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Ravenna

Valravn

Lewitzer x Paint ○ Black Tobiano ○ Wallach ○ 8 Jahre ○ 148cm

Valravn
Ravenna, 19 Mai 2019
    • Ravenna
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      Der Hund kehrt zurück | Ravenna | 26.038 Zeichen
      Auf der Türschwelle blieb ich stehen, das Gesicht Richtung Himmel gewandt. Es wurde Frühling. Der Schnee war verschwunden, die Vögel kamen aus ihren Quartieren. Vor allem aber spendete die Sonne eine angenehme Wärme. Ich genoss die ersten warmen Strahlen des neuen Tages einen Moment. Da immernoch ein kühler Wind ging zog ich mir das Stirnband über die Ohren, anschließend ging es hinaus zum Trail meiner Ponys. Die Schubkarre stand bereits bereit, der Bollensammer und die Harke ebenfalls. Laut klappernd lief ich in Richtung des Trails. Bevor ich das Gelände betrat öffnete ich meine App. Wir hatten in den vergangenen Monaten die Ranch ein wenig modernisiert. Die Stromgeräte liefen alle mit Wlan-Verstärkern und konnten somit nicht nur kontrolliert werden, sondern auch An und Aus geschaltet. Die Idee war bei Caleb zunächst nicht unbedingt auf Begeisterung gestoßen, sich allerdings sparen zu können die Geräte ständig zu testen hatte ihn schließlich doch überzeugt. Also schaltete ich den Strom für den Trail aus. Kletterte durch den Zaun, zog die Schubkarre durch. Und begann den Paddock von den Hinterlassenschaften meiner Tiere zu befreien. Vor einer Stunde hatte ich Kaya und Tschetan an der Schule abgegeben. Aus dem Augenwinkel sah ich einen schwarzen Schatten auf mich zukommen. Was ein Seitenblick hätte werden sollen. Wurde ein verdutztes hinterher starren. Das Pferd war schwarz! Völlig, bis auf die kleinen wei0en Abzeichen an den Hinterbeinen und der Blesse auf seinem Gesicht.
      Mir klappte der Mund auf. Da stand ein fremdes Pferd auf meinem Paddock! Und mit einem panischen Blick unter das Pferd. Ich sah mich um, sah nur das Ranchpersonal. Hatte einer der Sträflinge den Hengst hier abgestellt? Viel wichtiger, wie lang stand der schon hier? Inyan schien einen großen Gefallen an dem schwarzen Hengst zu haben, er stand dicht an seiner Seite. Ich ließ die Scheiße, Scheiße sein. Schnappte mir eines der Halfter von Gweny und führte den Hengst neben mir her. Im Stallgebäude sah ich O die gerade dabei war in einer Box zu verschwinden. “O’!” die junge Frau drehte sich um. “Sag mal...ist das einer von deinen?” O’ klopfte sich das Heu von den Oberschenkeln, zog sich die Arbeitshandschuhe von den Händen und lief mir entgegen. Lief einmal um den Hengst herum. “Keiner von meinen...und wenn ich ehrlich bin auch keiner von Calebs. Wo hast du den aufgetrieben?” sie zog fragend eine Augenbraue nach oben als sie die Frage stellte. Ich zuckte hilflos mit den Schultern. “Der stand bei mir im Trail!” dabei dachte ich direkt daran den Tierarzt konsultieren zu müssen, wenn da über Nacht..”Na gut das deine Stuten in der Box waren.” unterbrach O’ meine Gedankengänge. “Ah ja? Oh..da..” “-fällt die ein Stein vom Herzen?” lachte O’. Ich lachte...meine Gesichtsentgleisung musste wohl mehr als deutlich gewesen sein. “Fylgia und Gweny sind in den großen Außenboxen bei meinen Pferden. Ich war heute morgen schon etwas verwirrt.” “Scheint allerdings als habe da jemand mitgedacht.” erwähnte ich. Ich drehte also in der Stallgasse um, führte den Hengst zurück zum Paddock. Dort hatten Inyan und Valravn erfolgreich die Schubkarre umgestoßen, die Harke lag 5 Meter weiter. “Euch kann man nicht eine Sekunde aus den Augen lassen!” lachte ich, entließ den schwarzen Hengst in die Herde. Wie Inayan freudig auf ihn zulief beschlich mich plötzlich ein Gedanke.


      Getrieben von diesem räumte ich die Sachen außer Erreichbarkeit meiner Kerl-Bande. Lief zurück zum Haus. Louis traf ich dort allerdings nicht an. Stattdessen stand da an meinem Kühlschrank eine fremde Person. Diese schien entweder ganz fasziniert vom Inhalt des Kühlschrankes, oder hatte mich nicht bemerkt. Breite Schultern, die meine Sicht auf den Inhalt verhinderte. Langer geflochtener Zopf. Die Farbe war schwarz, durchzogen jedoch von mehreren Silbergrauen Strähnen. Bei den Erfahrungen meiner letzten Jahre, konnte es sich fast nur um Verwandtschaft von Louis handeln. Der Mann sagte etwas, das ich nicht verstand, der Nasale Tonfall ließ mich allerdings auf Lakota schließen. Der Mann drehte sich um, schloss den Kühlschrank dabei und schenkte mir nun seine Aufmerksamkeit. Als allererstes fiel mir seine enorme Hakennase auf, die außerdem noch reichlich schief schien. Daher schloss ich darauf das sie zumindest einmal gebrochen sein musste. Die hohen Wangenknochen, die leicht schrägen Augen. Mein Hirn stellte keine Ähnlichkeiten zu Louis oder den Kindern her.

      Der Mann kam mir näher, ich sah seinen Blick. Von dem ich mich nicht entscheiden konnte ob er interessiert, abschätzig oder eine Mischung von beiden war. Ich entschied mich für beides, sprach jedoch kein Wort und sah ihm nicht direkt in die Augen. “Tuktel enitanhan hwo?” In meinem Verstand blitzte es auf. Diese Worte waren tatsächlich Lakota, noch viel wichtiger aber...ich konnte sie verstehen! Ich überlegte wieso er diese Frage stellte. Dann erinnerte ich mich an Worte von Louis die er einmal gesprochen hatte. Mit meinen Braunen Augen, dem schwarzen Haar könnte ich bei ungenauer Betrachtung als Indianerin durchgehen. Ich wusste auch um das gewisse Interesse einiger Natives an den Genen. Mir als Deutsche war dieses Denken der Reinheit ein wenig unangenehm, wenn man da an die Vergangenheit dachte. Viele Natives hielten sich als reiner als andere und bildeten sich buchstäblich etwas darauf ein. Ich straffte ein wenig meine Schultern um dem Mann zu antworten “Germany, ematanhan.” Ich hatte mir seit dem letzten Jahr ein paar der Bücher von Tschetan geliehen um mit ihnen meine Sprachkenntnisse aufzuarbeiten. Plötzlich zog sich ein Lächeln über das Gesicht des Mannes und er antwortete mir in gutem, verständlichem Englisch. “Ich hatte Angst als Louis eine Waschitschu geheiratet hat und mit ihr die Kinder erzieht. Aber wie ich höre, sind dir unsere Worte geläufig.” “Den Weg in eine Kultur erhält man nur über die Sprache...das hat meine Großmutter immer gesagt.” “Dann ist deine Granny eine weise Frau.” Mir brannte die Frage auf der Zunge ihn zu fragen was er hier machte. War jedoch bereits mit einigen der Regeln der Lakota bekannt. So nickte ich nur “Das war sie. Daher hat sie mich immer unterstützt fremde Sprachen zu lernen. In einem Jahr beschloss ich Altgrieschisch zu lernen, in einem anderen Altnordisch. Und eine besondere Faszination für die Geschichte der Native Americans hatte ich schon als Kind. Vielleicht war das einer der Gründe wieso ich mir Amerika ausgesucht hatte als ich eine Veränderung suchte. Wohin mich das ganze geführt hat hätte ich nie für möglich gehalten.” “Der große Geist hat manchmal verworrene Wege.” “Dieser verworrene Weg hat wohl auch dein Pferd in meinen Paddock-Trail geführt?” der Mann schob die Lippen vor als deute er auf den Hengst. “Der schwarze Teufel da?.” Teufel? “Nicht direkt...ich hab ihn vielmehr nach Hause geführt.” in diesem Moment klickte es. Denn mit diesen Worten hatte er meine Vermutung bestätigt. Das Aussehen des Hengstes, das er hier auftauchte….und die Art wie Inyan sich ihm gegenüber verhielt. “Sunka! Der Hengst ist Sunka! Aber ich dachte Louis hätte ihn verkauft.” “Das hat er auch, an mich!” Mein Gesicht musste meine Neugier zeigen, denn er sah mich an, grinste und ergänzte. “Nenn mich Logan, Logan Otaktay. Louis hat mir auf der Ranch Arbeit verschafft. Und ich dachte da bring ich ihm seinen Teufel wieder vorbei.” Mein Kopf legte sich bei dieser Aussage erneut etwas schief. “Ich hatte ihn vorhin am Strick, mir erschien er nicht wie ein Teufel.” “Er ist auch gut erzogen worden von Louis, aber ich sag dir...er hat den Schalk im Nacken sitzen.” Ich lächelte nur, denn diese Aussage konnte ich bisher nicht beurteilen. Die Gespräche führten sich noch fort, während ich uns Kaffee machte. Anschließend gingen wir beide hinaus. Logan um sich bei Caleb zu melden und ich um meine Pferde endlich zu versorgen. Die Boxen hatten bereits die Stallhilfen gemacht, so blieb mir nur noch der Trail übrig. Irgendwann in der Nacht war Logan angekommen und eines der freien Zimmer bezogen. Erst jetzt sah ich die Nachricht auf meinem Handy Louis war am frühen Morgen nach Calgary aufgebrochen um Lilly für die Semesterferien abzuholen. Er wollte noch ein paar andere Erledigungen machen um anschließend Kaya und Tschetan von der Schule zu holen. Daher war meine Nachmittagsarbeit von mir genommen. Daher beschloss ich mir einen Sonnenritt zu gönnen. Fylgia und Ravn würden sicherlich am Nachmittag von den Kids bewegt werden, daher fiel meine Wahl auf Lady Gweny. Ich führte die Stute in die Sonne des Pzutplatzes, ließ mir Zeit damit ihr Fell von Stroh und Staub zu befreien. Hing dabei meinen Gedanken nach. Die Entscheidung zu bleiben hatten wir im Verlauf der letzten Monate mehrfach durchgesprochen. Tschetan liebte die Ranch, genauso tat ich das. Kaya hatte in Betsy eine wirkliche Freundin gefunden. Jeden Tag konnten wir zusehen wie das Kind mehr zu strahlen begann. Und ich selbst. Ich hatte schließlich Louis geheiratet um genau an diesem Ort zu bleiben. Damals hatte ich aus Verzweiflung gehandelt. Rückblickend hatte ich erst begriffen wie sehr ich Caleb damit verletzt hatte. Der Schlag den Louis von ihm kassiert hatte...im Grunde hätte mir dieser gelten sollen. Ich war nicht fair gewesen. Caleb hatte uns vor zwei Wochen beiseite genommen um zu klären wohin unsere Wege uns führen würden. Offen hatten wir ihm erklärt was wir wollten. Hatten die Vergangenheit dabei völlig außer acht gelassen. Wir hatten besprochen was unsere Aufgaben sein würden. Das Gehalt war geklärt worden, damit wir ein Einkommen hatten. Danach war Ruhe in meinen Verstand eingekehrt. Ich hatte unbewusst in den letzten Monaten gedacht Caleb würde uns vertreiben wollen, doch in diese Richtung war nichts geschehen. Unsere Gespräche waren nicht länger verkrampft und seltsam. Vielmehr konnte ich in unserer neuerlich aufkeimenden Freundschaft das Flair der alten Mitschwingen hören. Neben der Hilfe bei den Zuchtpferden, sie täglich zu bewegen. Hatte ich auch wieder begonnen bei ihm Unterricht zu nehmen, um meine Fähigkeiten im Westernreiten etwas aufzufrischen. Selten hatte ich dabei das gleiche Pferd unter dem Hintern, schon gar keines von meinen eigenen. Jetzt freute ich mich daher umso mehr auf den Ritt mit Gweny. Routiniert sattelte ich die Scheckstute, streifte ihr einen einfachen Gebissriemen über den Kopf. Dann war das Ganze auch schon beendet. Mit Hilfe des Aufstiegsblocks gelangte ich in ihren Sattel, sortierte meine Zügel und entschloss mich den Weg in Richtung der oberen Weiden zu nehmen. Dort befand sich seit kurzem eine der Rinderherden gestanden. Nun standen einige der Junghengste dort oben. Die drei einfachen Häuser die dort standen waren über den Winter renoviert worden. Einige der Mitarbeiter hatten darin ihr Quartier bezogen. Zum einen um jeden Morgen nach den jungen Pferden zu schauen, aber auch um die Rinder im Auge zu behalten, wenn sie dort waren. Zu diesem Zweck befand sich dort auch ein kleiner angelegter Paddock damit die Mitarbeiter ohne eigenen Wagen die 3 Kilometer vom Berg herunter reiten konnten Aus diesem Grund hatte auch Cayce seinen Shorty dort oben untergebracht. Dann und wann befand sich auch Inyan oder Valravn unter den Pferden dort, da Louis und Tschetan dort übernachteten.

      Ich grüßte Bellamy der mit der Schubkarre über den Hof fuhr, gab Gweny den Weg frei hinauf den kleinen Berg. Die Sonne schien weiterhin warm vom Himmel.


      An den Zaun gelehnt sah ich Laurence und Cayce dabei zu wie die kleinen Kälber gefangen, zu Boden gepinnt und mit der nötigen Ohrmarke ausgestattet wurden. Ich lächelte bei dem Gedanken im Sommer vielleicht mit einem meiner Pferde einen Viehtrieb mitzumachen. Im vergangenen Jahr hatte ich sowas geplant...dann waren so viele Dinge auf einmal passiert. Dieses Jahr hatte ich mir das wirklich fest in den Kopf gesetzt. Aus dem Augenwinkel nahm ich einen Schatten wahr, dann wackelte der Zaun. Hände in meinem unmittelbaren Gesichtsfeld. Ich sog die Luft ein, roch das Aftershave in meiner Nase, sah den weißen Hut in meinem Augenwinkel. Nur leicht bewegte ich den Kopf. Unmissverständlich. Caleb. Keiner von uns sprach, beide sahen wir nur dem Geschehen zu. Ich war vielleicht halb verwirrt wieso er nicht dabei war. “Ich weiß jetzt wieder was mir gefehlt hat die letzten Monate.” ich sah ihn nicht an als meine Augenbrauen sich zusammen zogen. Ich deutete auf das Geschehen vor uns. Caleb schüttelte den Kopf. “Nicht die Kälber. Dich..die Kids...und ja sogar Louis. Betsy war so traurig als Kaya nicht hier war.” er seufzte “Ich bin froh das ihr euch entschlossen habt zu bleiben.” Aha? Betsy hatte also Kaya vermisst? Erst jetzt sah ich ihn an, drehte mich um und lehnte meinen Rücken an den Zaun. Wir sahen einander in die Augen, wie wir es Monate nicht getan hatten. Ich dachte dabei an all die Erinnerungen die ich mit der Ranch und all seinen Bewohnern verband. Ob er das hinter meinen Augen lesen konnte? Zumindest lächelte er, noch bevor die Worte “Mir liegt diese Ranch einfach zu sehr am Herzen.” meine Lippen verlassen hatten. Dann senkte ich den Kopf, schuldig biss ich mir auf die Lippen. “Deshalb habe ich die Entscheidung getroffen Louis zu heiraten als sich die Möglichkeit ergab. Ich.” kurzes Schweigen, Caleb starrte dabei wieder auf die Rinder. Keinerlei Regung in seinem Gesicht. “...es tut mir Leid. Ich kann nur erahnen was ich dir angetan habe.” Als ich schon nicht mehr damit rechnete bewegte sich der blonde Cowboy plötzlich. Stellte sich vor mich und zog mich an den Schultern zu sich heran. Ich spürte den Druck den seine Arme auf meinen Oberkörper ausübten, hörte das flüstern an meinem Ohr. “Ich bereue es...ich bereue es nicht mehr Mut bewiesen zu haben.” Dann hielt er mich an den Schultern etwas weniger als eine Armlänge von sich fort, küsste meine Stirn. Um dann zu den anderen in den Pferch zu schlüpfen. Ich blies meine Backen auf. Drehte mich wieder zum Zaun und beobachtete einfach weiter. Doch meine Gedanken kamen trotzdem nicht zur Ruhe. Er bereute es. Und das sagte er jetzt?

      Meinem Hirn blieb allerdings nicht viel Zeit um dem ganzen Zeit zum grübeln zu geben. Jemand rief meinen Namen hinter mir. Ich erkannte Louis, drehte mich um und schon rammte sich ein Kopf in meine Magengegend. Und Arme schlossen sich um meine Hüfte. Kaya umarmte mich fest. Betsy war neben ihrer Freundin gerannt. Ich erschrak beim Anblick ihres Gesichtes. Löste Kaya von mir...die ein verquollenes Gesicht hatte vom Weinen, eine blutige Lippe. Tschetan hatte ebenfalls eine blutige Lippe. Verwirrt sah ich von der grinsenden Betsy, zum verlegenen Tschetan zu meinem Mann...ihm schien nichts zu fehlen. Er deutete allerdings mit vorgeschobenen Lippen auf den Kinderhaufen um mich herum. “Ich durfte alle 3 vom Direktor abholen.” Ich zog eine Augenbraue nach oben. Betsy fiel Louis ins Wort und begann aufgeregt zu erzählen. “Einer der Freunde von Tschetan hat Kaya nachgeäfft und geärgert. Ich habe Kaya dabei geholfen sich ihm verständlich zu machen. Als er nur lachte wurde ich sauer und hab ihn geschlagen. Dann hat Kaya mir geholfen…” Tschetan legte dem aufgeregten Mädchen eine Hand auf die Schulter. “Ich habe die beiden aus der Situation heraus geholt...Joshua wollte mir erzählen das die Mädchen angefangen hätten. Allerdings gab mir meine Schwester zu erzählen das es eine Lüge wäre. Nachdem ich Joshua also erklärte das ein Freund niemals meine Schwester beleidigen würde….da war er sauer und schlug nach mir. Aber er war zu langsam für mich.” feixte Tschetan. Jetzt begann Betsy wieder aufgeregt. “Anschließend hat uns leider der Vertrauenslehrer zum Rektor geschleift. Wir haben eine ordentliche Standpauke bekommen. Er hat einfach nicht verstanden das man andere nicht ärgert….schon gar nicht, wenn diese jünger sind.” Ich seufzte...irgendwo gefangen zwischen. Ich musste den Kids sagen das ein solches Verhalten nicht gestattet war, dem Wunsch Betsy fest in den Arm zu nehmen als Dankeschön….und den Grundsätzen der Erziehung die Louis verfolgte. Daher wandte ich mich zunächst an Betsy. “Ich danke dir für deine Hilfe für Kaya. Den Rest musst du denke ich mit deinem Vater besprechen.” Betsy neigte den Kopf, verzog den Mund ein wenig. Sie war nicht meine Verantwortung. Was sie für Kaya getan hatte war Heldenhaft gewesen...sie war für ihre Freundin eingestanden. Diese legte jetzt ihrer Freundin die kleine Hand auf die Schulter. “Kaya, mach dir nichts aus dem Idioten...und wie ich schon sagte. Ich erzähle meinen Kummer immer Sue...sie hört zu und verrät meine Geheimnisse nicht weiter!” Kaya löste sich halb von meiner Hüfte, zog lautstark die Nase hoch, zeigte schüchtern die Geste für “Danke” konnte sich allerdings kaum zu einem Lächeln durchringen. Damit verließ uns Betsy mit dem schweren Schulranzen auf dem Rücken. Zurück blieb unsere kleine Familie. Ich sah von Kaya auf zu Tschetan, der konsterniert und grüblerisch drein blickte und von dort zu Louis der im Rücken der Kinder stand. Seine Miene konnte ich zunächst nicht deuten, dann lächelte er und zuckte die Schultern. Auch er gebrauchte die Gesten und gab mir zu verstehen. Ende. “Ich glaube wir haben uns jetzt alle erstmal Essen verdient,oder?” fragte ich in die Runde, nahm Kaya an die Hand und führte alle Richtung unseres Hauses. In der Welt der Lakota gab es keine Strafen, keine Beschimpfungen. Kinder lernten indem man sie ignorierte, wenn sie etwas falsches getan hatten. Das ganze Konzept unterschied sich so gewaltig von dem was ich als Kind erlebt hatte. Aber es funktionierte tadellos. Kaya beruhigte sich zunehmend während sie uns dabei half das Essen zu bereiten. Nebenbei erklärte mir Louis wann Logan hier angekommen war. Tschetan war hinaus zu den Pferden gegangen um noch schnell Valravn zu bewegen. Er hatte mit dem Wallach an einem Kurs von Caleb teilgenommen. Oft hatte ich dabe zugesehen...und manches Mal einen kleinen Stich der Eifersucht verspürt. Dieser junge Mann ritt den Wallach deutlich besser als es mir je gelungen war. Tschetan besaß ein Händchen für Pferde. Außerdem hatte er dem blonden Cowboy das Versprechen abgerungen ihm beim Makeover Pferd helfen zu dürfen. Typisch Lakota-Mann kam Tschetan gerade zum Essen zurück, im Schlepptau Logan. Ich seufzte innerlich. Noch so eine Sache an die ich mich gewöhnen musste. Die Gastfreundlichkeit. Mir als Frau oblag es die Gäste ausreichend zu versorgen. Also teilte ich unsere Mahlzeit nicht durch 4, sondern nun durch 5. Ich hoffte einfach das der ausgewachsene Mann nicht genau so viel in sich hinein schaufelte wie der 14 jährige Jugendliche der sich nach dem Hände waschen nun auf seinen Stuhl hockte. Momentan überragte er mich bereits um einen guten Kopf. Seine Kleidung war immer ein wenig zu klein. Ich hatte das Gefühl er würde täglich wachsen. Er war dünn, fast ein wenig schlaksig. Sein Gesicht hatte im vergangenen halben Jahr alles kindliche verloren, war allerdings noch nicht ganz Mann. Allerdings ließ sich seine kommende Statur bereits erahnen. Er schlug nach Louis. Ein junger Mann denen die Mädchen bereits begannen nachzusehen, sogar deutlich ältere. Tschetan jedoch hatte gar keine Blicke für sie...oder strafte sie einfach mit der stoischer Ignoranz. Die Stimmung am Tisch war gelockert und heiter. Während gesprochen wurde hantierte Logan stetig mit den Händen, dabei lernte auch ich noch mehr Gesten der uralten Gebärdensprache der Plains Stämme. Vom weit im Osten bis in den Westen hinein vermochten zu alten Zeiten die Stämme sich mit den Händen einander verständlich zu machen. Kaya war mit einigen dieser Gesten aufgewachsen. Ich hatte sie von Louis begonnen zu lernen um Kaya eine bessere Kommunikation zukommen zu lassen. Zwar hoffte ich noch immer darauf das sie vielleicht eines Tages doch wieder beginnen würde zu sprechen, allerdings hatten wir die Therapien sein gelassen. Kaya sollte von sich aus beginnen zu sprechen...allein in ihrer eigenen Zeit. Darauf hatten Louis und ich uns geeignet.

      Die letzten kleinen Reste des Essens begannen bereits auf den Tellern anzutrocknen als Kaya groß den Mund aufriss vor Gähnen. Anschließend zwinkerte sie. Louis lachte, gab die Geste für Müde und Kaya nickte. Während Tschetan also seine Schwester dabei unterstütze sich für das Zubettgehen fertig zu machen. Erzählte Louis seinem Freund von der Begebenheit in der Schule. Gerade als die beiden aus dem Bad zurück kamen wollte Logan antworten, beließ es jedoch dabei. Kaya umarmte Louis, gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann erscholl doch Logans sanfte, raue Stimme. “Werden in diesem Haus denn auch Geschichten erzählt?” Kaya nickte aufgeregt und deutete auf mich. “Wir sind alle Fans von Büchern jeglicher Art. Manchmal lese ich vor dem Schlafen etwas vor.” “Bücher! Pah...ein wahrer Meister behält die besten Geschichten im Kopf!” “Komm schon, alter Freund. Welche Geschichten unseres Volkes brennen dir unter der Haut?” lachte Louis erheitert. Logans Augen begannen diebisch zu funkeln, dabei richtete sich sein Blick genau auf Kaya. “Kannst du mir sagen wieso Enten rote Augen haben?” Kaya dachte einen Moment nach, dann schüttelte sie heftig den Kopf, sodass ihre schmalen Zöpfe ihr um die Ohren flogen. “Dann schnell unter die Felle und dann will ich dir die Geschichte von Iktomi und den Enten erzählen.” Begeistert lief Kaya den Flur hinunter, gefolgt von Tschetan und uns Erwachsenen. Louis musste die Geschichte kennen, ich kannte sie bisher nicht. Kannte aber die tolle Erzählkunst der Lakota-Ältesten bereits vom Indian Relay und war daher gespannt was ich zu hören bekommen würde. Innerlich dankte ich dem Besuch für seine Ablenkung für Kaya von den Erlebnissen des Tages. Es war nicht das erste Mal das ich darüber nachdachte Kaya sowie die anderen Kids der Ranch hier unterrichten zu lassen. Ob ich mich mit Dell und Caleb diesbezüglich mal unterhalten sollte? Tschetan und Kaya begaben sich in die Betten, Logan platzierte sich in die Mitte des kleinen Zimmers während sich Louis in den Türrahmen stellte und mich dicht an seine Brust zog. Während die Worte erzählt wurden war ich ganz in seinen Worten gefangen, im Rücken den Herzschlag meines Mannes. Unser Atem der sich einander anpasste. Und eine einzelne Träne die über meine Wange lief. Hier...inmitten der Geschichte kam mir die Erinnerung des Nachmittags wieder in den Sinn. Calebs Worte, der Kuss auf die Stirn. Innerlich spürte ich den Zorn darauf, zitterte...und fühlte mich doch gefangen von der Ruhe des Augenblicks. Louis strahlte diese Ruhe für mich aus, der Anblick der Kinder in ihren Betten. Selbst Logan auf dem Fußboden im Schneidersitz, dessen Hände seine Geschichte und Worte mit den Gesten untermalte. Ich fühlte mich glücklich….ich war zufrieden. Doch mein Herz...meine Seele hatten Caleb nicht vergessen. Ich hatte gedacht dies sei der Fall gewesen. Aber jetzt. Im Moment der Ruhe spürte ich das ich diesen Mann nicht vergessen konnte. Das obwohl meine Liebe auch dem Mann in meinem Rücken galt.


      Noch als sich die Tür zum Zimmer der Kinder schloss. Verabschiedeten wir uns voneinander. Louis lief neben mir, öffnete dann die Tür und führte mich in unser Schlafzimmer. Kein Licht das er einschaltete, der Raum war ohnehin so klein das man quasi direkt in unser Bett hinein fallen konnte. Das Licht vom Flur kam unter der verschlossenen Tür hindurch und leichtes Dämmerlicht herrschte. Louis Hand strich mir die Träne von der Wange fort. “Du weinst doch nicht nur wegen Kaya, oder?” Ich zuckte unsicher mit den Schultern, dann hob ich mich einfach auf die Zehenspitzen und raubte meinem Mann einen sanften Kuss von den Lippen. “Mihinga!” Mein Mann. seufzte ich leise an seinen Lippen. Anschließend löste ich mich von ihm, begann mir die Socken vom Körper zu streifen, den Rest meiner Kleidung und kroch, gemeinsam mit Louis unter die Decken. Dabei bekundete ich meine Sorge um die Schule mit Kaya, den möglichen Unterricht auf der Ranch...aber auch die freundliche Geste von Logan. “Was mich allerdings heute völlig aus der Bahn geworfen hat...das war Caleb.” ich unterbrach meine Erzählung kurz. Wartete ob Louis noch etwas sagen würde...kämpfte mit meinen Worten, meinen Gedanken. Setzte zweimal an stoppte. Ihm wie Caleb hatte ich geschworen keine Lügen. Also setzte ich erneut an. Erzählte von Calebs Worten...seiner Geste. Louis ließ ein leises, fast dunkles Lachen hören. “Oh Caleb.” seufzte er dann. “Was auch immer er sagt...für mich bleibt er mein Kola….vielleicht kann er das eines Tages sehen. Was hast du jetzt vor?” Ich sah in der Dunkelheit zu Louis, konnte nur schwach seinen Schemen ausmachen. “Nichts? Damit leben...versuchen damit klar zu kommen? Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Ich denke...alles wird die Zeit zeigen.” “Du liebst ihn noch immer?” fragte er ernst, aber nicht vorwurfsvoll. “Klingt das schräg? Du bist mein Mann...mein Zentrum, mein Ruhepol...aber Caleb. Ja...auch für ihn brennt mein Herz. Anders...aber ich kann ihn einfach nicht vergessen. Er regt das Chaos in mir an, bringt etwas in mir zum Singen. Ich kann das gar nicht vernünftig in Worte zu fassen.” Ich spürte Louis Hand auf meinem Oberschenkel, spürte wie er mir von dort die Hüfte hinauf bis zu meinem Schlüsselbein strich. Dort spürte er meinem Herzschlag nach. “Wie du sagst...wir werden sehen was die Zeit uns bringt.” ich war so unfassbar froh das ich mit ihm über solche Dinge sprechen konnte...er verstand. Ich wusste keine Antwort “Oh Mihinga” seufzte ich erneut..küsste ihn sanft auf die Wange, die Augen. Spürte dann seine Lippen auf den meinen, zögernd, sanft dann forscher. Und schließlich erneuerten wir den Schwur der Hochzeit als wir eng verschlungen in den Decken versanken.


      Als längst Louis eingeschlafen war, schweifte mein Blick zum erleuchteten Fenster in der Dunkelheit. Dort...im Haupthaus saß Caleb noch immer in seinem Büro und grübelte über Dinge nach, die im normalen Ranchalltag liegen blieben. Und mit dem Gedanken an Caleb sank auch ich in einen erstaunlich ruhigen Schlaf. Er bereute das er nicht an Louis Stelle gewesen war. Mein Hirn schweifte ab in wirre Träume, deren Inhalt ich nicht hätte wieder geben können.





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  • Album:
    Gnadenweide
    Hochgeladen von:
    Ravenna
    Datum:
    19 Mai 2019
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  • Valravn
    'raven of the slain'


    Exterieur

    Wallach
    1.Mai | 8 Jahre
    Rasse
    Lewitzer/Paint Mix
    Stockmaß/Endmaß 148 cm
    Fellfarbe Rappschecke
    Krankheiten nicht bekannt
    Gencode: EE/Ee, aa, ToTo
    _____________________________________

    Interieur

    Vorgeschichte
    Ravn wurde geboren als Weideunfall, der renommierte Paint hatte sich zur Lewitzerstute gesellt. Da man mit dem Fohlen nicht viel anfangen konnte, brachte man ihm zum Händler. Richtige Papiere hat der Wallach damals nicht bekommen. Von dort wurde er mit 2 Jahren gekauft, von einer Freundin Ylvis. Sie half mit ihn einzureiten. Als der Reiterhof später pleite ging übernahm Ylvi Valravn vor fast drei Jahren.

    Beschreibung
    Arbeitswillig | Temperamentvoll |
    Valravn, meistens nur Ravn genannt ist arbeitswillig in höchstem Maße, eher muss man ihn zeitweilig bremsen. Durch diesen Willen übersieht man schnell wann es dem Wallach 'zu viel' wird. Ravn ist extrovertiert, bei zu viel Druck neigt der Wallach zum Steigen, auch unter dem Reiter. Alles in allem weiß der Wallach was er will - Dauerbespaßung. Langweilt er sich, kommt er durchaus auf lustige Ideen. Trotzdem zeigt sich Ravn als Nervenstark und verlässlich. Neigt jedoch zum Kleben, besonders an der Stute Fylgja.


    0 = sehr unruhig / -sicher 10 = sehr ruhig / sicher

    neue Umgebungen/Situationen
    7
    Fahrzeuge 8
    Gelände 9
    Straße 8
    Wasser 9
    Hänger 7
    Hufschmied 6
    Tierarzt 9
    _____________________________________


    Qualifizierung
    Trainingsplan
    Eingeritten | Eingefahren

    Zirkuslektionen

    Kompliment | Ja und Nein ✓ | Knien | Bergziege | Liegen | Sitzen
    Tanzen | Seitenschritte | Rückwärtsrichten ✓ | Jambette ✓ |
    Spanischer Schritt | Steigen | Spanischer Trab |

    Western L
    Distanz E
    Fahren E
    _____________________________________

    Erfolge

    bisher keine
    _____________________________________

    Besitzerdaten

    Besitzer Ravenna (Ylvi Seidel)
    VKR/Ersteller Cascar
    _____________________________________
    PNG | Puzzle | Orginal-HG