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Findu

Trafalgar Law

| Deutsches Warmblut | Hengst | *2006 | Box I

Trafalgar Law
Findu, 20 Okt. 2017
Cascar gefällt das.
    • Findu
      Alte Berichte:

      Schmiedbericht (Atha)
      [k. A.; vmtl. 2015]


      Ich fuhr auf den Hof von Feuerschweif, heute hatte ich meinen ersten Auftrag als Hufschmied! Ich freute mich sehr, denn hier musste ich gleich zwei Pferde behandeln. Naja, behandeln konnte man jetzt nicht sagen, schließlich musste ich nur das Hufhorn schneiden! Ich stieg aus dem Wagen, Feuerschweif stand schon auf dem Hof und begrüßte mich. Ich holte meine große "Schere" und lief Feuerschweif hinter her. Ich hatte eine andere Methode als andere Hufschmiede, ich mochte es nicht Pferde betäuben oder den Huf fest zu binden! Stattdessen legte ich den Huf auf meinen Oberschenkel, so konnte das Pferd mir vertrauen und sich nicht festgebunden fühlen! Feuerschweif führte mich in den Stall, dort stand ein Falbschecke, er war wunderschön und sein Fell glänzte. "Er ist wunder schön!" meinte ich. Gleich dahinter stand noch ein Pferd, es war genauso schön! Ich fing mit Magellan an, eher schien ruhig zu sein und wirklich ich fing an seinen Linken Vorderhuf zu schneiden. Ich wanderte von Huf zu Huf, er war sogar am dösen. "Er ist wirklich ein Musterpferd!" sagte ich und ging zu Trafalgar Law. Der Hengste trippelte leicht von einem Huf auf den anderen. Feuerschweif meinte, das er sonst nie so sei! Ich streichelte Trafalgar Law über das Fell, langsam beruhigte er sich und schließlich blieb auch er ruhig stehen! Ich fing langsam vorne Links an. Er blieb ruhig stehen, bei dem linken hinteren zuckte er ein paar mal, aber er zog den Huf nicht weg! Den rechten Hinterhuf und den rechten Vorderhuf ließ er mich in Ruhe machen, doch ich er ließ mich nie aus den Augen! Nach getaner Arbeit gab ich ihm eine Möhre und sofort spitzte auch Magellan und auch ihm gab ich eine Möhre. Die beiden Hengste waren zufrieden und ich verabschiedete mich von Feuerschweif. Dann verließ ich den Hof und fuhr mit einem Lächeln nach Hause!

      Tatsächlich bekomme ich heute wieder ein neues Pferd. Ich grinse in meine Kopfkissen, atme einmal tief durch und schwinge mich dann über die Kante meines Betts auf die Beine. Es wird Zeit, den Stall vorzubereiten, aber vorher will ich noch etwas essen.

      Nicht nur das: bevor ich das Haus verlasse dusche ich mich und ziehe mir selbstverständlich die Reitklamotten an. Dann erst betrete ich händereibend den Stall. Es ist um elf, die Pferde haben alle schon ihr Frühstück bekommen und warten jetzt darauf, auf die Weide gebracht zu werden. Kurz nachdem ich Trafalgar Laws (guter Name, nicht wahr?) Box besichtigt habe, treffe ich auf auf Marc, der eben die Turnierhottas versorgt hat. Wir begrüßen uns kurz und wenden uns dann flott wieder unserer Arbeit zu:
      Ich streue die neue Box ein, kontrolliere die Tränke und mache das Futter fertig. Ein Brief von Feuerschweif, in dem Kraftfutterangaben, sowie Vorlieben ihres Hengstes stehen, ist gestern eingetroffen. Seitdem trage ich ihn in meiner Hosentasche durch die Gegend.
      Ich bin gerade fertig, als ich höre, wie der schwere Pferdehänger auf den Hof rollt. Und tatsächlich: vor dem Stall erwartet mich mein Dad. Erschlägt gerade die Autotür zu und ich beeile mich, ihm zu helfen, das Hüh heil auf festen Boden zu bekommen.
      Als der liebe Neuankömmling dann vor mir steht, betrachte ich ihn eingehend. Er wirkt ein wenig erschöpft, knabbert aber zutraulich an meiner Hand, die seinen Strick hält. Ich lächle und streiche dem Guten die Mähne von der Stirn. Aus dem Neunjährigen werden wir ein taffes Reitpferd machen, soviel steht fest.
      Sachte und ein wenig vor mich hin redend führe ich Trafalgar über den Hof auf eine der internen Koppeln, wo er im Schritt einige Runden zieht, nachdem ich ihm das Halfter abgenommen habe. Als er dann friedlich zu fressen beginnt, wende ich mich vorerst ab, um sein Sattelzeug aus dem Hänger aufzuräumen.

      Es ist gerade mal zehn, als ich in frühlingshaftem Sonnenschein den Nordstall betrete. Ich werde von zahlreichem Wiehern begrüßt und mache mich kurzerhand daran, die Hottas zu füttern. Dann nehme ich mir Trafalgar vor, der bereits kauend seinen Kopf auf die Stallgasse streckt. Ich kraule erst seine Stirn, bevor ich ihn vorsichtshalber in der Box anbinde und mit dem Putzen beginne. Der Hengst ist ausgesprochen ruhig und lässt sich von mir nicht aus der Ruhe bringen, kaut einfach gemütlich weiter. Ich lobe den Dicken schließlich und lasse ihn vorerst wieder allein fressen.
      Später am Tag longiere ich den flotten Knaben auf dem Reitplatz. Das Pferd ist nicht untrainiert: Innenstellung und Hinterhandaktivität sind vollkommen in Ordnung. Aber Law ist faul. Ich treibe viel und lobe, wenn der Liebe gut läuft.
      Lieb ist er nämlich allemal. Deshalb kann ich ihn am Ende unserer Lektion auch von Herzen loben, bevor ich ihn direkt auf eine der zentralen Weiden bringe.

      Es ist gerade mal zehn, als ich in frühlingshaftem Sonnenschein den Nordstall betrete. Ich werde von zahlreichem Wiehern begrüßt und mache mich kurzerhand daran, die Hottas zu füttern. Dann nehme ich mir Trafalgar vor, der bereits kauend seinen Kopf auf die Stallgasse streckt. Ich kraule erst seine Stirn, bevor ich ihn vorsichtshalber in der Box anbinde und mit dem Putzen beginne. Der Hengst ist ausgesprochen ruhig und lässt sich von mir nicht aus der Ruhe bringen, kaut einfach gemütlich weiter. Ich lobe den Dicken schließlich und lasse ihn vorerst wieder allein fressen.
      Später am Tag longiere ich den flotten Knaben auf dem Reitplatz. Das Pferd ist nicht untrainiert: Innenstellung und Hinterhandaktivität sind vollkommen in Ordnung. Aber Law ist faul. Ich treibe viel und lobe, wenn der Liebe gut läuft.
      Lieb ist er nämlich allemal. Deshalb kann ich ihn am Ende unserer Lektion auch von Herzen loben, bevor ich ihn direkt auf eine der zentralen Weiden bringe.

      Gestern longiert, heute auf dem besten Weg, erstmals richtig zu arbeiten: bewaffnet mit Trafos Sattel- und Putzzeug betrete ich am späten Nachmittag den Nordstall. Der Hengst blickt mir mit einer Mischung aus Neugier und Müdigkeit entgegen. Ich tätschele ihm die Stirn, bevor ich alles beiseitelege und den lieben aus der Box hole. Auf der Stallgasse geht es allem Dreck an meinem Pferd an den Kragen: ich gebe mir Mühe, der Dicke hier soll mich schließlich stets positiv in Erinnerung behalten.
      Glücklich sattele ich eine halbe Stunde später ohne Komplikationen, worauf wir auf den Reitplatz ziehen können.
      Dort erwartet mich Marc mit einigen Trabstangen und Cavalettis. Law spitzt die Ohren, als ich ihn warmführe und scheint während des Longierens regelrecht aufzuwachen. Das entlockt mir ein breites Grinsen. Alles verläuft einen Gang schneller als gestern, der Hengst trabt und galoppiert auch ordentlich.
      Also gurte ich nach, stelle die Steigbügel ein und schwinge mich auf den breiten Rücken meines Hottas.
      Trafalgar kaut zufrieden und steht entspannt still, bis ich die Zügel aufnehme und anreite. Zehn Minuten später lasse ich mir von Marc eine Gerte reichen, um mein Pferd hin und wieder antippen zu können.
      Trotzdem muss ich sagen: Trafo läuft gut. Er ist fein im Maul und lernt schnell, ich bin schon stolz, bevor er erstaunlich grazil über die Trabstangen geht. Über den Cavalettis bäumt er sich unnötig auf. Marc erkennt zuerst: mein Kleiner ist unterfordert. Der geplanten Stufenerhöhung steht also nichts im Weg.
      Am folgenden Tag sind Trabstangen und Cavalettis nur zur Aufwärmung gut: wir springen zum ersten Mal auf E-Höhe, was Law ein wenig aus der Fassung bringt, ihm im Endeffekt aber riesigen Spaß zu machen scheint. Hier kann ich letztendlich nur stolz durchparieren und loben.
      E ist also drin, mit dem A beginnen wir am Tag darauf. Ich achte darauf, den Hengst nicht zu überfordern: trotzdem bauen Marc und ich die Sprünge ziemlich hoch. Beim Reiten merke ich, wie sich der Hengst streckt und laut atmet, aber er gibt sein bestes. Seine Leistungen sind noch nicht perfekt, aber ich bin schon ziemlich optimistisch.
      Am fünften Tag, einen Tag hatte mein Lieber Pause, nehmen wir nach einer kurzen Wiederholung von E und A die vollständige Stufenerhöhung in Angriff. Law ist ausgesprochen aufmerksam, wenn auch ein wenig demotiviert wegen der vielen Arbeit in den vergangenen Tagen. Trotzdem lässt er sich zum Springen überreden und nicht nur das: am Ende, nach vielen Fehlversuchen und Korrekturen, kann Marc mir eine gelungene Stufenerhöhung bestätigen.
      Überglücklich sattele ich Law an diesem Tag ab und schubse den Dicken auf die Koppel. Zur nachträglichen Belohnung gibt es am Abend Rüben.

      Die Lehrer meiner Schule streiken, sodass ich mir händereibend am frühen Morgen meine Reitstiefel anziehe und noch Müsli kauend über den sonnenbeschienen Hof in den Südstall tappe. Dort erwarten mich Spotti, Spotti Junior und
      Ever. Die drei Stuten begrüßen mich mit einem herzlichen Wiehern – im Vorbeigehen kraule ich jedem die Stirn, dann gibt es Futter. Kurz darauf putze ich meine Schützlinge auf der Stallgasse, für den restlichen Tag geht es auf die Koppel.
      Gegen zehn betrete ich dann also den Turnierstall, wo ich Spearmint und VGold begeistert umarme. Mit diesen engsten Freunden habe ich schon seit Ewigkeiten keine Zeit mehr verbracht, sodass ich mir beim Füttern, Putzen und auf die Weide bringen, auch von Feuerzauber, Zeit lasse und auf dem Weg zur Wiese einige unnötige Schlenker laufe.
      Als auch diese Hühs entspannt grasen, mache ich mich auf den Weg zum Hengststall. Das Gewiher hier ist beinahe nicht zu toppen und ich füttere die ganze Zeit grinsend. Gegen elf treffen außerdem Marc und Oliver ein, sodass wir uns mit dem Putzen und Herumführen von Empire, Locki, Jimmy, Dumb, Bemme und Jack getrost aufteilen können. Dank des guten Wetters und der motivierten Pferde geht uns die Arbeit leicht von der Hand und die Hottas sind schnell versorgt und untergebracht.
      Nunmehr zu dritt begeben wir uns in den Tekkenstall, wo uns ein unendlich energiegeladener Kazoom, sowie die immer ruhigen Choco und Estragon erwarten. Wieder wird gefüttert und geputzt; ich nehme mir besonders Zeit für Distraction und CH's Unglück, da diese Pferde noch nicht so lange auf dem Hof leben. Insgesamt scheinen sich meine Kameraden, jedoch gut eingelebt zu haben; es läuft alles glatt, als sie zusammen mit Drevri, Walla und Sysah auf die Weide dürfen; einzig Worgait bleibt im Stall.
      So geht es für uns, mittlerweile kaputten, Menschen noch in den Nordstall. Es ist Mittag und die Pferde hier wurden bereits von meinem Dad gefüttert. Insgesamt sind die Hühs also ruhig und lassen sich dösend anbinden und putzen. Letztendlich geht es damit auch für Law, Corde, Karthago, Fino auf die eine und für Cheetah, Zita und Lotte auf die andere Weide.
      Damit ist unser Alltag selbstverständlich nicht vorbei: jetzt ziehen wir los, um noch vor dem Mittagessen zumindest die Hälfte aller Boxen ausgemistet und mit frischem Rau- und Kraftfutter für den Abend ausgestattet zu haben.

      Trafo wiehert, als ich in starkem Wind an die Weide trete. Vermutlich ist er einfach verdammt froh, mich bei diesem schlechten Wetter zu sehen. Ich grinse, halftere auf und ziehe den Hengst direkt mit in die Halle. Da darf er kurz laufen, bevor ich ihn einfange und mit dem Kopf an der Bande putze. Es folgt eine kurze Einheit im Longieren und nachdem das Tagesziel erreicht ist, ein ausführliches Lob und Halskraulen. Dann bringe ich meinen Schützling in den mittlerweile ausgemisteten Stall; glücklich betrachte ich den Hengst, der sich augenscheinlich sehr über das tiefe Stroh und das frische Futter freut.

      Nach dem Frühstück war es deutlich wärmer als vor dem Frühstück, stellte ich traurig fest, denn damit erübrigte sich jede sinnvolle Arbeit mit dem Pferd. Ich betrat den Nordstall also etwas mutlos, freute mich dann aber, meine drei jungen, talentierten Hengste (Serafino, Where No One Goes und Trafalgar Law) zu sehen. Sie schienen alle vor Energie überzuquellen, sodass ich sie kurzerhand nacheinander in die etwas klimatisierte Reithalle führte, wo sie sich schnaubend und wälzend austobten. Ich hatte indes Zeit, die Boxen auszumisten und Putzzeug zu holen (gefüttert waren die drei schon) und insbesondere in der Sattelkammer etwas aufzuräumen.
      Als erstes holte ich mir dann Trafo aus der Halle, band ihn im Halbdunkel auf der Stallgasse an und begann mit dem Putzen. Der Schecke hatte sich (natürlich) ordentlich gewälzt und zu allem Überfluss hatte er sich vergangene Woche irgendwo Kletten im Schweif eingefangen, sodass meine Arbeit glatt dreißig Minuten einnahm. Dafür sah mein Lieber danach wieder klasse aus, wofür er einen Schulterklopfer bekam, bevor ich ihn auf die Weide gegenüber von Jatze und Essig brachte. Da sponn er ein bisschen rum, weil er glaubte, allein zu sein, dann entdeckte er den Cremello und begann zu grasen. Ich nickte zufrieden und holte die anderen beiden Hengste aus der Halle. Sie sahen nicht ganz so schlimm aus wie ihr Kollege, sodass ich, nach dem Zurückschneiden von Mähne und Schweif bei Where, auch die Köpfchen auf die Weide bringen konnte

      Heute waren es absolut alle Pferde, die gepflegt werden mussten. In den Ferien war ich viel unterwegs gewesen, sodass ich mich jetzt zusammen mit Marc und Olli auf eine große Tour über den Hof begab. Wir begannen bei Ever im Südstall mit dem Füttern, putzen und misten und fuhren dann erstmal mit dem Rad zum Offenstall, besser bekannt als die Sommerweide, und kontrollierten die Tränken und den Zaun. Schließlich sammelten wir den Großteil aller Pferdeäpfel auf beiden Koppeln, sodass letztendlich, zumindest hier, alle Pferde versorgt waren. Zurück im Nordstall putzten, fütterten und misteten wir dann noch Fino, Lotte, Karthago, Trafo und Where, ebenso Feuerzauber und im Hengststall Dumb und Locki. Schließlich blieben uns noch die Tekken Himmi, Gepir, Devri, Essig, Distraction und seit neuestem auch wieder Unglück. Insgesamt überprüften wir zum Schluss eine Liste. Wir hatten alles geschafft, alle Pferde standen glücklich auf der Weide und besonders unseren Sommerhühs ging es rosig. Ein perfekter Tag.

      Ich begab mich an diesem sonnigen Tag leichten Fußes zu den Weiden der Verkaufspferde. Alle hatten sie Decken auf dem Rücken und grasten friedlich auf dem weitläufigen Gelände. Ich musste bei ihrem Anblick unwillkührlich lächeln, rief dann einmal nach Nacorde und konnte zusehen, wie aller Pferde der Reihe nach aufblickten und sich dann an den Zaun trollten. Sie wussten, dass ich etwas leckeres dabei hatte.
      So bekamen zuerst meine Tekkenfreunde Himmawalljuagaga, Devrienterreuth und Sysahlreuth ihre Portion. Worgait hielt sich selbstverständlich im Hintergrund, was ich mit einem Pfiff quittierte, aber schließlich einfach nur die Schultern zuckte.
      Stattdessen gab es Futter für den geduldig wartenden Nacorde, auch für Locki, Cheetah, Trafalgar Law, Jack, Serafino und meinen kleinen Bem-Te-Vi. Lieb hatte ich sie doch alle. Insgesamt anderthalb Stunden verweilte ich bei meinen alten Freunden auf der Weide, bevor ich zur Bescherung nach hause zurückkehrte.

      Eines meiner Vögelchen hatte mir mal wieder gezwitschert, dass eine alte Bekannte von mir einige ihrer Pferde zum Verkauf anbot. Da ich es einfach nicht sein lassen konnte, mache ich mich wenig später zu ihr auf den Weg, um mir die Pferde mal aus der Nähe anzuschauen. Es war ein riesen Zufall, dass Cascar genau in dem Moment etwas Hilfe im Stall brauchte und so ging ich ihr etwas zur Hand.
      Die ersten beiden Stuten hatten so komplizierte Namen, dass ich sie kaum aussprechen konnte. Doch zum Glück gab es ja Boxenschilder: Himmawallajugaga und Devrienterreuth hießen die beiden. Zusammen mit Cascar putzte ich sie und brachte sie dann auf die Weide. Ihnen folgten die beiden Hengste Trafalgar Law und Jack, Sysahlreuth, Serafino, Bem-Te-Vi und zum Schluss noch der Schwierigste von allen: Worgait. Vor allem in ihn hatte ich mich sehr verschaut.
      Als alle glücklich auf ihren Weiden waren, half ich Cascar noch bei der Boxenarbeit, bevor ich mich auch schon wieder verabschiedete. Wer weiß, vielleicht würde ich ja bald wieder kommen.

      Die Weide der Verkaufspferde lag auf einem gepachteten Gelände in der Nähe Aucklands. Normalerweise war ein Pfleger für die dort stehenden Pferde verantwortlich, aber wenn ich ausreichend Zeit hatte, stattete ich den Lieben auch einen Besuch ab. Heute betraf das Bem-Te-Vie und Trafalgar Law, die letzten beiden Hensgte, die zurzeit fern von Training ihr Dasein genossen. Trotz der großen Weide wieherten die beiden hell, als sie meine Stimme vernahmen und ich musste grinsen. In ein paar Tagen würden sie zurück zu mir kommen, ich hatte meinen Vater dazu überredet. Wir würden aus ihnen ansehnliche Reitpferde machen und sie später noch einmal zu verkaufen versuchen. Für heute hatte ich meinen Lieben ersteinmal ordentlich Leckereien mitgebracht. Ich longierte Bemme außerdem auf einem abgegrasten Stück der Weide am Knotenhalfter - ich hatte ihn schließlich einst ausgebildet und er enttäuschte mich nicht und schien sich an die vergangenen Lektionen zu erinnern. Glücklich lobte ich ihn und sah mich in meinem Entschluss bestärkt. Morgen würde ich die beiden Hengste zurück nach Hause holen.

      rafalgar Law war zusammen mit Bem-Te-Vi auf der Verkaufsweide ganz schön dick geworden und so hatte ich an diesem Morgen das Gefühl, eine Murmel auf Beinen aus der Box über den Hof und auf den Putzplatz zu ziehen. Der Hengst laute zufrieden, als ich sein Fell und die Hufe und das Langhaar säuberte. Dann ging es an die Arbeit. "Ran an den Speck!", sagte ich im Roundpen zu meinem Gefährten und trieb energisch mit einem Schnalzen. Trafo gehorchte, wenn auch widerwillig, und setzte sich in Bewegung. "Komm, beweg dich!", erhob ich die Stimme und der Schecke schien innerlich zusammen zu zucken. Tatsächlich legte er einen Zahn zu und trabte schließlich sogar; schnaubend. Ich lobte ihn und parierte ruhig durch, dann wechselten wir die Seite und wiederholten die Prozedur. Auffällig war, dass der Liebe trotz seiner langen Zeit auf der Weide nichts von seiner Biegsamkeit eingebüßt hatte: er war während der ganzen Zeit nach innen gestellt und hatte vor allem brav den Kopf in der Waagerechten.
      Zum Schluss galoppierte ich ihn auf beiden Seiten für circa zwei Runden. Dann waren wir beide platt.
      Ich lobte mein Pferd, dann verließen wir das Roundpen und Trafo durfte später, nach dem Trocknen, mit einer Decke und Bem-Te-Vi auf den Paddock.

      Trafalgar Law nahm langsam wieder Form an. Das war meiner Meinung nach auf das sorgfältige Training der vergangenen Tage zurückzuführen, in dem wir viel vom Boden aus und an der Longe gearbeitet hatten. Heute sollte es zum ersten Mal wieder unter dem Sattel in die Reithalle gehen. Aus diesem Grund holte ich den Hengst schon früh von der Weide und putzte ihn gründlich. Dann wurde das Leder an Ort und Stelle gebracht, sodass wir beide als erste an diesem Tag den weichen Sandboden betraten. Trafo blickte neugierig umher, während ich ihn zuerst führte und dann longierte - darunter zu leiden hatte ein wenig seine Haltung; beim Reiten sah das anders aus. Der Falke fand schnell seinen Takt und arbeitete dann in angemessenem Tempo und willig mit. Wir trainierten vor allem korrekte Bahnfiguren und ich war selbst erstaunt, wie schnell sich der Schecke an die vor einiger Zeit gelernten Lektionen erinnerte. So lobte ich ihn nach einer glatten Stunde in den drei Grundgangarten und Zahlreichen Gangartenwechsel und parierte zum Schritt durch. In der Mitte hielt ich und stieg ab, lockerte im gleichen Zug den Sattelgurt und führte meinen flauschigen Schützling trocken, bevor es in die frisch ausgemistete Box ging.

      Trafalgar Law fiel mit seiner Scheckung auf der matschigen Wiese kaum auf. Trotzdem fand ich ihn, schaffte es aufzuhalftern und ihn auf den Putzplatz zu bringen. Der Hengst war über und über mit Schlamm verkrustete und es war ein echter Knochenjob, das Fell von Dreck zu befreien: Insegsamt dauerte es ganze vierzig Minuten, bis man das Pferd darunter wieder erkennen konnte. Und dabei war das gar nicht unser Tagesinhalt: Trafo bekam einen Springsattel auf den Rücken und seine Trense angelegt, dann ging es in die Halle, wo einige Hindernisse aufgebaut waren. Mein Pferd spitzte schon die Ohren, als wir eintraten, aber vorerst wurde trotz dieser Begeisterung erstmal longiert. Falkes Gewicht hatte mittlerweile wieder annähernd Normalstatus, seine Longierhaltung und die guten alten Manieren ließen sich wieder ansehen und aus diesem Grund gab es nichts, was gegen den Wiedereinstieg in ein Training sprach. Das Pferd hörte mir fast von Anfang an, nach den sporadischen Freudenbucklern, sorgfältig zu und ließ sich auc während des Warmreitens von nichts ablenken. Zudem schien er entschlossen, mir zu zeigen, was für ein tolles Reitpferd er war - heute er wies er sich als sehr fein im Maul und arbeitswillig, was das Tempo seiner Gänge betraf. So konnten wir wie geplant, erst an Gymnastiksprüngen, später an ernst gemeinten Hindernissen, unser Training abhalten und auch erfolgreich beenden. Ich lobte den schnaubenden Hengst zum Schluss am langen Zügel. Ein Charakter wie dieser machte mich immer glücklich.
      Später am Tag durfte das Warmblut auf die Koppel, zum Toben und Grasen mit den anderen Hengsten, während ich seine Box ausmistete und das Futter für seine Rückkehr am Abend herrichtete.

      Passend zum Valentinstag verfütterte ich an diesem Morgen rote Rüben an meine Schützlinge. Das hieß, eigentlich half ich nur Oliver. Denn alleine für alle Pferde zu sorgen war schlicht nicht schaffbar. So kam es auch, dass ich gegen zehn Razita auf der Stallgasse putzte und anschließend in der Reithalle longierte, während sich Olli CH's Unglück vornahm. Auch dieses Pferd musste geputzt werden, genau so wie Cheetah und Celebration of Dance. Wir beeilten uns insgesamt, arbeiteten aber sorgfältig und konnten deshalb gegen halb eins alle vier Stuten wohlbehalten auf die Weide bringen. Dann zogen wir weiter, in den Hengsstall. Dort empfing uns lautes Wiehern. Mein Dad stand dort und zog gerade Klappstuhl einige Strähnen Heu aus der Mähne, bevor er richtig mit dem Putzen begann. Oliver holte sich Empire of Darkness und rückte dessen Dreck zu Leibe. Weil der kleine Stall dann ziemlich überfüllt war, schnappte ich mir kurzerhand Ashqar und spazierte mit ihm erst ein Weilchen über den Hof, dann wurden einige Runden im Roundpen gedreht. Erst im Nachhinein bürstete ich sein Fell, bis es glänzte und endließ ihn so auf die Weide. Seine Kumpanen, auch die mittlerweile geputzten Bem-Te-Vi und Trafalgar Law, folgten ihm kurze Zeit später. Für das menschliche Trio hingegen ging es weiter in den Oststall, zu den Tekkinerhengsten Distraction, Yacedor Gepir und Kazoom. Jeder nahm sich einen seiner Schützlinge aus der Box und es wurde abermals gepflegt und gesäubert, was ging. Im Anschluss durften die Drei, aufgrund ihrer zarten Statur nur mit Decke, ebenfalls draußen grasen. Zuletzt, und das war allein meine Aufgabe, stand noch der Turnierstall aus. Dort traf ich auf Spotted Frischkäse und Spearmint, meine lieben Schecken. Für das Putzen von Spotti nahm ich mir daraufhin viel Zeit und wir gingen außerdem ein wenig im Wald spazieren. So übten wir gleich mit das führen. Spearmint (mutete sie bereits etwas rundlicher an?) schien ein wenig schläfrig und würde deshalb ebenfalls mit viel Gekuschel versorgt. Darauf durften die zwei Stuten als letzte auf die im Hof liegende, von Stall südliche Koppel.

      Trafalgar Law verrenkte sich gerade, um unter der Umzäunung seines Paddocks hindurch an einige saftige Halme außerhalb zu kommen, als ich den Hengststall erreichte. Unter dem Arm trug ich Falkes gesamte Springausrüstung und seinen Putzkasten, sodass ich nur einen kurzen Gruß rufen konnte. Richtig begrüßte ich den Schecken später auf der Stallgasse, als es Dreck und Staub an den Kragen ging. Das Satteln ging aufgrund des ruhigen Charakters zügig und reibungslos, sodass wir schon früh in die Halle traten. Dort waren die schon nicht mehr so kleinen Sprünge des L-Niveaus, aber auch einige auf dem alten A aufgebaut. Trafo betrachtete sie verhalten neugierig, ließ sich aber einige Runden im Schritt warmziehen und mich still stehend aufsitzen. "So, mein Lieber.", raunte ich und trieb den Hengst bestimmt an. Er wusste, dass es bei mir keine Faxen gab und arbeitete deshalb von Anfang an recht gut und schnaubend mit. Einzig das Galoppieren war echte Arbeit. Das änderte sich überraschenderweise, als es an die Sprünge ging. Da schwitzte Law zwar bereits, zeigte sich aber verhältnismäßig ehrgeizig und wach. Ich ließ ihn zu Beginn, auf der geringeren Höhe, viel selbst entscheiden und bekräftigte durch Lob, als es an die neue Höhe ging, kontrollierte ich stärker über Schenkel und Zügel, wie sich der Schecke bewegte. Insgesamt zeigte er aber keine Scheu vor der neuen Höhe (er kannte die ja auch bereits vom Freispringen) und nahm jedes Hindernis definitiv in Angriff. Es überlebte nur nicht jedes. Gut die Hälfte der überquerten Stangen landeten im Dreck. Das war das Zeichen für mich, das Training an diesem Tag zu beenden. Ich lobte also mein Pferd, parierte durch und ritt es im Schritt sorgfältig trocken. In den folgenden Tagen wiederholten wir unsere Trainingseinheiten und steigerten das Niveau insgesamt schonend und überlegt. Trafo hatte zusehends Spaß am Springen, sodass man ihn zunehmend weniger motivieren musste und er steigerte seine Fähigkeiten innerhalb kürzester Zeit enorm. Das unter anderem demonstrierte mir seine hohe Auffassungsgabe und nach kaum zwei Wochen waren wir so weit, dass ich ihn optimistisch zu einem ersten Springturnier der Stufe L anmeldete. Dort belegten wir zwar keinen Treppchenplatz, ich war aber trotzdem äußerst zufrieden: Trafalgar Law hatte mir mit seinen Vorausschauenden Aktionen gezeigt, dass er dem neuen Niveau durchaus gewachsen war. Den Erfolg würde das ständige weitere Training bringen.

      Es war Sonntag. Gemeinhin bedeutete das, es herrschte Ruhetag. Mein Dad war noch mit Razita und Empire of Darkness auf dem Rückweg vom Turnier, als ich morgens gegen halb zehn den Stall betrat. Mein Ziel war Kazooms Box.
      Gestern Abend hatten wir spontan beschlossen, zu fünft einen Ausritt für heute anzusetzen. Es sollte zum See gehen und wir wollten insgesamt unsere Hengste bewegen.
      So hatten neben Kazoom noch Distraction, Yacedor Gepir, der derzeit topfit war, Klappstuhl und Trafalgar Law das Vergnügen. Wir waren wohl - auch von den Reitern her - eine recht bunte Truppe. Schon beim Putzen entstanden emsige Gespräche; gesattelt wurde dennoch sorgfältig. Schließlich schwang ich mich um elf in Kazooms Distanzsattel, Oliver stieg auf Gepir, Maria nahm sich Dizzy an und Diego und Ruby diskutierten eine Weile, bevor sich Diego auf Trafo niederließ und das Mädchen Klappstuhl zügelte.
      Unsere Karawane setzte sich daraufhin im Schritt in Bewegung. In den ersten Zügen genoss ich den lauen Frühlingswind und lauschte Kazooms zierlichen Huftritten. Ich ritt ihn am langen Zügel, nur im Trab musste ich ihn hin und wieder zurücknehmen. Meine Konzentration galt daher eher den Gesprächen in der Gruppe … "Übermorgen bekommen wir Stallzuwachs.", wusste Diego mit gewichtiger Miene zu berichten. "Aha. Bestimmt wieder eine, die nach zwei Monaten wieder geht.", kommentierte Ruby. "Vielleicht müssen wir Pensionsschaften nur besser bewerben.", meinte ich. Viele Halter schreckte es wohl ab, dass bei uns so viele verschiedene Pferde - auch vom Reitstil - nebeneinander wohnten. Oliver lachte verbittert auf: "Ach Cassi." Dieser Kommentar war mir rätselhaft, aber ich ging nicht darauf ein, weil Maria mit Dizzy merklich hinter uns zurückgefallen war. Sie versuchte den Rappen dazu zu bewegen, durch eine Pfütze zu gehen. Diego rief: "Mensch Maria, sei doch froh! Sonst würde der nicht mehr über die Wassergräben springen!" Distraction schien sich das sehr zu Herzen zu nehmen, denn er machte in diesem Moment einen schiefen Satz. Maria ließ ihn resigniert gewähren und trabte, um den Anschluss zur Gruppe wieder zu erlangen. "Was soll's. Recht hast du.", meinte sie grinsend und klopfte Dizzys Hals. "Was haltet ihr von Galopp?", fragte Oliver mit einem Blick voraus, auf eine bereits mächtig grünende, weit Wiese, die hinter den Bäumen auftauchte. "Klingt gut.", sagte Ruby und setzte sich ein wenig aufrechter hin. Unsere Hengste spitzten schon die Ohren.
      Als es dann die entsprechenden Hilfen gab, vielleicht auch schon ein wenig eher, sprang Kazoom unter mir an und setzte sich im Nu an die Spitze der Gruppe. Ich war darüber eigentlich ganz froh; wenn man bedachte, wie aggressiv der Braune im Gefecht des Rennens sein konnte, war es mir nur recht, zu den Pferden des Hofes Abstand zu halten.
      Wir parierten erst durch, als wir den Schotterweg zum See erreichten. Kazoom schwitzte dort und dampfte im Anschluss. Er schnaubte und ich ließ ihn die drei Minuten grasen, bis uns der Rest der Gruppe eingeholt hatte. Als erstes erreichten und Maria und Dizzy. "Erster.", rief ich ihr grinsend entgegen. Ihnen folgten Yacedor und Klappstuhl und als letztes taperte Trafo auf den neuen Weg. Unsere Karawane setzte sich dann in einem langsamen Trab erneut in Bewegung. Fast eine Stunde waren wir nun schon unterwegs und besonders mir ging es klasse.
      Der wie ein Spiegel ruhig, klar und kalt daliegende See reflektierte Landschaft und Sonne in einem atemberaubenden Szenario. So ritten wir alle eine Weile schweigend, erholten uns vom Sprint und genossen den Moment.
      "Was ist denn das neue Pferd für eins?", brach Ruby schließlich Neugierig die Stille. "Wird dich freuen. Ein Vollblut.", meinte ihr Bruder grinsend. "Warum weiß ich davon eigentlich nichts?", neckte ihn sein Zwilling grinsend. Während sich die Zwillinge so beharkten, unterhielten sich Maria und Oliver über den Kauf eines neuen Autos für den Ausbilder. Und ich, wortwörtlich als fünftes Rad am Wagen, unterhielt mich deshalb etwas mit Kazoom. Erst nachdem wir den See einmal umrundet hatten fand ich wieder in das menschliche Gespräch: "Cascar, ich hab gehört, deine Mum möchte ein Restaurant eröffnen?" Das war Oliver. "Ja", meinte ich, "aber das war erstmal nur eine Idee. Sie kocht so gut und schmeißt momentan Zuhause nur den Haushalt. Meine Großeltern gibt's ja dann auch noch … " Trotzdem ging erfreutes Gemurmel durch den Haufen Pferdeleute. Wir fanden auf dem Rückweg, vorrangig im Schritt, noch viele Gesprächsthemen und es war Nachmittag, als wir das Hofgelände wieder erreichten. Dort gab es erstmal ein Gewieher und große Wiedersehensfreude, denn mein Vater war mit Empire und Zita zurückgekommen. Ich winkte ihm vom Pferderücken.
      Wir ließen uns im Folgenden zum Absatteln und putzen und vor allem zum Füttern alle nochmal Zeit. Besonders Oliver tastete Gepirs Beine nach ungewöhnlicher Hitze ab und kühlte sie schonend, bevor wir alle fünf Pferde zusammen auf die nördlichen, weitläufigen Weiden brachten. Die Nacht versprach mild zu werden; Decken trugen unsere Sportler trotzdem. Schließlich wollten sie unter dem Sternenhimmel übernachten.

      "Na dann wollen wir mal.", meinte ich enthusiastisch und zog mit einer Truppe Reitschülerinnen im Sonnenschein und mit Cheetah und CH's Unglück in die leere Reithalle. Der Lärmpegel war generell ganz schön hoch - wir sprachen hier von durchschnittlich Neunjährigen. Trotzdem machte mir das Reitstundengeben immer viel Spaß: Heute ritten immer zwei, nach einer halben Stunde wurde gewechselt.
      "Feli, nimm die Hacken noch ein bisschen runter!", rief ich einem rotblonden Mädchen zu, das daraufhin gleich viel besser auf Cheetah saß. "TÜR FREI?", rief es da von draußen. "Ist frei!", rief ich zurück und Carina betrat hinter mir die Halle mit Earl Grey's Darjeeling im Dressuroutfit. "Morgen!", rief sie strahlend zu uns und ich hab den Gruß lächelnd zurück, bevor ich den Unterricht wie gewohnt fortsetzte. Wir teilten uns die Halle einmal durch zwei, sodass Carina ihr Pferd in Ruhe Longieren und schließlich auch reiten konnte. Ich musste zugeben, dass sie auch ohne meine Hilfe viel ruhiger geworden war und das wirkte sich natürlich auch auf ihr Pferd aus. Als wir nach einer Stunde zusammen die Halle verließen, sagte ich ihr das, was Carinas Lächeln noch verbreiterte. "Danke, Cas."

      Auf dem Putzplatz trafen wir Oliver, der gerade Spotted Frischkäse putzte und - mittlerweile problemlos und alltäglich - sattelte und trenste. Ich war gleich ganz stolz bei dem Anblick der Beiden.
      Das Absatteln und Überputzen der Reitschulpferde überließ ich, unter meiner Aufsicht, den Kindern, bevor wir die Stuten zu fünft auf die Koppel brachten. Danach verabschiedete ich mich von den Mädels und betrat selbst den Turnierstall, wo die hochträchtige Spearmint vor sich hin döste. "Na meine Mädchen?", begrüßte ich sie warm und herzlich und betrat ihre Lichtdurchflutete Box. Eines ihrer Ohren zuckte, ansonsten war sie aber die Ruhe selbst und genoss jegliche Streicheleinheiten, die sie von mir erhielt. Ich strich lange durch Spearmints schwarzen Schopf, bevor ich sie tatsächlich aufhalfterte und wir gemeinsam zurück zum Putzplatz taperten.
      Dort war Oliver soeben mit Spotti in Richtung Roundpen verschwunden; dafür putzte Alois seine Razita und spritzte ihre Beine ab. Die beiden kamen gerade vom Springtraining und schwitzten deshalb. Ich winkte zum Gruß, dann band ich mein Pferd neben Early an und begann das ganze viele Winterfell wegzuputzen. Spearmint genoss Aufmerksamkeit, Sonne und den leichten Wind, der ihre Ohren umspielte. Ich erzählte ihr einige Neuigkeiten und fühlte einige Male nach dem Fohlen, dass sich im Bauch der Mutter räkelte. Ruhig und glücklich bugsierte ich die werdende Mama dann auf die Koppel, zu Cheetah und Unglück.
      Auf dem Rückweg sammelte ich gleich noch Celebration of Dance ein, die ich auch putzte und anschließend auf dem Reitplatz longierte. Die Scheckin war mittlerweile recht gut erzogen und arbeitete gern - auch mit dem Sattel auf dem Rücken. So verschlug es uns auch heute auf einen Spaziergang im Reitoutfit quer über den Hof. Dabei fing ich Carina ab, die mit Early fertig war und auf der Suche nach eventuellen neuen Aufgaben war. Ich schickte sie zum Ausmisten, ging den Weg dorthin aber mit ihr zusammen und entließ Celli gleich - ohne Sattel und Trense - auf die Koppel. Dann half ich Earlys Besitzerin beim Aufräumen und Misten bis circa um eins. Oli und Alois hatten zwischenzeitlich schon Empire of Darkness und Klappstuhl geputzt und longiert; nun ging es für uns zu dritt an die übrigen Pferde des Hengststalls. Meinen Ashqar putzte und sattelte ich selbst und sorgfältig - Carina machte Bem-Te-Vi fertig. Die beiden sahen zusammen recht putzig aus und hinzu kam, dass das blonde Mädchen kaum Erfahrung mit Hengsten hatte. So wurde diese alltägliche Prozedur zu einem wahren Spaß.
      Alois vergesellschaftete sich inzwischen mit Trafalgar Law und als alle fertig waren, zogen wir in die Reithalle, in der Alois am Morgen schon mit Razita trainiert hatte. Die Sprünge dort bekamen E-Höhe und die folgenden anderthalb Stunden ritten wir die Pferde erst warm, dann führten wir sie schonend an die recht neue Herausforderung heran. Letztendlich waren wir alle mit unseren Leistungen wohl sehr zufrieden und wir begaben uns völlig verschwitzt auf den Rückweg zum Stall. Da gab es für alle drei Pferde eine kühle Dusche, bevor es auf die Koppel ging.
      Auf dem Weg dorthin trafen wir Oliver mit Empire of Grace. Die Beiden machten einen Spaziergang und ich stellte im Vorübergehen zufrieden fest, dass der junge Hengst schon nicht mehr so übermütig und respektlos, sondern folgsamer war.
      Im Folgenden verschlug es uns in den Oststall. Dort traf ich vor allem Ann, die Yacedor Gepir gerade sattelte, und kurzerhand nahm sich Carina Kazoom vor und ich mir Distraction. Die letzteren beiden Hengste wurden heute nicht geritten; stattdessen auf dem Reitplatz longiert, während Ann und Yacedor ihre Bahnen zogen. Zuletzt waren da nun noch unsere drei Neuankömmlinge von gestern - Worgait hatte am Morgen seine erste Trainingseinheit mit dem Pferdeflüsterer gehabt und ich halfterte ihn deshalb, ganz wie ich es mir abgeschaut hatte, auf und obwohl mir ein wenig mulmig zumute war, führte ich den Hengst am normalen Seil auf die Koppel. Er stand dort zurzeit alleine, aber nur durch einen Zaun von den anderen Tekkinern getrennt.
      Himmawallajugaga und Charelle hingegen hatten ihre erste Nacht gut überstanden. Während unsere Freunde den Stall ausmisteten, holten Ann und ich sie von der Weide, auf die sie am Morgen gebracht worden waren, und gingen mit einigen Umwegen zum Putzplatz. Dort wurde aller Transportmief einmal weggeputzt und -gewaschen, außerdem die Mähne geschnitten und das Gangbild bewundert. Die beiden durften ihren Ruhetag dann weiter auf der Koppel genießen.
    • Findu
      Teil 4 – Ankunft von Tafalgar Law und jedem Anfang steckt ein besonderer Zauber inne…



      Bereits seit einer Woche durchsuchte ich die Zeitungen und das Internet nach neuen Hofbewohnern. Jedoch fand kaum ein Pferd meine Aufmerksamkeit. Natürlich gab es hier und dort ein vielversprechendes Pferd jedoch gefielen mir die Tier einfach nicht oder die Verkäufer wollten Unsummen, welche vielleicht in einigen Jahren mit Erfolg durchaus gerechtfertigt waren, jetzt jedoch nicht. Jedoch hatte ich am Ende doch noch Glück und unterzeichnete einige Tage später den Kaufvertrag für ein neues Pferd.



      Aufgeregt hüpfte ich in den Stutenstall und zog ein leeres Heunetz hinter mir her. Dieses befüllte ich gerade konzentriert, als mich etwas von hinten anhob und kopfüber in den Heuberg vor mir warf. „Hey…. das war jetzt aber wirklich nicht fair“ schnaufte ich und zog einen Schmollmund, während ich mich durch die Heuhalme nach oben freikämpfte. „Dir auch einen wunderschönen guten Mittag die Dame“ grinste Finn und streckte mir hilfsbereit die Hand entgegen. Er zog mich aus dem Heuberg und half mir mich von sämtlichen Halmen zu befreien. Grinsend umarmte ich ihn und rief meine Hunde. Finn schnappte sich unterdessen das Heunetz, stopfte es zu Ende und nahm es in die Hand. „Wollen wir dann los, du aufgescheuchtes Huhn?“ feixte er.

      „Du musst da vorne rechts abbiegen. Und dann nach der Brücke links und dann sind wir auch schon da“ erklärte ich Finn den Weg. Da ich schrecklich aufgeregt war, hatte Finn die Aufgabe übernommen, mir Gesellschaft zu leisten und mich zu begleiten. Als ich gerade die Fahrertür meines SUV´s geöffnet hatte, schnappte sich Finn die Schlüssel und zog mich von der Tür weg. Schneller als ich es mir versah, hatte er hinter dem Lenkrad Platz genommen. Und nun waren wir gleich am Ziel angekommen und holten den Neuzugang ab.

      Eine Stunde später war sämtlicher Papierkram erledigt und ich konnte meinem neuen Schatz das Halfter anziehen und ihn aus der Box holen. Am Hänger ließ ich Trafalgar Law erst einmal in Ruhe alles erkunden, ehe es ans einladen ging. Nach einem kurzen Zögern auf der Rampe stand der Bursche auch schon im Hänger und begann sofort das Heu zu rupfen. Überglücklich schloss ich gemeinsam mit Finn den Hänger. Vor lauter Freude fiel ich Finn um den Hals.



      Gerade als ich mich von ihm lösen wollte, trafen sich unsere Blicke und ehe ich einen einzigen Gedanken formen konnte, trafen seine Lippen bereits auf die meinen. Nach einigen schönen jedoch viel zu kurzen Minuten lösten wir uns und sahen uns glücklich an. Trafalgar Law wurde jedoch unruhig im Hänger und so steigen wir ins Auto und traten die Heimfahrt an. Während der Fahrt schob sich Finn´s Hand immer mal wieder auf die meine, welche in meinem Schoss ruhte.



      Grinsend wie ein Honigkuchenpferd entlud ich meinen Hänger und brachte Trafalgar Law erst einmal in den hinteren noch leeren Bereich des Stutenstalls. Bis er eine Gesellschaft hatte, sollte er hier bleiben, damit er wenigstens nicht so alleine war. Anschließend fegte ich den Hänger aus und brachte Trafalgar Law den Rest vom Heunetz in die Box. Er wirkte noch angespannt und unruhig, doch das würde sich in den nächsten Tagen sicherlich legen. Nachdem Finn den Hänger an seinen Stellplatz gezogen und abgekoppelt hatte, führten wir noch die Stuten von der Koppel in den Stalltrakt. Als Trafalgar Law die Stuten witterte, schob sich sein Kopf blitzschnell in die Stallgasse und er wiehrte lauthals. Nachdem Finn Sweet Prejudice in die Box gebracht hatte, stellte er sich noch zu Trafalgar Law, streichelte ihn und sprach ihm beruhigend zu.



      Nachdem die 3 Pferde versorgt waren, schnappten wir uns noch die Hunde und liefen eine Stunde Händchenhaltend Gassi. Anschließend wollte Finn nach Hause, ich bat ihn jedoch zu bleiben. Einige Stunden später schlief ich in seinen Armen auf der Couch ein. Mitten in der Nacht wachte ich auf und weckte Finn ebenfalls. „Du… ich glaube in meinem Bett schläft es sich bequemer“ flüsterte ich und zog ihn mit mir hoch. Als wir beide uns in mein Bett schlafen legten, waren wir noch zu zweit im Bett, am nächsten Morgen erwachte ich und wir lagen zu sechst im Bett.​
    • Findu
      Bericht über die Ankunft von Tibor und NWS Nessaya



      Die letzten Wochen vergingen wie im Flug. Das Leben als Hofbesitzerin, 3-fache Hundehalterin und 3-fache Pferdebesitzerin und eine Beziehung nahmen meine ganze Freizeit in Anspruch. Zudem war meine Anstellung in einer zweiten Klinik war so umfassend gewesen, dass ich meine eigene Praxis die letzten Wochen völlig zurückgezogen hatte. Nachdem die dortige Personalkrise jedoch überwunden war, konnte ich mich wieder auf meine Klinik konzentrieren. Und das bedeutete auch wieder mehr Zeit für meinen Hof und für Finn. Glücklich, dass ich nach meinen Niederlagen in den letzten Jahren endlich wieder angekommen zu sein schien, stand ich meiner Zukunft gespannt entgegen.



      Heute war Freitag und ich hatte nach einigen Wochen Dauerdienst endlich mal wieder ein Wochenende völlig frei für mich. Finn war gerade arbeiten und hatte Diesel deshalb bei mir gelassen, weshalb ich mich nach dem Aufstehen und der Morgenfütterung erst einmal aufmachte und mit den 4 Rabauken eine große Runde zu drehen. Anschließend aß ich ein Marmeladenbrot und trank eine Tasse Eiskaffee, ehe ich mich umzog und ich den Stall marschierte. Da ich derzeit nur 3 Pferde besaß, war das Misten relativ schnell erledigt. Zuvor hatte ich die Stuten auf die Koppel gestellt und Trafalgar Law auf die Hengstweide gebracht. Ein bisschen Mitleid hatte ich mit dem Knopf schon, da er im Gegenzug zu meinen beiden Mädels keine Gesellschaft genießen konnte. Dies sollte sich jedoch bald ändern.



      Nachdem ich also die Boxen entleert und neu eingestreut hatte, setzte ich mich mit Balou, Diesel, Nicky und Little Luna noch eine Weile zu Trafalgar Law um ihm ein wenig Gesellschaft zu leisten. Bereits nach einiger Zeit schien ich eingeschlafen zu sein, denn erst als mich etwas kitzelte, erwachte ich. Trafalgar Law stand neben mir und prustete mir sanft ins Gesicht. Kichernd erhob ich mich und streichelte den Braunschecken ausgiebig. Als mein Handy in der Hosentasche zu vibrieren begann, unterbrach ich jedoch die Streicheleinheiten. Finn erzählte mir aufgeregt, dass er ein Pferd für mich gefunden hatte und es soeben erworben hatte. In gut einer Stunde, so erzählte er es mir, sollte der Pferdehänger auf dem Hof sein. Aufgeregt vergaß ich sogar Finn zu belehren, dass ich mir meine Pferde eigentlich selbst aussuchen wollte.

      Etwas verwirrt, beschloss ich gleich die Box für den Neuankömmling vorzubereiten. Da Finn mir gnädigerweise verraten hatte, dass das Tier männlich war konnte Trafalgar Law aus dem Stutenstall in den Hengststall umziehen. Deshalb schnappte ich mir die bereits eingestreute Menge Stroh aus Trafalgar Law´s Übergangsbox und karrte diese mit der Schubkarre in den Hengststall. Als das Stroh aufgeschüttelt war, folgte die nächste Box für den Neuankömmling. In der Zwischenzeit verfrachtete ich Trafalgar Law in den Roundpen und brachte Aphonise und Sweet Prejudice wieder in ihre Paddockboxen. Kaum waren die beiden Stuten versorgt, hörte ich bereits einen näherkommenden Motor. Keine zwei Minuten später erstummten die Motorgeräusche und als ich gerade aus dem Schatten des Stutenstalls trat, wurde die Fahrertür geöffnet und eine junge Dame stieg aus. „Guten Tag ich suche eine Frau….Sophia Galway“ teilte sie mir mit und las meinen Namen von einem Schriftstück ab. „Herzlich Willkommen auf dem Gutshof Crownfield. Ich bin Sophia Galway.“ Begrüßte ich meinen Gast und reichte ihr die Hand. Mein Gegenüber teilte mir mit, dass Sie Canyon hieß und aufgrund einer Bestandsverkleinerung das Tier namens Tibor leider verkaufen musste. Ich nickte und erkundigte mich nach dem Preis, da ich Finn erfolgreich davon abhalten konnte, das Geld selbst zu zahlen. Sie nannte mir den Betrag und ich nickte erneut. Ich schlug vor, Tibor gleich auszuladen und in die Box zu stellen und danach den restlichen Papierkram zu erledigen. Canyon stimmte zu. Also öffneten wir gemeinsam die Heckklappe des Pferdehängers und luden das Tier ab.

      Im Hänger befand sich ein wunderschönes braunes Kleinpferd. Soviel konnte ich im gedämpften Licht erkennen. Als das Tier ausgeladen war, erkannte ich dass es sich um einen Braunen mit einem Stern und 3 Abzeichen handelte. Ich fand den kleinen Mann wunderschön. Zärtlich kraulte ich das Tier am Kopf und lies die ersten Annäherungen zu. Anschließend gab ich Canyon den Strick und lief voraus in den Hengststall. Dort zeigte ich ihr das künftige Zuhause von Tibor. „Trafalgar Law, mein Hengst ist momentan auf der Weide, ich würde später die Weide abtrennen und die beiden vorsichtig zusammen führen“ gab ich bekannt. Canyon nickte zustimmend und führte den Braunen in seine Box. Anschließend verschlossen wir diese und siedelten in mein Büro um. Dort unterzeichnete ich den Kaufvertrag und händigte den Kaufpreis aus. Abschließend verabschiedetete ich mich von Canyon und ging danach wieder zu Tibor. Dieser stand aufgeregt prustend in der Box. Ich beschloss den hübschen Wallach erst einmal in Ruhe ankommen zu lassen und schnappte mir daher einige Zaunpfähle aus Kunststoff und Zaunband. Circa eine halbe Stunde später war meine Stirn schweißbedeckt und die Koppel in zwei gleich große Bereich abgesteckt. Nach einer kurzen Pause lief ich also wieder in den Hengststall und schaute nach dem Neuzugang. Dieser hatte sich in der Zwischenzeit erholt und deutlich abgeregt. Ich ging langsam und bedächtig in die Box, zog ihm Gamaschen an und legte zum Schluss Halfter samt Strick an. Dann öffnete ich die Box und brachte den Wallach auf die Hengstkoppel. Kaum war der Strick offen, starrte Tibor Trafalgar Law an und trabte an den Zaun. Nach einigem Steigen, Gequietsche und Bocken war die Situation jedoch entspannt und ich konnte endlich ins Haus um mein Mittagessen zuzubereiten.



      Nachdem ich meinen knurrenden Magen gestillt hatte, schnappte ich mir „meine“ 4 Hunde und lief nochmals eine ausgiebige Runde Gassi mit ihnen. Anschließend longierte ich Sweet Prejudice und ging mit Aphonise die ersten Seitengänge an der Hand durch. Als ich gerade Trafalgar Law von der Weide holen wollte, um ihn ein wenig zu reiten, standen die beiden Männer Seite an Seite am Zaun und fraßen. Ich holte mein Smartphone aus der Tasche, hielt diesen Moment fotografisch fest und sendete ihn Finn zu. Anschließend beschloss ich dass der Braunschecke heute Pause hatte. Dafür nahm ich mir eine Decke und ein Buch und machte es mir am Rande der Hengstkoppel gemütlich. Als es etwas kühler wurde und die Pferde bereits 3 Stunden auf der Koppel standen, holte ich zuerst Trafalgar Law rein, anschließend kam Tibor an die Reihe. Da sich die beiden Herren so gut verstanden, konnte ich bereits beide wieder den Zugang zum Paddock ermöglichen. Anschließend durften auch die Stuten in ihre Boxen. Zum Schluss bekamen alle 4 noch ihr Kraftfutter und anschließend ihre Heurationen. Als ich dabei war die letzte Boxentüre zu schließen, stand Finn auf einmal neben mir.



      Wir saßen gerade am Esstisch und erzählten uns von unserem Tag, als Finn´s Handy klingelte. Überrascht sah ich ihn an und registrierte eher verdutzt, dass er aufstand und das Esszimmer verlies. Kaum dass er wieder am Tisch saß, klingelte mein Telefon im Büro und kurz darauf, dank der Rufumleitung auch mein Handy. Neugierig sah ich auf die Nummer, konnte diese jedoch keinem meiner Kunden oder anderen Geschäftskontakte zuordnen. „Sophia Galway am Apparat, Crownfield Medical Center“ begann ich das Gespräch. „Hallo hier spricht Isabell Neyer. Ich wollte einen Wildunfall melden. Das Reh lebt noch und ich kann den Jagdpächter nicht erreichen.“ Drang eine aufgeregte Stimme an mein Ohr. Ich notierte mir die Adresse und schilderte Finn in Kurzfassung was passiert war. Um gleich los zu können, bot Finn mir an, seinen Wagen zu nehmen. So flitze ich in den Flur, holte meine Notfalltasche und machte mich auf den Weg.



      Nach circa einer halben Stunde erreichte ich die vermeintliche Unfallstelle, jedoch stand ich vor dem Gestüt Nordwacht und nicht an einem Unfallort. Ich fuhr die Auffahrt hinein und parkte vor dem Wohnhaus. Schnell stieg ich aus und lief an die Haustür. Als ich bereits zweimal erfolglos geklingelt hatte, öffnete sich gerade in dem Moment die Haustüre, als ich mich umdrehen wollte. „ Miss Galway?“ erkundigte sich eine junge Frau nach mir und ich nickte ihr zustimmend zu. „ Mein Name ist Isabell Neyer. Das ist mein Gestüt. Ich begleite Sie in den Aufzuchttrakt und ich glaube Finn müsste auch jeden Moment hier sein“ schloss sie ihre Begrüßung ab. Verwirrt sah ich die junge Frau an und folgte ihr verplex. Kaum waren wir vor dem Stallgebäude angekommen, sah ich bereits meinen VW Tiguan samt Pferdehänger die Auffahrt entlang fahren. Bis Finn in meinem Blickfeld erschien, hatten Frau Neyer und ich bereits das Stallgebäude betreten und waren vor eine Box getreten. In dieser stand ein kleines schwarzes Fohlen und schaute mir neugierig entgegen. „Na wen haben wir denn da?“ fragte ich und streckte dem kleinen Köpfchen meine Hand entgegen.



      Eine halbe Stunde später war der Kaufvertrag in einem Handschuhfach und ich bekam den Strick für mein neues Fohlen in die Hand. Finn stand schon bereit neben dem Hänger und wartete darauf, dass ich NWS Nessaya einlud. Nach einigen Minuten Zögern stand die kleine Stute im Hänger. Als wir die Rampe schlossen und einstiegen hörte man noch das herzzerreisende Wiehern von Nessaya wie sie sich von ihren alten Freunden verabschiedete. Nach einer Stunde Fahrt kamen Finn und ich gleichzeitig auf Crownfield an. Schnell parkte ich das Gespann vor dem Stutenstall und schaltete die Zündung ab. Als Finn sein Auto auf dem Parkplatz geparkt hatte, kam er mir beim Herunterlassen der Rampe zur Hilfe. Als die Rampe unten war, lief ich über die leere Hälfte des Hängers nach vorne und löste den Führstrick vom Hänger. Anschließend nickte ich Finn zu und er öffnete hinten den Ausgang des Hängers. Schritt für Schritt führte ich mein Nachwuchspferd nach unten. Als die hübsche Stute mit allen Hufen auf dem Boden stand, lobte ich sie ausgiebig und dann begann die Kleine auch schon aufgeregt zu prusten und zu rufen. Aus dem Stall kam zugleich die Antwort. Während Finn die Box vorbereitete, lief ich mit NWS Nessaya die Stallgasse entlang und hielt vor den Boxen von Sweet Prejudice und Aphonise an. Als die Box fertig war, durfte die Kleine ihr neues zu Hause kennen lernen und als Ruhe eingekehrt war, parkten wir den Hänger und das Auto um und verbrachten den restlichen Abend mit unseren Hunden.
    • Sissicat
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      Mein Wecker schreckte mich aus meinem Schlaf. Müde rieb ich meine Augen und sah auf meinem Kalender. Sofort war ich hell wach und beeilte mich, mich fertig zu machen. Ich hatte beinahe verschlafen! Schnell steckte ich mir eine Scheibe Brot in den Mund und fuhr los, hoffentlich hatte ich alles in meinem Wagen gepackt! Ich hatte heute einen Großauftrag bei dem Gutshof Crownfield, 8 Pferde sollte ich heute behandeln. Ich verkniff mir ein Gähnen als ich neben einer Weide herfuhr und bei dem Hof ankam. Die Besitzerin wartete bereits bei dem Haupthaus auf mich und winkte mir als ich zu ihr fuhr. "Sie können dort hinten parken, ich hole schon einmal Treebeard!", rief sie mir zu und deutete in eine Richtung, ich nickte freundlich und tat wie mir gehießen. Ich war gerade mit dem Aufbauen fertig als Sophia Galway mit einem kleinen Falabella Hengst zu mir kam. "Oh wie süß!”, meinte ich und strich dem kleinen über seinen Schopf. Bei fast allen Pferden, die ich heute behandeln musste, musste ich nur die Hufe durchchecken und korrigieren sowie ausschneiden. So auch bei dem kleinem Pferde-Dalmatiner. Das Pony schnupperte suchend an mir und wirkte etwas enttäuscht als er nichts fand. "Vielleicht wenn du brav ruhig stehst.", versprach ich ihm und kraulte ihn auf seiner Stirn. Als hätte der Hengst meine Worte verstanden hielt er die ganze Behandlung über still und sah mich danach wartend an. Ich lachte und holte aus meinem Auto einen kleinen Apfel, dem ich ihm gab. Mein nächster Patient war ein schöner schwarzer Hannoveraner Hengst, namens Burnout. Der Hengst musterte mich anfangs etwas unsicher, beruhigte sich aber schnell und gab mir brav seine Hufe. Seine Hufe waren wie auch die von Treebeard in einem gutem Zustand und so hatte ich nicht viel zu korrigieren. So war auch mein zweiter Patient schnell versorgt und Sophia brachte das nächste Pferd, den Haflinger Janosch aka. Jamiro. Sophia teilte mir sogleich mit, dass der Hengst früher schlecht behandelt wurde. Dadurch konnte ich meinen „Check“ einfacher durchführen. Seine Hufe hatten sich auf jeden Fall sehr gut entwickeln, man merkte beinahe nichts mehr von schlechter Haltung. Mit ein wenig schneiden hier und da hatte ich das letzte bisschen jedoch auch behandelt. „Das ging auch wieder schnell.“, lächelte ich zufrieden und strich dem verschmusten Haflinger über seinen Hals. Während Sophia das nächste Pferd holte, trank ich ein Glas Saft welches sie mir davor gebracht hatte. Ich war bereits vorgewarnt worden daher reagierte ich nicht über als Sophia ein kleines Fohlen auf mich zu führte, aber dennoch stand in meinem Gesicht geschrieben wie süß ich das kleine Ding fand. „Michelle das ist unsere jüngste, NWS Nessaja.“, stellte die Besitzerin das Fohlen vor und führte es auf den vorhergesehenen Platz. Ich wusste bereits, dass Nessaja noch nie zuvor einen Hufschmied gesehen hatte – oder gespürt – darum fing ich ruhig an. Ich streichelte das Tier und gab ihr ein Leckerli, Sophia hielt Nessaja fest am Strick während ich mich bückte um ihr Huf zu heben. Das kleine machte dies brav mit und wirkte auch nicht unruhig als ich began den Huf zu untersuchen und zu korrigieren. Manchmal kam es vor dass sie den huf wegzog oder verwirrt zu mir zurück sah, jedoch sprang sie nie weg. Schauen wir mal wie das wird, wenn sie Hufeisen bekommt… dachte ich mir, aber vielleicht würde sie ja auch später barhuf laufen. „Gut gemacht, Süße.“, sagte ich und tätschelte den Hals des Fohlens. Als nächstes wurde ein stolzer brauner Trekehner zu mir geführt. Sein Name war – wie Sophia mir verrat – Tibor. Ich wollte ihn eigendlich wie alle anderen streicheln, doch der Hengst wich ein wenig zurück und musterte mich misstrauisch. Es dauerte eine Weile, doch mit Sophias Hilfe gelang es mir nach einer Weile von Tibor akzeptiert zu werden. Als er verstanden hatte was ich tat, schien er auch keine Probleme damit zu haben. Er blieb die ganze Zeit über gelassen stehen und lies mich so meine Arbeit tun. Nach Tibor – dem fünften Patienten an dem heutigen Tag – war ich schon ziemlich müde, jedoch schwor ich mir das ich die anderen drei auch noch schaffen würde. Ein Braunschecke war der drittletzte Patient auf dem Hof, sein Name war Trafalgar Law. Der Hengst kam mit schweren Schritten hinter Sophia her und suchte auf dem Platz erstmal nach etwas zu Essen – was er aber zu seinem Bedauern nicht fand. „Keine Sorge, wenn du brav bist bekommst du einen Apfel oder Leckerli.“, erklärte ich ihm und machte mich dann auch schon an die Arbeit. Trafalgar Law dazu zu bringen seine Beine zu heben war an dem allem das schwierigste. Sobald ich sein Huf hatte konnte ich jedoch ungestört arbeiten. So war auch Trafalgar schnell fertig und konnte zurück auf die Weide. Sweet Prejudice, war der Name der schönen Sportpferd Stute welche mein vorletzter Patient war. Die Stute wirkte etwas eigenwillig und zeigte schonbald ihr Temperament – denn ihr Huf gab sie nur wenn SIE wollte, nicht wenn ich wollte – jedoch schafften Sophia und ich es nach einer Weile die Stute unter Kontrolle zu bringen. Zuerst tat ich die Kunststoff Hufeisen von ihren Hufen und checkte die Beschaffenheit durch, ich bestätigte Sophia das die Stute keine Eisen brauche und began dann die Hufe auszuschneiden. Als ich fertig war musste ich ein Gähnen unterdrücken, die Arbeit als Hufschmied machte sehr müde! Überhaupt ohne den morgendlichen Kaffee… Mein letzter Patient an dem heutigen Tag war eine gepunktete Sportpferde Stute namens Aphonise. Die ruhige Stute war das erste – und einzige – Pferd, welches ich heute beschlagen musste. Die Eisen hatte ich bereits hergerichtet und so dauerte auch dieser Auftrag nicht alzulang. Man konnte Aphonise ihre Erfahrung auf jeden Fall ansehen, denn die große Dame zuckte kein einziges Mal auch nur mit einer Wimper. Als Aphonise fertig korrigiert und beschlagen – nur auf den vorderhufen – war, führte Sophia sie zurück in ihre Box. Danach regelten wir das geschäftliche und ich fuhr nach Hause, wo ich mich sofort auf meine Kaffeemaschine stürzte.
      6022 Zeichen | Sissicat
    • Findu
      Zuwachs auf dem Gutshof Crownfield


      Der Sommer hatte sich dem Ende geneigt und auch auf dem Gutshof Crownfield begann nun der Einstieg in den Herbst bzw. den Winter. Vor einigen Tagen hatte ich mir ein Angebot für einen neuen Belag in der Reithalle geben lassen und nach kurzem Zögern das Angebot bestätigt. Am nächsten Tag würden somit mehrere Tonnen Reithallenbelag abgeholt und gegen eine neue, bessere und für die Pferde wesentlich gelenkschonendere Variante ausgetauscht werden. Zugegeben dies war ein kleiner Luxus jedoch wollte ich bei der Reaktivierung des Gutshofes nicht wirklich zurückstecken – schon gar nicht auf Kosten der Pferde. Ich war gerade in der Buchhaltung vertieft, als es an der Tür klingelte. Die Hunde spitzten die Ohren und standen dann auf, um eilig an die Tür zu rennen. Ich folgte dem bunten Trupp und öffnete die Tür.


      Circa 10 Minuten später stellte ich die volle Kaffeetasse auf den Tisch und setzte mich zu meinem Besuch. Die junge Frau hatte sich mir als Lara Bischoff vorgestellt, Finns Halbschwester. Finn war gerade einkaufen und somit bat ich den Besuch ins Haus. Ich blickte kurz aus dem Küchenfenster und sah wie Aphonise in Richtung Wald galoppierte. Ich stand eilig auf und entschuldigte mich bei Lara. „Sorry aber ich muss mal kurz eine meiner Stuten einfangen“ rief ich und war bereits halb aus der Tür, als eine Antwort erklang. „Pferde ? Kann ich vielleicht helfen?“ erklang es vom Esstisch und schon stand die Frau hinter mir. Hastig nickte ich und verließ das Haus. Keine zwei Schritte hinter mir kam der Besuch mit.

      Gerade in dem Moment, als ich Finn mit meinem SUV die Einfahrt entlangkam, drehte Aphonise sich um und kam mir entgegen. Ich machte mich groß und gerade als die Stute an mir vorbeisausen wollte, griff eine Frauenhand an meiner linken Schulter vorbei und stoppte das Pferd am Halfter. Als Finn den Wagen geparkt hat und ausgestiegen war, übernahm ich meine Tigerscheckenstute und brachte sie zurück auf die Koppel. Dort hatte sie es irgendwie geschafft die obere Litze zu öffnen und ist über die verbleibenden beiden Litzen gesprungen.


      Nachdem endlich wieder Ruhe eingekehrt war, begrüßte ich Finn und machte mich an die Stallarbeit um die beiden Geschwister alleine zu lassen. Da die Pferde auf den Wiesen waren, mistete ich zuerst alle Boxen. Da heute einige Neuzugänge eintrafen, richtete ich noch die Boxen für die neuen Pferde. Anschließend schnappte ich mir Sweet Prejudice und longierte sie ausgebunden in der Halle. Gerade als ich Tibor für eine Reiteinheit richten wollte, kamen Finn und seine Schwester zu mir. „Du..Sophia wir würden gerne ausreiten wollen“ kam es von meinem Freund. Ich nickte und holte gemeinsam mit den beiden Aphonise und Trafalgar Law von der Koppel. Ich nahm dem Falbschecken, Finn die Tigerscheckenstute und seine Schwester durfte auf Tibor reiten. Wir ritten eine Stunde aus. Anschließend versorgten wir die Pferde. Finn bot an, mit seiner Schwester NWS Nessaya zu bewegen. Die kleine durfte zur Zeit noch ein wenig das Kindesalter genießen und wurde nur spielerisch in der Halle laufen gelassen. Gerade als ich mit den Hunden die Koppeln kontrollieren wollte, kam ein Transporter auf den Hof gerollt.

      Eine Stunde später stand der Haflinger, welchen ich durch Zufall per Facebook fand und aus schlechter Haltung übernommen hatte, in seiner Box und frass genüsslich das Heu. Zuerst war der Hengst so begeistert von der neuen Gesellschaft gewesen, dass an Fressen nicht zu denken gewesen war. Nun hatte er sich aber doch beruhigt. Das war auch gut so, denn gerade kam der nächste Schwung. Somit fanden auch Burn Out und Treebeard ihr Zuhause auf dem Gutshof Crownfield.

      Im Laufe der nächsten Woche würden die Pferde nun alle ihr Training aufnehmen.
    • Findu
      Riding through a winter wonderland


      „A wonderful dream of love and peace for everyone“ schallte es aus dem Radio. Der Winter war in Deutschland angekommen. Der erste Schnee hatte uns kurz nach Heiligabend heimgesucht und die Landschaft des Gutshofes Crownfield in eine weiße Märchenlandschaft verwandelt. Inzwischen hatte sich der Pferdebestand kaum verändert. Es war lediglich eine Haflingerstute dazugekommen. Toffifee 45, war ihr Name. Ich hatte die Stute von einer entfernten Cousine übernommen, da diese den Bauernhof ihrer Eltern verkaufte und niemand Interesse an der Stute gehabt hatte.

      Zugegeben, die Stute war bereits fast 9 Jahre alt und noch immer nicht geritten, jedoch dafür top am Boden ausgebildet worden. Ich hatte mir vorgenommen die Stute anzureiten und sie dann auf dem Turnier vorzustellen. Gemeinsam mit dem Haflinger welchen ich aus schlechter Haltung übernommen hatte, würde sie eine weitere Zuchtrichtung für Crownfield darstellen.

      Lara hatte inzwischen laufend Kontakt zu uns und half uns wann immer sie freie Zeit übrig hatte mit dem Hof. Seit der neue Reithallenboden auf Crownfield war, machte das Trainieren der Pferde mehr Spaß. Die mittlerweile niedrigen Außentemperaturen machten eine Hallennutzung unumgänglich. Sofern es nicht so kalt war, regnete es den ganzen Tag in Strömen. Ich war in der Zwischenzeit dazu übergegangen, die Pferde anstelle auf die Koppel, während dem Misten in die Führanlage zu stellen. Sofern das Wetter es erlaubte, durften die Pferde jedoch auch ihre Energie auf den Weiden auslassen. Ansonsten waren Finn, Lara und ich damit beschäftigt, die Pferde jeden Tag zu bewegen. Heute hatten wir uns die 9 Pferde aufgeteilt. Finn würde Treebeard, Tibor und Trafalgar Law übernehmen, während sich Lara um Sweet Prejudice, Burn out und Aphonise kümmern würde. So blieben mir noch Toffifee 45, NWS Nessaya und Janosch.


      Zuerst einmal mistete ich die Boxen meiner 3 Schützlinge und ging dann kurz mit NWS´Nessaya in die Halle. Dort hatte ich bereits vor dem Frühstück einige „gruselige“ Dinge aufgebaut. Unter anderem lag in der Halle eine Plane, ein kleiner Flattervorhang war ebenso vorhanden wie 2 Hindernisständer mit Poolnudeln daran. Nessaya fand die Plane eher uninteressant, so lief sie neugierig mit der Nase am Boden entlang auf die Plane. Der Flattervorhang war jedoch sehr gruselig, sodass wir erst nach einigen Minuten und mehrern Leckerlies und Streicheleinheiten hindurch kamen. Zum Abschluss meisterten wir auch den Durchgang durch die Poolnudeln. Gemeinsam mit dem Stutfohlen räumte ich die Utensilien auf. Ich brachte die kleine Stute zurück in die Box und gab ihr eine kleine Portion Kraftfutter. Anschließend schnappte ich mir Toffifee 45 und machte Sie für eine kleine Dressureinheit fertig. Zeitgleich mit mir ging Lara mit Sweet Prejudice in die Halle. Während ich mit der Haflingerstute noch an der Ausbildungsskala arbeitete, lies Lara Judy in einem lockeren Tempo immer wieder zulegen und versammeln, während sie eine Bahnfigur und einen Wechsel nach dem anderen ritt. Ich jedoch konzentrierte mich auf die hübsche Karamellfarbene Stute unter mir. Damit die Stute den Weg in die Tiefe besser fand, ritt ich einige Zirkel und Achten. Als die Stute einige Runden gut am Zügel und in einem gleichmäßigem Tempo gelaufen war, ließ ich sie jeweils auf jeder Hand noch einige Runden galoppieren und beendete dann das Training mit einem kurzen Trab bei dem ich die Zügel aus der Hand kauen lies. Gerade als ich aus der Halle ritt, kam Finn mit Tibor an der Hand in meine Richtung gelaufen. Ich machte Toffifee fertig, legte ihr noch eine Abschwitzdecke auf und gab ihr eine Schippe Hafer. Nun stand noch der Haflingerhengst Janosch auf dem Plan. Dieser würde heute nur longiert werden. Daher nahm ich mir noch ein wenig die Zeit und schaute Lara und Finn beim Reiten zu. Als Lara mit Sweet Prejudice fertig war, begann Finn sein Training. Ich baute ihm einige Cavalettis auf. Diese nahm der Wallach mit Bravour. Als der Wallach gemeinsam mit Finn aus der Halle lief, kam Lara mit Aphonise. Während die Tigerscheckstute ebenfalls ein wenig gymnastizierend über die Cavalettis gearbeitet wurde, wandte ich mich dem Putzen und Satteln von Janosch zu. Gerade als Lara um die Ecke aus meinem Blickwinkel verschwand, folgte Finn mir aus dem Hengststall mit Trafalgar Law. Da das Wetter nicht gemütlicher wurde und sich nicht aufklärte, beschlossen wir wieder in die Halle zu gehen. Janosch war gerade dabei, wieder richtig antrainiert zu werden. Derzeit widmeten wir uns viel der Bodenarbeit und der Longenarbeit, auch wenn man ihm anmerkte, dass er beim Reiten und bei der Bodenarbeit wesentlich motivierter war. Doch um Muskeln aufzubauen war das Training an der Longe wichtig. Ich arbeitete den Hengst ca. 30 Minuten und brachte ihn dann zurück in den Stall. Ich war nun mit den mir zugewiesenen Pferden fertig. Finn hatte noch Treebeard und Lara hatte noch Burn Out zu versorgen. Beide waren in der Halle und ließen die Pferde an der Doppellonge gymnastizierend vorwärts abwärts laufen. Im Anschluss schnappten wir uns nochmal Aphonise, Sweet Prejudice und Tibor und machten einen kleinen Schneeausritt um den Gutshof. Die Stimmung zwischen den Menschen und den Pferden war ausgelassen.
    • Findu
      Der Herbst naht...


      Der Sommer hatte Einzug gehalten in Deutschland und auch die Bauern hatten mittlerweile alle Hände voll zu tun um ihre Felder abzuernten, das Heu und das Stroh zu machen und ganz nebenbei noch die Tiere zu versorgen. In einigen Tagen würde die Stoppelfeldsaison starten und darauf freute ich mich.

      So langsam stellte sich ein Alltag auf dem Gutshof Crownfield ein. Finn hatte seinen Job gewechselt und konnte nun 3 Tage die Woche Homeoffice nutzen. Das machte die Arbeit um einiges einfacher, da so die Versorgung der Tiere trotz meines Jobes als Tierärztin gesichert war. Auch Lara, seine Schwester hatte sich ein kleines Apartment auf dem Gelände des Hofes errichtet und war somit zum Hofpersonal „mutiert“.


      Gemeinsam standen wir jeden Morgen zwischen 6.30 und 7.30 Uhr im Stall und misteten, fütterten und streuten ein. Es war einfach schön die Zeit gemeinsam und mit einem Lachen zu erledigen. Den aktuellen Pferdebestand hatte ich gehalten. Seit Toffifee und Janosch eingezogen waren, hatte kein Neuzugang den Weg nach Crownfield geschafft. Unglücklich war darüber keiner, denn auch die Hunde forderten neben den Pferden ihre Aufmerksamkeiten. Und auch wenn es sich beim Gutshof um ein eher kleines, ländlichen Anwesen handelte, so war doch immer etwas zu tun. Hier musste mal ein Zaun geflickt werden, dort musste außer der Reihe Futter geordert oder die Wiesen gedüngt werden. Derzeit waren Finn, Lara und ich dabei ein Solarium zu kaufen. Da wir uns jedoch nicht einig wurden, fassten wir schnell den Beschluss, dieses selbst zu bauen. Auch wenn die Temperaturen in den nächsten Wochen den zweistelligen Bereich nicht unterschreiten würden, sollte rechtzeitig das Solarium fertiggestellt werden.


      So kam es, dass wir den Trainingsplan der Pferde an unseren Tagesablauf anpassten. In den Fällen, in denen das Thermometer die 30 Grad bereits morgens um 08.00 Uhr überstieg, schnappten wir uns jeweils 2 Pferde und fuhren mit diesen nacheinander zum See. Auch hier stellte sich die Anwesenheit von Lara als ein wahrer Glückstreffer heraus. Während Janosch so seine Schwierigkeiten mit dem Verladen hatte, wollte Aphonise gar nicht erst ins Wasser.


      Heute begannen Lara und ich den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück, gefolgt von einem schnellen Ausritt auf Toffifee und Sweet Prejudice. Dabei hatten wir die Hunde mitgenommen. Anschließend brachten wir alle Pferde auf die Koppel und widmeten uns der Stallarbeit. Im Anschluss schnappte ich mir Aphonise und übte mit ihr an der Doppellonge. Burn Out lies ich anschließend frei springen. Unterdessen hatte Lara Nessaya laufen lassen und Trafalgar Law locker in der Dressurarbeit bewegt. Tibor durfte etwas Langzügelarbeit genießen. Treebeard wurde derweil in der Bodenarbeit von Lara gefordert. Als Lara die Einheit mit dem kleinen Pony abgeschlossen hatte, betrat ich mit Janosch die Halle. Lara rief mir zu, dass sie den Parcour gleich aufräumen würde. Ich jedoch schüttelte den Kopf und beschloss das heutige Training mit Bodenarbeit auszufüllen. So lernte der neugierige aber sture Haflingerwallach einiges neues kennen. Er zeigte sich stets erst einmal stur, hatte man ihn von seiner Meinung jedoch überzeugt, ging er bereitwillig überall hindurch. Nur dem Wasser traute er, ebenso wie Aphonise, nicht über den Weg.


      Gegen Abend fuhren Lara, Finn und ich ins Kino. Dort sahen wir uns den neusten Trashfilm an und verbrachten noch einige schöne Stunden, ehe wir alle 3 totmüde in die Betten fielen.
    • Findu
      Von Regendepressionen und Sturzbächen



      So schön der vergangene Herbst auch war und so mild dieser Winter auch gewesen sein mag, aber dieser ständige Regen nervte mich. In meiner Praxis war ich gefühlt nur am behandeln von hustenden Pferden und anderen Tieren. Selbst auf meinem eigenen Hof hatte es 2 Tiere erwischt.

      Treebeard und Burn Out hatten sich (woher auch immer) eine verschleimte Lunge und trockenen Husten eingefangen. Doch nach etwas Ventiplus für beide und regelmäßiges leichtes Longieren waren beide wieder fit. Vor allem um Nessaya hatte ich mir Sorgen gemacht. Sie wuchs so prächtig, da wollte ich keine Entwicklungsstörung hervorgerufen haben.

      Da die Tage von endlosem Regen gesäumt waren, war der generelle Hofbetrieb etwas zum erliegen gekommen. Oftmals reichte meine Zeit nach der Praxis nur dafür, die Pferde zu putzen und sie nacheinander oder zum Teil miteinander in der Halle laufen zu lassen.

      Lara und ich hatten uns vorgenommen dieses Jahr wieder aktiver in den Turniersport einzusteigen. Vorallem mit Aphonise und Sweet Prejudice. Aber auch Trafalgar Law sollte so langsam in den Turniersport gehen. Für die beiden Haflinger Janosch und Toffifee hatten wir uns überlegt, diese in die Working Equitation schnuppern zu lassen. Tibor sollte weiter im Springen gefördert werden und Burn Out sollte seinen Erfolg im Military weiter ausbauen. Nessaya sollte weiter das Fohlen ABC erlernen und Treebeard wurde gerade durch eine ehemalige Bekannt auf das Einfahren vorbereitet.

      Daher wurden die Pferde in Laras Zuständigkeitsbereich eifrig trainiert und auch Finn griff mir unter die Arme. An den Wochenenden schaffte ich es dann auch mal „meine“ Pferde zu trainieren.
      Alles in allem waren die Tage derzeit gleich. Wir standen früh auf, misteten die Pferde und fütterten diese und anschließend ging es für mich in die Praxis.

      Vor ca. 6 Wochen hatte ich mich für die Errichtung einer Führanlage entschieden, damit die Pferde selbst bei den anhaltenden Sturzbächen wenigstens während des Mistens bewegt wurden.



      In den nächsten Wochen sollten der Bagger und die Firma anrollen um mit den Bauarbeiten zu beginnen…
    • Findu
      Von erfüllten Träumen und dem Wunsch nach Veränderungen



      Der Bau der Führmaschine hatte den Alltagsstress ein klein wenig kompensiert, dennoch war ich mir bewusst, dass der Job als Tierärztin und der Betrieb eines Gutshofes zu viel für eine Person war. Ich hatte daher schon länger mit dem Gedanken gespielt, meinen Job als freie Tierärztin auf eine Anstellung in einer Klinik umzuwandeln. Nun hatte ich endlich die Chance dazu.



      Keine 15 Minuten mit dem Auto wurde in der nächsten Tierklinik eine OP-Chefin gesucht. Gerne auch in Teilzeit. Nach einem angenehmen Gespräch hatte ich wenige Tage später die Zusage. Finn freute sich, denn dies bedeutete auch für uns mehr Zeit als Paar. Er genoss die Arbeit auf dem Hof mit seiner Schwester, dennoch kam die Zeit zu Zweit zu kurz. Vor allem da Laura inzwischen auch einen Freund hatte und manchmal über Nacht nicht auf dem Gehöft anwesend war.



      Heute durften Janosch, Toffifee und Aphonise in der Führanlage laufen, während Laura und ich Trafalgar Law und Burn Out longierten. Im Anschluss durften sich Treebeard und Nessaya noch in der Halle im Freilauf austoben. Danach machten Laura, Finn und ich Tibor und Sweet Prejudice fertig. Den Abend läuteten wir mit dem Ausritt auf Tibor und Sweet Prejudice ein, während die Hunde uns begleiteten.
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  • Album:
    GutshofCrownfield
    Hochgeladen von:
    Findu
    Datum:
    20 Okt. 2017
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  • _________________________________

    Zuchtname des Pferdes: Trafalgar Law
    Rufname(n): Trafo, Falke, Law
    Besitzer: Findu (Sophia Galway)
    Im Besitz seit: 20. Oktober 2017
    Reitweise: Englisch
    Vorbesitzer: Cascar
    Vorkaufsrecht: Feuerschweif

    Tierarzt: Sophia Galway
    Hufschmied:
    Ausbilder:
    Reitbeteiligung:


    Stall: Hengststall
    Weide: Hengstweide
    Einstreu: Stroh
    Futter: Heu, Saftfutter;
    Kraftfutter 1x täglich
    Anmerkungen: Genügsam;
    neigt zum dick werden /
    sparsame Fütterung

    Portrait:


    Abstammung
    _________________________________



    Von: unb.
    - x -

    Aus der: unb.
    - x -

    Zur Zucht zugelassen:

    Gencode: n. g.
    Vererbung: n. g.
    Nachkommen:


    Exterieur
    _________________________________


    Geschlecht: Hengst (männlich)
    Geburtsdatum: 26.12.2006
    Rasse: Deutsches Warmblut
    Herkunft: Deutschland

    Stockmaß/Endmaß: 168 cm
    Art: Pferd
    Typ: Warmblut

    Fellfarbe: Braunschecke
    Langhaar: rotbraun
    Abzeichen: Laterne, v. l. hochweiß gestiefelt,
    h. l. hochweiß gestiefelt
    Sonstige Erkennungsmerkmale: auffällige,
    cremefarbene Scheckung, Fischauge auf beiden Seiten


    Interieur
    _________________________________


    freundlich ◆◆◆◆◆ bösartig

    introvertiert ◆◆◆◆ extrovertiert

    intelligent ◆◆◆◆◆ unintelligent

    selbstbewusst ◆◆◆◆ unsicher

    sozial ◆◆◆◆◆ unsozial

    beständig ◆◆◆◆◆ nervös

    ausgeglichen ◆◆◆◆◆ unausgeglichen

    temperamentvoll ◆◆◆◆◆ ruhig

    aufmerksam ◆◆◆◆ unaufmerksam

    friedlich ◆◆◆◆ streitlustig

    naiv ◆◆◆◆◆ dominant

    loyal ◆◆◆◆ untreu

    arbeitsfreudig ◆◆◆◆ faul

    geduldig ◆◆◆◆◆ ungeduldig


    Charakterbeschreibung: Trafalgar Law ist zu vergleichen mit einem
    Fels in der Brandung: Unerschrocken, stets ruhig und gelassen, steht er seinem
    Reiter zur Seite. Damit einher geht aber auch eine gewisse Faulheit - bei der Arbeit
    braucht der Liebe ganz schön Motivation zur Bewegung und ist - insbesondere im
    Gelände - sehr verfressen.
    Das macht ihn einerseits recht Schulpferdtauglich, andererseits ist Falke ein
    Pferd, dem man sein Leben anvertrauen kann. Gefördert wird er, allerdings
    nicht im Hochleistungssport, im Spring- und Dressurreiten.

    Geschichte: Der mittlerweile zwölfjährige Hengst ist seit 2015
    in den WCS beheimatet und stammt aus Deutschland. Obwohl seine
    genaue Herkunft wie seine Abstammung unbekannt ist, zeigt er solide Ver-
    anlagungen und eine gewisse Begeisterung am Sprung und scheint eine
    sorgfältige Grundausbildung genossen zu haben. Trafo hat schon viel gesehen.


    Qualifizierungen & Erfolge
    _________________________________


    Eignung: Springen, Dressur

    Springen: E A L M S
    Military: E A L M S
    Western:
    Distanz: E A L

    Galopprennen:
    Fahren:

    Dressur: E A L M S S*
    Gangreiten:
    Wendigkeit: E A L M

    Turnierbedingter Aufstieg | Trainingsaufstieg | Potential

    Auszeichnungen:
    3. Platz 350. Distanzturnier
    [​IMG]
    1. Platz 505. Dressurturnier
    [​IMG]



    Ausbildungsstand
    _________________________________


    Fohlen ABC:
    Longiert:
    Eingeritten:
    Eingefahren:

    Beurteilung: Lässt sich flüssig und ordentlich reiten,
    weich im Maul, muss man teilweise jedoch sehr treiben

    Gelassenheitstraining:
    Hindernisgewöhnung:
    Hängergewöhnung:
    Startboxgewöhnung:

    Roundpen: faul / träge, schwer in Gang zu bekommen
    Reitplatz/Reithalle: aufgeschlossen, neugierig, aber ebenfalls träge
    Gelände: lauffreudiger, gelassen, verfressen


    Gesundheitszustand
    _________________________________


    Gechippt:
    Geimpft:
    Bekannte Krankheiten:
    Anmerkungen: keine Auffälligkeiten

    Hufzustand: gut
    Prüfstand: verfallen
    Beschlag vorn:
    Beschlag hinten:
    Anmerkungen: schmiedtauglich,
    nicht beschlagen

    Punkte: 2 Punkte