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Samarti

Valentine's Vendetta, DRP

*2011, im Besitz seit dem 12. April 2015

Valentine's Vendetta, DRP
Samarti, 24 Juli 2015
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Kleiner Rundgang im neuen Stall
      27. August 2011 - von Rhapsody
      Ein fauler Tag war das heute. Heiß, schwül, zum Faulenzen gemacht. Und das hatten wir heute auch gemacht. Die Pferde und ich.
      Mit ein paar Freunden war ich zu einem Badesee gefahren, hatte da den Tag verbracht und den Pferden eine Auszeit gegeben. Den Nachmittag über waren sie auf den Paddocks geblieben, doch jetzt am Abend sollten sie, zusammen mit den Schulpferden, auf die Weiden kommen.

      Summend bog ich auf den Trampelpfad zum Reitverein Aciano ein, auf dem mein kleines, neues Gestüt Aciano a la salida lag. Meine zwei gepachteten Ställe, einer für die Stuten und einer für die Hengste, lag direkt hinter der Reithalle, zwischen Hof und den 'Berg'weiden.
      Die Sonne versank im Horizont und tauchte den Hof in goldenes Licht. Während ich das Gatter, das verhindern sollte, dass die Pferde, wenn die Stalltür geöffnet war, abhauten. Ich baute es im Sommer früh immer hin und erst, als die Pferde nicht mehr im Stall waren, wurde es wieder aufgeräumt. Bis dahin konnte man es wie ein Weidengatter auf und zu machen.
      Als erstes würden die Stuten auf die Bergweide, die auf einer riesigen, natürlichen Lichtung im Wald hinter beziehungsweise über dem Gestüt lag, kommen. Schulpferde wurden bereits vorbeigeführt, als ich Vanilla Twilight aufhalfterte und sie zusammen mit ihrem Fohlen Vendetta aus dem Stall führte. Das kleine Fohlen war seiner Mutter ziemlich ähnlich, auch vom Charakter her. Als Fohlen ein wenig scheu, jedoch aktiv und übermütig. So rannte es auch vorneweg als ich den Waldweg nach oben lief. Vanilla lief ruhig neben mir, schnaubte ab und zu und begrüßte Freunde von den Vereinspferden. Der Marsch zur Weide war nicht sehr lang, die Hengstweide lag weiter oben.
      Drei kleine Pferde waren als nächstes dran; Spirit, Picasso und Chiada. Chiada und Picasso waren meine neusten Neuzugänge, ein Isländerhengstfohlen und ein Shetlandmixstutfohlen. Zusammen mit meinem kleinen Liebling Spirit folgten sie mir tapfer durch den dunklen, gefährlichen Wald und legten sich sofort ins Gras. Chiada sah man gar nicht mehr.
      Zusammen mit Siana und seiner besten Freundin und Halbtante Chloe sprang Cabal and Love voraus. Neugierig zog er ans Unterholz, schnupperte hier und da und blieb öfters einfach stehen. Dass ich ihm am Halfter führte und noch zwei andere Pferde dabei hatte, das interessierte ihn nicht. Nur mit viel Überzeugungskraft kamen wir voran.

      Durch Kabels Aktion hatte ich ziemlich viel Zeit verloren, die Sonne war schon kaum mehr zu sehen und vor Einbruch der Dunkelheit wollte ich alle Pferde auf den Weiden haben. Der nächste und letzte Schwung Stuten musste irgendwie zusammen gehen. Brenda, meine neue Trakehnerzicke, dackelte ein wenig hinten her, was mir aber auch ziemlich recht war, da sie sonst die anderen Paradise Creepin' Up The Backstairs, Calina und Baghira wieder belästigen würde. Brenda war aber noch ziemlich neu und musste sich erst den Platz in der Herde erkämpfen.
      Die Hengste musste ich bis auf ein paar Ausnahmen alleine führen. Aber eine halbe Stunde später grasten Chalil, Cabaniro, Phil's Filou und Prejudice in den allerallerallerletzten Sonnenstrahlen. Und ich war fertig.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Fohlen-ABC
      26. Januar 2012
      Heute ging ich zu Valentines Vendetta, der Stute von Toffifee. Für sie wurde das Fohlen-ABC in meinem Trainingsstall gebucht, deshalb reiste ich noch am selben Tag an, um es durchzuführen.
      Vendetta war eine schöne Stute mit einer schönen Farbe. Sie guckte mich mit ihrem blauen Auge neugierig an, als ich zu ihr ging und ihr das Halfter überstreifte. Daran war sie schon gewöhnt, hatte man mir gesagt.
      Deshalb machte ich mich daran, dass sie sich überall anfassen ließ. Am Körper ging das ganz gut, an den Beinen musste ich etwas länger mit ihr üben, doch nach einer Weile ging das auch. Trotzdem war sie etwas kopfscheu und wollte den Kopf hochreißen, wenn ich sie dort streicheln wollte. Da sie um einiges kleiner war als ich, lief das nicht so gut für sie. Nach vielen Belohnungen, wenn sie sich doch anfassen ließ, klappte es endlich besser.
      Das Führen und Anbinden kannte sie bereits und auch geputzt wurde sie natürlich öfter. Doch sie wollte die Hinterhufe noch nicht so recht geben.
      Deshalb nahm ich einen Strick und legte eine Schlaufe ums Fesselgelenk, dann zog ich den Strick an und tat dies, bis der Huf in die Höhe ging. Dann ließ ich ihn wieder runter und wir wiederholten das Spiel erst beim rechten, dann beim linken Hinterhuf, bis es klappte. Der Strick war dazu da, dass Vendetta nicht merkte, wie „schwach“ ich war und durch diesen war es für sie dann schwieriger, den Huf wegzuziehen.
      Nach diesen Übungen gingen wir zum Verladen über. Das dauerte eine ganze Weile, denn dem Fohlen war der Hänger nicht ganz geheuer. Deshalb fingen wir damit an, den Hänger als Durchgang zur Weide zu nutzen. Erst wollte sie trotzdem nicht, doch mit einem anderen Pferd als Beistand ging sie dann vorsichtig und Schritt für Schritt hoch, auch wenn sehr vorsichtig und ab und zu hüpfte sie nach einem Schritt vor drei Schritte zurück. Irgendwann lief sie jedoch gehorsam und ruhig durch den Hänger und wieder zurück. Deshalb fingen wir an, die Rampe hinter ihr zu schließen, wenn sie den Hänger durchquert hatte. Es war eine Überraschung für sie und sie erschrak kurz, doch dann interessierte sie sich mehr für die Möhre, die ich ihr hinhielt.
      Irgendwann war der Hänger sowohl vorne als auch hinten zu, wenn sie drin war. Vendetta blieb erstaunlich ruhig und sah sich nur etwas skeptisch um. Dann begann sie aber zu dösen.
      Meine Aufgabe war also getan.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Spaziergang
      15. März 2012 - von Rhapsody
      Langsam taute der Schnee weg und die ersten Frühlingsboten waren zu sehen. Also stand heute mal wieder ein Nachmittag mit Vendetta auf dem Plan. Erst putzte ich sie ausgiebig, dann ging ich eine kleine Runde spazieren. Sie hatte gerade ihr Fohlen ABC hinter sich und das Leben war sofort viel leichter.
      Nach dem Spaziergang arbeitete ich noch ein wenig an ihrem Gehorsam, da das noch nicht so richtig klappte. Doch es wurde immer besser und als die Sonne unterging und ich Vendetta wieder zurück in die Box brachte, war ich zufrieden.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Herbsteinbruch
      05. September 2012 - von Rhapsody
      Der Herbst war hereingekehrt und langsam wurden die Tage kürzer. Das Herbstlaub hatte genau die gleiche Farbe wie Vendettas Fell, als ich sie an diesem Septembernachmittag aus der Box führte. Sie schnaubte gelassen und folgte mir problemlos auf den Platz. Heute wollten wir ein paar einfache Kunststücke einstudieren, und die Leckerlis dazu lagen schon in meiner Tasche bereit. Doch wir wollten erstmal mit leichten Tricks anfangen, wie Nein sagen.
      Das klappte leider nicht so. Vendetta störte die Gerte in ihrem Ohr weniger und sie zuckte es nur ein bisschen. Meine Geduld war schnell am Ende also ließ ich sie noch ein bisschen laufen, ehe sie zurück auf die Weide durfte und ich mir das nächste Pferd schnappte.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Halbzeit
      02. März 2013 - von Rhapsody
      Langsam aber sicher sah Vendetta wie ein richtiges Pferd aus. Noch etwas unfertig, aber bald wurde sie schon zwei Jahre. Dann sollte es nur noch eineinhalb Jahre dauern, bis ich sie anreiten wollte, je nachdem wie sie sich entwickelte.
      Heute graste sie seelenruhig auf der Weide, und da wollte ich sie nicht stören. In den letzten Wochen hatte sie sich wirklich gemacht und ich konnte es nicht erwarten, sie anzulongieren.
      Auf einmal riss die schöne Ponystute den Kopf hoch und raste quer über die Weide. Lächelnd erinnerte ich mich an meine eigenen Arbeiten und lief in Richtung Stall.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Zweiter Geburtstag
      29. November 2013 - von Rhapsody
      Vendetta wurde aufmüpfig.
      Ein paar Wochen war sie jetzt offiziell zweijährig und vollkommen im Flegelalter. Schon mehrere Male hatte sie sich vom Strick gerissen, ging durch Zäune und war allgemein stur wie ein Bock. Heute sollte keine Ausnahme sein.
      Wir mussten auf die Halle ausweichen, da der Platz unter Wasser stand. Vendetta stand ganze 5 Minuten am Hallentor und wieherte herzzerreißend, ehe ich sie von dort verscheuchte, was sie mit Buckeln quittierte. Ich rollte die Augen und ließ sie einfach laufen. Vielleicht war diese Phase bald vorbei. Hoffentlich.
      Nach einer viertel Stunde wurde sie langsam ruhiger und fing an zu kauen. Das sollte es dann gewesen sein; ich pfiff sie in die Mitte und führte sie zurück in die frisch ausgemistete Box.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Longieren
      06. Mai 2014 - von Rhapsody
      Die drei Jahre hatten wir jetzt auch schon fast geschafft. Deswegen packte ich mir heute die Longe, die Vendetta die letzten Wochen schon ausgiebig kennengelernt hatte, und ging mit der Fuchsstute in den Longierzirkel. Geduldig blieb sie stehen, als ich ihr die Longe an den Kappzaum klipste und auf mein Zungenschnalzen ging sie in einem fleißigen Schritt los. Nach 20 Minuten auf beiden Händen ließ ich sie antraben, doch den Trab wollte ich noch nicht ausgiebig trainieren, da ich Vendetta Zeit lassen wollte. Nach 40 Minuten hörte ich auf und ging mit ihr noch eine Runde spazieren, um sie für ihre harte Arbeit zu belohnen.
    • Samarti
      Aciano a la salida
      Der erste Sattel
      02. November 2014 - von Rhapsody
      Der erste Sattel war gekauft und sollte schon bald ausprobiert werden. Da ich aber noch nicht viel Erfahrung mit dem Anreiten von Pferden hatte, hatte ich einen Trainer engagiert, der fleißig mit Vendetta arbeitete.
      Und heute sollte ich das erste Mal auf mein Pony steigen. Den Trainer hatte ich schon öfters beobachtet, wie er im Entlastungssitz auf Vendetta saß, aber das war jetzt etwas ganz anderes. Mit Schmetterlingen im Bauch zog ich den Steigbügel hinunter und drückte ihn erst ein wenig herunter, um zu sehen, wie Vendetta mit dem Gewicht umging. Sie blieb seelenruhig stehen und blinzelte mich nur fragend an. Ich atmete tief ein und schwang mich so langsam und behutsam wie möglich in den Sattel. Der Trainer an der Bande gab mir den Daumen nach oben – ich konnte losreiten.
      Leicht legte ich die Schenkel an und sofort lief Vendetta in einem flotten Schritt los. Ein paar Runden drehten wir in der Halle, ehe ich sie auf der Mittellinie wieder anhielt und abstieg. Heute hatte sie sich drei Extramöhren verdient.
    • Samarti
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      Schlechtes Wetter, schlechte Laune
      02. Februar 2015 - von Rhapsody
      Als ich am Morgen zum ersten Mal aus dem Fenster blickte, war meine gute Laune und die Motivation, einen wirklich produktiven Tag einzulegen, wie verschwunden: Eigentlich hatte ich auf strahlenden Sonnenschein gehofft, denn die letzten Tage hatte dies auch (zumindest ansatzweise) geklappt und das Wetter war selbst für Wales wirklich angenehm gewesen. Hier und da hatte mal ein Sonnenstrahl seinen Weg durch die dichte Wolkendecke gefunden und die Tiere aus ihren Verstecken gelockt, doch davon war heute nichts mehr zu sehen. Stattdessen war es wieder diesig, dichter Nebel verschleierte mir die Sicht und der Himmel war stark bewölkt. Nur ab und zu konnte man durch die grauen Wolken den nicht minder grauen Himmel sehen.
      Seufzend zog ich mich um und biss in den sauren Apfel – im wahrsten Sinne des Wortes. Viel würde ich nicht runter kriegen, also machte ich mich mit jenem Apfel in der Hand auf den Weg zum Stall, in welchem mein Reitpony Vendetta stand.
      Als ich dem Fuchs in die aufmerksamen Augen blickte, war das schlechte Wetter schon fast wie vergessen und schnell hatte ich mich dazu entschlossen, mit ihr in die Reithalle zu stapfen. Die Gefahr, dass wir von einem plötzlichen Regenschauer überrascht werden würden, war mir da doch um einiges zu groß.
      Ich ließ mir viel Zeit beim Putzen. Einerseits, weil ich hoffte, so irgendwie doch noch ein wenig Sonne ergattern zu können, andererseits, um mich mal wieder mehr mit Vendetta zu beschäftigen. In letzter Zeit war sie leider etwas zu kurz geraten.
      Nachdem auch das Sattelzeug an den richtigen Stellen saß und Vendetta das Gebiss ins Maul genommen hatte, machten wir uns also auf den Weg in die Reithalle. Dort zog ich noch einmal den Sattelgurt nach und stieg dann auf. Erst ritt ich sie eine ganze Weile warm, damit sich genug Gelenkschmiere bildete und keine bleibenden Schäden entstanden, danach wagten wir uns auch an das etwas intensivere Training.
      Obwohl sie schon dreieinhalb Jahre alt war, hatte sie noch etwas Probleme mit der Balance, die jedoch bei manch anderem Pferd wesentlich ausgeprägter zu finden waren. Dementsprechend würde sich das bestimmt bald legen. Trotz der etwas schlechteren Balance war sie allerdings schon jetzt angenehm zu reiten und auch zu sitzen.
      Nach dem Ritt überließ ich ihr einen Apfel, den ich noch in der Futterkammer gefunden hatte, bevor ich sie wieder in ihre wohlverdiente Freiheit entließ und ich mich aufs Sofa vor den Fernseher schmiss.
    • Samarti
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      Umzug
      14. März 2015 - von Rhapsody
      Nur zwei Worte sollten endgültig mein Leben verändern. Nur eine kurze SMS und ich würde mein Leben in Wales hinter mir lassen.

      We’re done.
      ~*~
      Es hatte noch eine weitere Woche gedauert – die Firma, die Großtiere per Flugzeug transportierte, hatte sich erst quergestellt – aber dann, endlich, saß ich im Auto neben Tante Molly, im Anhänger die beiden Lewitzerhengste.
      Wir sprachen nicht viel. Tante Molly war natürlich traurig, dass ich sie verließ und die Pferde mitnahm. Ich hätte ihr ohne Probleme eines in Wales gelassen, doch das hatte sie abgelehnt; sollte sie doch noch einmal auf den Geschmack kommen, würde sie sich schon eins besorgen. „Außerdem hab ich ja noch Ciaran,“ hatte sie gesagt. „Wenn der wieder fit ist, dann kommt er wieder zurück.“
      Bis jetzt sah es zwar nicht wirklich aus, als ob Ciaran irgendwann noch einmal belastet werden konnte, aber das wollte ich ihr nicht sagen.
      Die Verabschiedung fiel eher kühl aus; wir brachten die Ponys zusammen zu der Box, in der sie die nächsten Stunden verbringen mussten, diskutierten eine ganze Weile mit Muraco, bis er endlich in die Box stapfte, und dann war ich fast schon zu spät.
      Ich umarmte Tante Molly lang, versprach ihr, sie bald zu besuchen, dann rannte ich zu meinem Gate. Das Abenteuer Kanada konnte beginnen.
      ~*~
      Elisa hatte mich lange bearbeitet, bis ich das Gestüt direkt gegenüber ihrer Crown Hill Stables kaufte. „Wir sollen wir sonst züchten?!“ war ihr wohl ausschlaggebendstes Argument – denn über einen ganzen Ozean hinweg würde eine Zucht wohl wirklich schwer werden.
      Über die letzten Wochen hinweg hatte ich fast täglich zwei Pferde zum Flughafen gebracht, die zwischenzeitlich auf Elisas Gestüt zwischengeparkt wurden. Sie hatte mich jeden Tag auf dem Laufenden gehalten, hatte sogar zwei neue Lewitzerstuten für mich untergebracht. Als ich die SMS des Bauarbeiterunternehmens, welches mein neues Gestüt fertig renoviert hatte, bekommen hatte, war Elisa die erste, der ich schrieb.
      Und jetzt war ich also wirklich unterwegs nach Dauphin, Manitoba. Hoffentlich war es nicht eisig kalt, Kälte konnte ich einfach nicht ab. Eine kleine Stimme in meinem Kopf – die, die einen immer nervt mit ihrer pessimistischen Einstellung – meldete sich. ‚War das wirklich eine gute Idee?‘ fragte sie. Wäre ich allein gewesen, hätte ich laut geseufzt oder sogar Selbstgespräche geführt.
      Doch leider war ich in einem Passagierflugzeug, eingequetscht zwischen einem übergewichtigen Geschäftsmann und einer Omi, und das noch für mindestens 14 weitere Stunden.
      Ein kleiner Seufzer entfuhr mir dann doch noch. Die Omi warf mir einen bösen Blick zu. Das konnte ja heiter werden.
      ~*~

      Am Airport in Winnipeg musste ich dann umsteigen, was mit zwei Pferden im Gepäck wirklich nicht leicht wahr. Eine weitere dreiviertel Stunde, und ich war endlich in Dauphin.
      Komplett übermüdet übersah ich natürlich Elisas Anhänger prompt und so dauerte es weitere fünfzehn Minuten, bis wir endlich auf den Weg in den Riding Mountain National Park waren. Elisa versuchte so viel wie möglich aus mir herauszukitzeln – über den Flug, über das Wetter in Wales, über sonstige Dinge – doch meine Antworten fielen ziemlich einsilbig aus.
      Ich wollte eigentlich einfach nur schlafen, auch, wenn es gerade erst einmal 14:10 Uhr war. Verdammter Jet Lag.
      Zum Glück durfte ich die Nacht – okay, nicht wirklich Nacht – noch auf Elisas Gestüt verbringen, ehe ich am nächsten Morgen den ersten Fuß in mein neues Zuhause setzen würde. Pine Grove Stud – der Name des Gestüts hatte mich schon auf den ersten Blick gefesselt. Das Haupthaus mit einem Studio unterm Dach, die Stallungen mit den dunkelbraunen Ziegeln und die Reithalle taten dann den Rest.
      Und ab morgen würde es mir alles allein gehören. Nur die Pferde und ich – und bei Fragen jeglicher Art hatte ich jetzt Elisa, Elena und Gwen um mich.
      Wales vermisste ich natürlich jetzt schon, aber ich war mir sicher, dass Kanada wirklich nicht der schlimmste Teil der Welt war.
      Bis auf diese eklige Milch in Tüten. Schon beim Gedanken daran musste ich die Nase rümpfen. Hoffentlich gab es hier auch noch good old Milch in Tetrapaks.
      ~*~
      Der Morgen kam früher als erwartet. Elisa klopfte lautstark um acht Uhr an meiner Tür und fing an The Start Of Something New zu singen.
      Sie hörte erst auf, als ich die Tür öffnete und ihr ein Kissen an den Kopf warf.
      Bevor wir die Pferde ins neue Heim führten, checkte ich erstmal meine Wohnung aus. Sie lag direkt im Erdgeschoss, fast durchgehend mit Laminat ausgelegt. Im hinteren Teil reichten die Fenster von der Decke zum Boden und durchfluteten den Raum mit Licht. Die Küche war klein, aber ich war nicht der beste Koch, sie würde wohl reichen.
      Das Beste jedoch war die kleine Praxis im linken Flügel des Hauses. Ich würde also – neben der Zucht – Geld verdienen können und nicht nur meine Pferde und die meiner Freunde verarzten. Den Dachboden mit dem Studio würde ich wohl fürs Erste in Ruhe lassen müssen, immerhin musste ich meine Wohnung erst einmal einrichten.
      Aber wenn man Freunde hat, die man zum helfen zwingen kann, dann geht auspacken mindestens dreimal schneller.
      ~*~
      Erst gegen Nachmittag – und natürlich nach einer ausführlichen Inspizierung der Stalltrakte – konnten wir meine Pferde von Elisas Gestüt auf meines bringen. Spotlight, Star und Favorita stürzten sich sofort auf die frischen Heunetze, während Symbolic Splash und Cíola ein wenig vorsichtig die neuen Boxen beschnupperten. Attonito, Newt, Paramour und Muraco ignorierten die neue Umgebung und stellten sich einfach auf den angrenzenden Paddock.
      Als auch Chepa und Bacia in ihren Boxen standen, drehte ich mich mit einem Grinsen zu Elisa herum. Die verdrehte nur die Augen.
      Outside Girl und Flea waren beide wunderschöne Stuten, die mich beide sofort freundlich beschnupperten und die Karotten, die ich ihnen brachte, dankbar annahmen.
      „Weißt du,“ sagte Elisa neben mir, „rein theoretisch könnten wir uns die beiden schnappen und mit ihnen ausreiten.“ Sie grinste. „Dann könnte ich dir die Landschaft zeigen und alles Mögliche.“
      Als ob ich das Angebot ausschlagen konnte.
      ~*~
      Die erste Nacht in einer neuen Umgebung schlief ich immer besonders schlecht (gestern war eine Ausnahme gewesen; ich war einfach erledigt gewesen), und so lag ich um zwei Uhr morgens immer noch wach in meinem neuen Bett im neuen Schlafzimmer im neuen Haus des neuen Hofes.
      Wenn ich mich auf die Seite drehte, konnte ich durchs Fenster perfekt auf den Stutentrakt sehen. Obwohl es kalt war – 4 Grad Minus, also verdammt kalt – standen Chepa, Star und Flea auf dem Paddock. Star und Flea beknabberten sich sogar, soweit ich sehen konnte.
      Alle sahen sie komplett ruhig aus, als hätte ihnen der Umzug kein bisschen zugesetzt. Seufzend schlug ich die Bettdecke zurück und schlich mich in die Küche. Dann müsste wohl eine warme Milch mit Honig herhalten.
      Als ich den Kühlschrank öffnete, war das erste, was ich sah, eine Plastiktüte voll mit Milch.
      Was zur Hölle?!
      Bei näherer Betrachtung dann sah ich den Zettel, der daran klebte. Welcome to Canada stand in Elisas Handschrift darauf.
      Wer brauchte schon Feinde, wenn man solche Freunde hatte?
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  • Album:
    3 - Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Samarti
    Datum:
    24 Juli 2015
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    Kommentare:
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    EXIF Data

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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Rufname: Vendetta
    geboren: Juni 2011

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    Rasse: Deutsches Reitpony
    Geschlecht: Stute
    Farbe: Fuchs (Aa ee)
    Stockmaß: 146 cm

    Beschreibung:
    Valentine's Vendetta ist eine junge und neugierige Stute. Sie liebt es, Unsinn zu machen und ihre Zweibeiner ständig auf die Probe zu stellen. Wenn es einen Clown im Stall gibt, dann ist es wohl die hübsche Fuchsstute mit ihrem großen Kopfabzeichen. Dennoch arbeitet sie gerne mit dem Menschen zusammen und mag beschäftigt werden, denn langweilig wird ihr schnell und das fördert ihren Kasperkopf nur noch mehr. Sie zeigt besonders Veranlagungen im Springen, aber mit etwas Geduld und Arbeit könnte sie auch in der Dressur etwas schaffen.

    Besitzer: Samarti
    Ersteller: Ivi.Kiwi

    Fohlenversion || PNG Fohlenversion || Boxenschild

    Offizieller Hintergrund