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Wolfszeit

WHC' Ahvani|Zelter

In meinem Besitz seit April 2020 | Stute|6 Punkte Danke für dieses Wunderschöne Pferdchen <3

WHC' Ahvani|Zelter
Wolfszeit, 12 Apr. 2020
Zion, Friese, Cascar und 7 anderen gefällt das.
    • Wolfszeit

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      23.06.2020|Wolfszeit
      Wilkommen kleines Baby
      “Alec,Alec,Alec”, rief Eva und riss die Tür auf und machte das Licht an. “Was ist denn los?”, grummelte Magnus neben mir.”Weißt du eigentlich wie spät es ist Eva?”, mein Blick auf die Uhr bestätigte die Vorahnung, dass es noch sehr früh war. 4:30 leuchtete mit entgegen. “Das Fohlen kommt”, quietsche die blonde junge Frau. “Geh schon ich komme gleich nach”, schickte ich die Weg. “Magst du mitkommen und sehen wie ein Fohlen geboren wird?”, fragte ich Magnus grinsend. Ich hatte nun schon einige Fohlen auf die Welt kommen sehen, doch für Magnus würde es das erste sein. “Na klar”. Wir beide zoge ums Jeans und Shirt über. “Heute sogar mal ohne styling”, stichelte ich . Er grummelte nur etwas unverständliches.

      Jetzt wo es nun auch Nachts wärmer war, verbrachten auch unsere Boxenpferde, die Nacht auf der Koppel. Die Stutentengruppe bestehend aus Liliada, Avicii und Mystic Fantasy Dahlia, stand in der Nähe des Bachlaufs und sah aufmerksam Richtung Wald. Ein paar Meter von ihnen Entfernt lag Ases Maskwamozi im Gras. Die Appaloosastute wurde letztes Jahr von dem Isländerhengst Glymur besamt worden und nun war es soweit, nach 338 Tagen. Die Beine des Fohlen waren schon zu sehen. Magnus, Eva und ich beobachten die Geburt aus etwas Entfernung. Nach ca.10 min lag ein wunderschönes Fohlen im Gras. Die nasse braune Mähne klebte noch verstrubbelt am Hals des Fohlens. Das Gesicht das Fohlen ist geziert von ein hübschen Kopfabzeichen, was sich über ihr hübsches blaues Auge zog. Das Fell des Fohlens war hellbraun. Die weißen Ohren des Fohlens lagen noch ein wenig verwirrt am Kopf des Fohlens. Ases hatte sich inzwischen Aufgerappelt und legte das gepunktete Hinterteil des Fohlen trocken. Nach ca.einer halben Stunde begann das Fohlen seine Beine zu sortieren und versuchte das erste mal auf zu stehen. “Owwww ist das niedlich”,quitsche Eva entzückt. “Süß, das kleine”, sagte Magnus. Seine Augen leuchteten wie bei einem kleinen Kind an seinem Geburtstag. Das Fohlen stnd inzwische auf seinen langen Stelzen und starkste zu Wamzi. Die braun gepunktete unterstützte ihr kleines Fohlen bei der Suche nach dem Euter. “Wie soll sie eigentlich heißen?”, fragte Eva. “Ahvani”, murmelte Magnus. “Oh, ja das klingt gut”, stimmte ich zu. WHC’ Avhani hatte das Euter inzwischen gefunden und begann zu trinken. Wir saßen noch eine Weile auf der Koppel und beobachten das Neugebore.

      Als wir zurück zum Haus gingen sah ich auf die Uhr. Es war schon halb sechs. In Bett gehen lohnte nun nicht mehr. Wie jeden morgen hieß es nun Also die Pferde rausstellen. Wir begannen damit die Hengste rauszustellen. Osgiliath, ZM’S Zanaro, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, Darly Gone Mad, Sasancho, Aldaire und Chocolate Churro stürzten sich uach gleich auf das frische Gras. Danach kamen noch Löwenherz, Torasho und die beiden Jungpferde WHC’ Solist und Balisto auf die Koppel. Ermgravin, Lilli, Fanya, BS’ Little Snowwhite und Ardehel genossen die Sonne. PFS’ Caillean und Delyx waren die letzten die rauskamen.
    • Wolfszeit
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      09.10.2020|Wolfszeit
      Pflegekinder
      Avicii, Liliada, Mystic Fantasy Dahlia, Ases Maskwamozi, WHC' Avahni, Valquira, Fortun, Morian, ZM's Zanaro, Aldaire, Torashko, Chocolate Churro, Löwenherz, Osgiliath, Fanya HMJ 7469, Zephyr, Sasancho, WHC' Solist, Balisto, Ardehel, BS' Sowwhite, Darly Gone Mad, Lilli vom Hirschberg, Ermgravin, Aschenflug, Wo der Wolf Heult, PFS' Caillean, Delyx

      Magnus| Ich wachte auf, weil die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster fielen. Ich schlug die Augen auf und blicke in das friedlich schlafende Gesicht, von Alec. Seine Haut leuchtete hell im Sonnenlicht. Das Licht machte die braunen Strähnen in seinen Haaren sichtbar und betonte seine wunderschönen Wimpern. Ich lächelte und schmiegte mich wieder an ihn. Ich lauschte seinen ruhigen gleichmäßigen Atemzügen und schlief wieder ein.

      Als ich erneut aufwachte hörte ich das Alec schon unter der Dusche war. Ein Blick auf meinen Wecker verriet mir auch sogleich, dass es schon 9 Uhr war. Ich stand auf und sah aus dem Fenster. In den Schatten glitzerte schon der Raureif auf dem Gras, denn hier oben in den Bergen, dauerte es nicht lange bis der Herbst so einzog. Dennoch zwitschern auch hier schon die ersten Vögel. Alec kam nur mit einem Handtuch um die Hüften aus der Dusche und umarmte mich von hinten. “Morgen Babe”, raunte er mir ins Ohr. Seine Haut war wunderbar warm, sodass sich die Härchen auf meiner Haut aufgestellt. “Du bist so schön warm, willst du nicht noch ein wenig hier bleiben”, sagte ich genüsslich. Darauf hin murmelte er nur etwas unverständliches, bevor er sich von mir löste um sich anzuziehen. Auch ich verschwand unter der Dusche und genoss das warme Wasser auf meinem Körper. Nach dem Duschen, zog ich mich an und stylte mich, wie immer vermutlich ein wenig zu extra für den Stall.
      Im Wintergarten, war das Frühstück bereits angerichtet. Alec und Anu saßen schon bei Tisch. Ich gesellte mich zu den beiden und genoss den Ausblick auf die Hauskoppel wo die Stuten in der Morgensonne grasten. Avicii und Liliada grasten Seite an Seite in der Morgensonne. Vicii und Lila waren seit ich sie kannte unzertrennlich und bewegten sich selten unabhängig voneinander fort. Luchy hatte mal erzählt, dass die Stuten schon immer sehr oft zusammen waren. Lila wurde dann verkauft, was die Hellbraune Stute wohl recht gut verkraftete. Liliada hingegen, hatte es wohl nicht allzu gut verkraftet. Sie hörte auf zu fressen und magerte ab. Das schien ihre neue Besitzerin auch nicht groß zu stören. Statt sich um die Schwarzbraune Stute zu kümmern, kaufte sie sich ein anderes Pferd und ließ Lila allein auf einer Koppel stehen. Sie wäre vermutlich verhungert, wenn niemand sie entdeckt hätte. Eine Bekannte von Luchy erkannte die Stute und Benachrichtige Luchy. Diese hatte dann beschlossen Lila zurück zu holen. ch hatte Fotos gesehen, die hübsche Stute war wirklich nur noch der Schatten ihrer selbst gewesen. Als Lila und Avicii wieder vereint waren, wich Lila der hübschen braunen Stute nicht mehr von der Seite und wurde zu ihrem Schatten. Auch wenn Lila sich gerne mal Aufgespielt ist Avicii, das einzige Pferd was immer alles darf bei Lila. Avicii ist eine wundervolle Stute und zwar nicht nur wegen ihrer Außergewöhnlichen Färbung. Vicii ist für ein Vollblut sehr ruhig und leicht zu Händeln, sogar ein Kind könnte man ihr anvertrauen ohne das etwas passieren würde. Außerdem ist die die Stute sehr verschmust. Niemand kommt an der Stutenkoppel vorbei ohne die erdfarbene Stute zu streicheln.
      Gedankenverloren rührte ich in meinem Kaffe und beobachtete wie Vicii und Lila anfingen sich zu putzen. Anus Stute Mystic Fantasy Dahlia, war damit beschäftigt wie man das Tor öffnen könnte. Zum Glück kannten wir die schlaue Stute und hatten das Tor extra Dahlia sicher gemacht. Denn Die Stute neigt leider dazu, dass ihr schnell langweilig wird, weshalb sie auch immer Spielzeug hat. Allerdings schien der Torverschluss spannender zu sein, als ihr Joy Ball. Dieser lag nämlich unbeachtet unter dem Baum. Die letzte Stute auf der Koppel war Ases Maskwamozi mit ihrem Fohlen Ahvani. Die Appaloosastute stand bei Lila und Vicii und döste.ein wenig, Während ihr Fohlen einen Schmetterling jagte. Das kleine Stutfohlen war jetzt schon fast 4 Monate alt und brachte einiges an Leben in die kleine Herde. Der Vater des Fohlens ist nicht wie man erwarten würde ein Appaloosa oder ein Vollblut, sondern ein Isländer. Glymur ist ein hübscher Smokey Black Schecke und damit genauso ein Hingucke wie unsere Wamzi. Das Ziel der Anpaarung war ein Gangpferd zu erhalten, welches Größer als ein Isländer ist. Das hatte auch tatsächlich gut funktioniert, denn die kleine Vahni zeigt viel natürlichen Tölt.
      Nachdem ich mein Frühstück mit frischen Crossaints beendete hatte, machte ich mich zusammen mit Alec auf den Weg zu den Koppeln. Es galt nämlich nach den drei Neuankömmlingen zu schauen. Die drei Pferde kamen aus Schweden. Ihr Besitzer hat aktuell zu wenig Zeit um sich selbst um seine Pferde zu kümmern und es wird vermutlich länger so bleiben. Also hatte er Luchy um Hilfe gebeten. Da auf dem WHC nicht der Platz für drei weitere Pferde, vorhanden ist, kamen sie zu uns. Die beiden Stuten Valquiria und Fortun standen noch separiert von der Herde, damit sie sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen können. Gestern hatten die Stuten neugierig ihr neues Zuhause erkundet. Nach dem langen Flug hatten wir sie über nacht gleich auf die Koppel gelassen. Wenn man die Stuten so an sah hatten sie auch ganz gemütlich geschlafen. Denn das helle Fell der beiden hatte nun hübsche braune Matschflecken. "Die beiden sehen aus als könnten sie einen Spaziergang gebrauchen", sagte Alec und Strich der neugierigen Schimmelstute durch die Mähne. "und ein paar schicke Halfter", fügte ich hinzu. Alec verdrehte nur die Augen. Ich hatte es mir zur Aufgabe gemacht allen Pferden ein hübsches Outfit zu zuteilen. Jedes Pferd hat dadurch seine Farbe im der es perfekt zu Geltung kommt. "Was hältst du von Oliv für Vali oder doch eher Bordeaux…", überlegte ich laut. "Mach doch mal langsam, lass die beiden Schönheiten doch erstmal ankommen", sagte Alec lachenden und befestigte den Strick an Fortuns Halfter. "lass uns den Schönheiten doch erstmal den Hof zeigen". "Na gut, aber wir fahren noch die Woche bei Luchy vorbei", erwiderte ich und hakte den Strick in das Halfter des Schimmel. Vali war eine echt brave Stute.
      Wir gingen den Weg runter zum Hof. Hier und da blieb eins der Pferde stehen um sich umzusehen. Auf dem Hof war so früh noch wenig los. Anu frühstückte noch und Eva war vermutlich noch nicht einmal Aufgestanden. Nur Basti war schon unterwegs frisches Heu und Wasser auf die Koppeln bringen. Es würde nicht mehr allzulange dauern, bis die meisten Pferde die Nacht im Stall verbringen. Denn hier in Kanada wurde es richtig kalt. Nicht wie in New York wo es selten unter die Null Grad fällt. Hier sind auch Tagsüber teilweise Temperaturen unter - 20 Grad zu erwarten. Und es wird nicht mehr lange dauern bis die Temperaturen hier nachts unter 0 Grad fallen.
      Wir waren inzwischen einmal um den Hof spazieren und wieder an den Stallungen angekommen. Vali hatte sich vorbildlich benommen. Fortun hatte sich zweimal Grundlos erschrocken, hat sich aber gut Händen lassen. "Lass und die beiden noch ein wenig putzen, bevor sie wieder auf die Koppel kommen", sagte ich zu Alec. Da die beiden noch kein eigenes Putzzeug hatten holte ich das von Churro und Aldaire. "Die zwei haben noch ganz schön wenig Winterfell. Ich fürchte wir müssen die bald eindecken, das Klima hier ist nicht ganz so mild wie in Schweden", stellte Alex fest. Ich hatte derweil einige Mühe den Matsch aus dem grauen Fell der Stute zu bürsten.
      Sauber und entspannt ging es für die beiden zurück auf die Weide.
      Alec wolle als nächstes zu unserem Frisch gekört en Hengst ZM' Zanaro. Ich hingegen wollte zu Aldaire. Der Berberhengst hatte, laut Alec zu viel Weidebauch und ich hatte ein Abspeckprogramm bekommen.
      Heute stand ein längerer Ausritt an. Ich ging an die Koppel und als ich das Tor öffnete kam Daire auch schon an getrottet. Ich hängte den Strick in seinem Halfter ein und ging mit dem Hengst zum Putzplatz, wo er wie immer erstmal einen halben Apfel bekam,bevor ich begann sein von der Sonne erwärmtes Fell zu bürsten. Der Hengst verlor ganz schön viele Haare, das war der Nachteil am Fellwechsel. Allerdings hatte der Hengst schon ganz schön viel Plüsch bekommen. Nachdem der Hengst Staub und Haarfrei war holte ich den Fellsattel und Blosal und legte es dem Hengst an. Danach begab ich mich von der Aufsteighilfe aus auf seinen Rücken. Heute war ein schöner Sonniger Spätsommertag. Aldaire schlug von allein den Weg zum Fluss ein und ich ließ den Hengst laufen. Im gemütlich Trab lief der Braune den Waldweg entlang. Das Hufgeklapper wurde begleiten von ein paar Vögel die ihre Lieder sangen.
      Am Fluss wurde der Berber langsamer und fiel in den Schritt um vorsichtig die Böschung hinunter zu klettern. Laut prustend stieg der Hengst ins Knietiefe Wasser und eine Ente flog empört schnattert hinfort. Fröhlich planschte Aldaire im Wasser. "Genieß es nochmal, bevor es richtig klat wird mein Dicker", sagte ich zu dem Hengst und tätschelte seinen Hals. Nachdem ich und der Hengst nass genug waren trieb ich ihn an und brav kletterte er die Böschung wieder hoch. Ich lenkte den Weg den Waldweg entlang Richtung Galoppwiese.
      Auf dem Weg dorthin kamen mir Eva und Fanya HMJ 7499 engegegen. Beide waren von oben bis unten gesprenkelt. “In welches Matschloch seit ihr denn gefallen?”, fragte ich Eva. “Wir sind die Geländestrecke geritten und oben im Wald ist es so nass, dass es da extrem Matschig ist”. Ich unterhielt mich noch kurz mit Eve bevor ein Specht der sich lautstark beschwerte unser Gespräch beendete. Als der Berber die Wiese erblickte stellte er die Ohren auf und wartete auf das Signal zum los laufen. Im Schritt betrat ich die Wiese. "Na los großer hab deinen Spaß", das ließ sich der Hengst nicht zweimal sagen und starte direkt in den Galopp. Der Wind strich mir kalt durchs Gesicht und riss schon die ersten Blätter von den Bäumen. Am Waldrand parierte ich Aldaire durch und schlug den Weg zurück zum Hof ein. Nach Insgesamt 2 Stunden war ich mit Aldaire wieder am Hof angekommen.
      Alec war scheinbar inzwischen mit Zany fertig, denn Chocolate Churro stand auf dem Putzplatz und döste. Allister hatte gerade Torashko angespannt um mit ihm das Futter abzuholen. Es war zwar nicht nötig, dass mit der Kutsche zu machen, doch Allister, bestand meistens darauf, seinen Tory anzuspannen und es selbst zu holen. Der alte Mann genoss die Zeit mit seinem Pferd und auch Torashko war nach solch einem Tripp noch gelassener als Sonst. Ich ritt zum Putzplatz, wo nun auch Anu mit Löwenherz stand. Sie wollte den Tinker heute zum ersten mal selbst reiten. Bisher hatte sie entweder vom Boden gearbeitet oder die Nichte von Allister ritt ihn. Der kleine Tinker hat leider große Probleme Vertrauen zu Erwachsen aufzubauen, doch ist ein Kind in seiner Nähe ist er wie ausgewechselt.
      Ich sattelten Aldaire ab und brachte ihn zurück zur Koppel. Osgiliath warte schon in etwas Entfernung und beobachtet misstrauisch das Geschehen. Ich kraulte meinen Berberhengst noch ein wenig, bevor er beschloss das es genug war. Auf dem Rückweg blieb ich an der Koppel mit den anderen Neuankömmlingen stehen. Der eine war Zephyr. Der Gidranhengst war jetzt seit knapp 3 Wochen bei uns. Der Fuchs ist wendig und schnell, aber weil er sehr sensibel ist haben wir ihn noch nicht mit in die große Hengstherde integriert. Er hat nur Sasancho als Gesellschaft bekommen. Der große Holsteiner ist neben Tory der entspannteste Hengst auf dem Hof.
      Obwohl noch keiner Zephyr geritten war, war schon zu erahnen woher er seinen Namen hatte. Der Dunkelfuchs ist unglaublich schnell und wendig. Der zweite Neuankömmling ist Morian. Der Hengst der von seinem Besitzer liebevoll Kürbis genannt wird ist kein ganz unbekannter. Er ist nämlich eines der Pferde aus dem HMJ vom letzten Jahr. Doch nun war der Hengst kaum wieder zu erkennen. Er war kräftig und gut im Futter. Sein rotes Fell ist nicht mehr so matt, sonder es ist seidig und glatt. Dazu glänzt es mit einem leichten goldenen Unterton in der Sonne. Ich beobachte wie der Friedrichsborger neugierig seine Nase über den Zaun strecke. Auf der andern Seite des Zaunes standen die Jährlinge Solist und Balisto und beäugten den Fuchs neugierig. Solist trat einen Schritt vor und beschnupperte den großen Hengst. Solist spielt sich ein wenig auf und quietscht auf. Zephyr nahm das zum Anlass durch zu starten. Sancho schloss sich an und als die beiden an Morian vorbeiflitzen war auch diese nicht mehr zu halten. Freudensprünge machen galoppierte er den anderen beiden hinterher. Während er mit dem Holsteiner noch ganz gut mithalten konnte hatte er gegen Phyri keine Chance.
      Die beiden Jährlinge hatten nun begonnen zu spielen, wobei Solist im Vorteil war weil man Balisto super an seiner langen Mähne ziehen konnte.
      Ich hatte den Hengsten lang genug zugeschaut und machte mich auf den Weg zu den Minis. Ich wollte heute Ardehel und Little Snowwhite anspannen. Auch wenn die Stuten charakterlich sehr unterschiedlich waren, gaben sie ein gutes Gespann ab. Snowy wiehert mir schon zu als sie mich entdeckte. "Na süße hast du Lust ein bisschen was zu arbeiten?", begrüßte ich die Stute und strich ihr über die weichen Nüstern, bevor ich die Halfter der Stuten holte. Ich Band beide am Putzplatz an und begann sie zu putzen. Zum Glück waren die beiden Stuten recht sauber, sodass ich nur den Staub aus dem Fell bürsten musste. Dann schirrte ich die Ponys an und ging mit ihnen auf den großen Platz. Dort machte ich nach dem warmlaufen ein paar Dressurlektionen, bevor ich zum Abschluss noch eine kurze Runde ins Gelände ging.

      Ich hatte die Ponys Fertig versorgt und stand nun neugierig am Zaun des Reitplatzes, denn Alec wollte nun Zephyr reiten. Anu drehte schon mit Redneck ihre Runden. Wobei der zweite Name des Hengstes deutlich besser passte, Daryl Gone Mad. Luchy hatte mir erzählt, dass sie den Hengst vom Tierschutz übernahm. Er ließ sich nicht anfassen und trat um sich sobald man ihm zu nahe kam. Ursprünglich war der Vollbluthengst ein Rennpferd gewesen. Wegen einer eher enttäuschend Gewinnquote wurde er offiziell aus dem Sport genommen. Was danach mit ihm geschah ist ungewiss. Daryl landete dann als Tierschutzfall bei Luchy und ging danach an eine erfahrene Trainerin. Dort wurde der Hengst wieder liebevoll zu einem Reitpferd umgeschult. Er lebte dann noch einige Zeit auf der Gips Reminder Ranch, bevor er zu uns kam. Da der Hengst durch seine Vergangenheit nur schwer Vertauen fasst, lag das bisherige Ziel bei uns sein Vertrauen zu gewinnen und ihn aufzutrainieren. Vor kurzem hatte Anu sein Talent zum Springen entdeckt und beginnt ihn nun schritt für schritt daran heranzuführen. Auch wenn Daryl kein reines Nervenbündel mehr ist, ist er dennoch mit vorsicht zu genießen, weil unsicherheit sich häufig in aggression bei ihm äußert.
      Alec hatte nun mit Zephyr den Platz betreten. Der Dunkelfuch drehte seine Ohren in alle Richtungen und schaute mit großen Augen und aufgepusteten Nüstern in die Gegend. “Magnus kannst du ihn mal kurz festhalten?”, rief er mir zu. Ich ging zu ihm auf den Platz und hielt Phyri, während Alec nachgurtet. Nachdem ich ihm gegengehalten hatte ging ich zurück und setzte mich auf den Zaun. Der Dunkelfuchs war zwar noch etwas guckig, aber das legte sich nach einigen Runden. Mit jeder Runde wurde der Fuchs lockerer und begann ab zu schnauben. Als Alec antrabte begann der Hengst sich rauszuheben. Der Hengst wirkte unausbalanciert, was sich auch im Galopp zeigte. Während Alec noch ein wenig ritt ging ich zu den Koppeln und wollte die Pferde ablichten.
      Mit Kamera im Gepäck ging ich zuerst zu den Stuten. Auf der ersten Koppel standen Fortun und Vali. Die Schimmelstute kam neugierig auf mich zu , was sich wunderbar als Fotomotiv machte. Fortun war ein wenig zurückhaltender und beobachtete mich lieber auf etwas Abstand. Ich saß noch eine ganze Weile auf der Koppel und es entstanden einige hübsche Fotos von den Stuten. Auf der nächsten Koppel wollte ich vor allem Ahvani fotografieren. Das kleine Fohlen hatte sich bisher wunderbar entwickelt und war genauso wie ihre Eltern wunderschön. Es war erstaunlich wie groß sie inzwischen geworden war.
      Auf der letzte Stutenkoppel standen Lilli und Fanya grasend zusammen. Lilli ist inzwischen wunderbar bemuskelt und kaum noch vergleichbar mit dem Pferd was Alec anfangs vorgefunden hatte. Ihre lange Mähne ist inzwischen gepflegt und auch nicht mehr so dünn und zerrupft wie damals. Doch auch Gräfin hat sich gemacht. Sie hat an Masse zugelegt Un ihr Fell glänzte Seidig. Gräfin begann freudig über die Wiese zu rennen und stecke die anderen beiden an. Ich genoss den Anblick von Fanya vor einem Jahr war kuam denkbar gewesen, dass sie mal so viel Lebensfreude ausstrahlen wird.
      Die letzten Models für heute, waren dann noch Wolf, Aschenflug, Delyx und Caillean. Die Hengste boten sich heute leider nicht so schön an, weshalb ich relativ schnell aufgab.
      Die Bilder von Morigan, Fortun und Vali würde ich ihrem Besitzer schicken. Sicher freut er sich wenn er sieht, dass es seinen Pferden gut geht. Ich bin schon sher neugierig auf den Vergleich in ein paar Monaten. Aufgrund des Zeitmangels waren die drei Pferde wohl etwas aus dem Training, was man ihnen auch ansah. Aber mit ein wenig Training werden auch diese drei wieder gut bemuskelt sein.
    • Wolfszeit

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      25.12.2020|Wolfszeit
      Wintertime
      Lilli vom Hirschberg, Balisto, BS’Little Snowwhite, PFS’ Caillean, Ardehel, Delyx, Torashko, Löwenherz, Fortun, Valquira, Morian HMJ 6345, Liliada, Avicii, Ases Maskwamozi, WHC’Avahni, Chocolate Churro, Aldaire, Fanya HMJ 7469

      Als ich heute aufwachte, konnte ich ein paar Schneeflocken am Fenster vorbeischweben sehen. Hier in den Bergen lag schon lange dick Schnee und die Pferde waren alle zu flauschigen Teddybären geworden, wobei Lilli und ihr Sohn Balisto mit Abstand am meisten Fell hatten. Hier lag sogar so viel Schnee, dass die Minnis schon bis zu Brust darin versanken. Gerade Snowwhite, die die kleinste von den Vieren ist, ähnelt häufig einem Schneepflug. Heute sah der Schnee besonders schön aus, den alle Spuren waren zugeschneit. Auch der große Tannenbaum auf dem Hof sah wunderschön aus mit seinen bunten Lichtern. Weil es so schön aussah, zog ich mich an und beschloss noch vor dem Frühstück einen Spaziergang über den Hof zu machen. Ich ging zuerst zum Stall, denn die meisten Voll- und Warmblüter, wie auch die Minis verbrachten die kalten Nächte im warmen Stall, da die meisten von ihren entweder wenig Winterfell bekamen oder geschoren waren. Dennoch hatten sie alle einen Paddock, weshalb sie auch alle mindestens eine Regendecke trugen. Von weitem konnte ich schon sehen, dass die einzigen beiden die auf ihrem Paddock waren, die beiden Kaltblutwallache waren. Tory, der große, schwarze Tinkermix döste ein wenig und der Schnee blieb überall auf ihm liegen. Gerade seine verschneite Mähne sah sehr hübsch aus. Löwenherz hingegen stand an seinem Heunetzt und fütterte gemütlich. “Na ihr zwei. Euch kann das Wetter wohl nichts”, begrüßte ich die beiden. Als ich anfing nach ein Leckerli zu suchen, kam auch Balisto mit gespitzten Ohren aus seiner Box getrottet. Der kleine Hengst war inzwischen ganz schön groß geworden. “Na komm her kleiner”, Balisto kam an den Zaun und nahm mir sanft das Leckerli mit seinen haarigen Lippen ab. Die Tinker hatte jetzt im Winter alle einen niedlichen Schubart bekommen. Ich betrat den Stall und wurde gleich mit einem freundlichen Grummeln von Fortun und Valquira begrüßt. Die beiden Stuten waren zurzeit als Gastpferde auf dem Hof, da ihr Besitzer aktuell nicht so viel Zeit für sie hatte. In den Zwei Monaten, in denen die drei Pferde inzwischen, da waren, hatten sie schon wieder ordentlich an Muskeln aufgebaut und machten ihrer Rasse inzwischen wieder alle Ehre. Da ich wusste, dass einige von unseren Pferden Schnee über alles liebten, beschloss ich sogleich die Pferde auf die Koppel zu bringen. Somit nahm ich zuerst Liliada und Avicii. Kaum auf der Koppel angekommen, begann Lila nervös zu werden und wollte um bedingt los. Also machte ich sie los und ließ auch Avicii gleich hinterher. Lila liebte Schnee über alles. Augenblicklich begann sie durch die Gegend zu bocken. Avicii hingegen wollte sich lieber wälze und stapfte Nase voran durch den kniehohen Schnee, auf der Suche nach einer passenden Stelle. Während die beiden Vollblüter schon mal ihren Spaß hatten, holte ich Wamzi und ihr Fohlen. Die inzwischen gar nicht mehr so kleine Avahni hüpfte fröhlich hinter ihrer Mama her und versucht die Schneeflocken zu fressen. Ases hingegen blieb entspannt und machte sich auf der Koppel lieber auf die Suche nach etwas zu fressen. Avicii hatte sich inzwischen gründlich gewälzt und bockte nun gemeinsam mit Lila durch die Gegend. Nach und nach brachte ich auch noch die anderen Boxenpferde auf die Koppel. Danach ging ich noch zu den Ausläufen um auch Churro, Aldaire, Lilli, Fanya und Gräfin die Koppel zu öffnen. Gräfin war ähnlich, wie Lila ein Pferd was total vernarrt in Schnee war. Lilli hingegen begann lieber den Schnee vom Geländer zu fressen.
    • Wolfszeit
      Nationalteam I | August 2020 (eingefügt 05.02.2021)
      Herkules // HMJ Divine // WHC' Ahvani // Curly Lure // Doo Wop // WHC' Candela // WHC'Mitena // WHC' Mimithe // WHC'Minya // Minnie Maus // British Gold // Miss Leika // (Beastly Domina) Mijou// Sunny Empire // Briair // Lancasters Peppermint //Nathalie

      Glymur // Kempa // Snúra // Snotra // Satz des Pythagoras // HMJ Holy // St. Pauli's Amnesia


      Was bisher geschah … Vriska und Max hatten es in das Schwedische Nationalteam geschafft. Die erste Woche am Standort in Stockholm haben sie erfolgreich gemeistert in ihren Expertenteams. Nun steht die erste Studienreise an nach Kanada, was sie erst am Vortag erfahren haben. Ziel ist es zu lernen und das ganze schwedische Team kennenzulernen und auch die Gegner?

      Vriska
      Nach Kanada? Wie aufregend! Mit meinen Eltern war ich damals schon ein paar mal in Toronto, aber reiten in Kanada ist etwas neues für mich. Völlig übermüdet kommen wir am Flughafen an, die Pferde sind bereits abgegeben und wir besprechen mit unserem Trainer wie der weitere Verlauf ist.
      “Bitte versucht alle zusammen zu bleiben hier, wir müssen alle das Flugzeug bekommen. Genau das gleiche bei der Ankunft. Also bitte, ihr seid fast alle Volljährig. Ihr schafft das.”, sagt Frau Wallin, meine Gangtrainerin. Wir sind 5 Leute im Gangpferdeteam und ich bin froh das es nicht so viele sind.
      “Sind das die Anderen”, tuschelt mich Milena von der Seite an.
      “Ich denke ja”, flüstere ich zurück. Sie zeigt vorsichtig mit dem Finger auf einen Typen, den sie offenbar ganz gut findet. “Denkst du, dass ich den kennenlernen kann.”, fragt sie mich neugierig. Ich zucke nur mit den Schultern. “Versuch es doch einfach, aber ich weiß nicht so recht was Englischreiter mit uns Isländer Reiter anfangen sollen. Unsere Pferde laufen deren Meinung nach ja eh nur gequält und überhaupt nicht durch den Rücken.”, antworte ich. “Mhm, du hast recht. Vielleicht ist es in der Freizeit dann einfacher, als hier gestresst am Flughafen”, versucht Milena einsichtig zu sein doch guckt immer zu ihm rüber.
      “Weißt du was? Wir gehen da jetzt einfach rüber. Erst in 20 Minuten müssen mir zum Flieger zumal sie ja auch mit kommen”, antworte ich. Dann ziehe ich meiner neuen Freundin am Arm rüber zu den Jungs. Verlegen steht sie neben mir. “Hey ihr. Ich wollte uns einfach mal ganz Spontan vorstellen. Das ist Milena und ich bin Vriska. Wir gehen mit zu den Gangsalatreitern. Wer seid ihr?”, frage ich neugierig. Alle wirken sehr erstaunt über unseren Mut. “Wir sind Matts, Niklas, Björn, Chris, Filey, Erik und Hannes. Einer ist gerade noch unterwegs. Ursprünglich hatten wir uns alle für Dressur oder Springen beworben, doch unser Team wurde immer Kleiner, deswegen machen wir jetzt Eventing.”, erzählt der Große, den Milena gut findet. “Und was ist das?”, fragt Milena vorsichtig. “Hahaha, mit unseren Pferden reiten wir drei Disziplinen in einem Wettbewerb - Geländespringen, Dressur und Springreiten. Je nachdem was auch auf Turnieren ist, reiten wir die Arten auch einzeln.”, erklärt er. “Wer bist du von den Aufgezählten?”, frage ich dann neugierig nach. In Milenas Augen sehe ich, dass sie am liebsten aus ihrer Haut heraus möchte, doch ich halte sie weiterhin am Arm. “Ich bin der Niklas”, antwortet er und zwinkert mit einem Auge mir zu. Ich hoffe er versteht es nicht falsch, mein Typ ist er aber überhaupt nicht. “Na gut, wir gehen dann wieder. Man sieht sich dann in Edmonton”, verabschiede ich mich von den Jungs. Als wir wieder bei unserer Truppe sitzen, Max der mich noch immer vollkommen ignoriert, stößt der Abtrünnige zu der Jungsgruppe. Unsere Blicke treffen uns kurz und schaue schnell weg wieder zu Milena. Sie sieht meinen Blick und zieht mich Beiseite.
      “Ach also doch?”, fragt sie kichern.
      “Ey lass das. Der sieht einfach nur gut aus!”, antworte ich leicht genervt.
      “Aber die anderen sind doch viel heißer?”, fragt sie dann extrem schockiert.
      “Komm wir müssen zum Check-in”, sage ich zu ihr und versuche vom Thema abzulenken. Zum Glück ist sie manchmal etwas dümmlich und springt drauf an. Auf dem Weg zum Terminal gucke ich immer mal wieder kurz zu ihm, auch er scheint ab und an drüber zu gucken. Jedes mal versuche ich mir nichts anmerken zu lassen und schaue dann schnell weg. Hoffentlich denkt er nichts oberflächliches von mir. Mal sehen.
      Nach schon 2h ist der erste Zwischenstopp - In Frankfurt. Der Anschlussflug ist erst in eineinhalb Stunden, in der Zeit sollen wir wieder so gut wie es geht zusammen bleiben und am besten auch was essen, da wir danach erstmal 7,5h fliegen.
      “Man ich hasse fliegen”, beschwere ich mich bei Milena, die schon wieder nur Augen für die Jungs hat.
      “Hallo, hörst du mir überhaupt zu?”, frage ich sie und fuchtle mit meiner Hand vor ihrem Gesicht herum.
      “Ähm … es hast du gesagt?”, gibt sie zu nicht zugehört zu haben.
      “Ich sagt, dass ich fliegen hasse. Das ist so lästig. Warum fliegen wir so extrem weit nur zum üben und kennenlernen?”, jammere ich.
      “Ach reiß dich zusammen. Wir sind doch da fast zwei Wochen, ist doch voll cool. Wir sind alle volljährig und keine Eltern. Dann noch mit den Pferden - Besser kann es nicht sein. Nicht mal irgendwas bezahlen müssen wir.”, freut sie sich. Wenn Milena könnte, würde sie den ganzen Flughafen zusammen schreien, aber dafür fehlen ihr auch einfach die Eier.
      “Die haben hier überhaupt nichts veganes”, beschwere ich mich wieder bei meiner Freundin, die fröhlich ein Salami Brötchen nach dem anderen neben mir verschlingt.
      “Ja dann musst du dir halt was anderes aussuchen”, sagt sie mit vollen Mund. Ich rolle nur mit den Augen und entscheide mich dann für einen blöden Salat mit Falafel. Besser als gar nichts. Dann geht es auch schon weiter ins Flugzeug. Die längste Strecke liegt nun vor uns.
      Im Flugzeug versuche ich die Strecke zu verschlafen, immer wieder wenn ich wach werde ist Milena nicht da. Wo ist die Bloß? Dann schlafe ich wieder ein.
      Völlig übermüdet steige ich aus. Wo wir sind, weiß ich nicht. Auch Milena ist nicht da, also folge ich einfach Max, der nicht ganz so begeistert ist. “Was willst du?”, fragt er genervt.
      “Schlafen”, antworte ich halbtot. Er nickt nur und zeigt mir kurz wo wir warten sollen, auch Frau Wallin ist da.
      “Und wie war’s bisher?”, fragt sie mich total fröhlich und wach.
      “Anstrengend, ich will einfach nur weiter schlafen”, antworte ich ihr ganz trocken und lege meinen Kopf auf meine Hände, die über die Lehne des Stuhles hängen.
      “Vriiiiiska”, kreischt es in mein Ohr.
      “Alteeer, was los?”, erhebe ich mich langsam und höchst genervt. Dann bemerke ich Milena mit den Abtrünnigen. Direkt ändert sich mein Gesichtsausdruck. Hoffentlich sehe ich nicht so furchtbar aus wie ich mich fühle.
      “Müde oder?”, fragt er und lacht kurz. Ich nicke. “Komm ich helf dir”, sagt er und reicht mir seine Hand um mir hoch zu helfen.
      “Danke”, bedanke ich mich.
      “Wir müssen rein, Frau Wallin will auch noch mal kurz zählen und irgendwas sagen”, berichtet mir Milena. Der Abtrünnige winkt mir zur Verabschiedung und geht zurück in seine Gruppe. Aufmerksam versuche ich Frau Wallin zu folgen aber meine Gedanken sind ganz woanders. Im Flugzeug werde ich nochmal Milena fragen was wir bei Ankunft machen sollen. Man könnte sagen, dass ich einen Jetlag habe.

      Während das Schwedische Nationalteam ziemlich fertig sich noch 300km auf dem Weg zum Gestüt macht, laufen dort die Vorbereitungen auf Höchsttouren.

      Jace
      “Samu, sind die Boxen alle fertig”, rief ich durch den Stall während ich die letzte Schubkarre mit Stroh heran fuhr. Bis auf die Tunierpferde waren die meisten unserer Pferde auf den Sommerkoppeln, sodass genug Boxen frei waren für unsere Gäste. Denn auf dem Whitehorse Creek Stud wurden zwei Nationale Teams erwartet, weshalb schon die ganz Woche der Hof auf Hochglanz gebracht wurde.
      “Ja, wenn du mit dieser hier fertig bist schon”, antwortete der blonde Mann aus der Nachbarbox. “Uff, da müsste es gewesen sein”, sagte ich wenig später. Der Stall war nun blitz blank und alle Boxen waren frisch eingestreut. “Es kann nicht mehr allzulange dauern bis das schwedische Team ankommt, meinte Luchy”, sagte der blonde Finne der gerade aus der Sattelkammer kam. “Das kanadische Team kommt erst heute Abend”, sprach Samu weiter.
      Es war gerade erst einmal 11 Uhr und wegen den ganzen Vorbereitungen waren meine Trainingspferde diese Woche ganz schön kurz gekommen.
      “Ich schnapp mir gleich noch Herkules und kontrolliert die Koppelzäune, ich glaube auf der Sommerkoppel war irgendwo etwas kaputt”, sagte ich zu Samu und verschwand in Richtung Koppel wo der Buckskinhengst friedlich graste. Eigentlich war es nur eine Ausrede gewesen um noch schnell eine Runde Ausreiten zu gehen bevor der ganze Trubel beginnen würde. Ich schnappte mir den großen Hengst, packte eine Trense drauf und schon ging es in Richtung der Sommerkoppeln. Ich ritt tatsächlich die Zäune ab fand aber natürlich nichts, weil wir die Zäune ungefähr 20mal diese Woche kontrolliert hatten. An der Fohlenkoppel hielt ich Herkules einen Moment an und genoss einen Moment die Ruhe.
      “Riiiing, Riiiing”, unterbrach mein Handy die Ruhe. “WAS?”, meldete ich mich leicht genervt. “Das Schwedische Team kommt an und du sollst herkommen”, meldete sich Samu. “Ok. Bin in 5 Minuten da”, nuschelte ich genervt und legte auf.
      “Na dann Großer zurück zum Hof”, sagte ich zu dem Buckskin und drückte sanft meine Schenkel gegen seinen Bauch. Im Trab ging es zurück zum Hof, wo ich gerade noch Rechtzeitig ankam. Allerdings hatte ich keine Zeit mehr mein Pferd weg zu stellen. “Sieht so aus als wärst du jetzt das vierbeinige Begrüßungkomitee”, sagte ich zu dem Hengst. Ich bemerkte wie Lina mich ein wenig böse anfunkelte. Sie war wohl immer noch sauer, dass ich sie gestern mit Divine allein gelassen hatte, aber ich konnte schließlich nichts dafür das Luchy beschlossen hatte, dass Samu und ich die neuen Deppen vom Dienst waren. “Jace, dass du auch immer so trödeln musst”, zischelte Samu mir zu und setzte danach gleich ein lächeln auf, da das Shuttel vorfuhr. Brav stand wir nun dort aufgereiht Luchy, als Hofbesitzern und dann Lina, Samu und ich als Gästebetreuung. Das schwarze Shuttel hielt an und die Türen öffneten sich. Der Hengst neben mir begann mein T-Shirt anzuknabbern. “Lass das Herkules”, flüsterte ich dem Hengst zu und schob seinen Kopf zu Seite. Gespannt beobachte ich nun wie die Leute austiegen.

      Vriska
      „Das soll ein Hof sein auf dem ein Nationalteam trainiert“, beschwert sich ein männliches Geschöpf aus der hinteren Reihe.
      „Jetzt reiß dich mal zusammen Chris. Du weißt ganz genau, dass wir noch jeder Zeit rausfliegen können.“, antwortet ein Anderer und da muss ich kurz schlucken. Für mich war das etwas festes, was mir niemand mehr nehmen kann, doch jetzt können wir immer noch jeder Zeit aus dem Team gehen. Der Flugstress hat mich schon ans Ende getrieben, was soll das jetzt erst werden? Auch Milena ist zum Glück langsam zur Ruhe keimen und vorsichtig wecke ich sie im Bus: „Schlafpudel, wir sind da.“
      Ein kleiner Sabberfaden tropft auf ihr Shirt herunter und sie wischt ihn weg. „Was wir sind da?“, schreit sie aus alter Gewohnheit heraus. Ich nicke. Komm wir müssen heraus.
      „Hey hier Lieben. Die Islandreiter kennen mich bereits, ich bin Frau Wallin und die Trainerin für die Islandtruppe. In den 14 Tagen gehöre ich zu den Haupttrainern und werde auch Unterricht geben für alle anderen.“, stellt sich unsere Trainerin vor. Wir jubeln. Auch die Jungs machen sich einen Spaß heraus.
      “Männer, wenn ihr ein Problem habt, dann könnt ihr auch direkt wieder umdrehen!”, tadelt sie die Truppe. Stille.
      “Geht doch, also wo waren wir … ach ja. Als erstes macht ihr eure Pferde, dann habt ihr erstmal Freizeit. Um 18 Uhr beginnt dann ein gemeinsamer Grillabend mit Tanz und Musik. Und ja Vriska. Ich habe veganes Zeug für dich besorgt”, lacht sie. Was für Veganes Zeug frage ich mich, weil mir reicht doch auch Gemüse. Na gut. Nett von ihr.
      Milena und ich sind nun abgelenkt von den Jungs. Jetzt stehen die Pferde wieder im Mittelpunkt. Aus dem Transporter holt Milena und Max ihre Pferde raus. Ganz hinten steht dann mein Glymur, der mich mit einem grummeln begrüßt. “Na du”, sage ich zu ihm und streiche ihm über die Nase, dann führe ich ihn langsam aus dem Transporter. Leider können Milena und ich nun nicht zusammen zum Stall da ihre Stute Kempa rossig ist, darauf reagiert Glymur sehr gern. “Komm jetzt”, ziehe ich am Strick. Nervös reißt er seinen Kopf nach oben, kurz danach ist er wieder ruhig. Was ein Stress denke ich mir.
      “Die Pferde kommen auf die Weide”, sagt ein junger Mann im Stall zu mir.
      “Oh danke, das hatte man uns noch nicht mitgeteilt.”, bedanke ich mich und er zeigt mir wo ich lang muss. Schnell finde ich die Weide, löse den Strick und beobachte noch eine Weile, als mich plötzlich jemand auf der Schulter antippt. Hektisch drehe ich mich um - der Abtrünnige steht neben mir. Innerlich kocht es in mir hoch und gefühlt steigt meine Körpertemperatur auf 55° hoch. “Oh hey”, begrüße ich ihn.
      “Ist das dein Pferd?”, fragt er mich neugierig.
      “Ja, das ist Glymur. Meiner ist es nicht, den habe ich von meinem Chef gestellt bekommen um am Team teilnehmen zu können”, erzähle ich ihm. Ganz ruhig, sagt eine Stimme in meinem Kopf. Dann atme ich kurz durch. Verwundert guckt er mich an mit einem leicht skeptischen Blick.
      “Ach aber ist doch cool. Ich hab mein Pferd endlich abkaufen können, im Team bin ich ja schon fast zwei Jahre.”, berichtet er. Ich nicke und dann verabschiedet sich wieder.
      Als er aus der Reichweite ist, kommt Milena angerannt.
      “Und was hat er gesagt? Hat er dir gesagt wie er heißt? Will es sich mit dir heute treffen?”, bewirft sie mich mit Fragen.
      “Ganz ruhig! Wir haben uns nur kurz über die Pferde unterhalten. Nein, keine Ahnung wie er heißt”, antworte ich ihr.
      “Sonst hast du doch auch immer eine große Schnauze. Warum nicht jetzt?”, stichelt Milena mich. Ich winke ab und wir gehen zusammen unsere Sachen holen um das Zimmer zu beziehen.
      “Halbpension ist das hier oder?”, stellt Milena mir eine Frage. Mit meinen Gedanken bin ich aber noch an der Weide und überlege, wie ich hätte das kurze Gespräch besser führen können. Offenbar scheint ja doch Interesse an mir zu haben. Mhm. “Vriiiiska”, nervt Milena weiter. Ich gucke zu ihr. “Mh?”, erkundige ich mich.
      “Ich habe dich gefragt, ob das hier Halbpension ist oder nicht”, wiederholt sie.
      Ich zucke mit den Schultern: “Ja, ich denke schon.”
      “Ach gut, dann hast du Kochdienst für immer”, sagt sie und lacht. Ich nicke und lachte mit ihr. Ihren Frass möchte niemand zu sich nehmen.
      “Ist Linh gar nicht bei uns mit ihm Zimmer?”, erkundige ich mich bei Milena, die immer mehr Plan von allem hat.
      “Ne, die hat ein Zimmer mit Anna, die sind doch beide schon im Jugendkader gewesen. Best Buddys und so”, erklärt sie. Wieder nicke ich nur.
      “Na gut, schade.”, erwidere ich.
      Für die nächsten zwei Wochen ist das unsere neue Heimat und ich bin gespannt was noch auf uns zukommt. Am liebsten würde ich mich jetzt in meinen Laden setzen und mehr Zeug für die Pferde machen, aber ich habe hier weder Material noch sonst irgendwas. Also Freizeit ist schon was blödes, wenn man sonst sowas nicht hat. Milena sitzt vorm Fernseher und lackiert sich ihre Nägel neu. Im Gegensatz zu einer Tussi ist Milena sehr grobmotorisch und versucht sich der Gesellschaft anzupassen. Ich hingegen bin nichts davon, weil ich mache was ich möchte und für gut befinde. Das wird wohl einer der Gründe sein, wieso ich bis vor dem Team außerhalb des Hofes keine Freunde hatte. Also klar, als ich noch in London bei meinen Eltern gewohnt habe, war ich schon eher eine Tussi und mir war sehr wichtig was andere von mir denken. Nach dem ersten Dreck auf meiner Kleidung auf dem Pferdehof hat es Klick gemacht in meinem Hirn, wen juckt es. Auf dem Pferdehof sehen wir alle aus wie Sau, wenn man gearbeitet hat. Am Abend wird dann geduscht und noch eine Waschmaschine angemacht - fertig. Sauber.
      “Vriiiiiiska. Wo bist du schon wieder?”, nervt Milena wieder.
      “Ey, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du meine kleine Schwester bist und nicht meine beste Freundin. War wieder in den Gedanken fest gehangen. Was wollen wir denn jetzt machen?”, frage ich sie.
      “Ich würde gern Shoppen gehen.”, sagt sie und lacht. Um ihr hoffentlich den Wunsch erfüllen zu können, nehme ich mein Handy aus der Tasche um nach zu gucken.
      “Also ich muss dich leider enttäuschen. Das Internet ist super langsam und auch ist hier nichts als Wald”, berichte ich ihr. Enttäuschung macht sich breit in ihrem Gesicht.
      “Na gut, dann gucken wir uns halt mal den Hof an.”, schlägt sie vor.
      Noch immer habe ich meine graue Jogginghose an und dazu meine Badelatschen und wunderschöne Reitsocken drüber gezogen. Hübsch ist anders. Milena hingegen hat sich aus der Tasche meine Hotpant gezogen und dazu Reitstiefeletten.
      “Sattelst du jetzt auf Western um?”, frage ich sie scherzend.
      “Vielleicht finde ich dann einen Sexy Cowboy”, lacht sie und macht komische Cowboyartige Bewegungen.
      “Du bist doch völlig durch”, sage ich nur und wir verlassen das Zimmer. Die Sonne ist die Welt mittlerweile sehr erwärmt und die Wahl einer langen Hose war nicht so gut.

      Jace
      Während Samu dafür sorgte, dass die Pferde unserer Gäste auf den richtigen Weiden landeten, waren Lina und ich damit beschäftigt alle ihre Zimmer zu zeigen. Zum Glück waren die meisten von ihnen schnell und Aufmerksam, sodass die Zimmer schnell verteilt waren. So hatte ich vielleicht endlich ein wenig Zeit um mich meinen Pferden zu widmen. Als ich über den Hof lief sah ich, dass Samu und Lina an einer der Koppeln standen und ein kleines Pferdchen bewunderten. “Wen bewundert ihr denn da?”, fragte ich und blieb stehen. Das Pferd war dunkelbraun und hatte eine auffällige Zeichnung, allerdings war es für meinen Geschmack definitiv zu klein. Ich fand meine Tinker ja schon nicht so groß, aber dieses hier war eigentlich schon ein Pony. Zudem lief es auch sehr seltsam. Es lief etwa in der Geschwindigkeit vom Trab auf und zu, aber es sah ganz seltsam aus. Der Hengst schmiss seine Vorderbeine ganz seltsam hoch als wäre der Boden heiß oder so. “Warum läuft der so seltsam, ist der Kaputt?”, fragte ich die beiden neben dir. “Maaaan Jace hast du noch nie einen Isländer gesehen?”, erwiderte Samu lachend. “Der ist nicht kaputt der soll so laufen. Das nennt man Tölt”, erklärte Lina so gleich. “Der Tölt ist wie der Schritt auch ein Viertakt, weshalb Tölt echt bequem sein soll”.“Und ihr starrt das Pony da an, weil ….?”, fragte ich immer noch ein wenig irritiert davon warum man wollen sollte das sein Pferd so seltsam lief. Der Hengst war inzwischen ein paar Meter von uns entfernt stehen geblieben und beäugte uns neugierig. “Das Kopfabzeichen sieht fast aus wie, das von Alecs neuem Fohlen”, murmelte ich. “Das liegt ja auch daran ,dass er hier Ahvanis Papa ist.”, sagte Lina so gleich. “Das ist dieser Glym…. Glym…. Glymur? … Ich dachte irgendwie er sei kein Pony und würde laufen wie ein normales Pferd”, sagte ich. “Heißt das Ahvani läuft dann auch so komisch? Ich sollte Alec definitiv besuchen und das Überprüfen”,sagte ich heroisch und wollte in Richtung Hof verschwinden. “Du geht nirgendwo hin! Du kannst mir gefälligst helfen Mina und Empires Koppeln abzuäppeln. Du hast dich vorhin ja schon davor gedrückt”, protestierte der Finne. “Außerdem hast du mir eigentlich schon gestern versprochen,dass du mir mit Divine hilfst”,murmelte Lina. Verdammt sie war wohl wirklich noch beleidigt, weil ich sie gestern vergessen hatte. “Ok, ok ich helf dir mit der dämlichen Koppel”, gab ich klein bei. Mit Samu zusammen machte ich mich also auf den Weg zur Scheune um den Weidemann und Mistgabeln zu holen. Doch wir kamen nicht bis zur Scheune denn auf dem Hof standen zwei junge Frauen und sahen ein wenig ratlos aus in welche Richtung sie zuerst gehen sollten. “Hallo Ladies, kann man euch irgendwie helfen?”, bot ich sogleich meine Hilfe an. “Jace, benimm dich”, flüsterte mir Samu zu und boxte mir gegen den Arm. “Oh, richtig vielleicht sollte ich mich ersteinmal vorstellen. Ich bin Jace und der nette junge Mann hier neben mir ist Samu”, sagte ich und setze ein charmantes Lächeln auf. “mhmhm”,räusperte sich Samu neben mir. “Das ist nicht was ich meinte”, raute er mir zu.

      Vriska
      “Ähm, ich weiß gar nicht. Meine Freundin hier wollte Shoppen gehen, was sich auf Grund der Lage jetzt erledigt hat, deswegen wollten wir einfach mal alles angucken”, antworte ich und ziehe am Arm von Milena die mit einem breiten Grinsen winkt.
      “Ich bin Milena und die garstige Ziege hier ist Vriska”, fügt sie noch hinzu. Einen bösen Blick werfe ich ihr zu.
      “Sag ich ja”, kommt dann direkt. Am liebsten würde ihr jetzt in den Arm boxen, aber ich sollte mein Temperament mal in den Griff bekommen.

      Jace
      “Soll ich euch den Hof zeigen”, bot ich mich sogleich an. “Das Highlight hier sind Momentan definitiv die Fohlenkoppeln”, erwähnte ich nebenbei. “Jace”, tadelte Samu mich. “Sorry Bro, wir sind für die Zufriedenheit der Gäste verantwortlich, also sorg ich dafür. Ich fürchte du musst allein deine Koppel abäppeln”, raunte ich ihm mit einem Verschmitzten Grinsen zu. “Schon euch kennenzulernen ihr zwei. Ich geh dann mal weiter arbeite, ihr seid bei meinem Charmarten Kollegen sicher gut aufgehoben”, verabschiedete Samu sich und der ironische Unterton in seiner antwort blieb mir nicht verborgen.

      Milena
      „Ach Mensch komm doch mit? Wir müssen uns doch alle hier besser kennenlernen wenn wir so lange euch auf dem Nacken liegen. Vriska ist sicher auch dabei dir dann nach der Tour rasch zu helfen. Sie ist eh Hobbylos.“, lache und halte ihm am Arm fest. Von Vriska ernte ich wieder böse Blicke.
      „Fohlen würde ich gern sehen! Auf dem Hof von dem ich komme gibt es keine. Wir haben nur Sportpferde, die wir zu reiten und dann wieder verkaufen. Nur meine beiden Stuten kommen aus einer Zucht, das eine Fohlen steht sogar bei Vriska. So haben wir uns kennengelernt, auch schon vor dem Nationalteam. Zusammen waren wir auch in der Ausbildung in der Akademie bei Kalmar.”, erzähle ich wie aus einem Wasserfall.
      “Ach die Kría meinst du? Die ist schon ziemlich cool. Aber die Kleine ist ja mittlerweile schon verkauft aber muss noch abgeholt werden. Ansonsten ja klar, ich helfe gern beim Abäppeln, muss ich sonst ja auch im Alltag machen”, erzählt Vriska.
      “Jetzt versuch doch mal etwas freundlicher zu sein”, tadel ich sie. Langsam nervt ihre Laune nur noch. Auch ich bin ziemlich müde, aber ich hatte langsam kein Urlaub mehr.
      “Ignoriert sie einfach, Vriska ist ziemlich untervö….”, dann unterbricht sie mich.
      “Milena, langsam reicht es”, kommt es genervt aus ihr.
      “Ist ja okay, aber dann versuch doch mal etwas netter zu sein. Deine Augenringe schreiben zwar gerade eine dritte Staffel, aber meine sind auch schon bei der zweiten. Wir machen uns jetzt coole zwei Wochen und dann gucken wir weiter”, versuche ich sie zu erziehen. Sie winkt ab und wir gehen los zur Hoftour.

      Jace
      “Also das Gebäude hier wo wir gerade vorstehen ist der Stall für unsere Privatpferde, allerdings werdet ihr aktuell nur wenige Pferde auf dem Hof selbst finden”, erklärte ich und deute auf den Torstall. “In dem Stall hinter euch, wo jetzt eure Stuten und Wallache wohnen, sind normalerweise die Zucht- und die Reitschulpferde untergebracht.” ergänzte Samu und zeigt auf das Gebäude hinter uns, bevor wir um das Unterhaus herum gingen. Im Auslauf standen die Haflingerstute und Doo Wop. “Das hier sind Curly Lure und Doo Wop. Die beiden stehen nicht auf der Sommerkoppel, weil sie auf Diät sind”, sagte ich und zeigte auf den runden Kugelbauch der Criollo Stute. “Deshalb kommen sie nur halbtags auf die Koppel” Die beiden Stuten waren an den Zaun gekommen um sich ein Leckerlie zu erbetteln. “Eigentlich wohnen hier noch mehr Stuten, aber die sind Babybedingt auf der Fohlenkoppel”, erläuterte ich weiter. “Was habt ihr eigentlich für Pferde mitgebracht?”, fragte Samu die Beiden.

      Vriska

      “Wir sind mit Isländern unterwegs. Ich hab einen Hengst, den Glymur. Milena hat zwei Stuten.”, antworte ich darauf hin.
      “Ich kann für mich selbst reden. Meine beiden Pferdchen sind wie schon gesagt auch Isländer und Stuten. Kempa ist 10 Jahre alt und die habe ich vor ungefähr 3 Jahren von meiner Mutter bekommen. Vergangenes Jahr habe ich in im Urlaub mich in Snúra verliebt und sie direkt mitgenommen. Sie ist 8 jahre alt und deutlich mehr Potenzial als Kempa, aber ich hab beide total gern.”, fügt Milena noch hinzu.
      “Seid ihr im Kanadischen Team?”, frage ich gespannt.

      Samu
      “Ah, cool Glymur haben wir schon entdeckt. Er ist ja auch der Papa von Alecs Fohlen, echt hübsch geworde die kleine Maus”, sagte ich freundlich. “Nein, wir sind nicht im kanadischen Team, wobei sie glaub ich Nachwuchs suchen.”, antwortete ich Vriska freundlich. “hier hinter dem Auslauf folgen noch die Hengstboxen, die kleine Reithalle, die Longierhalle und die Führmaschine, aber ihr werdet den Hof schon noch früh genug genauer kennenlernen. Wer will Fohlen sehen”, grätsche Jace voll im Flirtmodus dazwischen.

      Milena
      „Iiiiiich will Fohlen sehen“, springe ich aufgeregt auf der Stelle.
      „Ach ja Glymur, der war schon lange ein Traum von mir seit dem ich reite und den auf einem Turnier gesehen habe. Mein Chef und sein Bruder haben den Gottseidank im Verkauf entdeckt, dazu kam dann noch das Angebot von Schweden. Zwei Fliegen auf einem Schlag. Bis jetzt kann ich es immer noch nicht fassen“, schwärmt Vriska.
      „Niemand interessiert deine One Love Glymur Geschichte. Den kannst du ja nicht mal richtig reiten“, faucht Max sie an, als er mit Snotra an uns vorbereitet.
      „Überfordere dein armes Pony nur weiter. Du bist doch nur eingeschnappt, weil ihr Beide die Quali bekommen habt und Tyrell sie eher als Hofvertretung sieht als dich“, verteidige ich meine Freundin.
      „Das denkst wohl auch nur du“, schnaubt er zurück und treibt Snotra vorwärts. Ich schüttle mit dem Kopf. Vriska sagt nichts dazu und ignoriert ihn vollkommen.
      „Ohne mich könnte er sie nicht mal mehr reiten“, flüstert sie leise vor sich her.
      „Mach dir nichts daraus. Du und Glymur werden die T4 rocken.“, versuche ich sie ein wenig auf zu muntern. In ihrem Blick sehe ich die Enttäuschung, da sie ihn eine Zeitlang echt gut fand und jetzt ist er so extrem Anti. Manche Menschen verstehe ich echt nicht.
      „Können wir dann weiter?“, frage Heiter noch mal nach.

      Jace
      “Meine Güte ist der immer so schlecht drauf?”, fragte ich die Mädels, während wir in Richtung Fohlenweide schlenderten.
      Wie immer kamen Candela und Mitena sofort geschlendert. In den letzten Wochen hatte Mitena sich echt entwickelt und wurde von Tag zu Tag mutiger. “Ihr müsst mal vom Tor weg ihr zwei”, sagte Samu zu den Stuten und schob sie zu Seite. “Das hier sind die beiden ältesten Fohlen Candela und Mitena. Gerade Mitena ist Luchys ganzer Stolz”, begann ich ein wenig von meinem Schützlling zu schwärmen. Die Dappels glänzen goldig auf der kleinen Palominostute.
      Candela war gerade dabei sich den beiden Frauen anzunähern, als ein kleines Fuchsfohlen angeflitzt kam und es nur knapp schaffe vor uns zu bremsen.
      “Wer bist du den?”, fragte Milena das kleine Fohlen ganz entzückt. “Das ist Mimithe, eine der Zwillinge”, sagte Samu grinsend. “Da hinten kommt auch ihre Mama mit ihrer Schwester”, ergänzte er noch und deutete auf die braune New Forest Stute die wiehernd auf uns zu trabte.

      Milena
      “Also eigentlich ist der ziemlich cool. Aber als damals dann alle Azubis gemustert wurden, wurden Vriska und Max für die Quali gewählt. Sie sind beide vom gleichen Hof und er scheint das nicht so gut zu verkraften.”, erzähle ich offen. Wieder wirft Vriska mir böse Blicke zu.
      “Ich hab doch nichts schlimmes erzählt, ist doch so”, füge ich hinzu.
      “Aber es gibt noch mehr Gründe, denke ich”, sagt Vriska noch.
      “Ich find es voll lustig, dieses Jahr gibt es total viele Zwillinge. Bei Vriska am Hof sind auch Zwillinge, Stute gesund und auch die beiden Fohlen. Ein Kumpel von mir in Deutschland hat auch gesunde Zwillinge”, erzähle ich weiter, dann hocke ich langsam hin und Mimi kommt neugierig wieder zu mir. Vorsichtig streiche ich ihr über den Kopf.

      Jace
      “Ja, wir waren auch ein wenig Überrascht, als es zwei Fohlen wurden und dann auch noch so hübsche”, erzählte Samu um das Thema zu wechseln.
      Mimi hatte schnell beschlossen, dass von Milena keine Gefahr ausging und begann auch so gleich sie anzuknabbern. “Bei der kleine musst du Aufpassen, sie ist ganz schön frech” warnte ich sie noch. Minnie Maus war inzwische bei uns angekommen. Die verschmuste Stute forderte auch sofort ein Streicheleinheit bei Vriska ein, während die kleine Minya sich hinter ihr versteckte.
      “Es ist echt erstaunlich, wie unterschiedlich die Fohlen doch sind”, sagte ich während ich Mitena ein wenig streichelte. Candela fand uns langweilig und war schon wieder dabei Gras zu fressen.

      Währenddessen bei den Jungs …

      Niklas
      Gemeinsam sitzen wir mit kalten Bier vor unseren Bungalows und halten unsere Gespräche über die neuen Mädchen ab. Anna und Linh sind gerade gegangen um ihre Pferde zu besuchen.
      “Leute, ihr wisst was heute Abend wieder ansteht”, beginne ich zu sagen.
      “Jauu, wir müssen den Mädls zeigen wer der Chef ist”, antwortet Chris.
      “Richtig. Deswegen: Wer zuerst sich eine klärt, darf dieses Jahr Kapitän der Mannschaft sein.”, schlage ich vor. Die letzten Jahre habe ich immer Gewonnen, allerdings habe ich dieses Jahr echt ein Problem. Zur Zeit habe ich mit Anna was am laufen, deswegen zählt es nicht und ich muss eine von den neuen bekommen.
      “Warum müssen wir das jedes Jahr aufs neue machen?”, fragt mein bester Kumpel.
      “Brudi, wir müssen den Weibern klar machen, dass nur wir die Punkte für die Mannschaft holen können und sie zu machen haben, was wir sagen.”, erkläre ich ihm noch mal und Boxe ihm in den Arm. Er nickt und ist wieder Still. Alle feiern wie jedes Jahr die Aktion, nur ist offenbar dieses Jahr nicht ganz so bei der Sache. Nachher werde ich mal etwas ergründen wieso.

      Jayden
      Ich war gerade mit British fertig geworden und hatte die Stute weggebarcht, als ich die Jungs Entdeckte. Ich könnte eine Pause ganz gut gebrauchen. “Hey darf man sich zu euch setzen?”, fragte ich nach. Ich war schon ein wenig neugierig, wie die Jungs in einem Nationalteam so drauf sind. Scheinbar hatten sie sehr fragwürdige Traditionen, soweit ich aus dem Gespräch entnehmen konnte.

      Niklas
      “Selbstverständlich, willst du auch mitmachen? Den Kapitän können wir dir zwar nicht anbieten, aber wenn du gewinnst, kannst du dir aussuchen was du willst oder wir machen sollen.”, schlage ich dem neuen vor.
      “Wer bist du denn?”, frage ich ihn darauf hin. “Stell dich doch mal kurz vor”, füge ich hinzu.

      Jayden
      “Ne, lass mal”, antworte ich dem jungen Mann, der sich nicht vorgestellt hatte. “Also ich bin Jayden und arbeite hie als Bereiter in der Sparte der Vielseitigkeit. Wer seid ihr alle?”, stellte ich mich vor.

      Niklas
      “Schade, ist jedes Jahr ziemlich lustig”, antworte ich ihm. Offenbar scheint er nicht so offen für unsere Scherze zu sein, aber nicht schlimm. “Also ich bin Niklas und seit 4 Jahren im Team. Die anderen sind Chris, Björn, Erik, Finley, Hannes, Matts und ..”, da stoppe ich mit der Vorstellung der Jungs, weil mein Kumpel schon wieder weg ist. “Gut und mein besten Kumpel kann ich dir nicht vorstellen, weil er sich schon wieder aus dem Staub gemacht hat. Seit dem wir die Reise am Flughafen in Stockholm begonnen haben, ist er andauernd weg. Es nervt langsam”, beschwere ich mich.
      “Ganz ruhig, ich glaub er hat sich schon wen ausgeguckt”, antwortet Björn.
      “Du wirst recht haben”, antworte ich wieder gelassener.
      “Sollten wir dann nicht langsam mal Alk für den Abend besorgen? Der Kasten ist fast leer. Aber sag mal, wie ist es hier bei euch in Kanada? Wie kauft man hier am besten Alkohol, weil bei uns in Schweden ist es extrem teuer und es gibt auch nur in ausgewählten Läden welchen. Meistens holen wir den mit der Fähre in Deutschland und dann direkt richtig viel”, erkundige ich mich bei Jayden.

      Jayden
      “Also bei uns kauft man den Alkohol ganz normal im Getränkeladen. Hier muss man eher darauf achten wo man trinkt, da das trinken in der öffentlichkeit strengsten untersagt, genauso wie in Fahrzeugen”, erklärte ich den Jungs.

      Niklas
      “Ah wie Krass, hast du Bock mit uns in die Stadt zu fahren was kaufen?”, frage ich ihn.
      “Ihr vom Hof seit natürlich alle herzlich eingeladen zum Grillabend”, lade ich ihn ein.

      Jayden
      “Klar, warum nicht ich bin gerade eh fertig mit meinen Pferden”, antworte ich den Jungs. “Ich denke wir werden alle gerne kommen”, meinte ich noch. “Nur eine frage, wie gedenkt ihr in die Stadt zu kommen, hier fährt kein Bus”, wies ich die jungs darauf hin.

      Niklas
      “Ihr habt doch sicher ein Auto oder so?”, frage ich ihn etwas entblüft. “Ansonsten nehmen wir halt die Pferde.”, schlage ich vor.

      Jayden
      “Natürlich haben wir ein Auto”, sagte ich lachend. “Allerding ist mit dem einen Jamie gerade unterweg und mit dem anderen Luchy und eure Trainerin, die wollte noch irgendetwas einkaufen gehen”, erläuterte ich den Jungs die Lage.. “Na, dann sattelt eure Pferde”,sagte ich noch und stand auf.

      Niklas
      “Jungs, ihr habt den Chef gehört - Auf Auf!”, sage ich lachend, “Denkt an festes Schuhwerk - Sicherheit geht vor!”, füge ich noch hinzu. In der Hütte ziehe ich Reitstiefel an und halte noch das T-Shirt in der Hand, dennoch entscheide ich mich dagegen. Noch kurz vorm rausgehen greife ich meine Handschuhe und den Helm, dann geht es zu Smoothie, die mit den anderen Stuten auf der Weide steht.
      “Smooth, kommst du bitte”, rufe ich meine Schimmelstute und pfeife einmal. Im Trab und gespitzten Ohren kommt sie auf mich zu. Kurz führen wir ein sehr intimes Gespräch und laufen zum Stall, damit ich sie dort noch putzen kann.
      “Ey Jungs mit oder ohne Sattel?”, frage ich in die Truppe.

      Jayden
      “Also ich werde ohne reiten”, antworte ich Niklas und putzte meiner Perlinostute den Kopf, bevor ich begann die Hufe auskratzen. Miss Leika kratze mit den Hufen ungeduldig über den Boden. “Lass, das Leika du machst dir doch nur deine Eisen kaputt”, schimpfte ich mit der Stute und klopfte ihr auf die Schulter damit sie aufhörte.

      Niklas
      “Ihr habt gehört, Eier Quetschen!”, rufe ich in die Runde. Völlig gelassen steht Smoothie da bis es los geht. Sollte ich meinem Kumpel Bescheid sagen, dass wir jetzt Alk besorgen? Pech, er wird sehen was er davon hat.
      “Also Cheffe, du weißt uns ein, wir folgen dir”, sage ich zu Jayden und klopfe ihm auf die Schulter. Dann gehe ich zu meiner Stute, die ich aus der Stallgasse führe und steige auf. Lange habe ich nicht mehr solche Schmerzen verspürt. Nach einigen Minuten wird es besser.

      Jayden
      Vor dem Stall hatte ich mich auf meine Stute geschwungen. Ich war ein wenig amüsiert über Niklas der scheinbar nicht sonderlich oft ohne Sattel ritt. Ich hatte das Glück das Leike kein sonderlich ausgeprägten Widerrist hatte. “Mir nach”, rief ich der Truppe zu und ritt zur Hofeinfahrt. “Passt auf euren Kopf auf”, warnte ich sie noch kurz bevor wir die niedrige Durchfahrt des Torstalls passierten.

      Niklas
      “Zu Spät”, rief ich Jayden zu nachdem Chris sich schön den Kopf gestoßen hat. “Du Trottel”, kommentierte ich seine erste Erschütterung. Er winkte nur ab.
      “Ihr Dorfmenschen, reitet ihr oft ohne Sattel?”, frage ich neugierig.

      Jayden
      “Ja, klar besonder die Ausritte im Sommer, wenn es zum Bach runter geht machen wir ohne Sattel, der würde sonst Nass werden”, antwortete ich ein wenig belustigt. “Im Winter hat das auch manchmal Vorteile, der Po bleibt schön warm”. Es dauerte nicht lange da kamen wir in den Wald. “Wie trittsicher sind eure Pferde? Entweder wir nehmen den kurzen Weg, der ist allerding sehr steil und steinig, da hat sich so manche unerfahrenes Pferd auch schon mal hingepackt oder wir nehmen den etwas längeren Weg der flacher ist.”, fragte ich die Jungs als wir an die Stelle kamen, wo der schmale Trampelpfad abzweige.

      Niklas
      „Das sollten die hinbekommen. Die Pferde sind alle im Training zum Geländespringen, da ist so ein bisschen Hügellandschaft kein Problem“, sage ich selbstsicher und folge Jayden auf seiner hellen Stute.
      „Was reitest du mit ihr für Turniere?“, frage ich.

      Jayden
      “Ich reite hauptsächlich Spring- und Geländetuniere mit ihr”,antworte ich dem Reiter hinter mir. “Achtung, dieses Stück ist besonder Steil, am besten lasst ihr eure Pferde einfach laufen”. Am Ende des Weges würde das Flusstal sein. Von dort aus müssen wir nur noch dem Fluss folgen und dann würden wir in der Stadt sein.

      Als die Mädchen sich die Fohlen angeguckt haben, das Kanadische Team nun auch ihren Weg zu Whitehorse Creek gefunden hat und die Jungs so viel Alkohol gekauft haben, das man damit Bayern für 8 Jahre versorgen kann, beginnt nun allmählich der Grillabend. Selbst die Trainer haben schon die ersten Schlückchen zu sich genommen. Die Stimmung ist locker und spaßig. Als DJ agieren verschiedene Musikboxen die miteinander verbunden sind und alle können jeder Zeit Musik zur Playlist hinzufügen. Mittlerweile liegt auch schon Essen auf den Grill und das Beilagen Buffet ist angerichtet.

      Vriska
      „Los sprich ihn doch mal an. Stell dich nicht so an. Ich komme auch mit“, sagt Milena zu mir, die in weniger als 10 Minuten schon zwei Bier sich hinter gekippt hat. Mein Radler ist noch immer verschlossen, weil ich den Deckel nicht aufbekomme. Fröhlich schubst sie mich vor sich her und tippt den mir noch unbekannt an. „Heyo, das ist Vriska. Sie findet sich mega heiß. Ach ja, kannst du ihr Radler auf machen? Sonst hat sie noch weiter schlechte Laune und ich denke, dass können wir hier alle nicht gebrauchten“, Quatscht sie wie aus einem Wasserfall den Abtrünnigen voll. „Öhm, klar“, antwortet er und ich reiche ihm meine Flasche. Mit einem gezielten Schlag seiner Hand auf dem Tisch mit der Flasche ist der Deckel offen. In der Zeit ist Milena verschwunden ich stehe sehr unbeholfen da. Wenn es nicht so warm wäre, würde ich sagen, dass ich aussehe wie ein im regenstehender Pudel.
      „Danke“, antworte ich kurz gebunden.
      „Und was jetzt?“, fragt er mich freundlich.
      „Gute Frage“, erwidere ich.

      Lina
      “Wow, was du da mit der Flasche gerade gemacht hast ist verdammt cool”, sagte ich zu dem jungen Mann. “Hallo, ich glaube ich hab mich bei euch noch garnicht vorgestellt. Ich bin Lina”, sprach ich weiter.

      Vriska
      „Hey du, ich muss jetzt leider wieder rüber“, sagt er und haut ab. Lina und ich schauen uns.
      „Hashtag Unangenehm?“ sage ich mit leichten Fragezeichen in den Augen. Wir lachen.
      „Wir können uns gern später unterhalten aber ich muss Milena suchen. Die trinkt immer so viel auf Partys und wird dann super unangenehm. Das versuche ich zu verhindern.“, erkläre ich ihr und winke ich zur als ich die kleinen Grüppchen abklappere. Man wo steckt die bloß. Wie kann man so schnell sein. Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Sie hängt bei den Jungs ab und wer sitzt da auch bei? Natürlich Max. Mir bleiben nun nur zwei Sachen - Abhauen und Zimmer oder Milena retten. Bei beiden Möglichkeiten stehe ich wie der Idiot da, obwohl das tue ich auch so. Im Gegensatz zu allen anderen sehe ich aus wie frisch von der Couch aufgestanden. Zwar habe ich noch immer eine Jogginghose an, aber natürlich eine andere, wer hat schon nur eine Jogginghose. Zum Glück ist das eher eine Sportjogginghose und nicht eine Baumwolle wie vorhin. Dann hätte Milena mich vermutlich geköpft. Auf dem ersten Blick tragen alle anderen Kurze Hosen oder ein Kleid, alle sehr elegant - und dann ich. Kein Wunder das er nicht mit mir reden wollte. Auch ihn bemerke ich in der Truppe bei den Jungs, immer wieder gucke zu ihm rüber bis ich bemerke das er mich erwischt hat. Er winkt mich zu sich. Gewappnet mit einem großen Schluck aus meinem Radler gehe ich rüber.
      „Warum guckst du immer nur, du kannst doch auch mit mir sprechen?“, sagt er und legt ziemlich cool seinen Arm um meine Schulter, dann zieht er mich an sich heran in die Truppe hinein.
      „Siehst du Vriska, war das jetzt so schlimm?“, scherzt Milena und kippt von der Bank.
      „Mein Gott, wie viel habt ihr noch in die hineingefüllt? Der Abend ist nicht einmal eine Stunde jung“, sage ich empört ich möchte zu Milena, doch der heiße Kerl hält mich fest. Einen bösen Blick werfe ich ihm zu, doch er geht nicht drauf ein und hält mich weiter fest. Ich gebe auf. Niklas beugt sich zu ihr und hilft ihr hoch, dann bin ich wieder entspannt.
      „Guck Vriska, es läuft auch ohne dich alles glatt“, scherzt sie wieder.
      „Na dann, kann ich ja zurück ins Zimmer“, sage ich und freue mich innerlich wirklich schon auf mein Bett, doch ich werde wieder festgehalten.
      „Nein, Fräulein, du bleibst“, sagt er zu mir und hält mich an der Hüfte. Ich verstehe die Welt nicht mehr, was gteht hier ab?
      „Ach hast du schon wen?“, scherzt Niklas der nun zu uns stößt.
      „Neee, aber Milena meinte, dass sie mal etwas Spaß vertragen könnte, deswegen versuche ich sie am Gehen zu hindern.“ erklärt mein heißer Typ seinem Kumpel.
      „Viel Erfolg. Ich gehe mit Milena erstmal Tanzen“, sagt Niklas und haut mit meiner Freundin im Arm ab.
      „Jetzt lass mich los“, langsam werde ich sauer.
      „Ja ja alles gut. War doch nur ein Scherz“, entschuldigt er sich.
      Wir setzen uns auf die Bank und beobachten das Geschehen.
      „Warum trinkt sie immer gleich so viel? Es hat doch nicht mal richtig angefangen“, jammere ich mich bei ihm aus.
      „Du hast echt keine Ahnung. Ich kenne sie auch nicht länger als dich und du beschwerst dich nur. Da ist mir deine Freundin lieber“, sagt er ehrlich zu mir.
      Wieder springe ich sauer auf, dann realisiere ich erst, was er gesagt hat. Natürlich hat er recht und setze mich wieder.
      „Sag ich ja“, fügt er dann hinzu.
      „Sorry, mich nervt das einfach nur mit Milena. Wir wollten uns zusammen einen lustigen Abend machen und dann ist sie jetzt schon Sturzbetrunken und Angelt sich den ersten Typen den sie findet. Bei meinem Glück darf ich dann auch heute draußen Schlafen“, sage ich zu ihm und bemerke, dass ich schon wieder jammere.
      „Lehn dich zurück und entspann dich“, sagt er zu mir und Streicht mir über den Oberschenkel. Irgendwie fühlt es sich gut an, aber wenn ich es nicht besser wüsste, scheint er auch genauso oberflächlich zu sein wie seine Kumpels.
      „Können wir es beim Reden belassen?“, bitte ich ihn. Er nickt.
      „Das Pony vorhin ist dein Partner im Team oder?“, fragt er interessiert.
      „Für Euch mag das ein Pony sein, aber Glymur ist ein Islandpferd. Sie mögen körperlich nicht die größten sein, doch im Herzen sind die Größten.“, sage ich zu ihm. Irgendwie sollte es aber klüger klingen als es dann war. Blöd. Aber er muss lachen.
      „Dann war das halt dein Pferd fürs Team“, korrigiert er sich.
      „Ach du bist doch doof“, sage ich zu ihm und setze mich auf seinen Schoß. Er legt seine Arme um mich.
      „Was geht denn hier ab?“, fragt Milena, die mit Niklas wieder kennt.
      „Ju, können wir kurz mal“, sagt Niklas mit ernster Miene zu ihm. Er nickt und beide gehen. Milena zieht mich auf die Tanzfläche und allmählich fange ich doch an Spaß zu haben.

      Niklas
      „Was soll denn der Mist?“, frage ich meinen Kumpel sehr ernst.
      „Wir haben uns doch nur unterhalten und du hast sogar mit ihrer Freundin getanzt, obwohl du was mit Anna zu laufen hast. Also eigentlich müsste ich dich voll schnauzen.“, beschwert er sich bei mir.
      „Du weißt ganz genau, dass dich das nichts angeht. Zumal du eh nicht in der Lage bist das Team zu leiten, also behalte deine Finger schön bei dir!“, erkläre ich ihm nochmal und dann gehen wir zurück.

      Vriska
      Ich sehe die Beiden zurückkommen und er scheint nicht glücklich zu sein, wird wohl ein scheiss Gespräch gewesen zu sein.
      „Geh lieber zu ihm“, sagt Milena ernst und ich laufe rüber.
      „Was denn“, mault er mich an.
      „Sorry das ich mich bei dir erkundigen wollte was los ist. Du wirkst so wütend“, sage ich vorsichtig zu ihm, schließlich möchte ich mir die Chance nicht verspielen.
      „Ja, Niklas ist nicht so begeistert, dass du auf meinem Schoß saßt. Wir haben da so eine blöde Wette im Team, wer zuerst sich ein Mädchen krallt von den neuen, darf Kapitän sein für die nächste Saison. Sonst hat Niklas immer gewonnen aber jetzt wollte ich meine Chance mal nutzen …“, sagt er eh ich ihn unterbreche.
      „Bitte was. Du hast dich nur mit mir unterhalten wegen eurem blöden Spiel? Es reicht, ich gehe“, völlig aufgelöst will ich los gehen, doch er hält mich Arm fest und zieht mich fest an ihm.
      „Ne bitte bleib, ich möchte wirklich nur ein Gespräch mit dir führen. Ich finde dich nett und Milena meinte ja auch, dass du mich gut findest. Also lass uns doch einfach gucken, wo uns das hinführt“, schlägt er vor und guckt extrem niedlich.
      „Na gut, unter einer Bedienung“, sage ich verschmitzt zu ihm.
      „Die wäre?“, fragt er gespannt.
      „Wir essen jetzt erstmal was“, lache ich und wir gehen zum Buffet.

      Lina
      Jace hatte ich den ganzen Abend noch nicht gesehen, aber eigentlich will ich ihn auch gar nicht sehen. So hatte ich mich mit einigen Leuten unterhalten, doch so langsam verschwanden die ersten ins Bett. Also saß ich allein am Feuer und starrte in die Flammen. Auf einmal setzte sich jemand neben mich. “Ach Samu du bist es”, sage ich ein wenig enttäuscht. “Wow, wenn das nicht eine freundliche Begrüßung ist”, antworte er mit ironie in der Stimme. “Du bist doch blöd”, sagte ich zu meinem besten Freund und boxte ihn gegen den Arm. “Wen hast du denn eigentlich erwartet?”, fragte er nun etwas gefühlvoller nach. “Du weißt genau wen ich erwartet hab”, antworte ich und rollte mit den Augen. “Jaja, deinen Jace hast du erwartet. Tja da muss ich dich leider enttäuschen, den habe ich vorhin irgendwo mit einer Gruppe Mädels gesehen, voll im Flirtmodus”, antwortete mir der Finne. “Ach man ich versteh diesen Mann einfach nicht”, sagte ich und lehnte mich an seiner Schulter an “Einmal ist er total süß und nett und dann ist aufeinmal wieder so… so Jace halt”, jammerte ich ein wenig vor mich in. Samu nahm mich in den Arm und sagte” Du vergisst jetzt mal deinen Herzensbrecher und wir genießen den restlichen Abend. Ich geh und Marshmallow und Kekse holen, dann gibt es erst einmal leckere S'mores”. “Vergiss die Schokolade nicht”, rief ich ihm noch hinterher als er verschwand um die Zutaten zu holen.

      Vriska
      “Warte mal bevor wir essen.”, unterbreche ihn bevor er sich setzen kann. “Guck Lina sitzt dort alleine herum, wollen wir uns nicht dazu setzen?”, frage ich rhetorisch und laufe mit meinem Teller. In meinem Kopf rollt er mit den Augen aber folgt mir.
      “Na du, sorry das ich so schnell weg musste. Wie ist dein Abend bisher?”, frage ich sie gespannt.

      Lina
      “Naja, geht so”, antworte ich Vriska. “Aber jetzt kommt der bessere Teil. Kennst du Smores?”, fragte ich Vriska und ihre Begleitung. Samu kam gerade auch wieder um die Ecke, beladen mit einer großen Packung Kekse,Marshmallows und Schokolade. “Oh, da ist Samu ja schon”, sagte ich und ging Samu entgegen um ihn etwas von seiner riesen Ladung abzunehmen.

      Vriska
      “Nein sagt mir gar nichts, aber ich möchte erst mal was richtiges essen. Auf dem Flug hier war es einfach unmöglich etwas veganes zu finden.”, erzähle ich fröhlich und schiebe mir eine Gabel voll mit dem Gemüse in den Mund.
      “Du sei mir nicht böse, aber ich werd mal rüber gehen zu den Jungs”, sagt er zu mir. Ich gucke ihn verwundert an und nicke dann. Dann geht er.
      “Also wo waren wir? Ach ja, S’Mores. Nein kenne ich nicht. Was ist denn da drin?”, frage ich Lina.

      Lina
      “Eigentlich ganz simpel. Man nimmt ein Marshmallow brät ihn gut durch und packt ihn zwischen zwei Kekse. Je nach Geschmack kann man auch noch Schokolade oder ähnliches dazu packen”,erklärte ich Vriska. “Wie war euer Flug denn, es ist ja ganz schön weit von euch hierher. Ich kann dir sagen du kannst dich schon darauf vorbereiten, das dein Pferd morgen ganz schön müde sein wird. Divine war ganz schön fertig als wir ankamen. Ihr habt doch den Tinker bei euch, wie Läufte es denn so mit ihr?”, erzählte ich schon deutlich besser gelaunt.

      Vriska
      “Ja das denke ich auch, aber morgen haben wir am Nachmittag auch erst Training, wenn ich Frau Wallin richtig verstanden habe. Allerdings wollen die auch irgendwelche Spiele zur Teambildung machen. Mal gucken.”, fange ich an zu erzählen. Dann fragt Lina mich nach Holy.
      “Ach Holy meinst du? Vor meiner Abreise habe ich noch bis zum letzten Tag mit ihr gearbeitet, damit Hedda und Folke weniger zutun haben. Für die drei tut mir es leid, dass ich nun nur noch im Normalfall am Wochenende dort bin. Aber ich denke, dass sie Holy auch ohne mich in eine gute Richtung lenken. Bei ist das Weiße Pferdchen oder?”, erkundige ich mich.

      Lina
      “Das ist schön das es bei euch so gut Läuft. Ja, genau ich trainiere Divine. Wir haben vor zwei Wochen angefangen ihn zu reiten. An sich macht er das auch echt brav, aber das Problem ist dass er alleine nicht Läuft. Er läuft nur wenn ein anderes Pferd neben ihm läuft. Wir haben den Verdacht, dass es dadurch kommt, dass es vermutlich nur zweispännig gefahren wurde”, erzählte ich munter. “Du hast aber auch ein echt schicken Kerl mitgebracht”, kommentierte Samu der gerade dabei war die ersten Marshmallows zu rösten.

      Vriska
      “Freut mich zu hören! Holy durfte aktuell nur den Reiter als Gegenstand am Boden kennenlernen, aber ich denke sie fangen jetzt auch an mit dem Reiten. Hedda saß ja schon mal drauf, was wohl ganz gut geklappt hat.”, erzähle ich weiter.
      “Vriiiiisiiiii!”, brüllt Milena zu mir und kommt angerannt.
      “Sach ma’. Wie alt bist du eigentlich? 8 Jahre? Ich unterhalte mich gerade”, tadel ich sie und merke, dass ich wie meine Mutter klinge.
      “Sorry aber dein Dude knutscht ne Andere”, erzählt sie mir belustigt.
      “Also erstens kann man das freundlicher erzählen und zweitens ist es nicht mein Dude. Ich fand ich bisher nur ganz gut, aber wenn er wen anderes hat, freut mich das natürlich. Dann kann ich mich nun besser auf unser Team konzentrieren”, sage ich zu Milena, die schon wieder abhaut. Ich schüttle nur meinen Kopf und drehe mich zurück zu den anderen Beiden. In meinem Kopf tausende Bilder von dem kurzen Moment mit ihm und auch die Vorstellung, dass er offenbar schon jemand hat. Es schüttelt sich in mir und ich brülle: “STOP!” Alle gucken zu mir. “Entschuldigung”, füge ich dann hinzu und alle machen weiter. Man, jetzt mache ich mich hier auch noch zum Affen.
      “Ich würde mich gern gleich weiter unterhalten, aber ich muss mal kurz weg. Bin gleich wieder da.”, sage ich zu Lina und Samu. Dann stehe ich auf und renne weg. Genau, Rennen ist gerade das richtige. Mitten auf dem Hof stehe ich und überlege wohin, in den Wald? Zur Straße? Oder nur zu Glymur. Die Entscheidung fällt auf Glymur, der genüsslich in seiner Box das Heu knabbert.
      “Auch wenn wir uns noch nicht lange kennen, hoffe ich, dass du nicht so Idiot bist wie alle anderen Kerle in meinem Umfeld”, erzähle ich meinem Hengst als er hektisch den Kopf hoch reißt. Bitte nicht schon wieder der Kerl, denke ich, als dann Max im Eingang steht.
      “Was willst du denn hier?”, frage ich ihn entsetzt.
      “Eigentlich wollte ich nur zu den Stuten, aber hab dann hier Licht gesehen und war neugierig. Da du jetzt hier bist, wollte ich eigentlich den Moment nutzen, um mich bei dir zu entschuldigen. Die letzten zwei Wochen war ich echt ein Arsch und das ist nicht richtig, du hast hier den Platz genauso verdient wie ich.“, sagt Max mit einem imaginären eingezogenen Schwanz.
      „Schon gut, aber geh jetzt bitte. Ich brauche meine Ruhe“, würge ich ihn ab. Er nickt und verlässt den Stall. Endlich bin ich allein. Erschöpft lehnte ich mich an die Box von meinem Pferd und genieße die fast Stille. Aus dem Hintergrund hört man nur die Feier, die immer noch kein Ende findet.

      Milena
      “Hast du nicht gemacht!”, grölt Niklas als ich zurückkomme.
      “Highfive”, sage ich zu ihm und hebe meine Hand. Er und seine Kumpel bis auf Ju schlagen ein.
      “Krasse Aktion”, sagt der eine.
      Mittlerweile denke ich schon, dass es nicht nett gegenüber meiner besten Freundin war aber ich wollte auch mal coole Freunde haben. Wie auch Vriska gehörte ich immer zu der komischen Randgruppe, die zwar da sind aber nur wirklich existieren, wenn man was braucht. Aber jetzt darf ich auch mal was machen.
      “Hast du Lust mit zum Wasser zu kommen?”, reißt mich Niklas aus meinen Gedanken
      “Ja klar sehr gern. Wollen wir die anderen auch noch fragen?”, frage ich ihn. Er nickt. Ich laufe die kleinen Grüppchen ab und lande am Ende wieder am Feuer, wo Vriska vorhin noch war. Doch sie ist mal wieder nicht da. Dennoch frage ich die anderen Beiden vom Hof: “Habt ihr Lust mit ans Wasser zu kommen?”

      Samu
      “Du bist scheinbar nicht die einzige, die die Männerwelt nicht versteht”, meine ich lachend zu Lina nachdem Vriska verschwunden war. Mittlerweile waren die ersten Smorese fertig. “Für heute bis du mein Lieblingsmann”, neuschte Lina während sie ihre Smores verspeißte. “Ich fühle mich sehr geehrt”, antworte ich ein wenig gespielt hochnäsig, was dazu führte, dass Lina so sehr lachen musste dass sie sich fast verschluckte. “Willst du mich eigentlich umbringen”, sagte Lina lachend, als sie wieder Luft bekam.

      Währenddessen bei Jace.

      Jace
      Ich hatte mich zu einer Gruppe gutaussehender Mädels gesellt von denen einige schon eine Menge intus hatten, wobei ich zugegebenermaßen auch ganz gut dabei war. Ich saß neben einer hübschen Blondine die sich mir als Abigail vorgestellt hatte. Mit der Gruppe hatten wir eine ganz Weile Bierpong gespielet, das hatte allerding ein Ende gefunden als eins der Mädels mit irgendeinem Jungen verschwunden war und ein paar andre Hunger bekommen hatten. “Wie gefällt es dir bisher hier?”, frage ich Abigail. “Mit dir gefällt es mir sehr gut hier”, antwortete sie und platzierte sich auf meinem Schoß. “Echt du hast echt wundervolle Augen, dieses blau und dieses braun, einfach Wow”, flüsterte sie mir zu und strich mir durchs Haar. “Das bekomm ich öfters zu hören”, raunte ich zurück und setzte meinen Flirtblick auf.

      Lina
      “Einfach göttlich diese Dinger”, sagte ich fröhlich vor mich hin mapfent zu Samu. Mein bester Kumpel hatte es mal wieder geschafft den Abend zu retten. “Ganz schön klebrig das Zeug. Ich geh mal meine Finger waschen”, sagte ich nachdem ich alle Smores erfolgreich verputzt hatte und stand auf um in Richtung Haus zu laufen. Auf dem Weg begegnete ich Milena, die uns fragte ob wir schwimmen gehen wollte. “Später vielleicht”, antwortete ich im vorbeigehen. Auf dem Weg zu Haus kam ich an den Tischen vorbei und entdeckte ihn. Jace saß dort mit einem Mädchen auf dem Schoß und sah nicht gerade abgeneigt aus. War ja klar typisch Jace. Ich spürte wie eine Mischung aus Enttäuschung und Wut in mir hochstieg. Ich spürte wie sich Tränen an bahnten und dann übernahmen meine Füße die Kontrolle. Zielstrebig trugen sie mich zur Sommerkoppel. Meine Augen suchten die Koppel nach etwas bestimmten ab und am Waldrand fand ich was ich suchte. Das weiße Fell leuchtete nahezu im Mondlicht. “Divine”, rief ich leise über die Koppel und schon sah ich wie der weiße Fleck am Waldrand sich in Bewegung setzt. Eine halbe Minute später stand der weiße Freiberger vor mir. “Warum ist er nur so? Ich dachte er hätte es endlich kapiert, aber kaum kommt ein hübsches Mädchen schaltet er sein verdammtes Gehirn ab.”, schrie ich den Hengst schon fast an während mir die Tränen über das Gesicht rannen. Der Hengst schnupperte mir übers Gesicht und pustete mir freundlich seine warme Luft ins Ohr. “Sorry, du kannst ja nix dafür mein großer”, sagte ich nun etwas sanfter und strich dem Hengst durch die wuschelige Mähne. Auf Einmal knackt es irgendwo in der Entfernung und Divine richtete Aufmerksam die Ohren auf. “Was war das denn?”, flüsterte ich. Nervös begann Divine nun mit dem Schweif zu schlagen.


      Vriska
      Noch genießte ich die Ruhe, eh ich durch weinenartige Geräusche gestört werde. Langsam öffne ich meine Augen und merke nur im Augenwinkel das jemand vorbei rennt. Da steigt in mir meine Helfersucht wieder hoch, ich erhebe mich und werde der Person folgen um zu gucken, ob ich etwas tun kann. Der Weg führte mich zu einer großen Weide auf der offensichtlich Lina bei dem Freiberger ist.
      „Erschreck dich nicht!“, rufe ich ihr flüsternd zu. Schnell dreht sie sich um.
      „Alles gut bei dir? Willst du reden?“, frage ich sie freundlich als ich auf ihr zu gehe. Vorsichtig strecke ich dem Hengst meine Hand entgegen und werde beschnuppert.

      Lina
      “Naja, es ist wegen Jace er ist einfach ein Idiot”, sagte ich zu Vriska. Nachdem der weiße Hengst Vriska inspiziert hatte beruhigte er sich auch wieder ein wenig. “Ein Idiot der scheinbar nur mit seinem Schw... denkt”, fügte ich noch hinzu. “Scheinbar sind die Pferde die einzigen Männer den man trauen kann”, sagte ich während ich Divine den Schopf aus der Stirn strich.

      Vriska
      So traurig das auch ist, ich musste Lachen. „Dem habe ich nichts weiter hinzufügen. Ich dachte echt, dass ein Kerl an mir interessiert ist, den ich heute früh das erste mal in meinem Leben gesehen habe. Irgendwie hat es in mir ein total wohlfühlendes Gefühl auslöst als ich ihn sah, naja blöd. Hoffentlich entpuppt sich mein Glymur nicht als so derartig Schwanzgesteuert.“, erzähle ich ihr um sie auf zu muntern.
      „Ich hab ne Idee! Irgendwie habe ich mitbekommen das die jetzt alle wohl Baden gehen. Wollen wir da auch mal hingehen und denen einen Streich spielen oder sie schockieren?“, schlage ich vor und während ich es ausspreche geht die Idee in meinem Kopf offenbar durch eine Tür.

      Lina
      “Oh ja, das klingt nach einer super Idee”, sagte ich begeistert und wir machten uns auf den Weg zum Fluss. “Gegen eine hübsche Stute wirst du kaum eine Chance haben”, erwiderte ich lachend. “Hier in der Nähe steht ein Fohlen von deinem hübschen Kerl. Ich wollte die Tage eh Alec besuchen, wenn du willst nehm ich dich mit, dann kannst du dir die kleine mal Ansehen”,fügte ich noch hinzu. Nach ein paar Meter zog ich sie auf einen Pferd zwischen den Büschen “Hier, entlang”, flüsterte ich. “Wenn wir von hier kommen können sie uns nicht sehen”

      Vriska
      „Ah cool! Sehr gern, machen wir.“, flüstere ich ihr zu. Als wir bei der Truppe ankommen fällt die Ultimative Idee ein.
      „Guck mal die sind alle Baden, du müsstest Jace Kleidung erkennen oder? Lass und die richtig nach Kindermanier mit nehmen und irgendwo hinpacken. Niemand weiß das wir hier waren. Schließlich hat es keiner mitbekommen, außer das wir bei unseren Pferden waren.“, schlage ich Lina vor und halte meine Hand vor meinem Mund, damit ich nicht lache.

      Lina
      “Oh, super Idee. Praktischerweise ist es gleich der Haufen da vorne”,flüsterte ich und deutet auf einen kleinen Kleiderhaufen. Die badenden waren ein ganzes Stück weiter Flussabwärts, sodass es kein Problem sein würde die Klamotten unbemerkt zu stibitzen. Leise schlichen wir zu dem Kleiderhaufen und sammelten ihn auf, bevor wir genauso lautlos wie wir gekommen waren wieder im Gebüsch verschwanden. “Lass uns die Sachen auf dem Hof irgendwo verstecken, soll er mal sehen wie er zurück kommt”, schlug ich vor und musste mich echt zusammenreißen um nicht zu kichern.

      Vriska
      „Sehr gut! Machen wir. Aber bevor wir am Hof sind müssen wir noch den Sand von unseren Schuhen entfernen, das fällt sich vielleicht auf!“, sage ich noch zu ihr und nehme mir das T-Shirt aus dem Haufen, den sie auf dem Arm hat und wische meine Schuhe ab.
      „Waschen wird er wohl schaffen“, füge ich schelmisch hinzu.

      Lina
      Auch ich säuberte meine Füße und es ging zurück zum Hof, wo wir im Stall auch einen Ort fanden, wo Jace so schnell nicht suchen würde. “Das war eine super Idee”, sagte ich zu Vriska und gab ihr ein high five. “Wie wärs wenn wir zurück zum Feuer gehen?”.

      Die Stimmung von Vriska und Lina war nun wieder besser, nachdem beide innerhalb von kurzer Zeit von ihren Typen sehr enttäuscht wurden. Dennoch gab es für Vriska keinen Grund dafür, schließlich hatte Ju nichts falsch gemacht, lediglich ihre beste Freundin hat nun keine weiße Weste mehr. Nach ungefähr einer Stunde war der Pegel der Badenden nicht mir auf hochtouren, weswegen schnell der Entschluss gefasst wurde zurück zu gehen und sich wieder auf höhere Zahlen zu bringen. Doch für Jace gab es eine böse Überraschung. Alle konnten sich wieder ankleiden, schließlich war der größte Teil nackt in den Fluss gegangen, so wie er auch. Nur fand er seine Sachen nicht mehr. Freundlicherweise stellte Niklas ihm seine Hose zur Verfügung, damit er nicht gänzlich unbekleidet zurück muss. Für alle war es dennoch sehr lustig - Jace’ Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen.
      Zur gleichen Zeit am Hof konnten Vriska und Lina sich nicht zusammenreißen und mussten Samu von der Aktion erzählen. Anfangs war er sehr negativ demgegenüber gestimmt, doch als Jace wütend zurück kam, musste er auch ziemlich lachen und war auf der Seite der Mädels.

      Jace
      Ein wenig sauer stapfte ich den Weg zum Hof zurück. Irgendein Idiot hatte meine Klamotten versteckt. Am Feuer saßen Samu, Lina und Vriska und schienen sich zu Unterhalten. “Warum hast du kein T-Shirt an?”, fragte Samu mich. “Weil irgendein Idiot meine Klamotten versteckt hat”, knurrte ich. “Habt ihr gesehen wer es war?”. “Nein, wir waren die ganze Zeit hier”, antwortete Lina unschuldig und Vriska nickte bestätigend. “Ich werde mir jetzte erstmal neue Klamotten und ein Bier holen”, brummte ich bevor ich im Haus verschwand. In meinem Zimmer zog ich Jeans und T-Shirt aus der Kommode und zog mich an. Danach begab ich mich auf die Suche nach Niklas um ihm seine Hose zurück zu bringen. “Danke nochmal, du bist echt ein Ehrenmann”, bedankte ich mich immer noch sehr schlecht gelaunt.

      Niklas
      “Kein Problem, Diggi. Immer wieder gern. Setzt du dich dann wieder zu uns?”, antworte ich Jace, der mir meine Hose zurückgibt. “Wir wollen jetzt noch eine Runde ‘ich habe noch nie’ spielen. Werde jetzt auch noch die Loser am Feuer davon überzeugen mit zu machen, vielleicht steckt in denen ja auch was cooles”, füge ich noch hinzu und gehe zum Feuer.
      “Hey ihr, habt ihr Lust ein Trinkspiel mitzuspielen. Alle anderen machen auch mit, also wird ziemlich lustig”, begrüße ich die Drei am Feuer. Fragend guckt Vriska die Beiden abwechselnd an.
      “Was sagt ihr?”, fragt sie dann.

      Samu
      “Warum eigentlich nicht”, antwortete Lina drene Lauen um einiges besser zu sein schien als vorher. Ich für meinen Teil konnte zwar drauf verzichten, aber es war vermutlich besser wenn ich mitging. Nicht das Lina noch irgendwelche Dummheiten anstellt. Zudem befürchte ich auch, dass sie noch eine emotionale Stütze gebrauchen konnte, denn ich hatte mitbekommen, dass Jace mit einer von den Mädels nicht ganz erfolgreich geflirtet hatte. “Ich mach auch mit”, schloss ich mich Lina also an.

      Niklas
      “Willkommen bei der ersten Ich-habe-noch-nie Runde auf dem Whitehorse Creek. An alle unter 18 Jahren, bitte verlasst nun die Runde, alle über 18, lasst euch aus. Bitte seid ehrlich!”, beginne ich das Spiel einzuleiten. Die Gruppe jubelt.
      “Dann beginnen wir nun. Reihum, darf jeder eine Frage bzw Aussage treffen. Mit Abstimmung kommen auch Wahrheit oder Pflicht Aufgaben dazwischen. Los gehts”, rufe ich.

      Etwas Zeit vergeht ... (gekürzt)

      “Finde ich gut”, sage Ju und zieht überzeugt seine Schuhe aus.
      “Leute, wir haben alle großen Spaß, aber ich hab gerade mal auf die Uhr geschaut. Es ist schon halb 4 Uhr und morgen müssen wir sicher früh aufstehen.”, sage ich und mache die Musik aus. Alle stimmen mir zu. Milena ist in der Zeit schon auf mir eingeschlafen. Ich ziehe meinen Kumpel an mich heran: “Ich würd gern Milena mitnehmen. Ist für dich Okay zu Vriska mit zu gehen?”
      Mal wieder setzt er seinen Blick auf, der einem direkt verrät, dass er unzufrieden ist mit der Situation aber aus der Freundschaft heraus es akzeptiert.
      “Ich würde dann nur gern noch frische Sachen raus holen und mein Zahnputzzeug”, antwortet er bloß und geht vor. Vriska scheint schon auf dem Zimmer zu sein, da ich sie nirgendwo mehr sehe. Milena habe ich auf den Arm genommen und trage sie in Richtung meines Zimmer.

      Samu
      Endlich erlöste Niklas uns von dieser Runde. Ich sah , dass Jace sich schnell verpisste um mir nicht zu begegnen, aber heute hatte ich auch gar keine Lust mehr ihm Vorzuhalten was für ein bescheuerter Idiot er eigentlich war. Ich begleitet Lina noch bis auf ihr Zimmer “Dir sind die Hormone heute auch ganz schön zu Kopf gestiegen oder?”, fragte ich sie. Ich hatte sie noch nie so stur erlebt. “Mmmm.. Jace ist einfach so ein Vollidiot”, murmelte ich nur noch. “Schlaf gut Lina”,verabschiedete ich mich und ging in mein eigenes Zimmer. Ich putze mir noch schnell die Zähne und zog mich um bevor ich schließlich müde ins Bett fiel. Morgen würde ich Jace eine ordentliche Standpauke halten.

      Vriska
      Endlich ins Bett, dachte ich nur noch bis es klopfte. “Milli, du wirst doch wohl noch in der Lage sein eine Tür zu öffnen”, stieß ich nur noch genervt aus. Langsam öffnet sie sich “Ähm, genau deswegen bin ich hier. Sie will wohl lieber bei Niklas drüben schlafen und wie vorhin schon befürchtet muss ich jetzt hier schlafen”, sagt Ju verlegen und steht mit Badelatschen und einer kleinen Tragetasche in der Tür. Völlig schockiert und wütend gucke ich zu ihm. “Grundsätzlich stellt das kein Problem dar, aber wir haben offenbar das einzige Zimmer mit Doppelbett und nach dem Abend bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich mit jemanden der solche Freunde hat in einem Bett schlafen möchte”, sage ich.
      “Du kein Problem, ich würde auf dem Boden schlafen. Bitte schick mich nur nicht darüber”, bettelt er mich fast an. Er tut mir schon irgendwie leid wie er dasteht, obwohl er mehr als ein Kopf größer ist als ich.
      “Na gut, du kannst mit ins Bett. Aber nicht berühren, dann sind deine Finger ab!”, drohe ich ihm. Er nickt und geht noch ins Bad. Ich habe mich in der Zeit in mein viel zu großes WM T-Shirt geschmissen und es mir im Bett bequem gemacht.
      “Achtung”, warnt Ju ich als er dazu kommt.
      Einige Minuten liegen wir Schweigend nebeneinander, als er dann doch noch ein Gespräch anfängt: “Ich muss jetzt einfach Fragen, vielleicht liegt es auch am Alkohol, aber was Milena vorhin gesagt hat, dass war schon ihr Ernst oder?” Etwas überrascht gucke zu ihm, da ist dunkel ist, kann er aber sicherlich mein Gesichtsausdruck nicht wahrnehmen. “Die viel wichtigere Fragen ist ja, ob Milena recht hatte mit dem, was sie mir gesagt hat”, erwidere ich etwas nervt.
      “Nein. Ganz Klar. Niklas hat so eine blöde Wette gemacht um zu gucken wie weit sie für ihn gehen würde.”, fängt er an zu erzählen.
      “Die kleine Kuh. Die braucht morgen gar nicht ankommen”, sage ich zu ihm und innerlich fällt mir ein Stern vom Herzen, dass er offenbar doch nicht so wie seine Freunde ist. Im ersten Moment.
      Noch einige Minuten unterhalten wir uns, bis sich jeder zur anderen Seite dreht um versucht zu schlafen. Aber ich kann nicht schlafen, irgendwie ist mir warm und kalt gleichzeitig, schließlich liegt gerade ein ziemlich toller Typ neben mir der scheinbar auch interessiert an mir ist. Ich drehe mich und uns bemerke, dass er sich auch zurück auf den Rücken gelegt hat. Vorsichtig lege ich meinen Kopf auf seine Brust. Ich glaube, noch nie habe ich eine so bemuskelte Brust unter meinem Kopf gesprüht. Auch kann ich nicht wiederstehen meine Hände auf seinen Oberkörper zu legen. Als ich mich sicher fühle atme ich tief durch und schließe die Augen, aber ich merke das Ju doch noch wach ist und seinen Arm um meine Taille legt. Mit der anderen Hand streicht er mir durchs Haar. “Gute Nacht. Hoffentlich darf ich dennoch meine Finger behalten”, sagt er noch. Ich schmunzle nur und schlafe endgültig auf vermutlich dem besten Platz der Welt ein.

      Lina
      Zusammen mit Samu, Luchy und Jayden war ich gerade dabei das Frühstücksbuffet aufzubauen. Weil die Sonne so schön schien hatten wir beschlossen das ganze draußen auf zu bauen. Eigentlich hätte Jace auch helfen sollen, doch der war einfach nicht aufgetaucht. “Wo ist eigentlich Jace?”, fragte Jayden nachdem wir fertig waren mit Aufbauen. “Ohh, den gehe ich holen”, sagte Samu freudig und verschwand ins Haus. “Warum ist Samu denn so gut drauf?”, fragte Luch ein wenig erstaunt. Normalerweise gehörte Samu zu der Sorte Mensch die vor dem ersten Kaffee zu nichts zu gebrauchen waren. “Ich glaub der hat heute besonders gut geschlafen”, antworte ich schmunzelnd. Jayden und ich wussten natürlich warum Samu so gut gelaunt heute war, aber Luchy hatte von der Aktion gestern natürlich nichts mitbekommen.

      Jace
      Ich wurde davon wach, dass irgendwer gegen meine Tür hämmerte und kaum eine Sekunde später stand Samu im Zimmer. “Du dämlicher Vollidiot”, schnauze er mich an und in meinem Kopf meldete sich ein pochen zusammen mit Kopfschmerzen. “Kannst du ein wenig leiser sein?”, wenig verwirrt zu Samu und blinzelte in das helle Sonnenlicht. “Nein kann ich nicht. “, schimpfte er weiter und zog die Vorhänge auf. “Ahhh, mach das wieder zu”, sagte ich empört und kniff die Augen zusammen. “Nein, den Kater hast du dir verdient. Was ist in deinem dämlichen Gehirn falsch gelaufen, dass du erst jemanden abfüllst und wenns ihm schlecht geht lässt du ihn einfach allein, du dämlicher Esel”, schimpfte er weiter. “Und eigentlich hättest du uns heute morgen helfen sollen. Herzlichen Glückwunsch du darfst die Koppel heute komplett allein abäppeln”, sagte er noch bevor er endlich verschwand. Diese Kopfschmerzen würde mich noch Umbringen. Ich warf erst einmal ne Aspirin um irgendeinen Art von Gedanken fassen zu können. Langsam rollte ich aus dem Bett und begab mich ins Bad. Auf dem Weg dahin fiel ich erst einmal fast über den Kleiderhaufen auf dem Boden. In meinem Schränkchen wurde ich zum Glück auch fündig. Ich warf mir eine Aspirin ein und spritze mir erst einmal Wasser ins Gesicht. Was war gestern Abend nur passiert ich konnte mich nur noch daran Erinner ,dass ich mit Abigail geflirtet hatte und dann waren wir Schwimmen gewesen. Nach dem Schwimmen waren mein Klamotten auf einmal weg gewesen und Niklas hatte mir seine Hose geliehen. An mehr Erinnerte ich mich nicht mehr. Ich fuhr mir durch die Haare und stellte fest das ich roch wie ein Brauerei. “Jetzt brauch ich erst einmal eine Dusche”, sagte ich zu meinem Spiegelbild. Gesagt getan. 10 Minuten später stieg ich halbwegs wach aus der Dusche. Das es heute noch wärmer war als gestern, entschied ich mich nur ein Tanktop zu meiner Reithose an zu ziehen, bevor ich mich runter begab.

      Milena
      “Guuuuten Morgen”, begrüßt mich Niklas, neben dem ich offenbar liege. An viel erinnere ich mich, war wohl doch etwas viel. Müde gucke ich unter die Decke - Fuck.
      “War es wenigstens gut?”, frage ich ihn noch völlig verschlafen. Er nickt und streicht mir die Haare aus dem Gesicht. Langsam raffe ich mich auf und möchte nach meiner Unterwäsche greifen, als die Tür auffliegt.
      “Was geht denn hier ab?”, ruft Anna wütend. In Niklas Gesicht sieht man schon eine Art Bestätigung, aber auch scheint es ihm sehr unangenehm sein. Auch Hannes kommt.
      “Ach Diggah”, sagt sein Bruder nur und geht mit seiner nun wahrscheinlich Ex-Freundin wieder.
      “Bevor ich's vergesse, Herr Holm kommt gleich und er hat ziemlich schlechte Laune”, kommt er nochmal zurück und sagt uns bescheid.
      “Los schnell”; sagt Niklas hektisch zu mir. So schnell wie ich kann ziehe ich mich an und verlasse das Zimmer, doch dann steht schon Herr Holm vor mir.
      “Ich hoffe, dass ich nicht das wonach es aussieht.”, sagt er verärgert. Ich entschuldige mich und laufe rüber zu meinem Zimmer. Doch Vriska liegt noch im Bett mit … warte mal, ist das Ju.
      “Als ob du dir auch gegönnt hast”, lache ich als ich rein gehe. Offenbar haben sie noch geschlafen.
      “Was willst du?”, fährt sie mich verärgert an.
      “Eigentlich ist das auch mein Zimmer, aber ich kann auch rüber zu Linh ziehen, die ist wenigstens nicht so eklig wie du”, reagiere ich gekonnt, obwohl es nicht so gut ist, mit meiner eigentlich besten Freundin zu sprechen. Ohne noch etwas zu sagen, gehe ich kurz Duschen und haue ab zu meinen Pferden, da wir schließlich selbst die Boxen sauber machen müssen.

      Vriska
      Als Milena dann wieder weg ist, versuche ich Ju zu wecken, der noch schläft wie ein Stein. Langsam kommt er zu sich.
      “Hatten wir … ?”, fragt er vorsichtig.
      “Nein nein, alles gut. Wir haben nur zusammen in einem Bett geschlafen, aber du musst jetzt so schnell wie möglich gehen. Vor einer Stunde hätten wir alle schon im Stall sein müssen um sauber zu machen. Offenbar sind nun auch unsere Trainer schon auf Tour”, erkläre ich ihm und muss etwas lachen. Direkt ist er entspannt, zieht sich an und geht Richtung seines Zimmer. Kurz schaue ich ihm nach und höre schon Herrn Holm ziemlich laut werden. Hoffentlich nimmt er mir das nicht übel, aber eigentlich ist sein Kumpel schuld. Dank mir hatte er wenigstens einen Platz im Bett.
      “Vriska?”, kommt dann Frau Wallin in mein Zimmer, als ich mich gerade anziehe. Erschrocken drehe ich mich um und nicke.
      “Denk dran, du bist noch in der Probezeit. Nur mit einiger Überzeugung konnte ich dafür Sorgen, dass du im Team konntest. Eigentlich sollte ich dir das nicht sagen, aber ich muss dir den Ernst der Lage vermitteln. Direkt die erste Nacht mit einem der höheren Klassen zu verbringen mag reizvoll sein, aber es geht um deine Zukunft”, versucht sie mir freundlich zu sagen, aber ich höre nur das negative heraus.
      “Er hat nur …”, möchte ich mich zur Situation äußern, aber sie unterbricht mich.
      “Mir ist egal was passiert ist und was nicht. Denk nur an meine Worte und jetzt flott. In 30 Minuten gibt es frühstück”, sagt Frau Wallin und verlässt mein Zimmer. Irgendwie ist in meinem Zimmer mehr Verkehr als auf der Autobahn. Schnell hüpfe ich noch in meine Hose und mache mich auf die Suche nach Lina. Vielleicht kann sie mir helfen was das Saubermachen angeht. Es ist noch immer erst der erste richtige Tag, also keine Ahnung wo was ist. Ich bin froh zu wissen, wo mein Pferd ist. In dem Moment wird mir auch klar, dass er nicht eingedeckt ist. Also nochmal zurück ins Zimmer um die Decke zuholen und wieder raus nach Lina suchen.

      Lina
      “Lina” kam Vriska rufend auf mich zugelaufen, als ich gerade über den Hof lief um Mina und Briair noch schnell ihr Frühstück zu bringen, bevor es für die beiden wieder auf die Koppel ging. “Guten Morgen Vriska, du siehst ja aus wie aus dem Bett gefallen”, begrüßte ich die junge Frau die auch noch eine Decke unterm Arm trug.

      Vriska
      “Lange Geschichte, aber dazu später. Jetzt ist erstmal was anderes wichtig. Wir müssen alle in einer halben Stunde beim Frühstück sein und ich muss Gylmis Box noch sauber machen. Wo finde ich das ganze Equipment. Oder kannst du mir helfen? Weil wie du siehst, muss ich ihn noch eindecken, wegen des Exzem”, sage ich so schnell wie ich sprechen kann, hoffentlich hat sie mich verstanden.

      Lina
      “Natürlich helf ich dir. Komm mit”, sagte ich und zog Vriska hinter mir her. “Und wegen des Ekzems stellst du ihn am besten auf eine der Hof nahen Koppel, da sind weniger Mücken”, erklärte ich ihr und holte Schubkarre und Mistgabel aus der Lagerkammer.

      Vriska
      “Boah danke, kannst du schon mal anfangen mit Misten? Dann decke ich ihn ein und stelle ihn schnell raus.”, sage ich und warte nicht auf die Antwort. Stattdessen ziehe ich ihn am Halfter aus der Aussenbox, schmeiße ihm die Decke über den Kopf und springe schnell raus. Nur mit meinem Gewicht lenke ich ihn zu Weide. Gekonnt öffne ich vom Rücken meines Pferdes das Tor, reite ein und springe wieder runter.
      “Gut gemacht Dicker. Wir sehen uns später nochmal, aber ich muss jetzt echt weiter.”, lobe ich Glymur und schiebe ihm ein Leckerchen in den Mund.
      “Elegant”, sagt Hannes zu mir.
      “Ich kann jetzt nicht”, antworte ich nur und renne wieder zurück zur Box.

      Lina
      Ich hatte bereits angefangen die Box zu misten, während Vriska ihren Hengst auf die Koppel brachte. Als sie um die Ecke kam war ich schon fast fertig mit der Box. “Muss nur noch wieder ein bisschen Stroh rein”, sagte ich zu Vriska. “Das findest du da um die Ecke, ich bring die Schubkarre schonmal weg”, sagte ich zu ihr und schob die Schubkarre Richtung Misthaufen.


      Vriska
      “Boah, ich bin dir was schuldig. Danke!”, sage ich und hole mit der Forke etwas Heu für die Ecken. Dann warte ich auf Lina, die gerade wieder kommt.
      “Frühstückt ihr eigentlich mit uns?”, frage ich sie erleichtert.

      Lina
      “Jep, wir haben extra schon geschuftet damit ihr ein schönes Frühstück bekommt”, sagte ich fröhlich zu Vriska. “Komm lass uns zum Frühstück gehen ich hab echt hunger”, sagte ich und deutete mit dem Kopf in die Richtung wo das Buffet aufgebaut war.

      Vriska
      “Danke dir. Wie viel hast du denn gestern noch mit bekommen? Na auf jeden Fall hat Niklas Milena mit zu sich genommen, dementsprechend musste Ju mit zu mir. War bei den beiden gelaufen ist, will ich lieber nicht wissen aber ich kann es mir halt echt schon denken. Ich bin so unglaublich enttäuscht von ihr. Aber bevor du jetzt fregst, nein, bei uns ist nichts gelaufen. Man könnte sagen, wir haben gekuschelt, aber das war’s.“, berichte ich ihr aufgeregt, weil Milena kann ich es ja nicht erzählen. Irgendwie macht es mich auch traurig, weil ich sonst niemanden wirklich im Team habe und die Zeit hier am Hof ist leider endlich.

      Lina
      “Das klingt ja als hätte der Abend für dich das gewünschte Ende genommen”, meinet ich fröhlich zu Vriska. Inzwischen war wir bei den anderen angekommen. Jace saß mit Sonnenbrille im Gesicht am Tisch. “Hat der Herr auch mal den Weg hierher gefunden”, stichelte ich. Von Jace kam nur ein brummen, scheinbar hatte er einen fetten Kater. “Das hat er definitiv verdient”, raunte ich Vriska zu während wir uns ein Platz am Tisch suchten. Auch Samu sah sehr schadenfroh aus und saß mit einem breiten lächeln im Gesicht am Tisch. Vom kanadischen Team waren schon fast alle da. Nur Ella gab gerade um die Ecke und ich hörte wie sie zu Mr. Cunningham etwas sagte:” Abigail geht es nicht gut, sie lässt das Frühstück ausfallen”.

      Vriska
      “Eigentlich hätte ich lieber gehabt, dass er nicht bei mir gewesen wäre. Ich hab da so ein schlechtes Gefühl”, antworte ich noch als wir uns setzen.
      “So leider müssen wir nochmal über die vergangene Nacht sprechen. Es war zu lang, zu laut und zu aktiv. Habt ihr eure Triebe nicht im Griff? Offenbar ist die Hälfte von euch nicht in der Lage das eigene Verhalten zu reflektieren und was weiß ich noch. Heute Abend bitten ich Namen von allen Trainern um etwas mehr Diskretion. Wir machen hier keine Klassenfahrt, sondern wir sind hier zum Training um eure Leistung zu verbessern. Nun aber zum Tagesprogramm. Bis zum frühen Nachmittag habt ihr erstmal noch Ruhe und Zeit zum Aufräumen, dann habt ihr in kleinen Gruppe alle Dressurtraining. Die Gruppen werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Frau Wallin erstellt gerade einen Zeitplan, wer also wenn ihr irgendeine Zeit oder Konsultation bevorzugt, wendet euch an sie. Und heute Abend kommt noch mal eine Aktion zur Festigung eure Beziehung, aber nicht so wie ihr es gestern definiert habt. Nun guten Appetit.”, macht Herr Holm eine Ansage und mir ist das richtig unangenehm dazu zu gehören. Während er spricht schiele ich immer wieder zu Ju rüber und auch er guckt immer wieder zu mir. Milena sitzt auch mit an dem Tisch der Jungs und scheint ziemlich viel Spaß zu haben. Niklas versucht allerdings ihn daran zu hindern hier her zu blicken. Der ist so ein Idiot.
      “Ich hab irgendwie gar keinen Hunger”, sage ich Lina und blicke auf meinen leeren Teller, während sie nicht genug in sich hinein stopfen kann.

      Lina
      “Willst du nicht mal einen Kaffee trinken?”, fragte ich Vriska die bis jetzte noch garnichts gegessen hatte. Ich hingegen verschlang mit Vergnügen meinen Obstsalat. “Lina, Samu, Jace, Jayden nach dem Frühstück kommt ihr mal bitte zu mir in Büro”, sagte Luchy noch und sie schien nicht gerade begeistert. Vermutlich bekamen wir nochmal unsere ganz persönliche Standpauke. Nun sah Samu nicht mehr ganz so fröhlich aus, aber auch meine gute Laune war ein klein wenig getrübt. Nichtsdestotrotz freute ich mich auf den Tag, da ich echt gespannt war wie denn das Training von einem National Team aussehen würde.

      Vriska
      Als ich noch mal rüber gucke, treffen sich aber nun mein Blick und der von Niklas. Irgendwie bin ich total schockiert als er aufsteht mit Milena und zu uns an dem Tisch kommt. Das kann doch nichts werden …
      “Was ist eigentlich dein Problem?”, fragt Niklas provokant.
      “Grundsätzlich nicht, aber ich kann Typen, die nicht mit ihren Gehirn denken nicht leiden und dann auch noch der Meinung sind, Ihnen gehört die Welt.”, antworte ich genervt. Der einzige Weg das hier zu unterbinden ist zu verschwinden, doch das wird mir verwehrt. Aggressiv zieht er mich am Arm zurück in den Stuhl
      “Was auf Mädchen, du lässt Ju in Ruhe, sowie alles was sich in meinem Umfeld befindet. Dann hast du kein Problem.”, sagt er und geht wieder. Wie ein Schosshund folgt Milena im.
      “Ach ja, ich hole nachher noch meine Sachen. Ich hab kein Bock auf dich”, fügt sie noch hinzu.
      Schockiert gucke ich Lina und drehe verwirrt meinen Kopf.
      “Hast du ne Ahnung was ich getan habe?”, fasse ich den Mut Lina zu fragen.

      Lina
      “Was für ein Arsch” sagte ich Kopfschüttelnd zu Vriska. “Ich glaube sie ist machofiziert. Die beruhigt sich schon irgendwann wieder”, sagte ich nur. Während die eine hälfte der Leute sehr gut gelaunt waren und ausgelassen vor sich hin plapperten, während die andre hälfte deutlich mitgenommen von gestrigen Abend waren. “Wenn deine tolle Freundin da nichts mehr von dir wissen willst, darfst du mich gerne heute begleiten”, meinet ich nur zu Vriska. “Die kleinen Fellknäuel sind viel netter als deine Freundin” sagte ich lächelnd. Damit meinte ich vor allem die kleinsten Bewohner hier auf dem Hof.

      Vriska
      “Danke für das Angebot, vielleicht komme ich da später darauf zurück, aber ich brauche jetzt erstmal etwas Zeit für mich.”, sage ich zu ihr, stehe auf und gehe. Mir ist das gerade alles zu viel. Im Zimmer setze ich mich auf das Bett, das Bett in dem in der Nacht noch alles gut war und ich mich extrem gut gefühlt habe. Allerdings wird das Thema nun durch sein, weil ich kein Interesse daran habe mich mit dem Typen anzulegen. Niklas hat einfach eine zu hohe Stelle im Nationalteam, das möchte ich keinesfalls riskieren.

      Lina
      Nach dem Frühstück war es nun an der Zeit unsere Standpauke ab zu holen. Zähneknirschend stand ich auf und ging zusammen mit Samu zu Luchy. Jayden und Jace warteten dort bereits. “Na dann los”, sagte Jace und klopfte an der Tür. “Kommt rein”, kam die Antwort von drinnen. Wir vier traten ein und standen aufgereiht und fast alle mit einem Unschuldigen Blick vor unserer Chefin. “Leider muss ich mich den Worten Herrn Holm anschließen. Gerade von euch hätte ich das nicht erwarten”, sagte sie und sah uns alle mit ernstem Blick an.” In Zukunft erwarte ich von euch, dass ihr vernünftiger seid. Aber ich hab auch noch ein kleine Überraschung für die meisten von euch . Lina, Samu und du Jayden ihr dürft heute Nachmittag an dem Dressurtraining teilnehmer unter der Bedinung ,dass ihr vorher alle eure Stallarbeiten erledigt habt. “, sagte sie zu uns. “Wow, danke für diese Chance”, bedankte ich mich bei meiner Chefin. “Jace, was dich angeht habe ich gehört du hast gestern wohl nicht deine Stallarbeiten erledigt, deshalb musst du die nächsten zwei Tage allein die Koppeln und Paddock abäppeln und zwar auch die der Gäste. Wenn ich sehe das du dich anstrengst darfst du heute auch mit reiten”, beendete sie ihre Rede. Mit gemischten Gefühlen verließ ich das Büro. Einerseits freute ich mich auf das Training, andererseit fand ich echt echt unfair, dass Jace diese Chance auch bekommen sollte. Schließlich war er nicht ganz unschuldig an diesem Desaster. Aber ich wusste genau ,dass man bei Luchy garnicht erst anfangen brauchte zu Diskutieren. Also begann ich wohl oder übel damit die Pferde auf die Koppel zu bringen.

      Ju
      “Milena, kannst du mal bitte gehen. Ich würde gern mit Niklas alleine sprechen”, sage ich zu seiner neuen kleinen Freundin, die eingeschnappt dann geht.
      “Danke”, rufe ich ihr noch nach aber sie hat bereits die Tür hinter sich zugeknallt. Die scheint ja ganz schöne Komplexe zu haben.
      “Was ist denn dein Problem mit Vriska? Ich mein, du hast doch jetzt aktiv deinen Posten als Kapitän verteidigt.”, frage ich ihn mit ernster Miene.
      “Bruder, die ist nichts für dich. Sich auf so jemanden einzulassen, wäre ein Fehler. Du hast schon so viele komische Weiber gehabt und jedes mal habe ich dich dabei unterstützt darüber hinweg zu kommen. Diesen Schritt möchte ich überspringen. Wir haben hier so viele neue coole Mädchen im Team, da musst du dir echt nicht den größten Außenseiter wählen. Du bist cool und beliebt, nutze das doch als Chance.”, sagt er zu mir. Direkt springen mir Schlagworte wie jemand und Außenseiter ins Ohr, was ich überhaupt nicht verstehe. Niklas war schon immer etwas abgehoben aber erst in den letzten Jahren hat er sich so seltsam entwickelt. Bisher dachte ich immer, dass es nur eine Phase ist und es wieder besser wird. Scheinbar aber nicht.
      “Ich bin alt genug die Entscheidung selbst treffen zu können”, ranze ich ihn an.
      “Selbstverständlich, aber dann musst du am Ende nicht wieder ankommen, weil sie Schluss gemacht hat oder plötzlich einen anderen Typen hat. Ich bin dann nicht mehr für dich da. Also Entscheide selbst was dir wichtiger ist. Wir kennen uns seit dem Kindergarten und ich glaube langsam echt, dass ich dich besser kenne als du dich selbst.”, sagt er genervt und geht ins Badezimmer.
      “Jetzt bleib doch mal hier. Immer wenn es für dich unangenehm wird, gehst du. Das ist jetzt aber keine Lösung. Ich möchte wegen ihr nicht unsere Freundschaft aufs Spiel setzen, doch im gleichen Gedanken möchte ich nicht, dass du einen Keil zwischen uns treibst, nur weil du ein persönliches Problem hast.”, sage ich zu ihm und folge ihm.
      “Weißte was, mach was du willst, aber belaste mich nicht weiter mit der. Ich kann die einfach nicht ab. Jeden bevormundet sie und macht ein auf Obermutter, aber das ist sie nicht. Die scheint irgendwelche Komplexe zu haben, die wahrscheinlich auf familiäre Probleme beruhen. Das soll sie aber nicht an uns auslassen, sondern selbst mit klar kommen”, beleidigt er sie dann noch. Dann schiebt Niklas mich aus dem Badezimmer. Nun muss ich mich erstmal setzen und mir Gedanken machen. Vriska finde ich schon sehr nett und ich mag die Art, dass sie sehr offensiv interessiert an mir ist. Bisher habe ich immer alles getan um einem Mädchen zu gefallen, diesmal ist das gar nicht notwendig, auch wenn es sehr Oberfläch zu sein scheint.

      Jace
      Irgendwie hatte ich es ja schon verdient, dass ich jetzt allein die Koppel abäppeln durfte. Beim Frühstück hatte mich Jayden über den Verlauf des gestrigen Abends aufgeklärt und ich verstand warum Samu so sauer gewesen war. Ich sollte mich bei Abigail entschuldigen meine Verhalten war echt nicht ok gewesen. Also ging ich noch bevor ich mit der Arbeit anfing zu Abigail Bungalow und klopfte. Es dauerte ein paar Minuten bis jemand öffnete. "Was willst du?", ranzte mich ein zierliche braunhaarige Frau an. "Ich möchte mich bei Abigail entschuldigen", antwortete ich dem unfreundlichen Mädchen. "Ahh dann bist du also der Typ der sie abgefüllt hat. Ich sag dir nur eins verpiss dich", sagte sie böse und knallte mir die Tür vor der Nase zu. Wow war dies Mädel unfreundlich gewesen. Im Moment würde das mit dem Entschuldigen also nichts werden. Also machte ich mich Kopfschmerzen geplagt auf den Weg Schubkarre und Mistgabel zu holen um damit zu beginnen die Koppeln ab zu äppeln. Die wenigen Pferde, die die Nacht in der Box verbracht hatten standen inzwischen auf der Koppel die andern drei scheinen sich echt Mühe zu geben mit ihren Aufgaben bis heute Nachmittag fertig zu sein. Wobei auch ich zugeben musste, dass ich alles geben würde um an dem Training teilzunehmen zu nehmen. Es war schon immer ein Traum von mir gewesen ein Teil des internationalen Team zu sein. Jetzt wo ich so kurz davor stand zumindest für ein paar Tage dazu zu gehören verbockt ich es natürlich mal wieder. "Warum bist du eigentlich immer so dämlich Jace", sagte ich zu mir selbst. "Ja, das wüsste ich auch gern", ertönte eine Stimme hinter mir. Ich brauchte mich nicht um zu drehen um zu wissen wer da stand. "Alec, was machst du hier?". Ich war erstaunt meinen besten Freund hier an zu treffen, da er eigentlich seit einem. Jahr die Außenstelle des WHC leitet. Ich dreht mich um und da stand er. Im Gegenlicht wirkte er noch ein wenig größer als sonst. "Ich bin hier um dein Gehirn zu waschen du Idiot. Lina hat mich angerufen und mir von deiner unehrenhaften Schantat erzählt. Was zur Hölle hast du dir dabei gedacht?" fragte Alec in einem strengen Tonfall. Alec war für mich immer wie ein großer Bruder gewesen und er kannte mich besser als ich mich selbst." Ich hab gar nicht gedacht", murmelte ich resigniert." Naja, so wie Lina es erzählt hat klang es als hätte du auf jeden fall nicht mit deinem Hirn gedacht", erwiderte Alec. Er hatte ja Recht und ich wusste es auch. "Wir haben ein ähnliches Gespräch schon einmal geführt und ich möchte ungern schon wieder den Scherbenhaufen hinter dir wegräumen. Ich will doch nur vermeiden, daß das gleiche passiert wie damals", ermahnte er mich. Damals war ein Kapitel, was ich so nie wieder erleben wollte.



      Ein komisches Gefühl lag in der Luft, die Energie vom gestrigen Abend habe hatte sich angestaut und schien nicht verschwinden zu wollen. Während sich Vriska mit Folke und Tyrell telefonierte und versuchte sich Tipps zum Umgang mit der Situation zu holen. War Milena dabei sich ihr neues Zimmer, alleine, einzurichte. Sie wirkte glücklich, doch etwas reue schien sie schon zu haben. Doch wie auch Ju wird sie von Niklas unter Druck gesetzt und in ihrem Alter fehlt es noch an der Erfahrung das zu erkennen. Wir können nur hoffen, dass es besser wird.
      Frau Wallin hatte nun auch den Zeitplan aufgehangen und Erika schrie dies auch quer über den Hof. Aufgeregt kamen alle zum Schwarzen Brett uns Musterten ihre Gruppen.

      Vriska
      “So jetzt mal ganz ruhig. Gruppe jetzt geht dann jetzt los, Pferd holen und dann auf zum Reitplatz oder in die Halle. Bitte achtet darauf, dass besonders die Springreiter die Steigbügel lang machen, heute ist Dressurunterricht. Zugucken dürft ihr gern, viel Erfolg!”, sagt Frau Wallin die sich aus der Traube von Menschen gekämpft hat.
      Mit Niklas und Ethan in der Halle bei Herrn Holm, na toll. Ich denke ich echt, dass sie mir was rein drücken will. Doch das ist zum Glück nun nicht mehr so wichtig. Endlich reiten. Mit Herr Holm hatte ich bisher noch nie Training gehabt aber schon oft beobachtet, er scheint sehr Ernst zu sein aber man lernt viel.
      Aufgeregt laufe ich raus um Glymur zu holen, der Schlafend auf dem Boden liegt. Langsam gehe ich auf ihm zu, weil ich ihn nicht erschrecken möchte.
      “Gaaaanz ruhig! Wir gehen jetzt in die Halle”, drohe ich ihn an. Neugierig spitzt der Isländer die Ohre und steht auf. Zufrieden lobe ich ihn und gehe zum Anbinder, an dem ich ihn fertig mache.

      Lina
      Ich hatte es locker geschafft alle Stallarbeiten zu erledigen und da Jace für die nächsten Tage die Koppeln machen musste, hatte ich auch schon die ersten Pferde geschafft. Ich hatte gerade den Junghengst Lancasters Peppermint zurück auf die Weide gebracht und sah auf einmal eine riesigen Menschnetraube vor dem schwarzen Brett. Samu stand ein wenig abseits und ich Gesellte mich zu ihm. “Wow, wie schnell man alle mit einem Zeitplan aus dem Häuschen bringen kann”, sagte ich erheitert zu Samu. Es dauert ein paar Minuten bis die Menschenmenge sich zerstreute. “Samuuuuu ich darf mit Chloe reiten”, quietsche ich aufgeregt als ich auf den Plan gesehen hatte. Chole und ihr Fuchswallach waren super bekannt in Kanada, weil sie als jüngste Reiterin im Team gleich zweimal Gold bei Olympia geholt hatte. Wie ein Flummi hüfte ich vor Samu auf und ab.”Jetzt beruhig dich doch mal”, sagte der Finne und hielt mich fest damit ich aufhörte zu hüpfen.

      Vriska
      Aufgeregt mache ich mich auf dem Weg zur Halle bei der ich auch auf Niklas treffen, ein junger anderer Mann ist auch da, ebenso Herr Holm.
      „Ich freue mich, dass jetzt wenigstens Pünktlich seid. Dann setzt euch mal auf eure Pferde, dann geht es erstmal mit dem Warmreiten los“, sagt Herr Holm.
      Ich gurte noch einmal nach und Steige auf. Das Niklas diese schöne Stute gehört, hätte ich nicht gedacht. Auf dem Gelände von unserer Akademie hatte ich sie bereits mehrfach bewundert, so dass ich jetzt noch viel schockierter bin. Aber auch die Stute von dem anderen Typen hat es mir sehr angetan, eine wunderschöne Scheckin.
      “Vriska, achte mehr auf eine Beine, du klammerst dich zu sehr an Glymur, deswegen läuft er auch viel zu schnell im Schritt. Atme tief durch und dann geht es weiter”, ruft Herr Holm mir zu. Ich pariere meinen Hengst durch in den Stand, schließe die Augen und denke an die vergangene Nacht. Direkt merke ich, dass ich ein lächeln aufsetze und meine Muskelatur sich löst. In dem Moment schnaubt auch Glymur ab.
      “Siehst du, direkt ist auch dein Pony mehr bei dir und entspannt.”, sagt Herr Holm und muss tatsächlich auch lächeln. Das bestätigt sich nur in meiner Gedankenwelt und ich werde daran festhalten. Als ich im Schritt wieder anreite, ist Glymur entspannt und läuft deutlich langsamer als vorher. Immer wieder schaue ich zu Niklas rüber, der wirklich gut reiten kann. Seine Stute aktiv vorwärts ohne so rennig zu sein wie mein Hengst. Auch ignoriert sie vollkommen, dass ein Hengst mit in der Halle ist. Nur mit wenigen Einwirkungen scheint er sie zu reiten, was mich auch wieder sehr schockiert. Nach dem wie er zu mir ist, dachte ich wirklich, dass er einer von diesen vermeintlich guten Reitern ist, die aber einfach nur ein gutes teures ausgebildetes Pferd haben und nur darauf herum sitzen.
      “So Vriska, wie ist das mit Glymur. Kannst du mit ihm auch im Trab arbeiten, oder wäre Tölt für ihn einfacher”, erkundigt sich unser Trainer.
      “Ähm, ich würde ihn erstmal etwas auf dem Zirkel etwas tölten, dann sollte er für den Trab lockerer sein.”, antworte ich. Er nickt und ich lege los. Aus dem Augenwinkel bemerke ich, dass wir nun Publikum haben und einen erkenne ich direkt. Ju sitzt dort. Direkt fällt meine Entspannung in eine Unsicherheit um. Auf dem Zirkel fällt mir Glymur in den Trab und lässt sich nicht mehr bremsen. Hektisch versuche ich ihn wieder umzustellen was mir nicht gelingt. Überzeugt stellt sich Herr Holm vor meinen Hengst, der direkt bremst. Unerwartet kippe ich nach vorn und falle ihm unsanft auf den Rücken.
      “Was war denn das?”, fragt Herr Holm mich nun etwas sauer.
      “Sorry, ich war unaufmerksam”, entschuldige ich mich. Von weitem sehe ich Niklas schelmisch Grinsen.
      “Konzentriere dich auf dein Pferd und nicht wer noch hier ist. Das hilft dir nicht”, rät unser Trainer mir und nicke zustimmend. Als ich wieder im Schritt anreite, schließe ich immer wieder die Augen um mich an die schöne Nacht zu erinnern. Glymur schnaubt wieder ab. Meine Konzentration liegt nun wieder bei meinem Pferd, diesmal klappt der Tölt auch deutlich besser. Herr Holm ist in der Zeit mit Ethan beschäftigt, der offenbar auch einige Probleme mit seinem Pferd hat. Im Vergleich zu der Stute von Niklas scheint sie sehr wohl zu merken, dass ein Hengst mit in der Halle ist und versucht immer wieder ihm zu imponieren. Niklas hingegen steht an der Bande und unterhält sich mit Ju. Eigentlich sollte ich jetzt ganze Bahn reiten aber da möchte ich nicht lang, also gehe ich auf den mittleren Zirkel und muss mir erst mal etwas von Herrn Holm anhören, der davon nicht sonderlich begeistert ist.
      “Vriska, Sie können auch gehen wenn sie ein Problem mit Anweisungen haben”, sagt er zornig zu mir. Niklas lacht.
      “Und Sie hören auf mit Ju zu flirten. Es wird jetzt geritten. Traben sie Smoothie erst mal auf dem Zirkel und ... “, ermahnt Herr Holm dann auch ihn. Etwas Schadenfreude macht sich in mir Breit. Dann reite ich auch ganze Bahn entlang und Ju lächelt mir zu. Wieder fällt die Anspannung von mir. Glymur bietet sich heute im Tölt extrem gut an. Er setzt sich auf die Hinterhand, ist locker im Rücken und zeigt eine hohe Aufrichtung.

      Lina
      Da wir noch eine ganz Menge Zeit hatten bis wir unsere Pferde holen mussten, schlug ich Samu vor in die Halle zu gehen und den drei dort zu zusehen. “Wow, sind das schöne Pferde”, sagte ich zu Samu als wir die Halle betraten. “Ja, die sind ganz nett”, erwiderte er nur. Ju stand bereits an der Bande und wir gesellten uns zu ihm.

      Vriska
      Es wurden immer mehr Zuschauer und wieder wurde ich unsicher. Aber Glymur blieb gelassen. Dieses Pferd ist einfach unglaublich.
      “So, Ihre Pferde müssten nun Warm sein. Dann können wir anfangen. Erstmal bilden Sie eine Abteilung mit Vriska an der Spitze, gefolgt von Niklas und Ethan. In der zweiten Ecke wird angetrabt, aussitzen”, weist Herr Holm uns ein. Böse Blicke ernte ich von Niklas, der wohl lieber vorn geritten wäre.
      Gefolgt von vielen Bahnfiguren, reiten wir auch verschiedene Seitenweisende Lektionen, die Glymur und mir besonders schwer fallen, doch Herr Holm gibt uns gute Tipps, die mir sehr geholfen haben. Am Ende reiten wir noch einige Runden ab bevor wir wieder zurückgehen, da die nächste Gruppe am Tor steht. Ich sehe das auch Milena da ist, als ich zu ihr gehe, dreht sie sich weg von mir zu Finley. Na gut, offenbar schein ich doch ein super furchtbarer Mensch zu sein. Als ich dann weiter laufe mit Glymi kommt Niklas mit seiner Stute an mir vorbei.
      “Ich hätte nicht gedacht, dass dein kleines Pony so viel Power hat”, scheint Niklas mich zu loben. Verwirrt gucke ich zu ihm.
      “Danke?”, frage ich vorsichtig, aber dann beachtet er mich schon wieder nicht mehr. Zusammen mit Ju gehen sie die Stute wegbringen. Einmal dreht er sich zu mir um aber Niklas unterbindet das direkt. Versteh das mal einer.
      Glymur dusche ich nach dem absatteln einmal ab um ihm sein Ekzem zu behandeln. Dann bekommt er wieder seine Decke um.

      Lina
      Ein wenig aufgeregt stand ich neben meiner Stute Nathalie vor der Halle und wartet auf die anderen beiden. Da sah ich auch schon Chloe mit ihrem Fuchswallach Diamond um die Ecke kommen. Die Tür der Halle öffnete sich und Max und Jace ritten mit ihren Pferden hinaus. Der Buckskin Hengst begann sich auch gleich ein wenig aufregung, als er an Nathy und mir vorbei ging. Chloe führte ihren Wallach auch schon in die Halle, sobald auch Max hinausgegangen war.”Wo bleibt denn nur Ju” murmelte ich leise vor mich hin, als ich Nathalies Sattelgurt nach zog. Kaum hatte ich den Gedanken fertig gedacht stand er auch schon in der Hallentür. “Warum bist du zu spät?”, fragte Herr Holm.


      Fortsetzung folgt ...

      © Mohikanerin & Wolfszeit | 98031 Zeichen

    • Wolfszeit
      Nationalteam V | 11. März 2021
      HMJ Divine // Fanya HMJ 7469 // Legolas // WHC’Ahvani // PFS’ Arctic Tiger // Jora
      Glymur // St. Pauli’s Amnesia // Blávör // Satz des Pythagoras


      Niklas war zur Kontrolle im Krankenhaus aber konnte noch am gleichen Tag zurück. Natürlich gab es für Jace aber auch Anna ein Gespräch.

      Jace
      Natürlich hatte es eine ordentliche Standpauke gegeben. “Schöne scheiße”, murmelte ich vor mich hin. Nach dem Gespräch hatte ich mich draußen auf den Hof gesetzte. Ich war nicht verwundert, dass ich ganz allein hier saß. So im Nachhinein betrachtet hatte ich überreagiert. Dennoch hatte Niklas das verdient, vor allen, wenn das stimmte, was Anna erzählt hatte. Aber was hatte er gesagt, dass er kein Bock auf ihren Kindergarten hatte. Irgendwie konnte ich da nicht ganz glaube, pff.
      Und wie er dann noch Lina im Arm hatte, ich könnte Kotzen, das Schrie doch nur so nach Verführung. Warum sah das eigentlich keiner außer mir, waren die alle so blind?

      Niklas
      Meine Nase war gebrochen und ein Teil meines Wangenknochens angerissen. Jedoch konnten die Ärzte nicht viel machen, außer die Nase zu richten. Auch wenn es nicht unbedingt die beste Aktion von Jace war, konnte ich die Reaktion nachvollziehen. Um ihn nicht noch mehr in die Scheiße zu reiten, entschied ich mich dazu das Gespräch zu suchen und klopfte an sein Zimmer. Samu hatte mir gezeigt, wo ich genau hinmuss, wollte mich aber davon abbringen. Dafür habe allerdings einen zu großen Dickschädel.
      “Bevor du was sagst oder mich wegschickst, wollte ich dir nur Bescheid sagen, dass ich im Krankenhaus gesagt habe, dass mich ein Pferd getreten hat. Schließlich muss Körperverletzung angezeigt werden. Ob ich will oder nicht.”, sagte ich zu ihm.
      “Danke, womit habe ich die Ehre verdient”, sagte ich zynisch.
      “Ich hatte keine Lust dich da mit hereinzuziehen, nur weil Anna dir mal wieder die halbe Wahrheit erzählt hat. Interessiert es dich oder soll ich gehen?”, fragte ich ihn.
      “Mmm, würde mich mal schon interessieren”, brummte ich.
      “Okay”, sagte ich, betritt den Raum und schloss die Tür hinter mir.
      “Ich weiß natürlich nicht genau, was sie dir erzählt hat, aber ich mache einen Rundumschlag. Also Ju hatte sie mir vorgestellt aber aus verschiedenen Gründen hat es halt nicht funktioniert. Vermutlich hing das auch mit mir zusammen, weil Anna und ich viel miteinander telefoniert hatten. Darum geht es aber nicht wirklich. Ju und ich sind cool damit, wir haben mehrfach drüber gesprochen. So worauf ich aber hinauswill.”, fing ich an zu sprechen. Natürlich merkte ich, wie wild ich versuchte die richtigen Worte zu finden, um ihn nicht wieder zu provozieren, da mir das mit Lina bisher wirklich war.
      “Also, ich war ungefähr 8 Monate mit ihr zusammen und … vor 3 Monaten wurde sie 18.”, machte ich vorsichtig weiter.
      “Ja, und was hat das jetzt damit zu tun?”, fragte Jace ein wenig irritiert. Kurz musste ich an seinem Verstand zweifeln, aber fuhr fort.
      “Junge, ich bin 26. So und genau aus dem Grund haben wir uns darauf geeinigt, solange eine offene Beziehung zu führen. Sprich, wir sind zwar zusammen auf Partys gegangen, aber wenn ich jemanden ansprechend fand, dann lief da auch was über Nacht. Das galt auch für sie. Ihre Eifersucht wurde aber immer schlimmer, sie dachte sich jede Woche neue Dinge aus mit den sie mich erpresst. Irgendwann wurde es mir zu viel und begann, Abstand zu nehmen. Deswegen bin ich froh, dass Milena sie jetzt an der Backe hat.”, sprach ich zu Ende und stellt mich an die Tür.

      Jace
      “Oh, da hat Anna aber ein paar Details ausgelassen”, sagte ich. “So betrachtet, hast es nicht verdient. Tut mir leid, manchmal habe ich mich nicht so ganz unter Kontrolle”, versucht ich mich zu entschuldigen. “Aber weißt du, wenn es um Menschen geht, die mir nahestehen, reagiere ich manchmal ein wenig über”, erklärte ich noch.

      Niklas
      “Alles cool. Du bist nicht der Erste, der mir die Fresse poliert hat”, antwortete ich ihm und machte mich auf die Suche nach Lina, um Bescheid zu sagen, dass alles gut ist. Noch nicht lange bin ich zurück aus dem Krankenhaus und wichtiger war mir erst mal, dass mit Jace zu klären. Es scheint mehr oder weniger gut funktioniert zu haben. Ich guckte noch mal zur Sicherheit auf die Uhr. Es ist noch Zeit, bis die Theorie beginnt.
      “Lina, bist du da?”, rief ich in den Stall. Natürlich antwortete sie nicht, aber aus ihrer Geschichte wusste ich, dass sie nur bei Divine sein kann. Von Vriska wusste ich, wo der Hengst steht und ich machte mich auf die Suche. Von weiten sehe ich den Po des Hengstes und seinen Hals nach unten gestreckt hat. Vorsichtig trat ich an die Box und blickte herunter zu Lina, die in der Box bei ihrem Pferd saß.
      “Ich kann verstehen, warum du so gern bei ihm bist. Er strahlt so eine Ruhe aus, eine Gelassenheit, die nicht leicht zu beschreiben ist”, sagte ich zu ihr. Neugierig drehte er sich zu mir und knuspert vorsichtig an meinem Hemd. An meinem weißen Hemd. Ich guckte mir den Fleck genauer an. Bevor es in den Saal geht, müsste ich noch mal das Oberteil wechseln.

      Lina
      “Weißt du, für mich sind Pferde wie göttliche Spiegel, sie reflektieren alle Gefühle. Und er ist da irgendwie besonders”, antworte Niklas und strich den Hengst durch die Mähne. “Ja, dass solltest du definitiv”, sagte ich mit einem Blick auf sein Shirt. Ich für meinen Teil hatte mir etwas Trockenes angezogen. “Na, komm”, sagte er und reicht mir seine Hand, um mir aufzuhelfen. “Ich würde mir was anderes anziehen wollen, kommst du mit? Danach wäre etwas essen sicher nicht schlecht, oder hast du mittlerweile was anderes gegessen als das Eis?”, fügte er freundlich hinzu. “Mmm, nein. Essen klingt nach einer guten Idee”, antworte ich ihm. “Gute Nacht, mein kleiner Prinz “wandte ich mich an mein Pferd, bevor ich Niklas aus der Box folgte.

      Niklas
      “Ich habe mit Jace gesprochen.”, tastete ich mich vorsichtig an das Thema heran. Mit einem prüfenden Blick guckte ich zu ihr. “Ja, und hat er sein Hirn wiedergefunden?”, fragte sie ein wenig grimmig. “Mehr oder weniger. Im Krankenhaus habe ich gesagt, dass ich vom Pferd getreten wurde, damit er keine Anzeige bekommt. Das empfand ich nicht als fair, schließlich hatte Anna ihn angestachelt. Dann habe ich ihm noch meine Version davon erzählt, was mit ihr abgelaufen ist. Ich weiß allerdings nicht so ganz, wie das hier bei euch ist, denn er hatte nicht ganz so richtig verstanden, worauf ich hinauswollte, schließlich waren wir knapp 8 Monaten zusammen und erst vor 3 wurde sie volljährig. Also naja”, versuchte ich das ganze normal klingen zu lassen. Auf der einen Seite wollte ich ehrlich sein zu Lina, auf der anderen aber sie auch nicht verunsichern. “Und deswegen war sie so … grumpy. Ich wollte vorher nicht mit ihr schlafen und wir hatten uns auf etwas Offenes geeinigt”, fügte ich vorsichtshalber hinzu. “Wow, und deshalb hat sie Jace dazu angestachelt dich zu schlagen? Nur weil sie Eifersüchtig war, auf etwas, was abgesprochen war? Das ist ganz schön verrückt”, kommentierte sie.
      “Offenbar, ja. Allerdings wollte sie auch unbedingt, nun”, sagte ich und nahm beide verbildlichend an die Lenden. “Aber das war mir zu riskant. Auch wenn ich nicht so. Nog, lassen wir das”, lenkte ich ein.
      Als ich den Raum betrat, guckte ich mich etwas paranoid um. Keiner da. Von Ju lag Zettel auf dem Tisch “Jag sitter i middagen. (Ich bin am Abendessen)”, las ich. Tatsächlich hatte er sich Mühe gegeben beim Schreiben, schließlich konnte man die Worte voneinander unterscheiden. Unsicher stand Lina noch immer vor der Tür. Als nahm ich ihre Hand und brachte sie zu meinem Bett. Das Zimmer war im Vergleich zu heute früh nicht nur sauberer, sondern sogar ordentlich. Demonstrativ stellte ich mich vor sie und zog mein Shirt über den Kopf herunter, jedoch ziemlich ungeschickt. Den Kragen des Poloshirts hatte ich vergessen aufzuknöpfen und bei dem Zug kam ich an meine Verletzung. Das war dann wohl nichts mit sexy ausziehen.

      Lina
      “Also wenn du im Zirkus anfangen willst, kannst du so weiter machen”, sagte ich lachend. Das war definitiv nicht die erwünschte Reaktion gewesen, da war ich mir sicher. Natürlich hatte ich auch gemerkt, dass das Zimmer kein Vergleich zu heute Morgen war. Ju musste ein echt guter Freund sein, denn ich war mich ziemlich sicher, dass Niklas nicht selbst aufgeräumt hatte. Doch ich konnte nicht lang das Zimmer bewundern, denn Niklas zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich ließ meinen Blick über seine Körper wandern und erst jetzt registrierte ich seine Tattoos. “Hübsche Körperkunst hast du da”, sagte ich und beobachte fasziniert wie sich die Muskeln unter der tätowierten Haut bewegten.
      “Ja, die sind aus dem Knast”, sagte er mit ernster Miene und fing an zu lachen.
      “Das ist natürlich ein Scherz. Bei jedem Turnier lasse ich mir Eins stechen, so als Erinnerung. Dabei ist nicht relevant, ob ich einen Platz belegt habe und wie gut dieser war. Allerdings … hier diese Karte, da habe ich nur den zweiten Platz mit ihr belegt.”, zeigte es mir an seinem Unterarm. “Da ist eine echt coole Tradition”, sage ich und fahre mit meinen Fingern fasziniert die Umrisse des Motivs entlang. “Ich habe ja viel zu viel Schiss vor so was. Tut das nicht weh?”, fragte ich und blickte zu ihm hoch.
      “Ach es geht. Was dein kleiner eifersüchtiger Freund mit meinem Gesicht fabriziert hat, schmerzt eindeutig mehr.”, begann er zu erklären. “Wenn du willst, können wir ja zusammen zum Studio. Ich habe hier in der Nähe in einigen Tagen ein Termin.”, fügte Niklas noch hinzu. “Da würde ich gerne mit gehen”, hatte mein Mund dann auch schon schnelle ausgesprochen, als dass ich drüber nachdenken konnte. “Und das tut mir echt leid, was Jace mit deinem Gesicht veranstaltet hat, mich gibt es scheinbar nicht ohne Chaos”, fügte ich noch hinzu.
      Ein Magengrummeln erinnerte mich auf einmal daran, dass ich seit heute Morgen, noch nichts außer einem Eis zu mir genommen hatte. “Ich glaube allerdings, jetzt sollten wir erst mal zum Essen gehen”, kommentierte ich das Geräusch.

      Niklas
      Ich ging in die Knie, um mit ihr auf Augenhöhe sein zu können, legte meine Hänge auf ihre Oberschenkel und begann zu sprechen: “Kleines, du kannst doch nicht ansatzweise dafür, dass Chaos um dich herum ist. Das, was du gerade erlebst, sind nur die Ausläufe der Pubertät. Zudem haben wir alle dieses Chaos. Ich mein, guck dir mich an. Anfangs warst du nicht mal in der Lage meine kleinen Sticheleien wertlos entgegenzunehmen und jetzt kannst du deine Blicke nur schwer von meinem Oberkörper abwenden. Da könnte ich mich natürlich auch hinsetzen und fragen ‘Warum gucken mich alle immer nur so oberflächlich an?“ stattdessen mache ich mir Gedanken drüber, warum sie denn nicht gucken sollen. Schließlich sehe ich wirklich gut aus”, erklärte ich und stand auf, um meine Muskeln zu präsentieren.
      “Sicher, dass du was essen gehen willst? Dann muss ich mir wieder was drüberziehen.”, stichelte ich etwas weiter herum.
      “Da hast du natürlich recht, schöner Mann, aber ich fürchte, dass ich bald verhungere, wenn wir hier noch länger herumsitzen”, erwiderte sie mit einem lächeln auf dem Gesicht.
      “Naaaaa gut”; knickte ich ein und holte aus meiner Tasche das weiteste Tanktop, dass ich besaß. Wirklich etwas bedeckt, wird mit dem Ding nicht.
      Mit etwas Schwung warf ich sie mir wieder um die Schulter, dann gingen wir gemeinsam zu Saal. Kurz vor der Tür durfte sie die letzten Meter allein laufen. Das Jace mir das Gesicht neu dekoriert hat, war natürlich nicht zu übersehen, aber meine Hoffnung war es, dass der Grund noch nicht alle anwesenden erreicht hat. Beim Betreten sah ich wild eine Hand in der Luft wedeln. “Komm mit”, sagte ich zu Lina und stiefelte zu meinem besten Freund an den Tisch an dem Samu und Vriska ebenfalls saßen.

      Lina
      “Du hast echt schön aufgeräumt”, wandte ich mich an Ju, während ich mich setzte. Samu warf mir einen Blick zu, von dem ich nur genau wusste, was er bedeutet. Er schien noch nicht ganz von Niklas überzeugt zu sein. Ich signalisierte ihm nur, dass alles ok sei und wir später darüber redeten. Immerhin war mein bester Freund zivilisiert genug mich vorher zu fragen, bevor er versucht irgendwen zu schlagen.” Was steht heute eigentlich noch so an”, fragte ich dann in die Runde, weil ich schon wieder vergessen hatte, was Vriska heute Morgen gesagt hatte.
      „Also bevor ich das verrate, möchte wissen, was ihr schon wieder zusammen in unserem Zimmer gemacht habt und ob mein Bett daran beteiligt war“, scherzte Ju.
      „Du hast die letzten zwei Nächte bei mir verbracht und denke das Milena und Anna sicher dein Bett beschmutzten“, fügte Vriska hinzu.
      “Keine Sorge, deinem Bett ist nicht passiert. Niklas wollte nur ein sauberes Shirt anziehen”, beantworte ich Jus Frage und musste ein wenig drüber grinsen. “Außerdem scheinst du ja schon ein neues Bett in Aussicht zu haben”, fügte ich noch ein wenig schelmisch hinzu.

      Niklas
      “Ich weiß ja nicht, ob ich das heute zulasse. Schließlich wollen wir in 10 Jahren heiraten”, scherzte ich noch einmal. Lina und Vriska guckten mich mit dem gleichen Gesichtsausdruck fragend an.
      “Wir haben da so ein Deal, wenn wir in 10 Jahren niemanden passenden gefunden haben, dann heiraten wir. Und deswegen Schatzi müssen wir leider getrennt schlafen. Du weißt ja, kein Sex vor der Ehe und so”, fügte Ju noch hin.
      “Ach und gleich beginnt der Theorieunterricht”, sagte er noch. Dann beobachtete ich Lina, wie sie sich was zum Essen holte. Durch die Schmerzmittel hatte ich nicht wirklich Hunger und wartete deswegen noch ab. Stattdessen merkte ich was ganz anderes, was sicher auch von den Medikamenten kam, denn seit Jahren hatte ich kein Ständer mehr in der Öffentlichkeit gehabt. Geschickt versuchte ich diese zu verstecken, was jedoch bei der Wahl meiner Kleidung nicht so leicht war.
      “Freust du dich schon so sehr darauf?”, wandte sich nun mein bester Freund zu mir.
      “Ja, sieht man doch.”, antwortete ich geschickt und versuchte das Beste daraus zu machen. Kurz kam mir Gedanke jemanden zu fragen, ob er mit mir das Problem beseitigen möchte, doch das wäre unangebracht. Lina würde sicher ablehnen und weiteren Damen das Angebot zu offerieren, würde sie sicher auch nicht so gut finden. Dennoch fiel mir direkt eine Person ein, die ich mit nur wenigen Worten dazu bringen konnte, die schönsten 40 Sekunden ihres Lebens zu haben. Je mehr ich drüber nachdachte, umso mehr spürte ich wie er mehr anschwoll. Verärgert kreuzte ich die Beine übereinander.

      Lina
      Mit einem voll beladenen Teller kehrte ich zum Tisch zurück. “Du willst wirklich nichts essen?”, fragte ich Niklas, doch der lehnte ab. Na gut, wenn er nicht wollte. Ich für meinen Teil hatte einen riesigen Hunger. Wie konnte ich nur den ganzen Tag so herumlaufen und es nicht merken? Ok, doofe Frage es war definitiv nicht das erst mal, dass ich vergaß zu essen. Immerhin war es heute mal nicht mit einer Unterzuckerung geendet, das wäre heute definitiv alles andere als hilfreich gewesen. “Sagt mal, wie lang kennt ihr euch eigentlich schon?”, fragte ich Ju und Niklas neugierig, bevor ich mir einen bissen in den Mund schob. Schließlich hatte ich recht selten so eine gute Männerfreundschaft erlebt.
      “Ich muss mich entschuldigen, bin in 5 bis 10 Minuten wieder da, aber Ju hilft dir dabei gern weiter”, verschwand Niklas schneller als der Wind.
      “Okay, wo waren wir? Ach ja. Wir kennen uns schon ziemlich lange. Gemeinsam sind wir in der gleichen Gemeinde gelebt, die gleiche Grundskola besucht. Doch als Nik hat diese ein Jahr früher beendet und war noch früher fertig mit dem Studentexamen als ich. In der Zeit haben wir uns etwas aus den Augen verloren, doch nach seiner Rückkehr aus dem Ausland, trafen wir uns im Verein wieder. Durch Zufall wurden wir zur gleichen Zeit zugelassen. Nach dem sich Joanna 2018 von ihm getrennt hat, ging es immer weiter mit ihm Bergab und ich bin bis heute sein Fels in der Brandung”, erklärte Ju, als wäre es das normalste auf der Welt. Zwischendurch nahm er etwas von seinem Teller. “Ja, das merkt man”, kommentierte ich Jus letzten Satz. Niklas verschwinden wundere mich zwar ein wenig, aber ich beschloss es nicht weiter zu hinterfragen. “Samu und ich kennen uns auch schon ziemlich lange”, erzählte ich dann. “Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, wo ich heute ohne ihn stehen würde”, fügte ich noch hinzu.
      “Ja, das Internat, das waren nicht unbedingt die einfachsten Zeiten”, sagte Samu, während er an die alten Zeiten zu denken schien. “Damals war noch vieles anders und ich kann euch sagen, wir gehörten damals definitiv nicht zu den coolen Kids”, sagte Samu lachen.
      “Warum?”, fragen Ju nach.
      “Naja, wir waren die Oberstreber. Gerade Lina war kaum vom Lernen abzuhalten gewesen”, fügte mein bester Freund lächelnd hinzu.
      “Dann könnt’ ihr euch ja gleich nach Vorne setzen, wenn Nik wieder da ist”, kommentierte Ju unsere kleine Geschichte.
      “Wo ist der eigentlich hin? Und auf was für einem Internat wart ihr? Bis zum Abschluss war ich auch auf einem. Allerdings würde ich sagen, dass es rundum die beste Zeit meines Lebens war.”, hinterfragte nun Vriska.
      “Auf einem ziemlich guten. Es war auch weniger das Internat, es waren eher die Umstände, die es für mich nicht leicht machten”, antworte ich und hoffte ein wenig, das Vriska nicht weiter nachfragte. Die Umstände wie ich dort gelandet war, waren ein Kapitel was ich gern aussparte.
      “Vriska, um deine Frage zu beantworten, die sich sicher sonst nachher nicht ein schlafen lässt. Er holt aus der Hütte und wird noch Masturbieren.”, antwortete Ju ohne großes Umschweifen. Vriska schien darauf hin, keine Fragen mehr stellen zu wollen und brachte stattdessen ihren Teller weg. Natürlich kam in dem Moment auch Nik wieder.
      “Das ging ja heute schnell, hattest du was im Lesezeichen?”, scherzte sein bester Freund.
      “Nein, tatsächlich nicht”, antwortete Niklas.
      Ich beschloss auf Jus Kommentar nicht weiter einzugehen, schließlich war es vollkommen natürlich, jeder hatte schließlich seine Bedürfnisse.

      Niklas
      Die Vier am Tisch waren tief in einem Gespräch verwickelt, in dem ich mich nicht einmischen wollte. Stattdessen half ich Herrn Holm beim Umstellen der Tische, auch wenn er sich immer wieder absicherte, ob ich wirklich in der Lage dazu bin. Wie gewohnt, setzte ich mich direkt in die erste Reihe und wartete ab, dass es losging. Auch meine Brille hatte ich aufgesetzt, die sonst wirklich meide aufzusetzen.
      “Ich freue mich, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid. Gibt es noch Fragen bevor wir mit dem Theorieunterricht beginnen?”, stellte sich Herr Holm vor uns. Niemand sagte etwas.
      “Okay, gut. Wir setzen heute das Thema Feines Reiten fort. Jeder von euch ist gewillt, sein Pferd auf die bestmögliche Art und Weise zu reiten, doch wie sollte das Aussehen? Dafür greifen wir den Gedanken von der letzten Stunde noch einmal ab. Wenn ihr jetzt auf eure Pads guckt, seht ihr ein Zitat. Ihr habt nun fünf bis acht Minuten Zeit euch darüber Gedanken zu machen. Vor allem, weil noch nicht jeder diese Unterrichtseinheit besucht hat. Ach, und an die Lieben vom WHC, setzt euch doch bitte zu jemanden mit Pad, damit ihr auch den Unterricht multimedial Verfolgen könnt’”, sagte er und setzte sich zurück in seinen Stuhl. Leise las ich vor mich her ‘Beginne jede Einheit damit selbst losgelassen zu sein’.

      Lina
      Natürlich setzte ich mich neben Niklas, in der ersten Reihe war natürlich auch noch Platz. Auch wenn ich mich etwas zusammenreißen musste, keinen neckischen Kommentar zu Niklas Brille abzugeben, sorgte der Streber in mir dafür, dass ich mich gleich konzentriert der Aufgabe zu wand.
      “So dann wollen wir mal mit dem Austausch beginnen. Teilt eure Gedanken mit uns”, kündigte Herr Holm nach einer Weile an.
      “Das erste Problem, dass dem ein Hergeht ist, dass vor der Losgelassenheit in der Ausbildungsskala ein Pferd Takt haben sollte. Natürlich ist die Frage, wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Meiner Meinung nach, sollte ein Pferd erst losgelassen sein, eh man weiter im Training machen kann.”, warf Vriska als Erste in den Raum.
      “Da hast du vollkommen recht, aber ließ den Satz noch einmal genauer. Um wen geht es? Das Pferd oder dem Reiter?”, erwiderte der Trainer der Schweden.
      “Na um den Reiter. Man kann von seinem Pferd keine Losgelassenheit erwarten, wenn man selbst angespannt ist “, antwortete ich.
      “Ganz richtig, Lina. So Niklas, magst du dann den Inhalt der letzten Stunde noch einmal zusammenfassen?”, sprach er nun Niklas an, der neben mir nicht ganz konzentriert war. Stattdessen guckte es sich irgendwas auf seinem Handy an, was ich nicht erkennen konnte.
      “Hm? Ja, kann ich machen. Der Grundgedanke ist es, dass man dem Pferd nicht abverlangen kann, sich zu lösen, wenn man von meinem stressigen oder anstrengenden Tag seinen Gefährten besucht. So beobachtet man häufig eine gewisse Unachtsamkeit auf vielen Höfen. Man muss sich vor Augen führen, dass das Pferd die letzten 20 bis 22 Stunden sein eigenes Leben geführt hat und dann kommt der Mensch, verlangt Höchstleistungen oder sogar noch mehr. Dabei trägt die Person so viel Last auf den eigenen Schultern, die das Pferd auch noch auf sich nehmen soll, va? So kann die beste Ausbildung des Tieres nicht die Fähigkeiten des Reiters ersetzen. Die Voraussetzung ist der eigene physische und psychische Zustand. Um dem Vorzubeugen kann man Rituale einführen, wie eine 5-Minuten Meditation, bevor man aus dem Auto steigt und sein Pferd holt.”, erklärte er.
      Wow, scheinbar sah er nicht nur klug aus, sondern war es auch tatsächlich. Nicht dass ich das angezweifelt hätte, aber ich habe auch nicht erwartet, dass er gleich das Lehrbuch verschluckt hatte.
      “Danke dafür, man kennt dich nicht anderes. So wo waren wir. Ach ja, feines Reiten. Heute setzen wir uns mit dem Gedanken von Salomon de la Broue auseinander, der einmal das sagt, was nun auf euren Pads erscheint. Hoffentlich muss ich euch allen nicht noch mal erklären, wer er ist und welche Rolle er spielt.”, begann Herr Holm fortzusetzen. Mein Blick richtete sich zum Tablett, dass mittig auf dem Tisch lag. “Die vollkommene Leichtigkeit des Pferdes beginnt schon im Maul”, las ich.
      “Zu Beginn möchte ich euch ein kleines Video zeigen mit typischen Bildern eines Abreiteplatzes zeigen. *Filmende* Neben der offensichtlichen Hyperflexion sieht man Pferde, die nervös auf ihren Kiefer anspannen, deren Reithalfter zu eng sind und keinen Ansatz der Losgelassenheit zeigen. Generell wirken die Tiere gestresst und benehmen sich wie eine Maschine, die nur funktionieren soll. Den Richtern fällt heutzutage nicht einmal mehr auf, wie falsch die Tiere unter den Reitern laufen.
      Nun kommen wir zurück zu dem Zitat. Warum denkt, ihr gibt es so einen großen Zusammenhang vom Kiefer des Pferdes und dem Rest des Körpers?”, fragte Herr Holm nun in die Runde.
      “Der Pferdekörper ist eine Einheit. Ist ein Teil wie der Kiefer angespannt, wird sich der komplette Körper anspannen und versteifen”, meldete ich mich zu Wort.
      “Du bist auf dem richtigen Weg, aber welcher anatomische Aspekt spielt dabei eine Rolle? Weißt du das? Oder jemand anderes?”, fuhr er fort. Ich schüttelte den Kopf. Diesmal meldete Ju zu Wort.
      “Am Schädel des Pferdes gibt kleine Öffnungen, die Blutgefäße und Nerven nach Außen führen. Ein permanenter Druck durch das Reithalfter sorgt für große Schmerzen am Kopf. Diese Nerven und vor allem Muskeln verbinden den ganzen Körper.”, erzählt er.

      Niklas
      Obwohl ich dem Unterricht verfolgen wollte, fiel es mir heute wirklich schwer. Nicht nur meine Nase tat extrem weh wieder, sondern auch der Rest meines Kopfes pumpte ganz schön. Dazu kommt, dass ich immer wieder zu Lina guckte, die interessiert dem Unterricht folgte. Ich wollte sie aber nicht ablenken, weswegen ich lieber auf meinem Feed auf Instagram herum scrollte. Unerwartet sehe ich ein Bild von Joanna, die scheinbar schon wieder irgendwo im Urlaub ist. Mit ihrem neuen Freund. Um mir das Elend nicht weiter anzugucken, legte ich mein Handy wieder weg.
      “Ich hab’ Kopfschmerzen. Kann ich ins Zimmer?”, fragte ich dann Herrn Holm. Er stimmte zu, ich ließ Lina das Pad da und machte mich auf den Weg.
      Draußen ging die Sonne unter und eine abendliche Stimmung kam auf. Ich machte mir Gedanken über das, was ich gesehen habe. Das Joanna wieder einen Freund hatte, wusste ich von Ju, der ab und zu noch Kontakt mit ihr hatte.

      Lina
      Natürlich hatte ich gemerkt, dass Niklas nicht ganz bei der Schache zu sein schien. Ich machte mir ein wenig Sorgen, dass er vielleicht doch mehr Schmerzen hatte, als er zugab. Also beschloss ich ihm zu folgen, auch wenn ich gerne noch mehr gelernt hatte. “Ich muss noch mal nach den Pferden sehen”, entschuldigte ich mich und stand auf. Natürlich registrierte ich Samu fragenden Blick beim Verlassen des Raumes.
      Ich fand Niklas, draußen, wo er sich auf einer Bank niedergelassen hatte. Die Sonne stand bereits tief am Himmel und tauchte den Hof in ein rötliches Licht. In seinem Gesicht war ein trauriger Ausdruck zu erkennen.
      “Alles ok?”, fragte ich ihn ein wenig besorgt und setzte mich zu ihm.

      Niklas
      “Vor zwei Jahren, war ich noch jemand anderes”, begann ich Lina zu erzählen, die mir natürlich gefolgt ist. Aus meiner Hosentasche zog ich mein Handy und zeigte ihre alten Bilder von mir. Auffällig war, dass ich mehr als 30 kg weniger Gewicht hatte auf 190 cm. Das alles ist nun verteilt in meinem Rücken, Schultern, Brust und vor allem Oberschenkel. Außerdem war ich noch komplett blond, heute nur noch die Spitzen.
      “Damals als mich Joanna verlassen hatte, musste ich irgendwas tun, um sie zu beeindrucken. Ich hoffte, dass sie mich zurückkommt, wenn ich mir neue Ziele gesetzt habe. Wie du aber merkst - hat nicht funktioniert.”, schwafelte ich vor mich hin.
      “Willst du nicht vielleicht vorne anfange und mir erst einmal überhaupt erzählen, wer Joanna ist?”, fragte Lina, die mich ein wenig verwirrt ansah.
      “Du hast recht. Also Joanna ist die Stieftochter von meinem Onkel, der den Hof von Opa übernommen hat. 2008 kamen wir zusammen, da war ich 14 Jahre. Fast auf den Tag genau verließ sie mich nach 10 Jahren. Es war nicht nur ein Schock für mich, als ich erfuhr warum, sondern verstarb mein Opa eine Woche zu vor. Sie sagte zu mir, dass es nicht an mir liegt, aber sie im Leben gern noch was erleben möchte. Doch eine Pause wollte sie auf keinen Fall, weil ich ein Jahr zuvor auf Weltreise war - ohne sie. Ich denke, das hat uns beide kaputt gemacht. So zieht sich das nun immer durch für mich. Irgendwie vermisse ich sie, irgendwie aber auch nicht. Leider sehe ich sie öfter als es mir lieb ist, denn Joanna führt eine Beziehung mit einem Arbeitskollegen.”, erzählte ich ihr. Dann pausierte ich und gucke zu ihr. Wieder machte sich das Gefühl bereit, dass jemand geht.
      “Ich habe Angst, verstehst du? Du löst viel Gutes in mir aus, aber ich habe Angst, dass es endet wie mit Joanna. Allerdings hatte ich das immer, deswegen verstecke ich mich hinter meinen blöden Sprüchen oder versuche eine Bindung so kurz wie möglich zu halten.”, gab ich ihr schlussendlich zu. Vorsichtig griff ich nach ihren Händen und hoffte, dass Lina nichts Schlechtes von mir dachte. Ein tätowierter Sadist mit Trennungsangst gehört nicht unbedingt auf die Wunschliste einer Frau, allerdings würde ich gerade alles für sie tun.

      Lina
      Einen kurzen Moment sah ich ihn nur an. Ich konnte spüren wie nah ihm, das ganz ging. Ich konnte ihn nur zu gut Verstehen, denn meisten stieß ich selbst die Menschen von mir fort, bevor sie mir zu viel Bedeuteten. Bei ihm war irgendwie alles anders, noch nie hatte ich jemanden so schnell so nah an mich herangelassen. Eigentlich hatte ich noch nie jemanden so nah herangelassen.
      “Ich kann dich nur zu gut verstehen”, sagte ich etwas zögerlich. Ich hatte ein wenig Angst jetzt alles mit ein paar Worten alles zu versauen. “Ich verspreche dir, ich werde alles mir Mögliche tun, dass es nicht so enden wird. Egal was du denkst, du bist da beste was jemanden passieren kann, denn ich habe noch nie jemand erlebt, der so ehrlich ist wie du”, sagte ich, während ich ihm in seine traurigen Augen blickte.

      Niklas
      “Wenn ich könnte, würde ich dir das gern glauben. Aber in 9 Tagen geht es für mich und den Rest zurück nach Schweden. Jeder von uns lebt sein Leben weiter. Ich habe meinen Job, du hast deine Pferde. Das funktioniert so nicht. Weißt du?”, sagte ich zu ihr und guckte weg. Direkt kamen mir wieder Gedanken, was ich machen könnte, um mich besser zu fühlen.
      “Ja... verstehe ich… ”, nuschelte sie mehr als dass es wirklich aussprach. Sie schien noch etwas hinzufügen zu wollen, doch sprach es nicht aus.
      “Das soll hier keine Trauerfeier werden. Lass’ uns die Zeit genießen, Spaß haben.”, begann ich und stand auf.
      “Du meintest, du hättest auch gern ein eigenes Pferd. Hast du denn da was in Aussicht?”, versuchte ich sie nun abzulenken und vor allem mich, denn ich musste mich daran gewöhnen in wenigen Tagen wieder in den Alltag zurückzukehren.

      Lina
      Seine Worte versetzten mir einen kleinen Stich, doch er hatte ja recht. In 9 Tagen würde sich unsere Wege wieder trennen. Ich hätte es nur so gern glaubt, dass es funktionieren könnte. Für den Moment schien es so nah, so greifbar gewesen zu sein.
      Er hatte recht, ich sollte den Moment genießen, solange er anhielt. Also schluckte ich den bitteren Beigeschmack des nahenden Endes runter und konzentrierte mich auf seine Frage.
      “Ja, ich würde es so sehr wünschen, dass ich Divine nie wieder hergeben muss”, antworte ich ihn und versuchte zu lächeln. Der Gedanke an den Freiberger ließ meine Trauer tatsächlich ein wenig in den Hintergrund rücken. Er war vermutlich der einzige Mann, den ich nie wieder gehen lassen muss, wenn ich es irgendwie schaffte ihn zu kaufen.
      “Wieso kommst du darauf, dass du ihn wieder hergeben musst?”, hinterfragte er meine Antwort.
      “Naja das Ding ist Divine ist nur hier, weil ich förmlich drum gebettelt habe, dass er herkommen darf. Eigentlich wollte Luchy keine neuen Pferde auf dem Hof und schon gar nicht einen Hengst. Das letzte HMJ Pferd Fanya, ist mit Alec aufs SMA gezogen und auch nur deshalb, weil Eva, Anu und Alec quasi ihre Seele dafür verkauft haben, dass sie nicht zur Auktion geht. Doch was kann ich denn tun, ich habe keine Eltern, die mich dabei unterstützen würden”, beantworte ich seine Frage.

      Niklas
      Wenn ich nicht bei ihr bleiben kann, musste ich zumindest dafür sorgen, ihr eine Freude zu machen.
      „Lass uns zurück gehen, der Filmabend beginnt gleich. Oder wollen wir was anderes machen?“, fragte ich sie darauf hin.
      “Was für ein Film läuft heute denn?”, fragte Lina.
      „Du, das weiß ich nicht mal. Aber ich bin ehrlich. Ich habe keine Lust einen Film zu sehen, Ju sicher auch nicht.“, machte ich ihr klar.
      Zusammen mit ihr lief ich zurück in den Saal, in die Tische bereits wieder an Ort und Stelle standen. Schnell entdeckte ich Vriska, Ju und Samu.
      „Und wie war’s?“, fragte ich interessiert.
      „Wirklich gut. Aber du hast nichts verpasst“, versicherte Ju mir.
      „Wärst du so freundlich und würdest Lina ein wenig beschäftigen?“, flüsterte ich Vriska zu. Sie nickte.
      „Also es läuft gleich Human Centipede, alle Teile. Aber Ju und ich wollen lieber ans Wasser die Natur genießen. Du begleitest uns doch sicher?“, sagte sie zu Lina und nahm sie zur Seite.
      „Samu, können wir mal kurz reden?“, bot ich ihn und ging vor zur Tür.

      Lina
      Ein wenig überrumpelt ließ ich mich von Ju und Vriska mitschleppen. Ich versuchte gar nicht zu protestiert, denn die beiden sahen nicht so aus als würden sie Widerstand dulden. “Darf ich fragen, was ihr vorhabt? Ich mein Kanadas Sommernächten sind schön, aber meint ihr nicht wir sind zu viele für ein romantisches Date?”, scherzte ich.
      “Guck’ ihn dir doch an. Ich möchte nicht allein sein, verstehst du?”, flüsterte sie mir kichernd ins Ohr.
      “Da hast du recht, er sieht sehr gefährlich aus”, erwiderte ich mit stark ironischem Unterton und musste auch kichernd.
      “Weiber”, murmelte Ju nur vor sich hin und schüttelte den Kopf.

      Samu
      “Ähh, klar”, antworte ich Niklas und folgte ihm nach draußen. “Ich hoffe du möchtest mir nicht mitteilen, dass du was Dummes gemacht hast?”, fragte ich ihn ein wenig Misstrauisch. Auch wenn Lina ihm zu vertrauen schien, ich tat es noch nicht.

      Niklas
      “Noch ist sie nicht schwanger”, scherzte ich. Für Samu schien es nicht der passende Augenblick zu sein, so etwas zu sagen, denn seine Miene verzog sich direkt.
      “Keine Sorgen, mehr oder weniger alles gut. Ich muss mit Luchy sprechen. Jetzt. Sofort.”, antwortete ich kurz und hoffte, dass er sie zu bringt. Doch wie ein Felsen stand Samu vor mir und schien noch mehr auf der Seele zu haben.

      Samu
      “Warum das denn jetzt?”, fragte ich Begriffsstutzig. “Egal was du in deinem verrückten Hirn ausheckst ich hoffe, ich muss danach keinen Scherbenhaufen zusammenkehren”, fügte mich noch hinzu und bewegte mich immer noch keinen Zentimeter. Erst wollte ich wenigstens eine Ahnung davon haben, was er vorhatte. Dann würde ich mir vielleicht überlegen, ob ich ihm helfe oder nicht, schließlich stand hier das Seelenheil meiner besten Freundin auf dem Spiel.

      Niklas
      “Okay, dann jetzt in kurz und in ehrlich. Eigentlich wollte ich ihr zeigen, wie sie sich mir gegenüber zu verhalten hat, doch. Ich weiß auch nicht. Nach meinem Nervenzusammenbruch kam altes hoch und ich merkte, dass meine Abneigung ihr gegenüber einer Zuneigung zu sein scheint. Dann unterhielten wir uns, bemerkten die Gemeinsamkeiten und ich muss ihr helfen. Vorhin haben wir auf einer Bank gegessen und gemerkt, dass wir uns nach dem gleichen Sehnen. Aber das funktioniert so nicht. Deswegen habe ich beschlossen ihr das Einzige zu geben, was sie braucht. Divine.”, öffnete ich mich Samu und hatte wirklich Mühe die richtigen Worte zu finden. Denn das Letzte, was ich nun brauche, ist eine weitere Faust im Gesicht.

      Samu
      Ich spürte wie sich meine Muskeln anspannten, als er begann zu reden. Genau das war es, wo vor ich Lina schützen wollte. Doch als er weitersprach, merkte ich, dass es tatsächlich ernst mit ihr meinen Schien.
      “Irgendwo in dir drin, scheint doch eine Seele zu existieren”, sagte ich trocken. Er konnte echt froh sein, dass ich nicht war wie Jace, denn er hätte ihm vermutlich gleich noch mal mit seiner Faust bekannt gemacht.
      “Wenn du es tatsächlich so ernst meinst, werde ich dir helfen”, sagte ich ein wenig freundlicher und setzte mich in Bewegung. Divine war definitiv nicht das Einzige, was sie brauchte, doch der Hengst bedeutete ihr mehr als jedes andere Pferd auf diesem Planeten, das wusste ich. Ich hatte schon viele Nächte lang darüber nachgedacht, wie ich es anstellen konnte, dass sie für immer an seiner Seite bleiben konnte, doch mir fehlten einfach die Mittel dazu.
      Vor Luchys Bürotür blieb ich stehen und klopfte. “Luchy, da möchte jemand mit dir sprechen”, kündigte ich Niklas an und gab die Tür für ihn frei.

      Niklas
      “Hej, wir kennen uns gar nicht aber ich muss Ihnen sprechen. Ich habe von Lina erfahren, wie schwierig es am Hof ist, dass Divine hierbleibt und würde ihr, und dem Hof, eingefallen tun. Das alles hier ist so liebevoll gemacht, aber ich merke das es immer wieder am nötigen Kleingeld gefehlt. Mir fehlt es Herzlichkeit, Liebe und Familie. Wenn ich ihnen einen Scheck in Höhe von 500.000 SEK, also ungefähr 70.000 CAD, kann Lina dann Divine haben?”, platzte es aus mir heraus. Es nach dem ich zu Ende sprach, merkte ich wie abwertend das ganze klang. Hoffentlich verstand sie mich nicht falsch.
      “Also, mal ganz langsam junger Mann, was genau willst du mit dem Pferd überhaupt?”, fragte sie mich ein wenig irritiert.
      “Lina soll ihn bekommen”, antwortete ich überzeugt.
      “Na, wenn das so ist, da kann ich einfach schlecht nein sagen. Ich habe selten ein Pferde- Reiterpaar gesehen, das so perfekt harmoniert”, antwortete sie ruhig.
      Erleichtert zog ich aus meiner Hosentasche das Scheckheft, trug den Betrag ein und unterschrieb. Zum Glück hatte die Hofbesitzerin auch noch einen Vertrag da, den auch direkt unterschrieb. Mit der Eigentumsurkunde bewaffnet, lief ich mit Samu zum Bach an dem Vriska, Ju und Lina ein kleines Feuer im Sand entzündet hatten. Einige leere Bierflaschen standen ringsum.

      Samu
      “Egal, was du tust, warte noch einen Moment, ich muss erst noch mit ihr sprechen”, raunte ich Niklas zu, bevor ich auf Lina zuging.
      “Lina, was hältst du davon, wenn wir mal kurz spazieren gehen?”, sagte ich zu meiner Freundin. Sie schien zu ahnen, worum es ging und folgte mir ein Stück von dem anderen Weg. “Ich vermute du weißt, worüber ich mit dir reden will?”, fragte ich sie und sah ihr in die Augen.
      “Ja, ich denke, du willst mit mir über Niklas reden. Es ist wirklich ok Samu, du brauchst mich nicht vor ihm beschützen, er ist nicht das, was du denkst”, sagte sie recht überzeugt. Doch ich überhörte auch nicht den winzigen Hauch von Beben in ihrer Stimme. Ich nahm ihre Hände in meine und sah sie noch mal an. Ich sah immer noch das kleine zarte Mädchen, auf das ich damals zuging, als es weinend im Schulflur saß. Doch das war sie nicht mehr, ich musste wohl akzeptieren, dass sie nun ihre eigenen Entscheidungen traf und ich sie nicht mehr vor allem beschützen konnte. So musste es sich anfühlen, wenn die kleinen Geschwister Erwachsen wurden. “Und du bist dir ganz sicher, kleines?”, fragte ich sie noch einmal.
      “Ja, Samu ich möchte das, das hier der beste Sommer meines Lebens wird, auch wenn das Opfer erfordert”. Ich spürte, dass sie es tatsächlich ernst meinte und gleichzeitig wie viel Gefühl in der Antwort mitschwang. “Ich werde dir nicht im Weg stehen. Du weißt, ich bin für dich da, wenn du mich brauchst”, erweiterte ich sanft und umarmte sie freundschaftlich. “Ich weiß Samu, ich weiß”, flüsterte sie mir zu. Ich drückte sie noch einmal, bevor ich sie Sprichwörtlich in die große, weite Welt entließ.
      Ich sah ihr einen Moment lang hinterher, wie sie fröhlich zurück zu den andern ging, bevor ich ihr folgte.

      Niklas
      Erst jetzt wurde mir klar, was innerhalb eines Tages als passiert war. Aus der Verzweiflung heraus versuche ich mir ein Mädchen zu erkaufen, dass so viel zu ertragen bisher hatte. Egal was ich nun noch tue, es wird nicht gut enden. Außerdem schwang in meinem Kopf noch immer Vriska mit, die ich mit wenigen Worten zu allem bringen kann. Etwas, dass ich seit Jahren immer erträumt hatte. Doch ich möchte auch Ju nicht noch einmal enttäuschen. Aus dem Augenwinkel erblickte ich Lina, die mit Samu zurückkam. Glücklich setzte sie sich zu mir.
      “Ich finde es gibt nichts, was du jetzt mehr verdient hättest”, sagte ich zu Lina und drückte ihr etwas herzlos die Eigentumsurkunde in die Hand. Ju blickte schockiert zu mir, sagte jedoch nichts.

      Lina
      “Was ist das?”, fragte ich ein wenig verdutzt als mir Niklas etwas in die Hand drückte.
      Eigentumsurkunde, stand in großen Buchstaben darauf. HMJ Divine stand etwas weiter unten. Das konnte nicht wahr sein, dass alles hier musste ein Traum sein. Ich kniff kurz die Augen zu und sah mir das Stück Papier noch einmal an. Doch es war immer noch da, und es stand immer noch dasselbe drauf.
      Eine Welle von Emotionen überkamen mich, sodass ich kaum noch klar denken konnte. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich registrierte, was tatsächlich gerade geschehen war.
      “Das kann nicht dein Ernst sein”, sagte ich mit einem zittern in der Stimme. Ich spürte wie mir Tränen in die Augen stiegen und konnte beim besten Willen nicht sagen, ob es Freudentränen waren oder ob es die bittere Erkenntnis war, dass dieser Tag kein Traum gewesen war. All das, was heute geschehen war, war echt. Tatsächlich hatte ich mich innerhalb eines einzigen Tages in einen Mann verliebt, den ich nie würde haben können. Und oben darauf hatte genau dieser Mann mir gerade das Pferd meiner Träume Geschenk.
      Ich wusste absolut nicht, ob ich jetzt lachen oder heulen sollte.
      Seit ich Divine begegnet war, war das mein einziger Wunsch gewesen.
      “Nein das kann nicht wahr sein”, flüsterte ich und eine Träne lief mir über die Wange.
      Das Glücksgefühlt hatte den Kampf der Emotion nun doch gewonnen und ich konnte nicht anders, als Niklas um den Hals zu fallen.

      Niklas
      “Nicht so stürmisch, junge Dame.”, scherzte ich.
      “Jetzt mal ehrlich, hast du den ganzen Hof gekauft?”, fragte nun Ju kritisch.
      “Juha, dein Ernst? Was soll ich mit einem ganzen Hof in Kanada, der nicht danach aussieht, dass er schwarze Zahlen schreibt? Also No Front, euer Hof ist schön”, versuchte ich meine Aussage. Jedoch werde ich nicht ganz so falsch liegen.
      “Na, wenn das so ist Lina. Dann stoßen wir jetzt an”, forderte Vriska alle auf. Ich setzte Lina zur Seite und holte für uns alle ein Bier, dass im Bach zum Kühlen lag.
      Ehrlich gesagt, war mir das gerade alles zu viel. Alles, was ich wollte, war das sie glücklich ist. Nun ist sie es, aber zu welchem Preis? Ein Pferd, das sie jeden Tag daran erinnern wird, dass ich existiere und ihr auf lang oder kurz das Herz brach. Schließlich wird das Leben ohneeinander weiter gehen und darüber dachte ich nur noch nach.
      “Entschuldigt mich”, sagte ich, zog mein Shirt, Hose und Schuhe aus. Diese stellte zur Seite und sprang in Wasser.

      Samu
      Auch wenn ich kein gutes Gefühl bei der Sache hatte, hatte ich es zugelassen. Doch ich kann sie nicht ewig Beschützen. Und was ich wusste war, wenn Lina sich was in den Kopf gesetzt hatte, war es dort nicht mehr wegzubekommen, egal was es kosten würde.
      Für den Augenblick schien sie glücklich und ich freute mich auch für sie, doch was würde danach kommen.
      Was würde kommen, wenn sie endgültig merkt, dass er weg war. Würde ihr kleines, zartes Herz in tausend Stücke zerspringen? Würde sie das wirklich verkraften?
      Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. Vielleicht hatte Jace zumindest in dem Punkt recht, dass Niklas nicht gut für sie war, nur dass es nicht aus dem Grund war, den ich zuerst angenommen hatte.
      Nachdenklich beobachte ich die Flammen, wie sie im Feuer tanzten und verfolgte den Flug der Funken. Wo würde das ganze hier nur hinführen?
      “Vriska, kannst du mir bitte sagen, dass das hier kein Traum ist?”, riss mich Linas Stimme aus meinen Gedanken. Meine beste Freundin hatte sich inzwischen ein wenig beruhigt, konnte scheinbar immer noch nicht ganz glaube, was passiert war.

      Vriska
      “Nein, Lina das ist kein Traum und wenn doch, dann kein guter”, platzte es aus mir heraus. Natürlich machte es mich auch glücklich, dass sie nun ihr Seelenpferd haben konnte, aber ich musste an den Stall zurückdenken.
      Auch Ju schien sichtlich unzufrieden mit der Situation zu sein
      “Bitte höre mir jetzt ganz genau zu. Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Pferd, aber sieh ein das Niklas für genau den Moment als der Richtige erscheint”, begann er zu sprechen und setzte sich zu ihr. Aufmerksam hörte nun auch ich zu.
      “Aber genau dieser Typ wird spätestens in Schweden wieder in diverse Clubs mit mir gehen und anderen diese Hoffnungen machen, die er dir gegeben hat. So ist er halt und das wird sich nicht ändern. Vermutlich hat er dir auch von Joanna erzählt und dass sie 10 Jahre zusammen waren. Jedoch wird Nik dir gesagt haben, wie oft er sie hintergangen hat, besonders in seinem Auslandsjahr. Nie habe ich ihn derartig erlebt. Ich sage dir das jetzt nicht, damit du weinst oder die nächsten Tage nicht genießen kannst. Ich möchte nur, dass du das im Hinterkopf behältst. Also sollte er dir erzählen wollen, dass das als Fernbeziehung funktionieren wird. Dann bildet er sich das ein. Ich kann nicht immer darauf aufpassen, was er tut, denn ich habe ebenfalls ein Leben. Seitdem er letztes Jahr seine Ausbildung abgeschlossen hat, wurde er so oft versetzt, dass ich nicht mehr mitgezählt habe. Versteh das bitte und versuche nicht in irgendeinen Heiligen zu sehen, denn das ist er nicht und wird es auch nie sein.”, erklärte Ju nun ihr. Es war still geworden und alle schienen in dem Moment darüber nachzudenken, wieso er das ausgerechnet jetzt erzählen musste. Besonders, weil Niklas gerade nicht dabei war.

      Lina
      Jus Worte holten mich wieder auf den Boden der Tatschen zurück und mein kleiner naiver Traum zerplatze wie einer Seifenblase. Tief in mir drin wusste ich, dass er vermutlich... nein, dass es ziemlich sicher nicht funktionieren würde. Doch ich wollte es einfach noch nicht wahrhaben. Ich wollte so sehr daran glauben, dass ein einziges Mal funktionierte.
      Meine bisherigen Beziehungen, waren immer an dem Punkt gescheiter, wo ich mein tiefstes inneres offenlegte. Die meisten stießen mich dann weg, als hätten sie sich verbrannt. Keiner wollte ’beschädigte Ware’. Meine längste Beziehung endete in einem Nervenzusammenbruch meinerseits, womit mein damaliger Freund nicht klarkam. Seitdem hatte ich Männer gemieden und vor allem hatte ich mich nie getraut zu zeigen, wer ich eigentlich wirklich bin. Bei Niklas hatte sich alles richtig angefühlt und ich wollte zumindest für ein kurzen naiven Moment daran glauben, das es möglich war. Nur einen kurzen Augenblick.
      Umso schmerzlicher wurde mir gerade genau das bewusst, was Ju sagte.
      In 9 Tagen würde dieser Mann wieder nach Schweden verschwinden und ich wäre wieder allein. Samu hatte mich gewarnt und ich war trotzdem das Risiko eingegangen.
      So schnell wollte ich nicht aufgeben, ich würde darum kämpfen.
      “Lasst es mich wenigstens versuchen”, flüsterte ich mehr, als dass ich es wirklich sagte, “wenigstens ein paar wenige Tage”. Die letzten Worte gingen im Knistern des Feuers unter. Ich blickte die anderen nicht an, sondern zeichnete kleine Muster in den Sand. Ein Tick, den ich irgendwann entwickelt hatte, um emotional nicht vollkommen außer Kontrolle zu geraten.

      Niklas
      Erst als ich aus dem Wasser kam, wurde mir klar, dass keiner mit gefolgt war.
      “Was ist denn hier für eine Trauerstimmung?”, fragte ich zunächst scherzhaft. Dann bemerkte ich Lina, die irgendwas in den Sand kritzelte. Das kam mir bekannt vor. Als Hannes noch jünger war, hat er das auch immer gemacht. Etwas ernster fragte ich nun: “Ist irgendwas passiert? Ich war doch nur 10 Minuten weg und hatte was ganz anderes erwartet, wenn ich wieder komme.”
      “Du bist ein Arsch”, kommentierte Vriska. Unüberlegt trat ich näher an sie heran.
      “Wärst du so freundlich, dass zu wiederholen”, sagte ich klar und legte meine Hand fest an unter ihren Unterkiefer am Kinn.
      “Du bist ein Arsch”, wiederholte sie und begann zu grinsen.
      “Überleg’ dir ganz genau was du sagst”, flüsterte ich zu ihr und zog die Braue hoch. Eh ich weitersprechen konnte, stoppte Ju mich.
      “Beruhigt euch mal wieder’, das ist das Letzte, was wir heute noch gebrauchen können”, ging jetzt auch Samu dazwischen.
      “Ach Samu, mach’ dir da mal keine Gedanken. Das Einzige, was er gerade provoziert ist, dass ich mich aufrege. Aber ich bin’s wirklich langsam satt. Und genau deswegen habe ich Lina auch erklärt, wie es nach 9 Tagen weiter geht”, erzählt mir mein bester Freund nun. Natürlich hatte er auf eine Art recht mit Vriska, aber das gibt ihm nicht das recht so über mich zu urteilen.
      “Und was ist 9 Tagen? Vielleicht hilft mir das auch weiter, dann weiß ich, was ich nicht machen sollte”, fragte ich interessiert und setzte mich zu Lina, die es offenbar nicht mitbekam. Vorsichtig tippte ich sie an der Schulter an, damit sie sich nicht erschrak. “Was willst du jetzt? Hierbleiben oder gehen?”, flüsterte ich ihr zu, da Ju nicht wirklich motiviert war, es mir ins Gesicht zu sagen.

      Lina
      Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich wieder in der Gegenwart angekommen war. Sofort bemerkte ich die angespannte Stimmung. “Können wir bitte gehen, das ist alles viel zu viel heute”, antwortete ich Niklas, der auf einmal wieder da war. Er half mir auf, schnappte sich seine Klamotten und dann verließen wir das Feuer. “Warte bitte kurz”, sagte ich, als wir uns ein Stück entfernt hatten. Ich brauchte einen Moment durchzuatmen, jetzt in diesem kurzen Augenblick war schon wieder so viel passiert. Ich schloss meine Augen einen Moment und amtete die kühle frische Nachtluft ein. Auch wenn ich es eigentlich nicht hören wollte, ich musste ihn trotzdem fragen, also sammelte ich all meinen Mut und stellte ihm diese Frage: “Ju, hat recht, oder? Es wird kein gutes Ende nehmen...”. Mit großen Augen sah ich ihn an und wappnete mich schon mal für die Antwort, denn vermutlich würde sie hart werden. “Und das hier...”, ich wedelte mit der Eigentumsurkunde “.... soll ein Abschiedsgeschenk sein, oder?”, fügte ich noch hinzu.

      Niklas
      Ich erwischte mich bei dem Gedanken, wie viel wohl ein Taxi in Kanada kostet, um ihr dieses zu zahlen. Während sie einen Moment für sich brauchte, entschied ich mich dennoch dazu mich vor sie zu stellen. Ich konnte mir gerade nichts besseres Vorstellen, als mit ihr allein zu sein, unter dem Sternenhimmel.
      “Es kommt darauf an, was du bereits bist zu opfern”, begann ich zu ihr zu sagen und legte meine Hänge an ihre Taille.
      “Ich bin bereit darum zu kämpfen”, antworte sie und sah mich weiter mit großen Augen an.
      Unbedacht, dies Mal, ohne zu fragen, legte ich nun meine Hände an ihren Kopf und küsste sie. Einige Minuten vergehen eh sie mich weiter sprachen ließ.
      “Es gibt nur eine Möglichkeit, na gut eher anderthalb. Die für uns beide schmerzhafteste Lösung wäre die Tage miteinander zu nutzen.”, eh ich weitersprach, versicherte ich mich, dass wirklich richtige zu sagen. “Die weniger schmerzhafte wäre es, wenn du mitkommst. Denn, Kanada ist für mich wirklich keine Alternative. Bisher hatten wir noch nicht drüber gesprochen, aber ich bin bei der Polizei in Schweden. Weißt du? Sobald ich wieder zu Hause bin, habe ich Nachtschicht”, erklärte ich ihr und lass sie los. Ich musste einige Schritte zurückgehen, denn ich konnte nicht von ihr verlangen in ein anderes Land auszuwandern.

      Lina
      Dieser Moment war zwar weit entfernt von perfekt, doch bei dem Kuss fühlte ich mich für einen Wimpernschlag als würde ich schweben. Hoffnungsvoll lauschte ich seinen Worten und betrachte ihn im schwachen Mondlicht. Wollte ich den Moment genießen und mich auf ein bitteres Ende vorbereiten oder wollte ich tatsächlich kämpfen und nichts unversucht lassen? Jetzt lag es an mir abzuwägen. Würde ich hierbleiben, wäre ich in meiner gewohnten Umgebung, doch ob ich da emotional verkraften würde, wieder allein dazustehen, mit einem Pferd was mich jeden Tag daran erinnerte? Ob ich so eine Chance einfach verstreichen lassen konnte?
      Den Hof zu verlassen, würde mir sicherlich schwerfallen schließlich hatte ich hier so was wie eine zweite Familie gefunden. Doch Schweden würde auch bedeuten, dass ich näher an meiner Heimat war. Näher an meiner Schwester, von Schweden aus war es sogar denkbar, dass ich die mal wieder Besuchen konnte. Jahrelang hatte ich sie nur über einen Bildschirm gesehen und ich vermisste sie schon sehr, in letzter Zeit immer mehr.
      In ein anderes Land zu ziehen war ein großer Schritt, was wenn es nicht funktionieren sollte zwischen Nik und mir? Fand ich dort wieder einen Job? Was würde aus meinen Freunden hier werden?
      All diese Gedanken und noch einige mehr ratterten mir gerade durch den Kopf. Auch wenn ich fest entschlossen war, alles zu versuchen, war dies eine Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen werden sollte. “Ich denke, ich brauche ein paar Tage Zeit darüber nachzudenken. Das ist eine große Entscheidung,” antworte ich, auch wenn mein Herz bereits die Antwort kannte.

      Niklas
      Dass darüber nachzudenken schien, weckte Zweifel in mir. Ihren Traum zu zerstören, wollte ich jedoch auch nicht.
      “Klar, aber bedenke, dass das nichts Endgültiges sein muss. Du kannst es erstmal versuchen in Schweden Anschluss zu bekommen und bevor du beginnst, wie schön es wäre …”, verstummte ich. Dass ich mit 26 Jahren noch bei meinem Vater lebte, gehörte auch zu den Gründen, wieso ich zögerte. Eh die anderen uns erwischen, nahm ich sie hoch auf meinem Rücken und trug sie zu ihrem Zimmer. Bei dem Weg füllten sich meine Schuhe voll mit weichem Sand, was das Gehen mit einem menschlichen Rucksack nur bedingt leichter machte. Vor ihrer Zimmertür setzte ich sie ab und sprach weiter: “Was hältst du davon, wenn wir später mit Vriska drüber sprechen? Das LDS ist nur 20 Minuten entfernt vom Trainingszentrum und dort hättest du den ganzen Tag was zu tun. Ich weiß, dass Tyrell nicht viel zahlen kann, aber du kannst am Hof leben, bekommst die Nahrung finanziert und vor allem keine festen Arbeitszeiten. Und wenn dir das in paar Wochen oder erst Monaten wirklich zusagt, dann holen wir Divine her. Okay?”, versuchte ich ihre Gedanken in eine bestimmte Richtung zu lenken, besonders vom ‘ich sitze bei ihm zu Hause herum und warte, dass er kommt’.

      Lina
      ‘’Okay, du hältst es also für möglich?’’, murmelte ich leise. Der Flur, in dem mir standen, war dämmrig, das einzige Licht kam vom Mond, welches durch das Fenster am Ende fiel. Ich betrachtete Niklas, so wie er vor mir stand. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich in jemanden wie in Verlieben könnte, doch jetzt war es geschehen und auch noch so schnell.
      Wie konnte ein einziger Tag so viel in einem verändern? Mein Gehirn schrie mich förmlich an, dass ich diesen Gedanken lieber ganz schnell wieder vergessen sollte, doch da gab es noch die andere Seite. Die Seite in mir den Glauben und Hoffen wollte, die Seite, die heute so viele Entscheidungen heute getroffen hatte, die Seite, die diese ganze Kette an Ereignissen ausgelöst hatte.
      Nur zu gut spürte ich gerade die Wand in meinem Rücken. Flucht schien also kein Ausweg zu sein. Ich musste mich jetzt mit den Dingen auseinandersetzen. Ich konnte nicht mehr Weglaufen wie es sonst getan hatte, denn selbst wenn ich es Versuchte, die Ereignisse würden mich wieder einholen.
      Ich fragte mich was in Niklas gerade vorging. Bereute er seine Entscheidung? Die Frage viel mir schwer, aber ich musste sie einfach stellen.
      “Was denkst du wirklich über das hier? Und bitte sei ehrlich”. Ich hatte Angst davor ihn anzusehen, und die Antwort bereits zu erkennen, also wandte ich mein Gesicht von ihm Weg.

      Niklas
      “Ich versuche so ehrlich zu sein, wie ich kann.”, flüsterte ich vor mich hin und musste tatsächlich einen Moment darüber nachdenken.
      “Es fällt mir schwer zu beurteilen, ob das für uns beide in die richtige Richtung geht. Aber das können wir nur wissen, wenn wir es versuchen. Noch haben wir einige Tage vor uns. Sollte es länger dauern, dann bleibe ich erstmal und versuche meine Schicht zu tauschen. Ich möchte nicht, dass du allein fliegst. Aber ich gehe jetzt rüber. Vermutlich hat Ju mir noch ein paar Sachen zu sagen.”, flüsterte ich ihr zu und gab Lina einen Kuss auf die Stirn, dann bewegte ich mich in Richtung Zimmer.
      “Okay”, hauchte sie nur und blieb dort stehen.
      Der Weg erschien mir unendlich lang. Immer wieder flackerte der Mond durch die Bäume und ich spürte wie mein Herz ins unermesslich stieg. Ich kann dem nicht entfliehen, dachte ich mir und stand zum Glück vor der Tür. Ju war da. Allein. Tatsächlich legte sich meine Anspannung etwas ab, denn ein Flashback könnte jeden Moment kommen. Schnell zog ich mein Handy aus der Hosentasche, besser gesagt, ich wollte es herausziehen. Denn es war nicht da.
      “Was suchst du?”, fragte mich mein Kumpel.
      “Eigentlich mein Handy, aber es ist nicht mehr in meiner Tasche.”, antwortete ich verwirrt, aber machte mir keine Gedanken weiter drüber.
      “Wollen wir draußen gucken gehen?”, bot er seine Hilfe an. Ich schüttelte den Kopf. Meine Sachen warf ich in die Ecke, holte aus dem Kühlschrank ein weiteres Bier und setzte mich zu Ju an den Tisch.
      “Was hast du auf dem Herzen?”, fragte ich ihn wenig später.
      “Du machst es mir nicht leicht, weißt du das? Ich habe dich mit Lina reden gehört. Vielleicht solltest du dir auch die ganze Sache noch mal durch den Kopf gehen lassen. Denk dran, bald kehren wir zurück in die Normalität. Du musst zur Arbeit, das Training und dann noch eine Freundin. Wie willst du das alles stemmen? Wenn wir nicht zusammen trainieren würden, sähen wir uns gar nicht.”, versuchte Ju an meine Vernunft zu appellieren.
      “Ich werde nächstes Jahr 27 Jahre und habe gerade mal meine Ausbildung fertig. Den Leistungssport werde ich sicher auch nicht mehr lange machen können, also muss ich mich doch vorbereiten.”, wollte ich ihm klarmachen, aber verstummte dann. Das Bier war innerhalb kurzer Zeit schon leer und ich machte mich fertig fürs Bett. Auch Ju schien geschafft vom Tag zu sein.
      “Also meinst du es ernst mit ihr?”, fragte er, als wir im Bett lagen. Ich antwortete ihm nicht.

      Lina
      Ich hatte Niklas noch nachgeschaut, wie er den Flur runterlief, bis er am Ende der Treppe verschwunden war. Wie angewurzelt Stand ich da. Erst als er verschwunden war, war ich in der Lage mich wieder zu bewegen. Erschöpft stolperte ich in mein Zimmer. Ohne Licht anzumachen, legte ich Divines Eigentumsurkunde auf die Kommode und ließ mich auf mein Bett fallen. Ich hatte heute so viel gefühlt, dass ich mich jetzt nur noch leer fühlte. Ich war nur noch eine leere Hülle. Mechanisch streifte ich mir noch die Schuhe von den Füßen, bevor ich einschlief.

      Nachdem auch die letzten den Weg ins Bett gefunden hatte, kehrte Ruhe auf dem Hof ein. Allmählich wich die Nacht dem Tag und die ersten Sonnenstrahlen locken die Bewohner wieder aus ihren Betten.

      Samu
      Schon bei Sonnenaufgang, war ich aufgestanden, um ein Runde joggen zu gehen. Gestern war so einiges geschehen, was ich nicht gutheißen konnte, doch ich brauchte dringend einen klaren Kopf, bevor ich Lina wieder gegenübertrat. Was auch immer sie sich gedacht hatte, als sie sich auf Niklas einließ. Ich konnte jetzt nur noch versuchen ihr, als Freund beizustehen.
      Da ich Lina seit gestern Abend am Bach nicht mehr gesehen hatte, machte ich mich nach einer Dusche auf die Suche nach ihr.
      Vorsichtig klopfte ich an die Zimmertür, “Darf ich reinkommen?”, fragte ich. Von drinnen kam keine Antwort. Vorsichtig öffnete ich die Tür. Lina stand vor dem Spiegle und starrte sich selbst an. Sie trug immer noch die Klamotten von gestern und die Schuhe lagen achtlos neben dem Bett.
      “Alle ok, Kleines?”, sprach ich sie an, als ich in das Zimmer trat. “Bin das noch ich”, fragte sie mich sah aber weiterhin in den Spiegel. Sie war definitiv noch sie selbst, wenn nicht sogar mehr als sie selbst als sie die letzten Jahre gewesen war, denn die Fassade des immer fröhlichen Mädchens war verschwunden.
      “Ja, du bist mehr du denn je. Du kannst nicht ewig vor dir selbst wegrennen, du musst es zulassen”, sagte ich sanft und legte meine Hand auf ihre Schulter. Jahrelang hatte sie sich versteckt und ihr Probleme in sich reingefressen. Doch jetzt, wo sie sich endlich jemandem anvertraut hatte, der sie verstand, schien sie daran zu zerbrechen. Endlich drehte sie sich um und sah mich an. “Lina, egal wie du dich entscheidest, ich werde dich bei allem Unterstützen”, sagte ich sanft zu ihr und nahm sie in den Arm. “Danke, Samu” flüsterte sie in mein Shirt.
      “Weißt du, du gehst jetzt duschen, ziehst dich um und dann gehen wir erst einmal Frühstücken. Das bringt dich vielleicht auf andere Gedanken, schlug ich ihr vor. Sie schon gleich ein wenig zuversichtlicher zu sein. “Ich hol dich in 20 Minuten ab”, sagte ich noch und verschwand aus dem Raum.

      Vriska
      So schnell wie Lina und Niklas verschwanden, kann er nichts Gutes im Schilde haben. Doch ich konnte nicht weiter meine Gedanken an den Kerl verschwenden, denn es ist bald vorbei. Bevor ich mich auf den Weg zum Essen machte, stand Duschen auf dem Plan.
      “Guten Morgen”, kam ich in den Raum und setze mich an einen freien Tisch. Weder Lina war da noch Ju oder gar Niklas. Stattdessen kam Milena zu mir.
      “Und ist was gelaufen mit euch?”, fragte sie aufgeregt.
      “Selbst wenn, dann erzähle ich es dir nicht.”, knurrte ich sie an und warf einen Blick über das Buffet. Schnell wurde ich fündig und stapelte das Frühstück auf meinem Teller. Damit setzte ich mich zurück an den Tisch. Dann kam endlich Ju wieder, allein.
      “Wo ist denn deine bessere Hälfte?”, scherzte ich, als er sich dazu setzte.
      “Godmorgon, der schläft noch und scheint nicht so fit zu sein, deswegen habe ich ihn im Bett gelassen.”, erklärte er mir, eh Ju sich selbst was zum Essen organisierte.

      Lina
      Samu hatte recht. Ich lief schon mein ganzes Leben lang vor mir selbst weg und das musste endlich aufhören. Auch wenn das nicht einfach werden wird, gehört auch meine Geschichte dazu.
      Nach einer heißen Dusche fühlte ich mich schon um einiges besser und auch die trüben Gedanken waren ein wenig in den Hintergrund gerutscht.
      Als ich meine Klamotten, raussuchte fiel mein Blick auf Divines Eigentumsurkunde und das heiterte mich ein wenig auf. Egal was passieren mag, dieser Hengst würde mich ab jetzt für immer begleiten.
      Es klopfte an der Tür und Samu steckte seinen Kopf durch die Tür. “Bist du fertig”. Bei seinem Anblick musste ich unwillkürlich grinsen. Wie schaffte es mein bester Freund eigentlich jeder Situation, doch noch etwas Positives zu finden? Er strahlte jetzt schon wieder so eine Zuversicht aus, das ist einfach unglaublich.
      “Ja, aber bevor wir zu Frühstück gehen, muss ich noch mal kurz woanders hin”, sagte ich mit einem kurzen Blick auf das Papier auf der Kommode.
      “Na, klar, dein kleiner Prinz wartet bestimmt schon auf seine Möhre, die du ihm immer bringst”, sagte der Finne. Er hatte mich bisher immer damit aufgezogen, dass ich morgens als Erstes zu Divine ging, doch heut schien er sich tatsächlich darüber zu freuen.
      “Na dann los”, sagte ich und quetschte mich an Samu vorbei.
      Im Stall angekommen lief ich, als Erstes in die Sattelkammer um etwas aus dem Spind zu holen.
      Der Spind sah wohlgemerkt wieder wunderschön aus, da hatte Niklas ganze Arbeit geleistet. “Na, wo ist denn…”, sagte ich zu mir selbst und begann im Spind zu suchen. “Ohhhh, da ist es ja”, rief ich triumphierten, als ich endlich die Leckerlipackung fand und aus dem Fach zog. Dabei fiel noch etwas anderes heraus. Ein kleiner Schutzengel. Meine Schwester hatte ihn mir damals Geschenk und eigentlich war er für Vijami vorgesehen gewesen.
      Lange hatte ich ihn den kleinen Engel in der Schublade gelassen.
      “Ich glaube, heute ist der Tag gekommen, wo du einen Job bekommst”. Jeder der mich sah, wie ich gerade mit einem kleinen Anhänger redete, musste mich vermutlich für vollkommen verrückt halten. Gut, dass mir keiner zusah.
      Samu war in der Stallgasse geblieben und kraulte Divine ausgiebig, der natürlich seinen Kopf über die Boxentür steckte.
      “Guten Morgen, mein kleiner Prinz”, begrüßte ich den Freiberger als ich seine Box betrat. Natürlich begann er gleich nach einem Leckerli zu suchen, welches er auch bekam. Ausgiebig kraulte ich den Hengst an seine Lieblingsstellen. Freundlich begann er mich anzuknabbern. Das war unser allmorgendliches Ritual und diese Momente gehört nur meinem Pferd und mir. Irgendwann trat ich aus der Box heraus und Samu wollte schon gehen, doch ich hielt ihn noch kurz auf. “Warte, ich muss noch eine Kleinigkeit erledigen”, sagte ich, während ich nach Ivis Halfter griff. Mit ein paar Handgriffen befestigte ich den kleinen Anhänger an seinem Halfter. Die blauen Perlen und die silbernen Flügel passen einfach perfekt zu seinem blauen Halfter, wie als wäre das schon immer so gedacht gewesen.
      “So, jetzt können wir gehen”, sagte ich mit einem Lächeln auf den Lippen.
      Auf dem Weg zum Frühstücksraum wurde ich ein wenig nervös, weil ich nicht abschätzen konnte was mich dort erwarten würde. “Das wird schon”, sagte Samu zu mir, der meine Anspannung bemerkt hatte. Mit einem mulmigen Gefühl betrat ich den Raum.

      Vriska
      Endlich erblickte Lina. Zusammen mit Samu betrat sie den Raum.
      “Hier” winkte ich die Beiden aufgeregt zu uns.
      “Na, gut geschlafen?”, fragte Ju die Ankömmlinge.
      “Naja, geht so, war ein wenig unbequem”, antwortete Lina.
      “Also ich habe wunderbar geschlafen”, schloss sich Samu an.
      “Wieso unbequem?”, fragte ich Lina etwas ungläubig, den von Ju wusste ich, dass Niklas nicht bei ihr geblieben ist. Demnach musste sie sich das Bett niemanden teilen und hatte alle Freiheiten.
      “Es empfiehlt sich eindeutig nicht in Jeans zu schlafen”, antwortete Lina knapp.
      Ich lachte.
      “Guten Morgen! Nach dem Theorieunterricht am gestrigen Tag wollen wir das nun am Pferd einmal anschauen. Deswegen findet euch in kleinen Gruppen zusammen und wir treffen uns alle am Stall. Dann werden wir heute die Ausrüstung kontrollieren und in der Reithalle Lockerungsübungen für das Genick machen. Wir sehen uns später”, sprach Herr Holm zu uns und kam an unseren Tisch.
      “Ju, sag’ mal wo ist denn Niklas. Der kommt doch sonst nie zu spät.”, fragte er offensichtlich besorgt.
      “Dem geht es nicht so gut, offenbar sind die Schmerzen größer als er wartet.”, sagte Ju. Der Trainer des Teams nickte nur und Verstand.
      “Ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht, aber ich will jetzt reiten”, gab ich zu stand auf.

      Lina
      “Reiten klingt gut”, stimme ich Vriska zu. Als Ju erwähnt hatte, dass Niklas heute Morgen wohl nicht kommen würde machte ich mir zwar ein paar Gedanken, doch ich vermute, dass ich in dem Punkt gerade nicht viel helfen konnte. Also blieb mir wohl nichts anderes übrig, als mich auf die kommende Stunde zu konzentrieren.
      Da kam mir gleich die Frage, welches Pferd ich nehmen sollte. Divine, könnte ein bisschen Arbeit gut vertragen, aber da war ja immer noch das Problem, das er klebt. Das war keine Gute Voraussetzung für eine Gruppenstunde. Also musste ich mich wohl oder über für ein anderes Pferd entscheiden. Während ich darüber nachdachte, folgte ich den andern, die bereits aufgestanden waren und gerade den Raum verließen.

      Niklas
      Geplagt von den schlimmsten Kopfschmerzen, die ich je hatte, suchte ich nach meinem Handy, dass ich zuletzt am Wasser hatte. Also zog ich mir rasch eine Hose und ein dünnes Shirt drüber, um mich auf die Suche zu machen. Es gibt nichts Schlimmeres, als im Ausland zu sein, ohne Handy. Seit der Ankunft konnte ich kein Back-Up machen, weswegen es mir umso wichtiger war, das blöde Ding wiederzufinden. Draußen war es nahezu still. Einige Pferde hörte man in seinen Boxen, andere fraßen auf den Weiden und Vögel sangen ihre Lieder. Das Licht stach mir in die Augen, weswegen ich noch einmal umkehrte, um meine Sonnenbrille zu holen.

      Vriska
      “Kommst du auch mit?”, fragte ich Ju, der bereits aufgegessen hatte.
      “Öhm ja, aber ich gucke nur zu. Amy war gestern nach dem Baden fertig”, antwortete er. Also nahm ich seinen Teller mit und stellte beides in die Schüssel, in der das dreckige Geschirr abgelenkt werden sollte.
      Ich hatte mir am Morgen bereits meine Reitsachen angezogen, um mir nicht den Stress zu machen, den Ju nun hat. Er verabschiedete sich kurz von mir und zog sich etwas anderes an. In der Zeit holte ich Glymur von der Weide, auf der zur Sicherheit wieder ein Strick zusätzlich herumgebunden wurde am Tor.
      “Na du Strolch. Heute musst du arbeiten.”, begrüßte ich den Hengst und bot ihm ein Stück Möhre an, dass ich vom Frühstück mitgenommen hatte. Freundlich prustet er mich an und schleckt meine Hand ab.
      Im Stall stand bereits Lina mit einem schicken Rappen.
      “Oh, was hast du denn da ausgepackt? Willst du jemanden beeindrucken etwa?”, scherzte ich, als ich Glymur einige Meter weiter anband.
      “Das ist Legolas. Also bitte, ich kann nicht dafür das, ich für diesen schicken Kerl verantwortlich bin”, antwortete sie grinsend.
      “Na dann bin ich mal gespannt, wer von euch beiden in der Halle eine bessere Figur macht”, neckte ich sie und begann meinen Hengst fertig zu machen, der nicht wirklich begeistert von Legolas zu sein scheint. Mit angelegten Ohren schnappt mein Isländer nach dem etwas größeren Hannoveraner, der sich davon überhaupt nicht beeindrucken lässt. Gelassen steht dieser da und beobachtet Lina beim Putzen. Vermutlich hofft er eine Leckerei zu bekommen.
      “Ach schön, ihr seid schon so weit”, sagte Herr Holm und kam näher.
      “Anna ist schon vorgegangen mit Lubi. Bei ihr war das Reithalter zu eng, weswegen ich es einfach entfernte”, setze er fort und präsentierte dieses.
      “Gut, dass das Ding eh keiner braucht”, ging Lina auf den Kommentar des Trainers ein.
      “Das kommt darauf an, du bist ja leider früher gegangen, deswegen Zeige ich dir mal kurz was oder noch besser, erklärst du Lina doch einmal wieso ein schwedisches Reithalfter nur mit bedacht genutzt werden sollte”, sagte er dann zu mir und drückte mit Lubis Reithalfter in die Hand. Da Legolas noch nicht getrenst war, zog ihm das Halfter über den Hals und das Ding an den Kopf.
      “Ähm, grundsätzlich ist mit dem Reithalfter alles gut. Auch an deinem Hengst sitzt es zwei Finger entfernt vom Jochbein. Leider ist das Verschließen ein großes Problem. Immer weniger achten darauf, dass zwischen Halfter und Nasenbein mindestens 2 Finger drunter passen sollten. So passiert es auch schnell bei diesem Verschluss. Einmal gezogen und fester wird es nicht mehr. Die Umlenkrolle verändert die Krafteinwirkung so, dass man nicht merkt, wie doll es drückt.”, erkläre ich ihr und demonstriere es vorsichtig am Kopf des Hengstes. Obwohl ich zum Schutz meine Finger dazwischen gelegt habe, legt Legolas seine Ohren an, als ich am Riemen ziehe zum fest machen.
      Herr Holm lobt uns beide und guckt sich noch an, wie wir gesattelt haben und vermittelt uns freundlich, aber diskret, dass wir zur Halle kommen sollen.
      “Also eigentlich ist das nicht so mein Ding, aber ich will wissen was das mit dir und Niklas ist”, tastete ich mich langsam an Lina ran, als wir uns auf dem Weg zur Halle befanden.

      Lina
      “Das ist… ein wenig kompliziert”, zögerte ich ein wenig ihr zu antworten. Naja, eigentlich konnte ich es ihr auch erklären. Ich vermute früher oder später wurde sie es eh mitbekommen, dennoch hatte ich ein wenig Schiss vor ihrer Reaktion. “Ok, du solltest wissen, ich hatte es nicht immer einfach. Niklas … gibt mir einfach das Gefühl etwas Besonderes zu sein und das alles an mir ok ist”, erklärte ich Vriska. Inzwischen waren wir fast an der Halle angekommen.
      “Ja … Das kann ich nachvollziehen.”, murmelte sie, aber ich konnte es noch hören.
      “Naja ... dieses Gefühl hatte ich noch nie bei einem Außenstehenden, der meine Geschichte nicht miterlebt hat”, erzählte ich weiter. “Und wenn ich ehrlich bin…, bin ich selbst ein wenig überrascht, dass das ausgerechnet hier und jetzt passiert”, fügte ich hinzu. Ich spüre wieder den Drang Muster zu malen, da dass hier nicht möglich war, begann ich automatisch die Zügel in meiner Hand durchzukneten.
      Mit einem schnipsen holte sich mich zurück. “Lina? Aber wie geht es den weiter, weil naja. 8 Tage sind schneller vorbei als man denkt.”, wiederholte sie leise, damit Anna es nicht mitbekam, die an uns im Schritt vorbeiritt.
      “Konzentration bitte, aufsteigen!”, motzte Herr Holm.
      “Ich weiß es nicht”, flüsterte ich Vriska zu, bevor ich mich meinem Pferd zu wand und aufstieg. Seit gestern Abend hatte ich nicht weiter darüber nachgedacht, wie es weitergehen sollte. Legolas stolpern, erinnerte mich daran, dass ich mich jetzt auf etwas anderes konzentrieren muss. Ich amtete einmal tief durch und fokussierte mich auf mein Pferd. Jetzt gerade musste meine volle Aufmerksamkeit dem Rapphengst gehören.

      Vriska
      “Du Idiot”, flüstere ich zu mir und meinte mich damit. Was hatte ich eigentlich erwartet von den Fragen? Vermutlich spricht sie gerade jeder Zweite darauf an, wieso sie jetzt was mit dem hat. Niemanden geht das was an. Ich sah das auf der Tribüne Samu, Milena und Ju sitzen.
      “Tief durchatmen”, sagte ich mir und blieb mit Glymur zunächst in der Mitte stehen. Wenn ich mich nicht fallen lasse, dann kann ich es auch nicht von meinem Hengst erwarten.
      “Är du rädd? (Hast du Angst?)”, wird Anna frech. Ich beachtete sie nicht weiter, aber die Worte trafen mich dennoch. Sie schien es mitbekommen zu haben und freute darüber. Herr Holm maßregelte sie.
      Im Schritt ritt ich an und wärmte den Hengst zunächst auf.
      „Anders, ich schätze mit Isländer wirst du nicht viel Anfangen können“, merkte Frau Wallin an, die die Reithalle betrat. Er lachte und bot sie dazu.
      Es war deutlich zu spüren, dass Glymur ziemlich kurz ist in seinen Tritten, sich deswegen nicht fallen lässt. Mit einigen Übungen hoffte ich, dass er seinen Rücken etwas mehr aufwölbt. Damit er sich auch ein bisschen mehr fallen lässt und Schritte vergrößert. Als Erstes achtete ich darauf, dass er gleichmäßigere Schritte machte. Da es für Glymur aber sehr anstrengend war, gab er nicht auf sich dem zu entziehen. Er schüttelte seinen Kopf und wurde immer kürzer. Zur Hilfe stellte ich ihn ein wenig nach Innen, damit er Außen etwas mehr Luft hatte. Dabei dehnte er sich schon etwas mehr. In seiner guckigen Art, weil Lubi mit in der Halle war, stolperte er mehrfach. In meinem Kopf kam die Angst vom Sturz wieder. Panisch hielt ich den Hengst an.
      “Vriska, wenn Glymur gleichmäßiger laufen soll, musst du ihm auch die Möglichkeit dafür geben. Selbst wenn er stolpert, wirst du nicht direkt herunterfallen. Und wenn doch, dann solltest du deinen Sitz einmal mehr kontrollieren. Also bremse ihn nicht andauernd und wenn es dir hilft, lass die Zügel noch länger. Dann klammerst du dich nicht mehr so denen”, merkte Frau Wallin an, nachdem ich den Hengst wieder einmal in den Halt durchparierte. Ich atmete noch einmal tief durch und setzte mein Pferd wieder in Bewegung. Je mehr ich mich in den Sattel setzte, umso mehr richtete sich Glymur auf. Einen Naturtölter zu haben ist Segen und Fluch zugleich. Mit ihm wird man die Schwierigkeiten haben den Takt im Tölt zu finden, doch einen ordentlichen Trab zu haben oder gar Galopp bedarf so viel mehr Training. Doch ich kann mich nicht beschweren. Noch immer freute ich mich sehr dieses Pferd zu haben und wir kennen uns einander auch noch nicht so gut, da ich nur einige Tage vorher ihn geritten bin am Hof, dann ging es schon wieder weiter nach Kanada. So könnte man sagen, dass Glymur und ich gerade eine Kennenlernfahrt haben. Mit diesem Gedanken flutschte das Aufwärmen direkt viel besser. Ich gewann mehr Sicherheit und seine Ohren vermitteltet mir ebenfalls, dass er gut zuhörte.

      Lina
      “Bevor wir hier auch mit dir richtig anfangen, wollte ich noch fragen, ob du kurz was zu dir und deinem Pferd sagen kannst, damit ich einen besseren Eindruck von euch bekomme. Wie lange reitest du schon? Wie alt ist dein Rappe? Was fällt ihm schwer, was besonders gut?”, begann Herr Holm den Unterricht mit mir.
      “Also ich reite jetzt ungefähr schon knapp 14 Jahre, aber erst seit knapp 5 Jahren mit Unterricht. Legolas hier reite ich jetzt ca. seit ca. 4 Monaten. Er ist 12 Jahre alt. Besonders schwerfallen ihm Seitengänge, vor allem auf der linken Hand. Übergänge und Tempowechsel sind dafür sein Spezialgebiet”, beantwortete ich den Trainer die Fragen, während ich auf dem Zirkel um ihn herumritt. Da ich vorher immer bevorzugt, kleiner Pferde geritten bin, fiel mir die Umstellung auf diesen großen Hengst damals gar nicht so leicht, denn er brachte sehr viel Schwung mit sich, was mir auch heute teilweise Probleme bereitet.
      “Gut, dann erstellen wir jetzt wohl noch einen Fahrplan für euch Beide. Du möchtest also das die Seitengänge besser funktionieren?”, fragte er mich. “Ja, genau”, antwortete ich.
      “Supi. Dann reite ihn zunächst so warm, wie du es sonst machst, denk auch dran ihn auch zu versammeln. Wenn was ist, wirst du es schon mitbekommen”, lachte er und wendete sich zu Anna mit Lubi ab. Ich begann also damit, den Hengst erst einmal im Schritt aufzuwärmen. Wie immer startete ich dabei erst mit größeren und dann immer kleineren gebogenen Linien. Legolas war kooperativ, auch die anderen Pferde störten ihn nicht. Nachdem ich ihn ausreichend im Schritt vorbereitet hatte, nahm ich auch den Trab dazu. Auch diesen ritt ich mit vielen gebogenen Linien. Ab und zu ließ ich ihn an der langen Seite ein wenig an Tempo zulegen, bevor ich ihn wieder einfing. Der Hengst war heute schon aufmerksam und gab sich Mühe, meine Hilfen umzusetzen. Solang ich noch Leichtraben konnte klappe es so weit auch ganz, gut doch als ich begann das Aussitzen dazu zunehmen, stieß ich mal wieder an meine Grenzen.
      „Lina, wenn du nicht sicher bist im Aussitzen dann Trab lieber leicht. Ansonsten kann Anna dir das sicher erklären.”, sagte Herr Holm zu mir und ich schaute zu Anna, die gerade mit ihrer Stute versammelt trabte. Ihr Gesichtsausdruck drückte keine Begeisterung aus, doch sie schien mir helfen zu wollen.
      “Wenn’s sein muss, okay. Also deine Beine müssen entspannt parallel zum Pferd liegen. Achte darauf, dass du nicht verkrampfst, sondern die Bewegung deines Pferdes fühlst. Deine Beinmuskelatur zieht? Dann ist es richtig. Setz’ dich so tief wie möglich in den Sattel, ohne dich nach Hinten zu lehnen, schließlich bist du nicht Vriska mit ihrem Kartoffelsacksitz. Denk’ auch daran zu atmen. Was mir damals geholfen hat, war die Steigbügel über den Sattel zu legen und dann den Gedanken zu haben, dass ich Wasserkanister an den Füßen habe. Deine Hüfte muss leicht nach vorne bewegt sein.”, erklärte sie mir dann. Natürlich war mir ihr Kommentar zu Vriska nicht entgegen, aber ich hatte definitiv keine Lust noch jemanden da zuzubringen mir wegen irgendetwas auf die Nerven zu gehen.
      Ich versuchte ihre Tipps so gut wie möglich umzusetzen, auch wenn ich mich ein wenig wie ein Reitanfänger fühlte, als ich die Steigbügel über den Sattel legte.
      Aus dem stand heraus ich meinen Hengst wieder an und konzentrierte mich auch meinen Sitz. Ok, Lina tief in den Sattel und vor allem, weiteratmen, dachte ich mir. Und siehe da es funktionierte tatsächlich. Da das bei einem Pferd mit so viel Schwung allerdings recht anstrengend war, ging ich doch recht schnell wieder zum Leichttraben über.
      Auch, wenn ich mich auf mein Pferd konzentrierte waren, mir Milenas spöttische Blicke Vriska gegenüber nicht entgangen.

      Niklas
      Das Ding war es nicht Wert weiter meine Zeit mit der Suche zu verschwenden. Meine Hoffnung beruhte darauf, dass es keiner gefunden hat, denn ich Idiot habe keinen Pin zum Entsperren drin. Im Zimmer zog ich mir etwas anderes über und warf noch eine Schmerztablette ein, denn die vorherige schien langsam ihre Wirkung zu verlieren. Über der Tür hing eine Uhr, die mir zeigte, dass ich fast zwei Stunden damit verbracht hatte mein Handy zu finden. Auch Schuldgefühle kamen in mir hoch. Lina dachte nun bestimmt, dass ich sie verarscht habe oder irgendwas. Kurz musste ich innehalten, eh mich auf die Suche nach dem Viergespann machte. Ich begegnete niemanden, denn ich hätte fragen können, wo alle sind. Es schien, als seien alle vom Erdboden verschluckt worden sein. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen zu lassen, mal ‘mein’ Pferd zu besuchen. Da Lina ihn selbst auf die Weide brachte, kam es nicht viele Möglichkeiten, wo Divine steht. Tatsächlich entdeckte ich ihn im Stall.
      “Guten Morgen. Ich hoffe, du kannst dich besser um sie kümmern als ich. Schließlich musst du nicht damit rechnen jeder Zeit was Falsches zu sagen”, führte ich einen Monolog mit dem Schimmel, der mich freundlich anstupste.
      “Was denn los?”, versuchte ich von ihm zu erfahren, was sich als eher schwierig herausstellte. Sogar Smoothie antwortete mir nie auf diese Frage.
      “Denkst du, Lina ist sauer, wenn wir mal gucken gehen, was sie gerade macht?”, fragte ich ihn, doch nun schien er mir was zeigen zu wollen. Divine hob sein Kopf, als würde er darauf warten mitzukommen. Also schnappte ich mir das Halfter, dass an der Box hing. Ein kleiner Engel hing dran.
      “Oh, was hast du denn da dran?”, zeigte ich ihm. Keine Reaktion. Pferde halt. Vorsichtig zog ich ihm das Halfter um und führte ihn heraus. Beim Herausgehen griff ich noch nach einer Gerte, die am Eingang herumlag. Schnellen Schrittes versuchte er vorauszulaufen, doch mit der Gerte an der Brust bremste ich ihn. Sein Blick richtete sich zur Reithalle, da er vermutlich gerade mehr sehen konnte als ich, entschied ich ihm diesen Willen zu lassen. Schon von weiten konnte ich Herrn Holm hören. Neugierig stellte ich mich an den Eingang der Halle, während der Hengst fröhlich ein paar Grashalme verschlang.
      “Was hast du denn da mitgebracht?”, fragte Anna abwertend, was ich nur an ihrer Stimme erkennen konnte.
      “Das wohl wertvollste Pferd hier in der Halle”, antwortete ich stumpf.

      Lina
      Ich war etwas irritiert, als ich die Antwort auf Anna Frage hörte, denn es war ganz klar Niklas’ Stimme. Neugierig lenkte ich meinen Rappen zum Tor, wo Anna mit ihrem Pferd stand, denn die Antwort hatte mich Neugierig gemacht. War Smoothie so wertvoll? Doch der Anblick vor der Tür überraschte mich. Vor der Tür stand Niklas mit Divine am Strick, der gemütlich ein paar Grashalme rupfte. “Was machst du denn hier?”, fragte ich ein wenig erstaunt und wusste nicht genau, ob ich, damit mein Pferd oder Niklas meinte.
      “Ich kann auch wieder gehen, wenn dir das lieber ist!”, scherzte er, ohne meine Frage wirklich zu beantworten. “Nein, nein bleib ruhig da, aber meinst du nicht ich hätte mein Pferd auch selbst gefunden? Auch und es ist ja schön, dass du dieses Pferd so sehr zu schätzen scheints, aber… so wertvoll ist er jetzt auch nicht. Nur weil er so heißt, ist er trotzdem noch kein Gott”, antworte ich immer noch ein wenig verwirrt. Ich hatte mit Legolas die Reitbahn, verlassen um nicht allen im Weg zustehen, der Unterricht war ohnehin beendet.
      “Doch ich glaube ganz fest daran, dass du dein Pferd selbst gefunden hättest. Nur ich hätte dich wohl ohne ihn nicht gefunden. Und doch schon, wenn wir es materiell betrachten. Ich habe einen Jahreslohn auf den Tisch gepackt für ihn.”, flüsterte Niklas mir zu und schien die letzten Worte eher verschlucken zu wollen. Erst jetzt, als ich abgestiegen war, merkte ich das Niklas mich anblinzelte, wie ein Maulwurf, doch das war mir gerade egal.
      “Bitte was hast du?”, fragte ich ein wenig geschockt. “Nicht dein erst!”. Ich musste mir sehr viel Mühe geben, meine Lautstärke zu zügeln, damit es nicht die ganz Halle mitbekam. Divine hob den Kopf und sah mich verständnislos an.
      “Jetzt beruhig dich, das geht die alle nichts an.”, begann er zu sprechen und führte den Hengst ein Stück weiter weg von der Halle.
      “Ich wollte dir eigentlich nicht sagen, wie viel ich dafür hingeblättert, da das Geld alles abdecken sollte. Und ganz ehrlich? Geld ist da, um es auszugeben. Denkst du wirklich, dass ich Arbeiten gehe, um welches zu verdienen?”, fragte Nik neckisch und versuchte mich zu kitzeln. Ich versuchte ihm auszuweichen, doch da stand mein Hannoveraner Hengst im Weg. Lachend musste ich mich ihm ergeben.
      “Entschuldigen sie Majestät, das ich nicht von jedem erwarte, dass er in Geld schwimmt”, erwiderte ich nun auch in der Stimmung für Späße, als ich wieder etwa Luft bekam und deute einen Knicks an.
      “Aber wo wollte ihr zwei denn eigentlich hin”, fragte ich Niklas, denn so ganz genau hatte ich noch nicht gepeilt, warum er mit meinem Pferd über den Hof spazierte.
      “Was heißt hier, Majestät? Wenn ich ein Teil des Königshauses wäre, dürfte ich gar nicht arbeiten oder gar hier sein, allein. Und wo wir hinwollten, dass weiß ich so genau nicht. Es war eine impulsive Handlung. Ich suchte nach dir, da war meine erste Vermutung, dass du bei ihm bist oder im Stall am Arbeiten bist. Stattdessen trafen wir uns beide und er beschloss mit mir zu Halle zu gehen. Vielleicht hätte er sich dann was abgucken können, wenn er sieht, dass die anderen Pferde nicht so aneinanderkleben”, antwortete er fürsorglich und griff nach meiner Hand. “Na, dafür wart ihr leider ein bisschen spät, fürchte ich”, antwortete ich lächelnd. Legolas schnaubte mir in den Nacken und begann seinen Kopf an mir zu schubbern, offensichtlich ein Zeichen, das er jetzt die Trense loswerden wollte. “Ich glaube, da möchte jemand nach Hause”, sagte ich entschuldigen und wollte loslaufen.

      Vriska
      Frau Wallin hatte mit mir und Glymur viel im Schritt gearbeitet. Besonders wichtig war die Vorbereitung im Schritt, bevor ich Tölten möchte, denn mein Hengst machte es sich selbst nicht so ganz leicht. Selbstständig verkürzte er immer wieder seine Schritte, um ein höheres Tempo heraufzubeschwören. Am Ende konnte Glymur noch ein paar Runden tölten, eh ich ihn locker im Schritt abritt.
      Lina hatte irgendwann plötzlich die Halle verlassen, aber ich konnte nicht genau sehen wieso. Erst als Ju mir vom Pferd half und erzählte, dass Niklas von einem auf den anderen Moment am Tor stand, wusste ich Bescheid. Ohne etwas zu sagen, liefen wir vorbei.
      “Ich muss dann Amy holen gehen”, verabschiedete sich Ju, um seine Stute zu holen. Plötzlich stand ich allein im Stall, wirklich wohlfühlte ich mich nicht damit.
      “Jetzt musst du wohl mit mir alleine klarkommen”, scherzte ich mit meinem Hengst.
      “Das ist mir aber eine Ehre.”, ertönte es hinter mir. Das konnte eine Person sein, Max. Zusammen mit Blávör stand er hinter mir.
      “Wie lief das Training?”, fragte er dann unerwartet nach.
      “Ganz gut, denke ich. Glymur muss noch mehr schreiten im Schritt, Tölt war gut”, beantwortete ich seine Frage und er ging wieder. Männer sind komisch, außer mein Pferd. Freundlich wuschelte ich ihm durch die Mähne und nahm den Sattel ab, um ihn in der Sonne trocknen zu lassen. Pony brachte ich samt Trense raus, den womit ich ihn führte, war am Ende des Tages Jacke wie Hose.

      Ju
      Seitdem Niklas Vriska am Strand ziemlich unsanft am Hals gepackt hatte, schien sie nicht mehr dieselbe zu sein. Ihre Freude schien wie erlosch und irgendwas trug sie mit sich. Allerdings hatte ich kein Recht dazu, sie danach zu fragen. Außerdem: The show must go on. Ganz einfach. Bevor ich meine Stute von der Weide holte, machte ich noch eine Atemübung, die Niklas und ich sonst zusammen machte. Nur hat er wieder andere Interessen. In letzter Zeit musste ich viel allein machen, aber so ist er eben. Nach einigen Minuten war mein Kopf frei von negativen Gedanken, sodass ich nun unbeschwert meine Stute holen konnte.

      Lina
      Hand in Hand lief ich zusammen mit Niklas zu Stall rüber. “Ich fürchte du wirst mich jetzt loslassen müssen”, sagte ich zu Niklas und zog meine Hand aus seiner.” Dafür kannst du ihn mal halten”, sagte ich und drückte ihm den Rappen in die Hand, um das Pferd abzusatteln. Mit Sattel in der Hand lief ich in die Sattelkammer.
      Zurück kam ich ohne Sattel, dafür aber mit dem Halfter des Rapphengstes und trenste ihn ab.
      “Schaffst du es zu laufen, oder soll ich dir hoch helfen?”, scherzte Niklas. “Sehe ich so aus, würde ich es nicht schaffen?”, sagte ich gespielt empört und wollte mit Legolas an ihm vorbeigehen.
      “Schon, mit solch kurzen Beinen”, begann er zu begründen, eh er mich hochhob und auf den Rappen setzte.
      “Und wie findest du jetzt den Weg zu Koppel?”, fragte ich, denn mir war durchaus nicht entgangen, dass er momentan nicht besonders gut sah.
      “Na, du kannst doch noch sprechen, oder müssen wir das zusammen jetzt lernen?”, neckte er mich und lief mit Divine voran. “Na dann pass mal auf, dass du nicht gleich über die Aufstiegshilfe fällst”, warnte ich ihn lachend, denn er verfehlte sie nur knapp.
      “Achtung, du musst weiter links laufen”, rief ich ihn zu, denn er marschierte geradezu auf den Koppelzaun zu.
      Immerhin hörte er mich zu, denn er befolgte die Anweisung. “So uns jetzt Stopp, wir sind da. Du musst nur noch das Tor öffnen”, sagte ich zu ihm und rutsche von Legolas runter.

      Niklas
      Wie ein Gentleman öffnete ich ihr das Tor und ließ sie gewähren.
      “Wärst du dann so lieb Smoothie zu holen, ich denke, es wäre besser, wenn ich auch gleich zum Training gehe. Doch ich sollte vorher noch was anderes anziehen und vor allem Kontaktlinsen reinmachen”, erklärte ich ihr, während ich mein Outfit betrachtete. Meine ehemals weißen Nikes, bei denen sich auch die Sohle bereits löste, waren nicht optimal für ein Training. Eben so wenig die kurze Jeans, nur mein Muskelshirt war okay.
      "Ja klar hol ich sie, aber verlauf dich nicht auf dem Weg", neckte Lina mich.
      Ohne was zu sagen, ging ich los zum Zimmer, dass ich zum Glück fand. Panisch suchte ich meine Verpackung der Kontaktlinsen, jedoch schien sie nirgendwo zu sein. Also blieb mir nichts, als meine Brille aufzusetzen. Im Spiegel versuchte ich meine Frisur noch etwas zu richten, eh mein Helm wieder alles versaute. Auch meine Reithose konnte ich nicht finden. Irgendwas unterschied den heutigen Tag von den anderen. Denn das Zimmer war bis vor meiner Suche beliebiger Gegenstände noch ordentlich. Meine Chaps schienen noch in meiner Tasche zu sein, deswegen nahm ich sie mit und zog meine Jogginghose an, besser als nichts.
      “Lina?”, rief ich durch den Stall, doch konnte sie nicht finden. Vor mehr als 20 Minuten lief sie los, um Smoothie zu holen.
      "Hier bin ich doch und dein Pferd ist auch schon fertig", kam sie um die Ecke mit meinem fertig gesattelten Pferd.
      “Du bist ein Engel, was würde ich ohne dich nur tun!”, sagte ich erleichtert zu ihr, gurtete nach und stieg auf. Vorher hatte ich noch meine Chaps rumgemacht. Smoothie reagierte direkt auf meine Unruhe mit hektischen herumtänzeln, doch ich war wirklich gerade nicht in der Stimmung für dieses Kindertheater und trieb sie energischer vorwärts. In der Halle waren bereits Max, Ju und Sam am Warmreiten. Offenbar wird das nun eine Männerrunde.

      Lina
      Niklas hatte heute ein interessantes Outfit zum Reiten gewählt. Doch ich hinterfragte das nicht weiter, vermutlich hatte das Chaos einfach das Zimmer schon wieder übernommen. Da ich nichts besseres Zutun hatte, beschloss ich meine Zeiten Hobby neben den Pferden nachzugehen. Also holte ich mir mein Zeichenzeug aus meinem Zimmer und begab mich in die Reithalle um währenddessen beim Unterricht zusehen. Über das Motiv hatte ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht, aber da würde mir ziemlich sicher etwas einfallen.
      Die Sonne stand inzwischen hoch genug, dass ihr Licht durch die großen Hallenfenster viel und eine angenehme Lichtstimmung erzeugte.

      Vriska
      Eh ich den Rückweg antrat, warf ich noch einen Blick auf Glymur, der sich nicht wirklich vom Zaun entfernen wollte. Als ich ihn so betrachte, ärgere ich mich ziemlich darüber, dass meine Kamera in Schweden geblieben ist. Da ich aber wusste, dass Ju in wenigen Minuten Training haben wird, entschied ich mir das ganze Mal anzusehen.
      Das Training hatte bereits begonnen, stille setzte ich mich zu Lina, die gerade am Zeichnen war. Kurz guckte ich rüber, aber war mir noch nicht sicher, was das werden sollte. Da sie sehr konzentriert war, störte ich sie nicht. Stattdessen warf ich einen Blick auf Instagram. Hedda hatte wieder eine Reihe von Holy-Bildern gepostet. Ich vermisste immer mehr den Hof.

      Lina
      Eine Weile hatte ich den Jungs bei Training zugesehen, doch als ich Max und seinen Isländer erblickte, fiel mir auf einmal ein Motiv ein. Neulich als ich bei Alec auf dem Hof war, hatte ich das inzwischen nicht mehr so kleine Stutfohlen fröhlich über die Wiese tölten sehen. Schnell kritzelte ich eine grobe Skizze aufs Papier, bevor ich an die feinere Ausarbeitung ging. Da meine Skizzen häufig recht wüst waren, musste es für einen Außenstehenden, sehr verwirrend aussehen. Ich war so konzentriert gewesen, dass ich nicht gemerkt hatte wie Vriska sich neben mich gesetzt hatte, die auf ihrem Handy rumscrolle. “Oh hi Vriska”, sprach ich sie an. “Ich habe dich ja gar nicht kommen gehört”, fügte ich freundlich hinzu.
      “Ich wollte niemanden stören”, sprach sie zu mir. “Du störst doch niemanden, die da sehen so konzentriert aus, dass sie es eh nicht merken”, sagte ich und deute mit einem Kopfnicken an wen ich meinte.

      Vriska
      “Die Testosteron gesteuerten Dödel meine ich doch nicht, sondern vor allem dich.”, murmelte ich vor mich hin, als ich mir alte Bilder auf dem Account von meinem Chef ansah. Dabei wurde mir klar, dass ich mir jemanden reden muss. Milena fiel dabei auf jeden Fall raus.
      “Kann ich dir was im Vertrauen sagen?”, fragte ich sie leise, da Max gerade vorbeiritt. Unverschämt gut saß er auf Blávör, die ohne mich nicht mal Tölten würde. Bis heute habe ich keinen Dank von ihm bekommen, nur irgendwelche Phrasen, die eine Selbstverständlichkeit ausdrückten. Schließlich gehörte ich zum Personal. Schon bei dem Wort Personal lief es mir kalt den Rücken herunter.
      “Ja, klar”, antwortete mir Lina und sah von ihrer Zeichnung auf.
      “Ich habe nie darauf hingearbeitet, um ein Teil vom Verein zu werden. Es war ein Zur-Richtigen-Zeit-Am-Richtigen-Ort Moment. Zurzeit mache ich meine Ausbildung zum Pferdewirt in Kalmar. Diese Akademie gehört mit zum Verein, aber jeder kann dort lernen. Frau Wallin hatte alles in die Wege geleitet und empfand es als eine gute Idee, wenn frischer Wind zu den Isländern kommt. Doch auch Max konnte sich auf diesem Wege, dafür Qualifizieren. Nur, dass er bleiben kann. In 8 Tagen ist für mich das ganze schon wieder vorbei”, wurde ich immer Stiller zum Ende hin. Einige Tränen flossen an meiner Wange herunter, denn meine größte Angst dabei ist es, darüber zu Hause zu sprechen.
      “Ich bin mir sicher, was auch immer der Grund dafür ist, es wird sicherlich eine Lösung, dafür geben”, sagte sie und reichte mir ein Taschentuch.
      “Danke … Ich hatte dir ja erzählt, was alles in London abgegangen. Dadurch das Milena beim Frühstücken gestern herumgebrüllt hat und ich mich dann sozusagen geoutet hat, musste Frau Wallin es melden. Denn jede gesundheitlich schädigende Sucht muss in der Akte stehen und 5 Jahre zurückliegen. Jetzt brauche ich ein Attest von meinem Arzt und bin für mindestens 6 Monate erstmal gesperrt. Dann beginnt die ganze Prozedur wieder von vorne mit Vorreiten, schriftliche Tests und das ganze”, sprudelte es aus mir. Zwischendurch schnaubte ich meine Nase.
      “Kommt ihr beiden klar?”, fragte plötzlich Niklas, der mit Smoothie stehen blieb.
      “Ja, wir kommen klar. Es gibt hier kein Problem, bei dem du helfen könntest”, sagte sie zu ihm und schien in davon überzeugen zu wollen, dass er verschwinden sollte.
      “Ich bin überzeugt, davon dass du das Schaffen wirst. Immerhin hast du es schon einmal geschafft und du bist seitdem besser geworden, allein heute fand ich dich genial mit Glymur”, wand sie sich wieder an mich.
      “Ich hatte vorher sowas nicht direkt, sondern es wurden meine Leistungen aus der Ausbildung genommen und jedes Jahr steigen die Anforderung. Zudem wird dieser Platz nun jemand Anderes angeboten”, versuchte ich ihr die Lage klar zu machen.
      “Na dann musst du wohl einfach alle so aus den Socken hauen, dass sie keine andere Wahl haben, als dich wieder zu nehmen. In 6 Monaten kann man noch sehr viel erreichen”, versuchte sie mich aufzumuntern.
      “Vielleicht hast du recht, oder der Verein ist gar nichts für mich. Denn ich muss auch wieder mit den Hengsten zu den Rennen. Eigentlich habe ich so viel mehr zu tun, als durch die Welt zu Reisen und Schweden zu vertreten”, gab ich als Einsicht heraus.
      “Denkst du nicht, dass du das Zeug für größere Turniere hast? Mit etwas mehr Übung könnten du und Legolas echt was erreichen”, fragte ich Lina nach einer Pause. Sie begann gerade wieder zu zeichnen, aber ich wollte mir nicht die Männer auf den Pferden ansehen. Dafür sind meine Hormone nicht gemacht.

      Lina
      “Darüber habe ich bisher noch nie nachgedacht”, gab ich Vriska nachdenklich als Antwort, während ich weiterzeichnete. “Worüber ich allerdings nachgedacht habe...”, sagte ich und sah sie an, “...ist, dass du so aussiehst als könntest du jetzt eine Ablenkung gebrauchen. Was hältst du davon, wenn ich dir mal den kleinsten Hofbewohner vorstelle?”
      “Wie kann das denn sein, dass du deinen Kerl allein lässt? Offenbar schafft er es nicht mal sich selbst anzuziehen?”, antwortete Vriska und schien vom Thema ablenken zu wollen.
      “Ich bin doch nicht sein Babysitter. Er ist alt genug, um auch mal zwei Sekunden allein zu Recht zu kommen. Auch, wenn du recht hast, dass seine Outfitwahl für heute sehr interessant ist. Aber wenn du meine Anwesenheit nicht brauchst, kannst du dir auch jemand anderen suchen”, antworte ich ein wenig schnippisch, denn seit gestern schienen alle zu glauben, dass ich an ihm festgekettet war. Ein wenig eingeschnappt, wand ich mich wieder meiner Zeichnung zu.
      “Aber einen Babysitter könnte er trotzdem gebrauchen”, lachte sie und versuchte mich zum Aufsteigen zu bewegen. Offenbar wollte sie nun doch los.
      Da Jace gerade die Halle betrat, packte ich dann doch bereitwillig mein Zeichenzeug zusammen. Er war der letzte den ich heute sehen wollte, denn ich war immer noch sauer auf ihn. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen, dass es einen vernünftigen Grund für die gestrige Aktion gegeben hatte.
      Ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen, ging ich an ihm vorbei.
      “Oh, wo willst du denn jetzt so schnell hin?”, rief Vriska und stürzte mir nach.
      “Egal wohin, Hauptsache der Idiot da hinten ist da nicht”, antwortete ich ihr und schlug den Weg Richtung Hof ein. Auf dem Hof war einiges los, da die nächste Truppe, bereits dabei war ihre Pferde zu putzen.
      “So und wo willst du jetzt mit mir hin?”, fragte sie mich neugierig. Einen Moment musste ich darüber nachdenken. “Magst du Ponys, ich weiß, wo ein paar zuckersüße Exemplare hier wohnen”, kam ich wieder auf meinen eigentlichen Plan zurück.
      “Ist gerade nicht dein hellster Moment, va?”, scherzte sie. “Natürlich, sonst würde ich einen der Riesen mithaben und nicht Glymi”, fügte Vriska an.
      “Na dann komm mal mit”, antwortete ich lachend und ging mit Vriska zum Auslauf der Hengstgruppe. “Darf ich vorstellen, das ist Arctic Tiger, einer unserer kleinsten Bewohner hier”, präsentierte ich den Miniature Horse Hengst, dem mal wieder die anderen Pferde als Sonnensegel nutzte. Der kleine silberne Hengst hatte die lustige Angewohnheit einfach unter einem seiner Kumpels zu parken, wenn er ein Dach braucht.

      Juha
      “Wenn du Amnesia einfach mal machen lassen würdest, könnte sie ihren Rücken wölben. Jeden Schritt treibst du bei ihr und verunsicherst dein Pferd damit”, bemängelte Herr Holm meine Reitweise. Also gab ich ihr etwas mehr Zügel und versuchte meine Beine ruhiger zu halten. Einfacher gesagt als getan, denn meine Gedanken waren viel mehr dabei, wieso Vriska so schnell die Halle wieder verließ. Als wir vorhin Glymur wegbrachten, war sie so aufgeregt die heutige Stunde zu sehen. Etwas hintergangen fühlte ich mich, obwohl es gar keinen Anlass dafür gab. Also raufte ich mich wieder zusammen.
      “So Leute, ihr scheint heute alle nicht wirklich gut im Sattel zu sitzen, also alle Mann Steigbügel überschlagen”, weißte Herr Holm an. Schlagartig bremste ich Amy in den Stand, lobte sie und legte die Steigbügel vor mich auf den Sattel. Dann ritt ich im Schritt wieder an. In meinen Oberschenkel zog es in der Muskulatur. Auch in meiner Hüfte merkte ich eine Veränderung, da sie deutlich weicher in der Bewegung des Pferdes mitging. Zufrieden lobte ich meine Stute erneut. Dann warf ich einen Blick zu Niklas, der lange nicht mehr so schlecht ritt wie heute. Außerdem war ich sehr verwundert darüber, dass er in der Öffentlichkeit seine Brille trug. Normalerweise vermied er es sich so zu zeigen, was ich bis heute nicht nachvollziehen konnte. Im Vergleich zu anderen Leuten hat mein bester Freund ein Brillengesicht, außerdem machte es ihn intelligenter.
      “Ey Samu, du sitzt auf deiner Stute wie angewachsen. Sieht super aus”, lobte ich ihn, denn das konnte ich mir wirklich nicht nehmen lassen. Seine Beine lagen ruhig und parallel zum Pferd, seine Hände setzte er kaum ein und den größten Teil steuerte er mit der Stimme. Mir persönlich war es unangenehm mit meinem Pferd zu sprechen, da es sonst niemanden anging.


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  • Album:
    Stàballan Madadh-Allaidh
    Hochgeladen von:
    Wolfszeit
    Datum:
    12 Apr. 2020
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  • WHC' Ahvani
    Vani
    Chipnr.:

    Portrain folgt

    Stammbaum

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    von: Glymur
    von: Hýreygur | aus der:Elding

    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt | von: Unbekannt | aus der: Unbekannt

    aus der: Ases Maskwamozi
    von: Mr. Raw Depression| aus der: Apache's Tomahawk

    von: Unbekannt | aus der: Unbekannt | von: Midnight Golden Fox | aus der: Apaches Apricot

    Merkmale
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Geschlecht: Stute
    Rasse: Zelter

    50% Isländer|25% EVB|25% Appaloosa
    Geburtstag: 17.05.2020
    Geburtsort: Kanada
    Stockmaß: Ca.152 cm
    Gewicht:

    Deck-|Langhaar: Buckskin Pintaloosa |Schwarz, Weiß
    Abzeichen|Scheckung: Leopardschecke|Splash
    Gencode:EeAanCrnSplnLpSty


    Charakter & Vorgeschichte
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Selbtbewusst|Stolz|Unerschrocken|freundlich|Inteligent| arbeitswillig

    Ahvani ist ein Selbtbewusstes Fohlen. Kaum auf der Welt stolzierte die kleine Stute über die Koppel. Auch scheint sie das unerschrockene Fohlen keinerlei Scheu zu besitzen. Vani hat nicht nur den Tölt und die hohe Knieaktion von ihrem Vater geerbt, sondern auch den freundlichen Charakter. Das Inteligente Fohlen, möchte jedem Gefallen, was ihre Erziehung deutlich leichter macht.

    Ahvani ist auf dem SMA geboren und wächs aktuell bei ihrer Mama auf.
    Gesundheit

    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Gesamteindruck: Gesund
    Krankheit: keine
    Hufbeschaffenheit: Gut
    Beschlag: Barhuf

    Ausbildung & Potenzial
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Dressur: E
    Potzenzial 172/1000 L

    Springen: E
    Potenzial: 225/1000 L

    Gelände: E
    Potenzial: 103/1000 A

    Distanzrennen: E
    Potenzial: 61/1000 E

    Western: A
    Potenzial: 101/1000 A

    Gangreiten(viergänger): E
    Potenzial: 111/1000 A

    Siege
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    noch keine

    Zuchtinformationen
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Schleife:
    Gewinnerthema:
    Gekört: Nein
    Vorgesehen für die Zucht: Nein
    In der Zucht:
    Decktaxe: 0 Joellen
    Körnote: folgt

    Nachzucht: 0/10

    Besitzerlegende
    ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
    Besitzer/Besitzerin: Wolfszeit
    Vorbesitzer/Vorbesitzerin:
    Verkaufsrecht/Ersteller: Mohikanerin


    Unterbringung: Mutter & Fohlenbox mit Stroh, ganztägiger Weidegang
    Reitbeteiligung/Trainer: Alec Lightwood
    Zu verkaufen: Nein
    Kaufpreis:

    Spind/Pferdepass/PNG/Puzzle PNG