Laraya13

Thjalfe van de Jötunheimr

Thjalfe van de Jötunheimr
Laraya13, 27 Juli 2020
Wolfszeit gefällt das.
    • Laraya13
      4099 Zeichen | Ravenna
      erstes treffen

      Von meiner Schicht im Museum schaute ich noch bei dem Mittelaltermarkt vorbei, dort hatte ich in dieser Stadt doch tatsächlich jemanden gefunden den ich von früher kannte. Madleyn hatte zusammen mit mir das Internat besucht, bis sich unsere Wege von den Sportarten her getrennt hatten. Im Grunde hatte mich nur die Faszination auf den Markt getrieben, die Bogenschützen hatten es mich besonders angetan – darunter aber auch der breite Braune namens Thjalfe. Jeden seiner Reiter trug der Hengst sicher an den Zielscheiben vorbei. Dort schließlich hatte ich dann die schmale Schützin gesehen, jedoch war sie es gewesen die mich zuerst erkannt hatte. Heute hatten wir uns verabredet – ich durfte mich auch einmal an den Zielscheiben auf Thjalfe versuchen. Ursprünglich war er Madleyns Pferd gewesen, das war noch immer der Fall aber er würde wohl in nächster Zeit den Besitzer wechseln. In der Gruppe der Showpferde kamen immer mehr Stuten dazu, was es schwierig machte den Hengst einigermaßen Artgerecht zu halten. Zwar war er nicht sonderlich hengstig oder aggressiv den anderen gegenüber, allerdings sollte vermieden werden das er die Stuten deckte. Eine Kastration kam für Madleyn nicht in den Sinn, da sie zu sehr Angst hatte das sich sein Verhalten änderte. Es fiel ihr schwer ihr zu verkaufen, insgeheim hatte ich ein Auge auf ihn geworfen. Zwar hatte ich bereits Bucks und Braum, aber ein solches Pferd war schon immer mein Traum gewesen. Thjalfe wurde auch als Pferd zum Tjosten genutzt, für diese Art von Sport schlug mein Wikingerherz natürlich besonders, wobei auch das Bogenschießen vom Pferd aus nicht allzu einfach war. Bevor ich aus dem Auto stieg schälte ich mich aus dem Kilt, zog mir eine Hose an und stieg dann aus dem Mietwagen da mein eigener im Arsch war. Eigentlich sollte ich auf dem Weg nach Hause sein, die Trainingspferde machen, doch der gefrorene Boden machte es nicht einfach mit ihnen zu arbeiten. Auf der anderen Seite hatte ich einfach keine Lust mehr, nicht auf die Pferde, nicht auf den Hof mir ging irgendwie alles gegen den Strich. Am liebsten wollte ich meine Sachen packen, meine eigenen Pferde nehmen und auf Reisen gehen – wie ich es schon immer wollte, trotzdem nie getan hatte. Mit Thjalfe könnte ich diesen Schritt sogar wagen, Braum als Handpferd doch was sollte in dieser Zeit mit Bucks passieren?

      Mit Madlyn machte ich den Hengst fertig, freute mich über sein ruhiges Gemüt. Auf dem Platz machten wir uns gemeinsam etwas bekannt, dann drückte mir Madlyn den Sarazenenbbogen in die Hand – ich war wahnsinnig gespannt ob ich überhaupt eine der Scheiben treffen würde. Natürlich traf ich keine einzige der Scheiben, aber dafür hatte ich umso mehr Spaß an dem Reiten von Thjalfe. „Nicht schlecht für den Anfang, der eine Pfeil hat sogar fast getroffen.“ nahm mich einer der umstehenden Männer auf den Arm, sein Name war Piotr, der in Polen zu der Gruppe getreten war. Im Grunde bestand der ganze Mittelaltermarkt aus Leuten verschiedenster Herkunft, die sich mit den Shows über Wasser hielten. Ich grinste dem Typen zu „Dann muss ich öfter kommen, dann lerne ich vielleicht“ Piotr trat näher hielt Thjalfe am Zügel als ich mich aus dem Sattel kreppelte. Dem Bier musste ich allerdings absagen – mit dem Auto musste ich schließlich noch nach Inverness. Als ich am Hof ankam, versorgte ich noch die Pferde, kuschelte eine ganze Weile mit Bucks, den Wallach konnte ich mittlerweile ohne Probleme anfassen. Gemeinsam mit Braum konnte ich sogar spazieren gehen, in den beiden hatte ich ein tolles Ponypaar. Braum gab dem blinden Bucks die Sicherheit die er benötigte, so hatte ich mit dem Rappschecken auch schon begonnen zu longieren – sogar am langen Zügel konnte ich beide gemeinsam führen. Bucks kam langsam aus sich heraus, auch Verena freute sich immer über Updates zu dem kleinen Rappschecken. Sie kannte ihn noch aus der Zeit da er sich von niemandem anfassen lassen hat.
      Am Abend schrieb ich noch eine ganze Weile mit Madlyn, sie würden wohl in zwei Wochen wieder aufbrechen, bis dahin bestand also noch eine Deadline – würde ich Thjalfe kaufen oder nicht?
    • Laraya13
      99897 Zeichen | Ravenna & Veija
      Svejn
      Mit Anstrengungen hievte ich die Schubkarre auf den mittlerweile riesigen Haufen an Pferdeäppeln,langsam musste ich mir Gedanken darüber machen wohin mit dem Zeug. Trotzdem würde ich die nächsten Tagewohl nicht dazu kommen, Verena hatte sich angekündigt. Ihr Stormi war seit dem letzten Besuch bei mir, viel Zeit für Training war im Grunde nicht gewesen,aber seine Ausdauer auf Distanzen konnte ich allem zum Trotz steigern. “Svejn?“ Fast ein wenig erschrocken drehte ich mich um,mit halb ertapptem Blick sah ich dem Hausherren entgegen. “Alisdair?“ Der rothaarige Hüne blieb vor mir stehen,die Hände auf seinem angesetzten Bauch “Hast du Argeirr gesehen? Der Trottel istschon wieder weg gelaufen!“ Argeirr, eigentlich sollte der Hund den Hof bewachen,allerdings sah das der Schäferhundvollkommen anders. Viel lieber streunte er durch die Gegend, verletzte sich oder spielte meinen Schatten. Ich wusste ganz genau das er in der Futterkammer lag,dorthatte ich meine Arbeitsjacke hin gehangen. Der dunke Rüde legte sich nur zu gern auf Sachen von mir. “Wahrscheinlich in der Futterkammer.Daliegt er momentan sehr oft.“ Der Hausherr kratze sich am Kopf, schüttelte ihn “Dann lass ich ihn da einfach!“ Damit stiefelte er über den Hof davon. Ich selbst brachte dieKarre weg, dann kümmerte ich mich um Thjalfe da ich nun doch beschlossen hatte ihn zu kaufen. Am späten Nachmittag würde ich Verena aus Edinburgh abholen. Für diesen Besuch hatte ich mir mittlerweile ein Gästebuch besorgt,vielleicht hatte sie endlich mit diesem Caleb zusammen gefunden. Bevor ich unter die Dusche sprang machte ich einen Besuch bei Moon,trotz Mineralien und Futter wirkte er immer eingefallener. Erst vor einer Woche hatte er eine Kolik gehabt,sonst schien es ihm etwas besser zu gehen. Der graue Stormi stand wie sein Wächter an seiner Seite, entspannt obwohl er im Training immer kaum zu halten war. Ob er wohl ahnte das es mit dem Braunen Freund langsam zu Ende ging? Schon längst hob Moon nicht mehr Neugierig den Kopf, seine Augen stumpf. Ich zückte mein Handy schoss ein Foto von der Szenerie und schickte es an Verena.
      *Langsam glaube ich das auch Pferde trauern. Es steht ein Schmerz in seinen Augen der mit jedem Tag greifbarer wird.*
      Er schien Sarah zu vermissen..ich klopfte ihm auf die Schulter. “Es gab Zeiten da die Pferde zusammen mit ihren Herren beerdigt wurden. Hast du für dich diese Entscheidung getroffen? Willst du in der Anderswelt wieder bei deiner Herrin weilen?“ Ganz als habe der Hengst verstanden hob er den Kopf leicht an,brummelte leise,heiser und sah mich beinahe wissend an. Ein kühler Schauer ran meinen Nacken hinab. Bemerkenswert dieses Pferd. Damit stellte ich mich unter die Dusche um Verena vom Bahnhof abzuholen.

      Verena
      aus Lous Sicht/Pflegi von Zues, Ein Abschied zu viel
      [...]Just in diesem Moment rollte der Geländewagen von Verenas Hof auf den Platz und Caleb stieg aus. "Was macht ihr da mit ihm?", fragte er misstrauisch und verzog das Gesicht, ehe ihm anscheinend einiges klar wurde. "Aha, jetzt verstehe ich auch, warum er heute morgen nicht auf die Koppel durfte.", sagte Caleb bissig und starrte Verena an. "Du gibst ihn also doch weg." Er schnaubte verächtlich. "Caleb!", ermahnte ich ihn und er zuckte die Schultern. "Es überrascht mich kaum. Hab dir ja von Anfang an gesagt, dass du deine Zeit verschwendest. Weder du noch er bringen es." - "Caleb!", fauchte ich und holte Luft, doch Verena unterbrach uns, wenn auch nicht mit Worten. Ich sah ihre glasigen, feuchten Augen, wartete nur darauf, dass sie zu weinen begann. Doch als sie plötzlich zuckte und nahezu im selben Augenblick ihre flache Hand auf Calebs Wange klatschte, sah ich sie fassungslos an. Auch der verachtende Gesichtsausdruck des jungen Mannes war Entsetzten gewichen. Mit einer Ruhe in der Stimme, die mir einen Schauer über den Rücken jagte starrte sie ihn an und zischte leise. "Verschwinde Caleb." Er stutzte und blickte sie nur an. "Schnapp dir deine Sachen und mach, dass du hier weg kommst!" Nun wurde ihre Stimme lauter und seine Starre wich der Verärgerung. Ohne ein Wort machte er kehrt und verschwand. Ich sah geschockt zu Verena und sie sah hilflos zu mir. Von einem Augenblick auf den anderen war alle Wut in ihrem Gesicht verschwunden und eine Träne lief über ihre Wange. Stumm nahm ich sie in die Arme und hörte ein leises Schluchzen. "Das wollte ich nicht.", murmelte ich leise und sah bedrückt der Staubwolke hinterher, welche Caleb mit dem Wagen vom Hof weg mit sich zog.[...]

      Ein paar Tage waren nun vergangen, seit Caleb und Zues den Hof verlassen hatten. Caleb reagierte weder auf Anrufe, noch auf Nachrichten, noch auf sonst irgendwas. Er war wie vom Erdboden verschwunden. “Alexis übernimmst du hier alles, ich fliege nochmal zu Svejn, Stormi abholen”, erklärte ich Alexis, die nun die Chefin hier auf dem Hof war. Eigentlich würde Caleb dies übernehmen, aber er war ja weg…
      “Klar, mache ich.. wie lange bleibst du denn dieses Mal weg?” “Ich weiß es nicht.. versuch du aber bitte Caleb zu erreichen und ihm zu sagen, dass es mir Leid tut. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist.. wir brauchen ihn hier..”, erklärte ich niedergeschlagen und ließ meinen Koffer die Treppe herunterkullern. Viel konnte nicht passieren, es waren nur Klamotten darin. “Fährst du mich schnell zum Flughafen?”, fragte ich Alexis dann und schneller als gedacht waren wir am Flughafen. Ich räumte mein Gepäck auf das Band und wartete, bis ich im Flieger Platz nehmen konnte. Wirklich rasch kam ich dann auch in Edinburgh an, wo ich auch wieder auf mein Handy schaute und ein Bild von Svejn bekommen hatte. “Oh…”, murmelte ich leise, ehe ich meinen Koffer schnappte und mich nach dem jungen Mann umsah. Sogleich entdeckte ich ihn auch. Langsam ging ich auf ihn zu, ehe ich unmerklich immer langsamer wurde. Wie sollte ich ihn begrüßen? Was sollte ich sagen? Wie würde er reagieren? Doch die Entscheidung wurde mir von ihm abgenommen.

      Svejn
      “Ich dachte das Pappschild mit deinem Namen kann ich mir sparen, bei der Frisur erkennt mich wohl jeder auf 20 Meter?” fragte ich die blonde Frau, die nun schon zum zweiten Mal auf meinem “Hof” weilen würde. Mit Stormi würde sie zurück kehren, ein weiterer Schritt für meine Pläne war gelegt.Noch stand überhaupt nichts fest, aber ich wollte nicht auf ewig in Schottland bleiben. Reisen mit den Pferden, danach stand mir schon viel eher der Sinn. Die restlichen Trainingspferde würde ich aufgeben, Bucks, Braum und Thjalfe würden mich auf diesen Reisen begleiten. Allerdings gab es trotzdem die Sorge ob ein blindes Pferd, ehemals verhaltensauffällig wirklich geeignet war um eine solche Reise zu unternehmen. Ich klopfte Verena freundschaftlich auf die Schulter, nahm ihr den Koffer aus der Hand. Es würden ein paar spannende Tage werden, wenn wir zusammen Braum einritten.

      Verena
      Ich lachte. “Wäre ich ein paar Tage später gekommen, hättest du mich auf 100 Meter erkennen können”, erklärte ich ihm und sah seinen fragenden Blick. “Ich färb mir in den nächsten Tagen meine Haare regenbogenfarben.. vielleicht ja hier in Schottland?”, erklärte ich ihm, zuckte dennoch kurz zusammen, als er mir auf die Schulter klopfte. Zögernd schenkte ich ihm ein lächeln, ehe er mir meinen Koffer abnahm. “Musst du zwar nicht, aber danke”, sagte ich lachend, ehe ich ihm eine Tüte unter die Nase hielt. “Guck mal, ich hab Vodka mitgebracht.. besser als Whisky”, fügte ich lachend bei und ging durch die Tür, die er mir aufhielt, nach draußen, wo ich mir sogleich meinen Kragen etwas höher zog. Hier fegte ein sehr kalter Wind.

      Svejn
      Ich verzog mein Gesicht, zog die Augenbraue skeptisch nach oben. “Vodka? Ganz so trinkfest wie ein Russe bin ich bei dem Gesöff allerdings nicht.” Dann erinnerte ich mich an ihre Aussage mit ihren Haaren. Mit wenigen eiligen Schitten holte ich zu ihr auf, nachdem ich auch ein älteres Paar durch die Tür gelassen hatte. Eine Weile bewegten wir uns schweigend zu meinem gemieteten Wagen, während dieser Zeit sah ich sie von der Seite an. Regenbogen, ich konnte es mir nicht vorstellen. “So scheint jeder von uns seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen, vielleicht kann ich dir beizeiten von den meinen berichten.” Mit leicht zusammengekniffenen Augen sah Verena mich durch den Schleier ihrer Augen an, wilde Strähnen trieb ihr der Wind immer wieder in ihr Gesicht. “Schau nicht so grimmig, das gibt früher Falten!” Damit zog ich mir einen Haargummi vom Handgelenk um ihr diesen zu geben, hier hatte ich mir das angewöhnt. Schottland war kein Land in dem sich die Haare oft offen tragen ließen. “Mit dem Färben könnte ich dir ja behilflich sein, falls das wahrhaftig dein Wunsch wäre?” Am Wagen angekommen verstaute ich den Koffer hinten, klemmte mich selbst hinter das Steuer, ließ langsam den Motor an während sich Verena gewissendlich den Gurt anlegte. Es war trotz der langen Zeit irgendwie noch immer ein eigenartiges Gefühl den Beifahrer nicht zu seiner rechten zu haben, sondern links, denn man fuhr auch auf dieser Spur. Mittlerweile fiel es mir zwar leichter die alte Regel “rechts vor links” abzuändern, allerdings hing sie fest in meinem Hirn verankert - umdenken schien nicht gerade zu meinen Stärken zu gehören.

      Verena
      “Ach, das packst du schon”, kommentierte ich seine Aussage zum Vodka und blickte mich um, als er auf einmal verschwunden war. Ganz der Gentleman, nicht so wie Caleb, dachte ich mir und sah das ältere Paar durch die Tür gehen, die Svejn diesen aufhielt. Schnell schloss er wieder zu mir auf. “Du kannst Haare färben?”, fragte ich ihn lachend nachdem er mir einen Haargummi gegen meine ins Gesicht peitschenden Haare gegeben hatte.
      Er schien meine Frage wohl zu vertagen, da wir schweigend ins Auto einstiegen, nachdem ich mich verdutzt hinters Lenkrad setzten wollte. “Stimmt, England”, murmelte ich und ging auf die andere Seite. “Und wie ist es dir so ergangen in meiner Abwesenheit? Du hast mich noch ins Museum eingeladen, weißt du noch?”, quasselte ich los und vergaß meine Schüchternheit einfach. Svejn war ein Mensch mit dem man Pferde stehlen konnte, was ich bei meinem ersten Besuch zwar nicht gedacht hatte, aber so war es.

      Svejn
      “Mein Wagen hat den Geist aufgegeben, ich hab das neue Pferd gekauft, eigentlich alles ziemlich unspektakulär. Stormi macht sich gut auf den Distanzen. Meine Sorge gilt momentan ganz besonders Moon. Letzte Woche hatte er eine ziemlich heftige Kolik, von der scheint er sich nicht so richtig zu erholen. Frisst schlecht obwohl die Zähne gemacht wurden. Wüsste ich es nicht anders, dann vermute ich das er Sarah vermisst!“ Solange der Hengst in meiner Obhut war würde ich die geschmiedeten Pläne nicht zur Tat machen,aber der Tierarzt hatte keine rosige Aussicht für den Braunen gegeben. Die Straße führte uns stetig weiter aus der Stadt, Inverness stand schon an den Schildern. Je öfter ich die Strecke hinter mich brachte desto kürzer kam sie mir vor.

      Verena
      “Das klingt ja… Ziemlich durchwachsen”, schlussfolgerte ich und sah aus dem Fenster. In der Ferne sah man den Hof schon immer näher kommen. Da er nicht fragte was es bei mir so gab, ging ich einfach auf seine Aussage ein: “Das mit Stormi ist echt top, vielleicht hilft er Moon doch ein wenig über die Trauer hinweg… Ich finde Pferde können ja schon trauern..”, fing ich an und redete die ganze Zeit über Moon und Stormi, dass ich gar nicht mitbekam, dass wir schon am Hof angekommen waren. Ich schmunzelte kurz, schnallte mich dann jedoch los und stieg aus dem Wagen, um meinen Koffer zu holen. Svejn kam mir jedoch wieder zuvor, so dass mir nur die Flasche Vodka zum tragen blieb. “Ähm, danke”, sagte ich und ging hinter ihm her. Wo ich wohl dieses Mal schlafen würde?

      Svejn
      Die Tür klemmte momentan ein wenig weshalb ich mich mit der Schulter seitlich dagegen werfen musste. In dem Raum der Wohn und Schlafzimmer sowie Küche in einem war herrschte Ordnung. Das ich einfach alles in die kleine Voratskammer gestellt hatte tat schließlich nichts zur Sache. Einzig mein Bett zeugte davon das dort jemand schlief,auf dem dunkelroten Laken lag vollkommen verschlungen die schwarze Decke,das Kopfkissen schien sie begraben zu haben. Auf der gegenüber liegenden Seite stand ordentlich angerichtet die Couch für Verena. “T’schuldige aber die Bettwäsche hat meine Ex ausgesucht.“ von der Couch strahlte uns ein grelles Gelb in Kombination mit Grasgrün entgegen,mir persönlich schmerzten die Augen davon. Da ich aber nichts anderes besaß und vergessenhatte was anderes heraus zu suchen,musste ich mit dieser Beleidigung für die Augen vorlieb nehmen.

      Verena
      Belustigt schaute ich ihm zu, wie er sich gegen die Tür warf, damit sie sich öffnete. Im inneren umfing mich eine wohlige Wärme, die ich nur zu gerne begrüßte. Als er mir von dem Laken erzählte, wanderte mein Blick zur Couch und mein Grinsen wich einem schmollen. Eigentlich hatte ich gedacht, ich würde wieder in seinem Bett schlafen, schließlich war dafür ja auch der Vodka… Aber ganz ehrlich? Ich war zum arbeiten hier, für sonst nichts. Eigentlich…
      “Okay, die Bettwäsche ist echt hässlich “, sagte ich lachend und ließ mich mit Schwung auf sein Bett fallen. “Die gefällt mir viel besser”, lachte ich und sah ihn frech grinsend an.

      Svejn
      Ich ließ den Schlüssel achtlos auf den Tisch fallen, in dem guten Gewissen mich garantiert spätr NICHT daran zu erinnern. Dann drehte ich mich zu Verena um, die auf meinem Bett hockte, die Füße fast in der Luft baumelnd da sie sich an die Wand gelegt hatte. “Hässlich ist fast kein Ausdruck. Allerdings wird es wohl für ein paar Tage so gehen, im Dunkeln wirst du die Farbe ja nicht ertragen müssen.” Im Schatten ihrer Augen erkannte ich fast so etwas wie Enttäuschung. Ich kniff etwas ratlos die Augen zusammen, dachte an den mitgebrachten Vodka - ob sie wohl an eine Wiederholung der Geschehnisse vom letzten Treffen hoffte? Sie hatte gemeint sie wäre sonst nicht der Typ für solcherlei Dinge, sollte ich es riskieren? Die Fragen zerbrachen mir halb den Kopf, zugegeben war ich verwirrt. Sie wieder hier zu haben fühlte sich nicht falsch an, auch nicht sie küssen zu wollen. Dabei hegte ich jedoch keinerlei romantischer Gefühle, ich konnte klar trennen das ich sie nicht liebte. Spielte ich dann nicht nur mit ihr - wenn ich nur ihren Körper begehrte? Ich schob die Bedenken beiseite, setzte mich neben sie auf das Bett. “Sind ja auch meine Lieblingsfarben! Aber jetzt erzähl mir lieber wie es bei dir so läuft?”

      Verena
      Schmollend nickte ich. “Stimmt, im Dunkeln sieht man die Farbe nicht…”, wiederholte ich seinen Satz und fing an zu lachen, als er sich neben mich aufs Bett setzte. “Guter Geschmack…”, murmelte ich noch ehe ich die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Dann kramte ich mein Handy raus, wählte eine Nummer und gab Svejn zu verstehen, dass er kurz warten sollte. “Alexis… Hast du ihn erreicht?” … “Hm… Ja… Scheiße.. Versuch es weiter, oke?”, mit diesen Worten legte ich auf. Svejn sah mich skeptisch an und wartete auf eine Antwort. “Caleb ist abgehauen… Nachdem ich ihm eine geknallt hab”... “Warum das?”, fragte der Schwarzhaarige mich. “Ich habe Zues weggegeben.. An eine gute Freundin in Italien.. Hab ich dir ja beim letzten Mal erzählt.. Caleb war grade vom Hof als wir Zues verladen wollten doch dann kam er wieder und hat mir vorgeworfen doch alles hinzuwerfen.. Dass weder der Hengst noch ich es bringen.. Dann hab ich ihm eine gescheuert und gesagt, dass er seine Sachen packen und abhauen soll… Das Problem? Ich brauche ihn auf der Ranch wenn ich nicht da hin.”, erklärte ich ihm und stützte mich im Bett auf, ehe ich meine Ellenbogen auf meine Knie setzte und den Kopf in meine Hände legte. “So ein Arsch…”, murmelte ich noch mit wutverzerrtem Gesicht. “Aber du hättest seinen Blick sehen sollen”, meinte ich beiläufig, ehe ich den Kopf hob und ihn angrinste.

      Svejn
      “Scheint ja ein schwieriges Persönchen zu sein dein Caleb” war für den Moment das einzige was ich zu ihrer Erzählung sagen konnte. Dann erwiderte ich ihr lächeln, ging weiter nach vorn zu ihr. “Den Schlag hätte ich allerdings gern gesehen!” Verena verzog die Augenbrauen, die Stirn legte sich in Falten, trotzdem wich das Lächeln nicht von ihren Lippen. Man sah regelrecht wie ihr die Spannung von den Schultern wich, nicht vollends aber doch ein wenig. Ein Gähnen ging mir über die Lippen, ich hatte in der Nacht wenig geschlafen da wir eine Nachtführung im Museum angeboten hatten. Daryl und ich hatten sie uns geteilt, aber die zweite Hälfte hatte ich übernommen und der Gästeraum hatte nicht unbedingt das bequemste Bett für die Nacht. Ich ließ mich einfach seitlich hinter Verena fallen, schloss die Augen ein wenig und nuschelte ziemlich unverständlich in Bart und Decke “Nachtschichten sind der Horror - Müde!” Ich wollte nicht wehleidig sein, allerdings konnte ich es nutzten um Verena abzulenken, sie sollte hier nicht an Caleb denken müssen.

      Verena
      Ich seufzte. “Mein Caleb ist er schon lange nicht mehr.. Ich hoffe nur nach dieser Aktion wird er wieder für mich arbeiten…”, murmelte ich und grinste nur kurz auf seine Aussage hin, dass er den Schlag gerne gesehen hätte. “Meine Hand hat auch ganz schön weh getan”, fügte ich lachend an und sah ihm zu, wie er sich auf das Bett fallen ließ. “Ich wollte dir keine Umstände machen”, meinte ich kleinlaut und drehte mich ein bisschen, damit ich ihn ansehen konnte. “Ich schau noch kurz nach Stormi dann können wir ja schlafen”, meinte ich und sah auf die Uhr. Es war halb 9 abends, stockdunkel und kalt.

      Svejn
      Ich konnte nicht anders als ins Kissen zu seufzen. “Du kannst schlafen, ich hab in knapp zwei Stunden Schicht.” Damit stütze ich mich auf die Hände, mein Gesicht ihrem Nahe “Umstände machst du nicht!” Damit rutschte ich vom Bett, entledigte mich meiner Hose um die große Stoffbahn für den Kilt in der Mitte des Raumes auszubreiten. Von einer Seite raffte ich den Stoff mehr schlecht als Recht zusammen, zog den Gürtel unter den Stoff. Anschließend legte ich mich darauf, musste beide Seiten vor dem Bauch zusammen legen und den Gürtel möglichst eng schließen. Jetzt konnte ich aufstehen und den hinteren Teil hinunter hängen lassen. Ich wurde langsam immer schneller! Dann befestigte ich den Plaid, sowie die historische Schnalle der McLeod, das Schwert und die Pistolen waren noch im Auto. Die Bluse musste ich im Museum austauschen, die hatte ich vergessen. Traditioneller Kilt, Waffen und Pulli sah dementsprechend seltsam aus. Dann sah ich zu Verena, grinste und sah ihren faszinierenden Blick. “So kannst du mich aber nicht begleiten!”

      Verena
      “Oh man..”, murmelte ich noch, ehe ich ungewollt zusammenzuckte, als er sich aufrichtete. Er stand auf und zog sich aus, naja halb. Ich erwischte mich selbst dabei, wie ich ihm verträumt beim Umziehen zusah. Kurz schüttelte ich den Kopf und wandte den Blick ab, bis er sich einmal rund herum mit dem Kilt bedeckt hatte. “Und wie Waffen? Gibts da keine?”, warf ich lachend ein und streckte mich einmal gähnend. Das Gähnen blieb mir wortwörtlich im Hals stecken. “Wie ? Ich zieh aber keinen Rock an!”, sagte ich todernst und musterte ihn von oben bis unten. “Gibts sowas nicht als Hose? Also eine Hose mit deinem Muster?”, sagte ich dann lachend und schaute nun nicht mehr so todernst, sondern leicht panisch. Ich hasste Röcke, und ich hasste Kleider.

      Svejn
      “Also eigentlich hatte ich auf etwas mehr Begeisterung gehofft!“ stieß ich gespielt empört aus. Wir hatten eine besondere Art der Vorstellung für unsere Gäste geplant,die wir schon eine ganze Weile probten und vor zwei Tagen das erste Mal durchgeführt hatten. Dabei handelte es sich um nachgespielte Hochzeiten,Festgelage und für die Abenteuerlichen auch Jagden auf Pferden.Die Gäste meldeten sich zuvor an,bekamen historische Kleidung und wurden mitten im Spektakel ausgesetzt,sie erlebten alles mit. Meine bisherige Partnerin Jean hatte sich allerdings außer Gefecht gesetzt. “Ich hab meinem Chef versprochen Ersatz für Jean zu finden,da sie nicht kann.“ Näher trat ich an Verena heran,zog sie an meine Brust,lächelte und säuselte “Als Lady McLaren,zukünftige des Laird McLeod in einem tollen Hochzeitskleid wirst du mich doch nicht im Stich lassen?“

      Verena
      Ich hörte ihm aufmerksam zu wie er erzählte, dass seine Partnerin ausgefallen war. Als er näher an mich heran kam und mich an seine Brust zog, versteinerte sich mein Körper. Skeptisch hörte ich ihm zu, ehe ich mit meinen Händen auf seine Brust haute und ihn lachend von mir wegstieß. “Ich in einem Hochzeitskleid? Hast du sie noch alle?”, prustete ich los und sah dann erst, dass er es ernst meinte. “Du.. du meinst das doch nicht ernst, oder?!”, fragte ich ihn geschockt doch noch immer hielt er meinem Blick stand. “Du meinst das ernst…”, murmelte ich dann. “Muss ich denn was sagen? Ist das Kleid weiß? Muss ich dich küssen? Gibst Kuchen”, löcherte ich ihn mit Fragen und stemmte die Hände in die Hüften, mein Blick leicht panisch.

      Svejn
      Ich schwieg sie Tod,sie schien sich einige der Antworten selbst beantworten zu können. “Kuchen gibt es zumindest nach den ersten drei Gängen. Das Kleid ist eine Mischung aus Silber und den Tartanfarben der McLeods. Deine Frage mit dem Kuss….hast du mit einem Mal etwas dagegen?“ ich klemmte die Hand lässig an den Gürtel,sah sie an und wippte mit dem Fuß. Mir gefielen die Regungen der diversen Gesichtsausdrücke, wartete jedoch auf den einen Ausdruck der Resignation bedeutete. Damit hätte ich gewonnen, sie würde mitkommen auch im Kleid. “Meinst du ich trag den Fummel hier gern?“ Ich bewegte mich halb im Kreis,so flog der Kilt ein wenig. Zugegeben am Anfang hielt ich nicht von,aber mittlerweile hatten die doch irgendwie Stil.

      Verena
      Ich quasselte und quasselte und quasselte, ehe ich merkte, dass er mich einfach nur fragend ansah. Mit einem Mal hielt ich den Mund und ließ ihn auch mal zu Wort kommen. “Kuchen find ich gut… und was sind die Tartanfarben der McLeods?”, fragte ich unwissend und dachte an ‘Tarnfarben’, wie bei der Bundeswehr. Etwas unbehaglich fuhr ich mir durch die Haare, ehe ich sie alle auf eine Seite fummelte und ihn mit etwas schiefgelegtem Kopf ansah. “Na klar hab ich was gegen nen Kuss!”, meinte ich histerisch und fuchtelte mit den Armen, ehe ich sie dann doch wieder vor der Brust verschränkte. “Naja.. eigentlich nicht… Aber ich bin eine schlechte Schauspielerin…”, murmelte ich dann verlegen und sah ihm zu, wie er sich im Kreis drehte. Nun huschte wieder ein Grinsen über mein Gesicht. “Na gut. Ich komme mit. Aber du schuldest mir echt was dafür”, murmelte ich und ging in Richtung Tür, bis mir auffiel, dass er gar nicht mitkam. “Haben wir noch was vergessen?”, fragte ich ihn dann und sah dann an mir herunter. Mit dreckigen Boots konnte ich bestimmt nicht ins Museum, weshalb ich auf dem Absatz kehrt machte und mir etwas schickeres anziehen wollte. “Wie lang ist das Kleid? Ich hab keine dünne Strumpfhose und so dabei..”, sagte ich und blickte ihn fragend an.

      Svejn
      Ohne Umschweife öffnete ich die Schranktüren, dort an der langen Seite hing das Kleid von Jean. “Nimm doch einfach das da?“ obwohl sie Kleider nicht mochte klappte ihr die Kinnlade nach unten. Fast bewundernd strich Verena über den Stoff der Korsage und den blau zart gelb gemusterten Rock der dazu gehörte. “Schuhe finden sich sicher im Fundus ansonsten können wir natürlich los sobald du dich umgezogen hast.“ Mit dem Schauspiel würden wir sicher irgendwie klar kommen, es war ja der letzte Auftritt. Danach hatte ich drei Tage frei,diese wollten wir nutzen für Braum. Ich wusste gar nicht wie lange sie vor hatte zu bleiben.

      Verena
      “Ach, hat die andere auch hier übernachtet?”, fragte ich bissig, ehe ich das Kleid musterte. “Hilfst du mir denn dann?”, fragte ich und schnappte mir das Kleid, ehe ich meine Kleidung auszog und mich in die Korsage quetschte. “Glaub mir, du schuldest mir hierfür sehr, sehr viel”, murmelte ich und zuckte zusammen, als mich seine kalten Finger berührten. Jetzt bereute ich es ein wenig, keine wirklich sexy- Unterwäsche angezogen zu haben, sondern einfache 0815-Schwarze.

      Svejn
      Es kostete mich ein wenig Fummelei die Schnüre auf dem Rücken fest zu machen. “Jean hat es gestern vom Pferd gehauen bei der Jagdvorführung. Ich hab gesagt ich kann Ersatz finden,also hab ich das Kleid mitgenommen.“ Ich drehte sie um,betrachtete sie in dem Licht der Funzel die ich meine Deckenleuchte nannte. Dann nickte ich zufrieden,schwang sie auf den Arm, wegen der fehlenden Schuhe. Tatsächlich erinnerte ich mich an die Tatsache das der Schlüssel auf dem Tisch lag. Im Auto setzte ich Verena ab,startete den Motor und sah sie zwinkernd an “Mit Jean wäre kein Kuss vorgesehen gewesen.“ Andererseits ratterten meine Gehirnwindungen bereits daran wie ich ihr den Gefallen zurück zahlen könnte.

      Verena
      “Ach ihr habt auch Pferde da?!”, sagte ich begeistert und sofort hellte sich meine Mine auf. Auch als er mich hochob und zum Auto trug, verschwand diese nicht. “Das hättest du mir vorher sagen sollen..”, murmelte ich dann und schnallte mich an. Sofort fuhr er los und die Scheinwerfer seines Autos erhellten die Straße. “Ich hoffe ich darf ein schickes Pferd reiten… vielleicht kann ich da ja auch ein bisschen Trainer spielen”, quatschte ich ihn lachend zu, ehe er mir dann erklärte, dass mit Jean kein Kuss vorgesehen war. “Wie, kein Kuss? Und warum bekomm ich dann einen?”, fragte ich und fixierte ihn mit meinem Blick. So launisch wie heute war ich lange nicht gewesen, was mich selbst ein wenig wunderte. Dieser Kerl machte mich verrückt.

      Svejn
      Ob ich ihr sagen sollte das wir heute leider nicht auf einem Pferd sitzen würden? Nungut,der Stall war nicht weit weg ich könnte ihr zumindest den Stall zeigen. Vielleicht würde sich Kyle überzeugen lassen uns zur Kirche reiten zu lassen? Mit der rechten griff ich das Lenkrad fester,schob den Regler für die Musik ein wenig leiser Saltatio Mortis Lied “Manus Manum Lavat“ war kaum mehr als ein Summen im Hintergrund des fahrenden Wagens. “Jean ist eine schwierige Person, die nicht für einen Job die Beziehung zu ihrem Freund riskiert. Kyle,mein Chef,hat das ziemlich gestört,deswegen gab es wegen der Proben viel Streit zwischen den beiden. Also haben wir uns darauf einigen müssen den Kuss nur vorzutäuschen. Jean ist eine der wenigen Frauen am Freilicht Museum, Kyle blieb nichts anderes übrig. Als wir jetzt Ersatz gesucht haben, erwähnte ich das der Hochzeitskuss vielleicht kein Problem wäre. Natürlich kannst du es ablehnen,aber mir wäre es eine Freude - für die Gäste außerdem viel authentischer!“ mein Versuch sie weich zu bügeln schien hoffentlich Früchte zu tragen wobei ich kaum einen Zweifel daran hatte Verena würde sich widersetzen.
      Eine gute halbe Stunde Fahrt war tatsächlich schon um ich parkte den Wagen ließ den Motor aus und wandte mich an Verena. Der Blick fragend,bittend trotzdem belustigt Lächeln und eine Augenbraue erhoben. Die Entscheidung lag bei ihr,zumindest hatte ich sie für das Kleid erwärmen können.

      Verena
      “Du hörst ja schon komige Musik”, merkte ich an, ehe er sie leiser stellte und wir weiter unseren Wer entlang fuhren. Jetzt erklärte er mir auch die Sache mt Jean. “Hmm”, murmelte ich nur und überlegte, was ich nun sagen sollte. Die weitere Fahrt über schwieg ich also nur, ehe wir auch schon da waren und er mich bittend ansah. Natürlich ließ ich ihn kurz zappeln, ehe ich lachte und zusagte. “Na gut… Aber als Gegenleistung kommst du mich mal in Kanada besuchen.. Dann stell ich dir meine verrückte Bande vor”, stellte ich ihm eine Forderung und wartete belustigt auf eine Antwort.

      Svejn
      “Ehrlich gesagt hatte ich das schon länger im Sinn, mit meinen drei Rabauken würde ich gern länger bei dir vorbei schauen, aber Moon allein zurück lassen wäre nicht die beste Idee. Ihn mitzunehmen, ich” kurz schwieg ich an dieser Stelle “...ich weiß nicht ob das in seinem Zustand die beste Idee ist. Manchmal schau ich mitten in der Nacht nach ihm, wenn ich nicht da bin ist es jemand anders.” Ich bohrte meinen Fingernagel in das Lenkrad, sollte ich ihr sagen das wir tatsächlich mit dem Gedanken spielten den Hengst vielleicht einschläfern zu lassen? Ein Blick zu ihr verriet mir das ihre Belustigung gewichen war, sie hatte ihn noch nicht life gesehen, aber das Foto verhüllte nicht viel. Es ging dem Kerlchen schlecht. Verena sagte nichts nickte nur “Hauptsache du gibst mir das Versprechen mal vorbei zu kommen, dann bin ich schon zufrieden. Bis dahin komm ich eben immer mal wieder vorbei. Moon wird sich sicherlich fangen, er war schon immer ein Kämpfer, genau wie es Sarah war.” Damit stiegen wir aus in Richtung Museum.

      Verena
      Aufmerksam hörte ich ihm zu, bejahte und nickte ab und an, ehe wir am Museum ankamen und ausstiegen. Naja, er stieg aus. Ich hatte ja keine Schuhe, was die Sache ein wenig beschwerlicher machte. Er hob mich einfach ganz kühn hoch und trug mich ins Museum rein, wo ich dann auch wieder selbst laufen konnte. “Echt schön hier”, sagte ich staunend und schaute mich um.

      Svejn
      “Willkommen im Lennoxlove House! Seineszeichens Museum,historisches Hotel und für jene die tiefer tauchen noch viel mehr!“ klang eine euphorische Stimme von vorn,Kyle kam mit ausgebreiteten Armen und dem ihm ganz eigenen eleganten Gang auf uns zu. Verena sah leicht verwirrtvon ihm zu mir,als sie von Kyle in die Arme genommen wurde. Ich zuckte entschuldigend mit den Schultern,trotzdem schenkte sie mir ein Lächeln. Kyle schien entzückt von ihr,schleifte sie geradezu hinter sich her,plapperte fröhlich wie er ihre Haare in Szene setzen könne. Mir wurde nicht erlaubt in den Raum zu folgen, dazu blieb auch kaum Zeit eine schrille Stimme kam über den Flur und rief meinen Namen. “Jean?“ verblüfft sah ich sie auf Krücken,aber historisch gekleidet auf mich zu kommen. Kyle und Verena standen noch in der Tür,letztere lehnte sich vor am Türrahmen vorbei. Wankend kam Jean vor uns zum stehen, sie besaß ausladende Hüften,war größer als ich und ihr feuerrotes Haar stellte wunderbar ihren bissigen Charakter wieder. Prüfend sah sie zu Verena,die unter dem Blick gleich um einige Zentimeter zu schrumpfen schien. “Das ist also diejenige die mich ersetzen soll?“ fing sie ungläubig an zu sprechen, überging dabei Verena als würde sie überhaupt nicht existieren. “Ihr seit also der Meinung SIE“ dabei schwang eine Krücke in Verenas Richtung gefährlich nahe am Saum des Kleides entlang. “könne mich ersetzen? Falls ich euch da nicht mal täuscht. Naja zumindest scheint sie in das Kleid zu passen. Hoffentlich kann sie sich auch auf Rougar halten.“ Verena hatte aufmerksam zugehört,sie lachte leise auf,ich sah nur die feine Bewegung der Schultern. “Höchstwahrscheinlich kann ich mich besser auf Rougar halten als du es konntest.“ Merklich hörte ich Kyle einatmen,seine Bluse spannte sich. Bemerkungen über ihr reiterliches Können mochte Jean nicht,gleich nach Kommentaren über ihr Aussehen. Jean stütze sich nach vorn,wankte ein wenig bei den Versuch ihre Hand in die Hüfte zu stellen. “Ach und wie kommst du darauf?“ Verena wuchs zu ihrer normalen Größe an “Ich bin Trainerin, es gehört zu meinem Job mich auf bockenden Pferden zu halten.Auf meinem ersten saß ich mit 10.“ Damit hatte Verena wohl nichts mehr zu sagen drehte sich um und ging in den Raum. Kyle zog die Brauen nach oben,lächelte und zwinkerte - er schien zufrieden mit Verena,sie hatte sich gegen Jean behaupten können.Nach einer halben Stunde kam eine Verena wieder aus dem Raum die ich beinahe nicht erkennen konnte. “Ihr habt noch eine Stunde bis die ersten Gäste kommen,bis dahin zeig ihr doch das Haus,Svein.“ schlug Kyle vor,verschwand dann selbst um noch ein paar Sachen zu erledigen. “Er hält ja kaum eine Sekunde den Mund!“ es klang nicht böse,eher belustigt sie schien sich bei ihm nicht unwohl zu fühlen “Ganz anders als Riley.Dafür hab ich so viel über das Haus,seine ehemaligen Bewohner und die große Pferdezucht erfahren,das kann ich mir gar nicht alles merken!“ trotzdem saugte sie alles was ich selbst über das Haus gelernt hatte wie ein Schwamm auf. Im Stall konnte sie sich gar nicht satt sehen an den prächtigen beiden Friesen, Vlien und Vloun, die beiden waren Brüder und wahre Gutmensch naturen. Viele der Pferde waren stämmige Highlandponys,dessen Namen ich nicht alle kannte.“Wo ist jetzt Rougar?“ drängelte sie fast, ich ahnte das besonders der Wallach ihr gefallen würde. Rougar, schneeweiß im Aussehen war eine nicht ganz gewollte Mischung aus einer Huntersture und einem Quartervater,seine Farbe kam von der Mutter,im Aussehen glich er jedoch dem Quarter -zumindest war es zu erkennen. Verenas Augen glänzten als der im Hengsttyp stehende Wallach in seiner komplexen Montur vor ihr stand. “Ein Quartermix?! Und DAS verschweigst du mir?“ empört bekam ich einen Schlag auf die Schulter “Aua!“ doch das Grinsen wich mir nicht vom Gesicht. “Komm,du hast später Zeit ihn zu knuddeln ich stell dir das Team des heutigen Abends vor.“ Freundlich begrüßte Verena alle neuen Gesichter,ließ sich Umarmen. Wirklich glücklich wirkte sie dabei jedoch nicht,die Selbstbeherrschung die sie Jean gezeigt hatte schien zu weichen. “ Mit neuen Leuten tu ich mich immer schwer“ gestand sie mir als wir zurück in den Stallungen waren. “Wichtig ist nur das du dir Graham und Laoghaire merkst,die beiden werden die Brauteltern darstellen. Du kommst den Gang hinunter geritten bis zur letzten Eiche,dort hilft Graham dir aus dem Sattel,danach wird alles wie bei einer Hochzeit ablaufen. Beantworte die Fragen, sprich mir den Schwur später nach. Anschließend gibt es ein Festessen, da sind über 60 Leute zugegen. Die anderen werden viel über das historische Brautpaar sprechen. Nach dem vierten Gang,deinem heiß geliebten Kuchen, geb ich dir ein Zeichen. Dann erhebst du dich, knickst den Gästen zu und irgendwer wird frivol rufen das sich das Brautpaar jetzt dem wichtigsten der Hochzeit widmet. Anschließend haben wir Feierabend, wegen der Zeit hat uns Kyle zwei Zimmer reserviert in denen wir schlafen können. Noch Fragen?“
      Aufmerksam hatte sie zugehört,biss sich auf der Unterlippe herum “Wahrscheinlich fallen mir später hunderte ein,jetzt allerdings ist mein Hirn matsch.“ Dann wünschte ich ihr Erfolg. Ich nahm sie noch einmal in den Arm, küsste ihre Stirn “Danke nochmal!”
      Auf flinken Füßen huschte ich zu meinem Platz am Altar,die Gäste wurden in den Saal gelassen. Die Allee aus Eichen war erleuchtet,sodass Verena auf Rougar ohne Probleme zu sehen war. Als sie mit Graham zusammen den Gang hinunter Schritt musste ich unweigerlich breit grinsen, ihre Augen huschten durch den gesamten Saal, als wolle sie jedes noch so kleine Detail in ihr Hirn aufsaugen.
      Die Zeremonie verlief ohne spannende Vorkommnisse, es langweilte mich nach dem vierten Abend eher. Trotzdem behielt ich das Lächeln bei, zwinkerte Verena zu. Sie schien mittlerweile fast begeistert vom Abend zu sein, ihre Wangen glühten rot in der Aufregung. Für einen Moment fragte ich mich ob sie bei einer wirklichen Hochzeit weniger aufgeregt sein würde. Dann musste ich stark ein Lachen unterdrücken - wer würde nicht? Ich selbst hatte mich bereits verlobt gehabt, die Hochzeit irgendwie halb in der Planung, jetzt würde es wohl nicht mehr zu einer solchen kommen, von Beziehungen wollte ich zur Zeit nichts wissen.
      Kurz vor dem Kuss wisperte ich noch “Machen wir Jean richtig wütend.“ Es sollte ein kleiner Kuss werden, doch konnte ich nicht anders als meine Grenzen zu ertasten.
      Sanft verlangte ich um Einlass,der ohne Widerstand geleistet wurde. Ob aus Wollen oder aus Überraschung vermochte ich natürlich nicht zu sagen. Sanft küsste ich meine historische Braut des Abends,während Jubelrufe im Publikum laut wurden. Ich löste mich von ihr, eine Hand noch in ihrem Nacken, lächelte als ich ihrer glasigen Augen und roten Wangen gewahr wurde. Das Festessen war prächtig wie immer, doch warnte ich sie zu viel zu Essen “Sonst passt kein Kuchen mehr!“ “Kuchen geht immer!“ hieß es prompt von Verena, die Zunge halb aus dem Mund heraus gestreckt.
      Es gab reichlich Whisky, Met und Honigbier wobei wir uns beide vornehmlich am Wasser hielten, ein Kater konnten wir uns für die Arbeit mit den Pferden nicht unbedingt leisten. Nach dem wunderbaren Apfelkuchen, erhob sich Verena,knickste und wir verließen Arm in Arm die Halle - es war Kyle der gespielt besoffen das letzte Wort verkündete, das wir kaum hörten als die schwere Tür ins Schloss fiel. Sie schluckte jegliche Geräusche aus dem Inneren, dann war nur mein Seufzendes Gähnen zu hören. “Was für ein gelungener Abend!”


      Verena
      Stumm schweigend ging ich hinter Svejn her zu unseren Zimmern. Ein wenig gruselig war dieses Hotel schon. Oder ich war einfach nur übermüdet, dass ich schon Gespenster sah.
      Zusammen mit dem schwarzhaarigen Mann betrat ich sein Zimmer, meins war direkt daneben. “Der Abend war wirklich toll, hast du Jeans Blick gesehen als ich auf Rougar angeritten kam? Wie in Hinmels Willen ist sie von dem runter gefallen, der ist brav wie ein Lamm!”, lachte ich und setzte mich aufs Bett. Ich hatte nichts anderes zum Anziehen dabei, weshalb ich nun eine Weile im Kleid verweilen musste.

      Svejn
      “Rougar mag Kandarren nicht und Jean keine Pferde die ihr unter dem Arsch weg rennen. Im Gelände ist er spritzig aber nicht unkontrolliert,trotzdem zwingt sie ihm die Kandarre auf. Er hat sich vor einem der Hunde in der Meute erschrocken, ist zur Zeit und Jean hat ihm in den Zügeln gerissen, da hat er natürlich angefangen wie verrückt zu buckeln.” Gerade als ich mich auf die Bettkante plumsen lassen wollte, fing ich mich ab - Verena saß da in ihrem Kleid. “Ich muss nochmal fix ans Auto, als du das Kleid angezogen hast auf dem Klo hab ich ein paar Wechselklamotten mitgenommen.” Verena winkte ab, warf mir jedoch den Schlüssel zu, ich musste grinsen als sie ihn aus ihrem Ausschnitt hervor zog. “Was du hast gesagt ich soll ihn sicher weg packen.” Ich zuckte die Schultern, flitze den Gang hinauf zum Parkplatz, kramte den Rucksack hervor. Auf dem Weg zurück wäre ich fast in mein angestammtes Zimmer im zweiten Stock gelaufen, dieses Mal waren wir jedoch im Keller untergebracht. So dauerte es dann doch noch ein bisschen bis ich wieder das Zimmer betrat. Verena war nicht auf dem Bett,doch hörte ich in diesem Moment gerade die Klospülung.

      Verena
      Ich schüttelte den Kopf. “Immer diese Show-Menschen… Prügeln ein Pferd mit Kandarre durch die Gegend, während es mit normaler Trense locker laufen würde”, murmelte ich und sah ihm dann zu. “Klar “, lachte ich und gab ihm den Schlüssel, den ich aus meinem Ausschnitt nahm. Als er also gegangen war sah ich mich ein wenig im Zimmer um und ging dann zur Toilette, auf der ich mich ausziehen wollte, bis mir auffiel, dass ich dir Korsage gar nicht aufbekam. “Kannst du mir helfen?”, nuschelte ich und drehte mich einmal schnell im Kreis, damit mein Kleid durch die Gegend wehte.

      Svejn
      Wie sie sich so drehte musste ich unweigerlich an Katniss Everdeen denken,die sich auf der Bühne ähnlich gedreht hatte. “Klar komm her.“ Allerdings hatte es sich mit dem lösen der Schleife nicht getan,während also die Schnüre immer länger wurden musste ich alles das was ich vorher fest gezogen hab lösen. “Das ist eine fummlige Sache,wie kann man sich sowas ausdenken!?“ Verena befreite sich wortlos sie schien genauso müde wie ich. Im Rucksack kramend warf ich ihr mein Shirt zu “Hab leider nicht erkannt was bei deinem Zeug für die Nacht war also hab ich das mitgenommen.“ Derweil legte ich den Kilt ziemlich zerknüllt auf den Boden warf mir ein Shirt über und ließ die Boxershort an.


      Verena
      Schier ewig schien er an meinem Kleid herum zu fummeln, ehe ich wieder nur mit BH und Slip bekleidet vor ihm stand. “Jemand der keine Hobbys hat denkt sich sowas aus”, sagte ich lachend und nahm dankend sein Shirt an. Ich zog es über den Kopf und sah kurz zu ihm herüber, als auch er sich umzog. Ich stellte mich kurz vor den Spiegel und zupfte an den T-Shirt herum. Svejn war nicht sonderlich groß, weshalb mir das T-Shirt nicht ganz über den Hintern ging. “So kann ich aber nicht rüber gehen”, murmelte ich. Unsere Zimmer waren nicht direkt nebeneinander, meins war ungefähr 5 Zimmer weiter. Leicht ratlos sah ich zwischen Svejn und dem Bett hin und her.

      Svejn
      Ich sah an mir runter,mein Outfit war wogl mehr dazu geeignet quer durch den Flur zu laufen. Allerdings war das Bett breit genug für uns beide, “Lass uns einfach hier bleiben,weiß jetzt spontan eh nicht wo die Karte für das Zimmer hin ist. Es ist 2 Uhr in der früh,Schlaf ist alles was ich jetzt will!“ Das war sogar wahr,meine Augen hielten sich kaum noch offen von allein,mein Hirn fasste keinen Gedanken mehr klar. Ohne Hintergedanken ließ ich mich also einfach vorwärts ins Bett fallen,rollte auf die Seite und zog eine der Decken zu mir ran. Eine Hand lag auf dem Schalter zumlöschen des Lichts. Auch Verena schien zu dem Schluss zu kommen,denn ich hörte das Bett rascheln,drehte den Kopf und sah wie sie sich auch hinein legte. “Du hast Recht.“ nuschelte sie genau so verschlafen wie ich.

      Verena
      Ich nickte als er meinte, dass wir einfach beide hier bleiben sollte . Ich legte mich ins Bett neben Svejn, ehe er das Licht löschte und ich mich in meine Decke kuschelte. Auf das Frühstück, welches mitgebucht war freute ich mich schon besonders, da es aufs Zimmer gebracht wurde. “Gute Nacht “, murmelte ich ehe ich einschlief.
      Die Nacht war schneller vorbei als mir lieb war. Um 8 Uhr klopfte jemand Sturm an unserem Zimmer. Grummelnd stand ich auf, weil ich trotz rütteln und schütteln meinen lieben Bettnachbarn nicht wach bekam. Vielleicht tat er auch nur so, als würde er schlafen, um sich meinen Hintern anzuschauen, wenn ich zur Tür ging. Ich seufzte und ging letztendlich zur Tür. “Guten Morgen, wie bestellt ihr Frühstück”, sagte die junge Frau lächelnd und achtete gar nicht auf meine Kleidung. “Am anderen Zimmer macht niemand auf, soll…” “Ist schon gut, lassen Sie alles hier”, meinte ich zuvorkommend und zog den Wagen in unser Zimmer. “Dankeschön “, sagte ich noch kurz ehe ich die Tür zumachte und alles in Richtung Tisch schon. “Aufszehen du Schlafmütze!!”, sagte ich nun echt laut und rüttelte Svejn durch. Wieder bekam ich ihn nicht wach. “Hm”, sagte ich nachdenklich und fing dann einfach an, den Tisch zu decken. Endlich raschelte es im Bett. War er nun aufgewacht?

      Svejn
      Ich rollte mich auf die Seite des Bettes an der mir das Sonnenlicht direkt ins Gesicht schien, meine Hand bedeckte sie daraufhin gleich wieder. Nur langsam kam ich mit in Watte gepacktem Kopf nach oben - da bahnte sich doch jetzt nicht eine Erkältung an?! Nachdem sich meine Augen langsam anpassten, blinzelte ich in Richtung Verena. “‘Tschuldige eigentlich sollte ich das wohl machen.”
      Ich war jetzt einfach nur froh das diese Schichten für den Moment ein Ende hatten, dafür hatte ich in den nächsten zwei Wochen keine Führungen zu machen. Eigentlich auch wieder schade, die Bedienung hier im Hotel genoss ich dann doch ganz gern. Da mir ein kühler Wind um die Beine wehte, zog ich eine Jeans über die Boxershort. Gemeinsam ließ sich der Tisch wesentlich schneller decken als allein. Gerade als ich allerdings genüsslich vom Brötchen abbeißen wollte klingelte mein Handy, ich schaute müde in Richtung des Bettes. Beschloss für den Moment nicht ran zu gehen. Als dann allerdings noch dreimal angerufen wurde, machte mich das stutzig. Dort auf dem Display meines Handys stand “Alisdair”
      Äußerst verwundert nahm ich an “Al, was ist los?” “Svejn, Moon hat schon wieder eine heftige Kolik, wir haben den Tierarzt schon gerufen, er ist hier - kannst du kommen? Es sieht nicht gut aus!” Ich hielt die Luft an, wenn Alisdair sagte es sah nicht gut aus, dann war es das tatsächlich. “Natürlich!”
      Ich drehte mich um, mein Handy war laut genug gewesen - Verena hatte schon fast alles wieder auf den Wagen geräumt. “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?” “Wenn ich rase noch eine dreiviertel Stunde.” Innerhalb der nächsten Viertelstunde packten wir, checkten aus und verabschiedeten und von Kyle. Im Kopf hatte ich schreckliche Szenarien - war jetzt der Moment gekommen den ich die ganze Zeit gefürchtet hatte?






      20.02.16
      Moonlight Shadow | Euthanasie

      Auf dem Rinderhof angekommen wurden wir nicht von Svejn sondern einem älteren Herren namens Alisdair begrüßt. “Hab den Besitzer schon informiert wir fangen ohne ihn schon an, sieht nicht gut aus.” Er sah mitgenommen aus, und erklärte mir das es diesmal schon recht schlimm ist. "Wir haben immer mit ihm gegen die Koliken gekämpft. Aber diesmal erscheint es mir viel viel schlimmer. Alle Erstmaßnahmen die wir normalerweise ergreifen um die Schmerzen erträglicher zu machen, hatten diesmal keine Wirkung gezeigt." sagte der Mann und setzte sich mit verzweifelten Gestiken neben Moon ins Heu. Simon hatte die Rolle der psychologischen Betreuung übernommen und suchte das Gespräch mit Alisdair. Somit hatte ich freie Bahn um mir ein Bild von der Situation zu machen um entsprechend zu handeln. Ich versuchte mich Moon langsam zu nähern, aber er beachtete mich kaum. Er war zu sehr damit beschäftigt sich abwechselnd herum zu wälzen und sich in Hundeposition hin zu setzen. Sofort kontrollierte ich seine Vitalzeichen. "Du armer Kerl" sagte ich als ich seine Blutdruck und seine Pulsergenisse ansah. Für so Werte muss man schon sehr starke Schmerzen haben. "Komm kleiner, ich lass dich nicht mehr Leiden. Ich hoffe aber du kämpfst, du schaffst das schon". Ich setzte ihm einen Venenkatheter, somit konnte ich ihm sofort starkes Schmerzmittel, direkt in die Vene verabreichen. Das Schmerzmittel wirkte schon nach kurzer Zeit und ich nutzte die Gelegenheit um den Hengst weiter zu Untersuchen. Seine Augen sowie Zahnfleisch waren stark errötet und auch seine Atmung schien im weiter schwer zu fallen. Nach circa zehn Minuten, plus verabreichnung weitere Schmerz und Beruhigungsmittel ging es mit dem wälzen weiter.

      Svejn
      Als wir den Wagen auf dem Hof parkten war der Tierarzt bereits da, sie standen auf dem abgesteckten Stück Paddock von Stormi und Moon, letzterer lag auf dem Boden. Alisdair, eine Frau und offensichtlich ein Helfer standen um den braunen Hengst herum. Wir begrüßten sie,Verena war bereits vollkommen aufgelöst, als sie den Hengst sah. Auch mir steckte ein riesiger Kloß im Hals, gemeinsam begaben wir uns auf den Paddock, hielten Stormi davon ab zu dem kranken Moon zu wollen. Er schien zu wissen das nichts in Ordnung war.

      Alisdair und Simon waren mittlerweile wieder zu uns gestoßen. Svejn der gerade gekommen war versuchte Moon zu beruhigen. Wir versuchten alles was in unserer Macht stand um ihn zu fünft wieder auf die Beine zu bekommen, vergeblich.

      Nach über drei Stunden war es soweit. Die Medikamente halfen Moon nur bedingt aber erbrachten keinen Erfolg. Moon und Svejn, sie beide erschienen von aller Kraft verlassen. "Es, es sind drei Stunden um. Das ist das absolute Maximal für solche Schmerzen und zu neunundneunzig Prozent kann man, so leit es mir tut, keine Heilung mehr Erwarten". Nach diesem Satz musste ich erstmal Durchatmen. "Es ist nie leicht für mich eine solch Diagnose stellen zu müssen, vor allem bei einem Pferd was noch viele glückliche Jahre erleben hätte können. Aber ich glaube es ist Zeit über eine Euthanasie, Einschläferung, nach zu denken". Svejn blickte mich und Simon an. "Ich weiß. Simon hatte mit mir über eine solch mögliches Ergebnis gesprochen. Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr meint das es der letzte Ausweg ist ihm zu helfen". Er streichelte Moons stark verschwitztes Ohr und küsste trotzdem seine Stirn. "Möchtest du dabei sein?" frug ich behutsam. Svejn sah hinüber zu Verena zögerte ein wenig bevor er ja sagte. "Als ich ihn nach dem Unglück von Sarah zu mir aufgenommen habe, da habe ich ihm versprochen da zu sein. Was wäre es für ein Verrat diesen Weg nicht mit ihm zu gehen". Knie zittrig stand ich auf und zog die Überdosis von Betäubungsmittel in die Spritze und lief zurück zum Paddock. "Letztendlich ist es immer noch deine Entscheidung. Du darfst dich trotz meiner Diagnostik dagegen Entscheiden". "Nein, ich möchte ihn von seinem Leid erlösen." sagte Svejn und hielt Moons Kopf in seinem Schoss. "Gleich ist es vorbei" flüsterte ich, löste die Sicherung am Venenkatheter und verabreichte ihm das Betäubungsmittel. Es begannen Minuten der vollkommenen Stille, erfüllt mit Trauer, einem Hauch von Fassungslosigkeit aber auch Erleichterung bis Moon langsam zur ruhe kam, nicht mehr hektisch versuchte sich zu drehen und dann seelenruhig seine braunen Augen schloss. Ich ging aus dem Paddock und ließ sie sich alle von ihm verabschieden.

      Somewhere . . . in time's own space, there must be some sweet, pastured place
      Where creeks sing on - and tall trees grow, some paradise where horses go,
      For by the love that guides my pen, I know great horses live again.
      by Stanley Harrison

      Simon und ich blieben noch solange wir konnten auf dem kleinen Hof um weiter Svejn zu betreuen und mit ihmr alles zu verarbeiten. Er blickte jedoch sehr positiv in die Zukunft und sah Moons Lebensende als ein Meilenstein für seinen Neuanfang. "Vielen Dank" sagte Svejn nochmals als wir zum Abschied übergingen. "Viel Glück für die weitere Zukunft und darauf das wir uns für sowas nicht nochmal wieder sehen müssen" sagte ich und stieg dann in das Taxi.

      Er war fort, ich starrte auf den Körper den wir mittlerweile mit einer Plane abgedeckt hatten. Wir hockten auf dem Rand der Badewanne, die als Tränke diente. Stormi ging es ähnlich miserabel wie Verena und mir. Der Hengst stand da, den Kopf nahe des toten Moon, die Ohren ein wenig zur Seite geklappt. Alisdair kam um die Ecke, in der Hand drei Gläser und eine Flasche Whisky “Auf den Schrecken trinken wir einen, auf Moon!” Wortlos nahmen wir die Gläser entgegen, sahen wie die goldene Flüssigkeit hinein gefüllt wurde. “Slainté Moon!” und damit ran das Getränk meine taube Kehle hinab.

      Verena
      Svejn hatte sich endlich dazu bequemt aufzustehen. In einem Moment alberten wir noch herum, sprachen über den vergangenen Abend, über Rougar, den ich sofort kaufen würde, sollte er verkauft werden und und und. Im nächsten Moment stockte mir der Atem.
      Kaum hatte Svejn aufgelegt, sprang ich auf und räumte den Tisch ab.
      “Dafür lass ich das Essen auch erstmal stehen - wie lange brauchen wir zum Hof?”, fragte ich geschockt und fasste mir an den Kopf. Moon würde jetzt doch wohl nicht sterben, er musste das schaffen!
      “Eine Dreiviertel Stunde brauchen wir bis zum Hof”, sagte Svejn mir noch, doch ich bekam das gar nicht mehr mit, da ich so mit packen beschäftigt war, bis mir auffiel, dass ich keiner Hose anhatte. Ich kramte ohne Worte in der Tasche des jungen Mannes, in der ich auch eine Jogginghose fand. Schnell zog ich sie an, ehe wir den Rest des Zimmers räumten, auscheckten und zum Auto rannten.
      Am Hof angekommen fing der Horror erst an. Cooper und Simon, wobei ich letzteren kaum kannte standen bei Moon und kämpften lange um sein Leben, bis sie es schließlich aufgeben mussten. Nun konnte ich auch meine Tränen nicht mehr zurück halten. Zunächst schluchzte ich leise, versuchte es unauffällig, ehe Svejn mir einen traurigen Blick zu warf und ich mir die Hand vor den Mund presste, um nicht zu schreien. Ich hatte noch kaum ein Pferd sterben sehen und bei meinem zarten Gemüt war ich auch jetzt total am Boden zerstört. Svejn kniete sich zu Moon, nach anfänglichen Zögern gesellte ich mich zu ihm, streichelte den Hals des braunen Hengstes und flüsterte ihm etwas ins Ohr, was Svejn entweder gar nicht, oder nur teilweise hören konnte. “Bald bist du wieder mit Sarah zusammen, mein Freund. Richte ihr aus, dass ich sie schrecklich vermisse. Versprich mir dass du auf sie aufpasst, egal wo ihr euch wieder seht”, flüsterte ich und war nun mehr am weinen als Svejn. Mich verband einfach mehr mit diesem braunen Hengst als Svejn je verstehen würde. Vielleicht bildete ich mir auch zu viel darauf ein, aber Sarah war eine sehr gute Freundin gewesen, die ich leider viel zu wenig besucht hatte.
      Nun lag Moon also da.. Der Tod hatte ihn schneller eingeholt als er es hätte sollen. Der ältere Mann von Svejns Hof, dessen Name ich vergessen hatte bedeckte den leblosen Körper mit einer Plane, während ich zu meinem Stormi ging und ihm die Arme um den Hals legte. “Ist gut mein Großer”, schluchzte ich und sah dann zu Svejn und dem Mann, der mit Gläsern und Whiskey zu uns kam. “Auf Moon”, wiederholte ich seinen Satz und trank mein Glas aus, ehe ich es mir erneut füllen ließ. Heute würde ich mich nur noch betrinken.

      Svejn
      Wir blieben nicht lange auf der Badewanne sitzen, Alisdair hatte sich verabschiedet, uns dabei die Whiskyflasche stehen lassen. Irgendwann hatte ich die fassungslose Verena mitgenommen,an der Schulter haltend, ihre Tränen hatten mich angesteckt -auch mir rannen ein paar Tränen die Wangen hinab. Verena und ich unterhielten uns nicht,wir hockten auf dem Bett, leicht fassungslos die Gläser nachfüllend. Als es an der Tür klopfte bewegte sich niemand von uns, mittlerweile saß Verena nicht mehr, ihr Kopf lag auf meinem Schoß. Es klopfte erneut, dann erklang die Stimme von Alisdairs Frau: “Ich hab euch etwas Mittag gemacht, Sandwiches, Kuchen und etwas Saft. Ich lass es vor der Tür stehen.“, die trippelden Schritte entfernten sich.
      Ich bettete Verenas Kopf auf das Kissen, huschte zur Tür. Aller Trauer zum Trotz herrschte in meinem Magen gähnende Leere, das Essen mochte nicht zu füllen was Moon hinterlassen hatte. Aber wozu zwei leere Stellen bestehen lassen? Der kleine Korb war sorgfältig mit einem Tuch abgedeckt, ein Schmunzeln huschte über meine Lippen. “Lass uns etwas davon Essen.“ Ermutigend hielt ich ihr ein Sandwich entgegen.


      Verena
      Nach einer Weile gingen wir ins Haus. Zusammen setzten wir uns aufs Bett, wo wir weiterhin unsere Gläser nachfüllten. Ich war nicht betrunken, jedoch merkte ich den Alkohol sehr gut, denn mein Blick schien sich ein wenig zu trüben, was aber auch an meinen aufgequollenen, verheulten Augen selbst liegen konnte. Mittlerweile lag ich mit meinem Kopf auf Svejns Schoß, unbewusst, so glaubte ich zumindest, hatte er sich nach hinten gelehnt, seinen Körper auf eine Hand gestützt, mit der anderen fuhr er mir durch die Haare. Als es klopfte, regte sich keiner. Doch nach einer kurzen Bedenkzeit stand Svejn auf, legte meinen Kopf auf ein Kissen und ging zur Tür. Ich richtete mich auf, leerte mein Glas und schaute zu ihm herüber. Kurz wischte ich über mein Gesicht, ehe ein kleines Lächeln über mein Gesicht huschte. “Ich habe riesen Hunger”, merkte ich beiläufig an. Der Alkohol sättigte nicht, und je weniger feste Nahrung ich im Bauch hatte, desto schneller würde ich besoffen sein. Das war zwar eigentlich mein Ziel, aber nicht schon am Nachmittag. Viel lieber würde ich mich einfach auf meinen Stormi schwingen und über die Felder jagen. Aber das konnte ich Svejn wohl nicht zumuten- Stormi wollte ich auch nicht von Moon wegholen, er sollte sich noch in Ruhe verabschieden.
      “Danke”, murmelte ich, als Svejn mir schließlich das Sandwich reichte. Ich biss rein und im Nu war es verschwunden- so groß war mein Hunger also. Auch stieg ich von Whiskey zu Saft um, da der mir wohl viel besser tun würde, als der Alkohol. Auch Svejn schien sich zu überlegen, auf Saft umzusteigen, doch noch zögerte er und schaute zwischen dem Alkohol und dem Nicht-Alkohol hin und her. “Nimm den Saft”, sagte ich leise und schaute ihm zu, wie er zu erst zu mir, und dann zum Saft sah, ehe er sich ein Glas nahm. “Tut uns beiden glaube ich jetzt gut”, merkte ich an, ehe ich ein Stück vom Kuchen aß.
      Wir konnten nicht den ganzen Tag hier herum sitzen und nichts tun, Moon war fort, wir waren noch hier, also sollten wir um Moons Willen auch etwas mit unserem Leben anfangen. “Was sollen wir heute noch machen?”, stellte ich ihm die alles entscheidende Frage. Entweder hatte ich den richtigen Zeitpunkt gefunden, nach so etwas zu fragen, oder ich war mit der Frage zu früh und er würde mich gleich einfach verständnislos anschauen.

      Svejn
      Ich fischte mein Handy aus der Taschehielt es nach oben “Ich werde Google fragen ob jemand in der Nähe ein Krematorium besitzt.“ Verena schaute verwirrt drein “Wozu?“ “Zum Abdecker kann ich Moon einfach nicht bringen. Es war Brauch das Herr und Pferd gemeinsam begraben werden, ich habe vor Moons Überreste an das Grab von Sarah zu bringen. Dann hat es seine Seele leichter über den Bifröst zu ihr zu reisen.“ Vielleicht würde sie meine Wege nicht verstehen,aber ich wusste das auch Sarah diesem Pfad gefolgt war -es war nur Recht Moons Seele bei seiner Reise zu unterstützen. Leicht lächelte ich, im Inneren spürte ich das dies der richtige Weg war. Tatsächlich gab es ein Krematorium in Edinburgh das auch Hunde und Pferde einäscherte. Ein kurzer Anruf genügte “ In zwei Stunden kommen sie Moon holen. Was hälst du von einem kleinen Austritt? Thjalfe ist stark genug uns beide zu tragen.“ Stormi sollte in Ruhe um seinen Freund trauern können.

      Verena
      So ganz verstand ich seine Vorgehensweise mit Moon zwar nicht, aber wenn das hier so Brauch war, dann war ich die Letzte, die etwas dagegen sagen würde. Als er meine Gedanken aussprach, nickte ich nur. “Thjalfe kenn ich ja noch gar nicht, Zeit ihn kennen zu lernen”, murmelte ich und ein kleines Lächeln legte sich auf meine Lippen. Ich zog mir kurz meine Reitklamotten an, ehe auch Svejn sich umzog und wir zusammen zu dem Kaltblut gingen, wobei wir einen großen Bogen um Stormi und Moon machten. Jedoch konnte ich es mir nicht verkneifen, einmal kurz hinzusehen.
      Stormi stand neben Moon und stupste ihn immer wieder an. Kurz seufzte ich und musste mich wirklich gut zusammen reißen, dass ich nicht schon wieder losheulte. “Hallo Dickerchen”, sagte Svejn auf einmal und riss mich aus meiner Trance heraus. “Das ist also Thjalfe”, schlussfolgerte ich und streichelte die Nüstern des Kaltblutes. “Wie groß ist der denn?”, warf ich in die Runde und sah Svejn überlegen. “Der müsste um die 1,62m groß sein”, antwortete er mir und ich nickte. Zusammen putzten wir schnell über, ehe Svejn ihm eine schicke Westerntrense anzog und sich auf den Rücken des Braunen schwang, ehe auch er mich hinaufzog. Man meinte es nicht, aber der junge Mann hatte sehr viel Kraft… So saß ich also hinter ihm und hatte meine Arme um seine Hüfte gelegt, damit ich mich festhalten konnte. Unser Weg führte uns eine gute Stunde rund um seinen Hof. Wir mussten ja noch früh genug zurück sein, wenn die Leute vom Krematorium kamen. Thjalfe schickte sich richtig gut, so dass wir auch ein kurzes Stück galoppieren konnten, ehe wir uns auf den Rückweg machten, den Hengst wieder zurück stellten und gerade fertig waren, als die McGregors vom Krematorium ankamen.

      Svejn
      Es brauchte eine ganze Weile bis der tote Pferdekörper auf dem Hänger platziert war. In anbetracht der Tatsache das die McGregors
      keine weiteren Termine hatten wollten sie die Asche gegen Abend abholen kommen. Wehmütig sah ich dem Hänger nach, Stormi wieherte und rannte auf dem Paddock auf und ab. Verena konnte ihn nicht beruhigen,selbst Bucksließ sich von der Aufregung anstecken,zeigte sein seltenes Wiehern. Da wir nichts mit uns richtig anzufangen wussten, machten wir nahezu schweigend die Paddocks sauber, fütterten und tränkten die Pferde. Ein Plan nahm in meinem Kopf Gestalt an,den ich gern mit Verena besprechen wollte. Nach der harten Arbeit zogen wir uns in mein Häuschen zurück, kochten uns ganz einfach Bratkartoffeln. Da ich nicht wollte das dies ebenso schweigend von statten ging wollte ich den Plan ansprechen,doch über meine Lippen kam etwas anderes. “Stäbchen ziehen oder einigen wir uns einfach drauf das du zuerst duschen gehst?“

      Verena
      Schweigend sah ich zu wie sie Moon wegbrachten. Mit aller Mühe konnte ich Stormi beruhigen, ehe wie die Pferde fertig machten und dann ins Haus gingen, wo wir uns etwas zu essen machten. Als Svejn mich nach dem Duschen fragte, antwortete ich : “Geh du zu erst, du brauchst nicht so lange, ich spül in der Zeit das Geschirr ab.”
      Er nickte und verschwand, nachdem wir fertig mit essen waren, im Bad. Freilich dauerte es nicht lange bis er fertig war und ich duschen gehen konnte. Ich hatte mich im Zimmer schon bis auf die Unterwäsche ausgezogen. Das Handtuch griffbereit auf dem Bett.

      Svejn
      In Ermangelung mehrerer Handtücher musste ich auf das für die Haare verzichten. So hingen sie mir auf der Brust, trotz des abrubbels spürte ich die Nässe herunter tropfen. Trottel der ich war hatte ich keine Ersatzkleidung ins Bad genommen,normalerweise brauchte ich das ja auch nicht zu tun. Also stand ich mit dem nassen Handtuch um die Hüften im Türrahmen. Das Geschirr war abgewaschen, eine mir den Rücken zugekehrte Verena stand an der Couch ihre Sachen halb darauf verteilt, offensichtlich hatte sie das Handtuch ganz unten in der Tasche gehabt. Im Grunde hätte ich also doch meinTuch für die Haare nehmen können. Verena schien gerade an ihrem BH herum zu werkeln. Da ich nicht wusste wie mir geschah,befand ich mich plötzlich bei ihr,schob ihre Hände aus dem Weg. Das war nicht gut,gar nicht gut! Ich hatte mir fest vorgenommen nicht zu tun wonach mir gerade der Sinn stand. Aber war das nicht nahezu eine Einladung? Schließlich hätte sie sich auch im Bad umziehen können!
      Mit trockenen Mund,öffnete ich den Verschluss, sah wie röte ihre Wangen hinauf fuhr. Mit eisiger Willenskraft hielt ich mich zurück, sie war nicht irgendein Objekt meiner Begierde,ganz gleich was andere taten, es schickte sich einfach nicht. Ich war nie einer der Kerle gewesen,die Frauen ausnutzen,aber was tat ich hier dann? Gefühle spürte ich für sie nicht,oder belog mich mein Hirn am Ende? Obwohl ich den Träger nur zu gern von ihren Schultern gezogen hätte,trat ich energisch einen Schritt zurück - nicht weit genug. “‘tschuldige“ rasselte meine Stimme, innerlich schlug ich mir auf den Hinterkopf.

      Verena
      “Wo hab ich denn bloß mein Handtuch…”, murmelte ich und stellte meinen Koffer auf den Kopf. Alles, was mir im Weg zu sein schien, verteilte ich großzügig auf der Couch. “Seltsam…”, murmelte ich ehe ich einen erfreuten Ton meine Lippen verlassen ließ. “Da ist es ja”, lachte ich frôhlich und schaute zum Bad, dessen Tür noch immer geschlossen war. Nun fing ich an, an meinem BH Verschluss herum zu werkeln, ehe mich jemand, naja, es müsste Svejn sein, am Rücken berührte und mir anscheinend helfen wollte. Ich zuckte heftig zusammen und griff instinktiv da hin, wo seine Hand bis eben noch gelegen hatte. Er murmele eine Entschuldigung, doch ich nickte nur ab. “Kein Thema.. Aber…”, ich ließ den Satz offen, schnappte mein Handtuch und die Klamotten in verschwand im Bad.
      Langsam ließ ich mich an der Tür des Badezimmers hinabgleiten, ehe ich meinen Kopf auf den Händen abstützte und kurz seufzte. Mein Tatendrang vom letzten Mal war verschwunden und auch die Sache mit Moon ging mir sehr nahe, weshalb ich keinen Gedanken an so etwas verschwendet hatte. Ich rappelte mich nach einer Weile auf, duschte und ging dann schließlich schweigend wieder ins Zimmer, wo ich meine Sachen vom Sofa aufräumte.

      Svejn
      “Ignoranter Arsch!“ schollt ich mich selbst. Schnell zog ich mich an,schaute in den Kühlschrank wirklich viel an Essen war nicht mehr da,auch das Wasser neigte sich dem Ende.Um den Kopf frei zu bekommen schrieb ich Verena schnell einen Zettel das ich Einkaufen fuhr, legte ihn dann auf ihre Sachen auf der Couch dort würde sie den nicht übersehen.
      Das Einkaufen dauerte seine Zeit, da erhielt ich den Anruf der McGregor Brüder. Da ich schon in Inverness war konnte ich die Asche gleich mitnehmen. Wortlos wurde sie mir übergeben,die Rechnung erhielt ich später per Post. “Ich danke ihnen!“. Etwas geistesabwesend strich ich über die silberne Urne,lächelte er würde an einem guten Ort sein. Mit den Einkäufen im einen Arm und der Urne im anderen Arm, klopfte ich fast drei Stunden später an die Tür. Es roch herrlich nach Essen,verwirrt sah ich zu Verena “Du hast gekocht?“ ihr Gesicht war gerötet. Sie schien wieder geweint zu haben. Ich stellte alles auf dem Boden ab,lächelte schaute hinüber zum gedeckten Tisch. “Danke.“

      Verena
      Während ich die Sachen vom Sofa wegräumte fiel mir ein Zettel von Svejn auf, den ich kurz las und schweigend weglegte. Kurz seufzte ich, ehe ich versuchte die Tränen zu unterdrücken, was aber nicht recht klappte.
      Schließlich zog ich mich an und schaute dann in den Kühlschrank, in dem noch Eier und Toasts lagen. Ich nahm beides heraus, schlug die Eier auf einen Teller und wendete die Toast darin. Dann streifte ich etwas Butter in eine Pfanne und legte die Toasts hinein. Ich wusste nicht ob er Arme Ritter kannte, falls nicht würde er sie kennen lernen.
      Nach einer Ewigkeit kam er dann wieder, um einen Arm den Einkauf, im anderen Arm die Urne. Ich lächelte nur kurz und nickte. “Kennst du arme Ritter?”, fragte ich und er verneinte. “Zeit, dass du sie kennen lernst”, lächelte ich und drückte ihm Teller und Besteck in die Hand, womit er den Tisch deckte. Ich brachte die Toasts auf den Tisch und verteilte sie auf unsere Teller. Nachdem er ein wenig gegessen hatten fragte ich: “Und?”

      Svejn
      “Ungewöhnlich, aber es schmeckt wirklich gut. Bewundernswert das du aus den Resten überhaupt was essbares zu stand bekommen hast.” Ich aß langsam um nicht sprechen zu müssen was in Anbetracht der derzeitigen Situation auch nicht gerade hilfreich war. Beim letzten Mal war ich mir meiner Sache sehr sicher gewesen, auch als ich Verena eingeladen hatte hier her war ich ohne Zweifel. Jetzt jedoch beschlichen mich Zweifel. Eigentlich hatte ich fragen wollen ob ich sie zurück auf die Ranch begleiten könnte. Dort wollte ich ihr helfen mit den Pferden, selbst etwas von ihr lernen und natürlich ein wenig zu Pferd die Gegend erkunden. Auf dem amerikanischen Kontinent war ich lang nicht mehr gewesen, schon gar nicht mit Pferd. Es war nicht Recht, irgendwie wollte ich zu gern die Zeit zurück drehen möglich war dies allerdings nicht mehr. “Hör zu, ich...ich hätte dich vorhin da nicht in eine solche Situation bringen sollen. Das war ein Fehler von mir den ich nicht bedacht habe.” Die richtige Aussage wäre gewesen das ich selbst überaus verwirrt war, ich wusste nicht wie ich unsere Situation einordnen sollte.

      Verena
      “Das hat meine Oma früher immer abends zu essen gemacht. Schnell, einfach und besser als trockenes Brot”, erklärte ich ihm sanft lächelnd und aß dann weiter. Er schwieg, ich schwieg. Nicht so super…
      Aufmerksam hörte ich seinen Worten zu, mit denen er das Schweigen brach. Zunächst sagte ich nichts, ehe ich kurz nickte. “Ist schon okay, denke ich. Ich bin es ja selbst schuld”, lachte ich und legte mein normales Lächeln wieder auf.
      “Was machen wir denn heute noch? Wir haben gleich erst 20 Uhr”, fragte ich ihn und fing an die Teller abzuräumen. Es war doch schwer, als Mann und Frau die Finger voneinander zu lassen, was ich beim Abwasch auch merkte. Ständig berührten unsere Finger sich mehr als eigentlich nötig, auch wenn immer einer von uns die Finger wegzog. Nun hatten wir viertel nach Acht, der Abwasch war erledigt und wir konnten theoretisch zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.

      Svejn
      “Ich hab vorhin Moons Asche abholen können, der Friedhof ist nicht weit weg. Ich würde gern die Asche noch dorthin bringen. Vielleicht kannst du meine Beweggründe nicht ganz nachvollziehen, aber ich denke auch für Sarah wäre es wichtig gewesen. In dem einen Besuch in deren Haus habe ich gesehen, das auch sie in irgendeiner Weise den Wegen des Asatru folgte. Zur alten Zeit der Wikinger wurden die Tiere neben ihren Herren begraben, da wir wohl kaum einen ganzen Pferdekörper vergraben lassen können, habe ich mich für die Äscherung entschieden. In der Gruft wird ein Teil von Moons Überresten zusammen mit einem Teil der Haare bei Sarah liegen können, so kann seine Seele über die Sternenleiter leichter zu ihr finden. Ich mag nicht an einen Gott mit langem Bart und einem achtbeinigen Pferd denken, der den Himmel durchstreift, sie sind für mich einfach nur eine Metapher aus dem Sagenbuch meines Glaubens, für die Kräfte um uns herum, die wir nie verstehen werden.” Verena hing an meinen Lippen,sodass ich mir zumindest sicher sein konnte sie nicht allzu sehr zu langweilen. “Es ist nicht weit weg, falls du möchtest könnten wir mit Thjalfe hin reiten - ich weiß nicht wie Straßensicher Stormi ist.” Außerdem dachte ich daran wie aufgeregt der Hengst noch am Nachmittag gewesen war, mit ihm in der Dunkelheit zu reiten wäre vielleicht nicht die allerbeste Idee, aber letztendlich lag die Entscheidung bei Verena. Unser letzter Ausritt war schnell gewesen, bei diesem könnten wir uns Zeit lassen, vielleicht konnte ich ihr die Klippen zeigen. Der Vollmond würde unseren Weg erleuchten, die Klippen besaßen ihren ganz eigenen Charme, vielleicht würde ich dann den Mut aufbringen können sie zu fragen ob sie mich auf der Ranch dulden könnte.

      Verena
      Gebannt hörte ich ihm zu, wollte an Ende noch eine Frage stellen, ehe ich es dann doch sein ließ und über seine Aussage mit Thjalfe nachdachte. “Ich bin Stormi bis jetzt bei mir nur im Gelände geritten, eine Straße hat er nur von Weitem gesehen, und ich denke es ist besser, wenn wir ihn hier in Ruhe lassen.”, murmelte ich und nickte. “Dann lieber Thjalfe”, wiederholte ich seine Aussage und zog mir nur schnell eine Jacke über und ging dann schon raus, um Thjalfe zu holen. Er hatte die ganze Zeit in seiner Box gestanden, weshalb das putzen echt schnell verlief. Dann kam auch schon Svejn mit der Urne und einem Rucksack. Ob er da wohl ein Picknick drin hatte? Ich wollte nicht nachfragen, sondern trenste den stattlichen Hengst, hielt die Urne während Svejn aufstieg und schwang mich dann selbst hinauf. “Soll ich den Rucksack nehmen? Dann klappt das mit dem Festhalten besser..”, fragte ich, doch er schüttelte nur den Kopf. “Wir tauschen einfach”, meinte er lächelnd. Ich grinste kurz, sprang vom Hengst und Svejn rutschte nach hinten. Dann schwang ich mich wieder hoch und es ging los.

      Svejn
      Ich geleitete ihr den Weg, meine Entscheidung sie vor zu lassen bereute ich dann beinahe ein wenig. Mit den Händen wusste ich nicht wirklich wohin,solange wor im Schritt blieben konnte ich sie einfach locker auf meinen Oberschenkeln ruhen lassen,sollte Verena sich für einen Trab entscheiden,sah die Sache anders aus. Trotz des vollen Mondes war die Nacht angenehm mild,es herrschte kein Wind,nur der übliche Nebel lag über dem Land,tauchte die Umgebung in ein mystisches Licht. “Dort an der Straße müssen wir hinüber, die nächste Strecke ist immer links von der Straße. Irgendwann kommt ein großer Stein,dort überqueren wir die Straße erneut. Am Ende des Feldweges befindet sich die kleine Kirche mit dem Friedhof. Dort sind einige Familiengräber alter Familien,schon die Urgroßerltern von Cayden McAlistair sind dort untergebracht. Es ist eine besondere Ehre das auch Sarah und die Adoptivkinder dort sind,manchmal erlaubt dies der Clan nicht. Selber weiß ich das allerdings nicht,selbst nur von Alisdair erfahren.“ Die Straße warum diese Zeit kaum befahren,allerdings blieben wor länger stehen - wir waren nicht durch Reflektoren gekennzeichnet und der Nebel hing mittlerweile tief. Als nichts auf ein Auto hinwiesging es fix hinüber. Thjalfe bewies sich immer mehr als Glücksgriff, mit dem großen Pferd hatte ich wahrlich eine Gute Entscheidung getroffen.
      Am Grab der Familie standen wir still, ich hatte die Urne zweigeteilt, die Asche zusammen mit einem Schopf aus Haaren legte ich zu dem Schild mit der Aufschrift “Sarah McAlistair“, der Rest befand sich weniger glorreich in einer Tupperdose im Rucksack. Wir sprachen keine Worte,jeder hing selbst den Gedanken nach, ehe wir uns zurück zu Thjalfe begaben,der am Tor auf uns wartete,allzu lang wollte ich ihn nicht allein dort stehen haben.
      Um die Klippen zu erreichen mussten wir nur einen kleinen Fußmarsch hinter den Friedhof auf uns nehmen. Es gab keinen Baum,keinen Strauch auf dieser Anhöhe. Mit dem Gedanken das er wohl nicht fort rennen würde entfernte ich die Trense vom Kopf des Hengstes. Das Rauschen der Wellen hatte man bereits am Friedhof vernehmen können,hier war es lauter,doch es übertönte nichtgleich alles. Draußen auf dem Wasser stand der Vollmond am Himmel. “Die Klippen hier haben sicherlich einen Namen,falls ja kann ich ihn dir leider nicht nennen.“sprach ich während der Rucksack sanft auf den Boden angesetzt wurde.

      Verena
      Ich musste wirklich höllisch aufpassen, wenn wir eine Straße passierten. Nicht, weil die Stellen an sich gefährlich waren, sondern weil man einfach nichts durch den Nebel sehen konnte. So dauerte es eine ganze Weile bis zum Friedhof, bei der mich Svejn nicht einmal berührte. Ich schmunzelte kurz und hielt Thjalfe dort an, wo Svejn mich hin dirigierte. Wir Banden den braunen Hengst an der Mauer an und stiegen ab. Als der junge Mann mir von der Geschichte des Clans erzählte, nahm ich mir vor, den alten Mann auf dem Hof danach zu fragen, wieso der Clan die Bestattung im Familiengrab hätte verweigern können.
      Der Prozess verlief schweigend ab, naja so gut wie. Mir kamen zum Schluss hin doch die Tränen, aber auch Svejn nahm das Ganze ein wenig mit.
      Stillschweigend gingen wir dann den kleinen Weg zu den Klippen, nachdem wir den Hengst abgeholt hatten. Dort entfernte Svejn die Trense, was einen skeptischen Blick meinerseits zur Folge hatte, doch der Braune blieb immer in der Nähe. “Wow ist das schön hier”, sagte ich lächelnd und ließ den Wind mit meinen Haaren spielen. Ich drehte mich einmal im Kreis, so dass meine Jacke, welche ich geöffnet hatte, nach oben flog und aussah wie ein riesiges Kleid, was sich durch den Wind aufplusterte. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass Svejn den Rucksack abgesetzt und auch schon ausgeräumt hatte. Er legte gerade eine Decke auf den Boden, als ich zu ihm schaute. “Du hast an alles gedacht”, sagte ich nun wieder glücklicher und ließ mich auf die Decke plumpsen, ehe ich den Mond betrachtete und verträumt in den Himmel schaute.


      Svejn
      Die wärmere Decke ließ sich weitaus schwieriger aus dem Rucksack holen, als sie dann heraus war legte ich sie Verena um die Schulter. Ich kniete mich ihr gegenüber, die Tupperdose auf den Knien fest umklammert. “Ich dachte daran ein paar der Überreste von Moon in die Winde zu verstreuen, kein Pferd sollte gefangen sein, so können wir sie wenigstens im Tode den Winden anvertrauen. In der Tupperdose vielleicht nicht allzu elegant, aber solange es uns nicht stört” Ich grinste etwas, dann half ich Verena auf die Füße. Der Rand der Klippe war nicht weit weg, langsam setzten wir uns dort hin die Beine baumelnd. Mein Herz schlug mir dabei bis hoch zum Hals, Höhenangst vertrug sich nicht ganz mit diesem Vorhaben. Thjalfe kam uns hinterher “Thjalfe, steh!” ich wollte nun nicht den Tod meines neuen Pferdes riskieren.

      Verena
      “Danke”, murmelte ich als er die Decke auf mich legte. Gespannt schaute ich ihm dann zu, wie er eine Tupperdose aus dem Rucksack kramte und mir erklärte, was er damit vor hatte. Ich nickte und wir rutschten nach vorne zu den Klippen. Erst als Svejn Thjalfe anfuhr merkte ich, dass er sich zu uns Gesellen wollte. “Wir könnten uns auf seinem Rücken setzen, ihn ein wenig weiter nach vorne führen und dann die Asche verstreuen, dann ist die Verbindung zwischen uns und den Pferden stärker” schlug ich vor und Svejn nickte. Er gab mir den Zaum mit dem ich den braunen Hengst wieder aufzäumte, ehe Svejn sich auf den Rücken schwang und ich den Hengst näher an die Klippen führte. In einigen Abstand zum Abgrund stellte ich ihn parallel und hielt ihn dann gut fest, auch wenn er keine Anstalten machte sich zu bewegen. “Jetzt bist du dran”, sagte ich seufzend zu Svejn und sah wartend zu ihm nach oben.

      Svejn
      Ich stabilisierte mich auf dem Rücken des Hengstes, griff nach der Tupperdose, die mir Verena reichte. Dann hielt ich ihr meine Hand hin, erst schien sie zu zögern, schwang sich dann aber mit meiner Hilfe auch auf Thjalfe. Dieses Mal saß sie nicht direkt hinter oder vor mir, ich hob sie mir der Einfachheit halber einfach quer auf den Schoß. Mein Blick ging hinaus auf das Meer, hinauf zum Mond während meine Hände den Deckel der Dose zu öffnen begann. “Es soll ja Kulturen geben, die Asche ihrer geliebten Tiere und Vorfahren Essen. Eigentlich ist das verstreuen von Asche wohl auch verboten, aber wer sollte uns schon verraten?” Mein Blick halb nach hinten gerichtet, suchte ich nach Verenas Hand dirigierte sie mit zur Dose.Ich prüfte noch einmal den Wind, wäre nicht sonderlich Vorteilhaft, wenn wir die ganze Asche später selbst ins Gesicht bekommen würden.
      Mir stand der Sinn nach besonderen Worten für Moon, aber mein Hirn schien jetzt wie weg gepustet, mir wollte nichts einfallen. Zusammen entließen wir schlussendlich die Asche in den Wind, für einige Sekunden stand sie in der Luft ehe sie sich verteilte. Meine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln “Gute Reise mein Freund.” im Geiste sah ich Moon wie ich ihn von Sarahs Bildern kannte. Muskulös, scheinendes Fell und eine wallend,lockige Mähne wie er mit kräftigen Galoppsprüngen den Bifröst hinauf rannte. Eine milde begann sich über meinen Geist zu legen, im Grunde war es gut das er sich nicht länger zu quälen brauchte. Ich hatte meine Hand auf dem Oberschenkel abgelegt, spürte die Ränder der Dose unangenehm an meiner Hand, noch deutlicher jedoch Verenas Hand auf der meinen. “Irgendwie doch ein wenig unspektakulärer als ich es im Kopf hatte.” flüsterte ich entschuldigend lächelnd. Verena erwiderte nichts, ich sah nur die Hälfte ihres Gesichts wahr in der Dunkelheit, konnte aber das deutliche weiß ihrer Zähne erkennen. Ich schluckte, das Lächeln verschwand von meinem Gesicht als ich sie beobachtete. Mein Hirn kam mir abhanden, sie sah wunderschön aus in diesem Licht und mir kam eine Erkenntnis - sie war mir nicht egal. Trotz der strikten Abneigung gegen jegliche Beziehung, hatte ich es geschafft Gefühle für sie zu entwickeln. So widerholte ich meinen Fehler vom Nachmittag, strich mit der Hand ihren Rücken hinauf, fand meine Hand in ihrem Nacken wieder als ich ihre Haare aus dem Weg strich. Die Tupperdose fiel auf den Boden, ich dankte Thjalfe für sein starkes Nervenkostüm,wünschte es mir auch da mein Atem zitterte als ich Verena in den Nacken küsste. Als sie den Kopf leicht in meine Richtung drehte, legte ich kühn meine Lippen auf die ihren wohlwissend das ich damit einiges zerstören könnte.

      Verena
      Eigentlich hatte ich Thjalfe, den ich ab sofort nur noch Alfi nannte, weil mir sein Name zu kompliziert war, nur festhalten wollen. Jetzt jedoch hielt mir Svejn seine Hand hin, damit ich auch aufsteigen sollte. “Bleibt der auch stehen?”, fragte ich den jungen Mann kurz und er nickte. Also schwang ich die Zügel über Alfis Kopf, ehe ich Svejns Hamd ergriff und er mich hochzog- jedoch nicht vor ihn, sondern auf seinen Schoß.
      Gerade als ich ihn skeptisch anschauen wollte, klackte die Dose und forderte meine ganze Aufmerksamkeit. “Machs gut….”, murmelte ich, als Svejn die Asche in die Luft streute. Auf seine Aussage mit dem Verbot reagierte ich gar nicht, da das Rauschen des Meeres mich zu sehr ablenkte. Deshalb merkte ich auch gar nicht, wie Svejn mit seiner Hand meinen Rücken hinauf fuhr und mir die Haare aus dem Nacken strich. Erst als die Tupperdose auf den Boden fiel, zuckte ich zusammen und schaute in seine Richtung. Ohne es vorher anzukündigen, okay er hatte mich vorher schon in den Nacken geküsst, drückte er seine Lippen auf die Meinen. Von da an Ständen meine Gedanken Kopf. Erst nach ein paar Sekunden, die Svejn wohl zum Verzweifeln brachten, erwiderte ich seinen Kuss leicht. Nach einer Weile immer fordernder, wobei ich gar nicht bemerkte, dass Alfi den Kopf zum Fressen gesenkt hatte und ich immer weiter herunter rutschte. Natürlich hielt ich mich so lange an Svejn fest wie ich konnte, ehe wir beide mit einem rumsen auf dem Boden landeten. Alfi hob nur den Kopf und ging einen Schritt zur Seite, fraß dann einfach weiter. Stockend atmete ich, während ich Svejn betrachtete, der etwas verwirrt über mir lag und sich zu überlegen schien, ob er mich nochmal küssen oder aufstehen sollte.

      Svejn
      Aufstöhnend gruben sich meine Hände linksund rechts von Verena in die bröckelige Schicht aus Stein und Erde,mein Kopf blieb an ihrem Schlüsselbein vergraben. Im fallen oder eher als wir den Hals von Thjalfe hinab rutschten hatte sich unsere Lage geändert, Verenas Knie erkundete dabei Regionen die äußerst Schmerzhaft waren. “Willst du Rührei aus mir machen?“ grunzte ich im Laut des Schmerzes, wenn ich es auch mit Humor nahm. “Oder ist das deine Rache?“ sie hatte meinen Kuss erwidert,wieso sollte sie dann Rache üben sollen? Da sie keine Antwort gab sondern einfach nur zu lachen anfing,wusste ich das sie mir meine Kühnheit nicht böse nahm. Ich strich mir selbst ein paar der Haare aus dem Gesicht, richtete mich langsam auf und half anschließend auch Verena auf -schwungvoll. Ihre Arme waren zwischen mir und ihr eingeklemmt “Lass uns zurück nach Hause,meine Finger werden klamm außerdem…“ flüsterte ich,ließ den Satz dann jedoch unausgesprochen,schenkte ihr nur einen weiteren kurzen Kuss auf die Lippen,ließ sie unbefriedigt stehen und lachte als ich ihr enttäuschendes Gesicht sah. Mit fahrigen Fingern warf ich die Decke auf Thjalfes Rücken den Rucksack nahm ich vorn an der Brust und zog mich wieder auf den Rücken. “Starrst du weiter Luftlöcher oder kommst du?“

      Verena
      Völlig perplex zog ich mein Bein unter seinem Körper weg. “S.. Sorry”, murmelte ich und versuchte unter ihm aufzustehen, ehe er noch etwas sagte, auf das ich nur kurz lachte und ansonsten den Blick schweifen ließ. Alfi stand noch immer da wo er eben gestanden hatte, was sehr gut war. Nun stand Svejn endlich auf und zog mich gleich mit hoch, klemmte jedoch meine Hände zwischen seinem und meinem Körper ein, ehe er mich kurz küsste. Genau dann, als ich den Kuss erwidern wollte, machte er einen Schritt nach hinten. Schmollend blieb ich stehen und sah ihm zu, wie er Alfi die Decke auf den Rücken warf. Mein Blick war derweil wieder aufs Meer gewandert, es war so schön hier, fast noch schöner als in Kanada. “Starrst du weiter Luftlöcher..”, hörte ich Svejn sagen, ehe ich mich umdrehte und zu Alfi ging, auf dessen Rücken ich mich dann auch schwang. Dieses Mal saß Svejn vorne, so dass ich mich an ihm festhalten musste, um nicht herunter zu fallen denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet und wir könnten ein kurzes Stück traben. Trab war immer noch meine schwächste Gangart, weshalb ich mich ordentlich an dem Mann festhalten musste, um nicht von Thjalfes schwungvollen Trab heruntergeschmissen zu werden.
      Am Hof angekommen stellten wir Alfi weg, schauten kurz nach Stormi und gingen wieder in die Wohnung, wo es wohlig warm war. Dann schaute ich grinsend zu Svejn, ehe ich auf eine Reaktion von ihm wartete.

      Svejn
      Alisdair schien wieder den Kamin angeworfen zu haben, denn nur dann war mein kleiner Bungalow wirklich so warm, die Heizung reichte dafür nicht. Morgen müsste ich ihm dafür unbedingt danken. Jetzt jedoch sah ich zu Verena, die mich aufmerksam beobachtete, sie schien etwas zu erwarten. In dieser Haltung erinnerte sie mich an eine Löwin auf der Jagd, die ihre Beute mit festem Blick fixierte um keine Reaktion von ihr zu verpassen. Notorisch langsam zog ich mir die Schuhe von den Füßen, die zwei Schichten Jacken aus und den Rucksack natürlich auf den Boden zurück.
      Erst dann trat ich auf sie zu, küsste ihr wieder den Nacken, die Lippen. Im Grunde sollte ich hier stoppen, denn wohin es führen würde war uns beiden Glasklar. Verena schien mich jedoch nicht abwenden zu wollen, während sich meine Hand unter ihr Shirt schob. “Würdest du mich…” ein weiterer Kuss auf ihre Lippen unterbrach mich wieder “ mit zu deiner Ranch nehmen?” die Frage, die mir den ganzen Tag durch den Kopf gegangen war lag mir nicht länger ohne unterlass auf der Zunge. Sollte sie mich wirklich bei sich haben wollen, konnte es vielleicht zu Problemen kommen.

      Verena
      Erst als Svejn sich langsam auszog, spürte ich die wohlige Wärme, die in dem Bungalow herrschte. Auch ich zog meine Stiefel und die warme Jacke aus und beobachtete den jungen Mann dabei, wie er den Rucksack wegstellte und auf mich zu kam. Als er meinen Nacken küsste, zog ich instinktiv die Schultern hoch. Ich hasse das. Mein Ärger war aber schnell verflogen, da seine Lippen die Meinen fanden und ich den Kuss sanft erwiderte. Viel zu früh löste er sich von mir, doch seine Hand unter meinem Shirt deutete etwas völlig anderes. Umso verwirrter war ich dann, als er mich fragte, ob ich ihn auf meine Ranch mitnehmen würde. Kurz überlegte ich, ehe ich sarkastisch meinte: “Caleb ist ja jetzt eh weg, Hilfe kann ich gut gebrauchen… Nein… Wie meinst du das?” Sanft legte ich meine Hand auf seine Brust, natürlich über sein Shirt, um ihn ein kleines Stück nach hinten zu schieben, ehe ich auf eine Antwort wartete. Jetzt musste er mir wirklich erklären, wie er das meinte.

      Svejn
      Fieberhaft marterte mein Hirn über eine Antwort, denn da gab es im Grunde ziemlich viele. “Als ich in dieses Land kam war ich verlobt,überzeugt bis zum Winter verheiratet zu sein. Kaum das ich den Fuß auf schottischen Boden gesetzt hatte, fiel alles auseinander. Ich wohne auf einem Rinderhof,lebe in einem Bungalow und meine Pferde stehen auf provisorischen Paddocks. Der Versuch Sarahs Trainingszeug zu übernehmen,ich will nicht sagen das ich komplett gescheitert bin,aber es fehlt mir manchmal einfach an Wissen.“ Meine Hände waren nun vor mir in der Luft, eine legte ich nun in ihren Nacken “Du bist hier aufgetaucht,hast mir dein Wissen und dein Pferd anvertraut..“ hier stockte ich nicht,doch hatte sie mir auch sich selbst anvertraut,viel mehr als ich gedacht hätte. “Würdest du mich mitnehmen,könnte ich an deinem Wissen teilhaben, dir auf der Ranch unter die Arme greifen und nebenbei ein anderes Land zu Pferd erkunden. Ich hasse Schottland nicht,aber im Moment kann ich es nicht als Heimat ansehen. Außerdem..“ Mit der Zunge fuhr ich mir über die vom Reden trocken gewordenen Lippen,die Worte die mir in den Sinn kamen verließen meinen Mund jedoch nicht,nur in meinen Gedanken hallten sie nach. Außerdem bist du mir nicht egal. “...fällt mir hier nach Moons Tod wahrscheinlich die Decke auf den Kopf. Ich wollte auf ihn aufpassen und habe versagt.“ belog ich sie und mich selbst. Reine Lüge war e jedoch nicht.

      Verena
      Gebannt hörte ich ihm zu, nickte ab und zu und lächelte sanft. “Pferde zu fliegen ist ganz schön teuer, ich habe Connections bei der Fluggesellschaft, eventuell bekomme ich deine Pferde billiger nach Kanada”, erklärte ich ihm und überlegte kurz. “Einen weiteren Helfer kann ich gut auf der Ranch gebrauchen”, murmelte ich. “Und du wirst dich bestimmt unter den ganzen Leuten wohlfühlen, kennst du eigentlich alle?”, fragte ich dann und er verneinte. “Gut, da wären also Alexis, meine Cousine, sie ist Auszubildende als Pferdewirt in Haltung und Zucht. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Stuten und Fohlen, aber auch um die Henhste und trainiert die englischen Reitweisen. Sie erkennst du sehr gut daran, dass sie viel plappert. Dann wäre da Aaron, ein echt netter Bursche. Er trainiert die Pferde in Dressur und Springen, aber auch in Military und Galopprennen. Nun würde ich dir von Caleb erzählen, aber der ist ja zur Zeit weg… Also erzähl ich dir von Aliena. Sie macht eine Ausbildung als Pferdewirtin in Spezialreitweisen Western, weshalb sie auch eher die Westernpferde reitet. Hmm dann wäre da Riley. Er ist noch nicht lange bei uns, wird aber vermutlich bald auch weiter reisen. Wenn du seine Geschichte Geb
      Nauer erfahren willst, frag ihn auf der Ranch selbst danach”, lachte ich und holte mir etwas zu trinken. “Willst du auch?”, fragte ich ihn und er nickte, weshalb ich ihm auch etwas Orangensaft in ein Glas schüttete. Dann wäre da noch Amy Lee. Die haben wir auf einem Turnier kennen gelernt, sie ist ja auch erst 16. auf jeden Fall hilft sie auf der Ranch wo sie kann und geht ansonsten noch zur Schule.”, erklärte ich ihm und knuffte ihn in die Schulter. “Jetzt kommen wir zum spannenden Teil, setz dich lieber, es wird gefährlich “, sagte ich lachend und konnte in seinem Blick erkennen, dass er mir nicht glaubte. “Wir haben außerdem auf der Gips Reminder Ranch 4 Jugendliche aus einem nahen Gefängnis aufgenommen.” Nun klappte seine Kinnlafe runter. “Das musst du mir genauer erklären”, sagte er zu mir und sah mich fragend an. “Ist eine lange Geschichte, aber in Kurzform schnell erzählt. In einem nahe gelegenen Gefängnis konnten sich Ranchbesitzer anmelden, um jugendlichen Straftätern ein befristetes Zuhause zu geben. Sozusagen wenn jemand noch 1 Jahr absitzen muss, kann er 1 Jahr auf eine Ranch gehen, da arbeiten und und und..”, Svejn nickte. “Ich habe 4 aufgenommen. Bellamy, Octavia, Finn und Murphy. Bellamy und Octavia sind Geschwister, die würden wohl von einem Mann bedroht und Bellamy schoss auf ihn. Genaueres weiß ich nicht, auf jeden Fall sind die beiden dann im Gefängnis gelandet… Bellamy wird schnell aufbrausend… Besonders bei Sachen die seine Schwester betreffen, bleib du als Kerl am Besteb von O weg, wenn du keinen Stress mit Bellamy willst”, erklärte ich ihm lachend. “Dann wäre da noch Finn & Murphy, sie sind beide Diebe. Mit Finn wirst du keine Probleme haben, aber pass mit Murphy auf. Finn und Bellamy hegen einen Hass gegen ihn, nur Octavia scheint ihn gut leiden zu können. Also Merk dir, wann immer Bellamy, Finn und Murphy aneinander geraten, geh sofort dazwischen”, erklärte ich ihm mit Nachdruck. “Noch Fragen zu den Mitarbeitern?”

      Svejn
      Ich musste lachen,nicht wegen der Häftlinge,sondern wieleicht eine einzige Frage uns von dem angebracht hatte was wir vielleicht getan hätten. “Unzählige,aber ich kann sie sicherlich auch beantwortet kriegen wenn ich dich begleite nach Kanada. Die Arbeit auf einer so großen Ranch macht mich neugierig. Das Projekt mit den Jugendlichen ist wirklich gut,bin gespannt ob sie nach dem Jahr nicht wieder rückfällig werden.“ Ich konnte mir vorstellen das gerade den Dieben die Rückfälligkeit schwerer fallen würde. “Auf der Rennbahn hatten wir auch zwei,die durften allerdings nur Scheiße schaufeln. Einer ist irgendwann abgehauen, was aus dem anderen wurde konnte ich nicht verfolgen,da bin ich dann gegangen.“
      Es wurde ein langer Abend den wir vertieft in Gespräche verbrachten, über Kanada,das Ranchleben,Dinge die sie mir unbedingt zeigen wollte. “Es wird sicherlich zwei Wochen dauern bis alles erledigt ist, willst du in dieser Zeit hier bleiben,oder lieber zurück kehren?“ Inständig hoffte ich dabei das sie bleiben würde,eine törichte Art zu denken - es wartete eine ganze Ranch die geführt werden wollte.

      Verena
      Ich nickte. “Ja, die Fragen kannst du auch auf der Ranch noch stellen.”, erklärte ich. “Ja… Ja das mit dem rückfällig werden ist so eine Sache…. Murphy und Finn bleiben noch circa 1 Jahr bei mir, Octavia und Bellamy noch locker 2.. Ist ja als wären sie im Gefängnis und würden ihre Strafe absitzen.. Aber zB Octavia macht sich wahnsinnig gut, sie reitet immer besser”, erklärte ich ihm noch begeistert. “Sie kann sogar schon eine meiner schwierigeren Stuten reiten, Wimpys Little Devil. Der Name sagt alles”, lachte ich und strich mir die Haare aus dem Gesicht.
      Wir redeten noch eine Weile über die Pferde in Kanada, bis er mir dann eine sehr wichtige Frage stellte. “Das kann ich dir jetzt leider noch nicht beantworten, da muss ich erst Alexis anrufen, wie es zu Hause aussieht. Sie waren gestern auf Turnier und jetzt habe ich 2 gekörte Hengste mehr, besonders bei dem Isländer warte ich nur darauf, dass mir die Bude eingerannt wird, der ist nicht nur farblich ein Hingucker, sondern auch von seinem Können her wahnsinnig gut”, erklärte ich lachend und zuckte dann mit den Schultern. “Wie gesagt, da muss ich erst mal mit Alexis reden”, antwortete ich ihm dann nochmal, ehe ich ein paar meiner Sachen schonmal vom Sofa in den Koffer räumte.

      Svejn
      Aufmerksam hing ich an ihren Worten fest,musste dann jedoch ein Gähnen unterdrücken. “Dann lass uns schlafen gehen,die Nacht war kurz und der Tag ereignisreich. Vielleicht schlafen wir dieses Mal länger.“ Auch Verena sah allmählich aus als könne sie ihre Augen nicht weiter aufhalten. “Außerdem kannst du dann morgen Alexis anrufen und fragen ichbin gespannt auf ihre Antwort. Soll ich helfen die Couch frei zu räumen, oder sparen wir uns das ausklappen und du kommst hier her?“ dabei klopfte ich auf die leere Seite der Matratze. Im Grunde schlief ich besser,wenn jemand neben mir im Bett lag, das war die Macht der Gewohnheit, nie hatte ich länger als eine Woche von meiner Ex getrennt geschlafen.Ich zog mir die Hose von den Hüften und das Shirt vom Oberkörper,mittlerweile war mir mehr heiß als wohlig warm,es tat gut aus der Jodpurhose zu kommen.

      Verema
      Ich lachte kurz auf. “Ja, vielleicht schlafen wir heute länger, und besser”, erwiderte ich seine Aussage und überlegte kurz. “Warum sollten wir altbewährtes nicht fortführen?”, lachte ich und zeigte aufs Bett. “Da werde ich wohl schlafen und Alexis morgen in aller Frische und mit guter Laune anrufen”, erklärte ich Svejn und tat es ihm gleich, indem ich mich bis auf mein Top und das Höschen auszog und mich unter die Decke kuschelte. “Gute Nacht”, sagte ich lächelnd und gähnte einmal. “Nacht”, sagte Svejn noch und schlief relativ schnell ein. Auch ich driftete nach einer Weile ins Land der Träume ab, wachte jedoch mitten in der Nacht einmal auf, weil mir zu warm wurde. Grinsend drehte ich meinen Kopf nach hinten. Svejn war in der Nacht auf mich zugerutscht und hatte seinen Arm um meine Taille gelegt. Ich legte vorsichtig meine Hand auf seine, bedacht darauf ihn nicht zu wecken und schlief irgendwann wieder ein.

      Am nächsten Morgen stand ich mit den ersten Sonnenstahlen auf. Langsam befreite ich mich von Svejns Arm, ehe ich aufstand und mein Handy suchte, mit dem ich sofort Alexis anrief. Leise meldete ich mich am Hörer: “Hallo Alexis.. wie siehts aus, hast du was von Caleb gehört?”, fragte ich und hörte ihr zu, ehe meine Stimme ungewollt lauter wurde, fast schrie ich ins Telefon. “Der hat was gesagt?!”, zischte ich und lief nun am Fenster auf und ab. “Und wie soll ich das deuten? Was soll ich denn jetzt machen? Verdammt ich brauch den Idioten auf der Ranch!!”, fluchte ich und hörte, wie Svejn sich aufrichtete. Wie viele meiner Schimpfwörter, die ich alle an Caleb gerichtet hatte, er mitbekommen hatte, wusste ich nicht. “Ich mach jetzt Schluss Alexis, ich melde mich später nochmal. Danke nochmal.” Frustriert ließ ich mich einfach auf die Couch fallen. Ganz gleich, ob ich mich auf meine Klamotten setzte. Hauptsache ich konnte irgendwo draufhauen, was ich auch mit der Couch machte, ehe Svejn meine Hand festhielt und mich fragend ansah.

      Svejn
      “Hey,hey Wildkatze!“ zischelte ich amüsiert als ich aus dem Bett sprang nachdem sie aufgelegt hatte. Erst fing ich die Hand sah sie an “Was ist aus dem Anruf mit guter Laune geworden? Die Couch kann für Caleb nichts, lass sie ganz und erzähl lieber was er gesagt hat.“ Ich hatte fast vergessen wie Impulsiv sie manchmal sein konnte,deswegen schwirrte mir ständig das Bild einer Wildkatze wie dem Löwen durchden Sinn. Entweder würde sie bleiben,oder um alles zu klären vor Fliegen. Allerdings hatte ich nicht das ganze Gespräch mit angehört,sodass ich auch diese Frage an Alexis nicht gehört hatte. Trotzdem sah ich das böse Funkeln in ihren Augen, wütende Tränen sammelten sich in ihren Augen,aber ich wusste sie würden ihre Wangen nie erreichen -nicht deswegen. Ich sah aber auch Enttäuschung,ob wegen sich selbst oder Caleb konnte ich nicht sagen. Diesen Caleb jedoch hatte ich gefressen, mit jedem erwähnen seines Namens wurde mir der Typ unsympathischer.

      Verena
      Als er mich Wildkatze nannte musste ich doch wieder lächeln. “Ich war am Anfang ja auch gut gelaunt, aber als Alexis mir von O’Dell erzählt hat, ist die echt in den Keller gefallen”, schnaubte ich wütend und zog langsam meine Hand zurück. Svejn leistete mir kurz Widerstand, merkte allerdings, dass ich mich beruhigt zu haben schien und ließ meine Hand los. “Caleb hat wohl gesagt, ich sei eh nur wieder nach Schottland geflogen um, halt dich fest: 1. rumzuvögeln, 2. weil ich nichts auf die Reihe bekomme & 3. kommt er erst wieder zurück, wenn ich mich bei ihm für die Backpfeife entschuldige und ihm mehr Geld zahl…”, erklärte ich Svejn und merkte, dass ich wieder wütender wurde. “Bei Gott glaub mir, würde ich den Mann nicht so dringend auf der Ranch brauchen, könnte er mich kreuzweise. Aber er weiß genau, dass ohne ihn das Training ins Stocken kommt und das nutzt er schamlos aus”, knurrte ich und haute wieder auf die Couch, ehe Svejn seine Hand auf meine legte und leichten Druck darauf ausübte, so dass ich sie nicht mehr von der Lehne heben konnte. “Der macht mich einfach fertig”, sagte ich seufzend und sah traurig zu Svejn hoch. “Er ist auch derjenige, der mit den drei Gefängnisjungs gearbeitet hat. Murphy zum Beispiel würde im Traum nicht daran denken, auf Riley oder Aaron zu hören.. die sind ihm einfach nicht stark und dominant genug, verstehst du?”, versuchte ich ihm zu erklären und seufzte wieder. “Ein paar Tage, höchstens fünf kann ich noch bleiben, dann muss ich dringend wieder nach Hause. Ich und vor allem die Ranch kann es sich nicht leisten, sollten Murphy, Finn und Bellamy doch auf die Idee kommen, irgendwas Dummes zu machen…”

      Svejn
      Es war eine aufregende Woche. Nicht nur wegen dem Transport der Pferde den wir organisieren mussten.Dank der guten Kontakte von Verena konnte ich alle meine drei Pferde mit dem Geld des verkauften Autos hinüber bringen nach Kanada. Alisdair war enttäuscht mich gehen zu sehen,trotzdem halfen er und sein Sohn mir beim Abbauen der Paddocks. Die Pferde standen nun in einem Abteil des Rinderstalls.
      Kyle lud uns am vorletztenAbend als Gäste zu einerJagd ein,bei der Verena nochmal die Gelegenheit hatte Rougar zu reiten. Auf Beteuerungen hin versprach er ihr sie zu kontaktieren falls er den Hengst je verkaufte. Mit mir war er ein wenig sauer, aber nicht weil ich so überstürzt ging sondern das ich überhaupt ging. “Mein bester Mann geht mir abhanden! Was soll ich sonst machen. Falls du wieder hier bist ruf mich an.“
      Ich sah mich in dem Bungalow um,sah wie wenig davon am Ende mir gehörte,denn meineganze Habe befand sich in nur zwei Koffern im gemieteten Transporter. Mehr Platz nahm das Zubehör der Pferde ein. Zum Frühstück waren wir jetzt immer bei Alisdair. Es kam nicht nochmal zu einem Kuss,dazu hatten wir einfach viel zu tun.Trotzdem genossen wir die Gesellschaft des Jeweils anderen,schmiedeten Pläne für die Zeit in Kanada.
      “Es ist der letzte Tag,lass uns Stormi und Thjalfe schnappen und einen letzten Ausritt wagen.Falls du möchtest kannst du Thjalfe nehmen,der Große scheint einen Narren an dir zu haben.“ Ein letztes Mal wollte ich durch die Highlands streifen,mich verabschieden. Jetzt gen Ende war ich doch traurig zu gehen.

      Verena
      Ich kam gar nicht mehr hinterher mich bei allen Leuten für ihre Gastfreundlichkeit zu bedanken, da es einfach so unglaublich viele waren. Das Essen bei Kyle war wirklich toll und die Zicke, die nicht reiten konnte, tauchte erst gar nicht auf- besser für sie.
      “Ja, lass das machen, bevor unser Flug nachher geht”, sagte ich und wir machten Alfi und Stormi fertig, ehe Svejn mir noch einmal die schöne Gegend Schottlands zeigte. “Hier ist es wirklich wunderschön”, schwärmte ich von der Landschaft, von der ich mich nur schwer verabschieden konnte, doch die Arbeit rief.
      Wieder am Hof angekommen ging alles sehr schnell. Die Pferde wurden verladen, wir fuhren zum Flughafen, die Tiere wurden sediert, eingeladen und schon ging unser Flug, währenddessen Svejn und ich viel lachten und herumalberten, ehe wir in Kanada landeten und Alexis uns überschwänglich begrüßte. Von nun an fing ein neues Leben an, nicht nur für Svejn, sondern auch für mich und die Ranch.
    • Laraya13
      4495 Zeichen | Veija

      Skeptisch betrachtete ich die Namensliste meiner Pferde. Es wurden immer mehr! Aber so lange wir mit dem Training und der Pflege hinterher kamen, war das nicht so schlimm.
      Seit ein paar Tagen war wieder Ruhe auf der Ranch eingekehrt. Svejn und seine Pferde lebten sich gut ein und er half tatkräftig mit und packte überall an, wo er gerade gebraucht wurde. Etwas niedergeschlagen zupfte ich am Führstrick von Eldrian Antrax, ehe ich mir Octavia und Murphy beiseite nahm und um Hilfe bat. “Schnappt euch Kunis und Compañero, wir bringen die drei auf die Koppel”, gab ich Anweisungen und freute mich, dass die drei Pferde unbeschadet auf der Koppel ankamen. Heute stand misten auf dem Plan. “Murphy fängst du schon einmal an? Dann bringen Octavia und ich den Rest der Pferde auf die Koppel.” “Jo, Chef”, sagte er und grinste mich an. Ich musterte ihn kurz, lächelte dann jedoch auch und ging mit Octavia zurück in den Stall. “Langsam wird es kritisch, was die Menge an Hengsten angeht. Vielleicht sollte ich den ein oder anderen doch kastrieren?”, warf ich ihn den Raum und sah sofort, wie Octavia die Kinmlade herunter fiel. “Und was macht man dann mit dem Wallach? Den braucht man dann doch gar nicht mehr…” Ich lachte. “Na klar brauch man den noch.. Wallache sind die besten Turnierpferde!”, erklärte ich ihr lachend und drückte ihr den Führstrick von Crescent Wolf und Blazing Flame in die Hand. Ich selbst holte mir Ahyoka und unseren neusten Neuzugang, Ceara Isleen. Was es jedoch mit dem roten Traum auf sich hatte, wird sich noch herausstellen. Mit den vier Pferden gingen wir also in Richtung Koppel und ließen sie laufen. Nun fehlte nur noch Monster Delusion, den ich mir noch schnappte und zu den drei Criollos auf die Koppel brachte. Gott sei Dank verstanden sich die drei, weshalb ich wieder in Richtung Stall gehen wollte. Auf meinem Weg dahin sah ich Svejn, der Thjalfe sattelte. “Hey, wo willst du denn hin?”, rief ich ihm lachend zu. “Ausreiten, kommst du mit?”, kurz überlegte ich. Wir hatten seit wir hier in Kanada waren keinen Moment für uns allein gehabt… “Ja, warte ich hol mir Eldrian dann komm ich mit”, rief ich ihm zu, ging in den Stall, um Murphy und Octavia Anweisungen zu geben, bevor ich Eldrian von der Koppel holte, schnell putzte und sattelte. Dann konnte es losgehen. Eldrian und Alfi konnten sich besser leiden als gedacht, weshalb wir die beiden ohne Porbleme nebeneinander laufen lassen konnten. Ich schlug den Weg in Richtung See ein. Zwar konnten wir darin noch nicht schwimmen, es war aber ein schöner Anblick. “Wie gefällt es dir denn bis jetzt hier in Kanada und auf meiner Ranch?”, fragte ich ihn lächelnd und sah, wie seine Augen groß wurden. “Deine Ranch ist größer, als ich mir das vorgestellt habe”, lachte er und strich über Alfis Hals. “Mit Bellamy habe ich ja schon gearbeitet, ein netter Bursche…”, erzählte er mir und ich lachte. “Ja, nett ist er. Bleib aber am besten trotzdem von Octavia weg, bis er dich besser kennt. Ich will keine Verletzten.”, lachte ich und trabte Eldrian an. “Na komm”, rief ich ihm zu, bevor ich den Hengst angaloppierte und Svejn hinter mir ließ. Eldrian wusste genau so es hinging und fegte nur so über den Weg. In welche Richtung es zum See ging war klar, da es von der Ranch bis zum See keine Abzweigungen gab.
      Schneller als gedacht konnte ich Eldrian wieder zum Schritt durchparieren und auf Svejn warten, der mit seinem Koloss von Pferd endlich angetrottet kam. “Mensch Svejn du lahme Nuss, nächstes Mal setz ich dich auf einen meiner Vollblüter”, lachte ich scherzend und ritt meinen Hengst zum Wasser, damit er einen Schluck trinken konnte. Svejn tat es mir gleich, und so waren wir uns so nahe wie die ganze Woche noch nicht. Innerlich seufzte ich. Hier hatte ich so viel zu tun, auch die Sache mit Caleb musste noch geklärt werden… Svejn musterte mich, was ich aus dem Augenwinkel sah. “Komm, lass uns zurück”, meinte ich nur lächelnd und ließ Eldrian auf der Hinterhand drehen. Andeutungen eines Spins konnten sogar die Vollblüter, schließlich legte ich großen Wert auf Allrounder. Auf dem Rückweg, den wir nur im Schritt ritten, quatschten wir über dieses und jenes, nur belangloses. Wieder auf der Ranch angekommen verabschiedete ich mich von meinem Freund- Nichtfreund und brachte Eldrian in seine Box, die frisch gestreut war. Nacheinander fanden sich auch Kunis, Crescent Wolf, Blazing Flame, Ahyka, Monster Delusion, Compañero und Ceara Isleen in ihren Boxen ein und stürzten sich auf ihr Kraftfutter.
      Jun 5, 2017 Report
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      Veija ein kaltblut auf einem westerngestüt

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      4931 Zeichen| Vhioti
      Immer noch unsicher stand ich vor dem Ranchgebäude. Ich war vor etwa drei Stunden in Kanada gelandet, und sah mir noch einmal den Auftrag an. Natürlich hatte ich mich gefreut, Verena zu sehen, auch wenn ich mich nicht um die Tunte, sondern um eines der Gastpferde kümmern sollte. Der Besitzer hieß Svejn Àlfarsson, und nach einigen Minuten erst wurde mir bewusst, dass er wohl ein Gast bei Verena war. Am liebsten hätte ich mir nun den Kopf an einer festen Oberfläche gestoßen, aber die anderen Mitarbeiter der Gips Reminder Ranch guckten mich jetzt schon an. Sehr zielstrebig setzte ich mich in Gang, stellte meine Tasche mit Wechselkleidung einfach an den Ferienwohnungen ab und ging dann zum Offenstall. Die drei Pferde, die hier ihre Zeit genossen, gehörten alle Svejn, aber Thjalfe war mein Auftrag die kommenden Tage. “Sind Sie Ms Dixon?”, fragte nun ein großgebauter Mann mit einer etwas merkwürdig anmutenden Frisur. “Ja, die bin ich.”, wir schüttelten uns geschäftig die Hände. “Ich würde gerne heute zusehen, wenn das kein Problem ist.”, forderte Svejn, und ging dann schon voraus, als ich nur nickte und mir den Shire-Mix ansah. Thjalfe war ganz damit beschäftigt, sich zu kratzen und wieherte auf, als ich ihn begrüßte und vor die Stallungen führte. Auf dem Weg dorthin fiel mir das wohl halbblinde Pony auf, dass mit angelegten Ohren wegtrabte, sobald wir ihm in die Nähe kamen. Ich beschloss, es einfach ruhen zu lassen, und kümmerte mich stattdessen um die Fellpflege des Hengstes. Je länger ich mich mit ihm beschäftigte, so größer wurde mein Wunsch, auch mal ein Kaltblut zu besitzen. Vielleicht einen Friesen? Oder doch eher ein Schwarzwälder Kaltblut? Thjalfe riss mich aus seinen Gedanken. Beharrlich beschnupperte er meine Haare, als ich einzelne Dreckklumpen aus seiner Mähne zog, und brummelte zufrieden in mein Haar hinein, als ich seinen Hals kraulte.

      Das Einzelgespann hatte ich selber aus England mitgebracht, und kichernd erinnerte ich mich daran, wie die Leute der Fluggesellschaft mir fast den Birdman gezeigt hatten, als ich darauf bestand, das Gespann mitzunehmen, das ursprünglich von meinem Therapiehof aus Marl kam und ein Geschenk der Besitzer war. Ich stellte die kleine Kutsche samt Ausrüstung auf einen Platz, und bat Svejn, seinen Hengst näher an die Ausrüstung zu führen, um mir von etwas weiter weg einen Überblick zu beschaffen. Thjalfe war sehr entspannt, als er die ganzen Sachen beschnupperte, und ich ging auf die beiden zu. “Wir beginnen mit dem Aufgurten. Das wird dem Guten ja wohl bekannt genug sein.”, sagte ich und holte den breiten Gurt samt Ausbindern und Trense, bemerkte aber, dass die Trense zu klein war. Svejn holte deshalb die eigene Trense des Hengstes, und ich begann mit dem Aufgurten. Mit aufgerichteten Ohren ließ er es über sich ergehen. Thjalfes Besitzer trenste ihn auf, während ich die Kutsche - die man auch innerhalb von zehn Minuten in einen Schlitten umbauen konnte - dazu musste man nur die Bänke rausheben - einspannte. “Normalerweise würde ich ihn die Kutsche ziehen lassen. Aber ich denke, da er ja recht kräftig ist, wird er auch gut ziehen können.” Damit war Svejn nicht ganz einverstanden. “Er ist gerade einmal sechs Jahre alt. Ich will nicht, dass er Rückenprobleme in diesem Alter bekommt.”, verständlich. “Ich will ihn aber auch keine Baumstämme ziehen lassen. Wir fangen mit etwas leichtem an. Zentnersäcke mit Futter müssten reichen. Wenn er es bald schafft, 40 Kilogramm zu ziehen und dass in einem bestimmten Tempo, ist er gut eingefahren.” “Und die Bänke?” “Die wiegen nicht viel. Wenn auf der Kutsche zwei Kinder sitzen, müsste er höchstens fünfzig Kilo ziehen. Wenn ich mich nicht großartig verschätze.”, murmelte ich. Woher sollte ich denn auch wissen, wie viel ein Kind heutzutage wiegt?!

      Im Laufe der nächsten drei Tage gab es mehrere Auseinandersetzungen mit Bucks. Das Pottockpony hatte eine klare Abneigung Menschen gegenüber und wirkte manchmal sogar Svejn gegenüber recht feindselig. Es war nichts großartig schlimmes passiert, nur ein paar Kratzer und aufgeschreckte Gemüter. Svejn sagte gar nicht erst etwas, als ich ihm davon berichtete, und erklärte mir, wieso Bucks so derartig feindselig war. Mir brach das Herz, so ein Schicksal sollte keiner haben. Svejn erwiderte, er sei daran gewöhnt, und putzte Thjalfe weiter. Der Hengst war ein wahres Talent, und überhaupt nicht schwerfällig, wie man anhand seines Körperbaus vermuten könnte. Schon beinahe leichtfüßig trabte er neben mir her, zog Futter von A nach B und zurück zu A, als hätte er sein Leben nichts anderes getan.
      “Weißt du was? Ich überlasse euch das Gespann, die Trense nehme ich aber lieber mit, als kleines Andenken. Wenn ich wiederkommen soll, kannst du gerne einen Auftrag geben. Aber denk dran; nach jedem Mal gut den Rücken massieren und es im Sommer nicht übertreiben. Grüß mal Verena von mir!”
      Und damit ging es wieder nach Hause, weitere Aufträge erfüllen.
    • Laraya13
      12628 Zeichen | Ravenna
      “Bellamy!” rief ich den Namen des Jungen, warf den abgebrochenen Besenstiel zu ihm hinüber noch bevor er richtig reagiert hatte. Trotzdem schoss sein Arm nach oben, sicher fing er den Stock auf. Sah dann in einer Mischung aus Wut und Verwirrung zu mir hinüber. Zwei Schritte brachten mich näher an ihn heran, mein Ende des Besenstils berührte den seinen. “Was soll das werden?” fragte der junge Mann gereizt, sein Blick flackerte hinüber zu seiner Schwester Octavia, die sich mit einem der anderen Häftlinge unterhielt, dessen Namen ich nicht mehr wusste. Bellamy war einen ganzen Kopf größer als ich, sich mit ihm einzulassen ohne den Besen würde ich wohl nicht ohne blaue Flecken überleben. “Nicht das du mich falsch verstehst, deine Schwester ist wirklich ein hübsches Mädchen.” er sog scharf die Luft ein, betrachtete mich “du tust gut daran sie beschützen zu wollen. Aber verschwende deine Zeit nicht, wenn sie es nicht möchte, oder lass dich zu sehr davon einnehmen. Du bist ihr Bruder, ein Schutzinstinkt ist normal, aber lass ihn dich nicht fressen. Du stehst dir selbst im Weg. Vielleicht kommt eines Tages der Punkt an dem sie dich satt ist wegen diesem Verhalten. Lass dir das von jemand älterem sagen….lass das nicht zwischen euch kommen.” Bellamy sah hinüber zu Octavia, die sich jetzt lächelnd umdrehte zu uns winkte und dann wieder an ihre Arbeit ging. Über Bellamys Züge huschte ein zufriedenes Lächeln als er mich wieder ansah “Woher willst du wissen das ich mir selbst im Weg stehe, he?” Wieder tickte ich leicht gegen seinen Stock “Ich habe Augen im Kopf, einen Verstand der denkt und ich war auch einmal ein älterer Bruder!” Wir tauschten einige Schläge untereinander aus, der Junge hatte mich vor zwei Tagen auf den Weiden gesehen als ich mit meinem Langschwert gegen einen unsichtbaren Gegner gekämpft hatte. Bellamy wollte lernen, jetzt hatten wir damit begonnen.”War?” fragte er, als er meinen Schlägen eher auswich. “Krebs, vor vier Jahren. Vorher hatten wir uns heftig gestritten über ihren Freund den ich nicht passend fand. Ich war der letzte der von ihrem Tod erfuhr.” Erst sah er mich schockiert an, dann huschte sein Blick zu Octavia und er kassierte einen Schlag auf die Hand am Stock. “Heey!” “Aufmerksamkeit zu mir, wenn du wirklich lernen willst!” Vielleicht war es nicht die beste Idee einem Sträfling die Kunst des Schwertes näher zu bringen, aber hier konnte er seine Aggressionen auf Sinnvollere Art abbauen. Erst rieb er sich die Hand musterte mich bevor er mit heftigen Schlägen auf mich zu ging. Mühelos wich ich ihm aus, landete einen Treffer auf seinen Rücken der ihn stolpernd in den Dreck fallen ließ. “Beherrsche deine Wut, denn bisher beherrscht sie dich. Bewahre einen klaren Kopf. Reagiere nicht auf mich agiere mit mir, das ist die Kunst eines guten Kriegers. Für heute reicht es. Lass uns die Jungpferde auf den unteren Paddock bringen, dann können wir den Rest fertig machen. Erinner mich bloß daran das wir noch den südlichen Zaun reparieren wollten. Bevor die tragenden Stuten da rauf kommen muss das gemacht werden. Die Schneemassen haben dem ganz schön zugesetzt. Hab das gestern gesehen als ich mit Braum und Bucks spazieren war.”
      Bellamy nickte besonnen als wir uns weiter daran machten das Fohlenpaddock zu säubern. Ich hatte dabei meine liebe Freude, seit knapp zwei Wochen ritt ich nun zusätzlich zu einigen der Vollblüter auch den ein oder anderen Quarter. Muskelkater gehörte momentan zu meinem täglichen Begleiter, ein gutes hatte die Sache allerdings schon - Verena war meine Lehrerin. In meiner ersten Zeit auf der Ranch hatten wir nicht viel Zeit gehabt,es gab durch ihre Abwesenheit viel zu organisieren. Auch so hatte eine Ranch mit knapp 70 Pferden viel zu tun. Zumindest begann bald die Weidesaison,in der würden alle tragenden Stuten und die älteren auf den südlichen Wiesen sein. Dort lebten sie zwar fast halbwild den gesamten Sommer über,aber Verena erzählte mir das es ihnen auch unheimlich gut tat.
      Schließlich machte ich mich auf zu einem meiner neuen Schützlinge. Moon´s Pumpkin lautete ihr Name, sie war die Tochter von Moon mit ihren drei Jahren fertig sie einzureiten. Sie war eher durch Zufall zu uns mir gelangt. Verena hatte fast vergessen gehabt, das die Stute im letzten Jahr von ihrem Hengst Stormbringer gedeckt worden war. Als sie der mir unbekannten vom Tod des Vaters berichtet hatte, machte sie ein Geständnis - sie fühle sich nicht in der Lage die tragende Stute und das kommende Fohlen auf ihrem Hof bestens zu versorgen. Also hatten wir Moons Tochter kommen lassen, sie würde bald zu den Stuten auf der südlichen Weide gehören. Sanft strich ich der jungen Stute über die Nüster, schob ihr einen Spalt des Apfels zu den ich noch in der Jackentasche hatte. Wir waren beide gespannt, denn auch Yoomee und Argo trugen Fohlen in sich. Yoomees Fohlen würde ebenso wie das von Pumpkin von Moon abstammen, bei Argo kannten wir kaum die Vorfahren, über sie fand man nichts im Internet. Hatte Moon auch diese Welt verlassen, so ließ er uns seine Nachkommen hier. In der jungen Stute erkannte ich oft das Gemüt des braunen Hengstes wieder. Ich betrachtete das Armband aus seinen Schweifhaaren. “Du wirst uns nie ganz verlassen, wache über die ungeborenen Fohlen, hörst du?” Natürlich vermochte er nicht mir zu entworten, aber mir gefiel die Vorstellung das er dort oben auf den Weiden Asgards umher tollte. Seelig lächelte ich, strich Pumpkin wieder über die Nüster, fasste an die Seite der Stute und fühlte das Fohlen darin. Wir waren außerordentlich gespannt welche der Stuten zuerst Fohlen würde.
      “Svejn? Kommst du wir wollten die Weiden machen!” es war nicht Bellamy, sondern seine jüngere Schwester Octavia, die mir Bescheid gab. Ihr Bruder saß am Steuer des Jeep auf der Ladefläche befand sich alles was für die Reparatur gebraucht wurde. Ich genoss die Sonne, der Winter hatte sich hier lange gehalten, aber langsam schafften es die Strahlen mir die Haut zu wärmen. “Du kommst mit?” Octavia nickte eifrig, ließ sich bei dem Beifahrer auf den Sitz sinken - ich hatte mich schon auf die Ladefläche gesetzt. Bellamy gab Gas, die Strecke für die wir sonst zu Fuß eine gute halbe Stunde brauchen würden kam mir kürzer vor als gedacht. Jetzt war es an mir zu bestimmen, wo die Löcher im Zaun gewesen waren, dann als wir sie sahen - kaum zu übersehen - machten wir gemeinsam einen Plan. Schweigend ging uns die Arbeit von der Hand,wobei Octavia alsbald dabei war den Zaun nach kleineren Löchern abzusuchen. “Du siehst sie anders an.“ bemerkte Bellamy irgendwann als ich mit meinen Gedanken ganz woanders war,mein Blick ging in die Leere. “Mhm?“ fragend drehte ich mich dem jungen Mann entgegen.Mit dem Hammer deutete er wage in Octavias Richtung “Du siehst sie nicht an wie andere Männer, eher so wie Riley. Nicht das du wie er wärst aber irgendwie. Ach vergiss es!“ er winkte ab als ich zu Lächeln begann. “Sie ist jünger als ich, eher wie meine Schwester...deswegen seheich sie anders an,nicht als wäre sie ein mögliches Ziel. Außerdem..“ kurz verstummte ich dachte darüber nach was ich im Begriff war mir selbst einzugestehen “gehört mein Herz einer anderen.“ Bellamy zog die Nase kraus, grinste verwegen. “Also hatte Riley Recht!“ “Womit?“. Ein roter Schatten lief über sein Gesicht,zwischen zwei Hammer schlägen leckte er sich mit der Zunge über die Lippen als könne er sonst nicht sprechen. “Das du Schottland für die Chefin aufgegeben hast!“ Ich gab ihm keine direkte Antwort bis auf das breite Lächeln auf den Lippen,es schien dem jungen Mann zu reichen er sagte dazu nichts mehr. Nach drei Stunden kehrten wir mit dem Wagen wieder zurück zum Hof, Bellamy hatte ich das Versprechen abgenommen mit niemandem über meine aufkeimenden Gefühle für Verena zu sprechen. Es war schon so kompliziert genug mitihr auszukommen. Wie oft wollte ich sie in stillen Momenten einfach zu mir ziehen und küssen! Da meine Arbeit für heute erledigt war machte ich mich auf den Weg zu Thjalfe ich wollte ein wenig Ablenkung...einen Ausritt um die Gedanken frei zu bekommen.
      Angekommen bei Thjalfe schaute ich auf den blinden Freund meines großen Hengstes, Bucks tat sich schwer mit fremden Pferden. Mein Verkauf von Braum vor dem Umzug hatte auch zur Folge das ich ihn ständig allein ließ sobald ich Thjalfe aus dem Paddock nahm. Wir hatten schon probiert ihn mit einem anderen der Pferde hier zusammen zu stellen, die Versuche waren aber eher gescheitert. Manchmal lief der kleine Schecke etwas planlos, was die Hollywood King Gun und auch Possibility ziemlich verwirrt hatte. Jetzt stand ich also am Paddock der beiden, als mich jemand von hinten ansprach. “Du könntest es ja mal mit Gipsy probieren, ist schließlich auch ein Wallach, vielleicht verstehen sie sich?” es war Alexis und als ich mich zu ihr umdrehte stand dort neben ihr der hübsche Wallach von Verena. Ich kratzte mich kurz am Kinn, deutete auf den Sattel auf dem Rücken des Pferdes. “Dann bringen wir das da erstmal wieder weg, anschließend können wir es ja mal probieren.”
      Tatsächlich schien sich sich Bucks mit Gipsy ganz gut zu verstehen, also schnappte ich mir Thjalfe für einen ausgiebigen Ausritt. Die Sonne schien angenehm vom Himmelherab, satte Wolken schwebten über den Aprilwäldern um mich herum, sodass der Weg vor mir erschien wie ein Gang in goldenen Raum. Kein Luftzug wehte, kein Zweig rieb sich am Holz andrer Äste, allein ein dürres Rinnsal rauschte in der Tiefe eines Talgrundes. Ihm folgte ich eine Weile, geführt allein durch den Instinkt meines OPferdes, denn meine müden Augen waren kaum noch offen zu halten im taumelnden Schritt des Tieres. Ich war froh mich im Sattel einem dumpfen Halbschlaf hingeben zu können, ungestört von allem was außerhalb meiner Gedanken geschah. Dies jedoch änderte sich beinahe schlagartig als ich zum Stall zurück kehrte, dort nämlich wurde ich von einer aufgeregten Verena in Empfang genommen. “Los komm schon, schnell! Das musst du dir ansehen!” Ich war gerade erst wieder am herausdämmern aus meinnem dumpfen Halbschlaf, fand mich plötzlich am Eingang der südlichen Weiden wieder. Kurz nachdem wir wieder gekommen waren mussten alle anderen beschäftigt gewesen sein um die trächtigen Stuten und jene die Turnierpause hatten auf die Wiese zu bringen. “Schau, da!” Dort sah ich Pumpkin wie sie ein kleines Bündel auf dem Boden sauber leckte. “Ist das nicht verblüffend? Yoomee hat vor zwei Stunden ihr Fohlen bekommen und Pumpkin erst jetzt. So oft ich es jetzt gesehen habe, es ist immer noch so faszinierend!” Ich beobachtete das kleine Stutfohlen bei seinen ersten Versuchen aufzustehen. “Noch viel faszinierender ist das beide von Moons Nachfahren am selben Tag geboren wurden, diese kleine wird seinen Namen weiter tragen Moon´s Gealach. Von dem wenigen Gälisch das ich aufgeschnappt habe, bedeutet der Name nichts weiter als Mond. Vielleicht doppeltgemoppelt aber was solls. Hast du schon einen Namen für das Fohlen von Yoomee und Argo?” Argo hatte vor etwa zwei Tagen einen wunderschönen Hengst geboren, der wie Gealach Stormbringer als Vater hatte. “Rising of Storm für das Hengstfohlen und Yolie Wisp für das von Yoomee.” Wir beobachteten noch einige Minuten wie Pumpkin dem kleinen Wesen auf die Beine half, dann rissen wir uns los. Ich hatte noch Thjalfe zu versorgen. Verena folgte mir dabei unaufgefordert, ich spürte das verlangen etwas zu sagen um irgendwie die Stille zwischen uns zu überbrücken, doch wenn man nichts besseres zu sagen hatte schwieg man besser einfach. “Ihr habt Gipsy zu Bucks gestellt?” Ich nickte, erklärte die Situation wenn ich mit Thjalfe raus ging “Nehm das Kerlchen zwar auch manchmal als Handpferd mit, aber heute hab ich das einfach mal gelassen.” Verena nickte befließen, lächelte dann “Sie kommen langsam hier an...du auch? Wie ist es mit den anderen die Wohnung zu teilen?” “Etwas ungewohnt um ehrlich zu sein, aber es geht Bellamy scheint ein ganz netter Typ zu sein.” Verena lachte nn viel breiter, nahm mir die Trense aus der Hand und Seite an Seite gingen wir in die Sattelkammer, blieben allerdings halb im Türrahmen hängen. “Du nimmst dich seiner an, das finde ich gut. Er hat noch nie so fleißig gearbeitet seitdem er hier ist wie unter deiner Fuchtel. Caleb…” sie schwieg, schluckte und setzte dann ein “er hat sich durch Dominanz Gehör verschafft. Keine Ahnung wie du das machst, aber du kommst näher an ihn heran als ich.” Ich hievte den Sattel nach oben auf den Sattelhalter, setzte die Kappe ab und drehte mich zu Verena um, die fast direkt hinter mir gestanden hatte. Dann schmiss ich alle meine Vorsätze einfach über den Haufen, legte meine Hand unter ihr Kinn und…..
      Jun 5, 2017 Report
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      Veija dressur e- a

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      7258 Zeichen | © BellaS
      „Klar Mio, kann ich machen.“ Schnell kramte ich ein Schmierblatt unter dem Kram auf meinem Schreibtisch hervor und notierte mir alle angaben, die ich von meiner Kollegin erhielt. „Gips Reminder Ranch? Verena hat doch keine Kaltblüter!“, unterbrach ich Mio mitten in ihren Ausführungen. „Nicht Verena? Wer dann? Ah. Echt?“ Verena hatte einen Freund, der ein Kaltblut besaß. Gut zu wissen und seltsam, dass ich das noch nicht mitbekommen hatte, so oft wie ich bei ihr auf dem Hof herumlungerte um ihre Pferde zu trainieren. Egal, ich würde ihn ja kennen lernen. „Ich hoffe er weiß, dass ich dich vertrete, sonst sagst du ihm besser bescheid. Wenn ich da ankomme und er weiß nichts von der Vertretung…..“ Ich ließ die scherzhafte Drohung offen im Raum stehen und verabschiedete mich von meiner Kollegin, ehemaligen Auszubildenden und inzwischen guten Freundin. Also ein Kaltblutmix mit einem nordisch klingendem Namen. Thjalfe van de Jötunheimr. Ein richtig schöner Name, der eine Seite in mir zum klingen brachte. Er erinnerte mich total an Sarah, eine verstorbene Freundin und ebenfalls Züchterin. Sie hatte nordische Namen geliebt, aber da auch der Name des Besitzers nordisch klang, hatten sie mit Sicherheit nichts miteinander zu tun. Svejn Álfarsson. Wo Verena den Kerl wo aufgegabelt hatte? Nun ja, er schien ihn zumindest besser zu bekommen als Caleb – aber das war eine andere Geschichte.
      Mit routinierten Handgriffen packte ich mir einen Koffer zusammen, organisierte Flug und ein Auto und ließ mich ins Bett fallen. Robin war noch draußen und würde mit Sicherheit erst später ins Bett gehen, doch ich musste morgen früh raus. Von Rømø war es eben ein gutes Stück bis zum Flughafen.
      Ich lag noch länger wach und dachte nach. Insbesondere über diesen mysteriösen Svejn. Schließlich nahm ich das Handy vom Nachttisch und googelte ihn. Kein Facebook, keine sonstigen sozialen Netzwerke – aber eine Webseite eines schottischen Museums und ein altbekannter Artikel. Volltreffer! Er hatte also doch mit Sarah Kyren zu tun. Neugierig las ich ihn durch und musste schlucken. Jetzt war mir klar, wie er Verena kennen gelernt hatte. Gleichzeitig makaber und irgendwie schön. „Oh Mann Bella, hast du gerade ernsthaft einen Kunden gegoogelt?! Schäm‘ dich!“ Schnell schaltete ich das Handy ab und obwohl mein Rätsel jetzt gelöst war, lag ich noch so lange grübelnd wach, bis Robin sich zu mir gesellte.

      Ich hasste es zu fliegen. Alle daran. Das warten, den Start, das Essen, die Zeit in der Luft, die Landung und den Gedanken im Hinterkopf, dass man gerade wieder fleißig zum Klimawandel beitrug. Ich hasste es, obwohl ich in meinem Job irgendwie ständig durch die Welt jettete. Egal, ich atmete tief durch, verdrängte mein schlechtes Gewissen und machte mich auf den Weg zu dem altbekannten Hof, der wohl bald mein zweites zu Hause werden würde. Zwar war ich nicht mehr so oft hier seit Skrudi bei mir stand, doch es reichte allemal um mich gut auszukennen und allgemein bekannt zu sein. Dementsprechend schnell fand ich Svejns Offenstall und den schicken Kaltbluthengst, dem ich mich in den nächsten Tagen widmen würde. Dressur auf A war nie ein besonderer Aufwand, da eigentlich sämtliche Lektionen zur Grundausbildung eines Pferdes gehörten und in der täglichen Arbeit verwendet wurden – das war zumindest bei mir Standard. Wie weit Thjalfe tatsächlich war, würde ich schlicht noch herausfinden müssen. Ich stand etwas unschlüssig am Zaun, als mich eine stimme von hinten herumfahren ließ. „Wer sind sie und was machen sie hier?“ Als ich herumwirbelte, erblickte ich einen recht kleinen, aber kräftigen Mann. Er schaute nicht unfreundlich, nur etwas verwundert. Mein Blick blieb an seiner Frisur hängen. Ein langer Zopf am Hinterkopf. Lange Haare bei Männern waren für mich nichts besonderes. Mein Freund trug seine selber schulterlang, doch das alles, mit Ausnahme einem kappenartigen Schopf an dem der Zopf hing, rasiert war, fand ich ungewöhnlich. „Bella, du starrst!“, ermahnte mich eine freundliche, kleine Stimme in meinem Hinterkopf. Schnell löste ich meine Augen von der Frisur und sammelte mich. „Annabell Schmiedemann. Ich sollte….“ „Ach so, Bella. Sorry.“ „Äh ja.“ Ich war etwas überrumpelt.
      Die anfängliche Unsicherheit schwand schnell. Noch am selben Nachmittag saß ich das erste Mal auf dem großen Shiremix. Thjalfe entpuppte sich als wunderbares Pferd. Ein echtes Herzchen. Anfänglich erinnerte er mich stark an mein Plüschie. Ich besaß selbst eine Shirestute, die ihren Spitznamen ihrer Haarpracht zu verdanken hatte – doch im Gegensatz zu diesem Hengst war sie schreiend faul. Ein großer, freundlicher, lauffreudiger Hengst. Super Voraussetzungen zum arbeiten.
      Als ich beim ersten Dressurtraining am nächsten Tag auch noch feststellte, wie fein er geritten war, hatte ich mein Herz völlig an dieses Tier verloren. Die Arbeit mit ihm machte unglaublich viel Spaß, auch wenn er noch lange nicht so viel konnte wie andere Freizeitpferde, die ich auf A trainiert hatte. Einige Lektionen, insbesondere Schenkelweichen und Rückwärtsrichten, sowie das Reiten mit überstrichenem Zügel beherrschte er mit Bravour. Einige elementare Bahnfiguren dagegen kannte er überhaupt nicht. Ziemlich untypisch. Normalerweise war es eher andersherum. Warum wohl? Ich verdrängte die Frage für den Moment und konzentrierte mich auf die chlangenlinien, die ich gerade ritt. Ständiges Umstellen gefiel Thjalfe nicht besonders. Keine gute Voraussetzung, wenn man höher in die Dressur wollte. Spätestens bei fliegenden Galoppwechseln wäre wahrscheinlich jeder Reiter mit diesem Pferd verzweifelt.
      Am Abend kläre sich auch die untypische Begabung. Der Hengst war früher auf einem Mittelaltermarkt als Showpferd Turniere gegangen – das erkläre einiges. Mit einem Reiter in kompletter Rüstung war ständiges Richtungswechseln auch nicht möglich. Er hatte es schlicht nie machen müssen und hatte nur halb verstanden, was ich von ihm wollte. Auch die hervorragende Reaktion am überstrichenen Zügel ließ sich so erklären. Wenn ein Reiter mit Schild und Lanze hantierte, blieb keine Hand für die Zügel frei. Als Svejn dann erzählte, dass er auch schon vom Pferd aus Bogenschießen ausprobiert hatte, wurde ich richtig neidisch und beschloss spontan, dass ich Mayalie ebenfalls auf diese mittelalterlichen Spiele trainieren würde. Nach drei Tagen auf der Ranch komplettierte ich das Training. Der Hengst kannte nun vernünftige Bahnfiguren. Lief alle Grundgangarten in ordentlichem Mitteltempo und kannte die benötigten Lektionen – auch wenn das nicht mein Verdienst war. Wie immer viel es schwer wieder aufzubrechen. Auch wenn mich zu Hause meine eigenen Pferde, meine beste Freundin und mein Freund erwarteten. Ich bereute es keine Sekunde, dass ich Mio vertreten hatte. Ich hatte ein paar wirklich schöne Trainingstage hier verbracht und einige interessante Inspirationen mitgenommen. Beim Abschied versprach ich lachend, dass ich Svejn ein paar Fotos von Mayalie und unserem geplanten Training zukommen lassen würde. Zwar wusste ich noch nicht wie ich es anstellen würde ihr die mittelalterlichen Spiele beizubringen, aber Spaß würden wir sicherlich haben. Außerdem hatte ich mal wieder ein Pferd erfolgreich trainiert. Immer ein schönes Gefühl, mit dem man nach Hause fahren konnte.
    • Laraya13
      stangenarbeitskurs

      24322 Zeichen | Gwen
      Aus privaten Gründen hatte ich den Kurs bezüglich der Stangenarbeit leider zwei Wochen verschieben müssen und so rutschte er nun in den Juni. Zu meinem Glück hatte das aber meine Teilnehmer nicht gestört, da ich sie auch früh genug informiert hatte und so jeder umplanen konnte. Heute war es dann aber endlich so weit: Die Boxen und Gästezimmer waren bezugsbereit und für ein Gastpferd hatten wir einen kleineren Offenstall hergerichtet.
      Nun war es inzwischen nach 15 Uhr und so langsam würden wohl alle nacheinander eintrudeln. Als erstes durfte ich Verena begrüßen, welche auch einen weiteren Gast mitgebracht hatte: Octavia. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, meinte ich grinsend, denn die beiden waren schon so etwas wie Dauergäste. Ich begrüßte beide kurz und half dann beim Ausladen der mitgebrachten Paintstute. My sweet little Secret hieß sie und war an sich ein Engel auf vier Hufen, hatte aber so ihre Problemchen.
      „Was wäre auch ein Kurs ohne Problempferd“, lachte und ich und führte die drei zu der Gastbox, wo Sweet sich wie zu Hause fühlen konnte. Als das Pferd angekommen war, waren auch die Zweibeiner dran. Für Verena und Octavia hatte ich ein Zwei-Mann-Zimmer vorbereitet, welches ich ihnen nun zeigte. „17 Uhr ist Besprechung und 18 Uhr gibt es Abendessen, bis dahin könnt ihr erst einmal ankommen!“, verabschiedete ich mich und eilte schon wieder hinunter, denn Cooper schien anzukommen.
      Auch sie nahm ich herzlich in Empfang und half ihr bei ihrem Prachtstück an Berberhengst namens Aldaire. Cooper hatte immer den kürzesten Weg, wobei Verena es auch gut getroffen hatte. Beide lebten auch in Kanada und das war nichts im Vergleich zu der guten Kira, die aus Deutschland anreisen würde.
      Ich begleitete Cooper gerade samt Pferd in den Stall, als dann auch tatsächlich Kira schon auf den Hof fuhr, deshalb tippte ich Elisa an und bat sie, Gast Nummer vier in Empfang zu nehmen. „Zanaro hat die Box ganz vorne und Kira hat Gästezimmer acht“, meinte ich knapp und zeigte dann Cooper die Box ihres Hengstes. Alle Pferde hatten einen großen Paddock an der Box und konnten auch morgen theoretisch den gesamten Tag auf die Weiden. Für heute sollten sie aber ruhig erst einmal ankommen und sich ausruhen dürfen, ehe noch mehr Aufregung anstand.
      Als letztes traf ein ganz neues Gesicht in der Reiterszene ein: Svejn Álfarsson. Er hatte sich keine Mühe machen müssen, sich mit allen bekannt zu machen, denn durch den Tod der Alistairs, hatte sich alles wie ein Lauffeuer verbreitet. „Herzlich Willkommen auf Townsend Acres!“, begrüßte ich ihn herzlich und zeigte ihm den Offenstall für seinen Riesen Thjalfe. Also an sich war das Pferd nicht zwingend riesig, aber er war schlichtweg sehr robust und breit.
      Nachdem der Hengst sein neues Heim betrachtet hatte, zeigte ich Svejn sein Gästezimmer. Dabei trafen wir auch auf Verena und Octavia, die nach ihrem Pferd schauen wollten und siehe da, unsere Gäste kannten sich sogar schon! „Na ja, also theoretisch sind wir zusammengereist, aber es gab da jemanden, der vergessen hatte zu tanken“, meinte Verena grinsend und klärte mich auf, dass Svejn samt seinen Pferden sogar auf der Gips Reminder Ranch stand.
      „So klein ist die Welt“, meinte ich lachend und ließ dann alle erst einmal in Ruhe, es würde gar nicht mehr lange bis zur Besprechung dauern und bis dahin wollte ich noch den Saal vorbereiten. Die Mappen mussten noch ausgeteilt werden und jeder bekam wie immer ein kleines Präsent und natürlich Wasser. Pünktlich um 17 Uhr trafen alle ein und nahmen Platz.
      Die Neugierde gewann schnell die Überhand und alle blätterten begeistert durch die Mappen, welche gefüllt waren mit Trainingsvorschlägen und vor allem vielen Zeichnungen zur Stangenarbeit. Ich hörte öfters ein „Oh!“ oder ein „Ah!“, bis ich dann doch um Aufmerksamkeit bat, denn ich hatte auch extra eine kleine Präsentation vorbereitet.
      „Also den Inhalt werdet ihr euch noch früh genug anschauen dürfen und reiten dürft ihr das auch alles mal, aber vorerst eine kurze Erklärung…“ und schon legte ich mit meinem Vortrag los. Der ging jedoch nur eine Viertelstunde und klärte meine Teilnehmer darüber auf, was das Ziel des Kurses war und womit sie rechnen konnten. Ich versprach auch Verena, dass ich versuchen würde, möglichst gut auf ihre Stute einzugehen, dieser Kurs jedoch an die Arbeit vom Sattel aus angeglichen war.
      Dennoch sah ich da generell kein Problem, wir würden das mit Sweet schon hinbekommen. Auch der Rest wirkte sehr motiviert und war gespannt auf Morgen. Für heute hieß es dann aber erst einmal Abendessen und Ruhe für alle, sie würden sicherlich mit der Mappe beschäftigt sein. Ich hingegen studierte noch einmal die Anmeldungen, um im Voraus schon etwas über die Pferde zu erfahren.

      Der nächste Tag ging entspannt mit dem Frühstück los und um 10 Uhr fand die erste Trainingseinheit statt. Diese würden wir zusammen machen, denn ich wollte meine Reiterpaare erst einmal kennenlernen, ehe es dann heute Nachmittag an die Einzelarbeit gehen würde. Für die erste Stunde hatte ich mir auch eine ganz spezielle Idee ausgedacht: Das Nikolaushaus.
      Von mir stammte dieser Aufbau nicht, aber er war ideal als Einleitung in die Stangenarbeit. So baute ich also das Haus vom Nikolaus zweimal in der Halle auf, während die Kursteilnehmer ihre Pferde sattelten. Pünktlich um zehn standen alle vier Gäste plus Elisa auf Tenacious in der Halle. Letztere sollte als mein lebendes Beispiel dienen. Wir hatten schon vor einer Woche alles geübt und so würde es den Teilnehmern leichter fallen, meinen Erklärungen zu folgen.
      Zuerst stellte ich das Nikolaushaus vor, welches aus insgesamt sechs Stangen bestand. Einem Quadrat, das Haus, und den zwei restlichen Stangen als Dach, welches oben eine kleine Öffnung besaß, aus welcher durch drei Pylonen der „Rauch“ aufstieg. Meine Teilnehmer schienen sehr angetan von der Idee zu sein.
      Ich hatte das Haus zweimal aufgebaut, da wir zum einen genügend Platz bei Elisa in der Halle dafür hatten und so auch die Teilnehmer besser arbeiten konnten. Dafür spannte ich indirekt Elisa ein, welche mit Cooper und Svejn eine Gruppe bildete, während ich mir zuerst einmal Verena und Kira vornahm. Octavia schaute dem ganzen Spektakel von der Bande zu, sie würde ich später eventuell in der einzelnen Stunde einbauen, je nachdem wie Sweet sich machte.
      Zu Beginn bestand unsere Arbeit daraus, dass das Haus von allen Seiten einfach einmal im Schritt durchritten wurde. Nichts großartig kompliziertes, aber die Pferde sollten es kennenlernen. Zanaro machte das auch wirklich wunderbar mit, obwohl er erst seit kurzem unter dem Sattel war. Aus diesem Grund stellte er auch schnell für Sweet das Leitpferd dar, denn er ging vor und sie sollte direkt hinterher. Maximal zwei Stangen hintereinander klappten auch bei ihr ganz gut.
      Ich bat meine Gruppe, dass sie noch einmal alle Seiten durchgingen, so dass Sweet Vertrauen in die Stangen gewann, während ich kurz zur anderen Gruppe lief. Dort zeigten sich die Teilnehmer auch sehr aufmerksam. Coopers Berberhengst schien sichtlich Spaß an den Stangen zu haben, auch wenn er teilweise seine Beine noch etwas übertrieben anhob, aber lieber so, als dass er sie schleifen ließ. Das tat nämlich Thjalfe und haute gerne mal eine Stange um.
      „Erhöhe das Tempo, treib ihn also mehr vorwärts und wirklich auf die Stange zu und über sie drüber“, erklärte ich und motivierte Thjalfe noch durch meine Stimme. Sobald der Hengst ein wenig fleißiger wurde, bekam er auch seine Beine über die Stange. Bisher sah das auch noch sehr gut aus, Svejn warnte mich nur, dass der Hengst sehr grobmotorisch sei. „Deshalb seid ihr ja hier, wir machen das schon“, beruhigte ich ihn lachend und sprach mich kurz mit Elisa ab.
      Denn nun kamen die richtigen Übungen. Wir begannen einfach mit dem Einreiten ins Quadrat über die Türschwelle (die unterste Stange) und dann über die Dachrinne hinaus durch die Pylonen. Zanaro machte es vor und Sweet nach, theoretisch. Die beiden Stangen waren kein Problem, aber von den Pylonen war die Paintstute nicht sonderlich angetan und sprang lieber zur Seite. Also schickte ich sie wieder zusammen mit Zanaro durch. Das Ganze zweimal, bis ich sie alleine durchschickte.
      Ich merkte aber, wie Sweets Konzentration allmählich nachließ. „Gehst du mit ihr mal auf den hinteren freien Zirkel? Einfach ein bisschen Schritt-Trab-Übergänge und ein paar Volten und Handwechsel einbauen, damit sie wieder wach wird“, bat ich Verena und sie nickte nur bestätigend. Sweet mussten wir eine Pause von den Stangen gönnen, so viel Konzentration besaß das junge Pferd noch nicht.
      Zanaro konnte sich stattdessen nun an den beiden Volten durch die Hausecken beweisen. Das erste Mal klappte gar nicht, er war zu motiviert und raste im Schritt förmlich durch die Stangen. Beim zweiten Mal war er aber direkt klüger und konzentrierte sich auf Kiras Hilfen. Die engen Wendungen verhinderten außerdem, dass er zu schnell wurde und so konnte Kira die Aufgabe auch schon schnell im Trab durchreiten.
      Elisa erklärte es den anderen beiden ähnlich, machte es mit Tenacious vor und der Rest machte es nach. Aldaire zeigte sich bisher von seiner besten Seite, doch auch Cooper bat ich, ihm die Abwechslung zu geben, ab und an auf den Zirkel zu gehen und ihn zu beschäftigen, sonst wurde dem doch sehr klugen Hengst schnell langweilig.
      Wie zu erwarten fielen Thjalfe die engen Wendungen schwer, weshalb Svejn erst einmal eine große Volte reiten sollte, in der er einfach zwei Stangen mitnahm und dem Hengst so viel Platz zum Ausbalancieren gab, wie er benötigte. Dann verkleinerten wir den Kreis immer mehr, bis auch die vorgesehene Volte klappte. Svejn hatte lediglich allerhand zu tun, denn er musste seinen Hengst aufmerksam an den Hilfen halten und durfte keinen Moment unaufmerksam werden.
      Ich kehrte zurück zu den anderen beiden und arbeitete mit Sweet. Tendenziell sollte sie auch über Stangen geritten werden, der Vorteil des Kurses war jedoch, dass ich auch vom Boden aus mit ihr arbeiten konnte, während Verena im Sattel saß. Wir beschäftigten Sweet intensiv und ließen ihr gar keine Gelegenheit, sich auf etwas Anderes zu konzentrieren als die Stangen.
      Ich lief vorne weg und Verena ritt mir nah hinterher. Sweet konzentrierte sich auf mich und folgte mir. Dennoch blieben wir bei ihr bei den einfachen Aufgaben, welche maximal zwei Stangen beinhalteten und so entließ ich Verena auch schon etwas eher. „Das hat sie schon super gemacht und wir arbeiten dann in der Einzelstunde weiter“, meinte ich lächelnd.
      Für den Rest war noch eine Viertelstunde Trab- und Galopparbeit eingeplant, die würde Sweet gnadenlos überfordern und da sie bisher ihre Aufgabe so gut gemacht hatte, hatte sie eine Pause verdient. Ich bildete hingegen eine Abteilung, was lachend zur Kenntnis genommen wurde. Bei allen Reitern war es ewig her, dass sie in einer Abteilung geritten waren.
      Den Anfang machte Elisa mit Tenacious. An zweite Stelle packte ich direkt Thjalfe, damit der Kaltblüter eine Motivation hatte, weiter hinten würde er irgendwann nur noch langsamer werden. Dann folgte Zanaro und das Katzenauge am Ende bildete Aldaire. Da Zanaro noch so frisch eingeritten war, wollte ich ihn nicht komplett hinten laufen lassen.
      Als Abteilung ging es nun im Trab los, ich sagte an, was geritten wurde und Elisa führte es aus und der Rest musste hinterher. Ich hatte noch einige Trabstangen in der Halle aufgebaut, so dass die Pferde durchaus beschäftigt waren mit normalen Trabstangen und dem Nikolaushaus. Auch den Slalom ließen wir im Trab nicht aus.
      Dann wechselten wir in den Galopp, testweise ließ ich die Abteilung erst einmal eine Zirkelrunde galoppieren, um zu schauen, ob das Tempo von allen passte. Der Vorteil einer Abteilung war, dass sich alle noch viel mehr auf Tempo und Abstand konzentrierten, als wenn sie alleine unterwegs wären. Auch so ging es noch einmal über die Stangen.
      Als Abschluss gab es eine kleine Runde, die jeder einzeln durchreiten musste und was bisher die Abteilung an Problemen verschleiert hatte, zeigte sich nun. Da Thjalfe kein Pferd mehr vor ihm hatte, musste Svejn ihn deutlich mehr motivieren. Es war nicht so, als besäße der Große keinen Vorwärtsdrang, faul war er definitiv nicht, aber er brauchte ein Ziel, denn sonst hatte er schlichtweg keine Lust.
      Durch die Routine bekam er seine vier Hufen aber ganz gut über die Stangen. Hier und da machte es noch „Klong!“ aber für die erste Einheit konnte er sich doch sehen lassen, Wunder bewirken konnten wir schließlich auch nicht. Bei Zanaro und Kira reichte allein der Hinweis, dass Kira den Weg vor Augen haben musste. Sobald einer von beiden einen Plan hatte, machte der Hengst einwandfrei mit.
      „Wenn er dir zu schnell wird, bau einfach eine Volte ein, wir haben alle Zeit der Welt!“, erklärte ich lächelnd, denn vor manchen Stangen zog Zanaro mächtig an. Wenn Kira dann aber abbog, schwächte die Motivation ein Stück weit ab. Und so kamen auch sie gut durch den Parcours. Nun nur Cooper mit Aldaire.
      „Ha, das sind also unsere Vorzeigeschüler“, meinte ich lachend, als Cooper den Parcours fehlerfrei durchritt. „Wenn man weiß, was man alles mit Stangen machen kann, ist das total genial“, grinste Cooper mit an und lobte ihren Braunen. Für den Vormittag beendete ich nun diese Einheit und schickte alle in ihre verdiente Pause. Um 12 Uhr würde es sowieso Mittagessen geben und danach gingen ab 13 Uhr schon die einzelnen Einheiten los. Ich hatte für jedes Paar circa eine halbe Stunde eingeplant, eh noch einmal eine gemeinsame Stunde folgen würde.

      Den Beginn machten am Nachmittag Verena mit Sweet. Da die Stute doch noch ein Ticken komplizierter war als gedacht und eine feste Hand brauchte, blieb Octavia auf dem Boden. Ich zeigte ihr jedoch, wie sie die Stute vom Boden aus unterstützen konnte. In der Einzelstunde begannen wir mit einer Gasse aus zwei Stangen.
      Sweet sollte vorwärts und rückwärts durch. Bei dem Rückwärts unterstützte ich Verena vom Boden aus, damit die Stute wirklich gerade blieb. Wir fingen auch ganz klein an, wenn Sweet nur schon andeutete, dass sie verstand was wir wollten, gab Verena komplett nach und lobte. So hatten wir bald ein Pferd, was nur schon auf die kleinste Gewichtsverlagerung nach hinten und das leichte Annehmen der Zügel einen Schritt nach hinten machte und dass trotz der Stangen.
      Dann sollte Sweet seitlich über eine Stange gehen. Verena zeigte mir anfänglich noch den Vogel, aber die Übung war sehr einfach für Pferde. Durch die Stange unter ihrem Bauch hatte, Sweet eine gute Orientierung und erledigte die Aufgabe mit Bravour. Also baute ich eine Aufgabe aus sieben Stangen auf. Zwei Gassen und in der Mitte drei Trabstangen.
      Hier hieß es nicht nur über die Stangen reiten, sondern diese mit richtigen Bahnfiguren zu verbinden. Es ging mal durch die Gassen und mal über die Stangen. Da Sweet bei den Gassen nicht direkt mit den Stangen konfrontiert wurde, aber trotzdem mit ihnen arbeitete, verlor sie dort schon schnell die Angst und auch die simplen Stangen waren nach einigen routinierten Durchgängen ein Problem mehr, weder im Schritt, noch im Trab.
      Durch den Aufbau gab es auch die Möglichkeit, über zwei Stangen zu traben, dann einige Schritte Pause zu haben, ehe noch einmal zwei kamen. Das forderte Sweets Nachdenken und gab ihr dennoch eine Pause zwischen den Stangen. „Also mehr als zwei bis drei Stangen hintereinander würde ich bei ihr bisher vermeiden bis das nicht einwandfrei klappt. Ansonsten braucht sie auch einfach die Routine und jemanden, der ihr klar sagt wo es langgeht und dass das alles kein Problem ist“, meinte ich lachend.
      Ich möchte nicht behaupten, dass ich Sweet von ihrer Stangenphobie befreit hatte, natürlich war sie regelmäßig zur Seite gehüpft oder an eine Stange gekommen, aber es hatte auch Durchgänge gegeben, da hatte es schlichtweg geklappt und an den Erfolgen musste auch Verena festhalten, denn das waren die wichtigsten, den Rest konnte man hinten runterfallen lassen.
      Da sowohl Pferd als auch Reiter sichtlich mit den Nerven am Ende waren, entließ ich sie. Wir hatten auch etwas überzogen, so dass Kira bereits mit Zanaro aufgewärmt war und wir direkt loslegen konnte. Für jedes Paar hatte ich eine andere Stangenkombination für die halbe Stunde gewählt, jeweils auf Leistungsniveau und Pferd zugeschnitten. In den Mappen fand jedoch jeder alle Übungen.
      Da Zanaro sehr talentiert war, hatte ich ihm eine etwas schwierigere Aufgabe herausgesucht, welche ihn jedoch im Tempo bremste. Kira wirkte erst einmal etwas geschockt, als sie die insgesamt elf Stangen sah, welche ich in eine höchst interessante Form gepackt hatte. „Man kann da ideal eine Acht durchreiten, beziehungsweise generell viele Wendungen, so dass Zanaro gar nicht auf Unsinn kommt“, meinte ich begeistert. Jedoch durfte kira alle Aufgaben erst einmal im Schritt und Trab einzeln durchreiten, ehe wir uns an kompliziertere Abläufe machen.
      Damit sie mit besser folgen konnte, lief ich immer die Runde vor und erklärte ihr auch direkt, worauf sie wo achten musste. Dann erarbeiteten wir uns den kompletten Ablauf einzeln. Erst einmal über die drei Stangen, durch die Gasse und über die letzte Stange. Als nächstes nahmen wir die darauffolgende Wendung und die drei Trabstangen hinzu.
      Das wiederholten wir circa zwei- bis dreimal und dann folgte wieder eine Wendung, um erneut über eine Stange und durch die Gasse zu reiten. Es wiederholte sich theoretisch nur der Anfang. Kira hörte nur auf mich und dachte nicht sonderlich viel nach. Umso überraschter war sie, als sie den Ablauf fehlerfrei durchritt, obwohl sie am Anfang nur mit dem Kopf geschüttelt hatte.
      „Wow! Und Zanaro war so locker an der Hand!“, meinte sie glücklich und ich musste grinsen. Ja, der Hengst wurde dadurch einmal komplett aktiviert, sowohl die Hinterhand als auch die Vorderhand. Automatisch kam der Rücken hoch und er schwang einmal durch den gesamten Körper, so dass er auch vorne schön an den Zügel herantrat.
      Die ganze Aufgabe durchritten wir auch noch einmal im Trab, ehe ich Kira noch einige Tipps für die Stangenarbeit im Galopp gab und die beiden dann entließ. Dass was eindeutig genügen Input für heute gewesen. Ich verabschiedete die beiden und ließ Svejn mit Thjalfe in die Halle. „Jetzt bin ich gespannt“, meinte er neugierig, doch ich musste ihn vertrösten, denn erst einmal sollte er warmreiten, während ich die Stangen umlegte.
      Bei Thjalfe kamen vier Cavalettis zum Einsatz, diese sollten den Hengst motivieren, aufmerksamer über die Stangen zu gehen. Außerdem ließen sich seine Aufgaben gut in Zirkel und Volten einbauen, so dass wir seinen Bewegungsablauf schulten. Drei Kombinationen bestanden nur jeweils aus zwei Stangen, aber in der Mitte fanden sich noch einmal drei normale Trabstangen, welche Thjalfe auch einmal eine Pause gönnen sollten.
      Zu Beginn sollte Svejn alle Stangen einmal locker durchreiten, ohne großartige Wendungen. Einmal im Schritt und einmal im Trab. Dann gab ich ihm bestimmte Abläufe vor und kombinierte die Stangen immer mehr. Das Schöne an Stangenarbeit war, dass bei so etwas Mensch und Pferd automatisch aufmerksamer wurden und mitmachten. Deshalb hatte Stangenarbeit auch so eine schöne Wirkung im Training.
      Sehr vieles wurde dem Reiter abgenommen. Pferde wurden fleißiger, streckten sich mehr und man musste nicht auf alles achten, denn Takt und Losgelassenheit kamen ganz alleine durch die Stangen. Ich bat Svejn auch, seinem Hengst ruhig mal längere Zügel zu lassen. Der Reiter kannte sein Pferd und dessen Stolpern, aber Thjalfe musste die Abstände auch einmal alleine einschätzen können, der Einfluss des Reiters, wenn auch nur als Hilfe gedacht, verwirrte das Pferd einfach nur.
      Dennoch ließ es mit den beiden wirklich gut und am Ende konnte sich das Paar wirklich sehen lassen. Das meinten auch unsere neugierigen Zuschauer Verena und Octavia, die diese Stunde beobachtet hatten. Lächelnd entließ ich Svejn, der zwar total fertig war, aber doch glücklich über den Erfolg.
      Nun war nur noch Cooper an der Reihe. Diesmal hatte ich aber auch noch meine eingeplanten zehn Minuten zum Umbauen, ehe sie eintreffen würde, also machte ich mich direkt ans Werk. Da sowohl Cooper als auch Aldaire Vorzeigeschüler waren, hatten die beiden in ihrer Einzelstunde allerhand zu tun, die Kombination würde nicht einfach werden.
      Auch bei ihr kamen mehrere Cavaletti zum Einsatz, welche aber auch schon der Galopparbeit dienen sollten. Auch wir begannen bei ihr mit mehreren Trabstangen, welche durch Volten oder Achten miteinander kombiniert wurden. Am aufwendigsten würde der doppelte In-Out sein und Cooper zweifelte auch anfangs, ob sie das wirklich packen würden, aber Aldaire enttäuschte sie nicht.
      Fleißig ging er erst im Trab über die Stangen und auch im Galopp konnte sich das Paar sehen lassen. Aldaire verfügte über ein sehr gutes Grundtempo und hatte auch seinen Wohlfühltakt schnell gefunden. Auch Cooper kam sehr gut mit ihrem Pferd klar und so wusste ich gar nicht so recht, was ich den beiden beibringen konnte, außer eben neue Möglichkeiten mit den Stangen.
      Da sie diese Aufgabe so schnell erfolgreich gelöst hatten, durften sie auch noch einmal die Aufgabe durchreiten, welche ich für Kiras Zanaro geplant hatte und auch da machten sie eine gute Figur, auch wenn sie erst einmal nachdachten mussten, wie der Ablauf direkt noch einmal war.
      Cooper schien die Stangenarbeit aber sichtlich Spaß zu machen und zufrieden ritt sie ihren Hengst dann ab, während ich die Halle wieder aufräumte. „17 Uhr ist dann noch einmal eine Stunde für alle!“, meinte ich lächelnd und Cooper versprach mir, es noch einmal allen zu sagen. Theoretisch hatte ja jeder einen Ablaufplan, aber so manches geriet dann wegen wichtigerer Dinge doch mal in Vergessenheit.

      Wir trafen uns alle 17 Uhr wieder in der Halle. Auch Elisa war von der Partie und diesmal saß auch ich auf dem Pferd. Grund hierfür war die kleine Überraschung für meine Teilnehmer. Zu sechst würden wir eine kleine Choreo reiten, welche natürlich mit Stangen und Cavalettis gespickt waren. Da auch Verena mit Sweet von der Partie war, hatte ich es recht simpel gelassen, so dass auch Sweet im Trab und Galopp mitkommen konnte.
      Wie es bei Quadrillenritten üblich war, würden wir uns auch aufsplitten und damit jeder wusste, was er zu tun hatte, führte ich eine Dreier-Gruppe an und Elisa eine. Wir beide kannte den Ablauf und damit es etwas peppiger wurde, hatte ich Octavia die wertvolle Aufgabe der Musik übergeben. Gespielt geritten wir ein, stellten uns alle einmal auf und dann reihten wir uns im Trab ein. An der kurzen Seite splitteten wir uns auf und dann ritten wir unterschiedliche Zirkel, Volten und Achten. Manchmal kamen wir wieder zusammen zu einer großen Abteilung oder unsere Wege kreuzten sich. Es machte allen sichtlich Spaß und da wir nach circa 10 Minuten durch waren, lud ich jeden noch zu einem kleinen Ausritt um das Gestüt ein.
      Entspannt ließ ich Yakari den langen Zügel, während er unsere Gästegruppe anführte, Elisa hatte sich wieder von uns getrennt, denn sie hatte noch zur Genüge mit den Vorbereitungen bezüglich Jolympia zu tun. „Apropos! Also wer Lust hat, kann gerne dieses Jahr wieder zur Jolympia teilnehmen!“, weihte ich meine Teilnehmer direkt ein und der ein oder andere schien richtig begeistert von der Idee zu sein.
      Der Ausritt endete damit, dass alle Pferde wieder in die Boxen durften und zum Abschied gegrillt wurde, so wie wir es gerne bei den Kursen machten. Dabei kamen alle noch einmal ins Gespräch und der Kurs endete so wie er sollte: Locker und fröhlich.

      Am kommenden Morgen war die Aufregung groß, zumindest nach dem entspannten Frühstück und der kleinen Feedbackrunde zwischen mir und meinen Teilnehmern. Denn danach ging es für alle nach Hause. Mit der Unterstützung unseres Teams bekam aber jeder sein Pferd verladen und konnte sich auf die Heimreise machen.
      Ich verabschiedete jeden persönlich und bedankte mich noch einmal ganz herzlich für den Besuch, es war eine schöne Gruppe gewesen, ich konnte mich wirklich nicht beschweren. Gegen Mittag waren dann aber auch alle entschwunden und ich atmete erleichtert aus. Kurstage waren toll, aber anstrengend und nun mussten trotzdem noch die Gästezimmer und Gästeboxen wieder auf Vordermann gebracht werden, aber zum Glück hatte ich ja eine tolle helfende Hand an meiner Seite: Matthew (weil Elisa keine Lust hatte).

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    • Laraya13
      routinekontrolle

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      2070 Zeichen | Eddi
      "Klaro, jederzeit zu allem bereit", sagte ich grinsend und verabschiedete mich dann, ehe ich auflegte. Spontan kam ein Anruf in die Praxis, es war Svejn gewesen, welcher demnächst mit seinem großen Kaltbluthengst an einer Körung teilnehmen wollte. Wenn ich es richtig in Erinnerung hatte, saß er momentan eigentlich im Rollstuhl fest, aber ich schwieg, denn als Tierärztin war er definitiv nicht mein Patient.
      Den wiederum traf ich dann auf der Gips Reminder Ranch. Dort wurde ich von dem jungen Bellamy in Empfang genommen. "Äh, Svejn hat gerade viel zu tun", murmelte er knapp und ich nickte nur grinsend. Durchaus wäre mir Svejn keine große Hilfe gewesen, denn der Hengst namens Thjalfe van de Jötunheimr musste zum einen vorgeführt als auch festgehalten werden.
      Das übernahm nun Bellamy und da Thjalfe sowieso die Ruhe in Pferd war, ging das sehr gut, wenn auch recht gemächlich. Schritt und Trab waren taktklar und wiesen keine Verspannungen auf. Also machte ich weiter mit dem Blick in die Ohren, Augen und ins Maul. Auch dort war alles in Ordnung, so dass ich kurz die Lymphknoten abtastete und dann Herz und Lunge abhörte.
      Abschließend kontrollierte ich noch die Körpertemperatur und tastete Wirbelsäule und Beine ab. Alles war bestens und wie es schien, hatte Svejn das Ekzem seines Hengstes auch gut in den Griff bekommen. Dementsprechend war Thjalfe rundum fit und fast bereit zur Körung. Er bekam noch die Impfungen gegen Influenza und Herpes, welche auf jedem Wettbewerb Pflicht waren, und wurde im gleichen Zug auch noch einmal entwurmt.
      Da der Offenstall aber sehr sauber gehalten wurde und auch sonst den Pferden alles bot, bezweifelte ich, dass es da Probleme gab. Stattdessen war Thjalfe nun schon fertig und durfte wieder zurück auf die Weide, während ich fix seinen Impfpass erneuerte und dann noch das Gesundheitszertifikat für die Körung ausfüllte. Kurz überlegte ich, gab dann aber beides an Bellamy zurück, er würde schon wissen wohin damit. Dann verabschiedete ich mich auch schon und machte mich bei der herrlichen Hitze wieder auf den Heimweg.
      Jun 5, 2017 Report
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      Veija das schicksal ist unausweichlich- springen e- a

      Svejn
      Zum Anfang hatte ich das Gefährt das mir Rena angeschleppt hatte etwas nüchtern betrachtet, innerhalb der ersten Tage aber feststellen müssen das es mir in meinem derzeitigen Zustand mehr Mobilität ermöglichte. Die Rippen konnten nicht heilen, wenn ich ständig damit beschäftigt war die Arme zu bewegen um mich selbst im Rollstuhl vorwärts zu rollern.Jetzt ging das ganze wesentlich schneller, sodass auch meine Eltern bald wieder abgereist waren, der Unfall hatte sich vor nun knapp einem Monat zugetragen.

      Allerdings stellte ich an diesem Nachmittag gleich zwei Dinge ernüchternd fest...meinen siebartigen Verstand und das mein “Senioren-Roller” natürlich mit Strom betrieben war. Während Thjalfe also hängenden Kopfes gemütlich neben dem Gefährt einher ging, blieb ich plötzlich stehen. Ich schaute auf die Lichter: Aus. “Shit.” murmelte ich. Sah einmal hinter mich und konnte im Dunst über der Wiese grade noch die Ranch erkennen. Humpeln hätte keinen Zweck und mein Handy lag natürlich in der Putzbox. Also besah ich mir meinen großen Burschen eingehend. “Wagen wir es einfach.” Erst ließ ich Thjalfe etwas zurück gehen, dann gab ich ihm das Kommando sich hin zu legen. Der Kopf neigte sich zum Boden, scharrte mit einem der Hufe und plötzlich sank das ganze Pferd vorn in die Knie. Dafür bekam er ein Leckerli, den Trick beherschten wir noch nicht allzu lang. Auf einem Bein springend bewegte ich mich zu ihm, legte mich auf ihn und fand meine Position auf seinem Rücken. “Auf gehts mein Junge, hoch mit dir.” dabei klopfte ich ihm kräftig auf die Schulter um ihn zu ermutigen. Erst ging es äußerst langsam in die Höhe, dann ging ein ruck durch das Pferd und ich hielt mich an den Resten der Mähne fest um nicht herunter zu rutschen. Auf seinem breiten Rücken zerrten sich die Muskeln in den Bein fast ein wenig schmerzhaft auseinander, wochenlang nur liegen und sitzen zollten ihren Tribut, die Muskeln waren nicht mehr gewöhnt auf einem Pferd zu sitzen.
      Langsam trat Thjalfe den Weg in Richtung der Ranch an, auf meinen gelassenen Hengst konnte ich mich verlassen, noch mehr sogar nachdem er mich auch in dem Sturm nicht allein gelassen hatte. Verena hatte mir davon erzählt, wie er sie zu mir geführt hatte. Tränen des Stolzes waren in meinen Augen gewesen, obwohl ich mir sicher war das diese Treue Teil seines Charakters war. Thjalfe würde sie jedem zeigen der ihn gut behandelte. Manchmal musste ich daran denken ob er zu alten Zeiten wohl ein gutes Schlachtross gewesen wäre? Ich schloss einfach die Augen, ließ mich treiben in seinem Schritt und genoss es wieder auf dem Pferd zu sitzen. Es würde nicht mehr lange dauern bis mir die Ärzte erlaubten die Schiene um das Bein nicht mehr zu tragen. Die Verletzung war längst geheilt, trotzdem hatten sie es vorgezogen aufgrund der alten Brüche es länger Ruhen zu lassen. Der Physiotherapeut, der alle drei Tage auf die Ranch kam sorgte trotzdem dafür das es bewegt wurde. Das Reiten würde Tarek sicher nicht gut heißen, aber heute würde er ja nicht kommen. Allerdings kannte ich einige andere die mich sicherlich strafen würden - allen voran Bellamy, zu meiner Verwunderung auch Caleb. Manchmal fragte ich mich ob der Kerl in seiner Vergangenheit mit jemandem im Rollstuhl zu tun gehabt hatte. So sicher wie er immer dabei war den Stuhl auseinander und wieder zusammen zu bauen, auch wenn ich kurze Strecken mittlerweile mit Krücken hinter mich brachte - die stammten natürlich auch von Caleb. Er gab mir Rätsel auf, aber ich spürte mein Misstrauen, die anfängliche Missgunst aus meinen Gedanken weichen. Unter anderen Umständen kennengelernt, hätte Caleb mir vielleicht sogar ein Freund sein können.
      Vor dem Eingangstor hielt ich den Hengst an, sah hinauf zu dem großen Schild das dort angebracht war “Gips Reminder Ranch” sah über die Wiesen, hinauf zu den Bergen. Ironischerweise kreiste dort oben wieder der Adler, zog einsam seine Kreise überblickte das Land von einem Berghang zum nächsten. In den letzten Wochen hatte ich das Tal kaum zu Gesicht bekommen, der Sommer aber hatte es verändert - die Wiesen wirkten grau, nicht mehr so satt grün. Bald würde es nicht mehr zu unserem zu Hause zählen, Rena hatte vor die Ranch hier zu verlassen. Ganz konnte ich es noch nicht glauben, noch mehr hatte es mich aber getroffen das sie mit Bellamy als erstes darüber gesprochen hatte. Es war eine knappe Woche her, da hatte ich beide im Stall angetroffen als sie mich sahen hörte ihr Gespräch auf, ihre Blicke beinahe gehetzt auf mir. Weiter gedacht hatte ich mir nichts dabei.
      Vor einigen Tagen hatten wir eine unserer neuerlichen Abende im Hotel in Calgary verbracht, das Zimmer war für jeden dritten Samstag im Monat von uns reserviert worden. Den Tag verbrachten wir in der Stadt, zu Anfang noch verbunden mit Untersuchungen im Krankenhaus. Die entscheidende Frage hatte einer Guillotine gleich zwischen uns gestanden, bei der Erwähnung das sie Pläne schmiedete die Ranch zu verlassen hatte das Blatt herunter fallen lassen. Seitdem nagten Bisse an meinem inneren. Ich hatte mich erschrocken, bis dahin hatte ich jedoch nicht gewusst das Bellamy ihr erster Vertrauter war. Der Abend war trotzdem gut verlaufen, trotz allem war ich geschockt gewesen, stiller und in mich gekehrt. Ich kannte die von ihr beschriebene innere Unruhe, sie ließ einen zwar glücklich sein aber hing einem Hammer gleich über einem. Langsam trampelte Thjalfe auf der Stelle, also ließ ich ihn das Tor passieren, wie ich wieder runter käme stand noch aus - hinlegen mit mir wäre nicht grade eine Glanzleistung.
      Weiter in Gedanken ritt ich den Weg hinab in Richtung des Stalles, mir würde schon wer über den Weg laufen. Gestern Abend hatte mich Bellamy in der Küche vorgefunden, grübelnd über den Papieren der Connemarafohlen. Vor dem möglichen Umzug sollten die drei auf jedenfall in ein passendes zu Hause umziehen, auch Kürbisvieh würde ich generell eventuell abgeben wollen. “Du grübelst zu viel, die Falten bleiben noch.”kommentierte sein Mitbewohner als er ein trat, verwundert aber lächelnd hob ich meinen Kopf. “Ich werde alt, da muss ich eh mit Falten rechnen.” Bellamy nickte, zog die Kühlschranktür auf holte ein Bier heraus und fragte mit der erhobenen Flasche ob ich auch wolle. Ich nickte, nur um es einem Moment später vor mir stehen zu sehen. “Was machst du?” “Schauen wem ich die Fohlen anvertraue, sie sind langsam alt genug verkauft zu werden. Jetzt wo so etwas großes ansteht.” damit hatte ich indirekt den nicht abwendbaren Umzug gemeint, zu meiner Verwunderung schien Bellamy diese Aussage nicht fragwürdig zu stimmen. “Hat sie dir also endlich erzählt das sie vor hat die Ranch hinter sich zu lassen und neu anzufangen?” fragte Bellamy stattdessen. Nach einem Schluck Bier schaute ich den Jungen genauer an. In diesem Sommer waren die Züge um seine Augen weicher geworden, aber sein Gesicht markanter, er war braun von der Sonne. Zum ersten Mal sah ich ihn nicht mehr als Jungen, seine Schultern waren breit geworden. “Dann hat sie mit jedem darüber gesprochen?” Bellamy schüttelte den schwarzen Haarschopf. “Sie hat sich mir als erstes anvertraut...Wieso weiß ich nicht aber es ist so.” Das hatte mich schwer schlucken lassen, Bellamy als vertrauter? Alexis hätte ich verstanden, ja vielleicht sogar Caleb….aber Bellamy? Warum hatte sie nicht mit mir gesprochen? Eine fiese Stimme in mir erklang, noch war sie schwach doch sie konnte eine unheimliche Macht entfachen. Du bedeutest ihr nicht genug. Weniger entschlossen drängelte ich sie nieder, aber der Gedanke hatte sich fest gesetzt und nagte an meinen Gedanken wie ein Parasit.

      Verena
      Ich war gerade mit Only Known in Texas im Round Pen und schnalzte immer wieder, damit sie nicht stehen blieb, als mir ein großer Schatten auf dem Hof auffiel. Ich dachte mir weiter nichts dabei und konzentrierte mich weiter auf Texas, aber der Schatten entpuppte sich langsam als Alif, auf dessen Rücken jemand saß- nicht nur jemand, sondern Svejn! “Whoa.”, sagte ich ein paar Mal, bis die Stute stand. Weil ich sie nicht mitnehmen wollte, verließ ich den Round Pen ohne sie und stiefelte zu Svejn. “Bist du bescheuert?!”, fuhr ich ihn an und hielt Alfi fest. “Wo ist dein Rollstuhl? Du darfst noch nicht reiten!”, keifte ich ihn an, ehe ich sein vor Schmerz verzerrtes Gesicht sah. “Komm, wir holen dich da erstmal runter.”, sagte ich und brüllte die Namen von Bellamy und Caleb in den Stall, die mir halfen, Svejn vom Pferd zu holen und ihn auf eine Bank zu setzen. Bellamy kümmerte sich um Alfi, Caleb verschwand auf eine knappe Handbewegung meinerseits wieder. “Wieso reitest du?”, fragte ich ihn dann und verschränkte meine Arme vor der Brust, ehe Octavia zu uns kam und nach Texas fragte. “Hol sie wieder mit auf die Koppel.”, sagte ich lächelnd aber bestimmt und wandte meinen Blick dann wieder Svejn zu.

      Svejn
      Ich hatte schon Atem genommen als Octavia noch einmal dazwischen kam, in dieser Zeit hatte ich Gelegenheit den Zorn über die Schmerzen hinunter zu schlucken - Verena hatte ja nicht Unrecht mit ihrer Wut. Die alte Frustration sammelte sich wieder in mir, nicht so stark wie bei meinem Aufenthalt im Krankenhaus, aber mir fehlte das Reiten. Durch die Verletztung fühlte ich mich nicht ganz als Teil der Ranch, Bellamys Erwähnung am vorigen Abend hatte dazu beigetragen. Als ich Verena dann ansah, schluckte ich noch einmal, meine Gedanken waren nicht frei von Zorn, Anklagung und der dringenden Frage warum. Trotz der eines kleinen Kindes gleich sammelte sich in mir. Wer ist sie das sie so mit mir redet! flüsterte die Stimme in meinem Verstand, die nur schwer der Vernunft wich Sie sorgt sich um dich!
      Nur langsam sammelte sich milde in mir, erst jetzt sprach ich aus was ich zu sagen hatte. “Der Rolator hatte keinen Akku mehr, das Handy hatte ich im Stall vergessen...Hätte ich gewartet bis ihr euch Sorgen macht...ich..” ich sah zu ihr auf, griff nach der verkrampften Hand. Sie hatte die Arme verschränkt, krallte sich in den Oberarm, von mir nicht unbeobachtet. Ich löste ihre Umklammerung auf, strich sanft über den Handrücken, spürte die Anspannung weichen. “Ich wollte nicht das ihr euch Sorgen macht.” du hast zu viel was dir bereits Sorgen bereitet. Meine Lippen zierte ein scheues, entschuldigendes Lächeln. “Kommt nicht wieder vor, versprochen! Ich weiß das ich meine Gesundheit nicht einfach auf´s Spiel setzten sollte, ab jetzt hab ich immer die Krücken dabei auf denen ich dann zurück komme. Wäre es nicht Thjalfe gewesen wäre ich nicht auf´s Pferd gestiegen.”
      Gern hätte ich sie zu mir gezogen, ihre Lippen geküsst nur um mir ihrer Gefühle wahr zu werden, ich wollte ihr nicht Misstrauen, aber der Verrat meiner Exfreundin saß noch tief. Nicht das ich daran dachte sie würde mich betrügen, aber nicht ins Vertrauen gezogen zu werden, kratzte an mir.
      Verena warnte mich noch einmal zu früh damit zu beginnen sei nicht die beste meiner Taten, ich versicherte ihr das alles in Ordnung sei. “Morgen hab ich den Termin, da wird schließlich entschieden was genau jetzt ist.” “Aber du solltest trotzdem besser auf dich aufpassen. Es war Thjalfe, aber auch der Hengst ist nicht unfehlbar.” Langsam beruhigten sich meine Sinne, zusammen mit Rena kehrte ich zum Haupthaus zurück, ließ den Blick über den Hof gleiten - bald würde ein anderer Anblick sich vor mir auftun.

      ~ some weeks later ~

      Mit etwas Mühe humpelte ich die Treppe wieder nach unten, “Alles klar Joe, dann kommst du in einer Woche wieder?” fragte ich ohne zurück zu blicken meinen Therapeuten. Die Muskeln in meinem Bein schmerzten, da sie in der letzten Stunde stark beansprucht worden waren. Seit knapp vier Wochen war ich die lästige Schiene um mein Bein los, seitdem durfte ich auch ohne mein elektrisches Gefährt durch die Gegend wandeln. Auf längeren Strecken kam ich jedoch gern darauf zurück. “Ja genau. Denk dran langsam!” damit meinte Joe das reiten….ich hatte nach unendlichen Stunden des Nervens endlich seine Erlaubnis erhalten. Wie ein Schuljunge grinsend brachte ich ihn zum Tor und humpelte am Stock dann in Richtung Stall. “Rena?!” rief ich einmal laut, quer durch den Stall. Wie aus der Pistole geschossen kam besagte Frau aus einer der Boxen, den Blick verwirrt besorgt, schien sich aber beruhigt zu haben. “Brüll doch nicht so! Ich dachte dir sei was passiert” Mit dem feuchten Schwamm in der Hand kam sie näher heran, einen Moment später klatschte mir der Schwamm an die Schläfe. “Idiot” murmelte sie, umarmte mich dann aber. “Tut gut dir endlich wieder auf Augenhöhe zu begegnen.” murmelte ich in ihre Haare. In den letzten Wochen waren wir enger zusammen gewachsen, nachdem wir einen kleinen Streit ausgefochten hatten. Nach einem Abend an dem Caleb sie mal wieder zur Weißglut gebracht hatte, ich mal wieder schlechte Laune wegen meiner Verfassung gehabt hatte, war irgendwie alles auf einmal gekommen.
      Es hatte an mir genagt das sie Bellamy ins Vertrauen gezogen hatte, was ich ihr auch so direkt an den Kopf geworfen hatte. Dann hatte sie plötzlich begonnen zu weinen, was mich hatte weicher werden lassen. Rena fühlte sich zerrissen, das schon seit einer ganzen Weile. “Mit dir wurde es besser, aber seit deinem Unfall….du hast genug mit dir selbst zu tun!” “Der Unfall hat nie etwas daran geändert wie ich für dich empfinde, das darfst du nicht denken. Die Zerrissenheit verstehe ich doch, sie nagte jahrelang an mir selbst, tut es noch. Aber ich würde mit dir auch nach Timbuktu ziehen, wenn das dein Wunsch wäre. Du musst mit mir reden, wir müssen beide offener werden. Versprich mir das.”
      Dort war mir aufgefallen wie viele Jahre der Erfahrung zwischen uns lagen, trotzdem störte es mich nicht weiter, solange es Rena nicht beeinträchtigte. “Was hat er gesagt?” “Die Muskeln heilen, tun wieder ihre Arbeit, ich darf ganz langsam anfangen wieder zu reiten. Den Rolator soll ich nur noch nehmen um weitere Strecken zu überbrücken. Solange soll ich den Stock hier nehmen.” damit wedelte ich mit dem Stock vor uns beiden her. Geschickt griff Verena danach, befreite sich aus der Umarmung und schaute ihn sich an, ehe sie ihn mir gab und mich musterte. Andere Frisur, grauere Haare und du könntest als House durchgehen.”
      “House?”
      “Sag jetzt nicht du kennst Dr.House nicht?”
      “....eh”
      “Der Doktor der immer doofe Witze über seine Patienten macht, das Genie. Okay ist nur gestellt die Serie aber ich fand die damals super.” Ich zuckte mit der Schulter, der Trend musste irgendwie an mir vorüber gegangen sein. “Ich geh dann mal das Bett für Fiona herrichten, die müsste hier bald auftauchen.” Damit hob ich Verena den Schwamm wieder auf, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und verschwand im Haupthaus. Mittlerweile machten wir kein wirkliches Geheimnis mehr aus der Beziehung die wir führten, spätestens durch meinen Unfall war es auch dem letzten aufgefallen, es schienen alle soweit zu akzeptieren, zumindest sprach sich niemand dagegen aus.

      Besuch auf der GRR
      "Fiona was machst du?", für diesen schönen deutschen Satz könnte ich meine Tante umarmen, da sie in der Zeit in der ich wieder in Idaho lebte anfing deutsch zu lernen. "Ich packe meine Tasche und werde wie Petyr wieder als Trainer tätig!", verkündigte ich freudestrahlend. Luce grinste und nahm mich in den Arm, es war schon eine halbe Ewigkeit vergangen seit dem meine Eltern gestorben und ich vom Pferd gestürzt war. Mein lieber Cousin Petyr hatte sich vor einiger Zeit mit seinem besten Freund Malte in Norwegen selbstständig als Trainer gemacht und mich motiviert wieder mit dem Pferdetraining anzufangen. Meine Tasche war gepackt und ich verabschiedete mich von Pallton, den anderen Pferden, Finley (mein kleiner Aussie Welpe) und von Willow (dem Aussie meiner Tante, der sich aber mittlerweile Meiner angenommen hatte) und stieg zu Scott ins Auto. Scott startete den Land Rover und wir tuckerten zum Flughafen, an dem er mich absetzte. Der Flug bis nach Kanada dauerte knappe zwei Stunden, ehe Rena mich vom Flughafen abholte und zur Ranch fuhr. Sie hatte mich wie schon beim Horse & Dog Trail Kurs herzlich begrüßt und ich freute mich ebenfalls wieder hier zu sein. Auch wenn es nur Besuch wie jeder andere hier auf der GRR war, freute ich mich wie ein Kleinkind Gipsy wieder zu sehen, allerdings sollte ich nicht ihn trainieren, sondern Thjalfe den Hunter Hengst im Springen etwas weiter bringen. Der braune Ekzemer - Hengst gehörte Svejn, dem Freund von Rena und der auf der Ranch wohnte. Im Moment war er verhindert selber zu reiten, da er seit einem Unfall in einem 'elektrischen Rollator' saß und auf der Ranch rumkurvte. Doch als wir auf der Ranch ankamen, war vieles verändert seit dem ich hier mit Pallaton war. Überall standen wunderschöne Vollblüter, aber es waren nur noch wenig Westernpferde hier, was mich ziemlich stutzig machte. "Rena was ist denn hier passiert?", fragte ich sie verwundert. Nach einem tiefen Seufzer begann sie zu erzählen, dass sie ihr Trainingskonzept geändert hatte und sie nur noch ein paar Westernpferde behalten würde. Auch würde es bald nicht mehr Gips Reminder Ranch, sondern O'Connor Racing Stable heißen. Verdattert schaute ich sie mit weit geöffneten Augen an und musste erst einmal schlucken. Ich brachte nur ein gehauchtes 'okay' hervor. Mit einem Handzeichen bedeutete Rena mir ihr zu folgen. Langsam setzte ich mich in Bewegung und folgte ihr. Ein Mann im Rollator in schwarzer Kleidung tauchte vor mir auf und gab mir unbegeistert die Hand. "Hey ich bin Svejn." Das war auch schon alles was er sagte. Zu dritt liefen (fuhren) wir zum Stall und er zeigte mir den braunen Hengst, mit dem ich arbeiten würde. Vorsichtig tätschelte ich ihm die Nüstern und strich ihm über die Stirn. "Wir sehen uns dann nachher!", erzählte ich Thjalfe und verschwand zusammen mit Svejn und Rena im Wohnhaus. Aliena hatte wie schon beim Kurs hier auf der GRR wieder gekocht und gab mir freundlich einen Teller mit Spaghetti Bolognese. Auch Octavia war da (logischer Weise, denn sie wohnte und arbeitete hier). Caleb und alle anderen versammelten sich am Tisch. "Du bist also Fiona, die letztens extra noch einen Tag länger hier geblieben war um Gipsy noch einmal zu sehen?", feixte Caleb. In diesem Moment warf Rena ihm einen bösen Blick zu und die kurzzeitige Anspannung zwischen den Beiden war deutlich zu spüren. Nach dem Essen kam Caleb kurz zu mir und entschuldigte sich kleinlaut. "Schon okay.", erwiderte ich und ging zusammen mit Verena in den Stall, da wir wieder einen kleinen Ausritt geplant hatten. Gewohnt machte Rena Bella fertig und ich kümmerte mich um Gipsy. Irgendwie hatte ich mich ja ein bisschen in den Kleinen verschossen, was Rena aber lustig fand. Es war mir eine Ehre einen ihrer Lieblinge zu reiten. Also fertig für den Ausritt führte wir die Pferde nach draußen und stiegen auf. Mittlerweile hatte ich mich auch daran gewöhnt bei Gipsy vorsichtig im Maul zu sein. Die Sonne schien und die Temperatur war angenehm, was für ein schöner Tag! Während wir durch die Wälder strichen, erzählte mir Rena auch von den Pferden die sie verkaufte und fragte mich ob ich eventuell Interesse an einem hätte. Nach einer kurzen Grübelpause, beschloss ich mir zusammen mit Verena die Pferde anzuschauen. "Naa Lust auf ein Mini-Rennen bis zu dem großen Baum dahinten? Jetzt wo du dich sowieso auf Rennpferde spezialisierst, können doch auch deine Quarter-Mile-Pferde zeigen was sie können.", sagte ich ich zu Rena lachend, als sie sich augenblicklich an einem Baum platzierte. Grinsend reihte ich mich neben ihr mir Gipsy ein und zählte laut "Eins...Zwei...Drei...LOS!" Gemeinsam schossen wir los und trieben die Pferde zu Höchstgeschwindigkeit an. Im leichten Sitz und lockeren Zügeln galoppierten Gipsy und ich geradewegs an Bella und Rena vorbei. Voller Vorfreude auf den Sieg hatte ich gar nicht mitbekommen, dass Rena sich mit Absicht zurückfallen lassen hatte, weshalb sie jetzt im gestreckten Galopp an uns vorbeizischte. Am Ziel angekommen lachte sie mich aus und freute sich über meinen verwirrten Gesichtsausdruck. Gemütlich im Schritt ritten wir zurück auf die Ranch und brachten die Pferde nach dem kontrollieren der Hufe auf die Weide und schauten uns nun im Verkaufsstall um. So viele tolle Pferde wie sollte man sich da denn für eines entscheiden? "Also ich denke mal, dass dir Chapter 24 gefallen könnte.", erwiderte sie auf meinen ratlosen Ausdruck. Ich nickte und folgte ihr zu einer Box aus der mich ein hübscher Rappschecke anschaute. Begeistert klopfte ich ihm den Hals und ging in die Box. Ich konnte Rena ansehen, dass sie sich freute mir das anscheinend richtige Pferd gezeigt zu haben. Zu einem Probereiten sagte ich nicht nein und begann mich mit dem schönen Hengst vertraut zu machen. "Ich hab noch zu tun Fiona, du kommst hier doch alleine klar oder? Wenn nicht wende dich an einen hier du kennst ja eigentlich alle. Ich hab noch zu tun bis später ich komm dann mal gucken.", erklärte Rena und ging aus dem Stall. Freudestrahlend machte ich Chapter fertig und führte ihn gesattelt auf den Platz und schwang mich auf seinen Rücken. "So Junge was machen wir beide denn jetzt?", fragte ich den schönen Hengst der nur die Ohren in meine Richtung gedreht hatte. Ratlos trieb ich Chapter in Richtung Hufschlag und überlegte was ich mit ihm tun könnte. Um sich erstmal an einander zu gewöhnen ritten wir in allen Gangarten auf dem Platz und auch die Hilfengebung funktionierte einwandfrei. Während wir uns an die Seitwärtsgänge trauten lehnte Rena sich an den Zaun und schaute uns zu. "Hey guckt mal da liegen ein paar Stangen, reitet doch mal darüber, du kennst es ja vom Kurs letzte Woche.", schlug Sie vor. Begeistert ritten wir zu den sechs Stangen die kreisförmig angeordnet waren. Zu erst im Walk und dann im Trott ritten wir hinüber und ich hatte mich mittlerweile schon in den Schecken verliebt und die Entscheidung stand fest, Chapter würde mit nach Idaho kommen. Nach dem gelungenen Proberitt putzte ich Chapter erneut und brachte ihn wieder in seine Box ehe ich Rena aufsuchte. "Ach da bist du ja. Und wie wars, gefällt er dir?", fragte sie mit einem übertrieben freundlichen Lächeln, welches mich zum Lachen brachte. "Es war toll, er ist echt ein super Kerl und würde super zu Pallaton passen! Allerdings wäre es mir lieb wenn er gelegt werden dürfte. Und wie viel soll er denn kosten?", erwiderte ich . Sie stimmte zu, dass Chapter wie Gipsy ein Wallach werden dürfte und sagte mir freundlich "Du kannst ihn für eine kleine Schutzgebühr und einen Gefallen haben." Verblüfft nahm ich sie in den Arm und fragte sie nach dem 'Gefallen', der sich als Training für Gipsy und Candy herausstellte, was mir natürlich zu sagte und ich gleich den nächsten Besuch hier auf der Ranch buchte. Am Nachmittag suchte ich Svejn auf und stellte ihm ein paar Fragen zu seinem Thjalfe. Der ruhige, aber dennoch lauffreudige Hunter würde sicherlich Spaß am Springen haben. "Ich würde mich dann heute noch mit ihm vertraut machen und morgen mit dem Training anfangen wenn es für dich in Ordnung geht." Der schwarzhaarige Mann stimmte zu und erzählte mir noch ein bisschen was von seinem Hengst. Gesagt getan begab ich mich wieder in den Stall und begann Thjalfe vorsichtig zu putzen, um seine Ekzemerhaut nicht unnötig zu strapazieren. Da ich ihn nur etwas laufen lassen wollte liefen wir mit Knotenhalfter und Seil zum Roundpen, in den ich mehrere Stangen platzierte. Ich hakte den Karabiner aus und schickte Thjalfe von mir weg. Gemütlich trottete er über die Stangen. Nach ein paar Übungen um Vertrauen aufzubauen, trieb ich ihn an und er trabte lauffreudig und ruhig schnaubend über die am Boden liegenden Stangen. Als er auf Kommando zum stehen kam lobte ich ihn ausgiebig und ließ ihn die Richtung wechseln und galoppierte ihn an. Das Kerlchen hatte Talent, denn er sprang wie eine Gazelle über die die Stangen und das ganz ohne Mühe. "Prima!", wisperte ich freudig. Das sollte es dann für heute auch gewesen sein, die halbe Stunde Bewegung. Also brachte ich ihn wieder in die Box half mit die restlichen Pferde zu besorgen und verkroch mich anschließend in mein Gästezimmer. "Guten Morgen!", verkündigte ich und setzte mich an den Frühstückstisch, ehe ich mich zu Thjalfe begab. Auf dem Platz hatten wir bevor ich mit dem Training anfing ein paar Sprünge mit einem Meter Höhe und neunzig cm Weite aufgebaut. Insgesamt waren es sechs Hindernisse die für die A Klasse gefordert wurden, im Gelände allerdings sieben Hindernisse. Da Svejn nichts zu tun hatte er beschlossen das Training zu begleiten. Rasch war auch der braune Hunter Hengst gesattelt und getrenst. In einer Hand befanden sich die Zügel, in der anderen meine Chaps und die Reithandschuhe. Auf dem Platz zog ich den Reißverschluss meiner Chaps zu, zog die Handschuhe an, gurtete nach und stellte die Steigbügel ein. "So Junge, lets begin!" Ich tätschelte seinen Hals und schwang mich auf seinen Rücken. Zum aufwärmen garten wir ebenfalls Cavalettis aufgestellt über die wir erst im Schritt und anschließend im Trab überritten. Thjalfe versuchte erst gar nicht irgendwelche Anstalten zu machen. Zum Schluss des Aufwärmens ritten wir enge Kurven und wechselten oft die Richtung. Bevor es nun richtig los ging streichelte ich seinen Hals und trieb den Hengst im Galopp zum ersten Hindernis. Ohne Probleme sprang Thjalfe über die Stangen, so dass man denken würde, er wäre ein professionelles Springpferd, trotz der geringen Höhe. "Prima!", lobte ich ihn und lenkte ihn gleich zum nächsten Hindernis. Es war auch kein Problem für die anderen Hindernisse zu überspringen, ich hatte sogar das Gefühl, dass es ihm Spaß machte. Nach einer guten Stunde hatten wir die sechs Hindernisse mehrmals überquert und nur eine einzige Stangen gerissen. Als ich Thjalfe im Schritt zur Ruhe kommen ließ, sprach ich mit Svejn. "Dein Kerlchen ist echt ein tolles Pferd und hat echt Talent!", verkündigte ich begeistert. "Freut mich, dass du mit ihm klar kommst ich hoffe bald selber mit ihm springen zu können.", erwiderte Svejn. Gemeinsam brachten wir Thjalfe zum Waschplatz und ich sprühte ihn ab. Es war ausreichend warm und der verschwitze Hengst hatte es sich wirklich verdient. Vorsichtig begann ich ihn an das kältere Wasser zu gewöhnen und ihn dann komplett zu duschen. Thjalfe genoss die kurze Dusche und schüttelte sich anschließend. Ich musste lachen, da er mich komplett nass gemacht hatte, was mich nicht weiter störte, also griff ich zum Schweißmesser und Handtuch und rieb den braunen ab, bis er nur noch feucht war. Wenn er trocken war dürfte er wieder auf die Weide doch zuvor stellte ich ihn in die Box, damit er trocknen konnte. Nach dem leckeren Mittag erklärte ich Svejn, der heute nach dem Training mit Rena zum Arzt gefahren war, dass er jetzt selber mit Thjalfe arbeiten könne, da der Hunter sehr viel Talent hat und nur noch den Feinschliff brauchte und Svejn das alleine konnte. Ich hätte nie gedacht das der braune Hunter so gut sein würde, also würde es leider nur ein kurzer Besuch hier auf der GRR. Da Svejn auch wieder anfing mit dem Laufen, brauchten beide nicht lange warten, bis das weitere Training beginnen konnte. Da ich hier nichts mehr zu tun hatte, entschied ich schon heute abzureisen samt Chapter. Die Koffer waren gepackt und auch Chapters Sachen wären im Anhänger, denn mein neuer Hengst wurde zum Flughafen gefahren und flog dann zusammen mit mir nach Idaho. Etwas geknickt verabschiedete ich mich von Gipsy, Svejn und den anderen ehe Rena uns zum Flughafen fuhr. Als sie uns absetzte verabschiedete sie mich mit einer Umarmung und half noch Chapter auszuladen. "Guten Flug!" war der letzte Satz bevor sie ins Auto sprang und zurück fuhr. Nach einem angenehmen Flug, holten Luce und Scott mich mit Anhänger und Land Rover vom Flughafen ab und fuhren mich und den neuen Hengst auf die Ranch. Es war mal wieder eine schöne Reise gewesen, auf der ich auch neue Erfahrungen gesammelt hatte.

      Svejn
      Halb neidisch hatte ich Fiona dabei beobachtet wie sie mit Thjalfe durch den Pacours sprang, bald war ich wieder zu alter Kondition bereit, dann würde ich das auch tun können! Zumindest leichte Dressurübungen machten wir zu Zeit schon. Gestern hatte mich Joe noch einmal besucht um zu sehen was ich mit dem Pferd machte, mich gelobt da ich es tatsächlich nicht übertrieb und gemeint das wäre gut zur Unterstützung der Muskeln. Das ich am Wochenende an einer Kür teilnehmen würde verschwieg ich vorerst.

      „This is ridiculous! You just can walk for about a week!“ lag mir nun wieder Caleb in den Ohren. War der Herr in den letzten Monaten meine Glucke geworden? Ja vielleicht konnte ich mich erst wieder seit einer knappen Woche gänzlich ohne Krücken durch die Gegend bewegen.Die Anmeldung hatte ich keck raus geschickt, nur manchmal musste ich für längere Strecken noch den Rolator nehmen, aber ich würde niemanden anders Thjalfe auf einer Körung reiten lassen! „Shut up, do your work and help me, please.“ war die Erwähnung die Verena ihm gab und ich rollte die Augen, die beiden waren ein Chaosteam. Thjalfe wurde noch von Caleb gesattelt, während ich mein ehemals verletztes Bein in den Stiefel zwängte. „Du weißt aber schon das ich das nicht für eine deiner besten Ideen halte?“ murmelte Verena und half mir den Verschluß des Schuhs zu schließen. Ich nickte, „Sag ihm das bloß nicht!“ meinte ich verschmitzt lächelnd und ließ mir auf den Hengst helfen. Langsam hatte ich mich daran gewöhnt, Hilfe anderer nicht grundlegend abzuwehren.
      Mein Bein schmerzte ein wenig als wir im Trab die Halle betraten, doch mein Gesicht blieb unverzogen, ich würde das durchziehen! Die Grundlagen der Dressur saßen bei der Thjalfe, doch seine Lieblingsdisziplin war es nicht unbedingt. Nachdem ich und Thjalfe die Richter gegrüßt hatten und die Mittellinie verließen folgte ich zunächst der ganzen Bahn. Im Verlauf der langen Bahn nahm ich schließlich die Zügel auf,sodass Thjalfe in einer leichten Anlehnung lief, manchmal mogelte er sich hindurch. Schon bald darauf fanden wir uns auf dem Zirkel wieder nur um später aus dem Zirkel wieder zu wechseln. Wieder auf dem Hufschlag parierte ich durch zum Schritt. Steif atmete ich aus, ja das war wirklich keine gute Idee gewesen. Bisher gab sich Thjalfe wirklich gut, hatte sich noch nicht aus der Anlehnung gemogelt. Sein schwungvoller Trab war jedoch von mir überschätzt worden, noch hatte sich mein Körper nicht wieder an die Bewegung gewöhnt. Ich ritt schließlich wieder im Trab an, vollführte eine halbe Volte rechts, ging einige Schritte vorwärts um dann eine halbe Volte links. In der darauf folgenden Ecke, gab ich dem Hengst eine Galopphilfe und schwungvoll sprang der Hengst an.
      Schließlich fanden sich der große Hengst und ich wieder auf der Mittellinie ein, dieses Mal im Schritt, nur mit dem zurücklegen des Gewichtes hielt mein Teddy an, grüßte die Richter. Auf dem Weg nach draußen machte ich mir ein wenig Sorgen wie ich jetzt wieder von seinem Rücken kommen würde. „Hurt yourself?“ fragte mich Caleb, ohne Frage hämisch, meine Zähne knirschten, aber ich nickte, trotzdem half mir Caleb zurück in mein Rentnergefährt.
    • Laraya13
      springen a-l

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      "Svejn, Himmel, jetzt hör auf den Sturkopf zu spielen!", murrte ich und boxte ihn in die Schulter. Wir saßen beidem auf dem Zaun des Reitplatzes und sahen Aaron dabei zu, wie er Thjalfe aufwärmte. Ich hatte Aaron gebeten, den Hengst ein wenig im Springen zu trainieren, da Svejn noch nicht fit genug war, um es selbst zu tun. Ich hätte das auch machen können, aber ich konnte springen- Aaron war noch dabei, es zu lernen.
      "Lass ihm die Zügel doch mal länger!", rief mein schlecht gelaunter Freund nun meinem Mitarbeiter entgegen. "Nein, halt die genau so wie gerade, nicht länger!", rief ich dann und warf Svejn einen bösen Blick zu. "Lass ihn doch mal seine Arbeit machen, kein Wunder, dass der Junge total nervös ist!", fauchte ich ihn an und sprang dann vom Zaun, ehe ich in die Mitte des Platzes ging, wo Aaron nun neben mir anhielt. "Hör bitte nicht auf Svejn, achte auf meine Anweisungen. Reite ihn jetzt mal ein paar Runden im Galopp auf dem Zirkel. Dann über die A- Sprünge auf beiden Händen und dann sehen wir mal weiter.", erklärte ich ihm und klopfte kurz Alfis Hals. Dann ging ich zurück zum Zaun und setzte mich drauf. "Was hast du ihm gesagt? Lässt er die Zügel jetzt endlich länger? Hört er auf dauernd zu treiben?" "Svejn du nervst.", sagte ich lachend. "Bin ich froh, wenn du wieder richtig arbeiten kannst.", sagte ich und winkte Aaron dann zu, damit er wusste, dass er anfangen konnte.
      Er galoppierte den Hengst an und hielt ihn eine Weile auf beiden Händen auf dem Zirkel, ehe er sich an die Hindernisse traute. Alfi war zwar etwas schwerfällig am Sprung, er schaffte es aber locker drüber. Als nun die L- Höhen dran waren, sah man, dass er sich hier wesentlich schwerer tat. "Ich glaube höher als L wird er nicht schaffen.", sagte ich zu Svejn, der die ganze Zeit auf dem Zaun hin und her rutschte, als hätte ihn eine Hummel in den Hintern gebissen. "Ja, das glaub ich auch. Oder mit einem anderen Reiter, der die Zügel länger lässt.", schnaubte er abfällig. So nervig kannte ich ihn gar nicht, aber sein Verhalten war in den letzten Tagen viel besser geworden, seit er wenigstens wieder aufsteigen durfte. "Lass es jetzt gut sein für heute, Aaron, morgen machen wir weiter.", sagte ich zu meinem Mitarbeiter und nahm ihm Alfi ab. "Danke. Hast du echt klasse gemacht!", lobte ich ihn, denn ich wusste, wie wichtig Lob für Aaron war. Von seiner neuen Aufgabe mit Scarlet Sun oder den Arabern wusste er noch gar nichts, er würde sich auf jeden Fall wahnsinnig freuen, wenn ich ihm davon erzählte.
      "Sollen wir noch eine Runde ausreiten? Dann sattel ich schnell Gipsy.", fragte ich Svejn und er nickte verdattert, stieg jedoch dann mit meiner Hilfe auf. Fix hatte ich Gipsy gesattelt und wir ritten eine kleine Runde um die Ranch, vorbei an dem See, an dem ich schon vieles erlebt hatte. "Ein wenig werde ich die Gegend hier schon vermissen, wenn wir umziehen...", sagte ich und schaute mir alles nochmal genau an. "Wer weiß, vielleicht finden wir ja auch hier was in der Nähe.", munterte Svejn mich auf. So kannte ich ihn- nicht dieser zappelige, nervöse Herrscher über sein Pferd. "Wer weiß...", sagte ich und wir drehten um, weil es noch genug Arbeit auf der Ranch gab.
      Die nächsten Tage trainierten Aaron, Svejn und ich immer wieder mit Alfi, bis man sagen konnte, dass er in der Stufe L starten konnte. Svejn beruhigte sich auch immer mehr und ließ Aaron seine Arbeit machen, arbeitete sogar zum Schluss hin mit, statt gegen ihn.
    • Laraya13
      oktober 2016 sosox3
      tausend sterne am himmel

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      „Meinst du Rising Star könnte gegen Ende der Woche zusammen mit Croatoan, Classic Gold, Classic Spring, Calorro und Riverside mit rüber fliegen? Also Calorro nur wenn Rising Star auch mit rüber fliegt“, fragte mich Smetti und ich schaute ihn nur nachdenklich an. „So an sich eigentlich schon. Nur würde ich den beiden dann heute noch die Hufe machen, wenn es geht. Riverside bräuchte auch neue Aluminiumeisen.“ „Ich habe hier immer so viel zu tun mit deinen Pferden. Kannst du denen nicht selber die Hufe machen?“ „Also langsam nervt mich deine Maulerei. Ich muss die Pferde trainieren die heute auf dem Plan stehen: Candypie, Balerinë, Silberstern, Attentivenly, Meister Propper, Born to Die und Itaque. Von den Fohlen ganz zu schweigen! Ich denke ich hab da einiges mehr zu tun als du!“ Ich hasste es mit ihm zu streiten, aber er musste einsehen, dass ich ebenfalls viel zu tun hatte und ob ich jetzt drei Pferden die Hufe mache oder gut 10 zu versorgen und trainieren habe ist dabei aber ein ganz großer Unterschied. „Ist okey, ich mach als erstes Risa und Calorro…“, grummelte er wütend und ging in die Küche. Unsere Möbel blieben allesamt hier und würden für einen Nachmieter da sein. Er machte sich einen Kaffee zum Mitnehmen und verließ dann mit einem lauten Knall die Tür. „Penner“, murmelte ich und zog mich rasch um. Wir hatten gerade mal 9 Uhr und so fing der Tag schon an. Der Stress tat uns beiden nicht gut. Das konnte noch was werden...
      Ich nahm mir als erstes Balerinë zu Herzen, denn sie war noch immer sehr übermütig im Handling. Die Rappstute neben mir ging schnellen Schrittes fast vor mir und ich musste sie immer wieder rückwärtsrichten. Irgendwann würde sie es schon lernen. Immerhin blieb sie beim Putzen stiller als all meine anderen Pferde. So beruhigte sie mich auch gleich damit. Heute wollte ich sie nur ein wenig in den Grundgangarten in verschiedenen Bahnfiguren reiten, da sie etwas schwieriger wurde, sobald bei ihr die Rosse einsetzte. Und das war gerade der Fall. „Na komm schon“, murmelte ich und gab ein wenig mehr Druck auf die Zügel, da sie sich gerade quer stellte. Nach mehr maligen ziehen konnte ich sie dann doch überreden mir in die Halle zu folgen in der sich gerade Nicolaus, unser Trainer, mit Meister Propper ein wenig Warm ritt. Mich wunderte es nicht, dass Bali sich da nicht rein begeben wollte. Aber wenigstens im Schritt musste sie ein wenig durchhalten. Ich gurtete kurz nach und schon wurden Meister Propper die Ohren angelegt und gedroht was das Zeug hielt. „Hör jetzt auf!“, motzte ich Bali an und war kurz davor ihr eine zu donnern. Nico behielt den Fellponyhengst vorsichtshalber nur auf dem Oberen Zirkel, damit ich sie auf dem unteren Zirkel ein wenig warm reiten konnte. Als ich richtig mit der Arbeit anfangen wollte, verließ Nico die Halle vorsichtig. Nun hatten wir die Halle wieder ganz für uns alleine, bis Smetti bei uns rein schlich und mich zum Halleneingang bat. „Könntest du vielleicht Riverside und den anderen selbst die Hufe machen? Ich habe gerade einen Auftrag hier in Canada bekommen und müsste wohl heute dorthin für Zwei Hengste. Würde uns ja auch wieder Geld reinbringen in die Kasse.“ Während er sich weiter rechtfertigte oder es zumindest versuchte hatte ich meine Entscheidung schon längst fest beschlossen. „Fahr hin“, lautete meine kurze Antwort und er sah mich nur etwas verwirrt an. „O-ok“, brachte er vorsichtig raus und nahm meine Entscheidung lieber hin als diese zu hinterfragen bevor ich mich doch um entschied. „Ich pack dann gerade die Sachen und hoffe, dass ich bis morgen früh wieder da bin und dir dann bei allem helfen kann“, sagte er mir und gab mir einen Kuss, den ich ein wenig genoss auch wenn wir uns gerade erst gestritten hatten. „Bis dann, mein Großer.“ Während ich versuchte Balerinë die Schlangenlinien schmackhaft zu machen, füllte Smetti alle möglichen Vorräte des Trucks auf und machte sich dann auf den Weg zu seinem neuen Kunden Svejn. Die Fahrt alleine schon dauerte ein paar Stunden bis er überhaupt die Gips Reminder Ranch erreicht hatte und machte sich dann auf die Suche nach dem Besitzer und seinen Pferden. Die Ranch war mehr als riesig und beherbergte viele Reit und Zuchtpferde. Die Suche nach seinem Kunden erleichterte es aber definitiv nicht. Smetti wusste weder wie er noch wie seine Pferde aussahen und zum anderen auch gar nicht wo diese standen um dort auf ihn zu warten. Bis dann ein Mann mittleren Alters in einem Rolator angefahren kam. Seine schwarzen Haare waren zu einem Zopf gebunden und die Seiten waren rasiert, ähnlich kurz wie meine, nur, dass ich einen Undercut besaß. „Sie müssen der Hufschmied sein“, sagte er etwas grimmig dreinschauende Mann und bei genauerem beobachten sah ich das der Mann eine Schiene am rechten Schienbein trug und wohl nicht auftreten konnte. Gekleidet war er ganz in Schwarz und würde Rachel ihm wohl in der Nacht begegnen hätte sie wohl eine Heidenangst gehabt. Aber das hatte sie ja öfter. „Ich bringe sie dann gerade zu meinen zwei Hengsten“, grummelte er und Smetti fühlte sich nicht gerade wohl, da er Svejn nicht einschätzen konnte. „Bekommt Verena nicht auch ein Pferd von ihnen wieder?“, fragte er den jungen Mann und schaute ihn neugierig an. „Ja, woher wissen sie davon? Der Anhänger ist auch schon mit dem Pferd geladen auf dem Hof. Ich hatte Verena vorhin Bescheid gegeben, dass sie sie ausladen soll. Das Pferd hasst mich. Die einzige, die sie irgendwie von Weide zum Stall bringen konnte war Rachel und das auch nur, weil sie konsequenter ist und sich nicht unterbuttern lässt von ihren Pferden…“, sprudelte es nur so aus Smetti heraus. Svejn grinste nur und schmunzelte. „Dann habe ich ja richtige Schätze.“
      Ich hatte mich bereits mit Balerinë auseinandergesetzt und sie auf die Weide zu Acacia, Born to Die und Croatoan gestellt um mich dann um Silberstern zu kümmern, welchen ich heute ein wenig ausritt. Er machte sich super unterm Sattel, sehr gelehrig und auch sonst zeigte er sich super kooperativ. Abby ritt zurzeit Candypie auf der Bahn und versuchte die Runde immer schneller zu absolvieren.
      Smetti hatte sich in der Zeit schon mit Smaug beschäftigt und ihm seine Hufe gekürzt. Smaug war währenddessen ganz ruhig geblieben und schaute nur hier und da mal zu dem Hufschmied herunter. Auch beim Feilen am Ende schaute der Hengst wissbegierig dabei zu wie ihm die Hufe gefeilt wurde, ähnlich einer Pediküre beim Menschen. Der zweite Hengst war Thjalfe, ein komischer Mix aus Warmblut und Shire horse, dass Smetti so noch nicht gesehen hatte, wobei er einen Weideunfall vermutete. Auch er war so gelassen wie Croatoan, zumindest waren sie von der Gelassenheit sehr vergleichbar. Auch seine Hufe waren gut in Form, nur beschlich Smetti ein unangenehmer Verdacht einer schleichenden Strahlfäule und beim Kürzen der Hufe fiel es ihm immer mehr auf. Er machte die Hufe rasch fertig und lief zum Auto um eine Salbe gegen Strahlfäule zu holen. Diese sollte Svejn 2x täglich auf die Hufe schmieren, dann sollte das wieder im Griff sein. „Ich stelle ihnen die Rechnung aus und mache mich gerade auf die Suche nach Verena.“ Svejn nickte und warf einen Blick auf die Rechnung, welche Smetti ihm ausgestellt hatte. Während Smetti nun Verena suchte, brachte ich Silberstern in die Box und rief kurz bei Smetti an. Es klingelte eine Weile bis er dranging und auch unsere Unterhaltung fiel eher kühl aus. Er hatte Raised from Hell mitgenommen um sie dort abzusetzen und Wolfs Bane nach dem Einreiten wieder mitzubringen. Ich wusste auch nicht was er dort so lange tat. Klar waren die Hin- und Rückfahrt ziemlich lang, dennoch wusste ich irgendwoher, das alles länger dauern würde als gedacht. Ich schnappte mir nun Rising Star um ihr die Hufe zu feilen und auch ihren Sohn Calorro würde ich die Hufe kurz kontrollieren. „Hey Verena, hast du Raised from Hell ausgeladen bekommen?“, fragte Smetti die Ranchleitung und sie nickte. „Na klar, anstrengend ist sie aber immer noch. Ich hätte da noch ein paar Verkaufspferde, wenn du magst kannst du sie dir mal anschauen.“ „Klar, warum nicht“, zuckte er mit den Schultern und folgte der bekannten Züchterin. Sie hatten viele Pferde zu verkaufen und in den Stallungen waren einige Hübsche Tiere dabei. Darunter auch Dynur, welcher vor kurzem erst unseren Hof verlassen hatte und ein Schimmelscheckhengst, welche mit neugierigen Augen zu Smetti sah und seine Ohren aufmerksam nach vorne richtete. „Wer ist denn der Hübsche da?“, dachte er laut und las genauso laut auch den Namen des Schildes aus. „Ist der wirklich so wie sein Name vermuten lässt?“, fragte er vorsichtig und richtete seinen Blick auf die Gestütsleitung. „Nein, er ist ein ganz lieber. Den kann man auch mit anderen Hengsten auf die Weide stellen. Unterm Sattel ist er auch ein Schatz.“ „Hmm.“ Und weiter ging der Weg durch die riesige Stallung und er sah viele verschiedene und auch tolle und erfolgreiche Pferde, welche nun einen neuen Besitzer suchten, doch der Sympathy fort he Devil ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. „Sag an, was willst du für den Guten von eben?“, fragte er gerade heraus. „9000“, sagte sie direkt und er schluckte. „Sagen wir 8000 und ich mache zwei deiner Pferde die Hufe. Heute noch!“, feilschte er und sie stimmte ein. Rachel würde es nicht wirklich gefallen das Smetti Geld ausgeben würde, aber er passte so gut zu ihm. „Ich bring dich dann zu den zwei Pferden, die die Hufe gemacht brauchen. Wobei… du brauchst sicher die Aluminium-Hufeisen. Ich bring sie besser zu deinem Wagen. Dann hast du ja alles dort“ „So geht’s auch“, lächelte er und machte sich auf den Weg zu seinem Wagen. Erneut rief ich Smetti an um zu sehen wo er blieb und ob er schon losgefahren sei, doch er erzählte mir nur was von ich solle ihm nicht böse sein und von wegen, dass ich nicht allzu lange wach bleiben sollte. Langsam machte er mir ein paar Sorgen und ich wusste nicht wohin uns das führen sollte oder auch würde. Immerhin konnte ich mich jetzt auf Attentivenly einlassen, da sie bald wohl auch auf einer Körung ihr Können und auch ihr Temperament zeigen und heute gab mir Nico eine Stunde auf ihr, damit ich sie ein wenig besser arbeiten konnte und so auf die Körung vorbereiten konnte. Sie machte sich zwar super unterm Sattel, konnte aber die Hölle am Boden sein mit ihrer Aufmerksamkeitssuchenden Art. Doch daran sollte es nicht liegen, ich fragte mich nur wann mein Freund seinen Weg nach Hause finden würde…
      „Das ist Drama Baby, die ist noch neu hier. Ich hoffe er stellt sich gut an.“ Der junge Hufschmied nickte nur und sah sich die Hufe des Vollblüters an. Sie waren eigentlich ganz in Ordnung, nur etwas aus der Form. So schnitt er nur sehr vorsichtig die Hufe aus und raspelte sie dann um sie in die Form zu bringen. Auch beim feilen gab er sich wie bei jedem Mal Mühe und lobte den Vollblüter neben sich. Dann schaute er welche Aluminium-Eisen der Stute passten und nagelte diese ebenso vorsichtig an. Beim Vortraben ergab sich keine Taktverschiebung und so sahnte das Pferd ein Leckerli ab und mir wurde der nächste und zum Glück auch letzte gebracht. Er hatte den Namen ‚Turf Runner‘ und war ein interessanter Brauner und Smetti vermutete ein Splash-Gen. Auch seine Hufe sahen ihn Ordnung aus, waren auch super in Form, sodass er nur Raspelte und feilte. Turf Runner schaute ihn nur aufmerksam an, als er auch ihm die Aluminium Hufeisen anbrachte. Die leichten Hufeisen waren nicht gerade die einfachsten wenn es darum ging sie anzubringen, doch bis jetzt hatten wir immer Glück gehabt. „So der Gute ist dann auch fertig“, lächelte er mit einem breiten Grinsen und nahm einen Batzen Geld aus der Hosentasche. „Ich habe vorhin noch einmal nachgezählt. Sind genau 8000.“ „Alles klar, wir machen gerade die Unterlagen und dann verladen wir deinen Hengst für den Nachhauseweg."
      Jun 5, 2017 Report
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      Veija oktober 16 veija
      auftakt in ein neues leben

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      In den letzten Wochen war viel auf der Ranch passiert. Ein ganzer Haufen Pferde hatte uns verlassen, ein paar waren dazu gekommen. Einige Mitarbeiter und ich hatten an einem Dressurturnier teilgenommen, an dem Aaron und Augen auf! Ich komme, sogar den ersten Platz gemacht hatten!
      Worauf wir besonders stolz waren war, dass Bellamy und Zuckerschock es geschafft hatten, den 3. Platz zu ergattern! Sehr zum Leidwesen von Octavia, die Bellamy regelrecht angeschrien hatte, weil sie eine Platzierung ergattern wollte. Nun waren wieder alle Zuhause und es hätte ja Ruhe einkehren können, wenn da nicht noch immer die Idee wäre, um zu ziehen. Svejn und ich wollten uns heute einen potenziellen Hof anschauen, denn die Ambitionen der Gips Reminder Ranch hatten sich ein wenig geändert, und auch dieser Hof gab nicht mehr das her, was er einmal versprochen hatte.
      "Svejn jetzt komm schon!", sagte ich etwas genervt und drehte den Autoschlüssel in meiner Hand hin und her. "Ich komm ja schon...", sagte er genervt und humpelt voran. Er durfte mittlerweile wieder laufen und auch reiten, aber das Laufen schien ihm noch ziemliche Probleme zu machen, weshalb er seinen Alltag lieber reitend verbrachte- zum Leidwesen seines Physiotherapeuten, denn dieser hatte ihm verboten, zu viel zu reiten. Aber er kannte Svejn mittlerweile ja sehr gut, er konnte nicht ohne reiten.
      Endlich waren wir im Auto und ich konnte los fahren. Die Fahrt verlief eigentlich relativ stillschweigend, denn Svejn musste sich auf sein Handy konzentrieren, um mir den Weg zu sagen- ich musste mich auf die Straße konzentrieren, denn diese Ranch lag wirklich weit ab vom Schuss, aber dennoch in der Nähe der Ferienranch und unserer alten Ranch.
      Dort angekommen schauten wir uns schon skeptisch um, denn die gesamte Ranch wirkte verlassen, überall waren die Zäune kaputt, Hecken und hohes Gras wucherten überall. "Hm, nicht das, was ich mir erhofft hatte.", sagte ich niedergeschlagen zu Svejn, der wohl meine Meinung teilte. "Komm, wir gehen erst mal zum Haus und lassen uns alles zeigen.", meinte er schulterzuckend und zusammen gingen wir zum Haupthaus, wo auch schon auf uns gewartet wurde. "Guten Morgen Mr. & Miss O'Connor.", sagte die junge Dame, die weder Svejn noch ich korrigierten. Svejns Name war einfach zu kompliziert. "Vorweg muss ich ihnen leider sagen, dass die Ranch in keinem guten Zustand ist, denn mein Vater ist vor etwa einem Jahr von uns gegangen und seit dem steht die Ranch leer.", erklärte sie und und fing an, uns eine kurze Runde durch das Haus zu führen. "Warum hatte ihr Vater eigentlich ein so großes Haus?", fragte ich die Dame dann bei der Tatsache, dass hier mein Team dreimal reinpassen würde. "Sie werden gleich bei der Führung sehen, dass sie hier eine riesige Ranch betreten haben. Deshalb ist auch das Haus sehr groß.", sagte sie und führte uns aus dem Haus heraus in die obere Ecke der Ranch. Dort waren zwei Offenställe mit 3 großen Koppeln. "Hier könntest du deine Pferde hin stellen.", sagte ich freudig mit einem Blick auf den Offenstall, bei dem eine große Koppel war. "Und hier könnten die Jungpferde stehen.", schwärmte ich, ehe wir weiter gingen. Es gab ein kleines Gemüsefeld, einen See und nun kamen wir an der Rennbahn an. "Wow.", sagte ich begeistert. Es war um mich geschehen, diese Ranch würde unser neues Zuhause werden. Svejn hatte meinen Blick gesehen und zwanghaft gelächelt, wir würden so viel Arbeit in die Ranch stecken müssen, bevor wir hier einziehen konnten, doch er wusste, dass wir das schaffen konnten.
      Die junge Frau zeigte uns noch den Rest der Ranch, zum Beispiel die drei großen Ställe mit Paddocks und Koppeln, die Offenställe, die Reithalle aber auch die beiden Reitplätze. Neben der Ranch gab es noch einiges an Weideland und einen großen Wald, den wir mit kaufen konnten. "Wir werden uns morgen melden.", verabschiedeten wir uns dann, ehe wir uns auf den Weg nach Hause machten. Diese Fahrt verlief wesentlich lauter. Ich quatschte Svejn die Ohren voll mit der Ranch und dass ich sie unbedingt haben wollte, auch wenn sie einfach viel zu groß für uns war. "Aber wir könnten Einsteller nehmen.", meinte ich dann und er nickte.
      Am Abend erzählte ich meinen Mitarbeitern von der Ranch und schon am nächsten Morgen befand ich mich wieder dort- diesmal in Begleitung von Caleb, damit er sich ein Bild vom Hof machen konnte. Ich legte noch immer viel Wert auf seine Meinung, weshalb ich sein OK haben wollte, bevor ich den Kaufvertrag unterschreiben wollte. Er segnete die Ranch ab und ich unterschrieb den Kaufvertrag, nachdem ich den Preis noch ein wenig gedrückt hatte. Nun kamen die verkauften Pferde der Ranch zugute, denn ohne diesen Verkauf hätten wir die neue Ranch nicht kaufen können und solange wir noch hier lebten, konnten wir die alte Ranch nicht verkaufen.
      So kam es, dass wir eine ganze Weile erst die Pferde auf der alten Ranch versorgten und dann auf die neue Ranch fuhren, um die Zäune zu reparieren, die Stallungen neu zu verputzen, und und und.

      Nun war der Tag des Umzugs endlich gekommen, auf den ich schon so lange gewartet hatte. Leider würde es nur ewig dauern, alle Pferde rüber zu bekommen, denn wir hatten noch immer 63 Pferde. Vermutlich würden bald noch ein paar Pferde den Besitzer wechseln, aber diese 63 Tiere würden allesamt mit auf die neue Ranch kommen. Ein grober Plan, wo welche Pferde hinkamen, war schon gemacht- und da man hier in Kanada oder generell in Amerika nicht so zimperlich war, was Pferde verladen anging, hatten wir uns ein paar einfache Trailer geliehen, in die die Pferde einfach hinein sprangen. Um jedoch trotzdem Verletzungen zu vermeiden, würden alle Pferde Transportgamaschen tragen, denn ganz leichtsinnig musste man ja nicht sein.
      Anfangen wollten wir mit den Jungpferden, da diese am längsten brauchen würden, bis wir sie im Hänger hatten. VK A Gun Colored Lena, Like Twist and Gun, VK Drag's Solo Queen, PFS' Blossom Magic sowie Wimpys Little Devil und ihr Fohlen GRH's Unbroken Soul of a Devil waren die ersten Pferde, die wir verluden und zur neuen Gips Reminder Ranch fuhren. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die Tiere im Trailer hatten, doch sobald alle drin waren, waren wir ruck zuck auf der neuen Ranch und konnten die Tiere auf die Koppel entlassen. Wimpys Little Devil war wirklich ein Ruhepol, was ich nicht gedacht hatte. Ich ließ sie mit ihrem Fohlen noch ein paar Tage bei den Stutfohlen laufen, ehe Devil abgesetzt wurde und die Stute ihre Box im Trainingsstall bezog, denn wir wollten sie wieder aufbauen und im Sport laufen lassen.
      Die nächsten Pferde waren die Hengstfohlen VK Bellas Dun Gotta Gun, Bellamy' O, VK Funky's Wild Berry und PFS' VK' Snap in Style. Zusätzlich fuhren noch Cielos Double Dun It und Chocolate Dream mit. Choco und Gipsy fanden ihren Platz in ihren Stallungen, die anderen Pferde kamen auf die Koppel.
      Nun schauten wir erneut ein wenig nach den Plätzen, wo die Pferde hinkommen sollten, so dass wir in windesweile Arsil, Bahar, Daryl gone Mad, Golden Ebano, Sacramento XX, Scoubidou, Silberstern, Seattle Slew, Turf Runnder, Wildfire, Firewalker, Stiffler, Drag me to Hell, Drama Baby, My lovely Horror Kid, Nyanda, Priamos Ruffia Kincem, Shiryō, Supernova, Teasie, Wolfs Bane, Zuckerschock, Abraham van Helsing, Alan's Psychedelic Breakfast , Cauldron of Renascence , Eldrian Antrax, Funky Powerbabe, Gun and Slide, Hollywood King Gun, Hollywood's Silver Dream, Spooks Gotta Gun, Stormbringer, Amarula van Helsing, Augen auf! Ich komme, Bella Dun Del Cielo, Kristy Killings , Marly's Pluie , Snuff, Blazing Flame, Comeback of a fallen Goddess, Dakota, DunIts Smart Investment, My sweet little Secret, Ocarina of Time, Raspberry, Scarlet Sun, Snapper Little Lena, Striga, VK Aquila T Mistery, Samug, Thjalve van de Jötunheimr und Moon's Pumpkin auf der neuen Ranch hatten. Lediglich bei Zues und Raised from Hell hatten wir unsere Probleme, so dass wir sie beide sedieren mussten, um sie verladen zu können. Sie fanden auch beide einen Platz auf den Koppeln, wo sie 24/7 stehen würden, bis wir mit ihrem Training weiter gekommen waren, dass wir sie anfassen konnten. Zues würde auch bald kastriert werden. Zwar war das schade um seine Abstammung, aber wir konnten das Risiko nicht mehr eingehen und hofften, dass er es als Wallach zumindest ein wenig einfacher haben würde als jetzt als Hengst.
      Erschöpft fiel ich am Abend auf die Couch. "Ich glaube morgen gibts nen freien Tag.", lachte ich und schaute in die Runde, denn noch waren alle Mitarbeiter in der Stube bei mir. "Also.. Pferde misten, füttern und auf die Koppel bringen morgens. Es wir keins trainiert, geritten oder sonst was. Macht, was ihr wollt.", lachte ich und schaute in eine Runde zufrieden nickender Gesichter.
    • Laraya13
        • oktober 16 by calypso
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          Heute war ein besonderer Tag, denn ich war tatsächlich auf dem Weg nach Kanada, Alberta. Ich hätte nie gedacht das ich jemals nach Kanada kommen würde, aber was der Beruf nicht alles möglich macht. Ich fuhr also mit meinem Leihauto durch diese fantastische Berg- und Seenlandschaft bis ich ein Schild mit der Aufschrift „Lake Moutain Ranch“ entdeckte. Ich parkte auf der Anlage, stieg aus und musste erstmal meinen Blick umher schweifen lassen, so beeindruckt war ich von der Landschaft und der Anlage. Da kam schon Rinnaja auf mich zu und begrüßte mich freundlich „Schön das du es geschafft hast zu kommen, sollen wir gleich loslegen?“ fragte sie mich und es lag noch immer ein Lächeln auf ihren Lippen. Ich nickte und folgte ihr über den Hof zu einem Paddock in dem ein Tinker und ein großer Brauner standen. Sie holte zuerst Maeyr raus und band ihn an. Rinnaja warnte mich schon vor das der Hengst gerne zum giften und zwicke neigte.“Das kriegen wir schon hin oder?“ meinte ich schmunzelnd und streichelte ihn an der Schulter. Dabei schaute ich mir gleich den Zustand des Felles und der Haut an und tastete ihn dann ab. Maeyr fand still stehen nicht besonders toll und tänzelte etwas hin und her, aber das war noch gut händelbar. Auch das abhören ließ er noch brav über sich ergehen. „So dann wollen wir mal an die bösen Spritzen ran“ sagte ich grinsend und ließ mir von Rinnaja seinen Equidenpass geben. Ich kontrollierte die vorhandenen Impfungen u schaute welche aufgefrischt werden mussten. Als ich die erste Spritze gegen Influenza aufzog, beäugte mich der Tinkerhengst sehr skeptisch. „Beruhigst du ihn ein bisschen und hältst ihn vorsichtshalber am Halfter fest?“ bat ich seine Besitzerin und setzte die Nadel am Hals an. Ein kurzer Stich und schon war es vorbei. „Ja Priiiima“ lobte ich ihn und kraulte ihn ausgiebig. Mit der Tetanus Impfung konnten wir noch warten, da diese nur alle 5 Jahre fällig war. Schließlich gab ich ihm noch die Entwurmungspaste, wo ich sehr vorsichtig sein musste nicht meine Finger zu verlieren, da Maeyr wirklich etwas grob war. Zu guter letzt kontrollierte ich noch den Chip und Rinnaja entließ ihn wieder auf den Paddock. Zufrieden schüttelte er sich und verzog sich zum fressen. „Dann hole ich mal den Großen“ Rinnaja band auch Thjalfe wieder bei uns an und ich streichelte ihm erstmal sachte über die Nüstern. „Ja du bist ja das komplette Gegenteil zu deinem kleinen Freund hier“ bemerkte ich neckisch und Rinnaja und ich mussten lachen. Da ich das Lesegerät noch in der Hand hatte erledigte ich das kontrollieren des Chips gleich und machte mich dann an das abtasten des Rückens und der Beine. Mir fiel natürlich gleich auf das der Hengst Ekzemer war, da sein Mähnenkamm ziemlich mitgenommen aussah und auch der Schweifansatz etwas abgekriegt hatte. „Das habt ihr aber recht gut in den Griff gekriegt mit dem Ekzem oder?“ fragte ich die Besitzerin. „Ja also blutig kratzen tut er sich zum Glück nicht“ erklärte sie mir und ich nickte nur. „Ja ich lasse euch mal eine Salbe da, aber so schlimm sieht es wirklich nicht aus. Jetzt wird es ja bald Winter und Thjalfe hat erstmal Ruhe von den Biestern.“ erklärte ich und nah mein Stethoskop zum abhören der Lunge und Atemwege. Alles in Ordnung soweit. Auch bei Thjalfe kontrollierte ich die Impfungen und frischte alles auf was nötig war. Der Braune ließ alles brav über sich ergehen und guckte nur ab und zu mal zu mir und schnupperte an meiner Hosentasche. „So jetzt gibt’s noch lecker Wurmkur für dich“, ich gab ihm die Paste ins Maul und Thjalfe schleckte und schmatzte. Ein bisschen streichelte ich den großen Hengst noch und Rinnaja erzählte mir ein wenig über ihn. Ich gab zu, ich war schon ein bisschen Schockverliebt in ihn. Danach durfte auch er wieder zu seinem Kumpel und ich verabschiedete mich von Rinnaja.
          Jun 5, 2017 Report
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        • Veija januar 17 rinnaja

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          Sascha war schon bei den 17 Hengste zu gange um das Futter der Kerle Fertig zu machen und die Boxen sauber zu machen. Ich machte mich auf den weg und begrüßte jenden Hengst einzelt mit ein kleinen Leckerlie ich fing bei. Schneemann, Captain Morgan,Magnus von Störtal, Spencer, Little Prince, Sir Fashion, Lughnasadh, Sunny Boy, Thjalfe van de Jötunheimr, All Hope is Gone, Ceasar, Maeyr, Okoto, DerPhysiker, Lucian, A King of Magic und zum schluss Waking up as a Malik. Als ich mit meinen Morgen retual Fertig war machte ich mich auch an die Arbeit und half Sascha bei Stall. Zuerst ging wir mit den Futter wagen um um jeder der Hengste sein Futter zu geben und sie erst mal ruhg zustellen. Danach machten wir uns ran die Boxen nach und nach aus zumisten. Sascha hat Naturlich schon übung drine und machte seine Arbeit rechtzugi in gegen satz zu mir die sich alle Zeit der Welt lies und zwichen durch mit dem Hengst kuschelte wo ich grade am werke war. Als wir zusammen alles Fertig hatten gings noch schnell raus auf die Paddocks und machten mit unser Arbeits einstellung auch da weiter. Naturlich war auch da Sascha Schnell als ich weil ich mich wieder mals von allen ablenken lies was da grade war. In meinen fals meine Hengste. Um 13uhr war eine kleine Mittags Pause drine als wir danach weiter machten. Jeder hatte sich ein paar Hengst vorgenommen zu bewegen was recht gut Klappte. Ich nahm mir Okoto,Little Prince und Schneemann vor und Sascha nahm sich paar andere Hengste vor. Zuerst machte ich sie naturlich sauber und ging mit jeden einzelden in die halle um sie wenig zu bewegen. Später war ich den auch mit meiner Arbeit Fertig und ich machte das Abend Brot Fertig für die Pferde. Als das auch getahn war ging wieder mals mit denn Futterwagen durch die stallgassen um alle 17 Hunger mauler zu stofen und meinen Letzten rund gang für heute zu machen ob alles okay ist. Ich freu mich schon auf morgen den waren die nästen Hengste dran zum Bewegen.
          Jun 5, 2017 Report
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        • Veija febraur 17 möhrchen
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          Pflegebericht für Rinnajas Zuchthengste

          Früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zu Rinnaja. Ich hatte meinen eigenen Hof bereits im Dunkeln auf Vordermann gebracht, denn ich hatte Rinnaja versprochen, sie für einen Tag auf dem Hof zu vertreten und ihre Hengste zu bewegen.

          Als ich auf dem Hof ankam standen die Hengste noch in ihren Boxen. Ich nahm mir einen nach dem anderen vor und brachte sie alle auf die Weide. Dann machte ich mich ans Ausmisten. Etwas über eine Stunde später waren alle Boxen sauber und ich verteilte in jede Box eine Portion Heu und das entsprechende Kraftfutter.

          Auf der Wiese nahm ich zuerst Lucian, A Kind of Magic und Okoto mit, ließ die drei in der Halle frei und ließ sie zuerst etwas frei laufen. Ich brauchte gar nicht viel tun, denn die Hengste fingen von sich aus an, wild zu toben. Nach einiger Zeit legte ich ein paar Stangen auf den Boden und ließ sie ein paar Mal darüber laufen. Nach einer halben Stunde ließ ich sie noch in der Halle wälzen und brachte die drei Hengste dann zurück auf die Wiese.

          Als nächstes war Der Physiker dran. Ich ging mit dem Hengst in die Halle, der die ganzen Zeit wie ein wilder neben mir her tänzelte. Ich ließ ihn in der Halle zuerst frei und er konnte sich einmal ausbocken. Dann nahm ich ihn an die Longe und arbeitete ihn noch eine gute halbe Stunde. Er war sehr flott unterwegs und galoppierte fast ununterbrochen. Aber am Ende wurde er deutlich ruhiger und ich konnte ihn zufrieden zurück auf die Wiese stellen.

          Anschließend longierte ich nacheinander Maeyr, Thjalfe und All Hope is Gone. Alle drei benahmen sich gut und liefen artig an der Longe. Ich baute viele Handwechsel und Tempounterschiede ein und die Hengste kamen etwas ins Schwitzen. Zufrieden brachte ich die drei nach der Einheit wieder auf die Wiese zurück.

          In der Halle baute ich ein paar niedrige Sprünge auf und holte dann nacheinander Waking up as a Malik, Ceasar, Sunny Boy, Magnus und Spencer. Die Ponyhengste ließ ich in der Halle frei und dirigierte sie über die Sprünge. Alle waren mit sehr viel Spaß bei der Sache und ich machte die Sprünge sogar zwischendurch zweimal höher. Am Ende ließ ich sie ohne Sprünge noch ein paar lockere Runden im Trab drehen und sie schnaubten zufrieden ab. Ich ließ sie noch in der Halle wälzen und legte währenddessen eine kleine Pause ein.

          Anschließend holte ich die Kleinen wieder zurück auf die Weide und ging mit Captain Morgan und Schneemann vom Hof. Ich drehte eine Runde mit ihnen im Wald und genoss die schöne Umgebung zur Entspannung. Auch die beiden Hengste schienen sich über den Ausflug zu freuen. Auf einer kleinen Lichtung ließ ich sie etwas Gras fressen, dann machten wir uns auf den Rückweg und ich stellte die beiden zurück auf die Wiese.

          Anschließend machte ich mich wieder ans Longieren. Zuerst war Lughnasadh an der Reihe, dann Sir Fashion und schließlich Little Prince. Alle drei waren artig und fleißig und liefen motiviert über die Stangen. Ich arbeitete alle drei ordentlich, da ich merkte, dass sie auch arbeiten wollten. Sir Fashion forderte mich etwas heraus und zog ein paarmal ordentlich an der Longe, aber am Ende benahm er sich gut und ich beendete die Einheit zufrieden.

          Ich brachte die drei gleich zurück in ihre Boxen und machte mich dann daran, auch die anderen Hengste wieder rein zu holen. Alle machten sich gierig über das Kraftfutter her. Ich schloss den Stall ab und löschte das Licht, dann schrieb ich Rinnaja noch eine SMS, dass alles gut verlaufen war und machte mich todmüde wieder auf den Heimweg.
          Jun 5, 2017 Report
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        • Veija mai 17 rinnaja
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          Da ich heute wenig Zeit hatte und keine Termin anstanden wollte ich zu meinen Zweit hof Fahren der ganz in der Nähe war. Ich hatte zwar genug Helfter aber muss mich auch nach den resten da um sehen. Ich guckte zuerst nach meinen 3 Fohlen , Ashinta, Lucifer und Lady Fox. Ich kontrollierte auch gleich neben bei die anderen Stuten, Cheesqueen, Apres la Pluie, Sysahlreuth, Solsikker auch bei den 4 Stuten war alles okay und ich konnte nix besonderes Fest stellen. Also ging weiter auf den Hof rum ich wurde von jeden Herzlich begrüß und man sah das sie froh waren das ich mal wieder vorbei kamm und reinschaute ob alles okay war. Als mein Rund gang auf hof fertig war und ich mit paar Notizen gemacht hatte was alles zu erledigen werden muss. Ging noch bei mein Hengst Vorbei die waren Little Prince,Lucian, Thjalfe de Jötunheimer, Sasancho Kirin, Magnus von Störtal und Der Physiker. Da schien auch alles okay zu sein außer bei Thjalfe de Jötunheimer da sein Sommer Ekzem wieder zu Vorschein kam aber da konnten wir leicht behandelen und sollte kein große Problem sein. Auch bei Magnus wurde die Dämpfikeit wieder schlimmer aber das lag auch wieder rum an der Irren Hitze und den staub drum rum. Alles zum glück nur Kleinigkeiten die ich schnell oder die arbeit auf hof in griff bekommen wurden. Ich sprach mich noch ab mit den Haubtarbeiter auf diesen hof und gab ihn den zettel und sagt ihn das das alles erledigt werden muss. Er nickt nur und so ging ich zu mein Auto und wieder zu anderen Hof zu fahren
    • Laraya13

      • Von kalt zu warm - Umzug nach New Mexiko

        • September 2017, by Veija
          Samstag
          Octavia
          "Bellamy ich hasse die Kälte hier in Kanada.", sagte ich am Frühstückstisch zu meinem Bruder und hatte sofort die Aufmerksamkeit aller Mitarbeiter. "O, hier sind es 19 Grad, welche Kälte meinst du?", fragte Bellamy mich und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich meine die kommende Kälte. Kaum eines der Pferde hat eine Decke, hier fällt so viel Schnee dass man nichteinmal die Haustür aufbekommt, die Pferde schieben so viel Winterfell, was du zum Reiten kaum sauber bekommst und wie willst du hier im Winter ausreiten? Richtig, gar nicht. Du versinkst im Schnee.", erklärte ich und verschränkte ebenfalls die Arme vor der Brust. "Wenn ich einwerfen darf...", fing Murphy an: "Die Landschaft ist hier das ganze Jahr über wunderschön. Die Seen sind traumhaft und die Berge erst...", sagte er und schaute zwischen Bellamy und mir hin und her. "John hat recht. Ist es das nicht wert?", fragte Bellamy. "Nein Bell. Ich.. ich habe mir schon verschiedene Höfe im Rest von Amerika angesehen, in New Mexiko zum Beispiel wäre es dauerhaft warm.", schwärmte ich und zückte mein Handy, um allen die Ranch zu zeigen. "Die hat echt Potenzial.", meinte Travis. "Jede Koppel scheint dort ein kleines Stück Wald zu haben und es fließt ein Bach durch quasi jede Koppel, in dem sich die Pferde auch abkühlen können.", schlussfolgerte er, ehe er erschrocken die Luft einzog und Murphy und Connor anschaute. "Wir dürfen das Land doch gar nicht verlassen, oder?", fragte er traurig und schaute zu mir auf. "Ich weiß nicht...", musste ich zugeben. "Aber das bringen wir in Erfahrung, sollte es zur Diskussion stehen und..." "Von mir aus.", sagte Bellamy plump. "Was?", fragten die restlichen vier, inklusive meiner Wenigkeit gleichzeitig. "Von mir aus können wir umziehen.", meinte er lächelnd. "Ich rufe da mal an und O du fragst im Gefängnis nach, ob unsere drei Schützlinge uns begleiten dürfen.", sagte er, bevor er anfangen musste zu lachen. "Jetzt schaut doch nicht so verdutzt. Ich besitze von Kanada nur schlechte Erfahrungen und traurige Erinnerungen. Ich bin sofort dabei, sollte es klappen und wir umziehen können.", sagte er und stand auf, um den Tisch abzuräumen. "Okay.", sagte ich noch immer total neben der Spur. "Dann kümmern wir uns mal drum- nachdem die Pferde versorgt sind.", lachte ich und schaute auf meine Liste der Pferde, wer wen machen sollte. "Murphy du gehst mit Bellamy und schaust nach folgenden Pferden: Alan's Psychedelic Breakfast, Baby Doll Melody, Chapter 24, DunIts Smart Investment..." "Gott O, gib mir einfach die Liste.", fluchte Murphy und riss sie mir aus der Hand, ehe er ein Foto davon machte und sie mir danach wiedergab. "Gut, das sind 14 Pferde nach denen Bellamy und ich schauen sollen, wir gehen dann schon mal.", sagte er knapp und er und Bellamy verließen den Raum. "Was ist denn mit dem los?", fragte Travis und ich zuckte mit den Schultern. "Hat bestimmt seine Tage...", murmelte Connor und verkniff sich sein dummes Grinsen, als ich ihn böse ansah. Noch immer hatte ich mich nicht getraut zu fragen, ob er mit Caleb verwandt war oder nicht. Das würde mir mein Leben doch um einiges erleichtern, aber ich trauerte noch zu sehr um ihn und alle anderen, die auf der Ranch verstorben waren, auch wenn es jetzt schon fast ein Jahr her war.
          Ein Jahr.. wie die Zeit verging. Seit einem Jahr mussten Bell und ich uns alleine durchkämpfen. Wir schafften das auch gut, das stand außer Frage. Doch vermisste ich Verena und Caleb und auch all die anderen jeden Tag. Ob das irgendwann aufhörte? Sie zu vermissen und den Schmerz zu spüren? Ein Anfang wäre ein Umzug. Weg aus Kanada, weg von den schrecklichen Erinnerungen, welche immer und immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzten, wenn ich am Unfallort vorbeifuhr oder ein Brief im Briefkasten war, der mit der Versicherung und dem Vorgang der Explosion zu tun hatte. Noch immer beschäftigte sich die Polizei mit dem Fall und ließ uns einfach nicht in Ruhe. Bellamy nahm mir zwar die meiste Arbeit ab, die mit der alten Ranch zu tun hatte, doch ich bekam natürlich viel mit, da wir meist zusammen zu Terminen mussten. "O?", riss mich irgendwann eine Stimme aus den Gedanken. "Was sollen wir machen? Du siehst nämlich nicht so gut aus...", sagte Travis, der mich aus den Gedanken gerissen hatte. "Oh, nein nein. Mir geht es gut. Ich war nur in Gedanken versunken. Kein Grund zur Sorge.", beruhigte ich ihn. "Wir drei machen die Küche fertig und gehen dann nach den Jungpferden schauen, was sie so anstellen. Vielleicht gehen wir eine Runde mit drei der Pferde spazieren, mal sehen.", sagte ich und stand auf, um den Tisch abzuräumen. Connor und Travis halfen mir ohne murren und motzen...

          Bellamy
          "Was war das denn, Murphy?", fragte ich den jungen Mann neben mir, als wir zusammen zu den Westernpferden gingen. "Bin heute morgen wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden.", antwortete er knapp und ich lachte kurz auf, ehe mich sein fragender Blick traf. "Dann freu dich, wir müssen alle Boxen misten." "Oh man...", kam nur noch zurück, ehe wir den Stall betraten und er sich einmal kurz streckte, bevor wir gemeinsam zum Laufstall der Stuten gingen. Wir halfterten uns Baby Doll Melody, DunIts Smart Investment, Ginny my Love, die wir seit kurzem unser eigen nennen durften und die sich gut eingelebt hatte, Jade, Magnificient Crow, Snapper Little Lena, Stormborn und VK A Gun Colored Lena nach und nach auf und brachten sie auf die Koppel, ehe wir uns zu den Hengsten begaben. Alan's Psychedelic Breakfast, Chapter 24, Genuine Lil Cut, Gun and Slide, VK Bellas Dun Gotta Gun und Whinney kamen nach und nach auf ihre verschiedenen Koppeln und erfreuten sich des Lebens, dass sie endlich toben und fressen durften. Blue wälzte sich sofort und war nun nicht mehr braun-weiß sondern Ton in Ton braun. "Murphy fang du bei den Stuten an, ich mach zu erst die Hengste und geb denen dann auch gleich Heu und Kraftfutter.", wies ich meinen Mitarbeiter an und schaute ihm noch nach, wie er aus dem Stall verschwand, um sich eine Schubkarre zu holen. Ich tat es ihm gleich und fing mit Alan's Box an, arbeitete mich nach und nach bis zu Whinneys Box vor. Es dauerte eine Weile, bis alle Boxen gemistet waren und ich anfangen konnte, das Heu und Kraftfutter zu verteilen. Jeder der Hengste bekam nur eine sehr kleine Portion davon, da sie nicht wirklich aktiv im Training waren und sonst nicht wussten, wo sie mit ihrer ganzen Energie hin sollten.
          Als ich damit fertig war ging ich zu Murphy und half ihm, den Laufstall der Stuten zu misten. Ruck zuck waren wir fertig, füllten Heu in die Netze und gingen zum Stallabteil, in dem die Englischen Vollblüter untergebracht waren. Auch hier brachten wir zu erst die Hengste nach draußen. Schnell waren Firewalker, Golden Ebano, Peacful Redemption, Seattle Slew, Stiffler, Wildfire xx und ZM's Zanaro auf ihren Koppelabteilen. Leider stand jeder der Hengste für sich alleine. "Auf der neuen Ranch will ich das ändern.", sagte ich total aus dem Kontext gerissen und sah die Ratlosigkeit in Murphys Gesicht. "Was.. willst du ändern?", fragte er mich. "Dass die Hengste alle alleine stehen. Ich will auf der neuen Ranch Kleingruppen zusammenstellen. So dass sie sozialisiert bleiben und nicht total durchdrehen vor Einsamkeit. Desweiteren überlege ich, ein paar der Hengste kastrieren zu lassen. Wer brauch schon so viele Hengste, wenn er nicht aktiv züchten möchte? Vor allem, da wir uns auf die Paint und Quarter Horses konzentrieren wollen.", erklärte ich ihm und er nickte. "Die Stuten auch alle raus?", fragte er mich, als wir wieder im Stall angekommen waren. Ich nickte. "Die können auch alle zusammen auf das Abteil neben die Westernstuten.", erklärte ich ihm. "Ich fange schon mal an zu misten. Du schaffst das!", pflichtete ich ihm bei und fing mit der Schubkarre in die Box von Firewalker, um mit dem Misten anzufangen. Immer wieder sah ich Murphy mit Pferden an mir vorbei gehen. So waren Drama Baby, Priamos Ruffia Kincsem und Zuckerschock innerhalb ein paar Minuten auf der Koppel. Dann half er mir mit dem misten und füttern sowie dem Verteilen des Kraftfutters, so dass wir es noch vor dem Mittagessen schafften, unseren Teil der Abmachung zu erfüllen- fast. Ein paar Pferde fehlten noch, doch die würden es auch bis nach dem Mittagessen im Stall aushalten können. So gingen Murphy und ich nach drinnen und fingen an, das Mittagessen vorzubereiten, da O mit den anderen beiden Jungs noch unterwegs war.

          Octavia
          Nachdem wir die Küche aufgeräumt hatten, gingen wir zusammen zu meinen englisch gerittenen Pferden in den Stall. "Travis du schnappst dir Hot Spot und Minnie Maus. Connor du nimmst dir Samarra und ich schnappe mir Flashlight und Raspberry. Dann unauffällig folgen.", gab ich die Anweisung und ging vor ihnen weg in Richtung Koppeln. Die Vollblüterstuten standen noch nicht draußen, die Westernpferdstuten jedoch schon, also hatten Bellamy und Murphy sich meine Liste doch zu Herzen genommen und arbeiteten nach meinen Anweisungen, was mich zum Grinsen brachte. Zusammen stellten wir die Stuten auf ihr Koppelabteil und gingen wieder in den Stall. "Um es einfach zu machen mistet jeder das Pferd, welches er eben auf die Koppel gebracht hat. Zusätzlich machst du, Connor, noch Flashlight. Dann kann ich mit dem Heu und Kraftfutter geben schneller anfangen und wir können flotter weiter machen.", sagte ich und fing, als wir wieder im Stall angekommen waren, sofort mit Raspberrys Box an. Die Stute war mir wahnsinnig ans Herz gewachsen und eines meiner Lieblingspferde hier auf der Ranch. Sie mochte ich wirklich nicht missen, dachte ich mir und fuhr mit der Schubkarre auf den Misthaufen, ehe ich neues Stroh holte und die Box neu einstreute. Dann fing ich an, allen ihr Heu in die Netze zu stopfen und ihnen ihre Ration Kraftfutter in die Tröge zu geben. Als wir fertig waren, sah ich auf die Uhr. Wir hatten nicht so lange gebraucht, wie ich gedacht hatte. "Kommt wir gehen noch zu den Offenställen der Jungpferde und schnappen uns drei, mit denen wir eine Runde drehen. Wir haben ja noch genug Zeit.", sagte ich zu Travis und Connor, die beiden nickten und folgten mir dann.
          Zu erst schauten wir nach den Hengsten, welche irgendwie noch alle verträumt im Offenstall lagen. A Shinig Chrome, Abe's Aelfric, Cruel Twist of Fate, Culain, GRH's Unbroken Soul of a Devil, Magic Lanijos, PFS' Snap in Style, PFS' Unclouded Summer Skies, der seit kurzem auch bei uns war, Sir Golden Mile, VK Funky's Wild Berry und Zoltaire schlummerten friedlich vor sich hin. Lediglich Zues und Sparkled Wings, der Mustang den wir seit kurzem adoptiert hatten, standen zusammen ziemlich weit abseits. "Oh je, da müssen wir nochmal schauen. Zues und der zusammen... die machen sich gegenseitig scheu.", sagte ich kopfschüttelnd. "Misten können wir nicht, wenn die alle noch schlafen.", lachte ich und wir gingen rüber zu den Stuten, die schon alle auf den Beinen waren. Ashinta, Dante's Wild Lady, Dress to Impress, Ginger Rose, GRH's Unbroken Magic, I've got a blue soul, It's me, Amira!, Sweet Revenge, PFS' Blossom Magic, Prias Colourful Soul und Wolfs Bane tobten über die Koppel, fraßen oder standen an der Heuballe. "Gut, die können wir misten.", sagte ich und ging auf die Suche nach Mistgabeln und einer Schubkarre. Beim Hengststall wurde ich fündig und so misteten wir zu dritt in aller Schnelle den Stall aus, streuten neu ein und verteilten eine Menge Streicheleinheiten. Danach gingen wir schnell noch mit Blossom Magic, Prias Soul und Wolfs Bane eine Runde spazieren, ehe wir uns doch noch an den Hengstfohlenstall wagen konnten und schließlich zum Mittagessen ins Haus gehen konnten. "Oh, ihr seid aber schon fleißig.", sagte ich lächelnd und betrat die Küche, in der es unbeschreiblich gut roch. "Was gibts denn?", fragte Connor neugierig. "Oh, Pizza!", stellte er dann fest und setzte sich an den Tisch. "O, hast du schon im Gefängnis angerufen?", fragte mein Bruder mich irgendwann. "Ne, noch nicht. Du in New Mexiko?" "Ne, noch nicht. Mach ich aber heute Mittag.", sagte er und ich nickte. "Gut, dann schnapp ich mir gleich unsere drei Jungs und versorge die restlichen Pferde, ja?", fragte ich ihn. "Gut. Ich erledige dann gleich beides. Ranch und Information. Dann könnt ihr noch was mit den Pferden machen.", sagte er und ich nickte. "Gut. Und jetzt lass uns essen, ich hab so einen Hunger!", lachte ich und setzte mich ebenfalls an den Tisch.
          "Welche Pferde fehlen denn noch?", fragte Bellamy mich, während wir uns alle auf die Pizza stürzten. "Ceara Isleen, A King of Magic, Abraham van Helsing, Dakota, Náttdís van Ghosts, Skrúður, Thjalfe van de Jötunheimr und Væna frá glæsileika eyjarinar. Ach und Kunis, aber der ist ja unser Sorgenkind. Haben wir schon all seine Decken gewaschen?", fragte ich dann in die Runde. "Ja, hab ich gleich nachdem der Tierarzt da war.", meldete sich Travis zu Wort und ich nickte. "Gut. Die Box müssen wir ja komplett misten.", erklärte ich dann.
          Nach etwa einer Stunde waren wir fertig mit Essen und die drei Jungs gingen mit mir zu den restlichen Pferden. "Ceara Isleen muss raus, King of Magic, Abraham, Dakota, Alfi und die drei Isländer.", sagte ich zu meinen Mitarbeitern. "Husch, husch.", lachte ich und kümmerte mich selbst um Kunis, welchen ich aus der Box nahm und am Putzplatz ganz abseits anband. Ich mistete die Box gründlich, streute sie dann neu ein, gab ihm Heu und brachte ihn dann wieder in die Box. Anschließend gingen Murphy, Travis, Connor und ich nach drinnen, um zu schauen, wie weit Bellamy war.

          Bellamy
          Kaum waren die vier verschwunden, hatte ich mir das Telefon geschnappt und ein wenig herum telefoniert. Im Gefängnis ging alles soweit klar, solange wir mit einem in New Mexiko kooperierten und uns von diesen Leuten Besuche gefallen ließen. Auch bei der Ranch schien zunächst alles klar zu sein, so dass wir am nächsten Tag eingeladen waren, die Ranch anschauen zu dürfen.
          Ich war gerade fertig mit telefonieren, als O und die anderen rein kamen. "Und?", fragte O sofort neugierig. "Murphy, Travis und Connor dürfen uns nicht begleiten.", sagte ich niedergeschlagen und sah den Schock, der sich auf ihre Gesichter legte. "Aber...", fing Connor an und stockte, als er mein Grinsen sah. "Nein, ihr dürft mitkommen. Allerdings ändern sich die Auflagen ein wenig und wir müssen mit einem Gefängnis in New Mexiko kooperieren. Dann geht alles klar.", sagte ich und erntete wütende Blicke, doch das war es mir wert gewesen. "Die Ranch können wir im Übrigen morgen besuchen fahren. O und ich werden fliegen, euch gehört also für einen Tag die Ranch.", erklärte ich und schon wischen die wütenden Blicke stolzen Blicken. "Oh, cool.", sagte Connor und strahlte. "Hoffentlich klappt dann alles und wir haben es bald warm.", zitierte er mehr oder weniger O von heute morgen und lachte. "Den Rest des Tages habt ihr frei, O und ich kümmern uns um den Rest. Damit ihr morgen alles alleine schafft.", sagte ich und schickte sie dann aus der Küche, um mit meiner Schwester noch einiges zu bereden.
          Gegen Abend holten wir alle Pferde wieder in den Stall, bevor wir ins Bett gingen.

          Sonntag
          Octavia
          Aufgeregt wie noch nie zuvor saß ich neben meinem schlafenden Bruder im Flugzeug. Heute morgen war alles drunter und drüber gegangen. Ich hatte unsere drei Mitarbeiter nicht gerne alleine gelassen, obwohl sie mir ständig versicherten, keinen Unfug anzustellen. Dann hatte ich noch beinahe meinen Rucksack vergessen, in dem alles wichtige für eine Übernachtung in New Mexiko war und und und. Jetzt endlich saßen wir im Flieger und es dauerte nur noch ein paar Minuten, bis wir landen würden.
          Nach der Landung kümmerte Bellamy sich um ein Taxi, welches uns zum Hof in der Nähe von Albuquerque bringen würde, denn da stand die neue Ranch. Schnell waren wir da und sahen uns schon ein wenig um, bevor der Makler kam. Er stellte sich vor und führte uns nochmal herum. Den alten Besitzern war der Hof zu groß und zu teuer in der Unterhaltung gewesen, weshalb sie sich eine kleinere Anlage gekauft hatten, die jedoch hier ganz in der Nähe war und eine Geländestrecke beinhaltete, die wir sehr gerne auch bei Bedarf mitbenutzen durften. "Oh, das trifft sich ja gut.", sagte ich freudig und wir gingen alle Ställe und Reitplätze durch. Eine Halle gab es hier auch, die jedoch für Dressurreiten gedacht war. Groß genug für eine Westernhalle war sie jedoch, so dass wir nur den Sand austauschen mussten. Im Großen und Ganzen gefiel uns die Ranch bis auf ein paar Kleinigkeiten.
          So einigten wir uns auf einen Preis, unterzeichneten die Verträge und konnten die Anlage unser eigen nennen.
          Am nächsten Tag waren wir wieder auf unserer Ranch in Kanada, erzählten allen die freudige Nachricht und fingen an, unsere Sachen zu packen.


          Ein paar Tage später
          Octavia
          Alle Sachen waren gepackt und die Möbel, die mitkamen, das Pferdezubehör und alles weitere war schon auf dem Weg zum neuen Hof. Den Pferden wollten wir keine 22 Stunden Autofahrt antun, weshalb sie wohl oder übel doch fliegen mussten. 62 Pferde mussten also eingedeckt, verladen und zum Flughafen gebracht werden. Anschließend sediert, verladen und geflogen. Travis und Connor waren zusammen mit unseren Sachen mit den beiden Trucks mitgefahren, um Bellamy, Murphy und meine Wenigkeit später in Empfang zu nehmen. Natürlich mit den 62 Pferden, was auch sonst.
          Es dauerte schier ewig, alle Pferde in den Hänger zu bekommen- und noch länger, alle zu sedieren und in den Flieger zu kriegen. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir dann endlich in der Luft- einer aufgeregter als der Andere.
          Kurz nach dem Landen bekam ich die Nachricht, dass Travis und Connor seit ein paar Stunden an der Ranch angekommen waren und schon fleißig dabei waren, alles einzuräumen und an Ort und Stelle zu tragen. Ich lächelte kurz und gab Bellamy die Nachricht weiter, ehe wir um das Flugzeug herum gingen, und dabei halfen, alle Pferde wieder auszuladen. Natürlich waren wir eine ziemliche Attraktion auf dem Flugplatz. Wann sah man schon so viele Pferde aus einem Flugzeug steigen?
          Nach gut zwei Stunden war alles geklärt und die Pferde in den Hängern, um sie in ihr neues Zuhause zu bringen, welches wir dann auch am Abend erreichten.
          Alle Pferde kamen in die für sie vorgesehenen Boxen und durften sich erst einmal ausruhen. Viele der Tiere legten sich erschöpft hin und schliefen sofort ein.
          Auch wir fünf Zweibeiner fielen quasi sofort ins Bett und schliefen beruhigt ein, dass alles fast genau nach Plan verlaufen war und wir jetzt die nächsten Tage ein wenig verschnaufen konnten.
          Sep 17, 2017 Report
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        • Veija Glück im Unglück

          Bellamy
          "Was machen wir mit dir, Großer?", fragte ich den braunen Hengst und strich ihm über die Nase. Thjalfe van de Jötunheimr, kurz Alfi genannt und wandte mich seufzend ab, ehe ich ein Kinderlachen hörte und mich wieder zum Zaun umdrehte. Alfi war ein paar Schritte zurück gewischen und schaute Betsy aus großen Augen an... Betsy! "Hey Kleine, komm da raus!", sagte ich noch, ehe sich Kunis schon mit angelegten Ohren näherte. "Oh Mist...", murmelte ich und schlüpfte durch den Zaun, um zu der Kleinen zu gehen, doch Alfi sah Kunis kommen und stellte sich zwischen ihn und das Mädchen. Ganz so, als wöllte er sie beschützen. Er legte die Ohren an und zwang Kunis wieder Abstand zwischen sich und ihn zu bringen. Der Rappe wisch von ihm und trabte einige Meter weiter weg. Nun war ich auch bei Betsy angekommen und nahm sie schützend auf den Arm. "Hör mal, du kannst hier nicht einfach reingehen! Die Pferde sind nicht alle so friedlich wie Alfi, dir hätte sonst was passieren können!!", tadelte ich sie, ehe ich schon ihren Vater nach ihr rufen hörte. "Oh mein Gott...", sagte Dell ganz außer Atem, als er bei uns ankam. "Ich hab dich schon überall gesucht, was hast du wieder angestellt?!", fragte er sie harsch und ich lachte. "Sie hat gerade über das Schicksal eines Pferdes entschieden.", verkündete ich Dell stolz, bevor ich Alfis Mähne rüber strich. "Eigentlich wollte ich ihn verkaufen, aber er hat so ein gutmütiges Herz... ich denke, dass deine Tochter und er gute Freunde werden können."
          Oct 17, 2017 Report
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        • Veija
          Ein entspannter Morgen
        • Veija Kurzer Pflegebericht für Zues, Whinney, Stormborn, Snapper Little Lena, My sweet little Secret, Cielos, Magnificient Crow, Heretic Anthem, GRH's Unbroken Soul of a Devil, GRH's Funky's Wild Berry, GRH's Bellas Dun Gotta Gun, GRH's Aquila T Mistery, GRH's A Gun Colored Lena, General's Coming Home, Face Down, Easy Going, Chou, Chocolate Shades, A Walking Honor, Wimpys Little Devil, Jade, Gun and Slide, Ginny my Love, Genuine Lil Cut, DunIts Smart Investment, Bella Cielo, Chapter 24, Baby Doll Melody, Alan's Psychedelic Breakfast, Colonels Smoking Gun
          Candlejack, Wolfs Bane, Wildfire xx, Stiffler, Seattle Slew, PFS' Snap in Style, PFS' Blossom Magic, Peacful Redemption, It's me, Amira!, Drama Baby, Daryl Gone Mad, Zuckerschock, Priamos Ruffia Kincsem
          LMR Lady Fashion, Whiskey, Raspberry, Magic Lanijos, Free Willy, Flashlight, Samarra, Minnie Maus
          Kunis, Dakota, An Affair to Remember, Absolute Bullet Proof, Above the Sky, Firewalker, Cruel Twist of Fate
          Zoltaire, Sweet Revenge, Sir Golden Mile, Prias Colourful Soul, PFS' Unclouded Summer Skies, Jacks Inside Gunner, I've got a blue Soul, GRH's Unbroken Magic, Ginger Rose, Dante's Wild Lady, Culain, Colonels Blue Splash, BR Dress to Impress, BR Colonels Lil Joker, Abe's Aelfric, A Shining Chrome
          Pocahontas, Væna fra glæsileika eyjarinar, Tweekay, Sparkled Wings, Silent Bay, Nahimana, Myrkvidr, Chocolate Dream, Ceara Isleen, Bree, Thjalfe van de Jötunheimr, Blazing Flame, Skrúður, Náttdís van Ghosts

          März 2017, by Veija
          Fast ein halbes Jahr waren wir nun schon in New Mexico und es ging noch immer alls drunter und drüber. Eine komplette Ranch umziehen zu lassen, war doch mehr Arbeit, als wir mit gerechnet hatten. Ich fing heute im Hauptstall an und brachte zunächst alle Pferde auf die Koppel. Es waren ein paar neue Pferde dazu gekommen, weshalb wir uns nun wirklich bald überlegen sollten, neue Mitarbeiter einzustellen.
          Nach dem Hauptstall folgte der Nordstall. Hier waren schon fast alle Pferde nach draußen gebracht worden und ich half meiner Schwester nur gerade, die letzten beiden Tiere nach draußen zu bringen. Es folgte der Südstall, in dem zur Zeit nur 8 Pferde standen, die schon alle von den Mitarbeitern nach draußen gebracht worden waren. Ebenso war es bei der Weststallung. Diese war auch leer.
          Als vorletztes folgte nun der Nebenstall, aus dem ich noch einige Pferde nach draußen führte, ehe die Oststallung folgte, wo die Pferde schon alle genüsslich das kurze Gras fraßen. Mit allen Pferden schien alles in Ordnung zu sein, weshalb ich wieder nach drinnen ging und mich um die Einstellung neuer Mitarbeiter kümmerte.
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  • Album:
    ♂BOS - Stallions and Geldings♂
    Hochgeladen von:
    Laraya13
    Datum:
    27 Juli 2020
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    Kommentare:
    17
  • TA Oktober 2016
    HS Oktober 2016

    Von Big John
    Von Black Darkness Aus der Tigra
    Aus der Cinnamon van de Jötunheimr
    Von unbekannt Aus der unbekannt

    27.10.2010
    Rasse:
    Irish Hunter
    (Shire x Irish Hunter)
    Stockmaß: 165cm
    Gewicht: 483kg
    Deckhaar: Brauner

    Thjalfe bringt so schnell nichts aus der Ruhe, der große Bursche hat ein großes Herz. Von Fohlen an hat der Braune viel Liebe genossen, die er auch gern verteilt - Haare haben es ihm besonders angetan. Willig ist er bereit seinem Reiter alles Recht zu machen, zeigt selten einen sturen Geist. Entgegen der Erwartung ist er neben seiner Gelassenheit aber nicht träge. Einen Vollblüter lässt er vielleicht nicht alt aussehen, aber lauffreudig ist der Hengst allemal. Bisher hat er eher eine rein Freizeit orientierte Ausbildung genossen, kennt aber trotzdem feine Hilfen. Thjalfe war bevor er zu Svejn kam ein Pferd auf dem Mittelaltermarkt, feuer, klappernde Rüstungen, Autos und schreiende Kinder waren sein Alltag.

    Herdenverhalten
    Dominant ist er zwar nicht unbedingt, in der Smaug ist der Chef in der illustren Zweier-WG. beide Hengste gebähren sich nebeneinander sehr manierlich. Trotzdem hört bei Thjalfe am Heu die Freundschaft auf, da darf ihm dann auch kein Smaug dazwischen kommen.

    Besitzer: Rinnaja
    VKR/Ersteller: Sweetvelvetrose

    ● Schleifenaufstieg ● Trainingsaufstieg ● Potential
    Dressur E A L M S S*
    Western E A L M
    Springen E A L
    Military
    E A L M
    Galopprennen E A L
    Distanz E A L
    Fahren E A L M S S*



    • Fohlen ABC ✔ | Eingeritten ✔ | Eingefahren ✔
      Trainingsstand:
      am Boden gearbeitet ab 2012
      anlongiert seit 2013
      Eingeritten seit 2014
      Eingefahren seit 2016

      [​IMG]
      HK 484 Alle Hengste

      Gencode: Ee|Aa
      Zur Zucht zugelassen: Ja
      Eingetragene Zucht: x
      Züchter/Herkunft: x

      Nachkommen
      0/7
      Letzter Tierarztbesuch: 27.10.2016
      Letzter Hufschmiedbesuch: unbekannt

      PNG | Puzzel PNG | JPG
    2.Platz 243. Distanz

    Zuchtverband
    [​IMG]
    RS 56