Elii

Weltwunder* -- Hannoveraner

*2013, im Besitz seit 01. Februar 2015

Weltwunder* -- Hannoveraner
Elii, 22 Jan. 2017
Zaii, Samarti, Eddi und 5 anderen gefällt das.
    • Elii
      Pflegeberichte 12. März 2015 - Frühlingsgefühle
      1929 Zeichen

      Schon vor einiger Zeit kam eine Altbekannte zurück auf den Hof. Es war eine wunderschöne Zweijährige Hannoveranerjungstute, die ich nach dem Absetzen zur Aufzucht abgegeben hatte, da ich in diesem Jahr selbst keine Fohlen da hatte.
      Weltwunder war ihr Name und mittlerweile zeichnete sich aus ihrem hellbraun bis weißem Fell eine dunkelbraune Gesichtsmaske ab. Bisher sah es so aus, als wollte die linke Seite ihres Gesichtes nicht mit-ausschimmeln sondern farblich ihrem Fohlenfell treu bleiben.
      Zusammen mit Dajeen, die aus dem selben Jahrgang war, stand sie nun auf der Koppel mit dem großen Unterstand, wo bis vor kurzem auch Baila Conmigo ihren Plaz hatte. Diese stand seit wir mit dem Anreiten begonnen hatten bei den anderen Stuten in einer Doppelbox mit Ékes.
      Sowohl Dajeen, als auch Weltwunder, knabberten in gewohnter Zweisamkeit am Heu in ihrem Unterstand, als ich zu ihnen kam.
      Gemistet war die Box bereits, auch das Heu war gefüllt, aber jetzt wurden zusätzlich noch die Zäune für den großen Paddock geöffnet, was die Jungstuten in hellen Aufruhr versetzte. Kaum hatte ich den Zaun offen, galoppierten die Stuten los und buckelten überglücklich über den Erdboden. Die warmen Temperaturen und die Sonne verfrachtete die Pferde in einen Glücksrausch, sodass sie kaum noch zu bändigen waren und auf der Koppel Runde um Runde rennen konnte, ohne müde zu werden.
      Auch jetzt galoppierten die beiden Stuten unermüdlich ihre Runden, spielten und tobten miteinander und ließen sich es nicht nehmen, kurz vor mir aus dem vollem Galopp zu stoppen. Zum Stehenbleiben konnte ich die jungen Hüpfer momentan überhaupt nicht bewegen, gab es doch an jeder Ecke etwas neues zu entdecken. Gerade als sie begangen auszutraben, kam Mel mit Baila um die Ecke und die zwei Verrückten galoppierten aufs Neue los.
      Einige Minuten später zupften Winnie und Dajeen friedlich nebeneinander Grashalme, sodass ich zurück zum Stall gehen konnte.
    • Elii
      Pflegebericht 26. März 2015 - Umzug Teil 1
      4091 Zeichen

      „Was ist denn jetzt schon wieder los?“, murmelte ich im Halbschlaf und schlug mit der Hand solange auf der Matratze herum bis ich mein Handy traf. Mit halb zugekniffenen Augen schaute ich auf das Display und entdeckte neben dem Whatsapp-Symbol Elsas Namen. Darunter befand sich in riesigen Ziffern die Uhrzeit, kurz nach ein Uhr nachts. Ich seufzte und sah dann nach, was Elisa mir wertvolles mitzuteilen hatte.
      ‚#dinnertimewithcressi’ und ein Bild das meinen Reitponyhengst zeigte, den Elisa irgendwie zu sich ins Bild gezogen hatte. Seine Schnauze war voll mit Mash, das ich mit ihm in Kanada gelassen hatte. ‚Lasd ihn jn ruhs.‘, tippte ich mehr schlecht als recht in den Textblock und hoffte dass sie meine kryptische Nachricht verstand. Verbessern konnte ich es ohne meine vollen acht Stunden Schlaf beim besten Willen nicht.
      ‚Cressi ist traurig, wenn du trinkst.’ war das letzte was ich sah, bevor mir meine Augen zufielen und ich meinen wohlverdienten Schlaf weiterführen konnte.
      Am nächsten Morgen wurde ich vom nervösen Blinken meines Handys geweckt, dass mir damit verkünden wollte schleunigst meine Nachrichten zu lesen.
      ‚Bist du eingeschlafen?‘ ‚Ich hab dir hundert Mal gesagt, dass Alkohol keine Lösung ist‘ ‚Hallooooo‘ ‚:'( :'( :'(‚ ‚ICH REDE MIT DIR‘ …
      Gefühlte 100 Nachrichten und mindestens halb soviel Beleidigungen war ich durch und schloss den Chat mit Elisa. Die sechs Stunden Zeitverschiebung konnte sie sich immer noch nicht merken und ich wusste genau, das nächste Mal würde ich ihr eine Uhr gegen den Kopf werfen.
      Ich streckte mich noch einmal ausgiebig und stand dann endlich auf, die Pferde warteten auf Futter und einige würde morgen nach Kanada reisen. Cressi und Baila befanden sich bereits dort und standen unter Elsas Fuchtel, die Beide allem Anschein nach wie ein Königspaar verwöhnte.
      Weltwunder, Dajeen, Furmint, Fekete, Flavio und Tiny waren auch bald an der Reihe. Mein neu gebauter Stall in Kanada war endlich fertig und die immer mehr Pferde durften in ihre neue Heimat ziehen. Die restlichen fünf würden am nächsten Wochenende zusammen mit mir fliegen, bis dahin musste ich noch einige Sachen packen und alles wichtige verstauen.
      Beim Gedanken daran Deutschland völlig zu verlassen schauderte es mich immer noch. Allerdings war das ganze schon viele Monate geplant, sodass ich sogar jemanden fand, der meinen Hof übernehmen wollte. Auch einige Pferde würden schweren Herzens zurück bleiben, aber da diese alle einen schönen Platz bei Privatpersonen gefunden hatten, machte ich mich wegen ihnen keine Sorgen. Mel nahm Unwritten an sich, während Dark Decission, Dark Firestorm und Diome in Jacks Hände übergingen. Auch diese Beiden würden nicht mit nach Kanada reissen, sondern weiterhin in Deutschland bleiben.
      Die große Abschiedsfeier hatten wir bereits hinter uns und zwei Tage vor meinem Abflug wollten wir noch einmal alle zusammen grillen, wer konnte wissen, wann wir uns das nächste Mal wieder sehen würden.
      „Hast du schon die Sachen für die Pferde rausgelegt?“, fragte mich Mel und riss mich aus meinen Gedanken. „Wollte ich gerade machen.“, entgegnete ich und seufzte. Mel kannte ich schon viele Jahre, doch zum mitkommen konnte ich sie nicht überreden. „Ich werd dir jeden Tag Bilder von Unwritten schicken! Und du musst deinen ganzen Hof filmen, wenn alles fertig ist. Ich bin so gespannt wie er jetzt aussieht. Letztes Jahr konnte man ja noch nichts erkennen.“, quatschte Mel und umarmte mich anschließend. „Das wird schon.“
      Zusammen sammelten wir alle Transportdecken, - Gamaschen und Halfter ein, die die Pferde auf ihrer großen Überfahrt anziehen sollten. Wie immer war alles farblich passend, schließlich sollten sie perfekt angezogen in Kanada ankommen.

      Die Zeit verging und am frühen Abend verluden wir die vorgesehenen Pferde, um sie anschließend dem Personal am Flughafen zu übergeben.
      ‚Pferde sind auf dem Weg, WEHE ihr passt nicht ordentlich auf sie auf.‘
      Die Drohung bezog sich mehr auf Elisa, als auf Gwen. Von ihr wusste ich, dass sie mehr als nur zuverlässig war. Elisa hingegen… Naja, darüber musste man nicht sprechen.
    • Elii
      Pflegebericht 13. Juli 2015 - Kriminelle Nachbarn
      4517 Zeichen

      Dieses elendige… Klauschwein. Was zur Hölle hatte diese kleptomanische Frau schon wieder an meinem Koppeltor zu schaffen, noch dazu mit Bailas hellgrünem Halfter in der Hand.
      „Elisa?! ELISA?! Bleib gefällig stehen, wenn ich mit dir rede!“, rief ich ihr entgegen und sprang hektisch von Flavor of the Months’ Rücken.
      Gerade eben noch ritt ich völlig entspannt mit Flavio auf dem Springplatz und im nächsten Moment musste ich Elisa hinterher rennen. Sie hatte sich inzwischen Baila unter die Finger gerissen und ‚joggte‘ mit der jungen Stute in die Richtung ihres Hofes. Anscheinend reichte es ihr nicht mehr aus, immer wieder Cressi auf ihren Hof zu verfrachten, nun musste auch noch seine Freundin dran glauben. Ein Glück hatte ich die Springstiefel an, mit den hohen Dressurstiefel hätte ich mich bestimmt schon mehrmals überschlagen oder mir vor Schmerzen die Beine abgeschnitten.

      Elisa drehte sich immer wieder panisch um und langsam merkte man, wie ihr die Puste ausging. Jetzt oder nie! Nach einem weiteren Sprint, sprang ich ihr direkt in den Rücken, warf sie so auf den Boden und fasste schließlich nach Bailas Strick.
      „Wenn ich heute keinen verdammt netten Tag hätte, würde ich dir jetzt die Kniekehle durchschneiden, du Diebin!“, zischte ich ihr entgegen, während sie sich langsam aufrappelte. Meine Drohung nahm sie nicht ernst, denn sie verdrehte nur die Augen und murmelte ein leises ‚jajaja‘, bevor sie mir hinterherlief.
      „DRPs haben es bei mir einfach besser, da sind die in ihrer natürlichen Umgebung und haben lauter Artgenossen. Die werden von deinen Warmblütern doch gemobbt!“, quasselte sie schließlich und versuchte so anscheinend ihre Straftat zu rechtfertigen. Sie konnte von Glück reden, dass die Polizei sie für unzurechnungsfähig halten würde, sonst wäre sie schon lange hinter schwedischen Gardinen.

      Während sie mir weitere hundert Gründe nannte, die vor allem davon handelten, dass sich DRPs nur unter ihresgleichen wirklich wohl fühlten, nickte ich nur fleißig mit dem Kopf und verfrachtete Baila so schnell wie möglich wieder auf die Koppel. Auch nach zehn ‚Neins' meinerseits woltle sie nicht aufhören und zog dann auch noch Nathan in die Diskussion hinein.
      „DU bist doch sicher auch dafür dass die armen Ponys endlich zu mir kommen, oder?!“, rief sie ihm entgegen und packte ihn am Arm, um seinen Fluchtversuch zu unterbinden. Nach dem Nathan verzweifelt erst mich, und dann Elisa ansah, entschied er sich dazu, lieber nichts zu sagen. Er wusste wohl, dass er sich auf dünnem Eis befand, wenn er einer von uns zustimmen würde. Hatte ihm Matthew also doch etwas beigebracht.
      Nathan ging kurz darauf wieder seiner Arbeit nach, während ich, mit Elisa am Rockzipfel, in den Stall ging, um nach Colin zu sehen. Er war heute wieder mit Cressi unterwegs, hatte allerdings noch ein paar Probleme in der Anlehnung, weswegen ich heute helfen sollte.

      Doch als ich am Putzplatz ankam, stand dort nicht nur Colin mit einem schick angezogenen Cressi, sondern auch Jojo und Gwen, die sich an Ostara und Furmint zu schaffen machten.
      „Was habt ihr hier zu suchen?“, fragte ich vorsichtig, auch wenn ich vor der Antwort Angst hatte. Meine Pferde waren also nicht genug, auch meine Mitarbeiter wurden unter Beschlag genommen. Entführung und Diebstahl waren tolle Straftaten, die Prima Hand in Hand gehen konnten. „Wir.. gehen jetzt ausreiten. Mit Colin!“, plapperte Gwen mit einem breiten Grinsen und setzte sich im gleichen Atemzug den Helm auf. Jojo nickte nur hastig und stieg dann schon in den Sattel von Furmint.
      Der einzige, der nichts zu lachen hatte, war Colin, den die Beiden anscheinend dazu gezwungen hatten. Nun gut, Cressi würde sich über den Ausritt bestimmt mehr freuen, als über die Arbeit auf dem Platz und morgen war ja auch noch ein Tag.

      Als Elisa begriffen hatte, dass sie weder Cressi reiten, noch mitkommen konnte, war sie fast den Tränen nach. War es doch IHR Cressi. IHR Lieblingspony. Und jetzt setzt sich da einfach jemand anderes drauf, armes Mädchen. Damit die anderen los konnten, zog ich, die inzwischen wild um sich schlagende, Elisa am Kragen hinter mir her, um mit ihr Weltwunder und Dajeen zu füttern.
      „Komm schon, die Zwei magst du doch auch.“, beruhigte ich sie und streichelte ihr zärtlich über den Kopf. Schlug sie wieder um sich, wurde darauf aber sehr schnell ein Klaps. Als sie am Koppelzaun der beiden jungen Stuten stand, war sie endlich wieder brav und fütterte ihnen Apfelstücke. Zum Glück war das kleine Kind in der Trotzphase jetzt endlich wieder ruhig.
    • Elii
      Pflegebericht 30. August 2015 - Mama-Kind-Gruppe
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      Dajeen und Weltwunder standen brav am Putzplatz und warteten darauf, dass endlich Elisa mit Dajeens Mama um die Ecke kam. Als Dahiba endlich vor uns stand wieherte die Tochter aufgeregt und auch Weltwunder begrüßte sie freundlich. Gemeinsam stapften wir also los in den Wald, wo anders war es viel zu warm, auch wenn wir nur Spazieren gingen.
      Die drei Schimmel liefen brav an unserer Seite, auch wenn Dajeen immer wieder in ihre Rolle als Fohlen verfiel und sich an Dahiba kuschelte. Dass sie bereits zwei Jahre alt war, störte die Beiden überhaupt nicht, Hauptsache sie waren wieder vereint. 
Elisa machte schon nach kurzer Zeit schlapp und krabbelte auf den Rücken ihrer Schimmelstute, elegant konnte man es zwar nicht nennen, aber wenigstens funktionierte es. „Wenn du fällst, bist du selbst Schuld, verstanden?“, sagte ich mit erhobenem Zeigefinger und deutete auf ihren nicht vorhandenen Helm. Zwar war in ihrem Kopf nicht immer viel drin, aber Matthew zu Liebe sollte sie am Leben bleiben. Sie verdrehte die Augen und winkte mich ab, nahm mir dafür aber auch Dajeen ab, da sie sowieso nur noch an ihrer Mutter klebte.
      Mit Weltwunder konnte ich nebenher ein paar Führübungen machen, die sie auch brav befolgte, als es Leckerlies gab.
      „Mama und Kind wollen auch“, nervte Elisa und streckte mir immer wieder ihre Hand ins Gesicht. Als ich ihr ein paar in die Hand drückte, verfütterte sie diese sogleich an die zwei Schimmel und lobte sie ausgiebig - fürs Nichtstun.

      Aus dem Wald heraus, gingen wir noch eine Runde in den Weiher auf meinem Hof. Die zwei jungen Stuten kannte das schon zur Genüge, Dahiba hingegen stand schnaubend davor und blähte ihre Nüstern weit. Als ihr Baby vergnügt ins Wasser sprang, tippelte sie nervös von links nach rechts und wieherte kläglich. Daraufhin stieg Elisa ab und versuchte so ihre Stute ins Wasser zu locken. Mit ein paar Leckerlies aus meiner Tasche kam sie immer weiter hinein, doch mehr als die Fesseln wollte die Stute nicht nass werden lassen.
      Kurze Zeit später verließen wir den Weiher wieder, woraufhin es zu einer erneuten, schmerzverzerrten Trennungsszene der beiden Warmblüter kam. Elisa schaffte es irgendwie doch noch ihr Pferd Richtung Heimat zu führen, auch wenn sie ihre ganze Kraft dafür aufbringen musste. Die beiden Jungstuten hatten die Trennung schnell vergessen, als sie wieder zusammen vergnügt über die Koppel stürmen konnten.
    • Elii
      Pflegebericht 25. September 2015 - Qualen einer Elisa
      1859 Zeichen

      „Du kannst sie ruhig ein bisschen vorwärts treiben, die kann mehr als nur im Kreis schlurfen“, erklärte ich Elisa zum gefühlten hundertsten Mal, nachdem sie mit Undisclosed Desires immer noch nicht mehr als auf dem Zirkel geritten ist. „Ich bin der Trainer also lass mich!“, meckerte sie zurück un ritt im selben Moment einen Wechsel durch den Zirkel, auf den eine Volte folgte - und das sogar in einem annehmbaren Tempo. Die fast fünfjährige Stute befolgte Elisas Anweisungen brav und galoppierte mit ihr sogar drei Runden auf dem Zirkel.
      Kurz darauf beendeten wir das Training auch schon und die Weltwunder und Dajeen durften in die Halle. Elisas Pferd wurde vom allseits geliebten Colin entgegen genommen und natürlich auch versorgt. Er war anscheinend der einzige, dem Elisa auf dem Hof vertraute - wenn auch sehr missmutig. Aber um die wenigen DRPs (die auf Townsend Acres viel besser aufgehoben wären!) kümmerte er sich gut. Bei Cressi hatte sie selbst jetzt noch ein schlechtes Gefühl, ihr armer Schatz konnte doch nicht allein gelassen werden mit einem Kerl. Der war nicht so einfühlsam wie sie und auch sonst konnte sich niemand so gut um ihn kümmern, wie sie.
      Als ich sie irgendwann aus ihren gedanklichen Horrorszenarien reissen konnte, absolvierte sie brav mit mir und den zwei Jungstuten das Schrecktraining. Man konnte ihr zwar ansehen, dass sie viel lieber ein Pony, anstatt ein Warmblut an ihrer Seite haben wollte, aber da musste der Sturkopf eben durch. Eine halbe Stunde später lobte ich vor allem meine Freundin, so konnte sie sich nicht mehr so sehr über die schreckliche, reitponylose Zeit beschweren.
      „Aber das nächste Mal darf ich Cressi reiten, ok?“, fragte sie schluchzend und klammerte sich an meinen Arm. „Natüüüürlich“, bejahte ich ihre Frage und nickte schnell. Zum Glück durfte ich noch selbst bestimmen, wann nächstes Mal war.
    • Elii
      Pflegebericht 10.Oktober 2015 - Rapidol
      3502 Zeichen

      „ICH CHILL MIT NUTTEN AM POOL. WAS BITTE, WAS WILLST DU HU..“ - „Fresse, Elisa!“
      Seit wir Türkisch für Anfänger angeschaut hatten, hielt sich für einen Goldketten-Adidasjogginganzug-Rapper und lies jeden daran teilhaben. Auch wenn es niemand wollte. Weder sehen, noch hören. „Nur weil du von Rap keine Ahnung hast, brauchst du mir nicht den Mund verbieten“, nervte sie und wedelte mit erhobenem Zeigefinger vor meinen Gesicht herum. „Ich bin hier um auszureiten, nicht um im Bikini am Pool zu liegen, um deinen… Gesang… zu untergraben“, erklärte ich ihr zum hundertsten Mal und schleppte sie dann nach draußen.
      Ékes wurde immer noch von Matthew festgehalten. Dieser warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu, wahrscheinlich hätte ich ihn nicht so lange warten lassen sollen. Aber es war schließlich Elisas Schuld!
      Als sie sich dann noch Beverly für den Ausritt aussuchte, durfte sie sich von ihrem Fast-aber-doch-nicht-Freund eine Standpauke anhören, die sie wie immer gekonnt ignorierte.
      „Was soll schon schief gehen?“, fragte sie genervt und schwang sich schließlich in den Sattel. „Sie ist so toll auf dem Platz und in der Halle, da muss es doch auch im Gelände klappen. Ékes ist doch auch brav, Bee wird sich schon ein Beispiel daran nehmen“, plapperte sie ohne Pause, sodass ich irgendwann ausblendete. Stattdessen lenkte ich sie geschickt in den Wald, wo wir dann einen geschotterten Weg entlang galoppierten. Bee kommentierte das ganze mit waghalsigen Bocksprüngen, bei denen ihrem Reiter nichts anderes als Augen zu und durch übrig blieb. Während ich mit Ékes am Ende des Weges wartete, kam das Duo im Stechtrab angeflitzt. Elisa lag auf dem Hals und hatte die Füße fast schon auf der Sitzfläche des Sattels. „Es ist nichts passiert!“, schrie sie mir entgegen, bevor sie zurück in den Sattel kletterte und mit hoch erhobenem Kopf weiter ritt. Wenn sie glaubte, ich würde das Matthew verschweigen, hatte sie sich geschnitten. Das nächste Mal würde ich gleich ein paar Fotos machen, Elisa war zu gut im Leugnen und ohne Beweise oder ihren Anwalt beharrte sie darauf, unschuldig zu sein.
      Auf dem weiteren Weg benahm sich die junge Stute vorbildlich, auch wenn sie vor den ein oder andern Ästen aus Furcht zur Seite sprang und Elisa aus dem Sattel warf. Tatsächlich konnte sie sich oben halten, auch wenn ich gerne etwas anderes gesehen hätte. Auf dem Restweg passierte leider auch nichts mehr, nur Matthew stand bereits an der Hofeinfahrt und sah uns mit hochgezogener Augenbraue an.
      „Bee war so brav!“, kreischte Elisa und schlug mir in den Arm, damit ich es mit einem Nicken bestätigte. Nur blöd, dass das Bee zum Erschrecken animierte und Elisa unsanft auf dem Boden landete. Die Stute trabte darauf mit hocherhobenem Schweif zu Matthew, der sie mit einem Ich-habs-dir-doch-gesagt-Blick einfing und zum Stall führte.
      „Naja, jetzt schaffst du es auch ohne mich nach Hause. Bis dann.“
      Schneller als sie antworten konnte, ritt ich davon. Auch Ékes wollte Feierabend, besonders nachdem sie so ein verrücktes Pony an ihrer Seite ertragen musste. Als ich sie auf die Koppel verfrachtet hatte, sah ich noch schnell bei Dajeen und Weltwunder vorbei, die nebeneinander unter einem Baum standen und dösten. Die Möhren, die ich aus der Jackentasche zauberte konnte die Zwei dann doch noch dazu animieren vorbeizuschauen. Als die beiden Jungstuten ihre Extra-Vitamine verputzt hatten, machte ich mich zurück ins Haus, um mich aufzuwärmen. Und um Matthew von Elisas Galoppkatasprohe im Wald zu erzählen.
    • Elii
      Pflegebericht 26. Januar 2016 - Neujahrsfreuden
      8956 Zeichen

      der ist immer noch verschollen, sorry
    • Elii
      Pflegebericht 13. Mai 2016 - Allein Allein
      5227 Zeichen

      Mein Tag versprach anstrengend zu werden, da Nate und Colin nur Dark Intention und Cloud Nine machen konnten, bevor sie ihren freien Tag antraten.

      Für mich stand Kalzifer früh morgens gleich als erster auf dem Plan, da wir unbedingt noch ein paar Lektionen vor der anstehenden M Dressur üben mussten und anscheinend hatte er nach der ersten Nacht auf der Koppel überhaupt keine Lust mehr irgendwas zu tun. Er war einer der wenigen, die jetzt schon manche Nächte auf der Koppel verbrachte, da auf seinem Koppelbereich eine Weidehütte stand und er sich so vor der recht kalten Nacht schützen konnte. Auch Csíny stand bereits das erste Mal nachts draußen, hatte aber recht viel Lust, beim Geländeparcour mitzuarbeiten. Wir nahmen nur vereinzelte Sprünge und konzentrierten uns darauf viel Schritt zu gehen, da auch er am Wochenende eine Vielseitigkeit gehen sollte und dafür in top Kondition sein musste. Auch Flavor of the Month sollte am Wochenende in der Dressur vorgestellt werden, allerdings arbeitete ich bei ihm nur an lockeren, fleißigen Gangarten im vorwärts/abwärts. Wie gewohnt arbeitete er fleißig mit.

      Bei den Stuten standen zum Glück nicht so viele an, da wir bei Coloured Belle momentan wieder Rückschläge verzeichneten, Ékes und Tavasz ihren freien Tag hatten und Golden Lights noch immer in der Aufpäppelphase war und nur jeden dritten Tag longiert wurde oder an der Hand ins Gelände ging. Übrig blieb also Poppysmic, die mich kauend am Zaun begrüßte. Die kleine Reitponystute sollte heute auf den Springplatz, Nate hatte mir dafür extra einen Parcours in E-Höhe und ein paar Cavalettis und Trabstangen aufgebaut. Diese galt es als erstes zu überwinden, bevor wir uns dann langsam an den Parcours machten. Die Stute konnte zwar unheimlich gut springen, war aber sehr unsicher am Sprung und bremste sofort ab, wenn der Reiter ihr nicht die nötige Sicherheit gab. Am heutigen Tag parkte sie nur zwei Mal, weil ich kurz zur Seite blickte, aber die ansonsten arbeitete sie konzentriert mit.

      Als ich abgesattelt und Poppysmic aufgeräumt hatte, schaute ich kurz bei Cressi und Baila vorbei. Die beiden Jungspunde hatten ihre Vier-Tage-Arbeitswoche ebenfalls hinter sich und freuten sich über ihren Tag auf den Koppeln. Da Weltwunder dieses Jahr ihren dritten Geburtstag feiern konnten, durften sie nun zwei Mal die Woche für zehn Minuten an der Longe joggen und das ein oder andere Mal den Sattel anprobieren. Da Dauen heute als erstes Mal den Sattel aufbekommen sollte und meist sehr skeptisch allem gegenüber stand, legte ich nur den leichten Lammfellsattel auf ihren Rücken. Mit Widerwillen duldete sie das komische Ding auf ihren Rücken und vergas es recht schnell, als sie mit Mohrenstücken vollgestopft wurde. Weltwunders Joggingrunde verlief wie immer sehr gut, denn momentan durfte sie noch munter in der Gegend rumschauen, ohne korrigiert zu werden.
      Nach gefühlten hundert Stunden konnte ich mich endlich unter die warme Dusche stellen und danach in Jogginghose und Hoodie vor den PC setzen. Eigentlich wollte ich nur kurz ein paar Dinge checken, bevor ich die anderen nach ihren Plänen für den Abend fragen wollte.
      Das hatte sich allerdings schnell geklärt, als ich die Startseite von Facebook vor mir hatte..

      Erneut schüttete ich Rotwein in mein Glas. Zugegeben, manch einer meinte schon, es wäre nur für Dekozwecke. Aber wo Rotweinglas drauf steht, muss Rotwein rein.
      Ich leerte es mit einem großen Schluck und setzte dann das genervte Anstarren meines PC Bildschirms fort. Kaum war man einen Tag in der Stadt, machten sich alle anderen Bewohner unseres Hof-Fünfecks auf den Weg nach England. Zaii zählte nicht, denn diese machte mal wieder Urlaub in Deutschland, während ihre Bediensteten sich um die Pferde hier kümmerten. Doch nicht nur Jojo, Gwen und Elisa hatten mich verlassen. Auch Nate und Colin verbrachten ihren freien Abend damit, durch die Nacht zu ziehen, sodass ich ganz alleine daheim rumsaß.
      Meine Beine hatte ich zu mir auf den Schreibtischstuhl gezogen, sodass ich meinen Kopf auf die Knie legen konnte und so in meiner Einsamkeit langsam aber sicher einen Nackenkrampf bekam.
      Sollten die Spaß haben, würden sie es bereuen. Ich murmelte einige Schimpfwörter in die um mich gewickelte Kuscheldecke und klickte dann den Facebookbeitrag über die Versteigerung der Pineforest Stables mit dem dazugehörigen Bild weg. Breit grinsend standen diese vermaledeiten dort. Ohne mich. Dabei hätte ich mich gerne mal wieder richtig schön angezogen.

      Ich rutschte von meinem Stuhl, schnappte mir mein Notebook und sprang mit Anlauf auf das Sofa. Man könnte meinen, dass um 20.15 Uhr gute Filme kommen könnten, aber anscheinend hielt man das nicht für nötig, war ich ja die einzige die ihr armes, tristes Leben heute auf dem Sofa verbrachte. Ich schaltete also die Stereoanlage ein, suchte bei Spotify nach Polarkreis 18 und ließ das Lied durch das ganze Haus schallen. Und dann tat ich das, was in solchen Situationen das einzig richtige war: Frustshoppen. Und während ich bei Kiko Nagellacke in den Warenkorb dachte, erinnerte ich mich an die Worte der anderen, doch für sie das nächste Mal mitzubestellen.
      HA! Rache ist süß. Ich würde schon dafür sorgen, dass sie den Kiko Karton sehen würden.
    • Elii
      Pflegebericht 11. Juni 2016 - Hängertraining
      12632 Zeichen, von Rhapsody

      Wochenlang war ich daran erinnert worden – nicht nur in meinem Handy war eine Veranstaltung namens Hängertraining immer wieder nach hinten geschoben wurden, auch den Klebezettel am Laptop positionierte ich immer so, dass er mich nicht nerven würde, wenn ich arbeitete – aber als Meisterin der Prokrastination … stand das Hängertraining immer noch in den Sternen.

      Aber hey, ich hatte viel zu tun! Und es war auch nicht so, als würde es drängen – Ironic sollte sich erst einmal einleben, bevor ich von ihm irgendetwas verlangen wollte, Pacco war eh nicht da (und für einen Tag aus der Herde rausreißen, jetzt, wo er sich so gut mit Andvari und den anderen Junghengsten verstand!) und außer Cíola war wohl jedes andere Jungpferd schon wenigstens einmal mit dem Hänger gefahren. Man sieht – ich hatte keinerlei Eile.

      Doch ich hasste es trotzdem, wenn sich etwas anstaute. Ich nahm mir also fest vor, das Training zu starten, sobald ich die Aufträge hinter mir hatte. Und sobald ein Tag nicht mit Turniertraining vorgesehen war. Und sobald ich einen Nachmittag nicht mit Vorbereitungen fürs nächste Jolympia beschäftigt war. Und, und, und.

      Es dauerte ganz schon, bis ich von der Idee zur Ausführung kam. Und eigentlich fand das Training dann auch nur statt, weil Lesja mich zwang. Und weil Elena mich zwang. Und weil ich einen Motivationsspurt hatte.

      Man sieht, es muss ziemlich viel zusammen kommen, um mich mal an meine Wünsche und Träume zu erinnern.

      ***

      Achtung, Ironie.

      An einem wunderwunderwunderwunderschönen Junitag, der mit bedecktem Himmel begann und ab dem Vormittag wieder und wieder wundervolle Schauer brachte, schob mich Lesja unter Protest vor die Stutenweide. Weit und breit war keine Stute zu sehen; so, wie ich meine Ladys kannte, huddelten die sich alle (ALLE!) unter den Unterstand am anderen Ende der Koppel. Das endete dann wahrscheinlich wieder mit Bissen und Tritten.

      Danke, Wetter.

      Die Kapuze meiner Regenjacke war ein wenig zu kurz – nie wieder Secondhand! – und so regnete es beständig in mein Gesicht und auf die Hälfte meiner Haare. Am Rande meines Sehbereiches erkannte ich schon, wie sich die ersten Strähnen kräuselten.

      Doppeltes Danke, Wetter!

      Wenigstens war ich so schlau gewesen und hatte meine Gummistiefel angezogen, denn kaum machte ich, mit Long Island Iceteas Halfter bewaffnet, den ersten Schritt auf die Koppel, versank ich. Das bestätigte dann wohl meinen Verdacht, dass es nachts auch schon geregnet hatte (genauso wie das nasse Gras, der nasse Hof und die nassen Pferde. Mal ehrlich, es wies eigentlich alles daraufhin, dass es nachts geregnet hatte, ich log nur gerne und hasste es, den Tatsachen ins Auge zu sehen) und die Koppel sich in eine große Matschpfütze verwandeln würde.

      Und ich verfluchte die Anzahl von Schecken, die mir gehörten. Und, dass ich Medeia gekauft hatte. Nie nie nie nie nie wieder Schimmel.

      Es war ein Kampf, aber nach einer gefühlten Stunde erreichte ich den Unterstand, und wirklich: die Stuten standen dicht aneinander gedrängt unter dem kleinen Dach, damit sie ja nicht nass wurden. Ich hingegen war völlig durchnässt (bis auf ab dem Knie abwärts – wenigstens dafür waren die Gummistiefel gut), freute mich aber trotzdem, dass die weißen Parts der meisten Stuten bis jetzt nur nass waren.

      Bis auf Queen Cíola. Sie war die einzige, die sich nicht untergestellt hatte und auch wohl die einzige, die die Schlammpfütze direkt daneben ausgenutzt hatte. Beidseitig schlammverschmiert, die sonst weißen Beine nur ein dreckiges Matschbraun und sogar mehr braun als weiß am Kopf – zum Glück hatte ich mir Icetea schon zugesichert und Lesja musste Cíola übernehmen.

      Schachmatt. Es kann eben nicht nur regnen (Lesja dachte gerade wohl an when it rains it pours, aber Schadenfreude war eine meiner Lieblingsemotionen).

      ***

      Icetea war, bis auf ein paar Schlammbeinchen, relativ sauber. Es war zwar ein Kraftakt, die Mähne zu kämmen – Wasser vertrug sich nicht nur mit Menschenhaar schlecht. Letztendlich hatte ich aber doch noch so viel Zeit (oder Lesja lag so weit zurück), dass ich Icetea in Ruhe komplett fertig machen konnte. Neben einer Regendecke flocht ich ihr die Mähne noch etwas ein und bandagierte ihr die Beine dick. Als Lesja und Cíola dann startklar waren, sah Icetea aus, als würde sie gleich auf ein Turnier fahren – einen Kommentar bekam ich von Lesja jedoch nicht, nur ein kurzes Augenrollen, ehe er mit der Splashstute im Schlepptau den Stall verließ.

      Gut, so musste ich wenigstens nicht den Anfang machen. Und vom Stalltor konnte man das Geschehen gut beobachten.

      Die sonst so toughe Cìola ging nur zögerlich auf den geöffneten Transporter zu, verkürzte die Schritte, bis sie schließlich stehen blieb. Ihr Gesicht konnte ich nicht sehen, aber ihre Körpersprache verriet, dass sie wohl so schnell keinen Schritt auf die Rampe zumachen würde. Doch hier überraschte mich Lesja; mit ein paar Streicheleinheiten brachte er Cíola wieder ins das Hier und Jetzt und erarbeite (mit Leckerlis natürlich) jeden einzelnen Schritt auf den Transporter zu. Das ging dann relativ gut, bis Cíola den ersten Schritt auf die Rampe machen sollte und sich von dem Geräusch so erschrak, dass sie drei Schritte zurück rannte. Ich sah sie schon sich auf den Hintern setzen – mit der Grazie einer unausgewachsenen Vierjährigen natürlich. Sie fing sich jedoch noch im letzten Moment und stand dann wie angewurzelt da.

      „Ich werd‘ dann mal einen Tee aufsetzen,“ rief ich Lesja zu.

      ***

      Mit Minischritten bekamen wir Cíola dann doch noch in den Transporter – mehrere Minuten Pausen zwischen jedem Schritt zogen das ganze so sehr in die Länge, dass ich wirklich problemlos Tee trinken konnte und auch schon das Kraftfutter für die Stuten zusammenstellte, dass sie erst in ein paar Stunden bekommen würden.

      Triumphierend kam Lesja wieder zurück in den Stall. Ich war ungern der Spaßverderber, aber ich musste ihn trotzdem warnen. „Du weißt, dass wir das jetzt den ganzen Sommer üben werden? Und auch Probefahrten machen werden?“

      Sein Gesicht fiel. „Den ganzen Sommer über?“

      Cíola bekam eine kurze Graspause, in der ich Icetea abband und mit ruhigen und gelassenen Schritten auf den Hänger zu ging. Die Stute neben mir machte keinerlei Anstalten, auf dem Weg zur Rampe stehen zu bleiben, erschrak sich nicht, als sie ihre Hufe auf der Rampe hörte, und blieb auch souverän und wie eine Eins im Hänger stehen, ehe sie gelassen wie eh und je die Rampe wieder rückwärts (und vor allem gerade!) hinunterstieg. Aus dem Stall tönte nur ein „Streber!“, aber mit dem Erfolg kamen die Neider wie von allein.

      Auch Iceteas Mühen wurden natürlich belohnt; das war für sie und ihr Selbstvertrauen vital. Und von einem Leckerli zu viel würde sie auch nicht gleich platzen, oder?

      Während ich Icetea die Bandagen wieder abnahm und das Langhaar wieder in seinen natürlichen Aggregatszustand brachte, versuchte Lesja sein Glück noch einmal mit Cíola – ohne viel Erfolg. Ein klein wenig schneller kletterte sie zwar in den Hänger, aber nicht so, dass ich sie für verladefromm abstempeln würde. Nach dem Versuch war sie unter der leichten Regendecke dann auch verschwitzt, weswegen wir sie erst einmal mit ein bisschen Stroh abrieben und warteten, bis sie sich ein wenig beruhigt hatte, ehe die beiden Stuten zurück auf die Regenmatschkoppel durften.

      ***

      Und eigentlich … war es das auch schon. Von den Youngsters hatten wir nur noch Ironic übrig – Pacco war auf einer Koppel mit Gleichaltrigen und Gambit in England. Ansonsten hatten wir wohl chronischen Babymangel.

      Während Lesja also mit größter Hingabe jeden einzelnen Regentropfen aus Ironics Fell bürstete und mit großer Sorgfalt überprüfte, ob die Regendecke auch wirklich richtig saß, machte ich mich an das Futter für die Hengste – man hat ja sonst nichts zu tun, nicht wahr?

      Als ich aber dann zurück zum Stutenstall lief, vor dem der Transporter geparkt war – easy access und so – sah ich schon meine zwei Lieblingsblondinen (mal abgesehen von dem Fakt, dass Gwen dunkle Haare hatte). Und einen Braunen und zwei Schimmel.

      Gwen entdeckte mich zuerst und winkte mir fröhlich zu. Die braune Stute – Fagy? Meine Güte, Elena und ihre ungarischen Namen, unmöglich – riss sofort den Kopf aus dem Gras. Ob sie jetzt Gwens Winken oder mein Auftreten aus ihrer Fressreverie gerissen hatte war uns beiden unbekannt; Gwen sah erst die Stute, dann mich fragend an.

      „Ein Vögelchen hat uns gezwitschert, dass hier ein Hängertraining veranstaltet wird,“ schaltete sich daraufhin Elena ein. Sowohl Weltwunder als auch Dajeen hatten die Stricke locker über den Rücken gelegt und machten keine Anstalten sich vom Gras wegzubewegen. Während ich das Futter vorbereitet hatte, hatte der Regen etwas aufgehört, aber auch das leichte Nieseln – der Großteil meiner Stuten wäre ausgerastet und abgehauen – machte den beiden Jungstuten scheinbar wenig aus (Neid).

      Es dauerte ein paar Momente, bis Elenas Stimme von meinen Ohren registriert wurde. „Vögelchen?!“ hakte ich nach. „Wer zur Hölle ist hier ein Maulwurf?“

      ***

      Sie wollten mir nicht sagen, wer es ihnen erzählt hatte, aber jetzt waren die beiden da – da konnte ich sie ja nicht wieder heimschicken. Im Regen! Wer war ich denn? (Außerdem waren beide besser ausgerüstet als ich es je sein könnte; Transportdecken und Stallgamaschen unter den Armen, einen ausgefeilten Plan im Hinterkopf – was konnte ich mir anderes wünschen?)

      Bevor aber die beiden zeigen mussten, was ihre Babys draufhatten, war Lesja dran. Auch, wenn er felsenfest behauptete, Ironic wäre noch nicht einmal annähernd sauber (Elena nannte ihn eine Memme und band den Hengst kurzerhand selbst ab – selbst ist die Frau) – er wurde ins kalte Wasser geschmissen. Vor allem, weil er seinen Hengst erst mal überreden musste, die Stuten nicht zu beachten.

      Relativ schnell konzentrierte sich Ironic dann aber auch auf die Aufgabe, und machte Lesja stolz wie Oskar, als er mit großen Schritten in die Rampe hinaufging. Genauso profimäßig ging es dann auch wieder runter und, als Gwen nach einer Zugabe rief, wurde das Ganze noch einmal wiederholt. Als dann auch noch Elena forderte, dass er das noch mal zeigte („Ich hab geblinzelt!“), wurde Ironic wortlos wieder weggeführt. Mit großen Augen schauten mich Gwen und Elena an, aber ich zuckte nur mit den Schultern. „Dann zeigt mal, was ihr könnt!“

      Gwen machte den Anfang (weil Elena ihre Nägel inspizieren musste) und lief mit entschlossenen Schritten auf den geöffneten Transporter zu. Fagy folgte ihr nur zögerlich; dabei war die Stute schon auf mehreren Turnieren erfolgreich vorgestellt worden, dementsprechend sollte sie das eigentlich gewöhnt seien. Trotzdem blieb sie erst einmal mit geblähten Nüstern vor der Rampe stehen und, als sie dann den ersten Schritt darauf machte, rannte förmlich in den Hänger hinein. Gwen musste wohl damit gerechnet haben – geschmeidig wie eh und je sprang sie zur Seite, sodass sie weder von der Furioso-Stute umgerannt, noch eingeklemmt wurde. Von Elena gab es dafür Applaus.

      Kaum waren Fagy und Gwen dann wieder auf festem Boden, drückte Elena mir Dajeens Strick in die Hand und machte sich selbst auf den Weg. Weltwunder war wohl noch kaum mit einem Hänger in Berührung gekommen, aber ganz abgeneigt schien sie auch nicht; während Elena seelenruhig auf der Rampe stand, beschnupperte die Schimmelstute die Rampe, die Seitenwände und das Gras nebendran, ehe sie zögerliche erste Schritte machte. Fast wie ein Schaukelpferd stand sie dann gestreckt da: die Hinterhufe noch fest auf dem Boden, die Vorderhufe schon am anderen Ende der Rampe. Elena hingegen war fast im Inneren des Transporters verschwunden.

      Dann plötzlich schien es, als würde Weltwunder all ihren Mut zusammennehmen und sprang fast ins Innere. Ein paar Momente sahen wir nur das Hinterteil der Jungstute, ehe sie mich großen, staksigen Schritten wieder rückwärts die Rampe hinunter kam. Elena stellte sich schließlich vor uns hin und verbeugte sich. Wortlos hielt ich ihr Dajeens Strick entgegen.

      „Dajeen kann das. Dajeen war auf Fohlenschauen.“

      „Weltwunder hat doch sogar schon eine gewonnen …?“ hakte Gwen nach, aber Eli war nicht von ihrer Meinung abzubringen. Aber das waren wir ja mittlerweile gewohnt.

      ***

      Als sich beide wieder auf den Weg zu ihren eigenen Höfen machten, machte ich mich wieder an die normale Arbeit. Der Transporter musste zurück an seinen Platz, dann wollten die Ponys – trotz Regen – noch ein bisschen bewegt werden.

      Und dank des Wolkenbruches wusste ich auch schon, was in den nächsten Wochen unbedingt auf das Gestüt einziehen musste (kein Hund. Egal wie sehr Lesja bettelte, kein Hund.): Regenponchos, anständige Regenjacken und hautenge Gummistiefel, in die es nicht rein regnen konnte.
    • Elii
      Pflegebericht 15. August 2016 - Ausritt
      1825 Zeichen

      Da heute, im Gegensatz zu den letzten Tagen, endlich wieder richtig die Sonne schien, beschloss ich mit Nesthäkchen Cresant Moon auszureiten. Auf dem Weg würden wir kurz bei der Koppel von Weltwunder und Dajeen vorbeischauen, denn die zwei jungen Stuten hatten zurzeit wieder eine Woche Pause und standen auf eine der hinteren Koppel.

      Cressi war innerhalb von fünf Minuten geputzt und in weiteren fünf gesattelt. Als die Trense angezogen war, fehlte nur noch mein Helm und dann konnte es losgehen.

      Flott lief der Hengst im Schritt vorwärts, immer wieder interessiert in die Gegend schauen. Als wir ans Gatter der Hannoveranerstuten kamen, brummelte Cressi ihnen freundlich zu und versuchte ihnen die Nase entgegen zu strecken. Dajeen und Weltwunder ließ dies aber kalt, sodass sie nach kurzem aufschauen schon weiter fraßen. Für Cressi und mich war das das Zeichen um weiterzureiten, schließlich wollten wir heute bis hoch zu Gwen und dann an den See, um im Nationalpark eine Runde zu drehen.

      Nach etlichen Teerwegen und der Überquerung der Hauptstraße, waren wir auch schon da. Mein Hengst tunkte seine Schnute einige Male ins Wasser und prustete, kam es ihm wohl zu tief in die Nüstern. Als er mit dieser Spielerei fertig war, ritten wir weiter die Trampelpfade entlang und konnten sogar in einigen Metern Entfernung die Bisonherde erkennen. Uns sahen sie zum Glück nicht, war ich doch immer etwas besorgt, wenn die großen Tiere einen Schritt nur näher kamen.

      Unser Weg führte uns kleine Hügel hinauf und hinab entlang von einem Wald und schließlich steuerten wir wieder den See an, wo Cressi erneut seine Schnute baden lassen durfte. Als er sich selbstzufrieden abwendete, machten wir uns geradewegs auf dem Heimweg, schließlich sollte der Ponyhengst heute noch die Möglichkeit bekommen auf der Koppel Sonne zu tanken.
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    1.6 Nachwuchspferde
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    Elii
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    22 Jan. 2017
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    Rufname: Twoface
    geboren: Februar 2013

    von: Flavor of the Month – Hannoveraner
    aus: Jumping to Conclusions – Hannoveraner

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    Rasse: Hannoveraner
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Schimmel (Grundfarbe Brauner)
    Stockmaß: 170 cm

    Besitzer: Elii
    Ersteller: Elii
    Vorkaufsrecht: Elii

    Beschreibung
    Weltwunder ist eine nette, aufmerksame Stute, die bis auf ihre Färbung eher wenig auffällig durchs Leben geht. Sie versucht stets es dem Menschen recht zu machen und hinterfragt nur selten, was von ihr verlangt wird. Auch beim langsam beginnenden Antrainieren arbeitet sie souverän mit und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen.

    Ihre Gelassenheit wird sich später bei ihrem Einsatz im Sport noch bewähren und bestimmt der Schlüssel zu vielen Erfolgen sein.

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    Erfolge

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    3. Platz 207. Synchronspringen
    2. Platz 208. Synchronspringen
    2. Platz 209. Synchronspringen
    2. Platz 213. Synchronspringen


    Springen E – Dressur A

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    Gewinnerin [FS 241] Warm- und Vollblüter
    Gewinnerin [FS 255] Alle Rassen

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    und somit gekört

    Decktaxe: 73 Joellen
    Zuchtverleih: //
    Nachkommen: //

    offizieller Hintergrund
    Zubehör