Gwen

Tawny Bawny

New Forest Pony ♀

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Tawny Bawny
Gwen, 7 Juni 2015
    • Gwen
      Pflegebericht 07.06.2015 - Tawny Bawny sorgt für Stress

      "Tawny HAWK! Tawny HAWK! Tawny HAWK!", riefen Elena und Jojo im Chor, ich konnte es ehrlich gesagt nicht mehr ertragen, weshalb ich mir verzweifelt die Ohren zuhielt und davonlief, direkt in Elisas Arme. "Nicht auch noch du!", stöhnte ich genervt und sank auf den Boden. So schnell konnten einen die besten Freunde fertig machen! Um wen es überhaupt ging? Um das tollste Pony auf der gesamten Welt.
      Das hatte mir übrigens Elisa aufgetrieben in Kooperation mit Elena und heute sollte die Hübsche endlich zu uns kommen. Allerdings hörte die Stute nur auf den Namen Tawny und war auch so eingetragen. In Manitoba gab es jedoch schon eine eingetragene Tawny und da unsere Behörden strenger waren als gedacht, brauchte ich nun einen neuen Namen für meine Stute.
      Umbenennen wollte ich sie nicht, dementsprechend kam nur ein Anhängsel an Tawny in Frage. Während ich zwischen Tawny Bawny und Tawny Bee schwankte (zweiteres verweigerte aber bereits Elisa, weil ihre junge Beverly Bee gerufen wurde), wollten Elena und Jojo die liebe kleine Stute nach irgendeinem dämlichen Sportler benennen. Ich entschied das Ganze ruhen zu lassen und es in einer Nacht und Nebel Aktion durchzuziehen.
      Dementsprechend spontan ließ ich dann auch Tawnys Namen in Tawny Bawny umändern und holte die Stute vom Flughafen ab. Ewige Quarantäne und der Flug hatten die Stute wirklich fertig gemacht, aber trotzdem strahlte sie mich mit ihren riesigen Augen fröhlich an. Lächelnd fiel ich ihr direkt um den Hals, als ob ich sie schon ewig kannte, aber ich konnte einfach nicht anders. Ich liebte die Ponystute jetzt schon.
      Irgendein Idiot hatte übrigens verkündet, dass Tawny heute ankam. Dementsprechend standen auf meinem Hof drei verrückte Weiber mit Kuchen und Luftballons und riefen ein lautes „HERZLICH WILLKOMMEN TAWNY HAWK!“, als ich die Stute aus dem Hänger geführt hatte. Elisa hing sofort am Hals der Ponystute und knutschte diese von oben bis unten ab. „Dass das kein Reitpony ist, weißt du aber schon?“, fragte ich vorsichtig nach.
      Elena hingegen hatte etwas entdeckt und sofort an sich gerissen: Den Pferdepass, der auf dem Beifahrersitz gelegen hatte.
      „Tawny Hawk ♥“
      „oha.“
      „OHA“
      So viel war nur noch zu hören, ehe Elena den Pferdepass Jojo unter die Nase hielt. „SIEHST DU DAS? SIEHST DU WAS SIE GETAN HAT?“, und schon starrten mich beide entsetzt an. Eigentlich wollte ich Elisa verpetzen, dass sie immerhin ihr Okay gegeben hatte, dass ich die Stute Tawny Bawny nennen durfte, aber irgendwie erschien es mir nicht klug, die einzige, die noch auf meiner Seite stand, auch noch gegen mich aufzuhetzen, als schwieg ich und brachte Tawny lieber auf ihre Weide.
      „Wenigstens du hast mich gern“, meinte ich lächelnd und knuddelte die Stute ausgiebig.
    • Samarti
      Pflegebericht 24.07.2015 - Cloud Nine im Springtraining (oder auch: definitiv viel höher als Wolke vier!)

      „Lass uns die Wolke vier bitte nie mehr verlassen, weil wir auf Wolke sieben viel zu viel verpassen“, sang ich leise vor mich hin und kickte den Kieselstein (nein, nicht Pebbles) vor meinen Füßen her, während ich mich auf dem Weg zum Hengststall befand. Eigentlich wollte ich meinem Liebling Levi mal wieder ein wenig Aufmerksamkeit zukommen lassen, aber das altbekannte Blondchen mit dem fröhlich-frechen Grinsen auf dem Gesicht durchkreuzte meine Pläne.
      „Ich war da schon einmal, bin zu tief gefall'n; lieber Wolke vier mit dir, als unten wieder ganz allein!“
      „Elisa.“
      Einfach weitersingen, Elisa. Einfach weitersingen.
      „Elisaahaa.“
      Sie wird schon irgendwann wieder verschwinden.
      „Eliiischen.“
      „Ich war da schon einmal, bin zu tief gefall'n; lieber Wolke vier mit dir als unten wieder ganz allein!“
      „Eliihiiihiiisaaaahaaa.“
      „Hab' nicht geseh'n, was da vielleicht noch kommt, was am Ende dann mein Leben und mein kleines Herz zerbombt.“
      „Du hast ein Herz?“, funkte Jojo dazwischen, verschwand aber dann schnell wieder um die nächste Ecke. Irgendwie war Jojo diese Art von Person, die immer da war, aber genauso schnell, wie sie gekommen war, auch wieder verschwand. Ich hatte mich schon mehr als nur ein einziges Mal gefragt, wo sie denn den ganzen Tag steckte, aber wahrscheinlich betüddelte sie einfach nur den lieben, langen Tag ihren Liebling Pacco. (Oder Pax. Aber ich würde niemals aufgeben, Pacco klang einfach so viel besser als Pax!)
      Seufzend ergab ich mich und machte Halt, um mich dann zu Elena umzudrehen. „Was ist?“
      „Ich hab ja verstanden, dass dir Wolke vier lieber ist als Wolke sieben, aber hast du nicht Lust auf Wolke neun?“ Zaghaft sprach sie die letzten Worte aus, fast, als würde sie bereits wissen, was sie für eine Reaktion erwarten würde.
      „Du weißt, dass ich noch viel zu viel zu tun habe“, grummelte ich, nahm dann den Kieselstein (diesmal war es tatsächlich Pebbles) auf den Arm und strich ihm über sein graues Köpfchen. Schnurrend schmiegte sich der Kater gegen meine Brust, wandte sich aber dann bald in meinen Armen, als ich ihn unter dem Bauch kitzelte.
      „Du. Training. Wölkchen. Jetzt. Springen. M. Hopp hopp!“, wies Elena an, doch ich stand nur vor ihr, starrte sie mit geöffnetem Mund an und schüttelte dann wie in Trance den Kopf.
      „Elena, ich bin nicht dein Skla-“ „Sonst gibt es Cressi-Verbot.“
      Zugegeben, ich musste schlucken. Laut. Zu laut, als dass es noch irgendwie dramatisch hätte aussehen können, wahrscheinlich sah ich gerade aus wie irgendein Vollidiot, der gerne Schauspieler wäre. (Innerlich hörte ich schon Jojo sagen: „Das tust du immer.“)
      Dann drückte ich Eli Pebbles in den Arm; wie auch bei mir kuschelte er sich erst an Elena und umklammerte dann aber ihre Hände, haute seine Krallen rein und versuchte, in ihren Daumen zu beißen. An ihrem Gesichtsausdruck sah man ihr aber an, dass sie es viel zu süß fand und die Schmerzen gar nicht weiter interessant waren.
      Katzen – nicht nur die Ägypter hatten sie verehrt.
      Jetzt grübelte ich aber, ob Elena als Kleopatra durchgehen könnte. Mit schwarzen Haaren, der richtigen Schminke und-
      „Du hast ein Pferd zu trainieren, starr mich nicht so an, als wäre ich irgendeine Königin.“
      … Konnte sie Gedanken lesen?
      „LOS JETZT!“
      „JA VERDAMMT, LASS MIR DOCH ZEIT, ALTER!“
      „NEIN, ALTER! TRAINIER JETZT MEIN PFERD!“
      „WIESO MACHT MATTHEW DAS NICHT?!“
      „Der Arme soll sich nicht so überanstrengen, der hat mit dir genug zu tun.“ Fast schon mütterlich verteidigte sie Matthew und drückte dann ihr Gesicht an Pebbles – nur diese Bewegung brachte ihr aber nichts Anderes als Kratzspuren unter dem Auge, auf der Höhe des Wangenknochens und über der Augenbraue ein. „Böser Pebby!“, mahnte sie Pebbles spielerisch mit ihrer „Kätzchenstimme“ (oder auch einfach: Babybstimme) und wedelte mit dem Zeigefinger vor seinem Gesicht herum, was meinen Kater aber nur dazu brachte, auch diesen noch fangen zu wollen.
      „Das ist eine Katze, kein Kind.“
      „Lass mich in Ruhe und mach deinen gottverdammten Job. JETZT!
      „HALLO ELENA!“, ertönte es dann plötzlich hinter mir und verwundert drehte ich mich um. Wieso zur Hölle schrie Gwen übers ganze Gestüt?
      Dann merkte ich, dass sie mich damit rettete.
      Wahrscheinlich wollte sie das nicht einmal.
      Aber sie tat es.
      Also warf ich ihr ein dankbares Lächeln zu, griff nach Pebbles (den Elena nur losließ, weil sie gerade irritiert Gwen betrachtete), rannte einfach weg und setzte den Kater dann auf einem Strohballen ab. Anscheinend war es jetzt üblich bei uns, dass immer ein Strohballen in der Stallgasse herumlag. Aber gut, so kamen wir um eine andere Sitzgelegenheit drum herum.
      Während Gwen und Jojo, die übrigens auf Tawny Bawny und Parvati saßen, nun Elena belagerten und sie dazu überreden wollten, mit ihr auszureiten, war ich schnell in den rettenden Stall verschwunden. Aber der war dann auch nicht mehr so rettend, als Elena zielstrebig den Stutenstall betrat, sich das Halfter von Star's Diamond schnappte und mir ein „Wir gehen ausreiten, viel Spaß beim Training!“ zurief.
      Wenigstens war ich die Gefahr so los.

      Gerade, als ich Cloud Nine aus dem Stall führte und auf dem Weg zum Springplatz war, konnte ich noch die Rückseiten der drei Ponystuten mitsamt Reitern erkennen, die sich langsam, aber sicher in Richtung des Waldes bewegten. Das bedeutete für mich, dass sie eine ganze Weile unterwegs sein würden – vorausgesetzt, es kam nichts dazwischen. Und bei den drei gelassenen Damen (ich sprach von den Vierbeinern!) war es sehr wahrscheinlich, dass ich meine Ruhe haben würde. Allerdings brachten die drei Reiterinnen mich zum Zweifeln.

      „Ach, Neun“, murmelte ich dann Nino zu und öffnete das Tor des Platzes, damit wir eintreten konnten, „ich wäre eigentlich viel lieber auf Wolke vier geblieben, aber Elena wollte mich mal wieder höher schicken.“ Haha, Elisa. Guter Witz! Innerlich klopfte ich mir dafür gerade lobend auf die Schulter.
      Es reichte aber nicht, dass man auf Cloud Nine schon mehr als hoch saß; nein, für ihn sollte es auch hoch hinaus. Ich wünschte nur, ich hätte keine Höhenangst gehabt, dann würde sie das als viel einfacher herausstellen. Tat es aber nicht.
      Der schicke Hannoveraner brauchte wohl an sich kaum Training. Trotzdem wurde ich von Elena dazu verdonnert, die nächsten Wochen mit ihm zu arbeiten. Halt solange, bis er auf M-Niveau lief – und dann noch weiter. („Immer weiter, damit er auch bloß nichts verlernt!“)
      Die Hindernisse machten einen ganz schönen Sprung. Knappe zwanzig Zentimeter würde er jetzt höher springen müssen – und auch zwanzig Zentimeter weiter. Dennoch hatte Nino Spaß am Springen und machte das mehr als deutlich, wenn er wieder mit gespitzten Ohren auf den Sprung zulief und teilweise wieder etwas zu schnell galoppierte, als dass er sich versammelt dem Hindernis näherte. Wie auch immer, wir tasteten uns langsam heran und ließen uns die Zeit, die Nino dann auch wirklich brauchte. Es brachte nichts, ihn zu überfordern, auch wenn das bei seinem Arbeitseifer viel zu einfach gewesen wäre.
      Doch nicht nur seine Größe, auch seine Stärke, die in ihm steckte, vereinfachten es Wölkchen dann auch, die geforderte Höhe und Weite zu springen.

      „Elena, Nino ist jetzt M**-fertig. Bitteschön. Du kannst ihn wieder mitnehmen.“ – „Nein, nein. Der bleibt hier. Ich sagte doch, immer weiter! Immer schön weiter, du kannst das so gut, Kindchen!“ Mütterlich (irgendwie war sie inzwischen ständig so, sie hatte ja auch schon Colin bemuttert) tätschelte sie meinen Kopf, wenn auch etwas unbeholfen, was mich nur zum empörten Schnauben brachte.
      Jetzt konnten mich nur noch Mandelwölkchen retten.
    • Gwen
      Pflegebericht 20.08.2015 - My little Tawny

      „Nein“ – „Doch!“ – „Verdammt nein“ – „Doch!“ – „Jojo. Es ist sowieso schon so eingetragen und nichts in der Welt wird mich dazu veranlassen es zu ändern!“, und genau mit dem Satz hatte ich den Salat. Denn am nächsten Tag stand Jojo früh um sechs vor meinem Haus. Mit einem Pappschild in der Hand und rief „Tawny Hawk! Tawny Hawk!“ und auf dem Schild stand „Für einen artgerechten Namen! Gegen Tierquälerei!“
      Leicht entnervt suchte ich irgendwas zum Werfen und fand dann auch meine halbleere Colaflasche, welche ich Jojo eiskalt gegen den Kopf warf. Die quittierte das mit einem lautstarken „Au!“ und machte trotzdem weiter. Zum Glück besaß ich Ohropax und konnte so erfolgreich bis um acht durchschlafen.
      Als ich dann aber frisch geduscht und motiviert das Haus verließ, war es zu spät zum Flüchten. Vor mir standen Jojo, Elena und Elisa. Die waren sich ja eh schon immer einig gewesen, was den Namen betraf. Irgendwas hatte aber Elena falsch verstanden, denn sie trällerte fröhlich ein „My little taaaawny, my little tawny“ und bekam dabei fast eine Ohrfeige von Jojo, aber eben nur fast, war halt Elena, an die legte keiner so schnell Hand an.
      Ehrlich gesagt war ich etwas ahnungslos, was ich machen sollte. Dementsprechend entschied ich mich einfach dazu, mir das eigentliche Opfer dieses Aufstandes aus der Box zu holen, zu putzen und zu satteln. „Sie heißt: T.A.W.N.Y.B.A.W.N.Y.“, buchstabierte ich es den Rebellen noch, ehe ich ihnen davonritt. Ich erahnte bereits, dass das nicht lange währen würde, aber die Zeit, in der ich meine Ruhe hatte, ja die wollte ich gerne genießen.
      Sie beschränkte sich leider nur auf zehn Minuten und dann kamen die drei anderen auch schon wie bei Bibi und Tina im Galopp angebraust. Da Elena heute in SingSang-Stimmung war, sang sie auch ein „Das sind Jojo, Elena und Elisa! Auf Tavasz, Lilly und Flea. Sie reiten geschwind! Sie jagen den Wind! Weil sie Freunde sind! Weil sie Freunde sind!“ – davon abgesehen, dass die Reihenfolgen Käse waren und die Melodie leider anfangs so gar nicht passte, machte Elena ihren Job doch besser als gedacht. Zumindest legte Tawny nur die Ohren an und flüchtete nicht direkt.
      Was an sich übrigens doof war, denn so war ich zwei Sekunden später von einer Staubwolke und drei Id- tollen Menschen eingekreist und konnte gar nicht mehr entkommen. Doof gelaufen. „Na und wer feiert jetzt, hm?“, meinte Elisa lachend und merkte erst zu spät, dass der Spruch nicht so kam, wie sie wollte. „Doof gelaufen“, wiederholte ich dieses Mal laut und quetschte mich mit Tawny durch Cressi und Flea. „Frag dich lieber mal, warum Cressi immer noch nicht dir gehört“, meinte ich grinsend und entfachte so eine neue Episode der Cressi-Diskussion („Auf TSA wäre er wenigstens unter Artgenossen!“ – „Bei mir hat er auch Weidepartner!“ – „Jaaah, aber keine DRPS!“)
      Eigentlich hätte ich das zum Flüchten nutzen sollen, aber so eine Diskussion war immer wieder zu interessant und der Ausritt danach war auch nicht ganz so schlecht. „Wann will Zai endlich mal hierher ziehen?“, fragte ich nach und Elena schüttelte den Kopf, „Bin mir nicht sicher, ob sie das jemals schafft“.
      Durch ein Absurdum kamen wir wieder mal auf Filme zu sprechen und kurzerhand waren Elena und Elisa für einen neuen Horrorfilm. Ich bekam derweil schon nur bei dem Wort am helllichten Tag Gänsehaut und weigerte mich. „Ich schau mit euch erst wieder einen Horrorfilm, wenn Cressi Elisa gehört“ und damit war hoffentlich geklärt, dass das nie und niemals passieren würde.
    • Elii
      Pflegebericht 16.09.2015 - Datesaster

      Gwen und ich saßen zusammen auf dem Sofa, während wir verängstigt Blick austauschten, weil wir nicht wussten, was auf uns zukommen würde. Elisa ließ sich mit einem Froop (der ausgesprochen lecker aussah) zwischen uns fallen und riss genervt den Deckel ab. „Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr überhaupt nicht interessiert hat, dass ich bald einen neuen Hengst hab?! Ich weiß gar nicht, warum der so ausrastet!“, zetterte sie und steckte den Löffel in den Joghurt. Netterweise hatte ich das Fruchtzeug schon runtergegessen, sie mochte es ja sowieso nicht. Das auch die hälfte des Joghurts fehlte, bemerkte sie zum Glück nicht, sonst wäre meine Hand wohl nicht mehr an Ort und Stelle. „Ich meine, ich kann mit meinem Geld doch machen was ich will. Und wenn ich noch ein Reitpony haben will, dann kauf ich noch eins. Ich hab sowieso viel zu wenig Hengste, die Stuten überrennen die doch“
      Gwen und ich nickten im Takt und versuchten erst gar nicht reinzureden. Dem Monopoly Mann fiel man nicht ins Wort, der wusste was zu tun war. Und der Monopoly Mann die Form von einer wütenden Elisa annahm, sollte man das sowieso nicht. Wir hörten uns geduldig Elisas Gezeter an, nickten dabei brav und brachten ab und zu ein ‚Du hast Recht‘ in die Konversation, sie sollte ja keinen Monolog führen müssen. Dafür hätten wir uns eigentlich einen Tee und Kuchen verdient, aber Elisa war schon wieder dabei sich umzuziehen, damit sie aufs Pferd konnte. „Begleitet ihr mich.. Oder nicht?“, fragte sie mit einem drohenden Unterton, dem ich mich mutig entgegen stellte. „Ich muss noch fürs die Dressur am Samstag üben, mit Furmint bin ich viel zu lang keine Lektionen mehr geritten und das muss jetzt dringend nachgeholt werden!“ Bestimmt wedelte ich mit dem Zeigefinger vor ihrer Nase rum und setzte mich dann ins Auto. „Aber Gwen hat das schon vorhin gemacht, die hat bestimmt Zeit.“
      Während ich losfuhr, sah ich noch einmal in den Rückspiegel und sah eine genervte Gwen, die allerdings wie angeheißen auf Tawny Bawny stieg und mit Elisa und Très Jolie vom Hof ritt. Vermutlich würde sie es mir früher oder später heimzahlen, aber das war es mir Wert. Schließlich war das keine einfache Ausrede, ich musste wirklich trainieren! Zwar nicht so sehr wie ich es dargestellt hatte, Furmint war ein Profi, aber ich wollte die Prüfung doch das ein oder andere Mal durchgehen, bevor wir starteten.
      Bevor es losging musste ich allerdings noch etwas Essen, der Froop hatte meinen Hunger entfacht und ich hatte immer noch vom leckeren Creme Caramell im Kühlschrank. Nach meinem Snack stiefelte ich in den Stall und legte Furmints Ausrüstung zurecht, bevor ich die Stute von der Koppel holte. Geputzt war sie in nullkommanichts und schon bald konnten wir nach unserer Schrittrunde im Gelände auf den Platz. Ich zog meine Jacke bis oben hin zu, man merkte den Herbst immer mehr und der leichte Regen, der gerade auf kam, machte es nicht besser. Egal, einmal angefangen, wollte ich nicht auch noch in die Halle wechseln. Das Aufwärmen hatten wir schnell hinter uns und wir konnten die ersten Lektionen erreiten. Fliegende Galoppwechsel waren das kleinste Problem, nur bei den Einerwechseln war die Stute etwas eingerostet. Bei den Trabverstärkungen musste ich anfangs etwas mehr nachtreiben, damit sie in das richtige Tempo kam. Eine halbe Stunde später tragen eine bockende Gwen und eine finster drein blickende Elisa ein. Anscheinend hatte sich Gwen ihren Kommentar über Elisas Kaufverhalten nicht mehr verkneifen können und dafür mehr als nur ein bisschen angeschnauzt wurde. Wer konnte es ihr verdenken. Sie nahmen mich noch ein kleines Stück mit, bevor sie den Heimweg antraten (ohne sich gegenseitig Tschüss zu sagen!) und auch ich meine Runde beendete.
      Keine fünf Minuten später erreichte mich eine Hass-SMS.
      ‚Wehe du lässt mich noch einmal mit den DRP Messi allein.‘ Sorry, Gwen. Der nächste Tequila geht auf mich.
    • Sevannie
      Tierarztbesuch 30.09.2015 - Tierklinik Briar Cliff

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      Heute war schon ein ziemlich langer Tag gewesen und zum Glück war Tyler mit dabei damit wir uns beim fahren abwechseln konnten. Denn nun musste ich zu einem Tierarztauftrag von Gwendoly Campbell. Sie war des öfteren schon bei mir als Trainerin zu Besuch und kannte auch meinen kleinen Accento sehr gut. Nun wollte ich mal fünf ihrer Pferde kennen lernen, auf die ich schon sehr gespannt war. Ich wusste im großen und ganzen das sie New Forest Pony's züchtete oder es vorhat. Ob die Zucht schon ganz lief, das wusste ich jetzt jedoch nicht. Tyler war gerade am Fahren doch wir hatten schon gute 25 Stunden hinter uns und das Navigationssystem sagte uns das wir in zehn Minuten da sein würden. Ich war gespannt auf die neuen Patienten, Tyler durfte dann brav als Helferlein assestieren. Wir fuhre durch etwas Wald, kamen an einem See vorbei ehe wir inmitten von einem Wald hielten und neben uns und auch vor uns sich Gebäude türmten. Schöne Gebäude die noch aussahen als würden sie jeden Tag gepflegt. Man erblickte weiße Weidenzäune, also hier mussten wir richtig sein! Gespannt darauf wie Gwen es sich heir so zurecht gemacht hatte, parkte Tyler rasch und ich stieg aus. Ich suchte im Kofferraum meine sieben Sachen zusammen, die ich für heute brauchte, ehe ich dann mit Tyler zusammen zum Haupthaus ging. Dort klingelten wir und kurz darauf kam schon ein lautes; ,, Ich komme!'' - aus dem Haus. Das war Gwendolyn's Stimme gewesen! Sie öffnete die Tür und bat uns rein, meinte wir bräuchten sicherlich erst einmal etwas zu Essen bevor es an die Arbeit ging. Da Tyler und ich keine Pausen gemacht hatten, was das alles auch ganz gut so. Gwen wusste ja wie lange die Fahrt war, sie war ja schon öfters zu mir herunter gefahren.
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      Nachdem wir uns gestärkt und natürlich auch bedankt hatten, führte uns Gwen zu ihren Lieblingen. Genau fünf Pferde im Stall, der Rest war sicherlich noch auf der Weide. ,,Wir fangen mit Tawny Bawny an.'',erklärte sie schmunzelnd und ich nickte, wir folgten ihr und kamen bei einer prächtigen, jungen, palominofarbenen Stute an. Gwen brachte sie aus der Box heraus und band sie vor dieser an. Ich machte natürlich gleich Bekanntschaft mit der Stute und begann sie zu streicheln. Sie schnupperte mich derweil ab. Sie war recht knuffig mit ihrer lieben Art, doch ich musste mich an die Arbeit ran halten. So begann ich die Stute abzutasten, während Tyler sich mit ihr beschäftigte und sie kennen lernte. Beim Abtasten war nicht Auffälliges festzustellen, danach schaute ich mir die Augen nochmal an, diese tränten nicht und waren auch nicht verklebt oder trübe. Das Zahnfleisch und die Zähne waren auch in Ordnung. Bis hierhin war die Stute also kerngesund, denn sie machte auch insgesamt einen guten Eindruck. Somit ging es dann an das Abhören. Ich nahm mir mein Stethoskop zur Hand und sah kurz zu Tyler, welcher gerade von der Stute neugierig gefilzt wurde auf Leckerli's. Zum Glück hatte ich die ganzen Möhren und war trotzdem nicht so interessant wie Tyler. Ich begann die Stute abzuhören und das Ergebnis war mehr als zu zufriedenstellend. Ihre Werte lagen im Durchschnittsbereich, also war auch das Herz sowie die Lunge in bester Ordnung. ,,So Tyler ich möchte gerne noch die Körpertemperatur messen und wenn dann auch noch alles gut ist, dann können wir sie impfen und ihr die Wurmkur verabreichen.'',erklärte ich schmunzelnd. Gwen war mittlerweile wieder weg, immerhin hatte ich Tyler und sie konnte ja wichtigeres erledigen. Tyler blieb weiterhin bei der Stute am Kopf stehen, lenkte sie ab, während ich mir dann das Thermometer schnappte und zur Hinterhand lief. Ich stellte mich neben diese und hob die Schweifrübe an, ehe ich anfing zu Messen. Kurz zuckte die Stute, doch blieb sonst toten brav stehen und machte keinen Mucks. Sie kannte das ganze also schon. Als das Piepen ertönte lobte sie Tyler und ich schob ihr eine Möhre zu. ,,37,8°C wir können also Impfen und Entwurmen ohne Bedenken.'',erklärte ich dann und gab Tyler das Thermometer zum Desinfizieren. Ich blickte die Stute an, welche noch schnell ein zwei Streicheleinheiten bekam, weil sie einfach so süß war, ehe ich dann den Impf-Cocktail in die Spritze aufzog und mit einen Tupfer schnappte, welchen ich in Desinfektionsmittel tränkte. Mit dem Tupfer desinfizierte ich die Stelle, wo ich gleich einstechen würde mit der Spritze. Nachdem das getan war nahm ich mir einen trockenen Tupfer und injizierte die Spritze. Auch hier zuckte die Stute kurz und gab ein leises Quieken von sich, doch blieb dann ruhig stehen. Sanft lobte ich sie und drückte den Tupfer auf die Einstichstelle, ehe ich die Spritze, die Tupfer und den ganzen Verpackungsmüll in den Mülleimer brachte. Tyler hatte die Wurmkurpaste schon bereit gemacht, so brauchte ich sie der Stute nur noch in das Maul zu spritzen und Tyler hielt kurze Zeit den Kopf etwas weiter oben, damit sie es nicht gleich wieder ausspucken konnte. Sanft lobte ich sie, gab ihr noch eine Möhre und wir ließen sie wieder in ihre Box zurück. Gwen hatte etwas Futter schon in den Trog getan damit die Wurmkur auch besser runter ging. ,,So número uno ist erledigt.'',murmelte ich lächelnd und packte meinen Kram zusammen, ehe wir zur nächsten Box schlenderten.
      Als nächstes ging es zu der Stute Ameya. Ebenfalls eine New-Forest-Pony Stute und auch wunderschön. Ihre hohen Beinabzeichen zusammen mit dem am Kopf sahen auf dem Kohlfuchs-Mantel richtig schick aus. So was gefiel mir ja sowieso - nur irgendwie hatte ich keinen Hannoveraner der diese schönen Farben trug. Ja Gwen konnte sich glücklich schätzen. Tyler holte die Stute aus der Box, war dabei natürlich wie immer total vorsichtig. Er band die Stute an und ich ließ mich wieder ab schnuppern. Im Prinzip wiederholte ich meine Aufgaben von vorhin einfach nur noch viermal und dann war ich fertig, jedoch war natürlich auch der Charakter der Pferde entscheidend. Gwen hatte mir jedoch versichert das eigentlich nur Avenger Probleme machen würde, da er aus einer schlechten Haltung stammt. Natürlich kam es aber auch drauf an wie man sich dem Pferd präsentierte. - Bestimmt aber nicht grob. Eher bestimmt und liebevoll war mein Motto. Ich wollte ihnen ja nicht Schaden sondern nur Vorsorgen damit es nicht zu schlimmeren kommt, zumindest bei den Pferden die ich durch checkte, so wie Ameya gerade. Ich tastete die Stute ab und auch hier war nichts Schlimmes festzustellen. Sie hob brav die Beinchen als sie es sollte und zeigte keinerlei Schmerzreaktion, weder am Rücken, den Beinen oder an Brust oder Bauch. Nirgends. Sie stand brav da und schaute mich immer wieder an als würde sie fragen wollen was ich da täte. Nachdem ich Tyler einen Moment von ihr wegbekam, schaute ich mir ihre Augen an und das Maul. Auch hier war alles okay und nichts verklebt oder derartiges. Sanft lobte ich sie und blickte die Stute an. Als sie wieder von Tyler betüddelt wurde, begann ich dann auch schon sie abzuhören. Kurz erschrak sie beim kalten Metall auf ihrem Fell, doch dann war es auch wieder gut. Ihr Puls lag bei 36 Schlägen pro Minute, alles noch im Normbereich und ihre Atemfrequenz lag bei 10 Atemzügen pro Minute. Und das war auch noch im Durchschnittsbereich. Sanft lobte ich sie erneut und steckte ihr ein Möhrchen zu, ehe ich mir das Thermometer nahm und nach hinten zur Hinterhand lief. Ich stellte mich wieder direkt neben das Bein, damit im Falle eines Falles nicht allzu viel passieren konnte. Immerhin konnte ich zur Not noch weg springen. Ich fuhr mit der Hand sanft über die Kruppe, ehe ich die Schweifrübe anhob. Auch diese Stute zuckte kurz beim Messen, doch war dann auch wieder brav. Nachdem das Piepsen wieder ertönte und ich die 38,1°C lesen konnte, schmunzelte ich. ,,So dann wäre sie auch kerngesund also nur noch impfen und die Wurmkur.'',erklärte ich und Tyler nickte. Ich bereitete die Spritze vor und Tyler desinfizierte schon die Stelle. Ich brauchte also nur noch die Spritze, oder eher den Inhalt davon, zu injizieren und den Tupfer drauf drücken. Wieder brachte ich den Müll weg, ehe ich dann die Wurmkurpaste nahm und sie wieder in das Maul der Stute drückte. Sie zog den Kopf mehrere male zurück, doch irgendwann ließ sie es über sich ergehen. Sanft lobte ich sie und warf die Möhre noch in den Trog, ehe wir sie wieder in die Box stellten und uns zum dritten Patienten machten.
      Nun war Minou an der Reihe, die letzte Stute für heute, denn danach kamen nur noch zwei Hensgte. Also liefen wir mit unserem Gepäck zu der Box der braunen Stute und legten ihr das Halfter an. Ich führte sie aus der Box hinaus und vor dieser wurde sie angebunden. ,,So du süße Maus.'',schmunzelte ich und ließ mich einmal von ihr abgeschnuppern, ehe ich dann begann sie abzutasteten. Auch bei ihr waren, wie erwartet, keine Auffälligkeiten und so ging es wieder an den Kopf. Ich sah mir die Augen an, welche bestens ausschauten - mit einem treuen Blick inbegriffen, und dann das Maul, hier schaute ich mir das Zahnfleisch an sowie die Zähne. Auch hier war alles in bester Ordnung, die Zähne waren nriegnds zu spitz und laut ihrem Zustand sah sie mir auch nicht abgemagert aus - im Gegenteil wie die anderen Pferde schien sie gut im Futter - wie es eben sein soll. Nach den Äußerlichkeiten ging es dann an das Abhöhören. Sie scheute nicht vor dem Stethoskop, also war dies auch schnell erledigt. Ihr Puls lag bei 32 Schlägen pro Minute und ihre Atemfrequenz bei 10 Atemzügen pro Minute. Sanft lobte ich sie und Tyler gab mir das Thermometer, sie schien Tyler's Anwesenheit sichtlich zu genießen, denn dieser kuschelte die ganze Zeit mit ihr, während ich sie durchcheckte. Ich lief zur Hinterhand, stellte mich neben diese und begann zu Messen, auch hier machte die Stuten keine Anstalten außer die Ohren etwas anzulegen und krimmig zu gucken. Nachdem das Piepen ertönte desinfizierte ich das Thermometer wieder. Auch die Körpertemperatur lag im Durschnittsbereich und somit war die Stute auch kerngesund. Das Impfen ging schnell von statten, erst die Stelle etwas desinfizieren, die Spritze injizieren und den trockenen Tupfer wieder drauf drücken. Sie wechselte von einem Vorderhuf zum anderen, doch sonst blieb sie ganz brav. Sanft lobte ich sie und steckte ihr noche in Möhrchen zu, ehe ich ihr die Wurmkurpaste in das Maul drückte. Kurz schmatzte sie, ehe wir den Kopf etwas hochhielten damit sie es nicht ausspucken konnte. Nach einer kleinen Weile durfte auch sie in die Box, wo sie reichlich Wasser schlürfte und dann auch etwas fraß. ,,So dritter Patient erledigt.'',murmelte ich schmunzelnd und wir begaben und zu dem vierten Paienten.
      Nun war Moon's Wishing Well dran. Über diesen Hengst hatte ich schon viel gehört, auch war er der Nachkomme von meinem geliebten Moonlight Shadow. Ein pferd welches ich mal besessen hatte und heute immer noch gerne besuche. Ich hatte noch nicht mit vielen Nachkommen von ihm zu tun, aber heute mal wieder! Daher freute ich mich auf den Falbhengst, der nun an der Boxentür stande mit freundlichem Blicke und gespitzten Ohren. ,,Na du.'',schmunzelte ich und Tyler holte ihn aus der Box heraus und band ihn an. Ich streichelte ihn kurz den Nasenrücken entlang, ehe ich mir zeurst die Augen und das Maul ansah. Der Hengst schien ebenfalls gut im Futter zu stehen und auch seine Zähne sahen klasse aus. Somit war die Kopfpartie schnell abgehakt und ich machte mich an das Abtasten, ehe Tyler seiner Verpflichtung zum Kuscheln nachging. Wish gefiel das ganze anscheinend und so genoss er die Tierarztuntersuchung anscheinend sehr. Nachdem Abtasten folgte wieder das Abhören, auch hier lagen die Werte im Druchschnitssbereich also bekam der Hengst kurzerhand als kleines Lob eine Möhre. Nun schien mir Wish etwas aufgedreht. Er bettelte mich an und Tyler ebenfalls. ,,Alles gut du bekommst noch eines wenn du dich gut anstellst.'',murmelte ich und wurde wieder von ihm angestupst. Der Falbhengst ließ einfach nicht locker, doch ich war genauso stur. So nahm ich mir das Thermometer und ging zur Hinterhand, Wish' Blick folgte mir förmlich, bis er dann den Kopf zu mir drehte. Ich hob den Schweifansatz an und sofort zog er den Kopf wieder gerade und sah zu Tyler. Ich maß die Körpertemperatur, was schnell von statten ging. Der Hengst schien mir die Ruhe im Pferd persönlich zu sein, was ich natürlich klasse fand. So blickte ich auf das Thermometer das mir einen Wert von 38,2°C anzeigte. So war auch sein Wert noch im Durchschnitt. Sanft lobte ich ihn und gab ihm noch ein Möhrchen, ehe ich die Spritze vorbereitete und Tyler die Tupfer. Er desinfizierte die Stelle und dann injizierte ich die Spritze. Kurz zuckte der Kopf von dem Hengst, doch mehr passierte nun auch nicht. Sanft lobte ich ihn und zog die Spritze aus dem Hals, ehe Tyler den trockenen Tupfer dran drückte. ,,So ist's brav.'',lächelte ich und wieder stupste er mich sachte mit seinen Nüstern an. ,,Nein, du bekommst gleich die Paste und dann hast du was in deinem Trog, damit musst du dich nun leider zufrieden geben!'',murmelte ich schmunzelnd und drückte ihm anschließend die Paste in das Maul. Tyler legte den trockenen Tupfer weg und hielt anschließend den Kopf des Hengstes empor, danach durfte er auch wieder in seine Box. Der Connemarahengst machte sich dann auch schon über sein Futter her. ,,Auf, auf zum letzten Patienten!'',rief ich begeister und lächelte, ehe wir den Müll wegbrachten und dann mit der Tasche zu der letzten Box liefen.
      Der nächste Patient sollte etwas schweiriger sein, sagte mir Gwendolyn aber sie war nun auch wieder dabei und so fand ich mich auf der sicheren Seite. Sie holte den Hengst namens Avenger aus der Box und band ihn an. Avenger war ein fuchsiger Ponytyp, der mich schon misstrauisch beäugte. ,,Na hallo...'',murmelte ich und hielt ihm meine Hand zu abschnuppern hin, doch anstatt zu schnuppern legte er unsicher die Ohren an. Oh wei. Tyler entfernte sich und Gwen redete gut auf ihn zu. Ich sah mir als erstes die Augen an, wollte mir die Zähne anschauen doch dies klappte nicht so leicht wie bei den vorherigen Pferden. Ein erneuter Verusch mit vielem guten Zureden von Gwen verschaffte mir den groben Überblick. ,,Es sieht soweit alles gut aus, zumindest das was ich Abtasten und sehen kann, für den Rest müsste ich sedieren doch ich glaube das sollte eigentlich eher weniger von Nöten sein. Liegt bei dir wenn du meinst das du gerne alles genaustens untersucht haben möchtest..'',meinte ich und blickte Gwen fragend an, doch sie verneinte dies. Ihr würde diese Antwort schon genügen. Ich meine Avenger sah nun auch nicht heruntergekommen aus, auch wenn er eine schlehte Vergangenheit hinter sich brachte. Sanft streichelte ich den Hals entlang, wobei Avenger wieder die Ohren anlegte. ,,Ruhig.'',säuselte Gwen vorne am Kopf, ehe ich dann begann das Pferd abzuatsteten. An den Beinen gab es einige Probleme da er diese schnell anzog und auch mit voller Gewalt wieder ''abstellte''. Ganz begeistert war er nicht, das war mir schon klar, aber so arg schlimm verhielt er sich nun auch nicht. Tyler bereitete das ganze Zeug schon einmal vor, während ih ihn och weiter abtastete. Er wies kleine Blessuren wie Schürfwunden oder ähnliches auf, jedoch nicht großeses nur belangloses was eben mal auf der Weide passieren kann. Geritten wurde er zur Zeit nicht, sagte mir Gwen also kann es daher nicht kommen, sowas könnte ich auch nicht glauben.. Ich hörte ihn als nächstes ab, wobei er auch hier einige Schiwerigkeiten hatte zu glauben das das Stethoskop ungerfährlich sei. Einerseits schien mir der Hengst zeigen zu wollen das er alles kannte, jedoch stand da das Misstrauen etwas im Wege. Seine Puls- und Atem-Werte waren leicht erhöht, doch dies ist durch die Stresssituation die das Pferd hier gerade erlitt, deswegen wollte ich auch schnellstmöglich fertig werden, damit der Stresspegel runter ging. Also kam das Messen dran, jedoch hob er auch hier drohend die Hinterhand abwechselnd hoch. Er blieb zwar auf der Stelle doch die Hinterhufe machten mir etwas bedenken. Ich brach den ersten Versuch wieder ab und versuchte es erneut, wieder das gleiche Problem. ,,Vielleicht hat er mit dir hier hinten nicht ein so großes Problem, Gwen?'',fragte ich nach und kurz darauf ging Tyler an den Kopf und säuselte dem Hengst Sachen zu, ehe Gwen mit mir nach hinten kam. Natürlich übernahm ich noch die Handlungen, nur sollte der Hengst denken Gwen wäre es, was auch anscheinend etwas klappte. Er hob zwar das Bein, doch stellte es sachte wieder ab. Nachdem das Piepen ertönte gingen Gwen und ich wieder an den Kopf, der Hengst schien dabei ruhiger zu werden. ,,Also Gesund ist er allemale.'',schmunzelte ich und desinfizierte das Thermometer. Die Körpertemperatur lag ebenfalls im Normbereich und so zog ich die Spritzen auf. Tyler und Gwen hielten den Fuchshengst fest, während ich ihm die Spritze, nach dem Desinfizieren der Stelle, injizierte. ,,Alles gut.'',murmelte Gwen und der Hengst zog mehrmals den Kopf etwas hoch, doch blieb ansonsten ruhig. Ich drückte den Tupfer wieder auf die Stelle und wir warteten kurzerhand ab. Nach einer kleinen Weile und als sich der Hengst wieder beruhigt hatte, drückte ich ihm die Paste in sein Maul. Diese zwängte er sich mit Müh und Not herunter, doch sie kam schließlich im Magen an und nicht auf dem Boden. Sanft lobte ich ihn und streckte ihm eine Möhre zu, welche er mit Genuss fraß, als Gwen ihn wieder in Box brachte. ,,Somit wären deine fünf Pferde fertig.'',schmunzelte ich und sie verschloss noch die Box. ,,Also wir beide machen uns mal wieder auf den Heimweg. Bis zum nächsten Mal.'',schmunzelte ich und Gwen bedankte sich noch recht herzlich, ehe wir auch die Tasche schnappten und uns zum Auto begaben. Auf eine lange Heimreise!
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    • Gwen
      Pflegebericht 18.10.2015 - Kathys Geburtstag

      Heute war der Geburtstag meiner kleinen lieben Schwester, die nun schon 17 Jahre alt war – wie schnell doch die Zeit verging! Aus diesem Grunde stand ich gerade auch in unserer Küche und schlug liebevoll drei Eier nacheinander in die Schüssel vor mir, noch etwas Öl und Wasser und die absolut von mir selbstgemachte Backmischung aus dieser hübschen Tüte. Durch mein einfaches Reinschütten stand ich danach gefühlt zehn Minuten in einer dicken Staubwolke und sah kaum noch was.
      Dann ging es ans Umrühren und schon war der Teig fertig! Zugegeben, es war nur eine Fertigmischung von Dr. Oetker für drei Euro, aber jeder der mich kannte, wünschte sich lieber so etwas als etwas wirklich wirklich Selbstgebackenes. Meine Schwester war da nicht anders. Die kannte mich ja sogar schon länger als die meisten anderen. Außerdem schmeckten die Brownies immer und ich konnte so gut wie gar nichts falsch machen. Außer sie vielleicht zu lange im Ofen stehen lassen…
      Dafür stellte ich mir aber die Eieruhr und drei Wecker an meinem Handy. Als ich die Küche verlassen wollte, musste ich noch ein Weilchen schnüffeln, denn unser Offen roch so, als ob jemand zum fünften Mal ein Streichholz anzündete und direkt wieder ausblies. Aber eigentlich sah alles normal aus, deshalb verschwand ich achselzuckend ins Wohnzimmer.
      Dort musste ich nun noch dekorieren und alles für die überraschende Überraschungsparty fertig machen. Mama war derweil mit Kathy einkaufen, dementsprechend hatte ich hier eigentlich noch genug Zeit. Ich befestigte die Girlanden und Lichterketten. Verteilte die hübschen Servietten und dann sah das Ganze schon richtig schick aus, zum Glück hatten wir so ein großes herrliches Wohnzimmer, wo genügend Platz für alles war. Und dann vielen mir die Brownies wieder ein.
      Die Wecker hatte ich ignoriert und die Eieruhr hatte ihren Geist aufgegeben. Aber ich kam rechtzeitig, bei 40 Minuten konnte man auch da nicht so viel falsch machen. Ich schnitt die Brownies in Stücke und stapelte sie hübsch auf einen Teller, um sie dann noch ein wenig mit Fähnchen zu verzieren. Dass einer fehlte, würde bestimmt eh niemandem auffallen.
      Und dann wechselten Mama und ich die Aufgaben, denn die kam gerade wieder aus der Stadt zurück. Mama würde sich um das wirkliche Essen kümmern, während ich Kathy beschäftigte. Nun war also Schwesternpower angesagt. Das ging damit los, dass ich Kathy zu einem Ausritt überreden musste. Witzigerweise war das heute kein Problem, einzige Forderung von Kathy war, dass sie unser neues Barbiepferd reiten durfte. Seitdem Tawny unser eigen war, war Kathy wieder außergewöhnlich oft im Stall und verbrachte die meiste Zeit natürlich bei dem wahrscheinlich knuffigsten Pony überhaupt im Stall: Tawny Bawny.
      Auch heute wurde die wieder mehr gekrault und geschmust statt geputzt und während ich Ameya inzwischen gesattelt hatte, war Kathy noch nicht einmal annähernd so weit. Und dann machten wir uns auf den Weg. Kathy schien momentan auch den Sonnenschein gebucht zu haben, denn auch heute schien diese wieder unablässig und außerdem zeigte das Thermometer sogar verstörende 18°C an. Mit solchen Voraussetzungen konnte es nur ein toller Ritt werden!
      Ameya und Tawny waren wie immer, nämlich unglaublich lieb und verlässlich. Nichtsdestotrotz ließen es sich die Stuten nicht nehmen, bei unserem Wettrennen richtig die Sau raus zu lassen. Wie es nun einmal war, waren die ruhigsten im Stall meist die schnellsten und so war es auch bei den beiden Stuten, denn die jagten Kopf an Kopf über die Wiesen von Kanada.
      Heute war wieder einmal einer dieser Tage, an denen ich Mama sogar dankbar für diesen Umzug war und dafür, dass sie mir das hier alles ermöglichte. Kathy konnte mir da nur zustimmen und so machten wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Heimweg, immerhin sollte 18 Uhr ja ihre Feier starten. Gemeinsam versorgten wir also die Pferde und brachten sie auf die Weide. Kathy ging direkt Duschen und ich konnte Mama noch bei den letzten Vorbereitungen helfen. Die Gäste hatte Mama eiskalt auf die Terrasse verfrachtet, aber bei den frühlingshaften Temperaturen störte das Kathys Freunde nicht einmal.
      Dann war alles hergerichtet und wie es sich für eine Überraschungsfeier gehörte, wurde das Licht ausgemacht, sich versteckt und dann gewartet, bis das liebe Geburtstagskind endlich die Treppe herunter kam. Kathy ließ natürlich auf sich warten und mir taten die Beine inzwischen vom Hocken schon weh, als sie endlich kam, das Licht anschaltete und wir alle „HAPPY BIRTHDAY!“, schreien konnten.
    • Gwen
      Pflegebericht 18.11.2015 - Dressurarbeit

      "Ja, mache ich", murmelte ich gähnend und erhob mich langsam vom Küchentisch. Im November war das "frühe" Aufstehen kaum zu ertragen, ich kam selten ohne Probleme aus dem Bett und je nachdem, was an dem Tag anstand, verschlimmerte sich die Situation zunehmend. Heute hatte ich zu meiner Freude nur nachmittags Uni, weshalb ich ausschlafen konnte und vorher noch etwas mit den Pferden machen konnte, die sollten immerhin nicht zu kurz kommen! Doch vorher ging ich natürlich den Bitten meiner Mutter nach und räumte den Frühstückstisch ab. Das war der Pfand dafür, dass ich wesentlich später in die Küche gekommen war und alles andere Kathy und Mum überlassen hatte.
      Zum Glück ging das Abräumen immer recht schnell und ich war wirklich dankbar über unseren Geschirrspüler, was würden wir nur ohne ihn machen! Schnell war er eingeräumt und angeschalten und ich konnte mich den wichtigen Dingen im Leben widmen: den Pferden. Da heute Kathy außerdem auch erst später Unterricht hatte, würden wir uns die Stallarbeit teilen. Jeder zehn Boxen und schon wäre der Stall schneller sauber als an anderen Tagen. Begeistert war mein geliebtes Schwesterherz davon zwar nicht, dementsprechend beeilte sie sich auch, um danach noch duschen zu können, aber zumindest hatte so auch ich weniger Arbeit.
      Die Pferde waren gefüttert und standen inzwischen auf den Weiden. Die Boxen waren auch gemistet und während Kathy ins Haus verschwand, streute ich noch alle Boxen frisch ein und füllte die Heunetze auf. In aller Ruhe kehrte ich dann noch die Stallgasse und überlegte dann, was wir denn heute mal schönes machen könnten, bevor es in die Uni gehen würde. Da fiel mein Blick auf unser schwarzes Brett und den wunderschönen Zeichnungen meinerseits, welche alle Bahnfiguren zeigten. Natürlich vorhanden war auch die Lieblingslektion meiner Mutter, die ich als kleines Kind oft genug hatte reiten dürfen: Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit Volten in jedem Bogen. Meist dauerte es gefühlte Ewigkeiten, bis man damit durch war, wenn man vier oder fünf Bögen ritt, aber diese Figur förderte nicht nur das Pferd, sondern auch den Reiter.
      Das brachte mich darauf, dass ich mich langsam aktiver an das Dressurtraining von Tawny wagen wollte. Irgendwie war unsere Palominostute immer das süße Pony, was man gerne anschmachtete und kuschelte, aber im Dressurviereck hatte die Hübsche auch allerhand drauf. Bisher hatte ich noch gar nicht viel mit ihr gemacht und dabei war sie schon seit Juni bei uns, also gut fünf Monate. Nur einmal war sie bei Elisa als Fahrpony eingesprungen, um in einem Gespann mitzulaufen und hatte dabei auch direkt eine Schleife mit nach Hause gebracht, aber sonst sah es eher mau aus Da packte mich direkt das schlechte Gewissen!
      Genau aus diesem Grund entschied ich mich dafür, den heutigen Vormittag meiner Stute zu widmen, aber erst einmal würde ich diese von der Weide holen und aus dem Braunfalben wieder einen Palomino machen müssen. Ich konnte ehrlich nicht nachvollziehen, warum sich Pferde so gerne so einsauten. Tawny erkannte man tatsächlich kaum wieder. Schrecklich! Dementsprechend lange würde dann wohl auch das Putzen dauern und ich würde danach nicht viel besser aussehen als Tawny jetzt im Moment.
      Nach gefühlten tausend riesigen Staubwolken, sah man irgendwann wieder die Grundfarbe des Palominos und das Langhaar hatte ich auch schon bald entwirrt und durchgebürstet. Wurde mal wieder Zeit, ihren Schweif zu waschen, aber das würde ich auf einen anderen Tag verschieben, heute hatten wir schon genug Zeit mit Wellness verbracht. Wie eigentlich inzwischen jedes meiner Pferde war auch Tawny von Elena eingekleidet wurden und verfügte nun über ein wunderschönes Dressurset in braun. Stand ihr wirklich ausgezeichnet, nur die grüne Schabracke konnte ich langsam nicht mehr sehen, da wurde es eindeutig Zeit für eine neue Farbe! Ich liebäugelte ja mit babyrosa, immerhin musste Tawny ihren Ruf als Barbie-Pferd würdig vertreten. Da würde sich sicherlich etwas mit Elena arrangieren lassen. Vielleicht noch ein bisschen Glitzer hier und ein wenig Blingbling da? Ich war ja nun kein Fan von Pink und Rosa oder achtete auf jeden neuen Trend, aber wenn man so eine Steilvorlage wie Tawny im Stall stehen hatte, konnte man sich ja durchaus mal den ein oder anderen Spaß erlauben.
      Heute würde Tawny sich zumindest in ihrem gewohnten Outfit präsentieren müssen, aber das war auch definitiv keine Schande. Ich trenste meine Stute noch auf und schnappte mir dann noch meinen Helm, ehe wir für eine kleine Aufwärmrunde den Stall verließen. In der Halle aufwärmen war langweilig, also hatte ich mir brav Elenas Gewohnheit abgeschaut, eine kleine Runde über den Hof zu drehen, um Tawny aufzuwärmen, ehe es dann in Richtung Halle ging und das gerade noch rechtzeitig, denn urplötzlich zog sich der Himmel zu und wir bekamen die ersten Tropfen ab.
      Während wir in der Halle dann im Vorwärts-Abwärts arbeiteten und allerhand Zirkel, Schlangenlinien und Handwechsel ritten, hörte man den Regen lautstark auf das Dach trommeln. Tawny schien das zum Glück nicht sonderlich zu interessieren, denn sie blieb konzentriert bei mir und arbeitete fleißig weiter mit. Momentan fehlte mir noch ein wenig ihre ehrliche Anlehnung. Manchmal wirkte es doch sehr gezwungen, weshalb wir heute genau das machten, was ich am Morgen als erstes gesehen hatte: Schlangenlinien mit Volten. In ganz verschiedenen Varianten, manchmal baute ich auch eine acht ein oder nur halbe Volten, in dem Viereck konnte man immer sehr kreativ sein.
      Tawny arbeitete fleißig und motiviert mit, ihr machte Dressur sichtlich Spaß, weshalb sie auch voll und ganz hinter jeder Übung stand. Dementsprechend ließ sie auch schnell im Genick wirklich locker und kam an den Zügel heran. Ich gab ihr auch viele Pausen zum Strecken und Dehnen und wechselte zwischen Zügel aufnehmen und Zügel hingeben ab. Das half Tawny auch wirklich dabei, locker im Rücken zu schwingen und diesen auch hochzubringen. Am Ende der Stunde fühlte es sich an, als würde ich auf Wolke sieben schweben (Elena würde jetzt sagen, Wolke neun wäre besser) und ich hörte genau da auf, wo es am besten war.
      Entspannt drehten wir noch einige Runden im Leichttrab, während ich Tawny die Zügel aus der Hand kauen ließ und parierte dann zum Schritt durch. Ich nahm mir viel Zeit zum Abreiten, denn Tawny war nicht geschoren und dementsprechend auch sehr verschwitzt. Zu meiner Freude trocknete sie aber gefühlt genauso schnell und so konnten wir schon in einem guten Zustand die Halle verlassen. Im Stall sattelte ich sie dann ab und warf ihr direkt die Abschwitzdecke über, mit der würde das Ganze noch fixer von Statten laufen. Vielleicht sollte ich doch einmal in ein Solarium investieren? Aber eigentlich hatten wir keinen Platz dafür...
      Tawny stand dösend in der Stallgasse, während ich ihren kleinen Belohnungssnack vorbereitete: fünf Mineralbricks, ein Apfel, zwei Möhren, Leinöl und Lebertran. Alles schön vermischt in ihrer Futterschüssel und dann durfte Tawny sich daraufstürzen. In der Zwischenzeit reinigte ich grob Sattel und Trense (viel zu reinigen gab es da nicht), hängte die Schabracke zum Trocknen auf und brachte den Rest schon einmal wieder in die Sattelkammer. Tawny war dann auch schon fertig und ich konnte die Schüssel ausspülen und zurück in die Sattelkammer bringen.
      Tawny war außerdem mittlerweile trocken, so dass ich ihr die Decke abnehmen konnte und nur noch den Schweiß aus dem Fell bürsten musste. Danach konnte ich ein zufriedenes und trockenes Pferd zurück auf seine Weide bringen, ehe ich mich noch um die feuchte Abschwitzdecke kümmern würde. Als auch das geschafft war, ging es für mich fix unter die Dusche und dann musste ich noch mein Zeug packen, ehe es auch schon in Richtung Bus und dann ab zur Uni gehen würde. Es wurde eindeutig Zeit, dass ich den Führerschein machte, denn dann würde ich Winnipeg wesentlich leichter und vor allem schneller erreichen. Bisher war der Weg immer mehr als anstrengend, aber man konnte nicht alles auf einmal haben.
    • Gwen
      Pflegebericht 08.12.2015 - Kerzenschein

      Draußen tobte der Winter durch den kanadischen Wald. Momentan war wieder einer der beliebten Schneestürme unterwegs und verwandelte Manitoba in ein Winter-Wunderland. An sich gab es nicht viele negative Aspekte am Winter in Kanada, außer der Tatsache, dass die Stürme zu gerne zu Stromausfällen führten…
      Ein lautes Plopp und urplötzlich war alles stockfinster. An sich störten mich selbst Stromausfälle nicht sonderlich, es sei denn ich stand gerade in der Halle und longierte ein Pferd. Tawny parierte urplötzlich zum Stand durch und schaute sich erst einmal aufmerksam in der Halle um. Damit war unser Training wohl beendet.
      Seufzend rollte ich die Longe auf und führte dann Tawny noch ein paar Runden im Schritt durch die Halle, damit sie sich nichts zerrte, denn wir waren eigentlich noch mitten in der Arbeit gewesen. Dann wechselten wir hinüber in den Stall, wo eine rege Geräuschkulisse herrschte, da wir heute die Pferde wegen des Sturms schon eher in den Stall gebracht hatten.
      Dort brummelte es, dort zupfte es am Heu – an sich normal, aber wenn man nichts sah, war es schon komisch. Und dann öffnete sich die Stalltür und mit ihr kam Licht hinein: In Form von Kathy, welche eine Öllampe in der Hand trug.
      „Ich dachte, ich leuchte dir mal den Weg“, meinte sie grinsend und streckte mir die Zunge raus. Am Putzplatz machte sie die große Gaslampe an und schon hatten wir zumindest ein wenig mehr Licht. Mir war das Teil im Stall ja eher suspekt, aber das Argument „Immer noch sicherer als Kerzen“ hatte dann doch bei mir gezogen.
      Gemeinsam mit Katyh rubbelte ich Tawny noch ein wenig trocken, ehe ich sie in ihre Box brachte, wo sie zur Belohnung einen Apfel bekam. Dann machten Kathy und ich uns direkt an die Fütterung. Wahrscheinlich würde das Licht nicht unbedingt vor Morgen zurückkehren, also konnten wir auch jetzt schon füttern.
      Da man alles kannte, konnte man sich relativ gut auch im Dunkeln bewegen, auch wenn wir beiden dennoch eine Taschenlampe zur Hand hatten. Alle Pferde bekamen ihr Abendbrot und ich kontrollierte noch einmal die Heunetze und generell die Pferde.
      Danach löschte ich die Gaslampe und schaltete auch sicherheitshalber alle Lichtschalter auf Aus, ehe wir den Stall verließen und ins Haus zurückkehrten. Das hatte Mum inzwischen professionell mit Kerzen ausgeschildert, so dass man in einen herrlichen Kerzenschein eintrat.
      Das Abendessen hatte es anscheinend noch vor dem Stromausfall vom Herd geschafft, so dass wir uns nun noch über Kartoffeln mit Lachs und Quark freuen konnten – oder zumindest Mum und ich. Kathy mochte keinen Fisch und das würde wohl auch immer so bleiben, deshalb blieb sie bei Kartoffeln mit Quark.
      Im Kerzenschein wurde dann noch abgewaschen und ich zog mir meine gemütlichen Abendsachen an, ehe wir das taten, was wir immer bei Stromausfall machten: Im Kerzenschein zusammen Spiele spielen. Ich eher unmotiviert, die anderen beiden mit vollstem Enthusiasmus.
    • Gwen
      Pflegebericht 31.01.2016 - Kathy hoch zu Ross

      Bei zweiundzwanzig Pferden hatte selbst ich zu tun, alle regelmäßig unter meine Fittiche zu bekommen, aber ich war nicht allein. Auch wenn sich Mum und Kathy lieber im Hintergrund hielten, ritten sie auch regelmäßig mit. Kathy würde bald ihren achtzehnten Geburtstag feiern und dementsprechend stand dieses Jahr für sie das Abitur an und danach erst einmal die lang ersehnte freie Zeit. Was sie dann studieren wollte, wusste sie noch nicht.
      Genau deshalb half ich ihr gerade noch bei ihren Stochastik-Aufgaben, denn Mathe war so gar nicht ihr Fall. Da war ich wiederum immer etwas besser weggekommen und gerade wenn man nicht mehr diesen Schulzwang hatte, fiel einem alles viel leichter und so konnte ich ihr gut helfen. Aber danach stand auch schon etwas viel wichtigeres an: Kathys Reitstunde.
      Tatsächlich ritt mein Schwesterherz wieder regelmäßig, nun nicht mehr nur ab und an, sondern wirklich fast täglich. Ich hatte mir ja ehrlich gesagt schon Sorgen gemacht, genauso wie Mum, aber Kathy wirkte recht normal. Dementsprechend sagten wir nichts dagegen, sondern freuten uns. Natürlich war Kathy etwas aus der Übung und deshalb gab ich ihr ab und an Stunden, so wie auch heute.
      „Gehst du schon raus und machst Tawny fertig? Ich spüle noch ab“, meinte ich grinsend und Kathy klatschte nur begeistert in die Hände, denn sie war für jeden Tag dankbar, in dem sie keinen Küchendienst hatte. Das übernahm brav ich, ehe ich in die Rolle der natürlich äußerst strengen Reitlehrerin schlüpfen würde.
      Eine halbe Stunde später machte ich mich auf den Weg zur Halle, dort fand ich auch Kathy und Tawny vor, welche sich gerade aufwärmten. An dem Barbiepferd hatte Kathy ja auch einen Narren gefressen, die beiden blonden Mähnen passten aber auch wunderbar zusammen. Tawny lief entspannt und locker, während Kathy noch ihr Zügelwirrwarr sortierte.
      Heute arbeiteten wir weiter an ihrem Sitz, der sollte schließlich wirklich sicher, aber auch mitgehend sein und das war gar nicht so einfach – wobei, bei Tawnys weichen Gängen eigentlich schon. Außerdem musste Kathy an ihren Klavierpfötchen arbeiten, die Tawny doch noch gerne aus der Anlehnung rissen. Zwar nicht stark, aber dadurch kam die Stute gerne mal aus der richtigen Haltung.
      Kathy hatte aber ein sehr gutes Gefühl für die korrekten Bewegungen eines Pferdes, so dass sie schon sehr gesundheitserhaltend ritt. Von ihrem aufgerichteten Sitz konnte ich mir eigentlich mal eine Scheibe abschneiden, denn die Schultern waren hinten und der Rücken aufrecht, ebenso wie ihr Blick immer nach vorne gerichtet war.
      Da Kathy auch einiges Neues lernen wollte, arbeiteten wir heute noch an den Seitengängen, was sowohl Reiterin als auch Pferd gut tat. Wir arbeiteten deshalb auch effektiv tatsächlich 45 Minuten, ehe Kathy die Stute abritt und wieder in den Stall brachte. Es war bereits Abend, weshalb ich das Futter vorbereitete, während Kathy die Pferde reinholte. Arbeitsteilung war schon was tolles.
    • Gwen
      Pflegebericht 28.02.2016 - Springen

      Momentan kam ich krankheitsbedingt irgendwie kaum hinterher. Da ich auch nicht sonderlich fit war, verzichtete ich nun freiwillig auf das Reiten. Dafür hatte sich Kathy bereiterklärt, das ein oder andere Pferd zu reiten. Heute sollte sie zumindest mit Tawny Bawny springen. Während sie also die hübsche Stute ordentliche putzte und sattelte, baute ich in der Halle einen kleineren E-Parcours plus Stangen fürs Aufwärmen auf.
      Kathy ritt schon fast so lange wie ich und dementsprechend konnte ich sie auch guten Gewissens auf unsere Pferde packen. Tawny war sowieso unproblematisch und nachdem beide sich gut zehn Minuten aufgewärmt hatten, couchte ich die beiden. Zuerst ging es im Trab und Galopp über Trabstangen und Cavaletti, damit beide sich erst einmal ins Springen einfanden.
      Danach nahmen wir einen einfachen Kreuzsprung und nachdem das wirklich gut ausgesehen hatte, ließ ich Kathy auch mal ein wenig mehr Freiraum. Die beiden sprangen wirklich gut, auch wenn Tawny nicht zwingend ein Springpferd war, aber ihrer Koordination und Ausdauer tat es sichtlich gut. Zumindest musste sie sich konzentrieren.
      Gut eine halbe Stunde ließ ich die beiden springen, ehe für heute Schluss war. Kathy ritt Tawny noch locker vorwärts abwärts auf größeren gebogenen Linien, bevor sie sie dann abritt. Ich baute in der Zwischenzeit die Hindernisse wieder ab und half Kathy dann noch beim Versorgen der Stute.
      Nachdem Tawny wieder auf der Weide stand und Kathy duschen ging, holte ich mir Sinfonie an den Putzplatz. Sinfonie würde dieses Jahr schon drei werden und so sah sie auch aus. Sie war inzwischen viel mehr Pferd und konnte sich wirklich sehen lassen. Auch wenn das sicherlich viel am Winterfell lag, denn davon holte ich heute auch wieder sehr viel runter.
      Mein heutiger Plan war ein wenig Anti-Schreck-Training. Das konnte man mit Sinfonie gar nicht oft genug machen. Nein, das stimmte nicht. Inzwischen war sie echt entspannten in vielerlei Dingen, aber eine kleine Auffrischung schadete ja bekanntlich nicht. Auf meine Stute würden Regenschirme, Pylonen, Flatterbänder und Planen warten. Ich hatte die Halle zwischenzeitlich schon richtig gut hergerichtet.
      Nachdem Sinfonie dann fertig geputzt war, ging es auch in die Halle, wo ich Sinfonie erst einmal ein wenig umherführte und allerhand Bodenarbeitsübungen einbaute, damit sie sich auf mich konzentrierte. Wir übten das Rückwärts- und Seitwärtsweichen. Inzwischen machte das Sinfonie schon fast alleine auf meine Körpersprache hin und das wirklich toll anzusehen, wenn man sie so gut wie gar nicht mehr berühren musste.
      Danach gingen wir die bunten Sachen ab, die ich für sie ausgedacht hatte. Wir hatten das Schrecktraining regelmäßig gemacht. Deshalb war es schon gar kein Problem mehr, über die Plane zu laufen oder diese auf dem Rücken zu tragen. Regenschirme fand sie noch ein bisschen gruselig, aber ansonsten passte es wirklich ganz gut. Sinfonie war inzwischen ziemlich entspannt und für ihre drei Jahre wirklich ein gutes Vorbild.
      Wir machten auch heute wieder nicht zu viel, denn wenn man Sinfonie überforderte, schaltete sie gerne mal ab, weshalb ich mich zusammenriss und es dabei beließ. Für Sinfonie gab es nun noch genügend Saftfutter, ehe es wieder zurück auf die Weide ging.
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  • Album:
    Sportponys
    Hochgeladen von:
    Gwen
    Datum:
    7 Juni 2015
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    Kommentare:
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    EXIF Data

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    640px
     

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  • Rufname: Tawny
    Geburtsjahr: 2007

    Von: Tawny Hawk
    Aus der: Tawny

    Rasse: New Forest Pony
    Geschlecht: Stute
    Fellfarbe: Palomino
    Stockmaß: 145cm

    Beschreibung:
    Tawny Bawny wird von allen geliebt und wer der Ponystute nicht verfällt, mit dem stimmt etwas nicht. Wenn man sich ein Pferd als Kinderpony vorstellen könnte, dann Tawny. Sie scheint kleine Kinder abgöttisch zu lieben, aber auch den älteren Menschen ist sie zugewandt. Gegenüber Zweibeinern ist Tawny sowieso vollkommen offen und freundlich, als interessiere sie sich ehrlich für die Person und deren Charakter. Dementsprechend zaubert die Stute jedem ein Lächeln auf die Lippen, wenn sie neugierig ankommt, mit ihren großen Augen und einem direkt sanft ins Gesicht pustet.
    Nur ist sie alleine fürs Kuscheln und Liebhaben beinahe zu schade, denn wer die Palominostute einmal unter einem Reiter gesehen hat, wird sie noch mehr lieben. Tawny hat ein traumhaftes Gangwerk, was definitiv nicht von schlechten Eltern kommt. Außerdem ist sie sehr motiviert und ausbalanciert, macht es ihrem Reiter recht leicht und liebt die Arbeit von sich aus. Auch im Springen macht sie gerne mit, besonders, wenn es in das Gelände geht. Im Gegensatz zu einigen ihrer Artgenossen liebt Tawny Wasser, im Sommer würde sie wahrscheinlich den gesamten Tag im Teich stehen.


    Ersteller: Elii
    Besitzer: Gwen
    Vorkaufsrecht: Elii

    Springen S*** -- Fahren S -- Military L -- Dressur A

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