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Wolfszeit

The Unicorn's Tale

Hier kommt die überarbeitete Version der Texte vom HMJ. Viel Spaß mit Lina und Ivy

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The Unicorn's Tale
Wolfszeit, 8 Mai 2023
    • Wolfszeit
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      Whitehorse Creek Stud, Kanada

      Aufregung prickelte durch meine Adern wie Brausepulver, welches knisternd Bläschen auf der Zunge schlug. Luchy, unsere Chefin, hatte eine Teamversammlung einberufen, um eine wichtige Ankündigung zu machen. Das Thema war ein offenes Geheimnis, allen war völlig klar, um was es gehen würde. Bereits seit Wochen war bekannt, dass auch dieses Jahr wieder ein Horse Makeover stattfinden würde. Das Konzept dieser Veranstaltung beinhaltete gerettete Pferde innerhalb einer Trainerchallenge aufzupäppeln, die am Ende zu einem guten Zweck versteigert werden sollen. Ausnahmslos alle rätselten seit der Veröffentlichung der Eckdaten, ob das Whitehorse Creek Stud wieder teilnahm und viel wichtiger dabei – Wer würde den Hof vertreten dürfen?
      Im vergangenen Jahr war meinem Kollegen Alec diese Ehre zugekommen. Mit Fanya, einer zu Beginn schüchternen und missmutigen Freibergerstute, hatte er einen guten dritten Platz belegt.
      Wie so häufig war die männliche Fraktion sehr von sich eingenommen und glaubte, dass einem von Ihnen die Aufgabe übergeben werde. Ganz besonders Jace war dieser Überzeugung, denn, seiner Meinung nach, gäbe es keine akzeptable Alternative zu ihm. Ich für meinen Teil hatte mich bislang aus diesen Diskussionen rausgehalten, aber plädierte eher darauf, dass Anu die Rolle bekam. Mit den Vollblütern hatte sie bisher gute Arbeit geleistet und gerade die beiden traumatisierten Hengste Osgiliath und Darly Gone Mad waren alles andere als unkomplizierte Schaukelpferdchen. Eventuell könnte auch Quinn infrage kommen, die in letzter Zeit ziemlich viele Siege mit ihren Schützlingen nach Hause brachte und bei Carusos Ausbildung riesige Fortschritte machte.
      Mit meinem Blick scannte ich den Raum. Den Gesuchten entdeckte ich nicht, dafür aber jemand anderen, der optisch viele Attribute mit ihm teilte und mir ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Alec kam Arm in Arm mit seinem Freund durch die Tür geschlendert und erfüllte den Raum allein mit seiner Präsenz.
      „Na, wie läuft es hier so? Bei deiner Ponybande alles gut?“, sprach er und drückte mich mit seinen muskulösen Armen herzlich an sich. Ich erwiderte die Umarmung ebenso euphorisch und antwortete: „Das übliche Chaos, aber Rici lernt ziemlich schnell, gestern saß ich bereits zum ersten Mal auf seinem Rücken. Gibt es bei euch interessante Neuigkeiten?“ Ich war schon ziemlich stolz auf den jungen Hengst. Bei meinem ersten Ausbildungspferd hätte ich mehr Komplikationen und Missverständnisse erwartet. Ebenso dass ich mehr Fehler machte, aber meine Chefin, die sich wöchentlich die Fortschritte zeigen ließ, hatte kaum etwas zu beanstanden.
      „Das ist schön zu hören“, lächelte der hübsche Mann und berichtete mir von der neuen Stute, die heute ankam. Eine schüchterne Braune aus Holland. Ihr Trainingsstand war wohl nicht ideal, aber ansonsten war sie wohl vielversprechend, besonders ihre Abstammung, die sogar Schwarzgold beinhaltete. Einzig ihr unaussprechlichem Namen war ein Problem, weshalb sie kurzerhand Gräfin getauft wurde.
      Samu, wie immer bester Laune, gesellte sich nun dazu. Der Finne berichte auf Alec Nachfrage hin, von dem Training mit Saturn, bis unsere Chefin die Aufmerksamkeit forderte.
      „Ihr alle ahnt es vermutlich, weshalb wir uns heute mal wieder in vollständiger Runde versammelt haben", begann sie. Ein Stück hinter uns versuchte Jace sich so unauffällig wie möglich den Raum zu schieben – wie so häufig zu spät. Rücksichtlos quetschte er sich zwischen Alec und mich, raunte ihm gedämpft etwas zu: „Habe ich etwas verpasst?“ Alec schüttelte nur mit dem Kopf, ohne seine Aufmerksamkeit von unserer Chefin abzuwenden.
      „Es geht um das Horse Makeover. Nachdem Alec letztes Jahr, bereits recht erfolgreich war, möchte ich, dass der Hof auch dieses Jahr wieder vertreten wird. Das Event funktioniert dieses Jahr allerdings ein wenig anders“, begann sie. Des Weiten erklärte sie, dass vom HJM Team bereits fünfzehn Pferde ausgewählt wurden, die sich allesamt aus den unterschiedlichsten Gründen im Tierschutz befänden. Das Alter der Tiere schwankte dieses Jahr stark, wie auch der Ausbildungszustand und die gesundheitliche Verfassung. Nach der Veröffentlichung der Tiere am Vortag bewarb sich die Hofleitung bereits auf eines der Tiere.
      Luchy drückte auf die Fernbedienung und der Beamer, der im Raum hing, warf das Bild eines Pferdes an die weiße Wand. Das Tier war so mager, dass die Proportionen unharmonisch und vollkommen verzogen wirkten. Kopf und Beine viel zu groß, wohingegen der dünne Hals wirkte, als würde er dem Gewicht des Schädels nicht standhalten. Das Fell, welches einmal weiß gewesen sein mochte, war struppig. Zwischen dem schmutzigen grau schimmerten entzündete Hautstellen hindurch, an denen die Haare gänzlich fehlten. Was mal eine Mähne gewesen sein möchte, bestand nur noch aus wenigen Fusseln und alles wirkte fahl und grau, als sei das gesamte Leben aus dem Tier gewichen. Das Einzig Hoffnungsvolle an ihm, waren die dunklen Augen, die sanft in die Gegend blickten. Aus mir unergründlichen Gründen zog mich seine Erscheinung unheimlich in den Bann und bewegte etwas in mir. Es war traurig, wie man einem Tier so etwas antun konnte.
      „HMJ Divine, so heißt der Hengst, ist ein Freiberger, mutmaßlich reinrassig, doch genau weiß man es nicht. Das HMJ Team beschreibt ihn wie folgt: Divine hat wahrhaftig etwas Göttliches an sich. Obwohl er viel gelitten hat, strahlt er noch immer eine gewisse Zuversicht aus. Jahrelang versuchte er vergeblich den Kontakt zu Menschen zu finden und ist nun etwas ungeschickt, wenn es darum geht, mit solchen zu kommunizieren. Divine würde gerne fürsorglich sein, ist jedoch eher tollpatschig und etwas ungestüm. Der Freiberger, ist typisch für seine Rasse, extrem trittfest und scheint ein gutes Gespür für Entfernung und den Boden zu haben. Etwas Schnelligkeit und Motivation könnten ihm jedoch nicht schaden“, führte Luchy den Vortrag fort. Ein erstaunlicher Zufall, dass es auch dieses Mal wieder ein Freiberger werden sollte, allerdings vom Charakter her eher gegensätzlich zum ersten Tier. Die Menschenbezogenheit könne seine Vorteile mit sich bringen, gerade wenn ich daran dachte, wie viele Schwierigkeiten Alec hatte einen Zugang zu Fanya finden, doch sicher würde nicht alles nur einfach werden.
      Im Weiteren führte Luchy aus, dass er aus einer Beschlagnahmung stammte. Bei einer Kontrolle durch den Veterinär, wurden zu viele Tiere auf kleinem Raum festgestellt, sodass nach mehrfacher Aufforderung den Bestand zu reduzieren, diese Tiere beschlagnahmt wurden. Aufgrund der Menge und fehlender Papiere, konnte bisher nicht jedes der Tiere eindeutig identifiziert werden, so auch Divine. Infolgedessen war unbekannt, ob der Hengst Mensch kannte und auch das Alter konnte nur geschätzt werden.
      Meine Chefin begründete ihre Auswahl mit der positiven Ausstrahlung des Tieres, die es trotz der aussichtslosen Situation zeigte. Sie unterstützte diese Aussage mit einem weiteren Bild. Eine krage Wiese war dort zu sehen – trocken und bereits lange abgegrast. Viele Pferde waren zu sehen, abgemagert, schlecht bemuskelt und selbst einige dürre Fohlen, standen in der Herde. Surreal wirkte der weiße Hengst, der abseits der Herde an einigen letzten verbliebenen Halmen knabberte und augenscheinlich zufrieden wirke.
      Divine solle, so fuhr Luchy fort, nun erst einmal die Pflege bekommen, die er verdiene. Was mit ihm in Zukunft geschehen solle, sein noch offen, aber die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass er in die Auktion gehen werde, da für einen weiteren Hengst kein Platz auf dem Gestüt war.
      „Jetzt heißt es abwarten, ob wir den Hengst aufnehmen dürfen“, endete meine Chefin mit ihrem Vortag, „Für den Fall, dass wir die Zustimmung der Organisatoren erhalten, möchte ich, dass Lina die Verantwortung für ihn übernimmt. In der Reitschule hat sie bereits bewiesen, dass sie das Training der Kinder vollkommen im Griff hat und auch bei der Ausbildung von Aelfric lässt sich Potenzial erkennen.“
      Wow, hatte ich da gerade richtig gehört, ich soll das Training übernehmen? Ich, die mit Rici das erste Pferd in ihrem Leben einritt, soll den Hof bei einer Trainerchallenge vertreten? Ein wenig überfordert blickte ich zu Samu, der mich sogleich umarmte und beglückwünschte.
      „Sieht so aus, als wäre die Zeit gekommen, in der du allen zeigst, was für Fähigkeiten in dir schlummern, Kleines“, raunte er mir zu, bevor er mich wieder freigab. Überfordert mit all der Aufmerksamkeit, ließ ich auch Alecs überschwängliche Umarmung über mich ergehen. Im Raum herrsche aufgeregtes Getuschel und natürlich fielen die ein oder anderen Blick auf mich, was mir ziemlich unangenehm war. Eigentlich bin ich nicht so der Mensch, der die volle Aufmerksamkeit benötigte. Einige meiner Kollegen kamen noch zu mir, beglückwünschte mich und boten mir ihre Hilfe an, falls ich Unterstützung benötigte. Was mich dabei nicht wirklich erstaunte war, dass Jace auch darunter war. So angeberisch wie er manchmal sein mochte, so hilfsbereit war er auch, zumindest mir gegenüber.
      „Du weißt, ich helfe dir immer gerne bei allem, wofür du mich brauchst“, raunte er mir ins Ohr. Sein Atem strich über mein Ohrläppchen, lies einen Schauder meine Wirbelsäule entlang rieseln. Mit einem verwegenen Grinsen auf den Lippen verschwand er aus dem Raum. Leicht erschrocken riss ich die Augen auf und die Temperatur meiner Ohren und Wangen stieg deutlich an. Nein, stopp, sicher meinte er nicht alles, alles!
      „I-i-i-ich gehe dann mal weiterarbeiten“, versuchte ich mich aus der Situation zu verabschieden, bevor noch jemand die Röte in meinem Gesicht bemerken könnte.
      „Lina … es ist halb sieben, was willst du da noch arbeiten?“, fragend sah mein bester Freund mich an und auch Alec schien überrascht.
      „Mad Eye muss noch inhalieren“, schossen die Worte beinahe übereilige aus meinem Mund.„Sicher, dass du nicht vor Jace flüchtest?", gluckste mein bester Freund im vertrauten Klang unserer Muttersprache.
      „Joo!", entgegnet ich bestimmt. Der kleine Ponyhengst, der erst seit ein paar Tage auf dem Hof war, hatte eine fiese Stauballergie und wegen der Versammlung hatte ich es tatsächlich noch nicht geschafft ihn zu versorgen. An Samus grinsen sah ich genau, dass er mir das nicht abnahm, hielt mich aber nicht weiter auf als ich aus dem Raum schlüpfte.
      © Wolfszeit | Lina Valo | 10.253 Zeichen
      zeitliche Einordnung {Ende März 2020}
    • Wolfszeit
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      Lindö Dalen Stuteri, Schweden

      die Reise gehen würde, doch die Realität übertraf jedwede Erwartung. Das Lindö Dalen Stuteri war augenscheinlich gigantisch, modern und war so sauber, als sei es vor wenigen Minuten erst eröffnet worden. Mit knirschenden Reifen hielt das Fahrzeug auf dem kiesbedeckten Vorplatz und ich kletterte hinaus. Tief sog ich die Luft in meine Lunge. Sie roch nach Meer, Algen und ein wenig nach Frühling. Neugierig blickte ich mich um. Die gigantische Glasfassade vor uns, reflektierte das gleißende Sonnenlicht, sodass es in den Augen brannte. Eilig wand ich den Blick ab und entdeckte einige Offenställe. Während Luchy den Mann bezahlte, begann ich bereits unser Gepäck aus dem Kofferraum zu hieven. Gerade mein Koffer schien hunderte Kilos zu wiegen, dabei befand sich doch nahezu nichts darin. Langsam stampfte ich meiner Chefin hinterher, die sich zielsicher in Richtung des großen Gebäudes bewegte, indem sich nach ihrer Auskunft das Büro befinden sollte. Allerdings kam uns bereits nach einigen Schritten ein junger Mann entgegen. Er stellte sich kurz vor, doch sein Name entfiel mir direkt. Ich war noch nie sonderlich gut darin gewesen, mir solche Dinge zu merken. Er sah auf jeden Fall wichtig aus, denn nach einem Blick auf sein Klemmbrett warf, zauberte er einen Schlüssel hervor und zeigte uns den Weg zu dem kleinen Bungalow, in dem wir die nächsten Tage verbringen würden.

      Ungefähr eine Stunde später, in der ich mich bemühen musste, nicht wie eine Irre durch das Zimmer zu tigern, machten wir uns wieder auf dem Weg zum Kernstück, das Gestüt. Im Vordergrund des riesigen Gebäudes, welches ich aufgrund der angeschlossen Paddocks als Stall identifizierte, war eine kleine Bühne aufgebaut. Davor hatte sich, bereits eine kleine Menschentraube aus einer Menge mir unbekannten Menschen gebildet. Einzig den jungen Mann mit dem Cowboyhut glaube ich schon einmal auf eine gesehen zu haben. War es auf einer Zuchtveranstaltung oder doch eher auf einem der Rodeos, die Hazel jedem aufdrängt gewesen?
      Verloren stand ich neben meiner Chefin, warte darauf, dass die Veranstaltung endlich begann. Abermals ließ ich den Blick über die Menschen huschen, bedacht darauf, niemanden direkt in die Augen zu blicken oder gar anzustarren. Die junge Frau, die etwas abwesend am Rand stand, schien etwa in mein Alter zu sein, der Rest hingegen wirkte, um die zehn bis zwanzig Jahre älter. Mit jeder vergehenden Minute begann ich nervös an den Enden meiner Haare herumnesteln. Für mich waren das zu viele Menschen auf einem Haufen, zu viele, die sich eine Meinung bildeten.

      Es vergingen etwa zehn Minuten, bis ein junger Mann mit einem Rollstuhl vor die kleine Bühne rollte. Unzufrieden blickte er die Stufe an, dann das Rednerpult, bis er resigniert vor der Bühne seinen Platz fand. Eilig brachte man ihm ein Mikrofon, welches er mit einem griesgrämigen Ausdruck entgegennahm, bevor er ein freundliches Lächeln aufsetzte.
      „Sehr geehrte Teilnehmer und Teilnehmerinnen, Danke, dass ihr alle euch auf den, teilweise recht weiten, Weg gemacht habt, um eure Pferde willkommen zu heißen!", sprach er. Während er diverse Danksagungen herunter ratterte, wurde meine Aufmerksamkeit von etwas anderem angezogen. Am Ende des Gebäudes entdeckte ich einen Mann mit einem hellen mageren Pferd am Strick, welches neugierig das Geschehen beobachtete. Aus meine Recherchen über das Event, wusste ich bereits, dass es mehrere weiße Pferde gab, doch ich hegte keinen Zweifel daran, dass es der Freiberger sein musste. Schmächtig war er, die Flanken eingefallen, kaum Muskeln am Körper, die Konturen hart und eckig. Die Beine wirkten ungewöhnlich lang und endeten ist viel zu groß aussehenden Hufen, deren Zustand nicht gerade gut aussah. Es war wirklich verwunderlich, dass das Tier damit überhaupt laufen konnte. Der Schädel wirkte ebenso deplatziert auf dem dünnen Hals. Doch, auch in diesem miserablen Zustand, hatte der Hengst ein Funkeln in den Augen.
      „HMJ Divine", schepperten die Worte des Rollstuhlfahrers durch die Lautsprecher und lenkte meine Aufmerksamkeit wieder dorthin, „geht mit großer Freude an das White Horse Creek Stud, vertreten durch Lina Valo! Das WHC hat bereits in der letzten Runde große Leistung gezeigt und wir vertrauen darauf, dass ihr euch dieses Jahr genauso gut um euren Schützling kümmern werden!" Mit großen Augen beobachtete ich, wie der Hengst vorgeführt wurde. Wie für ein Event dieser Art üblich, war auch ein Journalist dar, der das ganze Spektakel um das einzigartige Event für die Presse festhielt. Mit einer imposanten Kamera in der Hand schwirrte er um die Bühne und das magere Pferd herum, um alles, was dort geschah abzulichten.
      „Na los, hol dir dein Pferd", forderte meine Chefin mich auf und schob mich vor. Was? Ich, wieso? Gezwungenermaßen drückte ich ein Lächeln in meinem Gesicht und trat dem Rollstuhlfahrer entgegen. Er sah mich freundlich an, als ich ihm die Hand schüttelte, bevor ich den Führstrick von HMJ Divine entgegennahm. Immer mehr Signale feuerten meine Synapsen in die Nervenbahnen, lösten diverse Gefühle in mir aus. Obwohl ich just in diesem Moment vor einer Menge Leute stand, wurde aus dem aufgesetzten Lächeln nun ein wirkliches, welches, wie ich erst im Nachhinein erfuhr, die Titelblätter der lokalen Zeitung schmücken sollte. Hätte ich das geahnt, hätte ich mich niemals dort vor getraut.

      Mit wackeligen Knien führte ich den Hengst langsam von den Menschen weg in eine zurückgezogenere Ecke des Hofes, wo ich schließlich etwas wie einen Putzplatz fand. Luchy kam einen Augenblick später und brachte mir den Putzkasten und das Halfter, welches ich bereits im Vorhinein für meinen Schützling ausgewählt hatte. Sie versicherte sich kurz, dass ich allein mit dem Tier klarkam und verschwand wieder zu dem Ort, des Trubels.
      „Du bist also Divine", sprach ich leise mit ihm in meiner Muttersprache und hielt ihm meine Finger vor die geweiteten Nüstern. Seine langen dünnen Tasthaare kitzelten leicht, als er neugierig seine rauen Lippen über meine Haut bewegte. In aller Ruhe ließ ich zu, dass das Pferd mich inspizierte, beschnupperte und abtastete. Er war vorsichtig dabei, als habe er Sorge, ich könne zerbrechen. Zielsicher fand der Hengst schließlich die Jackentasche, in der die Leckerlis steckten und nahm fordernd den Stoff zwischen die Zähne.
      „So geht das doch nicht", lachte ich und griff hinein, um dem Begehren des Tieres nachzukommen. Behutsam nahm er das Pellet von meiner Handfläche und verschlang es. An Hunger schien es ihm allem Anschein nach nicht zu mangeln.
      Mit leicht zitternden Fingern strich ich über den schmächtigen Hals. Das helle Fell, das ihn bedeckte, war kraus und drahtig, überall waren abgebrochene Haare und entlang des spärlich bewachsenen Mähnenkamms taten sich gar gänzlich haarlose Stellen auf. Offenbar schien er mit einem Ekzem zu kämpfen zu haben. Langsam tastete ich mich zu dem Halfter vor, welches um seinen Kopf schlackerte. Eins möchte es gelb gewesen sein, doch nun war es mit getrocknetem Matsch bedeckt und ausgewaschen. An einem der Ringe hing ein Schild mit seinem Namen, welches den Mitarbeitern des Tierschutzes sicher der Identifizierung der Pferde diente. Zaghaft streifte ich das ausgediente Equipment über seine kleinen Ohren. Der Hengst wirkte irritiert über das, was ich tat, doch blieb ruhig stehen, bis ich ihm das neue Halfter angelegt hatte. Glücklicherweise passte es, nachdem ich es zwei Löcher weiter gestellt hatte. Ich hatte nicht erwartet, dass sein Kopf derartig groß sein würde, schließlich hatte ich es extra an Nurja, unserer Freibergerstute getestet. Wunderschön hob sich das helle Blau vom Fell des Hengstes ab, als wäre es nur für ihn hergestellt worden. Ich sollte das Halfter aufheben, sollte ich es irgendwann nicht mehr verwenden, überlegte ich. Es wäre sicher eine schöne Erinnerung, wenn man später sah, wie der Hengst sich entwickelte. Bevor ich zu sehr in Gedanken versank, wie man Erinnerungen an den Hengst schaffen könnte, stoppe ich mich selbst. So wie es aussah, würde ich den Hengst in einigen Monaten wieder gehen lassen müssen. Daher würde ich wie bei den anderen Pferden auch aufpassen müssen, mich nicht zu sehr an ihn zu binden.

      Behutsam begann ich das struppige Fell mit einer Bürste zu bearbeiten. Staub und Dreckklumpen lösten sich daraus, rieselten auf den steinernen Untergrund und hinterließen in Windeseile einen braun-grauen Film darauf. Neugierig inspizierte der Weiße seine Umgebung mit seiner Schnauze, knabberte am Strick und folgte mir stets mit seinem Blick. So auch als ich mich hinhockte, um seine Beine von der Schlammkruste zu befreien. Sanft strich mir Divines warmer, feuchter Atem über das Gesicht.
      „Na, siehst du dir das alles richtig an?", fragte ich ihn. Seine Ohren drehten sich aufmerksam zu mir, sonst geschah allerdings nicht viel. Mit seinem Kopf ging er so weit, wie es der Strick zuließ, hinunter, schubste mich an, sodass ich aus dem Gleichgewicht geriet. Irritiert zwinkerte das Tier mich an, als verstünde er nicht, weswegen ich nun auf dem Boden saß. Ich lachte, der junge Hengst war einfach zu niedlich. Divine nahm die Brüste, die neben mir zu Boden gefallen war, an den Borsten hoch und nickte dabei mit dem Kopf, dass sie gegen seine Nase schlug. Ich lachte erneut, was ein Clown.
      Ich rappelte mich wieder auf, klopfte mir den Staub von der Kleidung und versuchte dem Freiberger die Bürste zu entwinden. Nur widerwillig ließ der Hengst die hellen Borsten los. Nachdem Divines Fell annähernd von der Schlammkrusten befreit war, widmete ich mich seinen Hufen. Nicht dass sein körperlicher Zustand bereits schlimm war, seine Hufe sahen kein Stück besser aus. Die Hufwand war trocken und waren gezeichnet von ungleichmäßigen Rillen. Alle Hufe waren zu lang, zu steil und in den vorderen Hufen waren große Spalten, die definitiv der Behandlung durch einen Hufschmied benötigten, wenn nicht sogar durch einen Tierarzt. Testweise hob ich einen Huf an. Von unten sahen diese keineswegs gesünder aus. Ruhig blieb er stehen, hielt seine Hufe von selbst, doch bereits nach wenigen Sekunden entriss er mir den Fuß. Es wirkte auf mich, als würde ihm die Kraft und das Gleichgewicht fehlen, um länger in dieser Position zu verharren. Nachvollziehbar bei seinem Zustand.

      Ich beschloss, dass ich mir ein ausreichendes Bild von meinem Schützling gemacht hatte. Das einzige, was noch fehlte, waren Bilder für die Dokumention seines Zustandes. Schnell war dieses geschossen. Als ich einen Moment neben ihm stillstand, um zu überprüfen, dass man auch alles erkannte auf den Fotos regte neugierig seine Schnauze in mein Gesicht.
      „Du bist so niedlich, Divine. Ich liebe dich jetzt schon", lächelte ich und beschloss kurzerhand noch ein Selfie mit dem Weißen zu schießen und es sogleich in meiner Instagram Story zu teilen. Glücklich steckte ich das Handy weg und löste den Strick, um den Hengst zu seiner Koppel zu bringen. Hoffentlich würden wir uns auf dem Weg nicht verlaufen. Auf dem Weg, der doch etwas länger wurde als geplant, staunte ich immer wieder, wie gigantisch der Hof war. Hinter dem großen Gebäude, welches ich bereits bei unserer Ankunft bewunderte, schloss sich noch weitere große Paddocks an. Zu der Rechten des Weges, sowie weiter oben, erschlossen sich noch weitere Stallkomplexe. Nachdem ich auf unerklärlicherweise wieder vor der Reithalle gestanden hatte, blickte ich mich ratlos um. Die Koppel der HMJ Pferde zu finden, gestalte sich offenbar schwerer, als ich dachte. Auf dem Weg lief mir ein junger Mann mit einem Mädchen entgegen. Beide sahen aus, als würde sie sich hier auskennen und die Sprache, auf der sie sich unterhielten, bestätigte meinen Verdacht, dass sie von hier sein mussten. Wirklich gerne wollte ich nicht mit ihnen reden, doch noch ein weiteres Mal herumzuirren war wohl wenig zielführend.„Ähm, Entschuldigung?", sprach ich die beiden in gebrochenen Schwedisch an. Mit freundlichem Gesicht blieb der junge Mann stehen: „Kann man dir helfen?" Ich benötigte einen Augenblick, um die korrekten Vokabeln in meinem Kopf zu finden. Es war schon eine Weile her, dass ich diese Sprache hörte oder gar gesprochen hatte.
      „Ja, ich würde ihn hier gerne auf die Koppel bringen, aber ... offenbar habe ich mich verlaufen", erklärte ich etwas peinlich berührt. Ich kam mir wirklich unfähig vor. Sowohl auf praktischer als auch auf sprachlicher Ebene.
      „Ja, das ist mir anfangs auch passiert", lachte mein Gegenüber freundlich, „Du folgst dem Weg in diese Richtung, dann läufst du direkt auf die Koppeln zu. Die linke ist für die Stuten, die rechte für die Hengste."
      „Vielen Dank, du bewahrst mich davor wie ein Idiot hier herumzurennen", bedanke ich mich bei dem jungen Mann und zupfte sanft am Strick des Hengstes.
      „Gerne geschehen", entgegnete er und folgte schließlich dem Mädchen, welches bereits vorgelaufen war.

      Dank der Wegbeschreibung fand ich endlich die Koppel, auf der bereits ein großes silbergraues Pony stand. Mit Divine betrat ich das Gras und entfernte das Halfter, denn ich war mir sicher den menschenbezogenen Hengst mit Leichtigkeit wieder einzufangen. Statt sich direkt zu entfernen, wie es die meisten Pferde zu Hause taten, blieb der Freiberger bei mir stehen. Er stupste mich an, dass ich erst dachte, er wollte ein weiteres Leckerli, doch nachdem er das Pellet verschlungen hatte, wich er dennoch nicht. „Was willst du denn, gestreichelt werden?" Neutral blinzelte das Tier mich an. Langsam strich ich über seinen Hals und begann ihn schließlich an der Brust zu kraulen. Genüsslich bewegte sich seine Oberlippe und er entspannte sich allmählich. Unendlich lange kraulte ich den Hengst, der nicht genug zu bekommen schien. Als ich mich zum Gehen wandte, folgte er mir bis zum Tor und wäre sogar mit hinausgelaufen, hätte ich es nicht vor ihm geschlossen.
      „Möchtest du denn nicht zu deinen Freunden", sagte ich schmunzelnd zu ihm und kraulte ihn noch ein letztes Mal, bevor ich die Koppel endgültig verließ. Der Helle blieb weiter am Zaun stehen uns sah mir nach. Unfassbar, wie schnell der Hengst sich an mich angeschlossen zu haben schien. Der Freiberger hatte mich positiv überrascht. Ich hatte alles anderer erwartet, als ein Pferd, welches derart offen und freundlich war. Er trat mir zwar zweimal unabsichtlich auf die Füße, doch bei seiner liebevollen Art freute ich mich bereits auf das weitere Training mit ihm.
      © Wolfszeit | Lina Valo | 14.323 Zeichen
      zeitliche Einordnung {Ende April 2020}
    • Wolfszeit
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      Lindö Dalen Stuteri, Schweden

      Kaum schien die Sonne durch die Vorhänge, zog es mich aus dem Bett. Noch immer war ich unendlich neugierig auf den Hegst und konnte es kaum erwarten wieder zu ihm zu gehen. Ich nahm lächelnd mein Handy vom Nachttisch und betrachtete noch einmal das Selfie, das ich gestern mit Divine machte. Er war einfach so niedlich. Eine Nachricht erschien auf meinem Bildschirm. Zahlreiche meiner Kollegen hatte die Instagram Story gesehen und darauf reagiert.
      „Ist er das?", las ich Quinn Nachricht, die just im Moment eintrudelte.
      „Ja, das ist Divine. Er ist unheimlich lieb", schreib ich ihr, „nur leider ist er in ziemlich schlechtem Zustand." Ich sendete ihr noch eines der anderen Bilder.
      „Der arme kleine Kerl . Aber ich bin mir sicher, du wirst ihn wieder in Form bringen ", schrieb sie zurück.
      „Erst einmal abwarten, was Tierarzt und Hufschmied sagen, dann werde ich weitersehen, aber ich hab den kleinen Mann definitiv schon ins Herz geschlossen ❤️" Ich schrieb mit Quinn noch eine Weile bis schließlich mein Handy klingelte.
      „Hey, Samu", begrüßte ich meinen besten Freund freudig.
      „Na, wie war der erste Tag in Schweden?", fragte er neugierig.
      „Wunderbar, Divine ist einfach so wundervoll", entgegnete ich und begann ihm ausführlich von dem Hengst zu erzählen. „Ist bei euch etwas Interessantes passiert?" Er verneinte meine Frage, erzählte nur, dass er Nathalie, die ich sonst ritt, heute etwas korrigiert hatte. Mir war bewusst, dass er mir durch seine Ausbildung einiges an Erfahrung voraus war, doch er betonte ebenso, dass der Ansatz der neuen Lektionen schon gar nicht so schlecht sei.
      „Aber jetzt, Lina, werde ich schlafen gehen", leitete er schließlich das Ende ein.
      „Na gut, es ist ja spät bei euch. Gute Nacht Samu", verabschiedete ich meinem Freund und beendete das Gespräch. Es hatte gut getan, seine vertraute Stimme zu hören und sein Lob gab mir Hoffnung, dass ich der Aufgabe gewachsen sei, Divine in ein neues Leben zu führen.

      Voller Motivation zog ich mich an, schnappte mir das Knotenhalfter aus meinem Koffer und machte mich auf zu meinem Schützling. Auf dem Weg kam ich an einer Koppel vorbei, auf der ein bräunlich-schwarzer Isländer mit großen weißen Flecken stand. Irgendwoher kam er mir bekannt vor ... Ja, klar. Es war Glymur. In letzter Zeit wurden mir unheimlich viele Fotos dieses Hengstes gezeigt, denn er war Vater eines der Fohlen, die bei Alec standen. Mehr aus einem Scherz heraus, entstand die Idee, Wamzi, eine Appaloosastute, mit einem Gangpferd an zu paaren. Entstanden war ein wirklich interessantes Fohlen. Ahvani hatte einen unheimlich hübschen Braunton, gepaart mit den hübschen Punkten ihrer Mutter und einem außergewöhnlichen Kopfabzeichen. Ebenso hatte sie den Tölt von ihrem Vater geerbt, von dem ich gehört hatte, dass dieser wirklich bequem sein sollte. Eines Tages wollte ich diese spezielle Gangart unbedingt einmal ausprobieren.

      An Divines Koppel angekommen nahm ich mir einen Augenblick, die anderen Pferd in Augenschein zu nehmen. Neben meinem Weißen, der relativ nahm, am Zaun stand und auf, mich zu warten schien, graste das graue Pony. Mit viel Fantasie war er eventuell als Isländer identifizierbar. Der arme Kerl hatte kaum noch Mähne und das, was davon noch übrig war, hing verfilzt an seinem Hals herunter.
      Unter einem Baum etwas weiter hinten stand ein Braunschecke. Er war fürchterlich, dürr und dreckig. In diesem Zustand war unmöglich auszumachen, welcher Rasse er angehören mochte. Armer Kerl. In der letzten Ecke stand ein großer Schimmel, der mich aus der Entfernung missmutig anstarrte.
      Ich betrat die Koppel und das Pony hob aufmerksam den Kopf. Langsam bewegte ich mich auf die beiden Pferde zu. Divine kam direkt auf mich zu getrottet, während das Graue wohl beschlossen hatte, alles lieber aus sicherer Entfernung zu beobachten.

      „Hallo Divine" begrüßte ich den Freiberger, „Ich habe dir heute etwas mitgebracht." Aus der Tasche meines Pullovers holte einen Apfel, den der Hengst direkt beschnupperte. Apfel samt Hand, schleckte der Hengst gründlich sauber, bevor er die Frucht krachend halbierte. Schaum tropfte von den mahlenden Kiefern zu Boden und versickerte im kurzen Gras.
      „Pass doch auf, du kleiner Tollpatsch", schimpfte ich, als der Hengst mir beinahe auf die Finger biss, so wie er die zweite Hälfte entgegennahm. Unschuldig kaute er weiter auf seinem Apfel herum und sah dabei so niedlich aus, dass ich lachen musste. Ich streifte ihm das Knotenhalfter über und verschloss es mit einem halben Schlag. Artig folgte Divine mir zum Round Pen, welches leicht unmittelbar vor der Reithalle zu finden war.

      In aller Seelenruhe begann Divine den Boden abzuschnüffeln und sich einen Platz zum Wälzen zu suchen. Schon seltsam. Da stand so ein Pferd den ganzen Tag auf der Koppel, doch wälzen schien man sich dort nicht zu können. Der Freiberger wurde schließlich genau dort fündig, wo sich meine Füße befanden. Hastig hüpfte ich beiseite, denn der Hengst rollte bereits. Staubwolke stoben aus, als das Tier sich schließlich aufrappelte und den gröbsten Sand von sich schüttelte. Das Fell des hellen schimmerte nun gelblich anstatt, des Graus, welches noch gestern den Unterton bestimmte. Mit Freude beobachtete ich den Hengst dabei, wie er einfach nur Pferd war und sein Leben genoss. Divine stöbere durch den Sand, doch wurde letztlich von einem Vogel abgelenkt, der sich auf den Zaun setzte. Das helle Piepsen des Rotkehlchen schallte durch die Luft. Neugierig stellte das Pferd die Ohren auf und trat einige Schritte auf das unbekannte Flugobjekt zu. Mit geweitet Nüstern reckte der göttlich den Kopf, prustete und stand vollkommen unter Spannung. Für einen Augenblick schien es so, als betrachte der Vogel das gigantische Tier vor ihm, dann breitete er die Flügel aus und flog davon. Wie zu Stein erstarrt, blickte Divine ihm hinterher.
      "So, kleiner Mann, jetzt musst du dich aber mal ein wenig bewegen", sagte ich zu dem Hengst und trieb ihn mittels einer Veränderung meiner Körpersprache an. In gemütlichem Schritt begann er im Kreis um mich herum zu trotten. Sofern ich es sehen konnte, lief er lahm frei, wenn er auch gelegentlich stolperte. Mit etwas mehr Druck probierte ich ihn in einen schnelleren Schritt zu bekommen. Zunächst funktionierte es, doch sobald ich die treibende Hilfe einstellte, wurde der Hengst wieder langsamer. Definitiv ein Punkt, woran gearbeitet werden musste. Nach langer Schrittphase brachte ich den Freiberger in den Trab. Sein Rücken steif, den Kopf emporgerissen, raste er am Zaun entlang. Ob es sein Zustand war oder mangelndes Körpergefühl wusste, ich nicht, aber klar war, dieses Pferd hatte massive Gleichgewichtsprobleme. Neben dieser Sache beobachtete ich, dass Divine einen Taktfehler mitbrachte, der auf den ersten Blick von der Schulter herzurühren schien. Doch sicher war ich mir nicht. Im Galopp zeigte sich diese allerdings als ausgeprägte Lahmheit, weshalb ich die Einheit recht schnell beendete. Ohne die genaue Ursache für die Fehlerhaftigkeit zu kennen, wollte ich keinesfalls mehr von ihm fordern.

      Kaum ließ ich den Hengst langsamer werden, kam er zu mir in die Mitte getrottet. Mit etwas zu viel Schwung stupste er mich an, als er vor mir bremste. Darauf war ich so wenig vorbereitet, dass ich mein Gleichgewicht verlor und in den Sand plumpste. Lachend blickte ich das Pferd an, welches mir besorgt seinen Atem ins Gesicht pustete.
      „Du bist ziemlich tollpatschig für etwas Göttliches", sagte ich schmunzelnd und strich ihm spärlichen Schopf aus seinen Augen. Langsam weiteten sich die Nüstern des Tieres und stießen ein leises Geräusch aus. Es war genau dieser Moment, indem ich eine Verbundenheit spürte, die ich nur noch aus verblassenden Erinnerungen kannte. Bedächtig erhob ich mich vom Boden und klopfte den Sand von meiner Kleidung. Der Hengst folgte mir zum Tor, wo ich den Strick vom Zaun nahm und ihn wieder anhängte. Doch es ging nicht zurück zu Koppel, denn bevor ich ihn entließ, wollte ich herausfinden, wie dringend ich einen Tierarzt organisieren musste. Am Putzplatz angekommen, begann ich mit einer gründlichen Inspizierung seines Körpers. Ich hatte ins Maul noch gar nicht hereingeschaut, da war offensichtlich, dass seine Zähne dringend gemacht werden mussten. An den Kauleisten waren die Spitzen und Kanten, deutlich zu spüren und der Verdacht bestätigte sich im Inneren weiter. Kein Wunder, dass er so unheimlich langsam kaute, sicher hatte er schmerzen. Das Ekzem, welches mir gestern schon auffiel, sah heute noch schlimmer aus. Unter der abgeschubberten Mähne taten sich frische Krusten und nässende Stellen auf. Es wäre wohl sinnvoll, eine Ekzemerdecke für den Freiberger zu organisieren, bevor er sich noch blutig scheuerte.
      Im Anschluss an die Inspizierung stellte ich dem Hengst ein kleines Frühstück zusammen. Gestern hatte ich noch recherchiert und demnach, sollte Divine mehrmals am Tag kleine Portionen von Mash oder Rübenschnitzel bekommen, damit er langsam an Gewicht zulegen kann. Selbstverständlich würde ich die genaue Ernährung noch mit dem Tierarzt abklären, doch bei der Masse an verwahrlosten Tieren, war er nicht einfach erreichbar. Nicht unweit des Putzplatzes fand ich eine kleine Futterkammer, in der alles bereitstand, was ich benötigte. Die Kombination aus Weizenkleie und Rübenschnitzel goss ich mit warmem Wasser auf und stellte sie zehn Minuten später vor die Schnauze des Pferdes. Gierig begann er, die Pampe aufzusaugen. Während Divine Fraß bemühte ich mich einen Tierarzt zu erreichen. Für heute bekam ich leider keinen Termin mehr, aber morgen früh hatte endlich jemand Zeit für meinen Schützling.

      „Wir müssen dringend einige Dinge besorgen", kündigte ich meiner Chefin an und berichtete von meinen Befunden, „Ach und morgen kommt ein Tierarzt." Nachdem sie über den aktuellen Stand informiert war, berichte sie von einigen der anderen Pferden, mit dessen neuen Trainern sie sich unterhalten hatte. So hatte ich recht gehabt, den jungen Cowboy bereits einmal gesehen zu haben. Es war Caleb O'Dell von der Bow River Ranch, die nicht unweit von Calgary lag. Glaubte man Hazel, war er in der Szene bekannt wie ein bunter Hund, doch was wusste ich schon übers Westernreiten. Für meinen Geschmack waren viele der Disziplinen martialisch und nicht besonders auf das Tierwohl bedacht. Jedenfalls berichtete Luchy von Saintly, dem abgemagerten braunen Schecken auf Divines Koppel. Wie ich mir bereits beim Anblick des Pferdes dachte, war Saintly nur minder besser dran als Divine. Ich erfuhr noch einiges von den anderen Pferden, so auch, dass nicht jedes der Tiere an Unterernährung litt. Einige von ihnen hatten eher das gegenteilige Problem oder landeten aufgrund schlechter Charaktereigenschaften oder Überforderung beim Tierschutz. Im Anschluss an die Mahlzeit begab ich mich in das kleine Hoflädchen in der Hoffnung dort zu bekommen, was ich für den Hengst benötigte. Voller Freude stöberte ich durch die Kollektionen an Schabracken und Decken, wo eine schöner war als die andere. Am liebsten hätte den gesamten Laden leer gekauft, doch das gab mein Budget nicht her. So beschränkte sich der Einkauf zunächst auf die Dinge, die ich wirklich benötigte. Mildes Shampoo, Wundsalbe für Divines Sonnenbrand und eine Ekzemerdecke. Zuletzt konnte ich allerdings nicht widerstehen, eine Abschwitzdecke aus der eigens für das Horsemakeover entworfenen Kollektion, zu wählen.

      Mit der riesigen Tüte holte ich meinen Schützling schließlich ein weiteres Mal von der Koppel. Es war nun einiges geschäftiger auf dem Gestüt geworden, was den Weißen allerdings wenig zu stören schien. Einzig an der knisternden Tüte interessiert folgte er mir vorbei an Pferden, Menschen, Autos und sogar einem laut knatternden Trecker. Alles kein Problem für den Göttlichen. Selbst in die Waschbox ging er widerstandslos, obwohl auf dem Boden bereits eine Pfütze schimmerte. Cool, so entspannt waren nicht einmal alle Pferde Zuhause. In aller Ruhe zeigte ich dem Hengst den Wasserschlauch und ließ ihn diesen beschnuppern, bevor ich das Wasser einschalte. Spielerisch probierte das Pferd immer wieder in den Wasserstrahl zu beißen, was natürlich nicht funktionierte. Unter dem nassen Winterfell kamen dunkle Punkte zum Vorschein, die mir so noch gar nicht auffielen. Dieses Pferd war tatsächlich einzigartig. Noch nie war mir ein Schimmel untergekommen, der aussah wie Divine. Massen an graubraunen Wasser flossen seinen Körper hinab und legten Stück für das strahlende Weiß darunter frei. Auch nach dem Shampoonieren blödelte der Hengst weiter herum und sorgte damit, dass auch ich duschte. Wären wir daheim, wüsste ich genau, wer jetzt auf der Stallgasse herumlungern würde, um sich das Spektakel, oder viel mehr mich in nassem Shirt anzusehen. Bei dem Gedanken an Jace rieselte ein warmer Schauer meine Wirbelsäule entlang. Obwohl er gelegentlich ziemlich überheblich war, gab es doch immer wieder Momente, in denen er diese sanfte Seite zeigte. Doch hier, in der Ferne, gab es niemanden, der mich beobachten und aufziehen konnte. Es war ruhig und friedlich, und ich genoss einzig die Gesellschaft des Schimmels. Ich strich ihm über den Hals und beobachtete, wie er das Shampoo umschubste und sich anschließend schüttelte, um das Wasser loszuwerden.
      „Divine", schimpfte ich und konnte das Pflegemittel gerade noch davor bewahren, gänzlich auszulaufen. Dann begann ich das Fell des Hengstes mit dem Schweißmesser abzuziehen. Da es heute recht kühl und windig war, beschloss ich den Hengst unter dem Solarium zu trocken. Mit jeder Minute unter dem warmen Licht, konnte man beobachten, wie der Hengst sich entspannte. Sicher war es angenehm auf der verspannten Muskulatur.
      Den Sonnenbrand auf seiner Schnauze cremte ich mit einer Wundsalbe ein und war mir sicher, dass er schnell abheilen würde. So blieb nur darauf zu achten, dass er sich nicht erneut verbrannte. Empört über das kalte Zeug auf seiner Nase, weitete Divine die Nüstern und prustete laut. Selbst wenn er seinen Kopf hochnahm, entkam er mir nicht, schließlich war es zu seinem besten. Trocken deckte ich ihn gerade ein, als Luchy dazustieß.
      „Das sieht aus, als würdet ihr gut zurechtkommen", lächelte sie.
      „Ja, der kleine Mann ist unheimlich artig und das, obwohl er Hengst ist", strahlte ich und zog Divine das Halsteil über die Ohren. Zuhause hatten wir das ein oder andere männliche Exemplar, welches ähnlich der menschlichen Männer, gerne mal den Macker heraushängen ließ. Der Freiberger dagegen verhielt sich eher wie ein früh kastrierter Wallach.
      „Schön zu hören", nickte sie, „Ich habe noch etwas für ihn besorgt." Meine Chefin holte etwas aus einer Tüte und reichte es mir. Es war eine Fliegenmaske mit Nüsternschutz auf dessen Nasenteil, der Name des Hengstes aufgestickt war. Freudig bedankte ich mich und zog sie Divine direkt an. Nun sollte er wirklich ausreichend vor Fliegen und Sonne geschützt sein. Ich hatte sein Futter bereits angerührt, sodass er fressen konnte, während ich mich mit meiner Chefin ein wenig austausche. Offenbar hatte sie ein wenig das Gestüt erkundet und mit dem Inhaber gesprochen. Das Hauptgeschäft waren wohl Rennpferde, doch die Passion Tyrells war wohl die klassisch-barocke Reitweise, weswegen es auch einige Warmblüter zu diesem Zweck gab. Eine wirklich interessante Kombination. Nachdem Luchy sich wieder verabschiedet hatte, beschloss ich mit dem Freiberger noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Wirklich weit kamen wir allerdings nicht. Divine blieb alle paar Meter stehen, um ein paar Grashalme zu rupfen oder bei einem passierenden Menschen um Aufmerksamkeit zu betteln. Gott sei Dank waren alle hier freundlich und schenkten dem Hengst eine kurze Streicheleinheit.
      „Tut mir leid", entschuldigte ich mich hastig, als der Schimmel einer jungen Frau mit einem Buckskin unvorhergesehen in den Weg trat. Schnellstmöglich manövrierte ich Divine aus ihrer Linie, denn das Pferd regte sich bereits auf. Die Blondine murmelte etwas Unverständliches und zog das tänzelnde Pferd hinter sich her. Seltsame Begegnung. Mit einem großen Schlenker über den Hof lief ich zurück zu der Koppel. Saintly und der standen noch dort und grasten, während ein großer Junge unter einem Baum saß und ihn zu beobachten schien.
      Auch heute hatte ich Schwierigkeiten damit, den Hengst loszuwerden. Ewigkeiten stand ich noch am Zaun und kraulte Divine. Er wirkte heute bereits etwas zufriedener, wobei das gute Futter und die Aufmerksamkeit einen großen Beitrag zu leisten schienen. Seine Zutraulichkeit ließen mich etwas in die Vergangenheit abschweifen. Damals als ich noch bei meiner Tante in Espoo gab es viele Pferde in meinem Leben. Elsa züchtete die Finnpferde vorwiegend für den Gebrauch als Reit- und Kutschpferd. Doch bei der Vielzahl ist mir ein kleiner Wallach besonders im Gedächtnis geblieben. Vom Charakter her wies Divine große Ähnlichkeiten zu ihm auf. Vili hatte sich damals mit Belieben stundenlang putzen und frisieren lassen. Gleichzeitig war er ein absolutes Verlasspferd gewesen. Es gab keinen Moment, wo ich Angst hatte, denn ich wusste, Vilijami würde mich wieder nach Hause bringen. Ich spürte die Tränen aufsteigen. Nie mehr wollte ich an den schrecklichen Tag denken, an dem ich ihn und mein ganzes Leben verlor.

      „Du bist etwas ganz besonders Divine", flüsterte ich dem Hengst zu, der mir sanft seine warme Luft an die Wangen pustete und sich anschmiegte. Schon jetzt, nach nicht einmal eineinhalb Tagen, fühlte ich eine Verbundenheit mit dem hellen Pferd. Ich musste wirklich aufpassen, mich nicht in diesem Gefühl zu verlieren, denn je tiefer die Bindung, umso unerträglich würde der Gedanke werden, Divine eines Tages gehen lassen zu müssen. Bisher war es nicht ausgeschlossen, dass der Hengst am Ende des Makovers in die Auktion ging und ein Pferd zu ersteigern, würde mein bescheidenes Gehalt nicht hergeben. Selbst mit allen Reserven, die mir blieben. Seufzend steckte ich dem Hengst noch einen Leckerbissen zu, bevor ich vom Zaun rutschte. Jetzt stand erst einmal seine Genesung im Fokus.
      © Wolfszeit | Lina Valo | 17.969 Zeichen
      zeitliche Einordnung {Ende April 2020}
    • Wolfszeit
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      Lindö Dalen Stuteri, Schweden

      Der Jetlag hatte mich nun so weit eingeholt, dass ich an diesem Morgen recht lange schlief. Acht Stunden Zeitverschiebung waren einfach zu viel für mich. Es kam mir vor, als wäre ich einen gesamten Tag in die Zukunft gereist, der jetzt in meinem Tagesrhythmus fehlte. “Verdammt, es ist ja schon Mittwoch”, murmelte ich bei einem Blick auf mein Handy. Das hieß nicht nur, dass der dritte Tag in Schweden anbrach, sondern ebenso blieben mir nur noch vier Tage bis Divine transportfähig sein musste. Wie wusste man, dass ein Pferd bereit für einen Flug war und würde der Hengst überhaupt ausreichend Kraft für solch eine lange Reise haben? Gedankenverloren machte ich mich für den Tag fertig und begab mich in den Frühstücksaal. Meine Chefin entdeckte ich nirgendwo, so suchte ich mir einen kleinen Tisch in der Ecke, um dort allein zu essen. Ich hatte gerade den Teebeutel in die Tasse getunkt, als mein Handy meine Aufmerksamkeit verlangte.
      “Samu, warum bist du denn noch wach?”, begrüßte ich meinen Freund grinsend, “Ist es bei euch nicht mitten in der Nacht?”
      “Jap, aber ich muss doch wissen, wie meine Kleine sich schlägt so ganz allein”, lächelte er milde. Trotz der späten Uhrzeit wirkte Samu, wundersam frisch. Im Hintergrund erkannte ich die von Nadelwald bedeckten Silhouetten der Rocky Mountains im kühlen Sternenlicht.
      “Ich weiß deine Besorgnis zu schätzen, Samulein, aber ich komme hier zurecht.” Auch wenn es mir an Orientierungssinn mangelte, konnte ich nicht davon sprechen, dass bisher etwas wirklich schiefgelaufen sei. Außerdem hatte ich ja noch meine Chefin beiseite, fall wirklich etwas sein sollte.
      “Gut zu hören”, erwidert der Blonde, “Wie läuft es mit dem Schimmel?”
      “Wunderbar. Divine ist so unglaublich vertrauensvoll, das glaubst du nicht”, schwärmte ich und berichtet von dem gestrigen Tag.
      “Na dann hoffen wir mal, dass du den armen Kerl Ende der Woche mitnehmen darfst”, sprach mein bester Freund zuversichtlich.
      “Wenn nicht, muss ich wohl noch etwas hier bleiben”, schlussfolgerte ich.
      “Schaffst du das denn allein? Du weißt Luchy hat unterschiebbare Termine.” Da war er wieder der allseits besorgte beste Freund. Es war schon immer so gewesen, seit dem Tag, an denen wir uns kennenlernten.
      “Es ist ja nicht so, als würde ich hier ein neues Leben anfangen”, scherzte ich, wobei dennoch etwas Nervosität aufkam. Gänzlich allein war ich noch nie in einem fremden Land gewesen, hatte immer meine Schwester oder meinen besten Freund dabei. Doch darüber wollte ich jetzt gar nicht weiter nachdenken. Ich könnte mir noch genug Sorgen machen, wenn die Zeit gekommen war.
      “Das wärs noch”, lachte Samu, “Klein Lina in Schweden.” Ich stimmte in sein lachen ein. Wobei, so abartig kam mir der Gedanke gar nicht vor. Mir gefiel es hier in Schweden.
      “Pass besser auf, was du sagst, wenn du weiter so frech bist, bleibe ich hier”, drohte ich scherzhaft.
      “Ich glaube, nicht, dass du es lang ohne mich aushältst”, grinste er selbstsicher.
      “Sehen wir noch”, entgegnete ich und nahm grinsend einen Schluck Tee.
      “Wie dem auch sei. Ich wünsche dir viel Erfolg mit dem Schimmel und ich werde mal zu Bett gehen”, lenkte er das Gespräch zum Ende. Mittlerweile war er von seinem Balkon hineingewechselt und schaltete auf seinem Weg die Lichter aus.
      “Danke. Schlaf gut und bleibe das nächste Mal nicht meinetwegen so lang auf. Ich melde mich schon bei Bedarf.”
      “Ja, ja Kleines, Gute Nacht.” Damit war nicht nur das Gespräch beendet, sondern auch das Frühstück. Ordentlich hinterließ ich meinem Platz und macht mich nach einem kurzen Abstecher zurück in die Hütte, auf den Weg zu Divine.
      Bereits aus der Ferne konnte ich erkennen, dass Divine am Zaun stand und sich Freunde gemacht hatte. Das junge Mädchen, dem ich am ersten Tag bereits hatte, kraulte den Hengst mit Enthusiasmus an einer der wenigen Stellen, die nicht von der Decke bedeckt wurden. Völlig entspannt stand der Hengst da, die Ohren entspannt hängend, die Augen halb geschlossen, wahrlich ein schönes Bild. Besonders wenn ich daran zurückdachte, wie vergleichsweise unglücklich er am ersten Tag gewirkt hatte.
      “Guten Morgen”, begrüßte ich die Teenagerin freundlich.
      “Ziemlich niedlich, dein Pferd, auch wenn es aussieht wie ein Gespenst”, platze sie geradeheraus und überging die Floskel. Recht hatte sie. Mit der geschlossenen Decke und der Maske sah er tatsächlich ein wenig aus, als sei er zu Halloween verkleidet worden. Das gute, solang er noch so aussah, hieß es, dass ich keine Fliegenmaske auf der weitläufigen Koppel suchen musste. “Aber mein Holy ist noch ein wenig niedlicher.”
      “Deine Holy?”, fragte ich interessiert nach. Sofern meine Erinnerung mich nicht trügte, war Holy ein Tinker, der ebenso Teil des Events war. Stolz nickte der Rotschopf: “Ja, meine Holy. Na gut, mein Bruder hilft mit beim Training. Ich bin übrigen Hedda.”
      “Schön dich kennen zu lernen, Hedda. Ich bin Lina und … “
      “Weiß ich doch schon”, fiel sie mir ins Wort und grinste, “Wustest du das dein Hengst aus der Schweiz kommt? Er wurde dort beschlagnahmt, hat Nico erzählt.”
      “Oh, interessant”, entgegnete ich. Dass Divine aus einer Beschlagnahmung stammte, hatte Luchy bereit erwähnt, doch sein Herkunftsland war mir neu. Wobei kamen die Freiberger nicht von dort? In dem Fall wäre es eher wenig verwunderlich. Hedda wollte gerade etwas mehr über die Pferde erzählen, da wurde sie gerufen. Es war der kompetent wirkende Mann, den ich am Montag nach dem Weg fragte.
      “Ich muss los, Folke braucht mich”, verabschiedete sie sich, sprang vom Zaun und war schneller weg als ein Wiesel. Flink, diese jungen Leute.
      Ich hielt meinem Hengst einen Apfel hin, von der er abbiss und langsam zu kauen begann. Weißer Schaum bildete sich an seinem Maul, tropfe hinunter und versickerte im weichen Boden. Wie ich die scharfen Konturen betrachtet, die nicht einmal die Decke verschleiern konnte, war ich ziemlich froh, dass der Tierarzt heute endlich kam. Nach dem Termin wusste ich hoffentlich auch endlich, wie viel physisches Training ich ihm zumuten konnte und ob die Fütterung stimmte. Die bisherige Empfehlung hatte ich nämlich aus dem Internet und da war es ungewiss, wie korrekt diese waren. Ich wollte Divine schließlich keinen Schaden zufügen.
      “Ivy”, sprach ich den Hengst mit dem neuen Spitznamen an, auf den Quinn mich gebracht hatte. Neugierig stellten sich die keinen Öhrchen auf, als habe er direkt verstanden, dass er gemeint war. “Was hältst du davon, wenn wir heute die Gegend etwas erkunden, mh?” Ich war neugierig auf die Umgebung des Gestüts, war sie doch meiner Heimat so ähnlich. Zudem hatte ich gehört, dass nicht allzu weit entfernt ein kleiner Stand sein sollte. Man könnte jetzt sagen: Logisch, wenn man sich auf einer Halbinsel befand. Doch aus meiner Heimat wusste ich, dass selbst kleine Inseln, steile steinige Uferkanten haben konnten. Divine stupste mich nur an und verlangte nach einem weiteren Leckerbissen.
      “Nein, das musst du dir erst einmal verdienen”, sprach ich entscheiden zu dem Tier und legte ihm das Knotenhalfter um. Als wir am Putzplatz vorbeikamen, beschloss ich spontan ihm die Decke abzunehmen, denn auch wenn diese sehr dünn war, hatte ich das Gefühl es wäre gut, wenn mal etwas Luft an das Pferd käme. Und so machten wir uns auf den Weg. Vorbei an einer großen Kiesbahn, folgte ich einem Sandweg, der sich bald aufspaltete. Hoffentlich würde ich wieder zurückfinden, denn bekanntermaßen besaß ich nicht den besten Orientierungssinn.
      Am Wegesrand raschelte es in einem Busch und etwas in seinem Inneren, brachte die zarten, grünen Blättern in Bewegung. Divine zeigte sich neugierig und hielt an, um die Pflanze zu begutachten. Es raschelte weiterhin und als der Göttliche schließlich die Nase näher an das Grün heranbrachte, flatter schimpfend eine Amsel daraus hervor. Wie am Vortag blieb Ivy erstarrt an der Stelle stehen und glotzte dem schwarzen Vogel hinterher. Der Hengst drehte, aus der Starre gelöst, seinen Kopf und lauschte in die Richtung, aus der wir kamen. Ein rhythmisches Trommeln war zu hören, ähnlich Pferdehufen, die in gleichmäßigem Galopp auffußten. Kaum hatte ich das Geräusch eingeordnet, donnerte auch schon ein rundliches Pferd an uns vorbei. Kurz hinter dem Tier, Hedda und ihr Bruder. Was war denn hier los? Sollte ich helfen? Fragend sah ich mein Pferd an, welches dem Trio aufmerksam nachblickte. Ein wenig ratlos setzte ich meinen Weg mit Divine fort. Immerhin hatten die beiden hier den Heimvorteil und würde das ausgebüxte Pferd hoffentlich schnell finden. Divine war durch Holys rasante Begegnung noch ein wenig aufgeregt und schnorchelte wie ein Drache mit weit geöffneten Nüstern, lief aber artig neben mir her. Der Wind trug einen leicht salzigen Geruch zu uns herüber. Das Wasser konnte also nicht mehr weit sein. Eine schmale Abzweigung führte schließlich um eine Düne herum an einen kleinen Sandstrand. Gleichmäßig schwappte das Wasser ans Ufer, überspülte gut ein Drittel davon und verzog sich zurück ins Meer. Interessiert senkte der Freiberger den Kopf, beschnupperte den Boden und ließ sich schließlich fallen. Es war ja klar, dass ein Weißes Pferd nicht anderes im Sinn hatte als sich im Dreck zu wälzen. Zufrieden brummte der Hengst, als er sich letztlich zurück auf den Bauch rollte und aufstand.
      Stück für Stück, führte ich Ivy an das Wasser heran, welches er skeptisch beäugte. Eine kleine Welle rollte heran, auf ihrem Rücken ein Büschel Algen, die den Hengst gegen die Hufe schlugen. Erschrocken machte er einen Satz zur Seite, doch ließ sich direkt beruhigen. Mit sanfter Stimme überredete ich ihn, sich den stickenden, grünen Klumpen genauer anzusehen. Schnell stellte das Pferd fest, dass es ungefährlich war. Unter dem feuchten Sand erregte dahingegen etwas anders Ivys Aufmerksamkeit. Aus einem kleinen Loch kam eine Krabbe zum Vorschein. Erst beschnupperte Divine, das seltsame kleine Ding, bevor er versuchte darauf zu treten. Glücklicherweise verfehlte er das Tier.
      “Lass das!”, schimpfte ich und schlug ihm leicht vor die Brust, um den Schimmel von dem Tierchen abzubringen. Anstatt ihn weitere Meereslebewesen töten zu lassen, führte ich in weiter in das Wasser, welches nun nicht nur meine Schuhe, sondern auch meine Hose durchnässte. Unbeeindruckt stand Divine in den Wellen, die ihm bis an den Bauch schlugen. Erst als ein wenig mehr Wind aufkam und die Wellen damit größer wurden, begann der Hengst mit seinen Vorderbeinen das Wasser aufzuwirbeln und darin herum zu prusten. Damit sorgte der Freiberger, nicht nur, dass er, sondern auch ich endgültig komplett nass wurden.
      Besonders lange bleiben wir nicht in dem kühlen Nass, denn ich spürte die Kälte in mein inneres ziehen. Es war nicht besonders klug, bei zehn Grad Celsius mitsamt Kleidung in der Ostsee spazieren zu gehen. Zudem gehörte ich zu den Menschen, die ohnehin schon recht schnell froren. Trotzdem lernte ich nicht, mich ordnungsgemäß zu kleiden. Auf dem Whitehorse Creek führte dies in der Regel dazu, dass einer der Jungs, seinen Pulli für mich opferte. Diesen Luxus würde mir heute allerdings keiner bieten.

      Zurück auf dem Hof spülte ich das Salz aus dem Fell des Hengstes, bevor wir gemeinsam unter dem Solarium trockneten. Unaufhörlich spielte Divine an meinem Pullover, zupfte an meinen Zöpfen und schlabberte mich voll, während ich ihm den Mähnenkamm kraulte. Offenbar war Ivy ziemlich verspielt. Sobald wir beiden trocken waren, holte ich dem Hellen sein Futter. Gierig wollte er seine Nase bereits in die Schüssel stecken, bevor diese überhaupt auf dem Boden stand, was ich ihm nicht gestattete. Ich konnte es nicht sonderlich leiden, wenn die Pferde drängelten, denn bei meiner Körpergröße wäre er nicht das, welches mich einfach über den Haufen rannte. Drei Versuche bedürfte ich, bis ich das Gefäß ohne Nase darin abstellen durfte. Zufrieden schlabberte der Freiberger seiner Mahlzeit und verschmierte sein ganzes Maul, bis hoch zu den Nüstern damit. Nochmal machte ich ihn aber sicherlich nicht sauber, das war wohl das, was man in Kauf nehmen musste, wenn man ein weißes Pferd betreute. Mit gefülltem Bauch brachte ich Divine schließlich zurück zu Koppel und beobachtet ich eine Weile vom Zaun aus. Wie die Vortage, versuchte er sich noch Streicheleinheiten zu erschleichen, bis er zum Heu trottete. Mit sanften Vibrationen meldete sich das Telefon in meiner Tasche, welches ich sogleich hervorholte. Die Benachrichtigung eines bekannten Messengerdienstes erschien.
      “Na, gefällt es dir in Schweden und das neue Pferd?”, las ich Jace Nachricht, bevor ich das Gerät mit einem Swipe entsperrte. Statt mir die Finger wund zu tippen, entschloss ich kurzerhand eine Sprachnachricht zu machen: “Ja, ich liebe es hier. So nah am Meer … fast wie früher und so wenig zu tun. Das fühlt sich an wie Urlaub. Ich kann den armen Ivy schließlich nicht den ganzen Tag nerven. Ich weiß nicht, vielleicht haben Quinn oder Samu das schon erzählt, aber er ist wirklich exakt so wie in der Beschreibung. Diese … Ausstrahlung ist wirklich besonders. Du glaubst es nicht, aber er ist soooo unheimlich menschenbezogen, wirklich außergewöhnlich für ein Pferd, welches womöglich Jahre nur unter Pferden verbracht hat. Ich denke, wenn es ihm besser geht, wird die Arbeit mit ihm richtig Spaß machen.” Lange dauerte es nicht, bis ich eine Antwort bekam und Jace natürlich auch nach einem Bild verlangte. Selbstverständlich kam ich dieser Bitte nach und sendete ihm sogleich eines, wie Ivy an getrottet kam. Anscheinend hatte meine Stimme ihn dazu angeregt, eine weitere Streicheleinheit herauszuschlagen.
      “Der arme Kerl sieht ja ziemlich mitgenommen aus”, kam ziemlich schnell eine Antwort. Ein weiterer Wortwechsel erfolgte mit Jace, bis schließlich Hedda auftauchte.
      “Mit wem schreibst du,”, fragte sie neugierig und steckte Ivy eine Möhre ins Maul, “Mit deinem Freund?” Ihre Frage brachte mich zum Schmunzeln.
      “Nein, Jace ist ein Arbeitskollege. Zu Hause sind alle ganz neugierig auf Divine”, kam ich der Neugierde der Teenagerin etwas entgegen.
      “Aber jemand wie du hat doch sicherlich einen Freund?”
      “Jemand wie ich?”, hakte ich nach. Ich war mir keiner Besonderheit bewusst, die gerade mich dazu auszeichnen sollte, in einer festen Beziehung zu sein.
      “Ja, du bist hübsch und sympathisch”, redete sie frei heraus, “Also hast du nun einen?”
      “Derzeit nicht, nein”, entgegnete ich mit einem Lächeln. Hedda wolle gerade etwas entgegnen, als ihr Bruder mit der Tinkerstute auftauchte.
      “Na gut, ich muss los, man sieht sich”, grinste sie und sprang vom Zaun. Wow, der Rotschopf hatte definitiv einiges an Selbstbewusstsein in die Wiege gelegt bekommen. Ich gab Divine noch einen Leckerbissen, bevor auch ich mich von der Koppel entfernte. Doch was mit der ganzen Zeit anfangen? Die letzten Tage hatte ich, um dem Jetlag entgegenzuwirken, Nachmittag ein ausgiebiges Nickerchen gemacht, doch angesichts des Tierarzttermins, war dies heute keine Option.
      In dem kleinen Bungalow angekommen, holte ich meinen Laptop und begab mich auf die Couch. Ivy hatte mich neugierig gemacht. Ich wollte mehr über die Freiberger erfahren.
      Nach einer intensiven Recherche, bei der ich in dem schier endlosen Rabbithole über die Schweizer Pferde versank, vergaß ich beinahe den Termin. Erst meine Chefin, die plötzlich auftauchte, erinnerte mich daran. Eilig klappte ich den Laptop zusammen, schlüpfte in meine Stallschuhe und lief zu dem Treffpunkt.
      “Sind sie Lina?”, kam mir eine ziemlich freundlich aussehen Tierärztin entgegen.
      “Ja, genau die bin ich”, lächelte ich und reichte ihre die Hand, “Verzeih die Verspätung, ich habe die Zeit etwas aus den Augen verloren.”
      “Kein Problem, ich bin übrigens Dr. Stephanie Lindh.” Während wir gemeinsam den Weg zur Koppel folgten, erzählte ich die Eckdaten von Divine die mir bekannt waren.
      “Ist er das?”, deute Dr. Lindh auf den Schimmel, der bereits am Tor wartete. Freudig spitze er die Ohren, als habe er nur auf mein Erscheinen gewartet.
      „Na, du armer Kerl?“, begrüßte sie Ivy, der sogleich neugierig an ihrem Pullover schnupperte. Selbst dem Tierarzt gegenüber schien der göttlich aufgeschlossen. „Lass uns am besten ein Stück runtergehen.“ Ich halfterte meinen Hengst und wir gingen zurück in Richtung Gestüts.
      „Könnte ich mir zuerst den Pass ansehen?“, fragte die Tierärztin höflich. Ich nickte und händigte ihn ihr aus: “Das ist allerdings nur ein vorläufiger Pass. Der Tierschutz arbeitet wohl noch daran, die Papiere zubekommen.” Die Tierärztin blätterte gezielt in dem Heftchen und runzelte die Stirn.
      “Weißt du, ob er schon Impfungen erhalten hat?”, fragte sie schließlich. Ich schüttelte den Kopf. Leider hatte ich auch nicht mehr Informationen, als in den Papieren standen.
      “Mhm, das ist nicht ideal, aber in dem Zustand können wir auch nicht Impfen, also muss es erst einmal so gehen. Ich empfehle dir, sobald es ihm besser geht, ihn mindestens Grundimmunisieren zu lassen”, sprach sie ihre Empfehlung aus. Ich nickte und notierte es mir sogleich in meinem Handy, sodass unser Heimtierarzt das nachholen konnte.
      “Und wie ist das dann mit der Ausfuhr, benötigt er da nicht die Impfungen?”, fragte ich besorgt. Es wäre ziemlich ungünstig für unser Training, sollte ich Ivy nicht direkt mitnehmen können.
      “Mach dir keine Sorgen”, lächelte die Frau Dr., “dein Schimmel benötigt nur ein Gesundheitsattest, Impfungen sind keine Pflicht.” Erleichtert amtete ich aus und beobachte, wie sie die Untersuchung begann. Mit dem Stethoskop hörte sie Herz und Lunge des Freiberger ab und fragte schließlich, ob er hustete. Verneinend, schüttelte ich den Kopf, in den vergangenen Tagen war mir nicht aufgefallen, dass dies der Fall wäre. “Perfekt, demnach scheint dein Pferd gesund”, lächelte Dr. Lindh und hörte auch noch die andere Seite von Ivys Brustkorb ab.
      “Na wenigstens schleppst du dann nicht noch Krankheiten mit dir herum”, murmelte ich dem Schimmel in aller Gewohnheit ins Ohr und strich ihm über die Stirn.
      “Woher kommen Sie, Lina?”, fragte die Tierärztin, die natürlich merkte, dass ich nicht der landesüblichen Sprache mit dem Pferd redete und trat einen Schritt zurück.
      “Momentan lebe ich in Kanada”, erzählte ich, bevor ich die Frage auf das ausgeweitete, was vermutlich in ihrem Interesse lag, “Ursprünglich stamme ich allerdings aus Espoo.”
      “Das ist Finnland, nicht wahr?”, ich nickte, “Dann hat es sie ja ziemlich weit weg verschlagen.” Konzentriert nahm Dr. Lindh Divine in Augenschein. Den schlechten Ernährungszustand, die trockne, schuppige Haut, die rissigen Hufe. Die aufgeschubberten Stellen entlang seine Oberlinie, nahm die genauer in Augenschein, bevor sie mich informierte, dass sie keine Parasiten feststellen konnte. Genausten erklärte sie mir, dass derartige Veränderungen entweder genetisch bedingt waren oder aber durch extreme Mangelerscheinung auftreten konnten. Während die Tierärztin redete fuhr sie mit den Händen über Ivy Körper, der fast nur noch aus Haut und Knochen bestand.
      “Du sagtest, er läuft nicht sauber. Kannst du mir das bitte einmal zeigen?” Ich nickte und führte den Hengst unter dem überdachten Putzplatz heraus, auf den gepflasterten Weg. Erst im Schritt, anschließend im Trab liefen wir vor der Tierärztin auf und ab. Wie gestern auch, war er im Schritt nahezu taktrein, zeigte lediglich ein leichtes Ticken, doch im Trab wurde die Lahmheit sichtbar.
      “Er scheint sehr festgehalten”, stellte sie fest und tastete Ivys Rücken ab. Unglücklich legte der Hengst die Ohren zurück und drückte den Rücken weg, doch ertrug artig die Prozedur. Dr. Lindh erklärte mir, dass Ivy Probleme vermutlich da herrührten, dass seine Muskulatur nahezu komplett atrophiert war. Das hieß, sein Körper, hatte die Muskulatur Stück für Stück abgebaut und die fehlende Energie irgendwo herzubekommen. Zusätzlich waren die letzten Muskelreste wohl vollkommen verspannt, da sie logischerweise überlastet waren. Die Tierärztin riet davon ab, den Rücken zu sprizen, da dies nur die Symptome verstecken würde. Stattdessen empfahl sie einen Osteopathen und ganz langsames Aufbautraining.
      “Als Erste-Hilfe-Maßnahme, kannst du ihm etwas massieren, das wird ihm helfen sich zu locken”, fügte sie noch hinzu. “Dann sehen wir uns mal seine Zähne an.” Ich trat einen Schritt beiseite, damit Dr. Lindh besser an seinen Kopf kam. So artig wie ein Pferd sein konnte, welches jahrelang nicht gehändelt wurde, ließ Divine sich ins Maul sehen.
      “Sein Alter stimmt. Ansonsten müssen die Zähne dringend gemacht werden, sobald er etwas fitter ist.”, erklärte sie. Der letzte Schritt der Untersuchung lag in einer Blutnahmen. Etwas unruhig wurde Ivy bei Geräusch des Rasierers, mit dem Dr. Lindh eine Stelle an seinem Hals freilegte, doch ich gab mir alle Mühe ihn zu beruhigen.
      „Braver Junge!“, lobte sie Ivy, als sie die Kanüle zog. Der Schimmel hatte nicht ein Mal mit der Wimper gezuckt und alles vorbildlich über sich ergehen ließ. Für seine Haut und vornehmlich den Sonnenbrand bekam ich eine Pflegelotion, womit dieser schnell abheilen sollte.
      "Das war’s. Ich werde ihnen die Blutergebnisse, wie auch der Gesundheitstest zusenden. Sofern dort kein Befund vorliegt, steht einer Ausreise nichts mehr im Wege”, verabschiedete sie sich und verließ uns. Mit einem Grinsen auf den Lippen brachte ich Ivy seine zweite Portion Futter, bevor er schließlich zurück auf die Koppel durfte.

      © Wolfszeit | Lina Valo | 21.215 Zeichen
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    8 Mai 2023
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  • Inhalt
    Prolog
    1. Yksi
    2. Kaksi
    3. Kolme
    4. Neljä
    5. Visii
    6. Kuusi
    7. Seitsemän
    8. Kahdeksan
    9. Yhseksän
    10. Yksitoista
    11. Yksitoista
    12. Kaksitoista
    13. Koletoista
    14. Neljätoista
    15. Viisitoista
    16. Kuusitoista



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