BellaS

Tilviljun

-gekört- | mit 5 Jahren bekommen + 10 Berichte = 10 Jahre

Tilviljun
BellaS, 5 März 2016
Eddi und Veija gefällt das.
    • BellaS
      Vorbesitzer: Nox
      aus dem Himmel für ungepflegte Pferde gerettet am 10. Januar 2016
      umgemalt
    • BellaS
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      17. Januar 2016

      Vorahnungen | 11 376 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Mitten in der Nacht schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Ein Albtraum? Dann musste ich ihn direkt wieder vergessen haben. „Na ganz toll.“ Ich grummelte und drehte mich auf die andere Seite, aber irgendetwas ließ mich nicht mehr einschlafen. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus, schlüpfte in Reitstiefel und Kapuzenpulli und ging hinaus. Irgendwas stimmte doch nicht. Es war stockdunkel und empfindlich kalt. Kein Wunder, der Hebst war hier oben an der See bereits dabei in den Winter überzugehen. Langsam wanderte ich an den Boxen der Hengst vorbei. Die meisten lagen schlafend auf ihrem Strohbett, nur Hnakki streckte mir seine Nase entgegen und schnaubte leise. „Na Süßer. Auch wach?“, flüsterte ich und schob meine klammen Finger unter die üppige Mähne des Hengstes und sie zu wärmen. Herrlich. Ich hätte Stunden so verharren können, doch eine seltsame innere Unruhe trieb mich weiter. Seltsam, absolut seltsam. Ich schaute noch bei den Fohlen vorbei und ging ein Stück am Zaun der großen Weide entlang, aber mit den Pferden schien alles in Ordnung zu sein. Kopfschüttelnd machte ich mich auf den Weg zurück ins Bett.

      Am nächsten Morgen beim Frühstück erzählte ich Linn von meiner seltsamen nächtlichen Unruhe, doch sie tat es achselzuckend ab. Trotzdem beharrte ich darauf die Pferde alle einmal anzusehen, es bestand ja die Möglichkeit, dass doch etwas passiert war. Zwar schüttelten sowohl Linn als auch Finley den Kopf über mich, aber sie halfen mir doch. Mit Hnakki, Blossi und Topar ritten wir über die Wattweide und trieben unsere Stutenherde zurück zu Hof, wo wir sie alle gründlich absuchten. Mit Ausnahme einer kleinen Wunde an Fjaras Flanke, die ich schnell versorgte, fand sich überhaupt nichts. Allen Stuten ging es gut und auch Fohlen und Hengste zeigten keine Auffälligkeiten. „Bella. Könntest du jetzt bitte aufhören dir Sorgen zu machen? Hier ist nichts.“ Linn schüttelte den Kopf und ich grummelte halb zustimmend. Natürlich konnte ich nicht einfach aufhören mir Sorgen zu machen. Wer konnte das schon? Doch als ich sah wie Finley und Linn sich einvernehmlich angrinsten, verzog ich das Gesicht und verschwand in der Sattelkammer um mit meinem Tagewerk zu beginnen.

      Seit dieser seltsamen Nacht waren Wochen vergangen. Es war Dezember geworden, Weihnachten stand vor der Tür und es hatte geschneit. Thowra, Stássa und auch Laufey wurden mittlerweile nicht mehr geritten und trugen ihre dicken Fohlenbäuche stolz über die Wattweide. Außerdem war meine Stute Faera durch die Körung gekommen und Linns Meyja hatte gute Chancen das Selbe zu erreichen. Eigentlich lief alles wunderbar nach Plan, doch etwas trübte unser Glück. Nur wenige Tage nach jener seltsamen Nacht erreichte uns eine schwarz umrandete Karte. Ein schrecklicher Todesfall. Unsere Freundin Sarah, die Vorbesitzerin von Uprising und Thowra und gute Freundin würde das erste Fohlen ihrer Stute nie zu Gesicht bekommen, geschweige denn Thowra nach Hause hohlen. Sie und ihre gesamte Familie waren einem Gasleck in ihrem Haus zum Opfer gefallen. Wie viele andere in der Reiterwelt dachten auch wir an Sarah und ihre junge Familie, die ein so tragisches Ende gefunden hatte. Trotzdem, wir konnten nur unsere Anteilnahme ausdrücken und weiter machen – etwas anderes konnte sowieso niemand gebrauchen. Resigniert stütze ich den Kopf in die Hände und starrte in meinen heißen Tee. Draußen tobte ein regelrechter Schneesturm und ich kam gerade völlig durchgefroren vom Distanztraining mit Snót zurück. Linn ritt in der Halle und Finley stand wahrscheinlich dabei und sah ihr zu anstelle seine Arbeit zu erledigen. Weiter starrte ich resigniert und wütend in meine Tasse. Meine Trauer über Sarah war nur ein Vorwand, in Wahrheit war ich einfach nur eifersüchtig auf die beiden die sich in der letzten Zeit unaufhaltsam näher kamen. Ich und Männer, das war ein Paradox. Einerseits wollte ich einen neuen Freund, mehr als vieles andere, andererseits plagten mich immer noch Sorgen und düstere Vorahnungen über die Trennung von meinem letzten dieser Art. Ich musste mich dringend ablenken und so setzte ich mich an den Computer. Dafür hatte ich schon so lange nicht mehr die Zeit gehabt, obwohl ich Technikkrams jeglicher Art liebte. Erst spät in dieser Nacht fiel ich ins Bett.

      Und schon wieder meinte die Zeit rennen zu müssen. Weihnachten war gekommen und gegangen, mit Mayalie war ein neues Pferd eingezogen. Auch ein neues Jahr war angebrochen und unsere Zuchtstuten zeigten die ersten Anzeichen, dass ihre Fohlen bald das Licht der Welt erblicken würden. Mal wieder hatten man mich mit Aufträgen bombardiert und ich war in der letzten Zeit so viel in der Welt unterwegs gewesen, dass ich so ziemlich alles andere verdrängt hatte. Jetzt standen noch zwei Körungen an, die Geburten von zwei Zuchtfohlen und dann würde ich wieder durchatmen können. Hoffte ich zumindest.

      Der Signalton, der eine neue Whatsappnachricht meldete, riss mich aus dem Schlaf. Die Nachricht war von Bella.
      Lust auf einen Austritt? Mayalie braucht Bewegung. :3
      Verschlafen tippte ich eine Antwort und stand dann auf. Was um Himmels Willen machte Bella um diese Zeit draußen? Es war gerade einmal halb fünf, und meistens war ich die einzige, die vor sechs Uhr auf dem Hof war. Ich machte mich schnell fertig und ging dann mit Flóki raus. Der schwarz-weiße Hund war schnell gewachsen und hatte nun fast seine Endgröße erreicht. Seinen Dickkopf hatte er zwar nicht verloren, aber er durfte seit ein paar Tagen alleine auf dem Hof rumlaufen. Draußen fiel mir gleich Mayalie ins Auge, was bei dem Koloss von einem Pferd auch nicht schwierig war. Ich mochte Kaltblüter nicht besonders gerne, aber ein Shire Horse war immer ein großer Traum von Bella gewesen, der sich mit Mayalie nun erfüllt hatte. Jetzt kam Bella mit Mayalies Putzzeug aus der Sattelkammer. Sie winkte mir fröhlich zu und machte sich dann ans Putzen. Ich überlege derweil, welches Pferd ich für den Ausritt nennen könnte. Viđja nicht, weil sie seit einer Woche nicht mehr geritten wurde, da sie von dem Leihhengst Ljóski ein Fohlen erwartete und ich bei meiner Lieblingsstute keine Risiken eingehen wollte. Schließlich entschied ich mich für meine Stute Vínd, welche genau wie Mayalie noch ein Neuzugang auf dem Hof war. Die kleine Stute war wie ich eine Frühaufsteherin und so dauerte es nicht lange, bis ich sie gesattelt hatte. Wie immer sah es ungemein lustig aus, als sich Bella auf Mayalies Rücken schwang. Wir schlugen den Weg zum Strand ein, den längsten und zugleich schönsten Weg für einen Ausritt. "Was ist eigentlich in dich gefahren?", fragte ich Bella, während wir durch den leise knirschenden Sand hinunter zum Wasser ritten "Sonst bist du doch immer erst um halb sieben bei den Pferden. Frühstens." "Ach, ich weiß nicht. In letzter Zeit bist du den ganzen Tag immer mit Finley zusammen, und irgendwie wollte ich dich mal wieder so richtig für mich haben", sagte sie, während wir mit den Pferden durch das flache Uferwasser platschten. "Bella, so ist das nunmal, wenn man einen Menschen gefunden hat, den man liebt und mit dem man seine Zeit verbringen möchte. Was meinst du, wie es mich manchmal genervt hat, wenn Jonas anwesend war, und du dich nur für ihn interessiert hast", sagte ich beschwichtigend. Bella warf mir einen düsteren Blick zu. "Das war anders. Finley gehört zum Team und wir sind ja auch befreundet. Und wenn die zwei Freunde, die als einzige in der erreichbaren Umgebung sind, plötzlich nur noch Augen für einander haben, dann fühlt man sich so... alleine. Du hattest wenigstens noch Tabea, und mit der warst du ja auch gut befreundet. Ich würde einfach gerne ein bisschen mehr Zeit mit dir verbringen." Nach einer kurzen Pause sah sie mich von der Seite her an. "Aber ich weiß, dass Finley mit dir den allerbesten Mensch gefunden hat, den er finden konnte", fügte sie mit einem kleinen Lächeln hinzu. Wir wechselten einen kurzen Blick und mussten lachen. Wie auf Kommando galoppierten wir an und jagten über den Strand. Nur für Augenblicke waren wir wieder die beiden Mädchen, zehn und dreizehn Jahre alt, die sich beim gemeinsamen Reitunterricht zunächst ignoriert hatten und schließlich aber zu den besten Freundinnen die man sich vorstellen konnte geworden waren.


      Ich hatte mir alles aus der Seele geredet und Linn hatte zugehört. Zwar nicht alles wirklich nachvollzogen, aber was solls? Das meiste war eh nur dämliches Selbstmitleid. Noch immer lag Schnee, der sich mittlerweile in einen ekligen, grau braunen Matsch verwandelt hatte. Nur am Strand und in der Halle konnte man vernünftig reiten, ohne das die Pferde ohne Wintereisen sich Schnee in die Hufe traten oder ausrutschten. Ach der Strand, wie ich ihn liebte. Wie ich Rømø liebte, meine neue Heimat. Ich war wirklich angekommen, hatte mir hier eine Exestenz und ein Zuhause aufgebaut. Jetzt, mit einem glücklichen Pärchen an meiner Seite, fehlte mir nur noch eins… „ES REICHT!“ Energisch verdrängte ich den leidigen Gedanken und konzentrierte mich auf meine heutige Arbeit. Mayalie reiten, erledigt. Mit Nátti tölten üben, weiter mit Sattel und Zaumzeug bei Brött und Kylja, Bjatur anlongieren, noch ein paar Pferde reiten. Alles mögliche stand noch auf meiner To-Do, aber ich würde mit Náttdís anfangen. Ich sattelte meine zweite Lieblingsstute und da ich die Halle heute wohl noch oft genug von innen sehen würde, entschied ich mich für die einzig weitere Option. Es ging zum tölten an den Strand. Er war es schwierig Nátti vom galoppieren abzuhalten und überhaupt in den Tölt zu bekommen, dann hatte ich ein Problem mit wirklich üblem und passigem Takt. Gerade als ich zufrieden war, tauchte hinter mir ein Reiter auf. Finley liebte Topar und seitdem er unter dem Westernsattel ging, waren die beiden nur noch schwer zu trennen. „Rennen gefällig?“ Er grinste. Obwohl ich eigentlich sinnvolleres zu tun hatte, konnte ich nicht widerstehen. So kam ich zu einem zweiten, wunderbaren Galopp am Sønderstrand.

      In der nächsten Zeit passierte nichts weiter aufregendes. Wir kümmerten uns um unsere Pferde, begannen mit den Sattel- und Zaumzeugtraining von Kylja und Brött, die bald eingeritten werden würden, bereiteten uns mit Lykkja, Garpur und Vinkona auf die anstehenden Körungen vor und fieberten den Fohlen von Thowra und Stássa entgegen, die nun bald das Licht der Welt erblicken sollten. Auch Laufeys Bauch wurde allmälich sichtlich rund. Und trotzdem hoffte ich, dass sich der Tag in dem ich meine Stute nicht mehr würde reiten können noch etwas verzögerte. Außerdem begrüßten wir mal wieder Neuankömmlinge. Ein junger Hengst und eine hübsche Stute aus meiner Zucht, Bjatur und Tilviljun, kehrten zu uns zurück. Bjatur würde eines Tages wieder auf Wanderschaft gegen, doch für Juni sollte es hier ein längerfristiges zu Hause geben. Für unsere bereits gekörten Zuchthengste gab es nicht ganz so viel Arbeit, allerdings hatten wir auch noch eine weitere Stute gedeckt. Faera trug nun von Black Lemontree, eine gewagte aber aussichtsreiche Kombination. Blettur machte Deckpause. Auch Sólfari und Blossi warteten sehensüchtig auf den Frühling, mit dem wohl auch unsere Fohlenherde an Zuwachs gewinnen würde. Zu allem Überfluss hatte ich mich auch noch in eine gekörte Zuchtstute verliebt und Frejka kurzerhand gekauft. Linn gefiel das zwar nicht unbedingt, doch das störte mich seit ehher sowieso nicht. Bald würde der Frühling auf glæsileika eyjarinnar Einzug halten.
    • BellaS
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      27. Januar 2016
      Wiedersehen macht Freude | 8164 Zeichen | © BellaS

      Als mich die Nachricht erreichte, dass Rachel wieder einmal Pferde verkaufte, war ich nicht besonders interessiert. Rachel hatte so einiges im Stall stehen. Trotzdem schaute ich mir wenig später an um welche Pferde es ging. Ich entdeckte Morgaine, eine Barockpinto Stute die einst mir gehört hatte, dann aber zu Gunsten meiner Isländerzucht ausziehen musste. Die anderen Pferde schaute ich nur flüchtig an, bis ich mit einem mal hängen blieb. Kjarkur stand zum Verkauf, der Vater meines ungeborenen Zuchtfohlens Silfurtoppa. Ein gekört Isländer allererste Güte. Schon rechnete ich im Kopf meine Finanzen durch und schaute was ich würde ausgeben können, da fiel mein Blick auf eine weitere Anzeige. Slaufa, eine hübsche Scheckstute und kein unbekanntes Gesicht. Kurz vor unserem Umzug nach Rømø hatte ich sie, eigentlich zu Zuchtzwecken, an Rachel verkauft. Von diesem Moment an stand fest, wir würden wieder einmal Zuwachs bekommen. Beide Pferde waren zuchtfertig und gekört, hatten gute Voraussetzungen und waren keine Problemfälle, es sprach nichts gegen ihren Einzug. Selbst für meinen Geldbeutel lief das Geschäft verhältnismäßig schonend ab, auch wenn dieser seit den letzten Käufen sowieso nicht mehr besonders voll war. Schon in den nächsten Tagen würden die neuen Pferde ankommen. Ich erledigte die restliche Büroarbeit in fliegendes Eile und suchte nach Linn um ihr von dem schnell getätigten Kauf zu erzählen. Sie hatte nichts dagegen, zeigte sich aber auch nicht übermäßig begeistert. „Wann hörst du wohl auf Pferde zu kaufen?“, fragte sie mich etwas später während eines gemütlichen Ausrittes durch den Wald. Ich saß auf Vin, meinem besten Turnierpferd, das ich dank der Zucht in der letzten Zeit sträflich vernachlässigt hatte. Linn hatte ihre Vidja nicht reiten können, denn der Fohlenbauch gestattete mittlerweile nur noch Bodenarbeit. Da sie aber die Stute Tilviljun, genannt Juni, bald ins Training nehmen würde, hatte sie sie für diesen Ritt ausgewählt. Seit der Schnee verschwunden war, hatte auch das tägliche Leben auf unserem Hof wieder an Normalität gewonnen. Finley betüddelte die Hengste, kümmerte sich um die Boxen, Heu und was sonst noch alles anfiel, Linn und ich ritten den halben Tag und halfen ihm so gut wir kommen. Trotzdem wurde es immer anstrengender. Mehr Pferde bedeuteten mehr Arbeit und wir waren eben nur zu dritt. Schließlich stellten wir gemeinsam eine Anzeige ins Internet, in der wir nach einem vierten Teammitglied suchten. Jemandem der anpacken und Isländer reiten konnte. Zum Glück war mein Dänisch mittlerweile gut genug für solcherlei Aktionen, auch wenn ich zugeben musste, dass ich von uns dreien die war, die die Sprache noch am schlechtesten beherrschte. Finley lernte gern Sprachen und Linn hatte auch noch ein echtes Talent für so was – kein Wunder also, dass ich hinterher hing. Ich ließ meine Gedanken wandern und unser Gespräch verstummte, als wir beide uns in unsere Parallelwelten zurückzogen. Den Weg kannten wir sowieso im Schlaf. Im laufe des Nachmittags hatte ich noch Laufey an der Longe, deren Bewegungsdrang trotz ihrer Trächtigkeit ungebrochen blieb. Abends ging es noch schnell mit Frejka auf den Platz, denn wir waren noch immer in der Gewöhnungsphase. Erst morgen würde es wirklich interessant werden, denn dann durfte Brött das erste Mal das Gewicht eines Reiters auf dem Rücken tragen.
      Es war doch spät geworden, denn am Abend hatten wir zu dritt einen Filmabend veranstaltet. Als ich erwachte, bekam ich einen Schreck. Es war bereits halb neun. Normalerweise stand ich um sieben Uhr auf um mit der Arbeit des Tages zu beginnen, heute hatte ich gehörig verschlafen. Ein Blick auf meinen Radiowecker zeigte mir auch warum, der Stecker war nicht eingesteckt und somit ging hier nichts mehr, mit ausnehme der Uhr, die mit ''Notfallbatterien'' ausgestattet waren. Warum die nur die Uhr versorgten und nicht auch die Weckfunktion, hatte ich bisher nicht nachvollziehen können. Missmutig steckte ich den Stecker wieder ein, zog mich an und verschwand im Bad. In der Küche schnappte ich mir ein Brötchen von gestern und einen Apfel zum Frühstück, die ich auf dem Weg über den Hof aß. Brött war erst heute Nachmittag an der Reihe, jetzt bekam Hnakki erst mal den Rest meines Apfel und dann einen Sattel auf den Rücken. Wir gingen auf die Passbahn. Rennpass mit Hnakki machte immer gute Laune und eignete sich gut zum Start in den Tag. Jetzt kam noch eine kleine Runde Training mit Vina, denn sie war auch schon bald alt genug für ernsthaftes Longieren und ähnliches. Schließlich war es Zeit für Brött. Sattel und Zaum waren längst Routine, nun würde nur noch das Gewicht eines Reiters dazu kommen. Heute allerdings erst mal in Form eines Sandsacks. Der würde sich nicht wehtun wenn er fiel und ich konnte alleine arbeiten. Allerdings kannte ich meine Stute und so folgte dieser Part erst nach genügend Bodenarbeit um sämtliche überschüssige Energie abgebaut zu haben. Dann wuchtete ich den Sandsack, dem ich im Scherz ein Smileygesicht verpasst hatte, auf ihren Rücken. Einen Moment gab ich ihr Zeit die ungewohnte Situation zu registrieren, dann forderte ich sie auf ein paar Schritte zu gehen. Zögerlich folgte mir Brött. Nach und nach wurde sie sicherer und ich begann sie an der Longe im Kreis zu schicken. Im Schritt kein Problem, doch traben oder galoppieren mit diesem schweren Ding kam nicht in Frage. Ich nötigte sie mittels einer Gerte dazu, woraufhin Brött begann den Sandsack irgendwie loswerden zu wollen. Um den heutigen Tag mit einem positiven Ereignis abzuschließen, beließ ich es dann beim Schritt. Ich konnte mich auch morgen noch mit Trab und Galopp herumschlagen. Zum Abschluss des Tages machte ich einen Strandritt mit Sólfari. Erst hatte ich ohne Sattel reiten wollen, dann reizte mich einer schneller Galopp doch mehr und ich sattelte ihn. Erst ging es im Schritt den Strand hinauf, dann im Galopp zurück nach hause. Immer eine Motivation für die Pferde noch schneller zu werden. Leichtsinnig und glückstrunken wie ich war, ließ ich die Zügel fallen und breitete die Arme aus. Sólfari wusste genau wo es nach Hause ging und er genoss die Kopffreiheit. Mein Hengst ließ ein volltönenes Wiehern ertönen und schüttelte den Kopf. Das typische Bild des wilden Mustangs in der Prärie, nur in unserem Fall des wilden Isländers mit Sattel und Reiter am Strand. Am solchen Tagen ging ich mit ''Ich liebe mein Leben'' im Kopf ins Bett.
      Geweckt wurde ich von einem lauten Hupen. Es war mitten in der Nacht doch ein Transporter stand auf dem Hof. Wahrscheinlich Kjarkur und Slaufa. „Herr im Himmel. Muss das sein?“ Genervt schälte ich mich aus dem Bett, kramte nach irgendwas zum anziehen und und ging nach unten um die Tür zu öffnen. „Frau Wincox konnte ihre Pferde nicht persönlich bringen.“ Ein übermüdeter Fahrer stand auf dem Hof und sprach mich direkt an. „Warten sie, ich bringe nur schnell die Pferde weg. So fahren sie mir nicht wieder los.“ Der Fahrer sah das ein und ich brachte Kjarkur und Slaufa schnell in die, seit gestern vorbereiteten, Boxen. Einige Minuten später hatte ich mich mit den Fahrer bekannt gemacht und ihn in einem des Gästezimmer über den Stallungen einquartiert. Dann ging ich wieder ins Bett um wenigstens noch etwas Schlaf zu bekommen, ehe die Arbeit wieder losging. Als ich wieder erwachte, klemmte ein zettel an meiner Tür. Der Fahrer hatte ihn dagelassen. Er bedankte sich und teilte mir mit, dass er bereits abgefahren sei. Tatsächlich zeugten nur noch die Reifenspuren im Kies von seiner Anwesenheit. Der restliche Tag verlief normal. Gemeinsam mit Linn und Pricess Peppy Ann arbeitete ich mit Vina, dann half mir Finley mit Brött. Heute klappte es auf einmal problemlos, auch im Trab und Galopp. Bald schon würde sich eine echte Person auf ihren Rücken setzen können. Slaufa kam auf die Wattweide, wo Stássa, Laufey, Vinkona und alle Stuten die sie noch kannten freudig begrüßten. Finley ritt Blossi, ich mistete aus, Linn arbeitete mit Vínd. Schließlich kam noch eine lustige Einheit gebisslos reiten mit Snót und ein Ausritt mit Mayalie rundete meinen Tag ab. Alle Pferde täglich zu bewegen war unmöglich, den Versuch hatten wir bereits aufgegeben.
    • BellaS
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      30. März 2016
      Dressurtraining von Rékja und Tilviljun E → A | 4747 Zeichen | © BellaS
      Ich stand am Tor und wartete auf das Auto von Heartland. Rick McSullen hatte angekündigt eine kleine Stute mitzubringen, die er hier trainieren lassen wollte. Rékja war noch jung, gerade fünft Jahre alt geworden. Obwohl es bei Isländern üblich war erst mit fünf oder sechs Jahren einzureiten, war diese Stute schon seit längerem geritten. Zum Glück hatte sie das gut verkraftet und war mir als lieb, verschmust und anhänglich beschrieben worden. Eine entspannte und niedliche Kombination. Rick parkte seinen Wagen, lief um den Hänger herum und öffnete die hintere Klappe. Die stieg vorne ein, bald die Stute los und führte sie aus dem Hänger. In den nächsten Tagen würde die, mit 1,45m doch nicht so kleine, Isistute die erste Bekanntschaft mit der Dressur machen. Rick hatte es offensichtlich eilig. Wir räumten nur schnell sämtliches Gepäck aus und koppelten den Hänger ab, dann brauste er auch schon wieder davon. Wenn ich mit Rékja fertig war, würde ich anrufen. Heute kam die Stute aber erst einmal für ein paar Stunden zu den Trainingspferden auf die Kopple und wenn sie sich gut einlebte, stand heute Abend noch ein entspannter Ausritt an. Das Training würde erst Morgen beginnen.
      Am nächsten Tag begann ich schon früh. Ich versorgte meine eigenen Pferde und widmete mich dann Rékja. Sie war beim Ausreiten am Abend entspannt gewesen und hatte die Aufmerksamkeit von mir genossen. Eine sehr pflegeleichte und personenbezogene Stute war sie, ohne Frage. Leicht zu reiten, nicht übermäßig schnell oder irre im Schädel und auch nicht besonders faul. Ein liebes, nettes Pferdchen, ich konnte das gar nicht oft genug betonen. Ich putze sie ausgiebig und hob dann den Sattel auf ihren Rücken, den Rick mitgebracht hatte. Gestern war ich ohne ausgeritten, deswegen sah ich das Teil heute zum ersten mal genauer. Ein gebrauchter Sattel, ohne Frage. Passte nicht wirklich gut und war auch nicht wirklich für das geeignet, was ich heute trainieren wollte. Außerdem zuckte Rékja als der Sattel ihren Rücken berührte. Bloß weg damit. Ich durchsuchte meine Sattelkammer. Der Sattel von Frejka hatte zwar die richtige Größe, war aber sonst nicht passend. Náttdís hatte einen Dressursattel, war aber zu schlank. Ich ging weiter zu den Hengsten. Hnakkis Vierseitigkeitssattel kam nur als Notlösung in Frage. Ich teste ein paar Sättel aus meiner Sammlung und befand schließlich, dass Uprisings Gangsattel am besten passte. Den würde ich jetzt fürs Training benutzen und Rick bei nächster Gelegenheit auf den alten Sattel ansprechen.
      Nachdem diese Episode auch erledigt war, ging es ins Viereck. Grundlagentest. Grundgangarten im mittleren Tempo gingen alle und die meisten Bahnfiguren kannte sie. Schenkelweichen funktionierte überhaupt nicht, die Stute verstand nicht was ich von ihr wollte. Dafür war der Übergang Schritt-Galopp kein Problem, was sonst eher selten vorkam. Auch mit dem Überstreichen der Zügel würde ich sie vertraut machen müssen. Ich beendete die heutige Einheit mit der Wiederholung der Bahnfiguren und lobte Rékja großzügig. Es war immer gut das Training mit etwas zu beendeten, das gut geklappt hatte.
      Heute widmete ich mich langsam dem Schenkelweichen. Da ich auch einritt und es somit gewohnt war jungen Pferden die Grundlagen beizubringen, war so eine Übungsstunde wirklich nichts neues. Außerdem übte Linn mit Tilviljun das selbe, weshalb wir gemeinsam ins Viereck gegangen waren. Juni war allerdings schon besser und Rékja hatte ein Vorbild. Manchmal funktionierte die Methode Pferde etwas voneinander abgucken zu lassen. Zwar musste der Reiter auch immer noch arbeiten, denn kein Pferd lernt durch zusehen, doch es half. Tatsächlich fehlte nicht mehr viel bis zur Dressur auf A. Das Zügelüberstreichen würde ich am Strand üben, wo ich viel Platz für Trab und Galopp hatte und genauso viel Platz um das Pferd wieder einzufangen, wenn es ohne Zügel nicht wusste wohin. Ich übte so etwas gern am Strand, da das Pferd dann nicht lernte sich auf einen Hufschlag zu verlassen, sondern auf die Richtung, die der Reiter mit Gewicht und Schenkelhilfen vorgab. Das war bei der Kür zum Abschluss des Trainings dann hilfreich.
      Einen Tag nahm ich mir noch Zeit und übte mit Rékja, Tilviljun und Linn eine kleine Pas de Deux-Kür auf A Niveau ein, dann lud ich Rick ein und erzählte direkt am Telefon von der Misere mit den Sattel. Er war erfreut, dass ich schon fertig war und versprach zu kommen, sowie sich des Sattels anzunehmen. Seit er seine Stute gebracht hatte, waren nur fünf Tage vergangen und trotzdem schafften wir unsere Kür fast ohne Patzer und durchaus mit einer gewissen Eleganz. Rékja beherrschre jetzt ganz eindeutig die A Dressur und auch Juni war soweit. Ich konnte die Stute mit gutem Gewissen wieder nach Hause fahren lassen.
    • BellaS
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      31. März 2016

      Sternzeichen Islandpferd | 18.072 Zeichen | © Seimure & BellaS
      Mit einem fröhlichen "Guten Morgen!" und einem Kuss auf die Wange weckte ich Finley, welcher sich jedoch nur demonstrativ die Decke über den Kopf zog. In Sachen Aufstehen waren wir beide ganz anderer Ansicht, denn während ich es liebte, um fünf in den Tag zu starten, bevorzugte Finley es, lieber spät aufzustehen. Während er noch vor sich hin döste, frühstückte ich und machte mich fertig für den Tag. Heute stand nicht sehr viel auf dem Plan, denn die Pferde hatten am Wochenende schon trainiert, aber natürlich mussten sie trotzdem versorgt und geritten werden und zudem würde sich heute unser neuer Bereiter vorstellen, der, wenn alles gut lief, auch bald auf dem Hof einziehen würde. Das war auch der Grund, weshalb ich meine Wohnung im Erdgeschoss geräumt hatte und nun bei Finley im zweiten Stock wohnte. Während ich noch darauf wartete, dass mein Freund aufstand, spielte ich mit Flóki, der sich genau wie ich sehr schnell an die neue Wohnung gewöhnt hatte und Finley nun als vollständiges Rudelmitglied ansah. Mittlerweile war Flóki ausgewachsen, benahm sich aber nach wie vor wie ein Welpe. Um sieben schaffte es auch Finley aus dem Bett und es dauerte nicht lange, bis er seinen Morgenmuffel-Modus ausschaltete und sein übliches Grinsen auf seinem Gesichtseinen Platz einnahm. Gemeinsam gingen wir nach unten, wo uns Bella begrüßte und die Aufgaben für den Tag verteilte. Bevor Robin kam, mussten wir nur die Hengste füttern, weshalb wir zu dritt in den Stall gingen, wo wir bei Kjarkur, Garpur, Uprising, Sólfari, Hnakki, Blossi, Blettur und Black Lemontree die Heunetze füllten und die Boxen ausmisteten. Sólfari und Black Lemontree brachten wir dann auf den Paddock und sahen noch kurz nach den Stuten, bevor ein Hupen vom Hof uns aufschrecken ließ. Robin schien etwas überpünktlich zu sein, aber das machte ja nichts. Wir stellten uns ihm alle vor und begannen dann damit, ihm den Hof zu zeigen.

      Ich wäre nicht ich gewesen, hätte ich mir nicht vor der Anstellung unseres neuen Bereiters tagelang den Kopf zerbrochen. Ob das eine gute Entscheidung war, fragte ich mich und ob der Mann, den ich ausgesucht hatte auch eine gute Wahl gewesen war. Am Morgen seiner Ankunft kümmerten wir uns zu dritt um die Hengste, wo ich mich allerdings beeilte um den Mutterstuten und ihren winzigen Fohlen zuzusehen, die erst seit wenigen Tagen auf die Weide durften. Sleipnir, der ältere, war quicklebendig und tobte über die Weide. Thowras Sohn war bereits Mio versprochen und würde umziehen sobald er sechs Monate alt und entwöhnt war. Silfurtoppa hingegen erwies sich als ruhiger, aber offensichtlich klug. Das Stutfohlen war Windfarben. Eine echte Schönheit.
      So lehnte ich am Zaun der Weide und beobachtete meine jüngsten Zöglinge, als Robin ankam. Das Auto parkte neben der Auffahrt und mein Magen machte einen dämlichen kleinen Hüpfer. "Was soll das, Bella? Das ist nur der neue Bereiter!" Ich kramte mein Selbstbewusstsein als Chefin zusammen, drehte mich um und ging um Robin zu begrüßen.
      Er machte einen guten Eindruck und zu dritt zeigten wir dem Dänen den Hof und unsere Pferde. Freundlich war er, offen, aber nicht übermäßig redselig, großmäulig oder nervig. Tatsächlich hatte ich mich schon fast entschieden. Ich musste ihn nur noch reiten sehen.
      Da er in Zukunft einige der Hengste übernehmen sollte, wählte ich Blacky für Robin. Er zeigte sich sofort souverän. Sattelte den Hengst und schwang sich in den Sattel. Er ritt selbstverständlich mit Helm, was ich, Asche auf mein Haupt, zu Hause nicht immer tat. Auch auf der Bahn war ritt er entspannt aber bestimmt.
      Jetzt war alles klar. Robin würde in Linns Erdgeschosswohnung einziehen.


      Während Bella noch mit Robin den geschäftlichen Teil besprechen wollte, machten Finley und ich uns wieder an die Arbeit. Ich holte Princess Peppy Ann von der Weide, um mit ihr weiter an der Longe zu trainieren. Bald würde die Stute fünf Jahre und damit alt genug fürs Einreiten sein. Ich freute mich schon darauf, denn sie würde mein erstes eigenes Pferd sein, das ich einritt. Mittlerweile konnte man gut an der Longe mit ihr arbeiten und täglich trainierten wir eine halbe Stunde, seit neuestem auch schon mit Sattelzeug. Peppy war heute nicht so konzentriert wie sonst, aber das lag vielleicht auch an mir, denn ich war heute auch eher im Standby-Modus. Dafür konnte ich heute gut mit Tilviljun arbeiten, mit der ich mich seit gestern ans Tölten wagte. Sie machte sich in dieser Gangart schon sehr gut, allerdings bisher erst an der Longe und an der Hand, was wir auch heute wieder üben wollten.
      Während ich bei Juni auf dem Anbindebalken saß und darauf wartete, dass sie ihr Futter auffraß, kam auch Finley mit Topar, seinem Lieblingshengst, mit dem er gerade im Dressurviereck gewesen war. Er gab mir einen leichten Kuss und setzte sich neben mich, während Juni versuchte, Topar das Futter streitig zu machen. Finley legte einen Arm um meine Schulter. "Wie wäre es mit einem Ausritt nachher? Nur wir beide?", fragte er mich leise. Ich lächelte. Das allein konnte er schon als Ja deuten, er kannte meine Art halt. Wir küssten uns noch einmal, dann brachte er Topar auf den Paddock und ging wieder in den Stall. Mit einem kleinen Lächeln sah ich ihm nach. In dem nun schon fast einem Jahr, in dem wir zusammen waren, hatte ich unsere Beziehung zu schätzen gelernt und Finley war für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben geworden. Mit ihm fühlte ich mich komplett.
      Bella kam mit Robin aus dem Büro und rissen mich aus meiner Träumerei. Auch Juni hatte ihr Futter aufgefressen und sabberte nun auf meine hell-lilane Reithose. Scheiße. Bella und Robin kamen nun zu mir rüber und ich versuchte, den grau-grünen Sabber so gut es ging zu verdecken. "Darf ich dir unseren neuen Bereiter vorstellen?", fragte Bella grinsend. Ich lächelte etwas verunsichert. Robin verabschiedete sich von uns - auf Deutsch, was mich, ehrlich gesagt überraschte. Als er weg war, fing Bella sofort an zu plappern: "Er kommt aus Kopenhagen, ist aber in Rødby aufgewachsen. Er hat in Kopenhagen studiert und danach die Ausbildung zum Bereiter gemacht. Außerdem hat er in der Schule Deutschland gelernt. Ist das nicht toll? Er reitet schon seit seiner Kindheit auf Isländern und ist schon auf vielen Turnieren geritten..."
      Ich grinste. Gefühlt erzählte sie mir gerade Robins gesamte Lebensgeschichte, die sie offenbar genauestens kannte. "Bella?", unterbrach ich sie. "Ja?", fragte sie verdutzt. "Du bist hochkant in ihn verknallt", sagte ich lachend. "Das stimmt doch gar nicht!", sagte sie empört, aber ich konnte den unsicheren Unterton in ihrer Stimme hören. "Jonas ist seit mehr als zwei Jahren Geschichte", erinnerte ich sie. Bevor sie sich umdrehte, warf sie mir noch einen unsicheren Blick zu und ging dann in Richtung Weide.


      Linns Worte klangen in meinen Ohren nach. Verdammt. Ich hatte diesem Typen vor gerade Mal zwei Stunden kennen gelernt und direkt warf mir meine beste Freundin die Feststellung an den Kopf, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Das schlimmste daran war, es stimmte. Hatte ich das ganze letzte Jahr mit Neid auf Linn und Finley gesehen, waren mir die Beiden mit einem Mal völlig egal. Solange Robin mich beachtete, war ich zufrieden. Zwei Jahre war es her, dass ich mich so gefühlt hatte. Verliebt gefühlt hatte. Seltsam. Manchmal traf einen das aus heiterem Himmel. Robin hatte sich in seine neue Wohnung zurück gezogen. Sein Zeug würde wohl auch bald ankommen und ich hatte mir schon fest vorgenommen ihm beim schleppen und aufbauen zu helfen. Finley und Linn waren mit Meyja und Slaufa auf einem gemeinsamen Ausritt am Strand. Ich konnte mir jetzt aussuchen ob ich mich lieber um Brött und Vina, die Jungpferde, kümmern wollte, einen der Hengste oder eins der Trainingspferde reiten wollte. Ich entschied mich für etwas Ovalbahntraining mit Náttdís und schloss dann eine Dressureinheit mit meinem dicken Plüsch Mayalie an. Während sie am Putzplatz mit der Nase in ihrer Futterschale wühlte, kam auch Robin wieder hinunter. Wir hatten schon besprochen für welche Pferde er zu ständig sein würde, doch eigentlich hatte er heute noch frei um anzukommen. „Wollen wir noch ausreiten?“ Er ging zielstrebig auf mich zu. Es dämmerte bereits und die Sonne würde bald untergehen. Egal, klar wollte ich. Ich bejahte und wir sattelten uns zwei der Hengste. Ich ritt Sólfari, Robin hatte sich Kjarkur ausgesucht. Am liebsten hätte ich jetzt auf Laufey gesessen, doch meine Lieblingsstute war hochträchtig und wurde nicht mehr geritten. Ich freute mich schon auf die Fohlen, die noch auf die Welt kommen würden. Faera zum Beispiel war überfällig. Seit Tagen kam sie Abends in die Geburtsbox, doch noch war nichts passiert. Jetzt ging es erst mal mit Robin an den Strand. Im Sonnenuntergang. Ich hoffte inständig, dass ich Linn nicht begegnen würde, sonst würde ich mich nicht mehr vor ihrem Spott retten können.

      In der Sache mit Bella war ich mir absolut sicher. Allerdings erzählte ich Finley nichts davon, denn ich wusste, dass Bella mich dafür gekillt hätte. Nachdem ich mit Garpur fertig war schaute ich noch kurz nach Vidja. Sie war merklich runder geworden und ich freute mich schon riesig auf ihr erstes Fohlen. Finley war noch mit Snót in der Halle, weshalb ich Færa von der Weide holte. Da die Sonne schon tief stand, musste sie bald in die Box. Sie fand es dort zwar nicht besonders schön und wehrte sich jeden Abend, in den Stall zu gehen, aber wir wollten, dass das Fohlen geschützt auf die Welt kam, da es ihr erstes war. Bis Finley das Training beendete unterhielt ich mich mit Robin, der wirklich gut Deutsch sprach, aber noch sehr zurückhaltend wirkte. Bald zog er sich in seinen Wohnung zurück und ich holte die Halfter von Meyja und Slaufa, um sie von der Weide zu holen. Natürlich musste die Herde ganz am anderen Ende der Weide stehen. Meyja begrüßte mich mit einem freundschaftlichen Schnauben und begann, mich nach Leckerlis zu durchsuchen, während Slaufa sich eher zurück hielt. Ich halfterte die beiden Stuten und schwang mich auf Meyjas Rücken. Wenn die Pferde zu weit draußen standen, ritt ich oft zurück zum Hof, das ging schneller als Laufen. Ich ließ Meyja antölten und Slaufa, die ich als Handpferd nebenher führte, tat es ihr gleich. Innerhalb von fünf Minuten hatten wir den Hof erreicht. Finley war mittlerweile mit Snóts Training fertig und sattelte sie gerade ab. Ich putzte Meyja und Slaufa, während Finley Snót versorgte. "Wollten wir mit Sattel oder ohne ausreiten?", fragte ich ihn. "Ohne, das ist viel lustiger", grinste er. Ich trenste die beiden Stuten noch schnell, dann saßen wir auf und ritten gemeinsam vom Hof.

      Linn und Finley waren mit zwei der Stuten weg, ohne Sattel. Robin und ich hatten uns für zwei Hengste entschieden. Seltsam. Noch seltsamer war allerdings der Mix meiner widerstreitenden Gefühle. Schon beim Satteln und Trensen machte sich unsicheres Schweigen breit, das ich nicht wie sonst brechen konnte. Robin sagte nichts. Ich sagte nichts. Schließlich gurteten wir nach und saßen auf. Jetzt bestand das erste Mal die Notwendigkeit zu reden. „Strand oder Wald?“, fragte ich knapp und traute mich endlich Robin anzusehen. Himmel, er sah so gut aus! Schnell wandte ich den Blick wieder ab, es reichte aber noch um sein Grinsen zu sehen, das mit der Antwort einher ging. „Wir haben Strand, das ist wohl keine Frage.“ Sein Grinsen. „Nein Bella, lass das. Du kennst ihn erst ein paar Stunden.“ „Aber er ist so toll.“ „Du benimmst dich als wärst du ein verliebter Teenie.“ „Egal, bei ihm lohnt sich das!“ „Woher willst du das wissen. Denk an Jonas… Denk an Jonas… Denk an Jonas...“ Die Worte hallten in meinem Kopf. Schlimm genug, dass ich mich nach ein paar Stunden Hals über Kopf verliebt hatte, jetzt stritten auch noch meine Gefühle. „Ausblenden, Bella.“ Ich ignorierte die Achterbahnfahrt und ritt an. „Dann komm.“ Es war einfach schön am Strand. Die Sonne versank im Meer und wir begegneten Linn und Finley nicht. Irgendwann brach Robin das Schweigen und das Antworten wurde immer leichter, bis ich mich einfach wohl fühlte. Den Galopp ließen wir zwar auf Grund der Dämmerung ausfallen, doch auf dem Rückweg ritten wir entspannt nebeneinander und redeten über Gott und die Welt. Nachdem wir die Hengste gefüttert und ich meine restliche Arbeit des Tages erledigt hatten, ließ ich mich in meiner Wohnung aufs Sofa fallen. Ich wollte einen Film sehen. Das meine Wahl heute auf den kitschigsten Liebesfilm fiel, den ich besaß, war auch nicht weiter verwunderlich.
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      Die nächsten zwei Tage verliefen völlig normal. Robin fügte sich in den Hofalltag ein, als hätte er schon immer zum Team gehört. Gemeinsam kontrollierten wir die trächtigen Stuten, die inzwischen alle vier Geburtsboxen belegten. Faera, überfällig mit ihrem Fohlen und Vidja, Laufey und Frejka, die noch etwas Zeit hatten, aber ihr erstes Fohlen erwarteten. Währenddessen scheuchte Linn ihre Stute Lykkja über die Ovalbahn und Finley bespaßte die Junghengst Glanni im Roundpen. Ich würde heute noch mit Brött, Blaer, Vina und Klyja arbeiten. Die jungen Stuten standen alle auf verschiedenen Stuten des Einreitens. Brött kannte schon das Gewicht eines Reiters und lernte nun die Hilfen, die drei anderen gewöhnten sich noch an Sattel und Zaumzeug. Dieses Training nahm immer eine Menge Zeit in Anspruch. Ich schaute außerdem eine Weile bei Robins Training mit Alvari zu, während ich mein Mittagessen verspeißte und gönnte mir gegen Abend eines Ausritt mit Hnakki. Ungefähr so sah meine tägliche Routine aus. Viel Arbeit, viel zu organisieren und doch immer wieder schön.
      Wir konnten sogar ein neues Pferd begrüßen. Eine fünf Jahre junge Stute namens LR Pieaches, die wir kören und vielleicht in der Zucht einsetzten wollten. So verstrichen zwei normale Tage, ehe wieder etwas passieren sollte, das ich so schnell nicht vergessen würde.
      ---
      Mitten in der Nacht erwachte ich unruhig. Mehrere Versuche einzuschlafen liefen ins Leere und so zog ich mir schließlich etwas über und wanderte auf den Hof. Nachdem ich eine Weile Hnakkis Nase gekrault hatte, die aus der Boxentür lugte und sah, dass Sólfari sich bei meiner Ankunft vertrauensvoll zum schlafen hinlegte, kam ich schließlich auf die Idee bei Faera, Laufey, Frejka und Vidja vorbei zu schauen.
      Leise öffnete ich die Stalltür. Sofort fiel mir ein kleines Licht auf, das im Stall brannte. Ich trat vorsichtig und misstrauisch ein. Vidja lugte mir entgegen und verlangte direkt mit einem auffordernden Blick nach Streicheleinheiten, doch die Szene, die sich in Faeras Box abspielte, verlangte meine ganze Aufmerksamkeit. Eine einzelne Taschenlampe spendete spärliches Licht, doch es reichte um die Gestalt zu erkennen, die am Kopf der liegenden Stute kniete. „Robin?“ Mein flüstern war heiser und besorgt. „Was um Himmels Willen…?“ „Psst. Komm her. Hilf mir. Das Fohlen...“ Ich hatte es gewusst, nein, ich hatte es gespürt. Und er auch. Ich öffnete mit fahrigen Fingern die Boxentür und kniete mich neben Robin ins Stroh. Eigentlich hätte Faera alles problemlos meistern müssen, es war bereits ihr zweites Fohlen, doch hier lief irgendetwas gewaltig schief. Ich ahnte böses und sah Robin an. „Liegt irgendwie falsch?“ „Höchstwahrscheinlich.“ „Scheiße.“, und einen Moment später „Wir brauchen einen Tierarzt!“ „Klar, aber der kommt unter Garantie zu spät.“ Ich bewunderte ihn für sein ruhiges und besonnenes Handeln. „Faera muss aufstehen. Manchmal korrigiert sich das Fohlen dann selbst. Wir können nur hoffen und ihr Platz machen.“ Er sprach leise und in ruhigem Ton. Ich wusste nicht, ob er mich oder Faera beruhigen wollte, aber in jedem Fall funktionierte es. Wir zogen uns in eine Ecke zurück und warteten darauf, dass Faeras natürliche Instinkte griffen. Ich konnte sehen wie sich die Muskeln bei den einzelnen Wehen verkrampften. Noch lag sie im Stroh. Die folgenden zehn Minuten waren die längsten meines Lebens. Ein zittern durchlief die Stute und sie begann sich hochzustämmen. Ich glaubte nicht daran, dass das Fohlen sich von selbst in seiner Lage korrigieren würde. Warum hatte ich bloß keinen TA zum Check-Up bestellt, dann wäre so etwas gar nicht erst passiert. Während ich mir noch Selbstvorwürfe machte, war Robin schon aus der Boxenecke aufgestanden. „Wir können ihr nur noch helfen das Fohlen raus zu bekommen und hoffen, dass es nicht erstickt.“ Langsam kehre mein Verstand zurück und auch ich richtete mich auf. Jetzt kam der Teil bei dem ich wenigstens halbwegs wusste was zu tun war. Die nächste Stunde blieb mir nur noch mit Schweißgeruch und Blut in Erinnerung, aber dann war es geschafft. Ein zitterndes, kleines Wesen lag im Stroh. Nicht erstickt, nicht missgestaltet, ein wunderschönes, kleines Stutfohlen mit einer breiten, weißen Blässe. Auch Faera schien wohlauf, denn sie war sofort bei ihren Fohlen und machte einen gesunden Eindruck. Ohne etwas zu sagen verließen wir die Box. „Væna.”, meinte ich schließlich. „Die Liebliche, die Hoffnungsträgerin.“ Damit stand der Name fest. Robin sah mich an. Nicht flüchtig. Er sah mir in die Augen. Ich war Müde, ich konnte dem Blick nicht standhalten ohne mich völlig zu zu blamieren. Verdammt, drei Tage hatten gereicht mir den Rest zu geben. Er stand einfach nur da, sah mir mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht an. Sein Hemd war verschmiert mit dem Blut der fohlenden Stute und ich sah wahrscheinlich nicht besser aus. Zwei Schritte Distanz trennten uns. Er überbrückte sie im Bruchteil einer Sekunde, doch für mich lief alles in Zeitlupe ab. Zwei Schritte, kein Zögern. Und dann küsste er mich. Einfach so. Keine Liebeserklärungen, keine hochroten Gesichter. Einfach nur ein Kuss, der reichte um alles zu sagen.
      Ich wusste nicht wie spät es war. Ich hatte die ganze Zeit einfach nur funktioniert. Wir hatten nicht gesprochen, nur nebeneinander gearbeitet und versucht das bestmögliche aus der Situation zu machen. Jetzt viel die ganze Anspannung von mir ab und ich fing einfach an seiner Schulter an zu heulen. Etwas unbeholfen tröstete er mich. Als wir den Stall schließlich verließen um uns um einen Tierarzt zu kümmern und noch etwas zu schlafen, ging über Rømø Die Sonne auf.
    • Snoopy
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      27.04.2016 | Hufkontrolle, Raspeln Korrigieren & Ausschneiden + Stahleisen
      Am heutigen Tag standen einige Termine an und der erste startete bei Annabell Schmiedemann. Bell so nenne ich sie nun hatte heizte frühen Empfang von mir, da ich gerade Auf den Hof rollte als sie aus dem Haus kam. „Hallo Bella!“, lächelte ich sie an und zog die Handbremse meines Vans fest. Viel brauchte ich nicht außer mein Werkzeug und den Gasofen. Denn heute bekamen ihre Pferde einen neuen Beschlag, welcher heute nur normaler Stahl war, da sie keinen Sonderbeschlag wünschte.
      Und man wusste sofort das es hier um Isländer ging, den Bella kam gerade um die Ecke mit dem Fuchshengst Alvari, ein hübsches Tierchen musste man mal erwähnen. Sie band ihn fest und ich ließ den jungen Kerl erstmals an mir schnuppern, daraufhin wand er den Kopf und winkelte entspannt sein Bein an. „Dann hoffen wir mal, dass er brav ist!“, lächelte ich und ging zum ersten Huf. Brav hob er es an und ich reinigte es erst mal mit dem Hufkratzer, ehe ich mit dem Ausschneiden des Hufes begann. Nachdem das Innenhorn wieder in Takt war, nahm ich mir meinen Hufbock zur Hand und stellte sein Huf darauf, ehe ich hier überstehendes Horn weg schnitt und mit der Hufraspel glättete. Als dies getan war, stellte ich Alvaris Bein wieder hinab und stellte den Huf ab. Dann heizte ich den Gasofen vor und legte mir die Eisen nebenan bereit, diese waren schon für Ponys geeignet nur mussten noch angepasst werden. Dann kehrte ich zurück zu Alvari säuberte seinen Huf und kontrollierte das Innenhorn, nichts Auffälliges war zu finden also stellte ich das Hinterbein des Hengstes auf den Hufbock und begann mit der Außenkorrektur. Diese war schnell erfolgt und die rechte Seite des Fuchses kam an die Reihe, brav ließ er alles über sich ergehen, sodass ich in kürze das Vorderhuf fertig hatte und mich um das letzte Huf kümmern musste. Als ich fertig war mit den reinigen des Hufes stellte ich es auf den Hufbock und korrigierte überstehende Stellen am Außenhorn. Schon war der junge Kerl fertig und ich konnte die Eisen ran machen, doch vorher schnappte ich mir die speziellen Nägel, packte sie in meine Seitentasche und nahm das erste Eisen mit der Zange und erwärmte es in den kochend heißen Ofen. Als es glühte bat ich Bella das Huf zu halten sowie Luft anzuhalten ehe ich es anlegte und mir die Form ansah. Dann ging ich zum Amboss und schlug das Eisen mit dem Hammer zurecht und testete es nochmal am Huf, diesmal passte es also hielt ich das heiße Eisen ins eiskaltes Wasser. Es dampfte und ich ging zurück zu Alvari: „Danke!“, lächelte ich Bella an und übernahm das Huf. Gründlich befestigte ich das Stahleisen am Huf des Pferdes und stellte das erste fertige Bein zurück auf den Boden. Dann ging ich zum zweiten Huf und bat wieder Bella es anzuheben, die dies auch gleich tat und ich mich wieder dem Erhitzen des Eisens widmete, als es dann nach einer kurzen Zeit glühte, kehrte ich zurück zu Alvari und legte es an sein Huf, es stank und ich musste noch ein paar Stellen verbesserte also kehrte ich zurück zum Amboss zurück und hämmerte die unpassenden Stellen zurück, dann ging es in den kalten Wassereimer. Dort stieg sofort Dampf auf und ich machte mich an die Arbeit es am Hinterhuf des Hengstes zu befestigen, als es ordentlich saß stellte ich sein Bein wieder auf den Boden. Nun ging es weiter mit der rechten Seite und ich erhitzte das Eisen, dann kehrte ich zurück zu Alvari und legte es an, hier war nichts mehr zu machen also ab zum Kühlen. Dann begann ich mit den festnageln und entfernte überstehende Nägel gründlich. Dann machte ich mit den letzten Huf weiter und hatte es schnell angepasst, sodass ich es nach der kalten Wasserdusche befestigen konnte. Der erste Kandidat war fertig und ich bat Bella eine kurze Runde zu drehen, damit ich mir den Gang anschauen konnte. Noch etwas wackelig auf den Beinen spazierte der Hengst über den Platz und zeigte keinerlei Fehlstellungen oder Unsicherheiten. „Alvari läuft super!“, lächelte ich und Bella nickte und verschwand mit dem Fuchs im Stall.
      Weiter ging es dann mit Tilviljun, kurz auch Juni genannt, die junge Stute hatte noch keine Hufeisen dran, also war das für die Füchsin was Neues. Somit redete ich aber nicht lange um den heißen Brei und hob den ersten Huf an, säuberte es und entfernte das abgestorbene Horn gründlich. Dann bockte ich den Huf der Stute auf und begann mit dem Hobel auch genannt Raspel, das Außenhorn zu bearbeiten, denn überstehen tat dort nichts. Zufrieden machte ich dann gleich mit den Eisen weiter, welches Juni erst mal interessiert betrachtete, ehe sie das Interesse dran verlor. Beim kurzen Anlegen merkte man sofort, das man noch etwas daran arbeiten musste, also steckte ich es in den Gasofen und erhitze es bis es glühte. Schon kam der Amboss an die Reihe und ich schlug die unpassenden Stellen zurecht. Nun prüfte ich nochmal das Anlegen und konnte es mit Zufriedenheit abkühlen, dann wurde es mit speziellen Nägeln befestigt, welche ich am Ende umbog und ordentlich entfernte, damit sich das Stütchen nicht verletzte. Als sie auf dem Huf stand, staunte sie nicht schlecht und war fasziniert von dem silbernen Stahleisen. Ich machte aber weiter mit meiner Arbeit und begann mit dem zweiten Huf, welches ich erstmals zurecht schnitt und dann das Eisen probierte. Als dieses passte, kühlte ich es ab und begann es dann zu befestigte, der übliche Ablauf erfolgte. Dann war die linke Seite fertig und ich machte mit Rechts weiter, dort schnitt ich auch alles zurecht und stellte fest, dass nichts fehlte und konnte dann in Ruhe das Eisen daran testen. Es musste etwas zurecht gehauen werden, was ich gleich tat und ich es dann abkühlte und ans Huf anlegte und schließend befestigte. Nun war der letzte Huf am Start und ich begann das ganze überstehende und abgestorbene Horn zu beseitigen. Als das Huf im neuen Glanz erstrahlte, erhitze ich das Stahleisen und passte es dem Huf an, dann wurde es abgekühlt und gründlich festgenagelt und schon war ich fertig mit dem Besuch bei Annabelle Schmiedemann. Ich bat sie ein letztes Mal eine Runde zu drehen und konnte ihr zufrieden mitteilen, das alles beim Bewegungsablauf ihrer Stute passte.

      6112. Zeichen
    • honigkuchenpferd
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      29.04.2016
      1.003 Zeichen (ohne Leerzeichen) | (c) honigkuchenpferd
      Heute hatte ich erneut einen Anruf von Annabell Schmiedemann erhalten, dass eines ihrer Pferde eine Standartuntersuchung, Wurmkur und Impfungen benötigte. Ich flog nach Dänemark und freute mich, als ich nach der langen Reiste auf Annabells Hof ankam. Sie stand bereits bei Tilviljun und begrüßte mich herzlich.
      Die junge Stute schaute in meine Richtung und schien zu merken, dass der Tierarzt da war. Sie drehte ihren Kopf weg und brummelte ein wenig mürrisch. Ich musste lachen und bestach sie erst einmal mit einem Leckerchen. Das Eis war gebrochen und ich fing mit der Behandlung an.
      Zuerst schaute ich mir das Pferd an, maß die Temperatur, den Puls und sah nach den Schleimhäuten. Alles sah und hörte sich sehr gut an, das Pferd war kerngesund. Danach verabreichte ich der Stute eine Wurmkur, die ihr anscheinend gut zu schmecken schien. Wieder musste ich lachen, da nicht jedes Pferd eine Wurmkur so gut annahm wie Tilviljun. Zu guter Letzt impfte ich die Stute gegen Tetanus, Influenza und Tollwut. Ich berichtete Annabell, dass die Stute jetzt am besten einen Tag Pause bekommen sollte und danach wieder normal trainiert werden könne. Ich verabschiedete mich und flog zurück nach Montana.
    • BellaS
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      30. April 2016
      Distanztraining für Náttdis A → L und Tilviljun E → A | 1476 Zeichen | © Seimure
      "Waaah, wie soll ich das alles noch schaffen?", regte sich Bella auf. "Nicht aufregen, Bella. Was muss denn noch erledigt werden?", versuchte Robin sie zu beruhigen. "Juni braucht vor der Körung noch ein Distanztraining, ebenso Náttdís, ich habe Sólfari heute noch nicht bewegt, Snót muss auch noch geritten werden...", begann Bella die Aufgaben, die sie sich heute Morgen auf die To-Do-Liste geschrieben hatte, aufzuzählen. "Pass auf, Bella", mischte ich mich jetzt ein "Wenn Finley und Robin Snót und Sólfari übernehmen, können wir mit Náttdís und Juni trainieren. Das ist heute Nachmittag noch zu schaffen, oder?", schlug ich vor. "Das ist eine gute Idee", pflichtete Robin mir bei und auch Bella stimmte mir zu.
      Eine Weile später waren Juni und Náttdís startklar und Bella und ich ritten gemeinsam vom Hof. Juni hatte mir fünfzehn Kilometer vor sich, damit sie auf A-Niveau gehen konnte, während Bella und Náttdís zwanzig Kilometer reiten mussten. Wir entschieden uns für die Strandstrecke, denn gerade war Ebbe uns so konnten wir im Watt auf dem harten Sand angaloppoeren. Das Training war einfach. Nach ziemlich genau siebeneinhalb Kilometern kehrten Juni und ich zum Hof zurück, während Bella mit Náttdís noch zweieinhalb Kilometer weiter musste.
      Zu Hause versorgte ich Juni und gab ihr zu fressen, bevor sie wieder auf die Weide durfte. Bald kamen auch Bella und Náttdís von ihrem Ritt zurück. "Siehst du, die haben es sich noch geschafft", sagte ich lachend zu Bella.
    • BellaS
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      31. Mai 2016
      Romulus & Tilviljun Galopp E → A, Mayalie Fahren A → L, Brött Distanz E → A | 4021 Zeichen | © BellaS
      „Bella, du weißt ganz genau wie sehr ich es hasse, wenn das Training vergessen wird.“ „Komm mir nicht so! Ich habe alles mögliche im Kopf, du kannst auch mal an das dämliche Training denken!“ Bella war in Fahrt und gerade genauso gestresst wie streitlustig, wobei das eine wahrscheinlich aus dem anderen herrührte. „Beruhige dich. Wir teilen uns das jetzt flott auf und dann haben wir die drei in eins, zwei Stunden fertig.“ „Du bist ein Schatz.“, kam es erleichtert von Bella, gefolgt von einem Kuss auf den Mund. So schnell konnte auch nur ihre Stimmung schwanken. Ich fühlte mich versucht das Training von ein Weilchen Training sein zu lassen, aber im Moment würde Bella das wohl kaum besonders gut finden. Schade eigentlich. Ich lenkte meine Gedanken zurück zu den Pferden. „Weißt du was, dann pack‘ du das Plüschtier alias Mayalie vor die Kutsche. Fahren L ist das Ziel. Ich denke das kriegt ihr gut hin. Linn kann dann mit Brött raus und Distanz auf A bringen. Brötts Kondition lässt zwar noch zu wünschen übrig, aber seis drum.“ „Super. Fehlt nur noch Romulus.“ „Den nehme ich. Ich hätte Lust auf ein bisschen Galopprennen. Vielleicht gegen Finley. Wenn er Juni nimmt, haben wir auch noch ernsthafte Konkurrenz.“ „Genial.“
      Ich unterrichtete noch schnell den Rest des Teams, bestehend aus Linn und Finley, von unserem Plan und schließlich putzen wir vier unsere Pferde und machten sie trainigsfein. Galopprennen war gerade ganz nach meinem Geschmack und auch der feurige Hengst schien nicht abgeneigt zu sein. Auch die sonst brave Tilviljun freute sich auf die Geschwindigkeit, kaum erblickte sie die Bahn. Während ich die Bügel verkürzte, damit ich im leichten Sitz reiten konnte, sah ich aus dem Augenwinkel Bella, die mit Mayalie vor der Kutsche in Richtung Strand fuhr. Linn auf Brött neben ihr reitend. Die Beiden würden klar kommen. Ich musste mich jetzt erstmal auf Romulus konzentrieren, der bereits mit den Hufen scharrte. Schon beim aufsitzen trippelte der Hengst auf der Stelle und das Warmreiten sowie die Trabphase konnten gar nicht schnell genug um sein. Juni war entspannter, auch wenn sie sich ebenfalls sichtlich auf ein Rennen freute. Ich galoppierte Romulus an und ritt eins, zwei Trainingsrunden alleine, ehe wir zu unserem rennen kamen. Filey brachte Juni an einer der kurzen Bahnseiten zum stehen und ich schloss zu ihm auf. Da wir keinen Helfer hatten, würden wir mit Coutdown starten. „10….9….“, begann Filey. Das war fairer als wenn man mir drei begann. So hatte der andere Reiter auch eine Chance auf einen guten Start. „2….1….Los!“ Mein Körper reagierte genau in dieser Sekunde beinahe von allein und mehr brauchte es nicht um Romulus losschießen zu lassen. Der hatte mit seiner höheren Körpergröße einen kleinen Vorteil, den Junis Kondition allerdings ausglich. Wir lieferten uns ein kleines Rennen, stellten aber schnell fest, dass eine Ovalbahn für Gangreiterein nicht ganz das Wahre war um ein Rennen darauf auszutragen. Auch waren die normalen Reitsättel unserer Pferde eher unpraktisch und zu schwer für echtes Tempo. Erst jetzt fiel mir ein, warum ich überhaupt Galopprennen im Hinterkopf gehabt hatte. Ich würde mit Romulus am 1. Amateurrennen der Joelle-Vereine teilnehmen. Da konnte etwas Training ganz eindeutig nicht schaden. Um Pferde und Boden zu schonen verlegten wir unser chaotisches Renntraining an den Strand, der viel Platz und schönen Untergrund bot. Zwei weitere Rennen trugen wir aus, dann waren die Pferde erschöpft. Während es auf der Bahn unentschieden geendet hatte, gewannen hier einmal Finley mit Juni, einmal Romulus und ich. Unentschieden. Gut, dass Tilviljun nicht beim Amateurrennen starten würde. Gut für mich, schade für sie.
      Als wir zum Hof zurück kehren wollten, kamen und Linn und Brött entgegen. Ihr Ritt war, laut Linn, ziemlich ereignislos verlaufen und als uns Bella, kaum waren wir am Reitplatz vorbei gekommen, auch noch zu sich rief um auf dem Wagen als Gegengewicht zu fugieren wusste ich, dass das Training heute eine gute Lösung gewesen war.
    • BellaS
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      30. April 2016

      Teilnahme an der 440. Stutkörung | 1878 Zeichen| by Seimure
      "Hör auf mit dem Mist, Juni!", schimpfte ich genervt, während ich versuchte ihr das Gebiss ins Maul zu schieben, wobei sie aber immer wieder den Kopf nach oben warf. Klar, um uns herum war es laut und voll und auch ich war aufgeregt, aber das musste nun wirklich nicht sein. Mit Tilviljun waren wir heute auf einer Körung für Kaltblüter und Ponys und hofften, dass wir nach der Körung neue Zuchtstuten haben würden. Beim nächsten Versuch Juni zu trensen klappte es dann endlich. Jetzt musste ich mir noch mein Jackett überziehen, dann war ich startklar. Ich gurtete noch einmal nach und saß dann auf, um Juni vor unserer Kür noch aufzuwärmen. Schon nach ein paar Minuten wurden wir aufgerufen: "Nun sehen wie die Isländerstute Tilviljun, die uns von Linn Petri vorgestellt wird."
      Ich nahm die Zügel noch einmal ordentlich auf, bevor wir ins Dressurviereck einritten. Bei X parierte ich Juni durch und grüßte die Richter, bevor ich auf die linke Hand abwendete und Juni nach einer halben Runde im Schritt antraben ließ. Im Trab gingen wir auf den Zirkel, aus dem heraus wir die Hand wechselten. Auf der rechten Hand ritt ich eine doppelte Schlangenlinie, bevor ich Tilviljun angaloppieren ließ. Den Galopp hielt ich kurz - nur etwa eine halbe Runde - und parierte Juni wieder zum Schritt durch, nur um durch die ganze Bahn zu wechseln. Wieder auf der linken Hand ließ ich sie wieder antraben und trieb sie sogleich in den Galopp. Linksgalopp war eine Stärke von Juni, weshalb ich ihn mit sich für den Schluss aufgehoben hatte. Nach einer Runde Galopp parierte ich Juni wieder durch zum Trab und ließ sie bei X wieder geschlossen zum stehen kommen. Ich verabschiedete mich von dem Richtern und ließ Juni dann am langen Zügel aus der Halle gehen. Ich hatte keine Ahnung, ob unser Ritt gut gewesen war, aber der Kommentare des Teams nach zu schließen waren wir fantastisch gewesen.
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  • Album:
    Offenstall Helstorfer Moor Reste
    Hochgeladen von:
    BellaS
    Datum:
    5 März 2016
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  • [​IMG]
    Tilviljun
    Juni

    Unbekannt x Unbekannt
    Unbekannt x Unbekannt | Unbekannt x Unbekannt


    24. September
    1,35 m

    Fuchs
    eeAa CC dd gg toto zz splspl

    aufmerksam | frech | verspielt
    NTilviljun hat eine schnelle Auffassungsgabe, die sie auch gerne nutzt. Außerdem ist die junge Stute anhänglich und verspielt, gerne auch mal frech. Ihr Rang ist eher mittelmäßig, wirklich ranghiedrig ist sie nicht.


    unbeschlagen | Influenza | Tollwut | Tetanus | entwurmt
    Führen | Fohlen ABC | Sattel & Zaumzeug | eingeritten | eingetöltet


    Schritt | fleißig, zappelig
    Trab | ordentlich, nicht ausdauernd
    Galopp | flüßßig, schnell, gesprungen
    Tölt | weicher Tölt mit Taktfehlern

    Tölt T8 (T4)
    Viergang V1 (V5)
    Dressur A (M)
    Galopprennen A (L)
    Distanz A (L)
    Wendigkeit A

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    113. Synchronspringen | 115. Synchronspringen | 116. Synchronspringen | 119. Synchronspringen | 352. Springturnier | 120. Synchrospringen | 121. Synchronspringen

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    351. Dressurturnier

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    242. Distanzturnier

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    331. Galopprennen
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    [SK440] Kaltblüter & Ponys
    als Leihmutter verfügbar | nicht tragend
    keine Nachkommen

    BellaS
    /
    BellaS + VKR

    PNG | Puzzle