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Bracelet

Vaconda ♥

ubk. x ubk. <3 (gekrönt)

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Vaconda ♥
Bracelet, 24 Mai 2020
Zion, Stelli und Veija gefällt das.
    • Bracelet
      alte Berichte

      alte Berichte von Magic
      Magic Vaconda's Ankunft
      Stelli und ich hatten alles abgesprochen. Heute sollte Vaconda zu mir kommen. Stelli fuhr also mit ihm auf den Hof und ich begrüßte sie freudig. Dann holte sie die Stute aus dem Hänger. Ich hatte sie zwar schon ein paar mal gesehen, wusste aber nichtmehr das sie so groß war. "Naa hübsche?" ging ich auf sie zu und streichelte ihre Nüstern. Dann nahm ich Stelli Condi ab und führte sie in ihre neue Box. Als ich rein kam fragte man mich schon ob das mein neues Pferd sei. Ich nickte und Condi begutachtete ihre neue Box. "Also dann." grinste ich und lief wieder mit Stelli auf den Hof. Sie musste leider schon wieder gehen da sie noch ihre anderen Pferde versorgen musste. Also räumten wir noch kurz ihre Sachen in den Schrank und dann fuhr sie schon wieder davon. Ich sah nochmal nach was sie alles hatte. Dann lief ich wieder zu Condi. "Naa? Ich kauf dir morgen oder so noch mal ne Schabracke, oder?" sagte ich lächelnd zu ihr und ging in ihre Box. Sie schnaubte mich an und begann ihr Heu zu fressen. Sie war die Ruhe selbst.

      Magic Pflegebericht 2Nun war ich wieder da. Nach einem Jahr Australien konnte ich endlich wieder zu Vaconda. Ob sie mich noch kannte? Ich werde es sehen. Am nächten Morgen, nach meiner Ankunft, zog ich mich um und fuhr erfreut zum Stall. Dort angekommen wurde ich schon von den Mädels begrüßt. Nach kurzem Getratsche machte ich mich auf den Weg zu ihrer Box. Während meiner Abwesenheit wurde sie von meiner Schwester und meine Cousine geritten. Da Condi nicht in ihrer Box war, dachte ich mir, sie ist bestimmt auf der Weide. Also schnappte ich mir einen Strick und lief zur Weide. Dort angekommen sah ich meine hübsche Stute schon traben. Ich piff nach und rief ihren Namen. Sofort blieb sie stehen, wiehrte und galoppierte auf mich zu. Sie kannte mich also noch ! Freudig lief ich auf sie zu und streichelte sie zwischen den Augen. "Na mein Schatz? Hast du mich vermisst?" Sie sah mich an und ich gab ihr eine Karotte. "Wie wärs, wenn wir einen schönen Ausritt machen?" Sie wiehrte und ich klickte den Strick ein. Am Putzplatz band ich sie an und holte den Putzkasten. Nachdem ich sie ausgiebig gestriegelt hatte, holte ich Sattel und Trense. "Na, die sind aber gut gepflegt worden, was?" Ich lachte und legte ihr beides an. Da ich sie jetzt seit einem Jahr nicht geritten war beschloss ich, erstmal wieder mit Helm zu reiten. Gesagt getan, los gings !
      2 Stunden Ausritt. Wir liebten es. Über die frisch gemähten Wiesen zu galoppieren, über das kleine Bächlein zu springen und einfach schön im Schritt durch den Wald zu reiten. Es war einfach nur wieder schön..
      Zuhause sattelte ich Condi ab und wusch ihr erstmal die Beine, da diese seehr dreckig waren. Dann beschloss ich, ihre Mähne noch zu schneiden da diese es dringend nötig hatte. Nachdem ihre Mähne wieder etwas gleich sah, mistete ich ihre Box noch etwas aus, da dort einige Pferdeäpfel lagen. Ich streute etwas Stroh drüber, holte noch einen großen Haufen Heu und dann durfte Vaconda in ihre Box. "Bis Morgen, Süße" verabschiedete ich mich, drückte ihr einen Kuss auf die Nase und fuhr nach Hause.
      4 Nov. 2010
      Stelli Heute besuchte ich Waconda.
      Die Stute aus meiner Zucht brummelte mich schon freudig zu als sie mich erkannte.
      Ich holte sie aus ihrer Box und band sie in der stallgasse an.
      Dann begann ich, ihr fell glänzend zu putzen.
      Ich schnitt Mähne und schweif nach und fettete ihr die Hufe ein.
      Danach stellte ich sie auf den Paddock.
      Währenddessen mistete ich ihre Box aus uns streute frisches Stroh nach.
      Ich holte Waconda wieder in ihre Box und fütterte sie.
      23 Juli 2011
      Magic Die lange Zeit in der ich in der Reha-Klinik war konnte ich fast nicht aushalten. Ich vermisste Vaconda so sehr. Endlich durfte ich wieder aufs Pferd, also zog ich mich schnell um und ging in den Stall. Dort wiehrte mir Vaconda laut zu und ich brach ihr eine Karotte in der Mitte auseinander und fütterte sie damit. Dann holte ich ihr Halfter, zog es ihr über und führte sie in die Stallgasse. Dort bekam sie erstmal ordentliche Streicheleinheiten und ich fing an, sie ausgiebig zu striegeln. Nachdem dies getan war holte ich ihren Sattel und das Zaumzeug.
      Nachdem alles angelegt war führte ich sie in die Halle. "So meine Süße, jetzt lassen wir es erstmal wieder locker angehen, sonst sitz ich morgen mit Muskelkater da" sagte ich lachend zu ihr und stieg auf.
      Nach einer Stunde sehr chilligem Reiten führte ich Vaconda wieder zurück in den Stall. Dort begegnete ich nun auch den anderen Reitern, die mich freundlich begrüßten. Wir kamen kurz ins Gespräch, doch Vaconda wurde schnell gelangweilt und stupste mich an, also versorgte ich sie. Nachdem ich ein paar Pferdeäpfel aus der Box entfernte schmiss ich noch ihr Futter in den Trog und holte etwas Heu. Nun durfte sie wieder zurück in ihre schöne, helle Box. Ich verabschiedete mich von ihr und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
      25 Apr. 2012
      Magic Da das Wetter heute einfach grandios war beschloss ich mit meiner Vaconda einen langen und schönen Ausritt zu machen. Also machte ich mich stallfertig und ging in den Stall. Da ihre Box leer war schloss ich daraus, dass sie auf der Weide war. Ich schnappte mir schnell einen Strick und lief grinsend zur Weide. Dort pfiff ich nach ihr und sie kam angetrabt. Einfach wundervoll, das Pferd. Ich begrüßte sie also freudig und führte sie zum Putzplatz. Dort angebunden bekam sie erstmal eine Karotte und ich striegelte sie eine Weile. Nachdem ich sie sattelte stieg ich auf und wir ritten los.
      Die 2,5 Stunden Ausritt waren einfach nur fabelhaft. ich lobte Vaconda sehr und auch sie sah sehr zufrieden aus. Als ich ihre Hufe auskratze fiel mir auf, dass sie mal wieder einen Hufschmied nötig hatte.
      Nachdem ich sie versorgt hatte mistete ich noch ihre Box aus und holte dann mein Handy raus, um den Hufschmied anzurufen.
      2 Mai 2012
      Magic Pflegebericht für Vaconda und Charelle
      Pflegebericht 6
      Heute entschied ich, Vaconda und Charelle nur in der Halle springen zu lassen, Vaconda allerdings wollte ich noch longieren. Also machte ich mich auf in den Stall und putzte erstmal Vaconda und legte ihr dann die Trense an. Zum Glück war sie nicht zu dreckig, so dass ich mich schnell an Charelle wenden konnte. Die Kleine hatte wohl mächtig Spaß auf der Weide, so sah sie nämlich auch aus. Also putzte ich sie schnell und spritzte sie noch mit dem Schlauch ab, mal schauen ob sie das mochte. Anfangs wurde sie etwas hibbelig und trat von einem Bein aufs andere aber kurz darauf blieb sie ruhig stehen. Nachdem ich sie trocken gerubbelt hatte nahm ich Vaconda und die Kleine und führte sie in die Halle, die gerade zum Glück leer war. Ich ließ Charelle los und sie lief erstmal langsam die Halle ab, da sie sie noch nicht kannte. Vaconda trotte im Schritt um mich herum.
      Nach einer guten halben Stunde fing ich Charelle wieder ein, was ein bisschen dauerte. Im Stall striegelte ich Vaconda nochmals und ließ Charelle in ihre Box und öffnete wieder den Paddock. Bei Vaconda öffnete ich den Paddock ebenfalls und ließ sie dann auch hinein. Ich holte beiden noch ein wenig Heu und machte mich dann auf den Weg ins Reiterstübchen.
      18 Mai 2012
      Minarie Hufschmied Besuch
      Am Nachmittag ging es weiter für mich. Mit dem Auto fuhr ich durch einen Wald. Sobald er sich lichtete konnte ich schon den Hof der Kundin entdecken. Dem Telefonat vom Vortag konnte ich entnehmen was heute meine Pflichten sein würden. Eine Trakehner Stute sollte dabei behandelt und neu beschlagen werden. Bei Trakehner dachte ich unwillkürlich an mein eigenes kleines Fohlen.
      Ich hielt den Wagen am dafür vorgesehenen Parkplatz und lief den Rest zur Besitzerin, die bereits mit der Stute bereit stand. Vaconda war eine große Stute mit sehr hübscher Blesse.
      Neugierig sah sie mir entgegen und spitzte die Ohren. Nach der Begrüßung und dem ersten Kennenlernen mit der Stute machte ich mich an meine Pflichten. Zwar beobachtete die Stute mich aufmerksam doch arbeitete sie wunderbar mit und machte keine Anstalten. Brav ließ sie sich an den Hufen rumwerkeln und stand geduldig an ihrem Platz. Vaconda trug noch ihre alten Hufen von denen eines leicht locker geworden war. Mit geübten und sicheren Griffen, sowie einer passenden Zange, entfernte ich die Hufeisen.
      dann folgte die typische Reihenfolge. Mit dem Hufmesser das Horn zurecht schneiden dann mit der Raspel alles glattschleifen. Bei Vaconda war glücklicherweise nicht viel zu tun da sie schon zuvor eine Hufträgerin war.
      Auch hier kannte ich bereits die GRöße der Hufe. Doch es stellte sich heraus das ich noch etwas nacharbeiten musste. So verschwand ich einige Minuten in der Ladefläche hinten im Wagen in der ich meine kleine Werkstatt besaß. Den Ofen elektrisch eingeheizt begann ich auch schon die vier neuen Eisen mit passenden Hammerschlägen zu bearbeiten.

      Wieder prüfte ich ob das Eisen nun passen möge und siehe da, es passte. Mit Nägeln und Hammer fügte ich die fertigen Eisen an die behandelte Hufen und war damit auch schon fertig. Langsam richtete ich mich auf da mein Rücken vom Beugen wieder etwas schmerzte.
      Magic lief mit der Stute noch Probe um zu sehen ob diese auch Problemlos laufen und auftreten konnte. Da alles passte verabschiedete ich mich freundlich von Magic und fuhr auch schon wieder zu meinem eigenen Hof.
      18 Mai 2012
      Magic Pflegebericht 7
      Heute beschloss ich, alle meine Pferdchen durchzuputzen und dann auf die Weide zu lassen. Anfangen wollte ich mit Spotted Face, also holte ich die Kleine aus ihrer Box und begrüßte ihn mit einem Leckerli. Sie schnaubte mich total süß an und ich lief grinsend mit ihr zum Putzplatz. Dort angebunden holte ich aus meinem Schrank meinen Putzkasten und fing an, die Mixstute zu striegeln. Sie genoss es richtig und als sie wieder glänzte lobte ich sie, gab ihr ein Leckerli und führte sie auf die Weide. Dort tobten sich schon 2 andere Fohlen aus, mit denen Spotted Face normalerweise gut auskommen konnte. Also beobachtete ich die 3 noch kurz und war dann zufrieden.
      Nun machte ich mich an Charelle. Auch sie sollte nachher zu Spotted Face und den 2 anderen Fohlen auf die Weide. Auch sie band ich an den Putzplatz und begann ihr glänzendes braunes Fell zu striegeln. Ganz leicht konnte man erkennen, wie sie langsam ausschimmelte. Lächelnd kratzte ich ihre Hufe aus, kämmte ihr Langhaar und strich sanft mit der Würzelbürste über ihre Beinchen. Als ich zufrieden war mit ihrem Aussehen durfte auch sie auf die Weide.
      Nun zu Vaconda. Meine Große wiehrte mir schon entgegen und ich gab ihr lachend ein Leckerli. Halfter aufgezogen band ich sie dieses mal vor ihre Box. Dort begann ich, sie ausgiebig zu striegeln und zu verwöhnen. Da sie etwas träge aussah, beschloss ich sie noch eine halbe Stunde zu longieren. Also gings los. Nachdem ich sie ein bisschen treiben musste, gab sie sich dann doch Mühe und arbeitete brav mit. Danach durfte sie dann auch wohl verdient auf ihre Weide.
      Nun ging es noch an meinen Wallach Excelsior. Der Grauschimmel stand dösend in seiner großen Box und als ich schnalzte und "Excelsioooor" rief, kam auch schon der Kopf aus der Box zum Vorschein. Ich strich ihm über die Nüstern und gab ihm ein Stück Apfel.
      Als ich ihn an der Box angebunden hatte sah ich, dass er ziemlich dreckig war. Das Wetter passte, also führte ich ihn zum Waschplatz, der gerade zum Glück nicht besetzt war und begann, ihn zu waschen.
      Als ich ihn wieder trocken gerieben hatte, bekam er nochmal ein Stück Apfel und auch er durfte dann endlich auf seine Weide. Ich schaute ihm noch eine Weile zu und machte mich dann an die Arbeit, ihre Boxen zu misten.
      11 Juni 2012
      Magic Pflegebericht für Vaconda, Charelle, Excelsior, Spotted Face, Riv&eacute;, Scelection und Silmpy&rsquo;s Ronja
      Heute beschloss ich, alle Pferde zu putzen und dann auf die Weide zu stecken. Also zog ich mich um und fuhr zum Stall. Dort dösten alle in ihren Boxen herum. "Naaa meine Süßen? Heute ist es ja zum Glück nicht so heiß, da könnt ihr locker auf die Weide!" sagte ich lächelnd und schon wieherten mir Vaconda und Riv&eacute; zu. Ich gab jedem eine Karotte und holte dann erst meine Vaconda aus der Box. "Mit dir muss ich auch mal wieder ausreiten." Sagte ich lächelnd zu ihr, während ich sie putze. Nachdem sie wieder glänzte führte ich sie hinaus ins Freie auf und lies sie auf der Wiese los. Sie trabte davon und begann gleich, das Gras zu genießen.
      Weiter ging es mit meiner kleinen Charelle. Sie wurde immer mehr zur Dame. Auch sie striegelte ich und holte gleich darauf Spotted Face aus der Box. Nachdem ich auch sie herausgeputzt hatte nahm ich beide am Halfter und führte sie zu Vaconda auf die große Wiese. Dort konnten es beide kaum erwarten und lachend ließ ich sie los. Beide schlugen aus und galoppierten dann in Richtung Vaconda. Weiter ging es mit Excelsior und Scelection. Scelection hatte noch kein großes Vertrauen zu mir gefasst, also brachte ich erst Excelsior auf die Weide neben den Stuten und putzte Scelection noch ein Weilchen länger, bis sie ruhiger stehen blieb. Dann bekam sie einen Apfel und auch sie durfte dann zu den Stuten auf die Weide. Nun kamen noch Riv&eacute; und Ronja dran. Ronja hatte ich erst seit ein paar Tagen im Stall und wollte sie erst etwas in der Halle longieren. Also putzte ich geschwind meine Riv&eacute; und machte mich dann an Ronja. Langsam putzte ich sie und sprach mit ruhiger Stimme auf sie ein. Sie war nach einer Weile ganz entspannt und ich führte sie in die Halle. Dort angekommen longierte ich sie ca eine halbe Stunde, was auch wirklich super lief. Sie hatte sich wohl schon einigermaßen hier eingelebt. Nun durfte sie ebenfalls auf die Weide. Ich blieb noch ein bisschen am Zaun stehen, um die Stuten zu beobachten. Vaconda und die anderen Stütchen waren aber sehr lieb zu Ronja und die grasten zufrieden nebeneinander.
      22 Aug. 2012
      Magic Pflegebericht 9
      Heute beschloss ich einen langen Ausritt mit Vaconda zu machen. Sie war am längsten in meinem Besitz und ich liebte sie abgöttisch. Allerdings hatte ich auf Grund meiner Arbeit in letzter Zeit kaum noch Möglichkeit in den Stall zu gehen.
      Also machte ich mich fertig und lief grinsend in den Stall. Ich begrüßte ein paar andere Einsteller und pfiff dann nach Condi, die schon freudig ihren Kopf aus ihrer großen, hellen Box streckte. "Naaaa du?" begrüßte ich sie und gab ihr eine Karotte. Sie schnaubte erfreut und ich nahm ihr Halfter vom Haken, öffnete ihre Boxentür und strich ihr erstmal über den Hals und kuschelte mich kurz an sie. Dann legte ich ihr Halfter an und führte sie auf die Stallgasse. An ihrer Box band ich sie an und holte die Putzbox aus dem Kasten, der in der Box eingelassen war, wo man Putzbox, Leckerlis und sonstigen Kleinkram aufbewahren konnte.
      Ausgiebig striegelte ich die schöne Trakehnerstute und sprach immer wieder leise mit ihr. Nachdem ich dann ihren Schweif verlesen und durchgekämmt hatte sah sie wieder richtig schick aus. "So, ich hol jetzt mal kurz deinen Sattel und deine Trense." sagte ich lächelnd, strich ihr über die Kruppe und lief zur Sattelkammer. Dort schloss ich meinen Spind auf und holte Sattel und Trense raus. Die Satteldecke gefiel mir allerdings nicht sonderlich, also schnallte ich kurzerhand von schwarz auf grau um. "Perfekt." grinste ich und lief zu Condi zurück. Dort legte ich ihr erstmal den Sattel auf den Rücken und schloss den Sattelgurt. Dann die Trense. "So, dann gehts los" sagte ich immernoch lächelnd, stieg auf und im Schritt gings los. Einen Reithelm brauchte ich nicht, ich vertraute Vaconda blind.
      Nach einem zweistündigen Ausritt kam ich wieder am Stall an. Ich sprang vom Rücken und lobte sie erstmal. "War super, meine Süße. Ein Apfel gibts gleich!" sagte ich zu ihr und führte sie in den Stall. Dort nahm ich ihr die Trense ab, legte ihr das Halfter über den Hals und gab ihr den Apfel. Während sie diesen zermalmte nahm ich den Sattel ab und brachte ihn in die Sattelkammer. Dort legte ich ihn kurz auf dem Sattelbock ab und wusch das Gebiss am Waschbecken aus. Dann hängte ich sie zurück in den Schrank, machte die Satteldecke vom Sattel und legte diesen auch in den Schrank. Die Satteldecke legte ich auf den Sattel. Sie war dann doch etwas verschwitzt.
      Bei Condi angekommen bekam sie noch eine leichte Abschwitzdecke aufgelegt und durfte wieder zurück in die Box. Ein kurzer Blick durc hdie Box, es war kein Ausmisten nötig. Das Halfter hängte ich zurück an den Haken vor der Box und holte noch einen großen Haufen Heu. "So, lass es dir schmecken. Bis bald!" verabschiedete ich meine Stute, drückte ihr einen Kuss auf die Nüstern und verschloss die Box.
      Nachiwa
      Tierarztbesuch bei Vaconda, Charelle,Excelsior.Spotted Face und Riv&eacute;
      Heute war ich wieder mal auf dem Weg um ein paar Pferde durchzuchecken. Magic hatte mir per Telefon gesagt, dass sie einen Tierarzt bräuchte der mal über all ihr Pferde schauen würde und nun hatte ich 9 Patienten vor mit. Ich ließ meinen Jeep langsam auf den Parkplatz von Magics Hof rollen und stieg erstmal aus. Als ich auch meine Utensilien aus dem Jeep geholt hatte sah ich Magic ein paar Schritte weiter und ging auf sie zu. Wir begrüßte uns und sie führt mich zum Stall wo der erste Patient, eine jährige Trankenerstute, schon angebunden in der Stallgasse wartete. Ich gegrüßte auch die schöne braune Stute erstmal und fing dann auch schon mit der Untersuchung an. Erst wurde der Kopf, dann die Beine und zum Schluss der Rücken abgetastet. Während ich dann Herz und Lunge mit dem Stethoskop abhörte, schaute sie mir neugireig zu und ich kraulte sie leicht. Fertig mit der Untersuchung, bestätigte ich Magic das mit ihr alles prima sei und der nächste Patient war an der Reihe. Magic holte nun eine 4 jährige Achal Tekkiner Stute aus der Box und entschied sich sie lieber so fest zu halten, da sie manchmal etwas zickig werden konnte. Ich begrüßte die Schimmelstute erstmal und während ich ihren Kopf abtastete, bewunderte ich nebenbei das tolle braune Abzeichen, dass sie hatte. Als ich auch mit Beinen, Rücken und abhören von Herz und Lunge fertig war, bekam die Stute noch ein Leckerli, da sie super lieb geblieben war. Der nächste auf der Liste war ein dunkler Reitponywallach, der mich erstmal freundlich mit den Nüstern begrüßte und wohl schon auf der Suche nach einem Leckerchen war. Da ich aber erst nach der Untersuchung eins rausrücken wollte, ließ er mich erstmal gehen und entschied sich ein wenig mit Magic zu beschäftigen. Das nutze ich aus und fing direkt mal mit der Untersuchung an. Da Excelsior ganz lieb stehen geblieben war, ging alles auch ganz fix und als er sich wieder zu mir drehte, bekam er endlich sein Leckerchen. Nun war erstmal ein Fohlen dran, eine Tiergerscheckstute aus Friese und Knappstrupper. Sie war knapp 2 Jahre und es war wohl für sie etwas ungewohnt, dass Jemand fremdes sie überall betastete, denn zum Ende wurde sie etwas nervös doch da hatte Spotted Face es auch schon geschafft und ich konnte auch bei ihr mit ruhigem Gewissen sagen, dass alles in Ordnung sei. Als nächstes war noch eine Marwaristute von 6 Jahren an der Reihe und ich zuckelte nicht lange und fing an sie abzutasten. Als alles sorgfältig abgetastet war, hörte ich noch Herz und Lunge ab und auch Riv&eacute; war entlassen. Jetzt hatte ich noch 4 Patienten vor mir.
      2574 Zeichen, &copy; KleinerStern
      20 Nov. 2012

      Magic Pflegebericht für alle Pferde
      Da ich in letzter Zeit weniger Zeit für meine Pferde hatte beschloss ich, heute nur alle mit dicker Decke auf die Koppel zu packen. Die Weide war zum Glück nicht vereist, also zäunte ich den Weg vom Stall bis zur Koppel ab und lief in den Stall "So meine Süßen! Jetzt gehts eine Weile auf die Weide!" rief ich und einige meiner Pferde schnaubten mir entgegen und schlugen mit den Hufen gegen die Boxentür. Ich öffnete von vorne nach hinten die 10 Boxen und achtete auch, dass alle ihre Decken auf hatten. Das hatten sie, also liefen sie im Trab nach draußen. Hoffentlich passten sie auch auf, damit es sie nicht auf die Nase fetzte. Lächelnd begann ich, eine Box nach der anderen auszumisten und neu einzustreuen. Nach gut 1,5 Stunden war das auch erledigt und ich schüttete noch etwas Futter in die Troge. Dann holte ich die Pferde alle wieder in die Boxen. Ich schloss alle Boxentüren und hörte dann nur noch ein zufriedenes Mampfen. Lächelnd verabschiedete ich mich und lief zurück ins Haus. Mensch, war das kalt heute!
      12 Dez. 2012
      Magic Pflegebericht für alle Pferde
      Heute machte ich mich mal wieder auf den Weg in den Stall, um die Pferde zu misten und zu füttern. Zuerst begrüßte ich Mon Amie, GT' aime, Winterzauber, Ronja, Riv&eacute;, Spotted, Excelsior, Charelle und dann Vaconda. In letzter Zeit hatte ich nicht viel Zeit für meine Schützlinge, da die Arbeit ziemlich stresste und auch sonst viel zu erledigen war. Ich ließ also alle Pferde raus auf die Weide, da die Frühlingssonne schön schien und es auch einigermaßen warm war. Dann machte ich mich daran, alle Boxen komplett auszumisten und neu einzustreuen. Das machte ich jeden Frühling so. Frisch mit Sägemehl und Stroh eingestreut begutachtete ich zufrieden mein Werk. Schnell schaute ich auf die Weide, alle Pferde grasten zufrieden. Also machte ich mich schonmal daran, das Futter in die Tröge zu verteilen. Abends musste ich die 9 dann nur noch in den Stall lassen. Die Boxen fanden sie ja wie immer selbst.
      Es hatte sich noch eine Freundin angekündigt, also setzten wir uns noch auf die Terasse, die in Richtung Weide zeigte und tranken gemütlich Kaffee und sahen den grasenden Pferden zu. Glücklicher konnte ich im Moment wirklich nicht sein.
      20 Apr. 2013
      Nachiwa Pflegebericht für Vaconda
      Ich war heute unterwegs zu meiner neuen Reitbeteiligung Vaconda. Die nun zehnjährige Trakehnerstute hatte ich schon bei einem Tierarztbesuch meinerseits ein wenig kennen gelernt. Laut Magic war sie ein echtes Dressurtalent, doch heute wollte ich mich erstmal im Gelände mit ihr bekannt machen und dann langsam anfangen mit ihr zu arbeiten. Es war nicht sonderlich weit zum Hof von Magic, deshalb hatte ich mir das Fahrrad geschnappt und rollte nun mit diesem auf den Hof. Da Vacondas Besitzerin momentan viel zu tun hatte, waren alle Einzelheiten schon per Telefon geklärt und ich durfte sofort mit der Stute loslegen. Nachdem ich mein Fahrrad abgestellt hatte lief ich also zu Vacondas Box, schnappte mir von der Boxentür ihr Halfter und trat zu ihr herein. Die braune Stute beäugte und beschnupperte mich erstmal aber blieb dabei sehr freundlich und zurückhaltend. Nach dem kleinen Kennenlernen zog ich ihr das Halfter auf und führte sie raus, um sie anzubinden und zu putzen. Das Wetter war sogar heute auf unserer Seite, denn die Sonne war langsam dabei sich hinter den Wolken hervor zu kämpfen und so musste der Ausritt auch nicht in die Halle verschoben werden. Vaconda war etwas irritiert, dass sich nicht ihre Besitzerin um sie kümmerte aber sie ließ sich auch so das Putzen und Betüddeln sehr willkommen gefallen. Nachdem die große Stute sauber geputzt war, schnappte ich mir das Sattelzeug aus der Sattelkammer und machte sie bereit für den Ausritt. Da ich nicht die Größte war, benutze ich noch den Zaun als Aufstiegshilfe und lenkte die Stute dann in Richtung Felder. Ungefähr eine Stunde waren wir letztendlich unterwegs und wir hatten es beide genossen durch die Felder zu ziehen. Die Stute war einfach wunderbar zu reiten und dabei immer stets bemüht, dass zu tun was ich von ihr wollte. Ich war schon voller Vorfreude sie auch in der Halle zu reiten, doch für heute war es erstmal genug. Auf dem Hof zurück brachte ich Vaconda auf die Weide, damit sie etwas Gras fressen und sich wälzen konnte, während ich noch ihre Box säuberte. Als ich auch mit ihrer Box fertig war, brachte ich die Maus zurück und gab ihr noch ihr Futter und ein wenig Heu zum knabbern. Mit ein paar Streicheleinheiten, die sich Vaconda während des Fressens gefallen ließ, verabschiedete ich mich und fuhr dann mit meinem Fahrrad vom Hof.
      2325 Zeichen
      © KleinerStern
      12 Aug. 2013

      Magic Heute machte ich mich mal wieder auf den Weg zu Vaconda. Ich wollte sie ein bisschen longieren und mal wieder kräftig verwöhnen. Also raus aus den Federn, gefrühstückt und ab in den Stall. Dort schnaubte mir meine 10-jährige schon freudig zu und ich gab ihr erstmal eine Karotte. "Naaaa Große? Alles fit?" fragte ich sie und lächelte. Dann schnappte ich mir das Halfter und führte sie aus der Box und band sie vor der Box an. Dann noch schnell den Putzkasten geholt und los gings.
      Nachdem ich sie ausgiebig geputzt hatte gings raus und die Halle. Ich ließ sich doch lieber durch die Halle rasen anstatt zu longieren, so hatte sie mehr Auslauf und danach durfte sie dann noch auf die Weide.
      Nachdem sie sich eine halbe Stunde mit meiner Hilfe ausgetobt hatte, fing ich sie wieder ein und brachte sie erstmal zurück in den Stall. Da es zu kalt war um sie zu waschen striegelte ich sie nochmals und schnitt ihre Mähne und ihren Schweif zurecht. Als sie wieder etwas gleich sah durfte sie dann raus auf die Weide. "So meine Süße, lass es dir gut gehen. Bis bald!" rief ich ihr noch nach und sah ihr noch kurz hinterher, ehe ich mich wieder auf den Weg ins Haus machte.
      20 Okt. 2013
      Magic Pflegebericht für alle Pferde
      Heute hatte ich endlich wieder Zeit, mich um meine Pferde zu kümmern. Die Zeit rannte mir in letzter Zeit wirklich davon und ich wusste nicht wie ich das anders regeln sollte als meine Reiterkolleginnen einzuspannen. Diese kümmerten sich wirklich gerne um meine Pferde und daher hatte ich im Reiterstübchen eine Kleinigkeit aufgebaut. An die Stalltür pinnte ich noch ein etwas größeres Plakat mit der Aufschrift "An alle meine lieben Helfer, ich habe eine Kleinigkeit für euch im Reiterstübchen. Greift bitte zu und herzlichen Dank für eure Unterstützung". Zufrieden schaute ich auf das Plakat und lief in den Stall. Ich pfiff kurz und schon kamen meine Pferdchen zum Vorschein. "naaaaaaa hier Hübschen? Endlich bin ich auch mal wieder bei euch!" Ich strahlte über beide Ohren und gab jedem meiner Schätze einen Apfel. Zufrieden schnaubten sie vor sich hin und ich begann, ein Pferd nach dem anderen zu putzen und ordenlich zu verwöhnen. Nach guten 2,5 Stunden war ich dann durch und blieb noch etwas im Stall, ehe ich mich verabschiedete und ins Reiterstübchen ging. Dort saßen schon die ersten und machten sich über die Leckereien her. Lächelnd bedankte ich mich nochmals bei den Anwesenden, die sich ebenfalls für das Essen bedankten, was ja eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Glücklich setzte ich mich an einen Tisch und holte mir noch einen Kuchen und blieb quatschend mit meinen Freunden im Reiterstübchen sitzen.
      8 Feb. 2014
      Stelli Pflegebericht für Magics Pferde
      An so einem wunderschönen Julitag konnte ich nicht anders und beschloss, Magic unter die Arme zu greifen. Ich fuhr schnurstracks zu ihrem Hof um mich um die Pferde zu kümmern. Dort warteten bereits ihre 9 Schützlinge. Ich parkte mein Auto und ging zum Stall, wo viele Pferdeköpfe aus den Fenstern schauten. Ich ging zuerst zu meiner selbstgezogenen Stute Vaconda und brachte sie zusammen mit Ronja auf die Koppel. Danach folgten die Stute Charelle zusammen mit Rive, die mit zu den zwei vorherigen Pferden auf die Koppel kamen. Der Wallach Excelsior durfte sich zu den Damen dazugesellen. Der nächste Gang bestand aus dem Rausbringen von Winterzauber und Mon Amie. Seattle's GT'aime musste alleine Stehen, da er der einzige Hengst des Stalls war. Das Fohlen Spotted Face durfte mit zu den Stuten. Als alle Pferde draußen waren mistete ich schnell die Ställe raus, streute sie frisch ein und fing an, Heu in die Boxen zu verteilen. Als ich fertig war hinterließ ich Magic einen Zettel, fegte die Stallgasse durch und ging nach Hause.
      15 Juli 2014
      Stelli Pflegebericht für Magics Pferde
      Heute besuchte ich meine Freundin Magic. Sie hatte leider sehr viel zu tun, sodass ich ihr mit der Pflege ihrer Pferde etwas helfen wollte.
      Als ich bei ihrem Stall angekommen war, holte ich zuerst meine ehemalige Stute Vaconda aus der Box. Die Stute erkannte mich sofort wieder und genoss die Putzeinheit. Ich wollte ihr heute einen entspannten Koppeltag gönnen. Charelle putzte ich ebenfalls und ließ die Schimmelstute in der Halle frei laufen. Sie tobte sich wild aus und kam danach zu Vaconda auf die Koppel. Den hengst Excelsior, genau wie Rivé, longierte ich jeweils eine halbe Stunde auf dem kleinen Reitplatz. Simply's Ronja ritt ich nach dem Putzen eine ganze Weile in der Halle dressurmäßig, wobei sie anfangs ziemlich mürrisch war. Zum Ende war sie aber wunderbar locker und entspannt. Winterzauber ließ ich ebenfalls laufen und stellte die Stute anschließend zu den anderen Beiden raus. Seattles GT'aime wurde auch longiert. War zwar etwas wild, aber immerhin bewegt. Das letzte Pferd, Mon Amie, führte ich ein bisschen spazieren, sodass die Beine vertreten waren. Anschließend fütterte ich alle Pferde mit Heu und Kraftfutter und fuhr nach Hause.
      16 Jan. 2015

      alte Berichte von Canyon
      Ankunft von drei neuen Pferden...
      29. November 15

      … und unser Gestüt wird immer größer. Erst vor zwei Tagen waren die ersten Pensionspferde im Hauptstall eingezogen und das hatte uns eine große Last von den Schultern genommen und heute würden noch mehr Boxen belegt sein.
      Es waren drei Stuten, welche dringend ein neues zu Hause gesucht hatten und ich hatte mich meiner erbarmt und sie mehr als glücklich zu mir genommen.
      Alle drei waren schon um einiges älter, wunderbar leicht zu reiten und sehr gut erzogen.
      Die drei kamen mit einem großen Pferdeanhänger, mit drei Stellplätzen. Dieser wurde gefahren von Magic, einer jungen Frau, welche keine Zeit mehr für ihre Tiere fand.
      Da es noch ein früher Morgen war und Charly und die Jungs auf Arbeit waren, stand ich alleine vor dem kleinen Parkplatz unseres Gestüts und beobachtete, wie der große Anhänger vorsichtig einparkte und dann Magic aus dem Hänger stieg. Freundlich begrüßte sie mich, immerhin kannten wir uns schon, denn auch mein Lieblingspferd Excelsior und die noch recht neue Charelle von Shadow waren auch von ihr.
      Bevor die Organosatoruschen Dinge klärten, holten wir die drei Pferde aus dem Hänger.
      Ich nahm mir zu erst die älteste von den dreien. Vaconda. Eine hübsche Trakehner Stute mit einer sehr ruhigen Ausstrahlung. Langsam führte ich die Stute die Rampe hinunter und brachte sie dann in den leeren Hauptstall, in eine Box neben Charelle, da sie sich mal gekannt hatten.
      Danach kamen noch Winterzauber, eine total hübsche Stute, auch ein Trakehner und dann noch die Holsteiner Stute EBS's Mon Amie.
      Alle drei passten perfekt in mein Konzept, eine Art Reitschule aufzubauen, natürlich würden sie aber nicht nur als Schulpferde dienen!
      Amie und Winterzauber könnten gekrönt und super Zuchtstuten werden. Aber das würde die Zeit entscheiden.
      Als alle drei in ihren großräumigen Boxen standen, holte ich mich Magic noch das Zubehör aus dem Auto und brachte es in die Sattelkammer. Zum Schluss unterschrieb ich nur noch die Kaufverträge und verabschiedete mich herzlich von Magic. Außerdem sagte ich ihr, dass sie jeder Zeit kommen und nach ihren Pferden schauen könnte.
      Als sie wieder in den Wagen stieg, hatte sie kleine Tränen in den Augen. Ich hoffte jedoch, dass sie wusste, dass sie es bei mir gut haben würden.
      Magic hatte ich meinen Wallach Excelsior zu verdanken, welcher für mich mein ein und alles ist.
      Nachdem Magic abgefahren war, ging ich nochmal in den Stall, begrüßte jede Stute nochmal ausführlich und begab mich dann zu der Koppel von Excelsior, Changa und Jeanie, um diese abzuäppeln.
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      Anonyme [planlos, was für einen Titel ich nehmen soll]
      2. Januar 16

      Zur Info: Dieser Pflegebericht umfasst über 38k Zeichen und ist damit mein Rekord. Für eventuelle Rechtschreibfehler haffte ich nicht!

      06:36
      Noch vollkommen verpennt und müde, betrat ich die gemeinsame Küche, in welcher schon Charly, Nico und Shadow saßen. Die Nacht hatte ich überhaupt nicht gut geschlafen und war bei jedem ungewohnten Geräusch aufgeschreckt.
      Ich murmelte ein leises „Morgen!“ in die stumme Runde und ließ mich dann auf meinen Stuhl fallen. Ja, mein Stuhl und niemand anderes durfte darauf ohne meiner Erlaubnis Platz nehmen.
      Charly trällerte ein „Guten Morgen!“ zurück und noch missgestimmter (Wie man nur so früh schon so munter sein konnte!) schaufelte ich mein Müsli in mich hinein.
      Während des Essens besprachen wir unseren Tagesplan. Da wir heute alle nicht arbeiten mussten, war dieser ganz schön voll.
      „Also“, fing Nico an „Ich finde, wir sollten endlich mal wieder einen gemeinsamen Ausritt machen. Wir hatten in letzter Zeit so viel zu tun, dass der Spaß an der ganzen Sache völlig im Hintergrund war, oder?“
      „Super Idee!“ stimme ihm Charly zu. „Allerdings würde ich das hinten dran hängen, denn es gibt noch ein paar wichtigere Dinge, oder was meinst du Mio?“ fragte mich Charly.
      Erschrocken hob ich den Blick von meiner Müslischale in die Runde.
      „Was? Ja, gute Idee. Ich würde heute nur gerne auch mit Ocarina ein bisschen in den Roundpen. Sie hat schon länger nicht mehr wirklich gearbeitet und es wird langsam Zeit, sie daran zu gewöhnen. Aber ansonsten hätte ich Zeit.“
      Shadow meldete sich wie in der Schule und als ich ihn auffordernd ansah, gab auch er seine Meinung kund. „Ich hätte da noch ein kleines Anliegen. Und zwar kommt mein Schwesterherz mich heute besuchen. Sie würde ja auch gerne reiten lernen. Könntest du ihr vielleicht eine Reitstunde geben Mio? Das wäre für sie echt der Oberhammer!“
      „Puh...“, Ich überlegte scharf. „Das hatte ich jetzt eigentlich nicht mit eingeplant, aber wenn sie dann im Stall mithilft, sollte das eigentlich funktionieren. Wann kommt sie denn?“
      „Da bin ich überfragt, aber wäre schön, wenn das klappt! Womit fangen wir heute denn an?“, fragte Shadow in die Runde und blickte dabei vorallem mich an.
      „Ich würde gerne einen ersten Versuch wagen und Ocarina und Mutantchen zusammen auf eine Koppel stellen. Dazu bräuchte ich euch alle drei, zur Sicherheit.“
      Alle drei stimmten mir zu und zusammen räumten wir den Tisch ab, zogen unsere Jacken an und gingen hinaus.

      07:04
      Nun doch schon etwas munterer, betrat ich den Hauptstall. Momentan waren die meisten Boxen noch leer und hier standen zur Zeit nur meine Stuten Vaconda, Winterzauber, Mon Amie, Jeanie, Changa, Charelle, Grenzfee, Hryða, wahrscheinlich bis heute noch Flotten von Mutanten und Ocarina und zu Letzt der einzige Wallach Excelsior.
      Meine Schritte führten mich an den ersten Boxen vorbei und ich warf nur kurz einen Blick hinein, um mich zu versichern, dass es allen meinen Schützlingen gut ging und hielt dann vor der Box von Flotten von Mutanten an. Die Mustangstute stand seit ihrer Ankunft alleine in ihrer Box und seit etwa einer Woche weidete sie, getrennt durch einen Doppelzaun zur Sicherheit, neben Ocarina of Time.
      Beide waren zwei wildere Stute, mit welchen ich noch viel Arbeit vor mir hatte. Trotzdem liebte ich sie über alles, denn jede war etwas besonderes.
      Flotte lief aufgeregt in ihrer Box hin und her, ging durch den Vorhang auf das kleine Paddock, was jede der 15 Boxen hatte, und kam dann wieder herein geweht.
      Ich stellte mich entspannt etwas seitlich vor die Boxentür und blickte der Stute nicht in die Augen. Sie blieb plötzlich ruhig stehen, schnaubte einmal merklich und kam dann mit gesenktem Kopf zur Boxentür. Als sie mich anstupste hob ich meine Hand und kraulte sie. Das klappte nun zum Glück schon fast perfekt und auch beim Führen hatte sie sich merklich verbessert.
      Da Flotte nun schon seit einer Woche ohne Probleme auf der Koppel neben Ocarina stand, wollten wir heute einen ersten Versuch wagen, die beiden Stuten zusammenzuführen.
      Ich schob vorsichtig den Riegel der Tür zur Seite, schlüpfte flink in das Innere der Box und lehnte dann die Boxentür nur an.
      Flotte schnaubte wieder, blieb jedoch stehen und so schaffte ich es ihr, innerhalb von zehn Minuten das leichte Halfter umzulegen. Flotte versuchte sich zwar meiner Hand zu entreißen, ich blieb jedoch standhaft und schaffte es, sie nach draußen zu führen.
      Vor dem Tor standen schon meine drei Freunde, welche zur Sicherheit draußen gewartet hatten, damit ich mich in Ruhe mit Flotte beschäftigen konnte.
      Ich übergab den Führstrick weiter an Shadow, welcher einen festen Griff hatte und lief wieder hinein zu der Box von Ocarina.
      Als ich mit der geschleckten Stute die Stallgasse entlang lief, rief ich Charly zu, dass sie schon mit Flotte vorgehen sollten und ich ihnen mit etwas Abstand folgen würde.
      In dieser Reihenfolge, Shadow mit Flotte, im Gepäck Nico und Shadow und dann ich hinten dran mit Ocarina, machten wir uns auf den Weg zur größten Koppel die wir hatten, also Athene.
      Da Ocarina mittlerweile die händelbarere der Beiden war, nahm ich mit ihr den großen Weg um die Koppel herum, um von der anderen Seite auf die Weide zu gelangen. Shadow folgte und öffnete mir dann das Gatter und schloss es hinter uns wieder.
      Ich sah, wie Nico von der anderen Seite der Koppel winkte und Charly Flotte vom Strick und vom Halfter befreite.
      Auch ich streifte Oca ihr Halfter ab und entließ sie auf die weitläufige Koppel. Ich hatte lange überlegt, ob ich beide mit Halfter oder ohne das erste Mal aufeinander treffen lassen wollte. Zum Schluss hatte ich mich dagegen entschieden, denn so war die Verletzungsgefahr etwas geringer.
      Flotte buckelte überdreht auf der anderen Seite der Weide und galoppierte dann wild den kleinen Hügel hinauf in unsere Richtung. Ocarina trabte den Hügel am Zaun entlang herab, hielt auf der Hälfte der Strecke an und hob den Kopf in Richtung Flotte. Auch Flotte schien die andere Stute entdeckt zu haben und wieherte einmal laut. Dann galoppierte sie mit voller Kraft auf die kleinere Ocarina zu, welche sich aber gar nicht beeindrucken ließ, sondern kurz auf die Hinterbeine stieg, als Flotte näher kam. Schlitternd kam die Mustangstute kurz vor Ocarina zum stehen und streckte dann ihren Kopf vorsichtig in ihre Richtung.
      Von weiten konnte ich erkennen, wie Ocarina es ihr kurz nachmachte, dann aber ruckartig den Kopf zurück zog, nach vorne austrat und wieherte.
      Flotte drehte auf der Hinterhand und galoppierte dann buckelnd davon. Ocarina galoppierte ihr nach und zusammen rasten sie über die Weide.
      „Sieht das gut aus, oder eher schlecht?“, fragte mich Shadow, welcher mit verschränkten Armen und skeptischem Blick neben mir stand.
      „Ich weiß noch nicht, das wird die Zeit zeigen.“

      8:16
      Nico erklärte sich bereit, bei den Pferden zu bleiben und darauf zu achten, dass sie nicht anfingen sich zu beißen. Shadow wollte ihn später ablösen, doch da wir noch viel zu tun hatten, machten wir anderen uns wieder an die Arbeit.
      Immerhin standen noch einige mehr Pferde in ihren Boxen, welche dringend nach draußen wollten.
      Charly ging wie immer zum Hengststall, um die drei Hengste auf ihre gemeinsame Koppel zu bringen. Wir hatten Glück gehabt, dass Happy und Coco so lieb waren und Vad, alias Marid, in ihrer Reihe aufgenommen hatten. Mit Vad hatte ich mich leider noch nicht anfreunden können. Meiner Meinung nach, lag das allerdings nicht an mir, sondern an ihm. Schon vom ersten Augenblick hatte er mich nicht an ihn heran gelassen, obwohl er bei allen anderen nicht so ein Theater veranstaltete. Mittlerweile kam ich damit zurecht, dass er irgendetwas gegen mich hatte, doch es war schon ein Schlag gewesen.
      Shadow und ich gingen in den Hauptstall, wo die restlichen Pferde standen. Also alle Stuten, sowie mein Wallach Excelsior, welchen ich über alles vergötterte.
      Shadow und ich teilten gerade auf, wer welche Pferde nach draußen bringen würde, als sein Handy in der Hosentasche einen Gong von sich gab.
      Ja, es war wirklich ein Gong, so ein chinesischer oder so. Er war davon total Fan, mir ging es auf die Nerven.
      Er zog es aus seiner Stallhose und blickte auf das leuchtende Display.
      „Meine Schwester schreibt, dass sie gegen halb zehn an der Bushaltestelle ist. Ich würde sie dann abholen, ja?“
      „Klar, mach ruhig. Ich freue mich, endlich deine Schwester kennenzulernen. Wird ja wohl Zeit.“
      „Jap, da hast du Recht.“, stimmte er mir zu. „Erwarte aber nicht zu viel! Sie kann manchmal – ja, du wirst es ja nachher sehen.“
      Ich schmunzelte. „Du machst es aber spannend. Dann lass uns mal die Pferde rausbringen, damit du es pünktlich schaffst.“

      Das taten wir dann auch. Ich schnappte mir zu erst meine beiden Lieblinge Valentines Jeanie und Excelsior, Shadow nahm Changa und die neue Stute Hryða, welche alle auf Hephaistos kamen, wo sie genügend Platz hatten.
      Dort entließen wir sie in die Freiheit, bevor wir wieder zurück in den Stall gingen um noch vier Stuten nach draußen zu bringen.
      Shadow legte Mon Amie und Charelle ihre Halfter an und ich nahm mir Vaconda und Winterzauber vor. Die vier würden auf Aphrodite kommen. Die junge Grenzfee, welche erst seit Weihnachten bei uns wohnte, blieb erstmal noch im Stall, bis der Hufschmied und der Tierarzt gekommen waren, denn sie wurde in ihrer Vergangenheit stark vernachlässigt.
      Wie abgesprochen sah ich von weiten, wie Charly erst Vad und dann Coco und Happy auf Poseidon brachte.
      Damit waren alle Pferde auf den Koppeln.

      09:03
      Da Shadow als nächstes damit dran war auf der Koppel von Flotte und Oca Wache zu schieben und ich nichts zu tun hatte, entschied ich mich dafür, ihm noch etwas Gesellschaft zu leisten, bis er seine Schwester abholen musste.
      Wie fast immer schweigend, gingen wir über den sandigen Hof in Richtung Athene. Wir sprachen meist nicht viel miteinander, wer weiß warum, trotzdem verstanden wir uns immer ausgezeichnet.
      Am Anfang hatte ich gedacht, dass aus uns beiden vielleicht mal mehr werden konnte, doch mittlerweile war es mir schon fast lieber, dass wir einfach nur beste Freunde waren.
      Ich sah Nico schon von weiten. Er saß auf einem Stein, außerhalb der Koppel und blätterte in einem großen Schmöker.
      Als wir näher kamen und er unsere Schritte hörte, stand er erleichtert auf.
      „Oh man, da seid ihr ja endlich. Das ist so eine Zeitverschwendung hier. Schaut euch die beiden doch an! Die ganze letzte Stunde haben sie nebeneinander gegrast und sind nur ab und zu mal zusammen über die Koppel gerannt. Die tun ja so, als kennen sie sich schon länger als die Welt existiert!“
      Mein Blick wanderte in Richtung Koppel und der beiden Pferde, welche unter einer kleinen Ansammlung von Kiefern auf dem sandigen Boden standen und genüsslich den Rest Gras fraßen.
      Ich musste lachen. „Mein Gott, was haben wir für ein Glück. Die scheinen sich ja wirklich gut zu verstehen!“
      „Du sagst es“, sagte Nico grimmig. „Und damit vertreibe ich mir meine Zeit. Sinnlos.“ Er schüttelte verärgert den Kopf und Shadow klopfte ihm freundschaftlich auf die Schultern.
      „Komm schon Kumpel, jedenfalls hattest du viel Zeit für dich. Was ließt du da eigentlich für ein Buch? Das habe ich ja noch nicht bei dir gesehen.“
      Nico versuchte schnell das dicke Buch unter seiner Jacke zu verstecken, was er aber nicht ganz schaffte.
      „Ach nicht so wichtig!“ Mit diesen Worten stand er auf und lief schnell in Richtung Gutshaus, wo er dann durch die Eingangstür verschwand.
      Shadow und ich schauten uns an und mussten losprusten. Das waren solche Momente, wo wir uns einfach ohne Worte verstanden.
      Ich blickte auf die Uhr an meinem Handgelenk.
      „Oh, du solltest dich beeilen, es ist schon zehn vor halb und du brauchst mit deiner Schwalbe schon zehn Minuten bis zur Bushaltestelle.
      Ich würde hier warten und das Ganze nochmal mit eigenen Augen beobachten. Sobald du wieder da bist, komme ich aber runter.“
      Er nickte und wir verabschiedeten uns von einander, in dem wir uns drückten.
      Ich ließ mich auf dem Stein nieder, auf welchem bis gerade eben noch Nico verweilt hatte und beobachtete zwei meiner liebsten Stuten: Ocarina of Time und Flotten von Mutanten. Das Einreiten von Flotte lag noch in weiter Ferne, doch Oca hatte sich in letzter Zeit so gut gemacht, dass wir in einem Jahr vielleicht anfangen konnten.
      Sobald man sie sicher führen und putzen konnte, hatte ich vor, mit longieren anzufangen. Das würde aber auch frühestens im Frühling passieren. Ich wollte ihr die Zeit geben, die sie brauchte.
      Die nächsten zwanzig Minuten genoss ich einfach nur den Anblick der genüsslich fressenden Stuten, welche sich schon stark in mein Herz eingebrannt hatten.

      09:44
      Als ich von weitem das laute Rattern von Shadows Schwalbe hörte, riss ich mich von meinen beiden Stuten los und ging den kleinen Hügel hinab zum Parkplatz.
      Shadow stoppte nur wenige Momente später neben mir und schaltete seinen Motor aus. Hinter ihm saß ein junges Mädchen, dessen Gesicht ich wegen des Helmes allerdings noch nicht erkennen konnte. Shadows Schwester.
      Diese sprang behänd von der alten Schwalbe, zog sich den Helm schwungvoll vom Kopf und schüttelte sich ihre langen Haare aus dem Gesicht.
      Oh mein Gott! Sie hatte die gleiche Mähne wie ihr Bruder, nur war sie um einiges länger.
      Rabenschwarz waren sie, unten gerade abgeschnitten und oben ein gerades Pony. Eigentlich gefiel mir dieses nicht so sehr, aber ihr stand es.
      Vorallem hatte sie eine Figur wie ich sie mir immer gewünscht hatte und ich war vom ersten Augenblick Eifersüchtig. Mittelgroß, schlank, dünn und zart mit hellen grünen Augen. Sie war einfach nur wunderschön!
      „Darf ich vorstellen? Das ist meine Schwester Candida. Candida, das ist Mio. Von ihr habe ich dir erzählt.“, stellte Shadow uns vor.
      Ich wurde von klaren Augen angeschaut, welche recht zweifelnd an mir hinunter und wieder hinauf fuhren und ich fühlte mich gleich noch schlechter, obwohl das Mädel mir gegenüber mindestens zwei Jahre jünger war als ich.
      Ich überwand meine Gefühle und streckte ihr die Hand entgegen.
      „Hey Candida. Schön dich endlich kennenzulernen!“, fing ich an.
      „Candy.“, sagte sie nur. Ihre Stimme war übrigens genauso zart und rauchig wie sie selbst. Noch ein Grund, sie nicht zu mögen. Es klang einfach zu schön.
      Verwirrt blickte ich sie an. Sie sagte jedoch nichts weiter und mein Blick wanderte fragend zu Shadow.
      „Sie möchte nicht Candida genannt werden. Einmal kann man den Fehler machen, aber sobald man sie wieder Candida nennt, ist es komplett vorbei.“
      Ich wusste nicht ganz ob er das wirkliche ernst meinte, aber sein Gesicht verzog sich kein Bisschen.
      „Ok, dann Candy. Auch wenn das etwas-“, ich überlegte was ich sagen sollte. „Nicht französisch klingt.“
      „Mio klingt auch nicht gerade weiblich und trotzdem heißt du so.“, gab sie mir es genauso zurück.
      Ich zuckte die Schulter und wusste nicht ganz was ich sagen sollte. Shadow schaute mich nur mitleidig an und ich denke, ich hatte verstanden, was er mir vorhin sagen wollte.
      „Ok Candy, dann komm mit. Du willst doch reiten lernen, oder?“
      „Ich will nicht nur reiten lernen, sondern das ganze Verhalten von Pferden verstehen. Nur falls du fragen willst: Deswegen habe ich noch nie Reitunterricht genommen, weil es überall nur darum geht, nicht so schnell vom Pferd zu fallen. Keiner schafft es einem zu lehren wie Pferde ticken, was Pferde brauchen und was wir Menschen tun müssen, damit es ihnen gut geht. Denkst du, du kannst mir das zeigen? Wenn nicht, dann kann ich nämlich wieder gehen.“
      Wow, ich würde sagen, ich war geflasht und gleichzeitig auch beeindruckt. Das Mädel wusste, was sie wollte und für meine erste Reitschülerin hatte ich mir da einen ganz schönen Brocken ran geholt.
      „Ok Candy“, wiederholte ich. „Dann komm mit. Ich zeige dir, womit wir anfangen.“
      „Ich mache uns einen Kaffee.“, sagte Shadow noch, bevor er im Gutshaus verschwand. Ich winkte Candy zu und schlug dann den Weg zum Hauptstall ein.
      Sie wollte wissen, was es bedeutet mit Pferden zu arbeiten? Dann konnten wir ja gleich anfangen.
      Ich stemmte meine Arme in die Hüften und zeigte in den Stall, wo nun 15 leere Boxen standen.
      „So, hier fangen wir an. Du hast Glück, dass zur Zeit nur sieben Boxen belegt sind und du nicht alle ausmisten musst. Dann ab an die Arbeit. Hier kommt der erste Schritt, beim reiten lernen. Denn da gehört, wie du schon selbst sagtest, viel mehr dazu.“
      Mehr als erstaunt sah ich dabei zu, wie sich Candy eine Mistgabel schnappte und die Schubkarre nahm die an der Stallwand stand und ohne zu Murren die Boxentür von Excelsior öffnete und anfing, die Äpfel meines Wallachs aus dem Stroh zu suchen und dann im weiten Bogen in die Karre zu befördern.
      Etwas baff stand ich noch einen Moment da, bevor auch ich mir die zweite Gabel schnappte und in der nächsten Box, der von Jeanie, anfing auszumisten.
      Ich war mehr als erstaunt, dass wir innerhalb einer Stunde alle Boxen sauber hatten und die Heusäcke gefüllt waren. Candy hatte die ganze Zeit durchgearbeitet und nur ab und zu mal etwas nachgefragt.
      „Was machen wir jetzt?“, fragte sie mich, als gerade Shadow hereinkam. Drei kalte Tassen Kaffee in der Hand.
      „Na nu? Bist du in der Zeit verschollen?“, fragte ich ihn erstaunt.
      Er winkte ab und hätte dabei fast den ganzen Kaffee verschüttet.
      „Ne, Nico hat mich abgehalten.“
      „Jaja!“, ich lachte und nahm ihm eine Tasse ab.
      „Ihr scheint euch ja gut zu verstehen.“, sprach Candy das Offensichtliche aus.
      „Jaaa.“, sagte ich. „Wir sind auch ziemlich gute Freunde, sonst würden wir nicht zusammen in einem Haus wohnen und uns einen Hof teilen. Oder?“
      Candy schüttelte den Kopf, sagte aber nichts weiter.
      Erst nach etwa einer Minute, als wir alle unseren kalten Kaffee geschlürft hatten, sprach sie weiter.
      „Also, was tun wir jetzt? Du willst mir doch nicht erzählen, dass das das Einzige gewesen war, was ich heute getan habe? Dann hätte ich mir das Busgeld sparen können.“
      Schon wieder dieser abfällige Tonfall. Den würde ich nicht lange durchhalten, ohne durchzudrehen. Da gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie vom Hof schicken, was ich Shadow nie antun würde, oder ihr zu zeigen, dass sie mit ihren Annahmen so falsch lag, dass sie das nächstes Mal einfach sein ließ.
      „Nein, noch längst nicht.“, sagte ich und stellte meinen Kaffee vor einer Box ab. Er war sowieso kalt, also konnte ich ihn auch nachher trinken, das ergab keinen Unterschied.
      „Komm mit, ich zeige dir, was wir als nächstes machen!“
      Ich schnappte mir den Halsring von Excelsior, welcher vor seiner Box hing und schlug den Weg zu Hephaistos ein.
      Candy folgte mir und ich konnte spüren, dass sie sich fragte, was jetzt kommen würde.
      Bei der Koppel angekommen, drückte ich ihr den Halsring in die Hand und zeigte auf den weit entfernten Excelsior, welcher genüsslich neben seiner Jeanie stand und graste.
      „Siehst du den grauen Wallach dort?“ fragte ich Candy und zeigte auf ihn.
      Candy nickte nur mit dem Kopf. „Deine Aufgabe ist es, ihm den Halsring über den Hals zu streifen und ihn dann, ohne in auch nur zu berühren, hier hinunter zu mir zu führen. Exel folgt nicht jedem, aber wenn du ihm das Vertrauen geben kannst, dann wird er dir folgen.
      Wenn du hier unten bist und ich das Tor für dich aufmache, führst du ihn, immer noch ohne anzufassen, zur Reithalle. Dann schauen wir weiter.“
      Ohne etwas zu sagen, schlüpfte das Mädchen unter de Zaun hindurch und lief mit gleichmäßigen Schritten zum anderen Ende der Koppel.
      Mit zusammen gekniffenen Augen, ich hatte schon immer nicht so gut sehen können und war schon immer zu faul gewesen, mir eine Brille anzuschaffen, beobachtete ich sie dabei.
      Candy begrüßte zu erst alle Pferde und beschäftigte sich dann mit Excelsior, welcher nicht gerade Lust dazu zu haben schien, schon wieder von der Koppel gehen zu müssen. Das Mädchen streifte ihm trotzdem den Halsring über und ich weiß nicht wie sie es machte, aber als sie sich umdrehte und den Weg zurück ging, folgte der eigensinnige Wallach ihr. Mit gesenktem Kopf, den Halsring über dem Hals, lief er hinter ihr her und ließ sich auch nicht davon stören, dass ich das Gatter aufmachte, um die beiden nach draußen zu lassen.
      Candy lief weiter, Exel auch. Plötzlich drehte er jedoch ab und wollte in Richtung Stall laufen. Candy blieb so ruckartig stehen, dass sich selbst Excelsior erschreckte und verwirrt zu ihr hin blickte.
      Candy stampfte nochmal bestimmerisch mit den Füßen auf und zeigte dann mit dem Finger auf den Boden vor ihr.
      „Hier her, aber zackig!“, ging sie den Wallach an, bevor sie sich wieder umdrehte und weiter ging, als wäre nichts passiert.
      Exel schien noch einen Moment verwirrt, bevor er ihr wieder folgte.
      Erstaunt folgte ich ihr. Auch wenn sie keine Ahnung hatte, sie hatte in diesem Moment genau das Richtige getan.
      Ohne weitere Probleme führte Candy Excelsior zur Reithalle, an der sie das Tor öffnete und die großzügige Halle betrat. Ich beeilte mich hinterher zu kommen.
      „Das war“, ich nickte leicht mit dem Kopf und wusste in dem Moment nicht, was ich sagen sollte „eine gute Leistung.“
      Candy zog die Augenbrauen hoch und schaute mich erwartend an. Dieses schlaue und selbstbewusste Mädel wusste ganz genau, dass die Aufgabe mehr als gut von ihr gelöst wurden war.
      „Ich möchte nun, dass du nun hier in der Halle versuchst, weiter mit ihm zu üben. Versuch das gleiche mit ihm zu machen, wie auf den Sattel. Bring ihn dazu, dass zu tun, was du willst und beachte bitte, dass auch er Freude daran haben sollte, sonst ist das alles Kontraproduktiv.
      Ich musste zugeben, Candy machte alles fantastisch. Selbst das Longieren ohne Longe, im Trab, wie auch im Galopp, meisterte sie hervorragend und nachdem ich das Training mit beiden beendet hatte, schwitzte Excelsior stark und auch Candy stand die Anstrengung ins Gesicht geschrieben.
      Ha, dachte ich innerlich und konnte mich gleich darauf für diesen fiesen Gedanken feigen, sie ist auch nur ein Mensch und nicht unsterblich.
      „Ok. Das war gut. Möchtest du ihn zur Koppel reiten?“, fragte ich Candy.
      Diesmal machte sie wirklich große und erstaunte Augen. Ein kleines bisschen Kind steckte also doch noch in ihr.
      „Wirklich? Ja sehr gerne!“
      „Ok, aber dann musst du ohne meine Hilfe auf seinen Rücken kommen. Exel ist zwar ein Deutsches Reitpony, hat die Normalgröße für ein Pony aber längst überschritten.“
      Candy nickte, streichelte den Wallach noch einmal hinter den Ohren, nahm zwei – drei Schritte Anlauf und – schaffte es nicht auf seinen Rücken.
      „Versuche es gleich nochmal, das ist kein Problem.“ ermunterte ich sie.
      Beim zweiten Mal kletterte sie ohne Probleme auf den schmalen Rücken des dunklen Pferdes und schien stolz auf sich zu sein.
      „Na geht doch!“, reite ihn zur Koppel, nehme ihm den Halsring ab und verschließe wieder alles ordentlich. Ich gehe schonmal zum Gutshaus und setz uns einen Kaffee auf.“

      13:28
      Als ich die Tür zur Küche öffnete, kam mir allerdings der gewohnte Duft des Kaffees entgegen und ich befürchtete schon, was sich kurz darauf bewahrheitete, nämlich, dass ich nicht die erste war.
      Charly, Nico und Shadow saßen gemütlich an dem kleinen Tisch, tranken aus einer dampfenden Tasse und unterhielten sich.
      „Habt ihr nichts zu tun?“, fragte ich erstaunt in die Runde, denn der Tag war bis jetzt zugeplant gewesen.
      „Wir sind eben schneller gewesen als du und da unsere Chefin, welche uns schon die ganzen letzten Tage von einer Aufgabe zu anderen gescheucht hat, gerade nicht da war, haben wir die Situation genutzt und eine kleine Ruhepause eingelegt.“ Nico schaute mich mit einem breiten Grinsen an.
      „Du Arsch“, murmelte ich und ließ mich dann auf meinem Stammplatz nieder.
      „Wo ist denn Candy?“ Shadow schaute sich fragend um.
      „Die kommt gleich. Sie bringt nur noch Exel weg.“
      Keine Sekunde später wurde die Tür geöffnet und Candy, selbstsicher wie immer, stolzierte herein und ließ sich auf den letzten freien Platz fallen.
      „Hey!“ begrüßte sie Charly. „Du musst demnach wohl Candy sein, oder? Ich habe schon viel von dir gehört, schön dich kennenzulernen.“
      „Danke, ich kenne euch auch schon gut vom Hören. Du musst demnach dann wohl Nico sein, der Typ der total in Charly verschossen ist?“
      Erschrocken schaute Nico, welcher sich sonst eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe bringen ließ, zu Shadow, dem die Röte ins Gesicht gestiegen war. Charly hatte die Augenbrauen hoch gezogen und schaute gedankenversunken zu Candy, welche die Situation genoss.
      Ich hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen, aber alle drei meiner Freunde taten mir Leid.
      Shadow, weil Nico nun wusste, dass er über so etwas mit seiner Schwester gesprochen hatte, Charly, weil sie genauso in Nico verknallt war, wie er in sie und Nico, weil es für ihn einfach nur peinlich war.
      „Was haltet ihr davon, wenn wir einen Ausritt machen? Wie es scheint, haben wir gerade Zeit und das haben wir schon lange nicht mehr getan.“

      14:01
      Etwas später trafen wir uns vor dem Hauptstall. Jeder hatte das Pferd seiner Wahl von der Koppel geholt und es auf einen Ausritt vorbereitet. Auch Candy durfte mitkommen, ich war mir sicher, dass sie es schaffen würde.
      Nico und Charly würde unsere beiden Hengste Marid und Acapulco Gold reiten. Marid, welcher von uns nur noch Vad genannt wurde, hatte schon immer eine große Abneigung gegen mich verspürt und so war es auch diesmal, als er mich neben Winterzauber entdeckte, welche ich mir ausgesucht hatte. Er legte die Ohren an und sein Blick sagte deutlich, dass ich ihm ja nicht zu Nahe kommen sollte.
      Candy hatte ich Vaconda gegeben. Die gutmütige Stute würde niemals jemanden aus dem Sattel werfen, selbst jemanden unerfahrenen wie Candy nicht, welche aufgeregt die dunkle Mähne der Stute sortierte.
      Shadow hatte sich seine geliebte Charelle von der Koppel geholt und damit würde Mon Amie alleine zurück bleiben, aber ich hoffte, dass sie das nicht stören würde.
      „Ok, dann lasst uns aufsteigen! Ich wäre ja für eine Strecke ins Innenland, da der Wind zur Zeit echt stark am Strand pfeift.“
      Die anderen stimmten mir zu, also schwang ich mich in den älteren Dressursattel von Wizza und nahm die Zügel auf. Wizza war schon immer schwierig im Gelände zu reiten und ich hoffte, dass es besser wurde, je öfters ich das tat.
      Meist nahm ich ihre Freundin Mon Amie mit, heute war dies jedoch zu viel.
      Auch Candy kletterte, erstaunlich leichtfüßig in den Sattel.
      Als auch Charly und Nico in ihren Westernsätteln saßen, gab ich ihnen das Zeichen, dass sie vorreiten sollten. Wir würden mit den Stuten etwas Abstand zu den beiden Hengsten halten.
      Wir schlugen den Weg in Richtung Berge ein, welchen ich meistens zum Training nutzte.
      Einige Pferdelängen hinter Charly und Nico ritt ich nebeneinander mit Candy, hinter uns kam dann Shadow auf seiner Nelly.
      „Versuche mal, die Zügel etwas mehr aufzunehmen. Vaconda läuft zwar auch mit hängenden Zügeln gut, aber im Gelände ist man da lieber vorsichtiger.“
      Candy befolgte meine Anweisung zu gleich und für den Anfang machte sie es gut. Trotzdem gab ich ihr immer mal wieder Tipps und bereits nach kurzer Zeit saß sie schon viel sicherer im Sattel.
      „Wenn du noch versuchst dich etwas tiefer in den Sattel zu setzen und wirklich entspannt zu sein, dann sieht es gut aus.“
      Gegenüber Candy versucht ich so entspannt wie möglich auszusehen, allerdings lief Wizza gar nicht entspannt. Immer wieder schmiss sie den Kopf nach oben und riss mir gleich danach fast die Zügel aus den Händen indem sie in nach unten senkte.
      Obwohl Winterzauber eigentlich sonst ein außergewöhnlich ruhiges Verhalten hatte, war davon jetzt gar nichts mehr zu sehen. Sie tänzelte eher, als das sie Schritt ging und wollte bei jeder ihr gebotenen Möglichkeit zu den beiden Hengsten aufschließen.
      Nach einiger Zeit taten mir meine Hände bereits von dem stetigen Druck an den Zügeln weh und ich fragte die anderen, ob wir traben wollten.
      Es ging gerade einen kleinen Berg hinauf und da war die Gelegenheit ganz günstig. Winterzauber hatte nur auf eine Tempoerhöhung gewartet und raste nun vor den anderen weg.
      Ich hoffte, dass Shadow ein Auge auf Candy haben würde, denn gerade hatte ich mit mir und Winterzauber genug zu tun.
      „Charly!“ rief ich nach einigen Minuten. „Könntet ihr mal kurz anhalten und mich vorbei lassen? Wizza muss sich dringend mal auspowern.“
      Ich gab auch Candy und Shadow das Zeichen, dass sie die Zügel aufnehem sollten und sah aus dem Augenwinkel, wie Shadow zu den Zügeln von Vaconda griff, damit sie nicht hinter Winterzauber her rennen würde.
      Charly und Nico zügelten ihre Hengste und wichen zur Seite aus. Wizza wusste, dass sie nun freie Bahn hatte und diesmal hinderte ich sie nicht daran, loszugaloppieren.
      Ich ließ die Zügel lockerer, aber trotzdem so, dass ich noch genügend Verbindung zum Pferdemaul hatte und ließ die Stute nach vorne rasen.
      Ich hoffte, dass uns niemand entgegen kommen würde, denn die Stute konnte ich nicht so schnell bremsen.
      Winterzauber galoppierte auch und wie sie galoppierte. Schnell verlor ich meine Freunde hinter mir aus den Augen.
      Wizza war nicht unbequem, aber durch den holprigen Boden wurde ich an manchen Stellen so durchgeschüttelt, dass ich mich irgendwann in den leichten Sitz begab.
      Zum Glück schaffte ich es noch knapp, den Weg nach Hause einzuschlagen, sonst wären wir ins Unendliche weiter galoppiert.
      Winterzauber galoppierte weiter, obwohl ich merkte, wie sie mit der Zeit langsamer und ruhiger wurde und ich es schließlich schaffte, sie in einen flotten Trab durchzuparieren.

      15:44
      Natürlich kam ich viel früher wieder auf unserem Gelände an als die anderen.
      Ich hatte Wizza bereits abgesattelt, trocken geputzt und ihr eine dicke Decke übergeworfen, als ich Hufgeklapper hörte.
      Ich warf die Boxentür vielleicht etwas zu stark ins Schloss, denn Grenzfee in der Box neben an wieherte erschrocken auf.
      „Sorry Süße!“, flüsterte ich ihr zu und ging dann nach draußen, wo Shadow und Candy gerade von den beiden Stuten abstiegen.
      „Wo sind denn Nico und Charly?“, fragte ich verwundert in Richtung Shadow, welcher mit aber nicht gleich antwortete und deswegen Candy das Wort ergriff.
      „Die wollten nochmal eine kleine Runde drehen.“, sagte sie vielsagend und mit einem Grinsen auf ihren roten Lippen.
      Ich jedoch beachtete diesen nicht weiter sondern half ihr dann, Vaconda abzusatteln. Auch ihr und Nelly legten wir eine Decke auf, wer weiß, diese Nacht sollten es Minusgrade werden.
      Dann entließen wir die drei Stuten zurück auf ihre Koppel, wo sie schon freudig von Mon Amie begrüßt wurden.
      „Ich würde gerne, da wir gerade etwas Zeit haben, Ocarina versuchen zu longieren. Dazu brauche ich eure Hilfe aber nicht.“ sagte ich zu Shadow gewandt.
      „Klar, kein Problem. Ich schaue mal, was ich noch tun kann. Wir sehen uns später!“
      Shadow und Candy gingen in Richtung Stall zurück, während ich den Weg zur Koppel einschlug, wo seit heute Ocarina und Flotte zusammen standen.
      Ich nahm gleich das Halfter von Vaconda, welches bis zum Stall schon seine Dienste tun würde.
      Ich fand die beiden Stuten in dem kleinen Offenstall, welcher unter einer Gruppe von kleinen Pinien stand. Die Situation von heute Morgen hatte sich nicht verändert und beide waren gesund und munter wie je her.
      Flotte wich ängstlich zurück, als ich näher kam. Ocarina blieb jedoch stehen und schaute mich fragend an.
      „Alles gut“, sprach ich leise auf sie ein. „Hier, siehst du, ein Halfter, das kennst du ja schon.“
      Ocarina ließ sich zögerlich das Halfter über den Kopf ziehen und folgte mir, nach mehreren Versuchen, zum Ausgang und die Weide hinab.
      Flotte schien so verängstigt von dem plötzlichen Versuch, dass sie uns nicht folgte, sondern weiterhin in dem schützenden Offenstall blieb.
      Da Ocarina viel im Offenstall gelebt hatte, war ihr einiges wieder fremd, als ich sie am Gutshaus und dann am Parkplatz vorbeiführte. Zögerlich und mit gespitzten Ohren folgte sie mir zum Hauptstall, wo ich sie an der Mauer anband und schnell in den Stall schlüpfte um Putzzeug und für später eine Longe und ein Knotenhalfter zu holen.
      Als ich wieder nach draußen trat, war Ocarina gerade dabei, den Führstrick zu bekämpfen und von einer Seite zur andern zu laufen.
      „Ruhig mein Mädel,“ versucht ich die Stute zu besänftigen „Du kannst dich gleich austoben.
      Ich beeilte mich, die schreckhafte Jungstute so sauber wie möglich zu bekommen. Ich hatte das noch nicht allzu oft mit ihr geübt, aber wenn wir es nun vor jedem Arbeiten tun würden, würde sie sich sicherlich schnell daran gewöhnen.
      Nach dem Putzen wechselte ich das normale Halfter gegen ein Knotenhalfter und eine lange Longe und führte meine gescheckte Stute zu unserem überdachten Roundpen.
      Da es draußen schon dämmerte, schaltete ich das Licht an, welches etwas länger brauchte und dann flackernd der Reihe nach anging.
      Bei dem grellen Licht zuckte Ocarina zurück, doch ich blieb ruhig und führte sie dann in das kleine Gebäude.
      Ich fing die Stunde ruhig an, ließ die junge Stute erstmal im Schritt auf der rechten Hand laufen und baute nach einiger Zeit kleine Handwechsel mit ein.
      Ocarina schien sich mit der Situation abgefunden zu haben und ohne Probleme ging sie wenig später auch in einen langsamen Trab über, welchen sie konstant durchhielt.
      Dann fing ich etwas mit Stimmkommandos an, welche sie auch schnell begriff. Am Ende ließ ich sie ohne Longe nochmal galoppieren, was sie auch sichtlich auf dem weichen Sand genoss.
      Für heute würde das reichen, immerhin wurde noch nicht viel mit ihr gemacht und das hübsch gescheckte Fell war jetzt schon durchnässt.

      17:13
      Kurz nachdem ich Ocarina wieder zu ihrer Freundin Flotte gebracht hatte, ging ich zurück zum Hauptstall, um das Halfter sowie das Knotenhalfter und das Putzzeug zu verstauen.
      Ich wollte nochmal einen Blick in den Hengststall werfen, vielleicht waren Nico und Charly schon wieder da.
      Ich verließ also den Hauptstall und lief in Richtung Hengststall, welcher etwas abseits stand. Kurz bevor ich ihn erreichte, hörte ich Hufgeklapper und vom Strang kamen mir Nico und Charly entgegen. Sie führten ihre Pferde und sie – Ich schaute ein zweites Mal hin – Sie hielten sich an den Händen.
      Innerlich jubilierte ich, äußerlich lächelte ich nur leicht.
      Als Charly mich erblickte, ließ sie schnell die Hand von Nico los und Nico, dem sonst eigentlich gar nichts peinlich war, errötete so stark, dass ich es aus der Ferne erkennen konnte.
      „Na ihr beiden? Da habt ihr aber einen Ausflug gemacht. Kommt, ich helfe euch die Pferde abzusatteln.“
      Die beiden, die eigentlich immer am meisten erzählten, schienen verstummt und sagten kein Wort. Auch als ich ihnen vom Longieren mit Ocarina erzählten nickten sie nur und ich verstand irgendwann, dass sie am liebsten alleine sein wollten.
      Also ging ich schon vor ihnen zurück zum Haupthaus, wo ich, vor dem Fernseher sitzend, Candy und Shadow fand.
      „Was schaut ihr da?“ fragte ich und ließ mich neben Shadow nieder.
      „Herr der Ringe, den dritten Teil.“ antwortete Shadow und strahlte mich dabei wie ein kleines Kind an. Ich lachte und schaute mit.

      18:33
      Da Charly und Nico, Candy hatte es geschafft, keinen blöden Kommentar abzugeben, nach der Rückkehr von ihrem „Ausritt“ zusammen nach Saint-Pierre-La-Mer in eine Bar gefahren waren, mussten wir zu dritt alle Pferde von den Koppeln holen. Die Hengste hatten wir zum Glück gleich drin gelassen, deswegen fehlten nun nur noch die Stuten und mein Wallach Excelsior.
      Zu dritt brauchten wir etwas länger als gewohnt, aber trotzdem fanden irgendwann alle den Weg zu ihrer Box.
      Candy stellte sich genauso geschickt beim Pferdeversorgen wie beim Reiten an und ich musste nichts bemängeln, als sie allen Pferden ihre verdiente Mahlzeit gab.
      „Was tun wir jetzt?“ fragte sie mich etwas später, als ich gerade den letzten Heusack in die Box von Excelsior hängte.
      „Jetzt? Jetzt gehe ich nach Hause und setze mich vor meinen Fernseher, der Tag war anstrengend und voll genug.“ sagte vorwurfsvoll. „Du kannst gerne noch die Weiden abäppeln, aber ich gönne mir jetzt einen warmen Tee.“
      Ich schloss die Boxentür und drückte ihr dann den Schlüssel zum Stall in die Hand.
      „Zuschließen nicht vergessen!“ warnte ich sie noch, dann verließ ich das Stallgebäude und ging zum Gutshaus.
      Candida hatte echt Feuern unterm Hintern. Sie musste nur aufpassen, dass sie es nicht zu weit trieb. Heute war es bei mir fast so weit gewesen und so etwas ging einfach nicht.
      Ich hatte mich heute viel mit ihr beschäftigt und meine Kraft damit verbraucht, ihren Wünschen gerecht zu werden. Irgendwann war auch mal Schluss!
      Ärgerlich stapfte ich die Treppen hinauf und ließ mich in meinem Zimmer am Fenster nieder. Draußen war es dunkel, dunkler, als es in Deutschland je sein würde. Irgendwo vermisste ich Deutschland, aber ich lebte nun hier in Südfrankreich. Das war mein zu Hause.
      Ich hörte es gar nicht, als die Tür sich leise öffnete und Shadow herein kam. Erst als er hinter mich trat und mich langsam umdrehte, zuckte ich erschrocken zusammen.
      Einen kurzen Moment dachte ich, er würde mir eine Standpauke halten, weil ich seine Schwester geschimpft hatte.
      Aber er nahm nur mein Gesicht in seine Hände und blickte mich an. Jedes Härchen stellte sich von seiner Berührung auf und ich war gebannt von seinem Blick. Ich hatte es immer verdrängt, war immer zu scheu gewesen, den ersten Schritt zu machen, aber ich hatte es schon immer gewusst, vom ersten Augenblick an, genau das was er jetzt sagte.
      „Ich liebe dich!“ flüsterte er und ich sagte ihm das gleiche.
      Der Kuss setzte mich so unter seinen Bann, dass ich mich im Nachhinein kaum noch an ihn erinnern konnte. Besser gesagt, wusste ich gar nichts mehr, ich war mir sogar nicht mehr sicher, ob es überhaupt passiert war, aber es war passiert.
      Wir waren die Treppen wieder hinab gegangen, hatten Candy vor dem Fernseher gefunden und hatten den Abend vor einem sinnlosen Film verbracht.

      22:10
      Am späten Abend flüchtete ich mich in mein Bett. Ich schaffte es nicht, Shadow gute Nacht zu sagen und Candy erst recht nicht. Wer weiß, vielleicht hoffte ich, er würde zu mir kommen. Aber er kam nicht. Er war wahrscheinlich verunsichert, denn ich war ohne ein weiteres Wort gegangen.
      Es war verständlich und in der Situation war ich auch nicht böse auf ihn, nur auf mich, weil ich gefühlt wieder viel falsch gemacht hatte.
      Auch die Nacht schlief ich schlecht. Immer wieder gingen mir die Ereignisse des Tages durch den Kopf. Die Wendung zum Schluss war so überraschend gewesen, dass sie in meinen Gedanken ein regelrechter Bruch war.
      Erst als es draußen bereits dämmerte, fand ich Ruhe und war selbst überrascht darüber, dass ich bis Mittag durchschlief.
      Niemand weckte mich, niemand kam in mein Zimmer, niemand durchbrach meine Gedanken und erst als ich von selbst munter wurde, stand ich auf.
      Meine Schritte lenkten mich als erstes zum Fenster, wo ich meinen Blick über das Gestüt gleiten ließ.
      Ich war mir sicher, sicherer als ich es je gewesen war.
      „Ich liebe dich, Shadow!“ flüsterte ich.

      So viel an einem Tag!
      19. Januar 16

      Freundlich öffnete ich den beiden die Tür zur „Eingangshalle“, es war ja eher unser unaufgeräumter Eingangsbereich. Aber Eingangshalle klang einfach besser.
      »Ich freue mich auf Morgen!« sagte ich zu ihnen, als wir uns die Hände schüttelten. »Ihr fangt doch morgen schon an, oder?«
      Anouk, eine kleine stämmige Frau, nickte breit lächelnd. »Oh ja klar! Wir können es gar nicht abwarten.« sagte sie und blickte dabei zu ihrem Bruder, welcher nickend zustimmte. »Natürlich, wir wollen die Zeit ja sobald wie möglich nutzen. Danke nochmal, dass sie uns sofort eingestellt haben.« bedankte sich Aimé, der Zwillingsbruder von Anouk, bei mir.
      Ein letzter Händedruck und die beiden Geschwister, welche von nun an unsere neuen Mitarbeiter, besser gesagt, unsere ersten Mitarbeiter, sein würden, stiegen in ihren alten hellblauen Renault Twingo und fuhren dann im gemächlichem Tempo die Ausfahrt entlang.
      Ich beobachtete sie noch bis sie die Ausfahrt passiert hatten und wollte mich gerade umdrehen, als von hinten ein »Buh!« mich erschrecken sollte.
      Ohne zu zucken drehte ich mich um und stand Shadow gegenüber, welcher ganz verärgert schaute, weil ich mich nicht erschreckt hatte.
      »Du Kasper!« sagte ich. Und boxte ihn in die Seite. Er schaute mich jedoch nur kurz an und beugte sie dann zu mir hinunter, um mir einen Kuss zu geben, welchen ich genüsslich erwiderte.
      Es war noch nicht lange her, dass wir den nächsten Schritt unserer Freundschaft gewagt haben und so war es für uns beide noch neu.
      Komisch war nur, dass es auch Charly und Nico erwischt hatte und nun alles viel komplizierter war als vorher.
      »Und«, fragte er mich »Waren das unsere neuen Angestellten?«
      »Jap. Und sie passen perfekt. Morgen früh um sieben stehen sie bei uns auf der Matte und begrüßen die drei neuen Pferde.«
      »Wow! Super! Die sahen ja auch ganz nett aus, mal schauen was daraus wird.« sagte er leicht lächelnd und folgte mir dann wieder ins Haupthaus.

      Zum Glück verschlief ich am nächsten Morgen nicht und konnte Anouk und Aimé pünktlich um sieben vor dem Haupthaus begrüßen.
      Beide hatten sich, im Gegenteil zu gestern, in Arbeitskleidung gehüllt. Sie trugen bequeme Reithosen und feste Arbeitsschuhe, mit welchen man auch ohne Probleme reiten konnte.
      Shadow, Nico und Charly wollten die beiden „Neuen“ auch unbedingt kennenlernen und so schlossen sie sich uns an, als wir in den Hauptstall zu den Pferden gingen.
      Wie drei neugierige Hühner reihten die drei sich hinter mir und den beiden Zwillingen ein und machten lange Hälse, um ja alles sehen zu können.
      Grimmig blickend verschränkte ich die Arme und blickte zu den dreien.
      »Ab mit euch zum Offenstall und zum Hengststall! Der Hauptstall gehört heute mir.« bestimmte ich und Charly, Shadow und Nico verließen den Stall mit hängenden Köpfen.
      »So«, sagte ich zufrieden »Schön, dass ihr da seid. Ich habe euch ja gestern schonmal kurz die Ställe gezeigt, das würde ich heute nochmal vertiefen.«
      Anouk und Aimé nickten aufgeregt und wie kleine Kinder versuchten sie alles aufzunehmen.
      Ich fühlte mich in der Position des Lehrenden, obwohl wir gleich alt waren und das verunsicherte mich etwas.
      »Also, zu erst stelle ich euch alle Pferde aus dem Hauptstall vor. Die drei aus dem Offenstall und die fünf Hengste zeige ich euch dann im Laufe des Tages, aber ich denke, ihr werdet sowieso erstmal hier arbeiten. Außerdem kommen heute Nachmittag drei neue Pferde an, da können wir eure Hilfe auch gut gebrauchen« sagte ich gekonnt freundlich.
      Ich ging zur ersten Box, in welcher schon seit jeher mein Wallach Excelsior stand.
      »Darf ich vorstellen? Das ist mein erstes Pferd: Wallach Excelsior und ich warne euch! Wenn ihr ihm ein Haar krümmt, seid ihr dran!« sagte ich spaßig. Die beiden schienen nicht ganz zu wissen, ob ich das ernst gemeint hatte und schauten mich etwas verunsichert an.
      »Äh, ja, das war natürlich ein Scherz.« sagte ich und machte dann weiter mit den nächsten Boxen. Anouk schien vorallem einen Narren an Valentines Jeanie gefunden zu haben, welche wie immer gleich die Nähe suchte. Aimé schien sich besonders für meine Isländerstute Hryða zu interessieren, und ich legte mir schon im Kopf die beiden kleinen Stuten für die erste Reitstunde bereit.
      Als wir die Reihe durch hatten, teilte ich ein, wer wen nehmen würde. Da vier Pferde auf Aphrodite und vier auf Artemis kommen sollten, bekamen Anouk und Aimé bei beiden Durchgängen ein Pferd und ich nahm die anderen beiden.
      Der erste Durchlauf bestand aus Exel, Jeanie, Hryða und Changa, welche zur Zeit Artemis besetzten.
      Anouk drückte ich gleich die Fellponystute Jeanie in die Hände, während Aimé Hryða bekam. Ich würde nun die beiden Streithähne Exel und Changa nehmen, was nicht gerade angenehm war.
      Sie standen zwar schon seit Monaten auf einer Koppel, taten jedoch immer so, als würden sie sich nicht verstehen. Das war einfach nur kindisch und nicht ernst zunehmen, fast könnte man glauben, die beiden sind ineinander verknallt, was natürlich total absurd wäre.
      Aimé und Anouk zeigten von Anfang an viel Gefühl für die Tiere und als Jeanie ihr restliches Müsli in Anouks Haare spukte, konnte diese nur lachen.
      Es schien, als seien auch die Tiere zufrieden mit der Wahl, welche ich gestern getroffen hatte.
      Nachdem die vier auf ihrer Koppel standen, brachten wir noch die anderen vier Stuten auf die benachbarte Weide.
      Winterzauber, welche in letzter Zeit viel Training erlebt hatte, Mon Amie, die Trainingspartnerin von Wizza, Vaconda und Charelle. Alle vier kamen von der gleichen Vorbesitzerin und da war es nur sinnvoll gewesen, die bestehende Gruppe gleich so zu lassen.
      Aimé bekam Nelly, während Anouk Vaconda nahm und ich die beiden anderen Stuten Wizza und Amie. Auch diese vier standen schnell auf ihrer weitläufigen Koppel, wo sie sich nach belieben bewegen konnten.
      Als ich wieder zurück im Stall war, wartete dort bereits Shadow auf mich. Er saß auf einem Heuballen in der Ecke und streichelte die Katzenjunge von Capucine, welche ihn als Klettergerüst benutzten.
      »Sind alle Hengste schon auf der Weide?« fragte ich ihn erstaunt.
      »Nein, nicht ganz. Charly und Nico sind mit Marid und Acapulco Gold in der Halle und danach wollen sie noch Happy longieren. Deswegen suche ich jemanden, der mir beim Ausmisten des Hengststalls hilft und gleich zwei Boxen für die beiden neuen vorbereitet.«
      Ich blickte zu Aimé, welcher unseren Worten aufmerksam gefolgt war. »Würdest du mit zu Shadow gehen? Dann bleibe ich mit Anouk im Hauptstall und kümmere mich um Grenzfee.«
      Aimé war einverstanden und so machten sich die beiden Jungs auf den Weg zum Hengststall, während ich mit Anouk die Stallgasse entlang zu einer der hinteren Boxen lief, wo meine Hufrehkranke Stute Grenzfee stand.
      Da Grenzfee von unserer Tierärztin Boxenhaltung auf weichem Untergrund verordnet worden war, hatten wir eine Wand herausgenommen, sodass die kranke Stute nun den doppelten Platz hatte. Ihr schien das immer noch zu wenig, aber da musste sie nun durch. Unruhig spielte sie mit ihren Ohren, als ich die Boxentür öffnete und ihren Putzkasten in die Box stellte. Ich winkte Anouk, welche bis eben noch in der Stallgasse gewartet hatte, zu mir und drückte ihr das Halfter von Fee in die Hand.
      »Legst du es ihr bitte an? Ich muss jetzt Ihre Hufpolster wechseln und das klappt am besten, wenn sie mit Fressen beschäftigt ist und jemand sie festhält.«
      Anouk nickte stumm und kam zu mir in die Box. Geschickt legte sie der großen Stute das helle Halfter an und kraulte sie dann an ihren Lieblingsstellen. So schnell, aber auch so ruhig wie ich konnte, suchte ich alle Medikamente zusammen, die meine Fee mit ins Futter bekam. Ihr schienen diese zu schmecken, denn aufgeregt beobachtete sie mich dabei und machte Anstalten sich vom Strick loszureisen und auf das Futter zu stürmen. Gekonnt vermischte ich alles in einem Eimer mit dem morgendlichen Müsli und hängte es der Stute dann an die Boxentür.
      Grenzfee war schon immer sehr ängstlich gewesen, was ihre Füße betraf, und das war nun mit den Hufrehen noch schlimmer geworden, was es nicht gerade erleichterte, ihr jeden Tag neue Verbände um die angeschwollenen Füße zu legen.
      Während Anouk die genüsslich fressende Stute, ihr Hunger war zum Glück nicht gesunken und auch die Medikamente nahm sie gerne an, festhielt, hob ich vorsichtig den ersten Huf hoch, sodass ich den Verband abwickeln und einen Neuen anlegen konnte. Anouk sicherte mir dadurch etwas die Lage, dass sie einen Strick in der Hand hielt. Fee war zwar eigentlich eine recht liebe Stute, hatte jedoch viel Kraft und Energie, die sie oft ungünstig einsetzte.
      Auch dem zweiten Huf hatte ich nach wenigen Versuchen mit viel Geduld den Verband gewechselt, sodass Anouk Grenzfee wieder das Halfter abnehmen konnte. Zu zweit verließen wir die Box. Die Vollbutstute hatte nun alle Ruhe der Welt, ihre Mahlzeit zu sich zu nehmen.

      Als gegen Mittag alle Boxen ausgemistet waren, versammelten wir uns in der Wohnstube des Gutshauses zu einer warmen Tasse Tee und einigen, von Weihnachten übrig gebliebenen, Plätzchen.
      In wenigen Minuten würde ein Transporter mit drei neuen Pferden aufkreuzen und dafür wollten wir alle Fit sein. Zwei davon würden Hengste sein. Zwei Hengste, welche ich vielleicht später als Zuchthengste vor Augen hatte. Außerdem würde eine Warmblutjungstute auf die große Koppel zu Ocarina of Time und Flotten von Mutanten ziehen, welche großes Potenzial als späteres Turnier- und Zuchtpferd zu haben schien.
      Ich war aufgeregt, immerhin würden es gleich drei Neue sein, um die ich mich kümmern musste.
      Mit einer kleinen Verspätung von einer viertel Stunde, hörte ich einen großen Wagen die Einfahrt in Richtung unseres Parkplatzes rollen.
      Hastig sprang ich auf, zog mir meine Jacke über und stürzte nach draußen. Anouk, Aimé und Shadow folgten mir, während Charly und Nico alles langsamer angingen ließen.
      Ein grauer Pferdetransporter, welcher Platz für drei Pferde bot, parkte gerade auf unserem kleinen Parkplatz. Als der Motor des großen Gefährtes ausging und die Fahrertür aufgestoßen wurde, hatten wir einen kleinen Halbkreis, bestehend aus sechs Personen gebildet. Der Fahrer war noch jung, nicht viel älter als Nico und er schien recht erstaunt darüber, dass wir eine so große Willkommensparty veranstalteten.
      Er begrüßte uns alle und ging dann an die lange Seite des Wagens, wo er eine große Heckklappe herunter ließ. Er war so lieb und führte die Pferde zu uns nach draußen.
      Das erste Pferd war die Jungstute, Seattle's Scarlett. Hübsch gescheckt, jetzt schon recht groß, mit einem aufmerksamen Blick.
      Ich wusste noch nicht ganz, was genau ich mit ihr tun wollte, aber das würde sich ja noch entwickeln. Trakehner waren sehr beliebt, vorallem im Pferdesport.
      Shadow trat vor und nahm dem Fahrer die aufgeregte Stute ab. »Bringst du sie schon in den Stall? Etwas Ruhe würde ihr sicherlich nicht schaden.« sagte ich zu meinem Freund, welcher sich sogleich auf den Weg in Richtung Hauptstall machte, wo Scarlett erst einmal untergebracht werden sollte.
      Mittlerweile hatte der Fahrer bereits das zweite Pferd aus dem Hänger geführt. Ein Isländer. Rabenschwarz und mit einer Mähne, die ihm sicherlich bei jedem Schönheitswettbewerb Punkte einbringen würde. Das schönste an ihm, war seine große Blässe, welche sich bis zu den Ohren erstreckte. Diesmal griff Aimé zu und Shadow, welcher gerade aus dem Hauptstall zurückkehrte, folgte ihm zum Hengststall.
      Auf das letzte Pferd freute ich mich besonders. Seine Ankunft war gut geplant und durchdacht wurden, denn es würde ein Mustanghengst sein.
      Ich wurde nicht enttäuscht, als der Fahrer ein drittes Mal aus dem Hänger kam und diesmal ein geschecktes Pferd hinter sich her zog, welcher den Kopf in den Himmel streckte und sein neues Heim bewunderte.
      Morrigans Hidalgo hieß er und war ein hübscher Braunschecke. Ich hoffte, dass er vielleicht der erste Hengst in einer eventuellen Mustangzucht sein würde, denn das Potenzial hatte er.
      Nico wollte gerade Anstalten machen, dem Fahrer den Hengst abzunehmen, doch ich war schneller bei ihm und griff nach dem Strick.
      Hidalgo schien alle Versprechen zu erfüllen. Man merkte ihm die Sturheit eines Mustangs an und genau das brauchte ich. Ein Pferd mit den Genen der Vorfahren.
      Ich dankte dem Fahrer und drückte ihm etwas Geld in die Hand, dass unsere neuen Pferde die weite Reise so gut überstanden hatten. Das restliche Geld würde heute Abend noch auf seinem Konto landen.
      Aufgeregt trippelte der Hengst neben mir her, als ich ihn hinter dem Hauptstall entlang zum Hengststall führte. Die letzte Box würde nun belegt sein, auch wenn die Pferde wohl zu wärmeren Zeiten ganztägig auf ihren Koppeln stehen werden.
      Shadow und Aimé schlossen gerade die Tür zu dem neuen Isländer, Leiðtogi hieß er, als ich mit Hidalgo den Stall betrat. Hilfsbereit öffnete mir Aimé die Tür der letzten Box, in welche ich meinen Hengst führte.
      In der Box neben ihm stürzte sich bereits Togi, wie wir ihn wohl nennen würden, auf sein Willkommensmenü, welches auch Hidalgo bekommen hatte.
      »Guten Appetit euch!« sagte ich noch zu den beiden, bevor ich mit den anderen den Stall wieder verließ. Immerhin wollte ich ja auch nochmal nach Scarlett schauen, ob sie den Umzug genau zu entspannt hingenommen hatte.

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      Distanztraining A → L | 4023 Zeichen | © Canyon
      6. Februar 16

      »So, seid ihr alle soweit?« fragte ich in die Runde. Als Antwort bekam ich zustimmendes Gemurmel, was ich mal als 'Ja' deutete. Zur Sicherheit zählte ich nochmal durch: Fünf Pferde und mit mir fünf Reiter. Das sollte passen für das Distanztraining. Wir hatten es doch tatsächlich geschafft, dass alle, einschließlich Candy, sich für heute Zeit genommen hatten.
      »Na dann aufsteigen! Wir wollen das Wetter nutzen, bevor es umschlägt.« bestimmte ich und zog mit in den breiten Westernsattel von Changa. Geplant war ein Distanztraining, Problem war, dass die Pferde auf drei verschiedene Stufen erhöht werden mussten.
      Unserer neuer Zuwachs, California's small caramel candy, würde erst auf Stufe A gebracht werden müssen, sodass Candy, welche zufällig den gleichen Spitznamen hatte, nach etwa 15 Kilometern bereits wieder zu Hause sein sollte.
      Nico, Charly und Shadow ritten jeweils Pferde auf dem Niveau A, welche in dem Fall Vaconda, Charelle und Acapulco Gold waren. Sie würden zu dritt etwa 30 Kilometer zurücklegen. Für mich blieb dann nur noch Changa, welche schon einiges an Training hatte genießen dürfen und deswegen von mir auf Stufe S gebracht werden musste.
      Ich musste aber zugeben, dass ich Changa schon länger nicht mehr geritten war, da Charly sich um sie gekümmert hatte. Ich war also extrem gespannt, wie das Training mit 45 Kilometern heute ausfallen würde.
      Ich war recht zuversichtlich, dass alles klappen würde. Immerhin waren wir fünf recht gute Reiter, auch wenn Candy noch am Anfang ihrer Ausbildung stand, so machte die Sicherheit der Stute das wieder wett.
      Wir hatten ausnahmsweise keinen Strandritt geplant, sondern wollten mit den Pferden in das hügelige und steinige Hinterland, wo es für uns noch einige unerkundete Ecken gab.
      Ich ritt mit meiner Changa vorneweg, hinter mir kamen dann die beiden größeren Stuten Charelle, geritten von Shadow und Vaconda, geritten von Charly. Candy, welche ganz schöne Probleme hatte, mit den größeren Pferden mitzuhalten, kam da hinter und Nico bildete mit etwas Abstand das Schlusslicht, da er heute als einziger einen Hengst ritt, nämlich Acapulco Gold.
      Ich als Führerin musste das Tempo bestimmen, was echt nicht einfach war, da jedes Pferd am liebsten sein ganz bestimmtes Tempo gehen wollte.
      Changa lief am besten, wenn sie gemütlich galoppieren konnte. Auch für mich war das in dem Westernsattel überhaupt kein Problem, sodass ich damit auch recht zufrieden war.
      Für die kleine Candy war das natürlich schon ein hartes Training, da sie mit den großen mithalten musste. Aber Candida, einfach nur Candy genannt, biss die Zähne aufeinander, sodass sie sie es schaffte.
      Nach etwa zehn Kilometern legten wir eine erste Pause ein und jeder nahm von seinem Pferd die Pulswerte, welche zu hause sorgfältig abgeheftet wurden. Die beiden Candys würden ab hier den Heimweg wieder einschlagen und ich vertraute auf das reiterliche Können der Beiden, dass sie es auch schaffen würden. Die Strecke kannten sie und so lange sie keinen Unfall bauten, würde wohl nichts passieren können.
      Einige Kilometer weiter verließen mich dann noch meine anderen drei Freunde, denn Nelly, Vaconda und Coco waren noch nicht so weit, dass sie so weit wie Changa gehen konnten.
      Ich war nun also auf mich allein gestellt und es war auf jeden Fall viel entspannender, wenn man das Tempo gehen konnte, was dem Pferd und dem Reiter am besten passte. Kontinuierlich galoppierten wir auf den passenden Wegen und liefen im Schritt, wenn das Gelände dies von uns forderte. Alle zehn Kilometer nahm ich weitere Messwerte, um meine Changa ja nicht zu überfordern. Doch ihr Puls war immer im grünen Bereich und selbst als wir nach 45 Kilometern unseren Hof wieder erreichten, könnte sie noch zwanzig Kilometer mehr gehen, wie es mir schien.
      Changa war demnach auch die letzte, welche ich nach draußen auf die Weide brachte. Alle fünf Pferde, welche wir heute trainiert hatten, hatten ihre Aufstufung geschafft und durften nun eine Stufe höher laufen.

      Neuigkeiten
      26. März 16

      »Wo bleibt Charly den heute?«, fragte ich etwas angespannt. Shadow und ich saßen am Frühstückstisch und warteten auf unsere zwei anderen Mitbewohner, namens Charly und Shadow, welche so langsam mal aufkreuzen sollten.
      »Genauso gut kannst du fragen wo Nico bleibt«, sagte Shadow und schob sich einen großen Löffel Müsli in den Mund. Seine Essmanieren waren noch nie die Besten gewesen.
      »Haben die etwa schon wieder verschlafen?« Nervös tippte ich mit meinen Fingern auf den Tisch. »Die wissen doch ganz genau, dass wir heute richtig viel zu tun haben.«
      »Ach Mio«, nuschelte Shadow mit vollem Mund. »Das machen die sicherlich nicht absichtlich. Wie oft musste ich dich jetzt schon wecken?«
      Bevor ich etwas erwidern konnte, hörte ich Schritte auf der Treppe und einige Momente später kam ein sichtlich missgestimmter Nico in die Küche geschlürft. Erstaunt folgte ich ihm mit meinen Blicken. Was war denn mit dem los? Ich hätte nie gedacht, dass auch ein Nico mal deprimiert sein könnte. Nico ließ sich auf seinen Stammplatz fallen, zog seine Schüssel zu sich heran und ließ einen Schwall Müsli hinein klatschen, sodass ein Großteil entweder auf dem Tisch oder auf dem Boden landete. Auch mit der Milch ging er nicht fürsorglicher um und das ganze krönte er noch, in dem er es schaffte, Shadow mit seinen Essmanieren zu übertrumpfen.
      Ich schaute ihn die ganze Zeit mit großen Augen an. Was anderes konnte ich in dem Moment gar nicht tun.
      »Was?«, fragte Nico mich aggressiv, als er meinen Blick spürte.
      »Alles gut mit Charly?« fragte ich nur perplex. Shadow hielt sich gekonnt im Hintergrund. Nico senkte den Kopf wieder, schob sich einen weiteren Löffel in den Mund und sagte zwischen einem weiteren Löffel: »Ja, alles okay.«
      Ich blinzelte. Das klang aber nicht so, als wäre wirklich alles in Ordnung. »Habt ihr euch gestritten?« fragte ich deshalb nochmal nach.
      »Hörst du schlecht? Es ist alles OKAY!« giftete mich Nico an, schob seinen letzten Löffel in den Mund und stand dann so schnell wie möglich auf. Kaum konnte ich etwas erwidern, da war er schon in Richtung Bad verschwunden. Ok.
      Mit offenem Mund starrte ich ihm nach. »Hast du das gesehen?» fragte ich verblüfft Shadow, welcher endlich seinen Kopf hob.
      »Jap, der scheint nicht wirklich gut drauf zu sein. Vielleicht schaust du mal nach Charly, nimm aber vorsichtshalber eine Schutzweste mit. Wenn Nico schon so wütend drauf ist, will ich nicht wissen, wie es Charly geht.«
      Ich musste lachen und boxte ihm in die Seite. Shadow verzog gekonnt schmerzhaft das Gesicht und hielt sich die Stelle (vielleicht etwas zu weit oben), wo ich ihn getroffen hatte. Ich befolgte seinen Rat und entschied mich dafür, nach meiner Freundin zu sehen, entschied mich aber dagegen, eine Schutzweste mitzunehmen.
      Ich fand Charly in ihrem Bett liegend, mit schmerzhaft verzogenen Gesichtsmasen. »He du«, begrüßte ich sie leise und schob mich durch die Tür in ihr Zimmer. »Was ist denn mit dir los?« fragte ich besorgt und kam zu ihrem Bett. Charly schüttelte nur den Kopf und nuschelte etwas in sich hinein.
      »Was ist denn los?« fragte ich sie abermals, als ich keine ordentliche Antwort bekam. »Nico hat dort unten gerade eine Show abgezogen, die mich dazu veranlasst hat, mal nach dir zu schauen.«
      Ich konnte die Worte »Dieses Arschloch« aus Charlys verkrampften Mund hören, bevor sie sagte: »Alles gut, mir geht es nur nicht so gut.«
      »Nicht so gut? Du siehst nicht so aus, als würde es dir nur nicht so gut gehen. Sag an, was hast du und wie kann ich dir behilflich sein?«
      »Ach Mio, ich habe nur etwas Magenkrämpfe und Übelkeitsanfälle, wahrscheinlich irgendeine Erkältung. Mir geht es gut, ich werde heute wohl nur im Bett bleiben. Du solltest vielleicht langsam in den Stall.«
      Kam es mir nur so vor, oder versuchte sie mich tatsächlich abzuwürgen und wegzuschicken? Ich wollte jedoch ihr Gemüt nicht noch weiter reizen und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor ich das Zimmer verließ.
      Als ich wieder in der Küche war, schien Shadow bereits im Stall zu sein. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass es dringend Zeit wurde und die Pferde sicherlich schon Radau machten, weil sie verspätet auf die Weiden kommen würden. Schnell warf ich mir eine Jacke über und kontrollierte die Temperatur auf dem Thermometer. Perfekt, wenn es weiterhin den Tag über trocken blieb, konnte ich meine Grenzfee vielleicht auf eine Weide stellen.
      Ich öffnete die Haustür und machte mich dann auf den Weg zum Hauptstall. Shadow war tatsächlich schon hier und machte bereits die ersten Pferde fertig, in dem er ihnen ein Halfter anlegte und den Strick über den Hals warf.
      »Ah Mio, da bist du ja. Alles gut bei Charly?« begrüßte er mich. Ich schüttelte den Kopf und erzählte ihm von meinem Besuch. Shadow schien nicht sonderlich besorgt und versuchte mich mit ein paar Argumenten davon zu überzeugen, dass es meiner besten Freundin nichts so schlecht ging, dass sie gleich sterben würde. Er überzeugte mich.
      »Nico ist im Hengststall und kümmert sich dort um die Bande. Hättest du Lust, zu Ocarina, Flotte und Scarlett zu gehen? Ich würde hier im Hauptstall anfangen und außerdem sollten Anouk und Aimé auch jeden Moment auftauchen. Ach so und dann kannst du gleich weiter zu den Kleinen gehen? Wenn Bärchen nicht alles aufgefressen hat, sollten die auch noch genügend Heu haben.« erklärte mir Shadow. Ich blickte ihn schmunzelnd an. Niedlich war es schon, dass er mir auf meinem eigenen Hof erklärte, was ich tun sollte. Ich drückte ihm einen Kuss auf den Mund und beeilte mich dann, zu meinen Pferden zu kommen.
      Ich schnappte mir aus einer Ecke eine Schubkarre, füllte diese mit Heu und machte mich dann auf den Weg zum Offenstall. Im Offenstall standen zur Zeit drei Stuten von mir. Zwei davon waren wild und unhandlich, eine davon war verschmust und anhänglich. Ich war selber extrem überrascht gewesen, dass die beiden großen Stuten die junge Stuten ohne Probleme in ihrer Mitte aufgenommen hatten. Vorallem Ocarina of Time fühlte tat manchmal so, als wäre sie die Mutter der kleinen Scarlett, was natürlich ungeheuer niedlich war.
      Auch heute war Scarlett wieder die erste, die mir auf die Nerven ging. Die Schubkarre über die hügelige Koppel zu schieben war schon schwer genug und wenn dann auch noch eine junge Stute ständig geknuddelt werden wollte, war es keine Freude.
      Als die Schubkarre endlich am Offenstall stand, nahm ich mir die Zeit, um die gescheckte Warmblutstute ausreichend zu kraulen. Oca und Flotte beobachteten das ganze aus einigen Metern Entfernung, entschieden sich aber doch schnell dafür, doch zum Heu zu kommen, obwohl ich noch da war. Vor einiger Zeit hätte das noch nicht funktioniert, dessen war ich mir sicher. Beide Stuten waren halb wild zu mir gekommen und es hatte mich einige Stunden Arbeit gekostet, die beiden auf diesen Stand zu bringen.
      Als Scarlett merkte, dass ihre beiden Freundinnen ihr alles wegfraßen, ließ sie schnell von mir ab und begab sich zur Fressstelle. Ich beobachtete die drei noch einen Moment, bevor ich mich wieder samt Schubkarre auf den Rückweg machte. Zum Glück war der Stall unserer drei Kleinsten näher am Geschehen, sodass ich zu ihnen nicht allzu lange brauchte. Zur Zeit standen hier drei Ponys, welche das Leben als kleine Racker so richtig genossen.
      Slaughterhorse, Lambardo und Happy lebten zu dritt in unserem zweiten Offenstall. Slaughter war der größte, während Lambardo und unser Bärchen Happy um einiges kleiner waren. Trotzdem hatte ganz klar Lambardo die Herrschaft, welche er ruhig, aber gezielt anführte.
      »Na ihr drei?« begrüßte ich sie und bückte mich zu Happy, welcher mit gerade mal einem Meter recht klein war. Ich hatte vor kurzem angefangen, Happy mit viel Geduld einzufahren und nun, da auch Lambardo dazu gekommen war, konnte ich das mit Beiden zusammen machen. Happy hatte sich gleich viel mehr angestrengt, nachdem der ältere Lambardo dazugekommen war.
      Bei den drei Pferden ließ ich nur neues Wasser in die Wanne ein und kontrollierte den Heuvorrat, allerdings hatte Shadow recht gehabt und für den Tag war noch genügend da.
      Zurück im Hauptstall musste ich zu erst den Radiosender wechseln. So ein Gejaule, das war ja kaum zu ertragen. Shadows Kopf kaum aus einer der Boxen hervor und blickte mich gespielt wütend an. »He, lass meine Musik an!«
      »Kannst'e knicken, mit so einer Musik kann ich nicht arbeiten.« sagte ich lächelnd, nahm mir eine Mistgabel und verschwand in der nächsten Box. Zu viert, Anouk und Aimé waren mittlerweile da, waren wir schnell fertig und als wir zur Mittagspause zurück ins Haus gingen, fanden wir Charly auf der Couch im Wohnzimmer sitzen. Sie hatte ihren Laptop auf den Beinen und begrüßte uns mit einem freundlichen Lächeln. »Tut mir echt Leid, dass ich euch nicht helfen konnte! Ich musste mich erstmal so richtig auskotzen, jetzt geht es mir aber besser.«
      »Das wollte ich gar nicht wissen«, meinte Shadow und ließ sich neben Charly aufs Sofa fallen.
      »Mio komm du auch mal her, ich habe etwas für euch.« meinte Charly und winkte uns zu sich heran. »Schaut mal, habe gerade eine Mail von meiner Cousine bekommen, die habe ich echt schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Sie lädt mich und auch euch nach Norwegen ein. Sie hat sogar ein paar Bilder mitgeschickt. Schaut mal!«
      Ich quetschte mich noch auf Charlys andere Seite um auch einen Blick auf ihren Laptop erwischen zu können. »Wollen wir damit nicht noch auf Nico warten?« fragte ich zu Charly. »Der hat sicherlich auch Interesse daran zu sehen, wo unser nächster Urlaub hingeht.«
      Charly schüttelte den Kopf. »Die kann ich ihm auch noch später zeigen. Wer weiß, vielleicht möchte er ja gar nicht mit.«
      »Nico und nicht mit wollen? Charly-? Ist wirklich alles in Ordnung bei euch?« fragte ich etwas ängstlich. Es war überhaupt nicht gut, wenn wir uns zerstreiten würden.
      »Jaja, alles gut. Wir hatten nur einen kleinen Meinungsunterschied, aber das wird schon wieder.« Eine kleine Träne rollte aus ihren Augen. Ich merkte, wie sie mit aller Kraft versuchte weitere zurück zu halten, jedoch schaffte sie es nicht und mit einem Mal lag sie mir heulend in den Armen.
      Hilflos schaute ich zu Shadow, welcher jedoch auch nur mit den Schultern zuckte und mir einen mitleidigen Blick zuwarf.
      Ich wollte Charly gerade mit irgendwelchen Worten trösten, da kam Nico zur Tür herein. Er blieb stocksteif stehen und schaute zu Charly, welche ihn noch nicht bemerkt zu haben schien.
      »Charly, was ist denn jetzt los? Warum heulst du schon wieder?« fragte er sie genervt. »Das war nicht so gemeint, du weißt, dass ich immer zu dir stehe.«
      Charly schreckte auf und schaute Nico mit verweinten Augen an. »Spinnst du? Du stößt mich von dir und sagst dann, dass du an meiner Seite bist? Du bist ein Lügner und ein Idiot noch mit dazu!«, schrie sie ihn an und brach dann wieder in meinen Armen zusammen. Shadow hatte eine Augenbraue hochgezogen und schaute seinen Freund Nico fragen an. Dieser machte nur ein finsteres Gesicht, sagte aber nichts weiter.
      »Könnte mir mal jemand erklären, was hier los ist?«, fragte ich in die Runde. Nicos Blick wanderte zu mir, bevor er fragte: »Hat sie dir das noch nicht erzählt?«
      Charlys Kopf schnellte wieder hoch. »Bist du bescheuert? Denkst du wirklich, dass ich das ohne dich jemanden erzähle? Wenn du das glaubst, dann kennst du mich wirklich schlecht«, fauchte sie.
      Nico schien wirklich etwas betroffen. »Charly, es tut mir wirklich Leid! Ich war einfach überrumpelt und hatte nicht damit gerechnet. Bitte, lass mir etwas Zeit, nur ein wenig.«
      »Weißt du Nico, jeder normale Mann wäre vor Freude in die Luft gesprungen und du bittest um Zeit? Dann geh! Nimm dir die Zeit, aber wundere dich nicht, wenn ich dann keine Zeit mehr für dich habe.«
      Jetzt standen mir die Tränen in den Augen. Hilflos blickte ich in die Runde. Ein leises, fragendes »Hallo?« kam aus meinem Mund.
      Geschlagene zwei Minuten herrschte Stille. Charly heulte, ich heulte, Shadow und Nico saßen und standen nur da. Niemand rührte sich. Shadow war der erste der das Schweigen brach. »So wie es scheint, ist hier niemand dazu in der Lage zu reden, also bringt es auch nichts, bei dem schönem Wetter hier drinnen zu sitzen. Ich gehe reiten. Ihr findet mich in der Halle.« So stand Shadow auf, drängelte sich an Nico vorbei und einige Sekunden später fiel die Tür ins Schloss.
      Ich tätschele Charly den Kopf und folgte Shadow dann eilig. Ich musste auch aus dieser verrückten Bude raus! Mir egal, wenn die beiden da drinnen sich gleich anschreien würden, ich brauchte frische Luft!
      So wie ich es mir gedacht hatte, fand ich Shadow im Hauptstall, wo er behänd seine Stute Charelle putzte. Sie war sein erstes Pferd gewesen und so waren die Beiden zu einem festen Team zusammen gewachsen. Als Shadow mich kommen sah, hörte er auf zu putzen und nahm mich in den Arm. Ich fühlte mich geborgen und das mochte jetzt etwas komisch klingen, aber mir ging es gleich viel besser.
      »Hast du auch das Gefühl, dass es bei diesem Streit nicht nur um ein geklautes Bonbon ging?« fragte ich ihn, ohne mich aus seiner Umarmung zu lösen. Ich merkte wie er nickte. Auch er war etwas geschockt und verwirrt von dem plötzlichen Streit der Beiden, denn so lange hatten wir mehr oder weniger friedlich beisammen gelebt. Natürlich hatte auch er die Vorstellung im Kopf, um was es ging und ich konnte mir vorstellen, dass wir das gleiche dachten. Trotzdem war es noch nicht so weit, dass wir uns trauten, es laut auszusprechen.
      Auch ich entschied mich dafür eine Runde zu reiten und Shadow in der Halle Gesellschaft zu leisten. Ich hatte mir in letzter Zeit viel zu selten Zeit genommen, einfach mal gemütlich auf einem Pferd zu sitzen. Heute hatte ich sowieso keinen Nerv für Training.
      Alle Pferde standen noch auf ihren Weiden, weswegen ich mich auf den Weg zu jener machte, wo unsere kleineren Pferde standen. Dort lehnte ich mich an einen Pfosten und blickte zu den gemütlich grasenden Pferden. Meine Entscheidung viel mir nicht schwer, im Gegenteil, ich hatte es wohl schon vorher gewusst, nur nicht laut gedacht, auf welchen meiner Schützlinge ich mich heute setzen würde.
      Mein liebster von allem, der mit dem alles begonnen hatte. Excelsior. Fast schien es, als hätte er gespürt, dass ich ihn brauchte und so riss er sich von seinen Weidefreundinnen los und kam langsam zu mir getrottet. Ich musste zugeben, ich hatte ihn echt vernachlässigt in letzter Zeit, Aimé hatte ihn immer bewegt, doch als ich ihm sein Halfter umlegte und mich mit einem Schwung auf seinen Rücken zog, bereute ich das Ganze.
      Er blieb ruhig stehen, ging erst los, als ich ihn ansprach und obwohl der Weg zum Stall keine Weltumrundung war, genoss ich jeden seiner Schritte. Ich war mir sicher, dass viele Sprichwörter nicht der Wahrheit entsprachen, aber das Glück der Erde lag wirklich auf dem Rücken der Pferde. Hier vergaß man so schnell alle Sorgen, dass man, sobald man den Pferderücken betrat, ein anderer Mensch wurde.
      Ich ritt gemütlich zum Hauptstall, wo Shadow gerade seine Nelly aus dem Gebäude führte. Ich schenkte ihm ein kleines Lächeln und er schien zu verstehen, dass ich gleich nachkommen würde. Vor dem Stall glitt ich von Exels Rücken und band ihn an seiner Box an, welche gleich die erste im Stall war. Leise vor mich hin summend, putzte ich ihm sein dunkleres Fell, sprach ab und zu mal mit ihm und genoss es, endlich wieder einfach mal Zeit für ihn zu haben.
      Nach dem Putzen nahm ich den Halsring von dem Haken vor seiner Tür, streifte ihn Exel über den Kopf und zog mich wieder auf seinen Rücken. Im gemütlichen Schritt lenkte ich ihn zur Reithalle. Bereits von Weitem konnte ich Shadow erkennen, er saß auf seiner Nelly und galoppierte Runde für Runde in einem gemütlichen Galopp, natürlich passend zum Soundtrack welche im Hintergrund aus den Lautsprechern ertönte.
      Ich schaute ihm einige Momente zu, bevor ich gekonnt das Tor aufstieß und zu ihm in die Halle kam. Jetzt würde ich erstmal eine Runde reiten, dann sah die Welt schon viel heiler aus, dachte ich bei mir, bevor ich meinen Exel auf die ganze Bahn lenkte und ihn zum Trab antrieb.

      Als ich zusammen mit Shadow unsere Wohnung wieder betrat, duftete es herrlich nach Waffeln. Ich liebte Waffeln und ich wusste, dass es Shadow, Charly und Nico genauso ging. Wenn wir wollten, könnten wir uns sicherlich nur von Waffeln ernähren, vorallem wenn auf dieser eine dicke Schicht Schokolade ihr Unwesen trieb.
      Charly und Nico fand ich nebeneinander stehend in der Küche. Die Stimmung schien immer noch gekränkt und etwas frostig zu sein, jedoch hatten sie sich wohl ausgesprochen und konnten sich wieder in die Augen sehen.
      Ich fühlte mich etwas unwohl, als ich die Küche betrat, denn ich wusste nicht, was jetzt kommen mochte. Shadow folgte mir und spendete mir mit seiner Anwesenheit etwas Trost. Vielleicht hätte ich jetzt so etwas sagen sollen wie: »Oh hier riecht es aber lecker!« oder »Lecker Waffeln! Jetzt habe ich aber Hunger« oder andere sinnlose Sätze. Ich jedoch sagte – nichts.
      Shadow und ich standen in der Tür und beobachteten die Beiden dabei, wie sie still vor sich hinarbeiteten. Nico und Charly kannten sich verdammt gut, was man bei ihre Handgriffen auch genau sah. Charly schmeckte den Teig ab, schüttelte sacht den Kopf und sofort hielt ihr Nico den Salzstreuer hin.
      Shadow zeigte stumm zu unserem Küchentisch und als ich nickte, gingen wir beide zu diesem, wo wir uns fallen ließen. Charly und Nico mussten uns mittlerweile bemerkt haben, jedoch schien ihnen irgendwas so peinlich zu sein, dass sie es nicht schafften, sich zu uns umzudrehen.
      Eine gefühlte Ewigkeit später wendeten beide ihre Aufmerksamkeit zu uns, als sie einen Teller dampfender Waffeln und ein Schokoladenglas auf den Tisch stellten. Nico holte noch vier Messer aus einer Schublade und fertig war unser leckeres Gericht.
      Nachdem wir Waffel für Waffel alles aufgegessen hatten, lehnte ich mich entspannt und mit vollem Bauch im Stuhl zurück.
      Nach dieser Stärkung konnte mich, egal was jetzt kommen würde, nichts mehr aus der Ruhe bringen.
      Eine Zeit lang blickten wir uns stumm an, Charly spielte nervös mit ihrer Unterlippe und Nico saß tatenlos mit verschränkten Armen da. Irgendwann, ich war schon fast dabei, meinen Kopf auf Shadows Schultern zu legen und einfach einzuschlafen, begann Charly zu sprechen. »Es tut uns Leid, dass wir heute so viel Stress gemacht haben. Es war alles etwas kompliziert. Ich hoffe, ihr seid uns nicht böse, aber ich bin schwanger.«
      Natürlich hatte ich mir so etwas gedacht, auch wenn ich es nicht hatte fassen können. Nie hatte ich mir darüber Gedanken gemacht, dass es irgendwann so weit sein könnte, aber nun war es soweit und hoffentlich, hoffentlich würde alles gut enden.
      Ich stand von meinem Stuhl auf, ging um den Tisch herum zu meiner Freundin und nahm sie fest in den Arm. Ich merkte, wie sie anfing zu schluchzen, doch diesmal war es keine Wut oder Trauer die sie dazu brachte, sondern Dankbarkeit. Als ich mich von Charly löste, stand auch schon Shadow hinter mir und nahm sie fest in den Arm. Außerdem hörte ich Shadow ihr einen Glückwunsch zusprechen und viel Glück wünschen.
      Auch wenn ich es mit Nico nicht lange alleine aushielt, trotzdem war er mein Freund. Er war manchmal ein riesen Arsch, aber er gehörte zu uns. Auch ihn drückte ich, was ihn anscheinend etwas erschrak, wann hatten wir uns je gedrückt, aber er erwiderte die Umarmung.
      »Nico, du bist der perfekte Freund für Charly, zeige ihr, dass du den Platz an ihrer Seite auch wirklich verdienst. Lass dir etwas einfallen, wie du das Ganze wieder gerade biegen kannst!« flüsterte ich ihm zu, so dass es Charly nicht hören konnte.
      Der Lockenkopf nickte und ich sah eine Träne in seinen Augen glitzern. Es war die erste Träne, die ich bei ihm sah und ich wusste, dass er alles bereute.

      Natürlich entschieden wir uns dafür, dies zu feiern und zwar, in dem wir uns alle auf unsere Sofaecke lümmelten und unseren diesjährigen Urlaub planten.
      Wie Charly uns heute morgen bereits gesagte hatte, Nico fühlte sich etwas überrumpelt, denn er hatte noch nichts davon gewusst, hatte ihre Cousine uns alle nach Norwegen eingeladen. Sie besaß mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn eine kleine Hütte in der Nähe der Stadt Sylling und wollte uns alle einmal kennenlernen. Die Bilder waren so bezaubernd, dass wir natürlich gleich eine Mail zurück schrieben.
      Es würde unser erster gemeinsamer Urlaub sein und ich hoffte, dass wir vier uns nicht so schnell verlieren würden.

      Am Abend ging ich mit einem unglaublichen Gefühl ins Bett. Meine beste langjährige Freundin Charly bekam ein Kind. Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, wer von meinen Freundinnen zu erst ein Kind bekam, Charly hätte ganz am Ende der Liste gestanden. Ich wusste jedoch, dass es Charly und auch Nico gut tun würden, wenn sie endlich mal etwas Verantwortung lernen würden und außerdem war die Wahrscheinlichkeit groß, dass Nico das Rauchen endlich mal aufgeben würde.
      Natürlich freute ich mich auch riesig auf den Urlaub in Norwegen und wer hätte es erwartet, dass genau dieser bald mein Leben verändern könnte.
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      Besuch von Zion
      12.06.2016 | by Zion

      Verschlafen. Mal wieder. Und heute war so ein wichtiger Tag, denn es ging zu Bracelet nach Slowenien. Schnell hatte ich mich angezogen und gewaschen. Angie drückte mir noch eine Lunchbox in die Hand. Ich umarmte sie kurz und rannte ins Auto um zum Flughafen zu fahren. Gerade noch so hatte ich den Flieger geschafft. Auf nach Slowenien!
      Da die liebe Bracelet gerade nicht da war, bat sie mich, dass ich ihre Pferde pflege. Vom Flughafen aus nahm ich ein Taxi und fuhr zum Gestüt.
      Dort angekommen zog ich mir die Reitsachen an und machte mich an die Arbeit! Zu aller erst ließ ich alle Pferde des Gestüts nach draußen um die Boxen auszumisten und Futter zu verteilen. Erstmal schickte ich Dempsy, Vaconda, Vintage Gold, Winterzauber und Dreaming of better Day in die Führanlage. Anschließend durften sie zusammen mit Christmas Joy, HGT's Nightmare, Takada und Take my Hand auf die Stutenweide.
      Als nächstes waren die Trakehnerhengste dran:
      Erstmal scheuchte ich It's Showtime, Master of Gold, Batman's Rendezvous, Costa de la Bryére, Deo Volente, N'oubliez jamais, Party Shaker, Seattle's GT'aime und Waldjunge in der riesigen Halle umher. Danach durften sie sich welzen nach Lust und Laune. Nun war schon einiges an Zeit vergangen und ich brachte die Trakehner in den Stall und machte weiter.
      Nun waren die Jungpferde und Fohlen dran, alle durften auf der Weide rumtoben. Also brachte ich VK Gunna Whiz, Backfett, Bambina, Capri, Caddylack und Chestnut nach draußen.
      Also nun fast fertig mit der Arbeit, machte ich mich an den Nebenstall. Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the move like jagger, Simple little Melody und Sir Donnerhal hatte ich bereits nach draußen geführt und brachten nun den anderen Teil des Stalls nach draußen. Es war nur noch 1 Pferd da und zwar Wastl. Nun war es vollbracht! Alle Pferden waren versorgt und ich konnte nach Hause fliegen.
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      Hufschmiedbesuch
      20.07.2016

      Heute war wieder einmal einer der anstrengenden Tage im Leben gekommen. Der Routinetermin beim Hufschmied stand an und bevor ich mein Amt in ein paar Wochen niederlegen würde musste ich ein letztes Mal an die Hufe meiner Pferde. Hufe, Hufeisen - irgendwie konnte ich den ganzen Kram nicht mehr sehen. Umso mehr freute ich mich nun auf die Tage in denen ich stattdessen Jungpferde ausbilden würde und mit erfahrenen Pferden arbeiten könnte um Feinheiten zu verbessern. Auch bei meinen eigenen Pferden würde ich also bald Hand anlegen dürfen - ich wartete nur noch auf die Bestätigung und meiner Trainerlizenz.
      Nun seufzte ich allerdings erstmal und arbeitete Box für Box ab. Begonnen wurde mit Dempsey. Sie lief bisher barfuß und sollte heute beschlagen werden. Zuerst musste ich ihre Hufe allerdings kontrollieren: Alles in Ordnung. Dann wurde noch schnell aber gründlich ausgeschnitten und anschließend folgte auch schon der neue Beschlag.
      Damit wanderte ich auch schon zur nächsten Box: Vaconda; mein süßes Alterchen. Alt war sie nicht wirklich aber in meinem Stall, in dem beinahe nur Pferde unter 7 standen stach die 13jährige Stute natürlich etwas heraus. Hufzustandsmäßig aber ganz und gar nicht. Deswegen war ich bei ihr auch sehr schnell fertig. Ausschneiden und ein wenig Hufbalsam, dann war's das auch schon wieder.
      Next: Winterzauber. Wizza war heute eher müde und etwas träge, weshalb ich mir etwas Sorgen machte. Allerdings schätze ich, dass dies mit den Hormonen im Zusammenhang mit ihrem Fohlen stand. Mein Hufschmiedbesuch bei meiner Braunen verlief absolut komplikationslos und am Ende waren ihre Hufe wieder in bester Ordnung. ,,Feines Mädchen.'',sagte ich liebevoll und tätschelte ihren Hals.
      Dreaming Of Better Days war die nächste. Als ich zu ihr kam kaute sie gerade an ihrem heu, ganz genüsslich und zufrieden. Dreamy schien also von dem von mir verordneten Zwangstag Boxenruhe für alle meine hufschmiedbedürftigen Pferden wenig betrübt zu sein. Nur mein Herumwerkeln an ihren Hufen schien etwas zu stören - beim fressen nämlich. Dennoch hielt sie brav still und erleichterte mir meine Arbeit. ,,So. Fertig.'',sagte ich dann und gab ihr noch eine Karotte.
      Anschließend ging ich in die Futterkammer und holte ein paar Kräuter, welche ich unter WInterzaubers Extrafutterportion mischte. Sie sollten sie etwas aufputschen und den Kreislauf stabilisieren. Sie nahm das ganze dankbar an und ich blieb noch ein wenig bei ihr.
      Dann ging ich zu Christmas Joy. Sie war im Gegensatz zu Dreamy wenig begeistert über die Zwangsruhe. Sie lief nämlich kreise in ihrer Box als ich kam. ,,Hee.'',sagte ich und sie fuhr kurz zusammen. Im nächsten Moment aber spitzte sie ihre Öhrchen und kam neugierig auf mich zu. Ich streichelte sie einige Zeit lang und untersuchte dann gründlich ihre Hufe. Auch ausgeschnitten und neu beschlagen wurde mein Schimmelchen. Sie zeigte sich geduldig. ,,Gute Joy.''
      Nighti war mein nächstes Opfer. Mein rabenschwarzer Liebling. Trächtigkeitsbedingt war ich sie schon sehr lange nicht geritten, was ich sehr bedauerte aber sich möglicherweise bald ändern könnte. Mal schauen - vielleicht ließ ich sie auch Koppelpferdchen sein, zumindest noch eine gewisse Zeit lang. Meine Stute wurde untersucht, ausgeschnitten, etwas korrigiert und ebenso neu beschlagen. ,,Brave Maus.'',sagte ich dann sentimental und ließ sie in ihrer Box zurück.
      Take my Hand und Takada erledigte ich daraufhin sozusagen in einem Aufwasch. Auch sie wurden behutsam ausgeschnitten, nach ausführlicher Kontrolle natürlich, und beschlagen.
      Dann ging's an meine Trakehnerhengste. Deo Volente, Batman's Rendezous, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Seattle's GT'aime und Waldjunge. Sie alle bekamen ebenso das selbe Routineprogramm wie meine Stuten und die selbe Arbeit sollte bei den Pferdchen im Nebenstall folgen.
      Sookie, Birdcatcher, Angels Kiss, Black Pearl, Golden Eye, Donella, Herbstblüte, Simple Little Melody, Wastl und Donnerhall. Bei ihnen allen das selbe Prozedere. Es war wirklich mühsam. Wie froh ich doch war diese monotone Arbeit zukünftig nicht mehr verrichten zu müssen.
      Am darauffolgenden Tag machte ich auch noch It's Showtimes Hufe. Der Hengst zeigte sich dabei gewohnt vorbildlich und erfreute sich danach einer ausgiebigen Streicheleinheit.
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      Der Umzug in die Traumheimat Schweden
      16.08.2016

      Freitag. Wie immer ein absolut fantastischer Tag. Dieser Freitag, dieser Freitagmorgen, sollte jedoch ein ganz besonderer Tag in meinem Leben werden. Beinahe ein Jahr hatte ich auf diesen besonderen Moment hingearbeitet und nicht mal in meinen kühnsten Träume hätte ich gewagt mir diesen auszumalen. Doch nun war er tatsächlich gekommen: Der Umzug nach Schweden; mit all meinen Pferden, ohne meine Familie, ohne all meine Freunde. Der Sprung ins Unbekannte. Die Abreise von allem was ich bisher kannte und liebte. Meine Selbstverwirklichung in einem von mir selbst geplanten Reit und Sportpferdezuchtstall. Das One-Way Ticket auf ein absolut gigantisches Areal, welches ich seit einem dreiviertel Jahr offiziell mein Eigen nennen durfte und bebauen ließ, im schönsten Land das ich bisher kennengelernt habe.
      ,,Guten Morgen.'',sagte meine Mutter lächelnd und strich mir über die Wange. Ich presste meine Augen zu und versuchte diese nun mit Mühe zu öffnen. ,,Guten Morgen Mum.'',entgegnete ich dann und blickte in ihr Gesicht. Obwohl sie ein breites Lächeln auf den Lippen hatte wusste ich dennoch, wie traurig sie dieser Tag machte. Ich hatte die letzten drei Tage mit ihr verbracht. Doch nun war die Zeit gekommen zu gehen. Ich wusste, dass ich sie wieder sehen würde, dass sie öfter übers Wochenende zu mir fliegen würde. Doch nichts würde je sein wie früher und es würde jedes Mal zweieinhalb Stunden dauern bis ich bei ihr wäre. ,,Ich hab dich lieb.''
      Dies waren dann auch die letzten Worte zu ihr und meinem Vater, kurz bevor ich ins Auto stieg und nun zu meinem alten Gestüt fuhr. Burning Spring. Wenn ich auch eine wunderschöne Zeit hier hatte wusste ich, dass es seinen Glanz längst verloren hatte. Seine Zeit war um. Zumindest die Zeit in der ich hier mit meinen Pferden lebte und diese den Hof so lebendig machten. Die neuen Besitzer würden es wohl, zumindest die nächsten Monate, brach legen. Traurig. Dies war das zweite Mal an diesem Tag dass ich meine Tränen ersticken musste. Dabei wand ich meinen altbewährten Trick an und presse meine Zunge gegen meinen Gaumen.
      Wehmütig ging ich ein letztes Mal ins Haupthaus. Nur um die Liste meiner Pferde zu holen. Sie und jeweils eines ihrer Halfter mit Strick, Transportgamaschen und Abschwitzdecke waren alles was noch hier war. Beim Personal hatte ich mich vor einer Woche verabschiedet. Die letzten Tage hatte ich alle Pferde zusammen mit meiner Mutter selbst versorgt. Nun war ich alleine hier. Nur die Mitarbeiter des Transportunternehmens waren ebenfalls anwesend. Sie waren mit acht riesigen Pferdetransportern gekommen, mit welchen meine Lieblinge anschließend zum Flugharfen gebracht werden sollten.
      Ich half beim Verladen. Im ersten LKW standen zum Schluss Waldjunge, Party Shaker, Deo Volente und Sir Donnerhall; im Zweiten Takada, Take my Hand, Dreaming of better Days, Vaconda und Simple little Melody; im Dritten Angels Kiss, Donella, Herbstblüte und Bambina; im Vierten Sookie mit Kameradin Birdcatcher und I've got the moves like Jagger; im Fünften Seattle's GT'aime, N'oubliez Jamais, Costa de la Bryére und Wastl; im Sechsten HGT's Nightmare, Vintage Gold, Dempsey und Winterzauber; im Siebten Batman's Rendezvous, Master of Gold, Black Pearl, Golden Eye und Chestnut; im Achten, letzten Hänger, die Stute Christmas Joy mit den vier Fohlen Capri, Backfett, Caddylack und der Junghengst, am weitesten weg von der Stute, VK Gunna Whiz.
      Ich ging ein letztes Mal die Pferde durch, zählte die Equidenpässe durch, unternahm einen letzten Rundgang auf dem Gestüt und kontrollierte alle Richtlinienbestimmungen, Papiere und Genehmigungen. Dann konnte es los gehen. Adieu Burning Spring.
      Die Lastwagen rollten vom Gestüt. Gleich taten es ihnen meine Tränen über die nun nassen Wangen. Ich versuchte sie mir mit den Fingern zu trocknen. Erfolglos. Dann stieg auch ich in meinen schwarzen Volvo-Geländewagen und stieg in die Pedale. Ich folgte den Pferdetransportern circa zwei Stunden zu einem Flugharfen, weit außerhalb unserer Heimat Velenje, Slowenien, gelegen. Hier wurden wir von einigen Mitarbeitern des Flugplatzes eingewiesen. Ich stieg anschließend aus meinem Wagen, welcher ebenfalls nach Schweden geflogen wurde und gab zu allererst den Schlüssel ab. Dann musste ich gefühlte tausend Formulare ausfüllen und alle Impfpapiere meiner Pferde vorlegen.
      Erst dann durfte ich beim Aus- und wieder Verladen meiner Pferde mithelfen. Beinahe alle von ihnen standen nun zum ersten Mal in einem Flugzeug. In diesem gab es spezielle Boxen, welche natürlich sehr platzsparend und damit klein gehalten waren. Wie immer sollte es vor allem bei einem ganz bestimmten Hengst ein Problem geben: Deo Volente. Der Rappe, welcher mich Tag für Tag auf die Palme brachte, da er einfach zu viel Energie und Temperament besaß. ,,Brrrr.'',sagte ich dennoch in ruhiger Tonlage. Erfahrungsgemäß war dann kurz Ruhe, was auch jetzt der Fall war; Deo ging gehorsam in die Box. In der nächsten Sekunde jedoch riss er den Kopf hoch, die Vorderbeine folgten und er verfehlte mich nur knapp mit einem Tritt. ,,Deo!'',schrie ich und schnalzte mit dem Strick. So rettete ich mich aus der Box und schloss sie hinter ihm. Allmählich wurde dies zu ein Problem. Auch unterm Sattel wurde der Sechsjährige täglich unkontrollierbarer. Deswegen hatte sich der Gedanke in meinen Kopf geschlichen ihn nicht vielleicht legen zu lassen. Der Sicherheit wegen.
      Kurz danach standen alle Pferde in ihren Flugboxen. Leider hatte sich dank Deo Volente, der nach wie vor in seiner Box wild auf und absprang, allgemeine Unruhe eingeschlichen und der Tierarzt musste beginnen die Pferde zu sedieren, beziehungsweise ihnen Beruhigungsmittel zu verabreichen. Leider war während der Tierarzt durch die Reihen ging die Unruhe bei einem anderen Junghengst übergekocht. Ausgerechnet Chestnut, mein dreijähriges, selbst gezogenes Nachwuchspferd kämpfte mit sich selbst, hatte Panik und damit extrem hohen Puls, weshalb er bereits keuchte. Der Tierarzt gab ihm deswegen etwas ganz besonderes, fragt mich nicht was, das half. Es tat wirklich weh das mit ansehen zu müssen.
      ,,Tief durchatmen.'',befahl ich mir selbst und schluckte wiederwillig. Dann trat ich vom Flugzeug zurück und wurde von einem Mitarbeiter mit einem dieser putzigen mini-schrägstrich-Golf-Wagen zu meiner Propellermaschine gebracht.
      Zwei Stunden später landete ich in Schweden und hier wurde es wieder mühsam: Formulare ausfüllen, Gesundheitsnachweise, Bewilligungen und zig andere Papiere mussten erneut ausgefüllt und vorgezeigt werden.
      Dann, ungeschlagene zweieinhalb Stunden später, durfte ich zu meinen Pferden. Das gemietete Transportunternehmen hatte bereits alle Pferde in die LKWs umgeladen. Ich kontrollierte dennoch noch einmal ob alles richtig gemacht wurde. Anschließend stieg ich zu einem der Fahrer in den Wagen. Mit dem Herrn Eriksson hatte ich bereits im Vorfeld telefoniert. Es war erfrischend, dass er noch Deutsch mit mir sprach, da mein Schwedisch noch sehr eingerostet war, wenn ich es vor ein paar Monaten auch noch relativ gut konnte.
      Eine dreiviertel Stunde fuhren wir bis zum Tor meines Traumanwesens. Ich kramte meine Fernbedienung aus der Handtasche und drückte auf das kleine, weiße Schlüsselsymbol. Daraufhin öffnete sich das schwarze Metalltor augenblicklich und die Transporter fuhren durch zum Parkplatz. Hier begann ich die Pferde auszuladen. Von hier ging es für die Pferde, natürlich nachdem Decken und Gamaschen abgenommen wurden, auf die flachen, weiten Weiden des DVTS.
      Ich verabschiedete mich anschließend bei Nils Eriksson und ging in meine neuen Ställe. Die Boxen mussten gut verteilt und beschriftet werden. Anschließend ging ich das Anwesen ab. Abgesehen von den traumhaften Stallungen und Weiden fand man auf dem Den Vacker Trakehner Stud alles was das Herz eines Pferdemenschen begehrte: Ausreitwege, Paddocks, ein tolles Hauptgebäude mit Stüberl, Dressurarena, Springhalle, Dressurviereck, Springplatz, Roundpen, Geländestrecken, Schrittmaschine, Laufband, ein Solarium unter welchem während meines Rundganges It's Showtime gerade massiert wurde, und sogar eine kleine Grasrennbahn. Es war traumhaft.
      Als die Sonne unterging saß ich im Gras der Stutenkoppel und beobachtete Vina neben mir, wie sie genüsslich einige Halme ausriss und die Büschel herunterschlang. Als könnte sie meine Gedanken lesen blickte sie kurz zu mir hoch, beäugte mich mit ihren braunen Ponyaugen und schnaubte glücklich. Hach, was für ein wunderbarer Ort für Pferd und Reiter.
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      Springtraining E ->A

      August 2016

      Es war ein furchtbar angenehmer Tag auf dem DVTS. Letzte Nacht hatte es endlich geregnet und damit abgekühlt. Die schwüle Luft war weg und meine Kopfschmerzen waren automatisch mit verschwunden, was eine wunderschöne Bereicherung für mein heutiges Vorhaben darstellte.
      Heute hieß es für Vaconda, Take my Hand, Angels Kiss und Herbstblüte nämlich Springen. Sie befanden sich derzeit allesamt auf E-Niveau und sollten innerhalb dieser Woche zu sicheren A-Springpferden werden.
      Die erste im Bunde war meine braune Stute Vaconda, deren Begabung ich eher in der Dressur sah. Dennoch wollte ich ihr ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm bieten. Ich war die Stute zuvor noch nie gesprungen, weshalb ich sehr vorsichtig mit den Abmessungen war. Ich hatte zuvor insgesamt acht Sprünge aufgestellt. 3 Kreuze; zwei davon E, eines A-Niveau, 3 Steilsprünge; 2 E, ein A-Sprung und 2 Weitsprünge; je ein E, ein A-Sprung. ,,Na dann wollen wir mal Vaconda.'',sagte ich und ritt nach ausreichendem Aufwärmen das erste kleine Kreuz an. Sie sprang brav ab und hüpfte geschmeidig darüber. Im Galopp ging es dann weiter zum zweiten E-Kreuz. Kein Problem für die Stute. Deshalb wagte ich mich an die anderen Einsteigersprünge. Es klappte sehr gut und ich traute ihr die A-Höhe zu, was sich bestätigte. Sie schien Spaß an der Sache zu haben und arbeitete wirklich super mit.
      Nachdem Vaconda wieder auf der Weide stand durchliefen Take my Hand und Angels Kiss das selbe Prozedere.
      Last But Not Least dann auch Herbstblüte. Meine süße Gidranstute mit den wunderschönen Gängen. Es war immer wieder ein vergnügen sie zu reiten. So auch heute. Nach zwei E-Sprüngen war ich bei ihr sogar schon sicher genug sofort ein A-Kreuz anzureiten und siehe da: Sie hatte wirklich nicht einmal einen Hauch von Problem dabei. Deswegen ritt ich die übrigen A-Sprünge mit ihr durch und war begeistert. Ob Springen ihre Begabung ist? Dies würde sich wohl in den kommenden Monaten oder Jahren zeigen.
      Die darauffolgenden Tage vertieften wir das heute gelernte und am Ende waren sie wie ich es mir vorgestellt hatte A-fertig.
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      Graue Stunden
      1. Februar 2017

      Die beißende Kälte hatte mittlerweile die Mauern meiner Schützenden Behausung durchdrungen und nagte nun einmal mehr an mir als ich um halb fünf Uhr morgens aus meinem Bett stieg. Ich hüllte mich in eine dicke Wollweste und ging die Treppen des Haupthauses hinunter. Nie hätte ich gedacht, dass mir Kälte so viel ausmachen würde; war ich doch immer ein sehr unempfindlicher Mensch diesbezüglich gewesen. Doch dies war auch der erste Winter im neuen Heim, der erste Winter in Schweden, den ich miterlebte. Doch es lang nicht an den eisigen Temperaturen, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Während ich mir den Kamin einheizte versank ich dann endgültig in Gedanken. Meine Sorgen kamen wie schon so oft von meinem Deo Volente. Der Rappe brachte mich nun seit über drei Jahren regelmäßig auf die Palme, oder eher hinaus ins Universum. Schon als ich ihn bekam wusste ich, was ich mir da aufhalste. Er war absolut kein leichtes Pferd. Wofür andere zwei Wochen brauchten brauchte Deo vier. Einfach und alleine schon aus dem Grund, dass er einfach nicht mitarbeiten wollte. Andere Pferde taten sich schwer und der Trainingserfolg verzögerte sich deswegen. Bei Deo war es schlicht und ergreifend einfach sein Sturschädel, der jede noch so kurze Trainingseinheit mit ihm zu einer nervenaufreibenden Sache machte, die nicht selten mit meinem Unfreiwilligem Abstieg endete. Nein, an Deos Potential lag es nicht. Davon hatte er genug und dies war einer der Gründe dafür, dass ich einer Freundin vor kurzem erzählt hatte, dass ich überlege den rabenschwarzen Wildfang zu verkaufen und genau diese Freundin hatte sich vor einigen Tagen bei mir gemeldet und ihr Interesse bekundet.
      Seufzend saß ich beinahe eine Stunde vor meinem Kamin und starrte in die Decke. Es war so traurig. Aber es würde wohl das Beste für ihn sein. Hier auf dem DVTS würde er nicht weiter kommen. Er würde praktisch verstauben weil ich mich immer vor dem Training mit ihm drückte und Anastasia wollte ich das nicht antun. So hart dies klang. Es war einfach zu gefährlich und ich wollte nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn mein Rappe seine fünf Minuten bekam und sie dabei verletze.
      Hustend verließ ich dann meinen bequemen Sessel, zog mich schnell um und ging in den Stall um die Pferde zu verpflegen. Als ich die Stallgasse betrat beäugte mich auch schon meine Hummels Enterprise. Sie schien nichts dagegen zu haben heute schon etwas früher an ihr Heu zu kommen. Sie zauberte mir ein kleines Lächeln auf die Lippen und ebenso taten es Dempsey, Vaconda und Christmas Joy, die ihre Hälse nun ebenfalls neugierig in die Höhe ragten. Ich schlenderte also hinüber zur Futterkammer und ging dann bewaffnet mit Scheibtruhe, Heugabel und Heu die Boxen ab. Dabei begann ich bei Take my Hand und Takada. Die letzte war Dreaming Of Better Days, die sich am gelassensten gab und am wenigsten Hunger klagte.
      Anschließend verschlug mich meine Morgenmotivation, oder wohl eher mein Ablenkungsritus, in die Sattelkammer, wo ich beschloss, dass es an der Zeit war neue Schabracken unter die Sättel zu geben. Mein Neuling Roommate zum Beispiel hatte noch nicht mal eine. Dies änderte sich nun. It's Showtime stieg von Dunkelblau auf Weinrot um, Batman's Rendezvous von Grün auf Beige, Master Of Gold von Weiß auf Schwarz und N'oubliez Jamais von Hellblau auf Pastellgelb. Danach putzte ich noch eine knappe halbe Stunde die Trensen meiner Spitzenhengste Seattle's GT'aime und Costa de la Bryére.
      Als dies auch vollbracht war brachte ich meinen Party Shaker zusammen mit Waldjunge raus aufs Paddock. Ich sah den Beiden anschließend kurz zu und brachte dann Romulus, Sir Donnerhall, Wastl, Nephilim und Vina auf die Weide. Ihnen folgten Scarlet Sun, Pinochio, Sookie, Birdcatcher, Black Pearl, Herbstblüte, Donella, Golden Eye, Angels Kiss und I've got the moves like Jagger.
      Dies lenkte mich eine Zeit lang ab. Inzwischen waren auch meine Mitarbeiter schon auf den Beinen und freuten sich einen Kaffee länger genießen zu dürfen, da ich die Pferde ja schon auf die Koppeln gebracht hatte. Nur Anastasia traf ich in der Stallgasse an. Sie hielt ihren Reitplan in den Händen und grübelte ob sie nun mit Only Known in Texas oder Simple Little Melody beginnen sollte. Ich grüßte sie nett und ging holte Hollywood King Guns Putzzeug. Diesen putzte ich ausgiebig und schmuste ein wenig mit ihm. Ich hatte ihn leider noch nicht sehr lange aber jeder Tag mit ihm brachte mir eine Menge an Glücksgefühlen. So auch heute.
      Nachdem ich Husky, wie wir ihn zu nennen pflegten, in der Halle gearbeitet hatte ging es für mich am heutigen Tage zu den Jungpferden. Chestnut und VK Gunna Whiz trainierte ich momentan gerade für das bevorstehende Anreiten. Sie machten sich sehr gut, weshalb ich diesem sehr positiv entgegenblickte.
      Leider war der Tag nun noch immer nicht vorbei und meine Trauer um den bevorstehenden Abschied, welcher unausweichlich immer näher kam, drohte überzuschwappen. Deshalb beschloss ich nun zur Koppel meiner Zuchtstuten zu gehen, da mich der Anblick dieser mit ihren Fohlen immer und immer wieder glücklich machte. Bereits auf dem Weg dorthin sah ich Caddylack, Capri, Bambina und Backfett durch den hohen Schnee toben und fühlte mich ein klein wenig besser. Dann sah ich sie endlich. HGT's Nightmare trabte gerade mit aufgestellter Schweifrübe den Trampelweg entlang, der sich im Laufe der letzten schneelosen Tage gebildet hatte. Neben ihr im vollen Galopp DVTS' Colour the Nightsky; mein erstgeborenes Zuchtfohlen. Die Kleine musterte sich immer mehr, wenn sie auch noch etwas tollpatschig war. Sie hing sehr an ihrer Mutter, konnte jedoch mittlerweile auch schon damit umgehen von ihr getrennt zu sein, wenn ich Nighti etwas arbeitete. Sie stand dann immer mit Vintage Gold und deren Fohlen DVTS' Cascadeur de la Vie zusammen. Winterzauber und ihr Fohlen grenzen sich immer ein wenig von der kleinen Herde ab, standen interessanterweise konstant alleine immer zehn bis fünfzehn Meter entfernt. DVTS' Seattle's Wintertime war trotzdem ein sehr soziales Fohlen. Bloß ihre Mama schien keine Lust auf den Trubel zu haben.
      Am Abend erreichte mich dann der erwartete Anruf. Meine Freundin fragte nach, wie es denn mit Deo aussah und ich willigte schweren Herzens ein. Nachdem ich den Hörer zur Seite gelegt hatte ging ich noch ein letztes Mal für den heutigen Tag in den Stall. Deo Volente stand nichtsahnend in seiner Box. Wie gewohnt begann er zu Scharren als er mich kommen hörte und erwartete, dass ich ihm einen Leckerbissen mitgebracht hätte. Meist war dem allerdings nicht so und Deo ließ mit seiner lästigen Angewohnheit nicht locker. Diesmal allerdings hatte er Glück: Ich hatte ihm extra einen halben Kilo Möhren mitgebracht. Diese nahm er gerne an.
      Nachdem ich meinen Rappen anschließend ein wenig geputzt hatte kamen mir dann endgültig die Tränen. Ich wusste, dass er es gut haben würde doch leicht würde es wohl nie werden ein Pferd zu verkaufen, das man schon so lange besaß wie ich Deo.
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      Dressurtraining A->L

      April 2017

      Der Trainingsmonat April war für meine Pferdchen sehr erfolgreich.
      Sir Donnerhall schaffte in der Dressur endlich den Sprung in die Klasse S. Es war ein unfassbar tolles Gefühl ihn mittlerweile auf diesem hohen Niveau reiten zu können. Er besaß alle Anlagen und an der Hand konnte mein Hübscher bereits Passagieren und Piaffieren. Unterm Sattel waren wir davon jedoch noch weit entfernt, wenn auch endlich die ersten schweren Lektionen begannen einwandfrei zu funktionierten. Traversalen, Galopppirouetten und fliegende Wechsel waren Donnerhalls Lieblingsübungen der schweren Klasse. Dieser Aufgabenstellung nahm er immer mit Enthusiasmus auf und freute sich richtig wenn er sie gut gemacht hatte und ich seinen Hals zur Belohnung tätschelte.
      It's Showtime wurde ebenfalls in der Dressur sehr intensiv gefördert und trainiert. Für ihn stand jedoch erst einmal die Klasse L an. Die Lektionen fielen dem Hengst überaus leicht, weshalb ich ihm zusätzlich auch schon einige M Lektionen beibrachte. Am Ende des Monats hieß es jedoch erstmal, dass er nun in der leichten Klasse starten konnte. Die Zeit würde weiteres bringen.
      Golden Eye wurde in der Dressur von L nach M ausgebildet, Waldi wie Showi von A nach L und auch Vaconda schaffte es in der Dressur in die leichte Klasse.
      Dies war ein sehr dressurlastiger Trainingsmonat. Doch die Ergebnisse waren es Wert meinerseits ein wenig Eintönigkeit zu erleben.
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      Stallburschen im Urlaub
      Juli 2017

      Dadurch, dass meine Stallburschen Urlaub hatten mussten ich und Ana eine Woche um alle Pferdchen kümmern. Misten, Füttern und alles mögliche andere stand dabei auf dem Plan. Am ersten Tag war bereits das füttern wirklich schwierig, da wir ja zu genügen Pferde hatten. Ich begann dabei bei den Youngsters Chestnut, VK Gunna Whiz, Caddylack und Vina, ehe es zu meinen Trakehnern ging; Cost da la Bryére, HGT's Nightmare, N'oubliez Jamais, Party Shaker, Takada, Seattle's GT'aime, Waldjunge, Batman's Rendezvous, Master of Gold, Dreaming of better Days, Christmas Joy, Winterzauber, Vintage Gold, Vaconda, It's Showtime, Roommate, Hummels Enterprise, Dempsey, Akira, Take my Hand, Give me Chocolate, Raffinessca und Traumfänger. Anschließend bekamen meist Dreammaker, Mihály, Lead me Home, Cornetto, Last in Love, Cotsworlds Eik, Wastl, Romulus, Sir Donnerhall, Scarlet Sun, Pinochio, Hollywood King Gun, Only Known in Texas, Nephilim Son Of Angel & Devil, Sookie, Angels Kiss, Birdcatcher, Black Pearl, Donella, Golden Eye, Herbstblüte, I've got the moves like Jagger, Simple little Melody, Aiana, DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky, Backfett, Bambina und Capri Heu. Anschließend begann ich wieder von vorne die Pferde auf die Koppeln zu bringen ehe es los ging mit dem Reiten. Das würde noch eine anstrengende Woche werden.
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      Frischer Wind
      September 2017

      Viel früher als gewohnt ereilte uns nach dem kurzen, milden Sommer auch schon wieder die eisige Kälte, die uns der Nordwind gebracht zu haben schien. Die kurzen T-Shirts, die ich diesen Sommer doch so sehr lieben gelernt hatte, wurden bereits Anfang September durch Pullover und funktionelle, langärmlige Funktionsunterwäsche ausgetauscht. Die Jacken dicker den je für diesen Monat. Schweden hatte leider, wenn es den wunderschönen Schleier ablegte und damit das vermeintlich schöne Gesicht zum Vorschein kommen sollte, eine nicht all zu schöne Seite an sich. Die allgegenwärtige Kälte schien mir dieses Jahr gar nicht gut zu tun. Sie schlug mir mehr als merklich aufs Gemüt und schwächte mich körperlich mehr als je zu vor.
      Objektiv betrachtet hatte das Ganze jedoch schon seinen Reiz. Als ich kurz vor 10 Uhr die Trainingspläne für die kommende Woche fertiggestellt hatte und vor die Haustüre trat wirbelte der Wind gerade gelbe, orangene und rotbraune Blätter über den Asphalt. Die Sonne stand hoch am himmel und wärmte sanft meine eisigen Hände, dich ich dieser jedoch bald entzog und in wärmende Handschuhe einpackte.
      Auf dem Weg in den Stall kamen mir zwei meiner Stallburschen entgegen, die soeben Aiana, Bambina, Backfett und Vina in die entgegengesetzte Richtung, zu den Stutenkoppeln, führten. In der Stallgasse angekommen wartete auch schon Neuzugang Mihály fertig getrenst und aufgesattelt auf mich in seiner Box. Mit dem hübschen ungarischen Halbbluthengst hatte ich mir einen ganz großen Traum erfüllt. Schon lange hatte ich nach einem Pferd wie ihm gesucht. Einem Pferd, dem die Welt offen zu stehen scheint wie kaum einem anderen. Es gab keine Sparte des Reitsportes, in dem ich bei Mihály von Anfang an zu wissen schien, dass ich diese mit ihm nicht komplett episch gestalten würde. Und noch dazu war er ein ungarisches Halbblut; eine Rasse von der ich immer schon geträumt hatte. Umso glücklicher war ich jeden Tag wenn ich ihn reiten durfte. Heute gab es jedoch alles andere als Intensivtraining. Es war Sonntag. Ruhetag, wie er bei uns ganz klassisch praktiziert wurde. Ein kleiner Ausritt stellte jedoch sicher, dass der Hengst sich am heutigen Tage dennoch etwas bewegte. Da Mihály im Gelände absolut gelassen war drifteten meine Gedanken zur zukünftigen Gestütsplanung ab. Die Youngsters, die ich eigentlich im Frühling schon anreiten wollte, durften diesen Sommer noch wilder denn e und je auf der gebirgigsten Wiese meines Eigentums verbringen. Sie war riesig und relativ weit vom Stalltrubel weg. Der perfekte Ort für junge Hengste um sich noch einmal so richtig auszutoben. Natürlich hatten sie nun alle ihre Geschlechtsreife erreicht und Vina wurde bereits in die Stutenkoppel integriert und war nicht mit ins Geschehen involviert. Caddylack, Chestnut und VK Gunna Whiz jedoch verwilderten jedoch beinahe ein wenig. Natürlich verbrachten sie den Sommer nicht ohne Aufsicht meiner alten Hasen. Nunja; alt waren sie noch nicht wirklich. Dennoch bekam sie eine Sommerpause, da sie in ihren jungen Jahren ohnehin schon genug geleistet hatten und ich mich dieses Jahr vorwiegend auf die Nachwuchspferde des Gestüts konzentriert hatte. So fiel die Wahl damals unter anderem auf Wastl, der mittlerweile 16 Jahre alt war, was natürlich für heutige Verhältnisse noch lange nicht alt war. Dennoch wurde dieser von mir nur noch spaßhalber geritten. Natürlich durfte er noch seine Lektionen laufen und wurde hin und wieder gesprungen. Dennoch war dies nicht mehr so sehr auf Druck wie früher. Er war immerhin gekört und solange keine Vorstellungen mit ihm stattfanden musste ich ihn diesem Stress einfach nicht mehr aussetzen. Dasselbe galt für seinen zwölfjährigen Koppelkollegen Seattle's GT'aime, der zusammen mit ihm den Somer über die Junghengste etwas erziehen sollte. Die Zeit in den Bergen schien ihnen gut zu tun, weshalb ich sie, wie auch Chesi, Caddy und Nano wohl erst gegen Ende des Septembers herunter holen würde, wenn es dann auch langsam gefährlich werden würde über Stock und Stein zu huschen und ein schützender Stall von Vorteil war.
      Nachdem ich mit Mihály wieder zurück war machte ich mich daran ein paar Sprünge aufzubauen und seitlich ein Flatterband zu ziehen. Freispringen stand auf dem Programm. Zuvor ließ ich die Kandidaten sich aber in der Schrittmaschine warm laufen und sich in der Halle ein wenig austoben. Gerade die Pferde mit ohnehin schon zu viel Energie schabten mir in den letzten tagen endgültig über. Allen voran mein wunderschöner, brauner Deckhengst Master Of Gold. Dieser war zusammen mit seinem Kumpel N'oubliez Jamais als erstes an der Reihe. Bei den Beiden ließ ich mir die Freiheit die Stangen mit der Zeit ein wenig höher zu legen, da sie frei locker über die 160cm-Marke sprangen. Sie schienen ihren Spaß zu haben, weshalb ich ihnen relativ viel Zeit ließ, bis mich Ana dann schon mit den nächsten beiden Pferden dazu zwang ihr meine beiden Hengste wieder mitzugeben. Party Shaker, Batman's Rendezvous, Christmas Joy, Dreaming Of Better Days, Winterzauber, HGT's Nightmare, Takada, Vintage Gold, Hummels Enterprise, Raffinessca, Take my Hand, Akira, Give me Chocolate und auch Herbstblüte folgten. Glücklich über die Masse springbegabter Pferde auf dem DVTS ging es für mich dann zum Essen, ehe ich Waldjunge eine halbe Stunde lang locker longierte, was ich dann auch mit Black Pearl machte. Anschließend ritt ich Dempsey auf dem Platz ein wenig vorwärts abwärts. In der Zwischenzeit war Anastasia ebenfalls schon am Reiten und drehte mit Romulus und Sir Donnerhall eine kleine Runde im Gelände.
      Für mich ging es daraufhin ebenfalls ins Gelände. Nachdem ich mit Hollywood King Gun und Golden Eye bloß jeweils eine halbe Stunde draußen Schritt gegangen war galoppierte ich meine beiden englischen Vollblüter Cotsworlds Eik und Last in Love ein ordentliches Stück auf der Galoppstrecke. Es war für die beiden zwar nicht sonderlich fordernd; dennoch erfüllte es den Zweck sie ihre Energie ausleben zu lassen.
      Davon wieder zurück berichtete mir Ana, dass sie Scarlet Sun und Only Known in Texas freilaufen gelassen hatte und Pinochio longiert hatte. Es war mittlerweile schon relativ spät, weshalb ich beschloss Sookie, Birdcatcher, I've got the moves like Jagger, Donella, Angels Kiss und Lead me Home, die ich heute noch für etwas Bewegung einspannen wollte, lediglich in die Schrittmaschine stellte.
      Damit neigte sich der Sonntag auch schon wieder dem Ende zu. Am nächsten Tag trug ich noch in die Trainingstabelle des Hofes die ausstehenden Stunden ein, die ich mit Training mit Vaconda, Costa de la Bryére, It's Showtime und Roommate auffüllte. Anschließend erzählte mir Anastasia noch vom gestrigen, abendlichen Longieren mit Cornetto, Nephilim Son Of Angel & Devil, Traumfänger und Simple Little Melody.
      Weitaus spannender jedoch waren für mich meine Überlegungen was ich mit Dreammaker machen würde, der ja nun wieder zu mir zurück gekommen war. Obwohl ich den hübschen Holsteiner mit den auffällig gefärbten Abzeichen wirklich gerne hatte war ich mir mittlerweile relativ sicher, dass ich den Süßen bald wieder abgeben würde. Ob es nun aus einer Laune heraus zu sein schien oder deswegen, weil ich mit meinen anderen Pferden bereits genug zu tun hatte, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Deswegen würde er vorerst wohl doch noch hier bleiben, ehe es dann Adieu hieß.
      Ein Pferd, für das es jedoch so bald nicht mehr Adieu heißen wird, kam Mitte September zu mir. Es war ein ganz besonderes Pferd, das ich schon seit Jahren im Auge hatte. Es handelte sich dabei um Magic Attack; einen wundervollen englischen Vollbluthengst, der abgesehen von seinem unfassbaren Talent zu laufen auch noch eines der schönsten Pferde war, die ich je zuvor gesehen hatte. Der prämierte Schönling wurde mir mit einem bekannten Transportunternehmen am Morgen des 12. Septembers auf den Hof gebracht, wo ich schon sehentlich auf ihn wartete. Bereits beim Entladen des Hengstes fielen mir seine guten Manieren auf. Er reagierte sehr fein auf meine Körpersprache und verzauberte mich damit ein weiteres Mal. Magic, wie ich den Schabrackenschecken ab nun liebevoll nannte, durfte nun erstmal eine Woche bloß auf der Koppel verbringen, ehe ich langsam wieder beginnen wollte ihn ein wenig locker zu arbeiten. Noch standen meine genauen Pläne für den Zehnjährigen in den Sternen. Dennoch hatte ich da schon meine Ideen für den Süßen - wenn sich diese auch teilweise nicht verwirklichen ließen, wie ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Wenn meine Gebirgspferdchen nämlich wieder da waren wollte ich probieren den Hengst in die kleine Herde zu integrieren, was jedoch, wie ich später, kurz vor knapp, herausfand keine gute Idee gewesen wäre, da Magic ein Pferd war, dass sehr harmoniebedürftig zu sein schien und deswegen wohl nicht glücklich mit der Aufgabe gewesen wäre. Was ihn jedoch glücklich machte war es, mit seinen neuen Kumpel Eik jeden Schritt auf der Koppel zusammen zu gehen. Eik, der ja bekanntlich ein sehr dominantes Pferd war, hatte Magic, der sich, ohne je aufmüpfig zu sein, von Anfang an untergeordnet hatte sehr schnell ins Herz geschlossen. Er beschützte seinen neuen Freund vor all den anderen Pferden, wenn sich diese Magic anlegen wollten. Nicht etwa, dass der hübsche Schecke es notwendig gehabt hätte. Trotzdem war es für diesen wohl sehr bequem.
      Da sich mein Neuankömmling so gut einlebte konnte ich mich relativ intensiv meinen Nachwuchspferden widmen, für die die Sterne in ihren jungen Jahren noch ganz wo anders standen. Sie würden erst zeigen müssen was sie konnten und wie ihr zukünftiges Leben wohl aussehen sollte. DVTS' Takinou, DVTS' Magic Movements, Magic Attacks Sohn, Sir Bacardi, DVTS' Seattle's Wintertime, DVTS' Cascadeur de la Vie, DVTS' Colour the Nightsky und Capri wussten dies jedoch klarerweise noch nicht und wuchsen erst noch stresslos auf den schönen Koppeln des Gestüts auf, ehe der Ernst des Lebens wohl eher früher als später beginnen würde. Dennoch war ich bereits jetzt schon zuversichtlich, dass sie alle Hürden, die ihnen noch in den Weg gelegt werden würden, gut meisten würden.
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  • Album:
    DVTS' Hauptstallungen ♥
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    24 Mai 2020
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    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Vaconda
    (- Conda -)
    --------------------------------------------------

    von: Damn
    aus der: Essence
    --------------------------------------------------

    Geburtsdatum: *2003
    Geschlecht: Stute
    Rasse: Trakehner
    Stockmaß: 1,74 m
    Fellfarbe: Brauner
    Abzeichen: Blesse, 4 Socken


    Gesundheit: sehr gut
    letzter Hufschmiedbesuch:
    letzter Tierarztbesuch:


    Reiter: Bracelet
    auf Weide mit: Wizza, Vintage,..
    --------------------------------------------------

    lernwillig | robust | treu
    Vaconda ist eine dressurbegabte Stute mit viel Potenzial. Sie will ständig gefördert werden und
    ist super lernwillig. Sie ist ein Schatz unterm Sattel und im Umgang.
    Vaconda hat schon viel erlebt in ihrem Leben und ist dadurch sehr abgehärtet und robust. Kein
    Traktor, kein Hund und keine Hengste können ihre Sicherheit brechen.
    Ohne den Schatten von Zweifel geht sie mit Reiter durch dick und dünn und man kann gar
    nichts anderes, als pure Freude mit ihr zu erleben.
    Für Anfänger und unsichere Reiter ist sie ein heller Stern am dunklen Himmel und es gibt
    kaum einen, der nicht mir ihr zurecht kommt. Vaconda ist immer für alle und jeden da und
    versteht sich auch darin, einen zu trösten, falls man mal traurig ist.
    --------------------------------------------------

    gekört|gekrönt: Ja
    zur Zucht vorgesehen: Ja
    Nachkommen:
    Verve (*2017)
    Gencode:
    --------------------------------------------------

    Besitzer: Bracelet
    Vorbesitzer: Canyon
    Vorvorbesitzer: Magic
    Ersteller: Stelli
    VKR: verfallen

    Kaufpreis: geschenkt

    zu verkaufen: nein
    --------------------------------------------------

    Eingeritten
    Eingefahren
    Halfter und Decke vertraut
    Longiert
    Hängergeläufig
    Schmiedefromm
    Geländesicher


    Military: L
    Dressur: S****
    Springen: M
    Distanz: S
    Galopprennen: A
    Western: E

    Fahren: -
    --------------------------------------------------

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    - 2. Platz 360. Dressurturnier -
    - 2. Platz 489. Dressurturnier -
    -2. Platz 498. Dressurturnier -
    - 1. Platz 511. Dressurturnier -
    - 2. Platz 564. Dressurturnier -
    - 2. Platz 574. Dressurturnier -
    - 3. Platz 579. Dressurturnier -
    - 3. Platz 582. Dressurturnier -

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    - 1. Platz 141. Distanzturnier -
    - 2. Platz 484. Springturnier -
    - 1. Platz 345. Distanzturnier -
    - 2. Platz 360. Militaryturnier -
    - 2. Platz 256. Synchronspringen -
    - 1. Platz 441. Galopprennen -
    - 3. Platz 416. Distanzturnier -

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    - Gewinnerin der 469. Stutenkrönung für Dressur- & Springpferde -

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