Veija

Tainted Whiz Gun

Tainted Whiz Gun
Veija, 7 Apr. 2019
Rinnaja, Zion und adoptedfox gefällt das.
    • Veija
      Hilltop Ranch
      ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
      27. Dezember 2016 | 12997 Zeichen von Friese
      Einreiten und Bodenarbeit Grundlagen


      Heute stand ein Überraschungsbesuch an. Ich wollte Kit Bailey besuchen. Wir hatten beide am Wichteln teilgenommen, wie bereits auch schon dieses Jahr. Sie wurde mir zugeteilt und in dem Thema, in welches es über das Wichteln ging hatte sie verlauten lassen, dass sie sich sehr über das Einreiten von Tainted Whiz Gun freuen würde. Ich flog also zu ihr und klopfte dann an der Tür des Hauptgebäudes. Eine etwas verwirrte Kit machte mir die Türe auf. „ Hallo, ich wollte dich überraschen. Ich werde dir als Wichtelgeschenk Tainted Whiz Gun einreiten“ sagte ich und sie strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Ich würde demnächst noch mehr ihrer Pferde trainieren und somit hatten wir schon öfter Kontakt miteinander gehabt. Sie zeigte mir gleich alles im Haus und ich stellte nur kurz meinen Koffer beiseite. Als nächstes gingen wir wieder in den Stall und ich schaute mir Tainted genauer an. Kit hatte schon ein bisschen mit ihr gearbeitet und sie hatte ein paar Muskeln aufgebaut. Am Anfang würde ich dennoch mit Muskelaufbau anfangen und mir dann anschauen wie sie sich machen würde. Ich wollte heute auch gleich mit dem Training anfangen und ging somit nach oben und holte meine Handschuhe. In der Zwischenzeit putzte Kit die braune Stute und machte sie für das Training fertig. Ich half ihr bei den letzten Vorbereitungen und wir gingen zusammen auf den Platz. Dort longierte ich die Stute in allen drei Gangarten. Ein weiteres neues Trainingsziel wurde jetzt auch gleich eingeführt. Kit legte ein paar Stangen auf den Boden und ich parierte die Stute wieder durch. Ich führte sie als erstes über die eine Stute. Sie schaute hierbei sehr verunsichert und indem ich auf sie einredete, versuchte ich ihr die Angst zu nehmen. Dies gelang relativ gut und sie ging vorsichtig neben mir über die Stange. Kurz schnaubte sie ab und ich ließ sie wieder an der Longe um mich laufen. Bei den Stangen lief sie immer langsamer und schaute gespannt. Ich wendete sie und klopfte dann nochmal den Hals der Stute. Ich ließ sie weiter auf der anderen Hand im Schritt gehen und auch hier inspizierte sie die Stangen ganz genau. Ich sprach immer wieder beruhigend auf sie ein und trabte sie an. Sie hob immer wieder vorsichtig die Beine und von Mal zu Mal wurde sie entspannter. Ich klopfte der Stute beim Handwechsel nochmal den Hals und lobte sie mit meiner Stimme. Dann ließ ich sie wieder ein paar Runden im Schritt gehen. Das heutige Training sollte einzig und alleine dem Muskelaufbau dienen. Diese müssten nämlich noch ein bisschen definiert werden, aber Kit hatte, wie bereits bemerkt, einiges an Vorarbeit geleistet. Nach der Einheit an der Longe brachten wir die Stute gemeinsam wieder in den Stall. Dort machten wir sie soweit fertig und sie durfte noch ein bisschen auf die Weide. Ich ging mit Kit in ihr Büro und erzählte beziehungsweise erklärte ihr meine Erkenntnisse aus der Longeeinheit. Gemeinsam beschlossen wir, dass die Stute am Anfang des Trainings pro Tag zwei Einheiten haben würde. Eine bei mir alleine und eine bei Kit und mir. Die zweite Einheit war eine einfache Bodenarbeitseinheit, welche Kit mit ihr machen sollte, da es schließlich ihre Stute war und die beiden eine gute Vertrauensbasis brauchten. Dies würde auch für das weitere Training wichtig werden.


      Die ersten Tage vergingen wie im Flug. Meist longierte ich Tainted vormittags, natürlich nur mit Halfter, und abends stand die Bodenarbeit mit Kit an. Von Mal zu Mal schien beides besser zu klappen und die Stute ließ sich immer besser drauf ein. Gerade die Stangenarbeit schien ihr mittlerweile doch sehr Spaß zu machen und so bauten wir sie auch in die Bodenarbeit ein bisschen mit ein. Immer wieder wurden auch kleine Schreckentest eingebaut wie eine Knisterfolie. Für ihr Alter und ihren Charakter machte die braune Stute alles sehr gut mit. In das Training wurden auch immer mehr die wichtigen Sachen für das spätere Reiten eingebaut, wie zum Beispiel Überkreuzen der Hinterhand auf Druck der Hand an der Stelle des zukünftigen Gürtels.

      Nach weiteren anstrengenden Tagen mit täglich zwei Trainingseinheiten konnte Tainted Whiz Gun schon gut auf den Druck und Stimme reagieren. Zudem wackelte sie im Trab nicht mehr zu arg an der Longe und konnte sich auch im Galopp immer besser ausbalancieren. Ich besprach mich nochmal mit Kit und wir beschlossen nun mit dem Trensen anzufangen. Hierfür nahmen wir uns die Trense, welche sie extra für die Stute gekauft hatte, und eine große Tüte Leckerlies. Als erstes ließen wir die Tainted an dem Gebiss schnuppern und dafür, dass sie ruhig blieb, bekam sie schon gleich ihr erstes Leckerlie. Dies würde später auch weniger werden, aber für den Anfang sollte das alles mit was positiven verbunden werden. Als nächstes Griff Kit der Stute sanft in den zahnfreien Raum um das Maul zu öffnen. Die Stute von dies äußerst komisch und so wiederholten wir diesen Vorgang noch ein paar Mal. Für jedes Mal, dass sie ihren Kopf da ließ bekam sie ein Leckerlie. Danach brachten wir sie auf die Weide. Das weitere Training mit der Trense würde morgen anstehen. Für heute war es genug. Wir wollten die Stute ja nicht überfordern. Schließlich waren das alles neue Eindrücke für sie.

      Die nächsten Tage vergingen auch wieder mit Trenstraining. Von Tag zu Tag kamen wir näher an das Endergebnis und schließlich hatte die Stute die Trense auch auf dem Kopf und komplett verschnallt. Man sah ihr an, dass sie dies noch relativ seltsam fand, aber sie machte keine größeren Anstalten zu bocken. Das Führen an der Trense wurde nun mit in das Training aufgenommen und jeden Tag einmal kurz gemacht. Die Bodenarbeit und das Longiertraining mit Halfter wurden von Tag zu Tag abgewechselt.

      Nachdem die letzten Wochen für die junge Stute doch sehr anstrengend gewesen waren, bekam sie vor dem nächsten Schritt eine Pause. Ich flog in dieser Woche zu meinen eigenen Pferden und regelte ein bisschen Papierkram, da mein Aufenthalt bei Kit noch länger dauern würde. Nach einer Woche ging es wieder zurück zu Kit und Tainted Whiz Gun. Ich begrüßte beide und erklärte dann Kit wie es nun mit dem Training weiter gehen sollte. Für heute stand nochmal eine Einheit mit der Trense an. Ich wollte, dass die Stute diese zum Laufenlassen in der Halle aufbehalten sollte. Gesagt, getan. Dies war die einzige Trainingseinheit für heute. Morgen würde es mit der Arbeit mit dem Longiergurt und den Ausbindern losgehen.

      Das Gewöhnen an den Logiergurt und die Ausbinder hatte mehr Zeit in Anspruch genommen, als eigentlich geplant war, aber scheinbar hatte die Stute beides nicht sonderlich super gefunden und so hatten wir es um einiges langsamer angehen lassen müssen. Mittlerweile konnten wir sie jedoch problemlos mit beidem in der Halle longieren. Nachdem dies geschafft war, bekam sie nochmal zwei Tage Pause. Der nächste Schritt würde ihr und uns einiges an Nerven verlangen. Es ging nämlich um das Auflegen und Verschnallen eines Sattels. Kit hatte ihn extra für Tainted Whiz Gun anfertig lassen.

      Nach den zwei Tagen Pause, begann wir wieder wie bei der Trense. Als erstes wurde Tainted der Sattel gezeigt, dann wurde sie mit dem Pat ein bisschen gestriffen und schließlich legten wir es ihr auf den Rücken. Dieser Prozess dauerte natürlich wieder ein paar Tage und war nicht innerhalb von zehn Minuten beendet. Ich hielt hierbei die Stute immer und Kit, als richtige Vertraute der Stute, kümmerte sich darum ihr die Angst vor sowohl Decke, als schließlich auch dem Sattel zu nehmen. Nachdem die Stute beides ruhig auf ihrem Rücken liegen ließ und hin und wieder während dieser Prozedur auch abschaubte und den Kopf senkte, beschlossen wir nun auch das Schließen des Sattels in das Training einzubauen. Anfangs nur ganz locker und ganz kurz, dann erst immer länger und schließlich machten wir den Sattelgurt immer ein bisschen enger, bis er passend für das Reiten verschlossen war.

      Nun begann das Longieren der Stute mit Sattel und Trense. Hin und wieder baute sie einen Buckler ein, mit welchem sie den Sattel von ihrem Rücken vertreiben wollte, aber auch das besserte sich und verschwand irgendwann ganz. Sie schien begriffen zu haben, dass nun ein neuer Abschnitt in ihrem Leben begonnen zu haben und der Sattel nicht einfach so von ihrem Rücken verschwand.

      Als nächstes wollten wir den Bügeltritt üben. Kit würde hierbei am Boden neben der Stute stehenbleiben und ich würde in den Bügel treten beziehungsweise später auf die Stute sitzen. Kit sprach beruhigen auf sie ein und ich trat mit meinem Bein in den Bügel. Kit drückte natürlich auf der anderen Seite den anderen Steigbügel nach unten. Tainteds erste Reaktion war die Flucht nach vorne. Kit beruhigte sie jedoch und wir übten weiter. Dies wurde die nächsten Tag solang wiederholt bis die braune Stute ruhig stand, wenn sie Druck auf den Bügel spürte. Ich legte mich bei unserer nächsten Einheit also nach dem Druck über den Sattel. Nun spürte sie zum das Gewicht eines Reiters auf sie. Sie sah kurz zu Kit, welche sie weiterhin beruhigte. Scheinbar schien das viele Training doch einiges gebracht zu haben. Das Training sah auch die folgende Woche nicht sonderlich anders aus. Kit machte immer wieder Bodenarbeit mit der Stute und gemeinsam übten wir das Auf-den-Sattel-legen. Nachdem dies auch klappte, übten wir das komplette Aufsteigen und auch kurzes Sitzenbleiben. Von Mal zu Mal wurde die Stute ruhiger bis wir irgendwann mit dem geführten „Reiten“ anfangen konnten. Dies bestand daraus, dass ich ein paar Schritte auf ihr sitzenblieb. Auch hier wurde das Zeitintervall immer länger, jedoch nur langsam, da wir sie ja nicht überfordern wollten. Nachdem dies alles klappte übten wir das Stehen bleiben und Anführen. Dies funktionierte nach diverser Zeit und so begannen wir mit dem Longieren mit Reiter. Hierbei saß ich auf Tainted und Kit longierte sie. Hierbei blieb ich eher passiv und Kit longierte wie gewohnt einfach weiter. Nach gewisser Zeit übernahm ich immer mehr Verantwortung und wirkte systematisch auf die Stute ein. Dies geschah natürlich nicht an diesem Tag sondern an den darauffolgenden. Die Longe wurde von Tag zu Tag immer unwichtiger und länger gelassen. Irgendwann klinkten wir sie komplett aus und ich ritt die Stute vorsichtig durch die Halle. Hierbei dienten die Zügel nur zur Kontrolle von Takt und Gehorsam. Sie sollte nicht geformt werden, dies würde erst in der weiteren Ausbildung geschehen. Nach gewisser Zeit ließ die Stute auch zu, dass ich den Rhythmus, Tempo und Richtung vorgab. Sie ließ sie vorsichtig immer wieder gegen den Zügel sinken. Hin und wieder schnaubte sie auch kurz ab. Dies wurde die weiteren Tage noch verfeinert und an den letzten Tagen meines Aufenthalts stieg Kit sogar noch auf den Rücken der Stute. Für das weitere Training würde ich nochmal kommen, aber vorerst war die Stute soweit angeritten und Kit konnte das Training mit ihr im Schritt und im Trab langsam beginnen.

      Am Tag meiner Abreise legten wir den nächsten Termin fest zu, welchem ich nochmal kommen würde. Ich verabschiedete mich von dem ganzen Team und musste schon fast wehmütig wieder nach Hause fliegen. Schließlich war mir das ganze Team und die Stute doch sehr an das Herz gewachsen in der langen Zeit auf der Ranch. Nun freute ich mich aber auch endlich wieder bei meinen Liebsten zu sein.


      Weiterer Besuch:

      Wieder ging der Flug zu Kit. Dieses Mal war sie nicht so überrascht wie das letzte Mal, da wir den Termin ja ausgemacht hatten. Ich verstaute wieder mal nur meinen Koffer und wir gingen gemeinsam die Stute holen. Als erstes putzten wir sie und dann machte Kit sie komplett alleine fertig. Ich klopfte der Stute hin und wieder den Hals. Nachdem Kit damit fertig war die Stute zu trensen und zu satteln, gingen wir in die Halle. Dort ritt mir Kit erst mal in aller Ruhe vor. Sie und Tainted hatten wirklich große Fortschritte gemacht seit meinem letzten Besuch und so war klar, dass wir bei diesem wirklich mit dem Einreiten fertig werden würden. Es ging jetzt nur noch darum die Stute zu Galoppieren. Hiermit würden wir heute gleich anfangen. Die Hilfen dafür hatten wir an der Longe bereits geübt und so gab Kit ihr auf meine Anweisung hin die Hilfe zum Galopp. Als erstes war dieser noch sehr wackelig und mehr Beinsalat als Galopp, aber auch dies würde sich bald klären.

      Die nächsten Tage bestanden daraus der Stute Stabilität und Sicherheit zu liefern im Galopp. Dieser sah zwar nach einer Woche immer noch sehr komisch aus, aber das würde auch erst noch kommen. Schließlich musste die Stute erst die Balance mit Reiter finden. Hierfür gab ich Kit ein selbstgeschriebenes, kleines Handbuch und ein paar Tipps mit auf den Weg. Bei Problemen würde sie mich ja jeder Zeit kontaktieren können und mein nächster Besuch lag nun auch nicht mehr allzu weit in der Ferne. Bei diesem könnte ich auch nochmal kurz nach Tainted Whiz Gun schauen. Ich verabschiedete mich also nach zwei aufregenden Wochen wieder von allen und flog nach Hausen. Den Rest des Trainings würden Kit und ihr Team gut ohne mich alleine meistern.


      Hilltop Ranch
      ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
      02. Januar 2017 | 1738 Zeichen von Ionia
      Eine Stallhilfe


      Tag 3. Ich hatte unglaublich schlecht geschlafen, somit war auch meine Arbeitseifer und Laune ziemlich im Keller. Jackie bot mir an heute eine Pauuse zu machen und einfach einen Tag länger zu bleiben, doch das konnte ich mir wirklich ncht leisten. Ann hatte zwar alles im Griff, jedoch wollte ich auch schnell zu meinen eigenen Lieblingen wieder zurück. Ich stapfte also schlecht gelaunt aus dem Haus, der Himmel war bevölkt und ließ kaum Sonne durch. Ich schnappte mir als erstes Hollywoods Silver Dream, der etwas scheue Hengst war ziemlich ruhig, auch wenn er mir nicht ganz traute. Als nächstes kamen Kristy Killings, Changa und Black Sue Dun It. Ich war wirklich froh, dass heute nicht mehr dran waren, obwohl bis jetzt alle wirklich gut mit machten. Tainted Whiz Gun war extrem nerös, weshalb sie andauernd wegtippelte und mich probierte zu beobachten. Sheza Bat Cat, Annie get your Gun und What Lies Ahaed waren wiederum ruhiger und so ging es mir auch besser. Langsam wollte icih aber fertig werden und holte HGT´s Enjoy Nature, Cherokee Rose und Abigail und putzte ihr Fell wein sauber, kämmte die Mähne und krazte die Hufe aus. Danach kamen Possibility, My Blue Gun und As War Fades, wobei ich mich ein bisschen in Possibility verliebte und alle drei sauber machte. Ich achtete darauf, dass ich My Blue Gun und as War Fades etwas entfernt von Possibility anband, damit sie sich nicht streiten. Nun holte ich I See You und Wikotikabesa, da sie die letzten Pferde waren und sich auch wirklich gut benahmen. Zu letzt war nun HGT´s Dead Snow und das kleine Fhlen war wirklich süß und war sehr lieb. Als ich ihn wegbrachte tippelte er herum und sprang hin und wieder. Ich war so fertig, dass ich einfach ins Bett ging und schlief.


      Hilltop Ranch
      ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
      30. April 2017 | von Wolfzeit
      Pflegebericht


      Heute ging es zu Jackies Westernpferden. Ich sollte die Pferd füttern, etwas bewegen und auf die Koppel stellen. Um den Rest würde sich jemand anderes kümmern. Zuerst ging ich in den Stall und machte das Futter für alle Pferde fertig um es dann zu füttern. Als alle Pferd glücklich Mampfen sorgte ich für dafür da allen Boxen genug Heu war und begann damit Hollywoods Silver Dream, Kristy Killings, Changa und Black Sue Done it nacheinander in die Führanlage zu bringen. Als alle Pferde darin waren schaltet ich die Anlage an. Während die vier Pferde liefen longierte ich Tainted Whiz Gun. Als ich sie fertig longiert hatte tauschte ich die vier in der Führanlage gegen Sheza Bat Cat, Annie Get Your Gun, What Lies Ahead und Enjoy Nature aus. Währenddessen ließ ich Cherokee Rose im Round Pen laufen um danach erneut die Pferd in der Führanlage gegen Abigail, Possibility, My blue Gun und As War Fades auszutauschen. Anschließen lief ich erst I see you und anschließend Wikotikabesa im Round Pen laufen Dead Snow ließ ich etwas in der Halle spielen und rennen bevor ich alle Pferde nacheinander auf die Koppel brachte. Als alle Pferde zufrieden grasten machte ich mich auf den nach Hause Weg.


      Hilltop Ranch
      ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
      06. September 2017 | von Muemmi
      Pflegebericht für alle Pferde von Jackie


      Haflinger
      Abajo, Sternsinger, L´ombre de la Figaro, Golden Samurai, Mirabella, Nimué, Money in a Bank, Nordstern, Meike, Mrs. Pretty, Little Baby, Burberry, Suburb Lights, Jargo, Golden Diamond, Sunshine Shadow, Amsterdam Girl, Bonito, Askan, Calla, Nachtigall, Small Joker, Samie, Wendy, Picola, HL´ Figaros Schattenfalter, Franzl von Falkenstein, Lana, L´ombre da la Luna, Lady Äppel, Windsor

      Turner Valley Ranch
      Lütt Lorbas, Pünktchen, Jim Beam Bastian, Wookie (Highlandrind), Celsius, Skywalker, Panino, Cabbalero, Par Dieux, Mon Chérie, Puppy Findus II, Cindarella, Prince of the half Moon, Puppy

      Verkaufspferde
      Bjatur, Double Diamonds, Rékja, Herbert, Lakritz, The Death Angel, The Black Death

      Vollblüter
      Burnin ´ Castiel, Valentines Cilion, Laheeb al Amara ox, ZM´s Sweety Candypie, PFS ´ Bring me to Life, Silberstern, Everyday As It Comes, Faster, Pearl, Golden Girl, First von Rothen

      Westernpferde
      Tainted Love Toffifee, Hollywoods Silver Dream, Kristy Killings, Changa, Black Sue Dun It, Tainted Whiz Gun, Sheza Bat Cat, Annie get your Gun, What Lies Ahead, HGT´s Enjoy Nature, Cherokee Rose, Abigail, Possibility, My Blue Gun, As War Fades, HGT´s Dead Snow, I See You, Wikotikabesa


      Die Steine knirschten unter den Reifen meines Geländewagens, als ich über dem Weg zu Jackies Hof fuhr. Ich hielt den Xtrail auf dem Parkplatz, stieg aus und hievte meine Tasche vom Rücksitz. Ich war schon früher auf Jackies Hof gewesen und kannte mich aus. Ich schlenderte durch die Stallungen, als ich meine Tasche im Haupthaus gebunkert hatte und sah mich nach den Pferden um. Jackie hatte mich vor einigen Wochen beauftragt, mich um ihre Pferde zu kümmern und sie gegebenenfalls Korrektur zu reiten. Da es sich mittlerweile um einige Pferde handelte, würden mich im Laufe des Tages Leo, Tom und Mia unterstützen, sobald sie auf unserem Hof mit den täglichen Aufgaben fertig wären. Ich fing an zu misten, füttern und die Haflinger auf die Weiden zu führen. Ich mochte die kleinen Lichtfüchse wie Abajo, Meike, Nordstern Sternsinger und Figaro. Mirabella kannte ich noch als Fohlen, Golden Samurai, Nimué, Money, Little Baby, Burberry, Suburb, Jargo, Diamond, Shadow, Amsterdam, Bonito, Askan, Calla, Nachtigall, Joker, Samie, Wendy, Picola, Schattenfalter, Falkenstein, Lana, Luna, Lady Äppel und Windsor folgten. Ich brauchte fast eine halbe Stunde, um nur die Haflinger auf ihre Weide zu bringen. Da hörte ich auf dem Hof ein weiteres Auto ankommen. Ich winkte von weitem den Dreien und ging auf sie zu. Mia würde sich den Westernpferden annehmen und sich um die Hübschen kümmern. Sie war bezaubert von Tainted Whiz Gun, einer Tochter von Toffifee, der mittlerweile auch Jackie gehörte. Sie führte Silver Dream, Kristy, Changa und Black Sue hinaus auf die Weide, während Leo zu den Verkaufspferden ging. Bjatur, Diamond, Rékja, Herbert, Lakritz, Angel und Black Death waren schnell versorgt und ihre Boxen gemacht. Da ging Leo Mia zur Hand und mistete die Boxen der Westernpferde, während sie Bat Cat, Annie, Lies Ahead, Enjoy Nature, Rose, Abigail, Possibility, Blue Gun, War Fades, Dead Snow, I See You und Wikotikabesa ebenfalls hinaus auf die Weiden brachte und mit Leo zusammen die Boxen fertig mistete. Währenddessen machte sich Tom bei den Pferden der Turner Valley Ranch zu schaffen und kümmerte sich um die Lieblinge Lorbas, Pünktchen, Jim Beam, Celsius, Skywalker, Panino, Cabbalero, Par Dieux, Mon Chérie, Puppy Findus, Cindarella, Prince of the half Moon und Puppy. Wir brauchten den ganzen Tag, um die Stallungen zu misten, die Gassen zu kehren, die Pferde zu putzen, striegeln und versorgen. Als ich bei den Haflingern fertig war, ging ich hinüber den zu Vollblütern, da mein Gebiet ja immer noch bei den schwierigen, übermütigen und jungen Pferden lag. Castiel, Cilion, Amara, Candypie, Bring me to Life, Silberstern, Everyday, Faster, Perl, Golden Girl und First von Rothen waren aber ganz zauberhafte Pferde und genossen die Aufmerksamkeit. Auch ihre Boxen mistete ich, kratze ihre Hufe aus, fütterte sie und brachte sie dann auf die Weide. „Und jetzt reiten wir noch eine Runde aus.“ beschloss Tom am Ende. Wir vier sahen uns grinsend an und jeder suchte sich aus den Schönheiten Jackies ein passendes Pferd aus zum Abschluss dieses arbeitsreichen Tages.


      Hilltop Ranch
      ¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
      02. Januar 2017 | 4131 Zeichen von Gwen
      Westerntraining E - A (Trail LK5 - LK4)


      Ich trainierte verhältnismäßig selten Pferde in der Westernsparte. Nichtsdestotrotz hatte dies auch zu meiner Ausbildung gehört, weshalb ich natürlich auch dort erfahren war. Und ausnahmsweise freute ich mich mal richtig auf Tainted Whiz Gun, welche ich im Trail trainieren sollte. Dafür ging es auf die Hilltop Ranch, wo ich sie einige Wochen unter meine Fittiche nehmen würde.
      Im kanadischen Winter war es natürlich mit nur einem großen Platz gar nicht so einfach, aber da dieser gut bewirtschaftet wurde, würde es schon gehen. Als ich anreiste, wurde mir direkt alles gezeigt und ich schaute mir auch alles neugierig an. Nachdem ich auch schon die Box und den Spind meines Berittpferdes kannte, lernte ich auch die Stute kennen.
      Tainted Whiz Gun war ein typisches American Quarter Horse und wirklich hübsch. Leider war sie charakterlich gar nicht so Westernpferd-typisch, denn Tainy war sehr nervös und unausgeglichen. Sie war ein wahrer Meister im Zappeln. Wiederum aber war sie auch gar nicht schreckhaft und deshalb hatte ihre Besitzerin Kit sie auch zum Trail gesteckt. Dort wurde sie endlich auf die richtige Art und Weise gefördert.
      Da Tainy nicht einfach war, widmete ich mich in der ersten Woche vor allem den Hilfen und ihrer Reaktion darauf. Tainy musste wieder aufmerksamer und wacher werden. Zu oft reagierte sie zu spät oder gar nicht. Das konnte man im Trail jedoch nicht gebrauchen, da musste einfach alles stimmen.
      Also weckte ich die Stute auf, forderte sie und lobte sie zugleich aber auch viel. Auf Lob reagierte jedes Lebewesen positiv, man machte viel lieber Dinge, wenn man dafür auch Wertschätzung erhielt. Es war eine gute Variante, um auch Tainy wieder motivierter zu machen.
      Damit ihr nicht zu langweilig wurde, begannen wir schon bald mit den Trailaufgaben. Diese nahm ich zu Beginn allesamt einzeln durch. Am schwierigsten mit Tainy war wohl das Tor: Die Stute musste ruhig stehen und auf meine feinen Hilfen reagieren. Wir scheiterten des Öfteren, ehe es gut klappte.
      In einem Quadrat aus Stangen übten wir später die 360° Drehung nach rechts und nach links, dabei durfte Tainy nicht über die Stangen treten.
      Da sie sehr wenig war, klappte das beinahe schon zu gut, so dass ich sie sogar stoppen musste, damit sie sich nicht zu weit drehte. Generell waren Stangen bei der Stute jedoch kein Problem, auch die Übergänge zwischen Walk, Jog und Loop gingen sehr gut und sie reagierte da inzwischen schon sehr fein darauf.
      Anstrengend war hingegen der Back Up. Von dieser rückwärtsrichtenden Übung hielt ein zappeliges Pferd wie Tainy nicht viel und ich investierte auch einige Stunden Bodenarbeit darein, um es ihr zuerst am Boden schmackhaft zu machen und dann unter dem Sattel. Auf dem großen Platz befand sich auch die für Trail typische Brücke.
      Auch eine Übung, die bei Tainy nicht viel Arbeit bedurfte. Aber erst jetzt wurde es interessant, denn nun kombinierte ich die Übungen, so wie Tainy sie auch auf Turnieren vorfinden würde. Es erforderte von der Stute allerhand Aufmerksamkeit und sie musste sich auch durchgängig konzentrieren.
      Das war gar nicht so einfach, aber Übung machte ja bekanntlich den Meister. Langweilig wurde einem mit Tainy auf jeden Fall nie, denn sie ließ sich gerne mal Schabernack einfallen und sie war auch sehr kritisch mit ihrem Reiter. Da kam mir meine langjährige Erfahrung wirklich zu Gute, so dass ich immer schon vor Tainy reagieren konnte, ehe es zu Diskussionen oder Auseinandersetzungen kam.
      Meine Zeit auf der Hilltop Ranch neigte sich so allmählich dem Ende zu und auch Tainy war inzwischen gut gewappnet für die Leistungsklasse vier. In der letzten Woche absolvierten wir einige sehr gute Durchgänge. Natürlich konnte das auf Turnieren mit der üblichen Nervosität und der ganzen Atmosphäre anders aussehen, aber ich war mir sicher, dass Kit das schon noch mit ihrer hübschen Stute erarbeiten würde.
      Aus dem Grunde beobachtete ich am Tag meiner Abreise noch ein Weilchen Kit beim Barrel Race, ehe mein Taxi auch schon kam und mich nach Hause fahren würde. Ich wünschte Kit schon einmal ein frohes neues Jahr und viel Erfolg für die kommende Turniersaison.
    • Veija
      [​IMG]
      05. Mai 2018 | 7664 Zeichen von sadasha

      Schwarz-weißes langes und verfilztes Langhaar, eigentlich weiße Füße, breites Kopfabzeichen, blaue etwas getrübte Augen. So beschrieb man mir eine verwahrloste Stute, die wohl so abgemagert war, dass man nur erahnen konnte wie sie in Topform aussehen würde. Es war purer Zufall, dass ihre Papiere auffindbar waren und man sie als reinrassiges Quarter Horse mit klasse Abstammung identifizieren konnte. "Wir wissen nicht wohin mit ihr." klagte mir die Mitarbeiterin des Tierschutzes ihr Leid. In ihrer Not rief sie mit einem Kollegen sämtliche Ställe in der Umgebung an und mich kannte sie noch von einer Rettung die nun schon Jahre her ist. Der Araber Majd lebte längst nicht mehr bei mir, hatte aber bei Rin einen wunderbaren Platz gefunden. Eismärchen wurde erst letzten Winter abgeholt und lebte jetzt in Deutschland. "Crowley?" fragte die Stimme am anderen Ende der Leitung zögernd, da ich keine Antwort mehr gab. Ich ließ ein gedankenverlorenes Grunzen vernehmen, während ich meinen imaginären Blick über meine noch freien Boxen schleifen ließ. "Wie schlimm ist es?" fragte ich knapp und hatte die Frau damit verwirrt. "Ähm." Sie suchte nach Worten, doch ehe sie antworten konnte lenkte ich ein. "Vergiss es. Wo steht sie denn jetzt? Wann muss sie da weg?" Hysterisch jubelte sie und begann sich bei mir zu bedanken, noch ehe wir meine Fragen klärten.

      Am nächsten Tagen kuppelte ich mit Isaacs Hilfe den Hänger an meinen Wagen. Er verlor kein Wort über die nun folgende Aktion, sondern zeigte mir mit einem breiten Grinsen dass er schon wusste, dass es nicht mehr lange hätte dauern können ehe ich mit einem neuen Pferd die funktionierende Stallordnung über den Haufen werfen würde. Zumindest dachte ich das. Ich hatte mir von Verdine ein Halfter geborgt und einige Leckereien mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in die Tasche gepackt. Käthe informierte ich per WhatsApp über eine neue Westernstute.
      In aller Ruhe parkte ich den Hänger auf dem kleinen Hof, als plötzlich jemand neben der Fahrertür auftauchte und an die Scheibe klopfte. Vor Schreck trat ich auf die Bremse und erkannte dann dass es die Frau vom Tierschutz war. Sie hatte sich über die Jahre kaum verändert. Sie trug ihr dunkelblondes Haar noch immer zu einem tiefen Pferdeschwanz gebunden, hatte einen komfortablen Kleidungsstil, was wohl auch ihrer harten Arbeit zu verdanken war und sie trug offenbar noch die gleichen abgerockten Stiefeletten. Ich kurbelte die Scheibe runter und grüßte sie freundlich. Dann nahm ich den Fuß von der Bremse und ließ weiter rückwärtsrollen. "Nein, nein. Du solltest gleich auf die Weide fahren, dann können wir sie einfacher eintreiben." korrigierte sie mein Vorhaben und mir rutschte fast das Herz in die Hose. Was sagte sie da? Eintreiben? Ließ sich die Stute denn nicht normal führen? Ich schluckte und schaltete den Gang um. "Folge mir einfach, ich weise dich dann ein. Wir haben Alles vorbereitet."
      Tatsächlich waren auf der Weide noch ein paar andere Mitarbeiter des Tierschutzes, bewaffnet mit großen Brettern mit denen sie eine Gasse bilden konnten. Erst als ich ausstieg äußerste ich meine Bedenken an dieser Aktion. Das Verletzungsrisiko für Pferd und Mensch war enorm hoch bei sowas. Mit verschränkten Armen und dem Leckerliebeutel am Gürtel stand ich da und beobachtete das Treiben. Die braune, enorm verdreckte Stute stand in der hintersten Ecke der Weide. "Stand die hier ganz alleine?" Man schüttelte den Kopf, war aber jetzt nicht zu Gesprächen auferlegt. Jemand bugsierte mich zur Seite, sodass ich nicht aus Versehen umgerannt werden konnte. Ich war noch immer nicht überzeugt, doch sie hatten die Stute schnell in Hängernähe. Hier scheute sie vor den ganzen Menschen, wurde jedoch nicht wieder weggelassen. Sie war eine tickende Zeitbombe. Irgendwann würde sie steigen und auskeilen und den nächstbesten hier verletzen. Oder sie würde unkontrolliert buckelnd stürzen sich irgendwo verkeilen und sich irgendwas brechen. Meine Gedanken überschlugen sich während ich dem Theater zusah. Kurz bevor die Braune auf den Hänger rannte erfasste sie mich mit ihrem panischen Blick. Einen Augenblick später zog man auch schon die Rampe hinter ihr hoch. Aus dem Hänger klopfte es heftig und mir blutete das Herz. "War das wirklich nötig?" fragte ich entrüstet. Ich kassierte ein paar mitleidige aber auch ein paar genervte Blicke, doch wieder keine Antwort. Ich wandte mich an die mir bekannte Kollegin, die mir endlich erklärte warum hier so ein Aufriss veranstaltet wurde. Es wurde wohl schon versucht die Sache ruhig anzugehen, doch die Stute war so verängstigt, dass sie keinen an sich ran ließ. Ich seufzte. "Das konnte man mir am Telefon nicht sagen?" - "Hättest du sie dann genommen?" Ihr Blick war reumütig, was auf mich deeskalierend wirkte. Wenigstens war sie sich ihrer Schuld bewusst. Trotzdem konnte ich nicht fassen was in den letzten Minuten passiert war. "Danke, Crowley." Ich schnaubte verächtlich und stieg in meinen Wagen. Doch bevor ich losfuhr saß ich noch einige Minuten mit offener Türe da und beruhigte mich, dachte nach was ich jetzt zu organisieren hatte. Ich beschloss Isaac zu informieren, damit er einen Weidenteil abstecken konnte, wo sich die Stute erstmal einleben konnte. Er sollte Kerry ebenfalls vorbereiten, dass sie in der nächsten Zeit viel Zeit mit der neuen Stute verbringen würde. Sie musste erst wieder Vertrauen zu Menschen fassen.
      Isaac hatte wie besprochen eine Weide abgesteckt und so kurvte ich mit dem Hänge so ein, dass wir die Stute nicht noch mehr Stress aussetzen mussten. Einmal auf der Weide lief sie wieder in die hinterste Ecke und wagte es nicht zum Hänger zu kommen, ehe nicht beide Menschen verschwunden waren. "Sie muss dringend geputzt werden und hast du ihre Hufe gesehen?" fragte Isaac besorgt, der wohl etwas anderes erwartet hatte. Ich nickte stumm, während ich Hänger und Wagen quer über den Parkplatz stehend abstellte. "Um den Hänger kümmere ich mich morgen." Sobald ich ausgestiegen war zog ich meine Schachtel Zigaretten hervor und steckte mir eine an. Meine Nerven lagen blank. Nichtmal Pitch der sich freute, dass ich wieder da war, konnte mein Gemüt erhellen. Kerry sah genauso besorgt aus wie Isaac. "Du solltest sie einem Tierarzt vorstellen. Wer weiß, was sie sich Alles eingefangen hat." forderte sie. Mir war klar, was ich jetzt tun musste, also nickte ich. Für eine ausführliche Antwort fehlte mir die Energie. Kerry ließ von mir ab und schien zur Weide der neuen Stute zu gehen. Es war gut, wenn einer sie im Blick behielt. Isaac war so schlau gewesen den Teil vor dem Wohnhaus abzustecken, sodass ich schnell bei ihr war, sollte ich irgendwas Verdächtiges hören. Abermals schrieb ich Käthe und gab ihr ein Update über den Verlauf des Mittags. Erst als ich noch eine zweite Zigarette aufgeraucht hatte ging ich ins Haus, zog mich um und ging mit Pitch joggen um den Kopf frei zu bekommen. Wieder zu Hause setzte ich einen Tierarzttermin für Tainted Whiz Gun, wie Tainy mit vollem Namen hieß.

      Heute konnte ich für die Braune nichts mehr tun, außer ihr etwas Futter und Wasser hinzustellen. Also beschäftigte ich mich für den Rest des Tages mit Slap Happy. Die Vollblutstute hatte etwas an sich, was mich immer wieder zur Ruhe brachte. Ich putzte sie heute besonders ausgiebig und befreite sie dabei von gefühlt zehn Tonnen Winterfell. Dann sattelte ich sie für einen langen Ausritt. Kerry versicherte sich, dass mein Handyakku voll genug war und ließ mich erst danach vom Hof reiten.
      Der Ausritt war heilend und wir kamen erst spät abends wieder nach Hause. Da die Mitarbeiter schon größtenteils den Hof verlassen hatten ließ ich den Abend mit Pitch ausklingen.
      [​IMG]
      11. Juni 2018 | 13.173 Zeichen von sadasha
      Neuzugänge

      Als mitten in der Nacht das Telefon klingelte drehte ich mich zuerst noch einmal auf die andere Seite, in der Hoffnung den schrillen Ton ignorieren zu können. Doch sobald ich mich umgedreht hatte leckte mit Pitch hektisch über das Gesicht. Genervt schob ich ihn von mir weg und richtete mich ächzend mit einem Blick auf die Uhr auf. Wer zur Hölle ruft um 2:37am an? Die Vorwahl sagte mir nichts und das konnte nur bedeuten, dass der Anrufer von weit weg kam. Wenigstens erklärte das auch die irre Zeit. Verschlafen nahm ich das Gespräch an und brummte ins Telefon. "Ehm… Hunter?" Ich brummte erneut. Eine Frau war am anderen Ende der Leitung und die Verbindung stand eher schlecht als recht, sodass der Ton knisternd und rauschen bei mir ankam. "Hey! Wir hatten uns doch über deine Tinker unterhalten! Und was du suchst und ja… Ich hab eine tolle gefunden, Pearl carrier und… du wolltest keine Fohlen oder?" Nachdenklich schwieg ich. Cooper aus Kanada war am Telefon, doch auch bei ihr musste es jetzt schon spät sein. "Schläfst du auch mal?" brummte ich ohne ihre Frage zu beantworten. Sie lachte. "Ist doch noch früh hier! Oh, hab ich dich geweckt? -" sie brabbelte eine Entschuldigung und redete dann über ein Fohlen, das sie ebenfalls entdeckt hatte. "Double Dilute! Du suchtest doch sowas oder nicht? Und eine Stute! Warte, ich schicke dir Fotos. Und… Hunter ich hab die zwei gekauft, du kannst also nicht Nein sagen. Im Zweifelsfall werden die sicher auch klasse Therapiepferde für deine… Freun-, Kollegin?" Ich hatte nach Fotos mein Gehör eingestellt und kramte nach meinem Laptop. Pitch hatte seinen Kopf auf dem Bett abgelegt und sah mir schwanzwedelnd dabei zu wie ich versuchte klar zu werden. "Warte kurz, der Laptop braucht Strom…" unterbrach ich Cooper. "...und ich brauche Kaffee."

      Nachdem ich mir einen Kaffee gemacht und Pitch auf den Hof gelassen hatte, setzte ich mich mit dem Laptop ins Wohnzimmer wo auch das Ladekabel lag. Die Stute war bereits eingeritten und gefahren und komplett durchgetestet was Erbkrankheiten und Farben betraf. Für mich also perfekt und dass sie Pearl Trägerin war würde später noch mit Mephisto interessant werden. Das Tinkerfohlen war sehr kompakt gebaut trotz der Größe und sie sah auch ansonsten korrekt aus. Hier wurde nicht nur wegen der Farbe gezüchtet. Trotzdem sah ich mir auch die Linien der kleinen Stute ausgiebig an, ehe ich mich bei Cooper bedankte. Gemeinsam planten wir die Überfahrt nach England und klärten das Finanzielle. Als ich auflegte wurde es schon hell und auch Cooper war jetzt müde. Wir wünschten uns also noch eine gute Nacht und legten dann auf. Ich jedoch blieb jetzt wach. Ich ging ins Bad um zu Duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Noch bevor einer der Angestellten eintrudelte hatte ich die Fütterung fertig, die ersten Pferde auf die Weiden gebracht und mistete die ersten paar Boxen, bis Beth zum Arbeitstag kam und mir das Werkzeug aus der Hand schnappte. "Guten Morgen!" meinte sie fröhlich und lächelte mich an. "Du hast wohl nichts Besseres zu tun, hm?" Ich verneinte grinsend und streckte mich ausgiebig, ehe ich aus Benjis Box ging. Der kleine Hengst stand zusammen mit seinem Shettykumpel Niffler auf einer doppelt gesicherten Weide aus denen sie nicht mehr ausbüchsen konnten. Zu meiner Überraschung kam mir Ruby entgegen, als ich Thomas von der Weide holen wollte um mit ihm zu arbeiten. Sie hatte ihren Ponyhengst Braddock 'The Parrot' an der Hand. "Mit dir habe ich erst am Nachmittag gerechnet. Keine Schule heute?" Sie grinste über beide Ohren und nickte. "Richtig. Es sind viele Lehrer krank und deshalb dürfen heute zwei Klassen zu Hause bleiben. Ich bin unter den Glücklichen." - "Na dann viel Spaß." meinte ich und ging weiter zu meinem Drum Horse Hengst. "Achja Hunter?!" rief Ruby noch und ich blieb kurz stehen. "Später kommen noch ein paar Freundinnen, können wir uns die Shettys dann leihen? Nur auf dem Hofplatz etwas Spielen mit den Ponys?" Ich nickte und gab ihr einen Daumen hoch, ehe ich wieder kehrt machte. Thomas stand zusammen mit Tank am Rand der Weide, wo das höchste Gras wuchs. Doch im Gegensatz zum Rappen graste er nicht, sondern beobachtete aufmerksam mein Verhalten. Vielleicht erkannte er, dass ich sein Halfter mitschleppte. Jedenfalls trabte er ein paar Schritte auf mich zu, sodass auch Tank kurz aufsah um zu überprüfen was seinen Kumpel aufmischte. "Guter Junge." lobte ich den Schecken und streichelte den kräftigen Hals, als er bei mir stand und sich das Halfter überziehen ließ. Den fast vierjährigen Hengst hatte ich seit Kurzem unterm Sattel und er machte sich soweit ganz gut. Die langen Beine bekam er noch nicht immer richtig geordnet, doch dafür übten wir das ja. Auch heute sattelte und zäumte ich ihn. In der noch recht kühlen Reithalle longierte ich Thomas zuerst ab und schwang mich dann in den Sattel. Im Moment arbeiteten wir an seinem Trab und den Übergängen zum Schritt. Hier und da, wenn die Motivation stimmte versuchten wir es auch schon mit kurzen Galoppphasen. Doch die waren kaum nennenswert und wirklich schlacksig in der Ausführung. In Trab und Schrott kam Thomas aber schon gut runter, lernte sich zu entspannen und versuchte es mir Recht zu machen.
      Nach der Session mit dem Drum Horse Hengst rief ich bei Käthe an. Sie erzählte mir vom ein oder anderen Neuzugang und dass sie nun aufpassen müsse nicht noch mehr Pferde ins Boot zu holen. Ich erklärte ihr, dass es mir da im Moment nicht viel anders ging. Die beiden Neuzugänge Stonery und Hester würden wohl nächste Woche eintreffen. "Achja und wenn du ja jetzt eine Rappstute hast verlange ich ein Shooting zusammen mit Moulan und als Kontrast vielleicht Smooth Gravity, sollten die sich verstehen." meinte ich und lächelte bei dem Bild, das ich mir da zusammenstellte. Echo's Maiden sollte die Rappstute heißen. "Mit blauen Augen!" Ich war sehr gespannt sie kennenzulernen. "Und wenn du so denkst, kannst du Sympathy of the Devil auch gleich mit einplanen. Die ist auch schwarz-weiß." Ich brummte wohlwollend. "Und wen hat dir Occulta noch verkauft?" fragte ich neugierg. "Einen Hengst." sagte sie aufgeregt. "Valentine's Cantastor heißt er. Ein Brauner." Da ging mir sofort ein Licht auf. "Den habe ich gesehen, als ich sie mal besucht habe. Holst du die zwei ab oder werden sie dir gebracht?" Käthe schwieg. "Ich sehe dich nicht, das ist dir aber klar oder?" fragte ich vorsichtig. "Ja klar… Keine Ahnung, das haben wir noch nicht geklärt." Ich lachte leise. "Gut, ich komme später vorbei. Bearing Spots und Compliment erkennen mich vielleicht schon nicht mehr, so lange war ich nicht mehr da." Wir legten auf. Kerry hatte mittlerweile Vikar und Mister Blockhead für heute fertig, sodass sie nur noch die Stuten übrig hatte. "Venetia und Magical Touch spanne ich mir an und bin für etwa eine Stunde im Gelände." erklärte ich und ging mit den Halftern der beiden Stuten auf die Weide. Erleichtert dankte sie mir und schnappte sich das Halfter von Felan. Max und José sind fleißig mit CHH' Classic Spring und PFS Strolch. Die beiden Vollblüter räumten auf den Rennen aktuell viele Schleifen ab. Bald würde ich Bear Brooks Denahi ebenfalls auf die Rennbahn schicken, doch ihr fehlte es noch an Ausbildung.
      Während ich mit den beiden Tinkerstuten unterwegs war überlegte ich was ich am nächsten Tag unternehmen wollte. Die beiden benahmen sich vorbildlich und wir hatten eine sehr entspannte Runde um das Gestüt herum. Die Schatten der Bäume ließen die brennende Sonne nicht zu uns durchdringen, sodass wir immer noch fit waren als wir auf den Hof zurück kehrten. "Crowley, sie sollten was essen!" rief mir Mrs. Clayton von der Türe zu. Ich brachte zuerst die beiden Stuten zurück auf die Weiden und schob die Kutsche die letzten paar Zentimeter in die Scheune, ehe ich zum Essen kam. Danach setzte ich mich mit Pitch ins Auto und fuhr nach Nottingham um Käthe zu besuchen.

      "Erin ist mit Hibana unterwegs." erklärte Käthe und küsste mich sanft zur Begrüßung. "Wir haben den Hof für uns!" Hinter ihr stand Amistad und stupste sie ungeduldig an. "Wir bringen den kurz weg ja? Dann zeig ich dir auf dem Rückweg Echo's Maiden und dann gehen wir rein. Die beiden anderen sind ja noch nicht hier. Aber ich hab Fotos!" erzählte sie stolz. Dass ich auch nach den beiden Fohlen gucken würde war selbstverständlich. For an Angel streckte neugierig den Kopf aus der Box, als wir an ihr vorbeigingen. Amistad war auch nicht abgeneigt gegenüber der hübschen Stute, doch Käthe kannte keine Gnade und zog den Scheckhengst weiter bis zu seiner Box. "Wo sind denn die Kleinen?" wollte ich wissen. Käthe zeigte nach draußen und ich beschleunigte meinen Schritt. Bearing Spots und Compliment standen gleich draußen, wenn man aus dem Stall kam und warteten darauf reingeholt zu werden. "Die sollen noch draußen bleiben, Hunter!" rief Käthe, als ich das Tor öffnete um mich auf die Weide zu mogeln. Sofort kamen die beiden zu mir und taxierten mich neugierig. Doch Leckerchen hatte ich heute nicht dabei. Besonders Compliment hatte nochmal einen ordentlichen Wachstumsschub. Ich ließ meinen Blick über die anderen Weiden schweifen. Grenzfee stand auch noch draußen zusammen mit der neuen Rappstute. Smarty Jones war der einzige, den ich noch nicht gesehen hatte. Aber er würde dann wohl in seiner Box stehen. Pitch fing an zu quängeln, weil ich ihn nicht mit auf die Weide gelassen hatte und bevor er richtig laut wurde kam ich lieber wieder raus und ging mit ihm Käthe hinterher ins Haus. Hier tauschten wir uns über unser beider Neuzugänge aus. "Ach, ich hab ganz vergessen dir Echo's Maiden zu zeigen." sagte Käthe schockiert. Doch ich unterbrach sie, ehe sie weitersprechen konnte. "Ich hab sie eben schon gesehen. Sie sieht toll aus. Wunderbar groß!" - "Und ihr Fell ist total samtig!" fügte Käthe hinzu woraufhin ich schmunzelte.

      Wir waren erst spät wieder heim gefahren und so schaffte ich es in dieser Nacht wieder nicht den verlorenen Schlaf nachzuholen. Doch es half nichts. Wenigstens war Kerry früher da und hatte sich schon Iseabail und Lady Lyneth Bowen gewidmet. Ich ging daher sofort über zu meinen Vollblütern. Kerry würde später noch Xana bespaßen. Ich begann mit Happy Fantasy. Die Stute kam grundsätzlich etwas zu kurz und deshalb gehörte mein Vormittag heute gänzlich ihr. Ich putzte sie ausgiebig, sattelte sie dann und ging mit ihr auf die Militarystrecke in Mitten der Rennbahn. Von hier aus konnte ich meinen Jockey bei der Arbeit zusehen. Sie hatten heute die Oldies Ehrengold und Mikado aus dem Stall geholt. In der Mittagspause erklärte ich den beiden dass ich mir als nächstes Mr. Raw Depression rausnahm. Die beiden nickten und sagten dann dass sie PFS' Savory Blossom und Raving Hope Slayer rennen wollten.
      Ich freute mich sehr, als am Nachmittag Isaac aus dem Urlaub kam. Übersäht mit noch mehr Sommersprossen als üblich und mit heller Fläche rund um die Augen, weil er wohl die Sonnebrille nicht abgenommen hatte bevor er sich an den Strand gelegt hatte. Freundschaftlich begrüßten wir uns und gingen zusammen in den Stall. Blütenzauber und Riven in a Dream waren die nächsten, die wir uns vornahmen. So heiß wie es war zogen wir uns in die Reithalle zurück, wo auch Abby schon den ganzen Tag war. Sie hatte sich mit Moulan beschäftigt und jetzt gerade ritt sie Scarlet in Birth warm. "Beth macht das mit den Fohlen gut oder?" fragte Isaac, der unsere Stallhilfe vor seinem Urlaub auserkoren hatte die Fohlenarbeit zu übernehmen. Sie hatte damit zu Beginn sehr zu kämpfen. "Sie hat sich gut mit ihnen eingespielt, ja." gab ich zurück. Besonders das Hengstfohlen Golden Sugar hatte sie ganz gut im Griff. Die Flausen von PFS' Storm Cat oder Stars of Magic waren dagegen ein Witz. Als wir mit den beiden Stuten fertig waren hatte Beth gerade Little Miss Backyard an der linken und Fantastic Sonata an der rechten Hand. "Könnt ihr nicht noch die letzten beiden übernehmen?" flehte sie und Isaac und ich tauschten vielsagende Blicke aus. Wir stimmten aber zu. So konnte Beth mit der Stallarbeit weiter machen und Isaac und ich schnappten uns What Rainbow und Rouge Trap. Die beiden Stuten brannten schon darauf die Welt zu erkunden. Als wir jedoch mit ihnen nach draußen gehen wollten um eine Runde um den Hof herum zu machen scheuten sie und wollten lieber wieder zurückgehen. Wir tasteten uns also eine Ecke vorsichtiger heran und ließen die beiden Stutfohlen in Ruhe gucken und das Tempo selbst bestimmen. Weit kamen wir so zwar nicht, aber wir konnten das Führtraining mit einem positiven Gefühl abschließen, als wir nach einer halben Stunde auf den Hof zurück kehrten um die Fohlen in ihre Boxen zu bringen wo sie übernachten würden.
      Am nächsten Tag hatten die meisten Pferde frei und so konzentrierte ich mich auf Slap Happy. Isaac hatte sich Bear Totem's Denali fertig gemacht und Kerry nahm LMR Lady Luna mit auf einen gemeinsamen morgendlichen Ausritt. Am Nachmittag kümmerten sich die beiden um Verdine und Tainted Whiz Gun, sodass ich frei hatte. Ich nutzte die Zeit um mit Pitch zum See zu gehen und die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Nächste Woche würden die beiden Neuzugänge eintreffen und die Stallordnung wieder mal aufmischen.

      [​IMG]
      01. November 2018 | von sadasha
      Schnelle Pflege für alle Pferde

      Nachdem ich endlich vom Arzt das Go bekommen habe meine Pferde wieder zum teil selbst zu versorgen, machte ich mich heute früh gleich auf in den Stall um bei der Fütterung auszuhelfen. Ich fing bei meinen Zuchtstuten an um sie als erste auf ihre Weide bringen zu können. LMR Lady Luna, PFS' Savory Blossom und Scarlet in Birth streckten schon neugierig die Köpfe aus der Box, als sie den Fuggerwagen hörte. Slap Happy kam erst zur Tür, als ich bereits vor ihr stand. Als Boxennachbarin wurde dann auch Mikado neugierig. Riven in a Dream war noch im Halbschlaf und musste erstmal aufstehen, als sie das Futter hörte. Ich versuchte noch ein Foto davon zu machen, wie sie in ihrer Box lag, doch ich war zu langsam und erwischte sie mitten in der Bewegung. Die Dunkelheit gab dann den Rest dazu, das Bild war komplett verschwommen. Als nächstes waren Moulan, Blütenzauber und Bear Totem's Denali an der Reihe. Die Vollblut Zuchtstuten waren damit fertig. Nach der Fütterung kamen sie auf ihre Weide. Jetzt waren Tainted Whiz Gun, Verdine und Happy Fantasy bereit für ihr Frühstück. Die bunte Truppe stand nicht mit den Zuchtstuten auf einer Weide. Sie hatte ein eigenes Weideplätzchen und war so harmonisch, dass ich sie gar nicht in die große Herde werfen wollte. Die "Youngsters" hingegen schon. CHH' Classic Spring, PFS' Storm Cat, Rouge Trap, Fantastic Sonata und Essence of Life konnten sich schonmal daran gewöhnen mit tragenden Stuten und Fohlen umzugehen. Sie waren meine Anwärter. Die Jährlingsstuten Little Miss Backyard, Stars of Magic und What Rainbow standen zusammen mit Hester auf einer Weide weiter weg von ihren Mutterstuten. Das Absetzen hatten sie bereits hinter sich, doch ehe sie wieder zu den Großen kommen, würde noch etwas Zeit versteichen. Framed in Fantasy, mein neuster Zuwachs stand zusammen mit Braddock 'The Parrot', Niffler und Benji auf einer Weide, da ich aktuell keine Hengstfohlen außer ihm auf dem Hof hatte. Als die Fütterung der Stuten durch war öffnete ich die Paddockboxen der Hengste. Dabei ließ ich zuerst die älteren Hengste raus. Ehrengold und Mr. Raw Depression und danach Reverence. Zuletzt kamen Raving Hope Slayer und PFS Strolch auf ihre Paddocks.
      Mirko hatte sich in der Zwischenzeit um den zweiten Stalltrakt gekümmert und Xana, Stonery, Venetia, Felan, Magical Touch, Delmara, Iseabail, Lady Lyneth Bowen und Uschi komplett versorgt. Beth war noch dabei die Kaltbluthengste raus zu bringen. Maeyr, Schneemann und Mister Blockhead hatte ich schon draußen gesehen. Tank, Buck or Two, Thomas, Vikar und Mephisto standen noch in ihren Boxen. Ich hatte noch zwanzig Minuten Zeit um eine Box fertig zu machen für den heutigen Neuankömmling. Ramira, eine Tinkerstute, die auch Kerry gut gefallen wird. Sie war charakterlich einwandfrei und genoß bislang ein sehr liebevolles zu Hause in dem sie ordentlich in der Freiarbeit gefördert wurde. Für ein Therapiepferd exzellente Voraussetzungen. Nach der langen Reise aus Deutschland würde sie erstmal Ruhe brauchen. Ich streute deshalb so ein, dass sie es gemütlich hatte. Futter würde sie Portionsweise mitbringen, sodass ich mir darum vorerst keine Gedanken machen musste. Futterumstellungen hatte ich nun schon zu genüge umgesetzt und auch Ramira wird damit sicher gut zurecht kommen, sobald ich damit beginne. Ich legte ein paar saftige Möhren in den Futterkrug und öffnete das Fenster zum Innenhof. Damit war ich mit meinem Tagesplan fertig.

      [​IMG]
      1. April 2019 | von sadasha
      Frühlingseinbruch
      Den Kopf auf eine Hand gestützt, saß ich auf dem Hocker in der Sattelkammer. Ich starrte die offene Dose Lederfett an, die vor mir auf dem Boden stand, sah sie jedoch nicht. Ich war mit meinen Gedanken bei meinen Eltern, suchte Lösungen für das Dilemma, das sich um sie wob, wie ein giftiges Netz. Die Nachricht vom Schlaganfall meines Vaters hatte mich vor zwei Tagen aus der Bahn geworfen. Meine Mutter war vollkommen aufgelöst und lief herum wie ein aufgescheuchtes Huhn, wenn man sie besuchte. Sie fand sich alleine nur schwer zurecht. Jahrzehnte lang hatte sie meinen Vater an ihrer Seite, ihr Ruhepol, ihr Anker. Jetzt war er im Krankenhaus und kämpfte mit den Folgen des Schlaganfalls. Die Ärzte wollten uns nicht zu viel versprechen, er würde vielleicht wieder gehen lernen, vielleicht wieder sprechen können, aber sein Geist war sehr mitgenommen. Ich hatte meine Mutter wegen ihrer ebenfalls schlechten Verfassung nach Hause geholt. Hier konnte ich immer ein Auge auf sie werfen, sie ablenken. Mein Team half mir dabei und es zeigte bereits Wirkung. Aber war das die Lösung? Sicher nicht. Ich musste mir für die Zukunft etwas anderes überlegen.
      Ich seufzte und riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Jemand hatte die Tür hinter mir geöffnet. Als ich mich umwandte sah ich, dass es Kerry war. Sie brachte Sattel und Trense von Vikar nach ihrem Training zurück. „Vikar kam heute aus dem Schwitzen kaum noch raus. Auch die anderen Kaltblüter tun sich schwer mit dem plötzlichen Frühlingseinbruch. Kannst du mir helfen sie zu scheren? Ich bin mit der Maschine so unsicher.“, fragte sie, als sie das Zubehör fertig verstaut hatte und sich zum Gehen wandte. Ich nickte zum Sattel auf dem Bock vor mir. „Ich mach den noch fertig, dann komme ich.“
      Kerry hatte Tank auf die Stallgasse geholt und ihn gründlich geputzt. Der Shirehengst sah mich aufmerksam an, als ich mich mit der Schermaschine näherte. Er war meistens entspannt. Das Scheren kannte er und gerade ihm mit seinem schwarzen Fell, war es immer eine große Erleichterung, wenn wir ihm beim Fellwechsel halfen. „Ich hol schon mal den nächsten Kandidaten, dann kann ich Putzen, solange du Tank scherst.“ Abermals nickte ich und schloss die Maschine am Strom an. Ich stellte eine recht kurze Haarlänge ein und begann am Hals gegen den Strich zu scheren. Kerry hatte die Mähne fest eingeflochten, sodass sie mich jetzt nicht störte, selbst wenn sich Tank einmal schüttelte. Ich nahm mir die Zeit um langsam die Bahnen zu ziehen und auf Unebenheiten zu achten. Schließlich wollte ich den Hengst nicht verletzen. Immer wenn ich absetzte prüfte ich die Temperatur der Schermaschine. Wurde sie zu heiß, setzte ich für ein paar Minuten aus, damit sie sich abkühlen konnte. Nach Tank war Felan an der Reihe. Kerry brachte den Hengst weg und ich ging eine Stallgasse weiter um die Schimmelstute zu scheren. Felan war auch sehr ausgeglichen und ruhig. Der Krach der Schermaschine machte ihr nichts. Ihre dunkle Haut ließ das Fell grau erscheinen. Kerry half mir beim Po und hob den Schweif an, da Felan ihn nicht von selbst hochnahm, wenn ich in die Gegend kam. Dadurch dass die Stute deutlich kleiner war, als Tank war ich auch viel schneller mit dem Scheren fertig. Kerry hatte dennoch schon das nächste Pferd fertig geputzt. Schneemann war zwar auch weiß, hatte aber eine helle Haut, da er kein Schimmel war. Er bekam eher einen rosa Touch, wo die Haut durchschimmerte. Während ich ihn scherte, putzte Kerry Uschi, deren Dapples beim Schervorgang deutlicher zum Vorschein kamen. Eine Herausforderung stellte Maeyr dar. Der Hengst war mal wieder in Höchstform und schnappte immer wieder nach mir, wenn ihm eine Stelle nicht passte. Als ich seine Spinnereien satt hatte bat ich Kerry ihn abzulenken, damit ich den Schervogang in Ruhe abschließen konnte. Auch Mister Blockhead war nicht begeistert vom heutigen Tagesprogramm. Nach ihm legten wir erstmal eine Pause ein und aßen zu Mittag.
      „Holt ihr die anderen? Wir haben für Alle gekocht.“, bat meine Mutter, als wir die Küche betraten. Sie sah glücklich aus. Mrs. Clayton deckte im Hintergrund den Tisch. Es roch köstlich nach gebratenem Fleisch und Rosmarin. Kerry und ich teilten uns auf und holten den Rest des Teams. Ein so üppiges Essen hatten wir selten. Meistens gab es Eintöpfe, Suppen, irgendwas, das sich schnell für eine große Truppe anrichten ließ. Jetzt wo Mrs. Clayton jedoch die Hilfe von meiner Mutter hatte tischten sie gemeinsam auf. Sie waren ein ausgezeichnetes Team. „Als nächstes scheren wir Mephisto und Buck or Two. Dann sind es nur noch die übrigen Stuten.“, erklärte Kerry. Liz sah auf. „Das macht ihr also den ganzen Tag! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit die Fohlen an das Geräusch gewöhnen?“, schlug sie vor. Ein zustimmendes Murren ging durch die Reihe, da niemand den Mund leer hatte um in Worten zu antworten. Den Rest des Essens diskutierten wir aus wie dir das Fohlentraining am besten einbringen konnten ohne die Kleinen komplett zu verschrecken. Am besten ging das mit den sehr routinierten Stuten. Xana, Venetia, Ramira und Sovereign boten sich an.
      Nach dem Essen ging es dann an die Umsetzung. Ich begann damit die Stuten zu scheren und Kerry sah immer mal wieder mit einem der Fohlen vorbei. Zuerst mit Hester, die das Alles recht wenig interessierte. Gut für sie, denn als Tinker würde die später öfter in den Genuss kommen zum Fellwechsel geschoren zu werden. Aber auch die Vollblutfohlen Little Miss Backyard, What Rainbow und Framed in Fantasy konnten sich mit dem Geräusch und dem Vorgang etwas vertraut machen. Als die vier Stuten unseres Vertrauens durch waren mit Scheren, fehlte nur noch Stonery. Auch sie wurde heute von überschüssigem Winterfell befreit und anschließend mit einer leichten Decke eingedeckt.
      Der nächste Tag begann ganz standardmäßig. Es war für mich schon so normal, meine Mutter im Haus zu haben, dass es sich unnatürlich anfühlte, sie demnächst wieder wegzuschicken, damit sie weiter mit meinem Vater leben konnte. Doch für den Moment genoss ich ihre Anwesenheit und ihre Hilfsbereitschaft im Haushalt. Sie hatte sogar Pitch raus gelassen, sodass ich sofort an die Arbeit mit den Pferden gehen konnte. Ich schnappte mir zuerst Ehrengold und Sunday Morning und steckte sie in die Führanlage, die beiden braunen Hengste verstanden sich erstaunlich gut und so konnte man sie halbwegs unbeaufsichtigt ihre Runden drehen lassen. Von der Reithalle aus konnte ich sie beobachten. Ich machte mir Riven in a Dream fertig und wärmte sie zuerst einmal gründlich auf. Als ich damit fertig war betrat Isaac mit Mikado in die Halle. „Keine Stangen aufgebaut? Bist du krank?“ Ich lachte. „Kein Bedarf. Aber nur zu, wenn du Stangenarbeit machen möchtest: Fühl dich frei.“, gab ich zurück und trabte Riven an. Isaac beließ es für seine erste Trainingseinheit des Tages dabei und baute erst nachdem er Mikado weggebracht hatte ein paar Stangenlektionen auf. Ich hatte nun PFS Strolch unter mir und nutzte die Stangen ebenfalls. Da Isaac jetzt den Halbbruder PFS' Straight Alignment ritt kamen wir mit den Abständen in etwa hin, wenngleich Ally ein Stückchen kleiner war. Die Schrittlänge war erstaunlicher Weise recht ähnlich. Nach dem Mittag schnappte ich mir zuerst Golden Sugar und später Reverence und machte ihn für den Geländeparcours fertig, der sich endlich wieder bereiten ließ, nach all den nassen Tagen. Die Hofeigene Strecke hatte ich für mich alleine, da heute nur Isaac als Trainer auf dem Hof war. Er blieb jedoch den Tag über in der Halle. Die Stuten PFS' Savory Blossom und Essence of Life würde das freuen, da sie sonst gleich gewaschen werden müssten, was keine von ihnen sonderlich mochte. In der Führanlage liefen, als ich von meiner Geländesession zurück kam, Rouge Trap, PFS' Storm Cat, Tainted Whiz Gun und CHH' Classic Spring. Damit waren die Vollblüter für heute bewegt. Frei war mein Nachmittag jedoch trotzdem nicht, da ich noch ein paar Besorgungen für die Schmiede machen musste. Erst als ich spät Abends wieder nach Hause kam, hatte ich endlich frei und konnte mit Pitch die Ruhe genießen.
    • Veija
      Seit kurzem durften wir Tainted Whiz Gun in Kanada begrüßen. Wir hatten schon sehr lange ein Auge auf die Stute geworfen und als sie endlich zum Verkauf gestanden hatte, hatten wir keine Sekunde gezögert und uns auf den Weg zu ihr gemacht. Das Probereiten verlief ohne Probleme. Ein Kaufvertrag war schnell gemacht und die Stute zog bei uns ein. Ebenfalls mit zu uns kam ein Englischer Vollblut Hengst namens Golden Sugar, ein Sohn von Golden Ebano und Zuckerschock. Nachdem seine Mutter nun sehr wahrscheinlich zum Verkauf stand, war er ein würdiger Nachkomme, um ihre und auch Ebanos Linie weiterzuführen.
    • Veija
      Schicksal
      Nachtrag für August 2019, by Ravenna & Veija
      Pflegebericht für: Cielos, Whitetails Shortcut, Alan's Psychedelic Breakfast, Chapter 24, Genuine Lil Cut, Gun and Slide, Hollywoods Silver Dream, Nachtschwärmer, A Shining Chrome, Bittersweet Temptation, Chocolate Shades, Citizen Fang, General's Coming Home, GRH's Bella's Dun Gotta Gun, GRH's Funky's Wild Berry, GRH's Unbroken Soul of a Devil, Gunners Styled Gangster, PDS' Unclouded Summer Skies, Smart Lil Vulture, Whinney, Zues, Mirabelle, Golden Sugar, Above the Sky, An Affait to Remember, Cleavant 'Mad Eyes', Dakota, Nahimana, Absolute Bullet Proof, Ceara Isleen, Kunis, Silent Bay, Væna fra glæsileika eyjarinar, Tigres Eyes, Sparkled Wings, Tweekay, Skrúður, Chocolate Dream, Bree, Empire of Grace, Priamos Ruffia Kincsem, Blazing Flame, BR Prias Raveday, Drama Baby, Raspberry, I've got a blue soul, Prias Colourful Soul, Tasmania, Candlejack, Abe's Aelfric, Culain, Daryl Gone Mad, Peacful Redemption, PFS' Snap in Style, Seattle Slew, Sir Golden Mile, Stiffler, Wildfire xx, Baby Doll Melody, Bella Cielo, Colonels Smokin Gun, DunIts Smart Investment, Ginny my Love, GRH's A Gun Colored Lena, Jade, Kristy Killings, Magnificient Crow, Raised from Hell, Verdine, Wimpys Little Devil, A Walking Honor, Black Sue Dun It, California Rose, Chou, Easy Going, Face Down, Ginger Rose, GRH's Aquila T Mistery, GRH's Unbroken Magic, Heretic Anthem, Honey's Aleshanee, Lady Blue Skip, My sweet little Secret, Only Known in Texas, Picture of a Ghost, Miss Independent, Snapper Little Lena, Stormborn, Striga, Tainted Whiz Gun, Dual Shaded Ace, BR Dress to Impress, BR Colonels Lil Joker, Jacks Inside Gunner, Colonels Blue Splash, BR Colonels Golden Gun, It's me, Amira!, Zoltaire, Zuckerschock, Thjalfe van de Jötunheimr, Náttdís van Ghosts, Firewalker, Magic Lanijos, Whiskey, Myrkvidr, Free Willy, Wolfs Bane, Pocahontas, Mystical Champion, Vin, Lajos, Ocarina of Time, Crimetime, Fenicio, Ghost's Phenomena, GRH's Princess Peppy Ann & BR Princess Peppy Gaia

      Ylvi
      Die letzten Tage waren vergangen wie in einem unheimlichen Traum. Wir hatten versucht von Kanada aus die Klärung des Visums in Gang zu bringen. Leider war das nicht von Erfolg gekrönt. Mit meiner Beschäftigung auf der Ranch genügte es nicht um das Visum zu verlängern. Auch die nötigen Untersuchungen nach meiner OP waren nicht ausschlaggebend gewesen.
      Ich hatte bereits alles nötige mit meinen Eltern geklärt. Vorerst würde ich bei ihnen unterkommen bis ich wieder nach Kanada reisen durfte. Wie oft ich des Nachts wachgelegen hatte konnte ich gar nicht mehr zählen. Unzählige Tränen waren geflossen. Zu groß die Angst in meinem Inneren das ich vielleicht gar keine dauerhafte Genehmigung bekommen würde. Caleb hatte sich als stark an meiner Seite versucht...seine wirklichen Gedanken jedoch blieb mir momentan verborgen. Seine Arme um meine Hüfte des Nachts gaben mir jedoch den nötigen halt. Noch zwei Wochen reichte meine Genehmigung...dann musste ich Kanada auf ungewisse Zeit verlassen. Das machte mich völlig fertig.
      Einem Geist gleich lief ich seit Tagen über die Ranch. Ravn hatte mich vorgestern aus dem Sattel befördert - ich war nicht bei ihm gewesen. Dafür hatte ich mit einem blauen Fleck am Bauch den Preis gezahlt. Deutlich war der Abdruck des Horns zu erkennen. Deshalb waren Westernsättel eigentlich mal nicht meine Lieblinge gewesen.
      Was würde geschehen, wenn ich tatsächlich keine Genehmigung bekam? Nicht nur würde das meine...ja Beziehung zu Caleb auf eine harte Probe stellen oder das Ende bedeuten. Was würde aus den Pferden? Mittlerweile hatte ich 5 von ihnen. Inyan wäre versorgt...ich wusste das sowohl Tschetan als auch Louis den Wallach bewegen würden. Ich hatte doch erst vor einiger Zeit begonnen mit Gealach zu arbeiten. Lady Gweny...Ravn und Fylgia. Letztere würde ich natürlich nachholen. Doch sie erneut über Kontinente mit dem Flugzeug zu transportieren. Das würde ich ihnen ungern antun wollen. Das beste wäre sie auf der Ranch zu belassen. Es gab Leute die sich ihrer annehmen würden. Aber ich? Ohne Pferd? Schwer vorstellbar. Ich wollte nicht weg….hier war meine Heimat!

      Ich schluchzte erneut schwer auf. Spürte die sanften Nüstern eines Pferdes in meinem Gesicht. Inyans Punkte fielen mir sofort auf als ich die Augen wieder öffnete. Ich stand hier inmitten meiner Herde, gelehnt an den kräftigen Hals meines Valravn und weinte mir- mal wieder - die Augen aus dem Kopf. Verzweiflung war wohl das richtige Wort für meinen derzeitigen Zustand. Schritte in meinem Rücken. Kleine Füße, zögerliche die folgten. Meine Augen hielt ich geschlossen. Versuchte das laute schluchzen zu unterdrücken schaffte es ja doch nicht. Ich spürte eine raue Hand auf meiner Schulter. Eine ungleich zartere Bewegung an meiner Hüfte. Ich wusste das Kaya sich an mich lehnte. Ihre zarten Arme lagen um meine Hüfte. Ob das Mädchen verstand welch Kummer mich plagte oder ob sie einfach meine Tränen trocknen wollte wusste ich nicht. Es gab keine Worte. Nur ihre Umarmung. Die Hand auf meiner Schulter die sanften Druck ausübte. Ich holte keuchend Luft, die ich offenbar angehalten hatte. Blinzelte durch den Schleier der Tränen, drehte den Kopf und sah Louis. Wie kam es nur das ausgerechnet immer er da war? Sollte nicht Caleb an seiner Stelle sein? Zu meiner allgemeinen Verzweiflung hatte sich innerhalb der letzten Woche auch noch vollkommene Verwirrung gesellt. Letzteren sah ich nur nachts, wenn ich vor lauter Tränen erschöpft im Bett einschlief, nicht mehr in der Lage die Augen offen zu halten. Ich spürte förmlich wie sich Caleb mir entzog. Hatte was wir teilten noch eine Chance? Oder stand der Kuss mit Louis unausgesprochen zwischen uns?
      Wir standen alle stillschweigend im Unterstand zwischen den Pferden die sich hierher zurückzogen, wenn die Sonne zu sehr vom Himmel brannte. Nicht wie in Mexico...aber warm genug. Mir gelang es zwar immerhin meine Atmung und die Tränen in den griff zu bekommen, während wie so da standen. Meine Gedanken glichen aber eher einen Sturm. Ich entzog mich schließlich der Hand auf meiner Schulter, duckte mich um Kaya in den Arm zu schließen und hauchte ein “Danke” in ihr Ohr. Das Mädchen löste sich von mir, lächelte und huschte dann aus dem Gebäude. “Ich vermute mal du hattest keinen Erfolg mit dem neuen Antrag?” seufzte Louis. Ich schüttelte hoffnungslos den Kopf. “Ich habe am Morgen mit meiner Familie telefoniert damit ich vorerst bei ihnen unter komme. Bisher habe ich noch keinen Flug buchen können. Ich will nicht fort.”
      Im Reflex fand sich meine Hand in der von Louis wieder, ich starrte darauf, flackerte zu ihm hoch und er nahm seine Hand fort als habe er sich verbrannt. Wir hatten den Kuss nie wieder erwähnt. Aber er stand bei jeder Berührung der letzten Tage noch immer zwischen uns wie ein Damoklesschwert. “Sag wenn ich irgendetwas tun kann, ja?” ich hatte keine Kraft für eine Antwort nickte nur...und wand mich dann zwischen den Ponys davon aus dem Unterstand.

      Caleb
      >>Meine Aufenthaltsgenehmigung ist abgelaufen..ich muss Kanada verlassen bis die Visumsfrage geklärt ist.<<, immer wieder hallten diese Wort in meinem Kopf nach. Für uns alle war das ein Schock gewesen, insbesondere Ylvi und mich. Sie konnte die Ranch nicht einfach verlassen. Was würde aus den Pferden werden… was würde aus uns werden? Innerlich fluchte ich. Immer… und immer wieder. Hätte ich mich damals nicht auf sie eingelassen, würde mir ihr Abschied auch nicht so schwer fallen… Hätte ich mich nicht auf sie einlassen sollen? Doch. Natürlich. Unsere gemeinsame Zeit war zwar von Höhen und Tiefen geprägt gewesen… und was irgendwie als “Zeitvertreib” angefangen hatte, war ernster geworden. Eine Möglichkeit, wie sie auf jeden Fall hierbleiben konnte, konnte ich ihr bieten. Mit einem Ring. Aber wollte ich das? Caleb O’Dell verheiratet? Mit einer Deutschen? Nicht mit jemandem vom Rodeo, was sich wohl alle Welt denken würde. Ich verwarf den Gedanken wieder. Dazu war ich nicht bereit… aber wenn sie so bleiben durfte?
      Ich atmete einmal schwer durch und konzentrierte mich wieder auf meine Reitschüler. Ab und zu, wenn gerade wieder ein bisschen Luft auf der Ranch war, hatte ich angefangen, ein wenig Reitunterricht zu geben. Gerade waren Gipsy und Shorty auf dem Platz. Cayce hatte mir seinen Wallach für George geliehen. Der junge Mann hatte wirklich Talent! Auf Gipsy saß ein junges Mädchen, etwa so alt wie George. Lizzy. “Beine ran Liz.”, rief ich ihr rüber und schaute dann wieder zu George, der Shorty auf dem Zirkel galoppierte. Lizzy trabte den hellen Wallach gerade ganze Bahnen. “Das sieht schon gut aus!”, rief ich beiden rüber und winkte sie dann zu mir. “Wir gehen heute noch ein bisschen an die Manöver. Lizzy du wartest hier bei mir, Gipsy und George sind zuerst.”, erklärte ich und sie positionierte ihr Pferd an der Bande. “Du startest bei X, galoppierst zwei langsame und dann einen schnellen Zirkel. An X stellst du ihn gerade und lässt ihn wechseln. Dann einen schnellen und zwei langsame Zirkel. An X Stoppen. Dann geb ich weitere Anweisungen.”, sagte ich und schickte ihn los. Mir war gar nicht aufgefallen, dass sich Betsy, Tschetan und Kaya hinter mich an den Zaun geschlichen hatten, und zusahen, bis Betsy mir auf die Schulter tippte. “Hey Cowboy.”, sagte sie lachend und ich knuffte sie in die Seite. Die beiden anderen Kinder sahen mich argwöhnig an. Einen richtigen Draht fand ich nicht zu ihnen, es war aber vermutlich auch noch zu früh, zu urteilen. “Kannst du mir gleich auch noch Unterricht auf Blue geben?”, fragte mich die kleine und ich nickte. “Wenn du ihn dir jetzt fertig machen gehst und sofort her kommst, ja. Ich muss gleich zu den Rindern hoch. Könnt ihr mir Devil auch fertig machen?”, fragte ich die Kinder. Mir war aufgefallen, dass alle drei nach einer Aufgabe auf der Ranch suchten. Ja, sie waren Kinder. Ja, sie spielten viel… aber bevor sie anfingen allen möglichen Unsinn zu machen, gab ich ihnen lieber Aufgaben. “Tschetan und Kaya wenn ihr mitkommen wollt könnt ihr Sue und Face Down satteln.” Wider Erwarten nickten beide und verschwanden dann mit Betsy. Sollte ich Louis noch fragen, ob ich die beiden mitholen durfte? Ich schrieb ihm eine kurze WhatsApp und bekam nur ein OK zur Antwort. Ich glaube er war froh, wenn die beiden Beschäftigung bekamen. “Jetzt nochmal zu euch.”, sagte ich zu den beiden Reitern auf dem Platz. “George nochmal.” Ich schaute ihm zu und nickte. “Abreiten und wegbringen.”, erklärte ich ihm. “Lizzy willst du auch mal versuchen? Lass Shorty ruhig von sich aus umspringen, der ist in der Ausbildung schon weiter als du. Er macht vieles alleine. Lass die Zügel locker, leg dein äußeres Bein ran und er macht das.”, erklärte ich ihr und sah ihr bei ihren Zirkeln zu. “Prima. Reicht.”, sagte ich und schaute ihnen beim Abreiten zu. Nun kamen die Kinder mit den vier Pferden zurück. Blue brummelte die Stuten an und machte seinen Hals ganz schön rund. “Betsy ruck mal kräftig am Zügel, der hat sich zu benehmen, hier wird jetzt nicht gedeckt!”, rief ich ihr zu und sie machte, was ich von ihr verlangt hatte. Sofort hörte Blue auf und konzentrierte sich wieder auf das Mädchen. Ich nahm Devil entgegen und nach dem nachgurten schwangen wir vier uns in den Sattel. Der Ritt zu den Rindern war sehr schweigsam. Ab und zu erzählte Betsy etwas, ansonsten konzentrierten wir uns auf den Weg. Neben viel Schritt trabten wir auch eine kurze Strecke und galoppierten auch ein Stück. “Bei den Rindern bleibt ihr auf alle Fälle im Schritt.”, erklärte ich den Kindern. Ich ritt zwar das einzige Pferd mit Cow Sense, man konnte aber nie wissen. “Ich möchte auch nur kontrollieren, ob alles ok ist, mehr nicht.”, erklärte ich ihnen und öffnete den Zaun, damit sie alle durchreiten konnten. Nachdem ich selbst durchgeritten war, schloss ich ihn wieder und trabte auf sie zu. Die Rinder waren auch schon zu sehen. Gemütlich kamen wir immer näher. “Bleibt hier stehen.”, sagte ich und ritt alleine zwischen den Rindern durch. Ein Kalb machte mir ein bisschen Sorgen, so dass ich mir mein Lasso nahm und es einfing. “Whoaaa…”, sagte ich zu Devil, sprang ab legte das Kalb auf die Seite. Er hatte sich in ein wenig Stacheldraht verfangen. “Mist..”, fluchte ich. Das hieß eigentlich, dass der Zaun irgendwo defekt war. Ich entfernte den Stacheldraht und nahm aus der Satteltasche ein wenig Blauspray, was ich dem Kalb auf die Wunde sprühte. Dann ließ ich es wieder laufen, rollte mein Lasso auf und ritt zu den Kindern zurück. Ich zückte mein Handy und rief Cayce an. “Ja, Caleb hier. Komm mal mit dem Truck zu den Rindern, hier hatte sich ein Kalb im Zaun verfangen, ich bin mit den Kindern hier, wir reiten einmal rundherum und schauen ob etwas kaputt ist.” “Cayce kommt mit dem Truck her, wir teilen uns auf. Betsy kommst du mit mir links rum? Tschetan und Kaya könnt ihr rechts rum am Zaun vorbei reiten?”, fragte ich sie und sie nickten. “Betsy hast du die Walkie Talkies dabei?” Sie nickte und gab Tschetan ohne zu zögern eins davon. ”Wir treffen uns auf der anderen Seite. Wenn was ist…”, erklärte ich und zeigte auf das Walkie Talkie in Betsys Hand. Sie nickten und ritten zurück zum Zaun. Wir folgten ihnen und unsere Wege trennten sich.
      Tatsächlich fanden Betsy und ich nahe der Hütten ein Stück Zaun, der kaputt war. “Sagst du den beiden Bescheid? Sie sollen trotzdem weiter reiten und nachschauen.”, sagte ich zu Betsy und sie nickte. Auch Cayce sagte ich Bescheid, dass er schon mal hier hoch kam und den Zaun reparierte.
      Tschetan und Kaya fanden unten am Wald noch eine Stelle, die Betsy und ich uns anschauten. Auf dem Weg dorthin war uns Cayce mit dem Truck begegnet, so dass ich mir von ihm ein wenig Werkzeug mitgenommen hatte und den Zaun reparieren konnte. “Danke für eure Hilfe.”, sagte ich zu den dreien und steuerte Devil in Richtung Heimweg. Ich öffnete den Kids wieder den Zaun, schloss ihn und wir ritten zurück zur Ranch. Dort stand schon die Heulieferung auf dem Hof, die ich ganz vergessen hatte. Bellamy kam schon ziemlich genervt auf mich zugelaufen. “Wo sind denn die Papiere schon wieder?!”, fragte er und hielt Devil an. “Ich mach die fertig, kümmer du dich ums Heu.”
      Ich stieg ab, grüßte den Lieferanten kurz und lief dann ins Haus. Nach einer Weile hatte ich die verflixten Zettel und die Rechnung gefunden. Ich drückte ihm alles in die Hand und lief einmal quer über den Hof zum Traktor, um die Heuballen abladen zu können.
      Als ich eine Stunde später damit fertig war, aß ich in der gemeinsamen Küche schnell etwas und fiel ins Bett. Ylvi schlief bereits im Bett. Am nächsten Morgen war ich auch schon vor ihr wach und in der Stadt. Es gab dort noch einiges, was ich wegen der Umbauten regeln musste.

      Ylvi
      Calebs Seite des Bettes war kalt, leer. Wie so oft in letzter Zeit. Hatte ich anfangs noch einen Knoten im Hals verspürt, war es nun nur einem Seufzen gewichen. In den vergangenen Tagen, den Wochen seit den Brief hatte ich zu oft gemixte Signale von ihm erhalten. Oder hatte es bereits zuvor begonnen?
      Ein halbes Jahr war vergangen seitdem wir Weihnachten gemeinsam gefeiert hatten. 6 Monate in denen so viel passiert war.
      Ich warf die Decke von mir fort. Vor dem Haus fehlte der rote PickUp..er schien also auch gar nicht auf der Ranch zu sein. Ich zuckte die Schultern, zog mich fix an. Anschließend genehmigte ich mir ein fixes Frühstück in der Küche. Laurence kam herein, sah mich und lächelte. “Caleb schon wieder auf Wanderschaft?” “Aye” antwortete ich dem alten Mann knapp. Ich wollte jetzt eigentlich keine Konversation führen. “Habt ihr bereits miteinander geredet?” bohrte dieser allerdings weiter nach. Meine Hand die eine Tasse Kaffee Richtung Lippen bewegt hatte hielt inne. Verwirrt sah ich Laurence an. “Er könnte dich mit Leichtigkeit hier halten. Ich hab dem Trottel schon zweimal gesagt er soll dir einen Ring an den Finger stecken.” grummelte Laurence in seinen stoppeligen Bart. Ich schluckte. Das war nie zum Thema gekommen. Ich hatte sogar keinen Gedanken daran verschwendet. Niemals hatte ich mich verheiratet gesehen. Nichtmal mit Caleb hatte ich diese Gedanken gehabt. Natürlich...wir hatten einander viel gelehrt. Von emotional unbrauchbar hatten wir uns zumindest zu etwas wie einer Beziehung hinreißen lassen. Wie viel Bestand diese hatte zeigte sich nun sehr gut - keine. Waren wir am Ende einander nur Lehrmeister gewesen?
      Aber natürlich...mit einer Heirat würde ich bleiben können...ohne Probleme sogar. Ich würde nie wieder ein Visum beantragen müssen. “Pack ihn bei den Eiern und sprich es an. Du würdest fehlen hier auf der Ranch.” damit verließ Laurence die Küche. Aber ich wusste...ich würde Caleb darum niemals bitten. Ein Gefühl welches ich nicht zu beschreiben vermochte machte mir bewusst - eine Heirat mit Caleb würde niemals funktionieren.
      Ich verzog mich in den Offenstall meiner Pferde. In der morgendlichen Sonne machte ich deren Paddock sauber, schob die schwere Schubkarre vor mir her zum Misthaufen quer über den Hof der Ranch. Dort angekommen, keuchte ich bereits wie ein Maikäfer. Noch war ich nicht gänzlich an diese Arbeit gewohnt. Cayce begegnete mir mit einigen der Rinder. Mir fiel auch kurz der wieder aufgetauchte rote PickUp auf. Um Caleb möglichst nicht zu begegnen setzte ich mich ab. Ich schnappte mir eine der Trensen, war unschlüssig welches der Pferde ich nehmen wollte. Schlussendlich fiel die Wahl auf Valravn. Nur am Rande nahm ich wahr das Inyan nicht da war. Mit wenigen Handgriffen legte ich ihm die Trense an, schwang mich auf den Rücken und verschwand in Richtung der Hütte in den Hügeln. Dort oben gab es um die Koppeln der Jungpferde einige schöne Pfade. Wir tauchten gerade ein in das Dickicht des Waldes als ich Hufgetrappel hinter mir vernahm. Neugierig drehte ich mich um. Dort näherte sich Inyan. Auf seinem Rücken saß Louis. Sie waren noch weit entfernt. Konnte ich so tun als habe ich sie nicht gesehen? Ich hieß Ravn angaloppieren. Allerdings versagte mir der Hengst den Dienst. Zu hart waren meine Beine in seinen Bauch gepresst. Stattdessen bäumte er sich vorn auf. Darauf nicht vorbereitet rutschte ich mit meinen Shorts hilflos einfach seinen Rücken hinab. Sicher landete ich auf meinen Beinen. Dieser Fail entlockte mir ein leichtes Lächeln. “Hast du andere Pläne,ja?” flüsterte ich meinem Wallach zu. “Ich habe dein Pferd verzaubert.” kam es stattdessen von Louis der meine Worte gehört haben musste. “Ist das so?” wandte ich mich an ihn, zog die Augenbrauen hoch.Ich sah wie sich Louis gleichfalls von seinem Pony schwang, neben mir stehen blieb und grinsend lächelte. “Möchtest du lieber spazieren?” ich zuckte die Schultern. Louis klopfte meine Schulter, schob die Unterlippe vor und ging voran. Offenbar nahm er mir jetzt die Entscheidung ab.
      Wir liefen lange den Weg hinauf. Schweigend. Kaum Worte zwischen uns. “Caleb ist ein Narr….ich würde nicht zögern.” sprach Louis dann endlich die Worte mit denen er all die Schritte bis hier her gehadert hatte. Ich musste nicht fragen. Ich ahnte, nein wusste sogar, das er die kurze Konversation mit Laurence gehört haben musste. Da waren andere Schritte im Flur gewesen als Laurence aus dem Haus gegangen war. Ich hatte mich also nicht verhört. Louis war stehen geblieben, ich spürte plötzlich seine Hand an meinem Handgelenk. Nicht fest, beinahe bittend. Meine Nackenhaare stellten sich auf, ich sah auf seine Hand...dann huschte mein Blick zu ihm auf...ich spürte wie er die Hand von meinem Handgelenk nehmen wollte. “Wenn die Dinge anders wären.” hörte ich Worte...verstand dann das sie aus meinem Mund kamen, das mein Verstand sie produziert hatten. Ich wusste das es keine Lüge war. Schon eine ganze Weile waren da Gefühle für Louis gewesen...entfacht nicht erst durch seinen Kuss. Dieser Idiot hatte mir beinahe ebenso schnell mein Herz gestohlen wie Caleb. Das sich letzterer nun von mir entfernte...glich beinahe der Verdammnis. “Ich muss schon die ganze Zeit über diesen Impuls unterdrücken.” kam es gedrungen von Louis. Wieder mein Blick in seine Augen. Ich sah das funkeln in ihnen….wieder bedurfte es keiner Worte. Trotzdem glich Louis einem wartenden Schakal. “Dann tu es nicht.” Verräter! schrie es kurz in mir. Dann verlor ich mich in dem Kuss mit Louis. Weniger zaghaft als jener erste vor ein paar Wochen. Zudem mit dem Unterschied das ich mich von ihm einnehmen ließ. Kein Abstand mehr zwischen uns, seine Hand auf meiner Hüfte, in meinem Haar. Meine eigenen Hände um ihn geschlungen. Ich spürte mich wanken, von ihm gehalten stand ich jedoch sicher. Louis brach den Kuss, ich erschrak drehte mich plötzlich fort...die Hände gekrallt in Ravns Mähne. Was war das nur mit ihm? Ich musste schwer einatmen..mein Bauch spielte genauso verrückt wie meine Gedanken. Louis kam zu mir, sein Kopf legte sich auf meine Schulter. “Du kannst mich nicht belügen...auch ich bin in deinem Herzen...das weiß ich nun.” flüsterte er in einer tiefen Stimme. Dann war er fort. Ich nahm seine Schritte wahr. Dann die von Inyan. Als ich mich zu ihm drehte saß er bereits wieder auf dem Wallach. Sein Gesicht hatte beinahe etwas triumphierendes..”Du weißt wo du mich für deine Entscheidung findest.” er trieb dem Wallach die Füße in den Bauch, dieser preschte aus dem Stand im Galopp den Waldweg wieder hinab. Ravn wollte hinterher, kurz hatte ich zu tun, den manchmal widerspenstigen Wallach zu zähmen. Ich sah in die Richtung von Louis und Inyan die immer kleiner wurden. Oh ja...ich wusste wo ich ihn fand...und auch wenn er die Frage nicht ausgesprochen hatte. Ich kannte sie...wusste welches Angebot er mir soeben unterbreitet hatte.

      Caleb
      Ich saß hinterm Steuer meines Pick Ups und starrte ins Leere. Es regte mich auf, dass ich nichts tun konnte, nein es kotzte mich wirklich an, nichts tun zu können… oder tun zu wollen. Jeden Tag ging ich spät ins Bett, jeden Tag stand ich früh auf und es war wirklich so, dass ich Ylvi aus dem Weg zu gehen versuchte. Ich hatte heute morgen ein Treffen in Calgary vorgeschoben, um nicht mit ihr aufwachen zu müssen. Ich hatte ein Treffen gehabt, so war es nicht… nur war dieses schon seit ein paar Stunden vorbei. Als sich mein Blick wieder gefangen hatte und ich seufzend meine Augen schloss, klopfte es an der Scheibe. “Sir, sie stehen schon eine ganze Weile im Parkverbot, bitte fahren sie den Wagen weg.”, sagte mir einer der Polizisten, die neben meinem Auto standen. Der andere im Polizeiwagen schaute düster zu mir herüber. Ich nickte nur stumm, startete den Motor und fuhr zum Geschäft, um noch ein paar Leckerlis für die Pferde und ein wenig neues Putzzeug zu kaufen. “Hey Caleb.”, begrüßte mich die junge Frau an der Kasse. “Wie läuft es so auf der Ranch?”, fragte sie mich nett. “Viel Arbeit. Ist immer viel Arbeit.”, erklärte ich ihr und bezahlte meine Einkäufe, ehe ich alles auf die Ladefläche des Pick Ups warf und wieder zur Ranch fuhr. Als ich ausladen wollte, gesellte sich Laurence zu mir. Ich schaute zu ihm rüber und er hatte wieder dieses: ich erzähle dir jetzt eine Lebensweisheit und du kannst nichts dagegen tun, nur zuhören. "We accept the love we think we deserve: from Stephen Chbosky.”, sagte er ohne mich auch nur im Ansatz auf so ein Zitat vorzubereiten. “Und du mein Freund, bist gerade auf einem ganz falschen Weg. Warum behälst du sie nicht hier? Du weißt, dass du es kannst und du weißt auch, dass du jemanden wie sie verdient hast. Lass die Liebe zu und frag sie endlich, ob sie dich heiraten will!”, fügte er an und packte mich an der Schulter. Laurence packte für sein Alter wirklich, wirklich feste zu. “Nimm sie nachher mit auf einen Ausritt. Du brauchst keinen Ring, frag sie einfach. Frag sie bevor es zu spät ist.” “Bevor sie weg ist…”, korrigierte ich ihn doch er schüttelte nur den Kopf. “Bevor es zu spät ist, Caleb. Du warst in letzter Zeit nicht viel hier. Es gibt.. sie hat.. sie bekommt hier andere Chancen.”, stammelte er und schaute in mein fragendes Gesicht. Selbst nachdem er meine Schulter losgelassen hatte und gegangen war, stand ich noch immer stocksteif neben meinem Truck und dachte über seine Worte nach. Es gibt für sie hier andere Möglichkeiten, zu bleiben? Was meinte er damit? “Hey Caleb!”, rief mir Octavia zu, die gerade mit Raspberry an mir vorbei ritt. Da kam mir eine Idee. “Hey O warte, ich hol mir ein Pferd und komm mit dir mit!”, rief ich ihr zu und hatte im Handumdrehen Vulture gesattelt und zu ihr aufgeschlossen. “Dass du Zeit hast, mit mir auszureiten.”, lachte O und strich ihrer Stute kurz über den Hals. “Das hast du wohl Laurence zu verdanken.”, murmelte ich. “Wieso das?” “Er hat mir eben wieder eine seiner Weisheiten unter die Nase gebunden und gesagt, wenn ich will, dass Ylvi bleiben kann, soll ich um ihre Hand anhalten, bevor es dafür zu spät ist und sie eine andere Chance bekommt, hier zu bleiben. Weißt du, was er damit meinte?”, fragte ich sie ganz offen und ehrlich und hielt Vulture an, um ihre folgenden Worte besser verstehen zu könne. “Weißt du… Ylvi und Louis… sie sind sich glaube ich näher gekommen.”, erklärte sie mir. Ich schloss für eine Sekunde seufzend meine Augen, ehe ich sie wieder öffnete und meinen Hengst wieder antrieb. “Was weißt du darüber?”, fragte ich sie schließlich. “N..nichts weiter. Wirklich nicht.”, antwortete sie mir und lenkte ihre Stute auf den linken Pfad rüber. Wir ritten eine Weile schweigend nebeneinander her, ehe ich sie fragte: “Sollte ich denn? Soll ich sie fragen, ob sie mich heiraten möchte?” O lachte kurz auf. “Caleb das kann ich dir doch nicht beantworten.“

      Ylvi
      Wir sahen uns an. Was tat ich eigentlich hier? Wie auf Drogen hatte mich der Weg am Abend nicht zum Haupthaus gebracht. Stattdessen stand ich auf der Türschwelle von Louis. Meine Hände im Rücken verschränkt. Ich zog mir die Haut neben meinen Nägeln ab. Der leichten Feuchtigkeit zu urteilen die ich spürte musste ich bereits Bluten. Der Schmerz drang jedoch nicht zu mir durch. “Willst du rein kommen?” Nein “Ja” hauchte ich.
      Mir war als würde ich mein Herz in der Brust nicht länger schlagen hören. Mit betreten seines Flures fiel plötzlich all die Anspannung ab. In meinen Gedanken war kein Caleb mehr. Nur der Wille an diesem Ort zu bleiben blieb zurück. Louis fasste meine Schultern schob mich vom Flur leise in Richtung seines Schlafzimmers. “Die Kinder sind schon im Bett.” flüsterte er mir zu. Da das Gästehaus nicht über ein Wohnzimmer verfügte und die Küche in Richtung Haupthaus ging, schien das Schlafzimmer die beste Wahl um ungestört zu sprechen. Mir wurde bei dem Gedanken allerdings flau in der Magengegend. Dann schloss sich die Tür hinter uns. Zum ersten Mal seit der Türschwelle sah ich Louis wieder direkt in die Augen. Die Haltung seines Körpers, seine Augen..sie sprachen von gespielter Gefasstheit. Diese Beherrschung die ich auch bei Lilly gesehen hatte. Die typisch war für einige Natives. Trotzdem sah ich den lauernden Schakal in seinen Augen wieder. Louis stellte keine Frage. Wir sahen einander nur an. Er wartete geduldig bis ich endlich den Mut fand die Worte über meine Lippen zu bringen. Sekunden wurden zu Minuten. Dann begann er plötzlich zu Lachen, einfach so. Ich legte den Kopf schief. Die Anspannung löste sich und plötzlich lachte auch ich scheu. Louis überbrückte die Distanz zwischen uns...zog mich an seine Brust und wir lachten weiter. “Wann müssen wir uns um einen Termin in Calgary kümmern?” flüsterte er schließlich als ich noch scheu hüsteln musste. Hatte ich gedacht Caleb und ich agierten gut miteinander...so bedurfte es mit Louis keiner Worte. Er würde mich zur Frau nehmen. Ich hatte diese Entscheidung bereits getroffen und er wusste es auch ohne das ich es ausgesprochen hatte. Das ganze wirkte beinahe surreal. Wir würden das liebende Ehepaar spielen müssen, wenn die Auslandsbehörde die Ehe prüfte. Doch würde ich die liebende Ehefrau spielen müssen? Das ganze könnte viel zu einfach werden. Die Art mit der er mich ansah, berührte und beschütze machten es mir so unfassbar einfach. “So früh wie möglich.” hauchte ich - schließlich müsste ich in weniger als einer Woche verschwinden. Louis schob mich ein wenig fort von sich, hoch mein Kinn. “Das ist das verrückteste was ich jemals getan habe.” sprach er, wieder halb lachend. Ich konnte nicht umhin das Lachen zu erwidern. “Gewöhn dich schonmal dran. Das Leben mit mir kann aufregend werden.” “Aber nicht das du mir aus den Latschen kippst wie das letzte Mal.” “Dafür hab ich ja jetzt einen neuen Schrittmacher und regelmäßige Kontrollen.” ich dachte an jenen Tag auf dem Berg. Ich wäre dort oben gestorben. Louis hatte mich am Leben gehalten. Hatte mein Leben gerettet. Vielleicht hatte das Universum damals bereits einen Wink gegeben wem ich mit meinem Leben trauen konnte. Erinnerte mich auch an seine seltsamen Worte. “Was ist mit der Symbiose?” Louis schaute leicht verwirrt. “Damals..auf dem Berg. Bevor ich ausgenockt bin. Du meintest das Caleb ein Wolf sei, während du in mir einen Raben siehst. Du sprachst davon, dass diese beiden Geschöpfe in einer Symbiose lebten. Ist das jetzt hinfällig?” “Ah..jetzt erinnere ich mich. Dabei darfst du aber nicht vergessen. Raben binden sich fürs Leben. Es kommt der Tag an dem eine Symbiose nicht länger ausreicht.” Plötzlich kam mir etwas in den Sinn. “Du wolltest es schon damals,oder? Du...dich beschützt auch ein Rabe als Totem. Nicht wahr?” Wir standen noch immer in dieser Umarmung beieinander, er zog mich wieder an seine Brust. “Thečhíȟila.” Louis hauchte mir einen Kuss auf die Stirn. Seine Hände krallten sich in meinen Rücken, die Hüfte. Ich hörte das leichte Knurren von seinen Lippen. Kein ton der mich überraschte. Mochte ein Rabe ihn schützen, so blieb er für mich selbst doch der Schakal. Ich fand mich selbst dabei wie ich die Geste wiederholte, meine Fingernägel krallten sich in seinen Rücken, die Schulterblätter. Spürte seine Zähne an meinem Hals. Caleb so ähnlich und doch so anders. Ich bot ihm den Hals dar, legte das Gewicht auf meinen Hacken, gehalten von seinen Armen. Mein Körper war ein elender Verräter. Er war es schon bei Caleb gewesen. Bei Louis tat er keine Ausnahme. Nur mit dem Unterschied das sich hier auch mein Verstand nicht dagegen zu wehren versuchte. Ich biss die Zähne fest aufeinander als Louis Hand seinen Weg unter mein Shirt fand. Die letzten Wochen der Ungewissheit, des Alleinseins. Endlich nicht mehr allein sein. Er spielte und neckte mich. So leicht fand ich mich ein in dieses Spiel. Sanft wurde ich auf einer Decke aus Fell gebettet. Als er zu mir kam fand er mich offen vor sich. Ein Kuss auf meine Lippen, dann spürte ich ihn in mir. Diese Vertrautheit war überwältigend. Wir agierten wie Zahnräder die nahtlos ineinander griffen.
      Louis hielt mich danach im Arm, während sich unser Atem nur langsam beruhigte. Ich spürte sein Gewicht auf mir, meine Hand kratzte über seinen Rücken. Fühlten die Muskeln, die Wirbelsäule und den kleinen Film aus Schweiß über unseren Körpern. Worte lagen mir auf den Lippen die sie dennoch nicht verließen. Ineinander verschlungen schliefen wir ein. Im Halbschlaf merkte ich noch wie Louis die Felldecke über uns breitete. Das erste Mal in Monaten schlief ich völlig unbehelligt.

      Caleb
      Seit Wochen war ich immer dem selben Muster gefolgt. Spät ins Bett, früh wieder raus. Ich hatte das Gespräch mit Ylvi vermeiden wollen, denn sie hatte bis jetzt immer tief und fest geschlafen. Heute war dem nicht so, denn sie war nicht da, und ich konnte mir denken, wo sie sich aufhielt. Es war die unruhigste Nacht seit Langem und als am Morgen der Wecker klingelte, fühlte ich mich wie vom Zug überrollt.
      Das Frühstück mit den Arbeitern verlief größtenteils schweigend. Octavia warf mir ein paar mitfühlende Blicke zu, doch sagen tat niemand etwas zu mir. Meinen Kaffee füllte ich in einen Thermobecher, ehe ich meinen Hut von der Ablage auf meinen Kopf setzte und das Haus verließ. Noch immer waren weder Louis, noch Ylvi oder die Kinder zu sehen. Ich hatte einen anderen Weg einschlagen wollen, doch meine Füße führten mich zielsicher zum Offenstall von Ylvis Pferden. Als ich sie auch hier nicht sah, atmete ich hörbar erleichtert auf. War es wirklich Erleichterung, die sich von meinem Herz löste? Oder Gewissheit? Wo sollte sie sonst sein? Ich beschloss meine Gedanken in die hinterste Ecke meines Kopfes zu verbannen und mich auf die anstehende Arbeit zu konzentrieren. Auf einer Ranch war schließlich immer etwas zu tun und sei es nur das Herumfahren mit dem Truck, um den Anderen aus dem Weg zu gehen. Dazu sollte es allerdings nicht kommen. Ich war zurück ins Haus gegangen, um meine Schlüssel zu holen. Als ich wieder rauskam und zu meinem Auto gehen wollte, sah ich Louis und Ylvi auf dem Hof, die in Richtung des Haupthauses gingen. Ylvis Blick fiel von Louis auf meinen roten Pick Up, zurück zu Louis und schließlich zu mir. Als sich unsere Blicke trafen, blieb ich stocksteif stehen und… Ruckartig war Louis Hand von Ylvis Hüfte verschwunden. Besänftigend hob er seinen Arm und machte einen Schritt auf mich zu, ehe er erneut stehen blieb und auf meine geballten Fäuste starrte. Meinen Schlüssel hatte ich schon lange auf den Boden fallen lassen. “Es ist nicht das… wonach es aussieht.”, meinte er in einem ruhigen Ton. “Das ist es nie.”

      --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Allein durch diesen Satz kochte die ganze angestaute Wut in dem blonden Mann hoch, die sich die letzten Wochen, ja sogar die letzten Monate angesammelt hatte. Caleb machte noch zwei, drei Schritte auf die Beiden zu, ehe er erneut stehen blieb und abwechselnd zwischen ihnen hin und her schaute. “Caleb… ich… wir…”, fing Ylvi an und machte einen kleinen Schritt auf Caleb zu. Louis, der die Augen nicht mehr von den Fäusten seines Gegenübers lassen konnte, stellte sich schützend vor sie. “Hast du Angst dass ich eine Frau schlage? Hältst du mich für so jemanden? Louis komm schon!”, schnaubte Caleb. Die Gedanken des Mannes bewegten sich in einer Abfolge von Bildern, Sätzen und Taten die ihm fast den Verstand zu nehmen drohten. Zwischen seiner unbezwingbaren Wut schwankte er in den Gefühlen für die Frau die dort neben seinem langjährigen Freund stand. Seine zur Faust geballten Finger, gruben sich in die Haut seiner Handfläche. Eine Art der Erinnerung wo er sich befand. Ylvi biss sich auf ihre Lippen, ihr Blick glich dem eines geschreckten Rehs. Der Indianer streckte die Schultern, sein Gesicht gab keine Regung seiner inneren Gefühle Preis. Caleb kannte ihn, kannte diese Regungslosigkeit. Louis beobachtete ihn ganz genau, würde blitzschnell reagieren können. Caleb war sich bewusst. Schlug er zu. Dann würde Louis nicht unbeteiligt bleiben. “Ich sah dich nie eine Frau schlagen. Dafür hast du zu viel Respekt.” Louis gab ein Seufzen von sich. “Ich frage mich nur wie viel Respekt in dir für mich noch übrig geblieben ist. Ich sprach falsch. Es ist genau wonach es aussah. Caleb...ich habe ihr gegeben, was du nicht gewillt warst zu tun. Wochenlang hattest du eine Wahl. Verurteilst du mich dafür ihr die Chance zu geben zu bleiben wohin es ihr Herz zieht? Und damit meine ich nicht mich Kola….sondern vielmehr diesen Ort.”
      Caleb lauschte den Worten seines Gegenübers, horchte in sich hinein und versuchte mit allen Mitteln seinen Körper und die Wut nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Ruhig zu bleiben, zuerst nachzudenken, bevor er handelte. Diese Beherrschung zu erlangen hatte ihn Jahre gekostet und er war sich in diesem Moment ganz und gar nicht sicher, ob nicht doch alles umsonst gewesen war. Nicht nur die Arbeit, seine unbändige, plötzlich ausbrechende Wut in den Griff zu bekommen, sondern auch sein Zulassen der Gefühle. Sich jemandem öffnen, ihn Platz in seinem Leben finden zu lassen nach dem Tod der Frau, die er so sehr geliebt hatte. Von emotional unbrauchbar bis hin zu jemanden, der wieder lieben konnte, ja Liebe zuließ. Doch nun stand er hier. Wurde von eben dieser Person betrogen...mit seinem besten Freund. Der Mensch, der ihm vor Jahren das Leben gerettet hatte und ihn schon lange begleitete. Genau dieser Mensch hatte die Nacht mit seiner Freundin verbracht. “Damit meinst du nicht dich,mein Freund?”, keifte der Cowboy den Indianer an. “Statt vorher mit mir zu reden hüpfst du einfach mit ihr ins Bett?”, setzte Caleb nach und machte noch einen Schritt auf Louis zu. Ylvi verschwand für kurze Zeit aus seinen Gedanken, mit ihr würde er später reden. “Caleb komm runter… wir können darüber reden.”, versuchte Louis die Situation zu retten, doch der Mann ging darauf nicht ein. Er war jetzt nah genug an ihm dran, um auszuholen und zuzuschlagen. Seine Hand zuckte, seine Faust wurde geballter, er atmete schwer… doch schlug noch nicht zu. “Ich warte.”, knurrte er. Louis sah dem alten Freund in die Augen, sah die Wut darin. Er wusste egal für welche Worte er sich entscheiden würde. Es wäre nicht genug. “Es tut mir Leid.” sprach er aus tiefster Seele.

      Der Indianer bemerkte die schnelle Bewegung, seine Ohren hörten den entsetzten Aufschrei von Ylvi. Im selben Augenblick reagierte jede Zelle seines Körpers mit Schmerz. Ein kräftiger Kinnhaken hatte ihn getroffen. Caleb hielt sich die Knöchel der rechten Hand, doch seine Augen funkelten zwischen den anderen beiden hin und her. Ein kalter Blick streifte sie beide. “Mir auch.”
    • Veija
      Teilnahme an der 465. Stutkrönung
      November 2019, by Veija

      Drei Pferde hatte ich in der Stutkrönung schon vorgestellt, nun folgte das vierte und schwierigste Pferd von allen. Tainted Whiz Gun. Eine wunderschöne Stute, die es leider faustdick hinter den Ohren hatte. Durch falsches Training und falsche Haltung war sie eine Stute, die weder an der Hand, noch unter dem Sattel ein besonders angenehmes Tier war. Wir hatten in der Zwischenzeit viel mit ihr gearbeitet und sie wieder auf den richtigen Weg gebracht, doch ab und zu fiel sie wieder in alte Marotten zurück und buckelte oder schlug unter dem Reiter aus. "Zumindest sieht sie heute gut gelaunt aus", sagte Betsy und streichelte den Hals der Stute, ehe sie ihr schon wieder ein Lekerlie zusteckte. "Betsy gib ihr nachher noch welche, nicht jetzt sonst bekommt sie noch einen Zuckerschock.", lachte ich und zog den Sattelgurt ein Loch enger. Tainy legte die Ohren kurz an, ließ das aber auf mein Zischen hin bleiben. "Ziege.", kommentierte ich ihr Verhalten kurz, setzte meinen Westernhut auf den Kopf und ging mit ihr zum Abreiteplatz. Ich gurtete nach und stieg auf. Beim Abreiten zeigten sich keine größeren Probleme, Tainy giftete die anderen Pferde etwas an, machte aber ansonsten sehr gut mit.
      Ich wollte sie heute ganz locker in den Grundgangarten vorstellen, nichts besonderes oder ausgefallenes. Das würde ich mir später für eine Stute des Monats Wahl aufheben, wenn sie noch besser lief. Auf jeden Fall würden wir sie nun auch in Richtung Reining weiter ausbilden. Es dauerte nicht lange, bis wir aufgerufen wurd und uns schon an X befanden. Ich grüßte dort die Richter und trieb Tainy an, bis wir am Ende der Halle nach rechts abbogen und auf ganzer Bahn ihren Schritt zeigten. Für den Trab baute ich ein paar Schlangenlinien ein. Dann wechselte ich die Hand und zeigte auch hier den Schritt und Trab, bevor ich sie auf dem Zirkel angaloppierte. Sie galoppierte ziemlich schnell und hastig an, so dass ich sie ein wenig zurücknahm. Leider genau vor X, so dass sie einen holprigen Galoppwechsel sprang, der so gar nicht beabsichtigt gewesen war, nur um mir auf der anderen Hand auch unter dem Hintern wegzurennen. Ich vergrößerte den Zirkel nun einfach, um es trotzdem irgendwie gewollt aussehen zu lassen. Nachdem wir X passiert hatten fing ich wieder an, sie anzunehmen und schaffte es auch, sie in ein einigermaßen schönes Tempo zu bekommen. Ich parierte sie zum Schritt durch, wechselte die Hand und galoppierte sie nochmals an, um auch auf der Hand ihren Galopp zu zeigen. Sie hielt es auch nicht mehr für nötig zu wechseln, so dass ich sie schlussendlich hinter X anhalten konnte, zu den Richtern drehen, und noch ein paar Schritte rückwärtsrichten konnte, ehe ich uns verabschiedete und die Halle verließ. Draußen klopfte ich ihren Hals und Betsy stürzte sich sofort auf uns, um ihr die vorher versprochenen Lekerlies zu geben. Der Wechsel war auch meine Schuld gewesen, weshalb sie ihren Job doch gut gemacht hatte und ich nichts zu meckern hatte. So warteten wir auf die Ergebnisse.
    • Veija
      Ein Mädchen für alles - Ausschnitt aus dem HMJ Finale
      Februar 2020, by Veija
      Caleb
      "Caleb", "Mr. O'Dell", "O'Connell? Oder so?", "Cowboy", "Der Blonde mit dem Cowboyhut da hinten", "Na.. der da, der so grimmig drein schaut", "Caaaaaaleeeeeb", "Ey!", "Sir?" und vieles mehr. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich meinen Namen in den letzten Tagen, ja sogar Wochen gehört hatte. Ich hatte mich freiwillig gemeldet. Ich hatte gesagt, ich würde bei dem Horse Makeover helfen, ein Pferd aufnehmen, trainieren und sogar meine Ranch für das Event zur Verfügung stellen. Dass Menschen so anstrengend sein konnten, wurde mir erst mittendrin klar.

      "Alle wissen was sie zu tun haben? Heute sollen, wenn alles gut geht, alle Eventpferde mit ihren Besitzern und ihren engsten Vertrauten zurückkommen. Jedes Pferd bezieht eine der Paddockboxen am Reitplatz, wahlweise auch im Stall, falls es einigen draußen zu kalt sein sollte, man weiß ja nie, Kanada hat ein anderes Klima.", erklärte ich meinen Mitarbeitern und genoss die Ruhe vor dem Sturm. Seid bitte alle hilfsbereit, bietet eure Hilfe auf jeden Fall dann an, wenn ihr seht, dass jemand sie nötig hat. Seid freundlich, sprecht mit den Teilnehmern. Aber vergesst bitte um Himmels Willen nicht eure Aufgaben hier auf dem Hof. Es ist alles eng getaktet, wenn morgens schon etwas schief läuft, wirkt sich das auf den ganzen restlichen Tag aus. Ein frohes Arbeiten!"
      Und dann ging es los... nach und nach reisten alle an, bezogen ihre Boxen und wuselten auf meiner Ranch herum. Immer wieder zwischendurch hörte ich meinen Namen, oder Anreden, um meine Aufmerksamkeit auf die Fragenden zu ziehen. "Natürlich haben wir koffeeinfreien Kaffe.", sagte ich zu einer jungen Frau und begleitete sie in die Küche des Haupthauses. "Sie können die Packung gerne mit in ihre derzeitige Wohnung holen, dann müssen sie nicht immer hier herüber kommen, und ihn sich hier machen.", erklärte ich ihr freundlich, schob sie aber mehr oder weniger bittend aus meinem Haus heraus. Dass ich ein sturköpfiger Eigenbrödler war, war nichts neues. Dementsprechend hatte ich es wohl am schwersten, mich an den ganzen Trubel hier zu gewöhnen. Nichtsdestotrotz wollte ich mit dem Training meiner Pferde auch ein bisschen weiter kommen, so dass ich mich gegen Nachmittag auf dem kleineren Reitplatz befand und meinen Hengst Vulture warm ritt. Ich konzentrierte mich auf den Hengst und nahm das leise Räuspern am Zaun zu erst nicht wahr. Erst als es lauter wurde und eine junge Frau meinen Namen sagte, hellten sich meine Züge ein wenig auf. "Johanna!", sagte ich mit aufhellenden Zügen und trabte Vulture auf sie zu. "Ich hab gar nicht mitbekommen, dass du angekommen bist. Hast du Conti schon untergebracht? Wie macht sie sich?", fragte ich sie und klopfte Vulture gegens Vorderbein, damit er aufhörte, im Sand zu scharren. "Gut, gut. Sie hat sich sofort auf ihr Heu gestürzt. Aber wo hast du denn deine Witch? Ich hab sie noch gar nicht gesehen hier.", fragte sie mich, was mich kurz zum Auflachen brachte. "Witch steht hinten im letzten Stall in ihrer gewohnten Box. Hab sie schon eine Weile vom Trubel weggestellt, damit nicht alle auf die Idee kommen, sie sich sofort angucken zu gehen. Ich hab in den Ställen nichts zu verstecken, viele Pferde sind eh nicht im Stall. Aber ich mag es nicht so, wenn überall fremde Leute herumlaufen. Deshalb dachte ich, bis zum letzten Stall würden sich die wenigsten vorkämpfen. Dann hab ich auch später meine Ruhe, sie fertig zu machen.", erwiderte ich schulterzuckend. "Macht Sinn.", meinte Johanna und fragte, ob sie mir noch kurz zuschauen dürfte. Ich nickte und trabte meinen Hengst wieder an, ehe ich ihn auf dem Zirkel angaloppierte. Johanna blieb ein paar Runden, ging dann jedoch wieder ihrer Wege.
      Kurze Zeit später stand Cooper am Zaun und wollte einen Schwamm, ein Tuch und einen Eimer haben. Im Stall hätte sie keinen gefunden. "Ich komm mit und zeig es dir.", erklärte ich und ritt zusammen mit ihr zum Stall. "Kannst du ihn kurz halten?", fragte ich sie und ließ sie mit meinem Hengst draußen stehen. Den Stall hätte ich nie betreten sollen, denn sofort kam mir Octavia wild gestikulierend entgegen. Energisch zog sie mich am Arm hinter sich her auf die Toilette. "Bist du bescheuert? Sattelkammer vielleicht? Aber Toilette?!", fragte ich sie, nun auch mit den Armen fuchtelnd. "Die sind überall, nirgends ist man vor ihnen sicher!" "Wie war das mit dem freundlich sein?", fragte ich sie mit hochgezogener Augenbraue und klopfte ihr sachte auf die Schulter. "Du kannst jetzt das Mädchen für alles sein, ich verzieh mich!", quietschte sie, öffnete die Tür der Toilette und ließ mich mit einem verwirrten Blick zurück.
      Als ich aus der Toilette heraustrat, wusste ich genau, was sie gemeint hatte. Vor mir hatte sich ein kleiner Ball aus Menschen gebildet, alle sagten meinen Namen oder sprachen mich mit einer anderen Anrede an. "Einer... nach dem Anderen.", sagte ich, zog einmal scharf die Luft ein und setzte ein kleines, gequältes Lächeln auf. Ich hatte es so gewollt und ich hatte es gerne so gewollt.
      Pflegebericht für: Cruel Twist of Fate, Kholáya, Frosty Lagoon, Bittersweet Temptation, Lady Blue Skip, Only Known in Texas, Picture of a Ghost, Miss Independent, A Shining Chrome, Honey's Aleshanee, Striga, GRH's Unbroken Soul of a Magic, A Walking Honor, GRH's Aquila T Mistery, GRH's Unbroken Soul of a Devil, Snapper Little Lena, Stormborn, Zues, Jacks Inside Gunner, BR Colonels Golden Gun, BR Colonels Lil Joker, Sweet like Chocolate, Colonels Blue Splash, BR Dress to Impress, Special Luna Zip, Captains Blue Crystal, Gun Sophie, PFS' Unclouded Summer Skies, California Rose, Ginger Rose, Smart Lil Vulture, Chocolate Shades, GRH's Funky's Wild Berry, Abadon all Hope, Kisshimbye, Easy Going, Chou, My sweet little Secret, I'm a Playboy, Whitetails Shortcut, Whinney, Citizen Fang, Cielos, Silent Bay, Alan's Psychedelic Breakfast, Chapter 24, Chocolate Dream, General's Coming Home, GRH's Bellas Dun Gotta Gun, Gun and Slide, Gunners Styled Gangster, Hollywoods Silver Dream, Nachtschwärmer, Blue Fire Cat, Dual Shaded Ace, Bella Cielo, Black Sue Dun It, DunIts Smart Investment, Face Down, Ginny my Love, GRH's A Gun Colored Lena, Heretic Anthem, Jade, Kristy Killings, Magnificient Crow, Raised from Hell, Tainted Whiz Gun, Verdine, Wimpys Little Devil, Prias Colourful Soul, Leuchtfeuer di Royal Peerage, Cleavant 'Mad Eyes', Ceara Isleen, Tigres Eye, Priamos Ruffia Kincsem, Drama Baby, Raspberry, Candlejack, Culain, Peacful Redemption, Wildfire xx
    • Veija
      Little moments
      Februar 2020, by Veija & Ravenna
      Caleb
      Ich saß zusammen mit meinen Mitarbeitern am Frühstückstisch und genoss meinen Kaffee und die Ruhe. Alle Arbeiten für den heutigen Tag waren eingeteilt und so konnte jeder nun stillschweigend sein Essen genießen. Zumindest so lange, bis Betsy die Treppe hinab gestürmt kam und mit ihrer kindlichen Quietschestimme rief: “Schnee! Leute es schneit! Ooooh… es ist ja alles weiß!” “Hat ja auch die ganze Nacht geschneit.”, murrte ich und sah sie über meine Kaffeetasse hinüber an. “Ich schnapp mir sofort Sue und geh mit ihr ausreiten!”, trällerte sie, ehe sie den Raum und schließlich das Haus verließ, was ich am Zuknallen der Haustür bemerkte. “Hat jemand Zeit mit ihr ausreiten zu gehen?”, fragte ich in die Runde. Octavia nickte und stand sofort auf. “Raspberry würde ein Ausritt mal wieder gut tun.”
      Octavia verschwand ebenfalls aus dem Haus. Seit Sue gekrönt war, war ihr Wert um einiges gestiegen. Sie gehörte zwar noch immer Betsy, aber sie durfte nicht mehr alles alleine mit der Stute machen. Leider war Sue nicht tragend, dafür aber einige andere Stuten. 2020 würde das erste Jahr werden, in dem Zuchtfohlen verkauft werden würden. Es stand noch nicht fest, welche Fohlen weggehen würden. Welche allerdings behalten wurden, das stand schon lange fest. Ein Fohlen aus Lena und Gangster würde bleiben, Devils Fohlen würde bleiben und das Fohlen aus der Leihstute Aerith und Hollywood. Ebenso das Fohlen von Tainted Whiz und dem Fremdhengst Dissident Aggressor.. Das Fohlen von Ginny und Barbie war sogar schon reserviert worden von einer alten Bekannten. Zur Zeit war ich sogar ein wenig auf der Suche nach einem Zuchtpartner. Was sich da ergeben würde, das stand noch in den Sternen. Was jedoch sicher war, dass wir diesen Winter über die neuen Jungpferde anreiten würden. Octavia hatte einiges wobei sie meine Hilfe brauchte und auch bei den Westernpferden der Ranch war einiges vom Jungpferdestall in den Hauptstall umgezogen. Auch das Training der anderen Pferde würde im Winter nochmal aufgenommen werden, so dass wir nächstes Jahr mit einer guten Stückzahl in die Turniersaison starten konnten. Die Zuchthengste, die personalbedingt dieses Jahr leider viel zu viel gestanden hatten, würden auch wieder an den Start gehen und die Ranch präsentieren.
      Ich überlegte auch, im März oder April ein Westernturnier hier auf der Ranch zu organisieren, nachdem der ganze Trubel um das Joelle Horse Makeover vorbei war.
      Ich trank meinen letzten Schluck Kaffee und sah nochmals in die Runde. Heute war der 31.12., das Jahr war vorbei. Viel hatte sich seit dem letzten Jahr hier nicht getan.
      Dass sich im nächsten Jahr allerdings einiges ändern würde, das stand schon lange fest. Ich hatte mich endlich entschieden, was ich mit meiner eigenen Ranch anfangen wollte. Westernpferde. Turnier, Zucht, Freizeit.
      Dafür mussten uns natürlich einige Tiere verlassen. Mit Octavia hatte ich ewig lange hin und her überlegt und diskutiert, welcher ihrer Tiere weggehen würden, und… ob überhaupt Pferde von ihr uns verlassen würden. O war dem Ganzen jedoch absolut nicht abgeneigt. Silent Bay, dessen Besitzer bislang immer noch Bellamy gewesen war, wurde auf meinen Namen überschrieben und wechselte recht schnell in den Hauptstall.
      So hatte Octavia nun noch 10 Pferde, die auch fast ihre gesamte Zeit in Anspruch nehmen würden. Neben Pria blieb auch ihre älteste Tochter Colourful Soul, die Halbblutstute von Colour Paint. Ihr letzter Neuzugang, Leuchtfeuer di Royal Peerage blieb auch und zauberte uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, weil wir den deutschen Namen allesamt nicht richtig aussprechen konnten. Raspberry, wer hätte es anders gedacht, blieb auch. Dakota allerdings würde uns verlassen. Sowie eine ganze Menge Englischer Vollblüter. Auch wenn viele den Besitzer wechseln würden, für einige hatten wir auch schon Interessenten, würde Octavia sieben Stück behalten. Pria, wie schon genannt, Tigres Eye, Drama Baby, Candlejack, Culain, Peacful Redemption und Wildfire. Cleavant ‘Mad Eyes’ und Ceara Isleen blieben nach viel Diskussion ebenfalls. Also besaß Octavia weiterhin 12 Pferde, nicht nur 10.
      “Laurence und Cayce bewegt ihr die Stuten heute ein bisschen? Ich kümmere mich mit Bellamy um die Hengste. Murphy du kannst dir Connor schnappen und schaust mal bei den Fohlen vorbei. Fohlen ABC müsste bei allen sitzen, schau mal was sie noch wissen. Joker, Katie und Goldy könnt ihr beide mit in den Hauptstall bringen, für die fängt jetzt der Ernst des Lebens an. O macht ihre Pferde heute ja alleine.”, sagte ich in die Runde und schaute in nickende Gesichter, gefolgt von zustimmendem Gemurmel. “Na dann ab an die Arbeit- und heute Abend feiern wir Silvester!”
      Quietschende Stühle, sich stapelnde Teller und klirrende Tassen. Ruck zuck war der Tisch abgeräumt, alles an seinem Platz verstaut und jeder auf dem Weg nach draußen.



      Ylvi
      Ich trampelte von einem Fuß zum nächsten. Um mich herum hundert andere Menschen, schreie gingen durch die Luft. Sie kamen von den Menschen die auf ihren Pferden die vereiste Straße herunter ritten, aber auch von denen die sie willkommen hießen In der Reitermenge suchte ich nach den Kindern und Louis. Am Strick führte ich einen aufgeregten Ravn, eine entspannte Fylgia. Valravn ließ sich von der Stimmung um ihn herum ziemlich beeindrucken. Ich selbst verspürte einfach nur Ehrfurcht. Der Schauer der sich über meinen Rücken zog konnte aber durchaus auch von der Kälte stammen. Die Gruppe von Reitern wurde begleitet von großen Autos. Louis hatte den Ritt mitreiten wollen. Auch Tschetan war seit beginn an dabei. Kaya hatte den Ritt auf Fylgia begonnen. War jedoch bald zurückgefallen und sichtlich erschöpft gewesen. So hatte sie zwei Tage ausgesetzt. Doch für den letzten Tag hatte sie Tschetan auf Inyan mitgenommen. Jetzt sah ich die drei in den Massen der Reiter. Andere bunt geschmückte Reiter kamen an mir vorbei. Der Chief Bigfoot Memorial Ride fand hier am Wounded Knee sein Ende, an dem am 29.12.1890 das Massaker stattgefunden hatte. Mit Absicht hatte ich mich aus dem Ritt herausgehalten. Soviel Empathie ich auch aufbrachte für Louis, für all die Generationen an Lakota vor ihnen, ich gehörte nicht zu diesem Volk. Anders als Louis und seine Cousins. Trotzdem erfasste mich das Gefühl der Gemeinschaft, kleine Tränen rannen mir über die Wangen. Ich sah verfrorene Kinder in schlechter Kleidung, auf abgefressenen Ponys. Unter ihnen fielen meine 4 Exemplare natürlich auf. Louis ritt Gwenny auf blankem Rücken. Was wohl ihre Vorbesitzer sagen würden, wenn sie das gekörte Vollblut ihr zwischen den “Indianerpferden” umher rennen sahen? Ich verschob den Gedanken nach hinten. Es ginge sie ohnehin nichts an. Ein schreiender, aber grinsender Tschetan ritt an mir vorbei, Kaya winkte begeistert von ihrem Platz vor ihrem Bruder. Ich winkte zurück. Louis ritt vorn. Er war einer der Standartenträger. Sein Gesicht war bemalt. Völlig schwarz mit weißen Punkten. Zu alten Zeiten hätte er mit diesem Gesicht schrecken bei weißen Siedlern erzeugt. Mich hatte es zunächst auch erschrocken. Dann hatte er mir von seiner Vision erzählt. Das seine Bemalung eine starke Medizin besaß. Im Galopp ritten sie auf das verschneite Feld. Die Träger der Standarten in der Mitte, während der Rest der Reiter um sie herum ritt. Trommelschläge erschollen und die ganze Situation war völlig losgelöst.
      Die anschließende Ansprache, das Gebet ...das ging wie im Traum an mir vorbei, nicht allein da sie in Lakota gesprochen wurde. Wie viel verstanden wohl die beiden Kinder? War ich nicht in der Nähe dann sprach Louis oft mit Tschetan in ihrer Sprache. Da Kaya nach wie vor nicht sprach. Konnte ich nicht viel zu ihren Sprachkenntnissen wissen. Schließlich hoben alle die rechte Faust. Die letzten Worte kamen auch an meine Ohren. “May the 7th generation rise!”

      3 Stunden später saßen alle im Auto. Auf dem Hänger standen wieder 4 Pferde, mit denen wir von der Pine Ridge Reservation aufbrachen. Gwenny und Inyan waren sicherlich froh über diese Ruhe. In den vergangenen zwei Wochen waren sie täglich mehrere Meilen gelaufen. Auch meine Fylgia hatte diverse Kilometer bestritten. Valravn war jediglich von mir bewegt worden, musste aber mit da wir ihn nicht allein zurücklassen wollten. Vor uns lag nun eine 1500 Kilometer lange Reise um noch vor dem Jahreswechsel zurück auf der Bow River Ranch zu sein. Während wir zunächst beim Horse Makeover geholfen hatten, waren wir Mitte November aufgebrochen um Verwandtschaft der Kinder in Pine Ridge zu besuchen. So war dann auch Louis eingeladen worden den 200 Meilen Ritt mitzumachen. Beide Kinder hingen in ihren Sitzen und schliefen. Ich fuhr, während ein sehr müder Louis auf dem Beifahrer hockte. “Herrlich, wenn die Füße zum ersten Mal wieder richtig auftauen.” ich sah ihn skeptisch von der Seite her an. “Herrlich? Ich hab das als äußerst schmerzhaft in Erinnerung.” Louis zuckte die Schultern, streckte die Zunge raus. “Schlaf ruhig ein wenig. Dann wechseln wir wenn du wach bist.”
      Mittlerweile hatten alle 4 Ponys eine unfassbare Routine mit langem stehen auf dem Hänger, ich selbst mit dem Fahren. Dem Ziel sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Ich freute mich wahnsinnig darauf alle wieder zu sehen. Die Arbeit auf der Ranch fing an mir zu fehlen. O hatte uns zurückgebeten. Sie wollte die Familie beisammen Wissen wenn der Jahreswechsel von statten ging. Wir hatten zunächst gezögert. Uns aber schlussendlich dafür entschieden. Früher oder später mussten wir Caleb wieder unter die Augen treten um eine Einigung zu finden. Durften wir mit unseren Pferden auf der Ranch bleiben? Würde unser Leben dort fortgesetzt oder mussten wir uns insgesamt ein neues Heim suchen? Besonders der Kinder wegen würde uns eine solche Entscheidung Calebs sehr treffen. Ich hoffte nur O hatte unsere Anwesenheit zur Silvesterfeier nicht verheimlicht.

      Caleb
      ‘Hier stand ich nun. Alleine. Gefangen in meinen Gedanken. Unfähig, etwas zu fühlen oder richtig darüber nachzudenken, was passiert war. Ich hatte alles, alles was ich mir im Leben erträumt hatte. Zwar hatte ich Träume anpassen müssen, um jetzt hier zu sein und meinen Weg nicht nur einmal geändert, aber ich war dort angekommen, wo ich sein wollte. Dennoch hatte es nicht gereicht. Es hatte ihr nicht gereicht. Ich hatte ihr meine Welt zu Füßen gelegt, ja sogar meine Welt für sie umgekrempelt, mich für sie verändert, war ein besserer Mensch und sogar Liebhaber geworden. Romantik? War für mich lange Zeit undenkbar gewesen. Liebe? Wir hatten uns beide kennen gelernt, als wir als “emotional unbrauchbar” abgestempelt worden waren. Ich hatte mich ihr zu schnell geöffnet, war mit Anlauf ins kalte Wasser gesprungen und hatte ihr Platz in meinem Herzen geschaffen. Ich war aufs Ganze gegangen, weil ich gedacht hatte, mit ihr wäre es anders. Mit ihr könnte ich es schaffen. Wir könnten es schaffen.
      Schneller als es mir bewusst gewesen war, wurde ich eines besseren belehrt. Nun war es vorbei. Sie hatte sich für jemand anderen entschieden. Jemanden, der ihr das geben konnte, was sie wohl brauchte und in mir nicht gefunden hatte. Wir waren so gleich und doch so verschieden gewesen. Waren wir einfach nur zwei einsame Seelen gewesen, die sich eine Zeit lang gebraucht hatten? Die sich gefunden hatten, füreinander da gewesen waren, sich aufgebaut hatten und dann wieder alleine fliegen mussten?’
      “Hey Caleb, ist da jemand anwesend?”, riss mich Bellamy aus meinen tiefsinnigen Gedanken. “Ja.. mist…”, murmelte ich und griff schnell nach vorne, damit mit die Mistgabel nicht ganz aus den Händen glitt. In letzter Zeit dachte ich immer weniger an Ylvi… und Louis. Aber jedes mal wenn ich daran dachte, hatte ich die gleichen Gedanken. Ich sah den Schlag, den ich Louis verpasst hatte vor mir, sah sie Beide die Ranch verlassen und eine kleine Stimme in mir hatte sich gewünscht, dass sie nie wieder kommen würden.
      Aber ich hatte überreagiert. Jetzt, fast 3 Monate später, war ich mir wirklich sicher, dass ich überreagiert hatte. Aber so war ich leider. Auch nach 26 Jahren, die ich nun auf der Welt war, war ich noch immer genau so, wie ich als Kind gewesen war. Aufbrausend, schnell wütend, nachtragend, impulsiv, emotional. Ich schloss kurz die Augen, atmete einmal tief durch und öffnete dann langsam meine Lider. Bellamy war eine Box weiter gegangen. Er wusste mittlerweile, dass er mich manchmal besser mit meinen Gedanken in Ruhe ließ. “Heute kommen Louis und Ylvi wieder, oder?”, fragte ich ihn plötzlich und sah, wie er kurz zusammenzuckte. “Ja. Heute Abend. Um zusammen ins neue Jahr zu feiern. “Na hoffentlich küssen sie sich um Mitternacht nicht. Sonst muss ich Louis wieder eine reinhauen.”, sagte ich und grinste Bellamy an. Dieser wusste zu erst nicht, ob er lachen sollte, oder nicht. Entschied sich dann jedoch zu einem Lächeln. “Naja, ich hoffe natürlich nicht. Einmal reicht.”, meinte er schulterzuckend und drehte sich dann um, um die Box weiter zu misten.
      Nach etwa einer Stunde waren wir mit dem Hengststall fertig. Meine Gedanken hatte ich wieder beisammen und war sogar ein bisschen besser gelaunt. Zumindest solange, bis ich vor dem Haus den Truck von Louis sah. Ich blieb stehen, schluckte einmal- setzte dann jedoch meinen Weg fort. Ich konnte nicht ewig vor ihnen davonlaufen.


      Ylvi
      Ich war gespannt auf die Feier am Abend. Ich hatte Caleb gesehen. Wie er stehen geblieben war, den Blick gerichtet auf den Wagen, dann in Richtung Wohnhaus. Er hatte mich hinter den Gardinen nicht sehen können. Nur kurz, dann war er weiter in Richtung Haupthaus gegangen. Das wir dort oben eingezogen waren schien mir beinahe wie in einem Traum fort zu sein. Mit Louis war es anders. Schon allein wegen der Kinder. Tschetan und Kaya waren unsere Aufgabe. Gerade Kaya kostete Kraft. Langsam führte ihre Stummheit in der Schule zu Problemen. Wir mussten sehen, das sie nicht unterging. Die Lehrer schickten uns zu Psychologen. Gleichzeitig hatte ich beschlossen mehr auf der Ranch zu tun. Als Trainer einzusteigen, hatte bereits in unserer Auszeit einige Aufträge erledigt. Ich hatte Blut geleckt. Das neue Jahr stand also bereits mit vielen Neuerungen vor der Tür. 2019 war geradezu an mir vorbei gerauscht so viel war geschehen.

      Für: Abadon All Hope, Cruel Twist of Fate, Kholáya, Frosty Lagoon, Bittersweet Temptation, Lady Blue Skip, Only Known in Texas, Honey's Aleshanee, Striga, GRH's Unbroken Magic, A Walking Honor, GRH's Aquila T Mistery, GRH's Unbroken Soul of a Devil, Snapper Little Lena, Stormborn, Zues, Jacks Inside Gunner, BR Colonels Golden Gun, BR Colonels Lil Joker, Sweet like Chocolate, Colonels Blue Splash, BR Dress to Impress, Special Luna Zip, Captains Blue Crystal, Gun Sophie, PFS' Unclouded Summer Skies, California Rose, A Shining Chrome, Ginger Rose, Smart Lil Vulture, Chocolate Shades, GRH's Funky's Wild Berry, Chou, Kisshimbye, Tortured Witch HMJ 6693, Easy Going, My sweet little Secret, Whitetails Shortcut, Whinney, Citizen Fang, Cielos, Silent Bay, Alan's Psychedelic Breakfast, Chapter 24, Chocolate Dream, General's Coming Home, GRH's Bellas Dun Gotta Gun, Gun and Slide, Gunners Styled Gangster, Hollywoods Silver Dream, Nachtschwärmer, Dakota, Prias Colourful Soul, Leuchtfeuer di Royal Peerage, Cleavant 'Mad Eyes', Absolute Bullet Proof, Magic Lanijos, Ceara Isleen, Tigres Eye, Pocahontas, Priamos Ruffia Kincsem, Drama Baby, Raspberry, Tasmania, Candlejack, Culain, Peacful Redemption, Wildfire xx,Bella Cielo, Black Sue Dun It, DunIts Smart Investment, Face Down, Ginny my Love, GRH's A Gun Colored Lena, Heretic Anthem, Jade, Kristy Killings, Magnificient Crow, Raised from Hell, Tainted Whiz Gun, Verdine, Wimpys Little Devil, Picture of a Ghost, Blue Fire Cat, Dual Shaded Ace
    • Veija
      Fohlenzeit & die vergessene Einladung
      April 2020, by Veija
      Caleb
      “Post für dich”, sagte Bellamy und legte mir die neuen Briefe auf den Schreibtisch. Er zog sich einen Stuhl zu mir herüber und setzte sich mir gegenüber.
      Ich verbrachte in letzter Zeit Minuten, wenn nicht Stunden an diesem Tisch. Anfangs hatte ich gedacht, wenn ich jeden Tag ein paar Minuten hier verbringen würde, wäre das vollkommen ausreichend und ich bekäme alles erledigt. Dem war leider nicht so, so dass ich mir zwischen der ganzen Arbeit regelrechte Bürotage einschieben musste. Tage, an denen ich nicht reiten konnte. Zum Glück hatte ich ein tolles Team, welches meine Trainingspferde auffing. Zusätzlich waren ja nun Brian und Aimee eingezogen. Brian würde mich ebenfalls bei den Westernpferden unterstützen, Aimee würde Octavia ein wenig unter die Arme greifen, sobald sie sich näher kennen gelernt hatten. Ich war mir sogar sicher, dass die Beiden heute Mittag zusammen ausreiten gehen wollten. “Bellamy kann ich was für dich tun?”, fragte ich den jungen Mann irgendwann und schaute von meiner Post hoch.
      “Nein. Nein eigentlich nicht. Ich wollte nur eine kurze Pause machen und dachte mir, ich setzte mich zu dir”, meinte er schulterzuckend. “Und treibe dich ein bisschen in den Wahnsinn.”
      Ich lachte. “In den Wahnsinn treiben? Womit denn?”
      “Indem ich dir bei deiner wirklich aufregenden Arbeit zuschaue, die ich zum Glück nicht mehr machen muss.”
      Kurz schloss ich die Augen und schüttelte lachend den Kopf. “Sei froh”, murmelte ich und sah ihn wieder an. “Eigentlich… wenn du schon hier bist und nichts zu tun hast, kannst du dich auch nützlich machen. Ich hab hier eine Liste für den Store in Calgary und hab eigentlich keine Zeit, selbst einkaufen zu fahren. Würdest du das erledigen?”, fragte ich ihn und Bellamy nickte. Ich gab ihm die Liste und das Geld, ehe er auch schon aufstand und mein Büro verließ. Draußen sah ich ihn in meinen Pick Up einsteigen und den Hof verlassen. Dann widmete ich mich wieder meinem Papierstapel. Es dauerte eine Weile, bis ich die ganzen neuen Kaufverträge und Pässe einsortiert hatte, aber damit war meine Arbeit für heute erledigt und ich konnte raus zu den Pferden gehen.
      Ich wollte heute mal wieder ein wenig mit Smart Lil Vulture auf dem Platz trainieren. Er war mittlerweile so gut wie eingeritten. Ein paar Feinheiten fehlten noch, aber im Großen und Ganzen machte er seine Sache wirklich gut. Vulture konnte ziemlich oft ein riesen Dickschädel sein, was das Training manchmal mehr als schwierig gestaltete.
      Auf dem Weg zum Stall begegnete mir Betsy mit Black Sue Dun It, die sie gerade auf die Koppel brachte. “Caleb wann ist es denn endlich soweit und das Fohlen kommt?”, fragte sie mich aufgeregt.
      “Es kann nicht mehr lange dauern”, meinte ich zu ihr und streichelte der schwarzen Stute kurz über die Nase. Sue war von unserem Hengst Alan’s Psychedelic Breakfast tragend. Ich rechnete sehr stark mit einem Rappfohlen, aber für eine Überraschung war ich immer offen. Farbe würde es dieses Jahr auf jeden Fall genug geben.
      Schade war nur, dass Raspberry nicht aufgnommen hatte. Octavia hatte sich dieses Jahr so sehr auch ein Fohlen gewünscht, neben den ganzen Westernpferdfohlen. Ihr Culain war auch nicht mehr klein, sollte dieses Jahr angeritten werden. Auch Leuchtfeuer di Royal Peerage war schon ein Jährling und hatte eine stolze Größe erreicht.
      Unser Nachwuchshengst Dual Shaded Ace war schon fast zweijährig, Blue Fire Cat dagegen eine stolze Jährlingsstute. Im selben Alter war die vor kurzem Angekaufte Stute A Walking Dignity. Sie war aus der selben Zucht wie A Walking Honor und versprach ein guter Allrounder zu werden.
      Betsy und Sue waren mittlerweile auf der Koppel angekommen, auf der die anderen tragenden Stuten auch schon standen. Sie kamen morgens raus und abends wieder rein, damit jede Stute nachts ihre Ruhe hatte. Ich ging auch stark davon aus, dass die Fohlen vor allem nachts kommen würden. Unter der ganzen Herde fehlte mir aber eins. Face Down. “Betsy wo ist Face Down?”, fragte ich das Mädchen und schaute nochmal über die Koppel. Sie setzte gerade zu einer Antwort an, da hörte ich Laurence’ Stimme hinter mir.
      “Caleb komm schnell in den Stall!”, war die kurze und knappe Aussage des Mannes.
      Ich nahm wortwörtlich meine Beine in die Hand und rannte in den Stall, wo schon unser Tierarzt in Face Downs Box stand und ihr eine Infusion setzte.
      “Wieso hast du mich nicht gerufen?”, knurrte ich fast und ging neben der Stute in die Knie. Betsy stand an der Boxentür und wollte auch zu der Stute kommen, ließ sich aber unwirsch von mir abwinken und blieb stehen.
      Laurence hielt den Beutel mit der Infusion nach oben und schaute zu mir rüber. “Ich hatte gerade die andere Stuten raus gebracht und fing an die Boxen zu misten. Face Down hat sich so seltsam verhalten, weshalb ich sie in der Box beobachten wollte. Vor etwa 10 Minuten ist sie einfach zusammen geklappt, ich hab sofort den Tierarzt gerufen und versucht sie zu beruhigen, da blieb im Moment keine Zeit, auch noch nach dir zu rufen”, entschuldigte er sich kleinlaut.
      Ich nickte, sah zum Tierarzt und beobachtete ihn dabei, wie er die Stute abhörte und dann ein mobiles Ultraschallgerät zu sich rüber zog. Dann herrschte totenstille. Niemand wagte es, auch nur zu atmen. “Wir müssen das Fohlen holen”, sagte der Tierarzt knapp. “Es bleibt keine Zeit mehr in die Klinik zu fahren, wir müssen hier einen Notkaiserschnitt machen”, sagte er, stand auf und lief zu seinem Auto.
      In meinem Kopf rauschte es. Hier einen Kaiserschnitt zu machen war alles andere als üblich und die Chance, dass die Mutterstute das überlebte, war sehr gering. Da brauchte ich den Tierarzt auch nicht nach zu fragen, das wusste ich. Als er wieder in den Stall kam sah er mich an. Ich schluckte einmal, schloss kurz die Augen und als ich sie wieder öffnete fragte ich ihn: “Was soll ich tun?”
      Dann ging alles ganz schnell. Ich schickte Betsy aus dem Stall, sie solle auf die anderen Stuten aufpassen und mir sagen kommen, wenn etwas ungewöhnlich wäre, ehe Face Down sediert und schließlich narkotisiert wurde. Die ganze Zeit während der OP hatte ich ein mulmiges Gefühl im Magen. Schließlich sahen wir das ganze Ausmaß der inneren Verletzungen der Stute. Eine Arterie war gerissen und die Stute blutete innerlich. Auch das Fohlen schwebte in Lebensgefahr, denn es wurde nicht mehr richtig versorgt.
      Wir schafften es das kleine Fuchsfohlen auf die Welt zu bringen, Laurence hatte die Infusion an der Box aufgehangen und kümmerte sich um das Tier, während der Tierarzt und ich versuchten, die Stute zu retten. Leider ohne Erfolg. Sie verblutete uns vor unseren Augen und wir konnten nichts mehr dagegen tun.
      Ich atmete schwer, verkniff mir meine Tränen. So etwas gehörte leider auch dazu. Es war traurig und tragisch, gerade bei der ersten Stute der kommenden Fohlensaison, aber es passierte.
      Wir drehten uns um und kümmerten uns um das Fohlen, welches Laurence bereits mit Stroh abgerubbelt hatte. Das kleine Tier atmete schwer, die Strapazen der letzten Minuten steckten ihm oder besser gesagt ihr, tief in den Knochen. Das kleine Stutfohlen war eine Kämpferin. Mit Hilfe des Tierarztes wurde ihre Atmung von Atemzug zu Atemzug immer besser, sie richtete sich jetzt sogar ein wenig auf. “Was machen wir denn nun mit dir, kleines Pferd?”, fragte ich etwas überfordert in die Runde und sah vom Tierarzt zu Laurence und dann in… Cayces Gesicht.
      “Caleb.. du.. wir haben noch ein Fohlen. Von Heretic Anthem. Ging grade ganz schnell, ein schönes Buckskinhengstfohlen. Gesund und munter”, verkündete er die gute Nachricht.
      Ich überlegte. Dann schaute ich zum Fohlen, und wieder zu Cayce. “Wir könnten versuchen, ob Aunti das Fohlen hier mit annimmt, sie ist die, die mir am ehesten jetzt einfallen würde, die ein weiteres Fohlen akzeptieren könnte.”
      Cayce nickte. Auch unser Tierarzt schien damit einverstanden zu sein. Wir mussten nur warten, bis die Fohlen standen. Dann brachten wir Aunti mit ihrem Hengstfohlen in ihre Box, ehe wir ihr die kleine Fuchsstute vorstellten. Zum Glück war Aunti eben so wie sie war, denn sie schien die Stute zu akzeptieren und ließ sie sogar nach ein paar vergeblichen Versuchen an ihrem Euter trinken.
      Erleichtert atmete ich einmal auf. Das Hollywoods Silver Dream und das General’s Coming Home Fohlen waren beide wohlauf und es sah so aus, als dass Aunti sich wirklich um beide Fohlen kümmern würde.
      Mit der Mutterstute des Stutfohlens ging alles ganz schnell. Der Tierarzt machte sie provisorisch zu und wir entschieden uns, die Stute auf der Ranch zu begraben.
      Nachdem sich alle mehr oder weniger von ihr verabschiedet hatten, begruben Cayce, Laurence und ich das Pferd auf einer der hintersten Weiden, unter einem Baum. Betsy hatte in aller Eile ein kleines Kreuz gebastelt, welches ich natürlich mitgenommen hatte und nun auf ihrem Grab aufstellte.
      Niedergeschlagen kamen wir wieder beim Stall an. Betsy hatte an der Box Wache gehalten. “Wie schlagen sich die beiden Neuen?”, fragte ich sie.
      “Gut. Wirklich gut. Sie trinken abwechselnd und Aunti scheint sie Beide zu mögen.”
      “Das ist gut. Aber aus dem Schneide sind wir noch lange nicht. Was ist denn mit der Kamera, funktioniert die mittlerweile?”, fragte ich in die Runde und blieb mit meinem Blick an Cayce hängen.
      Dieser kratzte sich verlegen am Kopf und sah aus wie jemand, den man auf frischer Tat ertappt hatte. “Ja die.. gehen. Sind mehrere”, sagte er und zeigte einmal zur Decke, auf die vier Kameras, die jede Box im Blick hatten. “Ich muss sie nur noch auf deinem PC aktivieren.”
      “Und einstellen, dass wir auf jedem Handy Zugriff auf die Übertragungen haben”, merkte ich an und er nickte.
      “Erledige ich sofort.”
      Etwa eine Stunde später war ich endlich mit Vulture auf dem Platz. Ich hatte nicht wirklich die Nerven, viel mit ihm zu machen, weshalb ich nur ein wenig an unserer Kommunikation in den Gangarten feilte. Vulture war zwar ein Sturkopf durch und durch, aber wenn man ihm eine Aufgabe gab, konzentrierte er sich und arbeitete wirklich gut mit.
      Meine vorletzte Aufgabe vor dem Feierabend bestand darin, Bellamy auf den neuesten Stand zu setzen und ihm zu helfen, die Futtersäcke von meinem Pick Up in die Futterkammer zu tragen. Der Einkauf war bitter nötig gewesen, denn als ich das Kaftfutter für die tragenden Stuten portionierte, brach ich den letzten Sack der alten Ladung an. “Warte noch mit dem Reinbringen, bis ich das Futter verteilt habe, das gibt sonst zu viel Stress im Stall, grade mit den beiden neuen Fohlen”, erklärte ich Bellamy. Der junge Mann nickte, schnappte sich Eimer und half mir.
      Nun brachten wir nach und nach die Pferde rein, angefangen bei Tainted Whiz Gun. Die Stute war von einem Fremdhengst tragend, genauer gesagt von Dissident Aggressor von Eddi. Von diesem Hengst hatte ich schon ein paar Nachkomme hier herumlaufen, die sich alle prächtig entwickelten. Dissident war jedoch nicht das einzige Fremdpferd, wir hatten die Leihstute Aerith von Tassila, von unserem Hollywoods Silver Dream decken lassen und erwarteten ein Grullofohlen. Wenn es eine Stute werden würde, hätten wir vermutlich schon eine tolle Kombination mit dem Junghengst Ace.
      Als nächstes folgten GRH’s A Gun Colored Lena und Wimpys Little Devil. Beide waren von dem vielversprechenden, erst vor kurzem gekörten Hengst Gunners Styled Gangster tragend. Bei dieser Anpaarung erwarteten wir viel Farbe, und Potenzial!
      Gun and Slide wurde auch gleich zweimal Vater. Ihn hatten wir mit Colonels Smokin Gun als auch Raised from Hell angepaart. Wir hofften, dass er bei beiden Stuten seinen unglaublich lieben Charakter weitergeben würde. Alan wurde gleich dreifach Vater. Einmal zusammen mit Sue, worauf Betsy so sehnsüchtig wartete, eimmal mit DunIts Smart Investment und noch mit Bella Cielo. Auf die Bella und Candyfohlen war ich ja ziemlich gespannt, so war Candy ja eine Tochter von Bella. Würde das Candyfohlen nach der Mama schlagen? Oder sogar nach der Oma? Und würde das Bellafohlen Ähnlichkeiten mit Candy haben?
      Nun fehlten noch Baby Doll Melody und Magnificient Crow, dann waren alle Stuten sicher in ihrer Box angekommen. Crow bekam ein Fohlen von General’s Coming Home, eine Halbschwester zu der kleinen Fuchsstute, die heute Mittag zur Welt gekommen war.
      Melody erwartete ein Fohlen von Hollywoods Silver Dream, ein Halbgeschwisterchen zu Auntis Buckskinfohlen.
      Zwei Fohlen waren schon von Anfang an verkauft, und zwar die Fohlen aus der Kombination Ginny my Love und GRH’s Bellas Dun Gotta Gun und Kristy Killings mit Chapter 24. Diese Fohlen würden, wenn alles gut ging, nach dem Absetzen zu Tiara Everdeen aufs Everdeen Acres umziehen.
      Einen Interessenten gab es auch für das Crow und General Fohlen, und zwar von einer Bekannten aus Österreich. Sie wollte jedoch die Geburt abwarten und sich dann nochmal melden. Ganz zum Schluss meiner Runde schaute ich noch bei Heretic Anthem und ihren zwei kleinen Draufgängern vorbei. Ich hatte mir im Vorfeld schon Namen überlegt und im Laufe des Tages mich auf zwei festgelegt. Face Down’s Fohlen, würde den Namen BR Homecoming Queen tragen. Ich hoffte inständig, dass sie es schaffen würde, auch wenn ihre Mutter nicht mehr für sie da war. Aunti und Hollywoods Hengstfohlen bekam den Namen BR Hollywoods Dream Anthem.
      Das war auch meine letzte Aufgabe für heute, die Namen zu beantragen.
      Um diesen stressigen Tag nun endlich ausklingen zu lassen, schnappte ich mir Blue und ging eine Runde mit ihm ins Gelände. Mit Blue an meiner Seite konnte ich endlich die Seele baumeln lassen und meine Gedanken konnten schweifen. Zumindest so lange, bis ich ein Pferd hinter mir wahrnahm. Bellamy war mit Dakota unterwegs. Ich lächelte und verlangsamte Blue ein wenig, so dass die Beiden zu mir aufschließen konnten. “Hast du dir wieder ein Herz für dein Mädchen gefasst?”, fragte ich ihn und er lächelte leicht.
      “Klar, jetzt hab ich ja wieder Zeit für sie. Sie hat lange genug gestanden, wird Zeit, dass sie mal wieder etwas tut”, erwiderte er und strich der Braunen einmal kurz durch die Mähne.
      “Passt der Sattel eigentlich noch, den du damals von Auguri bekommen hast?”, fragte ich ihn und sah zu seinem Pad, das definitiv ein anderes war, nicht das Geschenk von damals.
      “Klar, der passt noch. Hab das Pad aber mal in die Wäsche gepackt, deshalb das andere.”
      Den Rest des Ausrittes verbrachten wir schweigend, ehe wir auf dem Hof wieder getrennte Wege gingen.
      Im Haupthaus angekommen führte mich mein Weg sofort zum Kühlschrank, aus dem ich eine Flasche Bier nahm und mich im Wohnzimmer auf die Couch setzte. Noch vor einem halben Jahr hatte ich hier zusammen mit Ylvi gesessen, gelacht und Bier getrunken. Nun tat sie das zusammen mit ihrem Mann. Mit Louis. Auch wenn ich noch immer sehr wütend war, es half nichts nachtragend zu seiner und einer Zeit hinterher zu trauern, die nie wieder kommen würde.
      Am nächsten Tage würde ich mich einzeln mit ihnen zusammensetzen und über ihre Zukunft hier sprechen.
      Mit diesem Gedanken ging ich ins Bett und wurde vier Stunden später von Cayce geweckt, der diese Nacht ein Auge auf die Stuten haben sollte. “Ich glaube bei Bella geht es los.”
      Verschlafen rieb ich mir meine Augen und sah auf Cayces Handy, auf dem gerade die Liveübertragung lief. “Ist gut, du kannst ins Bett gehen, ich geh in den Stall”, sagte ich zu ihm, zog mich an und ging leise in den Stall. Einige der Stuten waren wach und fraßen genüsslich ihr Heu, Heretic und die beiden Fohlen schliefen. Dann ging ich zu Bella, die ruhig in der Box lag und bei der es nicht den Anschein machte, als gäbe es Komplikationen. Eine halbe Stunde später war das kleine Fohlen auf der Welt. Eine schöne Dunolinostute mit einer Blesse und zwei weißen Beinen hinten. Es dauerte ein wenig, bis das Fohlen aufstand und zum Euter ging. Bella blieb, wie zu erwarten, brav stehen und ließ ihre Tochter trinken.
      Ich ging wieder in Richtung Bett und hatte schon den nächsten Namen im Kopf: BR Sheza Topnotch Babe.
      Nach einem Blick auf die Uhr entschied ich mich jedoch, nicht mehr schlafen zu gehen, sondern dem Vollblütertraining von Octavia beizuwohnen. Wie jeden Morgen kam ein befreundeter Jockey vorbei und trainierte ihre Pferde.
      “Oh Caleb, cool dass du mir helfen willst. Du kannst dir sofort Tasmania satteln und als Track Pony fungieren!”, erklärte sie mir und ich nickte. Wenigstens durfte ich das halbe Westernpferd reiten, und wurde nicht wie letztes Mal auf eines der reinen Vollblüter gepackt. Tasmania war eine Seele von Pferd. Ruhig, hörte einem zu und wurde nur in den seltensten Fällen hitzig und übermütig. Tigres Eye, die Rappstute, sollte zusammen mit der Fuchsstute Drama Baby laufen. Der Jockey ritt Drama und Octavia setzte sich auf Tigres Eye, die ich auch zur Bahn begleitete. Kaum ließ ich den Zügel los, preschte die Stute nach vorne. Tasmania hatte auch das Bedürfnis mitzulaufen, doch ich musste sie sofort runterriegeln, denn wenn sie sich das einmal angewöhnte, dass sie selbst rennen durfte, bekamen wir das nicht mehr raus. Von weitem sah ich wirklich gut, dass die beiden Pferde auf dem selben Niveau waren. Sie liefen Kopf an Kopf und preschten auch gemeinsam durchs Ziel.
      Die nächsten Pferde waren Peacful Redemption, Candlejack und Wildfire xx, die Os Jockey allerdings nacheinander einzeln ritt. Auch blieb ich mit Tasmania eher im Hintergrund, um die Hengste nicht abzulenken. Die letzte Stute für das morgendliche Training war Priamos Ruffia Kincsem. Sie lief mittlerweile auf S* und war damit das am Meisten trainierte Pferd der Ranch. Sie würde vermutlich noch eine Saison laufen, dann würde Octavia sie in die Reitpferdkarriere schicken. Nach drei wirklich guten Nachkommen, wovon eines noch in Octavias Besitz war, war es Zeit für etwas neues.
      Prias Colourful Soul, die älteste Tochter von Pria, befand sich zur Zeit in der Ausbildung. Sie war von Friese eingeritten worden und erhielt wirklich hochklassiges Training von Rhapsody.
      An das Training von ihr war Octavia nicht einfach so gekommen, sie hatte ihr ihren Seattle Slew verkauf und im Gegenzug zwei Trainingseinheiten bekommen.
      Wer auch wieder da war, war Flashlight. Sie hatte eigentlich einen tollen Platz gefunden gehabt, aber manchmal kam es eben leider anders, als man es gerne hätte. Deshalb war sie wieder da und wurde nochmal antrainiert, da sie die letzte Zeit ziemlich gestanden hatte.
      Auch bei Pocahontas wurde das Training langsam aufgenommen. Die Stute war noch immer sehr unsicher und unglaublich fein an den Hilfen, so dass sich O hierzu Hilfe vom DVTS geholt hatte, wodurch sie nochmal eine Reitstunde bekommen sollte.
      Cleavant ‘May Eyes’ stand die meiste Zeit auf der Koppel. So richtig wussten wir nichts mit ihm anzufangen. Aufgrund seiner Stauballergie war es schwierig, ihn in der Halle zu reiten. Octavia hatte vor längerer Zeit eine Anfrage von Luchy Montrose erhalten, dass sie den Wallach gerne erwerben würde. Bis jetzt hatte sie nicht zugesagt, da sie ihn eigentlich behalten wollte. Jetzt stand der Verkauf allerdings wieder zur Diskussion. Neben Dakota, die Bellamy gehörte, hatte Octavia sich auch eines der Polopferde behalten. Absolute Bullet Proof. Sie hatte den seidig schimmernden Hengst ins Herz geschlossen und ihn wieder von der Verkaufsliste gestrichen. Auch Magic Lanijos und Ceara Isleen waren noch immer in ihrem Besitz. Beide würden in nächster Zeit Besuch von auswärtigen Trainern bekommen, die sie ein wenig unter die Lupe nehmen würden.
      Nach dem Vollblütertraining ging es für mich auf die Jungpferdekoppel, dort würde ich zunächst bei den jungen Stuten vorbei schauen. Sie liefen alle zusammen auf der Koppel und standen nur ab und zu im Stall, wenn ich sie zum Training eingetragen hatte. Ein Pferd, welches sich besonders gut entwickelt hatte, war Jacks Inside Gunner, aka Katie. Als Jährling hatte sie einen wirklich grausigen Körperbau gehabt. Jetzt als zweijährige war das wieder etwas mehr verwachsen und sie sah nach einem richtigen Pferd aus. Wer in der Truppe wirklich immer als Ruhepol zu den nervösen Stuten galt war die neue, Sweet like Chocolate. So eine Seele von Pferd war mir selten unter die Nase gekommen. California Rose machte ihr da starke Konkurrenz, aber gegen Layla kam sie einfach nicht an.
      Welche zwei ‘Biester’ sich auf jeden Fall gefunden hatten, waren BR Dress to Impress und Special Luna Zip. Ich war mir nicht so sicher, wie lange ich die beiden noch zusammen laufen lassen konnte, denn ihre Kämpfe ähnelten immer mehr Leithengsten, die um Reviere kämpften.
      Wir waren jedoch mit den neuen Koppeln bald soweit, so dass wir die Pferde nochmal neu mischen konnten. Vermutlich würde sich das Theater damit dann geben.
      Als ich auf die Koppel ging, kamen mir sofort Ginger Rose und Colonels Blue Splash entgegen und wollten ihre Streicheleinheiten abholen. In einiger Entfernung machte ich auch die rote Stute, Captains Blue Crystal aus.
      Izzie und Luna bequemten sich irgendwann dann auch, zu mir zu kommen und zu schauen, was ich denn da machte. Als Gun Sophie schließlich auch zu mir kam, musste Izzie sie natürlich sofort wieder verjagen. “Du bist ein dämliches Biest”, fluchte ich und klatschte einmal laut in die Hände, um die Aufmerksamkeit der Stute auf mich zu lenken. Ich ging einmal um den kleinen Pulk herum, um mir auch Sophie anzuschauen. Sie hatte von gerade eben eine kleine Macke an der Kruppe, wo Izzie sie mit den Zähnen erwischt hatte. Ich hatte dummerweise gerade kein Blauspray dabei, segnete den Biss und das bisschen Blut aber nicht als wirklich schlimm ab.
      Um zu den Junghengsten zu kommen, musste ich einmal quer über die Ranch zu den Paddocks und Boxen. Fast alle Hengste standen im Training, weshalb ich sie nah an der Halle wissen wollte, damit ich mir sie nicht über die ganze Ranch immer zusammensuchen musste. Vulture hatte ich allerdings auf die Koppel entlassen, denn er hatte die letzten Tage jeden Tag seine Einheit bekommen und hatte sich ein wenig Pause verdient.
      tc Mister’s Silvermoon Cody stand auch auf einer der Koppeln, eben so wie Chic’ N Shine, denn die Pferde sollten erstmal ankommen und sich einleben, bevor das Training losgehen sollte. A Shining Chrome wurde auf die Körung vorbereitet und befand sich im Hengststall, was ich vergessen hatte. Deshalb konnte ich ihn hier gerade auch nicht ausfindig machen. Der erste Paddock, zu dem ich kam war von Chocolate Shades. Der Champagnefarbene Hengst hatte noch keine wirkliche Aufgabe hier auf dem Hof gefunden. Bei ihm stand es auch zur Diskussion, ob wir ihn nicht besser verkaufen würden. Er hatte zwar eine gute Abstammung und eine tolle Farbe, aber wir wollten von Champagnefarbenen Pferden Abstand nehmen, denn das war nicht die Farbe, auf die wir in der Zucht unser Augenmerk legen wollten. Es ging weiter mit GRH’s Funky’s Wild Berry, PFS’ Unclouded Summer Skies, BR Colonels Golden Gun und BR Colonels Lil Joker. Es war fast eine Schande, dass ich die Hengste nicht mehr zusammen laufen lassen konnte, da sie von klein auf immer zusammen gewesen waren. Aber irgendwann fing der Ernst des Lebens an und es war vorbei mit dem gemeinsamen Spielen auf der Koppel.
      Ich rationierte für jedes Pferd das Kraftfutter, ehe ich die Eimer in die Paddocks stellte und auch selbst ins Haupthaus ging, um etwas zu frühstücken. Wie jeden Morgen waren alle Mitarbeiter am Tisch und frühstückten gemeinsam. Zum ersten Mal seit dem Drama um Ylvi, Louis und mich saßen die Beiden mit Tschetan und Kaya ebenfalls am Tisch. Ich wünschte allen einen guten Morgen, ließ meinen Blick etwas länger als gewollt auf Louis und Ylvi hängen, ehe ich mir eine Tasse Kaffee holte und mich ebenfalls auf einen der Stühle setzte.
      “Ich habe eben nochmal mit Luchy Montrose telefoniert, Mad Eyes ist jetzt doch verkauft. Sie kommt ihn die Tage abholen.”, eröffnete Octavia das morgendliche Gespräch, was am heutigen Tag alles anstand.
      “Wieso verkaufst du ihn jetzt doch?”
      “Er steht hier nur auf der Koppel, richtig was anfangen kann ich leider nicht mit ihm. Luchy meinte beim Kauf von Aelfric schon, dass die Beiden bei ihr drüben ein tolles Team sein könnten”, erklärte Octavia und blickte in zustimmende Gesichter.
      Die nächsten Minuten verliefen weitgehend schweigend, Betsy und Tschetan unterhielten sich ein wenig, Kaya schwieg wie immer. Ich nahm einen weiteren Schluck von meinem Kaffee, ehe ich mich an Ylvi wandte. “Ich würde nach dem Essen gerne noch mit dir sprechen und danach mit Louis.”
      Die Beiden nickten, sahen sich kurz an und widmeten sich dann wieder ihrem Essen. “Cayce schaffst du es heute ein paar mehr Pferde zu reiten? Ich weiß nicht wann ich im Büro fertig sein werde”, fragte ich ihn.
      “Klar, um wen gehts denn? Ich habe bereits… Frosty Lagoon, Lady Blue Skip, Lovin’ Out Loud und Miss Independent. Mit den beiden letzten werde ich nicht lange brauchen, die trainieren wir ja grade erst wieder an. Und Whitetails Shortcut natürlich.”
      Ich überlegte kurz. “Mir wäre es ganz lieb, wenn du GRH’s Aquila T Mistery, GRH’s Unbroken Magic und GRH’s Unbroken Soul of a Devil noch unterbekämst.”
      “Klar, kein Problem. Nur bewegen oder richtiges Training?”
      “Du kannst ruhig die Manöver alle mal kurz abfragen, aber ansonsten einfaches Training, nichts kompliziertes.”
      “Alles klar Chef”, antwortete er und stand vom Tisch auf, räumte sein Brettchen und seine Tasse in die Spülmaschine und nickte unserer Haushaltshilfe nett zu. Wir waren wirklich froh, dass wir nun eine hier hatten, die sich um das Essen und den Haushalt kümmerte. “Laurence wen hast du heute auf dem Plan?”, fragte ich meinen ältesten Mitarbeiter, der wesentlich länger überlegen musste.
      “Striga hast du mir eingeteilt, Easy Going, Abadon all Hope, Citizen Fang und Picture of a Ghost.”
      “Könntest du Chou und Jade noch dazu holen? Die könnten ein bisschen Bewegung vertragen. Besonders Chou, weil die bald auf die Krönung soll.”
      “Oh Chou ist auch schon soweit?”, mischte sich nun Betsy ein.
      Ich nickte. “Chou, Aquila, Shanee, Whinney und Chrome. Das sind die nächsten, die wir vorstellen werden”, erklärte ich dem Mädchen und sah ihre Augen aufblitzen. “Ooooh darf ich dann mitfahren?”, fragte sie strahlend und ich nickte. “Klar.”
      “Bellamy wen hast du?”, wandte ich mich nun an den schwarzhaarigen.
      “Rausbringen soll ich Kholáya, Bittersweet Temptation, Snapper Little Lena, ähm.. Zues ist ja schon draußen..Cruel Twist of Fate reiten, Kisshimbye reiten, Tortured Witch HMJ 6693 rausbringen, Cielos rausbringen..Silent Bay kommt auch raus und ähm.. glaube das wars.”, antwortete Bellamy.
      Nun musste ich wirklich überlegen, wer noch übrig war. “Brian könntest du Only Known in Texas, Stormborn, My sweet little Secret und auch I’m a Playboy bewegen?”, fragte ich meinen neusten Mitarbeiter.
      “Ja, wird erledigt.”
      “Bellamy dann brauchst du keinen mehr zu machen.”, meinte ich an den schwarzhaarigen gewandt und drehte mich dann zu Murphy um. “Kannst du Till Death, Chapter 24, Chocolate Dream, Nachtschwärmer und Verdine raus bringen?”
      “Ay.”
      “Gut, dann sind alle Pferde aufgeteilt.”, verkündete ich und stand nun selbst auf, was zur Folge hatte, dass sich der gesamte Tisch in Bewegung setzte.
      Mein Weg führte mich ins Büro. Hinter mir her trottete Ylvi, die sich wohl nicht ganz sicher war, was ich von ihr wollte. Mit einer Handbewegung deutete ich auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch, auf den sich Ylvi auch sogleich setzte. “Caleb.. bevor du etwas sagst.. ich..”, setzte Ylvi an doch ich hob sofort die Hand. Ich versuchte professionell zu bleiben, auch wenn alles in mir schmerzte. Ylvi hatte mich verraten. Nein, eigentlich hatte mich Louis verraten. Mein Freund, meine Familie... Ob ich ihn jemals wieder als meinen Kola bezeichnen konnte?
      “Ylvi ich hab dich zu mir gerufen, damit wir das Geschäftliche klären. Alles Andere hat jetzt hier in diesem Moment keine Relevanz”, sprach ich und sah, wie Ylvi ein kleines Stück in sich zusammensackte. Die Kälte ihr gegenüber in meiner Stimme war sie nicht gewohnt. Ich auch nicht, denn ich hatte mich eben selbst kurz darüber erschrocken.
      “Was sind eure Pläne? Bleibt ihr hier auf der Ranch oder verlasst ihr uns? Ich bin ganz ehrlich. Ich hätte gerne, dass ihr bleibt. Betsy hat sich so mit Kaya angefreundet und auch Tscheta liebt es hier, so wie ich das mitbekommen habe- und ihr leistet hier gute Arbeit.”
      “Wir haben da.. schon des Öfteren drüber gesprochen, Louis und ich. Wir würden gerne hierbleiben. Ich könnte mich wieder vermehrt um die Bilder der Pferde kümmern, um die Website und die Werbeaktionen für die Ranch. Außerdem könnte ich dir im Büro ein wenig unter die Arme greifen… und… ich würde gerne vermehrt als Trainer einsteigen”, antwortete Ylvi und ich nickte.
      “Okay. Die Arbeit im Büro müssen wir sehen, im Moment hält es sich in Grenzen. Wie Website kannst du ja vom Laptop aus machen, dazu brauchst du das Büro auch nicht”, grübelte ich. Ylvi schien wohl zu verstehen, dass ich sie hier im Büro einfach nicht haben wollte- nett ausgedrückt.
      “Mit dem Trainer find ich allerdings eine gute Idee. Vielleicht kannst du Octavia ja ein bisschen zur Hand gehen? Sie fühlt sich im Moment ein bisschen verloren, du hast da ja auch noch einiges an Erfahrung, was du mitbringst”, meinte ich des Weiteren.
      Ylvi schien zu verstehen, denn ihre Miene hellte sich auf. “Ja klar, gerne mach ich das.”
      “Mit deinem Gehalt müssen wir dann nochmal schauen. Mit deinem Trainerjob… bei den anderen Mitarbeitern von mir ist es so, dass 25% der Ranch zu Gute kommen und die restlichen 75% dem Trainer zustehen. Wäre das für dich ein Problem?”
      Es dauerte eine Weile, bis sie antwortete, denn sie schien nachzurechnen. “Nein. Nein das ist kein Problem. Der Bungalow ist aber doch weiterhin dann kostenlos?”, fragte sie mich und ich nickte. “Das wärs auch für erste”, meinte ich und schaute kurz zur Tür. Ylvi stand auf, erst zögerlich, dann entschlossen. Sie schien noch etwas sagen zu wollen, entschied sich dann jedoch, mein Büro zu verlassen. “Schickst du mir Louis?”, fragte ich sie, als sie gerade bei der Tür angekommen war. “Ja”, war ihre knappe Antwort, ehe sie aus meinem Sichtfeld verschwand.
      Wenig später tauchte Louis auf und setzte sich nach einer Handbewegung meinerseits auf den freien Stuhl vor meinem Bürotisch. Er schwieg, ich schwieg- und so saßen wir eine Weile da. Dann setzte er, genau wie Ylvi zuvor an: “Caleb ich... “ Doch ich hob erneut die Hand. “Ich hab dich zu mir gerufen, um über deine Arbeit hier auf der Ranch zu sprechen. Von Ylvi habe ich erfahren, dass ihr hier bleiben wollt.” Louis nickte. “Ich möchte gerne nochmal als Rancharbeiter mehr tätig werden und auch hier mehr unterstützend zur Hand gehen. Außerdem wollte ich mich anbieten, auch beim Training der Pferde ein ein wenig zu helfen. Zwar nur für die zur Ranch gehörenden Pferde, aber ich denke, dass ich da dennoch ein wenig helfen kann und Arbeit abnehmen kann.. außerdem…”, fügte Louis noch an. “Hätte ich noch jemanden… der hier gerne arbeiten würde. Vor allem mit den Whiteface Rindern hast du ja viel zu tun und da könnte er.. also Logan dich unterstützen.” Logan… bei diesem Namen klingelte etwas in meinem Hinterkopf. “Sunka- Logan?”
      “Genau.. Logan Otaktay. An ihn habe ich Sunka verkauft. Er könnte hier ein weiterer Rancharbeiter sein. Er braucht einen Job.. und die eigentlich noch Mitarbeiter, Caleb.”
      “Okay”, antwortete ich ihm. “Sag ihm er soll in nächster Zeit mal zu mir kommen, ich würde mich gerne mit ihm unterhalten.”
      “Er ist im Moment noch unterwegs, in ein paar Wochen ist er wieder hier, dann kann er mit dir sprechen”, erwiderte Louis. Er setzte erneut an und ich wusste genau, was nun folgen würde. “Caleb es tut mir Leid. Für das, was Ylvi und ich dir angetan haben…”
      “Louis ich kann nicht”, antwortete ich kalt und stand auf. Mein Blick ging aus dem Fenster. Ich schaute auf den Hof, auf dem reges Treiben war. Ein Pferd hier, ein Mitarbeiter da, eine Heuballe hier…”Ich kann einfach noch nicht. Ich kann dir nicht verzeihen, und ich kann es nicht versuchen. Ich möchte euch hier behalten, euch zu verlieren kann ich nicht ertragen. Aber... ich kann euch nicht verzeihen.” Damit wollte ich das Gespräch beenden, doch Louis schien einfach nicht gehen zu wollen. Stattdessen machte er einen Schritt auf mich zu und griff nach meinem Arm. “Kola…” Ich riss mich von ihm los, machte einen Ausfallschritt nach hinten und funkelte ihn an. “Raus.”
      Louis seufzte tief. Ihm war bewusst, dass er ihn verletzt hatte. Ihm war nur nicht bewusst, wie tief die Verletzung ging. Nicht sicher, ob er noch etwas sagen sollte oder nicht, drehte er sich langsam um und ging auf die Tür zu. “Wenn.. wenn du deinen Schmerz überwunden hast, sprich bitte mit mir. Ich möchte es dir erklären.” Mit diesen Worten verließ der Lakota mein Büro und ließ mich hier alleine zurück.
      Es vergingen ein paar Wochen. Ich dachte viel nach, kam jedoch zu keinem Entschluss, wie ich die Situation in Zukunft handhaben würde.. naja.. ich kam schon zu einem Ergebnis. Ich wollte Ylvi nicht aufgeben. Das war noch nicht das Ende unserer Geschichte, so viel war sicher.
      Der Fohlenboom auf der Ranch ließ mich gar nicht aufatmen. Das Fohlen von Aerith und Hollywood, eine kleine Grullostute mit dem Namen BR Atlantis Dream erblickte als nächstes das Licht der Welt. Sie würde noch ein paar Monate bei Tassila stehen, ehe sie den Weg zu uns antreten würde. Auf die Idee mit der Leihstute war Laurence gekommen. Er wollte unbedingt ein Grullofohlen. Dass auch das Fohlen von Tainted Whiz und Dissident Aggressor, BR Dissident Whiz, ein Grullo sein würde, damit hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet, sondern eher mit einem Braunfalben. Der kleine Hengst war wohlauf und wir freuten uns, dass die anderen Stuten bis jetzt ohne Komplikationen gefohlt hatten.
      Die Gangsterfohlen schienen sich abgesprochen zu haben. Denn obwohl die beiden Stuten nicht alle gedeckt worden waren, erblickten BR Colored in Style und BR Wimpys Bright Gangster fast gleichzeitig das Licht der Welt. Ein Fohlen mehr Splash als das andere, worüber wir uns natürlich sehr freuten! Auch BR General Pleasure, ein schönes Rappfohlen mit einem halb blauen, halb braunen Auge übertraf unsere Erwartungen und voller Freude riefen wir Elsaria an, um ihr von dem tollen Fohlen zu erzählen, welches sie reserviert hatte.
      Unser einziges Appaloosafohlen enttäuschte uns auch keineswegs. Ein schöner Dunskinhengst mit einer weißen Kruppe und ein paar Pünktchen fiel aus Baby Doll und Hollywood.
      Für ebenfalls viel Farbe sorgte einerseits BR Raised to Slide, die bunte Stute von Hell und Blue. Ich war wirklich gespannt, ob sie charakterlich eher nach ihrem ruhigen Papa, oder der aufgekratzten Mutter schlagen würde und BR Double Gunslide, eine Hengst aus Gunner und ebenfalls Blue.
      Das Fohlen von Candy und Alan wiederum überraschte uns auch. Denn BR Alan’s Smart Dream, der wegen seiner Haarpracht sofort den Namen Elvis verpasst bekam, gab keinerlei Abzeichen preis. Der Hengst war einfach nur ein Braunfalbe. Ohne die schönen hochweißen Beine oder die große Blesse des Vaters.
      Bei der kleinen Rappstute BR Black Pamina aus Sue und Alan war das Drama groß, als ich Betsy erklärte, dass die Stute einen Abnehmer gefunden hatte. “Sie wird es gut haben bei Zion. Robin ist zum Beispiel ein ganz Lieber, Octavia hat ein Auge auf ihn geworfen… und ich war doch letztens erst dort auf dem Hof für ein Training mit Shanee. Pamina wird doch nicht einfach weg sein, wir können sie besuchen fahren…”, hatte ich versucht Betsy die Situation zu erklären, doch so ganz schien sie nicht davon begeistert zu sein.
      BR Twenty 4 Killings, das Fohlen von Chapter 24, würde in einem halben Jahr nach Evergreen Acres umziehen. Der Papa CHapter würde die Reise schon in ein paar Wochen antreten.
      Und auch das letzte Fohlen BR Lovely Gun würde zusammen mit Twenty 4 weggehen. Ich freute mich riesig, einem befreundeten Hof solch gute Nachzuchten verkauft zu haben.
      Es konnte jedoch auch gut sein, dass wir bald neuen Zuwachs bekommen würden. Ich hatte großes Interesse an dem Schimmelscheckhengst Heza Bat Man gezeigt. Bei ihm wartete ich nur noch auf das Ergebnis der AKU.
      Ein weiterer Neuzugang war allerdings schon sicher. Small Town Dude hieß der Rappe mit der auffälligen Splashed White Scheckung, der jeden Moment ankommen dürfte. Der Hengst war ein wahrer Glücksgriff gewesen. Die meisten Splash Pferde die wir hatten, zeichneten sich durch ihren enormen Dickschädel aus. Nicht so Dude. Beim Besuchen als auch beim Probereiten hatte er sich als wirklich genügsam herausgestellt. Er zeigte ein ähnliches Wesen wie unser Blue, weshalb wir sofort mit einem unschlagbaren Preis zugeschlagen hätten.
      Bei diesem Sprichwort rollte auch schon der Transporter auf den Hof. Cayce und Bellamy hatten sich bereit erklärt gehabt, den Hengst vom Flughafen abzuholen. “Und, alles gut?”, fragte ich die Beiden, als der Wagen angehalten hatte und sie zu mir nach hinten an den Hänger kamen. “Ja, hat alles wunderbar geklappt, kam ganz locker aus dem Flugzeug und ist hier super easy rauf, ein tolles Pferd”, antwortete Bellamy und half mir, die Verriegelungen zu öffnen. Dude wieherte schon aufgeregt und schaute uns neugierig an, als wir die Rampe endlich auf dem Boden hatten. “Willkommen auf der Bow River Ranch”, sagte ich freudig, band ihn los und ging mit ihm aus dem Hänger raus. Sofort hob er den Kopf und ließ nochmal alle wissen, dass er jetzt da war. Ich lächelte. Das waren die schönen Seiten am Pferdeleben.
      Am Abend scrollte ich am Pc durch ein paar Suchanzeigen und traf auf die einer Bekannten. Ethel Evergreen von Evergreen Acres. Sie suchte einen Trainer, der ihre Tochter Tiara ein bisschen unterstützen würde und ihr in einer Woche ein wenig Unterricht geben konnte.
      Da ich sowieso das Gefühl hatte, dringend hier raus zu müssen, rief ich sie an und verabredete mich schon für den nächsten Tag.
      Kurz nachdem ich aufgelegt hatte, klingelte erneut mein Handy. Ich wunderte mich zwar über den Anruf zu später Stunde und über die fremde Nummer, ging jedoch trotzdem dran. “O’Dell, Bow River Ranch”, meldete ich mich am Telefon und wartete darauf, dass mein Gegenüber Informationen von sich preis gab.
      “Guten Abend Mister O’Dell. Hier spricht der Veranstalter der Juturity. Haben Sie unseren Brief vor drei Wochen nicht erhalten?” Stille. Ich überlegte fieberhaft, welchen Brief er meinen könnte und wovon der Mann am Telefon redete. “Ich äh.. ähm.. ich…”
      “Ich gehe mal nicht davon aus, ich lasse Ihnen auf schnellstem Weg einen neuen zukommen. Mr. O’Dell warum ich mich melde… Sie sind einer der glückliche Teilnehmer der großen Jututity im Dezember.” Mir stockte der Atem. Natürlich! Von diesem Event hatte ich schon gehört. Welcher Reiter und vor allem Reiner freute sich nicht, an solch einem mit so hohem Preisgeld dotierten Event starten zu dürfen! “Ich??”, fragte ich ungläubig ins Handy und kam mir, sobald ich die Worte ausgesprochen hatte, äußerst dumm vor.
      “Ja Sie, Mr. O’Dell. Im Brief, der sich gleich noch auf den Weg zu Ihnen macht, steht alles weitere drin. Sobald Sie ihn gelesen haben, rufen Sie bitte die dort angegebene Nummer an und geben die Pferde durch, mit denen Sie sich qualifizieren möchten. Wir hören voneinander.” Klack. Völlig verdutzt saß ich hier auf dem Stuhl mit dem Handy in der Hand. Ich hatte mich nicht verhört, das war eben wirklich die offizielle Einladung zur Juturity gewesen. Wahnsinn! Wie lange träumte ich schon davon, einmal dort teilnehmen zu dürfen- und nun war es endlich soweit!
      Ich beschloss allerdings noch niemandem etwas davon zu verraten, zumindest noch niemand hier vom Hof. So lange, bis der Brief da sein würde. Juturity… ein wahrgewordener Traum.
    • Veija
      Home sweet home
      April 2020, by Veija
      Caleb
      Am vergangenen Abend hatte ich mich sofort an mein Handy gesetzt und nach Direktflügen von Schweden nach Calgary gesucht. Tatsächlich war ein einziger am Abend noch frei, bei dem wir sogar HMJ Saintly mitnehmen durften. Sofort buchte ich zwei Sitzplätze und einen Platz für den Hengst, ehe ich mich zu Tschetan ins Wohnzimmer gesetzt hatte und ihm davon berichtete. Der Junge schien begeistert, freute sich regelrecht auf Zuhause.
      Am Morgen bekam Saintly seine Medikamente und ausreichend Zeit, sein gewässertes Heu in aller Ruhe zu genießen.
      Währenddessen verabschiedeten Tschetan und ich uns bei den Mitarbeitern des Lindö Dalen Stuteri und auch den anderen Teilnehmern, welche noch ein paar Tage oder Wochen hier auf dem Gestüt bleiben würden. Als wir gerade zurück zu unserem Hengst gehen wollten, kam Collin uns hinterher. “Caleb wolltest du nicht die Pferde noch sehen?”
      Ich blieb stehen, drehte mich um und dachte nach. Das hatte ich total vergessen. “Oh danke für die Erinnerung, ich hab das einfach vergessen irgendwie…”
      “Kein Problem, die Pferde sind alle im Stall. Kommt einfach mit.”
      Sogleich fing die kleine Stalltour an. Wir starteten bei Bree, die Traberstute, die ich vor einiger Zeit nach Schweden verkauft hatte. Sie war mittlerweile gekrönt und ich hatte ein wunderschönes Fohlen, welches Octavia sich gekauft hatte. Vermutlich würde sie die Stute Western ausbilden und als potenzielles Pferd für die Ferienranch sehen. Das stand allerdings noch in den Sternen. Weiter ging es mit Skrudur, der sein Leben hier sichtlich genoss. Bei den Fohlen und Jungpferden liefen ein paar interessante Farben herum. Besonders Wynja hatte es mir angetan. So ein hübsches Pferd!
      Kleine Pferde und auch Traber gab es hier zur Genüge. Was mich noch interessierte, waren die Barockpferde des Gestütes. Wen ich auch unbedingt sehen wollte, war das HMJ Pferd des letzten Jahres, Morian. Neben ein paar wunderschönen Friesen fiel das Kürbispferd natürlich sofort mit seinem roten Fell auf.
      Gerade als wir fertig mit der Tour waren, kam ein kleiner Hund auf uns zugerannt. “Prada, der macht nichts”, sagte Collin schulterzuckend und nahm den kleinen Kläffer auf den Arm, als er nah genug an uns dran war.
      “Danke für die tolle Tour, wir essen noch etwas und dann fangen wir an zu packen”, bedankte ich mich bei ihm. “Wir sehen uns ja in ein paar Monaten wieder hier.”
      “Genau. Ich freu mich schon sehr auf das Finale. Bin gespannt, wie die Pferde dann aussehen und wie weit ein jeder von euch gekommen ist.”
      Ich nickte, wollte gerade zur einer Antwort ansetzen, als Tschetan etwas sagte: “Darf meine Schwester Kaya und meine Freundin Betsy beim nächsten Mal auch mitkommen? Ich würde ihnen so gerne alles zeigen.”
      Collin sah kurz zu mir. Ich zuckte mit den Schultern, lächelte kurz und gab ihm so zu verstehen, dass dies für mich kein Problem darstelle.
      “Von mir aus gerne, so lange eure Eltern das erlauben?”, sagte er freundlich.
      Meine Lächeln verschwand, ich schluckte kurz und sah zu Tschetan. Er hatte keine Eltern mehr. Ylvi und Louis… waren zwar wie Eltern, aber nicht seine Richtigen. Tschetan schien die Situation jedoch gekonnt zu überspielen: “Ich denke, dass sie nichts dagegen haben werden.”
      “Dann freue ich mich darauf, euch alle in drei Monaten wieder zu sehen!”
      Mit diesem Schlusssatz von Collin machten Tschetan und ich uns auf zu unserer Ferienwohnung, in die wir uns etwas zu essen bestellten, damit wir nicht mehr großartig aufräumen mussten nach dem Essen. Wenig später packten wir unsere Taschen und luden sie schon auf das Auto, mit dem wir später zum Flughafen gefahren würden. Zum Glück war auch genau der Hänger angehängt, mit dem wir gestern das Verladetraining absolviert hatten.
      Normalerweise würde ich Pferde vor Flügen einpacken, mit Transportgamaschen und Decken. Da ich allerdings nicht wusste, wie viel Saintly dies schon kannte, ließ ich ihn einfach so und stellte ihn in den Hänger. Das Aufladen ging heute ebenfalls wie von selbst, so dass wir uns auf den Weg zum Flughafen machen konnten. Dort angekommen ging ich zum Check In, gab meinen, Tschetans und auch den Namen des Pferdes bekannt und wurde aufgefordert, mit dem Hänger in Richtung der Maschinen zu fahren.
      Collin fuhr das Auto samt Hänger, Pferd, Tschetan und mir zu den Flugzeugen. Im Moment war alles still, so dass sich Saintly nur ein kleines bisschen aufregte und nervös wurde. Er hatte es irgendwie geschafft, sich im Hänger los zu machen, so dass ich vorne rein ging und ihn zunächst wieder fest machte, ehe der Tierarzt mit der Sedierung in den Hänger stieg.
      Es dauerte ein paar Minuten, bis sie wirkte. Dann ging alles ganz schnell. Mit vereinten Kräften luden wir den Hengst in die Flugbox um, die ins Flugzeug gefahren wurde. Der Hengst bekam Heu, leider kein nasses, das hatte ich nicht angemeldet gehabt.
      Tschetan und ich nahmen unsere Koffer, verabschiedeten uns von Collin und stiegen nun selbst ein. Wir hatten Plätze ziemlich weit hinten, so dass wir während des Fluges immer mal wieder unauffällig aufstehen und nach dem Pferd schauen konnten. Dies wurde ausdrücklich gewünscht, um den Hengst etwas zu beruhigen.
      Mit dem Tierarzt hatte ich abgesprochen, dass der Hengst nochmals während des Fluges nachsediert werden sollte, weshalb ich mir keine großen Sorgen um das Pferd machte.
      14 Stunden würden wir unterwegs sein, weshalb ich Tschetan dringend ans Herz legte, etwas zu schlafen. Auch mir fielen nach ein paar Minuten die Augen zu.
      Im Gegensatz zu dem Jungen wachte ich immer mal wieder auf. Ich schaute jedes Mal auf die Uhr und ging, wenn ich länger als eine Stunde geschlafen hatte, nach dem Hengst schauen. HMJ Saintly stand ruhig in seiner Box und nagte spärlich am Heu herum. “Na, alles gut, Großer?”, fragte ich den Braunen und streichelte über seine weiße Laterne. Ich liebte sein Kopfabzeichen und seine blauen Augen. Witzig war es schon, dass sie genau ein Pferd meines Farbschemas beschlagnahmt hatten…
      Langsam, und ohne das Pferd zu erschrecken, ging ich wieder zurück auf meinen Platz. Schlief ich länger als eine Stunde, ging ich wieder nach dem Hengst gucken… so ging es, bis wir in Calgary landeten.
      Wir mussten eine Weile auf unser Gepäck warten und leider war Bellamy nicht pünktlich da, so dass sich das Ausladen des Hengstes alles ein wenig verzögerte.
      Nach einer weiteren Stunde waren wir endlich auf meiner Bow River Ranch angekommen. Wir luden den Hengst aus und brachten ihn auf einen der Paddocks, ehe wir die Koffer und das Equipment verstauten und ein kurzes Gespräch mit den Mitarbeitern der Ranch führten. Doch Tschetan als auch ich hatten den Jetlag des Todes, so dass wir einfach nur ins Bett gehen und erst am nächsten Tag aufstehen wollten.

      Am nächsten Morgen war ich früh wach. Kein Wunder, wenn man schon um 17 Uhr ins Bett ging und sofort erschöpft einschlief.
      HMJ Saintly hatte die Nacht in der Box verbracht. Cayce hatte ihn gestern von sich aus noch reingestellt- es wurde für so ein Pferd, welches das Klima hier noch nicht gewöhnt war. Er hatte jetzt allerdings lange genug Zeit, sich bis zum nächsten Winter daran zu gewöhnen.
      Friedlich stand er im Stall und mümmelte sein Heu. Es war auch von jemandem nass gemacht worden. Sein Husten war zwar schon fast weg, aber man musste ja nichts provozieren. Er stand auch auf einer Gummimatte, um Staub durch Stroh oder Spähne zu vermeiden. “Guten Morgen mein Hübscher”, sagte ich zu dem Hengst, der neugierig seinen Kopf hob und zu mir herüber schaute. An Medikamenten bekam er jetzt noch lediglich das Ventipulmin für seinen Husten und Tabletten für Leber und Niere. Letztere würde ich ihm gleich unter sein Kraftfutter mischen, das Venti bekam er, wenn er später auf den Paddock kam.
      Mein Weg führte mich zu meinem Hengst Vulture, der in einer der Nachbarboxen stand und döste. Ich wusste eigentlich nicht, warum er im Stall war, bis mein Blick auf die große Kreidetafel fiel. >>Vulture beim Toben auf der Koppel vorne recht reingetreten<< - hmm, das musste ich mir auf jeden Fall ansehen. Vorher wusch ich mir allerdings gründlich die Hände. Das war wichtig, denn ich war mir nicht sicher, ob die Pilzinfektion von Saintly hundertprozentig abgeheilt war.
      Schließlich ging ich zu Smart Lil Vultures Box, öffnete diese und begrüßte den Hengst kurz. “Dann lass mal sehen, was du wieder angestellt hast…”, murmelte ich und ging auf sein rechtes Vorderbein zu. Jemand hatte Silberspray auf die kleine Wunde gesprüht, so dass ich nicht viel erkennen konnte. Sie sah allerdings nicht wirklich tief oder schlimm aus und schien schon zu verheilen.
      Ich freute mich darauf, wenn die restlichen großen Paddocks fertig waren und wir mit der Gruppenhaltung der Hengste anfangen konnten. Die Stuten waren meist in großen Gruppen zusammen auf den hinteren Weiden, die Hengste zur Zeit alle alleine. Bisher gab der Platz es einfach nicht her, gruppenweise die Pferde unterzubringen. Einige Hengste würden wir auch partout nicht zusammen halten können, aber vor allem bei den Junghengsten machte ich mir da große Hoffnungen.
      Wo ich gerade an die Stuten dachte… ich konnte es mir nicht nehmen lassen, einmal nach den Fohlen zu schauen. Während meiner Abwesenheit war ein Tierarzt bei BR Homecoming Queen, BR Hollywoods Dream Anthem und deren (Leih-)Mutter Heretic Anthem gewesen. Die drei standen auf einem der Paddocks nahe des Stalls, so dass ich zunächst nach ihnen schauen ging. Aunti kam sofort an den Zaun und wieherte mir zu, als sie mich sah. “Hast du mich auch vermisst?”, lachte ich und kletterte über das Tor, um zu den Pferden zu gelangen. Queen hob den Kopf und schaute zu mir herüber. McDreamy, wie Octavia den kleinen Buckskinhengst nannte, hob ebenfalls den Kopf und galoppierte auf mich zu. Kurz vor seiner Mutter versuchte er zu stoppen, purzelte aber leider gegen sie. “Das musst du aber, wenn du groß bist, draufhaben. Du sollst doch ein Reiningpferd werden.” Ich lachte und hielt dem kleinen Hengst die Hand hin, der kauend seinen Hals nach vorne streckte und sich an der Nüster streicheln lie.
      Dann wollte ich mir noch die anderen Pferde angehen sehen, die allerdings ein bisschen weiter weg standen. Da noch viel Zeit bis zum Frühstück war, ging ich die Strecke zu Fuß. Ein guter Spaziergang am frühen Morgen hatte noch niemandem geschadet.
      An der Koppel angekommen sah ich zunächst kein Pferd. Wo sie wohl sein würden?
      Ich rief ein paar Namen und pfiff ein paar Mal, ehe ich auf die Koppel und in Richtung des Waldes ging, der auch Teil der Weide war.
      Erst als ich ziemlich nah am Wald war, sah ich die ersten Stuten, die friedlich im Gras lagen und dösten. Zu BR Sheza Topnotch Babe mit Mama Bella Cielo kam ich als erstes. Ich setzte mich langsam zu der Stute ins Gras, ehe ich vorsichtig ihren Hals streichelte. Neben ihr war Magnificient Crow mit ihrem Fohlen BR General Pleasure, welches bald zu Juna und Luna und ihrer Courtesy gehen würde. Auch BR Black Pamina mit Mama Black Sue DunIt war nicht weit entfernt. BR Heart N’ Soul tollte ohne Mama auf der Koppel herum, ich sah sie auch gerade nicht. Das hieß aber nichts, denn der kleine Hengst war des Öfteren ohne die Stute unterwegs. Was mich besonders freute war, dass BR Lovely Gun und BR Twenty 4 Killings beieinander standen. Sie würden auch zusammen ausziehen und ihre Mamas Kristy Killings und Ginny my Love gemeinsam verlassen.
      BR Wimpys Bright Gangster stand mit ihrer Mama Wimpys Little Devil abseits der anderen Pferde. Devil war immer noch ziemlich eigen und hatte ein Problem damit, wenn andere Menschen und auch Pferde in die Nähe ihres Fohlens kamen. Gute Mutterqualitäten sahen leider anders aus. Ihrem letzten Fohlen hatte das Verhalten aber nicht geschadet, denn Unbroken Soul of a Devil war nicht aggressiv oder Sonstiges gegenüber Menschen.
      BR Atlantis Dream war schon abgesetzt und tollte viel mit A Walking Dignity herum, die ja auch ohne Mama bei den Stuten und Fohlen mitlief. So wurde sie zumindest mit ordentlich erzogen.
      Auch BR Double Gunslide stand bei Dignity und Atlantis und graste ein wenig. Ich war so geschockt, wie sehr die Fohlen doch alle gewachsen waren!
      Um Tainted Whiz Gun mit BR Dissident Whiz, GRH’s A Gun Colored Lena mit Fohlen BR Colored in Style, DunIts Smart Investment mit Fohlen BR Alans Smart Dream sowie Raised from Hell mit Fohlen BR Raised to Slide zu entdecken, musste ich durch das kurze Waldstück, ober den kleinen Bachlauf auf die andere Seite der Weide. Es war schon witzig, dass sich ein Teil der Stuten auf der einen, die Anderen auf der anderen Seite aufhielten.
      Als ich aber vor dem Fluss stand, entdeckte ich alle Pferde, entweder grasend oder dösend, und konnte guten Gewissens wieder zurück zum Hof gehen.
      Dort war es Zeit für die Medikamente von HMJ Saintly. Dazu mischte ich heute ein paar von Louis appetitanregenden Kräutern unter, was sich sofort bemerkbar machte. Saintly roch zunächst am Kraftfutter, fing dann aber an zu fressen und hörte erst auf, als der Eimer leer war. “Na siehst du, geht doch.” Den leeren Eimer nahm ich aus der Box, schaute kurz auf den Plan und mischte auch das Futter für meinen Hengst Vulture an. Auch er fraß genüsslich, ehe ich ihn mit auf den kleinen Paddock nahm. Hier verletzte er sich hoffentlich nicht schon wieder.
      Als ich zum Frühstückstisch kam, der dank unsere Haushaltshilfe schon reichlich gedeckt war, merkte ich schmerzlich, dass ich nicht einfach die Pläne durcheinander werfen konnte. “Caleb wo ist Vulture?”, begrüßte mich Cayce harsch, als ich gerade das Esszimmer betrat. Wir frühstückten nicht mehr in der Küche. Diese war für so viele Mitarbeiter einfach zu klein geworden, weshalb wir umgezogen waren in den größeren Raum.
      “Auf dem Paddock. Hab ihm auch schon sein Kraftfutter gegeben”
      “Das war aber nicht deine Aufgabe, Caleb. Du kannst nicht weg sein für Wochen und dann in unsere Arbeit reingrätschen. Bellamy hat für alles Pläne gemacht und wenn du dich da nicht dran hälst, entsteht hier Chaos.”
      “Ich.. äh... “, so richtig wollte mir keine Antwort einfallen. “Ich schau mir die Pläne von Bellamy an.”
      “Es ist so, dass wir deine Aufgaben aufgeteilt haben, ist ja logisch, wenn du nicht da bist. Die Pläne müssen einfach umgeschrieben werden, damit alles wieder passt. Dann ist ja alles wieder in Ordnung.”
      “Ich kümmere mich gleich als erstes nach dem Frühstücken darum”, antwortete ich ihm und nahm mir eine Tasse Kaffee, auch wenn ich diese nach meinem Spaziergang eigentlich gar nicht mehr so wirklich brauchte. “Aber jetzt erzählt doch mal, was gabs denn hier während meiner Abwesenheit so an Neuigkeiten?” - und dann erzählten sie, und erzählten.
      Nach dem Frühstück ging ich wieder zu HMJ Saintly, der ja auf keinem von Bellamys Plänen auftauchte, so dass ich ihn ohne schlechtes gewissen auf den Paddock nahe meines Hengstes Vulture stellen konnte.
      Saintly fing sofort an, ihn anzubrummeln, bekam jedoch keine Antwort. “Das ist ein Hengst Saintly, der will nichts von dir. Nicht so wie Holy und Courtesy”, lachte ich und ging in den Stall, um seine und die Box von Vulture zu misten. Wenn schon, denn schon. Da ich ja eh bereits gegen die heilige Liste verstoßen hatte, konnte ich Cayce noch etwas Arbeit abnehmen.
    Keine Kommentare zum Anzeigen.
  • Album:
    BRR Zuchtstuten
    Hochgeladen von:
    Veija
    Datum:
    7 Apr. 2019
    Klicks:
    375
    Kommentare:
    9

    EXIF Data

    File Size:
    177,7 KB
    Mime Type:
    image/jpeg
    Width:
    960px
    Height:
    640px
     

    Note: EXIF data is stored on valid file types when a photo is uploaded. The photo may have been manipulated since upload (rotated, flipped, cropped etc).

  • Exterieur
    Name: Tainted Whiz Gun
    Rufname: Tainy
    Alter: 10.02.2014, 6 Jahre
    Geschlecht: Stute
    Größe: 1,57m
    Rasse: American Quarter Horse
    Fellfarbe: Bay Splashed White


    Stammbaum
    von: Tainted Love Toffifee
    aus der: Jade
    von: TC Colonels smoking Gun
    von: / aus der: /

    aus der: Miss Independet
    von: Eye of the Storm
    aus der: Rose colored Gun

    Charakter & Geschichte:
    Unausgeglichen, Nervös, Faul, Klug

    Tainted Whiz Gun wurde als Zuchtanwärterin erworben und entsprechend gedrillt. Irgendwann jedoch landete sie in einem Privatstall der sich nicht kümmerte. Die Pferde standen halbwild auf den Weiden und wurden nicht mehr gepflegt und zuletzt nicht mal mehr gefüttert. Der Tierschutz wurde auf sie aufmerksam und schloss Crowley in die Rettung ein. Seitdem steht Tainy bei ihm und versucht zurück in die Normalität zu finden.

    Beschreibung
    Tainy(=Teinie) ist eher unausgeglichen und nervös. Sie ist faul und unmotiviert bei der Arbeit. Außerdem ist sie eine absolute Wasserratte. Daher wäre es nicht ratsam durch einen Fluss oder See zu reiten, man sollte lieber absteigen oder ihren Drang sich im Wasser zu wälzen abgewöhnen.
    Ständig zappelt sie auf einer Stelle rum, knabbert an Zäunen und wiehert ungeduldig nach ihren Gefährten. Trotz alldem ist sie sehr aufmerksam und lernt schnell. Sie erfordert eine erfahrene Hand, da sie öfters mal die Hilfen verweigert und anschließend einen Buckler macht. Sie hat keine Angst vor flatternden Gegenständen oder dergleichen. Sie ist nur chronisch unterfordert und falsch erzogen worden. Tainy liebt es in der Nähe anderer Pferde zu sein.

    Zuchtinfos
    Gekört/Gekrönt: ja
    [​IMG]
    [SK 465] Alle Stuten
    Nachkommen: BR Dissident Whiz, von Dissident Aggressor
    Besitzer: Veija (Caleb O'Dell)
    Vorbesitzer: sadasha
    Gezüchtet bei/Zucht: /

    VKR: sadasha

    Kaufpreis: ?
    Zu Verkaufen: nein

    Qualifikationen:
    eingeritten
    nicht eingefahren

    Dressur E
    Springen E
    Military E
    Distanz E
    Galopprennen E

    Western
    Trail LK 4


    Erfolge:
    [​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG][​IMG]
    Gewinnerin SW 459, 1. Platz 355. Westernturnier , 3. Platz 357. Westernturnier, 1. Platz 359. Westernturnier, 3. Platz 516. Dressurturnier, 1. Plazu 468. Westernturnier, 1. Platz 383. Militaryturnier, 3. Platz 537. Springturnier, 2. Platz 390. Militaryturnier, 2. Platz 486. Westernturnier, 3. Platz 475. Galopprennen, 3. Platz 468. Westernturnier


    Gesundheit:
    Gesundheitszustand:
    Letzter Besuch:

    Hufschmied:
    Letzter Besuch:
    Beschlag: