Zaii

Turf Runner

* 2011, im Besitz seit 21. Oktober 2016

Turf Runner
Zaii, 21 Okt. 2016
Cooper, Zion und Veija gefällt das.
    • Zaii
      One Mile
      Pflegebericht, 04. September 2016

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      Bellamy
      “Habt ihr schon gehört, Verena fährt jetzt voll auf Vollblüter ab und will sich zwei neue kaufen, zu den paar, die sie schon hat.”, sagte ich zu Murphy und meiner Schwester Octavia. Letzterer sah man an, dass sie sich riesig darüber freute. “Und wo will sie die herbekommen?”, fragte sie mich. “Sie hat was von Auktionsrennen gesagt, Drama Queen und Turf Runner heißen die beiden, starten in Calgary am Samstag in Rennen 3 und 5. Kommen beide von einer so genannten Davis Farm.”, erklärte ich ihnen und schwieg dann kurz, als Svejn den Stall betrat. Naja, eher berollte, denn er saß noch immer ab und zu in seinem elektrischen Rollstuhl. “Worüber habt ihr geredet?”, fragte er mich und ich lächelte kurz. Ich wusste, dass er im Moment nicht ganz so gut auf mich zu sprechen war, weshalb ich ihm einfach die Wahrheit erzählte. “Hab mitbekommen, dass Verena sich zwei neue Vollblüter anschaffen will, Turf Runner und Drama Queen heißen die beiden. Laufen am Samstag in Calgary in einem Verkaufsrennen.”, erklärte ich ihm. “Noch mehr Pferde?”, sagte er und rollte mit den Augen. “Ja, aber sie will ja auch fast 40 Pferde verkaufen.” “Auch Vollblüter?” “Nein.” “Hm.” Gespräch beendet, Svejn rollte davon. Oh je, da war wohl jemand schon wieder sauer oder enttäuscht, dass er nicht von allem was hier abging wusste. Ich machte mir jedoch nichts weiter draus, denn ich hatte Pferde zu versorgen. In den letzten Wochen hatte ich ein paar neue Schützlinge zugeteilt bekommen, darunter zum Beispiel Wildfire. Der Hengst war nun 3 jährig und sollte eingeritten werden. Eigentlich wurden die Vollblüter ja schon mit zwei geritten, aber unsere Chefin hatte so viel mit den Westernpferden zu tun gehabt, dass für die Vollblüter weniger Zeit da gewesen war, obwohl die Tiere eigentlich mehr Zeit benötigten, als die Westernpferde. So kam es, dass ich die Box eines völlig verzogenen dreijährigen mistete, der sich nichtmal ordentlich führen ließ. “Du bist ein dummer Sturkopf Wildfire, damit du das weißt!”, fluchte ich und zog ihn unsanft hinter mit her. Mittlerweile wurde er mit Kette über der Nase geführt, da er immer hengstiger wurde. Früher, so hatte Verena mir erzählt, wäre an sowas nicht zu denken gewesen. Aber heute… heute war alles anders.
      Der letzte Satz ließ mich schmunzeln. Was hätte ich nur gemacht, wenn ich nicht auf diese Ranch gekommen wäre? Vermutlich nicht viel. Ich hätte meine Strafe im Gefängnis abgesessen und würde nun wieder klauen, aber die Pferde veränderten mich. Doch nicht nur mich, auch Octavia, Finn und Murphy kamen mir verändert vor, sogar reifer. Doch um nicht vom sturen Esel abzulenken: welcher sich mehr als doof anstellte, neben mir her zu gehen. Ich sollte beim Einreiten helfen. Zwar hatte ich schon ein paar Reitstunden auf Thjalfe hinter mir, doch ein Vollblut zu reiten war da eine ganz andere Sache.
      Endlich hatten wir die Koppel erreicht und ich konnte den Gummiball hüpfen lassen. Er nahm mich beim Wort und machte einen riesen Buckler, ehe er im gestreckten Galopp vor mir flüchtete. Gott sei Dank hatte ich daran gedacht, ihm Gamaschen und Sprungglocken anzuziehen, sonst hätte Verena mich vermutlich einmal in der Mitte durchgeschnitten, sollte sich der Hengst durch meine Dummheit verletzt haben. Genau wusste ich nicht, warum sie so an dem Pferd hing, doch es war so und niemand konnte etwas daran ändern.
      Etwas genervt ging ich also zurück zu Wildfires Box und fing an diese zu misten und neu zu streuen. Seit neustem benutzte Verena kein Stoh mehr, sondern Pellets. Ich war kein großer Fan davon, aber was man nicht alles tat, wenn man nur ein Angestellter ohne richtige eigene Meinung war. Nachdem ich also den Sack Pellets ausgeschüttet hatte, füllte ich Wildfires Heunetz auf, gab ihm ein wenig Kraftfutter in seinen Trog und schaute, ob mit dem Tränkbecken alles in Ordnung war. Als alles ok war wandte ich mich dem nächsten Pferd zu, welches im Gegensatz zu Wildfire ein wahrer Schatz war. Chocolate Dream hieß der Achal Tekkiner Hengst, der mir sehr ans Herz gewachsen war. Laut Verena hatte er einmal die Gips Reminder Ranch verlassen, war jedoch nach circa einem Jahr wieder hier gelandet und würde die Ranch nie wieder verlassen- mir war das recht, der Hengst war einfach einsame spitze. “Hallo Schokobär.”, begrüßte ich den Hengst lächelnd und strich ihm über den Kopf. Choco senkte Besagten und ließ sich durch den Schopf wuscheln. Ich zog ihm ebenfalls Gamaschen an, ehe ich ihn raus auf die Koppel brachte. Er machte nicht so einen Zirkus wie Wildfire, wusste sich wirklich an der Hand zu benehmen, was mich freute. Ich hatte nicht so viel Erfahrung mit Pferden, als dass ich ein herumtänzelndes, beklopptes Pferd führen konnte, ohne selbst über den Haufen gerannt zu werden.
      Als Choco auf der Koppel war schnappte ich mir noch Nyanda und Scoubidou, deren Besitzerin sich nicht mehr blicken ließ. Schon eine ganze Weile standen die beiden bei uns, wobei Nyanda wirklich talentiert im Rennsport war, Scoubidou dagegen war einfach ein wenig verhaltensgestört, er stand eigentlich einfach nur rum, obwohl er ein sehr hübscher Hengst war. Nachdem die beiden dann auch auf der Koppel waren machte ich mich daran die Boxen zu misten. Zu erst die von Choco, wobei ich seine Box nur abänpfeln musste, weil er erst vor zwei Tagen neue Pellets bekommen hatte. Das Heubetz füllte ich auf, Kraftfutter gab es in einen Eimer und dann war ich auch schon fertig mit seiner Box. Es folgte noch die Box von Nyanda und dann war ich auch schon fertig. Scoubidou stand immer auf einem Paddock, er hasste die Box. Was würde das wohl werden, wenn er erst mal in eine Startbox rein müsste?

      Octavia
      Etwas wehleidig hatte ich die Unterhaltung zwischen Bellamy und Svejn beobachtet, jedoch konnte ich nichts daran ändern, weshalb ich meiner Wege ging und freudig im Stall umher huschte. Verena hatte mir die Verantwortung über Priamos Ruffia Kincsem, Firewalker, Stiffler und Zuckerschock übertragen, über die ich mehr als froh war. Die vier waren einfach klasse Pferde, mit denen man super arbeiten konnte.
      Heute Morgen waren sie nicht auf der Rennbahn gewesen, da die Vollblüter heute Pause hatten und dementsprechend früh auf die Koppel kommen konnten. So schnappte ich mir Pria, legte ihr Gamaschen und Sprungglocken an und ließ sie noch in der Box stehen, bis ich Zucker fertig hatte. Auch ihr legte ich Bein- & Hufschutz an, ehe ich mit den beiden raus auf die Koppel ging. Auch Stiffler und Firewalker hatte ich fertig gemacht und raus gebracht, ehe ich anfing die vier Boxen zu misten, die Heunetze zu füllen, das Kraftfutter zu verteilen und nach dem Wasser zu schauen. Als das geschafft war machte ich eine kleine Pause, in dem ich mich auf den Zaun setzte und zu den grasenden Pferden rüber schaute. Shiryo und Daryl gone Mad standen beide noch im Stall, obwohl Verena sich darum kümmern wollte. Ich ließ die beiden Pferde aber auch stehen, denn das letzte was ich wollte, war Streit mit Verena darüber, ob sie nun die Pferde raus stellte oder ein Mitarbeiter.

      Caleb
      Murrend machte ich mich auf den Weg in den Vollblütertrakt. Eigentlich zog mich gar nichts zu diesen Pferden hier, aber Verena hatte mich abdegradiert, dass ich doch bitte Shiryo und Daryl gone Mad auf die Koppel stellen sollte. Ausgerechnet letzteren konnte ich absolut nicht leiden, denn Redneck war einfach ein nerviges Pferd, bei dem ich noch immer nicht verstehen konnte, warum Verena ihn gekauft hatte. Doch das war nicht mein Problem, ich kümmerte mich um die Westernpferde und ließ die Vollblüter Vollblüter sein- naja, bis auf heute. Ich schnappte mir zu erst die Stute Shiryo, die von allen nur Shio genannt wurde und legte ihr Gamaschen an, ehe ich sie auf die Koppel brachte. Dann schnappte ich mir Daryl, was leichter gesagt, als getan war. Der Hengst hasste mich abgrundtief und zog dauernd seine Beine weg. Nicht nur einmal ermahnte ich ihn mit meiner Stimme und klatschte ihm dann eine, bis ich die Beinschoner drauf hatte und das nervige Bündel über die Koppel fegte. Zurück im Stall traf ich auf Octavia. “Wo ist Verena eigentlich?”, fragte sie mich, als ob ich auf alles eine Antwort wüsste. “Keine Ahnung.”, damit war das Gespräch beendet und ich kümmerte mich darum, die Boxen aus zu misten, ehe ich die Heunetze auffüllte und das Kraftfutter verteilte.
      Als ich dann wieder ins Haus gehen wollte, sah ich Bellamy und Wildfire im Round Pen- Bellamy schien ziemlich verzweifelt zu sein, weshalb ich zu ihm rüber ging und ihm helfen wollte. “Wo liegt das Problem?”, fragte ich ausgesprochen freundlich und bekam auch ein knappes Lächeln geschenkt. “Der kommt dauernd nach innen und will mich über den Haufen rennen…”, erklärte er mir. “Halt die Peitsche an seine Schulter, wenn er nach innen kommt wackel damit und sonst berühr ihn, bis er wieder nach außen geht. Wenn das noch immer nichts hilft, schlag zu.”, sagte ich schulterzuckend und sah ihm eine Weile zu. Bellamy lernte schnell, das musste man ihm lassen. Es dauerte nicht lange, da lief Wildfire in schönen großen Kreisen um Bellamy herum. “Wenn du die Seite wechseln willst, halt ihn an, stell dich vor ihn, tausch die Hand, in der du die Peitsche hast und schnalz. Normalerweise weicht er dann deinem Druck und geht in die andere Richtung.”; erklärte ich ihm und schaute ihm zu. Als alles klappte machte ich mich auf den Weg ins Haus, jedoch nicht, ohne Bellamy vorher noch einen Rat zu geben. “Lass ihn nicht zu lange laufen, geht auf die Gelenke. Nehm ihn lieber an die Hand und geh ein Stück spazieren, aber verlass den Hof nicht, der kann dir schnell abhauen.”, sagte ich lachend und verschwand dann wirklich im Haus, wo ich auf Verena traf.
      “Ich dachte du hast zu tun?” “Hab ich auch, gleich kommt Semetti mit Raised from Hell und Wolfs Bane. Face Down und Cup Cake kommen auch gleich noch.” “Und die hast du alle gekauft?”, fragte ich sie mit hochgezogenen Augenbrauen. “Himmel, nein. Raised from Hell habe ich zurück gekauft, der Rest kommt nur zum Training. Zwei Pferde einreiten, eins in Distanz trainieren. Bei dem einen Pferd kannst du mir beim Einreiten helfen. Cup Cake ist eine Paint x Appaloosastute, die wir Western einreiten sollen. Am besten bis Samstag.”, sagte sie und sah mich an. Ich schüttelte nur den Kopf. “Wir haben heute Sonntag, das ist nicht viel Zeit.” “Du schaffst das.”, lachte sie und ging ihrer Wege. Ich schaute kurz auf mein Handy und trug mir das Pferd ein. Noch mehr Arbeit.

      Verena
      Es dauerte nicht lange, da fuhr Smetti auf den Hof. Viel hatten wir nicht zu reden, denn er war ja auch zum arbeiten hier und nicht zum quatschen. Wolfs Bane luden wir zusammen aus, um Raised from Hell kümmerte ich mich alleine. Die Stute kam wieder auf die große Koppel und wurde sofort von den anderen Pferden empfangen- Pferde vergaßen nicht.
      Nach einer Weile kamen dann auch Cup Cake und Face Down, welche ich auch in den Stall stellte und dem Fahrer ein Trinkgeld gab, ehe ich Elena anrief und ihr sagte, dass ihre Pferde wohlbehalten angekommen waren. Dann fing ich auch schon mit dem Training an. Face Down wurde geputzt und gesattelt und ich ging für gute zwei Stunden ins Gelände, um ihre Kondition zu testen. Die war ganz ordentlich, so dass wir auf dem Rückweg fast nur trabten oder galoppierten. Wieder am Hof angekommen stellte ich sie wieder in die Box und schnappte mir Wolfs Bane, die ich ein wenig longierte. Sie kannte das schon alles, weshalb ich sofort mit dem Sattel anfangen konnte. Ich zeigte ihr die Satteldecke und legte sie auf ihren Rücken. Das machte ihr gar nichts aus, weshalb sofort der Sattel folgte. Ich zeigte ihn ihr, legte ihn dann auf den Rücken und machte vorsichtig den Sattelgurt zu. Die Steigbügel hatte ich hoch gemacht, so dass sie nicht an ihren Bauch schlagen konnten. Dann schickte ich sie wieder von mir weg. Nach ein paar Bucklern war das jedoch auch getan- sie gewöhnte sich wirklich schnell daran, so dass ich ihn heute schon ein Loch enger schnallte. Sofort plusterte sie sich auf, doch nach ein paar Runden an der Longe gab sich das. Dann machte ich auch schon Schluss für heute und ging zu Bellamy, der das selbe mit Wildfire versuchte. Nicht nur einmal flog der Sattel durch die Luft. “Ich wüsste mal gerne, was er hat. Tierarzt war letztens erst da, im Rücken hat er nichts. Ich kann mir aber nicht leisten, ihn nochmal auf die Koppel zu stellen- so schwer es mir fällt, entweder das klappt bald, oder er muss weg.”, sagte ich und schaute in das geschockte Gesicht von Bellamy. So kannte er mich gar nicht. Ich zuckte nur mit den Schultern und ging dann ins Haus, von wo aus ich ihn ein wenig weiter beobachten konnte. Er schlug sich gut und wollte einfach nicht aufgeben. Sowas liebte ich ja, Kampfgeist.
      Am nächsten Morgen war ich schon früh auf den Beinen, weil ich nicht nur Caleb beim Einreiten von Cup Cake helfen, sondern auch meine Pferde trainieren wollte. Caleb war noch früher auf den Beinen als ich und hatte es sogar schon geschafft, einen Sattel auf die Stute zu legen. Westernpferde waren da meistens viel robuster als englische Pferde, vielleicht weil sie manchmal viel zu grob angepackt wurden, so dass sie einfach schon im jungen Alter abgestumpft waren. Kurz seufzte ich. “Du scheinst ja keine Hilfe zu brauchen, machst du das Selbe wie hier nachher auch mit Wolf’s Bane, nur in Englischmontur? Dann geh ich ins Gelände..” “Wird gemacht, Chef.”, sagte er ausnahmsweise sehr hilfsbereit, ehe ich in den Stall ging und mir Face Down schnappte. Face Down war wirklich eines meiner Lieblingspferde von Friese, sollte sie die Stute jemals verkaufen, konnte sie sich sicher sein, dass ich alles dafür tun würde, sie auf meine Ranch zu nehmen.
      Nachdem ich sie also geputzt und gesattelt hatte gingen wir ins Gelände, wo wir heute ein wenig schneller unterwegs waren als gestern. Ich trieb die Stute zu langen Trabstrecken an, was auch für mich sehr anstrengend war, doch wenn wir immer wieder galoppierten, war das schon okay. Ich würde Face Down auch jetzt schon als fertig abstempeln, lediglich ein paar kürzere, aber schnellere Distanzen wollte ich noch mit ihr gehen, bevor sie wieder abgeholt werden würde.
      Wieder auf der Ranch angekommen war Caleb gerade dabei, mit Wolfs Bane Aufsteigübungen zu machen. “Ich bin begeistert, das Pferd hier lernt so unglaublich schnell!”, sagte er und ich lächelte. Das hörte man doch gerne! Schon am zweiten Tag saß Caleb auf dem Pferd- er war gerade komplett aufgestiegen, und wurde nicht abgeworfen. Er ritt ein paar Runden im Kreis und stieg dann wieder ab.
      In den nächsten Tagen ritt ich jeden Tag mit Face Down aus, beließ es bei der gleichen Strecke, legte sie aber immer flotter zurück. Talentiert war die Stute, das musste man ihr lassen.
      Auch Cup Cake konnte Caleb immer besser reiten und lenken. Wolfs Bane machte auch riesige Fortschritte, so dass alle Pferde schon am Freitag wieder abgeholt werden konnten. Wir verabschiedeten Smetti ganz herzlich und wünschten ihm eine gute Heimfahrt- ebenfalls wünschten wir ihm viel Glück mit seinem neuen Pferd! Sympathy for the Devil hatte auf jeden Fall ein gutes Zuhause gefunden, was mich ungmein freute.
      Nun war der Tag des Auktionsrennens gekommen.
      “Na macht schon.”, drängte ich meine Mitarbeiter und schob sie voran- naja nur verbal. “Rennen 3 und 5 Leute, ich will mir Drama Baby und Turf Runner vorher noch ansehen!”, fluchte ich und hüpfte von einem auf das andere Bein. Es wurde gerade das zweite Rennen ausgerufen, so dass ich mich beeilen musste, um auf die beiden Pferde, die ich kaufen wollte, zu bieten. Auf beide Pferde setzte ich je 9.000 Dollar, mit der Hoffnung, dass das reichen würde, denn ich wollte sie beide unbedingt haben. Dann startete auch schon Rennen 3!
      “Los schnell, vorne an die Bande zu den Bildschirmen!”, sagte ich etwas lauter, ehe wir uns an die Rail, wie man es so schön sagte, vor quetschten. Kris Furillo würde Drama Baby in Rennen 3 und auch Turf Runner in Rennen 5 reiten, also konnten wir gespannt sein.
      Die Boxen öffneten sich und die Pferde schossen nach vorne! Schon nach ein paar Metern zeigte sich, was für ein riesen Potenzial Drama Baby hatte! Sie setzte sich sofort von den anderen ab und gewann die Spitze für sich! Zwar war das hier ein Verkaufsrennen, die Pferde waren alle nicht so sonderlich gut, aber Drama schien doch das gewisse etwas zu einem Rennpferd zu haben, denn sie schoss mit 140 sec. als erste ins Ziel! “Wow, habt ihr das gesehen?! Wie genial ist sie bitte!”, sagte ich und quetschte mich dann durch die Menge, um zum Wettbüro zu gehen und zu erfahren, wer die Stute bekommen würde. Tatsächlich waren wir die glücklichen “Gewinner” und konnten unser Pferd Nummer 1 verladen. Etwas wehmütig schaute Dramas Jockey ihr hinterher, verzog sich dann aber sogleich wieder. “Ist gut Mädchen, ganz brav”, beruhigte ich sie und lud sie zusammen mit Caleb ein, ehe wir uns Turf Runner im Showring ansahen. “Auch ein tolles Tier, findest du nicht?”, fragte ich Caleb und er nickte. Dann gingen wir zur Bahn und gesellten uns zu Svejn, Bellamy und Octavia- der Rest war auf der Ranch geblieben, denn dort mussten auch Pferde versorgt werden.
      Die Startboxen flogen für das fünfte Rennen auf, Turf Runner kam gar nicht gut weg. “Oh man, lauf doch!”, fluchte ich beinahe und man konnte sehen, wie er mit jedem Galoppsrpung aufholte! Auch er flog als erster ins Ziel, mit einer Zeit von 150 sec.! 10 sec. langsamer als Drama Baby, aber die Pferde waren ja auch erst 3 Jahre alt.
      Voller Erwartung lief ich zum Wettbüro und wartete mit den anderen Interessenten darauf, dass verkündet wurde, wer das Pferd ersteigert hatte. “Verena O’Connor, Gips Reminder Ranch”, tönte es dann durch den Lautsprecher und ich klatschte mir einmal in die Hände, denn unser Tag hier in Calgary war ein voller Erfolg gewesen! Ich übergab das Geld und ging dann zu den Ställen, um mein Eigentum abzuholen, ehe mich Kris Furillo abfing, die Jockette von Drama Baby und Turf Runner. “Hallo, ich bin Kris Furillo. Ich weiß, dass sowas nicht wirklich angebracht ist, aber ich hänge wirklich sehr an Drama Baby und auch an Turf Runner und würde ihnen anbieten, die beiden umsonst für sie zu trainieren- hauptsache ich kann in ihrer Nähe bleiben.”, sagte sie und schluckte dann, ehe sie bestohlen von dem einen auf den anderen Fuß trat. “Wie viele Rennen haben sie denn schon gewonnen?” “Mit diesen beiden hier sind es 51, ich bin also ein richtiger Jockey.”, erklärte sie mir. “Und dann wollen sie umsonst reiten?” “Ja, die beiden Pferde bedeuten mir sehr viel.”, erklärte sie dann. “Da haben sie aber Glück, dass ich solche Mensch- Pferdbeziehungen schätze. Sie dürfen bei mir arbeiten, vorher möchte ich sie aber noch reiten sehen. Dann können wir gerne über eine Bezahlung sprechen- umsonst muss niemand für mich arbeiten.”, erklärte ich ihr und sie sah mich verdattert an. “Ich.. wow.. Ich muss gleich noch das 9. und 11. Rennen reiten, dann gehöre ich ganz ihnen.” “Verena. Sag bitte Verena zu mir.”, meinte ich lächelnd und schüttelte ihr die Hand, ehe ich mir Turf Runner holen ging und zusammen mit meinen Angestellten in den Trailer stellte. “Ich habe eben nicht nur zwei Pferde gekauft, sondern noch gratis einen Jockey dazu bekommen.”, verkündete ich die Neuigkeit und sah in verdutzte Gesichter. “Die Jockette der beiden Pferde, die hier im Trailer stehen will kostenlos für mich arbeiten, hängt wohl sehr an den Pferden. Fahrt die Pferde schon mal heim, ich komme schon irgendwie nach Hause.”, erklärte ich ihnen, winkte zum Abschied und setzte mich dann auf die Tribüne. Auch Rennen 9 und 11 gewann Kris, wenn auch nur knapp. Talent hatte sie schon, das musste man ihr lassen.
      Nach ihren Rennen ging ich zu den Boxen, um mich ein wenig mit ihr zu unterhalten. Wir redeten eine ganze Weile und vereinbarten dann, dass sie am nächsten Morgen zu uns kommen und vorreiten würde.
      So kam es dann auch, dass sie am nächsten Morgen schon recht früh bei uns ankam. Ich hatte gerade die Boxen von Drag me to Hell, Supernova, Sacramento XX, Golden Ebano und Nyanda fertig gemacht und die Pferde auf die Koppel gebracht.
      “Guten Morgen Kris”, sagte ich freundlich und schaute lächelnd zu ihr. “Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass du Turf Runner oder Drama Baby reiten sollst, aber die sind gestern erst ein Rennen gelaufen. Du kannst Supernova starten, ich selbst reite Drag me to Hell. Beide waren jetzt in der Zucht und müssen wieder auftrainiert werden. Wir reiten sie eine halbe Runde im lockeren Galopp, traben bis zum Anfang und machen dann einen fliegenden Start. 5 Furlongs reiten wir nur, lass sie nicht alles geben, sie werden ja gerade erst wieder antrainiert.”, erklärte ich und sie nickte. “Alles klar.”, antwortete sie mir und wir schnappten und Hell und Nova, welche ich fälschlicherweise eben auf die Koppel gestellte hatte. Wir putzten und sattelten die Pferde und ich winkte Bellamy hinzu, damit er uns mit den Pferden half. Wir gingen zusammen auf die Bahn, Bellamy gab und Starthilfe und dann galoppierten wir eine halbe Runde, trabten bis zum Start und sahen zu Bellamy, der das Startzeichen gab. Beide Pferde schossen nach vorne und man merkte wirklich, dass sie sehr eingerostet waren. Nova zog an Hell vorbei, ich konnte aber auch nicht mehr aufholen, so dass Nova und Kris ins Ziel schossen, ehe wir die Pferde über den Rest der Bahn ausgaloppieren ließen, bevor wir zu Bellamy gingen. “Nova hatte eine Zeit von 59 sec. und Hell von 105 sec.”, erklärte er. “Guter Ritt.”, sagte ich zu Kris und gemeinsam brachten wir die Pferde in den Stall, um sie fertig für die Koppel zu machen. Wir machten noch einen kurzen Abstecher bei Drama und Turf, die sich sofort freuten, als sie Kris sahen. Ich lächelte. “Wir suchen auch noch einen neuen Trainer für die Vollblüter, hättest du da jemanden?” “Pablo Betard.”, sagte sie wie aus der Pistole geschossen und streichelte Dramas Kopf. Pablo Betard…

      Veija
    • Zaii
      Tausend Sterne am Himmel
      Hufschmiedbericht, 01. Oktober 2016

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      „Meinst du Rising Star könnte gegen Ende der Woche zusammen mit Croatoan, Classic Gold, Classic Spring, Calorro und Riverside mit rüber fliegen? Also Calorro nur wenn Rising Star auch mit rüber fliegt“, fragte mich Smetti und ich schaute ihn nur nachdenklich an. „So an sich eigentlich schon. Nur würde ich den beiden dann heute noch die Hufe machen, wenn es geht. Riverside bräuchte auch neue Aluminiumeisen.“ „Ich habe hier immer so viel zu tun mit deinen Pferden. Kannst du denen nicht selber die Hufe machen?“ „Also langsam nervt mich deine Maulerei. Ich muss die Pferde trainieren die heute auf dem Plan stehen: Candypie, Balerinë, Silberstern, Attentivenly, Meister Propper, Born to Die und Itaque. Von den Fohlen ganz zu schweigen! Ich denke ich hab da einiges mehr zu tun als du!“ Ich hasste es mit ihm zu streiten, aber er musste einsehen, dass ich ebenfalls viel zu tun hatte und ob ich jetzt drei Pferden die Hufe mache oder gut 10 zu versorgen und trainieren habe ist dabei aber ein ganz großer Unterschied. „Ist okey, ich mach als erstes Risa und Calorro…“, grummelte er wütend und ging in die Küche. Unsere Möbel blieben allesamt hier und würden für einen Nachmieter da sein. Er machte sich einen Kaffee zum Mitnehmen und verließ dann mit einem lauten Knall die Tür. „Penner“, murmelte ich und zog mich rasch um. Wir hatten gerade mal 9 Uhr und so fing der Tag schon an. Der Stress tat uns beiden nicht gut. Das konnte noch was werden...
      Ich nahm mir als erstes Balerinë zu Herzen, denn sie war noch immer sehr übermütig im Handling. Die Rappstute neben mir ging schnellen Schrittes fast vor mir und ich musste sie immer wieder rückwärtsrichten. Irgendwann würde sie es schon lernen. Immerhin blieb sie beim Putzen stiller als all meine anderen Pferde. So beruhigte sie mich auch gleich damit. Heute wollte ich sie nur ein wenig in den Grundgangarten in verschiedenen Bahnfiguren reiten, da sie etwas schwieriger wurde, sobald bei ihr die Rosse einsetzte. Und das war gerade der Fall. „Na komm schon“, murmelte ich und gab ein wenig mehr Druck auf die Zügel, da sie sich gerade quer stellte. Nach mehr maligen ziehen konnte ich sie dann doch überreden mir in die Halle zu folgen in der sich gerade Nicolaus, unser Trainer, mit Meister Propper ein wenig Warm ritt. Mich wunderte es nicht, dass Bali sich da nicht rein begeben wollte. Aber wenigstens im Schritt musste sie ein wenig durchhalten. Ich gurtete kurz nach und schon wurden Meister Propper die Ohren angelegt und gedroht was das Zeug hielt. „Hör jetzt auf!“, motzte ich Bali an und war kurz davor ihr eine zu donnern. Nico behielt den Fellponyhengst vorsichtshalber nur auf dem Oberen Zirkel, damit ich sie auf dem unteren Zirkel ein wenig warm reiten konnte. Als ich richtig mit der Arbeit anfangen wollte, verließ Nico die Halle vorsichtig. Nun hatten wir die Halle wieder ganz für uns alleine, bis Smetti bei uns rein schlich und mich zum Halleneingang bat. „Könntest du vielleicht Riverside und den anderen selbst die Hufe machen? Ich habe gerade einen Auftrag hier in Canada bekommen und müsste wohl heute dorthin für Zwei Hengste. Würde uns ja auch wieder Geld reinbringen in die Kasse.“ Während er sich weiter rechtfertigte oder es zumindest versuchte hatte ich meine Entscheidung schon längst fest beschlossen. „Fahr hin“, lautete meine kurze Antwort und er sah mich nur etwas verwirrt an. „O-ok“, brachte er vorsichtig raus und nahm meine Entscheidung lieber hin als diese zu hinterfragen bevor ich mich doch um entschied. „Ich pack dann gerade die Sachen und hoffe, dass ich bis morgen früh wieder da bin und dir dann bei allem helfen kann“, sagte er mir und gab mir einen Kuss, den ich ein wenig genoss auch wenn wir uns gerade erst gestritten hatten. „Bis dann, mein Großer.“ Während ich versuchte Balerinë die Schlangenlinien schmackhaft zu machen, füllte Smetti alle möglichen Vorräte des Trucks auf und machte sich dann auf den Weg zu seinem neuen Kunden Svejn. Die Fahrt alleine schon dauerte ein paar Stunden bis er überhaupt die Gips Reminder Ranch erreicht hatte und machte sich dann auf die Suche nach dem Besitzer und seinen Pferden. Die Ranch war mehr als riesig und beherbergte viele Reit und Zuchtpferde. Die Suche nach seinem Kunden erleichterte es aber definitiv nicht. Smetti wusste weder wie er noch wie seine Pferde aussahen und zum anderen auch gar nicht wo diese standen um dort auf ihn zu warten. Bis dann ein Mann mittleren Alters in einem Rolator angefahren kam. Seine schwarzen Haare waren zu einem Zopf gebunden und die Seiten waren rasiert, ähnlich kurz wie meine, nur, dass ich einen Undercut besaß. „Sie müssen der Hufschmied sein“, sagte er etwas grimmig dreinschauende Mann und bei genauerem beobachten sah ich das der Mann eine Schiene am rechten Schienbein trug und wohl nicht auftreten konnte. Gekleidet war er ganz in Schwarz und würde Rachel ihm wohl in der Nacht begegnen hätte sie wohl eine Heidenangst gehabt. Aber das hatte sie ja öfter. „Ich bringe sie dann gerade zu meinen zwei Hengsten“, grummelte er und Smetti fühlte sich nicht gerade wohl, da er Svejn nicht einschätzen konnte. „Bekommt Verena nicht auch ein Pferd von ihnen wieder?“, fragte er den jungen Mann und schaute ihn neugierig an. „Ja, woher wissen sie davon? Der Anhänger ist auch schon mit dem Pferd geladen auf dem Hof. Ich hatte Verena vorhin Bescheid gegeben, dass sie sie ausladen soll. Das Pferd hasst mich. Die einzige, die sie irgendwie von Weide zum Stall bringen konnte war Rachel und das auch nur, weil sie konsequenter ist und sich nicht unterbuttern lässt von ihren Pferden…“, sprudelte es nur so aus Smetti heraus. Svejn grinste nur und schmunzelte. „Dann habe ich ja richtige Schätze.“
      Ich hatte mich bereits mit Balerinë auseinandergesetzt und sie auf die Weide zu Acacia, Born to Die und Croatoan gestellt um mich dann um Silberstern zu kümmern, welchen ich heute ein wenig ausritt. Er machte sich super unterm Sattel, sehr gelehrig und auch sonst zeigte er sich super kooperativ. Abby ritt zurzeit Candypie auf der Bahn und versuchte die Runde immer schneller zu absolvieren.
      Smetti hatte sich in der Zeit schon mit Smaug beschäftigt und ihm seine Hufe gekürzt. Smaug war währenddessen ganz ruhig geblieben und schaute nur hier und da mal zu dem Hufschmied herunter. Auch beim Feilen am Ende schaute der Hengst wissbegierig dabei zu wie ihm die Hufe gefeilt wurde, ähnlich einer Pediküre beim Menschen. Der zweite Hengst war Thjalfe, ein komischer Mix aus Warmblut und Shire horse, dass Smetti so noch nicht gesehen hatte, wobei er einen Weideunfall vermutete. Auch er war so gelassen wie Croatoan, zumindest waren sie von der Gelassenheit sehr vergleichbar. Auch seine Hufe waren gut in Form, nur beschlich Smetti ein unangenehmer Verdacht einer schleichenden Strahlfäule und beim Kürzen der Hufe fiel es ihm immer mehr auf. Er machte die Hufe rasch fertig und lief zum Auto um eine Salbe gegen Strahlfäule zu holen. Diese sollte Svejn 2x täglich auf die Hufe schmieren, dann sollte das wieder im Griff sein. „Ich stelle ihnen die Rechnung aus und mache mich gerade auf die Suche nach Verena.“ Svejn nickte und warf einen Blick auf die Rechnung, welche Smetti ihm ausgestellt hatte. Während Smetti nun Verena suchte, brachte ich Silberstern in die Box und rief kurz bei Smetti an. Es klingelte eine Weile bis er dranging und auch unsere Unterhaltung fiel eher kühl aus. Er hatte Raised from Hell mitgenommen um sie dort abzusetzen und Wolfs Bane nach dem Einreiten wieder mitzubringen. Ich wusste auch nicht was er dort so lange tat. Klar waren die Hin- und Rückfahrt ziemlich lang, dennoch wusste ich irgendwoher, das alles länger dauern würde als gedacht. Ich schnappte mir nun Rising Star um ihr die Hufe zu feilen und auch ihren Sohn Calorro würde ich die Hufe kurz kontrollieren. „Hey Verena, hast du Raised from Hell ausgeladen bekommen?“, fragte Smetti die Ranchleitung und sie nickte. „Na klar, anstrengend ist sie aber immer noch. Ich hätte da noch ein paar Verkaufspferde, wenn du magst kannst du sie dir mal anschauen.“ „Klar, warum nicht“, zuckte er mit den Schultern und folgte der bekannten Züchterin. Sie hatten viele Pferde zu verkaufen und in den Stallungen waren einige Hübsche Tiere dabei. Darunter auch Dynur, welcher vor kurzem erst unseren Hof verlassen hatte und ein Schimmelscheckhengst, welche mit neugierigen Augen zu Smetti sah und seine Ohren aufmerksam nach vorne richtete. „Wer ist denn der Hübsche da?“, dachte er laut und las genauso laut auch den Namen des Schildes aus. „Ist der wirklich so wie sein Name vermuten lässt?“, fragte er vorsichtig und richtete seinen Blick auf die Gestütsleitung. „Nein, er ist ein ganz lieber. Den kann man auch mit anderen Hengsten auf die Weide stellen. Unterm Sattel ist er auch ein Schatz.“ „Hmm.“ Und weiter ging der Weg durch die riesige Stallung und er sah viele verschiedene und auch tolle und erfolgreiche Pferde, welche nun einen neuen Besitzer suchten, doch der Sympathy fort he Devil ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. „Sag an, was willst du für den Guten von eben?“, fragte er gerade heraus. „9000“, sagte sie direkt und er schluckte. „Sagen wir 8000 und ich mache zwei deiner Pferde die Hufe. Heute noch!“, feilschte er und sie stimmte ein. Rachel würde es nicht wirklich gefallen das Smetti Geld ausgeben würde, aber er passte so gut zu ihm. „Ich bring dich dann zu den zwei Pferden, die die Hufe gemacht brauchen. Wobei… du brauchst sicher die Aluminium-Hufeisen. Ich bring sie besser zu deinem Wagen. Dann hast du ja alles dort“ „So geht’s auch“, lächelte er und machte sich auf den Weg zu seinem Wagen. Erneut rief ich Smetti an um zu sehen wo er blieb und ob er schon losgefahren sei, doch er erzählte mir nur was von ich solle ihm nicht böse sein und von wegen, dass ich nicht allzu lange wach bleiben sollte. Langsam machte er mir ein paar Sorgen und ich wusste nicht wohin uns das führen sollte oder auch würde. Immerhin konnte ich mich jetzt auf Attentivenly einlassen, da sie bald wohl auch auf einer Körung ihr Können und auch ihr Temperament zeigen und heute gab mir Nico eine Stunde auf ihr, damit ich sie ein wenig besser arbeiten konnte und so auf die Körung vorbereiten konnte. Sie machte sich zwar super unterm Sattel, konnte aber die Hölle am Boden sein mit ihrer Aufmerksamkeitssuchenden Art. Doch daran sollte es nicht liegen, ich fragte mich nur wann mein Freund seinen Weg nach Hause finden würde…
      „Das ist Drama Baby, die ist noch neu hier. Ich hoffe er stellt sich gut an.“ Der junge Hufschmied nickte nur und sah sich die Hufe des Vollblüters an. Sie waren eigentlich ganz in Ordnung, nur etwas aus der Form. So schnitt er nur sehr vorsichtig die Hufe aus und raspelte sie dann um sie in die Form zu bringen. Auch beim feilen gab er sich wie bei jedem Mal Mühe und lobte den Vollblüter neben sich. Dann schaute er welche Aluminium-Eisen der Stute passten und nagelte diese ebenso vorsichtig an. Beim Vortraben ergab sich keine Taktverschiebung und so sahnte das Pferd ein Leckerli ab und mir wurde der nächste und zum Glück auch letzte gebracht. Er hatte den Namen ‚Turf Runner‘ und war ein interessanter Brauner und Smetti vermutete ein Splash-Gen. Auch seine Hufe sahen ihn Ordnung aus, waren auch super in Form, sodass er nur Raspelte und feilte. Turf Runner schaute ihn nur aufmerksam an, als er auch ihm die Aluminium Hufeisen anbrachte. Die leichten Hufeisen waren nicht gerade die einfachsten wenn es darum ging sie anzubringen, doch bis jetzt hatten wir immer Glück gehabt. „So der Gute ist dann auch fertig“, lächelte er mit einem breiten Grinsen und nahm einen Batzen Geld aus der Hosentasche. „Ich habe vorhin noch einmal nachgezählt. Sind genau 8000.“ „Alles klar, wir machen gerade die Unterlagen und dann verladen wir deinen Hengst für den Nachhauseweg."

      Sosox3
    • Zaii
      Auftakt in ein neues Leben
      Pflegebericht, 08. Oktober 2016

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      In den letzten Wochen war viel auf der Ranch passiert. Ein ganzer Haufen Pferde hatte uns verlassen, ein paar waren dazu gekommen. Einige Mitarbeiter und ich hatten an einem Dressurturnier teilgenommen, an dem Aaron und Augen auf! Ich komme, sogar den ersten Platz gemacht hatten!
      Worauf wir besonders stolz waren war, dass Bellamy und Zuckerschock es geschafft hatten, den 3. Platz zu ergattern! Sehr zum Leidwesen von Octavia, die Bellamy regelrecht angeschrien hatte, weil sie eine Platzierung ergattern wollte. Nun waren wieder alle Zuhause und es hätte ja Ruhe einkehren können, wenn da nicht noch immer die Idee wäre, um zu ziehen. Svejn und ich wollten uns heute einen potenziellen Hof anschauen, denn die Ambitionen der Gips Reminder Ranch hatten sich ein wenig geändert, und auch dieser Hof gab nicht mehr das her, was er einmal versprochen hatte.
      "Svejn jetzt komm schon!", sagte ich etwas genervt und drehte den Autoschlüssel in meiner Hand hin und her. "Ich komm ja schon...", sagte er genervt und humpelt voran. Er durfte mittlerweile wieder laufen und auch reiten, aber das Laufen schien ihm noch ziemliche Probleme zu machen, weshalb er seinen Alltag lieber reitend verbrachte- zum Leidwesen seines Physiotherapeuten, denn dieser hatte ihm verboten, zu viel zu reiten. Aber er kannte Svejn mittlerweile ja sehr gut, er konnte nicht ohne reiten.
      Endlich waren wir im Auto und ich konnte los fahren. Die Fahrt verlief eigentlich relativ stillschweigend, denn Svejn musste sich auf sein Handy konzentrieren, um mir den Weg zu sagen- ich musste mich auf die Straße konzentrieren, denn diese Ranch lag wirklich weit ab vom Schuss, aber dennoch in der Nähe der Ferienranch und unserer alten Ranch.
      Dort angekommen schauten wir uns schon skeptisch um, denn die gesamte Ranch wirkte verlassen, überall waren die Zäune kaputt, Hecken und hohes Gras wucherten überall. "Hm, nicht das, was ich mir erhofft hatte.", sagte ich niedergeschlagen zu Svejn, der wohl meine Meinung teilte. "Komm, wir gehen erst mal zum Haus und lassen uns alles zeigen.", meinte er schulterzuckend und zusammen gingen wir zum Haupthaus, wo auch schon auf uns gewartet wurde. "Guten Morgen Mr. & Miss O'Connor.", sagte die junge Dame, die weder Svejn noch ich korrigierten. Svejns Name war einfach zu kompliziert. "Vorweg muss ich ihnen leider sagen, dass die Ranch in keinem guten Zustand ist, denn mein Vater ist vor etwa einem Jahr von uns gegangen und seit dem steht die Ranch leer.", erklärte sie und und fing an, uns eine kurze Runde durch das Haus zu führen. "Warum hatte ihr Vater eigentlich ein so großes Haus?", fragte ich die Dame dann bei der Tatsache, dass hier mein Team dreimal reinpassen würde. "Sie werden gleich bei der Führung sehen, dass sie hier eine riesige Ranch betreten haben. Deshalb ist auch das Haus sehr groß.", sagte sie und führte uns aus dem Haus heraus in die obere Ecke der Ranch. Dort waren zwei Offenställe mit 3 großen Koppeln. "Hier könntest du deine Pferde hin stellen.", sagte ich freudig mit einem Blick auf den Offenstall, bei dem eine große Koppel war. "Und hier könnten die Jungpferde stehen.", schwärmte ich, ehe wir weiter gingen. Es gab ein kleines Gemüsefeld, einen See und nun kamen wir an der Rennbahn an. "Wow.", sagte ich begeistert. Es war um mich geschehen, diese Ranch würde unser neues Zuhause werden. Svejn hatte meinen Blick gesehen und zwanghaft gelächelt, wir würden so viel Arbeit in die Ranch stecken müssen, bevor wir hier einziehen konnten, doch er wusste, dass wir das schaffen konnten.
      Die junge Frau zeigte uns noch den Rest der Ranch, zum Beispiel die drei großen Ställe mit Paddocks und Koppeln, die Offenställe, die Reithalle aber auch die beiden Reitplätze. Neben der Ranch gab es noch einiges an Weideland und einen großen Wald, den wir mit kaufen konnten. "Wir werden uns morgen melden.", verabschiedeten wir uns dann, ehe wir uns auf den Weg nach Hause machten. Diese Fahrt verlief wesentlich lauter. Ich quatschte Svejn die Ohren voll mit der Ranch und dass ich sie unbedingt haben wollte, auch wenn sie einfach viel zu groß für uns war. "Aber wir könnten Einsteller nehmen.", meinte ich dann und er nickte.
      Am Abend erzählte ich meinen Mitarbeitern von der Ranch und schon am nächsten Morgen befand ich mich wieder dort- diesmal in Begleitung von Caleb, damit er sich ein Bild vom Hof machen konnte. Ich legte noch immer viel Wert auf seine Meinung, weshalb ich sein OK haben wollte, bevor ich den Kaufvertrag unterschreiben wollte. Er segnete die Ranch ab und ich unterschrieb den Kaufvertrag, nachdem ich den Preis noch ein wenig gedrückt hatte. Nun kamen die verkauften Pferde der Ranch zugute, denn ohne diesen Verkauf hätten wir die neue Ranch nicht kaufen können und solange wir noch hier lebten, konnten wir die alte Ranch nicht verkaufen.
      So kam es, dass wir eine ganze Weile erst die Pferde auf der alten Ranch versorgten und dann auf die neue Ranch fuhren, um die Zäune zu reparieren, die Stallungen neu zu verputzen, und und und.

      Nun war der Tag des Umzugs endlich gekommen, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Leider würde es nur ewig dauern, alle Pferde rüber zu bekommen, denn wir hatten noch immer 63 Pferde. Vermutlich würden bald noch ein paar Pferde den Besitzer wechseln, aber diese 63 Tiere würden allesamt mit auf die neue Ranch kommen. Ein grober Plan, wo welche Pferde hinkamen, war schon gemacht- und da man hier in Kanada oder generell in Amerika nicht so zimperlich war, was Pferde verladen anging, hatten wir uns ein paar einfache Trailer geliehen, in die die Pferde einfach hinein sprangen. Um jedoch trotzdem Verletzungen zu vermeiden, würden alle Pferde Transportgamaschen tragen, denn ganz leichtsinnig musste man ja nicht sein.
      Anfangen wollten wir mit den Jungpferden, da diese am längsten brauchen würden, bis wir sie im Hänger hatten. VK A Gun Colored Lena, Like Twist and Gun, VK Drag's Solo Queen, PFS' Blossom Magic sowie Wimpys Little Devil und ihr Fohlen GRH's Unbroken Soul of a Devil waren die ersten Pferde, die wir verluden und zur neuen Gips Reminder Ranch fuhren. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die Tiere im Trailer hatten, doch sobald alle drin waren, waren wir ruck zuck auf der neuen Ranch und konnten die Tiere auf die Koppel entlassen. Wimpys Little Devil war wirklich ein Ruhepol, was ich nicht gedacht hatte. Ich ließ sie mit ihrem Fohlen noch ein paar Tage bei den Stutfohlen laufen, ehe Devil abgesetzt wurde und die Stute ihre Box im Trainingsstall bezog, denn wir wollten sie wieder aufbauen und im Sport laufen lassen.
      Die nächsten Pferde waren die Hengstfohlen VK Bellas Dun Gotta Gun, Bellamy' O, VK Funky's Wild Berry und PFS' VK' Snap in Style. Zusätzlich fuhren noch Cielos Double Dun It und Chocolate Dream mit. Choco und Gipsy fanden ihren Platz in ihren Stallungen, die anderen Pferde kamen auf die Koppel.
      Nun schauten wir erneut ein wenig nach den Plätzen, wo die Pferde hinkommen sollten, so dass wir in windesweile Arsil, Bahar, Daryl gone Mad, Golden Ebano, Sacramento XX, Scoubidou, Silberstern, Seattle Slew, Turf Runnder, Wildfire, Firewalker, Stiffler, Drag me to Hell, Drama Baby, My lovely Horror Kid, Nyanda, Priamos Ruffia Kincem, Shiryō, Supernova, Teasie, Wolfs Bane, Zuckerschock, Abraham van Helsing, Alan's Psychedelic Breakfast , Cauldron of Renascence , Eldrian Antrax, Funky Powerbabe, Gun and Slide, Hollywood King Gun, Hollywood's Silver Dream, Spooks Gotta Gun, Stormbringer, Amarula van Helsing, Augen auf! Ich komme, Bella Dun Del Cielo, Kristy Killings , Marly's Pluie , Snuff, Blazing Flame, Comeback of a fallen Goddess, Dakota, DunIts Smart Investment, My sweet little Secret, Ocarina of Time, Raspberry, Scarlet Sun, Snapper Little Lena, Striga, VK Aquila T Mistery, Samug, Thjalve van de Jötunheimr und Moon's Pumpkin auf der neuen Ranch hatten. Lediglich bei Zues und Raised from Hell hatten wir unsere Probleme, so dass wir sie beide sedieren mussten, um sie verladen zu können. Sie fanden auch beide einen Platz auf den Koppeln, wo sie 24/7 stehen würden, bis wir mit ihrem Training weiter gekommen waren, dass wir sie anfassen konnten. Zues würde auch bald kastriert werden. Zwar war das schade um seine Abstammung, aber wir konnten das Risiko nicht mehr eingehen und hofften, dass er es als Wallach zumindest ein wenig einfacher haben würde als jetzt als Hengst.
      Erschöpft fiel ich am Abend auf die Couch. "Ich glaube morgen gibts nen freien Tag.", lachte ich und schaute in die Runde, denn noch waren alle Mitarbeiter in der Stube bei mir. "Also.. Pferde misten, füttern und auf die Koppel bringen morgens. Es wir keins trainiert, geritten oder sonst was. Macht, was ihr wollt.", lachte ich und schaute in eine Runde zufrieden nickender Gesichter.

      Veija
    • Zaii
      Elf Stunden Fahrt
      Pflegebericht, 26. Oktober 2016
      "Noch einer?", fragte Elisa skeptisch und zog eine Augenbraue hoch. "Ach, der ist toll!", betonte Jojo und versuchte, Elisa den Mund zu zu halten. Vielleicht hatte ich immer und immer wieder betont, dass ich mir nicht so viele Hengste anschaffen wollte und vielleicht hatte ich meinen Freundinnen gerade eröffnet, dass nun trotzdem ein weiterer in meinem Stall Einzug halten sollte. Hoppla; wie war das noch gleich mit den guten Vorsätzen?
      Hugo hatte sich bereits vor zwei Tagen auf den Weg nach Okotoks gemacht, der erste Tag, an dem er sich vollständig von seinem Kater erholt hatte, und hatte sich nun vor wenigen Minuten gemeldet, dass er in etwa ein bis zwei Stunden wieder auf Crescent Acres eintreffen würde. Da wir gerade alle auf Townsend Acres waren, um uns von Gwen und Elisa eine der seltenen Reitstunden geben zu lassen, (Auch Profis wie wir brauchten ab und zu einen Blick von außen. Das glaubt zwar nie jemand, aber es ist wahr!) konnte ich den Anruf natürlich schlecht geheim halten und außerdem brachte er mir einen strafenden Blick von Gwen ein. Diesen konnte ich ausnahmsweise sogar nachvollziehen, aber in dem Fall musste das sogar sein. Eli wollte bereits zu einem Vortrag über die Handynutzung während dem Reiten ausholen, doch zu meinem Glück gab Gwen ihr gerade eine Aufgabe, sodass sie sich wieder auf ihre Rubina konzentrieren konnte und auch ich Siri zurück auf den Hufschlag lenken konnte.

      Nach beendeter Stunde verabschiedete ich mich zügig und kehrte auf meinen Hof zurück, damit ich mich ganz auf Siri konzentrieren konnte, ehe Hugo mit dem Hengst eintreffen würde.
      Gerade führte ich noch Ima und Dami auf die Weide, die beiden Stuten ließen sich problemlos gemeinsam führen, als der bekannte SUV auf den Hof rollte, hinten dran ein schöner, neuen Hänger mit meinem ‚Crescent Acres‘-Logo welches Gwen für mich entworfen hatte. Ich entließ die beiden ungleichen Stuten auf die Weiden, wo sie schon von den anderen sechs erwartet wurden, dann lief ich eilig meinem Bereiter entgegen, der gerade ausgestiegen war. Kurz und knapp erzählte er mir von der Fahrt, dem Verkehr und dem Hof, von dem unser Neuzugang stammte. Der Verkauf war relativ spontan und kurzentschlossen gewesen, auf dem Hof hatte es eine Explosion gegeben, deren Ursache noch nicht vollständig geklärt werden konnte. Diesem tragischen Ereignis waren mehrere Pferde und Menschen zum Opfer gefallen. Die Vierbeiner, die überlebt hatten, sollten danach zügig zu neuen Besitzern ziehen. Das Geld konnte man für den Abriss des Hofes sicherlich gut gebrauchen.
      Während ich noch meinen Gedanken nach hing, hatte Hugo bereits die Rampe des Hängers herunter gelassen und führte nun gerade den fünfjährigen Hengst eben diese hinunter. Ich machte mich mit dem Hengst, Turf Runner, bekannt und nahm ihm nach der langen Fahrt von über elf Stunden die Transportgamaschen und die leichte Decke ab. Tufftuff, ein Name, den der Brauner einer Freundin in Europa zu verdanken hatte, schien nicht böse darüber, sich endlich wieder ordentlich die Beine vertreten zu können und machte dies deutlich, indem er mit geblähten Nüstern neben Hugo her zu einer kleiner Weide tänzelte. Kaum hatte mein Mitarbeiter ihm das Halfter abgenommen, flitzte der Hengst auch schon wie verrückt über die Weide. Das Vollblut konnte er wirklich nicht leugnen! Während Tuffi eine Runde nach der anderen drehte, abrupt stoppte, lauschte und dann in die andere Richtung zurück startete, erzählte mir Hugo über den Hengst, was er bisher heraus gefunden hatte. Sein Pass und weitere Dokumente waren ebenfalls den Flammen zum Opfer gefallen, allerdings war trotzdem bekannt, dass mein neuer Hengst von Tschiwabschischi und Ace of Spades abstammte, zwei Vollblütern aus Hollybrook, die beide sehr erfolgreich Rennen liefen. Ich war zugegebenermaßen überrascht, denn bisher hatten wir noch nichts über die Rennerfahrung des Jungspundes in Erfahrung bringen können. „Nun, die Zeit wird zeigen, was Tuffi kann“, meinte ich philosophisch, als wir uns von der Weide abwandten und Hugo konnte nur den Kopf schütteln über diesen Rufnamen. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, dass es so anstrengend sein würde, als ich im Vorstellungsgespräch erwähnte, dass meine Freundinnen und ich eine sehr innige Beziehung hatten..
      Eddi und Veija gefällt das.
    • Gwen
      Altjahresritt
      Pflegebericht, 31. Dezember 2016

      Es war Silvester! Zumindest fast. Eigentlich hatten wir sogar noch vierzehn Stunden Zeit, ehe der Ernst des Jahres begann. Deshalb hatten Ciaran und ich uns entschieden, noch einen entspannten Altjahresausritt zu machen. Neujahr konnte ja jeder, aber wer dachte schon im alten Jahr daran! Ich war an sich niemand, der besonders großen Wert darauflegte, das neue Jahr zu feiern, aber wiederum nutzte ich jeden Anlass, um überhaupt was zu feiern.
      Aus irgendeinem Grund hatte auch der Rest unserer Nachbarschaft von unserem Ritt Wind bekommen und als wir gerade Dead Memories und Ohnezahn fertig gesattelt hatten und den Stall verließen, war unser Hof gefühlt voll mit Pferden. Jojo saß auf Paramour und schien Elena direkt auf ihre Seite gezogen zu haben, um sie auf Vaffanculo zu positionieren.
      Elisa thronte auf Cardillac, der wie immer in seinem königlichen Glanz erstrahlte. Man nannte dies im umgangssprachlichen Gebrauch auch Arroganz. Und Zai saß auf ihrer neusten Errungenschaft im Stall: Turf Runner. Jedoch bei allen nur bekannt als Tufftuff und das passte bei seinem Tempo auch eindeutig eher zu ihm.
      Schon wurde aus dem entspannten Ritt zu zweit, also eine große, witzige Gruppe. Na das konnte ja lustig werden. Das dachten sich auch Cardillac und Tufftuff, die sich anscheinend nicht riechen konnten und sich direkt anzickten. Da vergaßen welche, dass sie eigentlich der männlichen Gattung angehörten.
      Vermutlich diskutierten sie über den Blutanteil in ihren Abstammungen, das hätte angesichts ihres Benehmens ganz gut zu ihnen gepasst. Als ich das geäußert hatte, begann Eli breit zu grinsen und konnte sich ein dümmliches Lachen kaum verkneifen.
      „Apropos, Zai! Erzähle den anderen doch mal, wie Turf Runners Vater heißt“, freute sie sich und ritt so nah an Zai heran, um sie in die Seite stupsen zu können. Wie immer war Eli in Bezug auf Abstammungen auf aktuellerem Stand als der Rest der Gruppe.
      Zai verdrehte die Augen und nuschelte dann schnell einen Namen. Jojo hob eine Augenbraue und starrte sie an. „Bitte was?“, formulierte sie im Beinahe-Hochdeutsch und Zai seufzte. „Tschi-wab-schi-schi heißt der Hengst“, und ritt direkt voraus, um sich unser Gegacker nicht anhören zu müssen.
      Eventuell war der Name gar nicht so lustig, aber wenn man eh schon immer gut gelaunt unterwegs war und unter Freunden, dann war sowas doch direkt viel lustiger! Aber immerhin konnte der werte Tschiwabschischi auch einiges an Erfolgen nachweisen, also konnte er immerhin was.
      Seinem Sohn hatte er auf jeden Fall einiges an Renntalent geerbt, denn bei unserem Wettrennen blieb diesmal der Rest ziemlich weit hinten. War ja auch unfair: Alle saßen auf Ponys, nur Zai hatte ihr Vollblut aus dem Stall geholt. Dementsprechend musste sie dann aber auch auf uns warten.
      „Ohnezahn hat sich übrigens echt gemacht!“, meinte Zai mit einem Blick auf meinen Schimmel und ich nickte stolz. Zwei Jahre abmühen hatten sich gelohnt, so dass ich endlich ein halbwegs normales Pferd unter mir hatte, der nicht mehr wegen alles und jedem abspackte. Das war auch mal ganz angenehm.
      Wir machten uns schon bald auf den Heimweg, weil Elena über Hunger klagte und auch der Meinung war, dass es langsam Zeit für Alkohol wurde. Ich erwiderte darauf nur, dass es noch nicht einmal dunkel sei und im Winter hieß das, dass es noch früher Nachmittag war. Aber meine Begründungen waren sinnlos…
      Außerdem hatte Elena schon für eine Runde vorglühen gesorgt, als wir wieder bei mir ankamen, denn sie hatte bereits Zitronen, Salz und Tequila mitgebracht. „Bäh! Also nach der Kälte brauche ich aber erst einmal was Warmes!“, jammerte Jojo und der Rest stimmte zu. Also gab Elena sich geschlagen und nahm auch eine Tasse Glühwein.​
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    • Zaii
      Turnierfreuden
      Pflegebericht, 01. Januar 2017

      - folgt -
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    • Zaii
      Jammerlappen
      Pflegebericht, 04. Mai 2017

      „Es tut immer noch weh“, jammerte ich, als Alex zu mir hoch blickte. Die Rothaarige schüttelte nur den Kopf und gab Zairina, auf deren Rücken sie saß, dann trotzdem die Hilfe zum Galopp. Ich hatte meine Freundin gerade von einer schnelleren Gangart als dem Schritt abhalten wollen, doch wie schon bei unseren vorherigen Trabphasen, war sie noch immer unerbittlich und so gab ich nach kurzer Zeit nach und ließ Siri hinter dem Reitpony nachziehen. Durch die größeren Schritte hatten wir schnell aufgeholt und auch überholt. Wenn Alex mich schon ärgern wollte, dann würde ich sie auch ärgern. „Unfair!“, schrie sie mir nach, als ich sie um mehr als eine Pferdelänge schlug.

      Nun hatte Alex genug damit zu tun, der Ponystute beizubringen, dass es nicht ihre Schuld gewesen sei, dass sie verloren hatten (es blieb die Frage, wer mit der Niederlage das größere Problem hatte). Dies hielt den Lockenkopf von weiteren wilden Wettrennen ab und so badeten wir beide ausreichend in Selbstmitleid, als wir wieder auf die Straße abbogen, die zu Crescent Acres führte.

      „Und, wie war der Ausritt?“, begrüßte uns Theo gut gelaunt, während er gerade Talitha absattelte. Die Stute sollte trotz ihres jungen Alters von erst sechs Jahren bald gedeckt werden; ich konnte es kaum erwarten, mein erstes Fohlen zu ziehen, noch dazu von meinem Liebling Dark Dreamer. Trotzdem sollte das Training nicht zu kurz kommen, denn während Undisclosed Desires und Lakim in letzter Zeit auf Hochtouren für anstehende Stutenschauen vorbereitet wurden, genoss Talitha sowieso schon ein ruhigeres Leben, da sie bereits eingetragen war. Aus diesem Grund hatte Hugo heute einige Dressurlektionen von der Hannoveranerstute gefordert.

      „Ruhe!“, forderten Alex und ich wie aus einem Mund und Theos Grinsen entglitt ihm, denn offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, dass sowohl seine Freundin als auch ich schmollend vom Ausritt wiederkommen würden.
      So versorgten wir die drei Stuten schweigend und während Alex sich anschließend mit Theo in ihr Haus verkrümelte, wahrscheinlich würde sie nun Friedrich vollheulen, gesellte ich mich zum Reitplatz, wo Hugo mittlerweile auf Turf Runner saß.
      Der Hengst machte sich überraschenderweise im Springsport besser als auf der Rennbahn, also hatte Hugo vorgeschlagen, ihn zukünftig auch in den Busch zu schicken. Davor wollte ich aber die Grundlagen in der Dressur festigen, weshalb Hugo nun schon wieder Bahnfiguren ritt.

      Während ich mich also mit schmerzenden Muskel an den Zaun lehnt und meinem Hengst zusah, wie er interessiert die Ohren spielen ließ und auf Hugos Hilfen reagierte, wurde ich mir wieder einmal bewusst, dass es die vielleicht beste Entscheidung meines Lebens gewesen war, einen Bereiter einzustellen. „Gut gemacht“, lobte ich mich selbst zufrieden.
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    • Zaii
      Männertag
      Hufschmiedbericht, 30. Juni 2017

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      „Waka waka, eh eh!“, schmetterte Zai, als sie ihre Freundin Eli mit ihrem Hengst Flavor of the Weak entdeckte. Eli warf Gwen einen bösen Blick zu, denn wie mir erzählt wurde, war sie es gewesen, die Waka damals zu seinem Spitznamen verholfen hatte. Gwen aber war sich keiner Schuld bewusst und kraulte etwas zu auffällig die Stirn von Ohnezahn, der seelenruhig neben ihr her spazierte.
      Und dann war da noch Elisa, die (zum Vergnügen aller anderer) gut zu tun hatte, mit zwei Hengsten links und rechts von sich. Hinter ihr folgte Matthew, der Tenacious führte. „Mit allen dreien wäre es noch lustiger gewesen“, flüsterte Zai mir zu und ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen.

      Zais Freundinnen kamen wild durcheinander plappernd am Putzplatz vor dem Oststall an und es sah fast etwas ulkig aus, wie Waka da zwischen den ganzen Ponys stand und irgendwie nicht so ganz reinpassen wollte, überragte er die anderen Hengste um mehr als zwanzig Zentimeter.

      „Gut, wer macht den Anfang?“, mein Blick glitt fragend in die Runde. Ich konnte im Nachhinein nicht mehr beantworten, was mich dazu veranlasst hatte, zuzustimmen, fünf Hengste der Freundinnen meiner Partnerin an einem Mittag anzunehmen. Immerhin konnte ich aushandeln, dass sie zu mir kommen mussten, das machte die Sache doch schon wieder angenehmer.
      Auf die anfängliche Stille war schnell eine rege Diskussion gefolgt, aus der Elena als Sieger hervor ging und so begann ich direkt, Wakas alte Eisen abzunehmen, nachdem ich mich mit einem Stück Möhre vorgestellt hatte.
      „Ganz schön hibbelig“, bemerkte Zai stumpf, als der Schimmel immer wieder versuchte, mir das Bein weg zu ziehen und überhaupt sehen wollte, was ich da so anstellte. Eli warf ihrer Freundin einen bösen Blick zu und hätte sie nicht bei Waka gestanden, hätte Zai sich wahrscheinlich auch noch einen schmerzhaften Tritt gegen das Schienbein eingefangen. So blieb sie aber verschont und konnte ohne Blessuren Chesmu von Elisa übernehmen, denn dieser zankte sich gerade immer mehr mit seinem Kumpel Allelujah.
      „Du bist trotzdem mein Liebling, Chessi“, säuselte sie ihrem Hengst nach und winkte berührt mit der Hand hinter ihm her. Wenigsten war meine Arbeit heute ausgesprochen unterhaltsam.
      Nachdem ich Wakas alte Eisen mit vier neuen abgeglichen hatte, wanderten diese in den Ofen. In der Zwischenzeit schnitt ich die Hufe des Hannoveraners aus und raspelte die Hufe anschließend wieder plan. Die Eisen waren mittlerweile heiß und konnten nach und nach angepasst werden.

      Die lauten Schläge machten Ohnezahn, Chesmu und Tenacious wenig aus, auch Waka ließ sich nach anfänglicher Unruhe wieder beruhigen, nur Allelujah schien ganz und gar nicht angetan, wenn ein Mann auch noch wilde Bewegungen und Krach veranstaltete.
      So machte sich Elisa daran, eine Runde um die Reithalle zu drehen und Matthew folgte ihr ergeben. Gwen und Zai hingegen machten es sich am Grünstreifen neben dem Stall gemütlich und ließen ihre Hengste grasen.

      Waka hielt mittlerweile erstaunlich still und so konnte ich meine Arbeit zügig zu Ende bringen. Schnell war der letzte Nagel gebogen und gekürzt und so hatte es der erste schon wieder geschafft. Die Gänge des Hengstes ließen auf nichts Ungewöhnliches schließen, also konnte es direkt mit dem nächsten weitergehen.

      Zai setzte sich gegen Gwen durch, die nun schmollend im Gras saß und sich von Eli trösten ließ („Zai ist so gemein!“ – „Sch, sch. Ich weiß doch“ – „Wieso sind wir überhaupt mit ihr befreundet?“ – „Der Hufschmied, Gwen..“).
      Chesmu freute sich sehr über die Leckerei und war fortan beschäftigt, Zai nach noch mehr Möhrenstücken abzusuchen. Das machte mir die Arbeit sehr einfach, denn er hielt still und ließ mich ohne Zwischenfälle alle vier Hufe ausschneiden und kürzen.
      „Gut gemacht“, lobte Zai, als der glänzende Hengst (was tat Elisa nur in ihr Futter?) auch die Gangprobe überstanden hatte und zurück zum Gras durfte.

      Als nächstes folgte Ohnezahn von Gwen, der hingebungsvoll den lobenden Worten seiner Besitzerin lauschte, als ich nach und nach jeden seiner Hufe aufnahm, kürzte, ausschnitt und abschließend plan raspelte. Nicht einmal hatte der Schimmel versucht, mir den Huf zu entziehen und so schob ich ihm nach getaner Arbeit nochmal ein kleines Stück Möhre zu. Hoffentlich hatten das Waka und Chesmu nicht gesehen!

      „Ich bin dran!“, schallte es bestimmt über den Hof, als Matthew mir gerade T in Schritt und Trab vorgeführt hatte. Es folgte eine Diskussion zwischen Elisa und dem Gestütsleiter (oder Sklaven, ich war mir da gerade nicht sicher), den die junge Frau zur Überraschung von niemandem für sich gewann. So mussten Tenacious und Matthew den Platz wieder räumen und machten es sich stattdessen am anderen Ende des Stalls gemütlich. Matthew würde nun also erstmal seine Wunden lecken, während ich das Vergnügen mit Allelujah hatte. Der Hengst ließ sich von Elisa bitten und betteln und folgte trotz der Überredungskunst seiner Besitzerin nur zögerlich. Ich hielt ihm lange meine Hand hin, doch obwohl ein schmackhaftes Stück Möhre auf dieser ruhte, traute sich Allelujah nicht nah genug an mich ran. Na das würde sicher spaßig werden. Nachdem Elisa die Nascherei verfüttert hatte, stellte sie sich dicht an den Kopf des Palominos und begann, ihm Mantra-artig eine Beruhigungsformel ins Ohr zu flüstern. Ich machte mich zeitgleich an die Arbeit, die sich als nervenaufreibender erwies, als bei Allelujahs Stallkumpanen. Bei jedem Huf versuchte der Hengst, von mir wegzukommen und wann immer ich die Stimme minimal erhob, zuckte der Zehnjährige merklich zusammen. Vielleicht war er durch Elisas hohe Stimme aber auch schlichtweg so traumatisiert, dass tiefere Stimmen ihm nun Unbehagen bereiteten. Die einen sagten so, die anderen so.
      Mit der ein oder anderen kleinen Pause und vielen Möhrenstücken klappte es letztendlich aber doch und Allelujah zeigte mir einen äußerst flotten Trab, als er bei der Bewegungsprobe von mir weg traben konnte.

      Den Abschluss sollte nun Tenacious machen. Der Hengst war das komplette Gegenteil zu seinem Vorgänger, denn er war durch nichts aus der Ruhe zu bringen und so war ich in Windeseile fertig damit, die Hufe Dunkelbraunen auszuschneiden und zu kürzen. Auch beim Planraspeln hielt das Pony still und während Matthew noch lobte, war ich bereits fertig mit meiner Arbeit.

      „So..“, ich streckte mich und drehte den Oberkörper einmal nach links und rechts. Fünf Pferde hintereinander und auch ein Hufbeschlagsschmied fühlt sich, als würde er am Fließband arbeiten. „Sag mal..“, diesen Ton, den Zai da an den Tag legte, konnte ich leider allzu gut einordnen, „.. wenn du schon dabei bist..“, ich drehte mich ungläubig um, „.. bitte Theo!“, schloss Zai flehend und ich sah sie hinter mir stehen. Mit Turf Runner an der Hand. „Noch einer?!“, fragte ich ungläubig, doch Zai war nicht von ihrem Plan (der nicht so spontan wirkte, wie sie ihn mir verkaufen wollte) abzubringen. „Es ist Tuffi. Unser toller, süßer, lieber Tuffi“, säuselte Zai. Wenn es um Arbeit ging waren es immer unsere Pferde. Turnierplatzierungen und –siege hingegen zogen ihre Pferde ein. Seufzend gab ich meinem Schicksal geschlagen und so folgte Hengst Nummer sechs an diesem Tag.
      Wenigstens hatte Zai nicht gelogen, denn das Vollblut war wirklich unkompliziert und so dauerte es nicht lange, bis ich die routinierte Arbeit des Ausschneidens, Kürzens und Planraspelns hinter mich gebracht hatte.

      „Das wars für heute! Keine Chance“, schwor ich, als ich Tuffis letzten Huf abgesetzt hatte. Gwen, Eli, Elisa und Matthew hatten sich nach dankenden Worten bereits wieder auf den Heimweg gemacht, es waren also nur noch Zai und Alex, die sich mit Friedrich vor wenigen Minuten zu uns gesellt hatte, anwesend. Hugo, der gerade Emie und Every auf den Platz führte, musste bei meinen Worten schmunzeln und das war schon etwas, was dem schallenden Gelächter anderer Menschen nahe kam. „Zai, nein“, sagte ich energisch, als diese den Mund öffnete, um etwas zu sagen. Zu meiner Freude schloss die Braunhaarige den Mund wieder und ließ mich dann tatsächlich in Ruhe. Während sie Tuffi zurück in seine Box brachte, packte ich mein Werkzeug zusammen und machte mich dann mit Alex und Friedrich auf zu unserem Häuschen. Zai würde mich heute nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn sonst würde sie bestimmt noch eine Arbeit für mich finden.
      Zaii
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    • Gwen
      Das Geschäftliche
      Pflegebericht, 10. August 2017

      „Du hast gesagt, wir reiten nur aus!“, warf Eli mir vorwurfsvoll entgegen und es sah beinahe so aus, als stiegen ihr Tränen in die Augen. Zai hatte gerade ihre Ausführungen beendet, nachdem sie uns das Konzept einer hauseigenen Rennbahn im Nationalpark erläutert hatte. Elena wollte davon nichts hören, hielt sich die Ohren zu und lallte vor sich hin.
      Elisa versuchte hingegen zum dritten Mal zu Zai durchzudringen und ihr zu erklären, dass innerhalb von 20 Minuten eine riesige Rennbahn erreichbar wäre. „20 Minuten Zai! Nur 20! Das schaffst du!“ – „Es geht ums Prinzip“, mahnte Zai und warf mir einen Blick zu. Ich schaute unschuldig weg, denn tatsächlich hatte ich nur ausreiten wollen.
      Stattdessen entwickelte sich der Ritt mal wieder zu einem berüchtigten Verhandlungstreffen. „Apropos Eli?“, und da ging die Stimme von Elisa am Satzende hoch. Elena kniff nur die Augen zusammen und lenkte Csíny aus Reflex direkt ein Stück von Levi und Turf Runner weg.
      „Du hast so viele Reitponys im Stall stehen, gib mir welche ab!“, die Bitte wandelte sich innerhalb eines Satzes in einen Vorwurf und Elisa zog einen Schmollmund. „Und die Abstammungen! Ich brauch die! Für meinen Masterplan!“, gestikulierte Elisa wild weiter. Etwas irritiert schaute ich Elisa an: „Mit guter Argumentation hast du es heute nicht so, oder?“ und konnte froh sein, schnell genug Neelix angetrieben zu haben, um der ganz sanft ankommenden Hand auszuweichen.
      Elena ritt nun schon weit vorneweg und nahm unser Antraben zum Anlass, um es uns gleich zu tun. Zai und Elisa wollten eigentlich noch weiter argumentieren, ließen ihre Hengste dann aber auch antraben. Kurz darauf wechselten wir zum Galopp. Das war immer die beste Gangart um Unterhaltungen aus dem Weg zu gehen: Zu schnell zum Reden und wer es trotzdem versuchte, wurde wegen des Windes eh nicht gehört.
      Deshalb hielt Elena auch nicht viel davon, die Strecke langsamer hinter sich zu bringen und da Csíny trainiertes Vielseitigkeitspferd war, hatten eher wir anderen zu tun, irgendwie in ihrer Nähe zu bleiben. Schließlich kamen wir wieder in der goldenen Mitte unserer Höfe an.
      Elena verabschiedete sich fröhlich und dankte uns ironisch für den Ausritt. „Das nächste Mal schicke ich Nate mit, oder besser Colin!“, meinte sie noch knapp und entschwand Richtung Sanssouci. Elisa hing schon wieder am Handy und wie ich sie kannte, checkte sie neue Mails bezüglich ihres „Masterplans“.
      „Falsch Gwen, ich überarbeite gerade den perfekten Stammbaum mit den neuen Reitponys von Elena, um ihn noch perfekter zu machen! So perfekt wie mich“, meinte sie und grinste uns süffisant an. Aber auch sie musste los und entschwand Richtung Towsend Acres.
      Zai nahm ich zuerst noch mit zu mir. Wir waren nur noch fünf Minuten von meinem Hof entfernt, so dass ich kurz Ciaran anrief. Der drückte uns im Vorbeireiten Moon’s Wishing Well in die Hand und ich begleitete Zai mit nach Crescent Acres.
      „Ich bin dir so dankbar, dass du ihn nimmst!“, meinte ich glücklich, denn auf diesem unkomplizierten Wege zog Wish soeben um. Theoretisch hätte er sowieso einen oder mehr Sommer bei Zai verbracht, immerhin stand da ein Fohlen von Scylla in Planung – da es aber bei mir nicht anders aussah, brauchte ich Platz im Stall.
      Wish war definitiv ein toller Hengst und ich mochte ihn wirklich, weshalb ich ihn auch nie abgegeben hätte, wenn er nicht in der Familie geblieben wäre. Da er das aber blieb und nur einen Katzensprung von mir entfernt wohnte, freute ich mich, ihn nun auf Crescent Acres ab und an besuchen zu dürfen. Dort kam er seinem Dasein als Deckhengst auch ein wenig mehr nach als bei mir.
      Am Stall stand bereits Theo, der mir das Connemara direkt abnahm und sich mit dem gelockten Kerl bekannt machte. „Stell ihn erst einmal in die Box, da kann er sich vom Paddock aus alles anschauen“, meinte Zai und schwang sich aus dem Sattel von Tuffi.
      „Ich danke dir, immerhin habe ich jetzt ein Pferd mehr“, meinte Zai lachend und ich grinste nur zurück. Wir versuchten alle unsere Anzahl an Pferden klein zu halten, nur leider gehörte das nicht unbedingt zu unseren größten Stärken, aber wir bemühten uns.
      „Sag mal Theo?“, rief ich noch unschuldig in den Stall hinein und musste mich sehr zusammenreißen, um nicht gleich zu lachen. „Nein! Nein und nochmals nein!“, tönte es aus dem Stall und brachte so Zai und mich zum Lachen. Theo hatte so momentan seine Eskapaden, was spontane Hufschmiedbesuche auf gewissen anderen Höfen betraf, umso amüsanter war es natürlich, ihn dann noch damit aufzuziehen.
      Doch auch auf mich wartete ein Hof und Verpflichtungen, so dass ich mich nun noch von Zai verabschiedete und den Heimweg antrat. Der war hier ja zum Glück nicht besonders weit und so trug Neelix mich nun ein zweites Mal den Weg zwischen den Gestüten entlang.
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    • Zaii
      Vorbereitungen
      Tierarztbericht, 22. Januar 2018

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      Nun warteten noch fünf weitere Pferde auf mich, hier in Kanada. Zairina Morin musste sich leider von mir verabschieden, sie hatte noch andere Termine. Sie stellte mir ihre Stallhilfe Alexandra vor die jetzt die Untersuchungen mit begleiten würde. Die junge Frau reichte mir lächelnd die Hand und grüßte mich. Ich verabschiedete mich dann von Zairina und wartete gespannt auf meinen ersten Patient. Alex kam mit einer Tinkerstute, Imadama, angelaufen und band sie an. Schnell machte ich mich mit ihr bekannt und begann sie zu untersuchen. Abtasten, abhören waren schnell erledigt und ich konnte keine Auffälligkeiten feststellen. Die Stute machte brav mit und ließ alles über sich ergehen. „Bitte einmal auf dem Hof im Schritt und Trab laufen lassen.“ Alexandra tat wie ihr aufgetragen und lief mit dem Pferd auf und ab. Ich sah mir die Bewegungen genau an und auch hier war alles zu meiner Zufriedenheit. Jetzt mussten wir nur noch impfen. Imadama beobachtete mich genau und registrierte jede Bewegung von mir. Als ich näher an sie heran trat ging sie ein paar Schritte zur Seite und drehte den Kopf in meine Richtung. In ruhigem Ton versuchte ich sie zu beruhigen und setzte geschickt die Spritze an, sodass sie kaum was merkte. „Gut gemacht, schon vorbei.“ lobte ich ausgiebig und die Stallhelferin brachte sie schließlich zurück. Ich machte mich für das nächste Pferd bereit und es kam eine schwarz gescheckte Hannoveraner Stute namens Undisclosed Desires. Tänzelnd kam sie näher und Alex ließ den Strick lieber in der Hand, anstatt sie anzubinden, das würde sie wohl noch etwas nervöser machen. Ich ließ sie an mir schnuppern und ging behutsam mit ihr um. Das abtasten gestaltete sich etwas langwierig da sich mir die Stute immerzu entzog. Laut wieherte sie nach ihren Freunden und ich musste auf meine Füße aufpassen das sie nicht unter die Hufe geraten. Beim abhören hatte sie sich ein bisschen an meine Berührungen gewöhnt und schnaubte ab und zu noch demonstrativ. Als sie auf dem Hof auf und ab lief zeigte sie ihr Temperament und Alex hatte Mühe hinterher zu kommen. Lächelnd schüttelte ich den Kopf und meinte zu Alex „Spritzen mag sie auch nicht?“ eigentlich kannte ich die Antwort schon aber Alex bestätigte mir dies nochmal. So gut es ging versuchte sie sie abzulenken und ihren Kopf festzuhalten und ich ging mit viel Ruhe und Geduld an die Sache ran. Wobei ich auch nicht zu viel Zeit ins Land bringen wollte denn das machte Pferde dann nur noch unnötig nervös. Dann war endlich alles geschafft und Siri durfte wieder in ihre Freiheit. „Haben wir nochmal so einen Kandidaten?“ scherzte ich und Alex schüttelte den Kopf „Nein, die anderen sind unkompliziert.“ Jetzt kam wieder ein Stütchen, SST´s Lakim. Auch eine sehr schöne und außergewöhnliche Farbe/Scheckung. Schnell hatten wir uns bekannt gemacht und es sollte sich auch herausstellen das sie mir keinerlei Probleme bereiten würde. So schnell hatte ich noch nie ein Pferd untersucht. Sie stand da wie ein Fels in der Brandung, muckte und zuckte kein einziges mal und schien wirklich entspannt zu sein. Was ich bis jetzt untersucht, abgetastet und abgehört hatte stellte mich sehr zufrieden und so impfte ich die Stute noch, wo sie auch souverän mit machte. Nach ein paar Streicheleinheiten wurde auch sie weg geführt und Already kam herein. Pechschwarz war die Stute mit ein paar Beinabzeichen und einem breiten Laternen Abzeichen. Sie fand mich auf Anhieb interessant und drückte mir ihren Kopf entgegen. Ich lachte und streichelte sie. „Wenn nur alle so begeistert von mir wären wie du!“ scherzte ich und begann mit der Untersuchung. Auch sie zeigte sich von ihrer besten Seite und war rund um top fit. Herz-, und Lungenfunktion hörten sich einwandfrei an und auch der Bewegungsapparat stimmte. Zum Schluss wurde sie noch geimpft und natürlich ausreichend gestreichelt. Zu guter Letzt kam noch ein Hengst an die Reihe. Der einzige an diesem Tag. Turf Runner war sein Name und auch er bestach durch sein Aussehen. Man sah förmlich seine Muskeln hervor stehen. Er war etwas vorsichtiger im Umgang mit mir und beobachtete mich genau. Ab und zu zuckte er zusammen und stampfte mal mit dem Huf auf, aber das war in Ordnung. Er ließ sich überall anfassen und das Stethoskop fand er sogar so interessant das ständig daran schnuppern wollte. Draußen auf dem Hof brauchte er etwas Motivation um im Trab zu laufen, aber das was ich dann zu sehen bekam reichte mir. „Gut dann schauen wir mal wie der Gute auf Spritzen reagiert.“ Ich hatte mich schon zu früh gefreut, denn als ich ansetzte und die Spritze in sein Fell stach, schlug er doch tatsächlich mit dem Hinterhuf nach vorne aus. Ich stand zum Glück nicht nah genug und so konnte er mich nicht treffen. Geschafft, das hatte er nun auch hinter sich. Ich packte meine sieben Sachen zusammen und hielt noch eine kurze Rücksprache mit Alexandra und überreichte ihr Wurmkuren für alle Pferde. Dann verabschiedeten wir uns voneinander.
      Calypso
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  • Album:
    Hengste
    Hochgeladen von:
    Zaii
    Datum:
    21 Okt. 2016
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  • Pferdename Turf Runner
    Rufname Tuffi

    Von Tschiwabschischi
    Aus der Ace of Spades

    Rasse Englisches Vollblut
    Geschlecht Hengst
    Geburtsdatum 27. Mai 2011
    Farbe Brauner
    Stockmaß 175 cm

    Turf Runner ist ein anmutiges, optisch rassetypisches Vollblut, das seine Leidenschaft aber nicht auf der Rennbahn, sondern vor allem im Parcours fand. Der intelligente Hengst ist schnell, doch trotzdem immer gut unter Kontrolle zu halten und zeigt Eifer und Begeisterung bei der Arbeit. Lediglich bei der Dressurarbeit muss man von Zeit zu Zeit Überzeugungsarbeit leisten, das hat er sich wohl von seiner Mutter abgeschaut.
    Im Alltag verhält sich Tuffi meist wie unter dem Sattel: zwar wird er von Zeit zu Zeit übereifrig, doch bleibt er dabei händelbar. Im Umgang mit anderen Hengsten zeigt er sich interessiert, aber nicht kampfeslustig und auch in Gesellschaft von Stuten setzt sein Kopf nicht völlig aus. Fremde Situationen und Umgebungen lässt er mit einigem Misstrauen auf sich wirken, beruhigt sich aber wieder, sobald er sich der Sache sicher ist oder aber jemand da ist, der ihn unterstützt. Diese Gesellschaft kann durch Pferd oder Mensch erfolgen und wird einem gerne mit einer ausgiebigen Massage gedankt.
    Alles in allem ist der Hengst ein sehr angenehmer Zeitgenossen und wir hoffen, dass er das an seine Nachkommen weitergeben wird.

    Besitzer
    Zaii --- Veija
    Ersteller kira
    Vorkaufsrecht kira

    Eingeritten Ja
    Galopprennen L - Springen S - Military M - Dressur A

    SW 454 | SW 484
    360. Galopprennen | 183. Synchronspringen | 406. Springturnier | 187. Synchronspringen | 422. Springturnier | 197. Synchronspringen | 429. Springturnier | 321. Militaryturnier | 431. Springturnier | 432. Dressurturnier | 387. Galopprennen | 325. Militaryturnier | 327. Militaryturnier | 439. Springturnier | 400. Galopprennen | 486. Springturnier | 364. Militaryturnier

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    Offizieller Hintergrund

    2 (Abstammung) + 19 (Turniererfolge) + 2 (TA) + 2 (HS) + 2 (Bild) = 27 Punkte