sadasha

Thavila | TRAK - Canyon

Thavila | TRAK - Canyon
sadasha, 24 Feb. 2019
    • sadasha
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      28. April 2018 | 8883 Zeichen von sadasha
      Sportpferdeauktion

      “Datenight, wohooo!” jubelte Franziska und drückte ihrem Mann einen Kuss auf, der nur ein verschmitztes Lächeln zustande brachte während er sich auf die Straße vor ihm konzentrierte. Es regnete aus Kübeln und sie steckten mitten im Feierabendverkehr. Leon zeigte es zwar nicht, doch die Aufregung in ihm war ähnlich groß wie die seiner Frau. Mit jeder Abfahrt an der sie vorbeifuhren kribbelte es mehr in ihm und als sie endlich die Autobahn verlassen konnten hatte sich ein glückliches Lächeln auf sein Gesicht geschlichen. Franziska entging das nicht, beschloss aber ihn nicht damit aufzuziehen wie niedlich er doch aussah. Erst als sie auf dem Auktionsgelände standen und den Wagen hinter sich ließen wuschelte sie ihm im Vorbeigehen durch die hellbraunen, fast schon blonden Haare und lachte. Empört griff er nach ihrem Arm, erwischte sie jedoch nicht. Mit einer geübten Geste richtete er seine Frisur und joggte das kurze Stück um mit Franzi wieder gleichauf zu sein. “Hast du ein bestimmtes Pferd im Auge?” fragte er neugierig und sein Glitt schweifte über die Masse an Menschen, die bereits auf der Tribüne saß. Sie sah ihn an. “Viel zu viele. Mitnehmen können wir nur eines. Und du?” Er zog die Schultern hoch. “Mir geht es nicht anders.” Sie suchten sich zwei Plätze am Gang, möglichst weit vorne um eine bessere Sicht auf die Pferde zu haben. Dann warteten sie.

      Die Auktion war im vollen Gange, Leon hatte schon einige Pferde notiert und war nun in seinem Element. Besonderes Interesse hatte er an keinem der Pferde. Außerdem schossen die Preise in der Regel in unermessliche Höhe oder die Pferde waren so schlecht gebaut, dass er sich keine Zukunft als Zuchtpferd vorstellen konnte. Schließlich brachte man eine Scheckstute mit äußerst viel Weiß in den Ring. Sie sah sich aufgeregt um und scheute ein wenig als der Auktionator zu sprechen begann. sie hatte ein super Gebäude. Möglicherweise sogar für die Vielseitigkeit. “Eine Schande, dass wir dem Pferd nur vor den Kopf gucken können. Ich wüsste gerne wie sie veranlagt ist.” brummte Leon und seine Frau nickte. Das bedeutete so viel wie: “Die hätt ich trotzdem gerne im Stall stehen.” Sie hob die Zettel zum Gebot. Leon der erst verdutzt war lachte zufrieden. Sie kannte ihn. Je länger er die Stute beobachtete, desto interessanter fand er sie. Sie wirkte jünger als sie war. Fast schon roh. Doch soweit man dem Auktionator glauben schenken durfte hatte sie eine solide Grundausbildung. Die Auktion der Stute raste wie im Traum an ihm vorbei und Franziska zögerte als die Summe höher schoss. Irgendwann gab sie auf. Der Auktionator zählte mit nun schon kratziger Stimme runter: “Zum Ersten…”. - “Der bietet nicht noch weiter, der hat sein Limit schon überstrapaziert…“ flüsterte Leon, der den Mitstreiter ins Auge gefasst hatte. Er warf Franzi einen kurzen entschuldigenden Blick hoch und gab kurz vor dem letzten Ausruf noch ein Gebot ab. Der letzte Mitbieter raunte, gab jedoch kein weiteres Gebot ab. Leon gewann die Auktion und hatte damit ein Pferd gekauft. Wieder Mal. Franziska schlug ihn mit den Papieren, die sie in der Hand hielt. “Du spinnst ja! Verteufelter...” sagte sie nicht wissend ob sie lachen oder weinen soll. Die Auktion war für das Paar damit gelaufen, denn mehr Geld hatten sie nicht auf der hohen Kante. Weitere Ersparnisse mussten sicher verwahrt bleiben um für den Notfall etwas übrig zu haben. sie standen auf und gingen raus. Ehe sie die Weiden fanden die für die Auktionspferde abgesteckt waren dauerte es ein paar Minuten. Im Dunkeln mit nur wenig Beleuchtung auf einem fremden, großen Hof herumzulaufen war nicht gerade ihre Lieblingsbeschäftigung. Dann sahen sie ihre neue Stute. Aus der Nähe fiel auf, dass sie kein großer Trakehner war, für’s Springen erstmal ein Negativpunkt. Doch sie wurde als springbegabt angepriesen, also müsste man noch sehen was es damit auf sich hatte. Die Stute stand abseits des erreichbaren Zaunes und beobachtete das Paar, welches noch immer den Steckbrief der Stute studierte. Sie machte keine Anstalten näher zu treten, auch nicht als Franziska wagemutig die Hand über die Stromleitung streckte. “Dann halt nicht…“ murrte sie. “Dein Pferd.” schloss sie grinsend. Leon hatte kein Problem mit einem reservierten Pferd. Thavila hieß sie.
      Wieder zu Hause fielen die beiden todmüde ins Bett. “Sie kommt morgen schon?” fragte Franzi nach, die bei der Kaufabwicklung nur mit halbem Ohr zugehört hatte. Leon nickte ohne sie anzusehen.

      Der nächste Tag brach an und Franziska wachte als Erste auf. Sie hüpfte ins Bad, zog danach ihr morgendliches Yoga-Programm durch und richtete schließlich ein gutes Frühstück her. Als sie bereits die erste Tasse Kaffee intus hatte bequemte sich Leon zu ihr. Verschlafen, mit komplett verwuschelten Haaren und der Schlafanzughose auf Halbmast schlurfte er zum Kaffee. Franziska, die hellwach war, taxierte ihn. “Um wieviel Uhr kommt Thavila?” fragte sie spitz. Leon runzelte die Stirn. “Was?” fragte er. “Wovon sprichst du?” - “Warst du gestern betrunken?” Leons Brauen berührten sich schon fast, als er sich mit einer Tasse Kaffee in der Hand an den Tisch setzte. Dann endlich entspannten sich seine Züge. “Ach!” begann er und nahm einen Schluck ehe er weiter sprach. “Um 10!” meinte er fröhlich und wirkte sofort energiegeladen. “Dir ist bewusst, dass wir noch eine Box vorbereiten müssen. Und es wäre vielleicht auch angebracht unser Team darüber zu unterrichten, dass heute ein Neuzugang eintrifft?” Er nickte und schlurfte weiter an seinem Kaffee. Als Franziska aufstand schob er sich eilig eine trockene Scheibe Brot in den Mund und lief ins Bad um sich fertig zu machen. Angewidert sah Franzi ihm hinterher. “Trocken Brot…“ flüsterte sie verständnislos und räumte den Tisch ab.

      Während Sabine die Pferde fütterte richtete Franziska die Box für Thavila ein. Leon steckte ein Stück Weide für seine neue Stute ab, nachdem er sein Team auf den neuesten Stand gebracht hatte. Da noch Zeit war ehe sie ankam beschäftigte sich Leon derweil mit Focus. Der Jährling forderte seine volle Aufmerksamkeit und lenkte ihn von der Nervosität ab, die ihn zu verzehren drohte, würde er nur dasitzen und warten. Er übte das Führen und stillstehen und schließlich das Putzen mit Allem was dazu gehörte. Auch schaute er zum Training ins Maul des jungen Hengstes. Leon spürte, dass Focus gerne mehr lernen wollte, doch für viel mehr war er eindeutig noch zu jung. Irgendwann ließ er sich dann doch breittreten das Auflegen einer Decke zu üben. Focus huschte die ersten male immer seitlich weg. Doch mit jedem Mal wurde er vertrauter damit und blieb schließlich mit argwöhnischen Blick stehen. Leon bemerkte nicht mal, dass es bereits halb Elf war, als endlich ein Wagen auf den Hof fuhr. Als Franziska zu ihm kam um ihm zu sagen, dass es der Hänger ist hatte er Focus schon wieder auf seine Weide gebracht.

      Franziska hielt sich im Hintergrund und beobachtete, wie Leon mit dem Fahrer sprach und dann half seine neue Stute auszuladen, die souverän vom Hänger schritt. Erst als sie ihren neuen Bestimmungsort sah riss sie den Kopf hoch und inspizierte die Umgebung. Leon blieb ruhig und versuchte sie mit Streicheleinheiten zu etwas mehr Besonnenheit zu bewegen, doch Thavila ignorierte diese Gesten, wirkte sogar noch angespannter als zuvor. “Ruhig, Liebes!” sagte Leon und nahm die Hand wieder weg. Erst jetzt beachtete Thavila ihn und ließ sich von ihm führen. Nach der Anreise sollte sie sich erstmal die Beine vertreten und so kam sie auf die eigens abgesteckte Weide. Dabei konnte sie auch gleich die anderen Stuten des Gestüts kennenlernen. Leon blieb noch einige Minuten am Weidenzaun stehen um zu beobachten wie das hübsche Tier stetig ruhiger wurde. Er hatte sich Hals über Kopf in die fast reinweiße Stute verliebt und könnte ihr noch stundenlang dabei zusehen wie sie die Umgebung beobachtete und es ab und an wagte etwas zu grasen. “Hey Babe, wie wärs mit weiterarbeiten?” fragte Franziska, die Stracciatella und Phoebe an der Hand hatte. Leon nickte.”Gute Idee.” Er nahm den Strick von Stracciatella entgegen und die beiden gingen eine Runde um den Hof. Die beiden jungen Stuten genossen die Erkundungstour. Sie liefen brav neben ihren Besitzern her und orientiert sich am Tempo, das sie vorgaben. Auf halber Strecke trafen sie Sabine, die sich Skittles geschnappt hatte. Skittles war aufgewühlt und wierthe schrill, als sie ihre beiden Freundinnen in der Ferne sah. Sabine blieb jedes Mal stehen, wenn der Schecke versuchte sie einzuholen. Leon und Franziska lachten bei dem Chaos das sie verursacht hatten. Ihre beiden blieben recht ruhig, da sie zu zweit waren. Doch auch sie waren jetzt ein wenig abgelenkt und vergaßen das Tempo zu halten. Sabine beschloss beim Zusammentreffen einfach mitzulaufen. Zurück auf dem Hof verabschiedeten sie die drei Stütchen auf ihre Weide und gingen danach wieder an getrennte Arbeiten.


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      28. April 2018 | 8564 Zeichen von sadasha

      "Ich liebe ihn, Leon!" schwärmte Franziska, während sie den bunten Hengst unter ihr kraulte, der wohlig schnaubte. Eine halbe Stunde waren die beiden auf dem Reitplatz bei schwülwarmen Wetter. Leon kam gerade von einem Ausritt mit Ghost Merchant zurück. Der alte Hengst genoß seinen Ruhestand und musste nicht mehr so hart arbeiten wie seine jüngeren Kollegen. Red Diamond, auf dem Franziska gerade saß war sogar noch ein bisschen älter. Die beiden Rentner würden ihre guten Gene vielleicht noch ein paar mal vererben, ehe sie auch aus der Zucht herausgezogen würden. Dass Franziska ihren Schecken liebte wusste Leon schon. Dennoch freute er sich darüber seine Frau glücklich zu sehen und lächelte seelig, während er sie dabei beobachtete wie weiter mit dem Pferd arbeitete. "Eh Faulpelz!" beschwerte sich Dominik, als er aus der Reithalle kam. "Nicht rumstehen, weiter arbeiten." Leon nickte. "Wen hast du schon fertig?" erkundigte er sich und sein Springreiter dachte nach, bevor er die Pferde aufzähle: "Busted Cherry Cake, Morgane, Corde de la Cerise und Yuno." Abermals nickte Leon. Die beiden tragenden Stuten hätte er sowieso nicht großartig bewegen können. "Keine Lust auf die Hengste?" Dominik lachte rau und schüttelte den Kopf. "Anna hat sich die Hengste vorgenommen und wie du siehst kommen die Stuten auch bei euch beiden etwas zu kurz heute." Er deutete auf Franziska und Leon. "Ich bring die Gute hier jetzt rein. Wenn du nicht noch weiter nutzlos herumstehen willst, kannst du mir ja folgen, damit wir als nächstes zusammen ins Gelände gehen können. May Bee freut sich sicher das Wissen aus eurem Training weiter zu festigen. Und ich komme mit Paminta mit." Ohne zu antworten nahm Leon die Zügel seines Hengstes auf und wandte sich zum Gehen. Ein Blick in den Himmel verhieß jedoch nichts Gutes. Er ahnte, dass sich etwas zusammenbraute und zweifelte an Dominiks Idee jetzt auf die Geländestrecke zu gehen. Vermutlich war es auch nur die Angst davor sein Wissen zu prüfen. Schließlich hatte Leon sich immer ganz gut vor den Cross Country Pferden gedrückt, seit er vom Lehrgang wieder heim gekommen war. Wenigstens würde er gleich nicht alleine sein. Falls etwas passierte, war gleich Hilfe zur Stelle.
      Franziska beendete alsbald die Session mit ihrem Liebling und nahm sich als nächstes Deo Volente aus der Box. Der Rappe stand mit seinen sieben Jahren in der Blüte seines Lebens. Besonders im Springen war er begabt, doch Franziska forderte auch ihn heute in der Dressur. Er befand sich auf E Niveau, würde aber mit etwas Hilfe auch eine A Dressur schaffen, da war sich die Blondine sicher. Sorgfältig putzte sie das seidige Fell und holte dann Sattel und trense aus der Kammer. Im Verbeilaufen sah sie Anna, die gerade Cadeau zurück in seine Box brachte. Franziska beobachtete sie aus dem Augenwinkel dabei, wie sie als nächstes St Pauli fertig machte. Heute morgen hatte sich Anna mit den Jungpferden Sacred Assault und Thavila beschäftigt. Deo schlug unruhig mit dem Schweif, als Franziska den Sattelgurt anzog. "Zieh den Bauch ein!" scherzte sie und streichelte den Rappen kurz, ehe sie in die Zügel griff und ihn auf den Reitplatz führte. Schwungvoll stieg sie auf und ritt den Rappen im Schritt an. Sie ließ ihm viel Zügel, sodass er sich noch strecken konnte. Beim Warmreiten legte die Reiterin nicht allzu viel Wert auf Formvollendung. Deo nutzte seine Freiheit und schnaubte über den sandigen Boden. Erst als Anna mit Paulchen ebenfalls auf den Reitplatz kam hob er neugierig den Kopf und wurde wieder unruhiger. Franziska war nun gezwungen die Zügel richtig aufzunehmen. Die beiden Hengste hatten sich für diesen Tag entschieden nicht gut Freund zu sein. Beide spielten sich etwas auf und machten es den Reiterinnen schwer sich voll und ganz auf die Reiterei zu konzentrieren. Doch auch mit solchen Situationen mussten sie umgehen. Auf Turnieren ließ sich so etwas auch nicht unbedingt vermeiden.

      Nachdem der Tag gut verlaufen war begannen Leon und Franziska den nächsten Tag mit dem Training von Fix the Flame und S'Cada.Es war regnerisch und hatte sich das Paar in ihrer Reithalle einen kleinen Parcours aus Cavaletti und Stangen aufgebaut. Die beiden Stuten wurde jedoch vorher zuerst gründlich warm geritten, ehe mit der Stangenarbeit angefangen wurde. Irgendwann gesellten sich Dominik und Anna mit Ostid OC und Vakany dazu.Der Fuchshengst war jedoch deutlich abgelenkt von so viel weiblicher Präsenz. Dominik verabschiedete sich deshalb ins Gelände, nachdem Ostid gut aufgewärmt war. Zwar konnte er bei dem Wetter nicht viel anstellen im Gelände, doch er würde wissen was er tut. Nach der Mittagspause sah Franziska bei Sabine nach dem Rechten. Die ältere Frau übernahm das Fohlentraining. Gerade hatte sie Phoebe zwischen und heute früh hatte sie mit Pensive Cuddlepot geübt. Die hübsche Scheckstute machte große Fortschritte beim Führtraining. "Kann ich dir helfen? Die meisten Pferde haben heute Pause und das schaffen die drei schon ohne mich." fragte Franziska. Sabine lächelte. "Sehr gerne! Ich bringe die Kleine eben weg. Dann können wir mit Stracciatella und Skittles eine Runde gehen." Gesagt getan. Franziska holte aus der Sattelkammer die beiden Fohlenhalfter und zwei Stricke und kam Sabine dann auf dem Weg zur Fohlenbox entgegen. Die beiden Stutfohlen freuten sich endlich Auslauf zu bekommen. "Das Wetter ist leider so unbeständig und wir wollen die jungen Pferde nicht bei Gewitter und Sturm draußen stehen haben." entschuldigte sich Franziska und kassierte eine tadelnden Blick ihrer Mitarbeiterin. "Hör auf dich zu rechtfertigen. Ich weiß, dass ihr nur das Beste für eure Pferde wollt." Draußen sahen sie zwei wie Leon mit Aphedril in die Halle ging. "Viel Spaß mein Schatz." rief er seiner Frau zu und verschwand im Dunkeln.
      Nach dem Spaziergang standen die Boxen von Leveneza, Ases Maskwamozi und Emrys leer. Die drei Jungpferde standen in den Kinderschuhen was ihren Beritt betraf und Franziska hielt es für keine gute Idee die drei gleichzeitig in einer Halle zu haben. Doch wenn Leon da anderer Meinung war, musste sie darauf vertrauen, dass er die Situation unter Kontrolle hatte. Doch auch Sabine wirkte nicht begeistert von dieser Konstellation. Sie brummte leise vor sich hin, ehe sie mit einer Idee aufkam. "Am besten machen wir weiter wie bisher und nehmen und einfach die nächsten zwei Fohlen raus." Sie zuckte mit den Schultern. "Gute Idee." meinte Franziska und stülpte das Halfter, das eben noch an Skittles Kopf saß über Nase und Ohren von Louvré. Sabine nahm sich stattdessen Focus vor. Bei diesem Spaziergang redeten die zwei viel über die Reitponys. Thornheart hatte sich auf dem Gestüt prächtig entwickelt und würde bald für die wichtigen Prüfungen vorbereitet werden. Auch das ein oder andere turnier sollte der kleine Hengst laufen. Anna hatte sichtlich Spaß an ihm und allein durch seinen schönen Körperbau und die Farbe war der Hengst interessant für die Sportponyzucht. "Stell dir vor, wenn Pleasing groß ist. Ein Fohlen von den beiden!" schwärmte Franziska und brachte Sabine damit zum Lachen. "Das kann ich mir noch nicht vorstellen, Liebes." Pleasing war einfach noch zu klein. Doch jeder Genetikliebhaber würde erkennen welch Farbpotential in dieser Anpaarung steckte. "Apropros Ponys… Golden Samurai wurde seit zwei Tagen nicht bewegt und ich glaube heute wird es mal wieder Zeit. Das Wetter ist zwar blöd, aber für einen Ausritt reichts. Solange die anderen die Halle blockieren?" Franziska nickte. "Gute Idee. Dann komme ich mit PFS' Heart of Ocean mit. Die vertragen sich zwar nicht gut, aber wir müssen ja nicht aneinander kleben." Die beiden Frauen machten sich mit diesem Vorsatz auf den Heimweg und putzten im Anschluss die beiden ausgesuchten Hengste. In der Halle bewegten Anna, Leon und Dominik aktuell die übrigen Ponys: Eismärchen, Arcany und Princess Sansa.
      Spät am Abend als die Mitarbeiter das Gestüt schon verlassen hatten sattelten Franziska und Leon abermals Pferde. Die beiden Morgan Stuten Senda Oscura und Estrada Dourada durften die frische Gewitterluft schnuppern. Es hatte sich mächtig abgekühlt und die Thermik hatte jetzt ausgesetzt. Das Gewitter war kurz und heftig. "Wie lange glaubst du halten uns Morgane und Corde de la Cerise noch vor, was sie tragen? Ich möchte meine Devotion haben!" fragte Leon seine Frau auf halber Strecke. Sie zog eine Grimasse. "Wen fragst du da? Ich möchte auch endlich meinen General!" Dass die beiden Stuten zu ihrer Überraschung noch am nächsten Tag mit nur wenigen Stunden Abstand fohlen würden, konnten sie nicht ahnen.


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      18. September 2018 | 9.302 Zeichen von adoptedfox
      von Landsberg Trainingscenter | Springen Stufe E-A

      Erin | Die letzte Woche verging wie im Flug und es war mir unbegreiflich, wie wir das Arbeitspensum bewältigen konnten. Neben den Reitstunden, den gebuchten Trainingsstunden und der Versorgung der Pferde des Gestüts, mussten diese auch bewegt- und organisatorisches erledigt werden. Als könnte Käthe meine Gedanken lesen, murmelte sie leise etwas von “Wenn das vorbei ist brauch ich Urlaub.” als sie ihren Kaffee in eine Thermoskanne füllte und das Haus wieder in Richtung Stall verlies. Zu zweit war das allerdings nicht möglich, zumal das Gelände auch winterfest gemacht werden musste. Ich trank den letzten Schluck meines Kaffees aus und stellte die Tasse in den Geschirrspüler um mich meinen heutigen Aufgaben zu stellen. Nach der Fütterung der Pferde und der täglichen Kontrolle der Weiden, ging ich zu einer der Stuten, die gestern aus Deutschland eingetroffen waren. Ihr Name war Paminta und neben ihrem außergewöhnlichen Aussehen, hatte sie einen eindrucksvollen Charakter. Ja, eindrucksvoll beschrieb es am besten. Die Stute stand in der hintersten Ecke ihrer Box und zog sich die letzten Halme ihrer Heuration, die aus dem Heunetz gefallen waren, aus der Einstreu. Ich begrüßte Paminta und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse führen zu können. “Du bist wohl noch müde, was?” lachte ich, als sie mir brav folgte und mich nicht, wie am Vortag, versuchte zu überholen. Ich band die Stute vor ihrer Gastbox an und begann ihr kurzes Fell gründlich zu striegeln, bevor ich sie nochmals über bürstete und die Hufe auskratzte. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Fellfarbe und der Mähne, die sich auch mit Mähnenspray nicht bändigen ließ, hatte Paminta ein wildes aussehen und ihr Charakter tat sein übriges, das Gesamtbild zu vervollständigen. Ich sattelte die Stute und legte ihr Gamaschen und Streichkappen zum Schutz der Beine an, bevor ich das Halfter öffnete und es auf den Hals zog um sie aufzutrensen. Als auch ich meinen Helm und meine Schutzweste an hatte, löste ich das Halfter und ging mit der Stute über den Hof auf den Springplatz wo ich am Tag zuvor ein paar Kombinationen und Cavalettis vorbereitet hatte. Paminta konnte ihr Springvermögen schon in einigen Turnieren unter Beweis stellen, doch oft kam es vor dass sie falsch absprang oder das Hindernis gar falsch taxierte und verweigerte. Genau daran wollten wir heute arbeiten. Ich stellte die Stute abseits der Hindernisse auf und stellte einen Fuß in den Steigbügel um mich mit Schwung in ihren Sattel zu setzen. Ich sortierte die Zügel in meiner Hand und ritt die Stute im Schritt ein paar Runden warm, bevor wir auch trabten und zwischen den Hindernissen hindurch ritten um sie damit vertraut zu machen, dass es um mehr ging, als unkontrolliert über die bunt gestrichenen Stangen zu springen. Paminta hatte einen wunderbaren Galopp und ich gab ihr etwas mehr Zügel vor damit sie sich ordentlich strecken konnte. Für den Anfang begannen wir mit den Cavalettis und Galoppstangen damit ich sehen konnte wie sie die jeweiligen Hindernisse wahr nahm. Pamintas Ohren waren aufmerksam nach vorn gestellt und ich spürte wie sie sich anspannte, sobald der “Sprung” vor uns lag. Ich nahm die Zügel etwas auf um eine bessere Verbindung zum Pferdemaul zu haben und ging nach ein paar Sprüngen zum warm werden in den Parcours über. Dort hatte ich Kombinationen und Einzelsprünge mit einer Höhe von 80cm bis zu einem Meter vorbereitet. Sollte sich die Stute gut machen, hätten wir auch die Möglichkeit einen Steilsprung mit einzubauen, dessen höchstes Maß bei 1.10m lag, welches dem A* Niveau entsprach. Paminta war sehr aufmerksam bei der Sache und verstand schnell, dass sie nicht einfach über die Hindernisse springen sollte, sondern bestenfalls die Höhe besser selbst einschätzte und die Galoppsprünge reduzierte. Nach einer halben Stunde hätte ich die Zügel los lassen können, so motiviert arbeitete die Stute beinahe von selbst. Ich lobte sie ausgiebig und taxierte den Steilsprung. Ich spürte die Anspannung in der Stute beim Absprung, sah den Sprung unter uns und wie die Stute hinter dem Hindernis landete ohne die oberste Stange auch nur zu berühren. “Klasse! Der Wahnsinn!” lobte ich die Stute laut lachend und als wollte sie einstimmen, buckelte sie ein paar Mal bevor sie sich wieder fing und den Oxer in Angriff nahm mit einem Meter Höhe.
      Nach einer guten Stunde erklärte ich das Training für beendet und hielt die Stute damit ich den Sattelgurt lockern konnte. Sie hatte gut geschwitzt und da das Wetter heute mitspielte wollte ich sie kurz abspritzen bevor ich sie wieder in ihre Box stellte. Da die Weidebelegung ausgelastet war hatten wir 2 der Offenstallboxen umdisponiert um die beiden Pferde aus Deutschland in ihnen unterbringen zu können. Damit sie später nicht fror, legte ich der Stute eine leichte Abschwitzdecke auf und verabschiedete mich für den heutigen Tag von ihr um mich meinem zweiten Schützling zu widmen, Thavila. Die Stute beobachtete mich durch die Gitterstangen der Boxentür und ging von allein ein paar Schritte zurück, als ich die Boxentür öffnen wollte. Frau Ziegler hatte mir erzählt, dass die Stute sich ungern anfassen lies. Sie erzählte mir aber auch, dass sie salzige Leckerchen liebte. Ich hatte von zuhause eine Packung “Pretzels” mitgebracht und öffnete sie um ihr 2-3 Stückchen auf meiner Handfläche anzubieten. Die Stute blähte die Nüstern und reckte ihren Kopf um die salzigen Brezelstückchen mit ihren weichen Lippen von meiner Hand zu nehmen. Als sie sie mit schlagendem Kopf zerkaut hatte, flehmte sie und reckte mir wieder den Kopf entgegen. “Erst tun wir was, dann bekommst du noch mehr.” mahnte ich die Stute lachend und zog ihr das Halfter an um sie in die Stallgasse zu bringen. Ich band sie vor ihrer Gastbox an und putzte sie schnell über, um ihr den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu gestalten. Nachdem Thavila geputzt war legte ich der Stute Gamaschen und Streichkappen an um ihre Beine zu schützen und sattelte sie auf. Beim auftrensen nahm sie ihren Kopf etwas nach unten damit ich besser an sie heran kam, was mir die Arbeit ungemein erleichterte, da ich nicht besonders groß war. Nun, wo Thavila geputzt und gesattelt vor mir stand, zog ich mir meine Schutzweste wieder an und setzte den Helm auf. “Dann legen wir mal los, oder?” fragte ich die Stute motiviert und führte sie über den Hof zum Springplatz. Bereits beim betreten des Platzes spannte sich die Stute merklich an. Kein Wunder. Fremder Reitplatz, fremde Umgebung, Gerüche… und dann auch noch bunte Hindernisse, mit denen die Stute sowieso anfängliche Probleme hatte. Ich sprach beruhigend auf sie ein und stellte sie auf, damit ich die Steigbügel auf meine Länge einstellen konnte und mich in ihren Sattel setzen konnte. Geduldig blieb Thavila stehen und wartete, bis ich meinen Sitz korrigiert und die Zügel in meinen Händen sortiert hatte, bevor sie im Schritt weit um die Hindernisse herum ging. Da sie in Zukunft öfter auf Turnieren vorgestellt werden würde und die Hindernisse meist noch auffälliger waren, als die, die im Training benutzt wurden, verkürzte ich den Abstand zum Parcours und ritt durch ihn hindurch um die Stute aufzuwärmen. Nach und nach wurde die Stute entspannter und roch interessiert an ihnen, als wir für einen Moment anhielten. Ich galoppierte Thavila wieder an und taxierte nun das erste Hindernis, einen Kreuzsprung. Die Ohren der Stute waren nach vorn gerichtet und sie sprang im richtigen Moment ab. Ich klopfte ihr lobend den Hals und ritt dann weitere Sprünge an. Eine Kombination aus einem Kreuzsprung und 2 Ricks, einem Oxer und einem Steilsprung mit einem Meter Höhe. Die Stute machte ihre Sache gut, sprang ein paar Mal zu früh ab, berührte aber nie die Stangen. Da die Stute immer mehr an ihrer Ausdauer scheiterte beendete ich das Training und ritt sie noch eine viertel Stunde lang auf dem Platz trocken, da sie es nicht mochte gewaschen oder gar abgespritzt zu werden. Ich lockerte den Gurt und ritt mit der Stute über den Hof. Vor dem Stall hielt ich sie an, stieg ab und führte sie in ihre Box wo ich ihr den Sattel, die Trense und die Gamaschen abnahm und ihr noch ein paar Brezelstückchen anbot, die sie sich redlich verdient hatte. Gedankenverloren klopfte ich ihr sogar den Hals und die Stute, die anscheinend ebenfalls abwesend war, ließ es zu ohne sich anzuspannen oder die Ohren anzulegen. Zufrieden mit dem heutigen Tag räumte ich die Stallgasse auf und trennte die Schabracken der beiden Pferde von den Sätteln um sie zum trocknen nach draußen in die Sonne zu hängen. Die restliche Woche verbrachte ich damit Paminta und Thavila auf dem Platz zu trainieren und baute den Parcours jeden Tag um, um Abwechslung zu schaffen. Einen Tag vor der Abreise der beiden schaffte ich es sogar mit Thavila einen langen Ausritt in den Wäldern Nottinghams zu unternehmen um an ihrer Ausdauer zu arbeiten, die sie beim Springreiten dringend benötigen würde. Auch wenn beide Pferde eine Nummer für sich waren, würde ich sie vermissen. Man konnte sie nicht mit den Pferden auf dem Gestüt vergleichen und ich war dankbar, dass sie bei den Ziegler’s auf Caenheide ein gutes, fürsorgliches Zuhause gefunden hatten. Paminta hatte ein großes Potenzial für den Springsport und wenn Thavilas Ausdauer sich verbesserte, konnte auch sie einige Platzierungen erreichen.


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      09. Oktober 2018 | von sadasha
      Hibiskus und Thaurissan

      Auf dem Caenheide Gestüt erhielten vor Kurzem gleich zwei neue Pferde Einzug. Die Ponystute Hibiskus kam von einer alten Bekannten und hatte sich schon gut eingelebt. Sie war recht unkompliziert im Umgang, wenngleich sie durchaus verrückte Züge an sich hatte. Sie stand mittlerweile mit Eismärchen, Princess Sansa, Arcany und Pleasing auf einer Weide. Die Ponystuten hatten aktuell Pause und genossen die langen Tage auf der Weide, ehe die Temperaturen wieder so kühl wurden, dass man sie mindestens über Nacht in den warmen, schützenden Stall holen musste. Ebenfalls neu eingezogen war der stattliche Braune Thaurissan. Der Hengst verstand sich nicht ganz so gut mit anderen Pferden, weshalb er noch alleine stand, ehe man ihn mit einem Partner vergesellschaftete. Die Zeit dazu war im Moment einfach nicht da. Das Augenmerk des Ehepaars liegt zur Zeit auf den Pferden Thavila, Paminta, Skittles, Stracciatella, Thornheart und Emrys. Die beiden Ponyhengste PFS' Heart of Ocean und Golden Samurai standen aktuell leider auch viel herum. Um diese leichte Vernachlässigung alsbald zu beenden denken die Zieglers über weiteres Personal nach. Besonders freut es das Team, dass Focus, der erst frisch eingeritten wurde schon auf einem Wettbewerb punkten konnte. Phoebe ist ebenfalls als Newcomer heiß im Rennen und soll demnächst eingeritten werden, damit ihre Karriere starten kann. Leveneza wird im Moment ebenfalls schonend angeritten, ihre Ausbildung wird jedoch mit noch mehr Geduld angegangen, da sie bereits durch ihre Erfolge aus Fohlentagen genug Leistung erbracht hat. Devotionund General haben endlich das Licht der Welt erblickt und ihre Mütter Corde de la cerise und Morgane erholen sich gemeinsam mit ihren Anhängseln auf den Weiden. Damit ist die Fohlensaison 2018 auf dem Gestüt beendet. Pensive Cuddlepot, Louvré und Extra Sugarstehen als Youngstergruppe noch separat von den jungen Mutterstuten. Die beiden Morganhorse Stuten Estrada Dourada und Senda Oscura wurden regelmäßig für ausgiebige Erholungsausritte genutzt und bekam dadurch ausreichend Beschäftigung. Übrig bleiben nur noch die prämierten und gekörten Warmblüter. Vakany, May Bee, Yuno, S'Cada, Fix the Flame, Busted Cherry Cake und Chessqueen wurden in kleinen Gruppen in der Führanlage bewegt und durften dann ihren Alltag auf den Weiden genießen. Die Hengste Ghost Merchant, Deo Volente, Red Diamond, Cadeau, St Pauli, Ostid OC und Sacred Assault wurden einzeln in der Halle trainiert. Im Großen und Ganzen läuft es also ganz rund. Lediglich die Zeit ist knapp und es bedarf einer künftig besseren Organisation um diese Masse an Pferden angemessen zu beschäftigen. Vor allem den Fohlen muss sich wieder mehr gewidmet werden, damit sich ihre Erziehung und Entwicklung nicht zu stark verschlechtert.
    • sadasha
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      06. März 2019 | von sadasha


      Eine entspannte Zeit war es aktuell auf dem Caenheide Gestüt. Die Turniersaison war vorbei und würde erst in ein paar Monaten wieder beginnen, keine Stute war für das kommende Jahr gedeckt und so bestand die tägliche Arbeit darin den Betrieb in Stand zu halten. Ein wenig auf den Kopf stellte uns das ganze nur die Ankunft gleich zwei neuer Schützlinge. Darlington, war eine besondere Trakehner Stute aus Irland, die wir durch Zufall beim Stöbern durch Verkaufsanzeigen gefunden hatten. Jeune Mariée hingegen war Franziskas wahr gewordener Traum eines bunten Trakehnerfohlens. Die beiden Stuten kamen in der gleichen Woche, nur wenige Tage versetzt auf dem Hof an und lebten sich derzeit ein. Die Quarantäne Zeit war bald vorüber und dann würde kein Zaun mehr bei der Kontaktaufnahme mit den Koppelfreunden stören. Franziska verbrachte viel Zeit damit ihr Stutfohlen einfach nur zu beobachten, das Fohlen ABC abzufragen. Immer wieder erinnerte ich sie daran, dass es auch noch andere Pferde auf dem Gestüt gab, die sich über ihre Zuneigung freuen würden. So widmete sie sich auch den anderen Jungpferden. Devotion, General und Pensive Cuddlepot waren bald bereit für die ersten Schritte in Richtung Beritt. Es war erschreckend wie groß die drei nun schon waren. Phoebe gesattelt und beritten zu sehen, brachte uns jedes Mal ins Staunen. Extra Sugar war da noch eine ganze Ecke kleiner, verspielter und unberechenbarer. Die Jüngste auf dem Gestüt, neben Marie. Gedankenversunken stand ich neben May Bee und verlas ihren dichten Schweif. Meine Frau konnte ich durch das offene Stallfenster bespitzeln. Sie lief draußen hin und her um die Koppeln ohne automatische tränken mit Wasser zu versorgen. Als ich meine Stute fertig geputzt und schon aufgesattelt hatte kam Franziska auf die Stallgasse und sah mich mit weitem Blick an. „Was ist los?“, fragte ich, unsicher darüber was sie wohl schockierte. Sie hob eine Hand um mir Einhalt zu gebieten. „Warte einen Moment, ich komme mit S'Cada mit!“ Hektisch wandte sie sich um und entspannte sich just in dem Moment, als sie sah, dass S'Cada mit Abschwitzdecke in ihrer Box stand. Das Putzen würde so ein wenig schneller gehen. Lächelnd beobachtete ich das Prozedere und kraulte May Bee an Hals und Schulter. Irgendwann fand ich genau den Punkt, der die Fuchsstute dazu brauchte sich lang zu strecken, den Kopf zu senken und das Gesicht zu einer lustigen Grimasse zu verziehen. Als sie dann auch noch anfing zu stöhnen lachte ich und hörte kurz auf. Enttäuscht wandte May Bee den Kopf zu mir um. Auch Franziska hielt kurz inne, ging dann jedoch in die Sattelkammer. Keine zehn Minuten später ritten wir uns in der Halle warm. Wir blieben nicht lange hier. Kaum waren die beiden Stuten warm ging es raus ins Gelände. Wir ritten bis hoch zum Wald und suchten die Wege aus, die noch trocken genug waren, damit wir das Tempo ab und an erhöhen konnten. Für S'Cada und May Bee war das am Ende des Ritts eine gelungene Trainingseinheit. Wir bewegten den Rest des Tages noch Vakany und Corde de la cerise. Die übrigen Pferde hatten heute frei und würden morgen bewegt werden. Wir ließen den Abend mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und gingen dann ins Bett.
      Der nächste Morgen begann mit viel Sonne und entsprechend guter Laune. „Hengsttag.“, beschloss Franzi beim Frühstück. „Erst der Senior?“, schlug sie vor und funkelte mich begeistert an. Ich nickte und bereitete mich in Gedanken auf eine Springstunde mit
      Red Diamond vor. Er war der älteste Hengst auf dem Hof und lief keine Wettbewerbe mehr. Ab und an gab es noch Interessenten für einen Natursprung, doch er hatten hier ein weitestgehend ruhiges Leben und durfte bei uns bleiben, bis es irgendwann zu Ende geht. Nach dem Senior schnappten wir uns Cadeau und Ostid OC. Die zwei ritten wir in der Reithalle, wo wir abermals auf unsere Trainer trafen. Deo Volente und Sacred Assault wurden von ihnen gerade gearbeitet. Die Hengste verstanden sich nur minder gut und wir gingen uns so gut es ging aus dem Weg. Alltag im Umgang mit Hengsten, sie mussten trotzdem lernen auch bei Anwesenheit anderer Pferde, egal welchen Geschlechts, bei der Sache zu bleiben und ihren Job zu machen. Auch Focus war davon nicht ausgenommen, wenngleich er noch so jung war, dass wir nicht allzu viel erwarteten. Überraschender Weise arbeiteten heute vor allem diese beiden besonders fleißig mit und ließen sich nicht irritieren. Wir machten nach den eher eintönigen Trainingseinheiten auf Halle und Platz einen gemeinsamen Ausritt mit Thaurissan und Golden Samurai. Zwei Hengste, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir genossen die warme Sonne auf unseren Gesichtern und setzten nicht viel daran die Pferde zum arbeiten zu bekommen. Der leichte Wind machte den fast schon frühlingshaften Tag perfekt. Zumindest solange, bis sich unter die rauschenden Geräusche der Umgebung auch ein klägliches Jammern mischte. „Hörst du das?“, flüsterte Franziska und sah mich mit besorgter Miene an. Wir hielten die Hengste an und versuchten das Klagen zu orten. „Da!“, rief Franziska und deutete auf den Feldgraben. Ein sich bewegendes Bündel lag dort im Dreck. Wir stiegen ab und nahmen die Pferde mit, die uns nur unsicher folgten. Das Bündel war eine Leinentasche. Darin wuselten drei kleine Katzen. „Wer tut so etwas?“, fragte Franziska enttäuscht und nahm die Kätzchen eins nach dem anderen hoch. Sie waren dreckig und verschnupft. „Leg sie zurück in die Tasche, dann können wir sie einfacher transportieren.“, bestimmte ich und Franziska folgte meinem Rat. Wir machten uns sofort auf den Heimweg. Samurai war zum Glück ein wenig entspannter als Thaurissan, was das merkwürdige Bündel betraf. Ruhig ließ er sich führen und schnupperte ab und an an den Kätzchen, wenn sie besonders laut Maunzten. Mein brauner Hengst hingegen spielte sich ab und an so sehr auf, dass ich lieber ein paar Meter hinter meiner Frau ging. Ich konnte es dem Hengst nicht verübeln. Es sah merkwürdig aus, wenn sich die Katzen in dem Beutel hin und her bewegten, das könnte auch ein besonders agiles Alien sein! Zu Hause angekommen legten wir die Katzen in einem Wäschekorb ab und sattelten unsere Pferde ab und brachten sie in ihre Boxen. Erst dann schickte ich Franziska los mit den Katzen zum Tierarzt zu gehen und danach ins Tierheim. Ich kümmerte mich in der Zwischenzeit um Punchdrunk, Emrys und Thornheart. Die drei Reitponyhengste ritt ich nicht, ich steckte sie in die Führanlage und blieb dann mit meiner Frau über das Smartphone in Kontakt. Sie war so aufgeregt, schaltete sofort Anzeigen im Internet ob jemand die Katzen vermisste. Doch es war unter diesen Umständen recht eindeutig, dass die Katzen ungewollt waren. Man hatte sie ausgesetzt. Immer wieder fragte Franziska was für Menschen so eine Tat vollbrachten, wohlwissend, dass die Kätzchen auch hätten sterben könnten. Sie vergoss in der Nacht einige Tränen darüber und dachte sich viel zu sehr in die Materie hinein. Tröstend streichelte ich ihr über den Rücken und sagte gar nichts dazu. Egal was ich gesagt hätte, es wäre nicht richtig gewesen oder hätte die bösen Gedanken nur vertieft. „Ich möchte sie alle behalten, wenn sie überleben.“, beschloss Franzi. Auch das ließ ich unkommentiert. Wir würden noch genug Zeit haben diese Überlegung zu diskutieren, doch jetzt war dafür der falsche Zeitpunkt. Ich kümmerte mich am Tag darum meine Frau mit Arbeit abzulenken. Ich suchte für sie die Ponys aus, mit denen sie arbeiten sollte und ritt selbst ein paar der Großpferde. Am Ende waren Hibiskus, Pleasing und Eismärchen von ihr beschäftigt worden. Ich hingegen hatte mich um Stracciatella, Aphedril und Thavila gekümmert. Die Trainer hatten Arcany am Morgen gearbeitet. Nachmittags hatten sie dann Estrada Dourada und Senda Oscura rausgenommen. Die beiden Morganstuten waren auch für sie eine Herausforderung und Spaß zugleich. Wir hatten ihnen beigebracht wie sie mit ihrer zusätzlichen Gangart zu reiten waren und sie nutzten jede freie Minute um mit ihnen zu üben. Franzi und ich verbrachten den Nachmittag damit uns um die Kätzchen zu kümmern. „Das ist eine prima Vorbereitung auf eigene Kinder.“ Franziska schmunzelte und lächelte mich vielsagend an. „Ich dachte die Pferde sind unsere Kinder, reicht das nicht?“, fragte ich feixend. Ich sah ihr an, dass sie überlegte eine Diskussion zu starten, doch sie ließ es bleiben. Es hätte die Stimmung zu sehr gedrückt und deshalb bin ich ihr dankbar. Sie ließ mir die Zeit, die ich brauchte. Eigene Kinder waren ein großer Schritt, vor Allem wenn man nebenbei einen Betrieb führen musste. Konnten wir das überhaupt stemmen? Zeitlich? Vielleicht irgendwann, doch nicht jetzt, nicht in nächster Zukunft. Wenn mehr Personal da ist, die Einnahmen stabil sind. Kurz: Wenn der Betrieb auf einer stabilen Basis steht.
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    Gnadenweide | Pferdehimmel
    Hochgeladen von:
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    Datum:
    24 Feb. 2019
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  • [​IMG]
    Stute
    25. April 2013
    Rasse Trakehner
    Stockmaß/Endmaß 162cm
    Fellfarbe Bay Tovero
    Geno Ee AA ToTo nW

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    Charaktereigenschaften
    schreckhaft, leise, robust, unabhängig

    Vorgeschichte
    Die hübsche Trakehnerstute wurde in Polen gezogen und als Absetzer nach Deutschland exportiert wo sie ausgebildet und verkaufsfertig gemacht wurde. Die Zieglers erkannten ihr Zuchtpotential und ergatterten sie mit reichlich Glück auf der jüngsten Pferdeauktion.

    Beschreibung
    Thavilas Charakter lässt sich wohl am besten als schreckhaft und intuitiv beschreiben. Möchte sie etwas nicht machen, tut sie es nicht. Es braucht besonders viel Überzeugungskraft um sie durch eine Situation zu bringen, die der Stute wirklich Angst einjagt. Zum Beispiel waschen. Auch verkleidete Menschen findet sie gruselig. Unterm Sattel besteht ihr Hauptprobelm beim Kopfschlagen. Was sie immer dann macht, sobald ihr eine Aufgabe zu viel ist. Ob das Kopfschlagen bei der Stute gesundheitlich bedingt ist wurde bereits im frühen Stadium ihrer Ausbildung negativ geprüft. Überhaupt war die Stute bisher noch nie krank und zeigt sich sehr robust gegen äußerliche Einflüsse. Sie hat aktuell noch etwas wenig Ausdauer und ist deshalb schnell aus der Puste, wenn man sie arbeitet.
    Wenn es draußen kühl oder gar nass wird entwickelt sie sich zu einer absoluten Zicke. Sie setzt dann Alles daran wieder in die gemütliche Box zu kommen und versucht auch gerne mal mit einem kleinen Buckler ihre Überzeugung zu bekräftigen.
    Thavila wird nicht gerne angefasst. Da ist es auch egal in welchem Zusammenhang ob beim Putzen oder bei angeblichen wohlfühl Krauleinheiten - Thavila zeigt sich eher genervt davon und lässt diese Zuneigungen etwas angespannt über sich ergehen.
    Abgesehen von all den negativen Eigenschaften hat Thavila ein exzellentes Exterieur und ein bestechend hübsches Fell. Als Reitpferd wird sie ihren Weg noch gehen und über die kleinen Macken kann man hinweg sehen. Sie zeigt sich talentiert am Sprung und solange sie sich erst an die bunten Hindernisse gewöhnen darf, ist sie höchst motiviert jeden Parcours zu bewältigen. Sehr liebenswürdig ist es, dass sie stets den Kopf senkt wenn sie gezäumt wird und beim Aufsitzen bleibt sie gelassen stehen. Kratzt man ihre Hufe aus, so nutzt sie diese Gelegenheit um ihren Putzservice genauer zu untersuchen und scheut sich dabei nicht an Gürtel, Kapuzen, locker sitzenden Oberteilen oder gar Haaren zu kauen. Auch bei der Boxenreinigung ist sie neugierig und beobachtet jeden Schritt der Menschen, wenngleich sie auf Abstand bleibt.
    Möchte man Thavila einen besonderen Gefallen tun so bringt man ihr salzige Naschereien mit. Die liebt sie.


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    Trainingsplan
    Eingeritten ✔ | Eingefahren x

    Schleifenaufstieg | Trainingsaufstieg | Potential
    Oben = Joelle Qualifikation | Unten = Variationen

    Dressur E A L

    Lektionen der Dressur: E A L LM LP


    Springen E A L M S
    Show Jumping: E A* A** L M* M** S* S** S*** S****

    Military E A L M

    Geländestrecke: CIC/CCI* CIC/CCI** CIC/CCI***


    Distanz E A L
    Distanzritte: EL EVG1 EVG2

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    Offiziell
    516. Springturnier | 374. Militaryturnier | 521. Springturnier | 522. Springturnier | 377. Militaryturnier
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    383. Militaryturnier | 394. Militaryturnier | 541. Springturnier | 543. Springturnier
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    Inoffiziell

    keine


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    Körpunkte
    Abstammung 0
    Schleifen 9
    HS 0 2
    TA 0 2
    Trainer 1
    Zubehör 1 2
    Gesamt 11 16


    Schleife
    SK

    Eingetragene Zucht Caenheide
    Besitzer sadasha (Leon Ziegler)
    VKR/Ersteller Canyon


    Nachkommen
    keine


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    Letzter Tierarztbesuch unbekannt
    Gesamteindruck unbekannt


    Letzte Zahnpflege überfällig
    Letzte Wurmkur überfällig
    Letzte Impfung überfällig


    Letzter Hufschmiedbesuch unbekannt
    Ausgeschnitten/Korrigiert nein


    Beschlag vorne keiner
    Beschlag hinten keiner


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