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Rhapsody

Varulv *

Connemara -- im Besitz seit 04/2021 -- gekört -- aa Ee

Varulv *
Rhapsody, 29 Apr. 2021
Mohikanerin gefällt das.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Training ist (fast) alles!
      unbk. -- Ravenna

      In den letzten Wochen hatte ich mich ausgiebig mit Scylla beschäftig – sie war in der Dressur außerordentlich begabt, eine solide Grundausbildung hatte sie bereits genossen und nun nutzte ich die Weihnachtszeit um in der Halle mit ihr zu üben. Wir hatten erst eine kleine Ewigkeit benötigt um einander kennenzulernen, ihr schwungvoller Trab war um so vieles anders gewesen als der von Moon oder Varulv. Mit einiger Mühe war es mir gelungen ihr eine konstante Anlehnung nahe zu bringen – oft hatte ich sie longiert um ihr auch an der Longe mit der Hilfe von Ausbindern nahe zu bringen, das dieses etwas Gutes war. Auch Cayden hatte sich in ihren Sattel geschwungen, während ich mich ebenfalls mit Varulv beschäftigt hatte – der Hengst war neu auf meinem Hof und konnte etwas Training auch nicht von der Hand, oder eher dem Huf weisen. Scylla lernte enorm schnell dazu, den einfachen Galoppwechsel bekam sie sogar am schnellsten auf die Reihe, die Schwierigkeiten stellten sich erst ein als es darum ging die verschiedenen Tempowechsel einzubauen. Scylla rannte im Trab oftmals unter dem Sattel fort, dann musste ich mich etwas schwer machen ihr ein wenig an Tempo nehmen, sonst wirkte das Reiten von ihr bald zu hektisch. Unabdingbar klemmte ich mich also dahinter ihr dieses hektische als ein wenig „auszutreiben“ - auch an der Longe. Zusammen mit Cayden longierte ich sie öfter , nahm ihr mit der Stimme stetig Tempo aus der jeweiligen Gangart und alsbald rannte sie weniger unter dem Sattel. An einem Abend unternahm ich einen kleinen Spazierritt zusammen mit Gwen auf Altair und Scylla. Ab und an gingen wir auch gemeinsam auf den Platz, trainierten beide Pferde und quatschten allgemein ein wenig. In letzter Zeit hatte sie sich oft um Minou gekümmert, zudem hatte in meinem Kopf der Plan Gestalt angenommen ihr die junge Stute zu schenken. Die Ritte durch den Schnee taten Scylla mehr als gut, es klärte ihren Kopf machte sie frei für neues. Auf dem Platz arbeitete sie freudiger mit, ließ sich regulieren fort an brachten uns die einzelnen Tempowechsel keine Schwierigkeiten mehr – im Mitteltrab durchquerten wir die Diagonale wechselten in eine 10 Meter Volte um schließlich aus ihr an zu galoppieren. Doch immer wieder sah ich gern wie wir im gestreckten Galopp um die Bahn preschten – am Ende der Arbeit schien dies eine Art der Lösung für sie zu sein…vielleicht so etwas wie eine Belohnung ihrer Arbeit. Mein Herz sprang dabei immer höher, würde sie diese Lebensfreude auch an ihre Fohlen weitergeben können? Für heute stieg ich von ihrem Rücken, sattelte sie mit steifen Fingern an und wärmte mir die Finger noch ein wenig unter ihrer warmen Mähne. Ich zog ihren Duft in mich auf – ehe ich sie zu den anderen auf die Koppel brachte – gemeinsam freuten sie sich über die Rückkehrerin, tollten einander umher, jagten, stoppten und preschten dann wieder los als wären sie des Lebens nimmer satt. Auch den Hengsten stattete ich einen Besuch ab, liebkoste Varulvs Maul, küsste Wish und Moon auf die Nüstern und lockte den noch immer etwas scheuen Storm zu mir. Ich war noch immer am handern mit mir ob ich ihm je einen Sattel auf den Rücken legen wollte, doch gleichermaßen fand ich den Gedanken von ihm durch die Wälder zu reiten mehr als wunderschön. Ich zuckte mit den Schultern, ging hinein ins Haus und stellte fest das es plötzlich so leer hier war. Laura hatte gestern Abend den Flug zurück nach Finnland genommen, also hatte ich hier nicht länger Gesellschaft. Seufzend und mit klammen Fingern setzte ich mich an die Heizung hielt die Finger dagegen – sobald die wieder warm waren würde ich mir einen Tee machen! Da plötzlich klopfte es an der Tür, verdutzt öffnete ich die Tür – sah vor mir Cayden der mir eine Tasse in die Hand gab. Der Duft von Met drang in meine Nase – meine Hände wurden beinahe Augenblicklich etwas wärmer. Oh! Cayden wusste was ich gern Trank! „Dankeschön“ Ich holte ihn herein, gab ihm einen Kuss auf die Wange – für mehr würde später Zeit sein, sonst würde ich ihm die Tasse mit dem Kostbaren Met nur über das T-Shirt schütten. Gemeinsam setzten wir uns auf die Couch, schoben die DVD von „Game of Thrones“ ein und in seinen Armen wich alsbald die Kälte von draußen. So hätte ich Ewig verbringen können…
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Umzug nach Schottland
      unbk. -- Ravenna

      Nachdem ich eine Woche auf gepackten Koffern gehockt , mich von allen hier auf Heartland verabschiedet - Jack, dessen Kochkünste ich vermissen würde, Ty der mir in meinem Wissen um Pferde Haltung und Pflege sosehr geholfen hatte und vor allem auch von Amy. An jenem Abend waren sehr viele Tränen gefallen - doch alles in allem hatten sie mir viel Glück gewünscht.
      Nun hockte ich auf diesem Frachtschiff fest - ich hätte mich entscheiden können mit all meinen Pferden zu fliegen, doch wollte ich keinem von ihnen dies antun. Also hatte ich mich nach Schiffreisen nach Schottland erkundigt - durch Zufall hielt einer der Frachter genau im Hafen von Port Appin um dort Medikamente und Lebensmittel abzuliefern. Von dort würden wir per Auto nach Eriska fahren und von dem kleinen Ort aus war es nicht mehr lang bis zu dem Hof den Cayden von seinen Großerltern geerbt hatte. Eine entfernte Cousine – wohnte dort bereits. Nach vielem Mailkontakt hatten wir beide beschlossen gemeinsam auf Caed Crevan eine Zucht für Highlandponys und Connemaras aufzubauen. Genauso wie auch ich hatte sie einige Pferde anderer Rassen, die auf dem Gut jedoch auch ein wunderschönes zu Hause finden würden. Einige meiner Schätze befanden sich nun also bei mir an Bord - darunter Thowra - ein Isländermix aus Vinis Zucht, meine recht neue Stute Willow Maiden, Stormy – denn er vertraute mir von allen am meisten und der frisch kastrierte Araber Golden River. Die anderen waren bereits vor gut einem halben Monat mit Cayden nach Eriska aufgebrochen. Dort in der Nähe gab es einen See – oder vielmehr ein zu großer Teich namens Logan Dubh, dieser befand sich direkt auf dem Gutsgelände und ich hatte schon ein erstes Foto von Cayden erhalten auf dem Moon zu sehen war wie er Knietief im Wasser stand. Da hatte ich erst gemerkt wie sehr ich meine Lieblinge vermisste. Cayden und ich hatten in unserer alten Heimat alle Zelte abgebrochen um einer noch recht ungewissen Zukunft entgegen zu blicken – Cayden hatte Call an ein junges Mädchen verkauft, die mit dem jungen Friesen sicher viel Spaß haben würde. Minou hatte sich gemeinsam mit Gwen auf den Weg nach Kanada begeben, doch hatte ich ein Foto von deren Imbolc-Feier erhalten. Wie es der Zufall so wollte fand dieses keltische Fest genau an meinem Geburtstag statt, dies war mein letzter Tag auf Heartland gewesen…
      Einige Stunden später, zog ich meine Sachen an, torkelte ein wenig über das Deck und hinunter in den Frachtraum um nach den letzten Pferden zu gucken – Thowra hatte leichte Beruhigungstropfen in ihr Futter bekommen, damit die Reise nicht allzu anstrengend für sie wurde. River hatte die Tropfen aufgrund seines Temperamentes erhalten, obwohl er durch die Kastration schon ruhiger geworden war. Eigentlich hatte ich nie vorgehabt zu Kastrieren, sollte er doch mal in eine Zucht gestellt werden, doch eine Hodenentzündung hatte diesen Wünschen einen Riegel vorgestellt – nun gut, dennoch würde ich ihn nicht einfach aufgeben. Von Anfang an stand fest – River kommt mit!
      Auf dem Hof selbst gab es ein kleines Shetlandfohlen, welches dem Großvater gehört hatte. Zusammen mit der anderen Jungstute Striga würden dies Thowras neue Gefährten werden – mal davon abgesehen, das Cayden berichtet hatte Kürbis sei wieder tragend! Also konnten wir uns auf einen tollen Nachwuchs dieses Jahr freuen.
      Nach drei Tagen auf dem Wasser wieder Boden unter den Füßen zu haben war mehr als nur herrlich! Ich musste mich schon zusammen nehmen um nicht auf die Knie zu fallen und den Boden zu küssen. Stattdessen rannte ich Cayden entgegen und küsste ihn mehr als nur einmal auf die Lippen. Während die Männer die einzelnen Boxen aus dem Frachter luden, stellte er mir „Vämp“ vor, wie ihr Spitzname war. Nachdem alle Boxen aus dem Frachter waren, holten wir die erschöpften Pferde heraus, stellten sie in die Hänger auf das ihre Reise bald ein Ende haben würde. Die zweistündige Fahrt über hatte ich mir vorgenommen, alles zu erzählen und erzählt zu bekommen, doch wegen des mangelnden Schlafes razte ich bei dem stetigen Brummen des Motors sofort ein. Erst als wir auf den Parkplatz kamen – zu dieser Zeit war es gerade 3 Uhr morgens, wurde ich kurz wach. Am Rande nahm ich wahr wie die restlichen Pferde in die Boxen gebracht wurden.

      Als ich das nächste Mal wach wurde – in einem Bett – schreckte ich auf, ich benötigte meine Zeit ehe ich wusste wo genau ich war….Eriska…Schottland. Ich schwang die Beine aus dem Bett – die Seite neben mir war leer, dann musste Cayden bereits draußen sein. Als ich ein Blick aus dem Fenster erhaschte hielt ich einen Moment die Luft an – es schien als gehöre ich hierher. „Welcome to Scotland“ murmelte ich vor mir her. Mein Blick war auf die Ovalbahn gerichtet, zwischen der kleinen Baumgruppe hindurch sah ich wie gerade Varulv trainiert wurde.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Abenteuer Highlands
      unbk. -- Ravenna

      Der Morgen begann mit Nebel über den Highlands, wie ich diesen Ausblick aus dem Fenster genoss! Mit einem schnellen Frühstück befanden wir uns nur eine Dreiviertelstunde später auch schon vor unserer extra abgesteckten Weide. Einen Teil der Jungpferdekoppel hatten wir abgezweigt um darauf unsere vier Turteltauben zu platzieren, in einem Teil befanden sich mein Moon und Kürbis auf der anderen Seite Finlay und die Stute dessen Name ich immer wieder vergaß. Natürlich waren die Fohlen mehr als interessiert an dem Geschehen auf ihrer Weide, waren dieser Tage jedoch eher unten am Strand anzutreffen, denn oben auf den Wiesen. Nymeria und Noomie passten zu unserem bedauern unter dem abgesteckten Zaun hindurch, zwar gab es keine Probleme mit den beiden jedoch sollten sich Cayden und Aiden – Kathis Stallpfleger- darum kümmern damit dies nicht mehr geschah. Später am Nachmittag wollte sich eine Freundin auf dem Hof „blicken lassen“ um sich mit der Stute Scylla bekannt zu machen, sie wollte diese eventuell als Reitbeteiligung haben. Zusammen mit Kathi , zwei weiteren Pflegern machten wir uns auf den morgendlichen Rundgang über die Koppeln, durch den Stall und allgemein über den Hof um zu schauen ob überall alles in Ordnung war. Vor etwas mehr als einer Woche war eine Trainerin auf dem Hof gewesen um sich die Fohlen ein wenig vorzunehmen, da der Frühling immer näher rückte waren sie mit der Weide genug ausgelastet. Thowra und Aesi hatten mit ihren knapp zwei Jahren noch Zeit, doch die beiden Shettystuten hatte ich vor demnächst ein wenig intensiver zu arbeiten. Zwar waren auch die beiden erst zwei Jahre alt, sollten jedoch schon etwas mit dem „Einfahren“ konfrontiert werden. Dies bedeutete erstmal die Bodenarbeit im Round Pen, Spaziergänge um sie an die Umgebung zu gewöhnen sowie erste Erfahrungen mit dem Geschirr. Doch zunächst durften sie ihren Sommer auf der weitläufigen Weide genießen, erst im Herbst würde ich diesem Plan folgen.
      Auf dem Rundgang folgten uns Gamhain und Corvus quer über den Hof, der kleine Parson Russel hatte sich schnell mit der Bearded Collie Dame angefreundet, gemeinsam schliefen sie nun in einer der Boxen – vorsichtshalber hatte ich Corvus per Chip „kastrieren“ lassen um keine Welpenüberraschung zu erhalten. Zusammen mit dem Rundgang brachte ich gleich Varulv und Cayden Willow Maiden mit hoch an den Putzplatz. Mit etwas Abstand zueinander banden wir die beiden an, um anschließend ihr Sattelzeug zu holen. Die beiden wollten wir ein wenig auf dem Platz bewegen. Während unseres Gesprächs kam auch Kathi dazu, erzählte das einige ihrer Pferde nun ebenfalls verkauft werden würden, da sie sich ganz auf die Zucht konzentrieren wollte, wenig später stand sie mit ihrer Stute Green Tea ebenfalls neben uns am Anbindeplatz. Einer der Pfleger beschäftigte sich bereits mit dem Isländerhengst Uprising der nun bald eingeritten werden sollte. Die einfachen Dinge des Longierens hatte der nette Hengst bereits begriffen, eine Trense trug er ebenfalls schon. Um ihn nicht zu überfordern wollten wir mit dem Sattel und dem Reitergewicht noch ein wenig warten, doch im Grunde machte sich Uprising besonders gut. Desweiteren gefiel es mir zu sehen wie er und mein Dülmenerhengst Sturmwind einander zu gefallen schienen. Vielleicht lag dies daran, dass beide Hengste erst neu auf dem Hof waren. Nachdem die Pferde alle gesattelt waren machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Platz, dort begannen wir zunächst recht unabhängig voneinander unsere Pferde warm zu reiten. Später als wir gemeinsam ritten hatten wir viel zu lachen, korrigierten einander und sprachen über all die möglichen Dinge die noch vor uns lagen oder getan werden mussten. Aiden war noch nicht ganz mit dem Ausmisten der Ställe fertig weswegen sie den Zaun noch nicht erledigt hatten, dafür hatten sie aber Nymeria und Noomie von der Jungpferdeweide geholt. Als Cayden sich nicht sicher war ob er das Tor geschlossen hatte zur Futterkammer gab er Willow einen ordentlichen Stupser in den Bauch, verließ im Galopp den Platz und ich schaute ihm Kopfschüttelt mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach. Auch Kathi musste ein wenig lachen, fragte bald darauf ob wir nicht ein paar Cavaletties mit aufbauen wollten. So stieg ich von Varulvs Rücken, stellte die ersten beiden an den Rand und eines etwa in die Mitte des Platzes. Etwa zur selben Zeit kehrte auch Cayden zurück – er hatte das Tor zwar nicht verschlossen, jedoch hatte Aiden daran gedacht und so waren die vorwitzigen Shettys nicht in die Futterkammer gelangt. Somit gesellte sich auch Cayden zu den Sprüngen hinzu. Bald darauf musste ich jedoch schon wieder hinunter vom Pferd, da mein Besuch nun bald auftauchen würde. Während ich nun Varulv also absattelte, ihm einen Eimer hinstellte und derweil bereits Scylla von der Koppel zu holen – dauerte bei der Größe der Wiesen auch „nur“ eine Viertelstunde, der Rückweg konnte zumindest auf dem nackten Rücken der Stute zurück gelegt werden. Dann brachte ich fix den Rapphengst Varulv noch auf die Wiese, dort wurde er bereits von meinem Wish Sehnsüchtig erwartet. Wish hatte heute eine Pause, denn er hatte erst vor zwei Tagen einen langen Ausritt zusammen mit Cayden und mir unternommen. Cayden war dabei meinen neuen alten Hengst Cap geritten, damals hatte ich ihn bereits einmal in meinem Besitz, seit nunmehr vier Tagen stand er wieder bei mir. Cap hatte sich schön in die Hengstgruppe integrieren lassen und zeigte ein vorbildliches Verhalten, sodass auch er heute eine Pause einlegen durfte. Ich wollte sie, falls es die Zeit denn dann noch erlaubte später vielleicht noch ein wenig auf dem Platz laufen lassen, anderseits mangelte es ihnen auf den Wiesen nicht unbedingt an Bewegung, da das Heu oben verfüttert wurde, die Tränke sich jedoch weiter hinten in den Hügeln befand hatten die Hengste immer eine bestimmte Strecke zurück zu legen. Auf dem Rückweg erwartete mich bereits Julie, in der Eigeninitiative hatte sie bereits begonnen Scylla zu putzen. Mit einer Umarmung begrüßten wir uns einander, während ich ihr ein wenig von der jungen Stute erzählte, doch im Grunde sollte es mit Scylla keine weiteren Probleme geben. Erst am Vortag hatte ich mich der jungen Stute beschäftigt, denn bald wollte ich auch erste Springturniere mit Scylla gehen. Vom Longieren kannte die Schimmelstute bereits die Trabstangen, sodass die kleinen Hindernisse für sie keine weiteren Probleme dargestellt hatten. Wir unternahmen nur einen ersten Spaziergang, da sowohl Julie als auch ich nicht viel Zeit hatten. Im Grunde zeigte ich ihr nur wo alles war, hatte ihr gezeigt wie Scylla gern gekrault wurde und wir hatten besprochen was sie alles mit ihr vor hatte. Da ich Julie schon lange kannte, machte ich mir da weniger Sorgen, ihr vertraute ich Scylla nur zu gern an.
      Gegen Abend unternahmen wir dann noch alle einen schönen Ausritt, ich saß dabei auf dem Dülmenerhengst Sturmwind, Cayden hatte sich für Stormwind entschieden. Kathi gesellte sich auf dem Schimmelhengst mit der eigenwilligen Narbe dazu, Gwynnbleid war im Allgemeinen eine imposante Erscheinung. Um Finlay eine Pause zu gönnen von seinen Pflichten entschied Aiden sich für den etwas in die breite gegangenen Highlandhengst. So mit der ganzen „Familie“ in den Sonnenuntergang der Highlands zu reiten hatte etwas unheimlich entspannendes, auch kleine Galoppstrecken bauten wir ein, die Wettrennen die dabei entstanden waren immer mit dem selben Ergebnis – Gwynnbleidd gewann die Sache haushoch. Dahinter tauschten Stormy, Sturm und Finlay öfters die Plätze, nach mehr als drei Stunden – bereits im Dunkeln kamen wir zurück. Kathi und ich sagten den Jungs sie sollten die Pferde uns überlassen, mit wenigen Handgriffen war dieser Teil erledigt, jeder bis auf Finlay erhielt sein Futter. Danach brachten wir alle Hengste wieder auf ihre Wiesen, mit dreckigen Sachen huschten wir an den Jungs vorbei entledigten uns den Reitklamotten, wuschen uns ein wenig ehe wir aus der Küche alle Sachen für den Lagerfeuerabend hervor kramten. Neben ordentlich viel Gemüse, etwas Obst und dem Fleisch für die „Kerle“ hab es auch Marshmalows für uns alle. Aiden hatte aus dem Stall das Radio geholt, steckte den Musikstick hinein…bei den Klängen von Saltatio Mortis im Hintergrund ließen wir einen ereignisreichen Tag auspendeln. Dabei durfte gute Musik, Freunde und ein guter Met natürlich nicht fehlen! Im Flackern des Feuers war meine Zeit auf Heartland beinahe vergessen…hier lag nun mein neues Leben. Nach zwei Monaten hier fühlte ich mich endgültig angekommen.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
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      Vom Renner zum Springer
      unbk. -- Ravenna

      Ich stand am Putzplatz putze in aller Ruhe Uprising um ihn ein wenig zu longieren, da pfefferte jemand plötzlich seinen Helm auf den Boden. Sowohl der junge Hengst als auch ich schracken zusammen, mein Blick folgte der Flugbahn des Helmes. Eine missmutig dreinblickende Kathi stand dort, mit Ikarus am Zügel, dessen Atem noch immer nicht wieder ganz normal war. „Huch, was ist denn mit dir los?“ fragte ich Kathi. „Ach..die letzte Rennsaison war schon weniger gut verlaufen, wir haben ihn aus den Rennen genommen. Früher war er vollkommen wild auf das Rennen, war in den ersten Reihen mit dabei. Spätestens seit letztem Jahr scheint er nur noch mit der halben Arschbacke dabei zu sein. Zudem wird er mit seinen jetzt 6 Jahren langsam zu alt, für die kürzeren Strecken, auf die Dauer ist er einfach nicht schnell genug. Die Distanz macht ihm das Laufen schwerer, da er sowieso nicht richtig dabei ist erschwert das die gesamte Situation auch noch. Heute hab ich dann einen Übungsritt zusammen mit Aiden gemacht.“ Dabei schüttelte sie etwas hoffnungslos den Kopf „Selbst dein Moon hätte ihn einholen können! Das hab ich schon oft genug auf der Weide beobachten könne, wenn die Hengste wie die Irren darüber rennen.“ Während Kathi nun begann Ikarus abzusatteln, suchte ich nach irgendwelchen tröstenden Worten konnte in meinem Inneren jedoch keine entdecken. Da erfasste Kathi wieder das Wort „Ich hab ihn damals gekauft eben, weil er eben so gern gerannt ist. Ich habe ihm dabei nur zu gern zugeschaut. Jetzt wo er nicht mehr den Spaß daran hat bringt es mir absolut nichts ihn darin zu trainieren. Andererseits kann ich ihn nicht einfach aufgeben, so lang wie er bereits bei mir ist. Ein zusätzlicher Brotvertilger – wir können das stemmen, doch auch so, fett werden braucht er nicht.“ Missmutig und vor sich hin grübelnd verrichtete jeder seine Fertigkeiten. Uprising ließ sich mittlerweile ohne weitere Probleme auf dem Platz longieren, in dem jungen Hengst erkannte ich viele Charakterzüge seines Vaters wieder, sein Vertrauen in den Menschen hatte über die Monate immer mehr zugenommen. Das Klima stellte ihn auch nicht länger vor Probleme und durch den stetigen Wind hier an der Küste hatte er auch endlich wieder eine vollere Mähne und wurde nicht länger von Ekzem gequält. Im Trab zirkelte er brav um mich herum – auf der Wiese hatte er bereits einige Töltansätze gezeigt, doch beim Training war es bisher noch nicht dazu gekommen. Sobald er eingeritten war wollte ich ihn nach Holland zu Finya und Vina bringen um ihn ordentlich einzutölten oder ihm dort sogar den Pass näher zu bringen. Ich schüttelte den Kopf das würde noch eine Weile dauern, schließlich war er erst vier und ich hatte keine Eile. Den Sommer über würde er mit den jungen Hengsten auf der Hochebene verbringen, danach würde seine Arbeit weiter gehen. Glücklich kehrte ich mit einem leicht verschwitzten Pferd zurück, legte eine Decke auf seinen Rücken während er sein Futter bekam. Zu Besuch kamen derweil Noomie und Nymeria die ich aufgeregt davon scheuchte, nicht nur die Tatsache das Noomie rossig war – auch mussten sie Uprising ja nicht das Futter nehmen.
      Am Abend leistete ich Cayden Gesellschaft als er die Unterlagen durchsah, in letzter Zeit sortierte er die einzelnen Daten der Pferde des Hofes in verschiedenen Ordnern anzulegen. Dabei gab es eine Menge Papierkram – bei dem ich schon lang nicht mehr durchschaute. Da mir das beobachten und seine Wortkargheit irgendwann auf den Keks gingen. „Ich geh mal nach Kathi schauen, die war heute etwas betrübt da Ikarus nicht länger gefallen am Rennen hat.“ Ein geistesabwesendes „mhm“ kam von Cayden als ich lächelnd aus dem Raum schritt. Den Flur entlang führte eine Treppe in einen weiteren Flur von dort gelangte man in die nächste Wohnung – die von Kathi. Wie Cayden meinte ebenfalls von Aiden, doch eigentlich hatte der junge Stallbursche eine Wohnung neben der Reithalle, oder eher in ihr. Zwar hatte Kathi mir in der Hinsicht bisher noch nichts verraten, doch fanden wir erst langsam zueinander, schließlich kannten wir uns erst seit etwa drei Monaten. Klopfend blieb ich vor der Tür stehen, die bald darauf von Kathi geöffnet wurde. Im Hintergrund erkannte ich ein Lied der Band Eluveitie, glaubte darin Omnos zu hören. „Wieder ein wenig erholt?“ Kathie winkte ab, bot mir einen Tee an „Was soll ich machen? Heulen bringt mir herzlich wenig in dem Fall. Ich habe überlegt ihn jetzt mehr in der Dressur zu fördern, aber da zeigte er bisher auch nicht die nötige Ausdauer am lernen.“ Bedächtig hörte ich zu, wenn Ikarus auf langen Strecken die Ausdauer fehlte so fiel auch die Distanz weg, Dressur war nicht seine Stärke – er hatte auch einfach nicht den nötigen Pepp in den Gängen. „Wie macht er sich denn beim Springen?“ Kathi unterbrach ihre Überlegungen kurz, dann fuhr sie fort „Seine Vorbesitzerin hat nie davon gesprochen und auch ich hab ihn bisher nicht springen sehen oder lassen.“ Da erhellte sich ihr Gesicht ein wenig, und ich zeigte ein Lächeln „Lass uns morgen die Halle ein wenig abstecken, ein paar Hindernisse aufstellen und ein paar der Pferde zusammen mit Ikarus springen lassen? Am besten Moon und Varulv, die beiden haben bereits Erfahrung und können ihm den Weg zeigen.“ Kathi stierte auf die Wanduhr – sie zeigte gerade 21 Uhr – „Ich denke da das hier unser Hof ist…könnten wir das doch jetzt machen?“ Kathi hatte ein Gedanke gefasst und soviel hatte ich bereits mitbekommen, hatte sie diesen ließ sie davon nicht zu schnell ab. Also liefen wir über den Hof, holten vom Hengstpaddock – man war ich froh das die Pferde noch nicht auf den Sommerweiden waren…denn der Weg dorthin dauerte etwa eine Viertelstunde und ehe man die gewünschten Pferde dann mal gefunden hatte konnte schon mal eine weitere halbe Stunde vergehen. Zumindest hatte mir das Cayden oft gesagt, so hatte ich beschlossen immer ein paar der Pferde hier oben zu behalten – so konnte ich faul wie ich war hin reiten um die Pferde zu holen und das andere Pferd mitnehmen. Mit Ikarus, Moon und Varulv am Strick ging es hinein in die Halle, das Licht und der Lärm beim aufbauen der Hindernisse führte auch bald Aiden zu uns der etwas verwirrt auf das Geschehen blickte, mit einem schütteln des Kopfes jedoch mit dabei war. Nach einiger Zeit hatten wir tatsächlich alles aufgestellt, die Pferde hatten sich es im Dunkeln vor der Halle beinahe gemütlich gemacht und mussten drinnen ein wenig wach gemacht werden. Mit einer Anfangshöhe von einem knappen halben Meter begannen wir also unseren Versuch. Moon und Varul taten den Anfang, Ikarus war bereits ganz heiß hinter den beiden her zu rennen als Aiden ihn vom Strick löste. In einem Affenzahn raste er auf das Hindernis zu – ich dachte schon er würde mit voller Breitseite hinein rennen ehe er seine Beine mit einer ruckartigen Bewegung beinahe bis an die Ohren nahm und über das Hindernis hinweg fegte. Wir drei sahen uns alle ein wenig belämmert an – der junge Hengst war beinahe einen Meter höher gesprungen als nötig. „Na wenn der nicht für das Springen geeignet ist…fress ich nen Besen.“ kommentierte ich die Situation. Auch die weiteren Sprünge zeigten ein solches Muster, nachdem wir alle Pferde wieder an ihren Ort gestellt hatten, gingen wir wieder ins Haus hinein. Diesmal gesellten wir uns in die gemeinsame Küche im Erdgeschoss des Hauses. „Zumindest haben wir etwas gefunden für das Ikarus geschaffen zu sein scheint. Aber ich bin so lang nicht mehr gesprungen, vor allem nicht mit einem ungeübten Pferd.“ Warf Kathi ein. Unweigerlich musste ich an die Legende der Griechen denken…Ikarus mit den Flügeln aus Harz und Federn, der zu nah an die Sonne geriet und hinab stürzte. So war es auch mit dem Pferd…im Rennen war er hoch hinaus gekommen, war tief gefallen, doch wie der Ikarus aus der Legende der nach seinem Tod zum Olymp aufgestiegen war so hatte auch der Hengst einen neuen Weg gefunden. „Was hältst du davon, wenn ich ihn trainiere?“ Kathi stieß ein leichtes quietschen aus, ihre Augen leuchteten „Würdest du?!“ „Natürlich, dafür bin ich ja auch Trainer. Am besten wir nehmen gleich das Geländespringen in Angriff, du selbst hast mal gesagt gerade im Gelände sei er eine Lebensversicherung. So haben wir ein nahezu perfektes Geländespringpferd. Gewöhnen wir ihn noch an Dinge wie Baumstämme, Wassergräben , Büsche und die Sache könnte ein ziemlich guter Plan werden, oder?“ Kathi stimmte zu umarmte mich bevor ich nach oben ging – sagte mir eine gute Nacht. Oben angekommen kuschelte ich mich zu Cayden in unser gemeinsames Bett – mein irischer Bär schlief bereits, doch das Licht brannte noch und auf seiner Brust lag ein Buch „the Daylight War“ ich hatte es bereits gelesen, doch nun hatte es Cayden in seinen Bann gezogen. Mit langsamen Bewegungen nahm ich ihm das Buch, schaltete das Licht aus und legte stattdessen meinen Kopf auf seine Brust um dann die Decke über uns zu ziehen.
      Frisch aus den Federn, geduscht und satt gefuttert befand ich mich nun mit Ikarus am Halter auf der Hofinternen Geländestrecke, die Hindernisse die ich ihm bisher gezeigt hatte waren ihm minder egal gewesen. Der Wassergraben war nicht ganz sein Fall gewesen mit Argusaugen hatte er das Wasser beobachten, ein wenig gezögert ehe er sich durch ein Leckerli überzeugen ließ hindurch zu gehen. Ich musste nur einen Weg finden, dass er später darüber hinweg gehen würde. Später würde er einen Baumstamm überwinden müssen, dahinter ein Becken voller Wasser. Bis es jedoch dahin kommen würde musste er einige Turniere bestreiten, während dieser Zeit würden wir viel mit Wasser üben um ihn daran zu erinnern. Mit ihm kehrte ich wieder zurück, setzte mich auf seinen Rücken und kehrte mit ihm in die Halle zurück. Allein waren die Hindernisse kein Problem gewesen, doch wie sah es mit einem Reiter aus? Die ersten Sprünge machten mir recht schnell klar – nope es stellte keine Probleme dar. Also machten wir für diesen Tag Schluss mit dem Training. Am Nachmittag holte ich mir den Hengst noch einmal aus dem Stall, ging diesmal direkt mit ihm auf die Strecke. Kleine Baumstämme, die zu Trabstangen auf dem Boden lagen machten den Anfang. Es folgte ein erster Sprung, den der Hengst ein wenig widerspenstig nahm. Mit einem gewissen Mut machte er sich an den Ziellauf, zögerte einen Moment ehe ich ihm die Waden energisch in den Bauch drückte und er doch noch absprang. Also zog ich im leichten Trab einen Zirkel um das Hindernis herum um noch einmal darüber hinweg zu springen. Ein zweites und auch das dritte Mal erzielten das Ergebnis – er sprang ohne weitere Probleme. Nun folgten auch die weiteren Hindernisse in der Strecke, bis auf den Wassergraben denn da galoppierte er einfach hindurch. Da es früher Abend wurde machte ich Schluss, den Wassergraben konnte ich auch noch später in Angriff nehmen. Ich erzählte Kathi beim Abendbrot von unseren Erfolgen an diesem Tag, sie schien darüber zu strahlen und dieser Fakt machte auch mich Glücklich.
      Die nächsten Tage hatte ich vor den Wassergraben mit Caydens Hilfe einige kleine Büsche gepflant, so sah es nicht nur hübscher aus, nein der Hengst nahm es auch endlich als ein Hindernis wahr. Der Wassergraben stellte nicht länger ein Problem dar, Ikarus sprang geübt über die einzelnen Hindernisse, sogar in Begleitung von Moon. Da jedoch lag eines der kleineren „Probleme“ da fühlte er sich wie in einem Rennen und raste sosehr durch den Parcours das ich es mit der Angst zu tun bekam. Da in einem Turnier jedoch keine anderen Pferde mit im „Ring“ dabei waren, gab es da nicht viel zu tun. Ansonsten musste bei Ikarus nun einfach die Routine dazu kommen, mit jedem Training ob nun mit mir, Kathi oder aber Aiden würde egal sein. Hauptsache man blieb bei der Sache, aber da machte ich mir mit Kathi gar keine Sorgen, auch sie hatten ihn bereits einmal gesprungen nachdem sie sich auf Moon mit den ersten Geländehindernissen bekannt gemacht hatte. Danach machten wir einen entspannten Ausritt, diesmal begleiteten uns die „Männer“ des Hofes. Aiden hatte sich für diesen Ritt Gwynnbleidd herausgesucht. Cayden gesellte sich auf Sturmwind hinzu, während ich mit Kathi noch einmal die Pferde tauschte, sie auf Ikarus und ich auf meinem Moon. Zusammen mit unserer Truppe liefen auch Uprising und Cap ohne Reiter mit einher – wir befanden uns auf einer Insel mit sehr wenig Betrieb. Sie folgten Moon ihrem Herdenchef beinahe überall hin und würden uns somit sicher nicht abhanden kommen…
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      Alte Pflegeberichte
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      Schatten über Caed Crevan
      unbk. -- Ravenna

      Meine Finger folgten den seichten Wirbeln, die ich so sehr kannte und dabei rannen mir Tränen die Wangen hinunter. Meine Kehle fühlte sich an wie zugeschnürt von den Stunden des Weinens, es kostete mich meine gesamte Kraft noch auf den Füßen zu bleiben. Mit beiden Händen hielt ich mich an seiner Mähne fest, das Gesicht an seinen Hals gelegt und dabei blieb der Hengst so Bewegungslos als wolle auch er mir Trost spenden. Heute morgen war allgemeiner Tierarztbesuch auf dem Hof gewesen, Maren hatte dabei alle Pferde untersucht – Bucks hatte sie dabei mit einem Blasrohr lahm legen müssen, doch zumindest würde er wohl eines Tages wieder reitbar sein. Draki sah noch immer schlecht aus – schlechtes Fell, er war dünn geworden und schien Schmerzen zu haben. Maren hatte mir dafür eine Packung Schmerztabletten dagelassen, doch der eigentliche Grund wieso ich hier wie ein Häufchen Elend im Stall stand war mein geliebter Moon. Bereits seit einigen Wochen hatte er sich beim reiten unwillig gezeigt, enge Wendungen schienen ihm zu missfallen und so hatte ich Maren ihn ganz besonders untersuchen lassen. Moon besaß „nur“ Arthrose, doch im Grunde war alles was ihn je ausgemacht hatte irgendwie verloren gegangen….nie wieder würden wir an einem Distanzrennen teilnehmen..nicht länger durch die Wälder preschen und genau diesen Erinnerungen trauerte ich nach. Wir würden weiterhin beieinander sein, Spaziergänge sowie kleinere Schrittausritte waren im Grunde sogar genau das richtige. Dennoch hatte mich diese Nachricht allzu sehr getroffen, wütend hatte ich Cayden von mir gewiesen mich zu Moon in den Stall gesellt und ließ erst dort meinen wahren Gefühlen freien Lauf. Nun fühlte ich mich irgendwie einem Fisch in der Wüste gleich…viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, doch ein Entschluss stand nun beinahe fest.. Meine Tränen wischte ich mit dem Ärmel meiner Jacke fort, hauchte meinem Hengst einen Kuss auf die Nüstern ehe ich mit wackligen Beinen ins Haus zurück lief. Dort wurde ich von Kathi aufgeschnappt, diese zog mich auf einen Stuhl setzte bestimmt ein Glas Wasser vor meine Nase „Trink!“ ihre Stimme hatte einen klaren Befehlston, der keine Widerrede duldete. Erst als das kühle Nass meine Kehle hinab lief bemerkte ich wie durstig ich tatsächlich war. „Als nächstes schwingst du deinen Arsch unter die Dusche, du hast nasse Sachen, du stinkst nach Pferd und siehst schrecklich aus.“ Erneut dieser Ton, den ich nicht gewohnt war, doch fühlte ich mich noch immer Elend und gehorchte ohne Probleme.
      Eine halbe Stunde später hockte ich etwas besserer Laune mit dem Handtuch in meinen Haaren auf der Couch unseres gemeinsamen Wohnzimmers. Neben mir saß Kathi, auf dem Sessel gegenüber saß Cayden und ich hatte ihnen soeben meine Pläne berichtet – der wie folgt aussah. Wir hatten in den letzten Monaten eine ganze Menge an Pferden aufgekauft..darunter einige der besondere Pflege zuteil werden musste – dabei handelte es sich um Stormy, Sturmwind, Bucks und Draki und nun auch Moon. Deswegen würden wir jene Pferde verkaufen die einen tollen Platz mit exzellenter Förderung verdient hatten. Thowra und Uprising konnte ich nicht abgeben, letzterer war ein Sohn von meinen einstigen Hengst Blettur und ein würdiger Nachfahre. Thowra hatte ich von Lena beinahe geschenkt bekommen, also lag sie mir somit ebenfalls am liebsten. Desweiteren würden einige meiner Connemaras bleiben Varulv, der ein ausgezeichneter Springer war außerdem vom Charakter meinem Hengst Moon sehr ähnlich. Kürbis würde ebenfalls bleiben, denn jetzt brauchte Pumpkin noch ihre Mutter, außerdem hatte ich ihrer alten Besitzerin einen Endplatz bei mir versprochen. Doch die Liebe zu der eigenartigen Connemarastute ging über dieses Versprechen hinaus. Willow ebenfalls bleiben, denn an meiner zweiten schwarzen Perle hing ebenfalls mein Pferd. Mit „nur“ 10 Pferden würden wir mehr Zeit haben um sie alle zu fördern und einzeln je auf sie eingehen zu können. Cayden hatte diesen Gedanken ebenfalls bereits geteilt, doch bisher noch nicht dazu geäußert.

      Innerhalb einer Woche hatten wir beinahe alle Pferde an verantwortungsvolle Besitzer vergeben…gerade bei Scylla freute es mich besonders, denn die Besitzerin hatte zugesagt sie würde falls die Stute gekört wäre in unsere Zucht kommen. Genauso Moons Sohn Wish würde einen tollen Platz bei Gwen finden – genau jene die damals bei Amy gewesen war und der ich zu Weihnachten Minou gegeben hatte – eine lange Reise nach Kanada würde ihm nun bevor stehen. Noomie und Nymeria würden gemeinsam einen Platz bei einer Shettyzucht finden, die von medy organisiert wurde – in einem Monat konnten sie etwa ausreisen. Meine beiden Islandstuten Aesi und Luna hatten ebenfalls einen gemeinsamen Platz bekommen, mit ihnen dorthin war die kleine Stute Lunara gekommen. Jetzt waren einzig noch River und Cap auf der Suche nach einem tollen Platz, doch bis dahin wurden sie von uns weiter in verschiedene Anzeigen gesetzt.
      Moon wurde jeden Tag von einem von uns beiden bewegt, seine Unwilligkeit blieb vorerst noch bestehen, doch stolperte er weniger und jeden Abend bekommt er die auf Naturbasis gelegenen Medikamente von Maren. Bucks machte bisher keine Sichtbaren Fortschritte, wobei er dennoch zumindest mehr als freudig über die Koppel preschte und dabei sogar schon wieder zu buckeln begann. Es freute mich das es ihm zumindest körperlich wesentlich besser zu gehen schien, doch es würde sicher noch eine ganze Weile dauern ehe sich ihm wieder jemand nähern würde und noch um einiges länger ehe jemand auf seinem Rücken sitzen würde. Das Leben ging weiter, doch die Trauer nach dem alten spülte um mich herum wie die Wellen an die Klippen meines neuen Heims. So saß ich also nun hier auf der Bank nur drei Schritte weiter und die Klippe erstreckte sich unter mir…als ich hinter mir Schritte vernahm. Im Halbdunkeln drehte ich meinen Kopf sah Cayden auf mich zukommen..langsam beinahe zögernd. Ich hatte ihn die letzten Tage beinahe abgewiesen, doch als er sich neben mich auf die Bank saß schenkte er mir unendlichen Trost. Schon allein seine Hand auf meinem Oberschenkel, ließ mich vor Glück erschauern…er schien nicht wütend auf mich, durch seine Hand pulsierte pures Einverständnis in mich hinein. Wie froh ich sein konnte einen solchen Mann an meiner Seite zu wissen…
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
      6/27

      Vom Regen in die Traufe
      unbk. -- Ravenna

      Die Tage strichen schnell dahin, die Autofahrt dauerte nicht allzu lang als ich vor der Haustür meiner Eltern stand – ein paar Pferde standen noch auf den mir einst so bekannten Wiesen. Pferde der Leute aus dem Ort, es tat gut dies alles wieder zu sehen. Meine Mutter fiel mir sofort um den Hals, mein Vater nickte mir bedächtig zu „Schöne Reise gehabt?“ Langsam löste ich mich aus der Umarmung meiner Mutter „Oh ja…ein schönes Training gehabt…und dann in zwei Tagen zu euch gefahren. Nichts auf der Straße gewesen – wenn man mal von den Kolonen der LKWs absieht, aber das hab ich ja früher auch schon geschafft.“ erwiderte ich ihm grinsend. Nach einer ersten Tour über den Hof, ging es in den Garten der da hinter lag – meine Großeltern waren ebenfalls da. Nun tat es mir beinahe Leid seit fast einem Jahr nicht mehr zu Besuch gewesen zu sein…erst auf Heartland und dann der Umzug. Wir hatten einander viel zu erzählen…von den vergangenen Monaten, meinem neuen Beruf und natürlich auch wie die Zukunft aussehen würde. Durch die Blume ließen sie verlauten das sie alle auf eine Hochzeit warteten, doch waren Cayden und ich erst seit Weihnachten ein richtiges Paar – so schnell gingen wir es längst nicht an. Am Abend erhielt ich dann noch einen Anruf von Alicia, sie hatte wieder einen Auftrag für mich. „Oh, das passt ja gerade. Zurzeit bin ich bei meinen Eltern, am Wochenende könnte ich vorbei kommen. Geht das klar?“ Es herrschte eine kurze betretende Stille, ehe sie mit „Okay, ja das bekommen wir hin. Ich muss ja nicht die ganze Zeit dabei sein. Kennst den Dicken ja auch schon ne Weile“. Damit verlängerte sich mein Aufenthalt zwar noch ein wenig hier in Deutschland, doch die lieben Viechers daheim mussten ja irgendwie auch versortg werden. Zunächst fiel ich jedoch vorn über in mein Bett und erst hier wurde mir so richtig bewusste wie einsam es doch war allein in seinem Bett zu liegen. Die Hitze war natürlich ein wenig anstrengen, versursachte mir wieder Kreislaufprobleme, bei uns zu Hause hatte ich damit beinahe keine Probleme. Es wehte immer eine frische Brise, selbst wenn das Thermometer nach weit oben kletterte und es gab nichts besseres als warmen Sommerregen.

      Die Woche flog schnell dahin – wir besuchten den Tierpark in dem ich einst das Geld für meine Fahrerlaubnis besorgt hatte, ich schaute bei meinem ehemaligen Pflegehund vorbei der nun selbst ziemlich alt war. Dennoch sprang er an mir hoch, freute sich über meinen Besuch als gäbe es kein Morgen mehr. Verschiedene Freunde aus alter Zeit wurden abgeklappert und meine alte Schule besucht um zu sehen wer von den Lehrern noch da war. Jetzt jedoch saß ich im Auto Richtung Alicias Hof, der irgendwo bei Paderborn liegen musste. Eine halbe Stunde nachdem mein Navi mich - wie eigentlich immer – in eine falsche Richtung gebracht hatte, kam ich endlich auf den Hof. Alicia hatte ich bereits mitgeteilt ich würde später kommen. Auf dem Hof sah ich direkt in Richtung des Platzes – dort ritt einer der Pfleger – oder war es eine Frau, auf die Entfernung war dies schlecht zu sagen – Give, sodass ich nur noch in den Sattel steigen musste. Ich schüttelte innerlich den Kopf, manche meiner Kunden waren in dieser Hinsicht zwar sehr zuvorkommend, doch machte ich die Pferde oftmals lieber gern selbst zurecht. Nunja..so ging es aber auch einen Zacken schneller, wobei ich ja sowieso die nächsten zwei bis drei Tage hier bleiben würde. Im Gästezimmer zog ich mir fix meine Jeansreithose an, lockeres schwarzes Top und meine grünen Chucks, dann ging es zu meinem nächsten „Patienten“ ich dankte dem Pfleger den ich bereits vom letzten Mal kannte und schwang mich auf ihn hinauf. Erst gewöhnten wir uns wieder aneinander ehe es im Schritt in Richtung der Millitärystrecke ging. Im Grunde gab es kaum etwas neues an der Strecke mit einem Unterschied – Höher und Weiter, sodass ich nun nicht die Probleme haben würde Give noch an neue Dinge zu gewöhnen. Wobei in der Hinsicht der Hengst sogar sehr unkompliziert war, sobald er eines verstanden hatte, man ihm zeigte wer ihr das sagen hatte ging alles gut von der Hand. Zum Üben gab es noch ein paar kleine Sprünge, Trabstangen sowie den Wassergraben, ehe es an die wirklich großen Baumstämme ging. Einer von ihnen besaß eine Dicke von sicher einem Transporterreifen, doch dies sollte uns nicht weiter stören. Ich konzentrierte mich erst einmal auf die Bergauf und ab Sprünge, dabei ging es auf eine Plattform hinauf, wenige Galoppsprünge darauf um auf der anderen Seite wieder hinunter zu gehen. Dann gab es noch welche die erst nach unten gingen über einen schmalen Baumstamm oder ein paar Heuballen ehe es wieder nach oben ging. Dabei ließen wir es langsam angehen, manchmal zeigte sich Give als unwillig, dann gab es gutes Zureden oder einen leichten Klaps mit der Gerte – sollte es gar nicht gehen stieg ich vom Pferd. An diesem Tage hatte der goldene Hengst genug geleistet, bekam sein Fressen eine kühle Dusche und wurde dann von mir in seine Box geleitet.

      Die nächsten Tage verliefen ähnlich wie auch bereits mein erster – es ging auf den Platz um warm zu werden oder aber eine kurze Runde ins Gelände uns anschließend auf die Strecke. Give lernte die höheren Hindernisse kennen, nahm die weiteren ohne Probleme an. Der Wassergraben stellte beinahe überhaupt gar keine Probleme dar – Give nahm alles an. Die Höhenunterschiede waren ihm ab und an nicht ganz geheuer doch mit weiterer Übung würde er dabei routinierter werden. Am Sonntagabend verabschiedete ich mich also von Alicia um mich auf den Weg zum Flughafen zu machen.

      Im Flug hatte ich wieder mein ein super spannendes Buch welches ich in den Stunden des Fluges nur zu fressen begann – the demon circle war sowieso eine meiner liebsten Bücherreihen momentan! Es dauerte eine halbe Ewigkeit ehe ich meinen Koffer aufgeklaubt hatte, dann mein Handgepäck auch noch im Flieger hatte liegen lassen – also nochmal alles abgeben an der Information, der Dame hinter und schließlich den Ausweis vorzeigen, sodass man auch ja die Person wäre die auf dem Handgepäck verzeichnet wäre. Mit der Dame ging es dann auch wieder zurück. Dort rief ich auch gleich Cayden an, denn ich hatte ihm vergessen zu schreiben wann ich ankommen würde. „Hey, also ich bin wieder in der Heimat – werde hier im Flughafen mich in das Café setzten und einfach warten bis du hier bist?“ *Klar, ich setzt mich jetzt in den Jeep und dann sollte ich in einer Stunde da sein – hast du noch Zeit zum Lesen“ Oh ja er kannte mich sehr wohl! Ich grinste breit auch wenn Cayden dies in diesem Moment nicht sehen konnte… „Ja..habe noch ein paar Seiten vor mir. Ist zu Hause alles in Ordnung?“ Cayden schwieg einen Moment „ Hansi hat einen ziemlichen blauen Fleck von Bucks erhalten, er wollte ihn auch mal probieren aufzuhaltern..erst hat er sich Sturm geholt um Bucks ein wenig anzulocken, doch als der kam und Hans das Halfter anlegen wollte gab es einen gewaltigen Tritt gegen die Schulter – er ist ausgewichen, sodass er nur gestreift wurde aber er belässt es jetzt erstmal bei der Fohlenpflege.“ Das Lächeln wich aus meinem Gesicht…mit dem Hengst hatte ich mir ganz schön was aufgehalst, aber irgendwie liebte ich ihn ja schon. „Dann kann ich ihn ja auch bald bemitleiden“ begann ich herum zu witzeln. Dann legten wir beide auf, ich takelte zum Empfangsbereich um hinaus zu gehen – dort wurde ich noch einmal kontrolliert. Der Mann schaute mich an „Sarah Kyren?“ sagte er in gebrochenen Englisch – auch er schien nicht aus der Gegend zu kommen. „Wir müssen sie leider in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland schicken. Ihr Visum ist abgelaufen!“ ….
    • Rhapsody
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      7/27

      Vier Wochen bei Vina
      unbk. -- Ravenna

      Langsam zirkelte ich quer durch das Bad, das Handy fest an mein Ohr gedrückt mit der anderen mein Badehandtuch gegen den Körper gepresst. Das nasse Haar klebte in meinem Nacken als ich mit Cayden telefonierte „Ja, das Visum ist beantragt, die meinten aber es könnte einen Monat dauern.“ Ich seufzte leise auf „Ich kann so froh sein, dass ich erstmal bei Vina bleiben durfte, ich werde hier bei ihr ein paar der Pferde trainieren. Desweiteren wird Moon wohl erst einmal eine Weile hier bleiben – in der Ausbildung zum Therapiepferd macht er sich wohl recht gut.“ Auf der anderen Seite wurde es kurz ruhig „Ich wünschte ich könnte jetzt bei dir sein. Aber ich weiß das der Hof ja weiter geleitet werden muss.“ Auch ich verstummte einen Moment lang – jetzt war ich schon zwei Tage hier vermisste meine Pferdebande zu Hause ziemlich arg. „Ja…ich weiß. Nächstes Mal muss ich mit dem Visum besser aufpassen. Aber ich muss jetzt Schluss machen, es gibt gleich Frühstück.“ Nachdem ich aufgelegt hatte trocknete ich mich zu Ende ab, umschlang meine Haare mit einem Handtuch und gesellte mich dann zu Thor, Vina und Georgio. Die drei besprachen gerade wie der tag heute ablaufen würde – „Denk daran Vina, du musst dich noch schonen wegen dem Unfall“ warf ich dabei kritisch ein, sie rollte ein wenig die Augen lächelte dann jedoch „Jaja..immer besorgt. Mit wem möchtest du denn anfangen, wegen dem Training? Als ich mir ein Stück Salat auf mein Käsebrötchen legte dachte ich einen Moment lang nach…Ghosts hatte es mir schon immer angetan, er konnte schon eine ganze Menge was die Dressur anging, weshalb für mich nicht mehr allzu viel zu tun blieb. „Ich werde mit Ghosts anfangen, dann Skymir und mal schauen ob ich dann noch einen von deinen schaffe oder ob ich mich ein wenig mit Braum beschäftige.“ Thor nickte bedächtig „Naja, wenn du mit Ghosts auf den Platz gehst, werde ich dich zusammen mit Marsi begleiten – der kann das auch mal wieder gebrauchen.“. „Dann lass uns mal anfangen?“ Damit erhoben wir uns alle vom Tisch, Riley schoss hinter mir her – die Hündin schien irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben und schlich mir bisher immer hinterher.

      Im Stall suchte ich mir die Sachen des Rappen zusammen, holte ihn aus einem der Stalltrakte – der Weg bis zur Sattelkammer und den Putzplatz an dem ich die Sachen abgestellt hatte waren…um es mit einem Wort zu sagen weit. Ich hatte von Vina deswegen einen Plan bekommen, da ich etwas zu Faul zum laufen war – schwang ich mich auf den schmalen Rücken des Hengstes. Laut hechelnd folgte die etwas ältere Hündin Riley dem schwarzen Pferd – schon jetzt war es beinahe ätzend heiß außerhalb des Schattens. Im entspannten Schritt folgten wir den Wegen, angekommen wurde der Hengst gründlich geputzt, dann gesattelt und nur einige Minuten später befanden wir uns auf dem Platz. Es gab nur wenige Unterschiede zwischen der A und E Dressur – es gab nur verschiedene Tempounterschiede. Vina hatte mir erzählt, dass Ghosts mit dem Trab im Allgemeinen einige Probleme hatte, wie es viele Isländer hatten, also begann ich erst einmal mit einer konstanten Anlehnung gearbeitet wurde auch an der Biegung und Stellung alles zunächst im Schritt. Mit Volten, Zirkeln und Schlangenlinien hielt ich den Hengst unter Beschäftigung, gerade als ich begann mit dem Traben rief eine Stimme „Tür frei Bitte“, ich parierte in den Schritt „Tür ist frei“, damit betrat Thor mit Marsimoto den Platz. Beide Hengste bebrummelten sich gegenseitig als sich unsere Wege kreuzten, Thor machte eine gute Figur auf dem Pferd, dabei fiel mir auf das ich ihn zum ersten mal reiten sah. Danach konzentrierte ich mich wieder auf den Hengst den ich schließlich trainieren sollte. Zum zweiten Mal trabte ich nach einer Runde Tölt auf dem Zirkel an, klappte schon mal besser als zuvor, doch parierte ich wieder durch, denn Ghosts sollte aus dem Schritt antraben. Ich blieb wieder eine Weile im Schritt, töltete auch ein wenig auf der ganzen Bahn um ihn zunächst ein wenig aufzuwärmen. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit mit dem Trab – dieses Mal lies ich es nicht zu das er versuchte anzutölten, auf kleinen Volten gelang es mir ihn schließlich immer wieder in den Trab zu bewegen. Auch Thor und Marsi arbeiteten gemeinsam an den verschiedenen Tempowechseln, sodass wir sehr aufeinander aufpassen mussten um nicht einander in die Quere zu geraten. „Das sieht doch schon viel harmonischer aus, Ghosts will ja immer dazu lernen.“ Rief Thor mir einmal zu. Als der Hengst und auch ich durchgeschwitzt waren ging ich vom Platz hinunter, dicht gefolgt von Thor und Marsi – „Sag mal wollen wir noch eine kleine Schrittrunde zur Entspannung drehen?“ Erst wollte ich das Angebot abschlagen, aber eine kleine Ablenkung konnte sicher nicht schaden. „Gern, dann kannst du mir die Gegend zeigen“ Seine gepiercten Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. Hintereinander ging es im Schritt in Richtung Gelände, bald wurde der Weg breiter so ritten wir nun neben einander her. Zunächst nur schweigend ehe Thor das Wort ergriff „ Wie ist es in Schottland so?“ Ich sah mich ein wenig um „Gar nicht so anders als hier, klar wir haben immer den Wind in der Nähe da es eben nur eine kleine Insel ist, aber ich bin vollkommen glücklich dort. Gerade die Isländer haben dort wirklich Glück, denn Uprising hat ja eigentlich Ekzem aber wegen dem Wind wird er beinahe unberührt davon. Auch wenn es hier wundervoll ist, die Pferde und mir die Arbeit Spaß macht – ich vermisse meine neue Heimat.“ Seine Hand überbrückte die Distanz zwischen uns und er drückte mir die Schulter sanft „Wenn du die Pferde trainierst wird die Zeit schneller vergehen als du es dir vorstellen kannst“ Ich fand diese Berührung auf eine Art verwirrend, doch so wie ich es komisch fand nahm Thor seine Hand auch schon wieder fort. Wir ritten in einem Bogen um den Hof, kamen aus der anderen Richtung wieder am Putzplatz an, machten beide Hengste fertig ehe wir uns zum Mittagessen wieder im Haupthaus einfanden. Es gab eine leckere Spinatlasagne, ich bekam dieses Mal den Platz genau neben Thor zugewiesen und noch immer war mir die eigenartige Begegnung beim Ausritt in Kopf. Unwillkürlich schüttelte ich meinen Kopf, griff nach einem Stück Brot in der Mitte des Tisches und begann langsam darauf herum zu kauen. Geistesabwesend griff ich nach einer Gabel, beteiligte mich kaum an den Gesprächen bei Tisch – es waren Vina, Georgio, Thor und ein paar Pfleger deren Namen ich nicht kannte mit von der Partie. Mit fahrigen Fingern begann ich zu Essen mir fiel die Gabel aus der Hand, ich wollte noch nach ihr greifen es gelang mir zu meiner eigenen Überraschung auch – und noch jemand anderes…Thor hatte mein Handgelenk gepackt, denn mit ihm hatte ich die widerspenstige Gabel vor dem Sturz den Tisch hinunter gewahren können. Mir war dabei unwohl, ich zog meine Hand hastig weg, die Gabel fiel mit einem klirren auf den Boden. Ich verkniff es mir gleich nach dem Ding zu greifen, denn Thor hatte sich schon die Mühe gemacht dies zu tun. In einem Impuls wollte ich irgendwie sagen das ich bereits einen Freund besaß, doch hielt ich lieber meinen Mund. Ich ignorierte den Blick den Vina und Georgio sich dabei zuwarfen…Das restliche Essen verlief ohne weitere Vorfälle – dann ergriff Vina wieder das Wort „Thor, ich war vorhin bei den Fohlen, eine der Holzlatten ist kaputt, wäre Klasse wenn du dich darum kümmern würdest?“ Thor erhob sich im Gespräch mit einem der anderen Pfleger und Vina stützte ihren Kopf in die Arme und begann breit zu grinsen. „Sarah?“…ich schaute sie über den Tisch hinweg an „Jaa?“ Vina tauschte einen Blick mit Geogio – „Er ist Schwul“ waren die einzigen Worte die ihr in diesem Moment von den Lippen gingen. Ich war…verdattert? Ich schaute in die Richtung in der Thor gerade verschwunden war, dann wieder zum Tisch und zu Vina. „Okay, das ist jetzt überraschend..dann brauch ich mir also gar keine Sorgen machen?“ Vina schüttelte lächelnd den Kopf. „Guuut, dann geh ich jetzt mal mit Skrýmir arbeiten“ ….DAS war peinlich gewesen…Also lief ich in den Stall um mir den Hengst zu holen, der hatte Einzelhaft, denn wenn sich einer „seiner“ Menschen auf die Weide begab schirmte er sie ab gegen die anderen Pferde, zwar kannte er mich nicht, doch war es so auch einfacher für mich – ich musste nicht ewig zur Weide laufen. Skrýmir brummelte mir entgegen, denn eigentlich würde bald die Fütterungszeit anbrechen und er hoffte darauf wohl bereits „Tut mir Leid mein Kleiner, heute heißt es erst die Arbeit dann das Vergnügen. In deinem Falle ist es das wohl dein Fressen.“ Damit holte ich ihn aus der Box, sein Schweif war eingeflochten – eine Maßnahme wegen des enorm langen Schweifhaares, das Vina einfach nicht über das Herz brachte abzuschneiden. Gerade auf einer Körung würde das feine, leicht gewellte Haar die Blicke auf sich ziehen. Wie schon am Vormittag machte ich den Hengst fertig – zog mich jedoch in die etwas kühlere Halle zurück um dort zu reiten, denn sie Sonne brannte schon erbärmlich. Leider hatte sich einer der Reitschüler ähnliches gedacht und er und Little Grey stiefelten quer durch die Halle. Die Stute nahm hin das er kaum eine richtige Hilfe gab, doch einer der Pflege war dabei und korrigierte ihn dabei. Ich schmunzelte, die Stute war wirklich sehr brav – sie war die Mutter von Thowra, also erhoffte ich mir ähnliches von meiner Stute. Ich schwang mich in den Sattel des Hengstes, machte mich in einigen Schrittrunden mit ihm bekannt holte ihn ein wenig an die Hand. Er besaß einen schwungvollen Trab, ich hätte mir vielleicht doch die Stiefeletten statt der Chucks anziehen sollen, denn ich rutschte falls er zu hastig wurde aus den Steigbügeln. Kurzerhand zog ich mir einfach die Schuhe aus, sodass ich wenigstens besser in den Steigbügeln unterwegs war – der Pfleger schaute ein wenig verquer, doch es war ja meine Sache. Skrý besaß von sich aus eine klare Gangtrennung zwischen denen ich mit ihm wechseln konnte wie beinahe bei einem Auto – wow jetzt ließ ich mich schon auf so etwas hinab. Die Tempounterschiede stellten für den jungen Hengst schon ein paar Probleme dar, sobald ich im Schritt begann energischer zu Treiben wollte er gleich in die nächste Gangart. So parierte ich ihn immer wieder durch falls dies passierte, stellte ihn ein wenig mehr an die Hand, da er manchmal dazu neigte im Trab sich hinaus zu hebeln. Der Hengst arbeite wundervoll mit ganz so als wolle er mir unbedingt gefallen. Als ich mit der Galopparbeit anfing, verließ der Schüler auf Grey die Halle, sodass ich nun die ganze Halle nutzen konnte. Die Unterschiede im Galopp lernte der Hengst schnell, wenn man mal davon absah das er sowieso eine ganze Menge bereits konnte – der einfache Galoppwechsel zum Beispiel hatte Vina bereits mit ihm trainiert. Das Verkleinern des Vierecks und dessen Vergrößern waren für ihn nicht weiter schwer, in der 10 Meter Volte war er noch etwas unbalanciert, doch würden wir daran arbeiten. Für heute machte ich dann erstmal Schluss, denn wir waren beide ordentlich am schwitzen. Am Putzplatz spritzte ich dem Hengst noch die Beine ab, auch Riley war wieder mit dabei und schlabberte begeistert Wasser aus dem Schlauch. Von der Hündin begleitet lief ich durch die hübschen Gärten des Geländes, doch die Blumen ließen bereits ihre Köpfe hängen – jemand musste heute noch die Blumen gießen. Also lief ich schneller in Richtung des Haupthauses, betätigte den Hahn und das Wasser verteilte sich in die verschiedenen Wasserschläuche. Aus meiner Tasche sammelte ich mein eBook, setzte mich in den Rasen – Riley als meine Rückenstütze…zwar hatte ich vorgehabt duschen zu gehen, doch so ließ sich der Tag beinahe viel besser ausklingen.Beinahe drei Wochen befand ich mich nun schon auf dem Hof von Vina und Thor, trotzdem kannte ich mich auf dem Gelände noch immer nicht aus – ohne den Plan war ich wohl so gut wie aufgeschmissen. Denn hier stand ich nun, mit der vollkommen verschwitzen, fertigen Pögn und hatte mich verlaufen – vor über einer Viertelstunde hatte ich das zweite Training mit der jungen Stute beendet, wir erarbeiteten ähnlich wie mit Marsimoto ein Niveau A in der Dressur. Pögn stellte sich immer besser dabei an, aufgrund ihres Alters würde auch Vina noch eine Menge Arbeit vor sich haben. Ich konzentrierte mich dabei auf eine konstante Anlehnung, sowie anständige Biegung und Stellung. Bahnfiguren wie die 10 Metervolte bereiteten der jungen Stute keine sonderlichen Schwierigkeiten, die einfache Schlangenlinie hatte sie bereits vorher gekannt. Für den einfachen Galoppwechsel fehlten ihr einfach noch die nötige Versammlung, die aber sicher im Laufe der nächsten Monate und Jahre folgen würde. Vina und auch Thor wollten die Stute nicht überfordern, was ich sehr unterstützte. Heute hatte sie etwas der Übermut gepackt, sie war unaufmerksam gewesen – also war ich nach einem ersten Erfolg in der Bahn noch eine Runde ins Gelände, dabei hatte ich einen der anderen Eingänge zum Hof genommen und fand nun nicht mehr wirklich zum Stall. Ich hatte Thor angerufen, der meinte ich solle an Ort und Stelle bleiben – er würde mich aufgabeln. Als er dann endlich da war führte er gerade Moon am Strick „Ich dachte der bräuchte auch mal wieder ein wenig Bewegung.“ sagte Thor grinsend „Ja, klar…gestern hatte ich ihn als Handpferd mit zum Ausritt und am Nachmittag hat er wieder einen Rotlichttermin gehabt“ Moon ging es hier erheblich besser, die Gegend war einfach mehr Wiese als bei uns auf Eriska – zwar gab es unmengen an Gras, welches jedoch durchsetzt war mit unzähligen kleineren Steinchen. Die anderen Pferde kamen damit klar – Moon nicht wirklich. Hier aber konnte er auch mal über die Wiese rasen mit den anderen zusammen und gerade diese Bewegung tat ihm unheimlich gut. Zwar verlor er die Muskeln die er all die Jahre gehabt hatte, da wir ihn selten ritten, doch wurde er jeden Tag irgendwie bewegt damit die Gelenkschmiere geschmeidig blieb. Dazu hatte mir Maren geraten als sie es festgestellt hatte. Die beiden Pferde beschnupperten sich eingehend Pögn quietschte einmal laut auf, schnappte in Moons Richtung und mein Hengst ließ sie in Ruhe. Nur wenige Minuten Fußweg und wir kamen wieder in einen Bereich der mir bekannt vor kam. „Danke für´s Abholen“ murmelte ich betreten als ich Pögn wieder absattelte und sie in der Nachmittagssonne trocknen ließ während sie genüsslich ihr Müsli vertilgte. Thor winkte ab, gab auch Moon seine Portion an Futter und verschwand bald darauf wieder mit ihm als mein Handy zu klingeln begann Cayden….Mein Herz tat einen Satz „Hey Schatz“ klang seine Stimme am anderen Ende „Hey, wie geht’s dir?“ Es herrschte einen Moment Stille…“Cayden?“ „Mir geht es gut, bin nur etwas erschöpft.“ Ein seufzen an der anderen Leitung „Hans hat es am Bauch erwischt – eine Rippe ist angebrochen und einige geprellt“ mein Gesicht war in diesem Moment sicher aschfahl „Was habt ihr getan?!“ fragte ich verdutz „Wir hatten ein Sommergewitter vor drei Tagen, die Pferde draußen auf den Weiden, als der Strom ausfiel. Als wir sie wieder reinbringen wollten raste Bucks gleich durch den Holzzaun am nördlichen Bereich der Weide. Mit ihm sind auch Stormy und Braum hinaus gelaufen. Am nächsten Tag stand unser Stormy etwas nass und verwirrt am Stall, doch Braum und Bucks wurden nicht gesichtet.“ Wir haben alle Sachen zusammen gepackt, den Zaun repariert und sind dann auf die Suche nach den Hengsten gegangen. Braum ist wieder auf dem Paddock, aber Bucks hat nach Hans ausgetreten. Jetzt ist er erstmal noch im Krankenhaus auf dem Festland, aber Bucks bekommen wir denke ich so schnell nicht wieder.“ Das war erstmal eine Menge zu schlucken, mich ärgerte es zutiefst das ich jetzt nicht da war – mir fehlte die Kontrolle über das ganze Geschehen zu Hause. „Dann lasst ihn am besten da draußen allein, sagt nur Blue und Julie bescheid das sie ihre Stuten besser an den Stall stellen sollen, wir wollen ja keine Unfallfohlen. Legt an einigen Stellen Futter aus – am besten um den Hof herum, sodass er sich daran gewöhnt. Wenn ich wieder da bin werden wir uns irgendwie um ihn kümmern. Bis dahin ist es ja ein Glück nicht mehr lang hin“ Das Gespräch ging nun nicht mehr länger, danach brachte ich Pögn wieder in den Stall um anschließend mit Marsi wieder heraus zu kommen. Auch mit dem Hengst arbeitete ich bereits eine Weile, wobei mir auch Thor unter die Arme dabei griff. Oftmals ritt er sogar den hübschen Fuchsschecken, dann gab ich ihm einige Tipps oder er erklärte mir einige Dinge. So lernten wir beide von einander und ich genoss den Erfahrungsaustausch. Auch heute würde Vina´s Freund Marsi wieder reiten – mir war heute nicht mehr danach.
      Eine gute Stunde später saß ich mit einem Glas Wasser, leichtem Muskelkater im Gras des Platzes und sah dabei zu wie Thor sich mit dem Hengst „abmühte“. Marsi und er verbrachten nun bereits den zweiten Tag im Training damit den einfachen Galoppwechsel zu meistern, der junge Hengst hatte ein paar Probleme damit vom Galopp in den Schritt zu fallen, denn meistens war es eher Trabtölt als der gewünschte Schritt. Nach drei Versuchen gab Thor wieder kurz auf, ging nur in den Schritt um ein paar andere Übungen mit dem Hengst zu vollführen. „Und wenn du es auf der anderen Hand probierst? Das ist immerhin seine bessere Hand, wenn es auf der funktioniert kannst du es auf der anderen machen. Geh vielleicht auch etwas in den leichten Sitz…?“ Thor hielt mit Marsi bei mir an, schüttelte dabei bereits mit dem Kopf „Nein, das würde eher zum Gegenteil führen“ Also machte er weiter mit seiner leichten Schrittarbeit, derweil kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Bevor ich aufstand, eine der roten Stangen am Rand des Platzes holen ging. „Wir legen eine Stange in die Diagonale, denke nicht das er im Tölt über die Stange geht, und wenn nicht ist es immerhin einen Versuch wert.“ Thor hielt erneut bei mir an, wartete ab bis ich die Stange platziert hatte „Mal sehen was das wird, Marsi kann die Stangen nicht unbedingt leiden.“ Also begann Thor wieder zu galoppieren, brach auf die Diagonale ab um anschließend vor der Stange durch zu parieren – im Tölt. Marsi riss den Kopf hoch und seine Schritte wurden langsamer der Hengst verfiel in den Schritt, doch vor der Stange stemmte Marsi die Beine in den Sand, stieg vorn nach oben und drehte nach rechts ab. Dafür wurde natürlich nicht gelobt, aber es folgten noch zwei weitere Versuche „Leg den Schenkel nicht allzu weit nach hinten, halt ihn ruhiger.“ riet ich ihm nach dem dritten Mal, dann ließ er ihn angaloppieren auf die Stange zu, parierte den Hengst – zum Schritt – noch in ihm ging er an der Stange vorbei um den Hengst erst danach umzustellen und wieder zu galoppieren. Danach wurde er kräftig gelobt „Machen wir am besten Schluss für heute, es hat ja jetzt geklappt“
      In den nächsten Tagen ritten wir Pögn und Marsi oftmals gemeinsam auf dem Platz, übten klarere Gangübergänge gerade die Jungstute konnte sich so an dem etwas erfahreneren Hengst konzentrieren. Während ich also mit Pögn an Stellung, Biegung und sanften Übergängen pfeilte, stand für Thor und Marsi der einfache Galoppwechsel an der Tagesordnung. Tatsächlich gelang es bereits den Hengst ohne Stange in den Schritt zu parieren, auch wenn die Schrittphase noch ein wenig zu lang war – ein erster Erfolg im Training war erreicht. Die beiden Pferde von Vina würden noch eine kleine Weile an Training ordentlich gebrauchen können, doch ihre ersten Turniere zu Übungszwecken würden sie ohne Probleme bestreiten können.
      Fünf Tage bevor die vier Wochen um waren, bekam ich endlich die errettende Post – ich durfte endlich wieder zurück nach Schottland. Die letzten Tage verbrachte ich zusammen mit Vina, wir ritten aus, waren noch im Kino und erfreuten uns einfach an der Gegenwart des anderen. Zwar war ich unheimlich froh wieder zurück zu kehren, doch ich hatte mich auf dem Hof hier sehr wohl gefühlt. Als ich auf der Fähre an der Reling stand, musste ich innerlich grinsen….Cayden hatte Recht behalten, ich konnte einfach nicht von Vina zurückkehren ohne mit einem Pferd zurück zu kehren….Braum war mit mir auf die Reise gegangen, sowie Little Grey Braums und Thowra´s Mutter, eine Stute die ich schon lange ins Auge geworfen hatte.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
      8/27

      Die Vergangenheit holt einen immer ein
      unbk. -- Ravenna

      Nicht das ich auf meinem eigenem Hof nicht bereits genug zu tun hatte - ein Sommerturnier stand in Planung, Thowra wurde von einem unserer Mitarbeiter eingeritten. An einem Tag kam Cayden gerade von einem Ausflug hinunter zum Meer mit Draki zurück - der Hengst wurde langsam wieder an die Arbeit gewöhnt, Wasserübungen gehörten dazu. "Hast du schon gesehen- sie bauen eine Brücke vom Festland hierher! Keine Fähre mehr wenn wir die Insel verlassen wollen." Diese Neuigkeit brachte bei mir jedenfalls keine Euphorie hervor "Dann müssen wir uns schnell darum kümmern Bucks wieder einzufangen. Gab es wieder neue Sichtungen? " Eine Brücke zum Festland war eine eigentlich tolle Angelegenheit, doch in Anbetracht das einer meiner Hengste flüchtig war eine nicht mehr ganz so tolle Sache. Cayden jedoch schüttelte den Kopf, in meinem spielten schon leichte Horrorszenarien ab. "Die Futterstellen wurden bisher auch nicht angerührt, wir haben Sommer da findet er genügend. " warf Hansi ein - Kathi hatte diesen Namen gewählt- womit er natürlich Recht behielt. "Ich habe allerdings einen neuen Auftrag angenommen, der Stall ist hier ganz in der Nähe, wenn man mal das Wasser dazwischen nicht mit bedenkt. Die Besitzerin des Hofes hat der zeitlich eine Verletzung, weshalb sie die Pferde nicht ganz so versorgen kann sie gern würde. Bis zu ihrer Genesung hab ich zugesagt mich mit ihren Hengsten und ungekörten Pferden zu beschäftigen. Ich würde jeden Tag zwei oder drei bewegen, wobei ich einige auch gar nicht reiten kann. Da ist zum Beispiel ein kleiner Falabella Hengst" erzählte ich munter vor mir her, die Aussicht auf 16 weitere Pferde in meiner Aufsicht stimmte mich frohen Mutes, als Trainer war ich es gewohnt verschiedene Pferde zu reiten, somit diente dies wieder ein wenig meiner Weiterbildung. Alyssa würde erst in wenigen Wochen die Pflege wieder allein aufnehmen. Heute jedoch wollte ich selbst noch mit Braum ein wenig arbeiten, der junge Hengst war neu auf dem Hof zusammen mit Mutter Grey, doch ein wenig Bodenarbeit würde dem Kerlchen sicher nicht schaden. Nach dem Putzen, dem Anlegen des Knotenhalfters schritt ich mit Braum in Richtung des Platzes. Das letzte Mal hatte ich mich noch mit meinem ganzen Gewicht gegen seine Brust werfen mussen damit der Hengst überhaupt einen Schritt nach hinten tat. Dann hatte ich ihn wie auch Moon auf den Clicker konditioniert, machte er einen Schritt rückwärts gab es den Click und ein Leckerli. Das ganze hatte natürlich noch Ausbau bedarf, doch Braum lernte schnell dazu. Also stellte ich mich vor ihm hin, tickte mit der Gerte sanft an seine Brust um dann einen Schritt auf ihn zu zu machen. Zumindest hatte er den Rückwärtsdrang und tippelte zweimal nach hinten *Click* " Guuter Junge!" murmelte ich als der Hengst sein Leckerli bekam. Kaum das wir es viermal oder fünfmal wiederholt hatten, kam Cayden auch schon auf den Platz im Schlepptau den wenig begeisterten Varulv. Mit seinem schwarzen Fell war selbst die Vormittags "kühle" zu viel für ihn, doch Arbeit musste sein. Durch das weitere Pferd auf dem Platz war Braum abgelenkt, sodass ich das Training im guten beendete. Ich brachte ihn auf die Weide, um mich dann an den riesigen Stapel Papiere zu machen. Der Equidenpass von Pumpkin war endlich da, sodass ich den nun Vina per Post schicken konnte. Da erweckte ein ungeöffneter Brief meine Aufmerksamkeit, ungeniert zog ich ihn hervor, nahm den Brieföffner in Form eines Dolches zur Hilfe um dann den Brief zu lesen.* Sehr geehrte Frau Kyren, ich habe nun bereits seit einiger Zeit nach ihnen gesucht.* das ließ mich ein wenig stutzen, nervös begann ich an meinem Nagel herum zu kauen- ohne ihn jedoch abzuknabbern. *Mithilfe eines Freundes bin ich dann auf die Adresse des Händlers von Archer gekommen und so nun endlich an sie!* Archer?! Worum ging es hier, doch die einzigen Pferde die ich vom Händler hatte waren Stormy, Willow und Moon seinerzeit, doch hatte ich die Befürchtung es ging um genau meinen grauen Hengst, denn von seiner Vergangenheit wusste ich am wenigsten. * Ich besitze eine kleine Zucht von Connemaras vor den Toren von Dublin, im Jahr 2008 wurde Archer als Fohlen der F1 Generation, meiner Stute Maera geboren. Sein Vater Empire State of Mind ein renommierter Vollbluthengst, steht nicht auf meinem Gestüt. In einem Alter von knapp drei Jahren wurde der Hengst zusammen mit einigen anderen von der Koppel außerhalb des Hofes gestohlen. Danach habe ich lange nichts mehr von ihm gehört, bis eine Bekannte von uns, sie mit dem Hengst auf einem Turnier sah und Bilder machte. Einige Wochen später schickte sie mir einige zu und da erkannte ich unseren Archer, der bei ihnen wohl Stormbringer heißt?* Darunter stand eine Nummer, doch ich war vorerst wie vom Donner gerührt. Was hatte dies nun für mich zu bedeuten, wollte der Züchter seinen Hengst zurück haben, oder was forderte er von mir? Auf der einen Seite jedoch freute ich mich endlich mehr über ihn zu wissen, doch was war in den Jahren seit seinem Diebstahl mit ihm geschehen, das er auf den Straßen Dublins landete. Meine Hände begannen zu zittern als ich den Brief beiseite legte, dann ging ich auf den Flur bis ich bemerkte das auch meine Beine begannen unter mir langsam nachzugeben. Ich lehnte mich gegen die Wand, meine Atmung wurde stetig schnelle, doch vor lauter Tränen die mir die Wangen hinab liefen konnte ich nicht normal Luft holen, sie wurde von meinen Lippen genommen. All die Arbeit die ich in Stormy gesteckt hatte, die Liebe die ich ihm gab und die er mir auch entgegen zu bringen begann und jetzt war es nichts mehr wert? Ich saß noch eine Weile da auf dem Boden, fand meine Atmung irgendwann wieder, doch nicht die Kraft die Nummer zu wählen…dafür war ich nicht Stark genug…

      Cayden würde dies tun müssen.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
      9/27

      Longieren von Varulv
      unbk. -- BluePearl

      Da es heute sehr warm war, beschloss ich keine großen Sachen mit den Pferden zu machen. Ich entschied mich fürs Longieren. Es war gut fürs Pferd, aber nicht so anstrengend wie ein Training. Varulv's Halfter musste einem Kappzaum weichen. Ich führte ihn auf den Platz und ließ ihn dann im Schritt gehen. Die Longe ließ ich nach und nach lockerer, sodass er weiter nach außen gehen konnte. Sein Kopf nickte bei jedem Schritt mit. Nach einigen Runden und einem Handwechsel ließ ich ihn antraben. Besonders motiviert schien er nicht zu sein. Es war doch einfach noch zu warm. Runde für Runde wurde besser und er streckte sich vermehrt. Ich ließ ihn anhalten und ließ ihn zu mir kommen , um dann die Hand zu wechseln. Er hörte gut auf die Stimmkommandos. Die Übergänge vom Schritt zum Trab klappten auch gut. Er schnaubte ab und da alles so gut geklappt hatte, machte ich an dem Punkt auch Schluss. Man sollte immer an einem positiven Punkt aufhören. Ich hakte die Longe aus und ließ ihn noch etwas laufen, was er aber zum Wälzen nutzte. Danach kam er angetrottet und wollte wohl wieder rein. Er schob seinen Kopf unter meinen Arm und ich kraulte ihm die Stirn. Dann führte ich ihn aber wieder zurück zu den anderen Hengsten.
    • Rhapsody
      Alte Pflegeberichte
      10/27

      Ausritt auf Caed Crevan
      unbk. -- Ravenna, Gwen, medy

      Noch immer drückte ich mich davor den Telefonhörer in die Hand zu nehmen um den dubiosen Züchter anzurufen, also beschäftigte ich mich lieber mit meinen Pferden .- heute wieder mit meinem jungen Hengst Braum, der Name gefiel mir nach wie vor nicht doch was sollte man schon tun. Bewaffnet mit Longe, Kappzaum und der Peitsche ging es in Richtung des Platztes, denn wir arbeiteten erst einmal daran das Braum auch schön außen blieb ehe wir uns an den gesamten Rest machten. Ab und an meinte mein kleiner nämlich zu sehr nach außen zu kommen oder aber einfach auf mich zu. Auf dem Platz sortierte ich zunächst meine Longe richtig, stellte mich in Position und schickte Braum von mir fort. Bedingt durch die Hitze des Tages – dieses Mal fehlte die kühlende Brise von Meer – schlurfte Braum ziemlich vor sich her, sodass Staub mir die Lunge zu bedecken begann und ich ihn förmlich auf der Zunge spürte. „Na los, bisschen schneller geht schon“ motivierte ich, indem ich gleichzeitig mit der Longe wackelte und von hinten mit der Peitsche ein wenig Druck ausübte. Sofort nahm es Braum ein wenig zu Ernst und trabte an „Brrruuuu…Schritt“ rollte ich mit der Zunge, sodass er langsamer lief, aber im Schritt etwas schneller. Nach einer ersten Aufwärmphase trabte ich ihn schlussendlich an, musste teilweise ziemlich gegenhalten und zuppelte immer wieder an meinem Ende der Longe. Durch mehrere Schritt-Trab Wechsel und Seitenwechsel wurde er immer entspannter, drängte weniger nach außen, so machte ich an dieser Stelle auch schon wieder Schluss, allzu sehr wollte ich ihn nicht beanspruchen, ein wenig Jungpferd durfte er bleiben.

      *aus Gwens Sicht*


      Einen Tag, bevor unser Wanderritt überhaupt losgehen sollte, war ich schon auf Caed Crevan angekommen und hatte mich sofort wie zu Hause gefühlt. Es war so schön hier in Schottland! Auch wenn es ganz anders war wie in Kanada, denn hier sah man das Meer und war nicht von gigantischen Bäumen umzingelt. Da es mir regelrecht in den Fingerspitzen vor Tatendrang juckte, fragte ich Sarah, ob ich ihr denn irgendwie bei den Pferden behilflich sein konnte. Das Angebot schlug Sarah natürlich nicht aus und da ich auch als Ausbilderin tätig war, vertraute sie mir ihren wunderschönen Draki an. „Du kannst mit ihm hinunter zum Strand gehen und ihn dort longieren!“ meinte sie lächelnd zu mir und ich dankte ihr vielmals.
      Draki war ein weißer Isländerhengst und obwohl ich die Rasse eigentlich nicht großartig mochte, hatte er mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich holte den hübschen Kerl aus seiner Box, band ihn davor an und begann ihn zu putzen. Dabei ließ ich mir viel Zeit und das Ergebnis konnte sich dann auch sehen lassen: Draki war schneeweiß. In aller Ruhe stattete ich ihn mit Kappzaum und Longe aus, ehe wir uns auf den Weg hinunter zum Strand machten. Wider Erwarten brauchten wir nur circa zehn Minuten und schon standen wir vor den aufbrausenden Meer. „Wow!“ murmelte ich verliebt, denn der Anblick war einfach nur herrlich!
      Ich ließ Draki erst einmal ein wenig im Sand stöbern und ihn durch das seichte Wasser waten. Man merkte, dass dem Hengst die Umgebung nur allzu bekannt war, denn er scheute weder vor den Wellen noch vor den Möwen zurück. Dennoch wollte ich schon bald mit dem Training beginnen und ließ ihn in aller Ruhe im Schritt um mich rundherum laufen. Draki arbeitete wunderbar mit und so konnte ich auch den Trab dazunehmen.
      Sarah hatte mir von Drakis unangenehmer Verletzung erzählt und dass er jetzt gerade wieder in der Rehabilitationsphase war. Deshalb ließ ich den Galopp für heute auch weg und beschränkte mich auf viel vorwärts-abwärts und eine aktive Hinterhand. Das Laufen in dem weichen Sand schien Draki gut zu tun. Ab und an legte ich die Zirkellinie auch so, dass er immer durch das Wasser musste, doch die Abkühlung schien ihm sehr zu gefallen.
      Schneller als gedacht waren die zwanzig Minuten Arbeit vorbei und ich setzte mich noch ein wenig in den Sand, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Draki blieb dösend neben mir stehen und wartete geduldig, dass wir uns auf den Heimweg machten.

      *meine Sicht*

      Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblüte - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblüte und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen.

      *schwarz Gwen, grün medy, rot Ravenna*

      "Ein Wanderritt durch Schottland? Ich beneide dich so!" schwärmte meine Freundin Amber, als wir gerade den Stall betraten und Wish fertig machen wollen. "Ein wenig aufgeregt bin ich ja schon, denn der Flug nach Schottland ist doch nicht gerade ohne!" seufzte ich und kraulte dem hübschen Connemarahengst die Stirn. Dann musste ich lächeln, denn immerhin flogen wir in Wishs ehemalige Heimat und er hatte schließlich schon einmal den Flug überstanden, also würde er es auch diesmal wieder ohne Probleme schaffen und Sarah würden wir auch direkt wiedersehen! Gemeinsam mit Amber putzte ich Wish und legte ihm dann die Transportgamaschen an, denn Mama fuhr uns zum Flughafen in Winnipeg.
      Am Flughafen angekommen, brachten wir die gesamte Prozedur hinter uns. Während ich durch allerhand Kontrollen marschieren musste, erging es meinem Hengst nicht anders, auch er wurde von allerhand Tierärzten untersucht. Ich war froh, zu wissen, dass Amber und Mama auf ihn aufpassten und darauf achteten, dass er sicher im Flugzeug ankommen würde. Fast eine Stunde verbrachten wir auf dem Flughafen, ehe auch ich mich in meinen Flugzeugsitz fallen ließ und ungeduldig auf den Start des Flugs wartete. Nun hieß es, auf nach Schottland und in ein neues Abenteuer!

      Aufgeregt strich ich Totbringer nochmals über den Hals, meine Finger zitterten sogar leicht vor Aufregung. "Quatsch, kommt sowieso alles gut", redete ich mir selber gut zu, währendem ich gedankenverloren in Tot's Fell starrte. Obwohl ich Tot noch nicht so lange hatte, habe ich mich entschlossen, sie mitzunehmen. Auf einen unvergesslichen Ausflug nach Schottland. Sarah hatte mich kurzfristig angerufen - kurz und knapp, sie hatte mir angeboten, mit einem meiner Hüh's zu ihr nach Schottland zu kommen und einen langen Wanderritt zu unternehmen, Natürlich hatte ich sofort mit einem quietschendem Jageantwortet, bin aufgesprungen und durch die Wohnung gestreunt. Totbringer riss mich aus meinen Gedanken, indem sie anfing, an meiner Jacke rumzuknabbern. "Tot!", rief ich empört aus, was jedoch nur ein kurzer, missbilligender Blick von Tot zur Folge hatte. Mit einem Schmunzeln befreie ich meine teure Jacke von den gefährlichem, schlabbrigen, höllischen Zähnen Tot's und schaue auf die Uhr. Bald würde ein eher kürzerer Flug anstehen, zum Glück ist es nicht allzu weit bis zu Schottland. Tierarztkontrolle hatten wir schon hinter uns, auch alles Restliche war geklärt, sodass wir uns nur noch auf die Ankunft und den ganzen Aufenthalt freuen konnten. "Das wird toll, Tot", rede ich voller Vorfreude zu Tot, welche aber nur kurz schnaubte. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht kraulte ich sie.

      Nachdem ich Braum longiert hatte, Gwen mit Draki abgehauen war holte ich mir Grey aus dem Stall, ein Turnier war an der Reihe also wollte ich mal wieder mit ihr an die Töltarbeit gehen. Vina hatte sie in dieser Gangart ein wenig trainiert, Grey war von Natur aus kein Fünfgänger da sie kein reinrassiger Isi war. Da wir Bucks noch immer nicht wieder eingefangen hatten, standen die Stuten noch immer im Stall damit sie von dem jungen Hengst nicht belästigt werden. Doch am gestrigen Abend hatten wir ihn am Horizont erblickt, Thowra zeigte im Moment gute Möglichkeiten rossig zu werden. Falls dies eintraf wollten wir sie anbinden um den jungen Hengst in einen Pferch zu locken, dort konnten wir ihn dann einsprerren. Ob dies alles so funktionieren würde, hing noch in den Sternen jedoch hatte ich gute Aussichten. Aus der Mähne von Grey entfernte ich ihr ein wenig Heu, dann begann ich sie zu satteln, heute den Westernsattel, denn sie fühlte sich mit diesem Recht wohl. Auf dem Platz schwang ich mich in den Sattel sortierte mich noch einmal ehe ich begann mit einer ersten Aufwärmphase, denn die war wichtig für eine lockere Stunde. Die beginnende Dämmerung brachte auch endlich ein wenig Abwechslung in die drückende Hitze des Tages. Auch Kathi gesellte sich zu mir auf den Platz auf ihrer Stute Eisblume - darum hatte ich sie gebeten da es mit einem Hengst schnell zu anstrengend werden konnte. "Ich freu mich schon auf den Ausritt - kommst du auf Finlay jetzt nun mit?" Kathi nickte, bis wir uns jeder auf unsere Pferde konzentrierten. Ich baute mehrere Tempowechsel ein, ging auch vom Galopp zurück in den Tölt und Grey töltete mittlerweile sogar auf dem Zirkel. Einmal waren wir beide so in die Arbeit fixiert, das unsere Pferde beinahe gegeneinander laufen wären. Kathi und ich lachten ein wenig "Wollen wir noch runter zum Strand? Ich wäre fertig" fragte sie wenig später. Ich brauchte gar nicht lange zu überlegen "Natürlich!" Dabei kam uns sogar noch Gwen zusammen mit Draki entgegen...."Hey!" begrüßten wir uns ehe wir dann auch schon Eisblume und Grey in einen leichten Kanter fallen ließen. Da Gwen bereits seit dem Morgen da war - fehlte einzig noch Alessia damit der Wanderritt morgen beginnen konnte.

      Wir waren heile in der schottischen Idylle angekommen und Wish hatte sich direkt wie zu Hause gefühlt. Zwar war sein Vater momentan nicht hier, aber mit Stormy und Varulv als Weidegenossen gab er sich auch zufrieden und zehn Minuten später war er hinter den grünen Hügeln verschwunden. Da es gerade einmal kurz vor Mittag gewesen war, hatte ich Sarah nach Arbeit gefragt und sie hatte mir direkt Draki in die Hand gedrückt. Den hübschen Isländer sollte ich am Strand longieren und so bekam ich gleich einen traumhaften Anblick von Schottland zu sehen. Auch lernte ich Kathi kennen, welche mit Sarah das Gestüt hier leitete. Momentan warteten wir noch auf unsere dritte Mitreiterin, nämlich auf Alessia. Auch sie kannte ich schon, denn es war noch gar nicht so lange her, dass sie bei mir in Kanada zu einem Kurs gewesen war. Heute würde ich aber ein anderes Pferd von ihr kennenlernen, wenn sie hier wohlbehalten ankommen würden. Mit Draki machte ich mich schon bald auf den Heimweg zurück auf den Hof, wo wirklich eine herrliche Ruhe herrschte. Draki durfte wieder auf seinen Paddock und ich machte mich daran, Wishs und meine Sachen auszupacken, denn dafür hatte ich vorhin keine Lust gehabt, aber ohne die Sachen würde es nichts mit dem Wanderritt werden.

      Müde von der Reise streichelte ich Tot nochmals über den Hals, ehe ich mich von ihr verabschiedete und aus der Box ging. Wir sind heil und ganz angekommen, Sarah hatte uns mit grossem Jubel empfangen und alles in allem ist alles supergut verlaufen. Nun war es auch schon Spätnachmittag und ich bin hundemüde - mir fielen schier die Augen zu. Erst gerade habe ich gehört, dass auch Gwen (bei der ich einen Kurs besucht hatte) mitkommen würde. Allerdings ist der Ausritt noch nicht ganz geplant, deshalb müssen wir heute beim Abendessen auch darüber diskutieren. Ich riss mich aus meinen Gedanken und bedachte Totbringer noch mit einem fröhlichem, aber müdem Lächeln. Schier stolperte ich über die Mistgabel, welche im Stallgang schräg angelehnt war. Super . Mit einem Schlag war ich wach und nahm die Mistgabel in die Hand. In der Hoffnung ihr Heimatsplätzchen zu finden, durchsuchte ich die ganze Umgebung, fand allerdings keine ihrer Artgenossen. Die Mistgabel ist irgendwie wie ich …
      Erschrocken über diesen komischen Gedanken fing ich an zu lachen und konnte einfach nicht mehr aufhören - was gab ich bloss für ein Bild ab, als Sarah auf mich zuging und mich so dort sah, mit einer Mistgabel in der Hand und lautem Lachen. "Alessia? Geht's dir gut?", fragte sie mich mit hochgezogener Augenbraue. Immer noch lachend antworte ich ihr: "Nicht wirklich, die Reise war zuu lang" "Du bist reif für ins Bett, komm, hopp hopp" Grinsend hörte ich auf zu lachen und ich beruhigte mich langsam. Puuh, tief einatmen, ausatmen. Ich wusste auch nicht, warum ich plötzlich das Ganze so lustig fand, sehrwahrscheinlich war ich einfach müde. Sarah grinste mich an und ich erwidere ihr Grinsen, ehe wir zusammen Richtung Wohnhaus liefen. "Gwen hast du heute noch nicht gesehen, oder?", sagte Sarah, "mal schauen, vielleicht ist sie auch im Haus"

      Cayden, Kathi und Aiden hatten sich um das Abendessen gekümmert, während ich unsere beiden Gäste aufgelesen hatte. Alessia war erst vor einer guten Stunde angekommen, derweil hatte sich Gwen zu Wish gesellt auf den oberen Weiden. Eine gute Viertelstunde war es bis dahin zu Fuß, doch schickte ich ihr fix eine SMS in der Hoffnung sie würde hier auch ankommen - mein Smartphone hatte ich eigentlich auch nur um mir meinen Kalender ordentlich zu gestalten, denn das mobile Internet klappte hier meinstens nicht - dazu durfte es nicht allzu bewölkt sein, doch hatte ich davon keine Ahnung. Ging es um irgendwelchen Technischen Kram so musste sich Kathi darum kümmern.
      Als wir endlich alle beisamen waren, besprachen wir gemeinsam was alles getan werden musste - wobei ich eher mit den Männern sprach, auch Hansi leistete uns Gesellschaft, denn er war wieder entlassen worden. "Ihr kümmert euch am besten um den Pferch für Bucks, die Stuten bleiben vorerst noch immer im Stall. Auf den Ausritt werde ich warscheinlich Stormbringer nehmen" - da schaltete sich auch Kathi ein "Ich werde euch auf Finlay ein Stück begleiten, doch gegen Abend wieder in Richtung nach Hause - alles für die Turniere vorbereiten die so in nächster Zeit anstehen." Ich nickte, dann wandte ich mich an meine Begleiter "Wir werden oft im Schritt reiten, gerade was die Wege an den Klippen entlang geht oder am Strand - gerade letzteres sind eure Pferde nicht gewohnt also lassen wir es langsam angehen. Wir werden immer knapp drei Stunden am Stück reiten, dann eine Stunde Pause einlegen und wieder in den Sattel steigen. Der schwächste Reiter mit dem unerfahrensten Pferd wird jeweils hinter einem von uns reiten - am zweiten Tag stets vorweg um das Tempo anzugeben. Die meisten Wege machen es jedoch möglich nebeneinander zu laufen, wir werden ein Halbmoor durchqueren, doch der Weg ist gut sichtbar. Wir werden tolle Landstriche sehen, aber auch einige interessante Tiere - Otter, Seeadler, vielleicht sogar einige Wale vor der Küste" Da fiel uns Hansi ins Wort - "Ah ja - letzte Woche wurde ein Pärchen Wölfe auf der Insel gesichtet, die vermutlich vom Festland hinüber geschwommen sind" Ich begann mir auf der Unterlippe zu kauen, wir hatten genug Strom auf dem Zaun, das die Wölfe nicht an die Pferde kamen, doch Bucks streifte da irgendwo allein durch die Gegend "Es wird Zeit das wir Bucks endlich bekommen, es sind jetzt fast 5 Wochen!" entfuhr es mir lauter als gewollt, meine Sorge war einfach zu groß. "So Mädels, dann wünsche ich euch eine angenehme Nacht im Heuspeicher" - diesen Namen hatten wir unserem Gästehaus insgeheim gegeben.

      Als mich Sarahs SMS erreicht hatte, - ein Wunder, dass ich hier noch Empfang hatte! - war ich geschwind zum Haus zurückgelaufen, wo ich kurz darauf auch Alessia getroffen hatte. Beim Abendessen besprachen wir den Ritt. Aufmerksam hatte ich Sarah zugehört und war schon ganz aufgeregt! In Gedanken sah ich uns bereits an einer der wunderschönen Klippen entlang reiten und über die Küste blicken. Mit Wish würde das ganze sicherlich eine äußerst angenehme Reise werden, denn er kannte sich hier schon ein wenig aus und vor allem sein Charakter wäre für einen Wanderritt ideal. "Wow, ich freue mich schon so!" entfuhr es mir und ich musste grinsen. Sicherlich war es für Sarah inzwischen normal, hier zu reiten, denn sie lebte hier mit ihrem Team. Amüsant fand ich ja Caiden und Aiden, denn wenn man nicht genau zuhörte, waren die beiden Namen doch mal Anlass für Verwirrung. "Was ist denn mit Bucks los? Vielleicht können wir ja helfen?" bot ich Sarah an, denn sie schien doch recht verzweifelt.

      wir überspringen medy da keine Zeit ziehen sie aber mit
      "Vor einigen Wochen gab es ein starkes Sommergewitter, die Hengste waren auf den oberen Weiden und eine der Holzleisten brach - einige blieben im Unterschlupf andere entkamen. Alle kamen wieder zurück bis auf Bucks - er war neu auf dem Hof, die erste Zeit stand er in einem Paddock, da er sich die Rippe gebrochen hatte bei einem Unfall. Als die Tierärztin meinte es sei wieder alles okay, wollten wir ihn zunächst in die Gruppe integrieren ehe wir mit der Arbeit beginnen. Bucks ist, nunja, bissig und auf gewisse Art und Weise somit auch gefährlich. Mir ist es bereits gelungen ihm das Halfter anzulegen, doch als mein Visum abgelaufen war ist das Gewitter gewesen. Die Futterstellen haben wenig gebracht und seit einiger Zeit haben wir ihn nicht mehr gesehen. Jetzt die Nachricht mit den Wölfen" ich schüttelte meinen Kopf "In den nächsten Tagen sollte Willow oder aber Thowra wieder rossig werden, dann wollen wir sie in den Pferch bringen in der Hoffnung den Hengst so irgendwie wieder einfangen zu können. Beim letzten Fangversuch ist Hansi erstmal mit angebrochener Rippe im Krankenhaus gelandet. Morgen fliegt er dann nach Polen um bei Maren ein Pferd einzureiten, auf dem Gestüt Federsee." Damit versuchte ich ein schiefes Lächeln, was mir nicht sonderlich gelang....

      "Hach herrje! Das klingt gar nicht berauschend!" seufzte ich und überlegte, der Name des Hengstes war mir nicht ganz unbekannt, indirekt schien ich ihn schon zu kennen. "Das mit den Stuten ist eine gute Idee, vielleicht können wir ja auch während des Wanderritts die Augen offen halten. Wer weiß, vielleicht haben wir Glück und wir finden Hinweise, wo er sein könnte." meinte ich, denn zum Glück handelte es sich hier um eine Insel und ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Hengst zum Festland schwimmen würde. "Aber hey, Sarah! Nicht traurig sein, so bissig und gefährlich wie er zu den Menschen ist, wird er im Notfall auch zu den Wölfen sein. Glaub mir, die werden doof schauen, wenn sie Bucks begegnen!" meinte ich aufmunternd und fand die Vorstellung selbst auch ein wenig beruhigend. Bei uns in Kanada waren Schwarzbären, Pumas und Wölfe eigentlich vollkommen normal, allerdings trafen sich unsere Spezies auch sehr selten an, so dass es bisher noch nie zu großartigen Konflikten gekommen war.

      "Genau das denke ich nämlich auch" pflichtete Cayden Gwen bei, ein nun wirkliches Lächeln stahl sich auf meine Lippen - "Es ist nur ein Pärchen, einem Pony würden sie sich sicher nicht nähern" Und trotzdem wünschte ich mir in diesem Moment lieber Draft Horses zu halten. "Also, das Essen ist beendet" Damit stand ich auf, reichte hinter die Theke der Küche und holte einen Sixerpack Kilkenny hervor - "Ist zwar eigentlich irisches Bier, aber wir haben ja auch Irische Pferde auf dem Hof. So als Willkommensgeschenk für euch beide. Außerdem haben sich das alle nach der Arbeit heute verdient. Zudem habe ich erfahren, das der Bau der Brücke zum Festland schon im Herbst beendet sein könnte, sodass wir nicht länger die Fähre nutzen müssen und das ist doch auch mal ein Grund zum Feiern!" Damit stellte ich allein sechs Anwesenden eine Flasche des Bieres vor die Nase - öffnete mein eigenes und ließ es an Cayden weiter gehen, der zu meiner linken saß, dann folgten Hansi, Kathi und Aiden ehe auch Alessia - zunächst etwas unsicher, dann aber den anderen folgte und den Öffner an Gwen weiter gab.

      Ich lächelte Sarah an, ihrem kleinen Hengst würde nichts passieren, so wie sie ihn beschrieb war er ein wahrer Kämpfer. Dankend nahm ich den Öffner entgegen und kostete kurz darauf von dem Bier. "Alle Achtung. Dafür, dass ich eigentlich nichts trinke, schmeckt das wirklich mal gut!" grinste ich, denn normalerweise war Alkohol bei mir ein No-Go, aber das irische Bier hatte es mir angetan, denn es hatte einen ganz anderen Geschmack als der Alkohol, welchen man sonst zu Gesicht bekam. Gemütlich lehnte ich mich zurück und war überglücklich, mich getraut zu haben, hier nach Schottland zu kommen. Wie hätte ich mich doch geärgert, wenn ich nein gesagt hätte! "Ähm, wann wollen wir morgen eigentlich los?" fragte Alessia neugierig und auch ich horchte auf, denn das war tatsächlich eine interessante Frage, denn die Pferde mussten vorher ja auch noch gesattelt werden.

      Wir prosteten uns gemeinsam zu, tranken einige Schlucke ehe Alessia die Frage äußerte die ich in meiner Sorge einen Moment vollkommen vergessen hatte. "Meine Nacht ist meistens sowieso gegen sechs Uhr vorbei, danach versorgen wir die Stuten in ihrem Offenstall, machen ihn sauber. Gegen 8 Uhr treffen wir uns meist wieder hier zum Frühstück und wenn ihr danach los wollt machen wir langsam die Pferde fertig um uns auf den Weg zu machen." Cayden blickte mich schräg von der Seite an "Wenn du morgen aufbrichst musst du dich nicht um die Stuten kümmern! Wir machen das schon, kümmere dich um deine Gäste und alles wird gut!" lachte er leicht vor sich hin. Meine Hand legte sich auf sein Knie unter dem Tisch, übte leichten Druck darauf aus "Dankeschön" - noch immer konnte ich es nicht fassen einen Freund wie ihn gefunden zu haben...

      Alessia und ich waren natürlich direkt einverstanden. "Dann frühstücken wir in Ruhe und kümmern uns dann um unsere Lieblinge und den Ritt." meinte ich lächelnd und trank allmählich mein Bier aus. "Wirklich sehr gut." prostete ich Sarah grinsend zu und schaute mich um. Mir gefiel ihr Gestüt einfach, die ruhige Atmosphäre machte das ganze noch schöner. "Wie lange wohnt ihr jetzt schon hier?" fragte ich neugierig, denn inzwischen schien es doch schon ein Weilchen zu sein, wenn man sah, wie gemütlich das Haus inzwischen eingerichtet war.

      Ich musste selbst einen Moment stutzen, zählte die Monate zurück, im Dezember waren Cayden und ich zusammen gekommen und kurz nach Sylvester hatten wir in Österreich die Zelte abgebrochen. "So seit Anfang diesen Jahres, allerdings haben Kathi und Aiden hier schon länger gewohnt" Hilfesuchend sah ich in die Runde, Cayden ergriff das Wort. " Meiner Großmutter gehörte dieses Haus, als sie vor knapp vier Jahren verstarb wurde das Gehöft an mich und Kathi vererbt. Wir beide sind Cousinen, bis zum Anfang diesen Jahres hatte ich nie den Wunsch mich nieder zu lassen, dich seitdem ich Sarah kenne - ist das anders geworden." Er schenkte mir ein Lächeln, irgendwie fühlte sich das alles Abgrundtief schleimig und kitschig an und zu meiner Überraschung fand ich das nicht weiter schlimm." Und seitdem habe ich mich in diese Landschaft hier verliebt" murmelte ich eher zu mir selbst, als zu wem an diesem Tisch. Ich hatte den Blick von Gwen durch die Küche schweifen sehen "Wir mussten nicht mehr viel am Haus selbst tun, bis auf die obere Etage ausbauen, da oben wohnen wir beide." "Sonst noch irgendwelche Fragen?" Auch wenn es nur wenig Alkohol war - er lockerte die Zunge ungemein.

      Neugierig hörte ich den beiden zu, umziehen war immer so eine Sache. "Ich erinnere mich noch gut daran, als meine Mutter mich vor zwei Jahren von Deutschland nach Kanada geschleppt hat. Ich war so gar nicht begeistert davon und habe mich auch erst nach einem Jahr wohlgefühlt, als mich mehr oder weniger die Pferde ermutigt haben, diese Chance zu nutzen." meinte ich und erinnerte mich an unseren ersten Winter zurück. "Und wir sind im späten Herbst umgezogen, heißt meine ersten Monate bestanden nur aus tiefen, tiefem Schnee." meinte ich seufzend, musste dann aber doch grinsen, denn inzwischen liebte ich den Winter bei uns zu Hause. Mir waren nämlich selbst in Kanada die Sommer noch zu warm, umso dankbarer war ich ,im Moment hier auf Schottland zu sein, denn zumindest heute war es sehr angenehm. "Wie ist das Wetter eigentlich hier? Gibt es öfters mal sehr unangenehme Tage?"

      "Als wir hier her kamen...war es tiefster Winter, der Schnee ging mir bis zu den Knien, die Pferde haben sich zunächst nicht zurecht gefunden, wir konnten sogar über die Eisfläche hinüber zum Festland fahren. Im Frühling hat es praktisch nur geregnet, aber als sich im Mai begann der Schleier zu lichten, die Ginsterblüten heraus kamen und die Landschaft Irland beinahe Konkurrenz machte - habe ich endlich begonnen es hier zu lieben. Obwohl es den Sommer über wirklich warm ist, gibt es oft Sommerregen, der angenehm kühl auf der Haut ist. Die Nähe zum Meer sorgt meistens für eine angenehme Brise bei der Arbeit. Man hat mir jedoch erzählt - ab September wird der Regen erneut einsetzten, aber den kenn ich ja jetzt!" erklärte ich mit einem Lächeln auf den Lippen. Alessia erzählte von ihrem Ort in England, den Ponys denen es dort wirklich gut ging - seit neustem wohnte sie jedoch erst dort und war noch nicht komplett heimisch eingenistet. Ein Gähnen verzerrte mein Gesicht "Also ich für meinen Teil, werde langsam mein Bett auf suchen. Ihr auch?" fragte ich in die Runde.

      "Ja." meinten Alessia und ich im Einklang und grinsten uns an. "Also wenn wir Morgen wirklich früh rauswollen, sollten wir langsam schlafen." erklärte ich und stellte meine leere Flasche auf den Tisch. "Ich bin schon gespannt, was uns Morgen erwartet!" meinte Alessia neugierig und auch Sarah war gespannt. Innerlich war sie sicherlich sehr angespannt wegen ihres ausgerissenen Hengstes und ich hoffte sehr, dass wir ihn vielleicht wenigstens zu Gesicht bekommen würden. "Na dann zeige ich euch eure Zimmer." meinte Sarah lächelnd und führte uns die Treppe hinauf in die zweite Etage. Kurz darauf war ich auch schon alleine und setzte mich noch ein wenig ans Fenster. Die grünen Wiesen der Insel schimmerten silbern in dem Mondlicht und sie waren von einer ganz besonderen Aura umgeben. "Morgen wird toll." murmelte ich und als ich ein letztes Mal den Blick über die endlosen Weiden schweifen ließ, war ich fest der Meinung, dass Wish dort oben auf dem Hügel stand und zu mir herüber blickte. Er war ein einzigartiges Pferd und ich war sehr dankbar, ihn nun mein eigen nennen zu dürfen. Müde schlüpfte ich dann unter die Decke und ehe ich mich versah, war ich auch schon tief und fest eingeschlafen.


      Bevor ich wirklich in den Schlaf finden konnte stand ich noch eine ganze Weile am Fenster unseres Dachbodenzimmers, von hier aus konnte ich auf die Wellen des Meeres blicken, in weiterer Ferne konnte ich die Lichter des Leuchtturmes erblicken. Innerlich musste ich ein wenig schmunzeln, morgen würde sicher ein toller Tag werden.

      ~schnaaarch~

      Der Morgen begann - wie immer - ziemlich früh, gegen sechs Uhr konnte ich nicht länger im Bett liegen. Eine leichte Übelkeit, die mich schon die letzten beiden Tage früh aus dem Bett geholt hatte lag über mir - als ich aufstand wurde es nicht unbedingt besser, mein Magen fühlte sich flau an und der Kopf schien zu schwimmen. Als ich am Fenster in unserem Flur vorbei kam sah ich eine kleine Pfütze auf dem Boden, in der Nacht hatte es geregnet - was es immer noch tat - und wir hatten das Fenster vergessen zu schließen. Ich warf zwei Handtücher darüber, wischte alles weg um sie dann ins Bad zu legen. Wegen meiner morgendlichen Übelkeit musste ich irgenwann zum Arzt, doch hasste ich es stundenlang im Wartezimmer zu verbringen um dann gesagt zu bekommen ich habe mir den Magen nur ein wenig verstimmt. Also gesellte ich mich zu Cayden mit unter die Dusche, nur eine Stunde später waren wir frisch geduscht unten in der Küche bei einer Tasse Tee. Die anderen schienen noch immer zu schlafen zumindest hörte ich keinerlei Geräusche im Haus - wir hatten versucht leise zu sein. Gemeinsam verzogen wir uns in den Stall, da Bucks auf Abwegen war verbrachten die Stuten ihre Zeit hier im geräumigen Offenstall, wir hatten nur einige wenige Boxen. Wir gaben jeder Stute ihre Portion an Heu in einem Netz, Aiden wollte sich später um die Reinigung des Stalles kümmern. Die ganze zeit über wurde meine Übelkeit nicht unbedingt besser, also schickte Cayden mich nach drinnen. Also begann ich langsam das Frühstück vorzubereiten, da kamen auch schon unsere Gäste allmählig herunter.

      Kurz nachdem ich die Augen geöffnet hatte, schreckte ich hoch. Es dauerte eine Weile, ehe ich mich wieder daran erinnerte, dass ich mich ja momentan bei Sarah in Schottland befand. "Oh Gott." murmelte ich grinsend, Alkohol tat mir einfach nicht gut, egal wie wenig es war. Gähnend erhob ich mich aus dem warmen Bett, beim Frühstück würde ich Sarah erst einmal wegen der tollen Betten loben müssen, man schlief wie auf Wolke 7. Im Bad war es dann vorbei mit Wolke 7, als ich mir kaltes Wasser ins Gesicht schüttete, um ein wenig wacher zu werden. Kurz darauf war ich geduscht und angezogen und fühlte mich gleich viel besser. Kurz warf ich einen Blick aus dem Fenster, aber zu meiner Erleichterung schien die Sonne über den grünen Hügeln. Gut gelaunt machte ich mich auf den Weg hinunter in die Küche. Auf der Treppe traf ich Alessia, welche ebenfalls gerade aufgestanden war. Uns wehte schon der köstliche Geruch des Frühstücks entgegen und unten trafen wir Sarah. "Guten Morgen." flötete sie uns entgegen und deutete auf den reich gedeckten Tisch. Dankend ließen wir uns nieder und musterten erst einmal ganz genau das ausgiebige Angebot. "Da bekommt man richtig Hunger!" meinte Alessia lachend und schnappte sich ein Brötchen. Ich konnte mich noch nicht ganz zwischen Cornflakes und Brötchen entscheiden und wollte gerade Sarah nach Rat fragen, als sie sich an der Theke abstützte. "Geht es dir nicht gut? Du bist so blass." fragte ich besorgt, denn Sarah sah wirklich nicht berauschend aus. Auch Alessia schaute auf und stimmte mir direkt zu.

      Ich winkte mit einer Hand ab "Geht schon, in ein, zwei Stunden ist alles wieder in Ordnung, war die letzten Tage auch so" Dann setzte ich mich zu den anderen an den Tisch, Kathi hatte einen kleinen Snack eingenommen und war dann nach Eriska gefahren um ein paar Dinge zu erledigen, weshalb sie doch nicht auf dem Ausritt mit käme. "Tut mir Leid wegen des kleinen Vorrats an Wurst, Aiden und Kathi sind die einzigen die das Essen, daher ist nie so viel davon vorhanden." schmunzelte ich, sah mir dann den gedeckten Tisch an und beschloss - die Cornflakes würden an diesem Morgen wohl in meinem Magen verbleiben. Deswegen verzichtete ich lieber auf die Milch,trank meinen Tee mit Honig und unterhielt mich anregend mit Gwen und Alessia.

      "Du gehst wohl nicht gerne zum Arzt?" fragte ich grinsend, denn irgendwo her kam mir das sehr bekannt vor. Aber ich konnte mir vorstellen, dass Sarah nicht damit genervt werden wollte, weshalb ich mich lieber daran machte, die Milch über meine Cornflakes zu gießen. Alessia blickte zwar immer noch besorgt drein, doch sie gab sich viel Mühe, es nicht zu zeigen. "Schade, dass Kathi nicht mitkommen kann." meinte sie und biss von ihrem Brötchen ab. Ich stimmte ihr zu und unterhielt mich noch ein wenig mit den Mädels. "Haben wir eigentlich eine feste Route oder reiten wir frei nach Nase?" fragte ich neugierig, so langsam stieg in mir die Vorfreude auf und ich konnte es kaum noch erwarten, endlich die Sachen zu packen und Wish fertig zu machen.

      "Oh Nein..ich hasse Ärzte, bei den meisten fühle ich mich nicht unbedingt sicher.Aber wenn wir jetzt unser Frühstück beendet haben - lasst uns die Pferde fertig machen damit wir los können. Eine Route habe ich schon im Kopf, doch können wir von ihr auch etwas abweichen. Nehmt euch jeweils einen Hufauskratzer mit, die Insel ist teilweise übersät mit kleinen Steinen, deswegen müssen wir ab und an anhalten um die Hufe unserer Lieblinge zu kontrollieren." Die Tatsache war...ich wusste noch gar nicht welches meiner Pferde ich nehmen wollte...noch immer schwankte ich zwischen Stormy, Green oder aber auch Thwora...oder sollte ich doch lieber Uprising nehmen? Varulv wäre auch keine schlechte Wahl, wobei er weniger Gelände erfahren war und eine solche Strecke nicht gewöhnt. Ich schüttelte den Kopf, ich würde ein Halfter mit zur Weide nehmen und mich zwischen den Hengsten entscheiden..Vielleicht traf ja auch Wish diese Aufgabe für mich, wer auch immer in seiner Nähe stand...ihn würde ich nehmen. Das klang nach einem Plan.

      Nachdem wir alle ordentlich gestärkt waren, machten wir uns an die Arbeit. Jeder schnappte sich ein Halfter und dann marschierten wir den Kiesweg hinauf zu den großen Weiden. Natürlich sah man weit und breit kein Pferd, doch Sarah konnte uns Abhilfe verschaffen. Mit einem außergewöhnlich klingenden Pfiff machte sie auf uns aufmerksam und kurz darauf erschienen am Horizont Pferdeköpfe. Ich kniff die Augen zusammen, um Wish zu entdecken und nach ein wenig Suchen entdeckte ich ihn auch. Alessia suchte ebenfalls nach ihrer Stute Totbringer, während ich schon meinen Hengst holen ging. Wish stand neben einem hübschen Rappen und die beiden schienen sich wunderbar zu verstehen. "Hallo Varulv! Dann nehme ich dich." meinte Sarah lächelnd und halfterte Wishs neuen Freund direkt auf. Gemeinsam machten wir uns auf den Rückweg zum Gatter wo auch Alessia schon auf uns wartete. Die Pferde schienen sich von der langen Reise des vorherigen Tages sehr gut erholt zu haben und so konnten wir uns guten Gewissens auf den Ritt machen. Doch vorher wurden die Pferde gründlich geputzt und gesattelt. Alles musste gut sitzen, ansonsten bekamen wir schneller als gedacht Probleme. Nachdem Wish gesattelt war, schnallte ich die Satteltaschen auf. Sie wirkten klein, doch es passte viel Zeug hinein und schließlich sollten wir auch nur das wichtigste mitnehmen. Unter der Trense trug Wish sein Wanderhalfter wie die anderen beiden Pferde auch. Dann zogen wir Reiter uns noch um, damit auch wir wetterfest waren. Wir gurteten gerade nach, als Cayden aus dem Haus kam und jeden von uns noch ein Lunch-Paket in die Hand drückte. "Pass auf dich auf." meinte er zu Sarah und gab ihr einen Kuss auf die Wange, ehe er auch schon wieder verschwand. "Na dann los!" meinte Sarah und schwang sich auf den Rücken von Varulv. Wir taten es ihr gleich und schon ging die Reise los!

      Es dauerte eine Weile ehe ich mich in dem ungewohnten Wandersattel wieder heimisch fühlte, der von Varulv war selten in der Benutzung weswegen er noch nicht ganz an mich angepasst war. Für heute war eine Strecke von knapp 16 Kilometern in entspannter Atmosphäre geplant, später wollte ich dann doch einen kleinen Strandgalopp veranstalten, doch unsere Hauptgangart würde wohl der Schritt bleiben. Da der Weg am Seeufer entlang es noch zuließ ritten wir alle drei nebeneinander, wobei Alessia rechts von mir und Gwen auf Wish links von mir ritten. Munter schwatzen wir über alles Mögliche, wobei es in vielen Perioden einfach still zwischen uns war. Ein jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, wobei meine Gäste eher damit beschäftigt waren die beeindruckende Landschaft um sie herum zu begutachten. Der Frühling hatte viel Regen gebracht, sodass das Gras wunderbar gedeihen konnte, trotz der Temperaturen hatte es seinen satten Grünton nicht verloren. „Wir können zwar nicht wie Kanada mit Bären aufwarten, aber wie ihr ja schon mitbekommen habt verirren sich ab und an Wölfe auf unsere Insel. An der Küste selbst kommt es oft zur Sichtung von unterschiedlichen Walen, aber auch Robben sind sehr häufige Besucher an den Stränden. Im Frühjahr hatten wir sogar eine ganze Gruppe der Robben am Strand, trotz ihrer Junge ließen sie sich von uns kaum stören. An den Klippen nisten oftmals Seeadler, die hier am See oder auf dem offenen Meer ihre Beute fangen.
      Hier begegnet man auf einem Ausritt immer irgendeinem Tier, manchmal extrem Scheu an manchen Orten jedoch verweilen sie ohne uns richtig wahr zu nehmen.“ Es folgte ein leicht steiniger Weg, am Ufer des Sees entlang „Nehmt die Zügel jetzt vielleicht etwas kürzer, verhaltet euch ruhig um den Hügel da hat ein Schäfer zurzeit mit seiner Herde einen Stop eingelegt. Zu Anfang haben sich meine Pferde vor den ulkigen Tierchen immer ein wenig gefürchtet.“ Meine beiden Gäste taten wie geheißen, mit mir nun an der Spitze folgten wir einer leichten Düne, die dahinter die Sicht auf eine große, hochbewachsene Wiese freigab. Vereinzelt standen dort nun Schafe in den unterschiedlichsten Schattierungen und unser Weg führte mitten durch die Hindurch. Wish blieb, wie meistens vollkommen entspannt, beäugte jedoch mit gehörigem Interesse die absonderlichen Tiere. Alessia hingegen hatte mit ihrer Stute Totbringer doch eine Weile zu kämpfen, da die Stute zunächst laut und einvernehmlich begann zu schnauben, bis sie dann als sich eines der Schafe bewegte, einen Satz zur Seite machte und dann im schnellen Stechtrab an der Gruppe von Schafen vorbei lief. Nach dieser Begegnung, blieb die Stute noch eine ganze Zeit auf einer bestimmten Spannung, zeigte immer wieder Ansätze die Gangart wechseln zu wollen, denn auch die Anwesenheit der beiden Hengste schien sie ein wenig aufzuregen. Wobei Wish und auch Varulv wenig Notiz von der Schimmelstute nahmen. Als wir die erste Landzunge des Sees umrundet hatten lösten wir uns von seinen Ufer, folgten nun einem Pfad der es nicht länger möglich machte nebeneinander her zu reiten. Also orderte ich Alessia in die vorderste Reihe, damit sie das Tempo angeben würde und ich bildete das Schlusslicht. Der Pfad war einem klar vor Augen zu erkennen, dadurch konnte Alessia ihn eigentlich gar nicht verfehlen.
      Links von uns schlängelte sich ein kleiner Bachlauf bis hin zum Meer, doch war er nur an einigen Stellen zu dieser Zeit wirklich tief. „Hier müssen wir ganz leise sein, dann sehen wir vielleicht den ein oder anderen Otter“ Aufmerksam immer wieder nach vorn schauend, aber auch nach links schielend wechselten die Blicke meiner Gäste immer hin und her – einziges Indiz darauf waren ihre stets wendenden Köpfe. Einen Otter bekamen wir jedoch leider nicht zu Gesicht. Am Horizont ließen sich bereits die Ausläufer des Meeres erkennen, doch hatten wir noch immer knapp die Hälfte der Strecke vor uns, da die Pferde der anderen beiden an solche Distanzen noch nicht gewöhnt waren und auch Varulv lange nicht mehr so lang unterwegs gewesen war machten wir immer wieder eine kleinere Pause. Dann ließen wir die Pferde saufen, kontrollierten die Hufe nach Steinen, den diese waren durchaus nicht unüblich in den Hufen. Der Torfige Boden machte es uns schwer das Zeug aus den Hufen zu entfernen, doch mit ein wenig Geduld gelang es uns allen. „Seht mal!“ ließ Alessia da plötzlich vernehmen, aus der Richtung aus der wir gerade kamen war eine Gestalt zu erkennen. Mit dem Fernglas sahen wir uns nacheinander an um was es sich handelte, denn für ein Schaf war es auf diese Entfernung noch immer zu groß. „Das da ist Bucks nicht wahr?“ fragte Gwen. Ich nickte nur mit dem Kopf, da sie in ihrer Erzählung noch nicht fertig war „Ich habe zu Hause auch so einen schwierigen Fall und auch wie Bucks sah er gar nicht gut aus als wir ihn bekommen haben. Ihr werdet das Kerlchen schon eingefangen bekommen!“ Nach der Sichtung meines abhanden gekommenen Hengstes, der jetzt bereits über einen Monat allein dort draußen war beschlichen mich langsam Gewissensbisse, die den gesamten Tag nicht von mir ablassen sollten. Als wir dann irgendwann den Zugang zum Meer erreicht hatten, wagten wir unseren ersten Galopp – der im Eifer des Gefechtes zu einem Rennen ausgebaut wurde. Dieses gewann dann auch Alessia mit ihrer Stute für sich, aber einzig wegen der Tatsache, das sie ihre Stute in den Pass verlegte, der etwas schneller war als der Galopp unserer Connemara´s. Dann ließen wir die Pferde eine Weile austraben, ehe wir nachdem sich die Atmung der Pferde stabilisiert hatte zum erneuten Male eine Pause einlegten. „Hier haben wir nun ungefähr die Hälfte unserer Strecke hinter uns gebracht, lasst uns eine Weile hier rasten.“ Wir stiegen also allesamt aus dem Sattel, eine wohl tat nach beinahe 4 Stunden mit nur kleineren Pausen. Den Pferden nahmen wir jeweils die Sättel ab, befestigten an ihren Halftern die Futtersäcke in denen sich eine Ration Müsli befand und der Strick wurde zusammen mit einem Spieß im Boden befestigt. Im Genügenden Abstand wurden sie so fixiert, während also die Pferde ihr Futter einnahmen, setzten auch wir uns auf den Boden um die Lunchpakete zur räubern. In jeder befanden sich zwei Sandwiches mit Käse, ein Müsliriegel sowie einige Spalten Granny Smith Äpfel die giftig Grün waren.
      Eine Wasserflasche hatte jeder an seinem Sattel befestigt wobei sich in meinem Wasser noch ein Schuss Pfefferminztee befand um das ganze ein wenig frischer zu machen – Eistee eben. In unserer beinahe zweistündigen Pause, holten wir den gesamten Tratsch nach, den wir während des Rittes nicht hatten führen wollen oder können. „Seht mal dort.“ damit deutete ich in Richtung des Meeres, wie bereits bei einigen andere Ausritten verbrachte eine Schule von Schwertwalen den Sommer vor unserer Küste. „Die scheinen ja wirklich Spaß zu haben, mit ihren Sprüngen aus dem Wasser“ ich belächelte die Aussage von Alessia ein wenig. „In Wahrheit, tun sie dies da nicht aus Spaß, die Schwertwale sind gerade auf der Jagd, seht zwischen ihnen springen auch Robben einher. Mit dem Springen wollen sie auf die Robben springen um sie zu verwirren, sollten sie eine von ihnen erwischen werfen sie die Robben zwischen sich hin und her. Eigentlich ein eher trauriges Spiel, welches sie dort veranstalten. Doch lasst uns nicht daran denken, sondern die Pferde wieder fertig machen.“ Trotzdem wir beschäftigt waren, schmulten meine Gäste zwischen ihrer Arbeit und dem Schwertwalen her und hin, diese hatten mittlerweile eine der Robben erwischt und der zerfetzte Körper der Robbe flog öfters einmal durch die Luft. Beschämt wandte ich den Blick davon ab, dann schwangen wir uns erneut in den Sattel „Lassen wir dieses Schauspiel hinter uns“ murmelte ich zu den anderen, nach dem Essen wurde mir wieder ein wenig Übel, wobei die Jagd der Wale sicher auch einen wichtigen Teil trug. Die nächsten Stunden sichteten wir doch noch einen der recht scheuen Otter, sowie einen der majestätischen Seeadler hoch oben am Himmel, doch während der gesamten Zeit ließ die Übelkeit nicht von mir ab. Als sich dann mein innerstes zusammen zu ziehen begann, biss ich eng die Lippen auf einander um meinen Gästen unseren Ausritt nicht zu vermiesen. Doch unter Gwens Aufmerksamen Augen blieben meine Leiden nicht unbemerkt, sodass wir eine weitere Pause einlegten. Im Laufe unserer Pause wurden meine Beschwerden ein wenig besser „Ich muss wohl wirklich irgendwas Falsches gegessen haben.“ murmelte ich, als Gwen mir meine Flasche mit dem Tee reichte.
      Als wir uns jedoch nach einer knappen Stunde wieder in den Sattel steigen wollten, da meine Schmerzen wieder begannen abzuebben, überkam mich ein neuerlicher Schwindelanfall. Einvernehmlich beendeten wir unseren geplanten Wanderritt an dieser Stelle. Per Telefon verständigten wir Cayden und Kathi wo wir uns gerade befanden, denn sie würden uns hier abholen. Nach einer knappen Dreiviertelstunde erreichten sie uns mit unserem Transporter, sowie dem Hänger in dem Quer insgesamt vier Pferde Platz finden konnten. In der Zeit des Wartens hatte sich meine Körpertemperatur deutlich erhöht, zumindest fühlte ich mich selbst ganz so als würde ich von innen nach außen zu glühen beginnen. Einseitiger Schmerz auf der linken Seite, schien mir nach und nach das Atmen schwer zu machen und an diesem Punkt wünschte ich mir doch einmal zum Arzt gegangen zu sein. Als die anderen begannen die Pferde einzuladen, wurde meine Sicht getrübter. Am Rande noch nahm ich wahr wie Cayden mich auf den Armen ins Auto trug. Außerdem beschloss Cayden mich nicht erst auf den Hof zu bringen, sondern gleich zur Notaufnahme des städtischen Krankenhauses. In einem Moment spürte ich noch seine Hand auf meinem Handrücken, ehe ich das Bewusstsein an die Narkose verlor. Da hatte ich meinen Gästen nun den Wanderritt verdorben...
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  • Album:
    2 | Tullamore Creek
    Hochgeladen von:
    Rhapsody
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    29 Apr. 2021
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    Varulv
    skand. "Werwolf"


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    Exterieur & Interieur

    Connemara
    Hengst
    17 Jahre

    145cm
    Rappe

    Varulv ist ein kleiner Frechdachs. Er ist sehr verspielt und hat oftmals Unsinn im Kopf. Manchmal entpuppt sich der kleine Hengst jedoch als richtiger Schmusebär. Wenn man ihn mit langen Putzaktionen und Kuschelstunden verwöhnt, wird der Rappe lammfromm. Unterm Sattel ist er noch etwas unsicher, meistens arbeitet er zwar brav mit, doch ab und zu wird er auch zickig und fängt an zu buckeln. Im Umgang ist Vari sehr gehorsam.

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    Pedigree

    von: unbk.
    v: unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    a.d. unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    aus der: unbk.
    v: unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


    a.d. unbk.
    v. unbk.
    a.d. unbk.


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    Training

    Englisch geritten
    Fohlen ABC – Eingeritten

    Dressur
    E A L M* M**

    Springen
    E A L M*


    Erfolge

    Offiziell
    58. Synchronspringen
    279. Springturnier
    63. "Hengst des Monats"-Wahl
    68. "Hengst des Monats"-Wahl


    Inoffiziell

    Benefizturnier WHT Ausbildungsservice
    Sommerturnier Caed Crevan


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    Stallintern

    Besitzer: Rhapsody
    Ersteller/VKR: vampyrin


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    Zucht

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    HK 460 – Pferde bis 1.48m


    aa Ee
    Decktaxe: -
    Aus der Zucht: unbekannt
    Nachkommen:

    Oreo (a.d. Willow Maiden) – *2012


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    Gesundheit

    372 4 88 549751459
    Erkrankungen: -
    Letzter Tierarztbesuch:


    Fehlstellungen: -
    Beschlag: Barhuf
    Letzter Hufschmiedbesuch:


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