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Möhrchen

Umpalumpa | Miniature Horse | Hengst

Umpalumpa | Miniature Horse | Hengst
Möhrchen, 27 Juli 2017
    • Möhrchen
      Alte Pflegeberichte:
      Ein Umpalumpa zieht ein

      Schon einige Zeit war ich auf der Suche nach einem passenden Spielgefährten für mein Miniature Horse Rumpelstielzchen gewesen. Gesucht hatte ich einen Wallach, oder alternativ Hengst, charakterlich passend zu Rumpi und am liebsten auch ein Mini. Notfalls auch ein Shetty oder Fallabella, aber ich hatte schon meine Vorstellungen.

      Als ich im Internet die Anzeige eines Züchters fand, schon etwas älter, rief ich sofort an. Die Anzeige war für einen im mittleren Alter stehenden, braven Wallach. Ein hübsches Tierchen, aber als ich anrief würde mir zu meiner Trauer aber mitgeteilt, dass dieser schon vermittelt war. Der Züchter lud mich aber ein vorbei zukommen und mir einige Ponys anzusehen, in der Hoffnung doch noch etwas zu finden vereinbarte ich mit ihm einen Termin.

      Auf dem kleinen Hof angekommen bekam ich erst eine Führung durch die Anlage mit Erklärung der Haltung, Aufzucht und Ausbildung der Zucht. Die Tiere waren alle in gutem Zustand und kamen freundlich an um mich und ihren Züchter zu begrüßen. Schließlich führte er mich zu einigen Weiden mit Ponys. Stuten und Ponys unter 3 Jahren hatte ich im vorraus ausgeschlossen, so standen wir schließlich vor einer kleinen Gruppe von überwiegend 3 Jährigen Wallachen, doch zu meinem entsetzen sprachen die kleinen mir nicht ganz zu, sie waren zwar alle nett und süß, doch es fehlte das *klick*. Grade als ich mitteilen wollte, dass leider kein Pony für mich dabei sei, kam vom hinteren Teil der Koppel eine kleine dreier Gruppe angaloppiert. Ein etwas älterer Hengst jagte einen kleinen Dunklen Hengst mit großem Kopfabzeichen vor sich her, den beiden folgte ein junger Wallach. Der Kleine vordere versuchte flink dem Älteren zu entkommen, schaffte es doch nie ganz, der ältere bedrängte ihn immer mehr. Doch plötzlich mit einem quitschen und einem gezielten Tritt machte er sich von seinen Verfolgern frei und kam erst zögerlich, dann vertrauens voll auf uns zu und streckte mir sein sanftes rosa Näschen entgegen. "Den nehm ich!", kam es über meine Lippen. Ich musste grinsen, der Kleine hatte es mir echt angetan. Der Züchter überlegte kurz, lächelte dann aber doch "Den wollte ich eigentlich auf der Körung nächstes Jahr vorstellen, aber Sie scheint er direkt zu mögen. Bei uns geht er in der Herde mit seinem sensiblen Charakter meist unter, also wenn er sich mit ihrem Hengst versteht.." Freude strahlend streichelte ich den Kleinen.

      So durfte ich ihn auch schon mitnehmen, um schnellst möglich zu testen ob die Kombination aus ihm und Rumpi passen würde. Ich lieh mir einen Hänger, diesen würde ich später, hoffentlich ohne Pony zurück bringen und dann auch den Kleinen Mann bezahlen und seine Papiere bekommen.

      Bei mir zuhause angekommen fiel mir erst auf das der kleine Dunkelfuchs ja auch einen Namen haben würde, welchen ich ganz vergessen hatte zu erfragen. Naja, spätestens mit den Papieren würde ich ihn erfahren, so wäre es bis dahin noch spannend und ich würde ihn einfach "Kleiner" nennen. Denn das war er, Rumpi überragte ihn fast um 20cm, ob das gut gehen würde? Doch der kleine war klug, das hatte ich auf der Weide gesehen, ruhig ließ er sich aus dem Hänger holen, blieb aber doch dicht bei mir. Sogar konnte ich ihm den Strick überlegen, er lief mir hinterher. Also würde ich Rumpi mit dem Kleinen im Schlepptau holen. Schnell war ich bei der Box, in der locker Platz für zwei Minis war. Würde der kleine vielleicht schon diese Nacht hier schlafen? Neugierig beäugten die beiden sich, während ich; Rumpi auf der einen und den Kleinen auf der anderen Seite zur Halle schritt. Dort angekommen nahm ich beiden die Stricke ab, nachdem ich das Tor geschlossen hatte. Rumpelstielzchen düste erstmal quietschend los, während der Kleine etwas unsicher noch in meiner Nähe stehen blieb und schließlich doch, sich am anderen ein Beispiel nehmend, hinter her dackelte. Vorsichtig wurde sich beschnuppert, kurze Jagd ehe beide wieder zum stehen kamen und sich gegenseitig anquitschten. Sah doch schonmal gut aus. Nach einiger Zeit dieses Spiels wurden die beiden ruhiger und trotteten nebeneinander zu mir, beide wurden dann einmal durchgekrabbelt ehe sie wieder ab gingen und miteinander spielten, das ganze sah unglaublich putzig aus und ich war überglücklich, das es so gut klappte. Die beiden durften noch etwas in der Halle bleiben, während ich den Züchter anrief um die frohe Botschaft zu überbringen und ihm anzukündigen, dass er heute noch seinen Hänger wieder bekommen würde. Während des kurzen Gespräches erfuhr ich auch endlich den Namen des Kleinen: Umpalumpa. Absolut passend wie ich fand. Also hatte ich nun auch noch ein Umpalumpa im Stall stehen, ich holte die beiden rein und stellte Umpa mit in Rumpis Box, was auf anhieb klappte.

      Nachdem beide versorgt in der Box standen mistete ich den Hänger, was bei der größe Pferd nicht sehr lange dauerte, und setzte mich dann ins Auto um diesen zurück zu bringe und die Papiere von Umpa abzuholen. Endlich hatte Rumpi seinen Kumpel und das Umpa Pony liebte ich jetzt schon, ebenso wie er mich liebte.


      Hoch und Tief
      Pflegebericht
      Der Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich vielleicht mal etwas in die Pötte kommen sollte. Schnaufend befreite ich mich aus der Umarmung. Lars brummelte. Vorsichtig rutschte ich zur Bettkante und schlüpfte mit meinen nackten Füßen in meine Pantoffeln. Es war kalt im Zimmer, bloß schnell in die Küche. Ich reckte mich noch, um mich wieder bewegen zu können und stupste meinen Freund leicht an „Wir müssen aufstehen Lars. Ich bin schon mal unten.“ „Hmmhh..“, er drehte sich rum. Mit einem leichten grinsen und kopfschüttelnd bewegte ich mich die Treppe runter. In der Küche angekommen deckte ich den Tisch, nicht sehr viel Aufwand bei zwei Personen. Grade fertig mit decken tauchte auch Lars auf. „Schon fertig?“ Ich nickte. „Morgen erstmal, ne?“, meinte ich dann grinsend. Ein Lachen konnte er sich nicht verkneifen. „Guten Morgen mein Schatz“, ein Kuss folgte. Am Frühstückstisch würde der Schlachtplan für den heutigen Tag folgen. Ich setzte mich schon mal und begann mein Brötchen fertig zu machen, während Lars sich noch Kaffee kochte. Brrr.. Kaffee – nicht so meins – mit meinem Kakao war ich sehr glücklich. Einen kräftigen Bissen nahm ich von meinem Käsebrötchen, während Lars sich setzte. „So. Was steht heut an? Die Kleinen kommen heute, oder?“ Ich nickte, denn ich war immer noch mit meinem Käsebrötchen beschäftigt. „ Ist alles dafür schon fertig?“ Noch am kauen nickte ich, aber hob die Hand um ihm zu verdeutlichen, dass ich dazu noch etwas sagen wollte. Der letzte Bissen war runtergeschluckt: „ Prinzipiell schon, die kommen doch zu Gracie in den kleinen Laufstall.“ „Meinst du das geht gut?“ Die Kleinen waren nicht nur vom Alter klein, was Grace auch war, sondern wirklich klein. Zwei Miniature Horses. Und Grace war normal groß. „Hoffe ich doch.“ „Okay.“, meinte er nickend. Wir Frühstückten zu Ende ehe wir uns fertig anzogen und auch schon nach draußen verschwanden um das Tageswerk zu beginnen.

      Als wir vor der Tür standen genoss ich es einen Augenblick mein Gesicht der Sonne entgegen zu strecken, die letzte Zeit hatte es viel geregnet, richtiges Winterwetter hatte es diesen Winter bisher kaum gegeben, dennoch war es kalt und ekelhaft gewesen. Dann folgte ich Lars zu den Ställen. Er hatte schon begonnen den Pferden ihr Frühstück zu geben. „Stutenstall ist fertig, ich mach jetzt die Hengste.“ „Gut, dann nehm ich was übrig bleibt.“, meinte ich und schnappte mir einen Futterwagen, womit ich mich aus dem Hauptstall, welcher die Zuchthengste und Anwärter beherbergte, auf dem Weg zu einem der Nebengebäude machte. Hier waren die Pferde und Ponys untergebracht, welche nicht eine unserer Hauptzuchtlinien waren. Also eher die Hobby Pferde. Nacheinander bekamen Davour, Valentine´s Candy Fireflies, Flaschenzieherin, Rumpelstielzchen, Pancake Killer und Umpalumpa ihr Futter. Ebenso wie die Araber, gekört und ungekört, Asfari Sharin, Laheeb al Amara, Eisenmann und Famiah und meine Berber Stute Pangäa, die auch hier untergebracht waren, da sie nur eine Nebenzucht waren. Am Ende des Gebäudes befand sich der Jungpferde Laufstall, in welchen heute die beiden neuen Jährlinge einziehen sollten. Eigentlich schon anderthalb, bald zwei. Am Tor stand Graceful Eclipse. „Na Gracie?“, begrüßte ich die Stute. Das große Mädchen steckte mir freundlich ihren Kopf entgegen, sodass ich sie krabbelte während ich ihr Futter in die Raufe schüttete. Auch hier kontrollierte ich routinemäßig die Tränke und nahm mir kurz die Zeit die Stute in Augenschein zu nehmen, aber wie immer war alles in Ordnung. Glücklich klopfte ich Grace den Hals, worauf hin sie mich an stupste. So ein freundliches Pferd hatte ich selten erlebt und mit Spannung wartete ich darauf wie sie sich unterm Sattel und bei sonstiger Arbeit machen würde. Sie war echt ein Herzenspferd. Aber weiter ging es, also wieder in den Hauptstall und den Futterwagen weggebracht und neu aufgefüllt. Beim Verrichten davon kam ich bei All Pride vorbei, im Gegensatz zu sonst kam er nicht zur Boxentür um sich ein Leckerchen zu egammeln. Noch so eines meiner Lieblingspferde, auch wenn er jetzt wohl noch faul im Stroh lag. Generell haben wir viele wundervolle Pferde. Was würde ich nur ohne sie machen? Und ohne Lars? Aber sie sind alle hier. Glücklich machte ich weiter. Vom Heuboden schmiss ich einen kleinen Quarder Stroh runter und transportierte ihn mit einer Schubkarre zum Hänger. Eine neue Schubkarre könnten wir mal gebrauchen, diese hier war etwas schrottig. Aber es reichte, ich und das Stroh kamen beim kleinen Hänger an, wo ich eine Schicht drin verteilte. Der Hänger war eigentlich ein Schafhänger. Aber wofür den riesen Häger mitnehmen, dieser war für zwei so winzige Pferdchen viel sicherer und auch angenehmer zu fahren. Würde Lars fahren? Das müsste ich ihn noch fragen. Aber so oder so würde ich auf jeden Fall mit zum Abholen. Mit dem restlichen Stroh ging ich zurück zum Hauptstall. Eigentlich könnte ich es auch im Stutenstall verteilen. Wieso nicht? Die würden sich freuen. Also nahm ich einen kleinen Umweg und brachte das restliche Stroh zu den Stuten. Das ganze wurde im Laufstallverteilt, wo die Zuchtstuen standen. Nosferatu, Draculas Wife, Star, Happy Steffi, Siana, Knifes and Pens, Antigone, Vanity und Lillifee freuten sich drüber und ein Großteil stürzte sich sofort drauf. Vanity zickte etwas herum doch Siana bot ihr direkt Einhalt. Dennoch musste ich lachen als Knive lieber reißaus nahm und sich mit etwas Stroh davon machte. Frisches Stroh war recht beliebt, Heu und Kraftfutter oder Frischfutter natürlich mehr, aber momentan gab es für die Zuchtstuten fast nur Heu. Ein paar Zusätze gabs dennoch, für die Entwicklung der Fohlen. Aber es passt so. Es gab immer gesunde kräftige Fohlen. Und ab Frühjahr sind sie ja auch draußen. Nach kurzen Recken nahm ich die Schubkarre wieder auf und ging an den Einzelboxen der ungekörten Stuten, sie standen alle noch im Training, Wie konntest du nur, Drachenlady, I like it, De Luxe, White Dance, Snow Whites Beauty und Juwel der Stille vorbei. Einige neugierige Nasen reckten sich mir entgegen, aber es gab keine Leckerchen. Like versuchte es mit quitschen und empörten treten gegen die Boxentür. „Hör auf du Zicke! Ich hab nichts!“, vesuchte ich ihr klar zu machen. Zufrieden war sie dennoch nicht, sie warf mir einen trotzigen Blick zu. Einfach ignorieren, sie war eben so. Eine der kleinen Stalldiven.

      Grade als ich die Schubkarre abstellte kam Lars an: „Kommst du gleich mal?“ Er machte so ein besorgt-wichtiges Gesicht. Nickend fragte ich: „ Klar, was ist denn?“ „Gleich. Ich muss wieder zu Dracula.“ Schon war er wieder verschwunden. Anscheinend hat er Dracula bewegt. Gut, dann muss ich das nicht mehr machen, der Kerl war auch heute mit Training dran. Worums aber geht..? Hoffentlich ist nichts mit Dracula passiert. Sorgen breiteten sich aus. Das Zurecht legen des Sattelzeuges der Pferde die heute geritten werden sollten müsste warten, erstmal würde ich nach schauen was los ist.
      Lars war grade Dracula am abbürsten. Dee hatte ordentlich geschwitzt sah ansonsten aber quitsch lebendig aus und hibbelte wie immer ein bisschen herum und machte uns das Leben schwer. „HEY!“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf. Lars verpasste Dee einen kräftigen Klaps. „Er hat mich gezwickt.“, entschuldigte er sich und verzog das Gesicht. „Frechdachs. Aber er ist dennoch gut.“ „ Ich hab ihn mal ein bisschen gefordert, Medy hat gute Arbeit geleistet, der geht ne super L Dressur mitlerweile.“ „Wir könnten sie ja nochmal kommen lassen oder meinst du er wäre mit mehr Überfordert?“, fragte ich nachdenklich und kam naher um den Ponyhengst zu krabbeln. Dee ließ mal seine hengstige Seite fallen und drückte sich meiner Hand entgegen. „was du nur immer mit den Pferden machst!“, meinte Lars lächelnd. Dees Lippe zuckte, der Mascho genoss es sichtlich. „Achja und wir können ja mal mit Medy telefonieren was sie dazu meint.“, er schwieg kurz, setzte an etwas zu sagen, aber überlegte es sich doch anders. Nach einem Moment der Stille und einem Stirnrunzeln von mir kam er doch noch zu Punkt: „Ich glaub Pride geht’s nicht so gut.“ Nein! Ich verkrampfe leicht, „ Könnte ne Kolik sein.“ Dracula wurde unruhig, ich hatte unbewusst aufgehört ihn zu krabbeln. Meine Hand hing nur noch angespannt an seinem Hals, ich nahm sie weg. „Es ist noch nicht so schlimm. Ich hab den Tierarzt vorhin schon angerufen er kommt nachher.“ Ich nickte. „Magst du nach ihm schauen? „, fragte er sanft und legte mir seine Hand auf die Schulter. „Du kannst am besten mit ihm. Ich kümmer mich hier um den Rest. „Ja“, kam es leicht krazig aus meinem Mund. Er schenkte mir einen mitleidigen Blick, denn er wusste wie viel mir Pride bedeutete. Dann nahm er Dracula um diesen wieder in seine Box zu bringen. Also auf zu Pride. Wird schon nicht so schlimm sein. Warum hab ich das nicht gemerkt heute Morgen als er nicht raus geschaut hat! Ich hätte nach ihm schauen sollen.
      So schnell war ich noch nie bei einer Box gewesen. Vorsichtig lugte ich durch das Boxen Gitter. Da lag er im Stroh. Zumindest wälzt er sich nicht. Schwitzig sah er aus und er blähte auch die Nüsten. „Hallo Kleiner!“, begrüßte ich ihn leise und schob den Riegel zu Seite um einzutreten. Prides Blick wanderte zu mir. Langsam ging ich zu ihm hin und hockte mich neben ihn. Er legte mir pracktisch seinen Kopf in den Schoß, mir kamen beinahe die Tränen. Ich streifte ihm sein Halfter über und stand dann auf. „Komm! Hoch!“, versuchte ich ihn zum Aufstehen zu bewegen. Schnaufend kam er hoch. Zumindest das Geschafft. Er spannt den Bauch. Jetzt mal ein bisschen Bewegung, dass hilft. Hoffentlich kommt der Arzt bald. Mit einem sanften zupfen am Strick brachte ich ihn dazu mir zu folgen. Aus der Box raus, er sah nicht gut aus. Die Tränke hatte aber funktioniert, also lag es nicht daran. Erstmal würden wir ein paar Runden drehen.
      Es dauerte bis der Tierarzt kam. In der Zwischenzeit war ich mit Pride Runde um Runde gegangen und hatte immer wieder versucht ihm etwas Wasser anzubieten – bisher ohne Erfolg. Lars schaute auch immer wieder vorbei: „Wie geht’s ihm?“ „Nicht so gut.“ „Wenn du was brauchst sag mir Bescheid. Ich hab mein Handy dabei.“ „Klar“, meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln. „Looki ist jetzt auch bewegt. Ich war eben mit ihm in der Halle und bin ein bisschen gesprungen..“, er hielt inne und grinste mich leicht an, „.. es war intressant, aber ich glaube nicht das er ein großes Springpferd wird. Cavalettis schafft er aber.“ Lars zwinkerte mir zu. Bei dieser Vorstellung wie er Looki wohl mit großem Aufwand zum Springen gebracht haben musste musste ich lachen. „Überlass das besser uns.“, ich schaute etwas wehleidig zu Pride. Er und ich – das war ein Team – wir waren beide unglaublich springbegeistert und kamen super miteinander aus. Aber ans Springen war momentan nicht im Entferntesten zu denken. „Ich bring jetzt erstmal die Zuchthengste in die Führmaschiene und dann reit ich noch Club.“ Ich nickte. Dann waren zumindest schon mal Admiral, Frisco, Coco´s Landzauber, Legacy of Gold, Golden Pirate, A le Hop und Club Can´t Handle Me bewegt.
      Endlich traf der Tierarzt ein. Ein schaute sich Pride genau an, tastet ihn ab. Drückte hier und da. Armer Kerl, er hatte echt Schmerzen. Und jetzt drückt der Arzt auch noch an ihm rum. Beruhigend streichelte ich ihn. „Also „, setzte der Tierarzt an, „ es ist wie sie dachten eine Kolik. Das Führen war schon eine gute Maßnahme, ebenso wie das Anbieten von Wasser. Ich werde ihm jetzt eine Krampflösende Spritze geben und ein Schmerzmittel.“ Den Strick fest in der Hand streichelte ich Pride und redete mit ihm um ihm abzulenken: „Schau her Junge! Alles wird gut. Hhmm? Ja, mein lieber Pride.“ Der Arzt setzte die Spritzen geschickt und Pride blieb brav. Er war aber auch fertig. “ Sie können ihn dann wieder in die Box stellen. Achten Sie darauf ob er trinkt. Aber er sollte erstmal noch nichts fressen. Wenn es sich bessert kann er wieder kleine Portionen Heu bekommen, was dann langsam gesteigert werden kann. Wenn es aber nicht besser wird sollten sie mich nochmal Kontaktieren, aber ich denke hiermit sollte es getan sein.“, wies der Arzt mich an. „Okay alles klar.“, ich verabschiedete mich mit einem Händeschütteln und brachte Pride etwas erleichtert in seine Box zurück. Dort räumte ich alle Futter Reste raus und stellte ihm zusätzlich zur Tränke einen Eimer mit lauwarmen, frischen Wasser in die Futterraufe. Es schien ihm schon jetzt etwas besser zu gehen. Zumindest steht er und ist nicht mehr schwitzig.
      Nach kurzem Tätscheln ließ ich ihn dann alleine, mein Magen grummelte schon seit geraumer Zeit und es waren noch andere Pferde um die ich mich heute kümmern müsste. Und die zwei Neuen! Erschrocken schaute ich auf meine Uhr. Vier Uhr. Mist. Eigentlich hätte ich vor einer halben Stunde bei der Züchterin sein sollen. Hastig zog ich mein Handy aus der Hosentasche – kein verpasster Anruf. Also machte ich mich auf die Suche nach Lars. Wie es schien hatte er inzwischen schon alle Hengst wieder in ihre Boxen gebracht, denn die Führmaschine war leer. Als ich die Futter- und Sattelkammer betrat bemerkte ich eine Notiz am Brett
      ‚Bin die Kleinen abholen. Hoffe du bist nicht sauer, dass du nicht mit bist ;)
      Lars‘
      Glückgehabt, es wäre mir sehr unangenehm gewesen, wenn niemand pünktlich dar gewesen wäre. Und ich war nicht sauer. Auch wenn ich natürlich schon sehr gerne mitgekommen wäre. Hatte er gut gemacht. Aber ich sehe die Kleinen ja nachher. Motte und Porcelain Doll. Beim Überprüfen der Tabelle stellte ich auch fest das Lars auch anscheinend noch unseren alten Herren Wild Dream geritten war, so hatte ich jetzt eigentlich nur noch ein Pferd heute zu reiten. Bei übriger Zeit würde natürlich sich auch keines der restlichen Pferde dagegen wehren, aber es gab immer einige „Pflicht“-Pferde, danach kamen die Optionen. Aber erstmal ging ich jetzt ins Haus. In der Küche stellte ich auch fest, dass Lars sogar gekocht hatte. Wie ich ihn liebe! Er hatte heute echt gerackert.
      Nach dem Essen ging ich wieder gestärkt erstmal nach Pride schauen, ich erwischte ihn grade mit dem Maul im Wassereimer. Erleichtert seuftze ich, worauf hin er seine Nase hob und ans Gitter presste. „Nein, Pride du kriegst nichts. Du willst doch wieder Gesund werden.“, wähnte ich. Weil ich ihn aber nicht so stehen lassen wollte kraulte ich ihn, es schien ihm schon deutlich besser zu gehen. Wie schön! Ich merkte wie ich deutlich entspannter wurde. So und jetzt kommt der Spaßige Teil des heutigen Tages.
      Roi du Soleil stand schon ungeduldig an seiner Boxen Tür, er war noch ziemlich neu doch hatte er sich schnell eingelebt und wartete nun jeden Tag auf seine Beschäftigung. "Hey du!", begrüßte ich den hübschen Hengst. Roi stampfte mit dem Huf auf und nachdem ich ihm diese ausgekratzt hatte und ihn mit Halfter am Strick aus der Box führte schien er fast etwas beleidigt. Armer Kerl, musste er heute so lange warten bis er dran war. Sonst war er früher.. Also schnell geputzt bis das rote Fell in der restlichen winterlichen Sonne funkelte und dann den Sattel drauf gepackt. Schnell flitze ich noch in die Sattelkammer um meinen Helm zu holen und nahm dabei wieder die halbe Tür mit "Autsch!" "Was für´n Mist!", fluchend ging ich wieder zu Roi zurück, darauf bedacht nicht weitere Ecken mit zu nehmen, der blaue Fleck würde nun reichen. Relativ flott war der Kerl gesattelt und als würde er sich bedanken wollen, dass er jetzt endlich seine heiß ersehnte Bewegung bekäme, stupste er mich sanft an. Lächelnd krabbelte ich ihn zwischen den Ohren. Brav folgte er mir zum Reitplatz, das Wetter war heute wirklich gnädig, blauer Himmel und Sonne. Naja kalt war es immer noch. Und feucht. Vom ganzen Regen. Aber was sollte man erwarten? Mit dem was man hat sollte man sich zufrieden geben und sich freuen. Ich öffnete unter einiger Anstrengung das Tor, da müsste man noch mal was dran machen, es funktionierte nicht mehr ganz so wie es sollte. Darum war ich froh als ich es wieder geschlossen hatte und im weiß umzäunten Reitplatz stand. Roi war hibbelig, das merkte ich schon beim aufsteigen. "Hey!", stehen bleiben war wohl nicht drin.. Schnell schwang ich mich hoch und ihn dann, er war einfach losgelaufen, anzuhalten und rückwärts wieder zum Ursprungsort zurück zu kehren. Dort ließ ich ihn erstmal stehen. Passte ihm natürlich nicht und er schlug mit dem Kopf. "Selber Schuld, wer sich bewegen will muss dennoch auf mich hören.", meinte ich etwas genervt. Als er es dann doch schaffte ruhig zu stehen durfte er dann endlich auch gehen. Im Schritt ging es einige Minuten über den Platz bis Roi gut aufgewärmt war. Dann sollte er traben. Die nächste Hürde an diesem Tag. Lief heut nichts wie es sollte? Sanft berührte ich seine Flanke und Roi preschte los als würde er ein Rennen laufen. Ein Galopprennen. Gegen die Schnellsten. Und er hält mit. "Hör auf!", schnauzte ich ihn an. Ein paar sehr eindeutliche Paraden und Volten ließen ihn zu seinem Glück wieder langsamer werden. So geht man nicht mit mir als reiter um. Hatte er jetzt gemerkt, würde er, hoffte ich für ihn, nicht nochmal machen. "Nächstes mal wirst du vorher longiert!", meinte ich zu ihm. "Was?", kam es zurück. Verwirrt schaute ich mich um und entdeckte Lars am Zaun, der musste natürlich lachen, ich schien wohl recht verdutzt zu schaune. Ich manovrierte Roi im lockeren Trab zu Zaun und ließ ihn dort anhalten. Na bitte, ging doch. Er stand ruhig. "Dachtest du dein Pferd spricht mit dir?", meinte Lars schmunzelnd. "Ich war mir nicht ganz sicher und habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt!", erwiederte ich lachend. "Wo sind denn die Kleinen?" "Ordentlich verstaut im Stall. Alles super gelaufen, sind brav in den Hänger und haben es sich dort bequem gemacht. Zwei ganz süße sind das!" "Super! Ich schau sie mir an, wenn wir hier fertig sind." "Lass dir Zeit mit Roi die Kleinen rennen schon nicht weg!", meinte Lars frech. Ich zog eine Schnute, doch musste dann lächeln, er kannte mich einfach zu gut. "Jaja." Also widmete ich meine Aufmerksamkeit wieder Roi. Erst lobte ich ihn natürlich, dass er so lange brav und ruhig gestanden hatte. Da hatte es wohl klick gemacht wer das sagen hatte. Als ich antrabte meinte Lars noch:"Ich mach schon mal die Abendrunde." Ich nickte nur. Ich hatte gar nicht wirklich wahrgenommen das es schon recht düster wurde, aber der Tag würde bald zuende sein. Roi stellte sich beim restlichen Reiten vorbildlich an, er arbeitete toll mit und bot sich von selber an. Fleißiger Junge! Als ich schließlich beendete schien er mit sich selbst sehr zufrieden zu sein und sich, zum Glück, gut ausgepowert zu haben. Ich würde mit Lars besprechen ein Paddock an seine Box zu Bauen, denn umziehen lassen wollte ich ihn nicht. Dort wo er momentan stand stand er eigentlich gut. Umzüge waren immer so große Pferde hin und her Schieberreien. Denn es konnte ja uch nicht jeder überall stehen. Also wäre ein neues Paddock die simpelste Möglichkeit. Klar, es müsste auch noch ein Durchgang nach Außengebaut werden, aber hey! Wofür hatte man einen handwerklich begabten Freund? Als Roi wieder in seiner Box stand könnte ich gar nicht schnell genug Sattel und Putzzeug wegräumen. Beinahe vergaß ich zu kehren. Doch der drohend in der Stall Gasse stehende Besen erinnerte mich daran. Seuftzend nahm ich ihn und beseitigte den Dreck vor Rois Box. Schließlich konnte ich mich doch endlich in Richtung Laufstall auf machen, auf dem Weg kam mir Lars entgegen. "Sie stehen doch im Laufstall?" "Ja, ich hab ihnen aber erstmal ein eigenes Stück abgetrennt, dass sie nicht sofort zu Gracie müssen." Ich nickte. "Bin gleich auch mit Füttern fertig. Dann geh ich rein. Pride geht es übrigens schon eindeutig besser." Erleichtert lächelte ich, er war mein Liebling, ohne ihn.. ich wollte es mir gar nicht vorstellen. Lars und meine Wege gingen wieder auseinander, ich betrat das Gebäude in welchem sich der Laufstall befand. Dunkelheit empfing mich. Licht an. Da standen sie.. zusammen gekuschelt bei Gracie. Absperren hatte wohl nichts gebracht. Motte und Porcelain Doll hatten sich einfach durch den sorgfältig aufgestellten Zaun gequetsch, wie war auch mir ein Rätsel. Verschlafen blintzelten mir drei Augenpaare entgegen. Lars hatte recht, sie würden mir nicht weglaufen, daher beschloss ich den dreien ihre ruhe zu lassen. Für die beiden Minis war der Tag schon aufregend genug gewesen. Lich aus und wieder raus. Lars war warscheinlich schon fertig. Auf dem Weg zum Haus ging ich nochmal bei Pride vorbei. Ruhig lag er im Stroh. Als ich langsam den Riegel aufschob und zu ihm rein ging, reckte er mir den Kopf entgegen und blieb völlig entspannt liegen. Vor seinem Bauch ließ ich mich nieder und lehnte mich gegen ihn, seinen Kopf legte er mir nun fast in den Schoß. Die Ruhe die er ausstrahlte ging auch direkt auf mich über. Nach diesem stressigen und aufregenden Tag könnte ich endlich wieder durchatmen. Vertrauensvoll ließ er sich von mir umarmen und krabbeln. Wir beide, das war was. Ich liebte diese Momente, die einem beinahe verzaubert vorkamen, etwas unreal, aber dennoch wundevoll. Ich strich noch einige male über sein braunes, weiches Ponyfell, bevor ich auf stand, aus der Box ging und mich, wieder etwas unbefangener, zum Haus und zu Lars aufmachte.

      Ein bisschen schlauer
      Pflegebericht
      Früh am morgen riss mich mein Handy aus dem Schlaf. Was?
      'Pony abholen! <3'
      Etwas verwirrt wischte ich über den Touchscreen. Noch war mir der Sinn dieses Weckers nicht eingefallen, während ich aber brav ins Badezimmer tapste. Langsam legte sich der Schleier der Nacht von meinem Geist und es viel mir wieder ein. Croc würde bald am Flughafen ankommen! Der Hannoveraner Hengst war nun schon zum vierten Mal von Catalina Dixon trainiert worden. Diesmal war er aber dafür nach Schottland geflogen. Eine gute Übung. So talentiert wie sich mein Großer zeigte würde er öfter fliegen müssen, auch hatte ich ihn wieder in die Hände der Trainerin geben wollen, welche ihn schon gut kannte und welche ich auch kannte. Croc sollte keine schlimmen Erfahrungen machen müssen.
      *
      Der Hänger war ebenso wie die Box fertig gemacht. Grade als ich angehängt hatte und es mir auf meinem Sitz bequem machen wollte fiel mir noch was ein. Die Kleinen können schon raus! Es sollte heute, wie auch die letzten Tage, schrecklich heiß werden. Da kamen die Pferde raus auf die Koppel, auch wenn es im Hauptstall schön kühl war. Das gute alte Gemäuer bringts wirklich. Aber da stehen ja nicht alle. Flink huschte ich noch einmal aus dem Wagen und eilte zu einem der großen Laufställe. Nachdem ich den Riegel zur seite geschoben hatte stämmte ich mich mit aller Kraft gegen das Schiebetor - Warum waren die Dinger so groß? Das brauchen noch nichtmal 2 Meter Pferde! - und stämmte es auf. Es dauerte keine Minute bis die drei Junghengste Pancake Killer, Valentine´s Candy Fireflies und ZM´s Zanaro, um sie auch mal beim vollem Namen zu nennen, verstanden hatten was passiert war und an mir vorbei auf die Koppel rauschten. Dicht gefolgt natürlich von den beiden Mini Hengsten Rumpelstielzchen und Umpalumpa. Ich eilte auf die andere Seite der Halle um dort das zweite Tor zu öffnen. Es befanden sich nämlich zwei Laufställe in dem großen gemauerten Gebäude. Nachdem auch die beiden zweijährigen Stuten Graceful Eclipse, Foggy Dew und die Miniatur Horse Fohlen Motte und Porcelain Doll an mir vorbei gedüst waren - natürlich auf eine andere Koppel, ich war ja nicht leichtsinnig - eilte ich zum Auto zurück. Jetzt aber ran halten! Bald ist Croc da!
      *
      Tief einatmen.
      Alles hatte geklappt, das Pony war wohlbehalten im Hänger, ich brauchte mich nicht mehr stressen. Etwas spät war ich gewesen, aber noch passend. Beim Zoll gab es keine Probleme. So glatt wie es eigentlich immer laufen sollte. Ich konnte mich also auf den Heimweg machen. Mein Handy schnappte ich mir bevor ich los fuhr aus der Halterung und wählte eine der wenigen Nummern die ich auswendig konnte. Wenn der die Nummer wechselt.. "Hey Lars!", begrüßte ich meinen Freund,"Croc ist wieder da und sieht auch schon viel schlauer aus!" Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen und auch am anderen Ende der Leitung war ein kurzes Prusten zu hören. "Dann kann der Hufschmied also weiterhin heute abend an ihn ran?", hakte Lars nach. "Ich denke schon, er macht einen fitten Eindruck!" "Sehr gut, dann sehn wir uns nachher!" "Bis dann!"
      *
      Croccantino war flott übergeputz. Jetzt wendete ich mich Dracula zu, der sollte schließlich auch keinen schlechten Eindruck bei der Hufschmiedin hinterlassen. Ich hatte eben erfahren, dass eine Frau kommen würde, aber es war mir prinzipiell egal. Haupsache sie verpfuscht nichts. Croc und Dracula sollten bald einige Prüfungen laufen, unter anderem auch unter den Augen einer Körkommission. Ich hoffte die beiden dieses Jahr noch zu Zuchthengsten machen zu können. Bei Dracula wurde es langsam Zeit. Er hatte sich über die Jahre gut entwickelt. Als er jung war hätte ich ihn auch nicht gekört. Gedanken verloren kratzte ich Dees Hufe aus und striegelte sein Fell, der oft sonst aufmüpfige Hengst stand ruhig und gelassen da. Ob das am Alter liegt oder ist ihm nur zu warm? Croccantino hingegen würde man meiner Meinung nach in jedem Alter kören können, also hatte ich mich entschieden es jetzt zu tun. Vor einem Jahr hatte mir ein Bekannte schon vorgeschlagen ihn an der Hand kören zu lassen. Doch das wollte ich dem damals knapp drei Jährigen nicht zumuten. Er sollte erst seine Ausbildung in Ruhe angehen könne und ein gesundes Selbstbewusst sein entwickeln. Außerdem war so eine Sattelkörung eine bessere Werbung, man sah nicht nur das mögliche Potenzial, sondern direkt die Qualitäten des Pferdes unter dem Sattel. Natürlich alles noch ausbaufähig und auch hier sprach man von Potenzial, aber auf einer ganz anderen Stufe als beim Vorstellen an der Hand, wie ich fand.
      *
      "Ein Jeep kommt!" Ich hatte Croc und Dee schon angebunden, bereit die Hufe gemacht zu bekommen. "Danke! Bestimmt die Hufschmiedin." Einen Moment überlegte ich. "Lars kannst du schonmal die andern Pferde rein bringen? Ich helf dir dann, wenn ich hier fertig bin." "Klar, hatte ich auch schon vor .. mir von dir helfen zu lassen!", er grinste verschmitzt. "Hey!", ich kniff ihn in die Seite. "Ruuuhig! Ruhig Blut Brauner!", neckte er mich. Mit Grimasse schüttelte ich den Kopf und streckte ihm die Zunge raus. Wir beide mussten grinsen. Schnell gab ich ihm noch einen Kuss und er streifte kurz meinen Arm, dann musste ich aber los.
      *
      Müde fiel ich ins Bett. Der heutige Tag war anstrengend gewesen. Wie immer eigentlich. Doch es war mein Traum. Der Hof. Die Pferde. Die Arbeit. Und Lars. Er machte sich grad noch Bettfertig im Badezimmer. Ich war wirklich glücklich. Wie könnte es noch besser werden? Beim Abendessen hatten wir die Pläne für Rois Paddock ausarbeitet. Der Hengst sollte schon seit einiger Zeit eines an seine Box bekommen um 24 Stunden lang seinen Bewegungsdrang ausleben zu können. Materialien hatten wir auch direkt bestellt, wenn alles gut ging konnten wir in einer Woche anfangen. Lars kam ins Bett gekrochen: "Na? Auch so müde wie ich?" Seufzend nickte ich und kuschelte mich an ihn. Glück konnte man wirklich nicht kaufen, man fand es in den Menschen um sich herum. Und den Vierbeinern - pardon - Vierhufern.

      Nikolaus
      Pflegebericht
      ZM´s Zanaro, Realités, Umpalumpa, Rumpelstielzchen, Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, I like It, Baroness of the Guard, Motte, Porcelain Doll, Valentine´s Candy Fireflies

      „Hast du alles beisammen?“ „Ic h denke schon! – Aber viel kann ich ja nicht vergessen er wird ja nicht geritten!“, antwortet ich meinem Freund während ich das Heunetz in den Hänger brachte und an der linken Innenseite befestigte. Auf die rechte Seite legte ich auf den Boden ein kleines Häufchen Heu. Die Anstandsdame durfte heute Realités spielen, ein kleiner Falabella Hengst. Mit seinen gestandenen 10 Jahren fuhr er problemlos Hänger und sollte ZM´s Zanaro wärend der Fahrt beschäftigen und ruhig halten. Auch wenn Zanaro den Hänger schon kannte, wollte ich den Junghengst nicht alleine zu seiner ersten Prüfung fahren lassen. „Alles fertig ..“, ich schlüpfte aus dem Hänger,“.. der Kleine kann jetzt rein.“ Mein Freund führte nickend Realités in den Hänger, auf die rechte Seite natürlich. Als Zanaro dann auch im Hänger stand konnt es los gehen. „Tschüss, bis später! Ich ruf dich an!“ Schnell drückte ich Lars einen Kuss auf die Lippen und verschwand im Auto.

      Die Fahrt verlief ruhig und so erwarteten mich als ich den Hänger öffnete zwei entspannte Pferde. Bis zum Start hatte ich noch etwas Zeit, deshalb ging ich mich erstmal umschauen. Nach meiner Streiftour über den fremden Hof kletterte ich in den Hänger. „Bald geht’s los.“, flüsterte ich Zanaro zu. Rückwerts ließ er sich aus dem Hänger bugsieren und trottete ein Stückchen davon weg. Zum anbinden gab es eine Stange, welche an der Seite des Hängers befestigt werden konnte. Zanaros Fell war zwar schon sauber, doch in seiner Mähne hatten sich nun wieder einige Heuhalme verfangen. Wie der Hengst es immer schaffte aus sich wieder so ein verwildert aussehendes Tier zu machen war mir ein Rätsel. Erstmal würde ich ihn aber von den Halmen in seinem Haar befreien.

      Langsam würde es dunkel und als Zanaro und ich an der Reihe waren war so gut wie jegliches Tageslicht gewichen. Zanaro und ich nahmen am Nikolaustag an einem Reiterspiel teil. Mit "Nikolausritt" war es betitelt, Ich würde Zanaro aber führend durch die Spiele bringen, denn der Junghengst hatte bisher keinen Menschen auf seinem Rücken getragen. Als ich die Ausschreibung gelesen hatte dachte ich mir, dass dies eine gute Gelegenheit sei eines meiner ungerittenen Jungpferde an eine Atmosphäre zu gewöhnen die wohl einem Turnier ähneln würde. Viele Pferde und viele Menschen, aber wahrscheinlich nicht ganz so hektisch. Ich hatte mich nicht getäuscht, relativ ruhig ging ein Paar nach dem andern an den Start. Die Veranstalter hatten sich eine Reihe kleiner Aufgaben ausgedacht, welche alle weihnachtlich angehaucht in die Jahreszeit passten. Am Zaun des Platzes beobachtete ich einige andere Starter, während ich Naro am Hals krabbelte, was er sichtlich genoss. Zu meinem Erstaunen hatte der Hengst bisher nur vorbildliche Manieren an den Tag gelegt. Und so konnte ich ruhig mit einem gelassenen Pferd in die Aufgaben starten. Erst durchquerten wir eine Allee aus Menschen, die Laternen in ihren Händen erleuchteten die Nacht. Neugierig beäugte Naro sie, folgte mir aber brav. Danach kam ein Stangenquadrat. Problemlos ließ Zanaro sich hinein führen, Stangen kannte er, als Pferd welches freudig beim Freispringen mitmachte. Nun sollte eine Kehrtwende folgen, dabei sollte ich aber Vorsicht walten lassen, ich sah die leichte Spannung in dem Hengst. Darauf bedacht Zanaro keinen Anlass zum Sprung über eine der Stangen zu geben hob ich sanft die eine Hand und drehte ihn langsam rum. Zu unserm Glück gelang das Werk und als wir die Stangen wieder verließen war Naro wieder völlig entspannt. "Guter Junge!" Tätschelnd blieb ich stehen, nach kurzen zögern folgte Naro meinem Beispiel. Langsam hatte es angefangen zu schneien und feiner Schnee rieselte sanft auf uns hinunter, die Tannenbäume, welche für weitere Aufgaben bereit standen, sammelten die weißen Wasserkristalle auf ihren Nadeln. "Bleib stehen Kleiner!", eindringlich sah ich den Hengst an, der nun wohl aus seiner Ruhe aufgewacht schien und mich frech anschaute. Neben einer Kiste voller Weihnachtschmuck lag eine rot-weiße Decke und eine Weihnachtsmütze... für Pferde! Ich musste grinsen, gilt dürfte ich das gute Stück später ja sogar behalten. Gefallen würde mir das auf jeden Fall. Die Mütze schnappte ich mir zuerst. Sie Zanaro anzuziehen stellte sich als etwas schwieriger heraus als gedacht, zu begeistert war er von dem Bommel der Weihnachtsmütze. Als ich es endlich geschafft hatte war er immer noch hin und weg. Mit Kopfnicken brachte er den Bommel dazu auf seinem Nasenrücken auf und ab zu hüpfen und zugleich versuchte er diesen mit seiner Lippe zu erhaschen. Die Zuschauer und Helfer amüsierte es genauso wie mich, dem leichten Gekicher im Hintergrund zu entnehmen. Grinsend ließ ich den Hengst stehen der völlig mit sich selbst beschäftigt war und holte die Decke welche ich ihm dann überzog, verwundert schaute er sich um und vergaß seinen Bommel. Mit fertig geschmücktem Pferd holte ich mir eine Laterne ab. Im Joggen wollte ich nun einen Slalom aus kleinen Tannen durchqueren. Als letztes müsste ich nämlich auf Zeit einen Tannenbaum schmücken und darauf wollte ich Zanaro schon etwas einstimmen. Brav trabte er neben mir her als wir durch die Bäume joggten. Im Licht meiner Laterne glitzerte die dünne Schneeschicht auf den benadelten Ästen. Beim letzen Baum wollte der Hengst zur Seite weichen aber ein kurzer Ruck am Strick ließen ihn seinen jugendlichen Trotz vergessen. Zufrieden klopfte ich seinen Hals wofür er mir seine Nase an meiner Weste abwischte. Kopfschüttelnd steuerte ich die große Tanne an die nun vor uns stand. So, dass es nicht beim schmücken störte, stand ein kleiner Tisch mit einer Stoppuhr daneben. 60 Sekunden, dann sollte der Baum geschmückt sein. Noch ein tiefer Atemzug, ein prüfender Blick auf den Baum und ich startet die Stoppuhr und rannte los. Zanaro etwas erschrocken rauschte kurz an mir vorbei, fand sich aber wieder. Bei der Kiste angekommen schnappte ich mir zielstrebig die dicken Lamettaketten in rot und Gold. Drapierte sie um Zanaros Hals und füllte zudem meine Arme gut mit silbrigweißen Kugeln. Während ich nach der schnell gerannten Strecke zielstrebig um den Baum schritt und die Kugeln, so gut es ging, gleichmäßig verteilte, trottete Zanaro etwas erstaunt neben mir her. Das Lametta hatte sich zum Glück nicht verhäddert, sodass ich dieses von Zanaro Wickeln und dann um den Baum Schlingen konnte. 10 Sekunden. Schnell rannte ich noch einmal zu der Kiste. War da nicht noch eine schöne Spitze gewesen? Ja! Ich schnappte mir das schöne Stück und hechtete, von einem etwas aufgedrehten Zanaro gefolgt, zurück. In letzter Sekunde schaffte ich es noch diese auf das Haupt des Nadlebaumes zu setzen. "Ufff..", etwas außer Atem tätschelte ich Naro. Glücklich betrachtete ich den Baum, welcher gar nichtmal so schlecht aussah. Vielleicht sollte ich dieses Jahr die Tannen auf unserem Hof auch so schmücken? Zeitsparend war es auf jeden Fall.

      Als wir schließlich die Platzierung hinter uns gebracht hatten konnte ich wieder glücklich den Hengst in den Hänger schieben und uns auf den Nachhause Weg machen. Mit Lars hatte ich schon telefoniert und von Zanaros vorbildlichem Benehmen berichtet. Grinsend schaute ich auf rot-weiße Bommelmütze, welche auf dem Beifahrersitz lag.

      Mitten auf dem Hof kam das Auto zum halten, während der Fahrt hatte es zwar aufgehört zu schneien - insgeheim war ich darüber recht glücklich gewesen, ich wollte nicht noch im Graben landen - aber der Hof war noch überall von einer feinen Schneeschicht bedeckt. Als ich ausstieg kam mir Alex entgegen, welche anscheinend einige Stuten noch von ihrem Paddock holte. In ihrere Hand erkannte ich die Halfter von I like it, Snow Whites Beauty und Wie konntest du nur. Während ich die Hängerklappe öffnete und Zanaro aus dem Hänger treten ließ brachte sie eine nach der anderen Fellpony Stute in den Stall. Der Haupstall der Stuten wär direkt am großen Innenhof gelegen.Zanaro konnte so wie er war in die Box gebracht werden, dank Realités hatte er die Fahrt ruhig über sich ergehen lassen. Der Kleine Ponymann wartete brav im Hänger und ich brachte ihn zu seiner Doppelbox mit Paddock, wo ihn schon seine Kumpel Umpalumpa und Rumpelstielzchen erwartete. Umpa reckte seine kleine Naser über den Boxenrand, während Rumpi hinter ihn von einer Seite zur anderen tippekte. Mit etwas Mühe bekam ich Realités zu ihnen hinein gepackt. Sogleich beschnüffelten sich die drei und quitschten zur Begrüßung. Ich gab mir noch einen Moment Zeit die Szene zu betrachten ehe ich mich darum kümmerte den Hänger zu säubern und an seinen Platz zu stellen.

      Motte und Porcelain Doll hatten Baroness of the Guard freundlich in ihrer Fohlenbande aufgenommen. Die Jährlings Stuten gingen nun schon völlig vertraut miteinander um, auch wenn es dennoch großes Gerangel gab als ich ihnen einige Lagen Heu in den Laufstall schmiss. Zuletzt schaute ich noch bei Valentine´s Candy Fireflies vorbei. Alex hatte ich schon vor einiger Zeit in ihre Wohnung verschwinden sehen und auch unser anderer Angestellter würde schon in seinem Wohnbereich sein. Lars schätzte ich auch schon im Haus, auch wenn er mit ziemlicher Sicherheit noch beschäftigt war, mit Finanzen, Anzeigen, Tunierergebnissen; er fand immer eine Beschäftigung oder etwas, was noch erledigt werden musste. Seuftzend schüttete ich dem Hengst neben mir, welcher schon danach geierte, die halbe Flasche Malzbier in den Trog. Die halbe Abendration, welche er meist übrig ließ, sog die trübe Flüssigkeit sofort auf. Seit Vally Malzbier bekam war sein Fell, aber auch seine Hufe, glänzender und gesünder geworden. Er war auch inzwischen aus dem Wachstumsschub raus und fing langsam an wieder Pferd zu werden, anstelle eines dünnen großen Lulatsches. Außerdem schmeckte es ihm auch vorzüglich und für mich war es ein Genuss dem schmatzenden und schlabbernden Pferd zuzusehen. Vally klopfte ich kurz auf den Hals, was ihn aber reichlich wenig intressierte, dann machte ich mich auf Richtung Haus.

      Fast nur ein Pony-Tag
      Pflegebericht
      Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur, I like It, Realités, Umpalumpa, Rumpelstielzchen, Motte, Porcelain Doll, Lady Moon
      Heute war wieder eine der Reitstunden, noch hatte ich mich nicht ganz daran gewöhnt, abr dennoch machte es mir viel Spaß. Nachdem ich beim Füttern der Pferde geholfen hatte sezte ich mich an die Tafel für die heutige Stunde. Snow Whites Beauty, Wie konntest du nur und I like It sollten heut in dr Stunde laufen, schnell schrieb ich die Namen der Kinder daneben, den ich hatte noch einiges vor.

      Erst stand eine Trainingseinheit mit meinen drei kleinsten Hengsten auf dem Programm. Alex hatte die drei schon in die Laufmaschine gesteckt, so musste ich Realités, Umpalumpa und Rumpelstielzchen nur dort raus holen und konnte schon starten. Meine Freundin Louisa würde mir helfen, seit ihr Freund Schluss gemacht hatte, wohnte sie hier auf dem Gestüut und lenkte sich mit der Arbeit mit den Pferden bisher gut ab.

      „Hey! Alles klar?“ „Ja“, grinste Louisa mir entgegen und präsentierte mir die aufgebauten Sprünge. An der einen Wand der Halle stand eine kleine Sprungreihe aus einen Einsprung und einem Oxer mit vorgelegter Stange – natürlich alles der Größe der Ponys angemessen.

      In der Mitte der Halle waren einige Steilsprünge verschiedener Höhe aufgebaut. Abwechselnt ließen wir die drei Hengst durch die Reihe springen. Umpa zeigte sich höchst motiviert, kannte auch im Vergleich zu den anderen beiden schon höhere Sprünge, aber sein Talent war das Springen dann doch nicht. Rumpestielzchen hatte es natürlich vergleichsweise leicht, denn mit 98cm überragte er die andern beiden Zwerge um einiges. Aber für seine Größe und Ausbildungsstand schlug sich der 11 jährige Realités am besten. Der gekörte Hengst zeigte eben das Potential, welches wohl auch die Körrichter in im gesehen hatten. Mit schönem Bewegungsablauf sprang er mit genügnd Schwung über die Hindernisse.

      Nach der Reihe ließen wir alle drei noch an der Hand die einzelnen Sprünge überwinden. Auf Turnieren würde es auch so sein, dass sie nur einen immr höher werdenden Steilsprung überwinden mussten. Aber noch könnten sie nicht perfekt Abstand und Höhe einschätzen, weshab wir alle nach einigen gelungenen Sprüngen wieder in den Stall brachten.

      Meine Reitkinder kamen grade an als ich mit einer winzigen Trense mich Richtung der Jungpferde auf machte. Die Reitstunde würde vom Boden aus gehalten werden, denn heute hatte ich nicht die Zeit noch ein Pferd vorher fertig zu machen.

      Am Laufstall mit Paddock angekommen, entdeckte ich nach einiger Zeit die gesuchten Ponys. Motte und Porcelain Doll waren inzwischen drei Jahre alt und so solltn sie nun mal eine Trense samt Gebiss kennen lernen. Auch wenn die Stuten mit einem erwarteten Endmaß unter 70cm nicht geritten werden würden, so war es doch sinnvoll für spätere Shows, Prüfungen und wenn sie in die Zucht gingen.

      13.02.2017 - Pflegebericht - kira
      Admiral, Dracula, Golden Pirate, Armani, Auftakt, All Pride, Coco´s Landzauber, ZM´s Zanaro, Lady Moon, Butterblume, Roi du Soleil, Viona, Nandalee, Club Can´t Handel Me, Legacy of Gold, A le Hop, Daydreaming Sorrow, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Wie konntest du nur, I like It, Frisco, Look at my Hair

      Es war noch sehr früh, doch das Dämmerlicht welches inzwischen herrschte verriet, dass der Winter sich nun dem Ende neigte. Die Tage wurden wieder länger. Jascha hatte ich noch nicht zum aufstehen bewegen können und im Stall herrsche auch noch verschlafene Ruhe. Die letzte Woche hatte der Winter sich noch einmal mit Schneeregen und Frost gezeigt und so war ich sehr froh, dass nun der Boden wieder trocken war und ich die erste Fuhre der Zuchthengste hinausbringen konnte. Hibbelig folgten mir Armani, Auftakt, All Pride und Coco´s Landzauber. Auch wenn die beiden Vater-Sohn-Gespänne eigentlich zu den ruhigeren gehörten, vor allen Armani war noch immer recht zurückhaltend, auch wenn er nun schon 9 Monate auf einem Gestüt lebte, doch das schlechte Wetter hatte den Weidegang stark eingeschrenkt. So düßten die vier mit einer Energie los, welche jedes Vollblut stolz gemacht hätte. Ich brachte noch Admiral, Dracula und Golden Pirate hinterher, bevor ich mich einzelnen Pferden zuwenden konnte. Die Stuten würde heute einer der Angestellten raus bringen und auch den Wechsel auf der Hengstweide würde einer diese übernehmen. Im Stall überprüfte ich ersteimal das Aufgaben Brett. Um 11 Uhr gab ich eine Reitstunde und nach der Mittagszeit ebnfalls eine, aber für die Fortgeschrittenen. Die 11 Uhr Reitstunde würde ich an Marion abgeben. Ich trug das reinbringen der Hengst in Alex´s Spalte ein und fügte noch hinzu, dass sie im Anschluss auf die selbe Weide raus bringen sollte. BonnyBoy war ein etwas schwieriger Kandidat, was seine Weide oder Paddock Partner anging. Malt und Fürst waren aber selber kleine Machos und standen auch schon bei ihrem Vorbesitzer mit BonnyBoy zusammen, weshalb die beiden sich gegen den Hengst behaupten konnten.

      Nachdem ich Marion angewiesen hatte die Reitstunde z leiten, machte ich noch die Zuweisung der Ponys, in der 11 Uhr-Stunde würden Wie konntest du nur und I like It, sowie die beiden außerst gutmütigen Fellpony Hengste Frisco und Look at my Hair laufen. Gerne setzte ich, wenn möglich, von meinen Zuchtponys im Unterricht ein. So lernten die Kinder auf zumeist gut ausgebildeten Ponys reiten und diese hatten genügend Bewegung, denn ich selber konnte täglich nur einen kleinen Teil dieser reiten. Vorallem aber die Fellponys hatten die Kinder gerne, denn sie brachten nicht nur gemtliche Gänge mit sich sondern waren auch gutmütige und ruhige Tiere, was bei den auch von arabischen Vollblütern abstammenden Welsh´s nicht unbedingt gegeben war.

      Zum Frühstück erwartete mich Lars bereits, mit Eiern und Brötchen konnte er mich wie jeden Morgen begeistern. Die Zeit zum gemütlichen Frühstück nahm ich mir doch fast jeden Morgen. Bevor ich mich setzte gab ich noch Jascha auf dem Flur sein Futter, inzwischen konnte an ihn auch fast ausgewachsen nennen. Der Barsoi Rüde war ein toller Anblick mit seinem seidigen langen Fell und schlanken Körperbau.

      Folgt…

      13.06.2017 - Kostümparty für die einen, Arbeit für die anderen - Canyon
      Pflegebericht
      "Das ist doch albern."
      "Nein, das ist niedlich."
      "Haha." Sie lachte trocken und bedachte ihn mit einem ungläubigen Blick. "Und ich bin der Weihnachtsmann."
      "Da bist du aber nicht sehr glaubwürdig!" Diesmal blickte er gespielt abschätzig vom Pferd aus auf seine Freundin herab, streckte ihr dann jedoch als Zeichen eines Scherzes die Zunge raus.
      "Ich bin ohne Kostüm genauso glaubwürdig wie du es mit Kostüm bist, das habe ich versucht dir damit verständlich zu machen!" Sie versuchte sich aus dieser Lage wieder zu befreien, da ihr jedoch nichts passendes einfiel, verschränkte sie die Arme und schaute absichtlich in eine andere Richtung.
      "Bekomme ich nun trotz des oberniedlichen Hasenkostüms eine Aufmunterung? Immerhin bin ich hier, um die Ehre unseres Gestüts zu verteidigen!"
      "In einem Hasenkostüm!?" Entsetzt blickte sie ihn wieder an. "Du ziehst unsere Ehre in den Dreck!"
      "Weißt du was mir gerade einfällt? Ich weiß noch was "Ehre" auf Russisch heißt!"
      Diesmal musste sie lachen und als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken, lächelte sie liebevoll. "Ich gebe es zu, es ist wirklich niedlich!"
      "Sagte ich doch!" Seine Brust schwoll an und er grinste schon wieder.
      "Jaja...", nuschelte sie. "Wir sehen uns nachher, holst du mich ab?"
      "Immer doch, Liebling, immer doch!"

      Die Kostümparty auf dem Gestüt Milky Way war eine der bekanntesten weit und breit. Viele Besucher kamen mit und ohne Pferd, doch waren sie stets verkleidet, wie es die Regeln besagten. Die einzige, welche heute nicht in eine, lächerlichen oder gruseligen Kostüm steckte, war-
      "Charlotte von Eylenstein." Freundlich streckte sie ihre Hand aus und ergriff die des Mannes. "Peter", meinte dieser nur. Charly tat es gut, nach so langer Zeit wieder ihre Muttersprache sprechen zu können. Fast hatte sie das Gefühl, sie verlernt zu haben. Es lähmte ihr die Zunge und die Wörter, welche sie so viele Jahre lang Tag für Tag gebraucht hatte, schienen hinter all den anderen Dingen in ihrem Kopf verschwunden zu sein. Deswegen nickte sie nur kurz und lächelte zögerlich.
      "Hat dir Kira bereits eine Einführung gegeben?"
      "Nur ganz kurz." Meinte sie. "Das Nötigste eben."
      Peter brummte. "Ok, dann komm mit."
      Der morgendliche Schein der Sonne kroch erst langsam über die Spitzen der hügeligen Landschaft und ließ das Gestüt trotzt des warmen Sommers noch kühl und leer erscheinen. Einige Autos besiedelten schon den Parkplatz und bis zum Nachmittag würden es noch einige mehr werden. Kira hatte sich wie immer jede Menge Mühe für ihre reichlichen Gäste gegeben, Nico freute sich jetzt auf die Mahlzeiten - er mochte deutsches Essen.
      Peter verlor nicht viele weitere Worte, sondern teilte Charly einige Pferde im Hengststall zu, drückte ihr einen Futterplan in die Hand und sie versuchte ihr bestes, das ihr fremde Fütterungsprinzip in die Tat umzusetzen.
      "Ponys, Ponys, Ponys-" murmelte sie und fuhr mit dem Finger die Liste herab. Es waren einige Tiere zu füttern und die Zeit drängte. Die meisten Pferden mussten auf den Weiden sein, bevor der Ansturm an Gästen auf das Gestüt drängte.
      Sie begann, wie man meisten begann. Ganz vorne am Anfang. Obwohl sie unter zeitlicher Anspannung stand, nahm sie sich für jedes Pferd kurz Zeit. Admiral war also der erste, bei welchem sie die Tränke kontrollierte und Heu nachfüllte. Danach folgten viele weitere Ponys: Coco's Landzauber, Armani, Golden Pirate, A Le Hop, All Pride, Auftakt, BonnyBoy, Single Malt, Fürst der Finsternis, Dracula, Daydreaming Sorrow, Legacy of Gold, Look At My Hair und Frisco. Sie war reichlich überrascht, dass der größte Teil der kleinen Pferde erfolgreich gekört war.
      Die Hengste würden heute jedoch drinnen bleiben. Zu viele fremde Pferde waren unterwegs, sodass Charly nach getaner Arbeit bei den Hengsten zu den Stuten ging. Hier lernte sie Alexandra kennen. Diese war ein paar Jahre jünger als sie, aber Charly mochte ihr nettes Lächeln und die beiden Frauen verstanden sich, ohne viel von einander zu wissen. Was Pferde und ein kleines Lächeln bewirken konnten, dachte Charly und griff das Halfter an der ersten Box. Alexandra und Peter hatten bereits die Stuten gefüttert, sodass diese nun auf die Weiden sollten. "Imma zwe auf einma'", hatte Peter gesagt, während Charly nur verständnislos geschaut und Alexandra gelacht hatte. Peter hatte erst nicht gewusst, was er getan hatte, lachte dann jedoch auch, als er es verstand.
      Lilifee und Star hießen die ersten beiden Stuten. Charly mochte einfallslose Namen nicht, verzieh es den beiden jedoch durch ihr hübsches Aussehen sehr schnell. Peter griff sich Vanity und Angel's Kiss, während Alexandra Nesquik und Sally nahm. Die Ponys kannten den Weg schon fast selbst und weit war er auch nicht, sodass nach kurzer Zeit auch Alice von Landwein, Draculas Wife, Happy Steffi, Nosferatu, Argenté Noir, Knives and Pens, Siana und Antigone auf der Weide waren. Peter klopfte sich zufrieden die Händen an der Hose ab. "Jut, dann geht jetzt ener zu den Trainingspferden und die anderen beiden zum Nebenstall. Alex machst du dat? Ich nehme Charly mit, schicke sie dir jedoch, sobald wir fertig sind." Die beiden Frauen nickten zustimmend und machten sich auf den Weg zu den jeweiligen Pferden.
      Die sieben Trainingspferde standen nicht weit abseits. Auch sie mussten gefüttert und anschließend auf die Weide gebracht werden. Wieder gab es für sie einen Futterplan, während Peter das von ihr vorbereitete Futter zu den Pferden brachte.
      "Das ist für Viona und das ist für Nandalee", sagte sie und deutete auf zwei Eimer. "Als nächstes kommen dann Drachenlady und-", sie stockte, "-Wie konntest du nur?" Zweifelnd blickte sie zu Peter auf. "Heißt der wirklich so?" Peter nickte und griff stumm zu den Eimern, während Charly sich kurz lachend schüttelte. Gerade habe ich mich noch über die Namen beschwert, dachte sie, aber jetzt-.
      Zum Schluss kamen nur noch I like it, Club can't handel me und Roi du Soleil und auch diese kamen, nachdem sie genüsslich aufgefressen hatten auf die Weide.
      "Geh' du jetz ma zu Alexandra, ich mache die Boxen hier alleine." Charly nickte und machte sich auf den Weg zum Nebenstall, welche gerade einen unglaublich niedlichen Miniatur Hengst namens Umpalumpa den Schweif kämmte.
      "Ah sehr gut! Dich könnte ich jetzt gut gebrauchen! Du musst mir mal mit Croccantino und ZM's Zanaro helfen, ich würde die beiden gerne in die Führanlage bringen." Sie drückte Charly den jungen Vollblut Hengst Zanaro in die Hände, während sie selbst Croc nahm. "Nachher kommen auch noch Butterblume und Lady Moon, aber die will ich nicht zur gleichen Zeit-" Sie brach ab, denn aus einer der benachbarten Boxen drang ein lautes klagendes Wiehern. "Das ist Stromer's Painting Gold, die mag es nicht, wenn man sie alleine lässt. Vielleicht nehme ich sie nachher mit in die Führanlage." Sie verließ den Stall und Charly folgte ihr. "Aber erst nach dem Mittagessen, logischerweise." Fügte sie noch hinzu.

      Der Nachmittag war erstaunlich Pferdeleer. Nur hin und wieder wurden ein paar Pferde in die Führanlage gebracht und nach kurzer Zeit wieder abgeholt. Ansonsten machte Charly genau die Arbeit, welche sie von Zuhause gewöhnt war. Boxen sauber machen und Weiden abäppeln.
      "Ach wie viel angenehmer wäre das Leben, wenn es auch Pferdetoiletten mit Spülung gäbe." Meinte sie am späten Abend zu ihrem Freund. Ihre Arbeitskleidung hatte reichlich gelitten und ihre Haare waren von Staub und Dreck überzogen. Nico derweilen saß immer noch im blauen Hasenkostüm auf einer der Partybänke und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Als Charly diese erblickte, seufzte sie. "Sage nicht, dass ich nun auch noch Autofahren muss!"
      "Keine Angst Schatz, ich habe erfolgreich unsere Ehre verteidigt und eines der beliebten Gästezimmer ergattert!" Seine Brust schwoll vor Stolz.
      "Hoffentlich hast du auch etwas Werbung für unser Gestüt gemacht, das war schließlich deine Aufgabe."
      "Natürlich! Was denkst du denn von mir?" Empört richtete er sich auf. "Dass ich ein Taugenichts bin oder was?"
      Charly hustete. "Ach nö nö, quatsch!" Sie hustete wieder.
      "Glaube mir, die werden uns in Scharen besuchen kommen! Wenn ich eines bin, dann überzeugend und weißt du was? Ich habe noch einen Meilenstein heute erreicht!" Zweifelnd blickte Charly auf. "Lass dich überraschen Hase, lass dich überraschen."

    • Möhrchen
      Alte Trainingsberichte:
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      Fahren A auf L
      3212 Zeichen | Ravenna (09/2015)
      Mit seinen knapp 80 cm war es nicht gerade fair das Sarah mich zu diesem Job geschickt hatte. Umpalumpa war ein American Miniature Horse das ich heute im Fahren weiter bringen wollte. Die Grundausbildung hatte er bereits genossen, doch an der Feinmotorik haperte es sicherlich noch. Erstmal musste ich mich jedoch auf den Knien hockend um sein dreckiges Fell kümmern. Der Hengst hatte sich nach dem Regen nämlich ganz offensichtlich genüsslich im Sand gewälzt. Mein Problem lag aber nicht nur in der Größe des Knirpses,sondern meine Hände passten auch nicht in die Riemen des Putzzeugs. Ich stöhnte innerlich auf,warf die Bürste mit meinen Gedanken voller Wut gegen die nächstbeste Wand und tat es doch nicht. Mit rollenden Augen wischte ich dem kleinen Hengst wieder über den Rücken, süß war Umpalumpa,den ich nur kurz Umpa nannte,schon. Ein paar Bedenken hatte ich noch als ich mir den Trainingssulky so anschaute - ich musste wahrscheinlich meine Knie zu den Ohren ziehen. Wunderbar! Nicht.
      Nungut eine gute Viertelstunde später richtete ich mich mit steifen Knien und Rücken wieder vom Boden auf. Streckte mich zunächst einmal nur um mich wieder in gebückter dem Geschirr des Hengstes zu widmen bis ich ihn vor die Kutsche spannte. Auf einem frei gemachten Stück der abgefressenen Weide hatte ich am Vortag bereits einen Slalom,eine Plane und eine Brücke aufgebaut die sonst in einem Schuppen hier eher versauerten. Für das Fahrtraining der Klasse L allerdings wichtig. Bevor ich jedoch in dem Sulky platz nahm führte ich den Hengst über die einzelnen Stationen musste meinen Schritt dabei beträchtlich verringern da das Minipferd sonst traben musste.
      Schließlich faltete ich meine 1,98 Meter in dem Sulky zusammen und begann mit einer ausgiebigen Aufwärmphase für Umpa. Dabei testete ich die verschiedenen Tempowechsel,seine Reaktion auf Stimme. Dahingehend war er wirklich super vorbereitet, weswegen ich eigentlich noch wenig Arbeit vor mir hatte. Der Slalom war dem Minipfers nicht unbekannt, die Schwierigkeit der neuen Klasse war es diesen im Trab zu durchqueren. Also ließ ich Umpa antraben direkt gerade auf den großzügigen Slalom zu, wendig bewegte er sich und mich in der Kutsche durch die Stangen als hätte er nie etwas anderes getan. Unkompliziertes Minipferd, wie ich es mir gedacht hatte. Im Verlauf des Trainings passierten wir im Galopp die blaue Plane, konnten gesittet die Brücke angehen. Umpa reagierte fein auf jede Hilfe,ließ sich auch mit der Stimme hervorragend dirigieren und nach knapp einer Stunde ging ich mit Minipferd noch eine Weile spazieren. Kaum den Hof verlassen bereute ich die Entscheidung glatt, da ich beim Laufen Gefahr lief einfach umzufallen so langsam musste ich gehen. Idiot!
      Nach dem Training suchte ich in der großen Reisetasche halb vergeblich nach dem blöden Kugelschreiber fand ihn schließlich am unteren Ende und schrieb der Besitzerin eine kurze Notiz. "Umpalumpa hat sich im Training ohne weiteres benommen, pfiffiges kleines Kerlchen. Üben sie die Lektionen mit ihm,dann sollten Sie gute Chancen für Turniere der Klasse L haben. Ich hinterlasse Ihnen einen separaten Zettel mit den Übungen. " Besser war es auch,meine kraklige Schrift war ein Graus!

      Fahren Umpalumpa L → M & Juwel der Stille A → L | Distanz Roi du Soleil E → A & White Dance A → L
      Trainingsbericht
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      Zu Kira Esenbeck und ihren Pferden hatte mich mein Weg noch nicht hin verschlagen gehabt, weswegen es nun höchste Zeit war, sie und ihren Hof kennenzulernen. Natürlich hatte ich nicht nur aus Spaß die weite Reise in die Eifel nach Deutschland unternommen, sondern um dort vier ihrer Pferde zu trainieren.
      Ich wusste noch nicht viel, nur ihre Namen und, dass ich zwei von ihnen im Fahren und zwei von ihnen im Distanzreiten fördern sollte. Beides waren mit meine Lieblingsdisziplinen und so hatte ich mich auf diese beiden in den letzten Jahren genauer spezialisiert.
      Ich nahm mir dieses Mal die Zeit mit dem Schiff und dem Zug die weite Distanz zwischen Norwegen und Deutschland zu überbrücken. Ich kannte Deutschland noch nicht allzu gut, was ich bedauerte, und so genoss ich die Fahrt in die Eifel.
      Obwohl es Hochsommer war, goss es an diesem Tag aus allen Kübeln und ein weiteres Mal war ich froh, im trockenen Zug zu sitzen, vom Regen durch eine Glasscheibe getrennt.
      Zum Glück hatte sich Kira dazu bereits erklärt, mich bei diesem strömenden Regen vom Bahnhof abzuholen, sodass ich auch diesmal nicht nass wurde. Unterwegs lernten wir uns bereits besser kennen, denn immerhin mussten wir die nächsten Tage und auch Wochen, je nachdem wie lange das Training dauern würde, miteinander auskommen. Besonders interessierten mich die vier Pferde, um welche ich mich in nächster Zeit kümmern würde und so ging mein erster Gang nach der Ankunft auf dem Gestüt auch sofort zu den vier Pferden.
      Der kleinste der vier war definitiv Umpalumpa, welcher gerade mal 80 cm maß. Mit ihm würde das Fahrtraining bestimmt interessant werden, denn selten hatte ich solche Miniaturpferde im Training.
      Das zweite Pferd, welches ich auch im Fahren trainieren sollte, war da schon viel größer. Juwel der Stille, eine hübsche Welsh D Stute, welche mich vor allem mit ihrem ruhigen und gemütlichen Charakter begeisterte.
      Zum Schluss blieben nur noch die beiden Distanzpferde White Dance und Roi du Soleil, wieder zwei Welsh Ds, welche zum Glück auch größer waren als Umpalumpa.
      Eigentlich hatte ich für heute geplant, mich bei einem Spaziergang mit den Pferden bekannt zu machen, doch bei diesem strömenden Wasser, welches seit Stunden vom Himmel kam, würde das wohl nichts werden. Ich verschob deswegen die ersten Arbeitsschritte auf Morgen und ließ den Tag ruhig ausklingen.
      *
      Am nächsten Tag hatte der Regen zum Glück ein Ende gefunden und ich hoffte, dass dies auch während meiner Zeit in Deutschland so bleiben würde. Ein Dressurtraining kann auch in der Halle stattfinden, für ein Distanztraining muss man nun mal hinaus ins Gelände, um das Pferd perfekt zu trainieren.
      Allerdings würde ich mich auch als Erstes mit Umpa und Juwel abgeben. Beide würde ich abwechselnd trainieren und mich erst danach mit den anderen beiden beschäftigen
      Umpa war der erste an diesem Morgen. Es war ein komisches Gefühl, mich fast auf den Boden legen zu müssen, um den kleinen Hengst putzen zu können. Dafür brauchte ich auch nicht allzu lange, bis dieser sauber war. Der Hengst besaß bereits einige Erfahrungen was das Fahren betraf, sollte nun aber auf die Stufe L aufgestuft werden.
      Wie immer begann ich meine Arbeit damit, dass ich mit dem Hengst eine Runde spazieren ging, in welcher ich versuchte, ihn und seine Eigenschaften besser kennenzulernen. Hatte er Angst vor Wasser, interessierte er sich für ihm fremde Dinge und wie weit vertraute er mir, einem Fremden.
      Der Spaziergang dauerte nicht lange, jedoch hatte ich nach Beendigung bereits das Gefühl, den Kleinen viel besser zu kennen. Ich ließ ihm auch eine kleine Verschnaufpause, bevor ich ihm abermals das Halfter umlegte und ihn in die Halle zu einem kleinen Longiertraining verfrachtete. Ich hatte während meiner langen Ausbildung gelernt, dass es in jeder Disziplin wichtig war, dass Pferd zur Entspannung und Gymnastizierung regelmäßig zu longieren und da mich Umpa schon bald ziehen musste, würde er die Muskeln natürlich auch brauchen.
      Am Nachmittag war dann auch die hübsche Juwel an der Reihe. Auch mit ihr begab ich mich auf einen kleinen Spaziergang durch die von Regen durchtränkte Eifel, konzentrierte mich hier ganz auf die Stute und versuchte von dieser zu lernen. Juwels Schritt waren natürlich größer und schneller, weswegen ich den Spaziergang etwas erweiterte, in der Hoffnung mich nicht gleich am ersten Tag zu verlaufen. Zum Glück schien Juwel den Rückweg zu kennen, sodass auch ich unbeschadet zurück aufs Gestüt fand.
      Juwel lief im Fahren erst auf A, sodass ich mit ihr vielleicht nicht ganz so viel Arbeit haben würde wie mit Umpa. Allerdings stand auch für Juwel das Longiertraining am frühen Abend an, denn natürlich musste ich auch sie für eine Kutschfahrt stärken.
      Bereits beim Longieren erprobte ich, wie gut die Sute auf Stimmkommandos achtete, denn diese waren vor allem im späteren Straßenverkehr wichtig.
      In den nächsten Tagen war geplant, dass ich die beiden immer wieder nebenbei longieren würde, um den beiden so ein Ausgleich zu dem anstrengenden Fahrtraining zu ermöglichen.
      *
      Bereits am nächsten Tag begann ich mit Umpa das Training vor dem Sulky. Ich war nicht gerade klein, wog aber zum Glück auch nicht all zu viel, was mich aber nicht davor beschützte, mich in dem Sulky zusammenfalten zu müssen.
      Geplant war für heute nur eine kleine gemütliche Ausfahrt, bei welcher ich Umpas Kenntnisse nochmal vom Bock aus besichtigen wollte, bevor ich den Schwierigkeitsgrad peu a peu nach oben schrauben würde.
      Heute ließ ich mir beim Anschnallen des Hengstes viel Zeit und überprüfte lieber noch ein drittes Mal, ob wirklich alle Gurten richtig saßen, damit ich heute Abend keine böse Überraschung in Form von Wunden erleben durfte. Dann streifte ich mir meine Handschuhe über, nahm zur Vorsicht noch einen Regenmantel mit und platzierte mich auf dem Kutschbock. Dort nahm ich die Zügel in die Hand und gab dann dem kleinen Umpa das Zeichen zum Starten.
      Es war nur natürlich, dass der Hengst einige Meter brauchte, bis er sich wieder richtig eingelaufen hatte und so nahm ich die anfänglichen Stolperer einfach hin.
      Ich fuhr heute mit Umpa die Strecke, die wir gestern noch gelaufen waren. Das hatte den Vorteil, dass ich sie bereits gut kannte, was ja von Vorteil sein sollte.
      Ich blieb auch erstmal die ganze Zeit im Schritt, nutzte allerdings das Gelände, um mit Umpa bereits zu trainieren. Um die Bäume am Wegesrand ließ es sich gut Slalom fahren und die bellenden Hunde erfüllten schonmal einen Teil des Schrecktrainings. Auch vertiefte ich mit Umpa nochmal alle Stimmkommandos und arbeitete da vor allem am Stehenbleiben. Am Anfang gaben vor allem die Zügel das Kommando zum Stehenbleiben, jedoch versuchte ich meine Stimme immer mehr in den Vordergrund zu bringen und ihn darauf zu trainieren. Am Ende der kleinen Ausfahrt ließ ich ihn auf einem Feldweg, welcher leicht bergauf ging, antraben und war ganz erstaunt, wie schnell der Kleine trotz seiner kurzen Beine war. Nach einer guten Stunde kam ich dann wieder auf dem Gestüt an, entgurtete Umpa und entließ ihn dann in seinen Feierabend.
      Am Nachmittag war dann auch wieder Juwel dran. Die Stute bekam einen etwas größeren Einspanner, da sie ja mit ihren 1,54 m zu den etwas Größeren zählte. Auch bei ihr dauerte das Anspannen länger, allerdings würde es dafür die nächsten Male schneller gehen.
      Die darauf folgende Prozedur war genau die gleiche wie bei Umpalumpa. Ich ging auch mit ihr den Weg, den ich gestern mit ihr gegangen war und versuchte das Training bereits mit einem Antischrecktraining und den Stimmkommandos zu verbinden. Es zeigte sich deutlich, dass sich Juwel noch etwas unsicherer im Gelände bewegte und die Kutsche hinter sich noch nicht ganz akzeptiert hatte wie Umpa, aber auch das würde sich hoffentlich bald legen.
      Als ich am frühen Abend dann wieder auf dem Hof einkehrte, versorgte ich die Stute ausreichend und brachte sie dann zu ihren Freunden.
      Für mich war der Arbeitstag allerdings noch nicht zu Ende - Ich lieh mir von Kira ein älteres Fahrrad und machte mich dann auf die Suche nach guten Geländewegen und Möglichkeiten, die Pferde auch außerhalb des Platzes trainieren zu können. Ich genoss die rote Abendsonne und die Stille und war froh, mich dafür entschieden zu haben noch eine kleine Runde zu drehen.
      Als die Sonne dann langsam hinter den Berggipfeln verschwand und ich mitbekam, dass das verrostete Fahrrad keine Lampe besaß, musste ich wohl oder übel umdrehen und so suchte ich mir dann durch die Abenddämmerung den Weg zurück zum Gestüt.
      *
      Den nächsten Vormittag verbrachte ich dann vor allem damit, den Springplatz des Gestüts zu einem Fahrplatz umzuformen. Kira hatte mir erlaubt, etwas Fahrtraining auf dem Platz zu veranstalten und mir dann noch einige gut nützliche Utensilien bereitgestellt, sodass ich mit guten Möglichkeiten ans Werk ging. Mein Plan war es, aus dem Springplatz einen Hindernisparcours zu bauen und so entstand nach und nach mit Plastefolien, Heuballen, Trabstangen und Flatterbändchen ein richtiger Parcours.
      Nach dem Mittag musste dieser natürlich auch noch ausprobiert werden und so holte ich mir den kleinen Umpalumpa wieder von seiner Weide, spannte ihn vor den kleinen Sulky und brachte ihn dann auf den Springplatz (oder jetzt eben Fahrplatz).
      Es schien fast so, als würde sich der neugierige Kerl nur so freuen, die ganzen Hindernisse kennenzulernen und so war es für mich kein Problem, Umpa davon zu überzeugen, einfach alles mitzumachen. Die große knisternde Decke fand er am Anfang noch etwas angsteinflößend, aber je öfter ich darüber fuhr, desto selbstsicherer stolzierte er darüber. Im Gegenteil dazu machten ihm die Flatterbänder keine Angst und er schien die Berührung fast zu genießen. Noch etwas ungenau und nicht mittig ging er zwischen zwei Trabstangen entlang, was ich also noch öfter in den nächsten Tagen mit ihm üben würde.
      Ich hatte auch ein paar größere Kieselsteine gesammelt und aus diesen einen Holperweg gemacht, bei welchem ich wahrscheinlich mehr litt als der kleine Hengst selbst. Zum Schluss stand noch für ihn der kleine Slalomparcours bereit, bei welchem wir aber einen gelungenen Abschluss fanden und ich Umpa zufrieden ausspannen konnte.
      Mit Juwel wollte ich noch etwas mit dem Hindernisparcours warten und beschäftigte mich so den Nachmittag eher mit der Doppellonge und wieder einmal den Stimmkommandos. Morgen früh würde jedoch auch sie den Parcours gehen dürfen.
      Am Abend musste ich Umpa nochmal in die Halle zerren. Ich merkte, dass er heute Abend wenig Motivation aufweisen konnte, allerdings schien er trotzdem daran interessiert, zu wissen was heute so anstand. Enttäuscht musste er dann feststellen, dass es nur wieder die Longe war, welche noch auf ihn wartete.
      Auch hier zog ich das Training nicht unendlich in die Länge und entließ ihn dann auch schon bald in den Feierabend.
      *
      Wie bereits geplant war Juwel am nächsten Morgen die erste, welche ich zum Training holte. Mit ihr ließ ich es wieder etwas entspannter angehen und fuhr mit ihr zuerst einmal an allen Hindernissen vorbei, übte dann locker ein paar Stimmkommandos uns widmete mich dann erst dem Parcours. Auch mit ihr fing ich mit der knisternden Plane an, merkte jedoch, dass sowas nicht so ihres war und sie dann definitiv nicht zu den Flatterbändern weiter wollte, schob ich den Slalom und die Gasse der beiden Trabstangen dem Schrecktraining vor. Im Gegenteil zu Umpa, brauchte Juwel nur wenige Versuche, um akkurat zwischen den beiden Stangen entlangzufahren. Allerdings lagen diese heute auch etwas weiter auseinander, da ja Juwels Kutsche breiter war.
      Vor der Buckelpiste schien sie sich etwas zu zieren, ging dann aber trotzdem recht ordentlich drüber. Zum Schluss versuchte ich noch ein gutes Ende bei der Plane zu finden, was mir auch so halb gelang. Immerhin ging sie zum Schluss ordentlich drüber, auch wenn sie ihre Beine etwas höher hob als normal.
      Als ich gerade schon von der Kutsche absteigen wollte, packte mich die Idee, mit Juwel nochmal eine kleine Runde zu drehen und so lenkte ich sie in Richtung Gelände, anstatt zum Stall.
      Leider war es in den letzten Tagen wieder sehr warm geworden und die Insekten stürzten sich nur so auf das bereits verschwitzte Pferd, sodass mein Traum von einer gemütlichen Fahrt schnell zerplatzte und ich umkehrte und wieder zurück zum Gestüt fuhr.
      Den Nachmittag hatten beide Pferde frei und auch ich genoss es einfach mal entspannen zu können.
      *
      Dieser Tag war vielleicht mit der wichtigste. Ich hatte die beiden Pferde in den letzten Tagen trainiert, ihre Muskeln gestärkt und ihnen versucht das Vertrauen in den Fahrer und in die Kutsche zu geben.
      Heute würde ich, zuerst mit Umpalumpa, dann mit Juwel, eine längere Geländefahrt unternehmen und diesmal würde es in schwierigere Gebiete gehen. Nicht nur eine Landstraße, ein lauter Schrottplatz und eine Kleinstadt lagen heute auf unserem Weg, sondern auch steile Hügel, kleine Kinder und bellende Hunde, all das, was einem so begegnen konnte. Außerdem würde ich heute auch versuchen, längere Strecken zu traben und vielleicht auch auf geeignetem Weg kurz zu galoppieren.
      Heute begleitete mich in den Sulky auch noch eine Flasche Mückenspray, denn diese kleinen nervigen Insekten konnten nicht nur dem Pferd, sondern auch mir, die Fahrt verderben
      Der erste Teil der Fahrt war mir noch ganz bekannt, den Rest kannte ich nur vom Sattel meines Fahrrads aus, aber diesen konnte man ja nicht mit einer Kutsche vergleichen.
      Umpa war ein angenehmes Fahrpferd, welches zügig und gleichmäßig lief und eher neugierig als erschrocken kleinen Kinder nachblickte. Auch in der Stadt meisterte er seinen Job perfekt, auch wenn er es nicht einsah, warum er nicht einfach in der Mitte der Straße laufen konnte. Hier machte sich unser Trabstangentraining bemerkbar, denn auch hier im Gelände konnte er nicht einfach dort laufen, wo er gerade wollte.
      Auf einer etwas ruhigeren Landstraße trabte ich mit ihm das erste Mal und er hielt es sogar recht lange durch, allerdings merkte ich, dass er an einem kleinen Aufstieg schlapp machte und so parierte ich ihn wieder durch.
      Wir hatten außerdem bis jetzt Glück mit dem Wetter. Es war nicht ganz so heiß und ein kleiner Wind wehte uns die Insekten aus dem Gesicht. Perfekt!
      Auch der kleine Galopp zum Schluss saß fast perfekt, auch wenn er einmal nach links in den Graben auswich, als vor uns aus dem Gebüsch ein Hase auf die Straße sprang und wahrscheinlich war der kleine auch ganz erstaunt, da ein kleines Pony zu sehen.
      Als es wieder nach Hause ging, wurden Umpas Schritte wieder schneller und so ließ ich ihn noch ein Stück traben, bevor ich ihn dann kurz vor dem Gestüt noch gemütlich auslaufen ließ.
      Ich war stolz auf den Kleinen, er hatte viel gelernt und verinnerlicht und ich war mir sicher, dass einer Aufstufung nun nichts mehr im Wege stand.
      Natürlich war am Nachmittag auch wieder das Training von Juwel dran. Auch sie würde heute die gleiche Runde wie Umpa erwarten, allerdings würde bei ihr mein Augenmerk noch nicht ganz so auf Schnelligkeit, sondern eher auf der Genauigkeit liegen, denn die Stute war immer noch etwas zurückhaltender und schreckhafter.
      Der Beginn der Fahrt verlief nicht schlecht, allerdings wurde es in der Stadt für mich etwas schwieriger. Juwel wich kleineren Hindernissen, wie Gullideckeln immer in einem großen Bogen aus, blieb zwischendurch auch abrupt stehen, als sie hinter uns ein lautes Motorrad hörte. Ich versuchte aber ruhig zu bleiben und brachte den Trubel der Stadt dann so schnell wie möglich hinter uns. Vielleicht hatte ich von der Stute noch zu viel verlangt, immerhin fehlte ihr noch einiges an Erfahrung. Der Rest der Fahrt wurde dafür umso schöner. Auf der Landstraße und auch der spätere Wald- und Feldweg lief sie so entspannt und ruhig, wie ich sie eigentlich kannte. Sie schien richtig Spaß an der Sache zu finden und so konnte auch ich mich wieder entspannen.
      Da Juwel recht verschwitzt war, legte ich zum Schluss nur einen kurzen Trab ein und ließ sie ansonsten entspannt zurück aufs Gestüt laufen.
      Natürlich musste auch Juwel noch viel lernen, allerdings hatte ich mir in den letzten Tagen die größte Mühe gegeben, um sie weiterzubilden und nun war es wohl soweit, dass auch sie mein Training bestanden hatte und nun eine Stufe höher laufen durfte.
      Beide Pferde hatten ausreichen Longentraining bekommen, beide immer wieder in den verschiedensten Situationen Antischrecktraining und natürlich das wichtigste: Das Training vor der Kutsche auf dem Platz und im Gelände. Bei diesen beiden Ponys konnte ich meine Aufgabe als erledigt ansehen und ich hoffte, dass auch Kira mit meiner Arbeit zufrieden war.
      *
      Trotzdem konnte ich natürlich noch lange nicht abreisen, denn erst die Hälfte der Pferde hatten eine Trainingseinheit von mir bekommen, was bedeutete, dass noch zwei fehlten.
      Auch dieses Training wollte ich vielseitig aufbauen, um den beiden Pferden so viel Abwechslung wie möglich zu bieten und trotzdem ihnen etwas lehren können.
      Bereits am nächsten Tag fing ich mit der hübschen cremello Stute an. White war mir als sensibel und leichtfüßig beschrieben wurden und um das zu überprüfen, blieb mir nichts anderes übrig, als mit ihr ins Gelände zu gehen und es auszuprobieren.
      Am frühen Morgen holte ich sie zu mir, putzte sie ausführlich und sattelte sie dann. Nachdem ich die letzten Tage nicht mehr auf einem Pferderücken gesessen hatte, war es fast ungewohnt, als ich mich in den Sattel schwang. White schien noch etwas skeptisch zu sein, durfte sie ja auch und ich merkte jetzt schon, dass ich mich wohl viel mit ihr beschäftigen musste, um ihr Vertrauen zu erwecken.
      Für heute war nur ein gemütlicher Ausritt geplant und zum Glück hatte ich die Geländewege mittlerweile gut kennengelernt, sodass ich nicht mehr ganz so planlos startete wie am ersten Tag.
      Die Beschreibung "leichtfüßig" passte wirklich perfekt auf White. Ohne zu stolpern überquerte sie den Waldweg, auf welchem es nur so von gefährlichen Stolperwurzeln wimmelte und auch ansonsten war sie ganz fein zu reiten, also eine perfekte Voraussetzung Der Ausritt sollte entspannt werden, trotzdem testete ich schonmal auch die anderen beiden Gangarten der Stute, welche beim Distanzreiten ja mit die Wichtigsten waren.
      Die Stute hatte viel Spaß sich schnell zu bewegen und ließ sich in den beiden anderen Gangarten genauso gut reiten wie im Schritt. Ein tolles Pferd, in welches ich mich bereits am ersten Tag schnell verliebte. Ich war gespannt, wie sich das Training entwickeln würde, denn immerhin musste ich sie auf L aufstufen, was nicht allzu wenig Arbeit war.
      Auch mit dem anderen Pferd, Roi du Soleil, machte ich am Nachmittag einen Ausritt. Schnell merkte ich den Unterschied zu der sanften Stute. Roi konnte es gar nicht abwarten schneller zu laufen, war sehr aufgeregt und ich konnte ihn nur schwer zurückhalten. Allerdings beruhigte er sich, je länger wir unterwegs waren und war sogar gar nicht mehr ganz so aufsässig wie am Anfang. Auch mit ihm erlebte ich einen tollen Ritt und bekam vor allem seine Lauffreude zu spüren. Allerdings musste ich mit ihm daran arbeiten, dass er seine ganze Energie einteilte, sonst könnte es bei einem Turnier passieren, dass er wegen zu hoher Pulswerte ausscheidet. Eine gute Kondition war hier das A und O und daran würde ich mit dem kleinen König arbeiten müssen.
      Auch hier beendete ich den Ausritt nach nicht allzu langer Zeit und kehrte zurück aufs Gestüt.
      *
      Wie auch bereits mit Umpalumpa und Juwel der Stille, war mein Plan, dass ich in den nächsten Tagen die beiden Distanzpferde immer wieder longieren würde, denn auch hier hatte es genau den gleichen Sinn wie beim Fahren. Die Pferde fanden einen Ausgleich ohne das Reitergewicht auf ihrem Rücken und konnten gleichzeitig ihre Muskeln aufbauen und ihre Ausdauer stärken.
      So verbrachte ich den nächsten Vormittag mit den Beiden in der Halle, holte mir heute zuerst den kleinen Roi und nach dem ich mit ihm die Arbeit beendet hatte, ging es auch für White nochmal ran.
      Am Nachmittag ging ich mit beiden nochmal ins Gelände. Roi war wieder der erste, allerdings passte ich den Ausritt gleich einem E-Distanzritt an, nahm also auch meinen Pulsmesser mit und hielt mich an die Vorgabe, nicht schneller als 12 km/h zu reiten, was bei den meisten Einführungsritten noch Pflicht war.
      Roi schien noch nicht ganz so zu wissen, was auf uns zu kam und wollte gleich wieder hinaus in die weite Welt. Ich erwärmte ihn vorher ausführlich auf dem Platz, nahm vor dem Start seine Pulswerte und ritt dann erst los.
      Heute war der Trab unsere Hauptgangart, ich hoffte jedoch, dass ich es wenig später auf den Galopp steigern konnte.
      Roi war von Anfang an gut dabei und wieder wurde er mit der Zeit ruhiger, so dass ich bei unserer kleinen Pause einen doch noch ganz guten Wert maß, bevor wir in den zweiten Teil aufbrachen, welcher wieder nach Hause führte. Ich merkte es Roi an, dass er nach Hause wollte, trotzdem ließ ich ihn nicht unkontrolliert schneller werden, sondern achtete weiterhin darauf, dass wir nicht allzu schnell unterwegs waren, sondern ein einigermaßen gleichmäßiges Tempo behielten.
      Auch als wir wieder auf dem Gestüt waren, ließ ich ihm zehn Minuten um herunterzukommen und nahm dann das dritte Mal seine Pulswerte. Ideal war es, wenn diese genauso hoch waren wie vor dem Start. Roi war schon nah dran, allerdings konnte man da noch einiges verbessern. Trotzdem entließ ich ihn für heute auf die Weide, da ich ja auch noch White vor mir hatte.
      Mit White machte ich genau das gleiche: Eine kurze Erwärmung auf den Platz, Pulswerte, einen Übungs-Distanzritt auf der Stufe A und in der Pause abermals die Messwerte nehmen. Bei White merkte ich, dass sie bereits mehr Ahnung hatte. Ihr Tempo war viel gleichmäßiger und ruhiger und trotzdem hatte sie ein schönes Tempo, welches sich gut sitzen ließ und nicht zu langsam war. Auch waren ihre Pulswerte so einiges besser als die von Roi, was aber nur normal war. Mein Ziel war es, den Hengst so zu trainieren, dass er so gut werden würde, wie es White jetzt war.
      Bei White legte ich bereits mehr Galoppaden ein, übertrieb es für den Anfang nicht. Als ich am Ende ein letztes Mal ihre Pulswerte nahm, waren die fast perfekt identisch. Ich war gespannt, wie es bei einem richtigen Distanzritt sein würde. Für diesen Tag hatten die beiden Pferde genug geleistet und auch ich merkte das Reiten so langsam in den Beinen, sodass ich nur noch eine Dusche nahm und mich dann auch ins Bett begab
      *
      Heute wollte ich mich den ganzen Tag mit einer anderen Sparte beschäftigen: Der Dressur. Auch diese war wichtig beim Distanzen. Diesmal hatte ausnahmsweise Roi den Vorteil, da der Hengst bereits auf L lief und White erst auf A. Deswegen fing ich heute auch wieder mit Roi an.
      Ich ließ mir viel Zeit beim Aufwärmen, ging dann zur Gymnastizierung ein paar Volten und alle Schlangenlinien, die Roi bereits beherrschen sollte. Auch Roi schien die Abwechslung zu gefallen und willig arbeitete er auch mit. Auf dem Platz war der Hengst ein ganz anderer und ließ sich, im Gegenteil zum Gelände, auch gut in Anlehnung reiten. Immer wieder machte ich kleine Entspannungszeiten, in welchen ich die Zügel lang ließ, damit sich Roi dehnen konnte.
      Ich wollte mit Roi heute kein Dressurtraining machen, weswegen ich die schwierigeren Lektionen, wie die Kehrtwendung auf der Hinterhand, entfallen ließ. Mein Augenmerk lag heute auch auf der Arbeit mit den Trabstangen, den Bahnfiguren und leichteren Lektionen. Nach einer guten Stunde gutem Training beendete ich die Arbeit und gab Roi für den restlichen Tag frei.
      Am Nachmittag war dann allerdings seine Trainingspartnerin an der Reihe. Mit White wollte ich heute ein paar Lektionen und Bahnfiguren der Stufe A durchgehen und fing dabei genauso an, wie mit Roi. Erst ein paar Schlangenlinien, gymnastizierende Übungen und leichtere Lektionen. Zum Schluss dann noch etwas Stangenarbeit. Allerdings war Whites Ausdauer bereits um einiges besser, weswegen ich die meisten Übungen zusätzlich noch im Trab und Galopp übte. Auch mit White beendete ich das Training nach einer Stunde, denn immerhin hatten wir in den nächsten Tagen noch genug Arbeit.
      *
      Die nächsten beiden Tage waren gleich aufgebaut. Beide Pferde bekamen am Morgen ihre Longeneinheit und am Nachmittag stand dann der Ritt ins Gelände an. Ich machte das Training immer schwerer, erweiterte die Runden und blieb immer länger im Trab und Galopp. Nach zwei Tagen hatte ich die Kondition beider Pferde um einiges erhöht und war bereit mit Roi einen 20 Kilometer Ritt im Distanztempo gegangen. Auch White hatte erfolgreich ihren 35 Kilometer Ritt bestanden, sodass ich die beiden dazu bereit sah, ein richtiges Distanzturnier überstehen zu können.
      *
      Mit Kiras Hilfe, welche mir auch gütiger Weise ihren Anhänger zur Verfügung stellte, machten wir uns am nächsten Morgen mit beiden Pferden und jeder Menge Ausrüstung, auf dem Weg zu einem kleinen Turnier in der Nähe. Beide Pferde hatte ich noch kurzfristig an zwei der Ritte anmelden können und so war ich gespannt, ob es beide schaffen würden.
      Auch für mich würde es nicht allzu einfach werden, allerdings hatte ich ja zum Glück schon so einige längere Ritte geschafft, sodass ich diese beiden hoffentlich auch überstehen würde.
      Nach der Anmeldung und der Erhaltung der Check-Karte, auf welcher im Laufe des Ritts alle Auffälligkeiten und nennenswerte Dinge eingetragen wurden, bauten wir zwei Paddocks auf und gaben den beiden Pferden nochmal die Möglichkeit, nach der Fahrt sich zu entspannen.
      Whites Ritt war der erste, da er einige Kilometer länger war als der von Roi und so musste ich sie nach einer kurzen Pause bereits satteln.
      Da das Wetter wieder wärmer geworden war und so auch die Insekten wieder angriffslustiger, hatte ich für White und Roi eine Insektenschutzdecke mitgenommen, so wurde der Ritt für uns beide angenehmer.
      Kira würde mich unterwegs als Trosser unterstützen und an den kleinen Rastpunkten mit Wasser für mich und das Pferd warten.
      15 Minuten bevor White und ich starten würden, erwärmte ich sie etwas auf einer Wiese neben dem Start, was den Vorteil hatte, dass wir dann gleich im Trab starten konnten. Da es heute Einzelstarts waren und so ein Starter immer alle drei Minuten auf die Strecke gelassen wurde, hatten wir noch etwas Wartezeit am Startpunkt. Als wir dann allerdings an der Reihe waren, lief ich die ersten Meter im Schritt und fing dann erst an zu traben. Ich hörte Kira noch "Viel Glück" rufen, bevor ich ganz in der Welt des Distanzreitens verschwunden war. Ich hatte mir die Karte vorher gut angeschaut und so hatten wir den ersten Teil mit dieser kaum Probleme. Aus Erfahrung wusste ich, dass der erste Teil meist der Schwierigste war, da White und auch ich uns noch aufwärmen mussten.
      An Kreuzungen nahm ich das Tempo immer wieder zurück, versuchte mich zu orientieren und dann die Markierungen am Wegesrand zu suchen. Erst als ich mir sicher war, dass es der richtige Weg war, ging es wieder schneller weiter.
      Als der Vet-Check so langsam näher rückte, stieg ich von der Stute ab und führte diese die letzten Meter zum Untersuchungspunkt. Das hatte den Vorteil, dass wir schneller wieder weiter konnten, da Whites Pulswerte bereits bei der Ankunft unter 64 lagen. Nach einer kurzen Trinkpause, den Untersuchungen und dem Vorführen im Trab, ging es dies dann auch.
      Ich merkte deutlich, wie White und auch ich uns so langsam eingelaufen hatten und wir unseren Rhythmus gefunden hatten. An steilen oder steinigen Wegen stieg ich immer wieder ab und führte White im Schritt und Trab, sodass vor allem sie beim wieder Aufsteigen deutlich erholter war.
      Kurz vor dem zweiten Vet-Check stieg ich wieder ab und machte es wie beim ersten. Wir hatten wieder Glück und Whites Werte lagen wieder unter 64. Wir starteten schneller als beim ersten Mal, da nun das Vorführen wegfiel.
      Im letzten Teil des Rittes hatte sich um uns bereits ein kleines Reitergrüppchen versammelt, welche auch so wie wir lieber kurze Strecken um Schritt liefen und dann dafür etwas schneller im Trab und Galopp unterwegs waren.
      Zur Ablenkung waren Gesprächspartner meist nicht schlecht und so schafften wir auch die dritte Runde ohne größere Probleme.
      Gleich nach unserem Zieleinlauf und auch 20 Minuten später, war wieder eine Kontrolle an der Reihe, in welcher sichergestellt wurde, dass wir beide ohne Druckstellen oder Atemprobleme etc den Ritt überstanden hatten. Glücklich war ich dann, als uns gesagt wurde, dass wir in zwei Stunden zur Nachuntersuchung zugelassen waren. Diese würde allerdings Kira mit der Stute bestreiten müssen, da ich bereits in wenigen Minuten mit Roi zu meiner zweiten Runde aufbrach. Diese würde zum Glück etwas angenehmer und leichter werden, ich hoffte bloß, dass wir alle Kontrollen gut überstehen würden!
      Auch Roi bekam die Fliegendecke von mir übergelegt, denn mit dieser hatte ich gute Erfahrung beim Distanzen gemacht.
      Auch Roi erwärmte ich eine Viertelstunde früher, allerdings hatte ich bei ihm das Glück, dass wir gleich am Anfang starten durften. Mit Roi verfolgte ich beim Reiten ein etwas anderes Konzept. Da er gerne übermütig wurde, wollte ich mit ihm versuchen, ein gleichmäßiges Tempo aufzubauen und die meiste Zeit im angenehmen Trab zu reiten.
      Als der erste Vet-Check in Sicht kam, stieg ich ab, machte sogar kurze eine Pause in welcher ich den Hengst grasen ließ und lief dann erst etwas aufgeregt zur Kontrolle. Bis jetzt waren Rois Werte immer ganz knapp gewesen und so hoffte ich, dass es auch diesmal sein würde. Erstaunt war ich dann, als Roi einen neuen Rekord aufstellte und ging so dann auch viel erleichterter in den Teil zwei über.
      Deutlich merkte ich, dass Rois Gänge entspannter und gleichmäßiger nach dieser kurzen Pause waren und auch er nun seinen Rhythmus gefunden hatte. Allerdings waren diesmal wenige Reiter dabei, welche im gleichen Tempo wie wir ritten, weswegen ich den meisten Teil der Strecke alleine zurücklegte.
      Nachdem wir auch den zweiten Vet-Check überlebt hatten, merkte ich, wie auch meine Kraft sich langsam senkte und hoffte, dass trotz der prallen Sonne, auch Roi nicht aufgab.
      Ich schien ordentlich gehofft zu haben, denn auch am Ziel überstanden wir die Untersuchung, obwohl ich beim Vortraben wahrscheinlich ziemlich komisch umher trampelte.
      Ich war zufrieden mit mir und natürlich mit beiden Pferden. Bei beiden Ritten hatten etwa nur die Hälfte alles überstanden und nun die Chance auf einen Platz weiter vorne. Bis zur Siegerehrung versorgten wir beide Pferde gründlich, kühlten sie ab und packten sie dann mit Abschwitzdecke auf ihre Paddocks, wo sie es ich nicht nehmen ließen, sich samt frisch gewaschener Decke in den Dreck zu schmeißen.
      Im Endeffekt hatte White bei ihrem Ritt einen sehr guten fünften Platz belegt und das von eigentlich 22 gestarteten Reitern. Roi lag auf Platz sieben, was allerdings auch eine sehr gute Leistung war, für das was er geschafft hatte.
      Noch am späten Abend machten Kira und ich uns deswegen auf den Heimweg, sodass die Pferde bei Einbruch der Dunkelheit, wohl behütet zu Hause in ihren Boxen standen.
      *
      Am nächsten Tag war es dann auch für mich Zeit, mich zu verabschieden. Roi und White würden die nächsten Tage Ruhe brauchen, sodass es für mich der perfekte Punkt war, abzureisen.
      Kira drückte ich all die Aufzeichnungen in die Hand, welche ich während der letzten Tage gemacht hatte, denn sie würde diese wahrscheinlich irgendwann wieder brauchen. Dann stieg ich endlich in das Taxi, welches mich zum Bahnhof bringen würde, denn auch ich freute mich nun unheimlich auf mein Zuhause.
    • Möhrchen
      Pflegebericht - Kindergeburtstag!| Caillou, Callimero, Armani, Umpalumpa und Narla
      |©Möhrchen, 29.08.2017

      Ich blies die letzten Luftballons auf und hängte sie an die Decke des Pavillions. Auf dem Tisch verteilte ich bunte Teller und Becher und ein paar Süßigkeiten. Heute war ein besonderer Tag, denn heute sollte auf der Rainbow Ranch ein Kindergeburtstag stattfinden. Vor ein paar Tagen war Mia mit ihrer Mutter auf meinen Hof gekommen und hatte gefragt, ob sie ihren sechsten Geburtstag bei mir auf dem Hof feiern könnte. Ich hatte sowas zwar noch nie gemacht, hatte aber spontan zugesagt. Ich war sehr gespannt, wie der Tag verlaufen würde und wie die Ponys auf die Kinder reagieren würden.

      Zuerst holte ich die vier Ponys von ihren Paddocks und brachte sie zusammen auf den Reitplatz. Ich hatte zum Reiten Caillou, Calli und Armani ausgesucht, die drei passten von der Größe her am besten zu den Kindern und hatten auch schon Erfahrung mit Reitunterricht. Zum Putzen und Rumtüddeln holte ich außerdem Umpalumpa dazu.

      Kurz vor 3 fuhr Mias Mutter Yvonne mit ihrem VW-Bus vor. Sie öffnete sie Schiebetür und nacheinander sprangen acht quietschende Mädels aus dem Auto. Ich begrüßte Yvonne und wir riefen die Kinder zusammen. Ich stellte mich kurz vor und fragte die Kinder nach ihren Namen, was eher weniger sinnvoll war, da ich mir eh nicht alle merken konnte.

      „Es gibt noch ein paar Sachen, die ganz wichtig sind“, sagte ich, als endlich mal kurz alle ruhig waren. „Ponys erschrecken sich ziemlich schnell und springen dann auch manchmal zurück, deshalb darf man nicht zu dicht hinter ihnen her gehen. Und es wird bei den Ponys nicht gerannt, nur langsam gegangen. Alles Weitere zeige ich euch, wenn wir bei den Ponys sind. Wer von euch ist denn schon mal geritten?“ Mia und drei ihrer Freundinnen meldeten sich.

      Gemeinsam gingen wir zum Reitplatz hinüber, wo die Ponys entspannt an ihren Heunetzen herum knabberten. „Ich nahm die vier Halfter vom Zaun und gab den Mädels jeweils zu zweit eins. Dann ging ich mit ihnen auf den Reitplatz und half ihnen dabei, die Ponys aufzuhalftern und am Zaun anzubinden. Dann trommelte ich in der Mitte des Reitplatzes wieder alle zusammen, wo ich bereits eine Kiste mit weichen Bürsten bereitgestellt hatte. „Wir machen die Ponys jetzt erstmal ein bisschen sauber. Jeder kann sich eine Bürste nehmen und dann putzt ihr immer zu zweit ein Pony. Den Kopf braucht ihr nicht sauber machen, das mögen sie nicht so gerne. Wenn ihr irgendwas nicht hin bekommt, dann helfe ich euch.“ Alle schwärmten wieder aus und verteilten sich gackernd auf die Ponys. Ich ging herum und half ihnen, korrigierte Fehler und beantwortete neugierige Fragen zu den Ponys.

      Eine halbe Stunde später hatten wir alle Ponys geputzt und die drei Großen mit einem Reitpad gesattelt. Die Kinder setzten sich ihre Helme auf, die sie von zu Hause mitgebracht hatten, dann zeigte ich ihnen kurz, wie man die Ponys am besten führte. Die Kinder schauten interessiert zu und gaben sich Mühe, es richtig zu machen. Ich führte Callimero, Yvonne bekam Armani und die Kinder durften abwechselnd Caillou führen. Nacheinander durften die Kinder nun Reiten, zuerst im Schritt außen herum, dann um verschiedene Hindernisse, die ich in der Bahn aufgebaut hatte und zum Schluss sogar kurz im Trab. Die Ponys waren super artig und total entspannt und die Kinder waren nicht mehr so albern und richtig konzentriert. Es machte allmählich wirklich Spaß. Wir ließen die Kinder auf den Ponys Eier auf Löffeln balancieren, Bälle in Eimer werfen und Fähnchen aufheben, die am Boden in Pylonen steckten.

      Nach einer knappen Stunde rutschten die letzten Kinder erschöpft von ihren Pferden. Wir sattelten sie ab, räumten den Reitplatz auf und ließen die Ponys auf dem Reitplatz frei. Während sie sich wieder an ihren Heunetzen zu schaffen machten, gingen wir mit den Kindern in den Pavillion und Yvonne packte ihren selbst gebackenen Kuchen aus. Beim Essen drehten die Kinder wieder ordentlich auf, kreischten durcheinander und alberten herum. Wir ermahnten sie einige Male, aber da wir weit genug von den Pferden weg waren, ließen wir ihnen ihren Spaß. Während sie weiter ihren Kuchen aßen, brachte ich die Ponys vom Reitplatz zurück auf ihre Paddocks, dann ging ich zum Trail und holte Narla. Am Putzplatz band ich sie an und putzte sie gründlich. Dann stellte ich die Fingerfarben bereit, die ich am Tag zuvor besorgt hatte. Bereits vor längerer Zeit hatte ich mal ein Pony für ein Fotoshooting damit bemalt und ich war mir sicher, dass die Kinder daran Spaß haben würden.

      Als alle fertig mit essen waren, gingen wir zusammen zu Narla. Die Kinder hatten einen Heidenspaß dabei, die gefleckte Stute mit den Fingerfarben zu bemalen. Innerhalb kürzester Zeit war sie bunt getupft, hatte eine Blume auf dem Po und Fingerabdrücke am ganzen Körper. Sie sah wirklich aus wie ein Indianerpferd und war dabei total entspannt und genoss die Aufmerksamkeit. Ich legte ihr ein Pad und einen Voltigiergurt auf, dann gingen wir alle wieder auf den Reitplatz. Nacheinander durften die Kinder an der Longe reiten, die geübteren sogar schon im Galopp. Narla machte ihren Job wirklich super und drehte locker und entspannt ihre Runden an der Longe. Die Dusche danach hatte sie sich wirklich mehr als verdient. Zusammen mit den Kindern wusch ich die ganze Farbe wieder ab, zog sie dann mit dem Schweißmesser ab und stellte sie in die Sonne zum Trocknen.

      Die Kinder waren sichtlich müde, als ihre Eltern schließlich auf den Hof kamen, um sie abzuholen. Aufgeregt plapperten sie durcheinander und erzählten ihren Eltern von den Ponys. Nach und nach rollten sie alle vom Hof, bis nur noch Yvonne und Mia übrig waren. „Das war wirklich ein ganz toller Tag, vielen vielen Dank“, sagte Yvonne und Mia umarmte mich. Sie schwärmte von Caillou und wollte ihn unbedingt mit nach Hause nehmen. „Caillou möchte viel lieber hier bei seinen Freunden bleiben. Aber wenn du möchtest können wir ja mal einen Termin abmachen, dann gebe ich dir eine Reitstunde auf ihm.“ Mia strahlte und winkte mir noch hinterher, bis der Bus um die nächste Kurve verschwunden war. Ich räumte noch den Pavillon zu Ende auf und brachte Narla zurück auf ihren Paddock. Dann sank ich erschöpft auf die Bank auf meiner Terrasse. So ein Tag mit acht Kindern auf einem Haufen war wirklich anstrengend, aber auch sehr lustig und schön gewesen. Und ich war sehr stolz auf meine Ponys, die den ganzen Trubel so gelassen hingenommen hatten.
    • Möhrchen
      Kurzer Pflegebericht für alle meine Pferde – Der erste Schnee!
      |©Möhrchen, 08.12.2017

      Es war eine unheimlich stressige Zeit gewesen und ich hatte mich bei der Stallarbeit wochenlang auf das nötigste beschränkt. Ich hatte mich fast rund um die Uhr um meine Mutter gekümmert, die am anderen Ende von Deutschland mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus lag. Meine Pferde waren wirklich eine ganze Weile lang zu kurz gekommen. Langsam wurde es besser, trotz allem hatte ich auch heute wieder nicht viel Zeit. Jetzt ging es auch schon auf Weihnachten zu, wo es in der Familie auch nicht unbedingt entspannter werden würde.
      Meine Pferde hatten also vorerst Winterpause und ich hoffte, im Januar wieder voll durchstarten zu können.

      Als ich die Vorhänge zurück schlug, traute ich meinen Augen kaum. Die ganze Zeit hatten wir keine einzige Flocke Schnee abbekommen und jetzt war draußen dichtes Schneegestöber und die Erde war schon leicht gezuckert. Ich schlüpfte also in meine dicken Thermostiefel und setzte meine Mütze auf. Dann machte ich mich auf den Weg in den Stall, das Frühstück musste heute mal warten.

      Ich fing mit der Stallarbeit auf dem Stutentrail an. Die Mädels waren heute ordentlich aufgedreht, Curly, Anni, Snooky und Viona fegten gerade in einem Affenzahn den Trail entlang. Lillifee stand dagegen entspannt an der Heuraufe und schaute sich das Spektakel aus der Ferne an. Liara und Narla standen im Unterstand und kraulten sich gegenseitig den Widerrist. Ich ging zum Koppeltor und öffnete die größte Koppel. So konnten sie sich zumindest noch ein bisschen austoben. Sobald sie sahen, dass das Tor offen war, stürmten die vier Wildfänge auf die Wiese und setzten ihr Spiel dort fort. Auch Liara und Narla spitzten die Ohren und schossen dann hinter ihnen her. Nur die Kleinste der Bande, Lillifee, spazierte im Schritt hinter den anderen her. Ich musste grinsen, als ich meine Mädels so über die Weide fegen sah. Da ging einem doch trotz all dem Stress das Herz auf.

      Ich beeilte mich mit der Stallarbeit, äpplte den Paddock ab, kontrollierte Tränken und füllte Heu und Stroh auf. Dann machte ich mich mit der voll beladenen Schubkarre auf zu den Hengsten.

      Auf dem Trail der Hengste ging es etwas gemächlicher zu, nur Corry und Fallen hatten sich von den Stuten anstecken lassen und tänzelten unruhig am Zaun entlang. Caillou, Calimero und Armani standen einträchtig an der großen Heuraufe und zupften die letzten Halme aus dem Netz. Haru, Yakari und Damon hatten sich in die Liegehalle zurückgezogen und hielten ein Nickerchen. Haru hielt Wache, während die anderen beiden es sich im Stroh bequem gemacht hatten. Auch für sie öffnete ich die Weide, doch die drei Schlafmützen im Unterstand ließen sich davon gar nicht stören. Die Kleinen machten sich dagegen begeistert auf den Weg auf die Koppel und drehten auch ein paar flotte Runden im Schnee. Calli schmiss sich sofort auf die verschneite Wiese und rollte sich genüsslich von einer Seite auf die andere.

      Ich sammelte auch hier alles ab, mistete geschickt und die schlafenden Ponys herum aus und füllte alle Heuraufen wieder auf. Zum Glück hatte ich beheizte Selbsttränken und musste kein Wasser schleppen. Zum Ausruhen setzte ich mich noch kurz zu den Großen ins Stroh und genoss ein bisschen die winterliche Stille. Damon und Yakari ließen sich davon gar nicht stören, was mich sehr freute.

      Im Stutenstall warteten alle sehnsüchtig darauf, dass sie auf die Koppel durften. Nach und nach brachte ich die Stuten auf die große Winterkoppel, die inzwischen schon mehr weiß als grün war. Royal und Namica machten den Anfang, dann folgten Donatella und Brött und zu guter Letzt Nökkvadís und Raya. Heute schienen echt alle Pferde ordentlich Pfeffer im Hintern zu haben, denn während die ersten vier bisher noch entspannt gegrast hatten, schossen sie jetzt mit Ankunft der letzten beiden wie die verrückten los und buckelten wild über die Koppel. Ich blieb einen Moment am Zaun stehen und schaute ihnen zu, bis schließlich wieder Ruhe einkehrte. Dann machte ich mich an das Misten der Boxen und Füllen der Heunetze.

      Nun fehlten nur noch die kleinsten im Offenstalltrakt. Sie blieben bei dem Wetter auf dem Paddock. Anscheinend fanden sie den Schnee sehr interessant, schließlich hatten sie so etwas noch nie gesehen. Thalima schob begeistert ihre Nase durch den dünnen Schnee und freute sich über die kleinen Häufchen, die sie zusammen schob. Pantoffelchen steckte ihren Kopf durch das Gatter und schaute fasziniert in die weiße Landschaft hinaus. Nayomi und Bina kämpften gerade ein bisschen und versuchten quietschend, sich anzusteigen. Nayomi verlor dabei fast das Gleichgewicht und wäre beinahe auf den Rücken gefallen. Nur Umpalumpa und Lakota hatten nichts für den Schnee übrig und standen gelangweilt im Unterstand herum. Für die war das weiße Zeug ja schließlich nichts Neues.

      Ich striegelte alle Fohlen kurz ein bisschen. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir dann aber, dass ich mich langsam beeilen musste. In Windeseile äppelte ich die Paddocks ab und verteilte frisches Heu und Stroh. Dann eilte ich zurück ins Haus, um mir trockene Klamotten anzuziehen.
    • Möhrchen
      Kurzer Pflegebericht für alle Pferde – der Frühling ist da!
      |©Möhrchen, 18.04.2018

      Endlich war es so weit: es war warm, richtig warm, und die Sonne strahlte vom strahlend blauen Himmel. Endlich Frühling! Während vor ein paar Wochen noch Schnee lag, waren jetzt schon an die 25 Grad und ich hatte richtig gute Laune, als ich vom Frühstückstisch aufstand und meinen Teller in der Geschirrspüler räumte.

      Gestern hatte ich mich mit meinen beiden besten Freundinnen zu einem Hoftag verabredet und ich freute mich auf einen fröhlichen und produktiven Stalltag. Noch bevor die beiden ankamen, machte ich mich an die Stallarbeit. Zuerst mistete ich die beiden Paddocktrails ab und füllte die Heuraufen. Dann ließ ich die Boxenpferde auf die Koppel und machte mich daran, die Boxen zu misten. Während ich noch am Misten war, kamen Sina und Kathi laut schnatternd in die Stallgasse gelaufen. Wir begrüßten uns herzlich, da wir uns eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatten. Dann schnappten sie sich kurzerhand eine Mistgabel und halfen mir beim Misten.

      Zu dritt waren wir schnell mit der Stallarbeit durch. Da das Wetter uns einfach nach draußen lockte, entschieden wir uns, zuerst einen Ausritt in den Wald zu machen. Ich sattelte also Liara, Sina nahm Narla und Kathi Curly Lure. Als Handpferde nahmen wir Viona, Lillifee und Snooky mit, sodass wir mit einer richtig großen Truppe von Hof ritten. Es war wirklich ein tolles Ausritt, wir trabten viel und nutzten auch meine Lieblings-Galoppstrecke gründlich aus. Die Pferde waren artig und entspannt und hatten richtig Spaß. Zufrieden ritten wir zurück auf den Hof, spritzten den verschwitzten Pferden die Beine ab und stellten sie zurück auf den Trail.

      Anschließend nahm ich Anni mit zum Putzplatz, schrubbte ihr gründlich das lose Winterfell ab und schnitt ihre Mähne nach. Ansonsten hatte sie heute frei und durfte weiter auf dem Paddock die Sonne genießen.

      Auch mit den Wallachen entschieden wir uns zu einem Ausritt. Ich sattelte Haru und nahm Callimero als Handpferd, Sina zog mit Yakari und Caillou los und Kathi schnappte sich Armani und Corry. Die Jungs waren etwas flotter drauf als die Mädels und genossen einen sehr ausgedehnten Galopp im Gelände. Yakari und Caillou bekamen sich auf dem Ausritt etwas in die Wolle, sodass ich den Rückweg mit zwei Handpferden meisterte. Aus diesem Grund ritten wir auch gemütlich plaudernd im Schritt zurück und es klappte besser als gedacht.
      Zurück am Hof bekamen auch die Jungs ein Fußbad und durften dann für ein paar Stunden auf die große Wiese.

      Währenddessen machten wir Mädels noch ein kleines Beautyprogramm mit Fallen Godness, Damon, Umpalumpa und Raya. Dann bauten wir auf dem Platz ein paar kleinere Sprünge auf führten Nökkvadís, Brött, Donatella, Namica und Royal Disturbance warm. Die Stuten waren entspannt und drehten brav mit uns ihre Runden. Nach 10 Minuten ließen wir sie vom Strick und ließen sie erstmal ein paar Minuten toben. Dann verteilten wir uns auf dem Platz und dirigierten sie nach außen über die Sprünge. Anfangs hatten sie mächtig Spaß und das Ganze glich eher einem Wettrennen als einem Freispringen. Aber nach ein paar Runden beruhigten sie sich etwas und sprangen gesittet ein kleines Kreuz nach dem anderen. Namica buckelte übermütig und schnaubte danach zufrieden ab. Nach 20 Minuten waren alle Ponys müde und wurden immer langsamer. Wir ließen sie noch eine Weile auf dem Platz, damit sie ihr verschwitztes Fell genüsslich im Sand wälzen konnten, was sie auch begeistert annahmen. Dann stellten wir sie zurück auf die Wiese.

      Zum Schluss waren noch die Fohlen an der Reihe. Wir setzten uns einfach zu ihnen auf den Paddock und ließen uns belagern. Sofort kamen sie an und beschnupperten uns neugierig, ließen sich kraulen und Bina legte sich nach einer Weile sogar neben uns in den Sand. Lakota verlor nach einiger Zeit das Interesse, während Tahlima und Nayomi sich stundenlang kraulen ließen. Pantoffelchen stand etwas abseits und beobachtete das Geschehen. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und quatschten über Gott und die Welt, während die Fohlen um uns herum langsam müde vom Spielen wurden.
    • Eddi
      Verschoben am 09.11.2018
      Grund:
      6 Monate lang keine Pflege.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Kategorie:
    Himmel - ungepflegte Pferde
    Hochgeladen von:
    Möhrchen
    Datum:
    27 Juli 2017
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    Kommentare:
    6

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  • Umpalumpa

    [​IMG]


    *____________________________________________*
    Abstammung


    Von: unbekannt
    Von: - | Aus der: -
    Aus der: unbekannt
    Von: -| Aus der: -


    *____________________________________________*
    Exterieur


    Hengst
    Pony
    *15.05.2010
    (7 Jahre)
    Rasse: Miniature Horse
    Stockmaß: 80 cm
    Farbe: Dunkelfuchs Overo
    Gencode ee Aa Oo


    *____________________________________________*
    Interieur & Beschreibung


    Charaktereigenschaften:
    Ausgeglichen ●●●●● Unausgeglichen
    Aufmerksam ●●●●● Unaufmerksam
    Intelligent ●●●●● Unintelligent
    Sozial ●●●●● Unsozial
    Begabt ●●●●● Unbegabt
    Ruhig ●●●●● Nervös
    Loyal ●●●●● Untreu
    Gutmütig ●●●●● Boshaft
    Nervenstark ●●●●● Scheu
    Temperamentvoll ●●●●● Faul

    sensibel, anhänglich, clever


    Beschreibung

    Umpa ist ein kleines neugieriges Bürschen, gerne erkundet der Kleine seine Welt, aber immer sollten seine Menschen an seiner Seite sein. Er hängt sehr an ihnen und schließt auch schnell jeden in sein Herz, genau wie auch jeder den putzigen Kerl sofort gern hat. Er ist noch recht schnell unsicher, wenn er alleine ist, lasst sich aber mit Geduld und Ruhe alles zeigen und lernt sehr schnell, denn Umpa ist auch ein kluger kleiner Kerl. Stets ist er freundlich und möchte spielen oder kuschel, da ist es egal ob der Gegenüber nun Pony, Pferd, Mensch oder ein Igel ist. Umpalumpa zeigt schon schöne elegante, fließende Bewegungen, welche ihm als späterem Show und Fahrpony zugute kommen werden und auch aller Hoffnung nach später in die Zucht der Rasse einfließen könnten.​




    *____________________________________________*
    Besitzer


    Besitzer: Möhrchen
    Vorbesitzer: kira
    Züchter: kira
    VKR/Ersteller: kira
    Reitbeteiligung: -
    im Besitz seit: 27.07.2017
    Zu verkaufen: -
    Kaufpreis: -
    (Bei Abgabe zurück an: - )



    *____________________________________________*
    Qualifizierungen & Erfolge


    Dressur E A L M S S* S** S***
    Western
    E A L M S S* S** S***
    Springen E A L M S S* S** S***
    Military E A L M S S* S** S***
    Galopprennen
    E A L M S S* S** S***
    Distanz
    E A L M S S* S** S***
    Fahren E A L M S S* S** S***
    Gangreiten E A L M S S* S** S***
    Aufstieg durch: Turniersieg | Training


    Erfolge

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    1. Platz 217. Fahrturnier
    3. Platz 296. Springturnier


    *____________________________________________*
    Zuchtdaten


    Abstammung: -
    Schleifen: 2
    HS: -
    TA: -
    Trainer: -
    Zubehör: -
    Gesamt: 2


    Zur Zucht zugelassen: Nein
    Eingetragene Zucht: x

    Nachkommen
    -



    *____________________________________________*
    Ausbildung


    Eingeritten
    Eingefahren
    Halfter und Decke vertraut
    Verladefromm
    Longiert
    Schmiedefromm
    Geländesicher


    Bodenarbeit/ Zirkuslektionen

    Spanischer Gruß
    Spanischer Schritt
    Flehmen
    "Ja" sagen
    "Nein" sagen
    Küsschen geben
    Beine überkreuzen
    Bergziege
    Schaukelpferd
    Plié
    Kompliment
    Knien
    Liegen
    Flachliegen
    Sitzen
    Steigen
    Podest
    Slalom
    Teppich ausrollen
    Drehen


    *____________________________________________*
    Gesundheitszustand


    Letzter Tierarztbesuch: unbekannt
    gechippt [] zuletzt kontrolliert []

    Gesamteindruck: sehr gut
    Aktue Krankheit/en: x
    Chronische Krankheit/en: x
    Erbkrankheit/en: x

    Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert: x
    Hufbeschaffenheit: sehr gut
    Hufkrankheit/en: x

    Beschlag vorne: x
    Beschlag hinten: x

    *____________________________________________*