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Sevannie

Venetia - Tinker

- Im Besitz seit 14.02.2020 -

Venetia - Tinker
Sevannie, 14 Feb. 2020
Cooper gefällt das.
    • Sevannie
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      13. Mai 2017 | 2052 Zeichen von Rinnaja

      Ich war noch ganz verschlafen als mich meine Freundin wecke und mir sagte das, das Frühstück Fertig ware und mich anziehen sollte. Ich guckte sie verschlafen an und nickte ihr nur zu bevor mein Kopf wieder ins kissen viel. Als mich so aus Bett quellte zog mich an und machte mich auf in die Kuche. Ich muss mich erst mal an das Landleben gewöhne da ich aus der Stadt kam und erst vor Kurzen den Hof Zauberwald geöffnet hatte. Ich hatte von meine Cusine Rin ein paar Pferde bekommen mit den ich durch starten wollte in der Tunierlieger und Zucht. Mein Freundin **** kippe mir Kaffee ein und wir Frühstückten ganz gemütlich. Sie hatte die Pferde alle schön verogt. Bei uns lebten Chulo, Okoto, Piroschka mit ihren paar tagen alten Fohlen ZWÁshitaka Uschi mit ihren paar tage alten Fohlen ZW´Mohschi, Captain Morgan, Schneemann der ab und zu wenig komisch war wie Meayr, Jule die Delmara, The Papillon Pinata, Summer Holiday,Ventetia und der All Hope is Gone auf den ich Reiten gelernt hatte. Als ich Fertig war mit den Frühstück machte ich mich auf zu der Stuten Weide um alle Pferde & Fohlen zu kontrollieren und zu gucken ob alle Gesundwaren und keine wunden hatte es sag alles gut aus. Ich fuhle die 3 Badewannen noch mal nach mit Wasser und guckte auch gleich neben bei ob genug Heu noch auf der Weide war. Alles sah super aus so konnte ich mich auf dem weg zur Hengst weide machen. Okoto & Maeyr zickten sich mal wie die Weltmeister wieder an aber das kannt ich schon. Eigentlich gingen sich die beiden Hengst immer aus weg ab und an traff sie sich mal wer weiß aus welchen gründ aber es kam nie zum Kampf oder so. So konnte ich ohne Problem immer alle Hengst zusammen halten auf einer Weide. Zwar hatte ich Paddock und Boxen aber die waren mehr für den Winter gedacht und für Notfalle wie gesagt. Als auch ihr nach dem Wasser & Heu sah war alles Okay. Heute wollte nur paar sachen Reparieren und am Haus weiter Arbeit wie in den Stallen da es ein alter Hof war und vieles Reperatür durftig war da für hatte ich das gelande für super Preis bekommen.


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      29. Juli 2017 | von Rinnaja
      Ich mache mich mal wieder auf den Weg zu meinen Pferden.
      Ich wusste zwar das alle gut verogt waren aber denoch wollte ich auch einen Blick drüber werfen.
      Zu erst ging ich zum Offenstall wo meine ganzen Stuten waren und die Fohlen.
      Ich lief über die Weide um den Zaun zu Kontrollieren und die Pferde.
      Mitlerweile waren sie auch in hieren Winterquatier um gezogen damit die Sommerweide sich
      erholen konnte. Die erst Stute die mich Begrüßte war Apres la Pluie mit hieren Fohlen Hengst Lu´lu´a.
      Beiden Sagen sehr gut aus und hatten keine schrwammen oder Verletztungen. Auch Lu´lu´a war groß geworden
      und war gesund und munter wie es sein sollte. Ich streichelte beide noch kurz bevor ich zum den anderen Stute
      ging und da auch Kontrolierte. Baroness of the Guard war den zufallig über meinen Weg gelaufen und ich kontrollierte
      auch sie gleich. Die kleine Maus war Frech wie immer und Stupste mich immer an weil sie wusste das sie immer
      was von mir bekommte. Auch Black Lady und Chessqueen hatten gemerkt das ich auf der Weide war und kammen gleich zu
      mir um hiere belohnung abzuholen wie sie dachten. Naturlich bekammen sie waas und ich kontrollierte auch gleich
      alle 3 auf verletzungen oder auffalligkeiten. Delmara, Fashion Girl,Happy Fantasy, Lady Fantasy, und Malika form Vegas
      Kontrollierte ich beim vorbei Laufen. da sie mehr mit Fressen beschaftig wren als mit allen anderen auf der Welt.
      Piroschka und Ronja hingegen liefen mir wie Hunde mal wieder Hinterher und versuchten noch mehr Leckerlies abzustauben.
      Sunny Empire stand wieder bei hiere Mutter Walking on Sunshine. Aber es sah aus als waren auch die beiden Wohl auf
      und von weiten konnte ich auch da nix vestellen so ging ich weiter zu Uschi und Venetia die beide am rande der Koppel
      standen und hinter Zaun versuchten was leckeres ran zu Fischen aber werder Uschi noch Venetia hatten auffalligkeiten.
      So muss ich auch da nicht hingehen um genau zu kontrollieren. Als fertig war bekammen Ronja u Piroschka noch die restliches
      Leckerlies bevor ich runter lief um auch mir die Hengste in den Paddocks zu Kontrolieren. Doo Wop Spring mir durch hiere
      Frabe auch noch in Auge ich hatte die kleine fast vergessen da sie sehr gut war sich in welchen ecken zu verstecken.
      Auch sie hatte sich gut raus gemacht und ich war langsam echt gespannt wie sie unter dem Sattel machen wurde aber
      das dauerte noch seine Zeit. Bei den Hengsten angekommen begrüßte mit gleich Little Prince u Sir Fashion wie immer
      Das war naturlich gutes Zeichen und ich wusste das es meine Alten Heeren gut ging. Kirin uns Magnus von Störtal waren
      auf den ersten Blick auch okay und so ging ich zu Majd, Meayr und Okoto. Okoto und Meayr Zickten mal wieder rum aber
      das war nix neues für mich nur Majd stand am rande und guckte nur doof was die beiden machen und kam den zu mir um
      gekrault zu werden wie immer. Auch hier nix neues was ich nicht werwarten wurde. zum Schluss noch Schneemann und den war
      Ich hoffentlich durch seid wenig Pferd hatte hatte ich auch eigentlich einen Guten überblick undm her zeit bei allen
      durch zu Kontrolliernen.


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      27. Dezember 2017 | von Bracelet
      Ranch Zauberwald. Ein wirklich zauberhafter Name für die idyllische Ranch, dich sich im Herzen einer mit weißem Glitter überzogenen, malerischen Landschaf befand. Ich hatte der Stallbesitzerin, einer guten Freundin von mir, zugesichert ihr für die nächsten Wochen ein wenig unter die Arme zu greifen, da es ihr selbst nicht möglich war sich um alle ihre Pferde zu kümmern. Ich hatte jedoch zur Zeit nur wenig zu tun; also machte ich mich auf den Weg.
      Vor Ort angekommen wurde ich sofort herzlich von meiner Freundin begrüßt. Sie zeigte mir mein Zimmer für dich nächsten Tage und führte mich anschließend auf ihrer Ranch umher. Anschließend wurden mir meine Aufgaben genau erklärt. Ich bekam ebenfalls einen liebevoll gestalteten, laminierten Bogen, in welchem alle Pferde mit Bildchen vorgestellt wurden und auf ihre Eigenheiten und Vorlieben eingegangen wurde. Danach musste sich die Besitzerin aber auch schon wieder auf den Weg machen und ich begann sogleich mit meiner Arbeit.
      Am ersten Tag meines Aufenthaltes wollte ich mich erstmal mit allen Pferden bekannt machen, was ich tat, indem ich den Stallburschen half die Pferde raus auf die Koppeln zu bringen und sie gegen Abend wieder rein zu holen. Ebenso half ich beim Füttern und Misten mit.
      Am nächsten Tag beschäftigte ich mich nachdem die meisten Pferde auf der Koppel waren mit Sasancho. Der wunderschöne, gekörte Warmbluthengst hatte heute einen reitfreien Tag, weshalb ich mit ihm nur ein Stück spazieren gehen wollte, damit er sich ausreichend bewegte. Den Rest der Woche standen für ihn einige Longe- und Dressureinheiten auf dem Plan. Heute jedoch durfte er einen ganz entspannten Tag mit mir verbringen. Zuerst wurde er ausgiebig geputzt, was dem Großen sehr gefiel. Danach ging es eine Runde an der Hand mit Halfter um den Hof. Der Elfjährige zeigte sich dabei sehr brav und machte keine Probleme.
      Nachdem Sasancho wieder zurück in seiner Box war holte ich Kirin, Ronja und Black Lady von der Koppel herein, ritt sie ein wenig in der Halle Dressur und brachte sie anschließend wieder nach draußen.
      Dann gab es erstmal einen warmen Tee um mich aufzuwärmen. Gut gewappnet mit dickem Pullover und meiner gemütlichen Winterjacke ging es anschließend wieder nach draußen, wo ich mit der braven Araberstute Malika from Vegas einen genügsamen Schrittausritt im Gelände unternahm. Auch für Magnus von Störtal, Delmara und Schneemann ging es daraufhin im Schritt raus.
      Da mir dabei dann langsam wieder kalt wurde beschloss ich mir ein Pferd für eine anspruchsvollere Dressureinheit auszusuchen. Uschi, die bereits L-Dressur lief, eignete sich dafür besonders gut. Sie zu reiten machte wirklich Spaß, da sie ein unfassbar gehorsames Pferd war, das sehr interessiert an mir zu sein schien. Ihr Ohren zeigten beinahe immer in meine Richtung, was mir ihre andauernde Aufmerksamkeit während des Reitens signalisierte. Sie machte sich wirklich super.
      Nachdem ich mit Uschi fertig war longierte ich Majd, Maeyr und Okto, bevor ich mit dem gekörten Hengst Little Prince und danach auch mit Venetia eine kleine Cavalettieinheit einlegte, wobei beide Pferde sich sehr anstrengen mussten; körperlich und mental.
      Danach ging es für mich erstmal ans Essen und anschließend gab es auch für die Pferde Futter. Dabei griff ich den Stallburschen erneut unter die Arme. LMR Fashion Girl hatte dies scheinbar schon am härtesten von allen erwartet. Die kleine Möchtegernbieberdame knabberte nämlich als ich mit dem Kraftfutter vorbei kam gerade an ihrer Boxentür. Als das Futter dann in ihrem Trog war fiel sie darüber her und schmatze zufrieden guckend. Was ein Hunger!
      Nach meiner kleinen Pause sollte es dann dem Papa des kleinen Vielfrass' an den Leim gehen. Sir Fashion. Ein Hengst, den ich immer schon toll fand. Ja, ich kannte ihn. Schon lange. Er war auf zahlreichen Turnieren gestartet, bei denen ich auch dabei gewesen war und fast immer habe ich gebannt zugesehen wie der Hengst nur so mit Leichtigkeit schwierige Dressurlektionen zeigte oder Sprünge überwand, wo andere Pferde ernsthaft Probleme bekamen. Es war mir wirklich eine Freude das hübsche Pferd am heutigen Tag reiten zu dürfen. Es stand Dressur auf dem Plan und es war ein unglaubliches Gefühl mit dem Schecken über das sandige Parkett der Reithalle zu schweben.
      Anschließend ging ich noch mit Chessqueen und Lady Fantasy spazieren. Dann ging es daran alle Pferde von der Koppel in die Box zu holen, was für mich bedeutete, dass sich mein Tag fast dem Ende zuneigte. Es mangelte mir also wie praktisch immer in meinem Leben an Zeit. 24 Stunden reichten im Umgang mit Pferden einfach nicht. Ich musste mich also reinhängen, wenn ich noch alle übrigen Tierchen bewegen wollten, die für heute auf meinem Plan standen. Gott sei dank war morgen der Bereiter Sascha Cartwright wieder da und ich musste nur die Pferde arbeiten, die Rin geritten wäre und dem Stallpersonal behilflich sein. Für heute ging es nun aber noch mal richtig los. Piroschka, Walking On Sunshine und Aprés La Pluie standen nämlich noch auf dem Plan. Eine der Stuten wollte ich freilaufen lassen. Die anderen Beiden ritt ich an diesem Tag noch.
      Am dritten Tag meines Aufenthaltes ging es wie immer früh aus dem Bett. Bereits um 6 Uhr morgens sprang ich in meine Stallstiefel und machte mich auf den Weg in den Stall, wo schon fleißig gefüttert wurde. Ich brachte inzwischen schon mal die Pferde auf die Wiese, die bereits fertig gefuttert hatten. Die Kleinsten werden die Ersten sein. Hieß es nicht so? So war es zumindest an diesem Morgen, denn DOO WOP, Sunny Empire, Lu'lu'a und Baroness of the Guard waren zuerst fertig, weshalb ich sie paarweise bereits kurz nach 6 auf die Weide ließ. kaum waren sie vom Strick gelassen worden stürmten die kleinen los in das weiße Nass und sprangen fröhlich umher. Es war wirklich spannend den Süßen beim Spielen zuzusehen, weshalb ich ein wenig zu viel Zeit damit verbrachte. Als ich nämlich zurück zum Stall kam war der Bereiter bereits da und putzte fleißig sein Pferd zu Ende.
      Auch ich begann mit dem Putzen. Die Stute mit der Sonderlackierung, Malika from Vegas, war heute meine erste. Mit ihr machte ich heute etwas, was ich mir gestern ausgedacht hatte. Einen ganz besonderen Stangenparcours, den ich noch gestern Abend in der Halle aufgebaut hatte und mit allen Rin-Pferdchen, je nach Ausbildungsstand, durchreiten wollte. Der kleine, große Parcours bestand aus 4 Trabstangen, 3 erhöhte Schrittstangen, zwei Cavalettis am Ende zweier Galoppstangen und ein kleines Stangen-L, was für einige der Pferde ihr erstes zu sein schien. Mit Malika, wie ich sie bereits heute liebevoll nannte, lief das ganze so gut, dass ich das Stangen-L sogar einmal komplett rückwärts durchreiten konnte. Sie machte sich wirklich hervorragend! Aber auch die anderen Pferdchen machten einen wirklich guten Job. Manche mehr als Andere; aber bemüht hatten sich die Hottehüs alle allemal.
      Die kommenden Tage meines Aufenthaltes übernahm ich Rins reiterlichen Aufgaben weiterhin und unterstützte auch sonst alle, wo ich nur konnte und flutsch war mir die Zeit auch schon wieder durch die Finger gerutscht und es ging für mich an die Heimreise. Rin dankte mir und ich dankte ihr, für die tollen Tage und die schönen Momente und Erfahrungen, die mir ihre Pferde geschenkt hatten.


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      28. Februar 2018 | 12.035 Zeichen von sadasha
      Sah man nur nach draußen während man im Warmen stand so strahlte einem die Sonne voller Pracht entgegen. Ging man raus starb man den Frosttod. Selbst Pitch, der sonst bei jedem Wetter gerne draußen herumlief suchte sich bei -10°C den wärmsten Platz im Haus und blieb dort liegen. Ich jedoch musste raus. Ben hatte mir vor Tagen zwei Pferde gezeigt, die ich mir heute mit ihm ansehen wollte. Käthe wusste auch Bescheid, hatte aber heute allerhand zu tun, sodass ich ihr Bilder versprach um sie teilhaben zu lassen. „Wo geht’s zuerst hin?“ fragte mich mein Freund, als ich dick eingepackt die Tür nach Draußen öffnete. „Zum Bäcker.“ murmelte ich in meinen Schal und schwang mich in meinen Wagen. „Danach zum Hengst, der ist näher.“ fuhr ich fort, als Ben auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte. Beim Bäcker beschaffte ich Tagesproviant. Zu Hause hatte ich nicht mal mehr Aufschnitt, sodass ich kein Lunchpaket vorbereiten konnte. „Wie wärs mal mit einkaufen?“ hatte Isaac mich geneckt, doch in den letzten Tagen fehlte mir dazu die Zeit. Zum einen weil die Jungpferde mich nun vollends einforderten, da Kerry mit ihrem Latein am Ende war und zum anderen weil ich auch als Hufschmied eine Welle an Aufträgen abzuarbeiten hatte. Ganz nebenbei noch die Sache mit den beiden Pferden heute. „Wieso so gestresst, Hunter?“ fragte Ben, dem meine stressbedingt etwas rasantere Fahrweise wohl doch aufgefallen war. Ich knurrte nur ein „Viel zu tun.“ und sah das Gespräch damit als beendet an. Ben gab sich damit zufrieden. Er kannte mich gut genug um zu wissen, dass er da eh auf Granit biss. Er beschäftigte sich stattdessen mit seinem Telefon, bis wir auf dem Shiregestüt im Norden Englands ankamen. Auf dem kleinen Parkplatz stellte ich den Wagen ab und prüfte noch einmal die Zeit, ehe ich mit Ben durch das offene Tor schlenderte und mich auf dem Hof umsah. Wir ließen uns vom Gehör leiten und landeten sehr schnell in der Reithalle, wo gerade vier Pferde geritten wurden. Allesamt Shire Horses wie wir es erwartet hatten. „Kann ich ihnen beiden helfen?“ fragte eine kindliche Frauenstimme hinter uns. Als ich mich umdrehte war ich erstaunt dass dort kein Kind, sondern eine Frau Mitte dreißig stand. Ben nahm mir die Mühe ab zu antworten und fragte gleich nach dem Shirehengst. Er ließ es sich dabei nicht verwehren einen dämlich Witz über meine ruhige Persönlichkeit zu machen und deklarierte mich als „manchmal etwas langsam, dafür aber wohl überlegt“. Dafür stieß ich ihm als wir losgingen den Ellbogen in die Seite. An einer etwas abgeschotteten Weide blieben wir stehen. Ringsum standen Hecken und vom Tor aus konnte man wegen eines weiten Hügels nicht ganze Weide überblicken. Ein Pferd sahen wir auch nicht, dennoch folgten wir unserem Guide quer über das eisige Grün, bis wir versteckt in einem Unterstand das Shire Horse sahen wegen dem wir hier waren. Als er uns sah zögerte er einen Moment und schwankte ein wenig hin und her ehe er sich schlussendlich doch entschied nachzusehen wer da kam. Im flotten, aber etwas steifem Trab näherte er sich uns und ließ die Erde beben. Erst als er vor uns stand erschloss sich mir die enorme Masse, die der Hengst mit sich trug. Er war sicher auch ein wenig übergewichtig, doch hauptsächlich sah man Muskeln unter dem schimmernd schwarzen Fell, an dessen Spitzen sich Eistropfen gebildet hatten. „Steht der immer hier draußen?“ wollte ich wissen und hielt Tank die flache Hand vor die Nase. Die Dame mit der Kinderstimme sah mich mit großen Augen an. Just in dem Moment wurde mir klar, dass ich die ganze Zeit noch nicht ein Wort zu ihr gesagt hatte und es für sie wohl seltsam war jetzt plötzlich in ein Gespräch mit mir zu geraten. Dennoch antwortete sie, nachdem sie ihre Fassung wieder hatte. „Ja, er kommt nur rein, wenn Eis auf den Weiden ist, das er nicht einfach durchbricht, sobald er drauftritt.“ erklärte sie und lächelte, als sie sah dass Tank mir seine Nüstern in die Hand drückte. „Er ist sehr lieb, zu Allem. Nur leider haben wir keinen Platz für noch einen Hengst.“ Ich nickte wissend. Es war nicht immer leicht als Züchter Pferde auszusortieren. Doch mir waren die kleinen Stallungen direkt aufgefallen. Zwar hatte ich sie nicht ins Detail untersucht, doch dass hier kaum Platz für mehr als zwei, drei Hengste war, die sich am besten gut verstehen, wurde mir schnell bewusst. Umso wertvoller könnte Tank sein. „Ist denn etwas vorgefallen, dass er erst mit sechs Jahren abgegeben wird?“ Man erklärte mir, dass lange überlegt wurde ehe diese Entscheidung fiel. Aus Tanks Anpaarung hatte man sich eine Stute erhofft und seine Mutter war bald nach dem Absetzen bei einem Hängerunfall gestorben. Trotzdem entschied man letzten Endes lieber Frischblut zu holen, statt Tank weiter zu halten, dessen Vater ja auch noch als Vererbe ruf dem Hof lebte. Mit Tank war also alles in bester Ordnung. Kein Problempferd, im Gegenteil der Shirehengst hatte Zuchtpotential und würde hoffentlich ein genauso guter Vererber werden wie sein Vater. Ben brachte schließlich zur Sprache, was ich lieber etwas vorsichtiger formuliert hätte nachdem wir sahen wie voll die kleine Reithalle bereits war: Probereiten. Keine halbe Stunde später saß ich im Sattel und betrachtete die Welt um mich herum nun aus knapp zwei Metern Sitzhöhe. Gefühlt hatte Tank dieses Maß auch in der Breite, doch das behielt ich bei mir. Gleich nahm ich die schwarzen Zügel auf und trieb den Rappen an. Er reagierte zwar langsam, schob sich aber bei jedem Schritt ordentlich nach vorne und trug sich mit guter Haltung. Man spürte wie tief seine Schritte gingen und er hatte viel Kraft in den schweren Beinen, vor allem in der Vorderhand. „Er ist als Fahrpferd gezogen, falls sie damit etwas anfangen können!“ rief mir die Dame vom Boden aus zu, die sah, dass ich Tank bewusst etwas Raum gab um zu sehen wie er sich ohne Hilfen gab. Ben erklärte ihr nun meine Lebensgeschichte und ich ging dazu über den Hengst ordentlich warm zu reiten. Seine Gänge waren alles andere als spektakulär, aber für ein Shire Horse absolut in Ordnung. Vermutlich kann man da über Zeit noch ein bisschen etwas herauskitzeln. Er hatte so viel Drang nach vorne, dass es viel Arbeit machte ihn in Balance zu halten, damit er nicht komplett auseinander fiel. Doch ich hatte meinen Spaß mit ihm und allein die Tatsache, dass ich bereits an eine Zukunft für Tank dachte brachte den Entschluss ihn warm zu halten. Nach dem Proberitt bekam Tank eine Abschwitzdecke auf und wurde zurück auf seine Weide gebracht. „Und, was sagen sie zu ihm?“ fragte mich die kindlich klingende Frau, abermals mit vor Aufregung geweitetem Blick. „Ich würde gerne seine Papiere sehen, wenn das geht.“ sagte ich direkt und kassierte ein Kopfschütteln von Ben. Doch die Frau bat uns gleich herein und reichte uns neben den Papieren von Tank auch je eine Tasse heißen Tees. Mit dem Hengst war wirklich Alles in Ordnung, auch eine AKU wurde bereits gemacht von einem Tierarzt, der nach einer kurzen Recherche im Netz als vertrauenswürdig einzustufen war. „Ich überlege es mir.“ gab ich höflich distanziert zurück, als man mich erneut fragte was denn nun sei. Natürlich fand ich Tank gut und vermutlich würde ich ihn tatsächlich kaufen, doch dass man so darauf drängte ihn zu verkaufen ließ mich inne halten.

      Die Fahrt in den Westen Englands war Ben unerträglich. Er war bockig, weil ich Tank nicht gleich mit Kusshand gekauft hatte und legte mir stundelang immer wieder andere Argumente vor wieso Tank toll ist, das Gestüt und der Tierarzt vertrauenswürdig und ich ein Idiot war sie quasi abblitzen zu lassen. Nachdem ich zweimal „Hab ich nicht.“ wiederholt hatte gab ich es auf und ließ Ben sauer sein. Irgendwann brachte er Käthe als Argument. „Sie wird das sehen wie ich. Schreib ihr, ruf sie an! Ich verspreche dir, sie wird dich dazu bringen sofort zurückzufahren und den Kaufvertrag zu unterschreiben!“ Ich lachte nur und blieb ihm abermals eine Antwort schuldig. Als wir endlich auf dem nächsten Gestüt ankamen war es bereits später Abend. Man lud uns ein im Gästezimmer zu übernachten und erst am nächsten Tag die Stute anzusehen. Doch ich wollte den Abend noch nutzen und sah mir schon mal die Papiere an und prüfte etwas, das ich über das Silver Gen gelesen hatte noch einmal nach. Venetia war reinerbig für Silver und oftmals hatten Pferde mit diesen Testergebnissen neben der hübschen Farbe auch Augenprobleme.
      Am nächsten Morgen wachte ich mit Rückenschmerzen auf, da Ben mich in der Nacht erfolgreich aus dem Bett geschoben hatte und im Anschluss nicht mehr so viel Platz gemacht hatte, dass ich ordentlich liegen hätte können. Trotzdem freute ich mich die Stute nach einem morgendlichen Kaffee in Augenschein zu nehmen. Sie stand noch in der Box und frühstückte, als wir auf die Stallgasse kamen. Sie hatte eine angenehme Größe für einen Tinker, wenngleich zum Reiten ein wenig klein für mich. Sie hatte tatsächlich blinde Flecken in mindestens einem der Augen. Doch ich wollte ihr eine Chance geben, da ich wusste, dass sich das Gen bei Mischerbigkeit nicht ganz so unschön verhielt. Venetia könnte also trotzdem eine Zukunft in meiner Zucht haben. Nachdem sie ihr Futter verputzt hatte wurde sie fertig gemacht und in die Reithalle gebracht. Ohne viel zu reden folgten Ben und ich und beobachteten die bunte Tinkerstute. Sie verhielt sich sehr ruhig und ließ sich scheinbar durch Nichts verunsichern. Doch mir fiel auch auf, dass Venetia faul war. Der ältere Mann, der sie longierte musste ihr ständig hinterher sein, damit sie nicht wieder durchparierte und das Angaloppieren klappte erst nach viel Bitten und Beten. Doch solange es nur das war, sollte es mich nicht stören. Kerry könnte sie sogar als Therapiepferd ausbilden lassen. Durch ihre absolute Ruhe war Venetia regelrecht dazu bestimmt. Schon wieder tat ich, was mir bei Tank schon passiert war: Ich dachte an eine Zukunft mit diesem Pferd und malte sie positiv aus. Ben grinste, als er meinen Gesichtsausdruck bemerkte und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Musst du es dir bei ihr auch ‚überlegen‘?“ fragte er frech. Ich atmete hörbar aus. „Sind dir ihre Augen aufgefallen?“ fragte ich ihn und sah ihn direkt an. Verwirrt runzelte er die Stirn. „Die wunderschönen, hellbraunen…?“ – „Sie hat milchige, blinde Flecken in beiden Augen wegen ihres Silver Gens. Eventuell auch noch mehr Schäden, die ich nicht erkannt habe.“ Ben warf noch einmal einen Blick auf die Stute an der Longe. „Ich glaube du siehst Gespenster, weil du letzte Nacht zu viel recherchiert hast, mein Guter.“ – „Achte darauf, wenn sie näher kommt und erklär mich dann nochmal für verrückt.“ Als Venetia das nächste mal an der Bande vorbeidackelte fielen auch Ben die Flecken auf. Er presste die Lippen aufeinander und gab sich geschlagen. Auch dieses Pferd kaufte ich nicht sofort. Ich bat stattdessen um eine AKU und einen externen Augentest, erklärte aber auch gleich was ich gesehen hatte und dass es für mich keine Entscheidungsgewalt hatte wie die Ergebnisse ausfielen. Ich wollte lediglich Klarheit darüber haben wie schlimm die Augen von Venetia tatsächlich waren und nicht „die Katze im Sack“ kaufen.

      Wieder zu Hause war wieder Spätnachmittag. Nachdem ich Pitch und mein Team begrüßt hatte rief ich Käthe an und berichtete ihr von den beiden Pferden, schickte ihr die Fotos die Ben und ich gemacht hatten und fragte sie nach ihrer subjektiven Meinung. Ben riss mir bei dieser Frage beinahe das Telefon aus der Hand. Als ich diese Angriffe jedoch mehrfach parierte schrie er mir einfach so dazwischen: „Die sind beide klasse!! Wenn er sie nicht nimmt, komm ich persönlich vorbei und steck deinen Kopf ins Klo! Versprochen, das mein ich ernst!“. Käthe lachte nur. Sie kam für den Abend noch vorbei und fand einen kleinlauten Ben vor, der ihr so Gesicht zu Gesicht nichts mehr zu sagen hatte. Ich war den beiden sehr dankbar, dass sie den Rest des Abends nicht mehr über die beiden Pferde sprachen, sondern ausgelassen über Bens und mein gemeinsames Hobby tratschten, während ich Pitch mit Suchspielen beschäftigte.


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      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.


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      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde
      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.

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      26. April 2017 | 2630 Zeichen von Rinnaja
      Dressur E-A

      Ich hatte wenig Zeit auf hof gefunden des wegen wollte ich mir Venetia und Summer Holiday vornehmen. Ich wollte beide ein wenig in Dressur mir vornehmen damit sie weiter kamen. Sie stehen zwar noch am Anfang aber mit wenig Übung wurden sie es weit bringen. Zu erst nahm ich mir Summer Holiday ich holte sie von der Koppel um sie ein mal sehr gründlich durch zu Brüste und anschließen mit ihr in die Reithalle zu gehen um ein wenig Bodenarbeit mit ihr zu machen. Ich Kontrolliere den Sattel und den rest bevor ich mich rauf Schwung und meine erste schritt runden mit ihr Drehte. Als ich wir 5 Min unser Runden Dreht trieb ich die Stute an im Trab und machte ein paar Ruhte bahnfiguren und wieder holte sie oft damit sie es lernte und auch lernte auf meine Hilfen gut mit zu Arbeiten und anzunehmen. Später machte ich das auch mit Summer Holiday im Galopp was schwer war da sie Stute wieder in Trab viel und nicht so recht mit Arbeiten wollte. Ich machte ihr klar das es nicht so gehen wurde und nach einer weile Diskotion machte sie das was ich von ihr verlangte und lief in einen Ruhgen Galopp ein paar Bahnfiguren mit mir. Zum Schluss Ritt ich sie Natürlich ab um sie anschließen abzusatteln und sie wieder zurück zur Weide zu bringen zu den anderen bevor ich mich an die Arbeit machte mit Venetia. Sascha war so lieb und hatte die Stute mir schon Fertig gemacht so das ich gleich auch mit ihr an die Arbeit gehen konnte. Auch sie Ritt ich ein paar runden warm es war mein 2 Ritt mit ihr und ich konnte Spurte das sie eine Ruhe aber den noch faule Stute war. Ich schickte sie nach eine Runden im Schritt im Trab ich muss viele Hilfen geben damit sie auch in Trab blieb und ich einiger maßen mit ihr paar Bahnfiguren wie Schlagenline oder auf Zirkel reiten konnte im Trab. Ihr viel es schwer auf den Zrikel zu bleiben so das ich beschloss meine Arbeit erst mal nur da drauf zu Kontzentieren. Aber zum guter ende passte alles so das ich es auch im Galopp versuchen konnte mit ihr enspannt auf den Zrikel zu Reiten nicht anderes Aps Summer Holiday war auch Venetia Faul und ich muss sie stark antreiben damit sie überhaubt im Galopp ging und da auch bleiben wurde. Auch die mal passte alles mehr oder wenig sie brauchte zwar noch Übung aber auch das wurde ich die Tage mit viel Arbeit bei beiden hinbekommen. Ich Ritt sie nach einer Stunde Guter arbeit ab und lobte sie Fleißg da sie ihre arbeit echt gut gemacht hatte. Ich brachte Venetia zurück auf die weide vor abhatte ich sie noch gefutter und abgesattelt. Auf Weide lobte ich sie noch mal und schob ihr was leckeres zu bevor anfing die Reithalle und den Rest sauber zu machen.


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      15. September 2018 | 5879 Zeichen von adoptedfox
      von Landsberg Trainingscenter | Dressur A-L
      Käthe | “...und darf ich den Grund erfahren, wieso du möchtest dass ich die Stute auf meinem Hof trainiere?” fragte ich Hunter, nachdem er Venetia verladen hatte und kontrollierte, dass sie Sicherungen der Laderampe fest verschlossen waren. “Ich strukturiere etwas um und bei dir ist sie in guten Händen.” antwortete er und gab mir einen Kuss auf die Stirn. “Wenn sie länger als die gebuchten Tage bleiben soll, gib Bescheid, ja?” sagte ich leise, gab ihm einen Abschiedskuss und löste mich von ihm um in meinen Wagen zu steigen. Ich winkte Miss Clayton, die just in dem Moment, in dem ich aus dem Fenster sah, aus dem Haupthaus kam und startete dann den Wagen. Nach einer guten Stunde waren wir zuhause angekommen und Erin half mir dabei sie Stute auszuladen. Sie führte Venetia auf die kleine Weide, die an den unteren Stalltrakt grenzte, während ich den Anhänger abkoppelte und auf seinen Platz stellte. Ich parkte meinen Wagen neben dem Haus und schrieb Hunter eine kurze SMS, dass wir gut angekommen sind und begann dann, das Zubehör von Venetia vom Anhänger in den Stall zu bringen.

      ....ein paar Stunden später.

      Vorbereitung ist eben alles dachte ich und griff nach dem Halfter und dem Strick von Venetia um sie von der Weide holen zu können. Ich hatte die Putzutensilien und ihr Sattelzeug bereits hergerichtet um die verbleibenden Stunden des Tages optimal nutzen zu können. Die Stute stand entspannt im Unterstand der Weide und setzte sich mit einem Schnauben in Bewegung, als ich die Weide betrat. “Dann wollen wir mal sehen was du schon kannst.” sagte ich und kraulte der Stute die Stirn, die hinter einem dichten Schopf verborgen war. Ich legte ihr das Halfter an und führte sie in die Stallgasse, wo ich sie vor ihrer Gastbox fest band und mit einem Striegel damit begann sie zu putzen. Gründlich entfernte ich Verschmutzungen, lose Haare und Staub aus ihrem Fell und kämmte sorgfältig ihre Mähne und den Schweif, bevor ich mich daran machte die Hufe auskratzen. Während des putzens döste Venetia und ich hoffte, dass sie unter dem Sattel mehr Motivation zeigen würde, sonst würde das ein anstrengendes Training werden. Für uns beide. Ich legte der Stute den Sattel auf und zog die Schabracke glatt, bevor ich unter ihrem Bauch nach dem Sattelgurt griff und ihn locker anzog. Brav nahm die Stute das Gebiss auf und ich zog ihren Schopf unter dem Stirnriemen hervor um einen besseren Sitz des Zaums zu gewährleisten. Ich setzte mir meinen Helm auf, holte eine Gerte aus der Sattelkammer da ich das Gefühl nicht los wurde, sie gebrauchen zu können und führte Venetia auf den großen Dressurplatz hinter der Reithalle. Ich stellte die Stute mittig auf und zog die Steigbügel nach unten, um sie auf meine Länge einzustellen, bevor ich einen Fuß in den Steigbügel stellte und mich mit Schwung in den Sattel der Stute setzte. Ich sortierte die Zügel in meinen Händen und ritt ein paar Runden im Schritt und Trab um die Stute aufzuwärmen und fragte dabei gleich ein paar Hufschlagfiguren ab um die Konzentration der Stute anzuregen, die sich doch sehr bitten ließ. “Du bist ganz schön faul!” mahnte ich die Stute und trieb sie weiter vorwärts. Ich ritt ein paar Volten, wechselweise mit 10 Metern und 8 Metern Durchmesser und so langsam schien Venetia aufzuwachen, oder sie war schlichtweg genervt von meinem Treiben, doch sie begann endlich sich zu entspannen und arbeitete aktiv mit. Den Mitteltrab beherrschte Venetia fabelhaft sodass ich einen Schritt weiter ging und an der Versammlung des Pferdes arbeitete. Die Stute war kompakt gebaut und überraschte mich mit ihren raumgreifenden Gängen. Konzentriert ließ sich die Tinker-Stute in allen Gangarten und deren Erweiterungen reiten, bot die Versammlung teilweise sogar von selbst an und sprang beinahe fließend in den Gangart um, die ich verlangte. Ich lobte sie ausgiebig und versuchte mich an der Hinterhandwendung, da wir eh schon standen um einen Moment zu verschnaufen. Hunter musste das bereits mit ihr geübt hatten, denn sie bewegte sich beinahe perfekt im Halbkreis um sich selbst. “Prima!” lobte ich sie und entschied, dass wir beide genug für heute trainiert hatten und ritt sie im Schritt einige Runden trocken, bevor wir auf dem schmalen Pfad zwischen den Ställen zurück in den Hof ritten. “Wart ihr ausreiten?” fragte Erin unglaubwürdig und ging einen Schritt zur Seite, damit wir passieren konnten. “Nein, wieso?” fragte ich etwas verwirrt und hielt Venetia an um abzusteigen. “Ihr seid beide verschwitzt und zumindest du bist total rot im Gesicht.” antwortete sie und als sie meinen Blick über den Rücken von Venetia sah, begann sie zu lachen. “So anstrengend?” fragte sie lachend und ich warf einen meiner Handschuhe nach ihr. Nachdem ich Venetia abgesattelt hatte brachte ich sie in ihre Gastbox und bereitete ihr Futter vor. Die anderen Pferde standen bereits in ihren Boxen und warteten ungeduldig. Venetia konnte eine fleißige Stute sein, wenn sie wollte. Erin und ich fütterten gemeinsam die Pferde und verabschiedeten sie in die Nachtruhe. Umgezogen und geduscht lag ich eine Stunde später auf dem Sofa, auf meinen Beinen eine Pizza vom Lieferservice und schrieb Hunter, wie das Training lief.
      Anders als geplant, blieb Venetia eine ganze Woche bei uns und neben den regulären Trainingseinheiten, erkundeten wir auch gemeinsam das Gelände und genossen die ausgiebigen Galoppstrecken. Am Ende der Woche kam Hunter mit dem Pferdehänger vorbei um die Stute abzuholen, die ich bereits für den Transport vorbereitet hatte. Hunter zog die Augenbrauen hoch, als er sein Pferd sah. “Ich wollte schon immer einen so schönen Zopf flechten, jetzt schau nicht so!” lachte ich und führte Venetia in den Hof um mich von ihr zu verabschieden. Ich musste versprechen am Abend vorbei zu kommen, da Hunter mir zeigen wollte, was sich auf seinem Hof verändert hat und schon jetzt war ich aufgeregt, was sich getan hatte.
    • Sevannie
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      14. November 2018 | von Veija
      Blakes Crow Meadow Training | Western E-A | Trail LK 5 - LK 4

      Bellamy | Kaum war meine Maschine in Albuquerque gelandet, da begrüßte mich schon Laurence mit einem ernsten Gesicht. "Hallo Laurence, dass ich dich hier treffe...", sagte ich und schüttelte ihm die Hand. "Du kannst gleich hier stehen bleiben, in dem nächsten Flugzeug sind zwei neue Auftragspferde, Venetia von Hunter Crowley von der Bear Brook EC und Injaki von Nicholas Owen von Gwynedd Stables. Die sollen wir mit rüber holen, hab den Truck dabei.", erklärte er mir und ich nickte. Also warteten wir, während wir die gehetzten und gestressten anderen Menschen am Flughafen beobachteten. "Hunter Crowley kommt mir bekannt vor, ebenso Injaki. Das Pferd ist Verena mal geritten, von Rachel.", erklärte ich dem älteren Mann und er nickte. "Ja, gehört jetzt einem Nicholas Owen, wie gesagt von Gwynedd Stables.", meinte er beiläufig und ich nickte. "Und Venetia? Ein Vollblut? Dafür ist Hunter ja bekannt. Wieso bringt er ein Vollblut zu uns?", fragte ich ihn sichtlich verwirrt, doch er schüttelte nur den Kopf. "Kein Vollblut, die trainiert er schon selbst. Eine Tinkerstute." "Und in was sollen die trainiert werden?" "Venetia im Trail von mir und Injaki in der Ranch Riding, von dir.", erklärte er mir, ehe er sich erhob und zum Fenster heraus sah. "Da sind sie, komm lass sie uns abholen."
      Das Aus- und Einladen aus dem Flugzeug und in den Hänger verlief ohne jegliche Probleme. Kein Wunder, die Pferde waren auch noch leicht sediert und folgten uns brav. Am Fenster des Wartebereichs hatten sich Schaulustige gesammelt. Es war immer wieder ein Erlebnis, wenn Tiere, vor allem Pferde, hier verladen wurden. Schon oft hatten wir hier mit Pferden von uns gestanden und gewartet während wir von oben mit sämtlichen Fotowerkzeugen belästigt wurden. Zum Glück hatte das die Pferde nicht weiter gestört, denn sie hatten hier unten nahe der Flugzeuge genug zu gucken gehabt.
      "Und wie erging es euch während meiner Abwesenheit?", fragte ich Laurence während der Autofahrt zurück zu Ranch. "Gut, ganz gut. Caleb hat einen neuen Mitarbeiter eingestellt, Cayce. Kennen sich aus Calebs Rodeozeiten, scheint ein anständiger junger Mann zu sein, packt überall mit an. Wusstest du davon?" "Ja, Caleb hatte mich darum gebeten einen neuen Rancharbeiter einzustellen, er klang ziemlich unzufrieden mit den ganzen Stallburschen, die bei uns rumlaufen." "Kann ich auch verstehen.", murrte Laurence und ich sah ihn fragend an. "Ein andermal. Wir sind da und laden lieber die Pferde aus. Hab zwei Paddocks frei gemacht, Venetia kommt in den Ersten und Injaki auf die gegenüberliegende Seite in den Dritten.", erklärte er mir und ich nickte. Wir stiegen aus, luden die Pferde aus und brachten sie auf ihre Paddocks. Sofort nahmen wir die Decken und die Transportgamaschen ab. Beide hatten ein wenig geschwitzt, weshalb wir ihnen frisch gewaschene Abschwitzdecken von uns drauflegten. "Jetzt lassen wir sie erst einmal ankommen. Anderes Klima und andere Zeitzone, die müssen fertig von der Reise sein.", sagte Laurence zu mir und ich nickte. Das kam mir ganz gelegen, denn ich musste den ganzen Papierkram aufholen, der sich während meiner Zeit in Deutschland gestapelt hatte.
      Am Abend ging ich noch einmal nach den beiden Neuankömmlingen schauen. Sie standen beide ganz ruhig auf ihrem Paddock und mampften das Heu, welches ein Stallbursche ihnen gebracht hatte. Ich streichelte kurz den Hals des kleinen schwarzen Hengstes, ehe ich in den Stall ging und ihnen eine kleine Portion Kraftfutter zusammenmischte. Hunter und auch Nicholas hatten mir grundlegende Anweisungen dazu per E-Mail geschickte. Mit steigendem Training würde sich jedoch die Menge des Futterst verändern, doch anfangen sollte ich genau mit dem, was die Pferde auch in ihrem Zuhause bekamen. So ging ich mit den Eimern zu den beiden Pferden und schüttete das Futter in ihre Tröge. Sofort kamen sie zum Zaun und fingen an zu fressen. Es war schon fast alle Arbeit erledigt, so dass ich nur noch schnell dabei half, eine Box auszumisten und dann ins Haus ging, wo wir alle gemeinsam zu Abend aßen, abwuschen und dann ins Bett gingen.
      Am nächsten Morgen brachte ich den beiden Pferden wieder ihre Portion Kraftfutter, ehe ich ein paar andere Arbeiten auf der Ranch erledigte und mir dann Injaki schnappte. Laurence würde Venetia erst am Nachmittag nehmen, so dass ich ihm bei der Stute zuschauen konnte.
      Nicholas hatte mir nahe gelegt, bei dem Hengst keine Sporen zu verwenden, da er sonst unausstehlich werden würde. Er war sehr fein zu reiten und ging wirklich gut an den Hilfen. In der Ranch Riding hatte er schon Erfahrung und wusste also schon, worum es ging. In der Stallgasse band ich ihn an und putzte ihn schnell über, ehe ich ihn sattelte und mit ihm in den Round Pen ging. Dort gurtete ich nach, band die Zügel am Horn fest und ließ ihn zunächst im Schritt auf beiden Seiten laufen, ehe ich ihn nach vorne schickte und ihn antraben ließ. Aus dem Trab wurde nach ein paar Runden Galopp, was ich auf der anderen Hand wiederholte. Dann schnappte ich ihn mir und ging in die Halle, dort hatte er weniger Ablenkung, als auf dem Platz, wo er die ganzen anderen Pferde sah.
      Wieder gurtete ich nach und stieg dann auf. Wir blieben eine ganze Weile stehen, ehe ich ihn annahm und dann schnalzte, damit er sich in Bewegung setzte. Der Hengst ging zügig nach vorne und nun wusste ich, was der Besitzer mit fein zu reiten gemeint hatte. Da ich ihn in der LK 3 mit Westernkandare reiten konnte, ließ ich die Zügel nun auch schon etwas länger durchhängen. Allein durch den Druck des Zügels an seinem Hals ging er in die gewünschte Richtung, dabei hatte ich noch kaum Gewichts- oder Schenkelhilfen gegeben. Nachdem ich ihn im Schritt ein wenig geritten hatte, hielt ich ihn an, nahm ihn vorne leicht an und nahm die Beine vom Bauch weg. Sofort ging er rückwärts und stoppte augenblicklich, als ich meine Beine wieder anlegte. "Whoaa.", sagte ich leise, denn er wollte sofort wieder nach vorne gehen. "Whoaa, bleib stehen.", sagte ich wieder und ließ nun auch die Zügel wieder locker. Sofort hörte er auf zu trippeln und blieb stehen. Bei ihm musste man auch mit viel Ruhe an die Arbeit gehen, da er eben so intelligent war und er einem die Manöver schon vorweg nehmen wollte. Ich gab die Hilfen zum Spin rechts herum, dann links herum. Das schien er auch noch zu kennen, jedoch musste er bei diesem Manöver seine Beine noch sortieren. Das würde sich aber mit der Zeit geben, denn je mehr Übung er hatte desto besser wurde er. Als letztes für heute wollte ich den normalen Trab und den verstärkten Trab abfragen. Dazu ritt ich ihn an, nahm kurz die Zügel auf und legte meine Beine an. Ich schnalzte und er trabte locker los. Als wir so eine Weile gelaufen waren, schnalzte ich ein paar Mal rhythmisch, so dass er schneller wurde und ich mich leicht nach vorne lehnte, damit ich ihm nicht so in den Rücken knallte. Direkt als ich mich wieder tief in den Sattel setzte, verlangsamte er seinen Trab und ich wechselte durch die Mitte der Bahn, um das Gleiche auch auf der anderen Hand zu machen. Auch hier stellte er sich gut an, weshalb ich ihn in den Schritt zurück holte und ein wenig abritt. Dann stieg ich ab, machte ihn im Stall wieder fertig und brachte ihn zurück in seinen Paddock.
      Dort sah ich, dass Venetia schon weg war und beschloss, direkt zum Platz zu gehen, denn Laurence hatte sich dort einige Stangen hingelegt und wollte mit der Stute lieber im Freien trainieren. Er saß auch schon im Sattel. "Ich dachte du wolltest erst heute Mittag?", fragte ich ihn und setzte mich auf den Zaun. "Ja, nur sagte Caleb er braucht neben Cayce noch eine dritte Hand bei den Rindern später, deshalb mache ich die Stute jetzt schon.", erklärte er mir und ich nickte. Dann schaute ich ihnen weiter zu. Laurence hatte manchmal ganz schön Mühe, die Stute nach vorne zu bekommen. Wenn alles Schnalzen und nach vorne sitzen nicht mehr half, nutzte er seine Sporen eben ein bisschen mehr, so dass die Stute sich dann doch dazu motivieren ließ, schneller zu laufen. Bei den Stangen war sie allerdings wirklich talentiert. Sie taxierte von sich aus und hob ihre Beine genau richtig, so dass sie so gut wie nie an die Stangen dran kam. Zumindest im Schritt. "Man sagt den Tinkern ja nach, dass sie faul seien. Bisher hab ich noch kein Tier gesehen, bei dem das nicht gestimmt hat.", sagte er lachend und hielt die Stute an, um sie zu loben. "Dafür sagt man aber auch, dass sie sehr nervenstark und ruhig sind.", lachte ich und Laurence nickte. "Das stimmt wohl."
      Dann ritt er die Stute wieder an und testete ein paar Stangenkombinationen im Trab. "Das macht die wirklich gut!", sagte er, als er an mir vorbei ritt. Ja, über die Stangen konnte die Stute wirklich richtig gut. Irgendwann hielt er sie dann an und übte das Rückwärtsrichten, was auch kein Problem war. Nur bei den 360 Grad Drehungen hatte sie Probleme, aber das würden die Beiden auch noch hinbekommen.
      So trainierten wir beide, manchmal jeder für sich, manchmal zusammen, die beiden Pferde die nächsten Tage ganz nach den Fortschritten der Tiere. Beide stellten sich wirklich sehr talentiert an. Venetia fiel es so langsam leichter, sich einmal um sich selbst zu drehen. Sie war zunächst sehr schwerfällig auf der Schulter gewesen, doch Laurence hatte sie vom Boden aus sehr viel weichen lassen, so dass sie sich nun wirklich anstrengte, sich zu drehen. Ein super Spin war aufgrund ihres massigen Körperbaus einfach nicht möglich, aber das verlangte ja auch niemand von ihr. Sie machte ihren Job so gut ihr Körper es ihr eben zuließ. Injaki hatte sich in seiner Zeit bei mir auch wirklich gut entwickelt. Er zeigte viel Freude an den Tempowechseln im Trab und Galopp und schien umso besser zuzuhören und feiner zu werden, je mehr Unterschiede ich abfragte. Auch das Seitwärts über die Stangen gehen hatte ich viel mit ihm geübt, da dies in einer LK 3 Pattern manchmal vorkam. Der Umstieg auf die Bit with Shanks war ihm leicht gefallen, da ich ihn vorher schon viel am lockeren Zügel geritten hatte. Das Annehmen der Zügel mit dem neuen Gebiss hatte ihn am Anfang etwas verwirrt, doch mit der Zeit hatte er sich daran gewöhnt und reagierte nun schon besser darauf.
      Laurence und ich hatten abgemacht, dass wir uns gegenseitig eine Pattern vorreiten wollten, damit ein Trainer von außen ein Auge auf den Ritt, das Pferd und die Hilfen haben konnte.
      Dabei sollte ich anfangen. In der Halle hatte ich vier Schrittstangen auf den Boden gelegt und war sie schon mit dem Hengst abgeritten, damit er sich an den Abstand gewöhnen konnte. Auch hatten wir dort das Seitwärtsgehen über eine Stange geübt, was wir gleich während der Pattern machen mussten. Als Laurence dann, ohne die Stute, in der Halle angekommen war, starteten der Hengst und ich. Wir ritten auf der linken Hand im Schritt in die Halle. Als wir auf die lange Seite abwendeten versammelte ich ihn, ehe ich ihn antrabte. Im Trab ging es in etwa bis zur Mitte der langen Seite, ehe ich ihn auf der rechten Hand angaloppierte und sofort den verstärkten Trab anfragte. Wir galoppierten an der kurzen Seite entlang, wendeten auf die lange Seite ab und kurz hinter dem Mittelmarker wandte ich ihn nach rechts ab. Sofort als wir abgewendet hatten, nahm ich ihn im Galopp zurück und wir galoppierten langsamer. Die vier auf dem Boden liegenden Stangen ließen wir links neben uns vorbeiziehen. Auf der gegenüberliegenden Seite rittn wir einen kleinen Halbkreis und galoppierten zur rechten Hallenseite zurück. Injaki passte es nicht, im Außengalopp zu gehen, so dass er vor X schon selbst umsprang und wir nun auf der linken Hand nach links abwendeten. Wir ritten an der kurzen Seite entlang und gingen an der langen Seiten in den verstärkten Trab zurück. Ich hielt auf die Stangen zu, blieb jedoch rechts neben der ersten aus dem verstärkten Trab heraus stehen. Dann war der Sidepass gefragt, also das Seitwärtsgehen über die Stange. Langsam gingen wir Schritt für Schritt nach links, blieben kurz stehen und gingen dann bis zur Hälfte wieder zurück. Dann nahm ich Injaki neu an, trieb ihn nach vorne und im Schritt überritten wir die fehlenden drei Stangen, ehe wir am Ende der Halle nach rechts abwendete und wir ein kleines Quadrat ritten, so dass vor den Stangen wieder nach rechts gingen und dort anhielten. Unsere vorletzte Aufgabe war es nun, eine 360 Grad Drehung nach links zu machen. Ich gab Injaki also die Hilfen zum Spin, was er sehr gut umsetzte. Mittlerweile wusste er ja, wo seine Beine hingehörten. Dann hielt ich ihn wieder an, nahm die Zügel auf und meine Beine vom Pferd weg, ehe wir eine Pferdelänge rückwärts gingen. Geschafft. Laurence klatschte. "Das habt ihr wirklich gut gemacht. Aber für nächsten Monat hast du was zu tun. Viel Außengalopp reiten, damit der dir nicht von selbst umspringt. Übungssache.", erklärte er und ich nickte. "Aber gut macht er seinen Job, der ist das perfekte Ranchpferd!", lachte ich und Laurence nickte. "Zwei Monate steht er noch hier, dann ist er in der LK 1. Mach was draus.", meinte er und klopfte den Hals des Hengstes. "Ich hab auf dem Platz schon den Trailparcour für Venetia aufgebaut, komm dazu, wenn Injaki wieder in seinem Paddock steht.", sagte er mir und ich nickte. Im Handumdrehen hatte ich den Hengst abgesattelt und zurück auf seinen Paddock gebracht, wo er dankend die Möhren mampfte, die ich ihm in den Futtertrog gelegt hatte.
      Dann ging ich zum Platz, wo ich das Stangenwirrwarr von Laurence unter die Lupe nahm. Mit Blue hatte ich mich auch schon am Trail versucht, aber so ganz wurde ich nicht schlau daraus. Ich war schon froh, dass ich mir die Ranch Riding Pattern von Injaki und mir hatte merken können, dabei hatten wir nur vier Schrittstangen gehabt.
      Anfangen würde Laurence seinen Trail auf der linken Seite des Platzes im Trab. Dort wendete er nach rechts ab, trabte über eine Stange, umrundete eine Pylone auf der rechten Seite, trabte wieder über eine Stange, umrundete eine Pylone auf der linken Seite, trabte erneut über eine Stange, umrundete die zweite Pylone auf der rechten Seite und ging über die letzte Trabstange. Ein ganz schönes Wirrwarr aus Stangen und Pylonen, wenn man mich fragte. Aber Venetia hatte nicht einen Gegenstand berührt, sie war schön sauber über alles drüber gelaufen. Nun ging es im Schritt geradeaus über drei Stangen. Die vierte bildete den Rand eines kleinen Vierecks, in dem die Beiden stehen blieben und eine 360 Grad Drehung nach rechts machten. Daran hatten Laurence und Venetia viel geübt, anfangs war sie ja so schwer auf der Schulter gewesen, doch jetzt drehte sie sich wirklich schön im Kreis. Sie ritten im Schritt aus dem Viereck raus und galoppierten auf der linken Hand an. Zwei Galoppstangen, eine kurze Galopphase und dann kamen wieder zwei. Auch hier taxierte Venetia wirklich schön, wenngleich Laurence sie ziemlich nach vorne treiben musste, weil sie nun doch wieder zeigte, dass sie etwas faul war. Als nächstes kam eine Übung, an der sie auch eine Weile geübt hatten, nämlich das Öffnen eines Tores. Die beiden stellten sich so neben das Tor, dass es links von ihnen war. Laurence nahm die Zügel in die rechte Hand und griff mit der linken nach dem Tor. Dann öffnete er es langsam zu sich herüber und drückte Venetia mit seinen Beinen aus dem Weg. Sie spielte mit den Ohren, hörte ihm aber wirklich gut zu und so gingen sie durch das Tor und schlossen es wieder. Jetzt standen sie rückwärts in der kurzen Seite eines Stangen L's. Er nahm die Zügel leicht an und die Beine von ihrem Bauch weg, damit sie rückwärts ging. Langsam und Schritt für Schritt. Die Schnelligkeit würde später in höheren Klassen kommen. Venetia tat sich ein wenig schwer, um die Kurve zu kommen und trat über die Stangen. Laurence korrigierte sie, indem er sie wieder einen Schritt nach vorne gehen ließ. Dann setze er neu an und als sie wieder gerade rückwärts gehen konnten, entspannte sich die Stute auch wieder. Als sie aus dem Hindernis heraus waren, wendete er sie nach links ab und trabte sie an. Jetzt kamen nochmal zwei Trabstangen, ehe er die Stute in den Schritt zurück nahm und sie dann anhielt. "Da habt ihr euch aber wirklich eine der schwierigsten Pattern für die LK 4 ausgesucht.", erklärte ich Laurence, während er auf mich zutrabte. "Von nichts kommt nichts.", lachte er und schwang sich aus dem Sattel. "Lass uns das Ganze hier aufräumen und dann mit den Besitzern telefonieren. Für diesen Monat haben die beiden Pferde ihre Klasse erreicht."


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      06. Dezember 2018 | von Veija
      Blakes Crow Meadow Training | Western A-L | Trail LK 4 - LK 3
      Laurence | Auch Venetia hatte einen wundervollen Job abgeliefert beim vergangenen Training, so dass ich ihr ein paar Tage Verschnaufpause gegönnt hatte. Hunter war, genauso wie Nicholas, sehr froh über den Fortschritt der Stute und fragte mich, ob ich sie bis zur LK 1 hier behalten könnte. Sein Angebot nahm ich natürlich an. Im Gegensatz zu Gangster oder den anderen Westernpferden hier war die Stute eine willkommene, gemütliche Abwechslung. Der Sturz von Smartie, meine Verletzung und der Verkauf der Stute an Caleb nagte noch immer an mir. Auch Gangster hatte ich Caleb untergeschoben, wobei ich auch schon Cayce auf dem Hengst gesehen hatte. Man merkte mir mein Alter mittlerweile doch an, ich war einfach nicht mehr dazu gemacht, die schnellen Reining- und Cuttingpferde zu reiten.
      Venetia riss mich aus meinen Gedanken, als sie mich anbrummelte und sichtlich eine Streicheleinheit forderte. "Ja Mädchen, mein Herz hast du schon lange erobert.", sagte ich und kraulte ihren Kopf. Dann legte ich ihr das Halfter an und führte sie in die Stallgasse, wo ich sie putzte und dann sattelte. Murphy und Dell hatten für mich die Hindernisse auf dem kleinen Reitplatz aufgebaut gehabt. Auf dem Großen trainierten schon den ganzen Tag Cayce und Caleb mit den Reiningpferden. In ihren Köpfen träumten sie bestimmt von den großen Turnieren im nächsten Jahr. Und jetzt wo Cayce da war, hatten wir noch jemanden auf der Ranch, der die Pferde in den hohen Klassen vorstellen konnte.
      Mit Venetia hatte ich ursprünglich vorgehabt, die selbe Pattern wie beim letzten Mal zu üben und sie dort auch einmal vorzustellen, doch das Jahr 2018 war fast zu Ende und die Pattern hatten sich für 2019 schon wieder geändert, so dass ich eine der Neuen üben und später auch reiten wollte.
      In der neuen Pattern musste sich Venetia im Schritt, Trab und Galopp wahnsinnig viel biegen, was auch Ziel dieses Trainingsmonats sein würde. Sie sollte weicher auf der Schulter werden, damit sie sich besser drehen konnte. Anfangen würde ich jedoch zu erst mit dem Tor. Ich ritt auf den Platz, wärmte sie kurz auf und stellte mich dann links vom Tor auf, mit der rechten Seite der Stute zum Gatter hin. Ich nahm die Zügel beide in die linke Hand. Noch würde ich sie mit einfacher Trense reiten, die nächsten Tage würde ich jedoch auf Kandare wechseln, weil sie in der LK 3 gefordert war und Venetia auch das nötige Alter hatte, eine andere Trense zu tragen. Mein rechter Arm griff zum Tor und öffnete es leicht. Dann dirigierte ich die Stute hindurch, drehte sie um und schloss das Tor wieder, ehe ich es verriegelte. Nicht perfekt, aber annehmbar. Weiter ging es mit Rückwärtsrichten. Ein paar Schritte gerade nach hinten, dann drehte ich sie langsam nach rechts und wir gingen zwischen zwei Stangen rückwärts. Gerade zwischen Stangen rückwärts gehen war definitiv ihre Stärke. Das Stangen-L war aus der neuen Pattern rausgeflogen- zum Glück für sie.
      Am Ende der Stangen hielt ich sie an und lobte sie ganz doll. Dann ritt ich sie raus und zur Abwechslung ein paar Schritt und Trabstangen, ehe ich die beiden Übungen von eben wiederholte, sie abritt und Schluss machte. Die nächsten Tage liefen eigentlich immer gleich ab. Ich suchte mir zwei Elemente raus und ritt sie ein, zweimal durch, machte etwas anderes und machte diese beiden dann als letzte Übung auch nochmal. So kam Abwechslung ins Training und Venetia wurde nicht langweilig. Zwei Wochen lang übte ich so weiter, ehe ich drei Elemente auf einmal machte. Das waren das Tor und das Rückwärtsrichten sowie die Trabstangen, die auf neun, zwei und vier Uhr lagen. Der zweite Part bestand wieder aus den Trabstangen aus der vorherigen Übung, es folgten Galoppstangen auf der linken Hand, die auf sieben, neun und elf Uhr lagen, ehe nochmal drei aufeinanderfolgende Trabstangen folgten. Der dritte Part bestand aus drei Schrittstangen, die schräg vor einem Stangenviereck lagen, in dem wir uns 360 Grad nach links und 360 Grad nach rechts drehen mussten, rausgehen und sechs Galoppstangen überqueren mussten. Diese lagen jeweils Paarweise mit je einem Galoppsprung auf neun, sechs und drei Uhr. Dabei wechselte ich auch immer die Richtung ab, oder ließ eine Übung aus, damit sie lernte, sich trotzdem auf mich zu konzentrieren und mir zuzuhören.
      Venetia fiel es noch immer schwer, leicht auf der Schulter zu sein, weshalb ich mit ihr viele Übungen zum lockern der Schultern und zum generellen Lockern des ganzen Pferdes ritt. Ein bisschen hatte ich mir da auch den Außengalopp von Bellamy und Injaki abgeschaut, denn diese Übung war auch sehr hilfreich.
      Ende der dritten, Anfang der vierten Woche waren wir schon eine Weile mit Kandare unterwegs. Die Umstellung war der Stute zunächst schwer gefallen, doch je mehr wir trainierten, desto mehr gewöhnte sie sich daran. Auch konnten Venetia und ich die Pattern von vorne bis hinten durchreiten und waren dabei gar nicht so schlecht. Venetias einziges Manko, neben der Schulter, aber das bekamen wir in den Griff, war ihre Faulheit. Es kostete mich manchmal ganz schön Kraft, sie vorwärts zu bekommen und sie vor dem Einschlafen auf der Stelle fern zu halten- übertrieben gesagt. Aber sie hatte mein Herz wirklich für sich gewonnen, dieser "kleine dicke" Tinker.
      Wir waren sogar auf einem Turnier gestartet und hatten uns wirklich wacker geschlagen. Venetia war die Ruhe selbst gewesen, hatte toll mitgemacht, bis zum Viereck, in dem wir uns drehen sollten. Sie hatte sich wunderschön gedreht, keine Frage. Das fiel ihr mittlerweile auch viel leichter. Doch sie hatte keine Lust gehabt, das Viereck zu verlassen. Ich hatte mir Zeit gelassen, sie motiviert nach vorne zu gehen doch sie wollte einfach nicht. Ich hatte sie deshalb noch einmal drehen lassen und sie aus der Bewegung heraus aus dem Viereck gehen lassen. Leider war ich dadurch "out of pattern", schloss die Prüfung also mit einem 0 Score ab, doch machte einen Korrekturritt daraus, nachdem ich den Richtern dies zu erkennen gegeben hatte. Wir ritten also nochmal zurück, nahmen die Schrittstangen, das Viereck und dieses Mal wartete ich nicht mehr so lange nach dem drehen sondern ritt sie aus der Bewegung heraus aus dem Viereck raus. Ich strich ihr kurz lobend über den Hals, galoppierte sie für das letzte Hindernis an und lobte sie ausgiebig. Die letzten Tage waren vielleicht etwas viel für die Stute gewesen und sie schien Muskelkater vom vielen Beine heben zu haben. Sie war einfach noch nicht so fit, körperlich so gefordert zu werden. Ein Tinker war eben doch anders gebaut als ein Quarter oder Paint und dementsprechend auch anders zu trainieren. Doch das wusste ich jetzt und konnte trotzdem sagen, dass das Turnier ein voller Erfolg war. Ich wusste nun genau, wie ich mit der Stute weiter vorzugehen hatte und auch, worauf wir hinarbeiten würden. Stolz war ich auf das Tier allemal! Und als wir wieder auf der Ranch angekommen waren, bekam sie von unserer kleinen Betsy eine lange Streicheleinheit und ein paar extra Möhren. Wobei ich mir sicher war, dass nicht alle davon in Venetias Futtereimer landeten, sondern Betsy die Möhren munter an alle Pferde verteilte, die auf den Paddocks standen. Aber so waren Kinder nun einmal.


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      08. Januar 2019 | 2509 Zeichen von sadasha
      Hufschmiedbericht
      „Guten Morgen, meine Kleine.“, grüßte ich Venetia und strich ein paar Strähnen der ellenlangen Mähne auf die andere Seite um ihren Hals besser streicheln zu können. Die Tinkerstute genoss die Schmuseeinheit und senkte den Kopf. Leider musste ich irgendwann mit der Massage aufhören und sie aufhalftern und zur Schmiede führen. Es war bitterkalt und so wählten wir den Weg durch die Stallungen um nur einen Bruchteil des Weges draußen verbringen zu müssen. Venetia wäre das sicher egal gewesen, ihr Winterplüsch hielt sie immer schön warm. Ich hatte mir jedoch eine Erkältung eingefangen und mied deshalb so oft nur möglich die Kälte und den Wind. Der Schnee der letzten Tage war längst wieder geschmolzen. Geblieben war grauer Matsch, der sich im weißen Behang von Venetia festsetzte. In der Schmiede angekommen trocknete ich den Behang mit einem Handtuch und kämmte ihn kurz durch, damit der grobe Schmutz einfach herausfiel. Danach putzte ich jeden ihrer Hufe und kontrollierte dabei ihr Horn. Die Stute blieb dabei ruhig stehen und senkte abermals den Kopf. Schon bald döste sie und entlastete eines ihrer Hinterbeine. Behutsam hob ich den ersten Vorderhuf und nahm mein Hufmesser zur Hand um ihn auszuschneiden. Ich machte dafür zuerst einen Probeschnitt und löste dann in groben, immer feiner werdenden Zügen das alte Horn. Danach nahm ich ein anderes Messer mit dem ich in einem Zug die Hufwand auf die richtige Länge kürzen konnte. Bei Venetias Hufen brauchte ich dafür keine Zange, da ihr Horn recht weich war, bei diesen Wetterbedingungen. Mit einer Raspel schliff ich nun Kanten und Unebenheiten heraus, sodass Venetia gleichmäßig aufhufen konnte. Auch die anderen drei Hufe behandelte ich nach diesem Verfahren. Zu guter Letzt pinselte ich alle Hufe mit ein wenig Hufbalsam ein. „Gut gemacht, mein Mädchen.“, lobte ich die Tinkerstute und löste den Strick um sie zurück in ihre Box zu bringen. Im Anschluss räumte ich meine Schmiede auf und kehrte den Dreck und das alte Horn zusammen um es zu entsorgen. Es war immer wieder entspannend mit einem der Tinker zu arbeiten, egal in welcher Beziehung. Sie strahlten eine enorme Ruhe und Ausgeglichenheit aus, die ich sehr zu schätzen wusste. Dennoch war das ständige Bücken und Heben für meine Erkältung nicht gerade förderlich, sodass ich mich wieder ins Haus verkroch und mich mit einer Kanne Tee und ausreichend Trinkwasser vor den Kamin setzte. Den restlichen Tag arbeitete ich Papierkram ab und ließ mein Team die körperlichen Arbeiten übernehmen.


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      09. Januar 2019 | 2831 Zeichen von Calypso
      Rook's Bay Stables Mobiler Tierarzt | Tierarztbericht
      Die ganzen Feiertage waren vorüber und der Alltag kehrte wieder ein. Ich fuhr mal wieder zum Bear Brook EC zu Hunter Crowley. Wir kannten uns ja bereits und ich freute mich jedes mal wenn ich auf den Hof geordert wurde. Am Vormittag kam ich dort an und machte mich bemerkbar. Kurze Zeit darauf kam schon einer der Pfleger und holte Hunter dazu. Wir begrüßten uns und hielten einen kurzen Plausch, ehe er mir die heutige Patientin, Venetia, zeigte. Eine super süße Tinkerstute, man sah ihr ihren freundlichen Charakter sofort an. Hunter holte sie aus der Box und ich fing sogleich an sie gründlich abzutasten. Danach wurde sie von mir mit dem Stethoskop abgehört und die Herz-, und Lungenfunktion überprüft. Zwischendurch gab es immer wieder Kuscheleinheiten von mir. „So Große, jetzt impfen wir noch und dann krieg ich noch ein bisschen Blut von dir.“ doch Venetia stand immer noch wie ein altes, geduldiges Pferd da und ließ alles mit sich machen. Lediglich ein kurzes zucken fuhr durch ihren Körper, als ich die Nadel ansetzte und zustach. Das Blut abnehmen verlief auch ruhig und ich verstaute die Probe in meinem Koffer. „Gut, kannst du mit ihr draußen auf dem Hof noch im Schritt und Trab auf und ab gehen?“ ich sagte es eher beiläufig, da ich noch etwas in mein Notizbuch eintrug. Hunter band Venetia ab und gemeinsam liefen wir nach draußen. Dort drehten die beiden im Schritt und Trab ihre Runden, was etwas mühselig war denn Venetia war nicht sonderlich motiviert. Aber auch hier konnte ich nichts auffälliges feststellen an ihrem Gangbild. Nach einer kurzen Pause richtete ich alles für die Zahnbehandlung her. Stellte, mit Hunter zusammen, die Halterung auf und holte die nötigen Instrumente. Venetia guckte neugierig aber keineswegs angespannt. Ganz ruhig konnte ich ihr das Maulgatter anlegen und Hunter hielt ihren Kopf oben in der Vorrichtung. Mit einer Stirnlampe ausgerüstet sah ich mir das Gebiss genauer an. Ein paar scharfe Kanten fielen mir sofort auf, die musste ich beheben sonst würde die Stute in Zukunft noch Probleme bekommen. Ich nahm die Handraspel und fing mit der Arbeit an. Nach 20 Minuten konnte ich zufrieden die Behandlung beenden und warf nochmal einen letzten Blick darauf. Ich zeigte Hunter auch nochmal die Stellen die ich jetzt abgeschliffen hatte und befreite dann Venetia aus dem Maulgatter. Sie bekam noch viel Lob und Streicheleinheiten von mir, ehe ich meine Sachen zusammen packte und Hunter noch die Wurmkur mitgab. Ich sagte ihm auch das ich mich in einer Woche mit den Blutwerten bei ihm melden würde.
      Eine Woche später kamen bei mir die Ergebnisse aus dem Labor. Diese ging ich genau durch und konnte zufrieden sein. Es war keiner der Werte erhöht oder auffällig. Kurz darauf rief ich beim Bear Brook EC an und teilte die Neuigkeiten mit. Die Dokumente würde ich per Fax schicken.


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      30. Januar 2019 | von Veija
      Blakes Crow Meadow Training | Western L-M | Trail LK 3 - LK 2
      Laurence | Venetia hatte nach dem letzten Turnier ein paar Tage Pause bekommen. Die hatte sie sich auch redlich verdient, auch wenn sie sich auf dem Turnier nicht von ihrer besten Seite gezeigt hatte. Um ihren Sturkopf beim nächsten Mal zu verhindern, gestaltete ich ihr Training noch abwechslungsreicher. Wir hatten hier Glück, es lag nur ab und zu ein bisschen Schnee, wurde aber am Tag immer noch relativ warm, so dass wir viel im Gelände unterwegs sein konnten. Das kam nicht nur ihrer Kondition zu Gute, sondern auch ihren Muskeln. Neben viel auf und ab auf kleineren und größeren Hügeln, steuerte ich sie auf jeden Ast und jedes Hindernis zu, so dass unsere Aufgaben immer anders aussahen und es nicht langweilig wurde. Auch ritt ich mit ihr viele enge Kurven, damit sie noch leichter auf der Schulter wurde. Das ging ganz gut in allen Gangarten um Bäume herum. Die waren etwas widerstandsfähiger als Pylonen, die man aus Unmut auch mal über den Haufen reiten konnte. So zeigte die Stute nämlich, dass sie keine Lust mehr hatte. Ich löste dann die Situation auf, ritt eine andere Übung und ging dann wieder an die vorherige Aufgabe zurück. Venetia hatte öfter den Drang, sich nach vielen Biegungen und Wendungen nochmal auf der Geraden zu strecken. Nachdem ich das rausgefunden hatte, gestaltete sich unsere Arbeit viel einfacher und ich merkte schnell, dass sie wieder motivierter bei der Sache war. Die Pattern für die LK 2 war ein... Wirrwarr aus Stangen. Anders konnte ich es nicht bezeichnen. Zum Glück würde die Pattern für die LK 1 fast identisch aussehen, nur dass es mehr Stangen sein würden, die enger aneinander liegen würden.
      Neben dem ganzen Geländetraining wollte ich heute mit der Brücke weitermachen, die auf dem Platz stand. Warm geritten war die Stute schon, so dass ich sie auf das Hindernis zuritt, ihr die Zügel lang gab und sie mit tiefem Kopf einen Huf vor den anderen setzte. Das 'klong, klong' der Brücke schien ihr nichts auszumachen, so dass sie ohne zu zögern hinüber ging und über die beiden Schrittstangen ging, die hinter der Brücke lagen. Ich ritt sie eine große Runde, ehe ich erneut auf die Brücke zusteuerte, sie aber dieses Mal von der anderen Seite überritt. Als das kein Problem war, ließ ich die Trabstangen aus und ging sofort zum Tor, welches wir ja noch aus vorherigen Pattern kannten. Auch hier machte sie ihren Job gut, so dass ich sie lobte und zwischen den ganzen Stangen hindurch zum Viereck ging. Dort ritt ich sie hinein, hielt sie an und gab die Hilfen zur 360 Grad Drehung nach links. Nach der Drehung ließ ich sie kurz stehen, ritt sie dann über die zwei Schrittstangen raus und hielt sie an, damit ich sie loben konnte. Ich trabte und galoppierte sie noch über kleinere Kombinationen, ehe für heute Schluss war.
      In den nächsten Tagen wechselte ich immer zwischen Gelände und Platzarbeit, bis ich den Parcours einmal ganz durchreiten wollte. Ich startete also an der Brücke, gab ihr die Zügel lang, damit sie den Kopf schön runter nehmen und drüber gehen konnte. Auch die zwei Schrittstangen stellten keine Probleme für sie dar. Dann trabte ich sie an und hielt sie gerade, damit sie schön mittig über die erste Trabstange gehen gehen konnte. Ich lenkte sie nach links rüber, wo wir zwischen zwei Stangen hindurch trabten und wieder über eine rüber gingen. Sofort nach der Stange lenkte ich sie nach links, wir ritten über eine, schafften eine Pferdelänge Platz und trabten erneut über zwei Stangen. Dann lenkte ich sie wieder zu der ersten zurück, richtete sie schön grade und gab die Zügel vor, damit sie sich ein wenig strecken konnte. Am Tor hielt ich sie aus dem Trab an und ließ sie kurz stehen. Dann öffnete ich das Tor und manövrierte sie hindurch. Als wir das geschafft hatten, trabte ich sie wieder an, lenkte sie auf eine Stange zu und wandte dann wieder nach links ab. Vor uns auf dem Boden lagen erneut zwei Stangen, die wir sauber überritten, ehe wir vor der nächsten Stange stoppten. Venetia hatte noch ein bisschen zu viel Schwung und kam nicht wirklich zum Stehen, so dass sie mit einem Huf die Stange passierte. "Da kam die Hilfe ein bisschen zu spät.", lachte ich und richtete sie einen Schritt rückwärts. Das war wirklich meine Schuld gewesen, nicht die von Venetia. Da sie eben am Tor punktegenau gestoppt hatte, hatte ich gedachte, sie würde das hier auch machen. Die Stute hatte allerdings die auf dem Boden liegende Stange schon fixiert gehabt und dachte, sie müsse dort auch noch drüber traben. Das Anhalten war ihr dann zu plötzlich gekommen. Dafür, dass sie nicht damit gerechnet hatte, hatte sie wirklich noch schnell abgebremst, wenn auch ein bisschen zu spät. Das würden wir einfach in den nächsten Tagen noch ein bisschen üben, problematisch war das auf keinen Fall. Nun musste ich sie zuerst bis zur Mitte der beiden Stangen gerade rückwärts richten, ehe ich sie nach rechts drehte und wir zwischen zwei Stangen, über die wir eben getrabt waren, anhielten. Sie stand nun ein bisschen schief, was ich zu erst korrigierte, ehe ich Küsschen gab und sie auf der rechten Hand angaloppierte. Ich wandte sie nach rechts ab, lenkte sie gerade auf eine einzelne Stange zu, wandte sie wieder nach rechts ab und steuerte auf drei weitere Stangen hin. Ich gab ihr ein bisschen mehr Zügel, damit sie sich schön nach vorne strecken konnte. Sie fixierte die Stangen und kam so viel besser rüber, als wenn ich sie vorne so zusammenzog. Sowieso war das in dieser Klasse nicht mehr gerne gesehen. Die Zügel sollten schön locker durchhängen und die Pferde auf minimale Änderungen der Handhaltung reagieren. Kurz vor dem Viereck parierte ich sie zum Schritt durch, damit wir schön langsam auf das neue Hindernis zugehen konnten. Venetia ging hinein und hielt automatisch an. Daran mussten wir auch noch arbeiten, denn sie sollte auf mein Kommando anhalten und nicht weil sie dachte, sie müsse anhalten. In meinem Kopf schrieb ich es auf meine 'To - Do mit Venetia' Liste, ehe ich meine Zügel sortierte und ihr die Hilfen zur 360 Grad Drehung nach links gab. Das Drehen fiel ihr mittlerweile wirklich leicht, wir hatten da auch schon eine ganze Menge Arbeit hinein gesteckt. Kurz ließ ich sie stehen, ehe wir über die verbleibenden zwei Schrittstangen gingen und ich sie anhielt und lobte. "Das war anstrengend, Mädchen.", sagte ich und klopfte ihren verschwitzten Hals.


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      02. Februar 2019 | von Veija
      Blakes Crow Meadow Training | Western M-S | Trail LK 2 - LK 1
      Laurence | Zwischen unserem letzten Training, wo wir die komplette LK 2 Pattern geübt hatten und unserem heutigen Training waren ein paar Wochen vergangen. Aus unseren Fehlern vom letzten Mal hatten wir viel gelernt. So hatten wir uns zunächst auf das Stoppen aus dem Schritt und dem Trab konzentriert. Vor Stangen, hinter Stangen, zwischen Stangen, rund herum um Stangen. Mir war es dabei wichtig gewesen, dass Venetia aus dem Schritt und auch aus dem Trab sauber stoppte, wenn ich die Hilfen dazu gab. Dazu hatte ich zu Beginn meine Hilfen ein wenig übertrieben. Ich hatte mich jedes Mal weit nach hinten gelehnt, meine Beine vorgestreckt und meine Füße in die Bügel gedrückt, sowie die Zügel etwas übertrieben angenommen. Venetia sollte verstehen, dass diese Hilfen wirklich 'Stopp' hießen. Zu Beginn hatte ich noch bei jedem Stoppen 'Whoa' dazu gesagt. Ich war mir sehr sicher, wäre sie ein Reiner und ich würde sie in der Reining trainieren, könnte sie aus vollem Galopp heraus mit diesen Hilfen augenblicklich stehen bleiben. Dabei musste ich daran denken, dass ich dort noch nie einen Tinker gesehen hatte, was wohl auch seine Gründe hatte.
      Nachdem die Stute das also verstanden hatte, nahm ich immer mehr das 'Extreme' aus meinen Hilfen raus. Zunächst ließ ich den übermäßigen Zügelkontakt bleiben. Meine Stimme, meine Gewichtsverlagerung sowie meine Beinhilfen blieben vorhanden. Meine Hand mit den Zügeln nahm ich nur noch minimal nach oben. Das reichte aber, damit sie stehenblieb. Der nächste Schritt war, dass ich aufhörte, mich so extrem nach hinten zu legen. Ich lehnte mich nur noch leicht nach hinten, streckte auch die Beine nicht mehr so weit vor. Mein 'Whoa' allerdings blieb noch immer gleich laut. Als sie auch das verinnerlicht hatte, minimierte ich meine Hilfen so weit, dass man sie kaum noch sah, meine Stimme behielt ich aber noch immer zur Absicherung bei. Erst als sie das wirklich jedes Mal sicher machte, sagte ich beim Anhalten nichts mehr. Kaum zu glauben dass die Stute sich jetzt mit so minimalen Hilfen anhalten ließ!
      Das hatten uns zu der zweiten Übung gebracht, an der wir noch feilen mussten. Das Anhalten im Viereck auf Kommando und nicht, weil Venetia dachte, sie müsse anhalten. So gingen wir im Schritt und Trab, auch ein paar Mal im Galopp immer wieder durch das Viereck hindurch und hielten nur ab und zu an. Kombiniert wurde das Ganze mit 180 und 360 Grad Drehungen in verschiedene Richtungen, so dass wir manchmal dort wieder rausgingen, wo wir reingekommen waren, manchmal aber auch an der anderen Seite. Ab und zu lagen Schritt- oder Trabstangen beim Rein- oder Rausgehen, manchmal eben nicht. Durch unsere vorherigen Anhaltübungen reagierte Venetia auch immer besser auf meine Hilfen, weshalb wir da auch einen riesigen Erfolg zu verzeichnen hatten. Die Stute war mittlerweile so fein zu reiten, dass sie Injaki, einem Trainingspferd was auch bei uns gewesen war, tatsächlich Konkurrenz machte.
      Dann musste das Ganze jedoch etwas beschleunigt werden, denn die Ranch befand sich mitten im Umzug nach Kanada, wo ich die Stute nicht mit hin nehmen wollte. Sie hatte sich hier so gut eingelebt und fand sich so super zurecht, dass ich ihr das ungern antun wollte. Während alles um mich herum im Chaos versank, konzentrierte ich mich alleine auf das restliche Training der Stute. In der LK 1 wurde das Viereck verkleinert, was unser größtes Problem darstellen würde. Ich verbrachte so etwas mehr Zeit damit, die Stute bei den Drehungen auf die Hinterhand zu setzen, damit sie sich vorne noch leichter drehen konnte. Mit viel Schweiß und einer Menge Übung gelang mir das schlussendlich auch, so dass der schwerste Teil der Pattern geschafft war. Den Rest konnte Venetia wirklich gut.
      Um uns beiden einen guten Abschluss zu ermöglichen, hatte ich uns wieder auf einem Turnier angemeldet, wo wir genau das Reiten würden, was wir die ganze Zeit schon geübt hatten. Dafür hatte ich mir sogar den Showsattel von Candy ausgeborgt. Dieses Schiff von einem Pferd hatte beinahe die gleichen Maße wie die Tinkerstute, die im Moment wirklich richtig im sportlichen Typ stand. Was vier Monate beinahe tägliches Training ausmachten, sah man an ihr ganz gut.
      Ich zuppelte noch einmal die Zöpfchen zurecht, die ich ihr geflochten hatte, damit sie nicht so zerzaust waren, ehe ich mich in den Sattel setzte und sie warm ritt. Ich merkte immer mehr, dass mir die ruhigeren Disziplinen wie Pleasure oder Trail in meinem Alter viel mehr Freude bereiteten, als Cutting oder Reining. Klar vermisste ich diese Zeiten, aber mit Venetia unterm Sattel hatte ich auch sehr viel Spaß gehabt und würde heute ein letztes Mal riesigen Spaß haben, bevor sie zu Hunter zurück nach England fliegen würde.
      Es dauerte eine Weile, bis wir aufgerufen wurden. Ich stellte mich an das Tor des Platzes, klopfte noch einmal ihren Hals und sortierte meine Zügel. Erst dann nickte ich den Richtern zu, ritt hinein und steuerte auf die beiden Schrittstangen zu, die in dem verkleinerten Viereck endeten. Die LK 1 Pattern war der LK 2 Pattern vom letzten Mal sehr ähnlich, wurde allerdings rückwärts geritten und hatte ein paar Stangen mehr im Angebot. Sie war auf jeden Fall ein gutes Stück schwieriger, aber keinesfalls unmöglich zu reiten. So standen wir in dem kleinen Viereck, ich gab die Hilfen zur 360 Grad Drehung nach links und ritt sie im Schritt wieder aus der Box heraus. Innerlich jubelte ich, denn sie hatte sich wunderschön auf die Hinterhand gesetzt und war wahnsinnig leicht in der Schulter gewesen. Genau das, für das wir so lange trainiert hatten. Äußerlich verzog ich natürlich keine Miene, meine Mundwinkel zuckten nur ganz kurz nach oben, ehe ich wieder ein ernstes Gesicht machte. Ich lenkte sie nach links, stellte sie und gab ihr die Hilfen zum Galopp. Sie sprang schön an, ließ sich sofort gerade richten und sauber über die drei Stangen dirigieren, ehe ich sie nach links lenke, wir über die einzelne Stange ritten, ich sie wieder nach links lenkte und ich sie im Galopp langsam zurücknahm, so dass wir aus einem schönen, langsamen Galopp direkt neben einer einzelnen Stange stehenbleiben konnten. Das war etwas, dass wir nicht so viel geübt hatten. Deshalb hatte ich sie im Galopp auch minimal zurückgenommen, damit sie es einfacher hatte, stehen zu bleiben. Links von uns lag die Stange, um die wir rückwärts herum gehen mussten. Ich richtete sie also zunächst gerade rückwärts. Als ihre Hinterbeine das Ende passiert hatten, lenkte ich sie nach links, ließ sie kurz gerade nach hinten gehen, ehe ich sie ganz um die Stange herum lenkte und wir bis zum Ende gemütlich rückwärts richteten. Beim Trail kam es, anders als bei der Reining zum Beispiel, nicht auf Schnelligkeit an, sondern auf Präzision. Ich hielte sie an, sortierte die Zügel und trabte sie sofort aus dem Stand an, ehe wir die beiden Trabstangen überritten und dann drei weitere Stangen nahmen, die in einem Kreis angeordnet waren. Aus diesem Kreis heraus ging es zum Tor, vor dem Venetia super stoppte und sich ohne Probleme aufstellen ließ. Das Öffnen, Hindurchgehen und Schließen klappte ohne Probleme. Das war wirklich mittlerweile eine ihrer Paradeübungen. Sofort ging es im Trab weiter. Zunächst über drei Stangen, dann über eine einzelne. Sofort nachdem ihre Vorderbeine die Stange überschritten hatten, gab ich die Hilfen zum Angaloppieren auf der linken Hand. Wir ritten einen großen Halbkreis und steuerten dann auf drei hintereinander liegende Stangen zu. Genau dahinter lenkte ich sie minimal nach rechts, wo wir noch eine Stange überritten, ehe zwei weitere im Halbkreis folgten. Ich musste sie ziemlich zügig zurück in den Schritt nehmen, da die vier Schrittstangen schneller auf uns zukamen, als es mir lieb war. Dementsprechend war Venetia auch viel zu schnell, so dass ich die Zügel nochmal annehmen und sie ein bisschen bremsen musste. Dann aber verlangsamte sie ihren Schritt, berührte keine der Stangen und ging locker und gelassen über die Brücke. Ich nickte den Richtern zu und verließ den Platz. "Die Stangen lagen echt viel näher als im Training.", beschwerte ich mich am Abreiteplatz bei Caleb, der netterweise mitgekommen war. Er hatte auch ein Pferd vorgestellt, aber keine Platzierung erreicht. Seine Stute hatte sich erschrocken und war sofort zu Beginn aus dem Viereck gesprungen. Er hatte sofort abgewunken, den Parcours aber in aller Ruhe beendet. "Das sah aber ansonsten wirklich gut aus. Kaum zu glauben, wie fein die Stute zu reiten ist.", lobte Caleb uns beide und klopfte Venetia den Hals. Später bei der Siegerehrung erreichten wir sogar, trotz unseres 'kleinen Patzers' den 3. Platz. Darauf konnten wir wirklich stolz sein!
      Wieder zurück auf dem Blakes Crow Meadow rief ich sofort Hunter an, um ihm von unserem Fortschritt zu berichten. Er veranlasste einen Flug und bedankte sich herzlich bei uns für das Training. Er überlegte sogar, uns irgendwann nochmal ein Pferd für ein Training über mehrere Monate zu schicken.


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      1. April 2019 | von sadasha
      Frühlingseinbruch
      Den Kopf auf eine Hand gestützt, saß ich auf dem Hocker in der Sattelkammer. Ich starrte die offene Dose Lederfett an, die vor mir auf dem Boden stand, sah sie jedoch nicht. Ich war mit meinen Gedanken bei meinen Eltern, suchte Lösungen für das Dilemma, das sich um sie wob, wie ein giftiges Netz. Die Nachricht vom Schlaganfall meines Vaters hatte mich vor zwei Tagen aus der Bahn geworfen. Meine Mutter war vollkommen aufgelöst und lief herum wie ein aufgescheuchtes Huhn, wenn man sie besuchte. Sie fand sich alleine nur schwer zurecht. Jahrzehnte lang hatte sie meinen Vater an ihrer Seite, ihr Ruhepol, ihr Anker. Jetzt war er im Krankenhaus und kämpfte mit den Folgen des Schlaganfalls. Die Ärzte wollten uns nicht zu viel versprechen, er würde vielleicht wieder gehen lernen, vielleicht wieder sprechen können, aber sein Geist war sehr mitgenommen. Ich hatte meine Mutter wegen ihrer ebenfalls schlechten Verfassung nach Hause geholt. Hier konnte ich immer ein Auge auf sie werfen, sie ablenken. Mein Team half mir dabei und es zeigte bereits Wirkung. Aber war das die Lösung? Sicher nicht. Ich musste mir für die Zukunft etwas anderes überlegen.
      Ich seufzte und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Jemand hatte die Tür hinter mir geöffnet. Als ich mich umwandte sah ich, dass es Kerry war. Sie brachte Sattel und Trense von Vikar nach ihrem Training zurück. „Vikar kam heute aus dem Schwitzen kaum noch raus. Auch die anderen Kaltblüter tun sich schwer mit dem plötzlichen Frühlingseinbruch. Kannst du mir helfen sie zu scheren? Ich bin mit der Maschine so unsicher.“, fragte sie, als sie das Zubehör fertig verstaut hatte und sich zum Gehen wandte. Ich nickte zum Sattel auf dem Bock vor mir. „Ich mach den noch fertig, dann komme ich.“
      Kerry hatte Tank auf die Stallgasse geholt und ihn gründlich geputzt. Der Shirehengst sah mich aufmerksam an, als ich mich mit der Schermaschine näherte. Er war meistens entspannt. Das Scheren kannte er und gerade ihm mit seinem schwarzen Fell, war es immer eine große Erleichterung, wenn wir ihm beim Fellwechsel halfen. „Ich hol schon mal den nächsten Kandidaten, dann kann ich Putzen, solange du Tank scherst.“ Abermals nickte ich und schloss die Maschine am Strom an. Ich stellte eine recht kurze Haarlänge ein und begann am Hals gegen den Strich zu scheren. Kerry hatte die Mähne fest eingeflochten, sodass sie mich jetzt nicht störte, selbst wenn sich Tank einmal schüttelte. Ich nahm mir die Zeit um langsam die Bahnen zu ziehen und auf Unebenheiten zu achten. Schließlich wollte ich den Hengst nicht verletzen. Immer wenn ich absetzte prüfte ich die Temperatur der Schermaschine. Wurde sie zu heiß, setzte ich für ein paar Minuten aus, damit sie sich abkühlen konnte. Nach Tank war Felan an der Reihe. Kerry brachte den Hengst weg und ich ging eine Stallgasse weiter um die Schimmelstute zu scheren. Felan war auch sehr ausgeglichen und ruhig. Der Krach der Schermaschine machte ihr nichts. Ihre dunkle Haut ließ das Fell grau erscheinen. Kerry half mir beim Po und hob den Schweif an, da Felan ihn nicht von selbst hochnahm, wenn ich in die Gegend kam. Dadurch dass die Stute deutlich kleiner war, als Tank war ich auch viel schneller mit dem Scheren fertig. Kerry hatte dennoch schon das nächste Pferd fertig geputzt. Schneemann war zwar auch weiß, hatte aber eine helle Haut, da er kein Schimmel war. Er bekam eher einen rosa Touch, wo die Haut durchschimmerte. Während ich ihn scherte, putzte Kerry Uschi, deren Dapples beim Schervorgang deutlicher zum Vorschein kamen. Eine Herausforderung stellte Maeyr dar. Der Hengst war mal wieder in Höchstform und schnappte immer wieder nach mir, wenn ihm eine Stelle nicht passte. Als ich seine Spinnereien satt hatte bat ich Kerry ihn abzulenken, damit ich den Schervogang in Ruhe abschließen konnte. Auch Mister Blockhead war nicht begeistert vom heutigen Tagesprogramm. Nach ihm legten wir erstmal eine Pause ein und aßen zu Mittag.
      „Holt ihr die anderen? Wir haben für Alle gekocht.“, bat meine Mutter, als wir die Küche betraten. Sie sah glücklich aus. Mrs. Clayton deckte im Hintergrund den Tisch. Es roch köstlich nach gebratenem Fleisch und Rosmarin. Kerry und ich teilten uns auf und holten den Rest des Teams. Ein so üppiges Essen hatten wir selten. Meistens gab es Eintöpfe, Suppen, irgendwas, das sich schnell für eine große Truppe anrichten ließ. Jetzt wo Mrs. Clayton jedoch die Hilfe von meiner Mutter hatte tischten sie gemeinsam auf. Sie waren ein ausgezeichnetes Team. „Als nächstes scheren wir Mephisto und Buck or Two. Dann sind es nur noch die übrigen Stuten.“, erklärte Kerry. Liz sah auf. „Das macht ihr also den ganzen Tag! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit die Fohlen an das Geräusch gewöhnen?“, schlug sie vor. Ein zustimmendes Murren ging durch die Reihe, da niemand den Mund leer hatte um in Worten zu antworten. Den Rest des Essens diskutierten wir aus wie dir das Fohlentraining am besten einbringen konnten ohne die Kleinen komplett zu verschrecken. Am besten ging das mit den sehr routinierten Stuten. Xana, Venetia, Ramira und Sovereign boten sich an.
      Nach dem Essen ging es dann an die Umsetzung. Ich begann damit die Stuten zu scheren und Kerry sah immer mal wieder mit einem der Fohlen vorbei. Zuerst mit Hester, die das Alles recht wenig interessierte. Gut für sie, denn als Tinker würde die später öfter in den Genuss kommen zum Fellwechsel geschoren zu werden. Aber auch die Vollblutfohlen Little Miss Backyard, What Rainbow und Framed in Fantasy konnten sich mit dem Geräusch und dem Vorgang etwas vertraut machen. Als die vier Stuten unseres Vertrauens durch waren mit Scheren, fehlte nur noch Stonery. Auch sie wurde heute von überschüssigem Winterfell befreit und anschließend mit einer leichten Decke eingedeckt.
      Der nächste Tag begann ganz standardmäßig. Es war für mich schon so normal, meine Mutter im Haus zu haben, dass es sich unnatürlich anfühlte, sie demnächst wieder wegzuschicken, damit sie weiter mit meinem Vater leben konnte. Doch für den Moment genoss ich ihre Anwesenheit und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt. Sie hatte sogar Pitch raus gelassen, sodass ich sofort an die Arbeit mit den Pferden gehen konnte. Ich schnappte mir zuerst Ehrengold und Sunday Morning und steckte sie in die Führanlage, die beiden braunen Hengste verstanden sich erstaunlich gut und so konnte man sie halbwegs unbeaufsichtigt ihre Runden drehen lassen. Von der Reithalle aus konnte ich sie beobachten. Ich machte mir Riven in a Dream fertig und wärmte sie zuerst einmal gründlich auf. Als ich damit fertig war betrat Isaac mit Mikado in die Halle. „Keine Stangen aufgebaut? Bist du krank?“ Ich lachte. „Kein Bedarf. Aber nur zu, wenn du Stangenarbeit machen möchtest: Fühl dich frei.“, gab ich zurück und trabte Riven an. Isaac beließ es für seine erste Trainingseinheit des Tages dabei und baute erst nachdem er Mikado weggebracht hatte ein paar Stangenlektionen auf. Ich hatte nun PFS Strolch unter mir und nutzte die Stangen ebenfalls. Da Isaac jetzt den Halbbruder PFS' Straight Alignment ritt kamen wir mit den Abständen in etwa hin, wenngleich Ally ein Stückchen kleiner war. Die Schrittlänge war erstaunlicher Weise recht ähnlich. Nach dem Mittag schnappte ich mir zuerst Golden Sugar und später Reverence und machte ihn für den Geländeparcours fertig, der sich endlich wieder bereiten ließ, nach all den nassen Tagen. Die Hofeigene Strecke hatte ich für mich alleine, da heute nur Isaac als Trainer auf dem Hof war. Er blieb jedoch den Tag über in der Halle. Die Stuten PFS' Savory Blossom und Essence of Life würde das freuen, da sie sonst gleich gewaschen werden müssten, was keine von ihnen sonderlich mochte. In der Führanlage liefen, als ich von meiner Geländesession zurück kam, Rouge Trap, PFS' Storm Cat, Tainted Whiz Gun und CHH' Classic Spring. Damit waren die Vollblüter für heute bewegt. Frei war mein Nachmittag jedoch trotzdem nicht, da ich noch ein paar Besorgungen für die Schmiede machen musste. Erst als ich spät Abends wieder nach Hause kam, hatte ich endlich frei und konnte mit Pitch die Ruhe genießen.

    • Sevannie
      Ihre Zeit auf:
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      Duke of Darkness / Ginnies Casanova/ Mephisto/ Rainy Afternoon/ Kukuniniwi ( Wölfchen) /Sunshine Shadow/ Arcane/ Venetia/ Zwßs Moschi
      PflegeBericht 01.05.2019
      Des einen Freud des anderen ...
      " Drei neue ? wirklich ich dachte du wolltest dich verkleinern und etwas kürzer treten ? " augen Rollend schaute May mich an " Ja ich konnte ncht anderes udn schau dir mal Arcane an kommt sie dir bekannt vor ? Die Stämmige noch kleinen Stute schaute sich schüchtern und etwas ängstlich in der großen Box um . Wir hatten ihre Mutter vor Jahren hier angebunden gefunden sie war auch immer etwas schüchtern fast ängstlich gewesen hatte aber viel Potzenzial und durfte im Nachbarstall ihrenen Ruhestand auf der Koppel verbringen hier war sie sehr ausgeglichen - ich hörte nur ein Quitschen von May - das hatte ich erwartet verschmitzt grinste ich " na ch dneeke mal neben Moschi fällt sie erst mal nicht auf oder ? " " Wie sie ... mir ... ich - Oh Gott " und schon war May zu der Stute in die Box gesclüpft und kuschelte mit ihr . neben ihr hatten noch 2 Tinker den weg in meinen stall gefunden sie waren klasse für die Kinder und würden sicher viel spass hier haben udn irgendwann vielleicht auch für nachwunchs sorgen. Venetia und Mephisto - und Mephsto war von der Sanftesten Stute die ich kannte die Nachzucht und auch er war Ruhig gechillt und aufmerksam etwas Fualer als seine Mum aber immernoch ein Traum. Nach dem die neuen Versorgt waren Mephisto schon mit Rainy auf der Koppelt stand und zufrieden graßte und von Casanvoa angekanbbert wurde ihn das aber nicht im geringsten störte schüttelte ich nu den Kopf machte ein Bild mit dem Handy und ging zu meinem Jungspund und Duke Wölfchen war ein noch shclacksiker Junghengst mit viel unsinn im Kopf aber eigentlich umgänglich heut würde ich mit Duke und Wölfchen als Handpferd und Julie auf Sunshine Shadow eine Runde ans meer gehen und ihn im Wasser traineren. May würde sich wären-dessen um zwßs Moschi und Arcane kümmern und beide in der Halle laufen lassen die Große Shirer Stute gab der noch jungen barockpinto Stute die Sicherheit die sie brauchte.
      Duke of Darkness / Ginnies Casanova/ Mephisto/ Rainy Afternoon/ Kukuniniwi ( Wölfchen) /Sunshine Shadow/ Arcane/ Venetia/ Zwßs Moschi

      Arcane , Venetia und Moschi standen zusammen auf der kleinen Weide alle 3 hatten schon ordentlich Winterfell produziert und wenn ich nicht scheren wollte bzw May das nicht machen wollte musste ich nun langsam ein Decken, bei den ausgewachsenen beiden war das kein Thema aber bei Arcane die gefühlt jeden Tag um 10 cm wuchs war das etwas schwiriger May hatte Moschi damals nicht eingedeckt doch kam mir Arcane so zart vor das ich darüber nachdachte.
      Bei den Hengsten würde ich erst später anfangen wobei die beiden Tinker Rainy Afternoon und Mephisto auch schon Plüschig aussahen Ginnies Casanvoa würde ich eh wieder Scheren müssen seit seiner fiesen Erkältung war das besser.
      DUke of Darkness und auch Kukuniniwi ( wölfchen) hatten schon seit ein paar Wochen die Decke auf Duke da Weichei und nun such schon älter und Wölfchen da er im voll im Training stand und die Muskeln da besser wärmer blieben grade wenn es so windig war wie die Tage. Sunshine Shadow war typisch Hafi Robuster hatte aber auch schon Fell geschoben aber das machte nichts er würde den Rest des Jahres nur zum Decken kommen und sonst nur leicht bewegt werden.


      Eingewöhnung von Moonligth
      ZW´Moschi; Arcane, Baraija, Venetia. Miss Moonligth


      Als May die schwarze Stute aus dem Transporter holte wurde mir eingies klar - ja sie war Bild Hübsch und die andere seite war tasaschlich weiß mit Schicken Blauem Auge - sehr hübsch und schüchtern mit gespitzen unruhigen ohren trat sie mit den reisegabaschen staksend raus und orientere sich sher an May ließ sie vor gehen in der Boxengasse wurde sie von dne anderne stuten vorallem Arcane lautstark begrüßt was sie erst mal etwas irrtiere.
      May enkleidete sie und nahm sie wieder mit raus - sie hatte schon ordentlich Fell und hier war es vergleich weiße warm mit 16 Grad ich würde May sagen das sie sic beobachten muss oder notfalls scheren wenn sie das zu lässt.
      May führte die Stute in die kleine Halle und machte sie los und holte Zw´s Moschi ihre große sanfte aus der Box und brachte sie zu Mooni - die beiden fast gleich großen Stuten beschnupperten sich Quitschen udn galoppierten dann Bocken um her nach 10 min und zwei gesch witzen PFerden wurde sich erst mal gewältz und dann gegenseitig gekrault . Zufrieden holten wir zusammen die beiden raus Moon ging lgeich mal 5 Schritte von mir weg da ich sie aber nicht beachtete sondern Moschi ans Halfter nahm und rausging war es kein so großes Problem May Konte sie Problemlos aufhalftern und auch die Abschwitz decke anziehen Moon würde nicht unter das solarium kommen Moschi schon die Stute mit dem Blauen Auge durfte aber zuschauen unbe beäuft das komische Konstruckt mistrauisch bleib aber ruhig - nach 15 min durften alle beide zu den anderne in Große Paddockbox Bajaraija und Arcane standen neugierig da Venecia schaute von draußen rein und blubberte freundlich. Drinnen steckent alle stuten die Köpfe zusammen udn uitschen eine runde und dann gingen sie raus um an der großen Heuraufe Heu zu mampfen was immer zur verfügung stand. May und ich gingen zu firenden rein für heute hatten die Stuten genug aufregung später würden wir uns um die HEngste kümmern.
    • Sevannie
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      Körungsvorbereitung

      Sevannie I 4.377 Zeichen
      Endlich war ich wieder auf meinem eigenen Hof angelangt, hatte die letzten Tagen hauptsächlich mit dem Reisen als Tierärztin verbracht und so sollte es heute auch weiter gehen. Venetia wollte ich demnächst auf einer Körung präsentieren und dafür wollte ich sie auch einmal gründlich durchchecken. Zudem war sie einer der Neuzugänge und ich hatte dies sowieso vor bei ihr. Jedes meiner Pferde wurde einmal durchgecheckt wenn es bei mir ankam, damit ich auch sicher gehen konnte, dass bei ihnen alles okay war. Hilfe hatte ich heute nur allerdings keine, der Nachteil wenn man alleine auf einem Hof war. Natürlich war da Ian, der mir mehr oder minder als einzige Freund hier in der neuen Umgebung zu Seite stand, aber ich wollte ihn auch sicherlich nicht ausnutzen. Immerhin war er eigentlich hier nur für seine Arbeit da und nicht, um mir zu helfen. Auch wenn sich schon so etwas wie eine Freundschaft angebahnt hatte.
      Schmunzelnd lief ich die Stallgasse entlang, ich hatte bisher alle Pferde auf die Paddoks verfrachtet, bis auf Venetia. Die hübsche Stute in besonderer Lackierung war ein wahrlicher Augenschmaus. Das lange Langhaar und der Behang ließen sie umso edler wirken. Das Fell glänzte und die Augen waren wach und klar. Ich nahm das rote Halfter von dessen Haken und schob die Boxentür auf. ,,Hallo meine Süße.'', hauchte ich leise und streichelte ihre Nüstern, als sie mir diese mit einem leisen Brummeln entgegen streckte. Sie und die anderen vom Gestüt zum Fuchsbau hatten sich recht schnell hier eingelebt. Ich halfterte die Stute auf und führte sie sogleich aus der Box, als ich ihr die Hufe ausgekratzt hatte. Ich band sie vor der Box am Anbindehaken an und musterte sie kurz. ,,Dauert nicht lange, dann darfst du auch raus.'', sprach ich der Stute kurz zu und begann auch sogleich damit sie abzutasten. Die Körungsvorbereitung war in meiner Auftragslage schon zur Routine geworden. Erst den Hals abtasten, dann den Rumpf, die Beine und zum Schluss hob ich diese gern an um mir einen Blick darunter zu erhaschen. Ich begutachtete die Sohle und den Strahl, das allgemeine Hufbild, bevor ich den Huf absetzte und zum Nächsten überging. ,,Brav.'', lobte ich die Stute zwischendurch und schob im nächsten Moment ihre Unterlippe etwas herunter, bekam so einen Einblick in das Maul und auch auf das Zahnfleisch. Es war rosig und gab mir keinen Anlass zur Sorge. Mit einem gekonnten Griff, indem ich die Finger an die zahnlosen Stellen schob, bekam ich das Maul der Stute etwas auf und erhaschte auch einen Blick auf die Zähne. Auch diese sahen vorbildlich aus und so steckte ich ihr ein Leckerli zu. Dieses durfte sie dann genüsslich kauen, während ich mir ihre Augen weiter ansah. Wie vorhin schon erwähnt war der Ausdruck klar und wach. Die Lider waren nicht angeschwollen und mit einem Klopfen auf den Hals der Stute ließ es ich auch gut sein.
      Ich schnappte mir das Thermometer, das ich in dem kleinem Stallköfferchen hatte und stellte mich neben die Hinterhand der Stute, seelenruhig wie sie nunmal eben war stand sie da und tat als wäre nicht, während ich gerade das Thermometer piepsen hörte. So war es doch immer ein schnelles Checkup wenn die Pferde so brav waren. Ich lobte meine Maus wieder und desinfizierte das Thermometer. Soweit so gut, fehlte nur das das Abhören. Also nahm ich mir mein treues Stallstethoskop zur Hand. Ich hatte alles doppelt was diese Standardsachen anging. Einmal für die Patienten von anderen Leuten und mein eigenes Equipment für meine Pferde, dieses blieb auch immer hier im Stall in der Sattelkammer. So müsste ich nicht erst in die Praxis rennen und dort alles holen. Als ich das metallische Ende des Stethoskops auf die Flanke der Stute drückte, hörte man deutlich den Darm und Magen arbeiten, weiter vorne hörte man die ruhige Atmung des Tieres und zu guter Letzt hörte ich mir noch den Rhythmus des Herzes an, der auch von der Ruhe selbst sprach. ,,Alles tip top, meine Süße.'', schmunzelte ich, hatte eigentlich ja auch nichts anderes erwartet, wenn ich ehrlich war. Sie machte auch keinen schlechten Eindruck und sonst verhielt sie sich ruhig und eben.. Tinkertypisch. Ich schob ihr noch ein Leckerli zu, brachte dann eben den Koffer wieder weg in die Sattelkammer und band die Stute von der Box los. ,,Dann darfst du nun auch raus und dein Heu dort weiter genießen.'', sagte ich und führte sie auch sogleich zum Paddok.
    • Sevannie
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      Distanz E -> A

      Canyon | 8.877 Zeichen


      Ich fand Bartholomäus in der Box von Joline. Nicht, dass ich ihn aktiv gesucht hatte, aber es war immer ratsam, ein Auge auf ihn zu haben, vor allem weil er zur Zeit etwas Liebestoll war. Einerseits hatte es ihm die neue Perlinostute angetan, aber auch eine unserer Praktikantinnen, die Nico angestellt hatte, um uns als Trainer das Training mit den Pferden etwas zu erleichtern. „Praktikanten“ war allerdings etwas das falsche Wort. Immerhin arbeiteten sie den Tag über auf dem Gestüt und bekamen dafür mehr als nur etwas Hungerlohn.
      »Cjara hat zugestimmt mitzukommen«, sagte ich. »Du kannst also ruhig deine gute Hose anziehen, wenn du etwas Eindruck machen möchtest.« Ich bedachte die ausgewaschene Jeans mit misstrauischen Augen.
      »Malte, alter Mann«, sagte Bart und kam aus Jolines Box. »Du weißt gar nicht mehr, wie man heutzutage gut bei Frauen ankommt.« Er grinste und wischte sich die dreckigen Hände absichtlich an der Hose ab.
      Cjara war eine unserer Praktikantinnen und Bart hatte mehr als nur ein Auge auf sie geworfen. Sagen wir, er hatte zwei Augen auf sie geworfen. Normalerweise ritt sie eine unserer Stuten, aber Bart hatte mich dazu überredet, sie zu diesem Distanztraining mitzunehmen und ihr den neuen Hengst Eskador aufzubinden.
      »Allerdings wird nicht sie Eskador reiten, sondern ich selbst werde ihn übernehmen«, sagte ich und wartete auf Barts Reaktion. Als diese jedoch ausblieb, fügte ich hinzu: »Deswegen wirst du wie immer Blue Soul nehmen und Cjara wird Joline reiten.«
      »Was?!« Bart war entrüstet. »Das ist ein Scherz, ich habe mich schon bei Jolines Ankunft für sie verpflichtet!«
      »Tja«, sagte ich. »Wie du bereits meintest: Ich bin hier der Profi.«
      Ohne noch etwas zu sagen, drehte ich mich um und verließ den Stall. Ich hätte diese Situation gerne vermieden, leider gab es keine andere Möglichkeit, wenn Cjara mitkommen sollte. Eskador kannte ich noch nicht und heute sollte sein erster Trainingstag werden. Ich ritt die Pferde gerne selber einmal, bevor ich sie an unerfahrenere Hände weitergab. Ich hoffte, dass Bart ruhig bleiben würde und ausnahmsweise sich nicht peinlich jugendlich verhielt. Immerhin würde uns heute eine Kundin begleiten. Sie hatte angefragt, ob wir sie bei einem Training mit einer neuen Stute etwas unterstützen konnten und natürlich hatte ich ihr zugestimmt.
      Reyna Huntington war mit ihrer Stute Venetia extra zu uns gereist. Nico hatte sie bereits begrüßt, Reyna Venetias Paddockbox für ihren Aufenthalt gezeigt und dann bereits das wichtigste mit ihr geklärt.
      Ich würde heute also nicht nur Bart haben, um den ich mich kümmern musste, sondern auch die unerfahrene Cjara, zwei neue Pferde und eine Kundin, die sich über etwas Hilfe und Aufmerksamkeit bestimmt nicht beklagen würde.
      Alle Pferden liefen noch auf E-Niveau, Ziel des heutigen Rittes war es allerdings, die 33km zu knacken und die Pferde aufzustufen. Reyna hatte mir erzählt, dass ihre Stute zwar noch nicht lange bei ihnen war, jedoch bereits Vorerfahrungen hatte und auch mit Reyna schon kleinere Trainingseinheiten hatten. Sie hatte mich auch vorgewarnt, dass beide noch etwas brauchen würden, um ein Team zu werden, ich machte mir da jedoch überhaupt keine Sorgen. Reyna war eine begabte Reiterin und alles, was ich von Venetia gehört hatte, hatte sie viel Geduld und Ruhe.
      Cjara war aufgeregt, Bart cool und angeberisch wie immer, als wir unsere Pferde vorbereiteten. Ich verteilte wasserdichte Brusttaschen für die Karte und die Check-Karte und nahm gleich die ersten Pulswerte von den Pferden. Auch wenn dies ein offizieller Distanzritt war, führte ich eine solche immer mit, um jeder Zeit auf jeden einzelnen Wert des Pferdes zugreifen zu können.
      »Da alle Pferde noch sehr unerfahren sind«, sagte ich in die Runde, bevor wir aufstiegen. »Bleiben wir heute in der Umgebung. Die Strecke ist genau 33,2 km lang. Auf euren Karten seht ihr die verschiedenen Punkte, an denen Pausen und Vet-Checks duchgeführt werden. Natürlich kenne ich den Weg, vielleicht müssen wir uns aber trennen und so hat jeder die Chance, den Ritt auch alleine fortsetzen zu können.«
      Alle saßen auf. Reyna und Cjara hatten sich bereits während des Putzens unterhalten, sodass Bart etwas abseits stand und das fand er gar nicht witzig. Ich war froh, dass die beiden sich gut verstanden und auch während des Rittes sich unterstützen würden.
      Ich hatte etwas Bedenken, dass Venetia mit den großen Vollblütern nicht mithalten würde können. Aber so hatten wir einen Grund, das Training heute langsam angehen zu lassen.
      Wir wärmten die Pferde auf, als wir im Schritt das Gestüt verließen. Als wir den Wald und seinen weichen Boden erreichten, trabten wir an. Venetia reihte sich weiter hinten ein. Ich war froh, dass Bart mit I‘ve got a blue soul die Führung übernahm und sich etwas mit Cjara und Joline beschäftigte. So konnte ich nun ein Auge auf Reyna haben, die zwischendurch immer wieder etwas Probleme hatte, mit Venetia mitzuhalten. Die Stute war im Schritt allerdings etwas trödeliger, als im Trab. Für einen Tinker und ihr Körpervolumen hatte sie durchaus viel Kraft. Ich riet Reyna, sich nicht zu viel Stress mit Treiben zu machen. »Lieber entspannt laufen lassen. Am Ende verlierst du die Punkte nicht wegen deiner Geschwindigkeit, sondern weil Venetias Puls in die Höhe schießt.«
      Unsere erste Pause fand an einem kleinen Bachlauf statt, so musste niemand vorher bereits Wassereimer verteilen. Wie tränkten die Pferde schnell, nutzen die Chance für einen Blick auf die Karte, bevor es auch schon weiter ging.
      Mittlerweile galoppierten wir an den Stellen, die es uns erlaubten. Joline und Blue Soul, die reinrassigen Warmblütern, mussten hier immer wieder gestoppt werden, ohne dabei sie so in Rage zu versetzen, dass sie sich gegenseitig aufschaukelten. Bart und Cjara ritten so immer etwas vor uns. Eskador blieb eher ruhig und bekam einen gemütlichen, kräftesparenden Galopp hin. Venetia legte sich ganz schön ins Zeug und hielt mit Eskadron gut mit.
      Durchnässt waren wir trotzdem alle, als wir uns dem Vet-Check näherten. Wir parierten bereits einige hundert Meter vorher durch und beruhigten den Puls. Es war immer ein schmaler Grad, zwischen einem schwachen Puls und einer guten Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Erfahrung hatte allerdings gezeigt, dass die Zeit zum Luftholen vor dem Vet-Check der beste Weg war. Oft gab es unangekündigte Tierarztkontrollen, bei denen es nicht möglich war, die Pferde vorher etwas abzukühlen.
      Wir stiegen von den Pferden ab und nahmen sofort den Puls. Es war erstaunlich, wie gut Venetias Werte waren. Auch Reyna freute sich über die positive Kritik an ihrer Stute. Vermutlich hatte sie sich etwas von den schlanken Rennpferden einschüchtern lassen, mit denen sie unterwegs war.
      Nach einigen Minuten nahmen wir abermals die Werte. Mittlerweile hatten sich die Pferde beruhigt und auch die beiden Vollblüter waren etwas zu Atmen gekommen. Ihre Werte waren nicht die besten gewesen, während Eskador in einem guten Bereich lag und gemütlich neben Venetia an dem bisschen Gras an unserer Raststätte knabberte.
      Wir hatten den Pferden für einen Moment die Sättel vom Rücken gezogen und Abschwitzdecken drüber gelegt. Im Sommer hätte ich ihnen einen kalten Eimer Wasser über den Rücken gekippt, aber heute war es recht windig und die Sonne hatte sich hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Das würden wir also auf ein andermal verschieben.
      Der zweite Teil der Strecke war genauso angenehm wie der erste. Die Reihenfolge der Pferde hatte sich mittlerweile gut gefestigt und auch die Tipps an Reyna und Cjara wurde immer weniger. Vor allem bei Reyna hatte ich das Gefühl, dass sie durch das Training ein gutes Gefühl zu ihrer Stute hatte aufbauen können und ihr nun bewusst war, dass selbst unsere Vollblüter ihre Problemstellen in der Distanz hatten. Venetia konnte auf ihre eigene Weise gut mit uns mithalten.
      Am Ende des Rittes parierten wir durch, kühlten die Pferde im Schritt langsam ab, um dann die letzten Werte auf unserer Check-Karte eintragen zu können. Bei einem richtigen Distanzritt würde dies ein Tierarzt machen, der außerdem noch kontrollieren würde, ob die Pferde auch gesundheitlich und kräftemäßig für den Weiterritt freigegeben waren. Im Training übernahm ich diese Rolle und gab mein bestes, diese so gut wie möglich auszufüllen.
      Beim Absatteln unterhielt ich mich mit Reyna und sie bestätigte mir, was ich bereits selber gemerkt hatte. „Vergleiche dich niemals mit den Reitweisen der anderen. Im Distanzreiten kann jeder seine Stärken zeigen und die sind eben oft unterschiedlich zu denen der Konkurrenten«, sagte ich zum Abschluss zu ihr. Sie bedankte sich bei mir und brachte ihre Stute zurück in den Stall. Heute Nacht würde sie noch auf dem Gestüt bleiben und erst morgen früh wieder abreisen. Hoffentlich mit einem besseren Gefühl für ihre Stute und der Motivation, weiterhin mit Venetia an ihren Distanzfähigkeiten zu arbeiten.
    • Sevannie
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      Pflegebericht für: First Spark, Maleficent Mistress, Native Dancer xx, Glee, Aria, Missing Misty,
      Venetia, Darling Diva xx, Quintessa, Alice Cullen, Royal Rubina, Hannelore, Abbey Dawn,
      Baileys Irish Cream, Delightful Joy, Cotton Eye, Caprice, Namica, Velvedere, Icaria, Diadora,
      Ramazotti Amaro, Xanthos, Dreamdancer, Rainy Afternoon, Deadly Overdose xx, La Paz, Thiago,
      Dark sweet Temptation, Sweet Poison, Pancake Killer, Hermann, HGT's Hero of Heaven,
      Burnin' Awake and Lifeless, Antaris, Shining Sommerdream, Mephisto, Schwachkopf, Albus

      Sevannie (Reyna Huntington) & Obi-Wan (Ian Monroe) I Zeichen

      Kennenlernen

      Ian Monroe | Es war Samstag in der Früh, dürfte wohl so um 6 Uhr sein. Ich legt auf dem Bauch in meinem Bett, eine Hand hing über die Bettkante das dunkle Haar stand zerzaust vom Kopf ab. Ich war am Vorabend relativ früh schlafen gegangen, da die Arbeit und das Bier welches ich mit Reyna getrunken hatte dafür gesorgt hatten das ich wirklich müde geworden war. Es war ein ruhiger und traumloser Schlaf in welchen ich gesunken war. Er endete genau in diesem Moment als ich etwas Warmes und Feuchtes auf meiner Hand spürte. Ich zuckte zusammen, öffnete die Augen einen Spalt, hob den Kopf gerade soweit um zu sehen das Aika sich an meiner Hand verging. „Morgen“, brummte ich der Hündin entgegen und entzog ihr meine Hand. Mhh… Hundesabber am Morgen was konnte es denn schöneres geben? Ich wälzte mich auf den Rücken, bedeckte meine Augen mit einem Unterarm. Ein herzhaftes Gähnen entkam mir und eigentlich war ich schon wieder beim Einschlafen, als Aika ihre Vorderpfoten auf die Bettkante legte, den Kopf zwischen ihre Pfoten und leise vor sich hin winselte. Ich seufzte und spähte zu ihr hinüber, wie sie mich mit ihren großen braunen Augen flehend anstarrte. Wieder erklang dieser leise Ton der verkündete, dass sie auf ihr Frühstück bestand. „Schon gut!“ gab ich schließlich mit einem Seufzen nach und schlug die warme Bettdecke zur Seite. Meine Füße schob ich über die Bettkante und saß erstmal aufrecht dort, fuhr mit einer Hand durch mein Haar und kratzte mich am Hinterkopf. Aika indes lief aufgeregt im Kreis, herum gähnte und streckte ihr Hinterteil in die Höhe, bevor sie trippelnd wieder auf die Beine kam und um das Bett herum lief. Ich dachte über den Tag nach, dachte daran was heute denn zu tun war und dann fiel mir ein, dass ich mir ja mit Reyna ausgemacht hatte heute wieder zu ihr zu fahren. Sie wollte mir das Reiten beibringen… nun zumindest sollte ich mich heute mal auf ein Pferd setzen. Unwillkürlich spürte ich die Aufregung dabei. Ob das wirklich gut gehen würde? Noch war ich ja nicht so davon überzeugt, aber einfach kneifen konnte ich doch jetzt auch nicht mehr. Gut das erste Problem stellte sich mir ja schon, als ich vor dem Kleiderschrank stand. Was zog man denn zum Reiten an? Vielleicht hätte ich da Reyna doch lieber Fragen sollen… Ich seufzte leise bei dem Gedanken an die hübsche junge Frau geriet ich leicht ins Schwärmen. Mit einem Seufzen entschied ich mich einfach für eine Jeans und ein einfaches T-Shirt. So machte ich mich mit Aika auf den Weg zum Stall, stieg in den alten Pick-up ein. Bevor ich jedoch zum Stall fuhr, fuhr ich noch an einem Coffee Shop vorbei, nahm für Reyna und mich jeweils einen Kaffee und je einen Donut mit. Hoffte, dass ihr das zusagen würde. So fuhr ich eine viertel Stunde später auf dem alten Gestüt ein und wenn ich mir so die Gebäude von außen ansah, konnte ich noch jede Menge Arbeit sehen… in meinem Kopf hätte ich auch schon den einen oder anderen Plan wie man ein paar Dinge verbessern könnte. Das waren eben die Augen eines Handwerkers… Ich parkte wie die Tage zuvor auch schon am Rand, stellte den Motor ab und stieg aus. Aika sprang gleich hinter mir hinaus und zischte auf der nächste Fleckchen Wiese zu, um erstmal ausgiebig zu schnuppern und sich zu erleichtern. Ich lächelte und ging mit dem Kaffee und der Tüte mit den Donuts in der Hand auf die Suche nach Reyna. „Reyna?“ fragte ich in den Stall hinein und sah mich um, betrat die Stallgasse. Es roch nach Sägespäne und frischen Holz, nur unterschwellig kam auch der Duft der Hinterlassenschaften der Tiere durch. Die Pferde schienen alle ihr eigenes Frühstück schon zu haben, zumindest war meine Anwesenheit ihnen so gut wie egal. Nur ein zwei hoben ihre Köpfe, das Maul voll mit dem grünen getrockneten Gras. Ich fand mich bei der Box der hübschen hell gescheckten Stute wieder. Sie spitzte neugierig ihre Ohren als sie mich wahrnahm und kam sogar heran um an der Tüte zu schnuppern die ich in der Hand hatte. Ich grinste und machte lieber einen Schritt zurück. „Ich glaube nicht das Donuts was für dich sind meine Hübsche“, schmunzelte ich. Das Tier schnaubte schüttelte ihren Kopf, bevor sie sich wieder ihrem Futter widmete.

      Reyna Huntington | Ich war heute etwas später wach geworden als sonst, tat mich schwer aus dem Bett zu kommen. Ja ich schlief endlich in meinem Bett. Nachdem Ian gegangen war hatte ich mich drauf und dran gemacht das Schlafzimmer wenigstens halbwegs ins Lot zu bringen. Oder zumindest das Bett, denn langsam aber sicher bekam ich Rückenschmerzen von der Haltung auf den Heuballen. Kaffee gab es jedoch immer noch nicht für mich, wobei ich froh drum wäre nun einen zu haben. Ich schlurfte in das Badezimmer und machte mich fertig für den Tag, alles was dazu gehört. Zähne putzen, Schminken und und und. Ja man sah mir meine Müdigkeit an, sehr sogar, bekam ja kaum die Augen auf. Aber sicherlich legte sich das gleich wieder, wenn ich in den Stall gehen würde um die Pferde zu füttern. So zog ich mir heute die dunkelblaue Reithose an und ein lockeres Shirt, darüber eine Sweatshirtjacke denn in den letzten Tagen war es immer morgens kalt, dafür am Nachmittag brechend heiß. Ich musste mich unbedingt mal an die Wiesen dran machen, damit die Pferde wenigstens über den Morgen dort etwas grasen konnten, das Paddok war ja keine dauerhaft Lösung für sie. Zumindest nicht bei der Hitze und ohne Unterstand, so holte ich sie jeden Mittag wieder rein und ließ sie abends noch einmal hinaus. Ich streckte mich ausgiebig als die kühle Luft mich vollends weckte, ehe ich meine Jacke schloss. Ich wollte wahrscheinlich gar nicht wissen wie viel Grad es wirklich waren. So lief ich die Treppen hinunter und gleich in den Stall, die Pferde wärmen diesen immer ganz gut. Und die Wärme hielt sich hier, genauso wie Mittags die kühlere Luft wenn ich einen Durchzug startete nachdem alle auf dem Paddok waren. Ich wurde von erwartungsvollem Gebrummel und Fohlen Wiehern begrüßt, was mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte. ,,Guten Morgen.“, rief ich in den, bis auf die Pferde, leeren Gang hinein und lief zur Futterkammer die es heute auch noch halt zu füllen. Wieso hatte ich bei meinem vollen Terminplan nochmal Ian eingeladen? Ja ich wollte ihn aufs Pferd setzen, ihm weiß machen wie schön das Reiten sein kann und hoffte auch das es mir Gelang, nur warum nochmal heute? Ich bereitete das Futter vor und gab jedem seine Portion nach und nach. Einen Teil vom Heu bekamen sie jetzt schon, den anderen verteilte ich derweil auf den Paddoks. Ich sah zum Stall hinüber, sah das alle natürlich noch am Kauen war und beschloss kurzer Hand meine Arbeit am Haupthaus und dessen Zimmer weiter zu vollziehen. Wollte dort ja irgendwann mal richtig einziehen und nicht so halbherzig. So lief ich die Treppen wieder hoch und begann in der Küche. Ich öffnete die Fenster und schmiss die alte Sachen wahllos in den Container der, Gott sei Dank dass ich ihn hab dort hinstellen lassen, unter dem Fenster stand. Wieso hatte der Vorbesitzer denn wirklich gar nichts mitgenommen, so schien es zumindest. Alte Küchengeräte und der Tisch im Esszimmer. Das Bett und so die Standardmöbel waren noch da, teilweise sogar noch Bilder. Ich schüttelte den Kopf, konnte nicht verstehen wieso man Bilder hängen ließ, die hatten doch eine Bedeutung. Ein kurzer Blick auf mein Handy verriet mir, dass es schon halb 9 war und ich wenigstens schon das ganze Kleingetraddel aus der Küche verbannt hatte. Eine neue würde ich mir derzeit noch nicht leisten könnten, so müsste diese halten. Eventuell das Holz neu streichen, aber das war eher ein kleineres Übel, sonst sah sie ja noch gut in Schuss aus, bis auf den Staub. Ich streckte mich erneut und der Wunsch, nun einen Kaffee zu haben, stieg wieder in mir auf. Ja dahinter steckte schon fast ein bisschen Suchtpotential, aber es war eben mein Lebenselixier. Früher hätte man mich vor meinem ersten Kaffee gar nicht ansprechen dürfen, zum Glück hatte sich das gelegt gehabt. Meine Beine trugen mich wieder aus dem Haupthaus und ich entdeckte Ians Auto. Oh! Lächelnd lief ich in den Stall. Ja wir verstanden uns gut und der Gedanke, seiner bloßen Anwesenheit, versetzte mir schon ein Lächeln auf die müden Gesichtszüge. Ich rieb mir die Augen, lief dann weiter. Aika schien mich schon zu hören, denn die kam geradewegs auf mich zugerannt. ,,Guten Morgen du Süße!“, rief ich und hockte mich hin, mit einem Sprung landete sie in meinen Armen und ich richtete mich auf. ,,Na du kleine Maus, gut geschlafen?“, lächelte ich und streichelte die aufgeregte Dame, welche fast zu explodieren schien vor Freude. Lächelnd und mit dem Hund auf dem Arm trat ich in den Stall. Sah den groß gebauten Mann mit einer Tüte und zwei Kaffeebechern in den Händen an, beobachtete wie er sich mit Velvedere unterhielt. Diese Stute hatte es ihm wirklich von Anfang an angetan. Aber es war ein wahrlich schöner Anblick. Ein hübscher Mann, welcher selbst noch etwas verschlafen drein blickte, der meine Velvedere streichelte und ihr erklärte warum sie nicht das haben könne was in der Tüte auch immer war. Ganz genau verstand ich seine Worte nicht und er schien mich auch nicht wirklich zu bemerken. Ich schmunzelte und musterte ihn, das Shirt spannte etwas an seinen muskulösen Oberarmen, sowie an der Brust auch etwas. Ja man sah ihm deutlich an, dass er ins Fitnessstudio ging. Und ich würde lügen, würde ich sagen dass dieser Mann mit seinem Aussehen nicht manchmal bestimme Gedanken hervorrief. Oder auch mit seiner Art, seiner überaus charmant Art, welche er zeitweise an den Tag legte. Ich schob diese Gedanken beiseite und sah wieder sein Profil an. „Guten Morgen Ian.“, rief ich ihm zu und ließ Aika wieder hinunter, ging ein paar Schritte auf ihn zu. ,,Gut geschlafen?“, fragte ich schmunzelnd nach und fuhr mir mit der Hand durch die Haare, strich sie nach hinten, damit sie mir nicht weiterhin ins Gesicht fallen. Müsste nachher wohl wieder zum Haargummi greifen, wie eigentlich schon die ganze Woche. Ich glaubte sogar, Ian hatte noch nicht einmal meine offenen Haare gesehen, glaubte er kannte mich nur mit hochangesetztem Pferdeschwanz da es für die Arbeiten angenehmer war, wenn mir die Haare nicht ständig ins Gesicht fielen.

      Ian Monroe | Mein Blick lag weiterhin auf dem hübschen Pferd, welches sich mittlerweile wieder von mir abgewandt hatte. Beobachtete fasziniert wie sie mit ihren Lippen kleine Halme aus den Sägespäne sammelte anstatt ihr Maul einfach in die Raufe zu stecken. Eine bekannte Stimme riss mich von dem beinahe schon meditativen Anblick los, ich drehte meinen Kopf und ein breites Lächeln trat unwillkürlich in mein Gesicht als ich der hübschen jungen Frau entgegen sah. „Morgen Reyna!“ erwiderte ich den Gruß und kam ihr entgegen. Ich nickte als sie fragte ob ich gut geschlafen hatte. „Ja sehr gut sogar, danke der Nachfrage“, antwortete ich ihr und grinste. „Und du?“ fragte ich sie zurück und beobachtete wie sie ihre Haare zurück strich. Wie sie durch das Licht was hier rein fiel glänzten als wären sie aus seinem feinen Stoff gewoben. Folgte dieser Bewegung mit den Augen und fragte mich ob sie sich so seidig anfühlten wie sie aussahen. Sie sah so ungewohnt aus mit den offenen Haaren – ungewohnt im guten Sinne, fast schon sexy, hatte ich sie die Woche doch nur mit Pferdeschwanz gesehen. Ich räusperte mich um schnell wieder meine Gedanken los zu werden, wurde mir dann den Doppelhalter in meiner Hand, indem die beiden Kaffees standen, wieder gewahr. „Öhm… ich habe Kaffee und Donuts mitgebracht“, lenkte ich also schnell ab, hob die Hände mit den Bechern und der Tüte in der Hand in die Höhe um darauf aufmerksam zu machen. Schenkte ihr wie üblich eines meiner charmanten Lächeln und hoffte das es ihr nicht aufgefallen war, dass ich sie angegafft hatte. „Ich fürchte nur er ist nicht mehr ganz so heiß“, meinte ich dann und lächelte entschuldigend. Hielt ihr dann den Papphalter hin. „Links ist glaube ich der Latte Macchiato und rechts ein doppelter Espresso“, erklärte ich. Nachdem ich ja nicht wusste wie sie ihren Kaffee gerne trank hatte ich einfach zwei verschiedene genommen und da ich ja nicht zimperlich war würde ich eben den nehmen der über blieb. Reyna sah zumindest so aus als könnte sie einen Kaffee gut gebrauchen und innerlich klopfte ich mir auf die Schulter für diese Idee. Denn das Lächeln das sie mir daraufhin schenkte war einfach atemberaubend schön und sie griff sogleich nach dem Latte. Gut das würde ich mir also für die Zukunft merken. Moment Zukunft? Ich kannte sie gerade mal die Woche, war eigentlich auch nur hier durch meinen Arbeitgeber. Nun gut heute nicht, denn es war Samstag und ich war hier, weil sie mich auf eines ihrer Pferde setzen wollte. Etwas nervös war ich aufgrund dessen schon, aber wollte mir das natürlich erstmal nicht ansehen lassen. – Wie schwer konnte es denn schon tatsächlich sein? - Wir verließen nochmal den Stall um das Essen drüben beim Haus auf der Bank einzunehmen auf der wir gestern schon Bier miteinander getrunken hatten. Ich reichte ihr lächelnd ihren Donut. Die Kaffeebecher waren leer, die Donuts gegessen. Aika hatte sich neben mir abgelegt und sah von dieser Position aus aufmerksam in die Gegend. Dann wandte sich Reyna schließlich mit einem Schmunzeln und einer Frage an mich: „Also für welches Pferd hast du dich denn nun entschieden?“
      Das war eine gute Frage, sie hatte sehr schöne Tiere nur wusste ich sehr wenig von dem Ganzen. Gestern hatte sie schon gesagt das ich aussuchen dürfte und sie ihr Veto einlegen würde, würde ich eines auswählen das nicht geeignet für...nun ja mich war. Ich lehnte mich auf der Bank zurück und dachte darüber nach. Natürlich kam mir gleich die hübsche gefleckte Stute in den Sinn. "Hmm.. was ist mit der hübschen hellen gescheckten Stute?" fragte ich also sogleich nach. Das Grinsen von Reyna sagte mir gleich, dass dieses Pferd wohl nichts für mich war. Was sich mit ihren Worten bestätigte, als sie mir sagte das Velvedere noch nicht zugeritten war. Gut... definitiv nichts für mich. Ich fuhr mit einer Hand durch mein Haar. "Na dann lieber nicht", meinte ich leise lachend, bevor ich mich vorbeugte. "Welche sind denn ..zugeritten?" fragte ich nach und musterte die hübsche Frau neben mir. Irgendwie.. rutschte man bei solchen Worten wie von selber in zweideutige Gedanken.

      Reyna Huntington | Hatte er mir doch tatsächlich schon den Tag versüßt mit dem Latte Macchiato und dem Donut. Auf meine frage hin, welches Pferd er gerne nehmen würde sagte er, was mit der hellen gescheckten Stute wäre. Ich schüttelte grinsend den Kopf, er schien sich wirklich gut mit ihr zu verstehen. ,,Vel ist nicht eingeritten und somit fällt sie leider raus. Ich könnte dir Hermann empfehlen.'', erklärte ich und er sah mich verdutzt an. Na klar wusste er nicht wer wer war. ,,Das große braune Kaltblut.'' - Achja. Ich vergaß, dass er sich damit auch nicht auskannte. War er doch ganz neu auf dem Gebiet. ,,Der große Braune, stämmige Hengst.'', erklärte ich dann und auf seinen Gesichtszügen breitete sich ein kleines Schmunzeln aus, wusste er doch nun wen ich meinte. ,,Der ist ganz lieb und ruhig, oder Icaria, sie ist auch ein Warmblut und sehr ruhig.'', erklärte ich knapp und stand dann auf, nahm ihm den Müll ab. ,,Komm, wir gehen am besten durch den Stall, so hat das doch keinen Zweck.'', lachte ich auf, als er erneut so süß verwirrt drein blickte. So schmiss ich den Müll schnell in die Tonne, bevor wir wieder in den Stall traten. Hatte mir zuvor auch gleich wieder die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, da sie mich durch den Wind jetzt schon störten. Wir blieben vor Icaria's Box stehen, welche nur kurz ihren Kopf neugierig hob und dann doch wieder ihre Aufmerksamkeit dem Heu zuwandte. ,,Das ist Icaria. Eine Hannoveranerstute und sehr geduldig und ruhig.'', sagte ich und musterte die braune Stute mit den wunderschönen Abzeichen auf ihrem Kopf. War sie doch sehr außergewöhnlich durch dieses und das machte sie so besonders, zumal ihr Charakter goldwert war. Wir liefen zu Hermann, welchem ich Ian auch noch etwas vorstellte, bevor es weiter zu HGT's Hero of Heaven ging. ,,Er wäre vielleicht auch was, zeigt er kaum Hengstmanieren und ist eigentlich sehr lernwillig. Vielleicht wäre es auch für ihn eine gute Erfahrung um zu Lernen wie man sich vorsichtig gibt.'', sagte ich und streichelte dem dunklen Palomino über die grauen, samtweichen Nüstern die er uns gerade entgegen streckte. Hero brummelte leise und streckte seinen Hals, drehte seinen Kopf und schielte zu Ian hoch, was mir ein Kichern entlockte. ,,Ja er ist auch gerne mal ein Quatschkopf.'', fügte ich hinzu und wir gingen weiter. Ich stellte ihm noch Pancake Killer als potentiellen Kandidaten vor. So war der Tinker-Hengst ebenso ein ruhiger Kandidat, auch wenn er etwas tollpatschig war. Sweet Poison fiel aufgrund des Größenunterschieds aus, war es doch nicht sonderlich förderlich, einen so großen, gut gebauten Mann auf einen so viel kleineren Hengst zu setzen. Auch wenn mir Ian's Kommentar nicht entging, dass genau er doch der richtige wäre, könne er doch nicht so weit fallen sollte es dazu kommen. Ich kicherte und schüttelte dann grinsend den Kopf. ,,Nein keine Option.'', unterstrich ich meine Aussage und wir gingen zu dem letzten Kandidaten. ,,Antaris.'', sagte ich und streckte meine Arme zu der Box aus, in welcher der braune Hengst stand. ,,Er ist auch sehr ruhig und ein wahrer Schatz, wenn man ihn lässt.'', schmunzelte ich über meinen Zuchthengst und sah dann erwartungsvoll zu Ian, dem die Entscheidung wohl alles andere als leicht fiel. ,,Nun, lass es dir durch den Kopf gehen. Ich bringe solange die anderen Pferde auf die Paddoks.'', sagte ich und machte mich dann auch schon daran. Ich nahm zuerst Royal Rubina und Alice Cullen zu mir, lief mit den beiden aus dem Stall und zu den besagten Paddoks. Nach und nach folgten dann auch der Rest, wobei mir Ian auch half. So kamen zu guter Letzt noch Missing Misty und Aria raus auf ein gemeinsames Stück. ,,Und? Schon entschieden?'', fragte ich grinsend und drehte mich zu dem dunkelhaarigem Mann um, welcher doch recht nah vor mir stand. Ich schmunzelte, spürte das leichte erröten meiner Wangen und trat einen Schritt zurück. Musste ich doch immer wieder den Kopf in den Nacken legen um auch in die braunen Augen des Mannes sehen zu können. War er doch schon ein ganzes Stück größer als ich es war. Ich schmunzelte, betrachtete das kantige Gesicht und die harten Züge, doch Aika riss mich aus dem Anblick. War es sicherlich auch ein guter Zeitpunkt gewesen, die kleinen Vorderpfoten an meine Wade anzulehnen und mich mit stark wedelnder Rute anzuschauen. Sie quietschte leise, schien so aufgeregt und sich zu freuen. Ich lächelte und hob die kleine Maus hoch. ,,Aika wartet wohl auch schon auf eine Entscheidung.'', lächelte ich weiterhin und streichelte die kleine Hündin auf meinem Arm, sah dann wieder zu Ian auf. ,,Uhm.. Wie hieß der große Braune nochmal?'', hakte Ian nach und ich konnte mich nicht halten wieder los zu kichern. ,,Antaris oder Hermann?'' - ,,Der ruhige, stämmige.'', murmelte Ian peinlich berührt und kratzte sich am Hinterkopf. Sein Lächeln ließ mich ebenso schmunzeln. ,,Hermann.'', sagte ich dann und ließ die kleine Hündin wieder von meinem Arm, ehe ich mit Ian zu dem Paddok lief auf dem Hermann stand. ,,Wir können den ersten Ritt auch verschieben auf wann anders, wenn du magst? Vielleicht willst du ihn so erstmal kennen lernen?'', sagte ich dann und legte die Arme auf den Zaun des Paddoks, die Litzen waren ja etwas davon entfernt, also brauchte ich auch keine Angst haben, im nächsten Moment eine gewischt zu bekommen. Mein Blick fiel von dem Braunen wieder auf Ian, der den Hengst gerade ansah. Betrachtete währenddessen etwas ungehalten das markante Gesicht. Nun war ich wohl die, die starrte. So wandte ich den Blick ab und sah auf den Boden vor uns wartete auf die Antwort von Ian. Ich strich mir einer der Haarsträhnen aus dem Gesicht.

      Ian Monroe | Natürlich war das ganze Gerede über den Tieren von dieser Warte hier etwas... nun ja verwirrend. Sie nannte Namen, aber natürlich sagte mir das kaum etwas. Sah auf meine Hände als sie mir den Leeren Becher und das Papier abnahm. Ich kratzte mich an Hinterkopf und dachte fieberhaft darüber nach. Innerlich war ich natürlich aufgeregt, versuchte es jedoch nicht zu zeigen. Dann forderte sie mich auf aufzustehen, lachte mir mit diesem umwerfenden Lachen ins Gesicht. Es wirkte nicht als ob sie sich über mich lustig machen würde. Ich grinste schief und erhob mich auch so gleich mit einem eifrigen Nicken. Ich folgte Reyna und kam nicht umhin meinen Blick über ihre hübschen Körper gleiten zu lassen, hinunter zu dem hübschen kleinen Hintern der bei jedem Schritt hin und her wackelte. Ich biss mir auf die Zunge und zwang mich schnell wieder auf ihren Hinterkopf zu sehen, bot der auf und ab wippende Pferdeschwanz doch auch eine Schöne Aussicht! Wir blieben vor der Box der Stute stehen die sie zuvor erwähnt hatte und ich warf einen Blick über die Boxenwand. Begutachtete die braune Stute mit dem rosa Maul die sich auf dem Boden ihr Heu zusammen suchte. Dann führte mich Rey weiter zu dem stämmigen braunen Pferd. "Ganz schön viel Haar..." murmelte ich und sah auf die lustigen weißen Puschen die er an jeden seiner Füße hatte -sah fast aus als gehöre er zu einer Abba Revival-band oder sowas. Ich ging weiter und ließ mir nur zu gerne von Rey alle ihre Pferde zeigen und bedachte sie dabei mit einem genauen Blick. Die Art wie ihre Augen dabei regelrecht zu glühten war einfach umwerfend. Liebte sie diese Tiere wohl wirklich sehr, jedes Einzelne schien ihr am Herz zu liegen. Nickte dann als sie meinte, dass sie erstmal die anderen rausführen wurde. Sah sie mein Zögern wohl so das ich noch überlegen musste. Sie kehrte zu mir zurück und fragte ob ich mich denn schon entschieden hatte und stand dabei ganz nah bei mir. So das ich den Duft von ihr in die Nase bekam, gemischt mit dem von Pferd und ich empfand es als sehr... angenehm... mehr als das. Sie wartete auf eine Antwort also gab ich ihr diese. "Uhm... Wie hieß der große Braune nochmal?" fragte ich also peinlich berührt nach und kratzte mich am Hinterkopf. Sie kicherte und nannte zwei Namen. Oje.... "Der ruhige, stämmige", murmelte ich und ließ meine Hand eben gleich an meinem Hinterkopf wo sie schon dort oben war. Hermann... Ja, das war es gewesen. Irgendwann würde ich mir das schon merken... ich meine, wenn ich öfter hier wäre. Ja wenn... Mein Blick lag auf Rey und ich grinste ihr verwegen entgegen. Dann meinte die hübsche Frau vor mir, dass wir den resten Ritt ja auch verschieben könnten und ich ihn erstmal kennen lernen könnte. "Oh..." machte ich und räusperte mich, fühlte ich nun doch die Aufregung. "Wie wäre es, wenn wir erstmal das tun, was man vor dem Reiten ebenso tut mit Pferden? Und wir entscheiden dann?" meinte ich und lächelte ihr charmant entgegen. Hoffte das man mir die Aufregung nicht allzu stark ansah. Rey lachte wieder und nickte, unschlüssig stand ich da als sie auf den Auslauf des Pferdes ging. Ihr Blick ging Auffordernd zu mir, ebenso der von Aika die neben Rey stand und ich kam sogleich hinterher. Ging doch nicht an, dass die beiden Mädels mich wie einen begossenen Pudel hier stehen ließen! Wir gingen auf den Braunen zu, der uns neugierig entgegen sah. Rey drückte mir sogleich das Halfter, wie sie es nannte in die Hand und sagte mir wie ich es anzulegen hatte. "So etwa?" fragte ich und steckte es gleich mal verkehrt über die Nase des Tieres. Rey lachte und schüttelte den Kopf, ihre Hände legten sich auf die meinen und irgendwie.. es durchströmte mich ein warmes Gefühl dabei, es kribbelte wie verrückt in meinen Körper... und das lag nicht an der Aufregung neben einem gut 700 Kilo schweren Tier zu stehen, das mich wenn es ihm gefiel einfach umwerfen könnte. Zusammen mit Rey schaffte ich es schließlich das Halfter richtig anzulegen und sie überließ es auch gleich mir ihn von der Koppel zu führen. Sagte mir immer wieder wie ich es tun musste und wichtig... einfach ruhig bleiben.

      Reyna Huntington | Ian stand bei Hermann und streichelte behutsam über den Hals des stämmigen Hengstes. Wollte er wohl etwas Vertrauen aufbauen. ,,Gut, dann putzen wir mal.'', schmunzelte ich und stellte die Putzkiste neben den beiden ab und drückte sogleich Ian die erste Bürste in die Hand. Es dauerte auch nicht lange, da Hermann fast schon sauber war. So erklärte ich Ian gleich die Bürsten und dessen Anwendungsgebiete, versicherte ihm dass es beim öfteren Putzen der Pferde irgendwann wie eine Gewohnheit war und man nicht mehr drüber nachdachte, welche Bürste denn nun dran kam. Die Puschen von Hermann waren das Einzige, was etwas dreckiger war, doch leuchteten sogleich auch wieder in ihrem weiß. Mein Blick ging zu Ian der gerade wieder die Nüstern des Hengstes streichelte. ,,Ich würde sagen, wir spazieren doch erst einmal ein bisschen und danach gehts an die Longe?'', hakte ich nach und Ian sah verwirrt drein. Ja ich mochte diesen Blick irgendwie. Wirkte es schon ziemlich süß, dass man so einen Mann so leicht verwirren konnte. Dafür kannte ich mich eben auf seinem Gebiet nicht wirklich aus.. ,,Wir satteln ihn gleich schon und machen ihm die Trense drauf, dann können wir von dem Spaziergang gleich auf den Platz.'', lächelte ich ihm entgegen und wandte mich zum Gehen ab.
      Mit Sattel und Trense kam ich schließlich wieder und hängte die Trense an einen der Haken an der Wand. Ich legte den Sattel gleich auf den sanften Riesen und rückte ihn zurecht. Erklärte Ian auch gleich auf was man achten sollte und gurtete den Sattel. ,,Ganz wichtig, vor dem Aufsteigen nochmal nachgurten, sonst rutscht man höchstwahrscheinlich samt Sattel runter.'', erklärte ich und sah über meine Schulter hinweg wieder zu Ian. Ertappte ihn dabei, wie sein Blick über meinen Körper ging und schmunzelte vor mich her. Männer, irgendwo waren sie doch alle gleich oder? Konnte es ihm aber kaum verübeln, musste mich bei Hermann eben etwas mehr strecken um den Sitz des Sattels nochmal zu kontrollieren. Es ging weiter zum Trensen. Hatte das Halfter dafür schon abgemacht und der Hengst stand ohne da. Ian fragte, ob er nicht auch einfach abhauen könnte und ich nickte. ,,Sicher, aber er weiß, was er hier hat.'', kicherte ich und legte die Zügel über den Hals des Tieres, bevor ich ihm das Gebiss ins Maul legte, für welches er auch gleich das Maul aufmachte. Ich befreite den dicken Schopf von den Zwängen des Stirnriemens und erklärte Ian auch die Verschnallung der Trense. Wollte ihm eben einen kleinen Input geben, auch wenn mir klar war, dass es wahrscheinlich zu viel sein würde. Aber wenn er ja öfter zum 'Pferde einmaleins' kommen wollte, würde er das auch alles verstehen. Ich nahm die Zügel wieder von dem Hals des Tieres und drückte sie Ian in die Hand, lächelte ihm aufmerksam zu. ,,Komm.'', schmunzelte ich ihm entgegen und löste mich nur schwer von seinem Blick, lief dann mit ihm zusammen den gepflasterten Weg entlang. Es sollte ja nur eine kleine Runde zum Warm werden sein. Aika freute sich über diesen Auslauf auch, schnupperte sie überall umher und rannte als gäbe es kein Morgen mehr.
      Wir folgten dem Weg, der abseits des Hofes in einen trockenen Feldweg mündete und an dem Wald entlang. Danach wendeten wir auch wieder ab, liefen zwischen den Weiden umher und sprachen noch über die weiteren Projekte des Hauses, oder eher allgemein der Gebäude. Ian hatte da schon großartige Ideen, ich war eher etwas planlos und wollte einfach nur, dass sie wieder in Schwung kamen und nutzbar waren. War doch vieles mit der Zeit hier auf dem Hof herunter gekommen und wirkte.. alt. Ich wollte, dass der Fachwerkstil erhalten blieb, es verlieh meiner Vorstellung etwas klassisches und trotzdem sollte es eben modern wirken. Wie schon erwähnt, Ian fiel da vieles zu ein. Die Tatsache, dass wir noch Sommer hatten und so relativ gut bauen konnte spielte uns da gut in die Karten. Dank meinem Kredit wäre da das Geldproblem auch erst einmal bei Seite geschoben. Verdiente ich doch mit meinen derzeitigen Aufträgen genug um auch die Raten abdecken zu können. Wir kamen wieder an dem Putzplatz an und ich deutete Ian auf den Reitplatz, sahen diese auch noch etwas herunter gekommen aus weil der Zaun nicht mehr schön weiß war und auch einige Latten herunter gefallen war durch das morsche Holz.. ,,Geh schon mal hin, ich hole noch die Longe und die Peitsche.'', sagte ich zu ihm und er nickte. Er zuppelte wieder an den Zügeln und der Hengst folgte ihm mit gesenktem Kopf. Man konnte fast meinen, wir hätten Hermann schon ausgepowert mit dem Spaziergang. War er doch sehr träge und auf der Körung hatte ich es zu spüren bekommen. Musste ich ihn da doch schon um einiges mehr treiben, aber am Ende des Tages hatte er seine Lizens bekommen und ich könnte nun offiziell mit ihm züchten. Da ich aber darauf pochte nur reinrassige Pferde zu züchten, musste ich wohl noch auf die Körung und die Lizens von Hannelore warten.
      Ich hatte mir die Longe schnell aus der Sattelkammer geholt, ebenso die Peitsche und kam bei Ian und dem Hengst wieder an. Aika schnuffelte immer noch umher und sauste durch den Sand des Platzes. Nun gut. Ich hakte die Longe in das Gebiss der Trense ein, legte vorher noch die Zügel über den Hals von dem Braunen. Diesmal ließ ich auch gleich schon Ian nachgurten und stellte mit ihm die Bügel ein. ,,So und nun rauf!'', grinste ich und sah zu Ian, stellte mich auf die andere Seite um im Sattel gegen zu halten. ,,Du kriegst doch dein auch soweit hoch, oder?'', kicherte ich und zwinkerte dem Mann keck zu, als ich so über den Rücken des Tieres sah. Hatte ihm nochmal gesagt, dass sein linkes Bein in den Bügel müsste und er sich nicht so sehr in den Sattel fallen lassen sollte.
    • Sevannie
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      Sevannie (Reyna Huntington) & Obi-Wan (Ian Monroe) I Zeichen
      Der tägliche Wahnsinn

      Heute hatten wir nicht viel Zeit für die Pferde. Demnach wurden sie, nach ihrem Frühstück, erst einmal alle auf die Paddoks und Weiden verteilt. Ian und ich begannen die Boxen zu misten, welche heute auf dem Plan standen, ehe wir uns auch schon fertig machten für unsere heutige Hauptveranstaltung: dieser Tag galt nämlich einzig und allein, naja mehr oder weniger, der Hochzeit zweier Freunde. Ich glaubte ja auch, das so ein Tag fernab des täglichen Wahnsinns uns mal gut tun würde und wir abschalten konnten...
      Gegen Abend bekam ich auch schon die SMS meiner Freundin, welche die Pferde alle reingestellt hatte und auch versorgt hatte. Alles wäre okay und wir bräuchten uns keine Sorgen machen - konnten also weiterhin den Abend genießen und hier ausklingen lassen. Später wenn wir wieder Zuhause ankommen würden, würde ich noch einmal durch die Stallungen huschen und mich selbst vergewissern, dass alles gut ist.
    • Sevannie
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      Sevannie (Reyna Huntington) & Obi-Wan (Ian Monroe) I Zeichen
      Viel um die Ohren

      Heute mussten wir rasch die Pferde rein holen. Noch heute morgen hatte die Sonne geschienen und es war ein traumhaftes Wetter für den Frühling, da zogen aber während unserer kleinen Shoppingtour - für neue Beschaffungen für das Haus - auch schon die dicken Wolken auf.
      Ian und ich holten also nach und nach die Pferde von den Weiden. Hier und da klappte alles perfekt und wir hatten gerade noch vier der Hengste vor uns da fing es auch schon an zu regnen. Der Regen prasselte nur so auf uns ein und der Wind fegte uns um die Ohren. Gut nur das wir zuletzt dann auch zwei ruhigere Kandidaten hatten, denen dieses Wetter absolut nichts ausmachte.
      Als alle Pferde dann auch schon in ihren trockenen Boxen standen verteilten wir das Heu und danach das Kraftfutter, welches natürlich auf jedes Pferd genaustens abgestimmt war. Ich ging noch einmal durch die Boxengasse und schaute bei jedem auch ob die Verriegelung der Türen richtig zu war, ehe ich mit Ian zum Haus ging. Die Sachen die wir gekauft hatten würden wir dann wohl morgen erst rein holen. Hoffentlich würde das besser bald auch mal besser werden..
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  • Album:
    ~ Zuchtstuten ~
    Hochgeladen von:
    Sevannie
    Datum:
    14 Feb. 2020
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    EXIF Data

    File Size:
    511,3 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

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    Von Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt
    Aus der Unbekannt
    Von Unbekannt Aus der Unbekannt

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    Rasse: Tinker
    Geburtsdatum: 17.02.2011
    Geschlecht: Stute
    Stockmaß: 154 cm
    Fellfarbe: Silver Dapple Tobiano
    Kopfabzeichen: - Alle Abzeichen sind scheckungsbedingt -
    Beinabzeichen: - Alle Abzeichen sind scheckungsbedingt -
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    Mit einem typischen Tinkercharakter eignet sich die Stute auch sehr gut für Anfänger. Sie ist sehr nervenstark und ausgeglichen. Durch ihre aufmerksame und zugleich ruhige Art kann sie meistens sehr gut bestechen. Heißt neben der Stute könnte wahrscheinlich eine Bombe einschlagen und sie würde nichtmal dran denken durchzugehen. Gerade auf Turnieren kommt ihr das zuvor. Bei Ausritten ist es auch sehr entspannend, denn man muss nicht immer Angst haben, wegen was sie jetzt schon wieder durch die Decke gehen könnte. Das Einzige was man negativ werten könnte wäre, dass sie beim Arbeiten oft faul ist. Hier muss man sie antreiben und sie immer wieder motivieren.

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    Gekört/Gekrönt: Ja
    Vererbung:
    Farbe: Ee aa ZZ ToTo
    Charakter: unb.
    Gangarten: unb.
    Nachkommen:
    Morpheus *2021​
    Besitzer: Sevannie
    VKR/Ersteller: sadasha
    Pferdewert: -//-
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    Springen: E
    Western: S
    Dressur: L
    Military: A
    Distanz: E
    Rennen: E
    Fahren: E
    Gangreiten: E
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    2. Platz 330. Militaryturnier I 2. Platz 453. Westernturnier I 2. Platz 458. Westernturnier
    3. Platz 459. Westernturnier I 2. Platz 464. Westernturnier I 3. Platz 463. Westernturnier
    1. Platz 470. Westernturnier I 2. Platz 473. Westernturnier I 1. Platz 478. Westernturnier
    3. Platz 481. Westernturnier

    [SK 467] Alle Stute
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    Fohlen ABC ✔
    Eingeritten ✔
    Eingefahren X
    Verladefromm ✔
    Schmiedefromm ✔
    Bodenarbeit
    Treiben & Bremsen x | Durchparieren, Antraben/Galoppieren, Anhalten (Kommando) x
    Abstand zum Pferd x | Wenden & Handwechsel x | Auf Kommando kommen x
    Freiheitsdressur / Zirzensik
    Rückwärts-weichen x | Liegen x | Sitzen x | Stehen x
    Spanischer Schritt x | Steigen x | Kompliment x

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    Letzter Tierarztbesuch: 27.02.2020
    Letzter Hufschmiedbesuch: //