, da die drei Mädels mit 12, 13 und 10 Jahren schon gute Reiterinnen waren. Heute war Dressur angesagt.

      Butterblümchen stand völlig entspannt da als ich mit White Dance eintraf, etwas verschlafen blinzelte sie mir entgegen, entschied aber dann das alles okay sei und döste weiter. Bevor ich mich ans säubern der Welsh Stute machte, checkte ich nochmal die Tafel für die Reitschüler. Marie auf Drachenlady, Vera auf Juwel der Stille und Annalena auf De Luxe – das sollte hinhauen. Auch wenn die 12 Jährige Vera lieber Drachenlady ritt, so war doch sinnvoller das die 10 Jährige und Körperlich kleinste der drei Mädchen auch das kleinste Pony ritt. Und Vera würde es auch mal gut tun ein Pferd zu reiten was sie etwas mehr fordern würde als Drachenlady es tat.

      Während ich die schmutz Flecken von White Dance schrubbte, sah ich durch das Fenster abwechselnd Marion und Alex, welche wohl beschlossen hatte Marion zu helfen, die Zuchtstuten samt Fohlen vorbei führen. Alle nicht tragenden Stuten ohne Fohlen kamen erst in die Führmaschine und danach dann mit den anderen Zuchtstuten auf die Weide. Erst kamen Angel´s Kiss, Nesquik, Sally und Alice von Landwein vorbei. Danach folgten die beiden Pflegerinnen mit Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu und Antigone, deren freches Palomino Sabino Stutfohlen seinen ganz eigenen Weg zu laufen schien, denn 2 Minuten nachdem die Stuten schon vorbei waren düste es noch quietschend im Hof herum. Mit den letzten Stuten Siana und Knives and Pens ließ sich aber auch dieser kleine Wirbelwind mit einfangen und wurde dann weniger erfreut von beiden Seiten am Halfter hinterher gezogen.

      Schließlich war White Dance auch fertig und während diese unter dem Solarium trocknete, brachte ich Butterblume in ihre Box. Danach ging ich noch kurz bei meinen Reitmädchen vorbei schauen, ob auch alle ihr Pony samt Zubehör gefunden hatten. „Wie läuft’s bei euch? Alles gut?“, rief ich ihnen zu. „Hallo!“ „Ja!“ „Supi!“ Kam es mir entgegen, die Mädels waren fleißig die Pferde am fertig machen. Marie kam mir entgegen mit Sattelzeug, „Ist das hier richtig für Drachenlady?“. „Ja“, lächelte ich sie an und schon hüpfte sie zu dem Fuchspony zurück. „Ich seh euch in 20 Minuten in der Halle! Und die Pferde aufgewärmt!“, sagte ich in die Runde und ging zurück zu meiner Stute, die inzwischen trocken war.

      White Dance kam in die Führmaschine, während ich ihr Sattelzeug raussuchte, dann hatte ich es wen sie fertig aufgewärmt war schneller. In Reitkleidung lief ich sowieso schon den ganzen Tag herum. Währenddessen lief ich mit einem Heuballen zu einem der etwas abseits der Stallgebäude gelegenen Paddocks mit großem Laufstall. Draußen standen grade meine kleine Zuchtbereicherung Fairy Tale, ein buntes Welsh B Stutfohlen aus diesem Jahr, und Baroness of the Guard aus 2014. Nessi war ein Fellpony und entwickelte sich immer mehr zu eine echten Pferd. Ich schmiss den Heuballen in die überdachte Raufe und schon wurde es auch im Laufstall unruhig. Ich hatte keine Zeit mehr die Fohlen und Jungpferde zu beobachten die nun hinaus kamen, denn ich wollte als Reitlehrerin nicht zu meiner eigenen Stunde zu spät kommen.

      Die Mädels saßen vorbildlich schon auf ihren Ponys, welche auch schon eingelaufen aussahen. So schwang ich mich auch direkt auf meine Stute ehe ich begann. Erst wurde Leichtgetrabt, die Mädels sollten möglichst viele Schritt-Trab Übergänge und anders herum einbauen. „Nicht in den Ecken Vera! So kann das nur unschön werden!“ „Annalena geh mal auf den Zirkel im Schritt, wenn die Luxi dir so weg rennt kann das nicht vernünftig werden! Kommt erst mal zur Ruhe!“ White Dance Ohren schwangen neugierig hin und her, das hatte sie so auch noch nicht erlebt. Dennoch arbeitete sie willig mit. Danach befassten wir uns mit dem Aussitzen, gingen Schlangenlinie und übten den Halt auf X. Marie hatte noch etwas Schwierigkeiten, hüpfte sie doch im Ponytrab noch recht unruhig auf ihrem kleinen Pferd. „Marie wenn du nicht mehr kannst darfst du zwischendurch auch leichttraben.“ Ein Nicken kam mir entgegen. Zum Ende hin durften alle nacheinander noch Galoppiren auf beiden Händen was bis auf die üblichen Fehler klappt, alle Ponys galoppierten brav und keiner ging durch. Nach dem Abreiten mussten die Mädchen ihre Ponys wieder versorgen, aber das wussten und konnten sie auch. Ich versorgte ebenso meine Stute ehe ich nochmal nach meinen Reitkindern schaute. Für mich war es eine neue Erfahrung zu unterrichten, aber es gefiel mir bisher gut. Die Idee hatte Lars gehabt, sowohl um noch etwas Geld einzubringen, die Ponys zu bewegen und Werbung für unser Gestüt zu machen, denn wir verkauften ja schließlich zum Teil zukünftige Kinderponys.
    • Canyon

      Fahren Umpalumpa L → M & Juwel der Stille A → L | Distanz Roi du Soleil E → A & White Dance A → L

      Trainingsbericht
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      Zu Kira Esenbeck und ihren Pferden hatte mich mein Weg noch nicht hin verschlagen gehabt, weswegen es nun höchste Zeit war, sie und ihren Hof kennenzulernen. Natürlich hatte ich nicht nur aus Spaß die weite Reise in die Eifel nach Deutschland unternommen, sondern um dort vier ihrer Pferde zu trainieren.
      Ich wusste noch nicht viel, nur ihre Namen und, dass ich zwei von ihnen im Fahren und zwei von ihnen im Distanzreiten fördern sollte. Beides waren mit meine Lieblingsdisziplinen und so hatte ich mich auf diese beiden in den letzten Jahren genauer spezialisiert.
      Ich nahm mir dieses Mal die Zeit mit dem Schiff und dem Zug die weite Distanz zwischen Norwegen und Deutschland zu überbrücken. Ich kannte Deutschland noch nicht allzu gut, was ich bedauerte, und so genoss ich die Fahrt in die Eifel.
      Obwohl es Hochsommer war, goss es an diesem Tag aus allen Kübeln und ein weiteres Mal war ich froh, im trockenen Zug zu sitzen, vom Regen durch eine Glasscheibe getrennt.
      Zum Glück hatte sich Kira dazu bereits erklärt, mich bei diesem strömenden Regen vom Bahnhof abzuholen, sodass ich auch diesmal nicht nass wurde. Unterwegs lernten wir uns bereits besser kennen, denn immerhin mussten wir die nächsten Tage und auch Wochen, je nachdem wie lange das Training dauern würde, miteinander auskommen. Besonders interessierten mich die vier Pferde, um welche ich mich in nächster Zeit kümmern würde und so ging mein erster Gang nach der Ankunft auf dem Gestüt auch sofort zu den vier Pferden.
      Der kleinste der vier war definitiv Umpalumpa, welcher gerade mal 80 cm maß. Mit ihm würde das Fahrtraining bestimmt interessant werden, denn selten hatte ich solche Miniaturpferde im Training.
      Das zweite Pferd, welches ich auch im Fahren trainieren sollte, war da schon viel größer. Juwel der Stille, eine hübsche Welsh D Stute, welche mich vor allem mit ihrem ruhigen und gemütlichen Charakter begeisterte.
      Zum Schluss blieben nur noch die beiden Distanzpferde White Dance und Roi du Soleil, wieder zwei Welsh Ds, welche zum Glück auch größer waren als Umpalumpa.
      Eigentlich hatte ich für heute geplant, mich bei einem Spaziergang mit den Pferden bekannt zu machen, doch bei diesem strömenden Wasser, welches seit Stunden vom Himmel kam, würde das wohl nichts werden. Ich verschob deswegen die ersten Arbeitsschritte auf Morgen und ließ den Tag ruhig ausklingen.
      *
      Am nächsten Tag hatte der Regen zum Glück ein Ende gefunden und ich hoffte, dass dies auch während meiner Zeit in Deutschland so bleiben würde. Ein Dressurtraining kann auch in der Halle stattfinden, für ein Distanztraining muss man nun mal hinaus ins Gelände, um das Pferd perfekt zu trainieren.
      Allerdings würde ich mich auch als Erstes mit Umpa und Juwel abgeben. Beide würde ich abwechselnd trainieren und mich erst danach mit den anderen beiden beschäftigen
      Umpa war der erste an diesem Morgen. Es war ein komisches Gefühl, mich fast auf den Boden legen zu müssen, um den kleinen Hengst putzen zu können. Dafür brauchte ich auch nicht allzu lange, bis dieser sauber war. Der Hengst besaß bereits einige Erfahrungen was das Fahren betraf, sollte nun aber auf die Stufe L aufgestuft werden.
      Wie immer begann ich meine Arbeit damit, dass ich mit dem Hengst eine Runde spazieren ging, in welcher ich versuchte, ihn und seine Eigenschaften besser kennenzulernen. Hatte er Angst vor Wasser, interessierte er sich für ihm fremde Dinge und wie weit vertraute er mir, einem Fremden.
      Der Spaziergang dauerte nicht lange, jedoch hatte ich nach Beendigung bereits das Gefühl, den Kleinen viel besser zu kennen. Ich ließ ihm auch eine kleine Verschnaufpause, bevor ich ihm abermals das Halfter umlegte und ihn in die Halle zu einem kleinen Longiertraining verfrachtete. Ich hatte während meiner langen Ausbildung gelernt, dass es in jeder Disziplin wichtig war, dass Pferd zur Entspannung und Gymnastizierung regelmäßig zu longieren und da mich Umpa schon bald ziehen musste, würde er die Muskeln natürlich auch brauchen.
      Am Nachmittag war dann auch die hübsche Juwel an der Reihe. Auch mit ihr begab ich mich auf einen kleinen Spaziergang durch die von Regen durchtränkte Eifel, konzentrierte mich hier ganz auf die Stute und versuchte von dieser zu lernen. Juwels Schritt waren natürlich größer und schneller, weswegen ich den Spaziergang etwas erweiterte, in der Hoffnung mich nicht gleich am ersten Tag zu verlaufen. Zum Glück schien Juwel den Rückweg zu kennen, sodass auch ich unbeschadet zurück aufs Gestüt fand.
      Juwel lief im Fahren erst auf A, sodass ich mit ihr vielleicht nicht ganz so viel Arbeit haben würde wie mit Umpa. Allerdings stand auch für Juwel das Longiertraining am frühen Abend an, denn natürlich musste ich auch sie für eine Kutschfahrt stärken.
      Bereits beim Longieren erprobte ich, wie gut die Sute auf Stimmkommandos achtete, denn diese waren vor allem im späteren Straßenverkehr wichtig.
      In den nächsten Tagen war geplant, dass ich die beiden immer wieder nebenbei longieren würde, um den beiden so ein Ausgleich zu dem anstrengenden Fahrtraining zu ermöglichen.
      *
      Bereits am nächsten Tag begann ich mit Umpa das Training vor dem Sulky. Ich war nicht gerade klein, wog aber zum Glück auch nicht all zu viel, was mich aber nicht davor beschützte, mich in dem Sulky zusammenfalten zu müssen.
      Geplant war für heute nur eine kleine gemütliche Ausfahrt, bei welcher ich Umpas Kenntnisse nochmal vom Bock aus besichtigen wollte, bevor ich den Schwierigkeitsgrad peu a peu nach oben schrauben würde.
      Heute ließ ich mir beim Anschnallen des Hengstes viel Zeit und überprüfte lieber noch ein drittes Mal, ob wirklich alle Gurten richtig saßen, damit ich heute Abend keine böse Überraschung in Form von Wunden erleben durfte. Dann streifte ich mir meine Handschuhe über, nahm zur Vorsicht noch einen Regenmantel mit und platzierte mich auf dem Kutschbock. Dort nahm ich die Zügel in die Hand und gab dann dem kleinen Umpa das Zeichen zum Starten.
      Es war nur natürlich, dass der Hengst einige Meter brauchte, bis er sich wieder richtig eingelaufen hatte und so nahm ich die anfänglichen Stolperer einfach hin.
      Ich fuhr heute mit Umpa die Strecke, die wir gestern noch gelaufen waren. Das hatte den Vorteil, dass ich sie bereits gut kannte, was ja von Vorteil sein sollte.
      Ich blieb auch erstmal die ganze Zeit im Schritt, nutzte allerdings das Gelände, um mit Umpa bereits zu trainieren. Um die Bäume am Wegesrand ließ es sich gut Slalom fahren und die bellenden Hunde erfüllten schonmal einen Teil des Schrecktrainings. Auch vertiefte ich mit Umpa nochmal alle Stimmkommandos und arbeitete da vor allem am Stehenbleiben. Am Anfang gaben vor allem die Zügel das Kommando zum Stehenbleiben, jedoch versuchte ich meine Stimme immer mehr in den Vordergrund zu bringen und ihn darauf zu trainieren. Am Ende der kleinen Ausfahrt ließ ich ihn auf einem Feldweg, welcher leicht bergauf ging, antraben und war ganz erstaunt, wie schnell der Kleine trotz seiner kurzen Beine war. Nach einer guten Stunde kam ich dann wieder auf dem Gestüt an, entgurtete Umpa und entließ ihn dann in seinen Feierabend.
      Am Nachmittag war dann auch wieder Juwel dran. Die Stute bekam einen etwas größeren Einspanner, da sie ja mit ihren 1,54 m zu den etwas Größeren zählte. Auch bei ihr dauerte das Anspannen länger, allerdings würde es dafür die nächsten Male schneller gehen.
      Die darauf folgende Prozedur war genau die gleiche wie bei Umpalumpa. Ich ging auch mit ihr den Weg, den ich gestern mit ihr gegangen war und versuchte das Training bereits mit einem Antischrecktraining und den Stimmkommandos zu verbinden. Es zeigte sich deutlich, dass sich Juwel noch etwas unsicherer im Gelände bewegte und die Kutsche hinter sich noch nicht ganz akzeptiert hatte wie Umpa, aber auch das würde sich hoffentlich bald legen.
      Als ich am frühen Abend dann wieder auf dem Hof einkehrte, versorgte ich die Stute ausreichend und brachte sie dann zu ihren Freunden.
      Für mich war der Arbeitstag allerdings noch nicht zu Ende - Ich lieh mir von Kira ein älteres Fahrrad und machte mich dann auf die Suche nach guten Geländewegen und Möglichkeiten, die Pferde auch außerhalb des Platzes trainieren zu können. Ich genoss die rote Abendsonne und die Stille und war froh, mich dafür entschieden zu haben noch eine kleine Runde zu drehen.
      Als die Sonne dann langsam hinter den Berggipfeln verschwand und ich mitbekam, dass das verrostete Fahrrad keine Lampe besaß, musste ich wohl oder übel umdrehen und so suchte ich mir dann durch die Abenddämmerung den Weg zurück zum Gestüt.
      *
      Den nächsten Vormittag verbrachte ich dann vor allem damit, den Springplatz des Gestüts zu einem Fahrplatz umzuformen. Kira hatte mir erlaubt, etwas Fahrtraining auf dem Platz zu veranstalten und mir dann noch einige gut nützliche Utensilien bereitgestellt, sodass ich mit guten Möglichkeiten ans Werk ging. Mein Plan war es, aus dem Springplatz einen Hindernisparcours zu bauen und so entstand nach und nach mit Plastefolien, Heuballen, Trabstangen und Flatterbändchen ein richtiger Parcours.
      Nach dem Mittag musste dieser natürlich auch noch ausprobiert werden und so holte ich mir den kleinen Umpalumpa wieder von seiner Weide, spannte ihn vor den kleinen Sulky und brachte ihn dann auf den Springplatz (oder jetzt eben Fahrplatz).
      Es schien fast so, als würde sich der neugierige Kerl nur so freuen, die ganzen Hindernisse kennenzulernen und so war es für mich kein Problem, Umpa davon zu überzeugen, einfach alles mitzumachen. Die große knisternde Decke fand er am Anfang noch etwas angsteinflößend, aber je öfter ich darüber fuhr, desto selbstsicherer stolzierte er darüber. Im Gegenteil dazu machten ihm die Flatterbänder keine Angst und er schien die Berührung fast zu genießen. Noch etwas ungenau und nicht mittig ging er zwischen zwei Trabstangen entlang, was ich also noch öfter in den nächsten Tagen mit ihm üben würde.
      Ich hatte auch ein paar größere Kieselsteine gesammelt und aus diesen einen Holperweg gemacht, bei welchem ich wahrscheinlich mehr litt als der kleine Hengst selbst. Zum Schluss stand noch für ihn der kleine Slalomparcours bereit, bei welchem wir aber einen gelungenen Abschluss fanden und ich Umpa zufrieden ausspannen konnte.
      Mit Juwel wollte ich noch etwas mit dem Hindernisparcours warten und beschäftigte mich so den Nachmittag eher mit der Doppellonge und wieder einmal den Stimmkommandos. Morgen früh würde jedoch auch sie den Parcours gehen dürfen.
      Am Abend musste ich Umpa nochmal in die Halle zerren. Ich merkte, dass er heute Abend wenig Motivation aufweisen konnte, allerdings schien er trotzdem daran interessiert, zu wissen was heute so anstand. Enttäuscht musste er dann feststellen, dass es nur wieder die Longe war, welche noch auf ihn wartete.
      Auch hier zog ich das Training nicht unendlich in die Länge und entließ ihn dann auch schon bald in den Feierabend.
      *
      Wie bereits geplant war Juwel am nächsten Morgen die erste, welche ich zum Training holte. Mit ihr ließ ich es wieder etwas entspannter angehen und fuhr mit ihr zuerst einmal an allen Hindernissen vorbei, übte dann locker ein paar Stimmkommandos uns widmete mich dann erst dem Parcours. Auch mit ihr fing ich mit der knisternden Plane an, merkte jedoch, dass sowas nicht so ihres war und sie dann definitiv nicht zu den Flatterbändern weiter wollte, schob ich den Slalom und die Gasse der beiden Trabstangen dem Schrecktraining vor. Im Gegenteil zu Umpa, brauchte Juwel nur wenige Versuche, um akkurat zwischen den beiden Stangen entlangzufahren. Allerdings lagen diese heute auch etwas weiter auseinander, da ja Juwels Kutsche breiter war.
      Vor der Buckelpiste schien sie sich etwas zu zieren, ging dann aber trotzdem recht ordentlich drüber. Zum Schluss versuchte ich noch ein gutes Ende bei der Plane zu finden, was mir auch so halb gelang. Immerhin ging sie zum Schluss ordentlich drüber, auch wenn sie ihre Beine etwas höher hob als normal.
      Als ich gerade schon von der Kutsche absteigen wollte, packte mich die Idee, mit Juwel nochmal eine kleine Runde zu drehen und so lenkte ich sie in Richtung Gelände, anstatt zum Stall.
      Leider war es in den letzten Tagen wieder sehr warm geworden und die Insekten stürzten sich nur so auf das bereits verschwitzte Pferd, sodass mein Traum von einer gemütlichen Fahrt schnell zerplatzte und ich umkehrte und wieder zurück zum Gestüt fuhr.
      Den Nachmittag hatten beide Pferde frei und auch ich genoss es einfach mal entspannen zu können.
      *
      Dieser Tag war vielleicht mit der wichtigste. Ich hatte die beiden Pferde in den letzten Tagen trainiert, ihre Muskeln gestärkt und ihnen versucht das Vertrauen in den Fahrer und in die Kutsche zu geben.
      Heute würde ich, zuerst mit Umpalumpa, dann mit Juwel, eine längere Geländefahrt unternehmen und diesmal würde es in schwierigere Gebiete gehen. Nicht nur eine Landstraße, ein lauter Schrottplatz und eine Kleinstadt lagen heute auf unserem Weg, sondern auch steile Hügel, kleine Kinder und bellende Hunde, all das, was einem so begegnen konnte. Außerdem würde ich heute auch versuchen, längere Strecken zu traben und vielleicht auch auf geeignetem Weg kurz zu galoppieren.
      Heute begleitete mich in den Sulky auch noch eine Flasche Mückenspray, denn diese kleinen nervigen Insekten konnten nicht nur dem Pferd, sondern auch mir, die Fahrt verderben
      Der erste Teil der Fahrt war mir noch ganz bekannt, den Rest kannte ich nur vom Sattel meines Fahrrads aus, aber diesen konnte man ja nicht mit einer Kutsche vergleichen.
      Umpa war ein angenehmes Fahrpferd, welches zügig und gleichmäßig lief und eher neugierig als erschrocken kleinen Kinder nachblickte. Auch in der Stadt meisterte er seinen Job perfekt, auch wenn er es nicht einsah, warum er nicht einfach in der Mitte der Straße laufen konnte. Hier machte sich unser Trabstangentraining bemerkbar, denn auch hier im Gelände konnte er nicht einfach dort laufen, wo er gerade wollte.
      Auf einer etwas ruhigeren Landstraße trabte ich mit ihm das erste Mal und er hielt es sogar recht lange durch, allerdings merkte ich, dass er an einem kleinen Aufstieg schlapp machte und so parierte ich ihn wieder durch.
      Wir hatten außerdem bis jetzt Glück mit dem Wetter. Es war nicht ganz so heiß und ein kleiner Wind wehte uns die Insekten aus dem Gesicht. Perfekt!
      Auch der kleine Galopp zum Schluss saß fast perfekt, auch wenn er einmal nach links in den Graben auswich, als vor uns aus dem Gebüsch ein Hase auf die Straße sprang und wahrscheinlich war der kleine auch ganz erstaunt, da ein kleines Pony zu sehen.
      Als es wieder nach Hause ging, wurden Umpas Schritte wieder schneller und so ließ ich ihn noch ein Stück traben, bevor ich ihn dann kurz vor dem Gestüt noch gemütlich auslaufen ließ.
      Ich war stolz auf den Kleinen, er hatte viel gelernt und verinnerlicht und ich war mir sicher, dass einer Aufstufung nun nichts mehr im Wege stand.
      Natürlich war am Nachmittag auch wieder das Training von Juwel dran. Auch sie würde heute die gleiche Runde wie Umpa erwarten, allerdings würde bei ihr mein Augenmerk noch nicht ganz so auf Schnelligkeit, sondern eher auf der Genauigkeit liegen, denn die Stute war immer noch etwas zurückhaltender und schreckhafter.
      Der Beginn der Fahrt verlief nicht schlecht, allerdings wurde es in der Stadt für mich etwas schwieriger. Juwel wich kleineren Hindernissen, wie Gullideckeln immer in einem großen Bogen aus, blieb zwischendurch auch abrupt stehen, als sie hinter uns ein lautes Motorrad hörte. Ich versuchte aber ruhig zu bleiben und brachte den Trubel der Stadt dann so schnell wie möglich hinter uns. Vielleicht hatte ich von der Stute noch zu viel verlangt, immerhin fehlte ihr noch einiges an Erfahrung. Der Rest der Fahrt wurde dafür umso schöner. Auf der Landstraße und auch der spätere Wald- und Feldweg lief sie so entspannt und ruhig, wie ich sie eigentlich kannte. Sie schien richtig Spaß an der Sache zu finden und so konnte auch ich mich wieder entspannen.
      Da Juwel recht verschwitzt war, legte ich zum Schluss nur einen kurzen Trab ein und ließ sie ansonsten entspannt zurück aufs Gestüt laufen.
      Natürlich musste auch Juwel noch viel lernen, allerdings hatte ich mir in den letzten Tagen die größte Mühe gegeben, um sie weiterzubilden und nun war es wohl soweit, dass auch sie mein Training bestanden hatte und nun eine Stufe höher laufen durfte.
      Beide Pferde hatten ausreichen Longentraining bekommen, beide immer wieder in den verschiedensten Situationen Antischrecktraining und natürlich das wichtigste: Das Training vor der Kutsche auf dem Platz und im Gelände. Bei diesen beiden Ponys konnte ich meine Aufgabe als erledigt ansehen und ich hoffte, dass auch Kira mit meiner Arbeit zufrieden war.
      *
      Trotzdem konnte ich natürlich noch lange nicht abreisen, denn erst die Hälfte der Pferde hatten eine Trainingseinheit von mir bekommen, was bedeutete, dass noch zwei fehlten.
      Auch dieses Training wollte ich vielseitig aufbauen, um den beiden Pferden so viel Abwechslung wie möglich zu bieten und trotzdem ihnen etwas lehren können.
      Bereits am nächsten Tag fing ich mit der hübschen cremello Stute an. White war mir als sensibel und leichtfüßig beschrieben wurden und um das zu überprüfen, blieb mir nichts anderes übrig, als mit ihr ins Gelände zu gehen und es auszuprobieren.
      Am frühen Morgen holte ich sie zu mir, putzte sie ausführlich und sattelte sie dann. Nachdem ich die letzten Tage nicht mehr auf einem Pferderücken gesessen hatte, war es fast ungewohnt, als ich mich in den Sattel schwang. White schien noch etwas skeptisch zu sein, durfte sie ja auch und ich merkte jetzt schon, dass ich mich wohl viel mit ihr beschäftigen musste, um ihr Vertrauen zu erwecken.
      Für heute war nur ein gemütlicher Ausritt geplant und zum Glück hatte ich die Geländewege mittlerweile gut kennengelernt, sodass ich nicht mehr ganz so planlos startete wie am ersten Tag.
      Die Beschreibung "leichtfüßig" passte wirklich perfekt auf White. Ohne zu stolpern überquerte sie den Waldweg, auf welchem es nur so von gefährlichen Stolperwurzeln wimmelte und auch ansonsten war sie ganz fein zu reiten, also eine perfekte Voraussetzung Der Ausritt sollte entspannt werden, trotzdem testete ich schonmal auch die anderen beiden Gangarten der Stute, welche beim Distanzreiten ja mit die Wichtigsten waren.
      Die Stute hatte viel Spaß sich schnell zu bewegen und ließ sich in den beiden anderen Gangarten genauso gut reiten wie im Schritt. Ein tolles Pferd, in welches ich mich bereits am ersten Tag schnell verliebte. Ich war gespannt, wie sich das Training entwickeln würde, denn immerhin musste ich sie auf L aufstufen, was nicht allzu wenig Arbeit war.
      Auch mit dem anderen Pferd, Roi du Soleil, machte ich am Nachmittag einen Ausritt. Schnell merkte ich den Unterschied zu der sanften Stute. Roi konnte es gar nicht abwarten schneller zu laufen, war sehr aufgeregt und ich konnte ihn nur schwer zurückhalten. Allerdings beruhigte er sich, je länger wir unterwegs waren und war sogar gar nicht mehr ganz so aufsässig wie am Anfang. Auch mit ihm erlebte ich einen tollen Ritt und bekam vor allem seine Lauffreude zu spüren. Allerdings musste ich mit ihm daran arbeiten, dass er seine ganze Energie einteilte, sonst könnte es bei einem Turnier passieren, dass er wegen zu hoher Pulswerte ausscheidet. Eine gute Kondition war hier das A und O und daran würde ich mit dem kleinen König arbeiten müssen.
      Auch hier beendete ich den Ausritt nach nicht allzu langer Zeit und kehrte zurück aufs Gestüt.
      *
      Wie auch bereits mit Umpalumpa und Juwel der Stille, war mein Plan, dass ich in den nächsten Tagen die beiden Distanzpferde immer wieder longieren würde, denn auch hier hatte es genau den gleichen Sinn wie beim Fahren. Die Pferde fanden einen Ausgleich ohne das Reitergewicht auf ihrem Rücken und konnten gleichzeitig ihre Muskeln aufbauen und ihre Ausdauer stärken.
      So verbrachte ich den nächsten Vormittag mit den Beiden in der Halle, holte mir heute zuerst den kleinen Roi und nach dem ich mit ihm die Arbeit beendet hatte, ging es auch für White nochmal ran.
      Am Nachmittag ging ich mit beiden nochmal ins Gelände. Roi war wieder der erste, allerdings passte ich den Ausritt gleich einem E-Distanzritt an, nahm also auch meinen Pulsmesser mit und hielt mich an die Vorgabe, nicht schneller als 12 km/h zu reiten, was bei den meisten Einführungsritten noch Pflicht war.
      Roi schien noch nicht ganz so zu wissen, was auf uns zu kam und wollte gleich wieder hinaus in die weite Welt. Ich erwärmte ihn vorher ausführlich auf dem Platz, nahm vor dem Start seine Pulswerte und ritt dann erst los.
      Heute war der Trab unsere Hauptgangart, ich hoffte jedoch, dass ich es wenig später auf den Galopp steigern konnte.
      Roi war von Anfang an gut dabei und wieder wurde er mit der Zeit ruhiger, so dass ich bei unserer kleinen Pause einen doch noch ganz guten Wert maß, bevor wir in den zweiten Teil aufbrachen, welcher wieder nach Hause führte. Ich merkte es Roi an, dass er nach Hause wollte, trotzdem ließ ich ihn nicht unkontrolliert schneller werden, sondern achtete weiterhin darauf, dass wir nicht allzu schnell unterwegs waren, sondern ein einigermaßen gleichmäßiges Tempo behielten.
      Auch als wir wieder auf dem Gestüt waren, ließ ich ihm zehn Minuten um herunterzukommen und nahm dann das dritte Mal seine Pulswerte. Ideal war es, wenn diese genauso hoch waren wie vor dem Start. Roi war schon nah dran, allerdings konnte man da noch einiges verbessern. Trotzdem entließ ich ihn für heute auf die Weide, da ich ja auch noch White vor mir hatte.
      Mit White machte ich genau das gleiche: Eine kurze Erwärmung auf den Platz, Pulswerte, einen Übungs-Distanzritt auf der Stufe A und in der Pause abermals die Messwerte nehmen. Bei White merkte ich, dass sie bereits mehr Ahnung hatte. Ihr Tempo war viel gleichmäßiger und ruhiger und trotzdem hatte sie ein schönes Tempo, welches sich gut sitzen ließ und nicht zu langsam war. Auch waren ihre Pulswerte so einiges besser als die von Roi, was aber nur normal war. Mein Ziel war es, den Hengst so zu trainieren, dass er so gut werden würde, wie es White jetzt war.
      Bei White legte ich bereits mehr Galoppaden ein, übertrieb es für den Anfang nicht. Als ich am Ende ein letztes Mal ihre Pulswerte nahm, waren die fast perfekt identisch. Ich war gespannt, wie es bei einem richtigen Distanzritt sein würde. Für diesen Tag hatten die beiden Pferde genug geleistet und auch ich merkte das Reiten so langsam in den Beinen, sodass ich nur noch eine Dusche nahm und mich dann auch ins Bett begab
      *
      Heute wollte ich mich den ganzen Tag mit einer anderen Sparte beschäftigen: Der Dressur. Auch diese war wichtig beim Distanzen. Diesmal hatte ausnahmsweise Roi den Vorteil, da der Hengst bereits auf L lief und White erst auf A. Deswegen fing ich heute auch wieder mit Roi an.
      Ich ließ mir viel Zeit beim Aufwärmen, ging dann zur Gymnastizierung ein paar Volten und alle Schlangenlinien, die Roi bereits beherrschen sollte. Auch Roi schien die Abwechslung zu gefallen und willig arbeitete er auch mit. Auf dem Platz war der Hengst ein ganz anderer und ließ sich, im Gegenteil zum Gelände, auch gut in Anlehnung reiten. Immer wieder machte ich kleine Entspannungszeiten, in welchen ich die Zügel lang ließ, damit sich Roi dehnen konnte.
      Ich wollte mit Roi heute kein Dressurtraining machen, weswegen ich die schwierigeren Lektionen, wie die Kehrtwendung auf der Hinterhand, entfallen ließ. Mein Augenmerk lag heute auch auf der Arbeit mit den Trabstangen, den Bahnfiguren und leichteren Lektionen. Nach einer guten Stunde gutem Training beendete ich die Arbeit und gab Roi für den restlichen Tag frei.
      Am Nachmittag war dann allerdings seine Trainingspartnerin an der Reihe. Mit White wollte ich heute ein paar Lektionen und Bahnfiguren der Stufe A durchgehen und fing dabei genauso an, wie mit Roi. Erst ein paar Schlangenlinien, gymnastizierende Übungen und leichtere Lektionen. Zum Schluss dann noch etwas Stangenarbeit. Allerdings war Whites Ausdauer bereits um einiges besser, weswegen ich die meisten Übungen zusätzlich noch im Trab und Galopp übte. Auch mit White beendete ich das Training nach einer Stunde, denn immerhin hatten wir in den nächsten Tagen noch genug Arbeit.
      *
      Die nächsten beiden Tage waren gleich aufgebaut. Beide Pferde bekamen am Morgen ihre Longeneinheit und am Nachmittag stand dann der Ritt ins Gelände an. Ich machte das Training immer schwerer, erweiterte die Runden und blieb immer länger im Trab und Galopp. Nach zwei Tagen hatte ich die Kondition beider Pferde um einiges erhöht und war bereit mit Roi einen 20 Kilometer Ritt im Distanztempo gegangen. Auch White hatte erfolgreich ihren 35 Kilometer Ritt bestanden, sodass ich die beiden dazu bereit sah, ein richtiges Distanzturnier überstehen zu können.
      *
      Mit Kiras Hilfe, welche mir auch gütiger Weise ihren Anhänger zur Verfügung stellte, machten wir uns am nächsten Morgen mit beiden Pferden und jeder Menge Ausrüstung, auf dem Weg zu einem kleinen Turnier in der Nähe. Beide Pferde hatte ich noch kurzfristig an zwei der Ritte anmelden können und so war ich gespannt, ob es beide schaffen würden.
      Auch für mich würde es nicht allzu einfach werden, allerdings hatte ich ja zum Glück schon so einige längere Ritte geschafft, sodass ich diese beiden hoffentlich auch überstehen würde.
      Nach der Anmeldung und der Erhaltung der Check-Karte, auf welcher im Laufe des Ritts alle Auffälligkeiten und nennenswerte Dinge eingetragen wurden, bauten wir zwei Paddocks auf und gaben den beiden Pferden nochmal die Möglichkeit, nach der Fahrt sich zu entspannen.
      Whites Ritt war der erste, da er einige Kilometer länger war als der von Roi und so musste ich sie nach einer kurzen Pause bereits satteln.
      Da das Wetter wieder wärmer geworden war und so auch die Insekten wieder angriffslustiger, hatte ich für White und Roi eine Insektenschutzdecke mitgenommen, so wurde der Ritt für uns beide angenehmer.
      Kira würde mich unterwegs als Trosser unterstützen und an den kleinen Rastpunkten mit Wasser für mich und das Pferd warten.
      15 Minuten bevor White und ich starten würden, erwärmte ich sie etwas auf einer Wiese neben dem Start, was den Vorteil hatte, dass wir dann gleich im Trab starten konnten. Da es heute Einzelstarts waren und so ein Starter immer alle drei Minuten auf die Strecke gelassen wurde, hatten wir noch etwas Wartezeit am Startpunkt. Als wir dann allerdings an der Reihe waren, lief ich die ersten Meter im Schritt und fing dann erst an zu traben. Ich hörte Kira noch "Viel Glück" rufen, bevor ich ganz in der Welt des Distanzreitens verschwunden war. Ich hatte mir die Karte vorher gut angeschaut und so hatten wir den ersten Teil mit dieser kaum Probleme. Aus Erfahrung wusste ich, dass der erste Teil meist der Schwierigste war, da White und auch ich uns noch aufwärmen mussten.
      An Kreuzungen nahm ich das Tempo immer wieder zurück, versuchte mich zu orientieren und dann die Markierungen am Wegesrand zu suchen. Erst als ich mir sicher war, dass es der richtige Weg war, ging es wieder schneller weiter.
      Als der Vet-Check so langsam näher rückte, stieg ich von der Stute ab und führte diese die letzten Meter zum Untersuchungspunkt. Das hatte den Vorteil, dass wir schneller wieder weiter konnten, da Whites Pulswerte bereits bei der Ankunft unter 64 lagen. Nach einer kurzen Trinkpause, den Untersuchungen und dem Vorführen im Trab, ging es dies dann auch.
      Ich merkte deutlich, wie White und auch ich uns so langsam eingelaufen hatten und wir unseren Rhythmus gefunden hatten. An steilen oder steinigen Wegen stieg ich immer wieder ab und führte White im Schritt und Trab, sodass vor allem sie beim wieder Aufsteigen deutlich erholter war.
      Kurz vor dem zweiten Vet-Check stieg ich wieder ab und machte es wie beim ersten. Wir hatten wieder Glück und Whites Werte lagen wieder unter 64. Wir starteten schneller als beim ersten Mal, da nun das Vorführen wegfiel.
      Im letzten Teil des Rittes hatte sich um uns bereits ein kleines Reitergrüppchen versammelt, welche auch so wie wir lieber kurze Strecken um Schritt liefen und dann dafür etwas schneller im Trab und Galopp unterwegs waren.
      Zur Ablenkung waren Gesprächspartner meist nicht schlecht und so schafften wir auch die dritte Runde ohne größere Probleme.
      Gleich nach unserem Zieleinlauf und auch 20 Minuten später, war wieder eine Kontrolle an der Reihe, in welcher sichergestellt wurde, dass wir beide ohne Druckstellen oder Atemprobleme etc den Ritt überstanden hatten. Glücklich war ich dann, als uns gesagt wurde, dass wir in zwei Stunden zur Nachuntersuchung zugelassen waren. Diese würde allerdings Kira mit der Stute bestreiten müssen, da ich bereits in wenigen Minuten mit Roi zu meiner zweiten Runde aufbrach. Diese würde zum Glück etwas angenehmer und leichter werden, ich hoffte bloß, dass wir alle Kontrollen gut überstehen würden!
      Auch Roi bekam die Fliegendecke von mir übergelegt, denn mit dieser hatte ich gute Erfahrung beim Distanzen gemacht.
      Auch Roi erwärmte ich eine Viertelstunde früher, allerdings hatte ich bei ihm das Glück, dass wir gleich am Anfang starten durften. Mit Roi verfolgte ich beim Reiten ein etwas anderes Konzept. Da er gerne übermütig wurde, wollte ich mit ihm versuchen, ein gleichmäßiges Tempo aufzubauen und die meiste Zeit im angenehmen Trab zu reiten.
      Als der erste Vet-Check in Sicht kam, stieg ich ab, machte sogar kurze eine Pause in welcher ich den Hengst grasen ließ und lief dann erst etwas aufgeregt zur Kontrolle. Bis jetzt waren Rois Werte immer ganz knapp gewesen und so hoffte ich, dass es auch diesmal sein würde. Erstaunt war ich dann, als Roi einen neuen Rekord aufstellte und ging so dann auch viel erleichterter in den Teil zwei über.
      Deutlich merkte ich, dass Rois Gänge entspannter und gleichmäßiger nach dieser kurzen Pause waren und auch er nun seinen Rhythmus gefunden hatte. Allerdings waren diesmal wenige Reiter dabei, welche im gleichen Tempo wie wir ritten, weswegen ich den meisten Teil der Strecke alleine zurücklegte.
      Nachdem wir auch den zweiten Vet-Check überlebt hatten, merkte ich, wie auch meine Kraft sich langsam senkte und hoffte, dass trotz der prallen Sonne, auch Roi nicht aufgab.
      Ich schien ordentlich gehofft zu haben, denn auch am Ziel überstanden wir die Untersuchung, obwohl ich beim Vortraben wahrscheinlich ziemlich komisch umher trampelte.
      Ich war zufrieden mit mir und natürlich mit beiden Pferden. Bei beiden Ritten hatten etwa nur die Hälfte alles überstanden und nun die Chance auf einen Platz weiter vorne. Bis zur Siegerehrung versorgten wir beide Pferde gründlich, kühlten sie ab und packten sie dann mit Abschwitzdecke auf ihre Paddocks, wo sie es ich nicht nehmen ließen, sich samt frisch gewaschener Decke in den Dreck zu schmeißen.
      Im Endeffekt hatte White bei ihrem Ritt einen sehr guten fünften Platz belegt und das von eigentlich 22 gestarteten Reitern. Roi lag auf Platz sieben, was allerdings auch eine sehr gute Leistung war, für das was er geschafft hatte.
      Noch am späten Abend machten Kira und ich uns deswegen auf den Heimweg, sodass die Pferde bei Einbruch der Dunkelheit, wohl behütet zu Hause in ihren Boxen standen.
      *
      Am nächsten Tag war es dann auch für mich Zeit, mich zu verabschieden. Roi und White würden die nächsten Tage Ruhe brauchen, sodass es für mich der perfekte Punkt war, abzureisen.
      Kira drückte ich all die Aufzeichnungen in die Hand, welche ich während der letzten Tage gemacht hatte, denn sie würde diese wahrscheinlich irgendwann wieder brauchen. Dann stieg ich endlich in das Taxi, welches mich zum Bahnhof bringen würde, denn auch ich freute mich nun unheimlich auf mein Zuhause.
    • Sammy
      31.08.2016 - Trainingsbericht - Sammy
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      Drachenlady Dressur E-A, Lady Moon Dressur E-A, White Dance Fahren E-A, Juwel der Stille Dressur A-L
      "Hollybrook Stud Training Stables, Sie sprechen mit Samantha O`Neill, was kann ich für Sie tun?", sagte ich fröhlich ins Telefon meines Stallbüros. "Hey Sammy, hier ist Kira Esenbeck. Ich rufe wegen Porcelain Doll an!", antwortete eine freundliche Stimme. Mit angehaltenem Atem hörte ich Kira zu. Dolly war ein wunderhübsches Miniature Horsefohlen und Kira war tatsächlich bereit, sie mir im Tausch gegen vier Trainingseinheiten mit ihren Pferden zu verkaufen! Ich konnte mein Glück kaum fassen und kramte sofort meinen Terminkalender heraus, um mit Kira abzusprechen, wann ich am besten nach Deutschland fuhr. Erst vor kurzem war ich Kalifornien gewesen, dagegen war die Fahrt von England nach Deutschland ein Klacks. Ich würde meinen Hänger mitnehmen, sodass ich Dolly nach dem Training der vier Pferde direkt mit mir nach England nehmen konnte.

      ~*~

      Zwei Wochen später verabschiedete ich mich von meinen geliebten Vierbeinern und meinen Angestellten, um die Reise nach Deutschland anzutreten. Mit ein wenig guter Musik und dem herrlichen Ausblick auf dem Schiff nach Calais war die Fahrt im großen und ganzen recht kurzweilig und ehe ich mich versah war ich bereits in der Eifel. Kurz darauf lenkte ich mein Auto auf Kira`s Hof, stellte den Motor ab und stieg aus. Gähnend streckte ich meinen verspannten Rücken, als auch schon Kira auf mich zukam. Ich hatte die junge Frau bereits kennen gelernt, als ich ihr die Berberstute Pangäa abgekauft hatte. Kira half mir beim Ausladen und zeigte mir auch sofort das Gästezimmer, das ich während der Trainingszeit bewohnen würde. "Möchtest du was essen, dich frisch machen oder dir den Hof anschauen? Oder was ganz anderes?", fragte Kira mich freundlich, als ich meine Sachen abgestellt hatte. Ich überlegte nicht einmal ein paar Sekunden, bevor ich grinsend antwortete: "Den Hof anschauen. Vor allem die Ställe und meine Trainingspferdchen!" Also gingen wir sofort wieder hinaus auf den Hof. Mit dem Training würde ich heute nicht mehr beginnen, es war immerhin bereits kurz vor sieben. Trotzdem wollte ich mir gerne schon einmal alles ansehen, damit ich am nächsten Tag direkt loslegen konnte. Kira führte mich über den Hof hinüber zu den Stallungen. Drei der vier Stuten, mit denen ich arbeiten sollte, standen im Trainingsstall. Vor der Box einer hübschen Fuchsstute blieb Kira stehen. "Das hier ist Drachenlady, eine Welsh B Stute. Sie soll in der Dressur den Aufstieg in Klasse A schaffen. Sie ist auch wirklich total lieb, mit ihr solltest du überhaupt keine Probleme haben. Die nächste ist Juwel der Stille, eine Welsh D Stute. Sie geht in der Dressur schon A-Niveau, soll also auf L-Niveau trainiert werden. Sie ist ab und an ein wenig faul, aber ansonsten ein absolutes Verlasspferd.", erklärte Kira mir. Wir liefen weiter die Stallgasse hinunter und blieben schließlich vor einer wunderhübschen Cremellostute stehen. "Das ist White Dance. Bei ihr geht es um eine Stufenerhöhung im Fahren auf A-Niveau. Sie ist eigentlich auch brav, bei unbekannten Leuten aber manchmal recht unsicher." Wir drehten wieder um und setzten unseren Rundgang im Nebenstall fort. Hier stand das letzte Stütchen, mit dem ich arbeiten würde - die auffallend schöne Holsteinerstute Lady Moon. Auch sie sollte ich in der Dressur auf Klasse A trainieren. Kira erzählte mir, dass die brauen Stute sehr arbeitswillig und meist gehorsam war. Ich speicherte alle Informationen gut ab, da sie mir sicherlich eine Hilfe sein würden. Wobei die Pferde sich was den Charakter anging wirklich alle sehr gut anhörten. Wenn ich daran dachte, was für Pferde ich bereits unterm Sattel gehabt hatte, würden die nächsten Tage wahrscheinlich ein Spaziergang werden. Kira führte mich auch noch zur Reithalle und dem Dressurplatz und zeigte mir die Ausrüstung ihrer Pferde. Anschließend zog ich mich zurück, um zu duschen und mich in das kuschlig weiche Bett zu legen. Ein wenig steckte mir der Tag doch in den Knochen, aber ich freute mich schon sehr auf den morgigen Tag.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich bereits in aller Frühe auf den Beinen und traf in der Küche auf Kira, die bereits den Frühstückstisch gedeckt hatte. Ich schlang ein Marmeladenbrötchen und einen Orangensaft hinunter, da ich es kaum noch erwarten konnte, mit dem Training zu beginnen. Es sollte heute auch wieder sehr heiß werden, daher war es sowieso von Vorteil, wenn ich bereits morgens so viel wie möglich erledigen konnte. Kira hatte noch in ihrem Büro zu tun, während ich schon einmal hinüber zu den Ställen ging. Dort angekommen, schnappte ich mir als erstes Drachenlady. Die süße Welsh B Stute ließ sich brav aufhalftern und zum Putzen anbinden. Wie üblich ließ ich mir viel Zeit und redete dabei mit dem Stütchen, damit es sich an meine Stimme gewöhnen konnte. Als ihr kupferfarbenes Fell glänzte, Mähne und Schweif verlesen und die Hufe ausgekratzt waren, bandagierte ich Lady`s Beine und sattelte sie gleich danach auf. Heute ging es mir zwar hauptsächlich darum, mich mit den vier Stuten bekannt zu machen und zu sehen, wie weit sie vom Trainingsstand bisher waren, doch wenn alles gut lief, würde ich auch schon die ein oder andere Lektion trainieren. Da die Temperatur momentan noch sehr angehem war, würde ich diese erste Trainingseinheit mit Drachenlady auf dem Platz abhalten. Ich führte das Stütchen über den Hof, stellte sie auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich leichtfüßig in den Sattel. Drachenlady blieb brav stehen, bis ich mich zurecht gesetzt und die Steigbügel angepasst hatte. Ich strich der Ponystute über den Hals und ließ sie am langen Zügel im Schritt um die Bahn gehen. Auf einen leichten Schenkeldruck hin, trabte Lady fleißig an. Sie war sehr angenehm zu sitzen und reagierte gut auf jede meiner Hilfen. Man merkte sofort, dass Drachenlady vor allem gefallen wollte. Ich ritt Zirkel, Volten und einfache Schlangenlinien auf beiden Händen, bevor ich Drachenlady leicht nach innen stellte, das äußere Bein eine Handbreit hinter den Gurt legte und das Pony somit angaloppierte. Da Lady mir wirklich überhaupt keine Schwierigkeiten machte, beschloss ich heute schon mit dem Stufentraining zu beginnen. Für Klasse A der der Dressur wurden das Rückwärtsrichten, die Schritt-Galopp-Übergänge, die Vorhandwendung und Viereck verkleinern und vergrößern verlangt. Ich prüfte zuerst ab, wie gut Drachenlady das Schenkelweichen beherrschte, das ja schon für Klasse E verlangt wurde. Außer, dass ich das Stütchen ab und an mit der Gerte an der Hinterhand antippen musste, damit sie selbige mitnahm, funktionierte das Ganze sehr gut. Somit konnte ich sofort mit dem Viereck verkleinern und vergrößern beginnen. Ich stellte Drachenlady bereits in der zweiten Ecke der kurzen Seite leicht nach außen, trieb direkt nach der Ecke mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts und legte den inneren verwahrend hinter den Gurt, um die Bewegung zu begrenzen. Ab und an tippte ich Lady an, damit sie auch mit der Hinterhand schön kreuzte. Kurz vor B richtete ich die Stute geradeaus, ließ sie ca drei Pferdelängen vorwärts gehen und ritt anschließend Schenkelweichen zurück zum Hufschlag. Das Ganze wiederholten wir selbstverständlich ein paar Mal- auch auf der anderen Hand. Da Drachenlady noch immer aufnahmefähig war und gut mitarbeitete, beschloss ich auch das die Schritt-Galopp-Übergänge mit hinzuzunehmen. Zunächst ritt ich das Stütchen im Schritt um die Bahn und gab ihr vor der zweiten Ecke der langen Seite die Hilfen zum Angaloppieren. Lady fiel erst einmal in einen flotten Trab, bevor sie schließlich im Galopp ansprang. Also wiederholte ich das Ganze nochmals und verstärkte die Hilfen bei diesem Mal ein wenig. Sobald Lady angaloppierte, kraulte ich ihren schlanken Hals und lobte sie. Bei den Übergängen vom Galopp in den Schritt hatten wir anfangs das Problem, dass Drachenlady zwar zuverlässig durchparierte, dies jedoch sehr ruckartig. Ich arbeitete daran, indem ich das Stütchen vor dem eigentlichen Kommando mit halben Paraden aufmerksam machte und auf das Kommende vorbereitete. Am Ende der Einheit waren die Übergänge zwar noch nicht perfekt, doch ich war ja noch ein paar Tage da, um daran zu arbeiten.

      Nachdem Drachenlady wieder in ihrer Box stand, war Juwel der Stille an der Reihe. In einer L-Dressur galt es schon wesentlich schwierigere Aufgaben zu bewältigen, als in einer A-Dressur, daher hoffte ich, dass Juwel genauso gut mitarbeitete, wie Drachenlady das getan hatte. Auch die Graufalbstute ließ sich die ausgiebige Putzprozedur sehr gefallen und döste mit angewinkeltem Hinterbein vor sich hin. Es wurde langsam wärmer draußen, doch noch konnten wir wohl auf dem Platz arbeiten. Ich verlas sorgfältig das lange schwarze Haar der Stute, bevor ich auch ihr die Beine bandagierte und sie aufsattelte. Schon auf dem Weg zum Platz musste ich mit der Zunge schnalzen, um Jewel zum Laufen zu bewegen - so richtig Lust schien die elegante Stute heute nicht zu haben. Trotzdem kamen wir schließlich beim Reitplatz an und ich saß schon kurz darauf auf Jewels Rücken. Genau wie auch schon bei Lady wollte ich mit einem leichten Zudrücken der Schenkel im Schritt anreiten, doch Jewel lief, als hätte sie ein wahnsinniges Gewicht hinter sich. Ich setzte nun einen kleinen Trick ein, den ich auch bei meinen eigenen etwas gehfauleren Pferden nutzte. Ich setzte meine treibenden Hilfen durchgängig ein, bis Juwel der Stille fleißiger ausschritt. Dann stellte ich das Treiben sofort ein. Diese Methode war zwar für mich sehr anstrengend, weckte die Stute aber auf. Im Trab wurde es noch ein wenig schweißtreibender, doch mit viel Aufmunterung begann Jewel schließlich williger mitzuarbeiten. Die Stufenerhöhung forderte bei ihr den Außengalopp, den einfachen Galoppwechsel, die Kurzkehrt und die Hinterhandwendung. Den einfachen Wechsel sollten wir relativ schnell abhaken können, da Jewel die Schritt-Galopp-Übergänge ja bereits beherrschte. Also galoppierte ich die Welsh D Stute im Arbeitstempo an und wendete auf den Zirkel ab. Kurz vor X parierte ich Jewel zum Schritt durch, ließ sie drei Tritte gehen, stellte die Stute um und galoppierte auf der anderen Hand erneut an. Jewel machte das sehr gut und ich war zuversichtlich was das weitere Training anging. So langsam wachte die Stute auch auf und ich konnte meine treibenden Hilfen immer mehr einstellen. Neben dem einfachen Wechsel hatte ich vor, heute den Grundstein für die Kurzkehrt und damit auch für die Hinterhandwendung zu legen. Diese baute nämlich auf Ersterer auf. Ich ritt mit Juwel der Stille im Schritt um die Bahn und wendete sie schließlich ab, um den Anfang einer Volte zu reiten. Nun führte ich die Ponystute immer mehr in die Biegung hinein, trieb mit dem inneren Schenkel seitwärts und fing die Bewegung mit dem äußeren Bein ab. Ich ließ Juwel der Stille für den Anfang immer nur zwei bis drei Tritte wenden, um jeden einzelnen Tritt wirklich gut herausreiten zu können und zu verhindern, dass das Stütchen sich einfach nur herumdrehte. Dann ließ ich die Zügel lang, lobte Jewel und ritt sie trocken. Das erste Training war schon ganz gut gelaufen und ich war gespannt wie Jewel sich bei den anderen Lektionen anstellte.

      ~*~

      Nach einer etwas längeren Mittagspause, ware es Zeit auch mit den verbliebenen beiden Stuten zu arbeiten. Ich beschloss mit der Holsteinerstute Lady Moon zu beginnen und ging sofort zur Koppel, um sie einzufangen. Zu meiner Freude klappte dies völlig problemlos, obwohl Lady mich ja noch gar nicht kannte. Ich verfütterte ein Stückchen Apfel an sie und strich ihr bewundernd über den glänzenden Hals. Ich liebte Ponys zwar auch, doch mein Herz schlug eindeutig für die großen, eleganten Warmblüter. Ich führte Lady Moon zu den Ställen, band sie dort fest und begann ihr braunes Fell zu bürsten. Die Stute ließ sich die Behandlung sichtlich gefallen. Auch Lady bandagierte ich zuerst die Beien, bevor ich sie aufsattelte. Da es mittlerweile wirklich drückend heiß war, würde ich mit dem Warmblutstütchen in der Halle trainieren müssen. Dort war es zwar recht stickig, doch das war immer noch besser als in der prallen Sonne zu arbeiten. Ich stellte Lady Moon auf der Mittellinie auf, gurtete nach und schwang mich in den Sattel. Mit ihren 1,72m Stockmaß war Lady recht groß geraten, doch ich fühlte mich sofort wohl auf ihrem Rücken. Sie war aufmerksam, reagierte gut auf meine Hilfen und hatte schöne, ausdrucksstarke Gänge. Ich wärmte Lady Moon auf, indem ich viele Biegungen und Wendungen, sowie Tempowechsel ritt. Damit konnte ich mich zeitgleich mit der Stute vertraut machen und sehen, wie sie auf mich reagierte. Vor allem Lady`s raumgreifender Galopp begeisterte mich, also entschied ich als erste Lektion die Schritt-Galopp-Übergänge zu trainieren. Zuallererst ritt ich jedoch vermehrt Schritt-Trab und Trab-Halten-Übergänge. So machte ich Lady aufmerksam und prüfte außerdem ihr bisheriges Können ab. Anschließend parierte ich sie zum Schritt durch und gab ihr in die zweite Ecke der langen Seite hin die Hilfen zum Angaloppieren. Die braune Stute reagierte zwar augenblicklich, schoss jedoch viel zu schnell los. Sie war dabei keineswegs unkontrolliert, nur einfach zu flott. Ich saß tief in den Sattel ein, gab Lady Moon halbe Paraden und drosselte so das Tempo zu einem normalen Arbeitsgalopp. Wir versuchten das Ganze nocheinmal, aber diesmal stellte ich Lady vor dem Übergang noch mehr an meine Hilfen und versammelte sie, sodass sie diesmal sehr viel ruhiger in den Galopp sprang. Postwendend kraulte ich dem Warmblutstütchen lobend den Hals. Dann wechselte durch die ganze Bahn und übte den Übergang auch auf der anderen Hand. Erst als dies zufriedenstellend klappte, war der Übergang vom Galopp in den Schritt an der Reihe. Lady Moon galoppierte fleißig vorwärts und gab ihr wieder mehrere halbe Paraden, damit sie etwas mehr Gewicht mit der Hinterhand aufnahm und wir einen sauberen Übergang schafften. Dieser Wechsel klappte wesentlich schneller, als der vom Schritt in den Galopp und ich war sehr zufrieden mit Lady. Nach kurzem Überlegen entschied ich, auch das Rückwärtsrichten noch hinzuzunehmen. Die Vorhandwendung und das Viereck verkleinern und vergrößern würden wir an einem anderen Tag üben. Ich parierte Lady Moon bei A zum Halten durch, hob mich leicht aus dem Sattel, ließ die Zügel anstehen und sagte "Back!". Sobald Lady auch nur ihr Gewicht nach hinten verlagerte, sank ich zurück in den Sattel, ließ die Zügel locker und lobte die Stute. Beim nächsten Mal erhielt ich die Hilfen solange aufrecht, bis Lady einen Tritt zurück gemacht hatte und so dauerte es gar nicht lange, bis die Stute eine Pferdelänge rückwärts trat. Obwohl die Stute die Übung noch ein wenig zögerlich absolvierte, war das Training heute sehr erfolgreich gewesen und wir konnten in den nächsten Tagen gut darauf aufbauen!

      ~*~

      Als ich Lady Moon trocken geritten und versorgt hatte, widmete ich mich dem letzten Stütchen: White Dance. Nach den ganzen Dressureinheiten heute stellte das Fahrtraining eine wilkommene Abwechslung dar und ich freute mich bereits sehr darauf. Mittlerweile ging es auch schon auf Abend zu, sodass es allmählich ein wenig kühler wurde. Vor dem Stall stand schon ein leichter Einspänner bereit, vor den ich White Dance gleich spannen würde. Ich begrüßte die schöne Cremellostute mit einem Stückchen Apfel und strich ihr vorsichtig den langen Schopf aus der Stirn. Heute würden wir uns dem Dressurfahren widmen, die Lektionen von heute in den nächsten Tagen vertiefen und schließlich noch das Hindernisfahren absolvieren. Ins Gelände ging ich mit den Pferden für das Training auf Klasse A generell noch nicht, da hierfür auch erst einmal Vertrauen aufgebaut werden musste. Und selbstverständlich mussten auch die Grundlektionen sitzen. White Dance schaute mich ein wenig misstrauisch an, als ich sie zum Putzen auf der Stallgasse festband. Kira hatte mir ja erzählt, dass die Stute ihre feste Bezugsperson brauchte, also würde ich mir mit White Dance wohl etwas mehr Zeit lassen müssen. Während ich das cremefarbene Fell der Stute bürstete, summte ich leise vor mich hin. Anschließend massierte ich die Ponystute vom Genick an den Rücken entlang und merkte allmählich, dass White Dance sich in meiner Gegenwart entspannte. Ich kratzte ihr die Hufe aus, verlas die lange seidige Mähne und den ebenso langen Schweif des Welsh D Ponys und legte ihr anschließend Gamaschen an. Danach führte ich White Dance nach draußen zu der Kutsche, wo auch ihr Geschirr schon bereit lag. Mit geübten Handgriffen spannte ich die hübsche Stute an und führte sie gleich darauf zum Reitplatz. White Dance folgte mir bereitwillig auch wenn ich merkte, dass sie nicht so gelassen war, wie meine drei anderen Trainingspferde. Dennoch setzte ich mich auf dem Platz angekommen, auf den Kutschbock und fuhr White Dance im Schritt an. Ich fuhr um die ganze Bahn und baute auch die ein oder andere Wendung mit ein, um zu sehen, wie White Dance reagierte. Auch sie arbeitete fleißig mit und reagierte gut auf meine Kommandos, sodass ich sie bald darauf mit einem Schnalzen antraben ließ. Wie für Fahrpferde unerlässig, hörte White Dance auch gut auf Stimmkommandos, was ich sowohl im Schritt als auch im Trab abprüfte. Um das Stütchen und mich aufeinander einzuspielen, wiederholte ich nun ein paar Lektionen aus Klasse E des Fahrens. Dies waren der Zirkel im sogenannten Gebrauchstrab, der Wechsel durch die ganze Bahn, die Schritt-Trab-Übergänge und das Tritte verlängern. Weiterhin gehörte auch das 10 Sekunden lange Stillstehen zu einer E-Dressur. Dies alles meisterte White Dance völlig problemlos, sodass ich guten Gewissens mit den Lektionen für Klasse A beginnen konnte. Für den Aufstieg in diese Klasse wurden das Rückwärtsrichten, die Kehrtwendung, ein halber Mittelzirkel, einfache Schlangenlinien und eine halbe Volte verlangt.
      Ich begann im Schritt mit der halben Volte, dem halben Mittelzirkel und den einfachen Schlangenlinien. Dabei achtete ich darauf, White Dance präzise zu lenken, da dies vor allem im späteren Hindernisfahren äußerst wichtig war. Als die Figuren im Schritt gut funktionierten, ritt ich sie auch im Trab. Den Galopp ließ ich aus, da er sowohl beim Dressur- als auch beim Hindernisfahren so gut wie nie gefordert wurde, schon gar nicht in Klasse A. Als nächstes war das Rückwärtsrichten an der Reihe. White Dance ging in der Dressur bereits auf A-Niveau, beherrschte die Übung also unter dem Sattel bereits. Allerdings war das Ganze mit Kutsche doch noch einmal etwas anderes. Ich parierte White Dance zum Halten durch, ließ die Zügel anstehen und sagte: "Back!". Das Stütchen verlagerte auch folgsam sein Gewicht nach hinten, doch als es den Widerstand der Kutsche spürte, blieb es stehen und bewegte sich keinen Schritt weiter. Ich hatte mir das fast schon gedacht und stieg vom Kutschbock, um die Lektion vom Boden aus zu erarbeiten. Ich stellte mich vor White Dance, tippte mit meinem Zeigefinger an ihre Brust und gab wieder das Stimmkommando. Erneut ging White Dance einen kleinen Schritt zurück, bevor sie mit hoch erhobenem Kopf stehen blieb. "Na komm mein Mädchen, du wirst sehen, dass das überhaupt nicht schlimm ist. Back!", sagte ich mit ruhiger Stimme, während ich den Druck auf White Dance`s Brust ein wenig erhöhte. Die Stute hatte gelernt, auf Druck zu weichen und als ich diesmal mitlief, als sie einen Schritt zurück machte, bewegte sie tatsächlich die Kutsche ein kleines Stück nach hinten. Sofort lobte ich das cremefarbene Stütchen und wiederholte die Übung noch ein paar Mal, bevor ich wieder auf den Kutschbock stieg. Wir würden nun erst einmal mit der Kehrtwendung weitermachen. Die Kehrtwendung wurde bis zur Mittellinie gefahren, bevor man in einem 45° Winkel zurück zum Hufschlag abwendete. Ich wählte zunächst einen sehr viel größeren als den geforderten Winkel, so dass wir uns langsam an die Lektion herantasten konnten. Als wir schließlich beim geforderten Winkel angekommen waren, brachte ich White Dance zurück zum Stall, während ich sie überschwänglich lobte und befreite sie dort von ihrem Geschirr. Anschließend führte ich sie vor dem Stall trocken, bevor das Stütchen zu seinem wohlverdienten Abendessen durfte.
      Das war wirklich ein erfolgreicher Tag gewesen und die Arbeit mit Kira`s Pferden machte mir sehr viel Spaß.

      ~*~

      Die letzten Tage waren wie im Flug vergangen und schon stand für meine Trainingspferde der zweite Teil ihrer jeweiligen Aufgaben auf dem Programm. Ich hatte selbstverständlich jeden Tag mit den Stuten gearbeitet, um die Lektionen zu festigen, die wir am ersten Tag eingeübt hatten. Drachenlady`s Übergänge waren mitterlweile schön flüssig und weich, White Dance und Lady Moon wichen zuverlässig rückwärts - erstere vor der Kutsche, Letztere unter dem Sattel - und Juwel der Stille beherrschte die Kurzkehrt einwandfrei. Auch Kira hatte sich mittlerweile schon von den Fortschritten ihrer Pferde überzeugt.
      Ich begann an meinem vorletzten Tag hier in Deutschland wieder mit Drachenlady. Für das hübsche Fuchsstütchen standen heute noch das Rückwärtsrichten und die Vorhandwendung an, bevor ihr Aufstieg in Klasse A vollbracht war. Wie üblich machte ich das Welsh B Pony in aller Ruhe fertig und führte es dann hinüber zum Reitplatz. Die Ponystute war mir in den letzen Tagen richtig ans Herz gewachsen, sie war einfach so unglaublich treu und lieb und gab sich gleichzeitig so viel Mühe. Ich schwang mich in den Sattel und ritt Drachenlady um das Viereck, um sie aufzuwärmen. Anschließend brachte ich sie bei C zum Stehen, hob mich ein wenig aus dem Sattel, nahm die Zügel an und sagte: "Back!". Ich hatte die Lektion mit dem Pony bereits vom Boden aus geübt, da ich nach der heutigen Trainingseinheit ja nur noch den morgigen Tag zum Wiederholen hatte und so ging Drachenlady schon relativ schnell zuverlässig rückwärts. Da sie auch nicht so sensibel war, was fremde Reiter anging - wie zum Beispiel White Dance - war auch kein Stocken in ihrem Bewegungsablauf zu bemerken. Ich strich ihr lobend über den Hals und wuschelte durch ihre dichte Mähne. Dann trabte ich ein paar Runden am langen Zügel um die Bahn, bevor ich das Rückwärtsrichten auf der anderen Hand und an einem anderen Punkt der Bahn wiederholte. Drachenlady absolvierte die Übung jedoch genauso gut wie auch beim ersten Mal, sodass wir uns schon kurz darauf der Vorhandwendung widmen konnten.
      Dazu parierte ich Drachenlady auf dem zweiten Hufschlag der langen Seite zum Halten durch, stellte sie leicht nach außen, trieb mit dem äußeren Bein seitwärts und fing ihre Bewegung mit dem inneren Bein ab. Am Ende der 180°-Wendung gab ich dem Stütchen eine ganze Parade, um sie wieder zum Stehen zu bringen. Dabei achtete ich ganz besonders darauf, dass Drachenlady wirklich nur um ihre Vorhand herum trat und nicht etwa zusätzlich einen Schritt vorwärts machte. Dies bedeutete, dass ich jeden Tritt einzeln herausritt, bevor wir schließlich auf der anderen Hand weiter ritten. Ich übte die Vorhandwendung ein paar Mal auf beiden Händen, dann ließ ich die Zügel lang und ritt das brave Pony im Schritt trocken. Morgen würde ich eine A-Dressur mit ihr absolvieren und danach hatte sie ihren Stufenaufstieg gemeistert.

      ~*~

      Die nächste im Bunde war wieder Juwel der Stille. Ich führte das Welsh D Stütchen von der Weide, putzte sie gründlich und sattelte sie daraufhin auf. Jewel war heute besser aufgelegt, als bei unserer ersten Trainingseinheit und folgte mir brav zum Reitplatz. Dort angekommen, schwang ich mich auf ihren Rücken und ritt sie im Schritt und Trab durch diverse Übergänge, Zirkel, Schlangenlinien und Handwechsel warm. Anschließend prüfte ich den einfachen Galoppwechsel und die Kurzkehrt nochmals ab und stellte zufrieden fest, dass beides ganz ohne Probleme klappte. Nun war der Außengalopp an der Reihe. Ich galoppierte Juwel der Stille im Handgalopp an und ritt nun zunächst einfache Schlangenlinien, sodass die Stute im Bogen bereits ein kurzes Stück im Außengalopp gehen musste. Dies wiederholte ich auf beiden Händen, wobei ich den Bogen der Schlangenlinie mit jedem Durchgang mehr in die Länge zog. Als das gut funktionierte, wechselte ich mit Jewel durch die ganze Bahn. Dabei konzentrierte ich mich darauf, kurz vor dem Hufschlag so ruhig wie nur irgend möglich zu sitzen, um die Stute auf keinen Fall zum umspringen zu animieren. Noch wusste ich schließlich nicht, ob Jewel ein Naturwechsler war oder nicht. Jewel galoppierte eine Bahn im Außengalopp, bevor ich sie zum Trab durchparierte und diesen Teil des Trainings auch auf der anderen Hand übte. Bevor wir aber weiter am Außengalopp arbeiteten, wollte ich erst einmal die Hinterhandwendung trainieren. Diese unterschied sich von der Kurzkehrt darin, dass sie aus dem Halt heraus geritten wurde und auch im Halten endete. Die Kurzkehrt dagegen begann und endete im Schritt. Außerdem stellte die Hinterhandwendung die Vorbereitung für die Schrittpirouette dar, die für Klasse M der Dressur gefordert wurde. Somit parierte ich Juwel der Stille auf dem zweiten Hufschlag zum Halten durch und gab der Ponystute die gleichen Hilfen wie auch schon für die Kurzkehrtwendung, nur dass ich die Übung diesmal mit einer ganzen Parade beendete. Juwel der Stille arbeitete heute wirklich sehr gut mit und schon ein paar Minuten später arbeiteten wir wieder am Außengalopp. Ich wollte diesmal, dass Jewel direkt im Außengalopp ansprang und nicht im Handgalopp. Also stellte ich die Stute ausnahmsweise vor dem angaloppieren leicht in Richtung Bande, drückte das äußere Bein an und legte das Innere zurück. Beim ersten Mal sprang Jewel wie gewohnt trotz meiner Hilfen im Handgalopp an, doch beim zweiten Mal funktionierte es. Da ich Juwel der Stille nun postwendend lobte, wusste die Stute auch, dass sie diesmal alles richtig gemacht hatte. Ich lockerte das Stütchen mit doppelten Schlangenlinien, Übergängen, Volten an der langen Seite und Zirkel verkleinern und vergrößern, bevor ich das Angaloppieren im Außengalopp nochmals wiederholte. Als ich schließlich zufrieden war, ließ ich die Zügel lang und ritt Jewel in aller Ruhe trocken, während ich das Pony immer wieder lobte.

      ~*~

      Am frühen Nachmittag holte ich Lady Moon von der Weide, um auch mit der hübschen Warmblutstute das Training zu beenden. Erst gestern hatte ich mit Lady Moon das Schenkelweichen geübt, sodass wir heute optimal auf das Viereck verkleinern vorbereitet waren. Doch zuerst putzte ich das Stütchen und machte sie fürs Training fertig. Als wir schließlich auf dem Reitplatz ankamen, saß ich flott auf und ritt Lady Moon im Schritt am langen Zügel an. Die Stute trat schön unter und lief eifrig vorwärts. Als ich sie auch im Trab gut warm geritten hatte, machten wir uns an die letzten beiden Lektionen, die uns für Klasse A noch fehlten: Viereck verkleinern und vergrößern und die Vorhandwendung. Ich begann mit der erste Lektion und ritt Lady Moon dafür im Schritt um die Bahn. In der zweiten Ecke der kurzen Seite stellte ich sie leicht nach außen und trieb gleich darauf mit dem äußeren Schenkel vorwärts-seitwärts - in richtung Mittellinie. Dabei achtete ich vor allem darauf, dass Lady auch ihre Hinterhand schön mitnahm. Eine Pferdelänge vor B richtete ich sie geradeaus und wich erst eine Pferdelänge nach dem Bahnbuchstaben zurück zum Hufschlag. Anschließend wiederholte ich die Übung auf der anderen Hand und schließlich sogar im Trab. Das hatte ich selbstverständlich auch mit Drachenlady gemacht. Nun fehlte nur noch eine letzte Aufgabe, doch zunächst wiederholte ich die Schritt-Galopp-Übergänge und das Rückwärtsrichten. Schließlich wollte ich sicher gehen, dass jede Stute alle Lektionen gut beherrschte, bevor ich das Training hier für beendet erklärte. Ich parierte auch Lady Moon auf dem zweiten Hufschlag zum Halten durch und ließ sie Tritt für Tritt um ihre Vorhand herum wenden. Nach einer ganzen Parade kam die Stute wieder geschlossen zum Stehen und ich lobte sie freudig. Das Training hatte noch besser geklappt als beim letzten Mal und ich war mir sicher, dass man von der schicken Holsteinerstute noch einiges hören würde. Ein wenig wehmütig ritt ich Lady Moon trocken, ließ mich aus dem Sattel gleiten und brachte die Stute zurück zum Stall, wo ich sie umsichtig versorgte.

      ~*~

      Nun war nur noch White Dance an der Reihe. Mit der schicken Welsh D Stute würde ich mich jetzt ans Hindernisfahren machen, weshalb ich erst einmal alleine auf den Reitplatz ging, um die dafür notwendigen Kegel aufzustellen. Diese Kegelpaare und -figuren musste man beim Hindernisfahren so schnell wie möglich und natürlich fehlerfrei durchfahren. Für Klasse A standen die Kegel 40-50cm weiter auseinander als die Kutsche breit war. Dieser Abstand würde sich abhängig vom Schwierigkeitsgrad auf bis zu 20cm verringern. Strafpunkte gab es für das Umwerfen der Kegel, deshalb mussten die Figuren auch sehr präzise durchfahren werden. Als alles vorbereitet war, ging ich zurück zum Stall, um White Dance für das Training fertig zu machen. Die Stute begrüßte mich mittlerweile schon mit weitaus weniger Misstrauen, was mich natürlich sehr freute. Nachdem ich die Welsh D Stute geputzt und angeschirrt hatte, führte ich sie zum Platz und zeigte ihr zunächst die orange-weißen Kegel. Sie kannte sie selbstverständlich bereits, doch ich wollte trotzdem, dass das Pony sich alles genaustens ansehen konnte. Schließlich stieg ich auf den Kutschbock und fuhr White Dance um die Kegel herum warm. Die Stute reagierte toll auf all meine Kommandos, weshalb ich schon bald durch einzelne Kegelpaare fuhr, um die Stute und auch mich auf das Kommende vorzubreiten. Anschließend war eine Kegelformation an der Reihe, die Schlangenlinien durch die Bahn mit drei Bögen darstellte. Dies war für heute auch die einzige Formation. Dinge wie U-, L- oder Boxhindernisse kamen erst in den höheren Klassen vor. Wir begannen im Schritt und ich lenkte White Dance vorsichtig durch die Kegelpaare. Erst als das gut klappte, ließ ich das Pony antraben und fuhr wieder zunächst durch die einzelnen Kegelpaare. In der schnelleren Gangart war es schon deutlich schwieriger, keinen der Kegel umzuwerfen, doch wir hatten den Dreh recht schnell raus. Ich erhöhte das Tempo mit jedem guten Durchgang ein wenig mehr, bis wir die Formation schließlich im flotten Trab schafften. Danach ließ ich die Zügel lang, fuhr hinüber zum Stall und sprang dort vom Kutschbock. Nachdem ich White Dance von der Fahrausrüstung befreit und sie trocken geführt hatte, suchte ich Kira auf, um ihr vom heutigen Trainingstag zu erzählen und alles weitere für meine morgige Abreise zu besprechen.

      ~*~

      Am nächsten Morgen war ich schon in aller Frühe auf, um das Abschlusstraining vorzubereiten. Die Pferde beherrschten ihre Aufgabe wunderbar und Kira setzte sich nach jedem Durchgang selbst auf ihre Stuten, um die kurze Dressuraufgabe, die ich mir für jedes der Tiere ausgedacht hatte selbst zu reiten, beziehungsweise im Fall von White Dance natürlich zu fahren. Es klappte alles zu unserer vollsten Zufriedenheit, sodass ich am frühen Mittag Dolly`s Papiere entgegenahm und das wunderhübsche Miniature Horse Fohlen in meinen Hänger führte. Ich hatte den Aufenthalt in meinem früheren Heimatland sehr genossen und auch viel Spaß beim Training von Kira`s Pferden gehabt.
      Wir verabschiedeten uns voneinander, ich stieg in mein Auto und fuhr fröhlich in Richtung England.
      31.269 Zeichen
    • kira
      21.09.2016 - Pflegebericht - kira
      Ungewöhnliche Reiter

      Valentine´s Candy Fireflies, Stromer‘s Painting Gold, Daisy Dee, White Dance, Ahyoka Dazzle, Genuine Lil Cut, Juwel der Stille, De Luxe, Jade, Verdine, Aggressor's little Queen, Coco de Mer, Baroness of the Guard, PFS' Daydream of Money, Fairy Tale, Prometheus

      Plötzlich aus dem Schlaf gerissen schaute ich in zwei bernsteinfarbene Augen, welche ich auf A, dass Jascha sich mal wieder in unser Bett geschlichen hatte. Mir den Finger vor den Mund haltend zischte ich ihn an, „Leise!“. Lars wäre nicht erfreut über den Hund im Bett, doch noch schlief er. Und solange Jascha nicht seiner Begeisterung, dass ich aufgewacht war, lautstarken Ausdruck verleihen würde, würde Lars auch weiter schlafen.

      In der Küche angekommen öffnete ich erst einmal die Tür zum Hof, damit mein Junghund seinen morgendlichen Geschäften nachgehen konnte. Noch war er nicht ganz stubenrein, aber lange hatten wir ihn ja auch nicht. Mit einem Kaffee in der Hand machte ich mich auf die Suche nach Malheuren der vergangenen Nacht, konnte aber zu meinem Erfreuen keine finden. „Gute Morgen Schatz!“, mein Freund kam in die Küche geschlufft. „Morgen! Kaffee ist schon frisch gemacht.”. “Mmmhh”. Während Lars sich seine Tasse eingoss berichtete ich ihm von Jaschas Erfolgsgeschichte, „Jascha hat heute Nacht nirgends hin gemacht“, „Mhm“, er setze sich an den Tisch. „Was steht heute an?“ „Für dich am besten Zäune streichen, die Stutenweide oben am Wald baucht neuen Teer auf den Pfosten, damit sie nicht faulen. Aber ich glaub, da musst du erst zu Baumarkt, der ist nämlich fast leer!“ „alles klar, brauchen wir sonst noch was?“, ich spürte die Begeisterung meines Freundes zum Baumarkt zu kommen. Welcher man bastelte nicht gerne herum? „Ich glaub nichts, ansonsten kann ich dich ja dann nochmal anrufen.“ „Gut, dann mach ich mich nach dem Frühstück fertig.“ Kurz bevor ich die Treppe hoch ging um mich ebenfalls anzuziehen, aber ins Stall und Reitoutfit, meinte ich noch zu Lars: „Wenn das Wetter später besser ist können wir ja noch eine Runde ausreiten!“ „Oh, Louisa wollte heute vorbei kommen!“ „Ah wie schön! Dann können wir ja zu dritt raus!“ „Mhm“ – Begeisterung klang anders, doch wenn wir dann schließlich unterwegs waren war mein Freund doch meistens begeistert. Er hatte vor mir nichts mit Pferden zu tun gehabt, außer dass seine Schwester Louisa ritt, doch dafür hatte ich ihn nach ein paar Jahren doch auf ein gutes Wissen gebracht.

      Jascha hatte sich nachdem er sein Futter bekommen hatte mir angeschlossen und so gingen wir gemeinsam, ich mit Sattelzeug bepackt, in den Nebenstall. Gefüttert waren schon alle Pferde, dafür hatten meine Angestellten gesorgt. Als ich Valentine´s Candy Fireflies aus seiner Box geholt hatte, kam mir grade Andrew entgegen. Der Engländer und Jockey, welcher neuerdings für mich arbeitete, hatte Stromer‘s Painting Gold im Schlepptau. Die junge Stute sah ziemlich fertig aus. „Hartes Training? “ “Ja, aber sie war gut.”, anerkennend nickte ich ihm zu, er hatte sich bisher als guter Trainer erwiesen und Goldie inzwischen fit für Rennen gemacht. Bei ihrem ersten offiziellen Rennen war das Vollblut erst wenige Wochen unter dem Sattel und im Training gewesen und hatte dennoch den 6.Platz erreicht, somit war ich nun gespannt auf ihr nächstes Rennen am Wochenende. Zwar würde ich sie nicht selbst reiten, dafür war ich leider noch nicht ausgebildet, aber ich fieberte dem Rennen entgegen. In meiner reiterlichen Ausbildung würde sich noch einiges tun, so hatte ich Westernlehrgänge geplant um meinen inzwischen sechs Westernpferden, gerecht zu werden. Bisher hatten sie nämlich nur eine ordentliche Förderung bekommen, wenn meine Stammtrainerin Veija ihre monatlichen Besuche gemacht hatte. Auch wollte ich mich, was Rennpferde anging weiterbilden, doch für beides hatte ich bisher noch nicht die Zeit gehabt mich genauer über die vorhandenen Möglichkeiten zu informieren.

      Nachdem ich Vally geputzt und gesattelt hatte ging es mit dem Hengst schnell in die Halle, denn grade fing es wieder an zu regnen. Halbwegs trocken kamen wir dort an und ich warf nachdem ich aufgestiegen war die feuchte Abschwitzdecke über die Bande. Jascha hatte noch nicht ganz verstanden, das er nicht immer um die Beine der Pferde wuseln sollte. Und so machte Vally, der an sich ein ganz gechilltes und cooles Pferd war, plötzlich einen Satz nach vorne. „Ruuhhig“ Schnell reagierte ich und nahm die Zügel kurz und setze mich tief hin, auch wenn ich für den großen Hengst ein Fliegengewicht war wurde er direkt ruhiger. Nach einigem Gehibbel ließ er sich auch halbwegs wieder hin stellen. Ich hielt besorgt nach meinem Hund Ausschau, welcher sich nach dem Tumult auf die andere Seite der Bande gerettet hatte. Etwas sauer war ich schon, doch er schaute nun so als hätte er verstanden, dass es zwischen Pferdebeinen gefährlich ist, somit beließ ich es dabei und war froh das nicht geschehen war.

      Das warmreiten war etwas mühselig da der Hengst noch etwas aufgekratzt war und ebenso verlief es im Training. Wir machten heute leichte Dressurarbeit, demnächst sollte der Hengst von einem professionellen Trainer auf die A Dressur vorbereitet werden. Auch wenn er in den Springsport gehen sollte, achtete ich dennoch bei meinen Pferden auf eine vielseitige Ausbildung und sie abwechslungsreich zu arbeiten und vernünftig zu gymnastizieren. Wir beschäftigten uns vor allem mit fließenden Gangartübergängen und dem Halten. Noch ruckelte es etwas, aber es wird. Ich liebte vor allem Vallys Galopp, der Hengst hatte einen astreinen Schaukelpferd Galopp und sprang in diese Gangart auch immer direkt an, wenn er auch etwas schwer zu bremsen war. Zu Letzt übte ich mit ihm zur Beruhigung nach dem Galopp noch das Rückwertsrichten, was für mich einfach zur Grundausbildung gehörte. Am Strick konnte dies fast jedes meiner Pferde, doch dies nur mit Reiter obendrauf zu wieder holen war für mache am Anfang schwer. Etwas schief und unsicher wich Vally ein paar Schritte zurück, lobend klopfte ich ihm den Hals und ließ ihn im Schritt wieder vorwärts gehen. Er verstand schon was ich von ihm wollte, doch bis er locker und grade rückwärtsging würde es noch dauern. Die Übung wiederholte ich noch einige Male, bevor ich das Training beendete.

      Als nächstes holte ich Daisy Dee aus der Box, die nun ihre war. Die Stute stand seit gestern bei mir im Stall und verteidigte ihren Lebensrau schon so giftig als wäre sie dort geboren. „Hey!“, mit einem Klaps auf die Nase behielt sie ihr Maul doch bei sich. Jascha blieb diesmal brav auf Abstand, was mich ziemlich erleichterte. Zu einer zickige, wenn auch hübschen und talentierten, Welsh Cob Stute hätte ich nicht auch noch einen ungezogenen Hund gebrauchen können. Einmal angebunden ließ Daisy sich aber dennoch fast brav putzen und satteln, nur an den Beinen fand sie mein „Herumgefummel“ doof – doch mich konnte sie nicht vertreiben und ich blieb ungeachtet ihres Herumgemecker dabei. Noch hatte sie keinen eigenen Sattel oder Trense und ich war mir auch gar nicht sicher ob sie einen brauchen würde. Vor dem Wochenende wollte ich dennoch al einen Satter drüber gucken lassen, ob sie weiterhin mit White Dances Sattel laufen könnte. Die Stuten hatten eine ähnliche Statur und Größe und augenscheinlich schien der Satte gut zu passen. Da White Dance auch vor der Kutsche lief brauchte sie diesen auch nicht so oft. Grade als ich mit Daisy fertig war kam mir Peter entgegen. „Sagen sie mal, dürfte ich mich wohl auch nochmal auf ein Pferd schwingen?“ Etwas verwundert fragte ich meinen doch schon an die 60 gehenden Stallburschen:“Sind sie denn schon mal geritten?“ „Natürlich“, lachte der alte Herr, „früher als ich jung war habe ich eine Zeit in Amerika verbracht und da auch einer Ranch gearbeitet und da gab es diese nette Mädchen .. jedenfalls endete ich als recht begnadeter Westernreiter.“ Bisher hatte ich nicht gewusst das mein Stallbursche fürs Misten, Füttern, hin und her bringen der Pferde auch mal auf einem gesessen hatte. „Oh.. ja dann wenn sie möchten..? Also wir haben ja diese beiden neuen, den Quarter und den Paint. Ich wollte sowie so nachher mal mit den Offenstallpferden eine Runde drehen, da können sie gerne mit!“. Jetzt lächelte Peter begeistert: „Sehr gerne! Wann soll ich die Pferde holen?“ „Am besten...“, ich spinkste auf meine Uhr und rechnete, “ Ahyoka und Gen, der neue Hengst, für in 1,5 Stunden und die andern vier für in 3 Stunden.“ Peter nickte.

      Auch mit Daisy ging ich in die Halle. Die Stute hatte bisher noch nicht sehr viel Ausbildung erfahren, weshalb ich heute erst einmal ihren Grundgehorsam unter dem Sattel abfragen wollte. Auch wenn ich schon gerne mit Stangen oder kleinen Sprüngen oder auf dem Platz gearbeitet hätte, so mussten wir doch erst mal einander kennenlernen. Vielleicht war die Stute ja auch was für die Kutsche? Eingefahren sollte sie sein, doch ich wusste nicht wie ihre Gänge unter Einfluss eines Reiters oder an der Kutsche aussahen, den für die Kutsche mussten sie sensationell aussehen. Ich hatte Alexandra gebeten später vorbei zu schauen, damit sie ein Video machen könnte. Nachdem ich den Sattelgurt nachgezogen hatte führte ich die Stute zum Bock, von wo ich geschmeidig in den Sattel kam. Zwar hätte ich bei ihrer kleinen Größe von 1,42m auch problemlos vom Boden aufsitzen können, doch ich wollte der Stute keinen Anlass geben sich zu wehren. Nicht jedes Pferd konnte die einseitige, plötzliche Belastung beim Aufsteigen eines Reiters ab. Und Daisy war sehr lange nicht mehr geritten worden. Die Steigbügel waren richtig eingestellt und so tippte ich erst sanft, als darauf keine Reaktion folgte, mit Nachdruck, meine Fersen in ihren Bauch. Ich merkte schon dass man bei dieser Stute Überzeugungskraft brauchte. Sie war nicht unbedingt wiederwillig, aber begeistert dabei auch nicht. Zu meinem Erstaunen klappten die Übergänge problemlos, wenn man sie gut beim Laufen hielt. Und das nicht nur in die langsamere Gangart. Den Galopp hielt ich erst sehr kurz, da sie wohl zum buckeln neigte. Grade waren wir in einem soliden Tempo am Leichttraben, als sie plötzlich wie von Bienen gestochen los schoss. Im Vergleich zu heute Morgen konnte ich mich kaum halten, obwohl ich ein unglaublich sattelfester Reiter war. Außer Rand und Band buckelte die Stute quer durch die Halle und ich registrierte nebenbei eine mit erschrockener Miene da stehende Person, aber dafür hatte ich grade keine Aufmerksamkeit übrig. Inzwischen unsanft nah ich die Zügel an und hielt den Kopf der Stute unten, mit allem Gewicht was ich hatte setze ich mich in den Sattel und zerrte mehr, als das die Stute noch auf vernünftige Hilfen reagierte, das Pferd Richtung einer Hallenecke. Mit der Bande links und rechts und einer endgültigen, kurzen und starken Parade bekam ich sie wieder unter Kontrolle. Eine kurze verschnauf Pause gönnte ich mir in dieser Haltung, bevor ich Daisy am strammen Züge und mit vorsichtigem Treiben im Schritt wieder auf die Bahn lenkte. Nach ein paar Runden hatte sich die Stute wieder beruhig und ich wurde auch wieder freundlicher zu ihr. Jetzt erst konnte ich Louisa grüßen. Ich hielt an der Bande was Daisy ohne zu mucken mitmachte und auch ruhig stehen blieb. „Hey! “ „Die ist neu oder? “ „Ja, seit gestern hier und ich würde sagen...“, ich blickte runter auf die buckskinfarbene Stute,”.. ein ganz schön widerspenstiges Biest!“. „Na dann ist sie ja definitiv was für dich!“, meinte Louisa etwas mitleidig und dennoch neckisch. Darauf konnte ich nur empört schnaufen, aber doch musste ich grinsen, mir war Aktion lieber als Schlaftabletten. „magst du uns gleich mal filmen? Ich konnte mir ihre Gänge unterm Reiter noch nicht anschauen!“.“Klar!“. Ich klopfte den Hals der Stute und trieb sie an. „Ach und wir machen nachher noch einen Ausritt!“, meinte ich verschwörerisch. Dieses Mal blieb die Stute ruhig und so konnte ich einige Runden Traben und auch den Galopp auf beiden Seiten gut ausreiten. Nachdem einige Minuten und alle Gangarten aufgenommen waren, beendete ich das Training und ließ Daisy am langen Zügel im Schritt noch einige Runden laufen, bis ich fertig war vertrieb sich Louisa die Zeit mit Jascha, beide schienen äußerst begeistert voneinander. Woher ihr plötzlicher Ausraster gekommen war, war mir noch nicht so ganz klar, aber das würden wir noch unter Kontrolle bekommen.

      Heute war keine Reitstunde, weshalb ich den ganzen Tag die Halle für uns hatte. Peter hatte Ahyoka Dazzle und Genuine Lil Cut schon fertig gemacht, weshalb ich die beiden nur übernehmen musste. Louisa war erst mal auf die Suche nach ihrem Bruder gegangen, welchen ich seit heute Morgen auch nicht mehr gesehen hatte. Daher suchte ich grade nach einer der Pflegerinnen, damit diese Ahyoka longieren würde, während ich den Hengst mal unter dem Sattel ausprobierte. Marion kam mir grade mit zwei der Stuten, Juwel der Stille und De Luxe, von der Führanlage entgegen. Die beiden sollten auch an Tagen wo sie nicht geritten oder gefahren wurden im Training bleiben, da bei so vielen Pferden nicht jedes täglich unter den Sattel konnte. „Würdest du gleich Ahyoka longieren?“, fragte ich die Pflegerin. Diese nickte, “Ich bring nur die beiden hier weg!“, das klang zwar nicht sehr begeistert, aber sie würde es machen. Ahyoka war auch leider ein schwieriges Pferd, auch wenn wir mittlerweile an einem Punkt waren wo man sie gut arbeiten konnte, doch am Boden stellte sie immer alles und jeden Infrage. „Ich warte an der Halle.“, und setzte mich dann mit den beiden Pferden in Bewegung. Gen hatte ich vor ein paar Tagen im Training gesehen, er war unglaublich talentiert, was aber auch nicht verwunderlich war, da der Hengst ja schließlich gekört war. Ich hoffte, dass ich ihm fürs erste mit meinen geringen Westernkenntnissen genügen würde.

      Marion war nach kurzer Zeit da, sodass ich Ahyoka an sie abgeben konnte. Gen hatte sich vorbildlich benommen, trotzdem eine Stute so nah bei ihm war, nur diese hatte mal wieder mit angelegten Ohren Radau gemacht. In der Halle hievte ich mich in meiner Hälfte in den Sattel. Nach einer Aufwärmphase fragte ich nach einander alle Gangarten ab. Gen lief wundervoll, im Gegensatz zu meinen hochgezüchteten Warmblütern waren seine Gänge kaum zu spüren und man hoppelte nicht im Sattel umher. Marion hatte nach anfänglichen Dominanzproblemen Ahyoka einmal ordentlich zusammengefaltet und so könnte sie die Stute nun gut longieren. Nach einer halben Stunde verabschiedete sie sich dann und brachte die Stute weg. Ich ritt Gen noch ein bisschen länger und versuchte auch ein paar Westernübungen abzurufen. Zwar klappten diese nicht grade perfekt, aber immerhin! Was sollte man auch erwarten? Das Pferd konnte noch so gut ausgebildet sein, der Reiter musste ja auch wissen was er tat! Aber dennoch war ich am Ende recht stolz und begeistert von dem Hengst. Für einen Anfänger war er toll, er dachte selber mit und versuchte das Beste aus meinen eher dürftigen Hilfestellungen heraus zu holen.

      Wieder an den Ställen nahm mir Peter Gen ab, nachdem ich diesen abgesattelt und übergeputzt hatte. Gen stand momentan in einem abgetrennten Bereich im Offenstall bei den anderen Westernpferden. Da musste ich mir jetzt auch keine Gedanken mehr machen, denn dieser ruhige Hengst würde wohl ohne Schwierigkeiten dort stehen bleiben können.

      In der Küche traf ich auf Lars und Louisa. „Und wie steht’s um den Zaun?“ „Der ist fertig!“, grinste Lars zurück und gab mir einen Kuss. „Magst du was essen? Ich hab Sandwichs gemacht.“, sagte Louisa und präsentierte mir die Brotschnitten auf der Arbeitsfläche. „Oh du bist toll!“, begeistert nahm ich mir einige und setzte mich an den Tisch.

      Nach der Mittagspause, wobei es schon eher eine Nachmittagspause war. Gingen wir in den Stall um dort die Pferde für den Ausritt fertig zu machen. Inzwischen war es zu meiner Freude aufgeklärt und eine schwache Herbstsonne strahlte, nur ab und an unterbrochen von einigen Wolken. Dennoch war es kalt und windig und auch der Boden war noch nass. Peter hatte schon die vier Pferde aus dem Offenstall geholt. Das würde vielleicht eine Arbeit werden, alle vier Stuten waren schlammig. Dennoch gab ich mein Bestes Jade sauber zu bekommen. Mit der Stute würde ich heute das erste Mal ins Gelände gehen, doch dies sollte klappen. Sie war zwar ein sehr aktives Pferd, doch so mochte ich es und dennoch war sie wohlerzogen. Louisa kümmerte sich wie bei einem der vorherigen Besuche um Verdine, die beiden kamen toll miteinander zurecht. Peter machte Aggressor's little Queen und Lars Coco de Mer fertig. Als alle Pferde einigermaßen sauber und gesattelt waren saßen wir auf. Peter schien mir erstaunlich routiniert und er hatte durchgehend ein sehr putziges lächeln auf dem Gesicht. Über die Feldwege ritten wir an den Weiden vorbei, wo grade kau Pferde standen. Wenige kamen bei diesem Wetter raus, zu groß war die Gefahr von Verletzungen bei den Aufgeweichten Weiden. Beim Ausritt würden wir uns heute auch nur mit einem gedrosselten Tempo fort bewegen. As wir in den Wald kamen wurde der Boden direkt besser, die Bäume hatten einiges der Feuchtigkeit aufgenommen und festigten den Boden durch ihr Wurzelwerk. Jade ging brav mit gespitzten Ohren voran. Von Peter wurde ich immer begeisterter, er würde wohl demnächst al öfter auf einem meiner Pferde sitzen, denn Queenie ging unglaublich toll unter ihm und er sah aus als hätte er keinerlei Mühe mit der Stute. Louisa und Verdine tüddelten gemütlich hinterher und schienen auch völlig zufrieden. Und auch mein Freund grinste während des Ausritts, Coco war auch eines der Pferde welche angenehm zu reiten sind. In den Wäldern wurde das Laub mittlerweile schon bunt, aber noch lagen nur wenige Blätter auf dem Boden. Als wir einen Teil der Strecke erreichten, wo der Weg mit Sand aufgefüllt war erlaubten wir uns auch einen kleinen Galopp. Die Gruppe blieb gut unter Kontrolle, auch weil Jade vorne war und keiner der anderen versuchte zu überholen, sodass sie sich leicht wieder zurücknehmen ließ.

      Zurück ritten wir nur bis zum Offenstall. Lars tauschte dort Cocos Trense gegen ein Halfter und band sie an. Während wir restlichen drei die Pferde absattelten und putzen, holte er den Jeep. Als er kam waren wir noch nicht ganz fertig, sodass er anfing den Wagen mit dem Sattelzeug zu beladen. Er hatte auch Jascha mitgebracht, welcher um unsere Füße wuselte und herum schnüffelte. Die Mäuse waren ich zu schnell, so gern er sie auch gefangen hätte. Die drei fuhren schon mal wieder zu den Stallgebäuden, während ich noch die Tränken im Offenstall kontrollierte, alles war in bester Ordnung und so rief ich Jascha, welcher mir zurück zum Hof folgte. Die Abendfütterung war schon voll im Gange und meine Freundin Louisa am mithelfen. „Soll ich dir mal was tolles zeigen?“, “Was denn?“ „Komm mit!“, grinste ich sie an und wuchtete einen Heu Ballen in die Schubkarre. Dann machten wir uns in Richtung Laufstall auf. Dort schauten schon einige kleine hungrige Fellnasen durch die Gitter. Die zweijährige Baroness of the Guard würde nicht mehr so lange in dieser Gruppe bleiben, war sie doch schon bald ein großes Pony. Dennoch fühlte sie sich unter den verspielten Absetzern wohl und war froh mal die älteste zu sein. PFS' Daydream of Money, Fairy Tale und Prometheus waren der vielversprechende Nachwuchs für meine Zucht. Dreamie und Theo kamen sogar aus England, wobei ich für erstere sogar einige Tage zu einer Auktion dorthin gefahren war. Bei dieser Gelegenheit hatte ich mir auch direkt das bekannte Vollblut Gestüt „Pineforrest Stables“ angeschaut, wo auch die Eltern meiner Goldie zuhause waren. Theo hatte ich erst letzte Woche abgeholt, dennoch fühlte das ruhige und verspielte Fohlen sich inzwischen schon sichtlich wohl. „Ooohh“, quietsche Louisa entzückt. Während ich das Heu aufschüttelte und verteilte, kuschelte sie meinen kleinen Theo durch. Der tiefschwarze Hengst war ein Glückstreffer gewesen, nur durch Zufall hatte ich seine Anzeige in einer Fachzeitschrift entdeckt, wo er unter den ganzen Warmblut Fohlen mit klangvollen Namen und glänzenden Stammbäumen unterging. Trotzdem seine Eltern auch wenn sie reinrassige Fellponys waren keine Papiere hatten, hatte ich für ihn die vollen Papiere erwirken können. Schon jetzt zeigte er einen tollen Ansatz von Behang und ich hoffte, dass er im Sommer nicht ausbleichen würde. Während die Fohlen fraßen kraulte ich meine beiden Welsh Stuten, Dreamie und Fairy Tale waren ebenfalls zwei äußerst schöne Wesen, und bestachen beide durch ungewöhnliche Farbgebung. Nachdem wir einige Zeit bei den flauschigen Fohlen verbracht hatten, rafften wir uns auf und gingen ins Haus, da es inzwischen schon sehr dunkel geworden war.
    • kira
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      6 Monate keine Pflege.
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  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
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    kira
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    2 Apr. 2013
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  • offizieller Hintergrund

    White Dance
    09.09.2009

    Rasse Welsh Cob / Welsh Pony Sek. D
    Geschlecht Stute
    Stockmaß 146cm
    Fellfarbe Cremello
    Gencodeee/A+a/ff/CrCr

    Charakter freundlich, leichtfüßig, sensibel
    Beschreibung White Dance ist wie ihr Name schon sagt eine leichtfüßige Stute. Sie ist behutsam und feinfühlig, daher aber auch recht sensibel. White braucht eine feste Bezugsperson, denn sonst kann sie unsicher oder schreckhaft werden. Mit einem Menschen, dem sie vertraut, ist sie ruhig und gelassen und auf ihren Menschen aufmeksam und gehorsam.

    Springen E
    Dressur A
    Distanz L
    Military A
    Western E
    Galopprennen E
    Fahren A
    Besitzer Kira
    Ersteller/VKR Delilah

    Gekörtja/nein
    Nachkommen //

    Erfolge

    2. Platz 161. Distanzturnier
    3. Platz 164. Militaryturnier
    Gewinner des [BZSW5] Karneval

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