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Hamsterlady

Sugar Dream

Englisches Vollblut

Sugar Dream
Hamsterlady, 1 Aug. 2009
    • Hamsterlady
      Morgendliche Arbeit

      Mein Auto holperte den Weg zum Hof entlang. Ich fuhr durch das Tor, parkte links daneben und stieg aus. Im Stall schoben sich sieben neugierige Pferdeköpfe aus den Boxen und sahen mir entgegen. "Na meine Hübschen?", begrüßte ich sie. "Jetzt gehts auf die Weide!". Ich schnappte mir die Halfter von Desert und Audna, steckte ein paar Leckerlies ein und betrat Deserts Box. Ich halfterte die Fuchsstute auf und führte sie auf den Gang. Dort legte ich ihr den Strick über den Hals und ließ sie stehen. Desert blieb wo sie war und wartete, bis ich Audna ebenfalls herausgeholt hatte. Dann führte ich die beiden Stuten zu ihrer Weide. Wie immer blieb Desert erst noch ein wenig bei mir stehen und beobachtete ihre Weidekumpanin Audna dabei, wie diese sich ausgelassen austobte. Ich sah Audna ebenfalls zu, bis sich die Stute beruhigt hatte und anfing zu grasen. Dann kehrte ich zurück in den Stall, um auch Pretty und Against zuholen. Ich nahm erst Pretty mit nach draußen. Die Stute hatte sich schnell erholt und bereits wieder einige Turniere bestritten. Ihre Vergangenheit sah nicht sehr rosig aus. Es war harte Arbeit, die Stute nach fast 2 Jahren wieder ans Reiten und überhaupt ans Arbeiten zu gewöhnen. Doch man merkte, dass es Pretty Spaß machte und sie sich wirklich bemühte. Bei ihrem ersten Dressurturnier zeigte sich sofort der Erfolg des Trainings. Ganz knapp wurden wir der 4. Platz. Ich klopfte der Stute den Hals und entließ sie auf die Weide. Danach holte ich Against. Die Stute stellte sich wieder ziemlich an, bis sie merkte, dass sie auf die Weide kommen würde. Ich löste den Strick und sofort trabte Against mit angelegten Ohren davon. Ich hatte mich schon daran gewöhnt. Die Stute hatte ab und an mal ihren schlechten Tage, dann ließ sie kaum jemanden an sich heran. Son af Vinds fing auf halbem Weg zur Weide an zu lahmen. Nachdem ich ihn auf die Weide entlassen hatte lief er aber wieder normal. Wahrscheinlich hatte sich nur ein Steinchen verhakt gehabt. Sugar war brav mitgekommen. Er war mittlerweile ein stattlicher Hengst. Ich freute mich darauf, ihn endlich reiten zu können. Bald war es soweit und erste Planungen standen auch schon fest. Er hatte auch durch das Longier-Training viele Muskeln aufgebaut. Auch beim Freispringen glänzte er. Er war ein echtes Talent. Zum Schluss holte ich noch Nieve, meinen kleinen Schönling. Nachdem auch Nieve sich zu den anderen Pferden gesellt hatte, ging ich zurück in den Stall und bereitete das Futter für heute Abend vor. Die Pferde würden den ganzen Tag über auf der Weide verbringen. Die Boxen waren noch sauber, ich räumte lediglich die frischen Pferdeäppel raus und fegte die Stallgasse sauber. Danach äppelte ich noch den Paddock ab und kontrollierte die Tränken auf den Weiden, eh ich erst einmal wieder fuhr.
    • Hamsterlady
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      Pflegebericht

      Seufzend schwang ich die Beine aus dem Bett. Es war dunkel, kalt und viel zu früh. Ich hatte keine Lust, aber ich musste aufstehen und mich um meine Pferde kümmern. Nicht, dass ich keine Lust auf meine Pferde hatte, aber ich wäre einfach am liebsten liegen geblieben.
      Irgendwie war der Dezember ein doofer Monat, Es war noch kein richtiger Winter, aber irgendwie auch nicht mehr so richtig Herbst. Das lag wohl am Klimawandel. Blöd.
      Ich schlang mein Frühstück herunter und zog mich an. Das Radio spielte nur nervige Musik, ich drehte es ab und verließ das Haus.
      In meinem Auto war es kaum wärmer als drinnen. Fröstelnd drehte ich die Klimaanlage an, was eigentlich dumm war, weil ich kaum eine Viertelstunde zum Gestüt Wasserstern brauchte.
      Die Autobahn war an diesem Samstagmorgen überraschend leer, anscheinend hatte niemand Lust, einen Ausflug zu machen, bei dem Wetter war das auch kein Wunder.
      Ich parkte meinen Wagen auf dem Parkplatz des Reiterhofes. Meine Tasche ließ ich ihm Kofferraum.
      Als erstes nahm ich mir den Futterwagen aus der Scheune, um alle meine Pferde mit Futter zu versorgen. Audna und Son af vinds waren noch auf der Weide, wo sie den ganzen Winter über blieben, deswegen musste ich ihre Boxen nicht ausstatten.
      Against all Lies, mein Junghengst Sugar Dream und meine süße New Forest-Stute Red Desert wieherten fröhlich, als ich mit ihrem Futter ankam und sie ordentlich knuddelte. Ich liebte meine Pferde über alles und ärgerte mich auf einen Schlag nicht mehr über das Wetter.
      Pretty Prean-Pra und Nieve waren nicht ganz so überschwenglich wie die anderen Hottas, doch auch sie schmiegten sich an mich, als ich ihnen die ersten Leckerlis des Tages verabreichte und sazu eine Portion Kraulen.
      Ich halfterte Red Desert auf und brachte sie zum Putzplatz, wo ich sie erst bürstete, dann ihre Hufe säuberte und Mähne und Schweif verlas. Danach wurde sie aufgesattelt. Ich holte Audna von der Weide, putzte auch sie und sattelte auch sie auf.
      Ich stieg auf Audna auf und nahm Red Desert als Handpferd mit. Gemeinsam ritten wir in Richtung Wald.
      Der Boden war zum Glück nicht so matschig wie erwartet, das war gut. Es war kalt, doch kaum so kalt wie es fast Mitte Dezember sein sollte. Die Handschuhe brauchte ich eigentlich gar nicht.
      Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatten wir eine Stelle erreicht, von der ich mittlerweile wusste, dass der Weg zum Gestüt ebensolang war, wie das Stück Weg, das hinter uns lag. Ich stieg ab und nahm nun Audna als Handpferd.
      Red Desert war wieder einmal wunderbar zu reiten. Es gab einfach kein schöneres Gefühl, obwohl ich auch die Arbeit mit Audna immer mehr zu schätzen lernte. Es war toll, ihre Fortschritte zu sehen und es machte Spaß, ihr unbekannte Wege zu zeigen.
      Als wir den Hof wieder erreicht hatten, sattelte ich meine beiden Stuten ab und brachte Audna auf die Weide und Red Desert stellte ich in einem Paddock ab. Beide bekamen noch eine Möhre von mir.
      Als nächstes wollte ich mit Son af vinds arbeiten. Ich holte den Isländer von der Hengstweide, putzte ihn ausgiebig, denn sein Fell war überaus verschmutzt, dank des matschigen Wetters der letzten paar Tage.
      Dann wurde er aufgesattelt und ich brachte ihn auf den Reitplatz, der kaum genutzt wurde zu dieser Zeit. Dafür war die Halle ständig besetzt, was ganz schön nervte.
      Ich ritt meinen hübschen Isi-Hengst einige Minuten im Schritt ein, gurtete dann nach. Nun war Sav aufgewärmt und wir konnten mit einigen Galopp- und Töltübungen beginnen. Er war gut aufgelegt, heute, und es machte mir sehr viel Spaß. Wir ritten noch einige leichte Bahnfiguren und danach ließ ich Sav einfach ein wenig am Kanter laufen, damit er sich entspannen konnte. Wobei er durch den Weideaufenthalt eigentlich entspannt genug war.
      Nach einer knappen Dreiviertelstunde parierte ich zum Stand durch und stieg ab. Ich führte Sav noch einige Runden im Kreis, damit sein Fell genügend trocknete, dann sattelte ich ihn ab und stellte ihn nach einer ausgiebigen Verabschiedung auf die Weide.
      Nun war Sugar Dream an der Reihe. Der mittlerweile ausgewachsene Vollbluthengst war immernoch so süß wie als Fohlen. Bald ließ ich ihn einreiten. Ich freute mich sehr auf die Arbeit mit ihm. Ich war schon auf die Dressurturniere gespannt, die wir absolvieren würden.
      Heute aber wurde Sugar nur longiert. Ich brachte ihn von der Box zum Putzplatz, band ihn an und striegelte ihn ordentlich durch. Sein Fell war ziemlich sauber, nur ein wenig Staub hing darin. Hufe, Mähne und Schweif wurden fertig gemacht und schon konnte die Arbeit losgehen.
      Auf dem Platz übte ich wieder etwas mehr als eine halbe Stunde, dann ließen unser beider Konzentration nach und ich brachte auch Sugar in ein Paddock. Die Arbeit mit ihm war heute anstrengend gewesen, ständig hatte er mich ärgern wollen und ihm hatte auch der Boden nicht gefallen. Mimose.
      Ich merkte, dass ich hungrig wurde und bereitete mir zunächst ein kleines Mittagessen in der Reiterküche zu. Dabei überlegte ich mir, was ich mit meinen anderen Pferden noch vorhatte. Mit Nieve würde ich alleine ausreiten, Pretty und Lies sollten ebenfalls draußen Bewegung bekommen.
      Nachdem ich aufgegessen hatte, holte ich Nieve aus seiner Box. Er wurde geputzt und gesattelt, dann stieg ich auf und ritt in Richtung Rhein. Die Wege waren okay, aber Nieve hatte keine Lust, sich meinen Anweisungen zu fügen. Er lief nicht am Zügel und obwohl ich ihn ordentlich trieb, lief er nicht schneller als Trab. Dabei brauchte er die Bewegung, er stand ja auch den Großteil des Tages in der Box.
      Es war wirklich schweißtreibend. Am Kanter wollte ich ihn hier nicht laufen lassen, es waren recht viele Fußgänger unterwegs. Doch ich entdeckte einen Reitweg, der von dem Weg am Rhein abzweigte. Dort ließ ich Nieve am Kanter laufen, was ihm dann doch Spaß machte. Als ich merkte, dass er wirklich entspannt war, parierte ich wieder zum Schritt durch und lenkte unsere Schritt zum Hof zurück.
      Nieve wure nach dem Absatteln zu Sugar Dream in den Paddock gestellt, wo die beiden Pferden sich noch ein wenig austoben durften.
      Nun fehlten nur noch Against all Lies und Pretty. Ich holte sie aus ihren Boxen, putzte und sattelte sie und dann machten wir einen netten Ausflug durch die Siedlung, Lies lief als Handpferd nebenher.
      Nach etwa 20 Minuten erreichten wir den Feldweg, wir die beiden Stuten ein bisschen galoppieren konnten, um sich auszutoben, dann wechselte ich die Pferde und Pretty war nun das Handpferd.
      Erschöpft kamen wir nach über einer Dreiviertelstunde wieder am Gestüt Wasserstern an, ich sattelte meine hübschen Stuten ab, sie waren heute auch sehr gut gelaufen, und brachte sie in ein Paddock mit Red Desert.
      Dann trank ich erst einmal einen Tee, ich war schon sehr viel geritten und mittlerweile äußerst müde. Der Nachmittag hatte schon angefangen.
      Ich holte eine Schubkarre und eine Mistforke und säuberte die Boxen all meiner Pferde. Ich entleerte sie und holte dann frische Einstreu, mit der ich den Boden auslegte.
      Die Wassertränken füllte ich auf, tat noch einige Leckerlis in die Futterbehälter und füllte die Heunetze auf.
      Als ich fertig war, konnte ich kaum noch gehen, doch ich musste noch meine Pferde aus den Paddocks holen. Immer zwei Pferde auf einmal führend stellte ich sie zurück in ihre Boxen. Ich verabschiedete mich ausgiebig von allen und fuhr dann nach Hause. Es war Abend und ich musste mir sofort etwas Leckeres kochen, solch einen Hunger hatte ich. Es war ein schöner, aber wirklich anstrengender Tag gewesen.[/background]
    • Hamsterlady
      PFLEGEBERICHT

      Der Juni dieses Jahres war unerträglich warm und ich hatte zu tun, eine angenehme Zimmertemperatur zum Schlafen zu erreichen. So war ich auch heute wieder froh, als ich wach wurde und aufstehen konnte, um mich im Bad erst einmal ein wenig abzukühlen. Es war erst Morgens um fünf, aber ich wollte die Stallarbeit so früh wie möglich und auch in der Kühle hinter mich bringen. Schnell schwang ich mich also in meine Stallsachen und huschte hinunter in die Küche, um zu frühstücken. Während ich in mein Toastbrot biss, las ich nebenbei ein wenig in meiner ReiterRevue, in welcher manchmal interessante Artikel standen, ich aber oftmals auch nur den Kopf schütteln konnte. Danach machte ich mich direkt auf den Weg in den Stall. Dort wurde ich von noch sieben halb verschlafenen Pferden begrüßt. Nur der kleine Sugar Dream war schon aktiv und scharrte unruhig mit dem Vorderhuf, weil er genau wusste, dass es jetzt Frühstück gab. Nachdem alle durchgefüttert waren, holte ich schon einmal einige Stroh- und Heubündel runter auf die Stallgasse, um später bei der Stallarbeit nicht noch einmal hoch zu müssen. Dann halfterte ich hintereinander meine Pferde auf und brachte sie auf ihre Weiden. Auch wenn der ein oder andere im Laufen beinahe einschlief, mir ging es eigentlich nicht anders. Wieder im Stall, begann ich, die sieben Boxen gründlich auszumisten und danach wieder herzurichten. Damit war ich schnell fertig, da die Pferde momentan nur Nachts ihre Boxen nutzten. Ich kontrollierte in jeder Box die Tränke, füllte das Heunetz wieder auf und machte den Trog ein wenig sauber. Nachdem ich mit allem fertig war, war es kurz vor um sieben. Nun konnte ich mich an die Arbeit mit meinen Tieren machen.
      Zu erst wollte ich den aufgeweckten Sugar Dream ein wenig beschäftigen. Ich holte den Vollbluthengst von der Weide und band ihn draußen vor dem Stall am Putzplatz an. Sugar Dream benahm sich super und machte wie immer alles brav mit, wenn ich da so an unsere Anfänge zurückdachte, wo Hufe geben einfach nicht geklappt hatte und ich einigen Tritten hatte ausweichen müssen. Ich war schon gespannt wie er sich reiten lassen würde, aber bis es so weit kommen würde, würde ich mich noch ein wenig gedulden müssen. Heute wollte ich einen Spaziergang mit dem kleinen Chaoten machen, damit er ein wenig entspannter wurde und nicht mehr typisch Vollblut schreckhaft war. Ich umsorgte den Hengst wieder gründlich mit Fliegenspray, denn auch schon jetzt waren diese Plagegeister wieder unterwegs. Dann zäumte ich ihn auf und wir liefen gemächlich los. Ich genoss den Schatten im Wald, es war einfach herrlich früh morgens draußen. Aber dafür musste man sich erst einmal durchringen, raus zu gehen. Sugar Dream schien den Spaziergang auch zu genießen und an einer Lichtung ließ ich den Schönling weiden. Ich versank in meinen Tagträumen und stellte mir vor, wie erfolgreich Sugar Dream später wohl auf seinen Turnieren sein würde. Es würde herrlich sein, ein Vollblut mit solchen Gängen zu reiten. Als ich auf die Uhr schaute, bemerkte ich, dass wir uns schon ziemlich vertrödelt hatten, also legte ich auf den Heimweg eine kleine Jogging-Phase ein, in welcher Sugar Dream ein wenig Traben konnte, was ihm auch zu gefallen schien. Wieder auf dem Hof entließ ich ihn auf seine Weide und überlegte, was ich jetzt noch machte. Ein Pferd würde ich noch schaffen, ehe die Mittagshitze kam.
      Ich entschied mich für etwas Dressurtraining und holte mir Pretty Prean-Pra von der Weide. Die Stute hatte sich schon ausgiebig gewälzt, so dass ich zu tun hatte, ihr Fell wenigstens einigermaßen wieder wie einen Schimmel aussehen zu lassen. Auch bei Mähne und Schweif hatte ich zu tun und war froh, als ich damit fertig war und mit satteln beginnen konnte. Wie immer kleidete ich sie in ihr schickes Vielseitigkeitsset ein und als wir fertig waren, schnappte ich mir noch meinen Reithelm und machte mich auf den Weg zur Halle. Dort gurtete ich nach und schwang mich dann in den Sattel. Wir ritten einige Runden im Schritt am langen Zügel zur Erwärmung, ehe ich allmählich die Zügel aufnahm und viele Handwechsel und Wendungen ritt. Wie immer arbeitete Pretty wunderbar mit und als wir in den Trab übergingen, hatte ich sie ganz weich an der Hand. Schwungvoll trabte die Stute voran und ich hatte ab und an wirklich zu tun, sie ordentlich zu sitzen. Wir ritten viele Bahnfiguren und versuchten uns auch wieder am Schulterherein und dem Schenkelweichen. Inzwischen hatten Pretty und ich das auch ordentlich perfektioniert. Als wir dann im Galopp waren, musste ich die Stute ab und an ein wenig zügeln, aber ansonsten lief sie eigentlich problemlos, sogar der ungewollte Galoppwechsel war richtig gut gemacht, so dass ich ihn direkt noch einmal absichtlich ritt und vor Freude gar nicht mehr aufhören konnte zu grinsen. Glücklich ritt ich die Stute ab und wir marschierten gemeinsam wieder zum Stall. Dort sattelte ich sie flott ab und begann dann, sie abzuspritzen, ehe sie wieder auf ihre Weide durfte. Auf dem Rückweg zum Stall prasselte bereits die Sonne unablässig auf uns herab, so dass ich ins Haus entschwand, schnell duschte und mich umzog und mich dann auf den Weg zu einem Treffen mit einer Freundin zu machen. Wir wollten ein wenig durch die Stadt schlendern, Eis essen und eventuell hier und da in die Läden schauen.
      Circa 16 Uhr war ich wieder auf meinem Hof und schlüpfte direkt wieder in meine Reitsachen, denn fünf Pferde wollten noch bewegt werden. Also holte ich mir Red Desert und die kleine Audna von der Weide. Beide putzte ich äußerst ausgiebig und verpasste dabei Audna direkt einen spanischen Zopf, damit ein wenig Luft unter ihre dicke, lange Mähne kam und sie nicht so sehr schwitzen musste. Auf unseren heutigen Ausritt freute ich mich besonders, denn diesmal sattelte ich Audna auf und machte Red Desert lediglich die Trense um. Ich hatte lange darauf gewartet, dass Audna eingeritten wurde und seit einiger Zeit war es endlich so weit! Überglücklich schwang ich mich draußen auf dem Hof in ihren Sattel und konnte es immer noch nicht fassen, jetzt auf ihr sitzen zu können. Wie immer lief Red Desert brav neben uns her und genoss die Bewegung. Audna schien um 3 Meter gewachsen zu sein, als sie wusste, dass sie heute das Leitpferd war. Ein Ausritt mit den beiden Stuten war immer äußerst entspannt und ich genoss es, als wir endlich den See erreichten. Beide Pferde liebten das Wasser und tollten ein wenig am Ufer herum, während ich dabei nassgespritzt wurde, aber das war mir heute sogar recht. Sie durften noch ein Weilchen grasen, ehe wir uns allmählich auf den Heimweg machten. Langsam merkte man auch, wie es versuchte, wieder abzukühlen. Am Hof sattelte ich Audna ab und spritzte den beiden Stuten nochmals die Beine ab, ehe sie für den Rest des Abends auf ihre Weide durften. Die beiden teilten sich eine und kamen einfach wunderbar miteinander aus.
      Nächster auf meiner Liste war Son af Vinds, mein ruhiger Schimmel. Ich holte den Dreckspatz von der Weide und spritzte ihn direkt komplett ab. Er war der einzige, der dieses Jahr noch gar nicht gewaschen worden war. Also schäumte ich ihn direkt danach mit dem Pferdeshampoo ein. Son af Vinds schien total begeistert davon zu sein, ließ aber alles brav über sich ergehen. Als dann der komplette Schaum wieder weg war, konnte ich noch mit dem Schweißmesser den Rest des Wassers aus seinem Fell machen und dann holte ich Kappzaum und Longe, um mit den Hengst auf den Reitplatz zu gehen. Im Schritt ließ ich ihn erst einmal auf beiden Händen laufen, damit er warm wurde. Dann gingen wir in den Trab und arbeiteten ausgiebig an dem vorwärts abwärts, indem ich den Zügel vergrößerte und verkleinerte und so Son af Vinds allmählich ein Gefühl dafür geben konnte. Damit dabei seine Gänge schwungvoll blieben und er nicht vor sich hinlatschte, baute ich Trabstangen und ein Cavaletti auf, um noch ein wenig Bodenarbeit mit dazu zunehmen. Nach einer halben Stunde waren sowohl Son af Vinds als auch ich total verschwitzt. Müde wanderten wir zurück zum Stall, wo ich Son af Vinds nochmals abspritzte, um ihn von seinem Schweiß zu befreien. Danach brachte ich ihn wieder auf seine Weide zu Sugar Dream und das erste, was der Schimmel tat, war sich wälzen. Ich stöhnte leise, die ganze Arbeit war hin!
      Ich huschte zur anderen Weide und holte Nieve von seiner Koppel. Am Putzplatz machte ich ihn schnell fertig und sah voller Freude, dass der Zopf, welchen ich ihn am Vortag gemacht hatte, immer noch hielt. Dann holte ich unser Knotenhalfter, das Rope und eine Gerte und ging mit ihm auf den Reitplatz, der jetzt Gott sei Dank im Schatten lag. Ich wollte ein paar Zirkuslektionen mit Nieve auffrischen. Wir begannen mit den einfachen Dingen wie auf Handzeichen flehmen oder den Kopf zu schütteln. Beides machte Nieve äußerst gerne, für Schabernack war er einfach immer zu haben. Dann gingen wir über zu unseren angefangenen Spanischen Schritt. Schon jetzt konnte Nieve auf Kommando das jeweilige Bein ordentlich heben und strecken, so dass sich das schon sehen lassen konnte. Genauso wie unsere Verbeugung, auch wenn Nieve noch nicht sehr tief hinunter ging, war es trotzdem schon ein großer Erfolg. Heute wollte ich aber mit ihm noch ein anderes Spielchen ausprobieren, nämlich dass er am durchhängenden Seil enge Wendungen machte, sobald auch ich umwendete. Tatsächlich verstand Nieve das Prinzip schnell und ohne Probleme und anscheinend schien ihm das auch viel Spaß zu bereiten, genauso wie mir. Als wir alles durch hatten, lobte ich ihn nochmal ausgiebig und gab ihm eine Banane als Belohnung, denn so etwas liebte der Hengst. Dann brachte ich ihn wieder auf die Weide, denn ich musste mich beeilen, um noch schnell etwas mit Against all Lies zu machen.
      Die Stute kam mir schon freudig entgegen getrabt, als ich die Weide betrat und ich begrüßte sie mit einigen ausgiebigen Streicheleinheiten, bevor ich sie aufhalfterte und zum Putzplatz brachte. Dort begann ich sie gründlich zu putzen und ihre dichte Mähne wieder zu entfitzen. Nachdem sie fertig war, sattelte ich sie auf und begab mich wieder ins Gelände. Diesmal nicht nur im Schritt, sondern auch ein wenig mehr vorwärts, was Against all Lies zu gefallen schien. Auf dem weichen Waldweg konnte man einfach herrlich galoppieren! Es war ein richtiger Traum und Against all Lies war sowieso wie fürs Gelände geschaffen. Während unseres Ausrittes begann es allmählich zu dämmern und als wir uns auf den Heimweg machen, ritten wir wortwörtlich dem Sonnenuntergang entgegen. Wieder auf dem Hof machte ich meine Stute flott fertig und stellte sie direkt in ihre Box. Danach holte ich auch noch schnell den Rest der Pferde mit rein, ehe es dunkel wurde. Alle warteten schon ungeduldig auf ihr Abendbrot, so dass ich schnell in der Futterkammer verschwand, um die Portionen vorzubereiten. Als dann alle Pferde zufrieden futterten, schaltete ich das Licht aus und machte mich auf den Weg zum Haus, um mir jetzt einen gemütlichen Abend auf der Couch zu gönnen und zu schauen, welcher Film im Fernsehen laufen würde.
    • Eddi
      Fröhliche Weihnachten!

      „Weihnachten mit der besten Freundin zu verbringen ist doch das Schönste!“ lächelte ich glücklich und umarmte Antonia glücklich, als ich auf ihrem Hof ankam. Gemeinsam gingen wir direkt in den Stall. Es war zwar draußen schon dunkel, aber wir wollten auch den Pferden ein Weihnachtsgeschenk machen. Ich holte mir Nieve aus der Box und band ihn davor an, während Antonia sich Son af Vinds aus der Box holte. Beide putzten wir äußerst gründlich, damit sie wirklich schick aussahen. Da hatten wir uns als erstes natürlich wieder die blödesten Kandidaten rausgesucht, denn beide waren Schimmel und dank des fehlenden Schnees voller Schlamm. Nach einer halben Stunde hatten wir das aber auch einmal geschafft und konnten uns den nächsten Pferden zuwenden. Diesmal nahm ich Pretty Prean-Pra und Antonia holte sich Audna, ihre geliebte Isländerstute. Auch die beiden Stuten putzten wir gründlich, wobei diesmal nur ich einen Schimmel hatte und während ich noch an Pretty arbeitete, holte sich Antonia bereits Against all Lies und putzte diese Stute. Ich hatte es irgendwann auch geschafft und brachte Pretty zurück in ihre Box. Nun konnte ich mich dem letzten Pferd zuwenden, Red Desert. Da Antonia mit Lies schon fertig war, betüddelten wir gemeinsam ihr erstes Pferd und flochten der Stute sogar die Mähne und den Schweif. Erst dann durfte sie zurück in die Box, die Boxen waren alle schon gemacht, so dass wir uns direkt an die Fütterung machen konnten. Jedes Pferd bekam heute eine Extraportion mit Bananen, Honig und Äpfeln. „Fröhliche Weihnachten!“ wünschte Antonia jedem ihrer Pferde und ich tat das Gleiche. Als wir dann fertig waren, schaute ich mich verwundert um. „Wo ist denn Sugar Dream?“ fragte ich, denn mir fehlte der quirlige Vollbluthengst. „Der Süße ist momentan auf Heartland zur Ausbildung.“ lächelte Antonia und klopfte mir auf die Schulter. „Du wirst langsam vergesslich.“ lachte sie und lud mich noch zu einer heißen Schokolade und Plätzchen in ihrem Haus ein, natürlich konnte ich da nicht nein sagen.
    • Gwen
      Bericht 1 - Herzlich Willkommen auf Heartland!
      - Vertrauensaufbau -

      Erst nachdem der Wecker nun zum dritten Mal geklingelt hatte, fiel Gwen müde aus dem Bett. Der Flug gestern von Kanada nach Österreich war doch anstrengender gewesen, als gedacht. Schon gestern hatte sie kaum noch das Abendessen mitbekommen und sich dort nur höflicher Weise eine halbe Stunde aufgehalten, um außer Ty noch die anderen kennenzulernen. Kurz nach ihr war nämlich noch eine weitere Praktikantin, Vivien, gekommen und Gwen war doch zu neugierig gewesen, als das Abendessen zu verpassen. Nun war es gerade einmal sechs Uhr morgens, aber sie wollte lieber zu früh aufstehen als zu spät. Nachdem sie im Bad fertig war, machte sie sich auf dem Weg in die Küche. Zu ihrer Überraschung wuselten dort auch schon die ein oder anderen herum, darunter auch Amy, welche sie nun vorwurfsvoll anblickte. „Du solltest doch ausschlafen nach dem gestrigen Tag!“ sagte sie und schüttelte den Kopf, reichte Gwen aber direkt eine Tasse Cappuccino. Jack, Amys Großvater, lachte nur fröhlich, während er in Ruhe seine Zeitung las. „Lass sie doch, da kann sie dir direkt mit den Boxen für die Neuen helfen.“ lächelte er Gwen aufmunternd zu. „Eine gute Idee!“ stimmte Amy ein und nach dem Frühstück ging es auch schon direkt in den Stall. Wie Amy erzählte, war sie so etwas wie Gwens Mentorin und wollte ihr in aller Ruhe die Methoden, welche auf Heartland angewandt wurden, näher bringen. Zu aller erst besuchte Gwen ihre beiden Hengste Altair und Ohnezahn. Während der Braune inzwischen total entspannt war, ging es bei Ohnezahn immer noch drunter und drüber, doch die Kräuter von Ty schienen zu wirken. Bevor sich Gwen an die Arbeit machte, brachte sie die beiden Hengste auf ihre Weide. Im Stall traf sie dann wieder auf Amy, welche direkt eine Aufgabe für sie hatte. „Es wäre schon super, wenn du diese Box fertig machen könntest. Wir bekommen heute einen Jungspund, vielleicht ist er ja sogar etwas für dich! Denn er bekommt das Rundum-Paket.“ lächelte Amy und erklärte Gwen noch kurz wo sie was fand. Gwen machte sich direkt an die Arbeit und kümmerte sich darum, die Box frisch einzustreuen, die Tränke zu kontrollieren und das Heunetz zu füllen. Als sie fertig war, suchte sie nach Amy, aber die war leider nicht mehr zu finden. Stattdessen traf sie auf Ty und fragte ihn direkt, wann denn der Hengst ankommen sollte. Ty wusste es leider auch nicht, bot Gwen aber einen kurzen Rundgang über die Ranch an. Gwen nahm dankbar an und ließ sich das riesige Gelände zeigen. „Wow...“ war der einzige Kommentar, welchen sie rausbekam, denn Heartland war einfach nur riesig. Aber das hatten schon die Ställe gezeigt. Ein Weilchen schaute Gwen den Fohlen auf der Weide zu, denn über Nacht hatte es nun auch hier schön geschneit und die Kleinen tobten durch das weiche Weiß. Erst als es ihr zu kalt wurde, lief sie zurück zum Stall, gerade rechtzeitig um Amy abzufangen und mit ihr gemeinsam den Hengst in Empfang zu nehmen. Er war ein richtig hübscher Kerl mit einem weichen, schokoladenbraunen Fell. Wie Gwen schnell mitbekam, hörte er auf den Namen Sugar Dream und trotz seines frechen Charakters mochte sie ihn jetzt schon. „Bringst du ihn erst einmal in seine Box?“ fragte Amy lächelnd, während sie noch mit der vermutlichen Besitzerin sprach. Gwen führte den Vollbluthengst in den Stall und als dieser in seiner Box war, widmete er sich auch direkt dem Heunetz. Als Gwen den Hengst in aller Ruhe beobachtete, kam Amy wieder. „Man sieht es ihm zwar nicht an, aber er ist doch schon aufgeregt. Komm, ich gebe dir einen kleinen Exkurs in unsere Heilkräuter!“ lächelte Amy und führte Gwen in die Futterkammer. Vor ihr erstreckte sich ein riesiges Regal mit vielen kleinen Fläschchen. „Also... Was wir ganz gerne gegen Nervosität nehmen, sind Baldrianwurzeln. Die müsstest du ja kennen, denn Ohnezahn bekommt sie momentan täglich in sein Futter.“ erklärte sie und ließ Gwen an dem Fläschchen riechen. „Die Gerüche sind sehr einprägsam, glaub mir. Und das hier ist Sonnenhutwurzel, sehr gut für die Abwehrkräfte. Davon bekommt Sugar Dream auch ein paar Tropfen, damit er uns bei den kühlen Temperaturen nicht erkältet.“ Beide Heilkräuter mischte Amy unter zwei Hände Müsli und ein wenig Obst, bestehend aus Äpfeln, Möhren und Birnen. Dann reichte sie Gwen den Eimer und ging mit ihr zurück zu Sugar Dream. Gwen durfte sich direkt mit dem Hengst anfreunden, denn Amy hatte schon beschlossen, dass Gwen an ihm gut die Grundlagen des Ausbildens lernen würde. Genüsslich fraß der Hengst den Eimer leer und ließ sich am Ende sogar noch ein wenig von Gwen kraulen. „Was wir auch sehr gerne anwenden, ist der T-Touch.“ meinte Amy und betrat die Box, um in kreisenden Bewegungen die Stirn des Vollbluts zu massieren. „Es ist eine simple Bewegung, welche ihm aber sehr viel Entspannung einbringt.“ erklärte sie kurz und ließ es dann noch einmal Gwen probieren. Nachdem diese den T-Touch auch erfolgreich ausgeführt hatten, verließen die beiden die Box. „So, ich werde mich jetzt erst einmal um das Training von Figaro kümmern. Du kannst ja mal nach Vivien schauen, dann könnt ihr beide euch ein wenig unterhalten und vielleicht Ty helfen. Ich würde sagen in einer Stunde können wir uns dann noch mal mit dem Kerlchen beschäftigen, damit er heute noch etwas zu tun bekommt.“ lachte Amy und Gwen nickte nur begeistert. Schon jetzt machte ihr das Praktikum einen riesigen Spaß und wenn sie nun noch mit dem schicken Sugar Dream arbeiten durfte, war alles klasse. Flott lief sie über den Hof und suchte im Haupthaus nach Vivien, die saß gerade mit Lou vor dem PC und schien ihr irgendetwas erklären zu wollen. Gwen schaute, ob sie etwas sinnvolles beitragen konnte, ließ es dann aber doch lieber. Als Vivien dann fertig war, marschierten die beiden raus in den Stall, wo sie Ty bei der Stallarbeit halfen und die Boxen mit misteten. Ty schien sehr froh über die zwei Helferinnen zu sein, denn sie waren wesentlich schneller als sonst fertig.
      Da Amy immer noch unterwegs war, schnappte sich Gwen das Halfter des Braunen und holte den Hengst aus der Box, um ihn in der Stallgasse anzubinden und gründlich zu putzen. Gerade sammelte sie noch das letzte Stroh aus dem Schweif, als Amy auch schon kam. „Tut mir leid, dass es etwas länger gedauert hat, aber Pferde eben.“ grinste sie, immer noch ein wenig aus der Puste. Sie schien froh zu sein, dass Gwen den Hengst bereits fertig hatte und sie so schon mit dem ersten Schritt anfangen konnten. Gemeinsam liefen sie quer über den verschneiten Hof zum Round-Pen. „Ich würde sage, dass du das direkt mal machst. Ich würde mit ihm gerne mit dem Join-Up anfangen und dadurch die Rangordnung klären, aber auch Vertrauen aufbauen. Da du größtenteils mit ihm arbeiten wirst, überlasse ich das direkt dir.“ lächelte Amy aufmunternd und schickte Gwen samt Pferd in den Round-Pen. Während Amy sich also auf den Zaun stellte und die beiden beobachtete, begann Gwen mit der Arbeit. Sie baute sich vor dem Hengst auf und schickte ihn streng weg auf den äußeren Zirkel. Verwundert zog Sugar Dream ab und Gwen begann ihn zu treiben. Jedes Mal, wenn er aus Lust und Laune die Richtung wechseln wollte, hinderte ihn Gwen daran, denn sie entschied wo es lang ging. Sugar Dream versuchte es dennoch oft, sich um Gwens Autorität zu winden. Das Mädchen hatte viel zu tun und wollte schon vor Erschöpfung fast aufgeben, als der Hengst allmählich den Kopf senkte. Also machte sie aktiv weiter, wechselte nach Belieben die Hand und trieb ihn vorwärts. Als er dann anfing zu kauen und seine Ohren in ihre Richtung zu drehen, wich allmählich alle Anspannung aus Gwen. Vorsichtig drehte sie sich von dem Hengst weg und wartete geduldig ab. Es verging eine halbe Ewigkeit, doch dann spürte sie den warmen Atem des Hengstes an der Hand. Langsam drehte sie sich um und kraulte die Stirn des Braunen, welcher in einer entspannten Haltung vor ihr stand. „Das hast du gut gemacht!“ lobte Amy das Mädchen, welche sich über das Lob besonders freute. Amy sprang von dem Zaun und ließ die beiden aus dem Round-Pen. „Du hast schon einmal nach dieser Methode gearbeitet, oder?“ fragte Amy neugierig, als sie neben Gwen und Sugar Dream herlief. Gwen nickte und zeigte auf die Weide, wo Ohnezahn und Altair standen. „Ich habe ewig gebraucht, damit Ohnezahn mich als Alphatier akzeptiert, aber irgendwann habe ich es geschafft.“ lächelte sie und tätschelte geistesabwesend Sugar Dreams Hals. Wieder im Stall angekommen schüttelten sich erst einmal Vier- und Zweibeiner, um sich vom Schnee zu befreien. „Puh, gestern war es kaum weiß und nun schau dir das an!“ lachte Amy und lief in die Futterkammer. Gwen band den Hengst derweil vor seiner Box an und kontrollierte die Hufen, nicht dass sich Eis darunter festgesetzt hatte. Doch zu ihrem Glück war alles okay und sie entließ den hübschen Kerl in seine Box. Amy kam mit einem Eimer wieder. „Äpfel, Möhren und Bananen mit Honig und ein paar Kräutern.“ lächelte sie und reichte den Eimer Gwen. Diese gesellte sich zu Sugar Dream in die Box und ließ ihn in Ruhe fressen. Obwohl der Hengst erst seit heute da war, mochte sie ihn jetzt schon sehr und freute sich bereits auf die nächsten Wochen mit ihm. „Ich wette du bist aber nicht ganz so lieb, wie du im Moment tust.“ lachte sie den Hengst an, wuschelte durch seinen Schopf und schloss hinter sich die Boxentür. In der Futterkammer säuberte sie den Eimer und stellte ihn zurück an seinen Platz, ehe sie sich vor das Regal setzte und sich das Buch schnappte, in welchem Aufzeichnungen zu jeglichen Heilkräutern standen, ein wenig Lektüre würde ihr nicht schaden.
    • Gwen
      Bericht 2 - Gefährliche Weise Kaninchen
      - Trainingsbericht Gelassener Spaziergang -

      Sugar Dream stand nun offiziell unter der Obhut von Gwen. Jeden Tag fütterte sie ihn persönlich, brachte ihn auf die Weide, putzte ihn und beschäftigte sich generell viel mit ihm. Das stärke die Beziehung und je besser sie sich kennenlernten, desto besser konnten sie miteinander kommunizieren. Die beiden hatten einige Tage nacheinander noch im Round-Pen verbracht, denn Sugar Dream war nicht die Art von Pferd, welche das Alphatier sofort akzeptierte, das musste man sich bei ihm schon erkämpfen. Ab und an hatte er auch schon einmal seine hengstige Seite gezeigt, welche Gwen inzwischen aber gut unter Kontrolle hatte und immer eher bemerkte, wenn der Hengst wieder Blödsinn im Kopf hatte. Das nächste Ziel war die Sicherheit im Gelände, denn Spazierengehen ging zwar mit Sugar Dream, dennoch erschrak er sich zu gerne vor fremden Dingen. Das beste Mittel war dagegen Routine und mit dieser wollte Gwen heute beginnen. Nachdem sie sich um den Anteil ihrer auszumistenden Boxen gekümmert hatte, holte sie gegen Mittag Sugar Dream in den Stall und band ihn in der Stallgasse an. Flott holte sie das Putzzeug und begann, den Hengst von der weißen Pracht zu befreien. Sein Schweif war wie immer total verfilzt. „Kannst du mir mal erklären, wie man das jedes Mal schafft?“ stöhnte Gwen und versuchte so vorsichtig wie möglich, einen Tannenzweig aus dem Schweif zu ziehen. Jedes Mal, wenn sie mit einer Sache fertig war, bekam Sugar Dream ein Möhrenstückchen, denn anfangs hatte er kaum stillgehalten beim Putzen. Mit der Bestechung lief es nun wie am Schnürchen und er stand vorbildlich brav da. „Ich wette, bei deiner Besitzerin machst du das nicht.“ lächelte Gwen geistesabwesend, während sie Sugar Dream mit ihrem T-Touch massierte. Der Hengst liebte diese Einheit nach dem Putzen und Gwen musste jedes Mal aufpassen, dass er dabei nicht einschlief. Als sie fertig waren, holte sie die Hengstkette aus der Sattelkammer. Denn das „Problem“ bei Sugar Dream war, dass er die Trense noch nicht kannte, Gwen aber auch nicht die Gefahr eingehen wollte, dass er sie im Gelände einfach alleine im nirgendwo stehen ließ. Sie befestigte die Kette jedoch wie einen normalen Strick an seinem schicken Halfter und gemeinsam verließen sie den Stall. Wie schon am Morgen war das Wetter einfach ein Traum! Die Sonne schien und ließ die weißbedeckte Landschaft herrlich glitzern. Sugar Dream schien auch sehr angetan zu sein und man merkte jeden Morgen, wie sehr er sich freute auf die Weide zu dürfen. Bei seinem dicken Pelz war das aber auch kein Wunder, denn frieren würde das Kerlchen bestimmt nicht. Gwen war gestern schon unterwegs gewesen und war die kleine Runde, die sie heute mit Sugar Dream bestreiten wollte, bereits abgelaufen, um sich heute nicht zu verlaufen. Sugar Dream lief artig neben ihr her, wurde er aber einmal schneller und versuchte sie zu überholen, blieb Gwen stehen und wartete, bis der Hengst wieder auf ihrer Schulterhöhe war, erst dann ging es weiter. Um die eventuell kommenden Eskapaden zu bestehen, hatte sich Gwen auch mit allerhand Leckerlies ausgestattet. Denn kurz nachdem sie an der letzten Weide vorbei waren, wurde Sugar Dream schon unruhig, denn plötzlich war wieder alles neu und fremd. Gwen sprach beruhigend auf ihn ein und nahm eine selbstbewusste Körperhaltung an, immerhin war sie das Leittier und solange sie meinte, dass wäre der richtige Weg, durfte Sugar Dream keine Zweifel anbringen. Der erste Abschnitt des Weges lief auch ganz gut, trotz Sugar Dreams Aufgeregtheit, doch das Kaninchen was dann plötzlich quer über den Waldpfad fegte, verwirrte ihn zu sehr. Er hüpfte zur Seite und stieg leicht, Gwen versuchte ihn wieder in den Griff zu bekommen, doch Sugar Dream war fest der Meinung, dass das Kaninchen ihn fressen wollte und versuchte sich wegzudrehen. Durch den tiefen Schnee kamen aber weder er noch Gwen weit, so dass er sich zwar losriss, aber nur mühsam vorwärts kam. Gwen blieb verwirrt stehen und beobachtete ihn, ehe sie ihn vorsichtig verfolgte. Natürlich war der Hengst in den Wald gelaufen, eher gesagt gehüpft, und nun hatte Gwen zu tun, ihn wieder zu finden. Gott sei Dank waren die Hufspuren eindeutig und so konnte sie der Fährte in Ruhe folgen. Als sie ihn dann an einem Baum stehen sah, versuchte sie sich leise anzuschleichen. Doch zu ihrer Überraschung wollte Sugar Dream gar nicht abhauen, sondern wieherte als er sie sah. Gwen lief auf ihm zu und kraulte ihm die Stirn, nachdem sie den Strick wieder sicher in der Hand hatte. „Du kleiner Angsthase!“ lachte sie leise, war aber so dankbar, dass nichts passiert war. Sicherheitshalber kontrollierte sie alle seine Beine und als sie nicht entdeckte, kämpften sie sich zurück auf den Weg. „Das war doch nur ein Kaninchen, du Dummerchen!“ lächelte sie und wand den T-Touch an, als Sugar Dream an der gewissen Stelle nicht weiterlaufen wollte. Tatsächlich funktionierte dies und sie konnten ihren Weg fortsetzen. Ab und an raschelte es im Gebüsch und Sugar Dream spitzte die Ohren, doch jedes Mal sprach Gwen beruhigend auf ihn ein und wenn er sich dann wieder auf sie konzentrierte, gab es ein kleines Leckerli. Der Spaziergang entwickelte sich doch noch zu einem ganz entspannten Aufenthalt und am Ende konnte Gwen ihn sogar richtig genießen. Auch Sugar Dream schien langsam daran Gefallen zu finden, seine Umgebung entdecken zu können. Er wurde immer mutiger und Gwen ließ ihn überall schnuppern, wo er wollte. Sobald er wusste, dass Baumstümpfe oder schneebedeckte Äste keine Gefahr waren, lief er stolz weiter. Gwen musste sich jedes Mal ein Lachen verkneifen, denn sie wusste wie empfindlich das Ego des Hengstes war. Irgendwann war sie aber auch dankbar, als sie wieder auf Heartland waren. Durch das Missgeschick und die Neugierde von Sugar Dream, war der Weg fast doppelt so lang geworden wie gedacht, aber es hatte Spaß gemacht. Nur spürte Gwen so gar nicht mehr ihre Finger, also ging es schnell in den Stall, wo sie die Hufen von Sugar Dream kontrollierte und von Schnee und Eis befreite. Danach durfte das Kerlchen wieder auf seine Weide. Zu ihrer Freude sagte er ihr erst Tschüss, bevor er sich umdrehte und davon trabte. Seine Weide war neben der von Fürstentraum und die beiden Hengste verstanden sich außergewöhnlich gut, wahrscheinlich lag das an der Tatsache, dass beide hier neu waren und alles fremd. Bibbernd lief Gwen ins Gutshaus, machte sich erst einmal einen Tee und setzte sich vor den Kamin. Ehe sie sich um die Box und das Abendbrot von Sugar Dream kümmern würde, musste sie erst einmal wieder auftauen. Beruhigender Weise war sie da nicht die einzige, denn auch Jack und Sarah kamen mit rein und gesellten sich mit vor den Kamin.
    • Gwen
      Bericht 3 - Typisch Vollblut?
      - Trainingsbericht Schrecktraining -

      „Ty? Warum ist der Stall noch nicht dekoriert?“ stöhnte Lou, als sie die Stallgasse betrat. Sie wuselte schon den ganzen Tag lang über den Hof und machte Stress, denn sie war total in den Planungen für den Weihnachtsball. Alle anderen sahen dem Event entspannter entgegen, vielleicht auch aus dem Grund, weil man es hier sonst nicht mehr ausgehalten hätte. Ty fütterte gerade die Pferde und warf genervt seine Hände in die Höhe. „Siehst du das, Lou? Ich habe nur zwei Hände!“ gab er zur Antwort und wandte sich nur wieder seiner Arbeit zu. Gwen und Amy verkniffen sich das Lachen und brachten lieber die restlichen Pferde auf die Weide. „Das wird noch lustig!“ grinste Amy ihre Praktikantin Gwen an und die grinste zurück. Lou konnte schon ziemlichen Stress machen, aber dafür kümmerte sie sich wirklich toll um alles. Gwen war sich ziemlich sicher, dass der Weihnachtsball toll werden würde! „Wollen wir heute mit Sugar Dream weitermachen?“ fragte Amy neugierig und Gwen nickte begeistert. Der Hengst war nun schon seit über einer Woche hier und fast tagtäglich war Gwen mit ihm spazieren gegangen. Anfangs hatte es unentwegt Eskapaden gegeben, doch inzwischen hatte Sugar Dream kaum noch Angst vor gefährlichen Hasen, Eichhörnchen oder Schnee, welche ihm natürlich nur Böses wollten. Amy und Gwen wollten diese Routine nun direkt mit dem Schrecktraining verbinden, so würde Sugar Dream noch entspannter werden und vielleicht später auch auf Turnieren ganz entspannt bleiben. Gwen schnappte sich das Halfter des Vollblutes und holte ihn aus der Box. Gemeinsam mit Amy putzte sie den hübschen Kerl und Amy erklärte ihr schon einmal, was sie heute alles machen wollten. Als sie gerade in die Halle verschwinden wollten, verstellte Ty ihnen den Weg. „Und was ist mit Boxen? Muss ich die alleine machen?“ knurrte er genervt, doch Amy lachte nur, klopfte ihm ermutigend auf die Schulter und schob ihn zur Seite, damit sie weitergehen konnten. Die Halle hatte Sugar Dream zum Glück schon öfters gesehen, denn Gwen war manchmal mit ihm reingegangen, wenn sie ihre Spazierrunde gemacht hatten. Zum Glück waren auch gerade weder Vivien, noch Sarah in der Halle, so dass sie den ganzen Platz für sich hatten. „Führe ihn mal ein wenig herum.“ lächelte Amy und schickte Gwen auf die Bahn. Während die Praktikantin den Hengst Runde um Runde führte, holte Amy allerhand Sachen aus der Sattelkammer. Unter anderem bunte Stangen, Blumentöpfe und Fahnen. Aber auch Plastikbeutel und Flatterbänder. Sugar Dream bemerkte die neuen Dingen sofort und hatte gleich genug. „Gut, bei ihm scheint das Vollblut wirklich durchzukommen.“ grinste Amy, welche gerade auf uns zugelaufen kam, nämlich mit einem Blumentopf in der Hand. Sugar Dream wich erschrocken zurück, als Amy ihm den Topf unter die Nase hielt. Gerade jetzt im Winter, wo doch alles weiß war, war so ein Teil äußerst gefährlich. Gwen beruhigte den Hengst durch Zureden und Streicheleinheiten. Sugar Dream durfte sich alle Sachen genaustens anschauen und dann baute Amy daraus auch schon einen Parcours. Sugar Dream musste über die bunten Stangen laufen, dabei stakste er darüber wie ein Storch. Der Slalom aus Blumentöpfen war auch ganz gefährlich und Sugar Dream wollte am liebsten weg. Aber am schlimmsten fand er den Regenschirm, mit welchen Amy ankam. Lediglich das Leckerli, welches sie in der Hand hielt, machte ihn mutiger und er trat näher an sie heran. „Also für ein Turnier wäre er noch nicht bereit.“ lachte Amy und wackelte leicht mit dem Schirm und schon versteckte sich Sugar Dream wieder hinter Gwen. Die beruhigte ihn nur wieder und führte ihn näher an den Regenschirm. „Schau, er will dir gar nichts böses.“ lächelte sie und berührte den Schirm, um Sugar Dream zu zeigen, dass er ungefährlich war. Sie wiederholten einige Male den Parcours und irgendwann wurde Sugar Dream auch entspannter. Auch die Flatterbänder störten ihn nach einigen Berührungen immer weniger. Er wurde viel gelobt und für jede entspannte Reaktion gab es ein Leckerli. Irgendwann konnte Amy mit Regenschirm ohne Probleme an ihm vorbeilaufen. Auch die Flatterbänder konnte man sanft über seinem Rücken schweben lassen, ohne dass er davon sauste. „Feiner Junge!“ lobte Gwen ihn ausgiebig und auch Amy war vollkommen zufrieden. Ein letztes Mal gingen sie durch den Parcours und inzwischen wich Sugar Dream gar nicht mehr aus. Als er erfolgreich durchs Ziel lief, gab es von Amy zwei dicke Karotten als Belohnung. „So, für heute lassen wir ihn in Ruhe.“ lächelte Amy und tätschelte dem Hengst den Hals. „Am besten wiederholst du das Ganze morgen und übermorgen noch einmal, dann wird er auf Turnieren nicht mehr gar so viel Angst haben.“ grinste sie und gemeinsam mit Gwen gingen sie zurück zum Stall. Von dort aus brachte Gwen den Hengst auf seine Weide und verwöhnte ihn dort noch ein wenig mit T-Touch, eh sie den Kleinen verließ. Wegen einem schlechten Gewissen huschte sie direkt in den Stall und half Ty dabei, die restlichen Boxen auszumisten und ihn vor Lous Überfällen zu bewahren.
    • Gwen
      Bericht 4 - Das große Ungeheuer
      - Trainingsbericht Hängergewöhnung -

      Wir saßen alle ein wenig bedrückt am Frühstückstisch und schwiegen. Vivien hatte uns nun doch verlassen müssen, denn trotz unserem Daumen drücken, war die Diagnose des Arztes negativ ausgefallen. Vivien besaß eine schiefe Wirbelsäule und die Arbeit auf Heartland hätte das Ganze nur noch verschlimmert. Erst kürzlich hatte sie sich also wieder von uns verabschieden müssen und war nun hoffentlich wieder gut in Holland angekommen. Nur Lou hatte gute Laune, denn mit der bevorstehenden Weihnachtszeit war sie voll in ihrem Element und konnte vollkommen nach ihren Wünschen planen. Auch wenn wir alle nicht so begeistert von dem neuen Wochenplan waren, denn zwar fehlte nun ein Mitglied, aber uns kam es eher so vor, als ob sie das ausnutzte, um uns allen die doppelte Arbeit aufs Auge zu drücken. Auch diesen Morgen durften wir uns wieder anhören, was doch jeder heute vorhatte. „Lou? Das sind Pferde, du kannst nicht bis auf die Minute timen, wie wir mit ihnen zu arbeiten haben!“ stöhnte Amy, stand auf und brachte ihr Geschirr in die Küche. Ty tat es ihr gleich und kurz danach verließen die beiden das Haus, Jack saß währenddessen nur lächelnd am Tisch, las seine Zeitung und trank seinen Kaffee. „Ich werde mich mal wieder auf zu Sugar Dream machen.“ murmelte ich und schob mich vorsichtig an Lou vorbei, welche schon die nächste Kiste mit Weihnachtsschmuck auf dem Tisch platzierte. Draußen atmete ich die frische Winterluft ein und stapfte durch den Schnee zum Stall. Dort traf ich Sarah, welche anscheinend kurz zu Besuch war. Ich erkundigte mich nach ihrer Connemara-Zucht und hörte ihr neugierig zu, als sie begeistert von ihren Neuzugängen erzählte. Für mich stand jetzt schon fest, dass ein Connemara vielleicht irgendwann auch einmal Einzug in Kanada halten würde. Dann verabschiedete ich mich von ihr und lief zu meinem Schützling Sugar Dream, der brummelte mir schon freudig zu, denn wenn ich kam, hieß es Futter. Natürlich ging mein erster Gang auch in die Futterkammer, es gab Müsli und Bananen mit einigen Kräutern, damit er wie immer schön entspannt blieb. Während Sugar Dream dann fraß, massierte ich seinen Hals mit dem T-Touch, denn heute würde es vor der Arbeit nicht auf die Weide gehen, so dass er wenn möglich doch schon ein wenig entspannt sein sollte. Als er fertig war mit futtern, holte ich ihn aus der Box und begann ihn gründlich zu putzen. Wie jeden Morgen sprühte ich sein Langhaar mit dem Spray ein und kämmte es dann vorsichtig durch, danach kratzte ich noch die Hufen aus und fettete sie gründlich ein. Anscheinend bekam Sugar Dream die Kälte nicht gar so gut, so dass er immer ein wenig zu trockene Hufen hatte. Als wir dann fertig waren, band ich ihn los und ging mit ihm in die Halle. Dort stand noch der Pferdeanhänger vom gestrigen Training mit Lakim, welcher auch heute wieder zum Einsatz kommen würde. Sugar Dream schien der Hänger nicht zu stören, er schnupperte kurz daran, ehe andere Dinge wieder interessanter wurden. Ich war schon erleichtert, dann würde die heutige Trainingseinheit nämlich schnell von Statten gehen. Im Hänger hing ein Heunetz und eine Schüssel mit Leckerlis stand dort auch, um ihn im Notfall zu bestechen. Ich ließ ihn aber zuvor erst einmal ein wenig in der Halle laufen, damit er sich zur Genüge bewegen konnte. Dann fing ich ihn wieder ein und begann ihn erst vorsichtig auf die Rampe und wieder hinunter zu führen. Das machte Sugar Dream ohne Probleme mit, so dass ich direkt einen Schritt weitergehen konnte. Ohne Stress folgte mir Sugar Dream in den Hänger und holte sich seine Leckerlis ab. Doch von der einen Sekunde zur anderen wurde er plötzlich unruhig, versuchte zu steigen und riss mir eiskalt den Strick aus der Hand, um dann rückwärts aus dem Hänger zu springen und in die Halle zu stürmen. Ich war erleichtert, dass ich Handschuhe trug, denn ansonsten hätte das eine ziemliche Verletzung gegeben. Schnell verließ ich den Hänger und lief vorsichtig in Sugar Dreams Richtung. Ty schien den Lärm gehört zu haben und kam direkt in die Halle, um nachzuschauen was los sei. Ich erzählte ihm kurz und knapp, was passiert war und gemeinsam fingen wir Sugar Dream ein. Ty untersuchte ihn erst einmal gründlich nach Verletzungen, aber es war alles heile. „Er ging wirklich ohne Probleme in den Hänger und dann plötzlich drehte er durch als ob sich ein Schalter umgelegt hätte.“ seufzte ich und beruhigte den noch zitternden Hengst mit dem T-Touch. Ty nickte nur und sagte mir, er würde Bonito als Hilfe holen. Ich nickte nur stumm und führte Sugar Dream durch die Halle. Trotz des Erlebnisses ging er wieder ohne Probleme an den Hänger heran und zuckte nicht einmal mit der Wimper. Ty kam mit Bonito wieder und ließ die beiden Hengste sich kurz bekannt machen, danach führte er Bonito in den Hänger und band ihn fest. Ich folgte ihm kurz darauf mit Sugar Dream und ließ dieses Mal den Strick lockerer, um gegebenenfalls den Hengst vorsichtig wieder herauszuführen. Und trotz des anderem Pferdes war Sugar Dream wieder unruhig und wollte nur noch aus dem Hänger heraus. Also übten wir das auf- und abladen ein paar Mal, bis es auch Sugar Dream langweilig wurde. Irgendwann kehrte die Routine ein und dann machten wir eine kurze Pause. Dann lud ich ihn wieder ein und ließ Ty eine Runde über den Hof fahren. Sugar Dream schien zwar anfangs Theater zu machen, beruhigte sich aber schnell wieder. Er fuhr noch ein paar Mal gemeinsam mit Bonito über den Hof, ehe er dann einmal alleine fahren musste. Auch da benahm er sich endlich ohne Probleme. Noch einmal probten wir das auf- und abladen, ehe Ty den Hänger so umfunktionierte, dass er ab sofort der Übergang zwischen Hof und Sugar Dreams Weide war. Immer wenn ich den Hengst nun auf die Weide brachte, müsste er vorher durch den Hänger. Heute probten wir das zum ersten Mal und Sugar Dream war erstaunt, als er auf seiner Weide stand. Ich nahm ihm das Halfter ab und lobte ihn ausgiebig, für heute hatte er wirklich genug Stress gehabt.
    • Gwen
      Bericht 5 - Durchlässigkeit an der Longe
      - Trainingsbericht Longenarbeit -

      „Langsam musst du dich mit ihm beeilen, wenn du nichts mit ins neue Jahr mitnehmen willst.“ grinste Ty die junge Praktikantin an, während sie mit ihm die Pferde fütterte. Gwen stöhnte nur leise und hasste sich inzwischen selbst für ihren Perfektionismus. Wenn ihr etwas vollkommen widerstrebte, dann im alten Jahr mit etwas nicht fertig zu werden. „Ich schaffe das schon.“ knurrte sie nur und warf den letzten Haflingern ihr Futter in den Trog, ehe sie zu ihrem Schützling marschierte. Lakim hatte sie inzwischen verlassen und sie vermisste das kleine aufgeweckte Stutfohlen jetzt schon. Sie würde die Besitzerin dringend einmal anrufen müssen, um zu fragen, wie sich die Kleine denn machte. Dafür war Sugar Dream noch da und er würde es wohl noch eine Weile bleiben. Er arbeitete zwar traumhaft mit, aber die Zeit fehlte, denn erst vor ein paar Tagen war Weihnachten gewesen, gestern hatte Gwen beim Weihnachtsball mithelfen müssen und schon bald stand Silvester an. Außerdem hatte eine neue Stute Gwens Herz erobert, denn Sarah hatte ihr erstes Zuchtfohlen, die braune Minou, wieder auf Heartland zurückgeholt und Gwen war ihr vollkommen verfallen. Umso ehrgeiziger wurde sie jetzt, denn Sugar Dream war nun schon einen Monat lang hier und Gwen wollte die Besitzerin nicht zu lange warten lassen. Deshalb halfterte sie Sugar Dream nach seinem Frühstück direkt auf und band ihn in der Stallgasse an, um ihn fertig zu machen. Ty tat es ihr gleich und machte sich daran, sich um den jungen Schecken Lithium zu kümmern. Nur leider schienen sich die beiden Hengste nicht ausstehen zu können, denn nur knapp konnte Gwen einem Biss von Sugar Dream ausweichen, welcher dem Rappschecken galt. „Jetzt reicht euch mal zusammen!“ knurrte sie und machte Sugar Dream flott fertig, um weiteren Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Heute wollten wir an der Longe arbeiten, denn Gwen wollte Sugar Dream auf das Reiten vorbereiten. Dazu gehörte natürlich eine gestärkte Muskulatur und ein gelassenes Pferd. Dank seiner Besitzerin kannte der Hengst schon die Grundlagen an der Longe und akzeptierte auch den Kappzaum ohne Probleme. Also führte Gwen ihn in den Round Pen, um ihn dort im Schritt zu erwärmen. Der Round Pen sollte ihm erst einmal einen Halt geben, ehe sie dann in die Halle wechseln würden. Mit Dehnübungen erwärmte Gwen die Muskeln des Hengstes, bevor sie mit dem Training begann. Zu erst kontrollierte sie die Stimmkommandos, aber Sugar Dream horchte wahrlich einwandfrei und auch die Hand wechselte er ohne Probleme. Also konnte Gwen beginnen, ihn in eine ordentliche Haltung zu bringen. Momentan lief er bevorzugt wie eine Giraffe und war mit Gedanken auch lieber wo anders, als bei Gwen. Also nahm sie ihn näher an sich heran, verkleinerte den Zirkel und zwang den Hengst zu einer inneren Stellung. Dazu parierte sie immer zum Schritt durch und ließ ihn dann auf der kleineren gebogenen Linie antraben. Anfangs schwenkte seine Hinterhand stets aus, da er Probleme mit dem Gleichgewicht hatte. Irgendwann bekam er aber die Ruhe hinein, dass er ohne Probleme antraben und wieder durchparieren konnte. Gwen lobte ihn immer ausgiebig, wenn er etwas erfolgreich geschafft hatte. Als nächstes forderte sie seine volle Aufmerksamkeit, indem sie ständig spontane Tempi- und Richtungswechsel forderte. Sugar Dream sollte vollkommen auf sie konzentriert sein und an nichts anderes denken. Mit der Zeit wurde er auch immer weicher und ließ den Rücken lockerer mitschwingen. Auch der Kopf ging in Richtung vorwärts-abwärts. Also nahm Gwen ein wenig Tempo hinzu, welches sie aber direkt vorne am Kappzaum wieder abfing. Sugar Dream musste aktiver die Hinterhand benutzen, sonst würde er nie ordentlich vorwärts kommen. Nach einer halben Stunde war Gwen trotz der Minusgrade vollkommen verschwitzt und Sugar Dream sah nicht anders aus. Dafür lief er aber in einer klasse Anlehnung, trat vermehrt unter und eines seiner Ohren war stets in die Mitte zu Gwen gerichtet. Noch einmal ließ sie ihn eine Runde galoppieren, ehe er sich austraben durfte und dann in den Schritt wechselte. Gwen ließ ihn ein wenig abkühlen und warf ihm dann direkt die Abschwitzdecke über, damit er sich nicht erkältete. „Braver Junge!“ lobte sie ihn ausgiebig und ging mit ihm wieder in die Halle. Dort säuberte sie seine Hufen und stellte den Hengst dann unter das Solarium, damit er trocken wurde. In der Zwischenzeit machte sie ihm als Belohnung einen kleinen Obstsalat mit Honig fertig, welchen er genüsslich verspeisen durfte, als er immer noch trocknete. Als er dann fertig war, führte sie ihn ein wenig auf der Stallgasse umher und brachte ihn dann auf seine Weide. Trotz der durchgeschwitzten Sachen machte sich Gwen gleich noch daran, die Boxen ihrer eigenen Hengste und die von Sugar Dream zu misten, frisch herzurichten und direkt die Heunetze aufzufüllen. Danach gönnte sie sich erst einmal eine heiße Dusche und danach eine Tasse Tee, ehe sie mit Altair ein wenig ausreiten wollte.
    • Gwen
      Bericht 6 - Bunte Stangen?
      - Trainingsbericht Hindernisgewöhnung -

      Wenn Gwen einmal der Ehrgeiz packte, dann zog sie das Ganze auch durch. Dementsprechend war sie heute mehr oder weniger die Erste in der Küche – abgesehen von Lou, aber die war sowieso eine frühe Frühaufsteherin – und half mit den Tisch zu decken. „Was hast du denn heute vor?“ fragte Amy lachend als sie dann auch die Küche betrat. Gwen murmelte nur etwas und frühstückte flott, ehe sie auch schon das Haus verließ, um sich um die Stallarbeit zu kümmern. Ty und Cayden waren auch schon unterwegs und zu dritt waren wie immer schnell alle Pferde gefüttert. Gwen begrüßte noch kurz ihre beiden Ponys und die kleine Minou, ehe sie sich auch schon an die Arbeit mit Sugar Dream machte. Der schaute sie nur verschlafen an, denn so früh hatten sie noch nie mit dem Training begonnen. „Tja, für alles gibt es ein erstes Mal.“ lächelte Gwen und holte ihn aus der Box, um ihn als erstes fertig zu machen. Außerdem ging sie inzwischen bevorzugt dem anderen Einsteller, Lithium aus dem Weg, denn die beiden Hengste mochten alles lieber als sich untereinander. Auch heute bekam Sugar Dream wieder seinen Kappzaum auf und nach einer halben Stunde fanden sie sich in der Halle wieder. Die letzten Tage hatte Gwen ihn fast täglich longiert und an seiner Haltung gearbeitet, damit er ordentliche Rückenmuskeln aufbaute. Selbst Lou entdeckte schon jetzt einen Unterschied zwischen dem Jungspund, der vor einem Monat gekommen war, und dem jetzigen Sugar Dream. Heute wollte Gwen aber einen neuen Punkt mit ins Training nehmen, nämlich die Hindernisse. Diese waren notwendig für das Gymnastiktraining, welches Sugar Dream noch ein wenig mehr Fitness verschaffen sollte. Als erstes longierte sie ihn wie immer, ehe sie dann einige Trabstangen aufbaute. Für den Hengst schien das nichts neues zu sein, denn außer dass er ab und an zu unachtsam war, lief er ohne zu zögern über die bunten Stangen. Gwen lobte ihn ausgiebig und ersetzte die letzte der drei Stangen durch ein Cavaletti. Erst sollte Sugar Dream immer im Trab darüber, dann auch einmal im Galopp. Die anderen Trabstangen davor sollte Sugar Dream allerdings davon abhalten, dass er vor dem Hindernis zu stark anzog, denn das sollte er sich gar nicht erst angewöhnen. Irgendwann sprang der Hengst durch ein In-and-Out aus zwei Cavalettis und meisterte auch diese Übung ohne Probleme. Gwen wechselte im Training noch öfters zwischen Trabstangen und Cavalettis, ehe sie für diesen Morgen erst einmal aufhörte. Sugar Dream war leicht verschwitzt, also führte Gwen ihn in der Halle trocken, ehe sie ihn auf seine Weide brachte. Aber die heutige Trainingseinheit war noch nicht beendet, denn heute Nachmittag würde eine weitere Stufe dazu kommen, doch dafür benötigte Gwen Hilfe.

      Gegen 15 Uhr fanden sich dann Amy, Gwen und Ty zusammen, um Sugar Dream an richtige Hindernisse zu gewöhnen. Gwen holte den Hengst von der Weide und machte ihn im Stall flott fertig, denn Gamaschen und Streichkappen waren wichtig. Amy und Ty waren stattdessen schon der Halle und bauten eine Springgasse auf. Einige Zeit später kam dann auch Sugar Dream mit dazu und durfte sich erst einmal die interessanten Hindernisse anbauen. Es waren erst einmal nur einfache Kreuzsprünge in unterschiedlichen Höhen. Gwen longierte den Hengst kurz warm, ehe sie ihn am Halfter nahm und auf die Springgasse zuführte. Die ersten Male wollte Sugar Dream ausweichen, doch Ty hinderte ihn daran und schickte ihn über die Hindernisse. Zum Glück fand Sugar Dream Spaß an den Hindernissen und hüpfte schon bald von alleine über die Hindernisse. Ab und an mussten die drei Menschen ihn aber zügeln, denn durchweg springen sollte er nicht. Es gab zwischendurch immer mal eine Pause und die Hindernisse wurden auch stets verändert, so dass er sich daran gewöhnte, dass sie nicht immer gleich aussahen. Zu stören schien dass den Vollbluthengst allerdings gar nicht. Erst als Ty mit Blumentöpfen kam, wurde Sugar Dream doch etwas mulmig. Nachdem er sie jedoch ausgiebig beschnuppert hatte, wagte er sich auch über das Grünzeug zu springen. Nach einer Stunde beendete Gwen das Training und versorgte ihren Schützling liebevoll, während Amy und Ty die Hindernisse abbauten. Als Belohnung ging es für Sugar Dream noch eine Runde ins Gelände, denn er liebte die Spaziergänge durch den Schnee. Danach hatte er es für den heutigen Tag erfolgreich geschafft und durfte auf seine Weide, während sich Gwen um seine Box kümmerte. Zu ihrem Glück war der Hengst wirklich reinlich und nutzte nur eine Ecke der Box als Toilette. So war auch Gwen schnell fertig und konnte sich nun ausgiebig ihrem kleinen Liebling Minou zuwenden.
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  • Album:
    Pferde im Ruhestand
    Hochgeladen von:
    Hamsterlady
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    1 Aug. 2009
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    Name: Sugar Dream
    Rasse: Englisches Vollblut
    Geburtsjahr: 2008
    Geschlecht: Hengst

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    Von:Solo
    Rasse: Englisches Vollblut
    Von: Sir Lemon Ice xx
    Aus der: Professional Illusion xx

    Aus der:Shew O'Gold
    Rasse: Englisches Vollblut
    Von: Guaranteed Gold
    Aus der: Shew

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    Stockmaß: 1.64m
    Fellfarbe: Brauner
    Abzeichen:
    VL: Socke | HL: Socke
    VR: Socke | HR: Socke
    Kopf: Blesse

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    Gesundheitszustand: hervorragend
    Hufzustand: hervorragend
    Beschlagen:
    Vorne:
    Hinten:

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    Charakter: neugierig, frech, energisch, lernwillig
    Beschreibung: Sugar Dream ist ein junger und neugieriger Hengst. Wie es typisch für sein Alter ist, ist auch er frech und testet den Menschen gerne. Doch hat man diesen Test geschafft, arbeitet er immer willig und flott mit und hat auch Spaß daran.

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    Besitzer: Hamsterlady
    Ersteller: Horsegirl
    Ersteller-VKR: ja

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    Gekört | Gekrönt: nein
    Decktaxe: //
    Nachkommen:
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    Galopprennen Klasse: E
    Western Klasse: E
    Spring Klasse: E
    Militairy Klasse: E
    Dressur Klasse: E
    Distanz Klasse: E
    Fahr Klasse: E
    Wendigkeit Klasse: E

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