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vampyrin

Vorsicht, der Kürbis frisst dich!

Vorsicht, der Kürbis frisst dich!
vampyrin, 22 Nov. 2015
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  • Album:
    Caed Crevan - Fotokiste
    Hochgeladen von:
    vampyrin
    Datum:
    22 Nov. 2015
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  • Pferd Lie
    Bewegung, Hansi väämp
    Text väämp

    Yael scheint von Kürbissen nicht ganz so angetan zu sein. Dem Publikum hat's wohl trotzdem gefallen :D

    [RS 48] Halloween

    [​IMG]

    Yael stieß ein lautes Wiehern aus und pustete Dampfwölkchen in die kalte Abendluft. Es war bereits ganz schön spät, die Dämmerung war längst hinüber und inzwischen war es stockfinster. Und der kleine Hengst wurde allmählich ungeduldig. Gut, nicht nur er, auch ich hatte nicht mit so viel Andrang gerechnet und nun waren wir fast als letztes an der Reihe. Noch einmal rief das Pony der Stute hinterher die gerade an uns vorbeigeführt wurde und drückte sich gegen den Strick. „Jetzt reicht’s aber mal!“, rief ich nun doch etwas entnervt. „Reiß dich zusammen, Dicker!“

    Abermals blickte ich auf meine Uhr und lauschte auf Lautsprecheransagen. Eigentlich müssten wir gleich dran sein. Hoffentlich riss sich Yael auf dem Platz ein wenig zusammen, sonst war er doch auch nicht so aufgedreht. „Wenn du dich jetzt benimmst, bekommst du nachher einen dicken Apfel, hm? Wie klingt das?“, versuchte ich das Pony zu bestechen, doch es hörte gar nicht zu. Ungeduldig fuhr ich mit der Hand durch meinen Bart, als wir endlich aufgerufen wurden.
    Der kleine Braune brauchte noch eine Extraeinladung um mir zu folgen, da die etwas rundliche Schimmelstute immer noch in Sichtweite war. Glücklicherweise wurde es etwas besser, als wir den herbstlich dekorierten Reitplatz betraten und keine anderen Pferde mehr in der Nähe waren.

    Ab sofort, so sollte man meinen, war alles reine Routine. Der Dicke war ja ohnehin schwer aus der Ruhe zu bringen. Ich ging noch einmal im Kopf kurz den Ablauf durch und begann dann meine Runde. Vor uns türmte sich ein großes Holztor mit orangen, schwarzen und (wie ich vermute) dunkelroten Kreppbändern, die in der kühlen Herbstluft wild durcheinander flatterten. Passend dazu hatte sich ganz unauffällig Nebel über dem Sandplatz ausgebreitet, der munter umherwaberte und für Schauer-Stimmung sorgte. Yael schien mehr interessiert an den Dampfwolken die er aus seinen Nüstern pusten konnte, als an dem Hindernis, von dem ich mir sicher war, das es das ein oder andere der mir anvertrauten Pferde in den Wahnsinn getrieben hätte.

    Die große, orange Plane, die einen nicht unerheblichen Teil des kleinen Platzes einnahm wurde doch anfangs etwas misstrauisch beäugt. Yael schlackerte mit den Ohren, pustete dagegen und suchte dann unter der Plane nach essbarem. „Das sollten wir dir dringend abgewöhnen“, seufzte ich, denn beim heimischen Training legte Kathi immer gerne Leckerlis unter die Plane um den Pferden den Schrecken zu nehmen. „Yael, so nicht!“, ich schnalzte und drehte das Pony um, das davon weniger begeistert war „Denk an deinen Apfel, den gibt’s nur wenn du brav bist!“, grinste ich und gab dem Highlander das Kommando zum rückwärtstreten. Prompt verhedderte er sich mit dem Hinterlauf in der Plane und schlug missmutig nach hinten aus, um sich zu befreien. „So ist’s gut, komm gleich haben wir’s.“, feuerte ich ihn an, bis wir die letzten Schritte geschafft hatten.

    Vor uns reihten sich nun rund zehn fröhlich vor sich hin flackernde Kürbisse, mit wilden Fratzen auf. Ich führte Yael energisch darauf zu. Wir hatten gerade den zweiten passiert, als das Pony urplötzlich die Füßchen in den Sand rammte und den Kopf schüttelte. Ich zupfte am Strick. „Yael, das kennst du, komm schon.“
    Der Hengst schnaubte, setzte ein paar Schritte rückwärts und stieß dann plötzlich ein Wiehern aus, das man dem kleinen Kerl gar nicht zugetraut hätte. Das Publikum lachte. Auch ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als die dicke Schimmelstute, mit der er schon den ganzen Tag geflirtet hatte am Zaun vorbeigeführt wurde. „Diese verdammte…“, murmelte ich, beendete den Satz dann aber doch nicht. Yael ließ noch ein Quietschen vernehmen, welches das Publikum erneut ziemlich amüsierte und dackelte dann so plötzlich weiter, dass ich doch etwas irritiert war.

    Wir hatten den Slalom überstanden und ich hob den schwarzen Umhang auf, der auf einem Strohballen lag. Ein leichtes Schmunzeln fuhr über mein Gesicht, denn mit einem solchen Stück Stoff hatte die Yael die letzten Tage immer wieder den letzten Nerv geraubt. Aber was sollte man machen, sein Halloweenkostüm hatte schließlich zu passen. Ich meinte tatsächlich ein leises Seufzen zu vernehmen, als ich mit dem Umhang um und über ihn herumfuchelte und man merkte direkt wie das Pony in Stand-By-Modus ging. „Dicker, diesmal dauert das nicht so lange“, grinste ich um legte den Umhang wieder weg. „Komm, aufwachen!“

    Nur ein Hindernis lag nun noch vor uns. Eine Pfütze. Yael blieb mitten darin stehen, plantschte ein wenig mit der Schnauze darin rum und hätte, das offenbar noch liebend gern eine ganze Weile so fortgeführt, hätte ich ihn nicht weitergeschickt. Dem Publikum entlockte dies ein weiteres Lachen, sodass wir unter lautem Gejubel den Platz verließen.

    „Na also Dicker. Den Apfel hast du dir jetzt aber verdient.“, lobte ich ihn und begab mich auf die Suche nach dem Leckerbissen den ich vor der Aufführung irgendwo in der Putzkiste versteckt hatte. Yael kaute genüsslich darauf herum, ließ die Hälfte des Obstes auf den Boden platschen und sabberte daraufhin meine Jacke voll. Typisch.